26 März 2026

Ein blinkender Button

An Ideen mangelte es Eckhard Schwettmann wirklich nicht; das merkten wir alle, nachdem er im Juni 1996 sein Amt als neuer Marketingleiter für PERRY RHODAN angetreten hatte – der erste überhaupt.. Zu seinen ersten Arbeiten gehörte es, uns eine Markenidentität zu verpassen; vorher hatte sich um solche Details niemand gekümmert. Und er entwickelte in Zusammenarbeit mit unserer Agentur ein sogenanntes Key Visual, das er auf alle Anzeigen, Broschüren und Produkte drucken ließ.

Aus diesem Key-Visual, das im Wesentlichen aus dem PERRY RHODAN-Schriftzug, dem ikonischen Titelbildmotiv von Band 19 sowie einem wechselnden Schriftzug bestand, leitete er auch Aufkleber, Werbdrucksachen und Anstecker ab. Einer dieser Anstecker, ein echt schöner Button, befindet sich immer noch in meine Besitz; er wurde im Herbst 1996 an die Öffentlickeit gebracht.

Das PERRY RHODAN-Motiv wurde auf schwarzem Hintergrund präsentiert; der Button war auch eckig, was ich außergewöhnlich fand – die meisten Buttons, die ich ansonsten kannte, waren rund. Das besondere aber war: Der Button blinkte.

Eine der zwei Sonnen, die das Titelmotiv bildeten, war in Wirklichkeit eine winzige Lampe. Auf der Rückseite des Buttons – unter der eigentlichen Anstecknadel – gab es eine winzige Batterie und einen Druckknopf. Drückte man diesen, begann die Sonne zu blinken.

Und so liefen wir Ende des Jahres 1996 gelegentlich mit PERRY RHODAN-Ansteckern herum, die in einem hektischen Rot blinkten. Mir war das oft zuviel, zudem wollte ich bei der Batterie sparen. Aber heute blinkt da ohnehin nichts mehr ...  

25 März 2026

Die Milchstraße als Schauplatz

Ein Logbuch der Redaktion

Zu den Themen, die sich von Anfang an großer Beliebtheit innerhalb der PERRY RHODAN-Serie erfreuen, gehören Blicke in die Vergangenheit. Schließlich erzählt unsere Serie nicht nur eine Geschichte, die in die ferne Zukunft reicht – eine sogenannte Future History, wie man so etwas schon vor Jahrzehnten nannte –, sondern ebenso eine Geschichte, die Rätsel der Vergangenheit löst.

Ich weiß noch gut, wie ich staunte, als ich zum ersten Mal die Zusammenhänge zwischen den Meistern der Insel in Andromeda und den Lemurern auf der Erde erkannte – ich las die Romane in der dritten Auflage –, und ich war fasziniert von den Erzählungen des Arkoniden Atlan, die aufs Engste mit der Vergangenheit der Erde verwurzelt sind.

Bei den kommenden PERRY RHODAN-Romanen spielt die Serienvergangenheit zumindest teilweise eine wichtige Rolle ...

Der Einstieg in diesen Handlungsblock bildet ein Roman von Robert Corvus. In »Familienbande« blickt der Autor in die lange vergangene Zeit einer raumfahrenden Zivilisation. Ihre Angehörigen suchen nach einem Ausweg aus einer großen Krise – und dieser Ausweg und seine Folgen haben etwas mit der Gegenwart der Milchstraße zu tun.

Der Roman trägt die Bandnummer 3372 und kommt am 2. April 2026 in den Handel. Der Autor bietet einen intensiven Blick auf eine Zivilisation, die dem Untergang geweiht zu sein scheint, und auf wagemutige Forscher, die nach einer Rettung suchen …

In »Die Triade« zeigt Michelle Stern die aktuelle Situation in der Milchstraße. Die Autorin erzählt von der Yodor-Sphäre und einer Reise zum Haus von ES. Die Superintelligenz ist aufs Neue bedroht, und die Terraner müssen versuchen, sie aus einer kritischen Lage zu befreien.

In ihrem Roman verschränkt die Autorin somit die Geschehnisse der Vergangenheit mit der Lage in der Gegenwart. Er wird am 10. April 2026 mit der Bandnummer 3373 veröffentlicht.

