21 Januar 2017

Hüter des Planeten

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Ich steckte geradezu in einem Afrika-Blues, als ich am Freitag, 8. Oktober 1993, mit der Arbeit am vierten Buch der ATLAN-Serie begann. Hans Kneifel hatte geliefert, während ich vier Wochen lang durch Südafrika gereist war, und jetzt lag der riesige Berg von Papier auf meinem Schreibtisch.

Eigentlich wollte ich in Erinnerungen schwelgen, wollte noch einmal meine Gedanken nach Süden richten. Aber die Arbeit wollte nicht warten: Es musste sein – ich hatte das Buch noch einmal durchzuzarbeiten.

»Hans hat das Manuskript ja eigentlich gründlich redigiert«, sagte mir Dr. Florian F. Marzin, der PERRY RHODAN-Chefredakteur. »An deiner Stelle würde ich aber noch mal drübergucken, bevor wir es in die Setzerei geben.«

Geplant war, dass das Buch im April 1994 erscheinen wollte. Wir waren gut in der Zeit, aber trödeln sollte ich nicht. Immerhin hatte ich jede Woche einen Heftroman zu redigieren, dazu kamen die Taschenbücher und diverse Sonderproduktionen. Damit ich nicht in Termindruck geriet, hatte ich mir angewöhnt, so weit wie möglich im Voraus zu arbeiten. Das ATLAN-Buch passte gut in die Reihe. Und dass man alle Texte noch einmal durcharbeiten musste, wusste ich nach dem ersten Jahr bei PERRY RHODAN schon sehr gut.

tl_files/comic/images/cover/atlanbuecher/AtlanHC04cover.jpgDer Autor selbst war durchaus selbstkritisch. »Wenn du Zeit hast, guck rein«, sagte er am Telefon, »und streich nötigenfalls das eine oder andere unnötige Adjektiv.« Wie er mir versicherte, hatte er intensiv mit einem jungen Autor aus dem Rheinland zusammengearbeitet. »Was der Castor alles in meinen Texten findet, ist sagenhaft.« Er meinte Rainer Castor, der zu dieser Zeit bereits im Hintergrund für Hans Kneifel wirkte.

Ich blätterte durch das Manuskript und schaute mir sehr genau an, was Hans alles geschickt hatte. Er hatte vor allem Taschenbücher verarbeitet, die Ende der 70er-Jahre erschienen waren und die ich damals sehr gern gelesen hatte. Ich war also sicher, mit dem Manuskript mehr Freude als Arbeit zu haben.

Darüber hinaus hatte Hans verschiedene Skizzenblätter beigefügt, die als Grundlage für Landkarten dienen sollten. Die wiederum wollten wir auf den Vor- und Nachsatzseiten des Buches veröffentlichen. Ich sah rasch, dass es nicht einfach für die Kollegen in der Setzerei werden würde, aus den Skizzen brauchbare Landkarten zu machen.

Dann nahm ich mir das eigentliche Manuskript vor. Hans hatte nach dem gleichen System gearbeitet wie zuvor auch; in welchen Phasen ihm Rainer Castor geholfen hatte, wusste ich nicht. Die Original-Taschenbücher wie »Kämpfer für den Pharao« oder »Das Goldland« waren Seite für Seite kopiert worden. Diese Kopien bildeten die Grundlage.

Hans hatte auf jeder Seite seine Notizen hinterlassen, in einer akkuraten, leicht verschnörkelten Handschrift. Er hatte unnötige Adjektive gestrichen, neue Halbsätze eingefügt und viele Begriffe modernisiert. Darüber hinaus hatte er Textpassagen neu geschrieben, die er ausgeschnitten und aufgeklebt hatte. Zwischen den einzelnen Kapiteln der ursprünglichen Romane wiederum hatte er neue Szenen und Kapitel angeordnet.

Was vor mir lag, war ein Berg von Kopien, Notizen und Einschüben, das völlig logisch wirkte, das auch sehr strukturiert aussah, aber die Setzerei vor eine große Arbeit stellen würde. »Die arme Frau, die das alles abtippen muss«, murmelte ich nicht nur einmal, während ich alles durchblätterte. Aber mir war klar, dass der Vorgang des Abschreibens dazu beitragen würde, dass viele Schreibfehler quasi automatisch verschwanden.

Danach erst würde die Datei, die auf diese Weise entstand, in die eigentliche Setzerei gehen. Ein Setzer würde die Seiten erstellen, diese würde er ausdrucken – dann gingen die Seiten in das Korrektorat. Wenn die Kollegen dort eine erste Korrektur erledigt hatten, würde man das Konvolut bei Sabine Bretzinger oder mir auf den Tisch packen, damit wir eine erste Durchsicht vornahmen.

Aber so weit waren wir nicht. Zuerst musste ich mir den Überblick verschaffen, ob überhaupt alles Material vorhanden war. Dann würde ich alles noch einmal – hektisch zumindest – lektorieren, um etwaige Fehler zu streichen und manche Passage auch zu verändern.

Vor allem die neuen Kapitel und Szenen mit dem Wissenschaftler Cyr Aescunnar waren neu geschrieben; darauf sollte ich achten. Hans Kneifel hatte die Rahmenhandlung um Atlan, der sich in einer persönlichen Krise an seine Vergangenheit erinnert, umfangreich gestaltet und praktisch eine zweite Handlungsebene entwickelt. Ich fand die Aescunnar-Szenen nicht so spannend und mochte lieber die Vergangenheitskapitel; mir leuchtete aber ein, dass Hans eine Rahmenhandlung benötigte.

Sie bildete die erzählerische Klammer um die jeweiligen Einzelabenteuer. Immerhin hatten die einzelnen Abenteuer nur wenig miteinander gemeinsam. Atlan schlägt sich mit Pharaonen herum und ärgert sich über seinen aufmüpfigen Roboter Rico; er muss gegen die merkwürdigen Ter-Quaden kämpfen, außeririschen Feinden, und in Babylon hat er es sogar mit Akonen zu tun.

Betrachtete man Hans Kneifels »Zeitabenteuer« am Stück – wie ich an diesem Tag –, kam einem die Erde wie ein Tummelplatz von Außerirdischen vor, die anscheinend nichts anderes zu tun hatten, als Menschen zu entführen. Mir war das oft zu viel. Ich mochte die Romane, in denen Atlan mithalf, den frühen Kulturen technische Hilfe zu leisten; wenn irgendwelche Akonen oder Ter-Quaden mitspielten, fand ich das übertrieben.

Die neue Bearbeitung durch Hans Kneifel wirkte beim ersten Durchbättern durchdacht und spannend. Der Berg Papier, der vor mir lag, konnte also weiter bearbeitet werden. An diesem Freitag würde ich das nicht mehr erledigen. Ich packte alle Unterlagen, festgeschnürt mit Gummis, in einen Ordner und steckte diesen in meine Tasche.

Das war eine Arbeit fürs Wochenende, nahm ich mir vor. Und ohne es zu bemerken, begründete ich damit eine Tradition: Meine Wochenenden würden ab diesem Tag nicht mehr mir selbst gehören, sondern immer öfter den Herren Atlan und Perry Rhodan ...

20 Januar 2017

Der Faktor Rhodan

Mit »Der Faktor Rhodan« startet die neue Handlungsstaffel bei PERRY RHODAN NEO; das habe ich schon einige Male an verschiedenen Stellen erwähnt. Michael Marcus Thurner verfasste den Roman mit der Bandnummer 141, der die »METEORA»-Staffel einleitet. Mit dabei ist Perry Rhodan als wichtigste und bekannteste Hauptfigur, darüber hinaus aber auch Jemir Conba, der als Charakter die Geschmäcker der Leser spalten dürfte.

Das hier schrieb ich in meinem Feedback an den Autor: »Der Kerl ist gerissen und widersprüchlich, streckenweise findet man ihn gemein, unterm Strich aber sympathisch. Ein Schlitzohr mit der Lizenz zum Massakrieren gewissermaßen.«

Nicht alles, was Jemir Conba tut, mag man als Leser; aber man leidet in gewisser Weise mit ihm mit. Damit hat der Autor erreicht, was er wollte: Er hat eine Figur geschaffen, die einen Leser nicht kalt lassen kann ...

(Wichtig: Das Bild hier zeigt den Autor beim Denken und Essen. Es zeigt nicht die Figur seines Romans ...)

19 Januar 2017

Josef Tratnik zum Siebzigsten

Es ist passiert und leider nicht mehr zu ändern: Ich habe vergessen, einem Mann zum »runden« Geburtstag zu gratulieren, der sich in den vergangenen Jahren sehr um die PERRY RHODAN-Serie und ihre Außenwirkung gekümmert hat. Die Rede ist von Josef Tratnik, der mehrere Dutzend PERRY RHODAN-Hörbücher eingelesen hat und vor allem der klassischen Serie seine Stimme verlieht.

Am 18. Januar 1947 wurde der Schauspieler und Sprecher in Münster geboren; am 18. Januar 2017 konnte er also seinen siebzigsten Geburtstag feiern. Der »gelernte« Schauspieler stand jahrelang auf den verschiedensten Bühnen, arbeitete zwischenurch auch als Deutschlehrer. Bekannt wurde er in den vergangenen Jahren vor allem als Sprecher; seine Stimme ist oft bei Reportagen im Fernsehen zu vernehmen.

Seit 2002 ist er für Eins A Medien tätig, wurde im Verlauf der Jahre längst zur Stimme von PERRY RHODAN. Die anderen Sprecher haben allesamt ihre Qualitäten, Josef Tratnik prägt aber die klassische Zeit der Serie und schafft damit seit 15 Jahren die Grundlage für den großen Erfolg der PERRY RHODAN-Hörbücher.

Eine grandiose Leistung, auf die wir sehr stolz sind. Deshalb auch nachträglich: Alles Gute zum siebzigsten Geburtstag!

18 Januar 2017

Der längste Tag der Erde

Folgendes schrieb ich an Rüdiger Schäfer, nachdem ich das Manuskript seines Romans »Der längste Tag der Erde« gelesen hatte: »Es ist ein wuchtiger Abschluss der laufenden Handlungsebene, und er wird bei den Lesern eine Reihe von Emotionen auslösen.«

Von dieser Meinung rücke ich auch jetzt nicht ab, wenn der Erscheinungstermin des Romans näher rückt. Die dramatischen Ereignisse und emotionalen Belastungen, die der Autor in diesem Roman – dem Band 140 von PERRY RHODAN NEU – den Lesern zumutet, werden allerdings nicht allen gefallen können.

Der Roman führt, wie der Titel schon nahelegt, verschiedene Handlungsfäden zu Ende und bringt sie zu einem abschließenden Höhepunkt. Dabei ist das Geschehen mal actiongeladen, mal melancholisch, sind die Hauptpersonen in unterschiedliche Konflikte verstrickt – alles in allem passiert sehr viel und das auf allen möglichen Ebenen. Der Autor, der sich mit diesem Exposé selbst eine schwere Aufgabe gestellt hat, konnte sie mit Bravour lösen.

Den Abschluss der Staffel »Meister der Sonne« schafft Rüdiger Schäfer mit diesem Band auf jeden Fall. Ganz nebenbei jubelt er den Lesern noch einen Cliffhanger unter, der sie auf die nächste Handlungstaffel vorbereitet und hoffentlich ausreichend neugierig macht ...

17 Januar 2017

ESCHER auf niederländisch

Als Robert Feldhoff daran ging, die Parapositronik ESCHER so zu konzipieren, dass sie in der PERRY RHODAN-Serie besonders effektvoll eingesetzt werden konnte, hatte er große Pläne. Leider konnten von diese einige nicht verwirklicht werden – aber ESCHER spielte beispielsweise im TERRANOVA-Zyklus eine wichtige Rolle. In der niederländischen Ausgabe unserer Serie konnten die Leser unlängst die betreffenden Romane lesen.

