20 Mai 2026

Autorenkonferenz im April 2026

Ein Logbuch der Redaktion


Seit vielen Jahren nehme ich an Besprechungen mit Autorinnen und Autoren teil, und die alljährliche Autorenkonferenz bildet dabei stets einen Schwerpunkt. Ich finde es immer wieder bereichernd, mit dem Team zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, auf die niemand allein gekommen wäre. Dabei ist so eine Konferenz immer ein Wagnis. Man weiß nie, was passieren wird und welches Ergebnis am Ende auf dem Tisch liegt …

Zur diesjährigen Autorenkonferenz hatten wir wieder nach Karlsruhe geladen. Wir hatten das Team im Novotel untergebracht, das sehr praktisch zwischen dem Hauptbahnhof und der eigentlichen Innenstadt liegt. Am Donnerstag, 8. April 2026, reisten die meisten an, also trafen wir uns bereits an diesem Abend zum gemütlichen Essen.

Ich fuhr am Nachmittag mit meinem Rad los und traf nach 16 Uhr beim Hotel ein. Dort stieß ich auf Oliver Fröhlich und Ben Calvin Hary, mit denen ich kurz plauderte. Danach gingen Ben und ich spazieren: Wir stromerten durch die Südstadt von Karlsruhe und setzten uns in ein Eiscafé, wo wir Kaffee und Eis genossen – bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – und über die Konferenz sprachen. Ben stellte mir die Konzepte vor, die er den Kollegen präsentieren wollte; das fand ich alles stimmig und interessant.

Wir gingen ins Hotel zurück und von dort kurze Zeit später zu einem Restaurant, das vor allem griechische Spezialitäten anbot. Wir waren eine sehr muntere, teilweise auch laute Gruppe. Es entwickelten sich zahlreiche Gespräche, in denen es nicht nur um die Arbeit an unserer Serie ging, sondern ebenso um allgemeine Themen. Wenn man sich lange kennt, hat man schließlich Einblicke in die privaten Verhältnisse der Kollegen und tauscht sich auch über diese aus.

Ich begleitete das Team zurück ins Hotel, wo sich einige noch an die Bar begaben. An diesem Abend zog ich es vor, zeitig auf mein Fahrrad zu steigen und in einen anderen Stadtteil von Karlsruhe zu strampeln.

Die eigentliche Konferenz am Freitag, 9. April 2026, begann um zehn Uhr. Die Sonne schien, es war richtig warm in Karlsruhe. Für den Sonnenschein hatten wir allerdings kaum einen Blick: Es gab genügend zu tun. Es ist hoffentlich nachvollziehbar, dass ich an dieser Stelle nicht auf die Details der Handlungsplanung eingehe; das wird man alles ab Oktober 2026 in den einzelnen PERRY RHODAN-Romanen lesen können.

Am Vormittag stellte ich die aktuelle Situation im Verlag und im Zeitschriftenmarkt dar. PERRY RHODAN war immer noch »Marktführer« im Bereich der Heftromane, die E-Books florierten, und wir waren dabei, neue Lizenzthemen zu bearbeiten. Darüber berichtete dann Adnan Turan: Er informierte über das aktuelle Marketing und wie wir mit gezielten Aktionen im Social-Media-Bereich oder bei den E-Books immer wieder auf unsere Serie aufmerksam machen.

Den Schwerpunkt am Vormittag bildete die Manöverkritik. Ben Calvin Hary hatte ein Arbeitspapier vorbereitet, in dem er selbstkritisch auflistete, was seiner Ansicht nach nicht optimal gelaufen war. Darüber diskutierten wir intensiv, auch deshalb, weil sich vom kritischen Blick auf die eigene Arbeit ja Konsequenzen für den kommenden Zyklus ableiteten.

Nach dem Mittagessen, das wir im Restaurant des Hotels einnahmen, ging es an die Zukunft. Ben präsentierte die Planung für den neuen Zyklus, der im Oktober 2026 mit Band 3400 beginnen wird. Er stellte die Schwerpunkte vor und zeigte auf, wo sich welche Figuren gut platzieren ließen.

Das wurde sofort rege diskutiert. Unter anderem ging es um eine wichtige Aufgabe für Sichu Dorksteiger, ebenso um eine mysteriöse Figur, auf die Perry Rhodan und seine Gefährten in einer anderen Galaxis treffen werden. Dass wir die Handlung auf der Erde beginnen lassen wollten, war relativ schnell klar – aber wohin würden sich die ersten Bände konkret entwickeln? Bens Konzept bildete für viele Gesprächsrunden wesentliche Grundlagen.