Im Sonnensystem spielt »Der Fehler im Gehorsam«. Oliver Fröhlich zeigt das Innere eines Gefängnisses und erzählt von den Versuchen eines Gefangenen, mit sich selbst klarzukommen und vielleicht aus der Haft zu fliehen. Dabei trifft er auf Menschen, die ebenfalls inhaftiert sind und mit denen er früher zusammengearbeitet hat, und gerät in Kontakt zu einem Mann, der das Garrabo-Spiel liebt und gelegentlich von der Freiheit träumt …

Dieser Science-Fiction-Thriller wird rasant erzählt, Trick folgt auf Gegen-Trick. Wie gut das dem Autor gelungen ist, erfahren die Leserinnen und Leser am 17. April – dann erscheint der Roman mit der Bandnummer 3374.

Robert Corvus liefert die direkte Fortsetzung: »Hetzjagd durch die Milchstraße« schildert die Flucht eines Ausbrechers, der sich durch die Galaxis bewegt und für den sich offensichtlich verschiedene Machtgruppen interessieren. Ihm folgt unter anderem eine Agentin, die ihr eigenes Interesse daran hat, dem Flüchtigen auf den Fersen zu bleiben.

Der spannende Roman mit der Bandnummer 3375 ist ab dem 24. April 2026 im Handel erhältlich. Es wird das vorerst letzte Werk sein, das Robert Corvus für unsere Serie geschrieben hat; der Autor möchte sich künftig stärker eigenen Projekten widmen. Ich bedaure das sehr, aber wir sind weiterhin im Kontakt.

Wie es danach in der Milchstraße oder in kosmischen Fernen weitergeht, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten. So viel darf‘s aber sein: Wir werden bald den Schauplatz Cetus aufsuchen – in dieser kleinen Galaxis werden einige Romane spielen. Doch bis dahin vergehen noch einige Wochen …

(Das Logbuch wurde bereits am 22. März 2026 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.) 

24 März 2026

Das Duell

Einen sehr kurzen Titel wählte Kai Hirdt für den PERRY RHODAN-Band, den wir in dieser Woche veröffentlichen wird: »Das Duell« spielt in der Milchstraße und ist ein ungewöhnlich trickreicher Roman, in dem die einzelnen Figuren alles unternehmen, um sich gegenseitig zu übertreffen und in die Irre zu locken.

Der Autor schildert unter anderem das eine oder andere Gefecht zwischen Raumschiffen, vor allem aber zeigt er Intrigen und Tricks. Mir gefielen an seinem Roman die schnellen und pointierten Dialoge, mit denen Kai Hirdt die Handlung schnell vorantrieb. Bei der Lektüre des Manuskripts hatte ich auf jeden Fall große Freude, von der ich hoffe, dass die Leserinnen und Leser des fertigen Romans sie dann auch empfinden werden.

23 März 2026

Leipzig war ein Fest

Zuletzt war die PERRY RHODAN-Serie im Jahr 2019 mit einem eigenen Stand auf der Leipziger Buchmesse vertreten. 2020 kam Corona, und nach der Pandemie fuhr ich praktisch allein nach Leipzig. In den Jahren 2023 bis 2025 war ich als Redakteur auf der Messe, manchmal mit Begleitung, manchmal allein, und führte einzelne Fachgespräche.

Im März 2026 war nun alles ein bisschen anders als früher.

Wir hatten einen Gemeinschaftsstand mit dem Amrun-Verlag, was sich als eine sehr schöne und sehr positive Zusammenarbeit erwies. Den Stand bauten Sophia Roßnagel und Adnan Turan am Mittwoch auf; die beiden vertraten uns am Donnerstag und Freitag. Mit meiner Kollegin Madlen Bihr kam ich am Freitag nach, wir lösten die beiden ab. PERRY RHODAN war in der Halle drei, mitten zwischen den vielen anderen Verlagen und Selfpublishen, die sich mit Science Fiction und Fantasy in allen Spielarten beschäftigten.

Ich fürchte unglaublich viele Gespräche: mit ehemaligen Lesern, mit Stammlesern, mit Kindern und Jugendlichen, mit Familien, mit Leuten, die sich ganz allgemein für Science Fiction interessierten. Wir verkauften Bücher und Heftromane, T-Shirts und Mousepads, Comics und Buttons – es war eigentlich ständig etwas los.