»Eschers Lijst« von Arndt Ellmer und »Het kwam uit de Zon« von Horst Hoffmann bilden den Doppelband 2379/2380, zu dem Dirk Schulz das eindrucksvolle Titelbild lieferte. Unsere niederländischen Leser nehmen damit an der packenden Endphase des Zyklus teil – der bekanntlich überleitet auf den »Negasphäre«-Zyklus.

Für mich sind die 200 Bände, in denen der Kampf der Menschen gegen die Terminale Kolonne TRAITOR erzählt wird, nach wie vor ein Höhepunkt der Seriengeschichte. Ich hoffe, dass unsere Leser im Nachbarland das ebenso empfinden.

16 Januar 2017

Ein Handbuch und ein Rundschreiben

Mit Datum vom 26. Juni 1996 verschickte die PERRY RHODAN-Redaktion ein Rundschreiben an das damalige Autorenteam; unterschrieben wurde es von Klaus N. Frick. »Lange haben wir's versprochen, endlich schicke ich es raus«, begann das Schreiben, das auf dem offiziellen Briefpapier der Verlagsunion Pabel Moewig KG versandt wurde.

Es ging um das »PERRY RHODAN-Handbuch«, eine interne Handreichung, die Peter Terrid bereits im April 1996 abgeliefert hatte. Der »Versuch über das Alltagsleben im Jahr 1300 NGZ« war nicht als Grundsatzpapier gedacht, sondern sollte als »Diskussionsgrundlage dienen«.

Die Autoren wurden ausdrücklich dazu eingeladen, sich in das Thema einzubringen: »Wenn ihr Ergänzungsvorschläge und Verbesserungswünsche habt, schickt diese bitte an die Redaktion; am besten Textausdruck und Diskette.«

Wichtig war der Redaktion vor allem eines, das war so mit den Exposéautoren abgesprochen: »Dieses PERRY RHODAN-Handbuch ist in der vorliegenden Form streng intern und als Exposé zu behandeln!!!«

15 Januar 2017

METEORA im Blick

Am heutigen Tag beschäftige ich mich in mehrfacher Sicht mit METEORA. Wer nicht weiß, was sich dahinter verbirgt, möge sich nicht grämen: Perry Rhodan und seine Getreuen haben nicht die geringste Ahnung, welche Bedeutung dieser Begriff hat ...

Die »METEORA«-Staffel umfasst bekanntlich die Bände 141 bis 150 unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Beide Exposéautoren arbeiten schon länger an den zehn Romanen; Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz haben die Exposés dafür schon so gut wie »geschafft«.

Gleichzeitig schreiben die Autoren; einige Manuskripte liegen mir auch bereits vor. Da können das Marketing und die Redaktion nicht zurückstehen: Eine der Aufgaben für mich ist derzeit, entsprechende Werbe- und Marketingtexte zu verfassen. Es wäre ja schade, wenn die vielen schönen Ideen nicht bei der »Außenwelt« ankämen ...

14 Januar 2017

Rückkehr nach Terra

Am Freitag erschien offiziell ein Hörbuch, auf das wir einige Zeit hingearbeitet haben: Die Box »Rückkehr nach Terra« mit vier Romanen von Andreas Eschbach präsentiert die PERRY RHODAN-Serie von einer Seite, die vielen Hörbuchfreunden sicher nicht so bekannt ist. Dabei haben zwei unserer Partner zusammengearbeitet: Die Aufnahmen stammen von Eins A Medien, die seit vielen Jahren unsere Hörbücher produzieren, während der Vertrieb von Lübbe-Audio gesteuert wird.

Selbst habe ich mir das Hörbuch noch nicht angehört – aber das werde ich noch tun. Immerhin war ich an der Produktion der einzelnen Romane ebenso beteiligt wie an der Publikation des Hörbuches. Das verbindet einen Redakteur auf jeden Fall eng mit seinem »Stoff«.

Der Roman »Der Gesang der Stille« war der erste Eschbach-Roman im Rahmen unserer Serie, ich erinnere mich noch sehr gut an die Anfänge unserer Zusammenarbeit. »Die Rückkehr« ist für mich die eindrucksvollste Schilderung einer Raumschlacht überhaupt, während »Die Falle von Dhogar« einen klassischen PERRY RHODAN-Stoff präsentiert. Mit »Der Techno-Mond« hatte der Autor zudem gezeigt, dass er auch den Anfang eines Zyklus gut zu erzählen weiß.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie die PERRY RHODAN-Leser reagieren und was Eschbach-Fans dazu sagen, die unsere Serie bislang nicht kennen. Die Rahmenhandlung von Christian Montillon soll allen eine gewisse Orientierung bieten ...

13 Januar 2017

In der vereisten Galaxis

 Ein Logbuch der Redaktion

Im Jahr 2017 geht die laufende Handlung der PERRY RHODAN-Seite intensiv auf die ferne Galaxis Orpleyd ein. Dort spielt bekanntlich der »Sternengruft«-Zyklus, der die Bände 2875 bis 2899 umfasst. Konzipiert wurde er von Christian Montillon und Wim Vandemaan – ich möchte heute über die ersten Romane plaudern, die im Januar 2017 in den Handel kommen.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2890tibi.jpgMit »Die Schiffbrüchigen der Ewigkeit« liefert einer der zwei Exposéautoren einen kosmischen Blick. Der Roman mit der Bandnummer 2890, verfasst von Christian Montillon, erscheint am 6. Januar 2017. Der Exposéautor schildert eine Reise in die Vergangenheit – die Leser werden mehr über die Technolution erfahren.

Vor allem werden Zusammenhänge aufgedeckt: Perry Rhodan und seine Gefährten wissen nach diesem Band mehr über die Entstehung einer Superintelligenz und die Vorgeschichte der Galaxis Orpleyd. Darüber hinaus sollte ihnen klar sein, welche große Gefahr auf die Sterneninsel und ihre zahlreichen Bewohner zukommen. Die Bedrohung ist größer, als man sich bislang vorstellen konnte – und sie leitet sich aus grauer Vergangenheit her ...

Weiter geht es mit einem Doppelband von Michelle Stern, die mit Farye Sepheroa eine wichtige Haupthandlungsträgerin aufbieten kann. Neben Perry Rhodans Enkelin spielt aber auch der unsterbliche Terraner selbst mit, ebenso der Mausbiber Gucky. Michelles Doppelband bietet viel Action in einer Reihe von spannenden Szenen, liefert aber ebenfalls weitere Hintergründe zum komplexen System in einer fernen Sterneninsel.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2891tibi.jpgLos geht es am 13. Januar mit dem Band 2891 von Michelle Stern, der den Titel »Im Herzen der Macht« trägt. Ohne zu viel über den Inhalt zu verraten: Einige Menschen, darunter Farye, werden entführt. Sie lernen das Trallyomsystem kennen, das eigentliche Machtzentrum von Orpleyd. Sie erfahren mehr über die Gyanli, die Herren der Sterneninsel; dabei sind sie Gefangene, aber es geht ihnen fast zu gut.

Der Roman beginnt ruhig, er stellt eine Reihe von neuen Figuren vor und zeigt Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI, die bisher in der Handlung nicht auftauchten. Zugleich gibt er weitere Hinweise zum Geheimnis der Gyanli und der ganzen Galaxis ...

Schon der Titel des Folgeromans deutet an, dass in Orpleyd manches nicht so ist, wie die Terraner sich das vorstellen. Band 2892, der am 20. Januar in den Handel kommt, trägt nämlich den Titel »Der programmierte Planet«. Vor allem Perry Rhodan tritt hier auf – der Terraner macht seinem alten Titel als »Sofortumschalter« alle Ehre.

Auf der Welt Gyan sammeln die Terraner weitere wichtige Hinweise. Es gibt Verbindungen zum sogenannten Katoraum, unter dem sich bislang kaum jemand etwas vorstellen kann. Der Kelosker Gholdorodyn zieht allerdings bereits seine Schlüsse ...

In den drei Bänden erfahren unsere Helden – und damit die Leser – mehr über die ferne Galaxis. Ob und wie sie die ganzen Informationen zusammensetzen können, ist womöglich eine ganz andere Geschichte. An dieser Stelle hier werde ich auf jeden Fall noch nichts darüber ausplaudern.

12 Januar 2017

Neue Serien für den Club?

Eine neue Folge aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Unsere Besprechung, die Sabine Bretzinger und ich in Rheda-Wiedenbrück führten, war ins Stocken geraten. Eine Reihe von Vorschlägen war von den Kolleginnen des Bertelsmann-Clubs abgeschmettert worden, weil sie nicht ins Konzept des Clubs passten. »Lassen Sie uns über andere Projekte sprechen«, schlug Sabine vor und holte neue Arbeitsblätter aus ihrer Reisetasche. »Wir haben da etwas vorbereitet.«

Nacheinander stellten wir vier unterschiedliche Serienkonzepte vor. Das erste baute auf der Tatsache auf, dass die PERRY RHODAN-Kunden sehr treu waren und sich für die klassische Science Fiction interessierten.

»Lassen Sie uns eine Serie machen, die Science-Fiction-Romane präsentiert, die von den PERRY RHODAN-Autoren außerhalb der Serie geschrieben worden sind«, argumentierte ich. Ich nannte Autoren wie K. H. Scheer, Clark Darlton und Hans Kneifel. »Ihre Romane aus den 60er- und 70er-Jahren würden wir gern in einer schönen Edition veröffentlichen, mit einem begleitenden Vorwort und eventuellem Zusatzmaterial.«

Das Thema fanden die Kolleginnen bei Bertelsmann nicht so interessant. Das sei noch eine weitere Science-Fiction-Serie, und der Kundenkreis sei letztlich doch der gleiche.

Ebenso schnell lehnten sie ein Konzept ab, die ATLAN-Serie in einer modernen Aufmachung für den Sammler- und Abonnentenmarkt neu aufzulegen. »Wenn wir uns auf die Zeitabenteuer konzentrieren, können wir die Schnittmenge aus Science Fiction und historischem Roman ansprechen«, so unser Argument, das leider nicht ankam. Immerhin bat man uns, weiteres Ideen-Material zusammenzufassen und zu schicken.

Interessanter fanden die Kolleginnen zwei andere Serienkonzepte. Eines davon stammte gar nicht aus der PERRY RHODAN-Redaktion.

Ulrich Magin, einer der Lektoren des Moewig-Buchverlages, war erfinderisch und steckte stets voller Ideen. Wir hatten uns oft über Serienkonzepte unterhalten, und ich wusste, dass er gern mehr machen wollte.

So hatte er das Konzept für »Die Tempelritter« entwickelt und uns in der Kurzfassung mitgegeben. Da unter anderem Hans Kneifel mitarbeiten sollte, interessierte mich das Konzept persönlich sehr.

»Es ist eine historische Serie«, stellte ich vor. »Es geht um das Geheimnis der Templer, die Serie spielt im Mittelalter, und ihre Helden reisen durch Europa sowie durch den Nahen Osten.« Verschiedene Autoren sollten die Serie schreiben, das Konzept sowie die Exposés erstellte Ulrich Magin, und er würde sich auch darum kümmern, dass die Serie historisch sauber recherchiert wurde.

Ich kannte mich in den Details nicht gut aus, da der Kollege alles selbst machen wollte, aber ich beantwortete die vielen Fragen so gut und so ausführlich, wie ich es vermochte. Die Bertelsmann-Damen wollten weitere Informationen: Wie schnell konnten die Bände geliefert werden, wie hoch seien die Kosten für Bertelsmann, wie sähe es mit Titelbildern oder Landkarten aus?

