PERRY RHODAN-Redaktion
Diskretes und indiskretes aus der größten Science-Fiction-Serie der Welt
30 Juli 2026
Eröffnung in Saarbrücken
Als Moderatorin trat die Chefin der Public-Relations-Truppe selbst auf. Linda Ivanus-König hatte sich extra einen silbernen Anzug schneidern lassen, damit sie wie ein Astronaut aussah, und sich allerlei Glitzerzeugs in die Haare gemacht – was man sich eben vorstellte, wenn man im Jahr 1986 an Science Fiction dachte.
Ihr Gegenüber stand ein »Roboter«, ein ferngesteuertes Etwas, das allerlei Geräusche von sich gab und sich so verhielt, wie man sich eben einen Roboter vorstellte. In der Euphorie der Con-Eröffnung spielte das alles keine Rolle: Die Rede saß, die Besucherinnen und Besucher jubelten begeistert, alles klappte hervorragend.
Der WeltCon in der Eislaufhalle in Saarbrücken konnte beginnen; er lief tatsächlich reibungslos und mit praktisch keinem Problem. Sprach man später mit Fans darüber, blieb die Eröffnungsrede allerdings weniger in Erinnerung als andere Auftritte …
29 Juli 2026
Sechs Planetenromane von Robert Feldhoff
Ein Logbuch der Redaktion
Mit unseren Partnern von Eins A Medien arbeiten wir schon seit mehr als zwanzig Jahren zusammen: Die Kolleginnen und Kollegen aus Köln vertonen jeden Roman, den wir publizieren. Seit Band 2400 heißt das: jede Woche ein Hörbuch. Dazu kommen die Audio-Ausgaben der PERRY RHODAN-Bücher, der Serie PERRY RHODAN NEO sowie der diversen Miniserien.
Ich freue mich immer, wenn ich mit den Kollegen von Eins A Medien spreche. Man spürt in den Gesprächen, mit welchem Herzblut und welchem Engagement sie bei der Sache sind und immer wieder nach neuen Möglichkeiten suchen, spannende Hörbücher zu veröffentlichen.
Dabei bewegt sich das Label nicht nur in PERRY RHODAN-Bahnen, sondern längst darüber hinaus. Mit dem »Warhammer«-Universum hat Eins A Medien beispielsweise einen eigenständigen Hörbuch-Kosmos für sich erschlossen. Das finde ich faszinierend, auch wenn ich selbst mich damit gar nicht auskenne.
Aber zurück zu PERRY RHODAN. Vor allem am Anfang war Josef Tratnik der zentrale Sprecher. Er las die Silber Edition in den ersten Jahren als einziger Sprecher ein. Seine Stimme begleitete die Hörerinnen und Hörer durch die Mondlandung, die Begegnung mit Arkoniden, Akonen und Blues, den Vorstoß nach Andromeda und in andere Galaxien, die Krise durch den Schwarm und das Konzil der Sieben. Für die neueren Hörbücher zeichneten jüngere Kollegen verantwortlich.
Seit einiger Zeit pausierte Josef Tratnik eigentlich und genoss seinen Ruhestand. Doch er wollte wieder etwas mit PERRY RHODAN vorlesen – und weil sowohl wir in der Redaktion als auch die Kollegen bei Eins A Medien das gut fanden, überlegten wir, welches Thema ihm wohl angemessen sein könnte.
Wir kamen auf einen »modernen Klassiker«, wie man das so schön nennt, und entwickelten die »Robert-Feldhoff-Edition«: sechs Romane des viel zu früh verstorbenen Schriftstellers, die Josef Tratnik einlesen und die Eins A Medien nacheinander veröffentlichen würde. Ich finde, dass das eine sehr gute Kombination ist.
Robert Feldhoff war sicher der PERRY RHODAN-Autor, der die Serie in den 90er-Jahren und in der ersten Hälfte der Nuller-Jahre am Stärksten prägte. Dank seiner Ideen wurde das »Perryversum« um neue Figuren und kosmische Konzepte erweitert, kamen neue Serien in den Handel – ATLAN konnte wiederbelebt werden, es gab Taschenbuch-Zyklen – und wurde unsere Marke in den »neuen Medien« stärker präsent.
