18 April 2024

Sturm auf Graugischt

Aus der Serie »1000 Bände zurück«


Im März 2005 veröffentlichten wir den PERRY RHODAN-Roman »Sturm auf Graugischt«, der von Hubert Haensel verfasst wurde. Das ist genau tausend Bände her, und ich erinnere mich noch gut an die Vorgeschichte: Eigentlich hätte Arndt Ellmr den Roman schreiben müssen, zumindest wurde das Exposé auf ihn ausgestellt. Aus terminlichen Gründen sprang Hubert Haensel ein.

Auf der ersten Seite des Exposés fasste Robert Feldhoff als Exposéautor die Handlung sehr grob zusammen: »Der Motoklon Hundertneun wird im Demyrtle-System untersucht – während unter den Toron Erih ein Verräter die Preisgabe der Koordinaten Graugischts vorbereitet ...« Damit wird auf einen Schlag klar, dass sich ein Exposé nicht an potenzielle Neuleser richtet, sondern an erfahrene Autorinnen und Autoren, die aufgrund solcher Angaben einen spannenden Roman verfassen müssen.

Das gelang Hubert Haensel sehr gut. Seine Erzählweise ist dynamisch; die Handlung spitzt sich weiter zu, und die Elemente von Military-SF, die der Autor einsetzt, wirken sehr glaubwürdig. Er ist in gewisser Weise typisch für die Entwicklung des »Sternenozean«-Zyklus: anfangs mit starken Phantastik-Elementen, in der zweiten Hälfte dann wesentlich actionhaltiger.

17 April 2024

Auf der Transitwelt

Wie es wohl ist, sich in einem fremden Universum aufzuhalten, in dem zumindest teilweise andere Naturgesetze gelten? Das ist eine der Fragen, die sich Perry Rhodan und seine Begleiter in den aktuellen PERRY RHODAN-Bänden stellen. In ihrem Roman »Auf der Transitwelt« lässt Susan Schwartz den Terraner allerdings auf einen Außerirdischen treffen, dessen Verhaltensweise manchmal an manche Menschen erinnert.

Dabei geht es immer noch darum, dass Perry Rhodan ein Fragment von ES sucht, das er in die Milchstraße bringen möchte. Er hat mächtige Gegenspieler, und er braucht Verbündete. Aus diesem Grund muss er sich in einem fremden Universum also durchaus auf Leute einlassen, die ihm ansonsten wesensfremd sein dürften …

16 April 2024

Teamtagung im April

Am heutigen Dienstag sind die Kolleginnen und Kollegen der PERRY RHODAN-Redaktion nicht an ihren gewöhnlichen Arbeitsplätzen, zumindest nach neun Uhr nicht mehr: Wir veranstalten eine Teamtagung, zu der wir uns nicht in den Räumlichkeiten des Verlags zusammensetzen, sondern in einem Besprechungsraum außerhalb. Dort werden wir weniger durch das Telefon und dringende Termine abgelenkt.

Zentrales Thema sind Interna: Wir schauen uns die Abläufe in unserem Team genau an und versuchen diese zu verbessern. Seit dem vergangenen Sommer sind schließlich drei neue Kolleginnen im Team, und deren Erfahrungen und Kenntnisse müssen wir mit den Erfahrungen und dem Wissen des bisherigen Teams auf eine Wellenlänge bringen.

Über die Inhalte unserer Romane sprechen wir nicht. Vielleicht geht es um neue Projekte und Ideen – das muss man sehen. Aber selbstverständlich stehen der kommende Jubiläumsband 3300 und die Aktionen zu diesem Roman auch auf der Agenda.

15 April 2024

Eine Fanzine-Ära geht zu Ende

Ein Vierteljahrhundert lang gab Erich Herbst das Fanzine »Ellerts Stammtisch-Post« heraus, im Allgemeinen als »ES-Post« abgekürzt. Das Fanzine kostete nichts, wurde als Kopie beim PERRY RHODAN-Stammtisch München verteilt und konnte als PDF-Fanzine abonniert werden; dann bekam man es per Mail geschickt.

Ob und wie die Publikation weiterlaufen wird, weiß kaum einer. Die aktuelle Ausgabe 304 erschien am 4. April 2024, ich las sie erst dieser Tage, und in ihr ist nicht klar, wie es weitergehen wird. Erich Herbst führt Gespräche mit Personen, die das Fanzine übernehmen wollen – ich hoffe auf eine möglichst rasche Nachfolgeregelung.

Dass er nach 25 Jahren aufhören möchte, kann ich verstehen. Das Fanzine habe ich stets gern gelesen. Klar, es berichtet über meine Arbeit, zu der ich gelegentlich andere Einblicke habe – trotzdem fand ich jede Ausgabe lesenswert: viele Informationen, ein wenig Tratsch und Klatsch, einige augenzwinkernde Ergänzungen ...

Hoffen wir für die »ES-Post« auf eine gute Zukunft! Und Erich Herbst sei an dieser Stelle öffentlich »danke« für das jahrzehntelange fannische Engagement gesagt!

12 April 2024

Sternweiser

Unsere Science-Fiction-Serie erweist sich seit ihren Anfängen als sehr vielseitig. Man findet in ihr Romane voller Action, ebenso komische und skurrile Geschichten, philosophische Betrachtungen oder die Darstellung kosmischer Phänomene. Diese Vielseitigkeit sieht man auch bei dem Band, der in dieser Woche in den Handel kommt: »Sternweiser« stammt von Oliver Fröhlich und spielt auf zwei Handlungsebenen – wenn man das so sagen kann.

Es gibt eine Handlung, die in der Gegenwart der Serie angesiedelt ist. Perry Rhodan und seine Gefährten sind auf einer fremden Welt unterwegs, er lernt neue Dinge kennen – und der Terraner ist immer noch auf der Suche nach einem Fragment der Superintelligenz ES.

Faszinierend fand ich die parallele Handlung, die weitestgehend in der Vergangenheit spielt und einen sehr großen Zeitraum umfasst. Sie erzählt von einem Volk und seiner Geschichte, sie zeigt Entwicklungen an Personen und an einer Kultur auf. Solche Szenen lese ich nach wie vor mit großer Begeisterung – der Autor hat hier einen »kosmischen Roman« verfasst!