Ich notierte mir die Fragen und kündigte an, mich im Verlag sofort darum zu kümmern. »Danach wird Herr Magin übernehmen«, versprach ich.

Die nächste Serie, die wir vorstellten, kam aus dem Fantasy-Genre. Wir hatten bewusst kein inhaltliches Konzept dabei, auch keinen konkreten Titel. »Immer mehr Frauen lesen Fantasy-Romane«, argumentierte ich, »es gibt aber keine Serie, die sich speziell an diese Leserinnen wendet.« Ich schlug vor, eine Fantasy-Serie für diese Zielgruppe zu konzipieren und über den Club zu vertreiben.

Wer diese als Autor oder Autorin schreiben würde, war mir zu diesem Zeitpunkt gleichgültig. Wir kannten genügend Menschen, die professionell in diesem Genre tätig waren und mit denen wir gute Erfahrungen gesammelt hatten. Das Ziel sei, so meine logische Schlussfolgerung, »nach dem Muster von PERRY RHODAN« zu arbeiten, mit Exposés und klaren Terminen, mit einem Autorenteam und einem Chefautor – oder einer Chefautorin.

Inhaltlich würde diese Serie von Sabine und mir betreut werden, wir würden sie im Verlag produzieren und idealerweise druckfertige Dateien bei Bertelsmann anliefern. »So hätten Sie ein exklusives Produkt, das die Kundinnen sonst nirgends im Buchhandel erwerben können«, brachte ich ein zusätzliches Marketing-Argument.

Das Thema schien anzukommen. Wir diskutierten über die möglichen Inhalte ebenso wie über die Zielgruppe und den Erscheinungsrhythmus. »Sie müssten dann jeden Monat ein Buch liefern«, sagte die Programmleiterin. »Schaffen Sie das?«

Ich war sicher, dass wir das hinbekommen würden. Die Fantasy-Buchreihe könnte gut nebenbei laufen, wir könnten alle Strukturen des Verlages nutzen – und wir waren trainiert darin, termingetreu zu produzieren und zu liefern.

Den Rest der Besprechung verbrachten wir mit Details aller Art. Wir sprachen über die Zukunft des Bertelsmann-Clubs und neue Projekte bei PERRY RHODAN, über neue Serien und Autoren, über Kochbücher und Ratgeber aus dem allgemeinen Moewig-Programm und vieles anderes mehr.

Als Sabine Bretzinger und ich am späten Nachmittag die Räumlichkeiten verließen, hatten wir das Gefühl, trotz aller Konflikte und Schwierigkeiten einen sehr wichtigen Besuch absolviert zu haben.

11 Januar 2017

Der Club-Gedanke als Dauerthema

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Sabine Bretzinger und ich saßen an diesem 12. Juni 2001 in einem Konferenzraum in Rheda-Wiedenbrück. Uns gegenüber hatten sich drei Vertriebskolleginnen aus dem Bertelsmann-Club niedergelassen, und wir schienen uns gegenseitig nicht zu verstehen. Dabei wollten beide Seiten dasselbe: Es ging darum, die seit einigen Jahren laufende PERRY RHODAN-Buchreihe im »Club« erfolgreich weiter zu betreiben.

Die neue Abteilungsleiterin erklärte mir den Club-Gedanken: Nur wenn jemand Mitglied im Club war, konnte er die PERRY RHODAN-Bücher abonnieren. Damit war es nicht möglich, diese Buchreihe separat zu abonnieren.

»Aber man muss doch vier Bücher im Jahr als Pflichtlieferung abnehmen«, argumentierte ich, nachdem ich alles gehört hatte. »Wenn jemand zwölf PERRY RHODAN-Bücher hat, kommt er locker über diese Zahl – also müsste es ausreichen, ein solches Abonnement abzuschließen.«

Ich verstand die andere Seite nicht. »Wenn Sie über PERRY RHODAN neue Mitglieder für den Club gewinnen, kaufen die sicher irgendwann andere Bücher aus Ihrem Katalog.« Das müsse eine Win-Win-Situation sein, zumindest in meinen Augen.

Der Club-Gedanke schließe aber aus, für solche Serien eine separate Werbung zu machen. Man könne und dürfe solche Serien nicht außerhalb des Clubs vermarkten. Die Reihung müsse streng eingehalten werden: Zuerst muss der Kunde ein Mitglied des Clubs werden, dann kann er abonnieren. Die Methode, die ich vorschlug, ginge grundsätzlich nicht.

Nachdem ich das alles erklärt bekommen hatte, waren Sabine und ich verwirrt. »Das heißt, Sie versuchen nicht, neue Kunden zu erreichen?«, fragte ich nach. »Das Ziel ist, die Stammkunden zu halten – und diesen bieten Sie eben die bisherige Reihe an?«

Ich hatte richtig verstanden: Weil der Club einige tausend PERRY RHODAN-Kunden hatte, war er mit diesen sehr zufrieden. Man wollte eigentlich keine neuen Kunden hinzuführen, die man extra betreuen müsste. Wir saßen in einer Patt-Situation fest: Alle Vorschläge, die ich mir ausgedacht hatte und die wir mitgebracht hatten, waren völlig hinfällig. Niemand wollte sie umsetzen, niemand konnte sie zielführend in die Wirklichkeit überführen. Und die Wünsche der Bertelsmann-Kolleginnen auf der anderen Seite konnten wir nicht erfüllen.

»Wir wollen auf jeden Fall die laufende Serie stoppen, noch in diesem Herbst 2001«, war das Argument der Bertelsmann-Kolleginnen. »Die Kunden sind verwirrt, sie wollen ›Die Solare Residenz‹ nicht haben.«

Wir seien in der Lage, sechs Bände des Silberband-Zyklus »Das Kosmische Schachspiel« zu liefern, schlug ich vor. Das seien sechs Bücher, die in einem Jahr abgearbeitet seien. Dann hätten wir ab Ende 2011 alle zwei Monate ein Buch.

»Und danach machen wir wieder die ›Edition Terrania‹ mit zwölf Büchern im Jahr?«, kam die Gegenfrage.

Das ginge nur mit umfangreichen Erläuterungen, versuchte ich es erneut. Ich verwies zum wiederholten Mal an diesem Tag auf die inhaltlichen Probleme. Beim »Kosmischen Schachspiel« spiele die Handlung im 36. Jahrhundert alter Zeitrechnung, und Perry Rhodan sei der Großadministrator des Solaren Imperiums. Bei der »Edition Terrania« sei die Handlung über 1500 Jahre später angesiedelt, die politischen und technischen Hintergründe der Serie seien völlig unterschiedlich.

»Wir haben den Kunden einen Wechsel zugemutet, der offenbar zu gravierend war«, schloss ich meine Argumentation. »Wenn wir jetzt hin und her wechseln, muten wir auch den geduldigsten Kunden zu viel zu. Da springen uns die Leser ab.«

Nach einigem Hin und Her wurden wir uns einig: Wir würden die »Edition Terrania« stoppen – die bisherigen Abonnenten der PERRY RHODAN-Clubausgabe sollten sie nicht mehr erhalten. Danach würden wir die sechs Bände der regulären Ausgabe bringen, um »aufzuschließen«, und in der Folge gäbe es für die Kunden nur noch vier Bücher pro Jahr.

»Wir folgen damit den Silberbänden im Abstand von einem Jahr«, vereinbarten wir.

Ich versuchte trotzdem noch einmal, eine für mich logische Argumentation anzubringen: »Versuchen Sie doch, die bisher veröffentlichten Bände der ›Edition Terrania‹ in irgendeiner Art separat zu vermarkten. Wenn alles gut geht, haben wir danach zwei PERRY RHODAN-Reihen mit unterschiedlicher Gestaltung und inhaltlicher Ausrichtung, die wir verkaufen können.«

Die Antwort klang für mich mittlerweile bekannt: Das verstoße gegen den Club-Gedanken. Zudem verwirre es alle Beteiligten bei Bertelsmann, wenn es zwei PERRY RHODAN-Reihen gäbe.

Das war der Augenblick, in dem ich nur noch seufzte. Verzweifelt sah ich Sabine an. Die grinste und meinte: »Wir sollten vielleicht über die anderen Themen reden, die wir mitgebracht haben.«

Ein Besuch in Rheda-Wiedenbrück

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Als Sabine Bretzinger – die damals noch nicht Kropp hieß – und ich am 12. Juni 2001 nach Rheda-Wiedenbrück fuhren, hatten wir uns gut vorbereitet. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete die PERRY RHODAN-Redaktion seit einigen Jahren mit dem Bertelsmann-Club weiter; jetzt ging es darum, die Arbeit weiter zu intensivieren. Wir hatten Vorschläge für Marketing-Aktionen im Gepäck und wollten über neue Buchreihen sprechen.

Wir reisten mit der Bahn an. Das hieß, dass wir von Karlsruhe bis Dortmund fuhren, dort in die Bahn nach Gütersloh umstiegen und zuletzt noch mit einem Bummelzug nach Rheda-Wiedenbrück zuckelten. Weil wir Hunger hatten, stärkten wir uns in einem eher schlicht wirkenden Imbiss in der Nähe des Bahnhofs, in dem wir dank unserer »Business-Klamotten« – ich trug Anzug mit Krawatte, und auch die Kollegin sah sehr seriös aus – ein wenig aus dem optischen Rahmen fielen.

Dann rollten wir mit dem Taxi durch die Kleinstadt, erreichten den Sitz des Bertelsmann-Bereiches, den wir besuchen wollten, und wurden dort sehr schnell in einen Besprechungsraum geleitet. Uns saßen drei Vertriebsdamen gegenüber, die innerhalb des »Clubs« für den Vertrieb von Buchreihen an Abonnenten zuständig waren.

Zu dieser Zeit lief die PERRY RHODAN-Buchreihe seit Jahren erfolgreich. Das bestätigten uns die Kolleginnen auf der anderen Seite des Tisches mehrfach. »Die Edition hat schon über achtzig Bände erreicht, das ist Rekord«, wurde uns klar gesagt. So eine lange Serie hätte man noch nie betreut. Zudem sei die Kundentreue beeindruckend: »Wer die PERRY RHODAN-Blaubände abonniert hat, der bleibt viele Jahre lang ein treuer Abonnent.«

Zuletzt habe man aber Rückmeldungen von irritierten Lesern erhalten, zum ersten Mal habe es Kritik gegeben. Die sogenannte Edition Terrania komme offenbar nicht bei allen Lesern gut an, wir müssten das System ändern.

»Das haben wir aber gemeinsam besprochen«, erinnerte ich vorsichtig, »und ich habe gleich gesagt, dass es Kritik geben wird.« Über Jahre hinweg waren im Bertelsmann-Club immer zwölf Bücher pro Jahr erschienen, also in jedem Monat ein PERRY RHODAN-Buch. Da wir in einem Jahr aber nur vier neue Bücher publizierten, war es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis uns die Bertelsmann-Kollegen einholten.

Mein Vorschlag war vor über einem Jahr gewesen: »Wir steigen um auf vier Bücher im Jahr.« Die Blauband-Leser würden unserer Silberband-Edition folgen, aber immer mit dem Abstand von einem Jahr. Für mich klang das logisch.

Die Kolleginnen bei Bertelsmann empfanden das aber nicht als sinnvoll. »Wir brauchen mehr Bücher«, war ihr Argument gewesen. »Die Kunden wollen ein Buch pro Monat, das sollten wir ihnen auch geben.« Also hatte ich den Vorschlag unterbreitet, kurzfristig die »Plophos Edition« einzuschieben: Die vier Titel passten inhaltlich zwischen den Blues- und den Meister-der-Insel-Zyklus; wir hatten sie recht schnell produziert. Das war für die Vertriebsleute im Club nicht einfach zu verstehen gewesen, wohl aber für die Leser.