Von ihm stammen zentrale Figuren und Konzepte der neueren Zeit: Voltago, der mysteriöse Roboter, die Kosmischen Fabriken und die Diener der Materie, die Brücke in die Unendlichkeit und die Koalition von Thoregon, die uralte Superintelligenz ARCHETIM und viele andere Themen mehr. Bis heute werden seine Ideen in unseren aktuellen Romanen verwendet, sie sind zu Grundlagen unserer Serie geworden.
Dabei geht gelegentlich unter, dass Robert Feldhoff zahlreiche spannende Romane schrieb, die den Serienkosmos eigenständig erweiterten und die man ohne Vorkenntnisse verstehen kann. Sie wurden im Rahmen der Planetenromane veröffentlicht und bieten stets abenteuerliche Science Fiction. Wer PERRY RHODAN noch nicht kennt, wird mit diesen Abenteuern gut in das Universum eingeführt – bekannte Figuren wie Perry Rhodan selbst treten kaum auf, meist konzentriert sich der Autor auf Figuren, die eher »am Rand« stehen, und zeigt ihre Schicksale.
Mit Romanen wie »Scitt, der Zwerg« und »Die Toleranz-Revolution« erzählte er Episoden, die frühere Zyklen ergänzen; mit »Die Ferrol-Dolche« und »Raumpiloten« lieferte er actionreiche Geschichten, die auf Planeten spielten, die jeder PERRY RHODAN-Leser kennt. Mir persönlich gefiel immer »Die Show der Sterne« ganz besonders, weil der Autor seine Hauptfigur dabei in einen Kosmos der Wunder stolpern lässt.
Die stärkte Geschichte in der Edition aus sechs Planetenroman-Hörbüchern ist sicher »Terra in Trance«; der Roman spielt gewissermaßen am Ende des »Cantaro«-Zyklus und ergänzt diesen hervorragend. (Er verrät allerdings den Schluss des Zyklus; so viel sei an dieser Stelle angemerkt.)
Auf die »Robert-Feldhoff-Edition« freue ich mich schon sehr. Ich möchte die sechs Hörbücher allesamt selbst hören – mit Josef Tratniks Stimme und Robert Feldhoffs Geschichten reise ich damit wieder ins Perryversum …
(Dieses Logbuch stand im Juli auch schon auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)
28 Juli 2026
Der letzte Mentalstabile
Den Roman dazu verfasste Leo Lukas, er trägt den Titel »Der letzte Mentalstabile«. Richtig gelesen!, es heißt nicht »Mentalstabilisierte«. Der Autor hat sich bei diesem Titel etwas gedacht, und er passt wunderbar zum Inhalt. Denn die Person, um die es geht, ist anscheinend die Einzige, die in der aktuellen Situation im Heimatsystem der Menschheit stabil bleibt.
Dem Autor gelingt ein packender Blick ins Innere einer Gesellschaft, der offensichtlich die Balance abhanden gekommen ist. Die Menschheit steht vor einer großen Bewährungsprobe, und wie es aussieht, weiß noch niemand, wie man sich ihr wirklich stellen kann …
27 Juli 2026
Der dunkle Imperator
Ich fand stark, wie die Autorin beispielsweise Thora beschreibt. Die Arkonidin muss sich einer Frau stellen, die sie sich vorher nicht einmal vorzustellen wagte. Und sie muss erneut nach Arkon, um sich in die Konflikte der Khasurn einzumischen. Nur so, glaubt sie, ist eine Katastrophe aufzuhalten, die sonst die Republik Arkon bedroht.
Bei diesem Roman handelt es sich um den vorletzten Teil der laufenden »Artefakte«-Staffel. In mancherlei Hinsicht legt die Autorin darin die Grundlagen für die kommende »Entropia«-Staffel, und das erzählt sie mit starken Bildern und eindrucksvollen Szenen.