11 April 2024

Storyboard zum digitalen Design

Im Sommer 2002 arbeiten die Kreativen im Umfeld der Firma Casascania mit Hochdruck an einer geplanten Verfilmung der PERRY RHODAN-Serie. Unter anderem wurde ein Storyboard entwickelt, das als Grundlage für einen Teaser dienen sollte. Damit wollte man das digitale Design zeigen, das in Zusammenarbeit mit der Filmhochschule in Ludwigsburg erstellt wurde.

Das Storyboard, von dem sich eine Kopie in den Archiven der Redaktion befindet, zeigt auf knapp zwanzig Seiten mit Skizzen und wenig Text eine Mischung aus Information und Action. Unter anderem sieht man den Mausbiber Gucky und ein gläsernes Raumschiff – damit ist die SOL gemeint, die man sich bei der Casascania als glitzerndes Glasmobil vorstellte.

Letztlich wurde ein Teil dieser Szene auch umgesetzt. Es entstand ein sehr kurzer Film, eine Zeichentrick-Sequenz, die einen Kampf zwischen Gucky und einem fremdartigen Außerirdischen zeigte. Die Filmleute fanden das stark, in der Redaktion herrschte eher Skepsis vor. Aber als Grundlage für weitere Schritte wirkte alles doch interessant genug ...

10 April 2024

Der Jahrtausendirrtum

Als mir Dietmar Schmidt den Arbeitstitel seines Romans vorschlug, war ich davon sofort begeistert. »Der Jahrtausendirrtum« – das klang stark, fand ich, und es passte zum Inhalt seines Romans.

Ich gestehe, dass wir intern ein wenig darüber diskutierten, ob wir das Wort mit Bindestrich schreiben sollten oder ohne. Laut aktueller Rechtschreibung ist der Bindestrich hier falsch, aber manchmal setzt man ja einen solchen Strich, damit ein Wort besser lesbar ist. (Und damit gab ich hoffentlich einen kleinen Einblick in die Details bei der Titelfindung eines Romans …)

»Der Jahrtausendirrtum« kommt diese Woche in den Handel, es ist bereits der dritte Band unserer aktuellen Miniserie PERRY RHODAN-Androiden. Eine Handlungsebene beschäftigt sich mit Perry Rhodan und dessen aktuellen Abenteuern. Auf einer anderen Ebene spielt aber Aurelia Bina eine wichtige Rolle – dabei handelt es sich um einen Roboter, der sich als weiblich versteht und auf der Seite der Menschheit steht. Das ist bei einem Konflikt zwischen Menschen und Androiden besonders knifflig …

09 April 2024

Konstrukteure des Zentrums

Das Motiv, das Dirk Schulz für das Titelbild des aktuellen Romans von Rainer Schorm gewählt hat, gefällt mir sehr. Es handelt sich um eine starke Interpretation einer Beschreibung – die beiden Aliens, die der Künstler auf dem Bild zeigt, habe ich mir beispielsweise anders vorgestellt, aber ich mag, wie er die beiden ins Bild rückt. Eine solche Arbeit ist für mich letztlich wieder ein Beleg dafür, wie unterschiedlich wir alle »ticken« und wie wenig sich manchmal die Bilder gleichen, die wir im Kopf haben.

Der Roman trägt den Titel »Konstrukteure des Zentrums«, und in ihm behandelt Rainer Schorm ein kosmisches Thema. Der Exposéautor gibt tiefe Einblicke in die Geschichte eines Sternenreiches und die Selbstüberschätzung seiner Bewohner angesichts einer großen Gefahr. Die Handlung umspannt einerseits große Zeiträume, konzentriert sich aber immer wieder auf eine klare Erzählperspektive im »Hier und Jetzt« der Serie.

Ich mochte es schon früher, wenn die PERRY RHODAN-Serie diese kosmischen Bögen spannte und zeigte, wie sich Geschichte über Äonen hinweg entwickelt. Bei PERRY RHODAN NEO haben wir solche Sequenzen nicht so oft – umso schöner, dass es hier so gut geklappt hat!

08 April 2024

Ein trauriges Jubiläum

Ein Logbuch der Redaktion

Blickt man auf die Geschichte der PERRY RHODAN-Serie zurück, kann man von einigen Autoren sagen, dass sie die Serie entscheidend beeinflusst haben. Selbstverständlich ist unsere Serie das Ergebnis von engagierter Teamarbeit, und jeder einzelne Roman trägt zum Gesamtwerk bei – trotzdem sind es einzelne Werke, die besonders herausstechen, und einzelne Autorinnen und Autoren, die unseren Serienkosmos stark geprägt haben.

Vor allem für die ersten tausend Bände sind es drei Namen, ohne die man PERRY RHODAN kaum »denken« könnte. Ich meine damit K. H. Scheer, der die Exposés schrieb und von dem die Konzeption der Raumschiffe und vieler Figuren stammte, Clark Darlton, ohne dessen träumerische Phantasie es weder Superintelligenzen noch Mutanten in diesem Ausmaß gäbe, und William Voltz, der vor allem in den 70er-Jahren die Serie stark prägte.

Voltz wurde am 28. Januar 1938 geboren und starb am 24. März 1984. Das ist genau vierzig Jahre her – und dieses traurige Jubiläum bewegt mich dazu, dieses Logbuch zu schreiben. Ich weiß nämlich noch gut genug, wie schockiert ich war, als ich von dem plötzlichen Todesfall erfuhr.

Die Nachricht verbreitete sich, mit rasender Geschwindigkeit in der deutschsprachigen Science-Fiction-Szene, obwohl es zu der Zeit kein Internet gab. Bevor man etwas zu dem Thema in gedruckter Form – etwa auf der Leserkontaktseite oder in einer Fan-Zeitschrift – lesen konnte, wurde telefoniert oder in persönlichen Briefen die Nachricht verbreitet. Auch ich bekam damals einen Anruf, der den Tenor »hast du das schon gehört?« hatte.

William Voltz war für die PERRY RHODAN-Leser mehr als nur ein Autor. Er hatte als »Willi« jahrelang die Leserkontaktseite gestaltet, seine Romane wurden geliebt, und die Art und Weise, wie er sich auf Veranstaltungen gab, fanden die Fans großartig.

Unvergessen bleibt sicher allen, die dabei waren, der Moment, als er im Oktober 1980 in Mannheim auf die Bühne des Kongresszentrums Rosengarten trat und den WeltCon mit »Liebe Terraner!« eröffnete. Damals bewies ein donnernder Applaus, wie sehr er die Empfindungen der Con-Besucher traf.