Als die Kolleginnen und Kollegen aber weiterhin auf zwölf Bücher im Jahr beharrten, hatte ich einen anderen Vorschlag entwickelt: Wir präsentierten die Edition Terrania, sprangen in die moderne Zeit nach Band 2000 und konnten so wieder zwölf Bücher im Jahr veröffentlichen. Ich hatte einen Brief formuliert, den die Abonnenten erhalten sollten – dieser war aber nie ausgeliefert worden. Wir hatten Marketing-Argumente formuliert, die man nie kommunizieren wollte.

Und nun gab es offenbar Leser, die mit der »modernen« PERRY RHODAN-Serie nicht klar kamen. Mir leuchtete das ein: »Wir haben die Leser vor den Kopf gestoßen, zumindest einige.« Aber da die Vertriebskollegen auf der anderen Seite des Tisches nicht wussten, was sie verkauften, konnten sie das nicht an die Kunden weiterleiten.

»Die Leser haben nicht verstanden, warum sie die neue Edition erhalten haben«, argumentierte ich. »Wir müssen kommunizieren, wir müssen einen Brief beilegen, in dem wir die Hintergründe darlegen.«

Das fanden die Kolleginnen nicht gut. Solche Briefe sähe man nicht gern. Man habe die Erfahrung gemacht, dass Kunden durch solche Briefe eher verunsichert würden. Wenn Kunden solch einen Brief bekämen, würden sie oft beschließen, die Buchreihe zu kündigen.

»Und was machen wir jetzt?«, fragten Sabine Bretzinger und ich.

»Wir veröffentlichen wieder zwölf Bücher von der alten Serie«, kam die Antwort der Vertriebskollegen.

»Das geht aber nicht.« Zum wiederholten Mal erklärte ich, dass wir vier Bücher im Jahr machten, aber Bertelsmann zwölf Bücher im Jahr haben wollte.

Mein spontaner Vorschlag klang für mich eindeutig: »Wir machen vier von den klassischen Büchern, und wir setzen die Edition Terrania fort. Die können wir dann separat bewerben, und so gibt es neue Kunden für den Club und unsere PERRY RHODAN-Edition ...«

Alle sahen mich verwirrt an. Ich versuchte, das Konzept mündlich zu erläutern, was Sabine und ich uns ausgedacht hatten: »Wir machen zwei Serien: die klassische PERRY RHODAN-Serie und die Edition Terrania. Für die Edition Terrania werben wir neue Leser. Das ist doch eine Win-Win-Situation. Wir sprechen die klassischen Leser weiterhin an, und wir bekommen neue Leser, die den aktuellen PERRY RHODAN bevorzugen.«

Die verwirrten Blicke wurden nicht weniger.

Rückblick aufs Jahr 2015

Ein Logbuch der Redaktion – in diesem Fall zur Dokumentation

Vorbemerkung: Es mag ein wenig seltsam vorkommen, dass erst im Dezember 2016 der Rückblick auf das Jahr 2015 kommt. Aber dieser Rückblick war für das »PERRY RHODAN-Jahrbuch 2015« geschrieben worden, dessen Erscheinen sich stark verzögert hatte. Das Logbuch sollte erst nach dem Abdruck auf unserer Internet-Seite veröffentlicht werden ... Aber vielleicht ist es sogar spannend, mit dem Abstand von fast genau einem Jahr auf ein vergangenes Jahr zurückzublicken?

Betrachte ich das vergangene Jahr ganz neutral, war es geradezu typisch für die Arbeit der PERRY RHODAN-Redaktion. Es gab eine Reihe von Höhepunkten, leider aber auch ein sehr trauriges Ereignis, das Autoren und Redaktion geradezu schockte. Doch der Reihe nach ...

Ein früher Höhepunkt des Jahres 2015 war ganz eindeutig das Erscheinen von Band 2800 im Frühjahr des Jahres. »Zeitriss« bildete den Einstieg in den neuen Handlungszyklus »Die Jenzeitigen Lande«, und ich fand es spannend, mit den Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon in den zweiten gemeinsamen Zyklus zu starten.

Als noch spannender erwies sich die Tatsache, dass Michelle Stern diesen Jubiläumsband schrieb: die jüngste Autorin im Team und vor allem die einzige PERRY RHODAN-Autorin, die einen Jubiläumsband verfasste. In meinen Augen glückte das sehr gut – ihr Einstiegsband in den neuen Zyklus empfand ich als sehr gelungen.

Im Sommer folgte die zweite Neuerung bei unseren Serien: Frank Borsch zog sich bei PERRY RHODAN NEO aus der Exposéarbeit zurück, um sich stärker eigenen Projekten zu widmen. An seiner Stelle übernahmen zwei Autoren diese Arbeit – Rüdiger Schäfer und Michael H. Buchholz legten mit der Handlungsstaffel »Die Methans« gleich ab Nummer 101 einen ganz anderen Schwerpunkt.

Außerhalb unserer eigenen Redaktion – aber mit unserer Mithilfe – entstanden im Verlauf des Jahres zwei schöne Ergänzungen zur Serie: die Hörspiele und die Comics. Beides Mal bedurfte es einiger Arbeit, um die Themen richtig anzuschieben. Das gehört dazu, das ist normal.

Dabei entwickelten sich die neuen PERRY RHODAN-Comics für mich recht schnell zu einer echten Freude. Die Texte und die Bilder erwiesen sich als zeitgemäß, der Verlag Cross Cult arbeitete mit uns sehr gut zusammen, was Marketing und Vertrieb anging – alles verlief so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Es ist erfreulich, dass wir diese Zusammenarbeit fortsetzen können.

tl_files/comic/images/audio/audio_plejaden/Plejaden1-10.jpgNicht ganz so gut liefen die Hörspiele, wenngleich ich sie inhaltlich sehr mochte und sie durchgehend gute Kritiken erhielten. Wir müssen schauen, wie wir nach den »Plejaden« weitermachen; die bisherige Resonanz überzeugte uns nicht. Aber gut: Es kann nie alles klappen.

Schauen wir auf die Arbeiten außerhalb der Redaktion, vor allem auf das Marketing. Was im Jahr 2015 auffiel, war vor allem die Tatsache, dass unsere Geschäftsführung mehr in Werbung investierte als in all den Jahren zuvor. So gab es beispielsweise zum Jubiläumsband 2800 eine schöne Aktion. In Bahnhöfen wurden sogenannte Info-Screens von uns mit kurzen Spots bestückt, so dass auf ihnen am Erstverkaufstag des Romans entsprechende Werbung zu sehen war. Persönlich mochte ich die sogenannten Ground Poster, die in denselben Bahnhöfen »verklebt« wurden – leider kann man den Erfolg einer solchen Werbung kaum messen.

Zum Jahresende trumpften wir mit Kinowerbung auf, die zwar nur in ausgewählten Kinos lief, aber dazu führte, dass wir mehr Aufmerksamkeit auf PERRY RHODAN NEO lenken konnten. Parallel dazu zeigten wir den Kino-Werbespot auch auf den Sozialen Netzwerken. Auffallend dabei: Letztlich holten wir mit einer stark zugespitzten Facebook-Werbung genausoviel »Kontakte«, und das zu einem Bruchteil des Kino-Budgets.

Das ist nämlich eine wichtige Erkenntnis, die wir im Verlauf des Jahres 2015 gewannen: Wir sind im »Social Media«-Bereich mittlerweile recht gut aufgestellt, und das ist ein Erfolg von Katrin Weil, die uns in diesem Bereich absolut verstärkt. Sie hat auch das E-Book-Geschäft stärker zugespitzt, was sich in steigenden Verkaufszahlen und vielen Aktionen geäußert hat. Im Gegensatz zu manchem »großen« Verlag sind wir im Digitalbereich sehr gut platziert.

Eigentlich gab es zum Jahr 2015 sehr viele positive Dinge. Eigentlich könnte ich darüber jubeln, welches tolle Jahr hinter uns liegt. Aber leider gab es auch die traurige Nachricht des Jahres: Als ich vernahm, dass Rainer Castor gestorben war, glaubte ich es zuerst nicht. Aber es war wahr, und es blieb eine traurige Tatsache.

Die Lücke, die der Autor gelassen hat, wird sich nicht schließen lassen. Sowohl menschlich als auch fachlich war Rainer eine wesentliche Stütze des PERRY RHODAN-Teams – sein Fehlen wird mir immer wieder aufs Neue bewusst.

10 Januar 2017

Erstes Exposétreffen im Jahr 2017

Nachdem es in den vergangenen Wochen und Monaten bei allen terminlich ein wenig eng war, trafen sich Wim Vandemaan, Christian Montillon und ich am Montag, 9. Januar 2017, in Köln zur ersten Exposébesprechung des Jahres. Christian und ich reisten mit der Bahn an, Wim rollte mit dem Auto quer durch Nordrhein-Westfalen. In der Nähe des Bahnhofs tranken wir viel Kaffee und Fruchtsäfte, aßen allerlei Dinge und diskutierten die aktuelle Situation unserer Serie.

Der »Sternengruft«-Zyklus läuft schon seit 15 Wochen, der kurze Zyklus biegt in seine Schlussphase ein. Wir schauten uns an, welche Romane welche Qualität erreicht hatten und wie sie von den Lesern gemocht – oder weniger gemocht – worden waren. Unser persönlicher Geschmack muss schließlich nicht immer mit den Aussagen der Leser übereinstimmen ...

Wichtig war aber der »Genesis«-Zyklus, für den das erste Dutzend Exposés bereits steht und das zweite Dutzend Exposés in Arbeit ist. Wir justierten die Struktur des Gesamtzyklus weiter, sprachen über wichtige Figuren wie Atlan oder Reginald Bull und legten zudem einige Eckpunkte zu künftigen Romanen und deren Autoren fest.

Wie so oft: Ein solches Treffen hat auch seine »Feelgood«-Momente; es ist schon aus atmosphärischen Gründen gut, dass sich Redaktion und Autoren immer wieder treffen und aussprechen. Aber schön ist vor allem, wenn »unterm Strich« einige wegweisende Ergebnisse zu verzeichnen sind ...

09 Januar 2017

Ernst Vlcek und seine Klassiker

Am heutigen 9. Januar würden wir eigentlich seinen Geburtstag feiern – leider ist Ernst Vlcek schon 2008 verstorben. Aber ich nutze die Gelegenheit, auf ein Buch hinzuweisen, das wir zum Jahresbeginn 2017 veröffentlicht haben. Ich meine den Doppelband 69/70 der PERRY RHODAN-Planetenromane, der die Romane »Der Untergang des Solaren Imperiums« und »Drei Stufen zur Ewigkeit« enthält.
 
Ich las beide Taschenbücher »im Original« in einer frühen Phase meiner PERRY RHODAN-Leserkarriere und erinnere mich gern an sie zurück. Sie zeigen beides Mal, welche phantastischen Ideen der Autor immer wieder »ausbrütete« und wie viel Freude es ihm machte, seltsame Außerirdische mit unbekannten Fähigkeiten zu präsentieren.
 
Wissenschaftlich exakt waren die Romane nie, die Ernst Vlcek verfasste. Er sah sich selbst als »Phantasten« und sprach davon, »moderne Märchen« erzählen zu wollen. Das schaffte er über viele Jahre und Jahrzehnte hinweg, eine Leistung, die man nicht genug loben kann ...