Die Stimmung war unglaublich positiv, ich hatte kein einziges unangenehmes Gespräch. Auch an den anderen Ständen und in den Gängen sah ich überall fröhliche Leute. Für die meisten Beteiligten war die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr eine erfolgreiche und bereichernde Veranstaltung.

(Das Bild zeigt Lucy Guth, Autorin bei PERRY RHODAN NEO, während ihrer Signaturstunde, in der es nicht nur PERRY RHODAN NEO gab.)

19 März 2026

In der Messemagistrale

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich« 

Gegen 15 Uhr verschwanden Sabine Kropp und ich an diesem Freitagabend, 22. März 2002, um das Stadtteilzentrum Messemagistrale zu finden. Ich hatte mir einen Firmenwagen geliehen. Ich fuhr, Sabine lotste mich mit einer Straßenkarte. Nach einigem Hin und Her und großmaßstäblichem Umfahren aller nur erdenklichen Baustellen erreichten wir das Viertel: eine breite Straße mit großen Wohnblocks, dazwischen ein Stadtteilzentrum.

Die Messemagistrale entpuppte sich als ein gemütliches kleines Zentrum, das für den Con im Prinzip in zwei Teile gegliedert worden war: Während sich in einem Raum der Antiquariatshändler Reinhard Rauscher mit seinen Bananenkisten und Regalen ausgebreitet hatte und wieder allerlei SF- und Fantasy-Waren feilbot, war der andere Raum nicht nur der Gastronomie vorbehalten – es gab eine Theke mit allerlei Getränken und Esswaren –, sondern hier lief auch das eigentliche Con-Programm.

Ich war am Anfang damit beschäftigt, mit einzelnen Besuchern zu sprechen, und bekam die eigentliche Eröffnung nicht mit. Das war mir im Nachhinein ein bisschen peinlich, weil ich so nicht die Arbeit gewürdigt hatte, die sich die Veranstalter gemacht hatten. Aber dann saß ich im Saal; es waren knapp hundert Personen anwesend.

Ein Vortrag zum Film

Interessant fand ich einen Vortrag von Eckhard Schwettmann. Der ehemalige PERRY RHODAN-Marketing- und Moewig-Verlagsleiter arbeitete zu der Zeit mit den Leuten zusammen, die eine PERRY RHODAN-Verfilmung vorbereiteten. Diese sollte, so erläuterte Eckhard, auch bald im Fernsehen laufen.

Viele Fragen aus dem Publikum konnte er nur ausweichend beantworten – hinter die Kulissen durften die Besucher nicht blicken. Er versicherte jedoch mehrfach, dass alle Beteiligten »mit Volldampf« an der Arbeit seien, dass sich Marcus O. Rosenmüller sehr stark engagiere und dass die Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg und der Filmakademie Ludwigsburg bislang sehr gut anlaufe.

Einen Vortrag über die Mausbiber verpasste ich leider, dafür bekam ich die Vorstellung eines durchaus interessant klingenden Fan-Rollenspiels mit. Sabine Kropp und ich saßen am frühen Abend ebenfalls auf der kleinen Bühne und erzählten allerlei Hintergründe über unsere Redaktionsarbeit.

Als Besonderheit konnte ich den Namen einer Autorin verraten, die den nächsten Gastroman – den Band 2132 – zur PERRY RHODAN-Serie beisteuern würde. Gemeint war Claudia Kern, die zu der Zeit vor allem den »Star Trek«-Fans bestens bekannt war. Ihr Roman sollte »Der Saltansprecher« werden.

Den Abschluss des Con-Programms bildete eine Gesprächsrunde mit Hans Greis von Eins A. »Ihr seid die Zielgruppe, ihr müsst mir sagen, was ihr wollt!«, appellierte er an die Anwesenden, die darauf rege eingingen.

Gegen 21 Uhr verließen Sabine Kropp und ich den Con, um uns noch ein bisschen in das Leipziger Nachtleben zu stürzen. Da ich mit dem Firmenwagen unterwegs war, verzichtete ich auf alkoholische Getränke und hielt mich sehr zurück. Das Feierabendbier tranken wir zu später Stunde in der Hotelbar.