Als Autor hinterließ Voltz schon früh seine Spuren im PERRY RHODAN-Kosmos. Er wohnte nur wenige Kilometer von K. H. Scheer entfernt, und als er noch ein junger Schriftsteller war, förderte ihn der erfahrene Exposéautor. Bei den vielen Gesprächen, die die beiden führten, flossen schon früh Voltz-Ideen in die Handlung ein.

Der Autor setzte mit seinen Figuren starke Akzente. Captain Don Redhorse und sein Team waren für mich die Helden des »Meister der Insel«-Zyklus; später war es vor allem Alaska Saedelaere, der Mann mit der Maske, der mich faszinierte. Diese Charaktere waren eigensinnig, sie blieben im Gedächtnis der Leser hängen – würde man heute eine Umfrage nach beliebten Figuren der Seriengeschichte machen, kämen diese sicher auf die vorderen Plätze.

Spätestens als Voltz mit seinen Exposés die Serie steuern konnte, gestaltete er sie um. Die PERRY RHODAN-Serie nach Band 700 war völlig anders als zuvor. Nicht mehr die klassischen Konflikte standen im Vordergrund, es ging vor allem um die Suche der Menschen nach ihrem Platz im Kosmos. Superintelligenzen und andere höhere Wesen tauchten auf, die Romane wurden komplexer und setzten mehr auf Charaktere.

Voltz beeinflusste und veränderte die PERRY RHODAN-Serie nicht nur durch seine Exposés und Romane, sondern auch durch seine Persönlichkeit. Das merkten die Leser, und deshalb war er so beliebt. Vor vierzig Jahren starb er – ein immer noch junger Autor auf dem Höhepunkt seines Schaffens.

Ohne William Voltz und seine Arbeit würde unsere Serie anders aussehen. Vielleicht würde es sie auch nicht mehr geben – das weiß ich nicht. Aber er hat sie in einem Ausmaß modernisiert, das er vielleicht selbst nicht überblicken konnte.

William Voltz war einer der wichtigsten PERRY RHODAN-Autoren. Sein Tod vor vierzig Jahren riss eine große Lücke. In Gedanken verneige ich mich vor ihm und seiner Lebensleistung.

(Dieses Logbuch wurde am 24. März 2024 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier wird es aus Gründen der Dokumentation nachgereicht.)

26 März 2024

Osterpause

Der Redakteur macht einige Tage frei. Konkret: Über die Ostertage bin ich nicht in der Arbeit. Ich pflege in dieser Zeit auch nicht diesen Blog hier.

Konkret heißt das: Der PERRY RHODAN-Redaktionsblog pausiert. Am 8. April 2024 geht es weiter. So ist der bisherige Plan.

25 März 2024

Festung der Loower

Lia Tifflor ist Ärztin, ihren Dienst übt sie an Bord des riesigen Raumschiffs BASIS aus. Auf dem Titelbild des kommenden Romans unserer Serie PERRY RHODAN NEO ist sie zu sehen. Dirk Schulz setzte diese Hauptnebenfigur – oder wie immer man sie korrekt bezeichnen müsste – sehr gut in Szene, finde ich, wenngleich diese Szene eher ruhig wirkt.

Im Roman selbst geht einiges in und um Lia Tifflor vor; sie wird gewissermaßen von »inneren Dämonen« geplant. Damit ist die eine Handlungsebene des Romans gut umrissen, der diese Woche erscheint. Er trägt den Titel »Festung der Loower« und wurde von Marie Erikson und Michael Tinnefeld gemeinsam verfasst. Damit ist dieser Roman übrigens die erste Mitwirkung Michaels an unserer Serie; weitere werden folgen, hoffe ich.

Die andere Handlungsebene erzählt von Perry Rhodan und seinen Gefährten. Mit einer kleinen, sehr bunten Truppe ist der Terraner auf der Oberfläche einer exotischen Welt unterwegs. Dabei müssen sie allerlei Gefahren überstehen und vor allem zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen. Spannend und abwechslungsreich!

22 März 2024

Von E-Books, Verträgen und anderen Verlagsquerelen

Der Freitag war in diesem Jahr der einzig »echte« Tag auf der Leipziger Buchmesse. Mit meiner Kollegin Anika Nowag war ich in verschiedenen Hallen unterwegs. Während sie sich beispielsweise auch Vorträge anhörte, besuchte ich andere Verlage, sprach zwischen den Ständen mit Leuten, die ich kannte und mehr aus Zufall traf, und hatte auch den einen oder anderen Termin.

Mit Verlagskollegen unterhielt ich mich beispielsweise über die Situation im E-Book-Geschäft, wo nicht alle so optimal läuft, wie es sein könnte. Wir sprachen darüber, welche Bücher sich derzeit gut oder weniger gut verkaufen, was zum Trend werden könnte und was sich derzeit praktisch gar nicht verkauft.

Gespräche mit Autorinnen und Autoren hatten andere Themen, was in der Natur der Sache liegt. Es ging dabei eher um Inhalte und Planungen, gelegentlich auch um sprachliche Details oder ganz allgemein um einen Gedakenaustaush. In Leipzig trifft sich letztlich »alles und jeder«, und das mag ich sehr.

Ob es dabei Ergebnisse für die PERRY RHODAN-Serie gibt, weiß ich noch nicht. Manches klappt nicht, manches braucht seine Zeit. Aus diesem Grund schreibe ich hier nicht über die Details – das mache ich dann, wenn etwa spruchreif ist.

21 März 2024

Von Mangas zu Androiden

Der erste Tag auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse begann mit einem Besuch der Manga- und Comic-Ecke, wo am Donnerstag noch nicht so viel los war. Die Stände waren schön, es wurden Unmengen von Dingen angeboten: Klamotten und Zierschwerter, Comics und künstliche Autoren, Bücher und Plakate – sehr interessant, sehr umfangreich.

Der Abend endete in einer Pizzeria in der Innenstadt. Unter anderem unterhielt ich mich mit Stefan Pannor – er betreut als Lektor unsere aktuelle Miniserie PERRY RHODAN-Androiden – über die Arbeit an den Romanen. Wir sind uns nicht in allen Punkten immer einig, aber das muss ja auch nicht sein. Einig sind wir uns darin, dass wir eine möglichst gute und spannende Miniserie möchten ...