05 Januar 2017

Im Herzen der Macht

Michelle Stern hat ein »glückliches Händchen« für glaubhafte Hauptfiguren; das merkt man ihren Romanen immer wieder an. Mir hat ihr Roman »Im Herzen der Macht« schon in Form des Manuskriptes sehr gut gefallen.

Schaue ich mir jetzt den gedruckten Roman durch, den ich heute als Beleg auf den Schreibtisch bekam, kann ich davon ausgehen, dass die meisten Leser den Band mit der Nummer 2891 ebenfalls mögen werden. Auch wenn die Geschmäcker selbstverständlich immer sehr verschieden sind ...

Eine wichtige Hauptfigur ist Farye Sepheroa, und den Handlungsschauplatz präsentiert vorzüglich das Titelbild. In seiner Illustration hat Arndt Drechsler die futuristische Architektur der Welt so »zu Papier« gebracht, dass sie sowohl phantastisch als auch glaubhaft wirkt.

Ich mag solche Bilder, weil sie auch mal »anders« sind. Und ich mag Romane wie denjenigen, über den ich hier plaudere, die inhaltlich mal andere Figuren in den Vordergrund rücken ...

04 Januar 2017

Ein Extra zu Band 890

»Es treten zunehmend Widersprüche zwischen Handlungsexposé, Datenexposé und Komputern auf« – das schrieb William Voltz im März 1978 an die Autoren des PERRY RHODAN-Teams. Verschickt wurde der Einseiter unter der Überschrift PERRY RHODAN EXTRA am 17. März; der Exposéautor hatte einiges zu schimpfen.

Für den Ablauf des Geschehens seien »einzig und allein« das eigentliche Handlungsexposé maßgebend. »Regieanweisungen, Spekulationen und Überlegungen aus den beiden anderen Exposéteilen, die in Widerspruch zum Handlungsexposé stehen, sind nicht zu beachten.« Damals wurden die von Kurt Mahr verfassten PERRY RHODAN-Computer mitsamt den Exposés verschickt; das zur Erklärung des Hintergrundes.

Nach dem weiteren Donnerwetter des Rundschreibens legte der Exposéautor eine Reihe von Daten fest. Unter anderem wurde klargemacht, dass Atlantis »fast genau um das Jahr 8000 v. Chr.« unterging und Demeter 5000 Jahre lang »die Geschicke der kretischen Kultur« bestimmt hat. Die Autoren sollten allerdings nur die ungefähren Zahlen benutzen.

30 Dezember 2016

Das Jahr der Miniserien

Am letzten Arbeitstag des Jahres 2016 kann ich einen kurzen Rückblick wagen – ohne zu sehr in die Details einzusteigen. Schaue ich auf die vergangenen zwölf Monate zurück, fallen mir vor allem die Miniserien auf, die wir publiziert haben.

In der ersten Jahreshälfte veröffentlichten wir die zwölf Romane von PERRY RHODAN-Arkon, für die Marc A. Herren die Exposés verfasst hatte. In der zweiten Jahreshälfte kamen die zwölf Bände von PERRY RHODAN-Jupiter, die vorrangig von Wim Vandemaan entwickelt worden waren, die Kai Hird aber für die Heftroman-Version stark bearbeitete.

Für mich war die Arbeit an PERRY RHODAN-Trivid besonders spannend; so etwas hatten wir schließlich in all den Jahren noch nie versucht. Die sechs Romane und der Prolog veröffentlichten wir ausschließlich als E-Books; inhaltlich kamen sie auf jeden Fall sehr gut an, den wirtschaftlichen Erfolg müssen wir im Jahr 2017 bewerten.

Dazu machten wir die »normalen« Tätigkeiten für PERR RHODAN – wo mit Band 2875 der »Sternengruft«-Zyklus eingeleitet wurde – und PERRY RHODAN NEO, wo mich vor allem die »Meister der Sonne« mitrissen. Nicht zu vergessen sind die vier Silberbände, die Bücher der Platin Edition, die Club-Editionen und Sonderpublikationen und und und ... es wurde uns 2016 also nicht langweilig.

Wobei klar ist: Ohne die kritische und trotzdem positive Leserschaft wäre das alles nicht machbar gewesen. PERRY RHODAN ist in all seinen Ausprägungen seit vielen Jahren eine Serie, in der die Leser zusammen mit den Autoren und der Redaktion an einem Strang ziehen. Das ist einmalig, und das begeisterte mich in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder!

29 Dezember 2016

Atlans Rückkehr auf französisch

Offiziell erschien Band 342 der französischen PERRY RHODAN-Ausgabe am 8. Dezember 2016; zumindest informierten uns unsere Partner entsprechend. Mit »Le Retour d'Atlan« lieferten sie an ihre Leser einen echten »Kracher« aus, einen Band, der den Zyklus »Dis Kosmische Hanse« spannend weiter entwickelt.

Die Original-Romane erschienen in deutscher Sprache schon vor über dreißig Jahren; unsere französischen Leser erleben also jetzt die Phase unserer Serie, in der mehr über die kosmischen Zusammenhänge bekannt wird. Das vorliegende Taschenbuch hat mit Autoren wie William Voltz, Hans Kneifel und Kurt Mahr einiges zu bieten.

Ganz ehrlich: Manchmal beneide ich die Leser, für die solche Romane noch neu und frisch sind. Schließlich erinnere ich mich noch gut genug, wie sie damals auf mich wirkten. Die SOL auf dem Titelbild finde ich übrigens schön – es ist eine andere Art der Darstellung, die aber trotzdem »funktioniert«.

28 Dezember 2016

Silberband-Information

Wann wir zum ersten Mal die kleine Broschüre »Silberbände zum Lesen & Hören« produziert haben, weiß ich schon gar nicht mehr; es ist einige Jahre her. Grund war, dass es immer wieder Fragen von Lesern und Hörern gab: Welchen Silberband gibt es denn schon als Silber Edition, welchen »nur« als MP3-Edition und welchen bislang ausschließlich als E-Book?

Selbstverständlich lassen sich solche Informationen allesamt im Internet nachschauen. Aber vor allem Menschen, die gern sammeln, bevorzugen immer noch Broschüren aus Papier. In denen kann man nachschlagen und in aller Ruhe blättern – das ist von Fall zu Fall und von Mensch zu Mensch sowieso verschieden.

Ende Dezember 2016 kam die neue Broschüre aus der Druckerei; der Stand ist also vom Januar 2017. Auf 16 schlanken (halbes A4-Format!) Seiten gibt es die gewünschten Informationen, ebenso einen kleinen Ausblick auf die Monate des Jahres 2017. Ich finde die Broschüre richtig gelungen; das haben die Kolleginnen und Kollegen in unserer Agentur sowie Klaus Bollhöfener von unserem Marketing toll gemacht.

27 Dezember 2016

Spannender Fan-Roman

In der laufenden PERRY RHODAN-Serie hat Jawna Togoya eine harte Niederlage erleiden müssen; einige Leser zeigten sich darüber bestürzt. Das heißt für mich als Redakteur, dass die »Posbi-Frau« gemocht wird, zumindest von einigen Lesern. Umso besser, dass ich über die Feiertage gelesen habe, wie Jawna Togoya eigentlich entstanden ist.

Keine Sorge – das habe ich in keiner »offiziellen« Publikation gelesen. Wer die entsprechende Publikation nicht kennt, hat eigentlich nichts verpasst. Oder vielleicht doch? Okay, zumindest nicht an serienrelevanten Romanen.

Gelesen habe ich Band 41 der Fan-Romanserie »Rätsel der Galaxien«, die seit Mitte der 90er-Jahre vom SFC Black Hole Galaxie herausgegeben wird. Damit ist »RdG« eine der Serien, die am längsten existieren. Die Geschichte des Raumschiffes ARIGA und seiner Besatzung führt in Paralleluniversen und hinaus in parellele Wirklichkeiten.

Das merkt man besonders gut am aktuellen Band 41, der den Titel »Der Clown von Fornax« trägt und in dem es nicht nur um Jawna Togoya geht, sondern auch um die kleine Galaxis Fornax und die Bedrohung durch die Terminale Kolonne TRAITOR. Spannende »Fanfiction«, um den passenden Fachausdruck dafür zu verwenden!

24 Dezember 2016

Weihnachten im Perryversum

Schaut man sich die Entwicklung des PERRY RHODAN-Universums an, so scheinen sich gewisse Bräuche von der Erde lang zu halten. Immer wieder wird erwähnt, dass Perry Rhodan und seine Gefährten den Heiligen Abend feiern, oder Weihnachten wird sonst irgendwie thematisiert. Die entsprechenden Szenen sind meist kurz, aber sie gehören zur Serie.

Ist das realistisch? Kann man davon ausgehen, dass die Menschen in 3000 Jahren noch immer die Riten einer Religion feiern, die so eng mit der Erde verwurzelt ist? Oder sollten die Menschen nicht eher plophosische Ikonen, arkonidische Götter oder bluesche Kreaturen verehren und entsprechend diesen Kulturen dann die Feiertage begehen? Vielleicht entwickelt sich in dreitausend Jahren auch noch die eine oder andere neue Religion mit ihren jahreszeitlichen Ausprägungen?

Ich vermute, dass zumindest Perry Rhodan und seine Gefährten die Erinnerung an Weihnachten – wie eine tradierte Sitte – auch in die ferne Zukunft tragen werden. Und da die Aktivatorträger als Vorbild dienen, wird es Weihnachten auch im Jahr 1500 der Neuen Galaktischen Zeitrechnung geben: ein Fest der Besinnung und des Innehaltens, ein Fest des Beschenkens und der Gemeinsamkeit.

Das wird dann mit dem religiösen Ursprung womöglich nichts mehr zu tun haben – aber ich finde den Gedanken tröstlich, dass Menschen auch in der fernen Zukunft des Perryversums ein Weihnachten haben werden …

23 Dezember 2016

Akustisch nach Lemuria

Ein Logbuch der Redaktion

Zu den Höhepunkten der PERRY RHODAN-Historie zählt unzweifelhaft der Zyklus um die sogenannten Meister der Insel, der in den PERRY RHODAN-Heftromanen 200 bis 299 erstmals erzählt wurde. Der Vorstoß der Menschen nach Andromeda wurde von den Autoren mit viel Begeisterung geschildert; noch heute mögen die Leser diese klassischen Geschichten aus der Mitte der 60er-Jahre.

Innerhalb dieses Zyklus sind die Episoden in der Vergangenheit der Erde mit die spannendsten – und dieser Tage genoss ich sie wieder einmal, aber diesmal in Form eines Hörbuches. Josef Tratnik liest »Lemuria«, die Silber Edition 28; das sorgt schon einmal für akustischen Genuss.

Ich hatte die Box im Auto, legte nacheinander alle 13 CDs in meinen CD-Player ein. Wer mag, kann sich das Hörbuch übrigens auch downloaden und auf seinen MP3-Player laden – oder sonstwie verwenden –, aber ich bin da gern ein wenig konservativ. Die Geschichte ist es ja schließlich ebenfalls, und das meine ich hier positiv.

Zur Erinnerung: In den Romanen des »MdI«-Zyklus schilderten die Autoren den Vorstoß der Menschheit nach Andromeda. Diese Galaxis wird von den sogenannten Meistern der Insel beherrscht, über die man anfangs nichts herausfinden kann. Die Menschen müssen vor allem mit dem Maahks kämpfen, einem Hilfsvolk, dessen Angehörigen Wasserstoff atmen und die man abschätzig auch als »Methans« bezeichnet.