24 Juli 2026
Romane, Anzeigen, Texte
Während derzeit die abschließenden Bände der »Artefakte«-Staffel veröffentlicht werden, arbeiten die Autorinnen und Autoren intensiv an der Staffel, die aus den Bänden 390 bis 399 besteht. In der Redaktion planen wir parallel das Marketing: Anzeigen werden erstellt, Videos vorbereitet, Texte geschrieben. Eine Leseprobe steht bereits, die Landingpage auf unserer Internet-Seite wird optimiert.
Bei unserer Werbung versuchen wir immer, unterschiedliche Gruppen mit Motiven und Texten anzusprechen, die sie interessieren: Es nutzt bei potenziellen Neulesern nicht viel, auf bekannte Begriffe aus der Vergangenheit der PERRY RHODAN-Serie zu setzen.
Bei Lesern, die unser Universum gut kennen oder früher unsere Serie gelesen haben, ist das naturgemäß anders. Sie kann man mit bestimmten Namen oder Bezeichnungen aufmerksam machen. Schauen wir mal, was wie »funktioniert«.
23 Juli 2026
Grundsatzdiskussionen im Vorfeld des WeltCons
Zur letzten großen Besprechung vor dem großen PERRY RHODAN-WeltCon fanden sich Katrin Weil und ich im Konferenzraum der Geschäftsführung ein. Wir hatten an diesem 31. August 2011 eigentlich keine Zeit für ausführliche Gespräche, weil wir an vielen Themen gleichzeitig arbeiteten – aber die vielen Diskussionen brauchten ihre Zeit, und so dauerte die Konferenz sage und schreibe drei Stunden.
Vor allem der anstehende WeltCon wurde zum Thema für viele Diskussionen. Wir wussten kurz vor der Veranstaltung noch nicht, wie viele Besucher wir in Mannheim haben würden. Ich wurde gefragt, wieso wir es nicht geschafft hätten, externe Sponsoren anzusprechen; diese seien doch in der Lage gewesen, etwaige Defizite der Veranstaltung aufzufangen.
Ich verwies darauf, dass wir das versucht hätten, dass aber auch der Kollege aus dem Verlag, der sich mit dem Thema beschäftigt hatte, nichts erreicht hätte. Und als ich »auf dem letzten Drücker« im Sommer noch ein Konzept für Sponsoren geschrieben hätte, sei das schlicht zu spät gewesen. Der Unmut blieb allerdings.
Für Ärger sorgte auch die Zusammenarbeit mit der Firma, über die wir den Vorverkauf laufen ließen. Ich berichtete von Beschwerden der Besucher, die sich über die übersteigerten Gebühren der Firma einerseits und einen schlechten Service andererseits ärgerten. Ich wiederum hätte gern klare Zahlen gehabt – aber man sagte mir immer wieder, dass ich damit erst nach dem WeltCon rechnen könnte. In diesen Tagen war ich sehr oft sehr dünnhäutig, die Arbeitsbelastung war extrem hoch; bei dieser Besprechung war ich mehrfach kurz davor, richtig laut zu werden.
In Zusammenhang mit dem WeltCon und unserem Serienjubiläum wurde immerhin gelobt, dass unsere Pressearbeit gut gelaufen war. Wir hatten zahlreiche Interview-Anfragen, viele Journalisten riefen bei uns an und wollten mit Autorinnen und Autoren oder gelegentlich auch mit mir sprechen. Das kam alles »on top«, wie ich betonte. All diese Arbeiten mussten »nebenbei« erledigt werden.
Nicht zu vergessen der Dokumentarfilm »Unser Mann im All«, den die Firma Florianfilm verantwortete: Am 31. August 2011 sollte die Premiere erfolgen; zu diesem Zeitpunkt wussten wir allerdings noch nicht, wie sie gelaufen war. Am 1. September würde man in Hamburg die Kurzversion zeigen, die dann bei ARTE im Fernsehen laufen sollte. Inwiefern wir bei dieser Aufführung die Kolleginnen und Kollegen der Konzern-Kommunikation einbinden sollten, war noch nicht ganz klar.
Danach ging es an die Themen, die für unsere wöchentliche Produktion wichtig waren. Im Juli war mit »Das Thanatos-Programm« der aktuelle Jubiläumsband erschienen. Uwe Anton hatte damit den »Neuroversum«-Zyklus eingeleitet, für den er auch die Exposés verfasste. Der Band hatte sich deutlich besser als die vorherigen Romane verkauft, danach war die Auflage aber wieder ein wenig abgesackt, so dass wir wieder auf dem bisherigen Stand waren. Wie sich der Zyklus und seine Verkaufszahlen weiter entwickelte, mussten wir nun abwarten.
Bei den Planetenromanen waren die Auflagenzahlen nicht so begeisternd; die Verkäufe reduzierten sich von Roman zu Roman. Mein Argument war, dass viele der Stammleser diese Geschichten schon kannten; wir sollten deshalb neue Romane veröffentlichen. Das Thema wollten wir aber erst einmal schieben: »Wenn PERRY RHODAN NEO gut läuft, gibt das auch den Planetenromanen einen Schub«, hoffte unser Geschäftsführer.
Für die neue Serie rührten wir auf jeden Fall die Werbetrommel. Plakate für den Bahnhofsbuchhandel wurden gedruckt, in 15 Sekunden langer Kurzfilm für die Fernsehwerbung wurde vorbereitet. Im Zeitraum vom 29. September bis 1. Oktober 2011 wollten wir damit vor allem »eine männliche Zielgruppe« ansprechen. Wir hatten Thekenaufsteller produzieren lassen, die in den Fachgeschäften platziert werden sollten
Ein wichtiges Thema war zudem das PERRY RHODAN-Extra. Die zwölfte Ausgabe hatte sich sehr ordentlich verkauft, wenngleich wir nicht begeistert waren. Wir hofften auf die Ausgabe 13, für die wir eine spezielle Beilage vorgesehen hatten: Wir würden die Perrypedia beilegen – auf einer CD-ROM.
Das Online-Lexikon, das von PERRY RHODAN-Fans zusammengestellt wurde, wuchs seit einiger Zeit mit rasendem Tempo, und ich fand es gut. Aber nicht jeder Leser kannte es, und wir wollten es so allen Leserinnen und Lesern als Nachschlagewerk zur Verfügung stellen. Mit den Fans, die für die Perrypedia verantwortlich waren, hatten wir eine entsprechende Vereinbarung geschlossen.
»Das wird die teuerste Beilage, die wir bisher hatten«, wurde ich kritisiert. Aus diesem Grund sollte sich der Preis für das PERRY RHODAN-Extra auch erhöhen – er wurde auf 3,95 Euro festgelegt. Ich war dennoch optimistisch, dass die Kunden diesen Preis akzeptieren würden; das Heft hatte sich zuletzt bewährt, und ich mochte die Art der Zusammenstellung selbst sehr.
22 Juli 2026
Kein Fußball im Jahr 2026?
In diesem Jahr hatten wir das nicht auf dem Zettel. Dass Fußball ein Thema im Perryversum ist, haben wir nun oft genug erzählt; das wollten wir nicht erneut erwähnen. Und bei vielen Menschen in unserem Umfeld war die Weltmeisterschaft in Nordamerika nicht sonderlich beliebt – ich habe sie beispielsweise nur am Rande mitbekommen, während ich in früheren Jahren viele Spiele anschaute.
Heißt das, dass das Thema Fußball für unsere Serie erledigt ist? Ich glaube nicht. Sport ist auch in der Zukunft, von der wir erzählen, ein Thema, und wir haben mehrfach ausgesagt, dass Fußball immer noch sehr populär ist. Es spricht also nichts dagegen, das Thema erneut zu bringen – 2026 bot sich dafür einfach keine sinnvolle Gelegenheit.