20 März 2024

Leipzig im Visier

Es sind nur noch wenige Stunden, dann fahre ich zur diesjährigen Leipziger Buchmesse. Seit ich sie 1997 zum ersten Mal besuchte, bin ich regelmäßig auf dieser Veranstaltung anzutreffen. (Einmal fiel ich aus, weil ich erkrankt war. Und in der Pandemie-Zeit fand die Messe nicht statt.) In all den Jahren genoss ich es stets, in Leipzig meine Gespräche zu führen.

Meine Kollegin Annika Nowag und ich vereinbaren in diesen Stunden die letzten Termine, bevor wir auf die Reise gehen. Es gibt leider 2024 keinen eigenen Messestand für PERRY RHODAN. Wir können also nirgends unsere aktuellen Produkte zeigen und mit Messebesuchern am eigenen Stand ins Gespräch kommen. Das ist bedauerlich, aber nicht zu ändern.

Wir werden uns trotzdem nicht langweilen. Meine Marketing-Kollegin und ich besuchen andere Verlage, wir treffen uns mit Künstlern, Autorinnen und Autoren sowie Lektoren. Erfahrungsgemäß entwickeln sich viele Gespräche aus zufälligen Begegnungen. Ich betrachte unsere Reise nach Leipzig vor allem als Gelegenheit, bereits bestehende Netzwerke zu nutzen und sie auszubauen.

18 März 2024

Iluntasunas Hammer

Ein außerirdisches Wesen blickt einem direkt ins Gesicht, wenn man den PERRY RHODAN-Band dieser Woche in die Hand nimmt. In meinen Augen ist das ein starkes Motiv. Für das Titelbild zeichnet Dominic Beyeler verantwortlich, den Roman mit dem durchaus kniffligen Titel »Iluntasunas Hammer« schrieb Leo Lukas.

Der Autor hatte sichtlich seine Freude daran, eine Metropole zu schildern, in der es von unterschiedlichsten Außerirdischen nur so wimmelt. Als Hauptfigur hat er immerhin Perry Rhodan, und der Terraner ist ja bekannt dafür, dass er auch unter widrigsten Bedingungen in der Lage ist, sich Freunde und Unterstützer zu verschaffen. Gut, dass ihm diese Gabe nicht verlorengeht, während er sich in einem fremden Universum aufhält!

Mir hat bei der Lektüre des Manuskripts gefallen, wie der Autor das Hundertmondereich beschreibt. Es ist eine Kultur, die unglaublich fragmentiert erscheint, mit zahlreichen »kleinen Kulturen«, die sich mehr oder weniger freiwillig mit einer Verwaltung abfinden. Das scheint gut zu klappen – aber natürlich ist auch auf einer solchen Welt mit einer solchen Metropole, wie sie der Roman zeichnet, nicht alles so einfach ...

15 März 2024

Angriff der Schattengarde

Geradezu nett sehen sie aus, die Aliens, die Dirk Schulz auf das Titelbild des Romans gezaubert hat, der in dieser Woche erscheint: »Angriff der Schattengarde« stammt von Susan Schwartz, und die nett aussehenden Aliens sind eigentlich Angreifer, die nichts Gutes im Schilde führen.

Aber die künstlerische Interpretation ist sehr freundlich ausgefallen, was mich nicht stört: Ein Titelbild soll optisch überzeugen, und wenn es inhaltlich nicht ganz passt, macht das unterm Strich nichts.

Der Roman spielt in den Weiten einer fernen Galaxis, die mal als WLM, mal als Lundmark bezeichnet wird. Dort haben es Gucky und die anderen Mitglieder seiner »Reisegruppe« mit alten Bekannten zu tun, aber auch mit Gegnern, die sich für ein Fragment der Superintelligenz ES interessieren. Dabei stößt der Ilt auf einen Gegner, der ihm alles abverlangt …

14 März 2024

Tod aus der Unendlichkeit

Als ich in den 80er-Jahren erstmals von den Galaxien der Superintelligenz ESTARTU und ihren Wundern hörte, war ich fasziniert. Das klang spannend, das hörte sich nach großen Abenteuern unter fernen Sonnen an, und darauf freute ich mich. Ich erinnere mich daran, dass ich teilweise begeistert von den Ideen war, aber meine Probleme damit hatte, mancher Handlungsidee des Autorenteams zu folgen.

Daran denke ich unweigerlich, wenn ich in diesen Tagen den aktuellen Silberband in meiner Hand halte. »Tod aus der Unendlichkeit« ist bereits Band 165 dieser Serie, und man kann ihn seit fast zwei Wochen auch offiziell kaufen. Rainer Nagel hat erneut aus den einzelnen Romanheften der 80er-Jahre ein kompaktes Buch gemacht, das sich in einem Rutsch lesen lässt.

Inhaltlich werden die Bücher von meiner Kollegin Sabine Kropp betreut; ich bin also nicht in den Manuskripten drin, sondern schaue mir am Ende die fertigen Silberbände an. Mir gefällt, wie Rainer Nagel an die Aufgabe herangeht: Er kennt sich mit der Serie und ihrer Geschichte hervorragend aus – sicher viel besser als ich –, und er versteht es, die gelegentlichen Widersprüche der damaligen Zeit in den Griff zu bekommen.

Und so ergibt sich ein packendes Werk, in dem ein großer Konflikt in der Milchstraße im Zentrum steht. Es geht um Sieg oder Untergang, um Freiheit oder Tod – und ein sogenannter Sotho droht mit einer verheerenden Katastrophe. Klingt immer noch nach großen Abenteuern und Wundern!

13 März 2024

Expedition Monol

Ich bin immer wieder von den Titelbildern angetan, die Dirk Schulz für PERRY RHODAN NEO anfertigt. Ein schönes Beispiel hierfür ist das Motiv für den Roman, der in dieser Woche in den Handel kommt: Es zeigt zwei Frauen mit weißen Haaren – so viel kann ich verraten: Arkonidinnen –, deren Körperhaltung verrät, dass die aktuelle Situation für sie sehr tragisch ist.