Unter großen Opfern gelingt es den Terranern unter dem Kommando von Perry Rhodan, in den vorgelagerten Kleingalaxien Fuß zu fassen. Dann beginnt der eigentliche Vorstoß nach Andromeda – doch eine gigantische Zeitmaschine schleudert Rhodan, seine Begleiter und sein Flaggschiff in die Vergangenheit zurück. Davon handelt der Silberband »Lemuria« und das davon abgeleitete Hörbuch mit dem gleichen Titel.

Ich vermute mal, dass ich an dieser Stelle nicht zu viel vom Inhalt verrate. Der »Knaller« in diesem Hörbuch ist schließlich, dass die Terraner in der Vergangenheit – mehr als 50.000 Jahre vor ihrer Zeit – herausfinden müssen, in welcher Beziehung sie zu den Meistern der Insel stehen. Vor fünf Jahrzehntausenden gab es auf der Erde bereits eine Hochkultur, deren Angehörigen auch die Raumfahrt beherrschten: die Lemurer.

Doch nachdem sich das Reich der Lemurer auf zahlreiche Welten der Galaxis ausgebreitet hatte, wurde es in einem fürchterlichen Krieg von den sogenannten Bestien zerstört. In genau diesem Krieg landen Rhodan und seine Begleiter. Wie sie herausfinden, in welcher Zeit sie gelandet sind und welche Gegner sich unversöhnlich gegenüberstehen, das lässt sich heute noch mit viel Spannung lesen.

K. H. Scheer als Exposéautor sowie die Kollegen H. G. Ewers, Kurt Mahr und William Voltz lieferten die Romane für diesen Band. Die Geschichten sind stets spannend, sie sind turbulent und abwechslungsreich, und es passiert ständig etwas. Die Terraner und ihre Verbündeten müssen tricksen und kämpfen, sie treffen auf lebende Mäntel und primitive Ureinwohner, sie kämpfen gegen Bestien und Lemurer.

Ich gestehe, dass ich mit einigem Abstand manche Idee in diesen frühen Romanen nicht mehr mag. Vor allem die Geschichten um den kleinen Psi-Roboter Lullog, die ich in meiner Jugend sehr mochte, als ich den »MdI«-Zyklus zum ersten Mal las, gefielen mir jetzt nicht mehr. Aber es kann einem ja nicht immer alles »munden«.

Dass mir die klassischen Geschichten im Jahr 2016 so gut gefallen, hat allerdings nicht nur damit zu tun, dass ich sie als Jugendlicher so sehr mochte. Die Ereignisse in der Vergangenheit der Erde und in der Milchstraße, die in »Lemuria« erzählt werden, sind zeitlos; sie waren in den 60er-Jahren spannend und finden auch heute noch ihre Freunde. Dank Josef Tratniks faszinierender Erzählstimme wirken die Geschichten zudem aufgefrischt – obwohl am Original ja nicht viel geändert wurde.
Ich freue mich schon auf das nächste Hörbuch aus der Reihe der Silber Edition!

22 Dezember 2016

Die Weißen Welten

Leyle ist kein Mensch von der Erde – aber sie lebt auf der Erde. Als Ärztin, die vom Planeten Aralon stammt, hat es sie auf den Heimatplaneten der Menschheit verschlagen, und hier bekommt sie den Kampf der Terraner gegen die Unterdrückung mit. So zumindest in dem Roman »Die Weißen Welten« von Oliver Plaschka, deer als Band 138 unserer Serie PERRY RHODAN NEO erscheint.

Der Band kommt am 30. Dezember 2016 in den Handel, es ist also der abschließende NEO-Roman für dieses Jahr. Der Roman liefert allerdings keine Neujahrs- oder gar noch verspätete Weihnachtsstimmung, sondern sehr viele Handlungselemente, die eher nachdenklich stimmen. Perry Rhodan wird in diesem Roman beispielsweise vor eine moralische Frage gestellt, auf die es keine einfache Antwort gibt.

Und einige junge Raumfahrer haben durchaus Probleme mit ihren »emotionalen Konflikten«. Das schildert der Autor sehr feinfühlig, unterhaltsam ist das auch – ich könnte mir vorstellen, dass manche Leser genau diese Szenen nicht gut finden. Aber das werden wir ja sehen ...

21 Dezember 2016

Garde der Gerechten

Kurz vor Weihnachten kommt ein Roman in den Handel, der von einer Autorin und einem Autor verfasst worden ist: Die Rede ist von »Garde der Gerechten«, der die Bandnummer 2888 trägt und den Susan Schwartz und Hubert Haensel gemeinsam schrieben. Es ist übrigens der dritte Teil der »Tschubai-Chroniken«, wie wir drei Romane nennen, in denen der Medienwart Col Tschubai eine wichtige Rolle spielt.

Warum die beiden Schriftsteller den Roman gemeinsam schrieben, will ich an dieser Stelle nicht erläutern. Vielleicht haben sie in naher Zukunft einmal Lust, darüber mehr auf einem Con oder sonstwie einer Veranstaltung zu erzählen. Die beiden mögen sich – da lag es nahe, sich hier gegenseitig zu unterstützen.

Die spannende Frage ist ohnehin: Wer von den Leserinnen und Lesern erkennt denn, welche Passage von Hubert und welche von Susan ist? Ich bilde mir selbst ein, stilistische Unterschiede gut herauszfinden – bei diesem Roman dürfte das echt schwierig sein.

Wer Lust hat, kann sich ja über die Feiertag damit beschätigen und uns dann »zwischen den Jahren« an den Erkenntnissen teilhaben lassen ...

20 Dezember 2016

Ein Abend mit dem Comic

Es hat seine Vorteile, PERRY RHODAN-Redakteur zu sein: Man hat oftmals die Chance, spannende Dinge zu sehen, bevor sie »spruchreif« werden. In diesem Fall meine ich den vierten Teil der PERRY RHODAN-Comics – unsere Partner von Cross Cult veröffentlichen die Serie zu meiner großen Freude seit einiger Zeit. Bekanntlich kommt das aktuelle Heft am 27. Januar 2017 in den Handel.

Allerdings durfte ich nicht nur aus reiner Freude den Comic lesen. Ich sollte noch »ein letztes Mal« drübergucken. Also las ich die Texte von Kai Hirdt in deutscher Sprache – die ersten Entwürfe waren in englischer Sprache – und betrachtete dazu die Bilder von Marco Castiello. Das machte echt Spaß.

Ohne über den Inhalt zu viel zu verraten, was mir echt schwer fällt: Die Geschichte von Perry Rhodan und seinen Begleitern im Jahr 3540 wartet mit einigen Überraschungen auf, die sicher die Stammleser überraschen werden. Comicleser, die unsere Serie nicht so gut kennen, werden dadurch hoffentlich auf die Romane aufmerksam – mir hat die Geschichte schon mal sehr gut gefallen.

19 Dezember 2016

Was bedeutet PERRY RHODAN-Trivid?

Ein Logbuch der Redaktion

Während ich diese Zeilen schreibe, läuft unsere Serie PERRY RHODAN-Trivid seit einigen Wochen. Ich kann noch nichts darüber sagen, ob die Serie erfolgreich ist – das wird man frühestens im Frühjahr 2017 genau festlegen können –, aber schon jetzt weiß ich, dass wir viele wichtige Informationen und Lehren aus der Arbeit an dem Prolog und den sechs Romanen ziehen können. Es bietet sich also bereits an, ein wenig zurückblicken.

Erste Überlegungen zu einer reinen E-Book-Serie hatten wir schon früh – tatsächlich schon in den 90er-Jahren. Als das Internet für unsereins wichtig wurde, überlegte ich mir das Konzept eines »Internet-Romans«. Mit dem Autor Frank Böhmert diskutierte ich lange über die Möglichkeiten, wie wir die Möglichkeiten des neuen Mediums mit der PERRY RHODAN-Serie verbinden könnten. Daraus wurde letztlich nichts, wahrscheinlich war 1996 noch nicht die Zeit dafür reif.

Es sollte bis in die Nuller-Jahre hinein dauern, bis wir genügend Erfahrungen mit den E-Books gesammelt hatten. Wir verfolgten, wie der E-Book-Markt langsam wuchs, und wir erlebten mit, wie immer mehr Leser von gedruckten Romanen zu E-Books umstiegen. Es war meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit, bis irgendwann die ersten Bücher in Form von »digital first« erscheinen würden. Da wollten wir mit PERRY RHODAN dabei sein.

Wir zögerten dennoch recht lange, ließen die Jahre ab 2011 verstreichen und entwickelten lieber das klassische E-Book-Geschäft weiter. Das funktionierte vor allem anfangs überall gleich: Man nimmt einen »normalen« Roman und macht aus diesem eine digitale Edition. Wir taten nichts anderes als das, was alle anderen Verlage auch taten. Das Risiko, direkt ein E-Book zu produzieren, ohne den »Umweg« über ein gedrucktes Werk einzuschlagen, war mir viele Jahre lang zu groß.

Der Grund ist für Außenstehende manchmal nicht nachvollziehbar – deshalb versuche ich, ihn zu erklären. Bisherige Kalkulationen in Verlagen gehen davon aus, dass man ein Buch oder einen Heftroman druckt, in den regulären Vertrieb gibt und dann über Händler verkauft. Für all diese Dinge gibt es klar belegbare Zahlen, man kann die Preise und Kosten kalkulieren, man kann sogar sehr genau im voraus sagen, was man erwartet und wie die Abläufe zu funktionieren haben.

Solange ein E-Book gewissermaßen ein »Abfallprodukt« des herkömmlichen Systems war, konnte man damit wunderbar umgehen. In unserem Fall hieß das: Alle Kosten, die der normale Betrieb in einem Verlag kostet – also beispielsweise das Personal, die Miete für die Räume oder auch die Computer –, wurden auf die gedruckten Romane gebucht. Damit blieben die E-Books von solchen Kosten komplett frei, was sie leicht kalkulierbar machte.

Wenn ich ein »E-Book-Only« machte, um diesen umständlichen Begriff zu benutzen, musste ich all diese Kosten seriös auf das einzelne E-Book umlegen. Und auf einmal war die Tatsache, dass ein E-Book einfach nicht die Verkaufszahlen erreicht wie ein gedruckter Roman, ein echtes Problem. Um ein Beispiel mit Zahlen zu nehmen, die natürlich nicht stimmen: Legt man Kosten auf 100.000 Exemplare um, sind sie recht klein. Packt man sie aber seriös auf 5000 Exemplare, werden sie auf einmal erdrückend groß.

Das hielt uns lange Zeit von ernsthaften Experimenten in die Richtung ab. Mir war aber klar, dass wir sie irgendwann einschlagen mussten. Mein Argument war immer: »Lass uns den Produktionsweg umdrehen. Wir machen ein E-Book, das es nur digital gibt – und kümmern uns danach darum, ob und wie wir daraus vielleicht einmal ein Buch oder sonstwie ein gedrucktes Produkt machen.« Es benötigte einige Zeit, bis wir das Projekt intern durchgesprochen und auch kalkuliert hatten.

tl_files/comic/images/news/news/Trivid_Logo.jpgDass wir vor diesem Hintergrund dann PERRY RHODAN-Trivid machen, ist eine starke Entwicklung. Es gab und gibt keine Erfahrungswerte, niemand weiß und wusste, wie das Projekt ankommen würde, vor allem hatte aber niemand eine Ahnung, ob und wie es sich verkaufen würde.

Dass wir es inhaltlich so gut wie möglich machen wollten, war für mich klar – die Autoren würden sich engagieren, der Lektor und die Redaktion würden intensiv arbeiten, das Marketing würde viele Aktionen ankurbeln. Doch niemand würde wissen, wie der Verkauf ausfallen würde ...