Am späten Nachmittag kam ein Film-Team vorbei, das Teile der Konferenz filmte, bevor es dann dazu überging, die Interviews mit einzelnen Autorinnen und Autoren aufzuzeichnen. Diese kurzen Interviews steuerte Adnan Turan, der auch die Fragen stellte und deshalb viel zu spät zum Abendessen kam – das nahmen unser Team wieder im Restaurant des Hotels ein.

An diesem Abend wurde es spät. Wir blieben lang im Restaurant sitzen und trafen uns später noch an der Bar. Erst nach ein Uhr verließ ich die fröhliche Runde, um nach Hause zu radeln.

Eine ertragreiche Konferenz lag hinter mir – so liebe ich meine Arbeit als PERRY RHODAN-Redakteur!

(Dieses Logbuch wurde vor einigen Tagen auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.)

19 Mai 2026

Pilger in Raum und Zeit

Ich freue mich immer, wenn ein Roman von Hubert Haensel erscheint. Der Autor, mit dem ich seit den 90er-Jahren zusammenarbeite, versteht es hervorragend, die einzelnen Facetten des PERRY RHODAN-Universums in all ihrer Vielfalt darzustellen. Man merkt, dass er sich auskennt, und man merkt, dass er an seinen Werken mit viel Engagement und auch Begeisterung für die Serie arbeitet.

Das ist auch bei dem Roman zu spüren, den wir in dieser Woche veröffentlichen. In »Pilger in Raum und Zeit« kann der Autor mit Reginald Bull arbeiten – das ist wohl die Figur, mit der am intensivsten vertraut ist. In früheren Jahren war Hubert Haensel sogar in der gleichen Haarfarbe wie Reginald Bull bei Fan-Treffen unterwegs.

Diesmal erzählt er von Reginald Bull, der sich der fernen Galaxis Malora nähert. Dort warten Geheimnisse auf die Besatzung des PHOENIX, auf die sie nicht unbedingt vorbereitet sind. Doch irgendwie scheinen der Sternwürfel, der Stellare Hauch und diese Sterneninsel miteinander zusammenzuhängen …

Mir gefällt es ja immer, wenn es einem Autor gelingt, in seinem Roman die wichtigsten Handlungsfäden zu einer Einheit zu verschmelzen. Das schafft Hubert Haensel auch in diesem Band!

18 Mai 2026

Spur in den Abgrund

Das Titelbild, das Dirk Schulz für den Roman von PERRY RHODAN NEO angefertigt hat, der in dieser Woche erscheint, finde ich sehr stimmig. Es zeigt eine der Hauptfiguren von »Spur in den Abgrund«, zugleich ist es eine Impression – also keine Eins-zu-Eins-Abbildung einer Szene – des Abgrunds, der diesem Roman seinen Titel gibt.

Stefan Pannor schrieb den Roman, der die Welt Lepso nun auch im Universum von PERRY RHODAN NEO verankert. Lepso ist eine Welt der Gesetzlosen, eine Welt der Abenteurer und Gangster, des Lasters und des Glücksspiels. Wer sich in unserem Serienkosmos auskennt, hat ein Bild von Lepso, das durch zahlreiche Romane erzeugt worden ist. Bei PERRY RHODAN NEO sieht dieser Planet natürlich deutlich anders aus. Gesetzlos ist Lepso allerdings auch hier …

Dem Autor gelingt ein spannendes und auch glaubhaftes Bild einer Welt, deren Bevölkerung in Schichten lebt. Es gibt zwar eine Polizei, die aber extrem in die Machtkonflikte des Planeten eingespannt ist. Und in diesem Durcheinander suchen Perry Rhodan und seine Gefährten nach einem speziellen Artefakt – die turbulente Handlung zeigt dabei die unterschiedlichsten Bereiche Lepsos. Sehr gelungen!

13 Mai 2026

Wie entstehen die Titel?

Gelegentlich werde ich gefragt, wie bei PERRY RHODAN eigentlich die Titel der Romane zustande kommen. Das hat sich im Verlauf der Jahre tatsächlich geändert …

Als ich bei PERRY RHODAN anfing, schickten die Autoren ihre Manuskripte als Ausdruck und per Post, der bei uns im Verlag dann »erfasst« wurde, also noch einmal abgetippt. Auf das Deckblatt schrieben die Autoren ihre Vorschläge für den Titel und die Untertitel. Ich suchte dann das aus, was ich für passend hielt, und schrieb die Titelei in eine entsprechende Liste – die wurde in regelmäßigen Abständen hausintern verteilt. So waren alle auf dem Laufenden; diskutiert wurde darüber aber nicht.

Heute schickten mir die Autorinnen und Autoren recht früh ihre Vorschläge für die Titel und die Untertitel an mich; natürlich per Mail Zu dieser Zeit sind die Manuskripte der einzelnen Romane aber noch nicht fertig; wir diskutieren also oft über etwas, das nicht vollständig vorliegt. Aber heute brauchen wir die Titel aus unterschiedlichen Gründen ein bisschen früher als damals.