Am Sonntag, 24. März, gingen wir nicht mehr auf die Buchmesse. Ich musste den Firmenwagen zurückfahren, den wir mit den Bildern beluden. Keines der Kunstwerke hatte Schaden gelitten, einige der Rahmen waren aber leicht verkratzt. Letztlich brachten wir sie heil zurück nach Rastatt. Am späten Vormittag fuhren wir los, am späten Nachmittag waren wir dort.

Unterwegs diskutierten wir natürlich über das ereignisreiche und zugleich interessante Wochenende. Für uns war die Leipziger Buchmesse schon ein Erfolg geworden, aber wir waren uns sicher, dass wir das im kommenden Jahr besser machen mussten.

Vielleicht war ein eigenständiger Auftritt der PERRY RHODAN-Serie möglich – dann wären wir nicht das Anhängsel des Moewig-Verlags, der im Gemeinschaftsstand kaum auffiel. 

(Der Text erschien schon vor einigen Tagen auf der PERRY RHODAN-Seite. Hier wird er aus dokumentarischen Gründen wiederholt.) 

Ein Abend im »Spizz«

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im März 2002 waren wir mit PERRY RHODAN zum ersten Mal in der Neuen Messe in Leipzig. Nach dem ersten Tag hatten wir am Freitagabend, 22. März, zuerst einen Termin in der Innenstadt zu absolvieren.

Vom Hotel aus fuhren meine Kollegin Sabine Kropp und ich ins Zentrum von Leipzig, das sich als ein Irrgarten voller Baustellen erwies. Der Taxifahrer, dem wir gesagt hatten, dass wir ins »Spizz« wollten, ließ uns am Rand eines großen Platzes heraus, an dem mir vor allem Absperrgitter und Baufahrzeuge auffielen.

Das »Spizz« gefiel mir gut: Im Erdgeschoss war es eine gut besuchte Gaststätte, die bis auf den letzten Platz gefüllt war; auf einer Empore saßen zahlreiche Leute an Tischen. Wir sahen nicht gleich, wo der PERRY RHODAN-Programmpunkt war, und wurden in einen Gewölbekeller geschickt. Dieser erwies sich als ein wunderschöner Raum, der für Veranstaltungen aller Art genutzt werden konnte.

Im Rahmen von »Leipzig liest« – so heißt die Veranstaltungsreihe, die immer parallel zur Leipziger Buchmesse läuft – gab es eine PERRY RHODAN-Lesung. Veranstaltet wurde sie von Eins A Medien, unserem Lizenzpartner in Sachen Hörbüchern; der Raum war mit PERRY RHODAN-Originalbildern und Plakaten geschmückt. Einige Dutzend Leute waren anwesend, nicht nur Leser unserer Serie, sondern auch Leute, die sich allgemein für Literatur in gedruckter oder in Audio-Form interessierten.

Zuerst las Josef Tratnik, der Sprecher der Hörbücher, aus »Planet der Mock«, dem bald erscheinenden dritten Hörbuch. Der Klassiker von Clark Darlton faszinierte auch in dieser Version; die Stimme des Sprechers machte die dramatischen Ereignisse rings um die Mock in eindrucksvoller Weise lebendig.

Danach stellte Achim Schnurrer von Eins A Medien das Programm des Hörbuchverlags vor. Man wollte mit dramatisierten Hörbüchern starten, hatte aber ambitionierte Pläne. PERRY RHODAN sei eine Marke mit vielen Facetten, die man nun verstärkt in den Audio-Bereich bringen wolle. Nach ihm trat ich ans Rednerpult und gab in einem kurzen Vortrag eine Übersicht zu unserer Serie und ihrem Umfeld.

Es folgten weitere Lesungen von Josef Tratnik sowie Hörbeispiele aus dem zweiten Hörbuch »Das Vurguzz-Imperium«. Hierbei fand ich es interessant, wie die Geräusche eingesetzt wurden. Neben der Stimme des Sprechers gab es spezielle Sound-Effekte, die aus dem klassischen Hörbuch zwar kein vollwertiges Hörspiel machten, aber eine Art Zwischenform.

Applaus und Regen

Am Ende gab es viel Applaus, und es ging ans Aufräumen. Sabine und ich hatten im Vorfeld leichtsinnigerweise angekündigt, die Bilder mitzunehmen. Wir würden sie im Hotel in ein Firmenfahrzeug umladen; das sparte die Kosten für einen Kurier. Aber als wir das beschlossen hatten, wussten wir nichts von den Baustellen.