Es gab und gibt in allen Verlagen immerhin erste Verkaufszahlen und Übersichten zu E-Books. Wir wissen bei PERRY RHODAN sehr genau, wie viele Exemplare wir von einem NEO- oder einem Erstauflagen-Roman verkaufen, wie die Auflage bei den Silberbänden oder bei einem Roman einer Miniserie aussieht. Damit kann man kalkulieren – und darauf bauten wir auf.

Machen wir uns aber nichts vor. Die Leser interessiert das nur am Rande, ihm oder ihr geht es um wirtschaftliche Erwägungen des Verlages ... Wer sich einen Roman aus einer unserer Serien kauft, möchte eine spannende Science-Fiction-Geschichte lesen, die idealerweise mit einem Ende aufhört, dass es auf die nächste Geschichte aufmerksam macht. Das ist bei PERRY RHODAN-Trivid nicht anders. Wir erzählen eine Geschichte in Fortsetzungen, auch wenn die Romane deutlich kürzer sind als bei unseren anderen Serien – aber das macht ja nichts.

Für uns alle war es eine neue Erfahrung. Christian Montillon und Oliver Fröhlich mussten anders arbeiten, als sie es gewohnt waren; bei uns intern war die Verzahnung zwischen dem Marketing und der Redaktion viel intensiver als sonst. Ebenso hatten wir die Kommunikation zu den Leserinnen und Lesern angepasst.

Und jetzt warten wir ab, jetzt entscheiden die Leserinnen und Leser. Wenn sich genügend Menschen für PERRY RHODAN-Trivid entscheiden, gibt es sicher irgendwann eine weitere Serie dieser Art. Die Zukunft bleibt also spannend ...

16 Dezember 2016

Jubiläum für die Platin Edition

Ein Logbuch der Redaktion

Im September 2011 kam der erste Band von PERRY RHODAN NEO in den Handel; die Redaktion und der Autor präsentierten ihn auf dem WeltCon in Mannheim. Von Anfang an veröffentlichten wir die Serie in drei Variationen: als gedruckten Roman, der über den Zeitschriftenhandel vertrieben wurde, als E-Book und als Hörbuch.

Seit 2014 ergänzt eine Hardcover-Ausgabe die Science-Fiction-Serie – im November 2016 konnte die Serie ein erstes Jubiläum feiern. Wegen ihrer schönen Optik werden die Bände der NEO-Buchausgabe bekanntlich als Platin Edition bezeichnet. Je vier Romane werden noch einmal bearbeitet und in dieser Ausgabe zusammengefasst  Das Verlagshaus Edel Germany – das auch die PERRY RHODAN-Silberbände vertreibt – ist für die Produktion und den Vertrieb zuständig.

Grund genug, ein wenig auf den Inhalt dieses Buches zu blicken. Mit Christian Montillon und Michael Marcus Thurner schrieben zwei Autoren mit, die bereits zu den Autoren der laufenden PERRY RHODAN-Serie gehörten. Michelle Stern hatte sich zu der Zeit schon einen guten Namen als NEO-Autorin gemacht und stieß kurz darauf zum Team der Erstauflage. Und Oliver Fröhlich gab sein Debüt im Perryversum; mittlerweile hat sich der Schriftsteller fast unverzichtbar gemacht.

NEO Platin Edition 10: Cover von Dirk Schulz»Die Macht des Imperiums« erzählt die Geschichte einer wagemutigen Expedition; sie leitet die Handlungsstaffel »Das Große Imperium« ein. Die wichtigste Hauptperson dabei ist Perry Rhodan, jener Astronaut, der erst Monate zuvor überhaupt den Kontakt zu den Außerirdischen hergestellt hat. Ein erster Versuch der Menschen, mit dem riesigen Arkon-Imperium in Kontakt zu treten, scheiterte kläglich und unter hohen Opfern.

Christian Montillons Roman, der das Buch einleitet, spielt auf zwei unterschiedlichen Handlungsebenen: einerseits im Februar 2037, andererseits im Frühsommer 2036. Die Geschehnisse im Frühsommer 2036, die vor der Mondlandung spielen, zeigen vor allem, in welches Geflecht aus Intrigen und Geheimnissen der Arkonide Atlan verwickelt ist. Der mysteriöse Roboter Rico spielt eine wichtige Rolle, und es wird klar, dass es Mächte gibt, die Rhodans Flug zum Mond verhindern wollen. Der Roman legt damit übrigens wichtige Hinweise auf spätere Entwicklungen in der Serie – bis hin zu den aktuellen Romanen, die Ende 2016 bei PERRY RHODAN NEO veröffentlicht werden.

Ebenso wichtig wie die Handlung des Jahres 2036 ist aber diejenige der »Neuzeit«. Perry Rhodan und seine Gefährten wissen, dass sie erneut ins Arkon-Imperium vorstoßen müssen. Obwohl die Menschen große Opfer bringen mussten, können sie sich auf der Erde weder verstecken noch in Sicherheit wähnen. Die Position der Erde ist nämlich im sogenannten Epetran-Archiv gespeichert, das sich im Zentrum des Imperiums befindet. Erst wenn die Daten gelöscht worden sind, können die Menschen sicher sein.

Die folgenden Romane in diesem Band der Platin Edition – der übrigens auch problemlos ohne Vorkenntnisse zu verstehen ist – zeigen die Expedition. Rhodan und seine Gefährten reisen maskiert, sie müssen sich in geheimer Mission über die Außenposten des Imperiums vorantasten. In »Der Celista« zeigt Michelle Stern allerdings, dass auch die Gegenseite nicht schläft. Schnell setzen sich Geheimagenten auf die Spur der Menschen ...

Mit seinem Roman »Planet der Seelenfälscher« bewies Oliver Fröhlich im Frühjahr 2013, wie gut er sich in die Welt von PERRY RHODAN NEO einfühlen konnte. Er beleuchtete unter anderem das Thema der Individualsignaturen – eines jener Elemente, durch die sich das NEO-Universum vom herkömmlichen PERRY RHODAN-Universum unterscheidet. Sie entsprechen einem »Fingerabdruck« der besonderen Art und können als eindeutiges Mittel verwendet werden, um jemanden zu identifizieren.

Will Perry Rhodan mit seinen Gefährten unerkannt ins Herz des Arkon-Imperiums vorstoßen, muss er die Signatur manipulieren. Das aber ist erstens illegal und zweitens sehr gefährlich – daraus machte Fröhlich einen packenden Roman, der die Leser faszinierte und der das Buch »Die Macht des Imperiums« spannend abschließt.

Ein ganz anderes Thema beleuchtet Michael Marcus Thurner. In seinem Roman »Der König von Chittagong« blickt er nach Bangladesch, in die wuchernde Metropole Chittagong. Dort herrscht ein mächtiger Warlord, der sich als Mann mit beängstigenden und irritierenden Kräften erweist. Am gleichen Schauplatz ist die Erzählung »Der Traum von Chittagong« angesiedelt, die exklusiv für dieses Buch geschrieben wurde. Sie erzählt die weiteren Ereignisse in der Stadt am Indischen Ozean und zeigt vor allem, dass eine technische Entwicklung – oder der Kontakt mit Außerirdischen – nicht unbedingt das Leben von allen Menschen verändern muss.

»Die Macht des Imperiums« ist ein würdiger Band für ein kleines Jubiläum: Neue Autoren treten auf, neue Entwicklungen in der Serie werden angestoßen. Ich bin sehr stolz darauf, dass wir mit PERRY RHODAN NEO schon so weit gekommen sind, und hoffe auf weitere Jubiläen ...

14 Dezember 2016

Irrgarten der Dimensionen

Bereits vor mehreren Wochen ist das erste Hardcover-Album der PERRY-Comics im Rahmen der Alligator-Farm erschienen; gelesen habe ich es dann auch ein wenig später. Aber jetzt ...

»Irrgarten der Dimensionen«, so der Titel der wichtigsten Geschichte, sowie »Vollendete Vergangenheit«, die zweite Geschichte, spielen geschickt mit den verschiedenen Welten und Ebenen des PERRY RHODAN-Universums und greifen allerlei Elemente auf.

Das Album wird nicht jedermanns Sache sein. Wer auf eine beinharte Umsetzung des PERRY RHODAN-Kosmos aus ist, dürfte eine Enttäuschung erleben. Wer es aber mag, wenn mit den Elementen der Serie gespielt wird, hat sicher seine Freude daran.

Zeichnerisch wie textlich sind beide Geschichten sehr unterschiedlich, nicht alles gefiel mir. Aber das ist auch nicht das Ziel der ungewöhnlichen Stories, die sich an Menschen richten, die schrägen Humor vertragen.

13 Dezember 2016

Einige Worte zu Winfried Brand

Der Science-Fiction-Fan Winfried Brand, Jahrgang 1967, ist in der Nacht von Montag auf Dienstag gestorben. In den 80er- und 90er-Jahren produzierte er viele Fanzines und arbeitete aktiv am ColoniaCon mit. Auch PERRY RHODAN war für ihn stets ein wichtiges Thema.

Für die PERRY RHODAN-Serie und ihr redaktionelles Umfeld war er in den vergangenen Jahren vor allem professionell tätig. Unter anderem sorgte er dafür, dass die ATLAN-Bücher digitalisiert und als E-Books in den Handel gebracht wurden. Ohne ihn wären unsere E-Book-Aktivitäten noch nicht so weit vorangeschritten wie bisher.

Wir sind sehr traurig.

12 Dezember 2016

Sherpa Carmichael war ein Held

Als ich mit dem PERRY RHODAN-Universum in Kontakt trat, dauerte es einige Zeit, bis ich neben den Heftromanen auch die Taschenbücher kennenlernte. Dann aber kam eine Klassenkameradin ins Spiel: Sie wusste von meiner Begeisterung für die Science-Fiction-Serie und lieh mir Taschenbücher aus, die sie dem Bücherschrank ihres Vaters entnahm. So kam ich in Berührung mit vielen klassischen PERRY RHODAN-Planetenromanen.

Ich mochte vor allem die »knackigen« Figuren, die in den Romanen von Hans Kneifel auftauchten: nicht nur Atlan selbst, an dem ich früh einen Narren gefressen hatte, sondern auch die einsamen Raumfahrer, die sich auf fremden Planeten durchschlagen mussten. Einer von ihnen war Sherpa Carmichael, und die Romane mit ihm liebte ich.

Im Rahmen unserer Planetenromane – immer zwei Klassiker in einem Buch oder E-Book – sind jetzt zwei dieser frühen Kneifel-Werke erneut erschienen. Sowohl »Der Erbe der Jahrtausende« als auch »Die Pflanzen des Todes« sind typische Romane der 60er-Jahre: Die Milchstraße ist ein »wilder Raum«, in dem sich Kneifels Helden ihren Raum erkämpfen müssen.

Wahrscheinlich empfinden Leser, die heutzutage mit Science Fiction anfangen, diese Art von Schreibe als unmodern. Damals schrieb Hans Kneifel top-aktuelle Abenteuerromane. Und ich finde es gut, dass wir sie auf diese Weise in einer schönen und modernen Art den Lesern von heute präsentieren können – ebenso natürlich jenen, die wie ich ihre Erinnerungen auffrischen wollen.

11 Dezember 2016

Protokolle und Werbetexte

Am Freitag nahm ich an einer internen Besprechung teil, wie wir sie regelmäßig im Verlag haben: Der PERRY RHODAN-Redakteur sitzt da mit dem Geschäftsführer, einer Kollegin aus dem Vertrieb und einem Kollegen vom Gesamt-Marketing zusammen. Besprochen werden die aktuellen Ereignisse, man schaut sich die Zahlen an und entwickelt gemeinsam neue Pläne. Wie das auch in anderen Verlagen üblich ist.