Ich prüfe die Titelei: Gab es das schon einmal? Gibt es Titel, die zu ähnlich sind? Gibt es vergleichbare Titel außerhalb unserer Serie? Verstehen die potenziellen Kunden überhaupt, was wir wollen?

Meist übernehme ich die Vorschläge, die aus dem Team kommen. Manchmal schicke ich Gegenvorschläge zurück. Meist sind wir nach zwei, drei Mails fertig – aber es ist heute definitiv mehr Arbeit als früher. Weil wir heute die Zeit haben, die Titel zu diskutieren, nehmen wir sie uns schließlich auch …

12 Mai 2026

Der kosmische Kurator

Der PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche erscheint, ist in mancherlei Hinsicht eine Besonderheit. So haben wir beispielsweise einen neuen Illustrator für die Titelbilder. Den Portuu, den man auf dem Titelbild sehen kann, setzte Simon Sänger in Szene – mir gefällt seine Darstellung sehr gut. Ich bin gespannt darauf, wie sie bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird.

Den Roman selbst verfasste Leo Lukas. »Der kosmische Kurator« ist eine mysteriöse Figur, die in diesem Roman noch nicht viel von ihren Geheimnissen preisgibt. Ein wichtiges Geheimnis wird mehr oder weniger gegen seinen Willen gelüftet – das empfinde ich als eine hübsche Pointe am Ende.

Daneben geht es ein bisschen um Whisky, und Reginald Bull erinnert sich an einen alten schottischen Freund. (Ich bin mir sehr sicher, dass dieser Schotte in Wirklichkeit aus Rheinland-Pfalz stammt, aber das ist ein sogenannter Insider-Gag, den ich an dieser Stelle nicht im Detail aufklären möchte …)

11 Mai 2026

Neustart in Köln

Der ColoniaCon am Wochenende war eine gelungene Veranstaltung, die mir sehr gut gefiel. Den meisten der Anwesenden schien das Programm auch gefallen zu haben; die Stimmung war positiv. Und wer sich für PERRY RHODAN und das Umfeld unserer Serie interessierte, kam sicher auf seine Kosten.

Es waren mehrere Autorinnen und Autoren anwesend. Lucy Guth, Rüdiger Schäfer, Dietmar Schmidt, Kai Hirdt, Ruben Wickenhäuser, Ben Calvin Hary, Oliver Müller, Marie Erikson und Oliver Fröhlich, ebenso Autorenlegenden wie Arndt Ellmer und Uwe Anton – dazu Autoren, die bisher vor allem bei den Miniserien in Erscheinung getreten sind wie Thorsten Schweikard. Ich bin sicher, dass ich den einen oder anderen Namen in meiner Aufzählung vergessen habe, wofür ich um Entschuldigung bitte. Mit Dieter Schmidt war zudem einer unserer Lektoren vor Ort – er betreut bekanntlich PERRY RHODAN NEO.

Die Redaktion war durch Adnan Turan und mich vertreten. Wir hatten eine Reihe von Gesprächen mit den anwesenden Autoren, wir sprachen lang mit den Kollegen von Eins A Medien, unseren Partnern in Sachen Hörbuch, die ja aus Köln kommen, und wir saßen auf der Bühne. Uns beiden machte das Geschehen viel Freude – der Neustart der altehrwürdigen Fan-Veranstaltung ist meiner Ansicht nach gelungen.

07 Mai 2026

Gucky und die blauen Haare

Als die PERRY RHODAN-Redaktion im Spätsommer 1996 auf die PopKomm nach Köln fuhr, also auf die Messe für Jugend- und Popkultur, wusste niemand so richtig, was auf uns zukommen würde. Eckhard Schwettmann kannte die Veranstaltung und ihre Macher, er wollte auf diese Weise seine bisherigen Kontakte für unsere Serie nutzen. In einem gewissen Umfang klappte das ja auch alles.

Unter anderem hatten wir die Chance, eine PERRY RHODAN-Ausstellung in der Messehalle unterzubringen. Zu sehen waren Originalbilder von Johnny Bruck, ein großer »Gucky«-Aufsteller, den wir ja immer noch haben, und ein Computerbildschirm, auf dem Videos liefen.

Das Bild zeigt mich neben Gucky; ich hatte damals Haare in einem schönen Blau. Im Hintergrund ist Oliver Reiff zu erkennen, einer der zwei Männer, die damals unseren PERRY RHODAN-Auftritt im Internet steuerten und der heute noch für die Firma Trilobit verantwortlich ist.

(Wer das Foto schoss, ist leider nicht mehr nachvollziehbar. War’s Peter Fleissner oder jemand vom Verlag?)