Was genau mit den beiden Frauen passiert, erzählt Ruben Wickenhäuser in »Expedition Monol«. Dem Autor ist dabei ein packendes Planetenabenteuer gelungen, in dem unter anderem Perry Rhodan selbst eine zentrale Rolle spielt. Der Terraner geht natürlich nicht allein auf seine riskante Mission, er hat Begleitung …

Auf einer anderen Handlungsebene spielt eine Ärztin eine wichtige Rolle. Sie zählt seit dem Beginn der laufenden »Catron«-Staffel zum Personal der Serie, die Autoren haben noch einiges mit ihr vor – und das wird teilweise in diesem Band vorbereitet. Spannend!

12 März 2024

Totenozean

In dieser Woche geht es offiziell los: Unsere neue Miniserie startet. Und ich halte mit großer Freude den ersten Band von PERRY RHODAN-Androiden in meinen Händen. Verfasst wurde der Roman von Kai Hirdt, von dem auch die Exposés stammen, und der Titel des Werks lautet »Totenozean«.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zum ersten Mal das Manuskript las. Der Roman besteht zu einem großen Teil aus Szenen, die im Präsens geschrieben sind. Das ist in der aktuellen Unterhaltungsliteratur derzeit sehr angesagt, gefällt mir persönlich gar nicht so sehr und ist bei PERRY RHODAN nicht so üblich. Die Art und Weise, wie der Autor seine Szenen schildert, vermittelt aber ein Gefühl von »direkt an der Handlung dran« – er kann mit der Gegenwartsform umgehen.

Letztlich ist es nicht so wichtig, wie der Redakteur der Serie einen bestimmten Roman einschätzt. Wichtiger ist, wie ihn die Leserinnen und Leser mögen und was sie von ihm halten. Wir starten mit ihm in einen Zwölfteiler – und die Erfahrung lehrt mich, dass der erste Band einer Miniserie entscheidend ist für den weiteren Erfolg …

08 März 2024

Androiden in Wolfenbüttel

Es hat sich eingebürgert, dass ich an den Wochenenden versuche, die Texte zu lesen, die ich von den Autorinnen und Autoren im Verlauf der Woche erhalten habe, Roman-Manuskripte und Exposés also. Das ist an diesem Wochenende ein wenig knifflig: Ich bin in Wolfenbüttel, wo ich als einer von Dozenten bei einem Seminar im Einsatz. Mein Partner dabei ist der Autor und Redakteur Olaf Brill.

Aber ich bin nicht ohne Manuskripte: Ich habe mir PERRY RHODAN-Androiden eingepackt, die zwei aktuellen Romane in einem sehr frühen Stadium. In den Seminarpausen will ich diese Romane lesen – damit einer davon gleich am Montag ins Lektorat kann, während ich zum anderen ein Feedback an die Autorin schicken werde. Mal schauen, was ich schaffen werde.

07 März 2024

Der Flug der LOVELY BOSCYK

(Aus der Serie »2000 Bände« zurück)

Im November 1985 war Arndt Ellmer immer noch frisch im Autorenteam der PERRY RHODAN-Serie, auch wenn er schon gut ein Dutzend Romane verfasst hatte und vorher bei den ATLAN-Romanen und den Taschenbüchern positiv aufgefallen war. Mit »Der Flug der LOVELY BOSCYK«, der mit der Bandnummer 1264 veröffentlicht wurde, konnte er ein bislang unbekanntes Sternenreich vorstellen.

Die Heimat dieser Nation liegt in den Galaxien der Mächtigkeitsballung Estartu, und eigentlich wäre es ein Schauplatz für mehrere Romane gewesen. In der Serie sollte das sogenannte Chakton-Imperium allerdings nie eine große Rolle spielen – in diesem Roman diente es dazu, für die sogenannten Vironauten einen zusätzlichen Schauplatz zu bieten.

»Dieser Band behandelt in erster Linie die Abenteuer der Vironauten von Roi Dantons LOVELY BOSCYK und leitet dann auf die Geschehnisse im Cepor-System über«, erläutert das Exposé im ersten Satz. In der Tat ging das sehr ausführliche Exposé, das am 15. Mai 1985 verschickt wurde, vor allem auf Roi Danton und Ronald Tekener ein. Ziel war, die beiden bekannten Handlungsträger wieder stärker ins Zyklusgeschehen einzubinden und ihnen beispielsweise Erkenntnisse über Sothalk zu vermitteln, die Umgangssprache der Ewigen Krieger.

Ich gestehe, dass ich mich an den Roman im Detail nicht mehr erinnere. Aber das Exposé zeigt: Dem jungen Autor traute man einiges zu, und er sollte eine wichtige Aufgabe übernehmen …

06 März 2024

Androidische Vorbereitungen

Heute beschäftige ich mich unter anderem mit der kommenden Miniserie. Es sind nur noch wenige Tage, bis der erste Band von PERRY RHODAN-Androiden im Handel sein wird – die Spannung scheint zu wachsen: Jeden Tag treffen neue Bestellungen für Abonnements und Anfragen von Menschen ein, die unsere neue Serie gern lesen wollen.

Währenddessen arbeiten Kai Hirdt als Exposéautor sowie die Autorinnen und Autoren an den Manuskripten, während Dirk Schulz die Titelbilder anliefert. Bei alledem ist viel zu kommunizieren: Wir machen uns Gedanken über die Bildmotive, wir diskutieren über Überschriften und Titel, über Exposés und weitere Inhalte. Ebenso müssen Werbe- und Rückentexte geschrieben werden; gleichzeitig sind diverse Arbeiten mit dem Lektorat abzustimmen.

Ich wiederhole mich sicher: Aber ich finde es jedes Mal aufs Neue spannend, eine neue Serie zu starten!

05 März 2024

Faktisch vier Serien

Dieser Tage wurde es mir bewusst: Wenn man es genau nimmt, arbeite ich derzeit an vier PERRY RHODAN-Serien gleichzeitig. Das klingt auf den ersten Blick vielleicht verwirrend, ist aber schlüssig.

Einmal pro Woche erscheint ein PERRY RHODAN-Roman; das ist die wichtigste Arbeit für mich als Redakteur. Alle zwei Wochen veröffentlichen wir einen Band von PERRY RHODAN NEO. Und ab Mitte März kommt alle zwei Wochen ein Band von PERRY RHODAN-Androiden dazu. Damit arbeiten wir an drei Serien.