Und am heutigen Sonntag versuche ich das dann alles, so zusammenzufassen, dass wir in dsr Redaktion daraus konkrete Arbeitsaufträge ableiten können. Unter anderem sprachen wir über die Werbeaktionen zu Band 2900, der bekanntlich im März 2017 erscheinen wird. Wenn wir entsprechend werben wollen, müssen die Flächen schon jetzt gebucht werden ...

Darüber hinaus muss ich mit Gedanken zu einigen werblichen Aussagen machen. Der Vertrieb will nämlich erstaunlicherweise wissen, welchen Inhalt der PERRY RHODAN-Zyklus ab Band 2900 hat. Meine Aussage »Der Raumfahrer Perry Rhodan und seine Gefährten erleben allerlei Abenteuer im Weltall« fand man nicht aussagekräftig genug. Nun denn ...

09 Dezember 2016

Daten und Details zum neuen Zyklus

Der »Genesis«-Zyklus entsteht seit einigen Wochen und Monaten. Das bedeutet einiges: Die Exposéautoren sitzen schon seit längerem daran, die Autorinnen und Autoren erhalten in diesen Tagen und Wochen die ersten Exposés, der Zeichner ist bereits an der Arbeit, die Werbeaktionen werden vorbereitet, die Agentur stellt sich auf ihre Aufträge ein.

Recht hoch ist der aktuelle Aufwand, die Hintergründe und Datenblätter zum neuen Zyklus zu erarbeiten. Mit welcher Besatzung geht die RAS TSCHUBAI auf ihre große Reise? Wie sehen die Angehörigen des Sternenvolkes aus, auf das die Terraner treffen? Welche Zusammenhänge ergeben sich mit früheren Serienereignissen?

Das muss alles so früh wie möglich definiert werden. Während also die Handlung in die Details entwickelt wird – die Zykluskonzeption der Bände 2900 bis 2999 steht seit längerem fest –, entstehen die Fakten eines fiktiven Universums. An die müssen sich dann schließlich die Autoren halten, damit alles stimmig bleibt.

08 Dezember 2016

Die Tschubai-Chroniken als Trilogie

Drei ungewöhnliche PERRY RHODAN-Romane, die im Dezember in den Handel kommen, haben eine gemeinsame Hauptperson – und diese bildet die »inhaltliche Klammer« für die Romane. Es handelt sich dabei um Col Tschubai, ein Besatzungsmitglied der RAS TSCHUBAI. Der erste Roman mit dieser Figur erscheint in dieser Woche.

Col Tschubai ist ein entfernter Nachfahre des berühmten Ras Tschubai, verfügt allerdings nicht über Mutantengaben und sieht sich selbst als ganz normalen Menschen. Auf dem Titelbild des Romans »Der Schwarze Sternensturm« ist er zu sehen.  Verfasst wurde der Roman von Michael Marcus Thurner, er trägt die Bandnummer 2886.

Die Handlung spielt in der Galaxis Orpleyd, und die Menschen an Bord der RAS TSCHUBAI geraten in eine Reihe von Problemen. Col Tschubai ist nicht gerade einer der Helden, welche die Lage meistern – aber er ist immer wieder an den entscheidenden Punkten dabei. Das hat mir bei der Lektüre des Manuskriptes sehr gut gefallen.

07 Dezember 2016

Die Leipziger Buchmesse 2017 im Blick

Das Jahr 2016 ist noch nicht vorüber, aber wir planen schon intensiv die Ereignisse des Jahres 2017. Am heutigen Mittwoch wurde beispielsweise die Buchmesse in Leipzig besprochen. Wir werden mit PERRY RHODAN wieder einen Messestand haben – wieder in der Nähe der Fantasy-Leseinsel, auch wenn diese sich im März 2017 sicher anders präsentieren wird wie in den vergangenen Jahren.

Die Gestaltung des Standes richtet sich an den neuen Projekten aus. Nach bisherigem Stand der Dinge zeigen wir den aktuellen PERRY RHODAN-Comic, das Titelbild der dann neuen Miniserie sowie den Jubiläumsband 2900. Damit haben wir schon einige optische Eckpunkte festgelegt; die Agentur kann mit der Gestaltung weitermachen.

Klaus Bollhöfener hat mittlerweile schon mit Autoren und Künstlern gesprochen: Wir wollen schließlich wieder Autogrammstunden anbieten. Ziel ist, auch im März 2017 unsere Science-Fiction-Serie so gut wie möglich zu präsentieren. Zumindest sind wir jetzt einige Schritte weiter gekommen.

06 Dezember 2016

Eine Einladung für Herrn Rhodan

Bei manchen Schreiben fragt man sich als Redakteur, wie ernst sie eigentlich gemeint sind. So erging es der PERRY RHODAN-Redaktion auf jeden Fall im Oktober 1996 – ein Schreiben aus einer EDV-Firma in Düsseldorf war an »Herr Perry Rhodan« gerichtet und begann entsprechend: »Sehr geehrter Herr Rhodan, am Freitag, den 8. November 1996 feiern wir die Einweihung unseres Schulungsraumes und würden uns freuen, wenn Sie dabei wären.«

Die Antwort aus der Redaktion kam am 16. Oktober 1996. »Vielen Dank für Ihre Einladung an Herrn Perry Rhodan, an der Einweihung Ihres Schulungsraumes teilzunehmen«, begann das Schreiben auf offiziellem Briefpapier. Danach ging es gleich ein wenig ernsthafter weiter ...

»Da Herr Rhodan derzeit unbekannt verschollen ist – nach den uns vorliegenden Erkenntnissen, die in den PERRY RHODAN-Romanen veröffentlicht wurden, ist er in der Galaxis Plantagoo unterwegs –, wird es ihm leider nicht möglich sein, Ihre Feierlichkeiten zu besuchen.« Damit war die Abwesenheit des Raumfahrers geklärt, fand man in der Redaktion.

Und setzte hinzu: »Falls er doch noch rechtzeitig über die Brücke in die Unendlichkeit zurückkehren sollte, werden wir ihn selbstverständlich von Ihrer Einladung unterrichten.« Leider ist nicht überliefert, wie das EDV-Unternehmen aus Düsseldorf auf diese Briefsendung reagierte; es kam kein weiterer Brief mehr.

05 Dezember 2016

Der ewige Lügner

Nur noch wenige Tage, und unsere Miniserie PERRY RHODAN-Jupiter erlebt ihren Abschluss. Diese Woche erscheint mit »Der ewige Lügner« der abschließende Roman der Serie – und ich betrachte das mit einer gewissen Wehmut. Obwohl wir mit den zwölf Romanen auch einiges zu tun hatten, machte mir die Arbeit daran sehr viel Spaß.

Heute erhielt ich den Band 12 auf den Tisch. Noch einmal zeigt Arndt Drechsler mit einem phantastischen Cover, was er als Künstler drauf hat. Und die Autoren Wim Vandemaan und Kai Hirdt bringen die unterschiedlichsten Handlungsabschnitte der Serie zu einem vernünftigen Ende. Ganz nebenbei gibt es für die PERRY RHODAN-Kosmologie noch den einen oder anderen Einblick ...

Ob wir ein solches Experiment wiederholen werden, weiß ich bisher nicht. Das Jupiter-Abenteuer wurde auf diese Weise auf jeden Fall ein zweites Mal veröffentlicht – ganz anders als bisher, mit anderen Schwerpunkten und in einem anderen Format. Allein schon die Veröffentlichungspraxis war etwas Besonderes, und das sollte man nicht außer Acht lassen.

04 Dezember 2016

Zerfetzte oder zerstörte Zellen

Als Robert Feldhoff im Frühsommer 1997 die Galornen-Handlung im Rahmen des Tolkander-Zyklus entwickelte, telefonierten wir sehr oft; wir tauschten per Fax und per Telefon unsere Gedanken aus, und wir schaukelten uns richtig hoch. In meiner Erinnerung war das eine unglaublich produktive Zeit – vielleicht auch deshalb, weil Sabine Bretzinger, die damals noch nicht Kropp hieß, stets mit Rat und Tat mitmischte.

Einmal aber war sie nicht meiner Meinung. Hubert Haensel hatte ein spannendes Manuskript abgeliefert, von dem ich ziemlich angetan war. Es sollte als Band 1873 unserer Serie erscheinen. Es ging um Galornen und Zentrifaal, und nebenei spielten auch Gene eine wichtige Rolle.

Ich wollte dem Roman einen knalligen Titel geben: »Zerfetzte Zellen« sollt er heißen. Sabine warf sich fast weg vor Lachen: »Dreimal ›z‹, das ist ja fast schon lyrisch.« Es sei doch sicher ein Knaller, beharrte ich.

Letztlich setzte sie sich durch. Der Roman ging unter dem Titel »Zerstörte Zellen« in den Handel. Immerhin: Zwei von den drei »z« hatte ich durchbekommen ...

02 Dezember 2016

Technischer Abstrakt 1

Am 19. Oktober 1972 wurde an die PERRY RHODAN-Autoren sowie das Lektorat und die Redaktion der Serie ein spezieller Text verschickt: »Technischer Abstrakt Nr. 1«, verfasst von Kurt Mahr, der mit seinem bürgerlichen Namen – also Klaus Mahn – unterschrieb und auf neun Seiten grundlegende Dinge zur Serientechnik festlegte.

Der Abstrakt habe die »Aufgabe, Aspekte der irdischen Tchnologie des 35. Jahrhunderts, also zur Zeit des Perry Rhodan-Bandes 600, zu erläutern«, formulierte der Autor in einem kleinen Vorwort. Der Abstrakt habe nicht vor, »die Handlung der Serie in irgendeiner Weise zu beeinflussen«. Er wollte damit einen »technischen Hintergrund« erstellen, »dessen sich alle Autoren einheitlich bedienen können«.

Der Abstrakt lieferte Informationen zur »Energiegewinnung im 4. Jahrtausend« (es geht um Antimaterie), »Die komputerisierte Gesellschaft« (in der Tat mit »k« geschrieben) und »Öffentliche Verkehrsmittel des 35. Jahrhunderts« (ein pneumatischer Tunnelexpress als ideale Vorstellung). In der Tat dienten die grundlegenden Arbeiten des Autors den Kollegen mehrere Jahre lang als wissenschaftlich-technisches Fundament.

01 Dezember 2016

Die Ausgabe 84 der »SOL« ist eingetroffen

Als ziemlich »fannisch« erweist sich die aktuelle Ausgabe 84 der Zeitschrift »SOL«. Dabei handelt es sich um das Heft der PERRY RHODAN-FanZentrale, der größten Dachorganisation für PERRY RHODAN-Fans. In den vergangenen Jahren wurde das Magazin von André Boyens betreut – die Ausgabe 84 ist die letzte, die er herausgibt. (An dieser Stelle auch mal: Danke für das jahrelange Engagement!)

Grund für den Schwerpunkt war der AustriaCon, mit dem der Stammtisch Wien sein zwanzigjähriges Jubiläum feierte. Eine Reihe von Conberichten erinnern an die Veranstaltung, die bei den Besuchern sehr gut ankam. Darüber hinaus liefert das Heft ein Interview mit Oliver Fröhlich sowie Besprechungen aktueller Romane unserer Serien PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO.

Insgesamt ist auch diese »SOL«-Ausgabe wieder einmal gelungen; das Layout wirkt professionell, die Texte sind stets lesbar, und das Titelbild erinnert an die »klassische Zeit« der Serie. Die Mitglieder der FanZentrale erhalten das Heft automatisch geliefert, die anderen können es über die Website bestellen. (Wobei diese nicht immer so richtig aktuell ist ...)