Es regnete in Strömen, als wir das »Spizz« verließen. Sabine, die in solchen Dingen schon immer besser war als ich, organisierte uns ein Taxi. Sie instruierte den Fahrer, mit laufendem Motor auf der anderen Seite der Baustelle zu warten. Die Bilder waren gerahmt, so konnte das eigentliche Werk nicht nass werden.

Aber es war keine Freude für uns, die gut zwei Dutzend Bruck-Originale – wegen der Größe und des Gewichts in mehreren Transporten – durch den strömenden Regen zu tragen. Wir hatten keine Kleidung für diesen Fall an, sondern das, was Verlagsleute bei Buchmessen so trugen: Sabine ein schickes Kostüm, ich einen Anzug. Als wir endlich im Taxi saßen, waren wir ziemlich nass und konnten uns noch einen Vortrag des Fahrers anhören, dass man das doch hätte besser organisieren können.

An diesem Abend reichte es uns. Wir wechselten die Kleidung, wir verstauten die Bilder, und dann setzten wir uns noch für ein Glas Bier in die Hotelbar, bevor die schloss.

Am Samstag, 23. März 2026, gingen Sabine Kropp und ich nur für wenige Stunden auf die Leipziger Buchmesse. Wir hatten keine Termine vereinbart, sondern machten klassischen Standdienst: Wir standen da, sprachen mit Besuchern, überreichten Informationen und beantworteten Fragen.

Ich hatte ein Problem mit der Präsentation unserer Serie am Messestand, und ich fand, dass PERRY RHODAN ziemlich unterging. »Weniger als ein Randthema«, murrte ich. Das musste besser werden, da war ich mir mit Sabine einig. Als Science-Fiction-Serie brauchten wir vielleicht einfach einen anderen Auftritt.

(Dieser Text wurde Anfang März 2026 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.) 

18 März 2026

Ein kleiner Moewig-Stand in Leipzig

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Als Sabine Kropp und ich am Donnerstag, 21. März 2002, in den Zug stiegen, wussten wir noch nicht genau, was uns erwartete. Es sollte unsere erste Buchmesse im neuen Messegelände von Leipzig sein – und weil das für uns beide so frisch war, reisten wir mit einer gewissen Anspannung. Die Fahrt von Karlsruhe nach Leipzig verlief ohne Höhepunkte. Unterwegs lasen die Redakteurin und ich Manuskripte und besprachen aktuelle Themen; so verstrich die Zeit wie im Flug.

Wir erreichten die Stadt am späten Nachmittag und bezogen unsere Zimmer im Hotel Hiemann. Dabei handelte es sich um ein ausgesprochen hübsches Familienhotel, das also nicht zu einer Kette gehörte und in relativer Nähe zum Messegelände lag. Man brauchte allerdings immer noch ein Fahrzeug, um vom Hotel zur Messe zu gelangen.

Mit dem Taxi fuhren wir später in die Innenstadt, wo wir uns mit den Kollegen aus dem Buchvertrieb trafen. Die Außendienst-Mitarbeiter des Verlages berichteten über ihre Aufträge, die »ganz ordentlich« gewesen seien. Immerhin war die Leipziger Buchmesse vor allem ein Treffen für Buchhändler aus den fünf neuen Bundesländern. In jenen Jahren diente eine solche Veranstaltung vor allem dazu, dass »Aufträge geschrieben« wurden, wie man das nannte; die Händlerinnen und Händler saßen sich mit langen Listen gegenüber und verhandelten über Konditionen und Käufe.

Am großen Tisch, den der Moewig-Buchverlag gemietet hatte, saßen auch Stephan Zerfowski, unser Kollege von der Werbeagentur, der den Stand konzipiert und aufgebaut hatte. Seine Eindrücke fand ich wichtig, weil sie neutraler waren. Aber er war von der neuen Messe ebenfalls angetan und meinte, das könne etwas werden. Sie liege leider weit außerhalb der Stadt, und es fehle einiges an Infrastruktur.

Freitags auf der Messe

Die eigentliche Buchmesse begann für Sabine Kropp und mich am Freitagmorgen, 22. März. Wir fuhren mit einem Kollegen zum neuen Messegelände und konnten es über einen Ausstellereingang betreten. Die Hallen waren neu und strahlten geradezu, rings um das Messegelände erstreckten sich verschlammte Wiesen und Felder. Ich fand die Lage ganz gut: gewissermaßen zwischen der Autobahn und der Umgehungsstraße, trotzdem flott von der Innenstadt aus zu erreichen. Aber die Umgebung wirkte eher ernüchternd.

Dafür gefiel es mir im Innern der Hallen. Der zentrale Bereich wirkte hell und warm; die Röhren zwischen den einzelnen Hallen kamen mir vor wie Verbindungen zwischen Raumschiffen. Überall waren Leute unterwegs, überall wurde gesprochen und verhandelt. Aber man erkannte, dass nur ein Teil der Hallen belegt war – es würde wohl eine Weile dauern, bis die Leipziger Buchmesse an ihrem neuen Standort ihre Fans fand.

Der Moewig-Verlag hatte einen eigenen Stand, und den fanden Sabine und ich eher »zu bescheiden«. Er hatte etwa ein Fünftel der Fläche, den unser Verlag in Frankfurt einnahm, und er gehörte zum »Gemeinschaftsstand der baden-württembergischen Verlage«. Viele Unternehmen schienen der Messe noch nicht zu trauen: In unserer Nähe war eine Reihe von kleineren Verlagshäusern nicht einmal durch »eigenes Personal« vertreten. Sie zeigten Bücher und hatten Prospekte in der Auslage, aber es war niemand anwesend.

Bei uns setzten die zwei Kollegen, die für die fünf neuen Bundesländer zuständig waren, auf Verkaufsgespräche. Sie trafen auf zahlreiche Buchhändlerinnen, denen der Weg nach Frankfurt zu weit war und die sich freuten, direkt in Leipzig ihre Geschäfte machen zu können. PERRY RHODAN nahm am Messestand nur einen kleinen Raum ein; die Serie hatte im Osten der Republik nicht den Stellenwert wie im Westen. Vor allem Sach- und Kochbücher konnten gut verkauft werden, wie uns die Kollegen berichteten.

Sabine und ich sorgten dafür, dass PERRY RHODAN stärker wahrgenommen wurde. Wir hatten im Vorfeld darauf hingewiesen, dass wir mit einem Stand vertreten waren. Der PERRY RHODAN-Stammtisch Leipzig besuchte uns selbstverständlich, und wir fanden die Gelegenheit, mit vielen »normalen« Besuchern zu sprechen. Diese kannten unsere Serie noch nicht, fanden Science Fiction aber interessant.

Einige Buchhändler stellten Fragen, unter anderem ging es um die Fortsetzung der »Kosmos-Chronik«. Potenzielle Autoren und Zeichner stellten sich vor, Journalisten tauchten auf, um Interviews zu führen oder einfach nur zu recherchieren. Der Freitag verlief so in Windeseile.

Als der Messetag vorüber war, fuhren Sabine und ich rasch ins Hotel, wo wir uns umzogen und schnell eine Kleinigkeit aßen. Viel Zeit hatten wir nicht, es ging gleich weiter.

(Dieser Text wurde erstmals am 1. März auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn vor allem aus dokumentarischen Gründen.) 

17 März 2026

Eine Handvoll Tramp

Gleich drei Mausbiber auf einem Titelbild – so was freut mich. (Ich war, als ich mit der PERRY RHODAN-Lektüre anfing, gleich zu Beginn ein glühender Gucky-Fan und mag die Ilts nach wie vor.) Dominic Beyeler liefert seine Interpretation von Gucky und seiner Kleinstfamilie in einer gelungenen Weise, die ich als echten Hingucker empfinde.

Der Inhalt kann sich ebenfalls sehen lassen. Oliver Fröhlich schrieb »Eine Handvoll Tramp«, dessen Lektüre mir sehr gut gefiel. Die Handlung verläuft abwechslungs- und wendungsreich, und es gibt eine Reihe von Überraschungen für die Leserinnen und Leser. Mir gefielen sowohl unsere »Helden« als auch die Bösewichte, die sich so verhalten, wie man es von Leuten ihrer Art erwartet.

Gelungen fand ich übrigens die Darstellung des Sonnensystems, in dem die Handlung spielt. Von diesem hat man schon sehr lange nichts mehr gehört – aber jetzt habe zumindest ich es wieder präsent …