Parallel dazu sind wir aber schon mit den Exposés und Datenblättern beschäftigt, die sich auf den kommenden Zyklus beziehen. Ben Calvin Hary als Exposéautor ab Band 3300 und ich sind praktisch in ständigem Dialog in solchen Fragen – und das ist quasi die vierte Serie, mit der ich mich derzeit auseinandersetze.

04 März 2024

Prophanie

Es ist der zweite Teil eines Doppelbandes von Michael Marcus Thurner, und er spielt in der Lundmark – so nennen unsere Figuren in diesem Roman die Galaxis, in der sie unterwegs sind. Swen Papenbrock hat für das Titelbild die THORA in Szene gesetzt; ein klassisches Raumschiffmotiv, wie es schon immer zu unserer Serie gehört.

Der Mausbiber Gucky ist wieder eine der Hauptfiguren des Romans, doch er agiert natürlich nicht allein. Suyemi Taeb als Agentin und erfahrene Einsatzkraft ist an seiner Seite, spielt nicht unbedingt die »zweite Geige« und wird im Verlauf des Romans nicht nur einmal überrascht.

Man muss klar sehen: Sie ist zu einer Lieblingsfigur für den Autor geworden, seit er sie im Rahmen seiner »Terrania«-Trilogie erstmals auftauchen ließ. Mit ihrer tragischen Seite lädt sie vielleicht nicht jeden Menschen dazu ein, sich mit ihr zu identifizieren – aber ich persönlich mag Figuren mit Brüchen und Kanten, und ich denke, das geht vielen Leserinnen und Lesern ebenso.

01 März 2024

Die Dimensionsfalle

Wenn man Science Fiction als ein Genre definiert, in dem es vor allem um Raumschiffe und ihre Besatzungen geht, kommt auf die Leserschaft von PERRY RHODAN NEO in dieser Woche ein echter Raumschiff-Roman zu. Er trägt den Titel »Die Dimensionsfalle« und stammt von Lucy Guth.

Die Autorin ist sicher keine Expertin für Technik und Triebwerke, versteht sich aber darauf, Menschen zu schildern, die in extremen Situationen stecken. Das ist bei diesem Roman ja auch der Fall …

Es geht darum, ein Raumschiff zu retten, das in einer Falle steckt. Dabei müssen technische Geräte eingesetzt werden, dabei spielt aber ebenso ein sogenannter Weltraummensch eine wichtige Rolle. Die Autorin zeigt die Geschichte stets aus der Sicht ihrer Figuren, womit sie es schafft, selbst technische Abläufe spannend zu schildern.

Wie das Geschehen ausgeht, möchte ich an dieser Stelle gar nicht erzählen; nur so viel: Am Ende winkt ein Happy End. Und das gefiel mir ebenfalls ...

29 Februar 2024

Der InfoTransmitter 2001

Die Aufgabe für Klaus Bollhöfener war klar: Für das zweite Halbjahr 2001 benötigen wir eine Broschüre, die alle wesentlichen Elemente unserer Serie zusammenfasst. Auf einen Blick soll also klarwerden, wer wir sind, was wir machen und welche Produkte wir hauptsächlich veröffentlichen. Und so stellte Klaus eine Broschüre zusammen, die acht Seiten im A4-Format umfasste und unter dem Begriff »InfoTransmitter 2001« herauskam.

Das Titelbild zierte das Logo, das wir zu Zyklus um die Solare Residenz entwickelt hatte, und der Hinweis auf »40 Jahre PERRY RHODAN«. Die ersten zwei Seiten stellten die Grundzüge der Serie dar, die Seiten drei und vier informierten über unsere Heftromane sowie die bereits veröffentlichten Silberbände.

Auf der Seite sechs präsentierten wir unsere besonderen Bücher, etwa die Autorenbibliothek oder die »Kosmos-Chroniken«, während auf der siebten Seite die Sonderprodukte gezeigt wurden: die Gucky-Plüschfigur ebenso wie Bastel-Sets oder Hörspiele. Auf der Seite acht fassten wir »die fantastische Welt von PERRY RHODAN« zusammen, kombiniert mit den Büchern der Reihe »Moewig Fantastic«.

Dieser Achtseiter kam gut an. Wir brachten ihn auf der Buchmesse und bei Fan-Veranstaltungen unter die Leute. Er bildete eine Vorlage für weitere Prospekte, die im Verlauf der Jahre und Jahrzehnte entstanden …

28 Februar 2024

Sternensand

Titelbilder, auf denen der Mausbiber Gucky zu sehen ist, haben mir schon immer gefallen. Mit dem Covermotiv dieser Woche hat Dirk Schulz ein besonders gelungenes Bild geschaffen, das nicht nur den Roman »Sternensand« sehr gut illustriert, sondern auch eine kosmische Variante aufweist: Ein freundlicher Außerirdischer zeigt in die Unendlichkeit des Alls.

Der Roman selbst stammt von Michael Marcus Thurner, und der Autor erzählt darin von der Expedition in eine Galaxis der Lokalen Gruppe, über die nicht viel bekannt ist. Auf die Reise geht das Raumschiff THORA mit seiner Besatzung, und zu dieser zählt der Mausbiber in einer herausgehobenen Position.

Ich mag Gucky, seit ich die PERRY RHODAN-Serie lese, möchte aber nicht verschweigen, dass ich in jungen Jahren meine Probleme mit der Figur hatte. Gucky ist eine tragische Figur, gleichzeitig ist er witzig – diesen Widerspruch bekommt man als Autor oder Autorin nicht so leicht in den Griff.

In diesem Roman klappt es von Anfang bis Ende: Der Mausbiber ist ein zentraler Handlungsträger, und er wird so geschildert, wie man ihn sich wünscht – mutig und zielstrebig eben. Sehr schön!

27 Februar 2024

Arndt Ellmer wurde siebzig

Am gestrigen Montag kam ich nicht dazu, eine Gratulation zu schreiben oder sonstwie etwas zu veröffentliche – ich war auf der Autorenkonferenz. Dabei wäre es mehr als angemessen gewesen: Am 26. Februar 2024 konnte Arndt Ellmer seinen siebzigsten Geburtstag feiern. Aus diesem Grund nahm er nicht an der Konferenz teil, schickte uns aber kollegiale Grüße. Darüber freute ich mich sehr.

