19 Oktober 2026

Der ewige Sturz

Jemand fragte mich dieser Tage, ob es nicht irgendwann langweilig werde, immer wieder neue Romane zu veröffentlichen. Ich war wegen dieser Frage zuerst verblüfft, schüttelte dann aber den Kopf: Da jeder Roman anders sei, so meinte ich, sei der Job nie langweilig. Vor allem die Jubiläumsbände unterschieden sich doch sehr.

Schaue ich mir den aktuellen Jubiläumsband an, kann ich meiner eigenen Aussage nur zustimmen. »Der ewige Sturz« von Christian Montillon ist bereits am Wochenende erschienen, mit ihm eröffnen wir den »Chroniden«-Zyklus. Und wir machen dabei etwas, das sonst sehr unüblich ist.

Ein Zyklus in unserer Serie beginnt entweder damit, dass ein Besucher auf der Erde landet und damit außergewöhnliche Ereignisse auslöse – oder dass Terraner unterwegs im All sind und dort auf neue Gegebenheiten treffen. (Ausnahmen bestätigen die Regel, ich weiß; dabei muss ich nur an »Aphilie« denken.)

Diesmal geht’s nicht in die Ferne, sondern in die Tiefe: Der unendlich wirkende Schacht, der sich auf einmal im Indischen Ozean auftut, erweist sich als ein Gebilde, das sich mancher Logik entzieht. Was dann genau geschieht, will ich an dieser Stelle nicht erzählen – das steht ja im Roman –, aber ich fand diesen anderen Ansatz sowohl spannend als auch interessant erzählt.

Mit Christian Montillons Roman setzen wir zu einem neuen Sprung über fünfzig Bände hinweg an. Der Zyklus gehört zum »Elysion«-Komplex, das ist klar, bietet aber eigene Schwerpunkte und steht für sich. Ich bin gespannt, wie das alles bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird.

(Dieses Empfinden habe ich allerdings immer. Langweilig wird das allerdings auch nie.)

Keine Kommentare: