22 August 2019

Die ersten Skizzen zum »neuen« Perry

Im Spätsommer 1997 begann man im Verlag damit, Perry Rhodan als Figur neu zu designen. Erste Kontakte zum Renato Casaro hatte man im September 1997 geschlossen, und im Verlauf der folgenden Monate hatte man sich vertraglich geeinigt. Ab Dezember 1997 begann der Künstler damit, die Figur des Raumfahrers für sich zu erarbeiten.

Eine erste Skizze wurde am 18. Dezember 1997 in den Verlag geschickt. Sie zeigte Perry Rhodan in einem sehr körperbetonten Raumanzug; das Gesicht passte noch nicht ganz, aber da war sich der Künstler ohnehin nicht richtig sicher. Zudem feilte er an den Details, für die er weitere Hinweise aus der Redaktion benötigte.

Im Verlag war man sich aber sicher: Mit Renato Casaro hatte man den richtigen Künstler gefunden; das Design des Raumfahrers Perry Rhodan sollte damit gelingen.

21 August 2019

Eine Plastikblume im Gewehr

Als ich dieser Tage wieder dabei war, »Die Gelben Eroberer« anzuhören, die Silber Edition 58, gelesen von Josef Tratnik, fiel mir ein ausgesprochen schönes Zitat auf:

»Ich sah mich nach einem geeigneten Gegenstand um, den ich Dalaimoc in Ermangelung der Kaffeekanne über den Schädel hauen konnte. Mein Blick fiel auf den Maschinenkarabiner des Albinos; die Waffe lehnte am Bett; eine Plastikblume steckte in der Mündung.«

Mit Dalaimoc ist der Mutant Dalaimoc Rorvic gemeint, über dessen Fähigkeiten sich die Autoren anfangs nicht so richtig klar waren. Der Ich-Erzähler ist Tatcher a Hainu. Beide Figuren waren von William Voltz in die PERRY RHODAN-Serie eingeführt wurden, nach einem ersten Roman kümmerte sich vor allem H. G. Ewers um sie.

Die Szene entstammt im Original dem PERRY RHODAN-Roman »Die Macht der Sieben«, den H. G. Ewers verfasste und der 1971 veröffentlicht wurde. In ihm stellt der Autor, der seine Erfahrungen mit dem Dritten Reich und der DDR gesammelt hatte, seine Meinung zum Blockdenken jener Zeit sehr klar dar: Der Planet Redmare wird von zwei Machtblocks beherrscht, die sich gegenüberstehen; ein finaler Krieg mit Atomwaffen steht bevor.

Die Blume in der Waffe verweist auf die Anti-Kriegs-Demonstrationen jener Jahre. Leider kann ich den Autor nicht mehr fragen – ich bin sicher, dass er diese winzige Bemerkung ganz bewusst platziert hat. (Auch dafür mag ich die alten PERRY RHODAN-Romane!)

20 August 2019

Der Psychofrost in der Redaktion

Es hat in der Tat seine Vorteile, in der Redaktion einer Science-Fiction-Serie zu arbeiten: Man bekommt manche Druckwerke einfach druckfrisch – im wahrsten Sinne des Wortes. So schickte in dieser Woche die Druckerei uns die aktuellen Belegexemplare des neuen PERRY RHODAN-Buches zu. Seither liegen drei Exemplare von »Psychofrost« in meinem Büro, eines davon nahm ich mir übers Wochenende mit.

Nein, ich las es nicht durch, aber ich blätterte darin. Es ist lange her, seit ich die entsprechenden Romane gelesen habe. Ich fand sie damals phantasievoll und spannend, nicht unbedingt immer wissenschaftlich durchdacht, aber stets unterhaltsam. Die zweite kosmische Phase der PERRY RHODAN-Serie – die erste hielt von Band 700 bis etwa 950 an, würde ich sagen – erreichte in den Heften, die jetzt die Basis für Silberbände bieten, ihren Höhepunkt.

Die Angriffe des Dekalogs der Elemente und die vielen phantastischen Ideen, die sich damit verbanden, finde ich immer noch richtig gut. Die Veränderungen in der Milchstraße finde ich heute skurril, etwa die plötzlich so munteren Posbis, aber ich erinnere mich daran, wie verwunderlich ich das damals mag.

Es sind viele starke Romane, die ein insgesamt gelungenes Gesamtkonzept ergeben. Für mich ist dann stets interessant, wenn ich sehe, wie Leser heute auf die klassischen Romane reagieren …

19 August 2019

Osnabrück bildet einen Schwerpunkt

Wie immer lese ich die Zeitschrift »SOL« mit großem Interesse. Da macht die Ausgabe 95, die im August zugestellt wurde, überhaupt keine Ausnahme. Das Magazin der PERRY RHODAN-FanZentrale präsentiert sich durchgehend in schickem Vierfarbdruck und ist 68 Seiten im A4-Format stark; das finde ich sehr stark. (Wenn ich bedenke, wie bescheiden das Magazin vor über zwanzig Jahren gestartet ist, hat sich schon sehr viel getan.)

Als zentrales Thema des Heftes haben sich die dritten PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück herausgestellt. Es gibt Con-Berichte sowie ausführliche Zusammenfassungen einzelner Programmpunkte. Ich war selbst baff, in diesem Heft zu lesen, was ich auf der Bühne alles ausgeplaudert hatte. Aber gut – dafür ist so ein Con ja auch da.

Das zweite zentrale Thema ist die aktuelle Miniserie. PERRY RHODAN-Mission SOL wird in mehreren Interviews vorgestellt. Ein Interview führte die Redaktion auch mit Klaus Bollhöfener und Katrin Weil vom PERRY RHODAN-Marketing; die beiden geben klare Auskünfte zu den kritischen Fragen. Eine schöne Mixtur ist dadurch entstanden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Beiträge, die ich für lesenswert halte: kritische Rezensionen zu den einzelnen Romanen unserer Serie, Interna zur PERRY RHODAN-FanZentrale oder ein Artikel zum Städtebau in der Zukunft. Starkes Heft, eine tolle Leistung der Redaktion um Christina Hacker! (Man kann es direkt über die Internet-Seite der FanZentrale bestellen.)

16 August 2019

Zurück nach Arkon

Wie es sich wohl anfühlt, nach einigen hundert Jahren erst wieder in die Heimat zurückzukommen und diese völlig verändert vorzufinden? Für Atlan, eine der wichtigsten Figuren der PERRY RHODAN-Serie, sollte das keine völlig neue Empfindung sein. Immerhin hat der Arkonide zeitweise viele Jahrtausende auf der Erde verbracht …

Im anstehenden PERRY RHODAN-Roman von Hubert Haensel unternimmt Atlan einen neuen Versuch, zu seinem Heimatplaneten zu kommen. In »Zurück nach Arkon« vermittelt der Autor ein Bild des Kugelsternhaufens M 13, der von großen Konflikten geprägt ist. Auch Atlan, der sich eigentlich aus den meisten Kämpfen heraushalten möchte, kann sich manchen Entscheidungen nicht verweigern.

Hubert Haensel zeigt in seinem Roman einerseits eine Abfolge von Action-Szenen, lässt seinen Helden aber auch immer wieder innehalten und nachdenken. Damit erreicht er eine sehr abwechslungsreiche Handlung, die mir gut gefallen hat.

15 August 2019

Duell der Mutanten

Aus der Serie »3000 Romane zurück«

Im Oktober 1961 verschickte K. H. Scheer das Exposé für Band 26 der damals noch jungen PERRY RHODAN-Serie. Als Autor war Walter Ernsting angegeben, die Handlung sollte im August 1981 spielen. (Unter dem Titel »Duell der Mutanten« wurde der Roman im Frühjahr 1962 veröffentlicht.) Mit gerade einmal vier Seiten ist das Exposé sehr kurz, der Autor hatte also sehr viel Raum für eigene Ideen und Gedanken.

Der zweite Satz des Exposé macht klar, welches Thema ins Zentrum gestellt werden soll: »Der Overhead ist noch immer die Hauptperson, die nun auch auf die politischen Entschlüsse der führenden Staatsmänner überzugreifen droht.« Entsprechend viel Raum erhält der Mutant im Exposé; neben ihm werden wichtige Mutanten wie Tatjana Michalowna im Exposé genannt.

Als wichtige Hauptfigur wird Julian Tifflor eingeführt, »der junge, äußerst fähige Raumkadett«, wie ihn das Exposé nennt. Ziel dabei ist laut Exposé: »etwas für den jugendlichen Leser tun und einen ebenfalls jugendlichen Helden zusätzlich zu Rhodans Sagenfigur erschaffen«. Tifflor ist laut Exposé zwanzig Jahre alt, »ein mathematisches Genie trotz seiner Jugend« – das Exposé macht ihn zur eigentlichen Hauptfigur.

Tatsächlich hat das Exposé in der weiterreichenden Planung Scheers einen Schwerpunkt, der Scheer offensichtlich wichtig war: Die Gefahr durch den Overhead macht Rhodan klar, dass er »nun nicht mehr länger auf die Einheit verzichten würde«. Dass es also eine geeinte Menschheit gibt, wird in der Serie nicht durch die Angriffe von Außerirdischen legitimiert, sondern durch die Attacken eines menschlichen Mutanten …

14 August 2019

Das Orakel von Takess

Ich kenne Hermann Ritter seit den frühesten 80er-Jahren. Wir haben viel gemeinsam unternommen, waren auf vielen Cons, haben Fanzines veröffentlicht und Cons veranstaltet. Aber am meisten freue ich mich, wenn ich mit dem alten Freund gemeinsam an einem PERRY RHODAN-Projekt arbeiten kann.

Deshalb war ich sehr davon angetan, dass er die Zeit fand, an der Miniserie PERRY RHODAN-Mission SOL mitzuwirken. Sein Roman mit dem Titel »Das Orakel von Takess« erscheint als sechster Band der Serie, für den Dirk Schulz übrigens ein grandioses Titelbild spendiert hat – die Szene stammt sogar aus dem Roman und gibt einen schönen Blick auf eine interessante Figur.

Der Autor schenkt seinen Lesern nicht nur eine Reihe von neuen Erkenntnissen zu den aktuellen Entwicklungen, er spart auch nicht an zwischenmenschlichen Konflikten. So sind – um es vorsichtig anzudeuten – nicht alle Menschen immer einverstanden mit den Vorschlägen, die Perry Rhodan vorträgt, und mögen nicht unbedingt seine Art, Probleme anzugehen. Das fand ich spannend sowie sehr nachvollziehbar geschildert.