Der Autor wirkt seit mehr als vierzig Jahren am Kosmos der PERRY RHODAN-Serie mit. Er hat zahlreiche Romane verfasst und die Serie durch viele originelle Figuren geprägt. Vor allem in den 90er-Jahren erwies er sich als einer der wichtigsten Autoren, der bei vielen Projekten mitwirkte, die wegweisend waren. Ich erinnere nur an die CD-ROM »Die Blues«, ein Multimedia-Erlebnis der damaligen Zeit.

Ich selbst lernte Arndt Ellmer in den 80er-Jahren kennen; wann das genau war, kann ich nicht sagen. Seit 1992 arbeiten wir zusammen, und ich weiß, wie oft er schon dafür sorgte, dass Romane »gerettet« wurden. Er sprang in letzter Minute ein und lieferte beispielsweise übers Wochenende ein Manuskript, von dem wir beide wussten, dass es nicht brillant sein konnte. Arndt Ellmer stellte sich immer in den »Dienst der Sache«, er bereicherte die Autorenkonferenzen durch seine Ideenpapiere und steuerte über viele Jahre hinweg die Leserseite.

Denke ich an die vielen Jahre zurück, sehe ich immer den jungen, stets gut gelaunten Schriftsteller vor mir, der auf eigene Kosten zu Cons in der schwäbischen Provinz fuhr, der Leserbriefe an Fanzines schrieb und der sich auch nicht scheute, angehenden Hobby-Schreiberlingen wertvolle Tipps zu geben. Arndt Ellmer ist eine Stütze der PERRY RHODAN-Serie, und ich bin sehr froh, dass es ihn gibt.

Auf die nächsten Jahre und Jahrzehnte, lieber Arndt!

(Das Foto stammt aus dem Jahr 2009. Es zeigt Arndt Ellmer bei der Autorenkonferenz in Rastatt.)

26 Februar 2024

Autorenkonferenz mit strammem Programm

Heute beginnt die diesjährige PERRY RHODAN-Autorenkonferenz. Die Autorinnen und Autoren haben sich bereits zum größten Teil imk Hotel eingefunden, die Redaktion und das Marketing stoßen im Verlauf des Vormittags zu ihnen. Es gibt viel zu besprechen, wir haben ein umfangreiches Programm vorbereitet.

Schwerpunkte sind bei diesen Konferenzen stets die inhaltlichen Fragen. Alles andere muss im Zweifelsfall geschoben werden. Aber natürlich diskutieren wir über Marketing-Ideen und Vertriebsfragen, über Strategien und Leserwünsche.

Aber ein zentrales Thema ist, wie wir den laufenden »Fragmente«-Zyklus zu Ende bringen: Welche Schwerpunkte werden gesetzt, wer schreibt welche Romane? Die Handlung an sich steht, über die muss nicht mehr so intensiv diskutiert werden – aber ergänzende Ideen kann man ja immer brauchen.

Wichtig ist, wie es nach Band 3300 weitergeht. Für den kommenden Zyklus, der ab November 2024 veröffentlicht wird, entstanden schon Exposés und Datenblätter. Heute erfahren die Autorinnen und Autoren mehr, und wir werden sehen, wie wir zusätzliche Ideen und Vorschläge in das Konzept einarbeiten können.

25 Februar 2024

Die Konferenz steht bevor

Der heutige Tag steht im Zeichen von Arbeiten, zu denen ich im Verlauf der Woche nicht bekommen bin, die aber trotzdem wichtig sind: In allen drei Serien, an denen wir derzeit arbeiten, sind Romane und Exposés eingetroffen, die ich teilweise schon durchgearbeitet habe, zu denen ich mich aber mit den Autorinnen und Autoren in Verbindung setzen muss. Und weil morgen die Autorenkonferenz sein wird, werde ich dazu weder am Montag noch am Dienstag die nötige Zeit haben.

Für die Konferenz muss ich ebenfalls einiges vorbereiten; das werde ichwohl heute abend erledigen. Wie ich aus den Mails erfahren habe, sind die Kollegen bereits unterwegs und treffen sich heute abend in einem Restaurant, um gemeinsam zu Abend zu essen. 

Zum ersten Mal nach all den Jahren werde ich an diesem ersten Abendessen nicht teilnehmen können: Es gibt zu viele Dinge zu tun, die keinen Aufschub dulden ... Es geht nicht anders.

22 Februar 2024

Unser viertes Extra

Im März 2007 veröffentlichten wir den vierten Band unserer Reihe PERRY RHODAN-Extra. Weil ich immer noch der Meinung bin, dass es eine der besten Ausgaben dieser Reihe war – vielleicht sogar der beste –, weise ich an dieser Stelle gern darauf hin. Alle Bestandteile dieses Sonderheftes waren und sind meiner Ansicht nach gelungen.

Den Schwerpunkt bildete der Roman vom Wim Vandemaan, zu dem Dirk Schulz das Titelbild lieferte. »Das Andromeda-Monument« greift ein Thema aus der Zeit der Meister der Insel auf und verlegt es in die aktuelle Zeit des Perryversums – hier zeigte der Autor die Vielfalt seiner Ideen. Kein Wunder, dass er wenige Jahre später zu einem unserer Exposéautoren wurde ...

Die Kurzgeschichte »Ein lausiger Historiker« von Andreas Eschbach, die es als Hörbuch gab, finde ich immer noch gut, ebenso die Story »Leviathan 3.0«, die Wim Vandemaan als Hörbuchsprecher beisteuerte. Und nicht zu vergessen »Lebensräume der Zukunft« mit farbigen Bildern von Günter Puschmann.

Schaue ich mir die Publikation heute an, bin ich immer noch stolz auf sie. Man bekommt den Roman nach wie vor als E-Book, aber ich könnte mir ihn sogar in einer modernisierten Version als Print on Demand vorstellen. Man wird als Redakteur ja auch noch träumen dürfen ...

21 Februar 2024

Im Kern des Gasplaneten

In dieser Woche erscheint der vierte Band des »Akonen-Quartetts«, wie wir die vier Bände während der Arbeit daran intern nannten: Es handelt sich um »Im Kern des Gasplaneten«, den aktuellen Roman von Michelle Stern.

Die Autorin setzt darin noch einmal Monkey und seinen Mitstreiter Ram Wood von der USO in Szene, noch einmal kommt es zum Konflikt auf den Welten der Akonen. Es wird ein wenig klarer, welche Ziele die Gegenspieler der Menschheit eigentlich verfolgen – aber es bleiben immer noch genügend Fragen offen.

Die Autorin ist für meine Begriffe eine unserer Spezialisten, wenn es darum geht, Aliens mit all ihren Facetten darzustellen. In diesem Band zeigt sie ihre Action-Seite, sie stellt aber auch die Philosophie dar, die hinter den Aktionen des Gegenspielers der Menschheit steht.

Was bedeuten moralische Aspekte, wenn man sie aus der Sicht eines Chaosdieners betrachtet? Auf diese Weise gelang Michelle Stern ein Roman, in dem Außerirdische sehr wohl eine Rolle spielen – allerdings nicht unbedingt in der Art und Weise, wie ich als Leser es von ihr gewohnt war.

20 Februar 2024

Die Schläferin

Rüdiger Schäfer ist ein Autor, der es sehr gut versteht, das Innenleben von Figuren zu beleuchten und sie den Lesern so plastisch vor Augen zu führen. Darüber hinaus kennt er sich in der Welt von PERRY RHODAN NEO, die er in wesentlichen Teilen erfunden und bestimmt hat, hervorragend aus. Das zeigte er zuletzt bei seinem Roman »Due Schläferin«, der in der vergangenen Woche erschienen ist.

Der Autor wirft einen Blick auf Terrania, die Hauptstadt der Erde, deren Bewohner sich nur langsam von den Schäden erholen, die die Zeit der Aphilie angerichtet hat. Die dramatischen Ereignisse wirken nach und beschäftigen viele Menschen. Rüdiger Schäfer zeigt hier vor allem Reginald Bull, der sich in diesen Zeiten für die Menschheit einsetzt – und die Leser erfahren mehr über Bulls Privatleben.

Die andere Handlungsebene erzählt von der titelgebenden Figur, die in diesem Roman eine wichtige Rolle spielt. Imara Tugh lernt die Erde und ihre Bewohner kennen, sie lernt sie nicht unbedingt lieben, aber sie versteht sie am Ende auf jeden Fall viel besser. Welche Erkenntnisse sie daraus zieht, deutet der Roman am Ende zumindest an …

19 Februar 2024

Omex-7 antwortet nicht

Der Roman erschien bereits in der vergangenen Woche, ich möchte heute trotzdem einige Zeilen über ihn schreiben. Das liegt nicht nur an dem dynamischen Titelbild, das Dirk Schulz für »Omex-7 antwortet nicht« geliefert hat – ich fand das Bild schon als Datei großartig und halte die gedruckte Version für noch gelungener. Oliver Fröhlich als Autor hat darüber hinaus einen packenden Roman verfasst, zu dem der absichtlich »altmodisch« formulierte Titel hervorragend passt.

Das Werk gehört zum Akonen-Quartett, wie wir die Bände intern genannt hatten. Der Autor erzählt vom Einsatz der USO im Sternenreich der Akonen, das sich zu einer Räterepublik entwickelt hat.

Gut gefallen hat mir, wie Oliver Fröhlich eine Figur, die das Exposé nicht als überaus wichtig eingestuft hat, zu einer eigenständigen Figur ausgestaltete. Solche Arbeiten der Autorinnen und Autoren mochte ich schon als Leser – ohne dass ich damals in die Details der Exposés eingeweiht war –, und ich mag sie heute als Redakteur immer noch.

09 Februar 2024

Eine Woche Pause

Wer regelmäßig diesen (oder dieses) Blog besucht, hat sicher schon mitbekommen, dass es nicht immer klappt, jeden Tag einen Eintrag zu liefern. Der allgemeine Zeitdruck lässt das manchmal nicht zu. Dafür bitte ich um Verständnis.

Und jetzt wird auch noch pausiert! Ich habe einige Tage frei und halte mich in dieser Zeit vom Computer frei. Nach aktuellem Stand der Dinge lesen wir uns am 19. Februar wieder.

08 Februar 2024

Pressekonferenz zu Band 2400

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«


Als wir im Sommer 2007 zu einer Pressekonferenz nach Köln luden, waren viele Leute davon überzeugt, dass unser Projekt keine Chance haben würde, auch nur ansatzweise erfolgreich zu sein: Wir wollten, dass jede Woche jeder unsere Romane nicht nur in gedruckter Form, sondern auch als Hörbuch erscheinen sollte. Unser Partner Eins A Medien hatte ein Konzept erarbeitet, wir organisierten die Pressekonferenz – in Zusammenarbeit mit einem Medienbüro in Köln lief alles wie am Schnürchen ab.

Band 2400 sollte der Start in die neue Ära werden: jede Woche ein neues Hörbuch. Das Projekt war ambitioniert, wir gingen es engagiert an. Das Beste an dieser Geschichte – das Projekt läuft immer noch: Jede Woche produziert Eins A Medien ein neues PERRY RHODAN-Hörbuch, verschiedene Sprecher sind dafür tätig. Das finde ich nach wie vor großartig.

Das Bild zeigt Hans Greis, den Geschäftsführer von Eins A Medien, links im Bild, und mich. Wir stehen vor einem großen Plakat, das wir für die Pressekonferenz herstellen ließen und das die Fotografen gern nutzten.

07 Februar 2024

Erinnerung an Hans Frey

In seinem »ersten Leben« war Hans Frey vor allem ein Politiker – von 1980 bis 2005 gehörte der Sozialdemokrat dem Landtag von Nordrhein-Westfalen an. In seinem »zweiten Leben« wurde er als Sachbuchautor und Herausgeber bekannt. Parallel zu alledem war er stets ein PERRY RHODAN-Leser, der unsere Serie in seinen Sachbüchern immer wieder erwähnte, durchaus mit kritischem Blick, aber nie abschätzig.

In Sachbüchern wie »Optimismus und Overkill« stellte er die Entwicklung der Science Fiction dar. In diesem Buch streifte er auch die Entstehung und Bedeutung der PERRY RHODAN-Serie. Zuletzt war er für die Herausgabe einer Reihe mit klassischer deutschsprachiger Science Fiction im Hirnkost-Verlag mitverantwortlich.

Ich lernte ihn bei einer Science-Fiction-Veranstaltung kennen, unser Kontakt war in all den Jahren sehr locker. Ich erinnere mich an ihn als einen quirligen Mann, der immer viele Aktivitäten gleichzeitig betrieb und in seinem Leben noch viel vorhatte. Er starb am 25. Januar 2024 im Alter von 74 Jahren.