07 Mai 2021

Die ES-Post mit zwölf Seiten

Zu den monatlichen Fanzines, die ich sehr gern lese, zählt die »ES-Post«; dabei handelt es sich um eine Abkürzung für »Ellerts Stammtisch Post«. Gemeint ist ein Informationsblatt für den PERRY RHODAN-Stammtisch »Ernst Ellert« in München, der sich regelmäßig trifft – während der Pandemie ja eher virtuell – und bei dessen Treffen die »ES-Post« verteilt wird. Man kann sie sich aber auch per Elektropost schicken lassen.

Die aktuelle Ausgabe 269 kam vor einigen Tagen heraus und umfasst zwölf Seiten. Es werden die verschiedensten Informationen aus der Welt der PERRY RHODAN-Serie präsentiert: Berichte von unserer Internet-Seite, Berichte aus den Untiefen des Internets, ergänzt durch Berichte über fannische Aktivitäten.

Auch wer sich dauernd im Netz bewegt – wie beispielsweise ich –, findet in diesem Fanzine stets neue Informationen. In der Zusammenstellung überzeugt das ohnehin. Was mir an dem Fanzine übrigens auch gefällt: Es kostet nichts, man erhält es als PDF geschickt. Lohnenswert!

06 Mai 2021

Er nannte sich »angegrünt«

Es war offensichtlich etwas Besonderes, wenn sich ein Science-Fiction-Autor klar politisch äußerte, wenngleich sehr zurückhaltend. Der PERRY RHODAN-Autor Wolfpeter Ritter alias Peter Terrid machte aus seiner Haltung keinen Hehl und wurde als »Ein angegrünter SF-Autor« vorgestellt.

Das Interview erschien in der Ausgabe 11/1980 des PERRY RHODAN-Magazins. Damals galten die Grünen – die Partei hatte sich ja erst gegründet – noch als gefährliche Staatsfeinde, die technikfeindlich seien, während die Science-Fiction-Szene in ihrer Mehrheit für technische Errungenschaften aller Art schwärmte.

Das Bild zeigt den Schriftsteller in einer Art, die man 1980 als rebellisch empfand: Er trägt einen Schnauzbart und eher längere Haare, dazu eine Lederjacke. In einem konservativen Verlagsumfeld – damals ließen sich Schriftsteller immer noch gern mit Anzug und Krawatte ablichten – fiel das auf. Ich weiß noch, dass ich das spontan sympathisch fand. Seine Romane bei ATLAN und bei PERRY RHODAN mochte ich damals schon.

Der Autor war und blieb meinungsstark. Ich lernte ihn erst später kennen und arbeitete ab 1992 mit ihm zusammen. Auf mehreren Cons saßen wir nebeneinander auf der Bühne, bei den Autorenkonferenzen waren wir nicht immer einer Meinung. 1998 starb er bereits, er wurde nicht einmal fünfzig Jahre alt.

05 Mai 2021

Eine digitale Konferenz

Ein Logbuch der Redaktion

Am Freitag, 16. April 2021, trafen sich die PERRY RHODAN-Autorinnen und Autoren sowie die Redaktion zu einer Video-Konferenz. Das hatte sich lang im Voraus abgezeichnet. Noch im März 2020 hatten wir eine Autorenkonferenz veranstaltet, die bereits im Zeichen der Corona-Pandemie gestanden hatte. Im Vorfeld hatten wir uns sogar kurz überlegt, sie abzusagen, es dann doch riskiert, uns ein letztes Mal in diesem Jahr 2020 zu treffen. Und so war klar, dass wir im Frühjahr 2021 auf jeden Fall ins Digitale ausweichen mussten.

Als Gast hatten wir dieses Mal Robert Corvus eingeladen. Damit griffen wir eine Tradition aus jüngster Zeit auf: Seit einigen Jahren laden wir Gäste in die Konferenz ein, mal die Titelbildzeichner, mal Rüdiger Schäfer von PERRY RHODAN NEO, mal jemand aus der Werbeagentur. Diesmal traf es unseren aktuellen Stammgastautor, der sich zuletzt mehrfach bewährt hatte.

Wir begannen um zehn Uhr. Ich begrüßte die Kolleginnen und Kollegen – anfangs war das PERRY RHODAN-Marketing ebenfalls dabei – und informierte über die aktuelle Situation im Verlag sowie in der Redaktion.

Derzeit arbeitet die Redaktion zu einem großen Teil von daheim aus. Auch unser Kollege in der Repro – Pio Battistig – sitzt nicht mehr in seinem Büro im Verlag, sondern schickt die Daten von seiner Wohnung im Elsass über den Rhein herüber. Wie es aktuell mit der Redaktion weitergehen wird, konnte ich den Autoren allerdings nicht sagen; derzeit gibt es keine konkreten Pläne, in ein anderes Gebäude umzuziehen. Immerhin sind alle gesund, das empfinde ich in diesen Tagen als besonders wichtig.

Kurz streifte ich die Situation bei den Auflagen, ohne in die Zahlendetails zu gehen. Immerhin merkte man 2020, dass die Zahl der E-Book-Verkäufe angestiegen war …

Es schloss sich Sabine Kropps Bericht zu den Lizenzen im In- und Ausland an, dann Katrin Weils Bericht zu den Marketing-Aktivitäten und E-Book-Zahlen. Anschließend legten wir eine Pause von gut einer Stunde ein, die jeder für sich allein verbrachte – das gemütliche Beisammensein war ja leider nicht möglich –, bevor es weiterging.

Am Nachmittag konzentrierten wir uns auf die Inhalte. Die Exposéautoren hatten im Vorfeld einige Informationen verschickt. Es ergaben sich drei unterschiedliche Themenkreise, über die wir jeweils sprachen.

Wim Vandemaan stellte die Zusammenhänge zwischen dem Chaoporter, seiner aktuellen Mission und den Gründen für seine Havarie noch einmal dar. Daraus entwickelten sich die weiteren Elemente der laufenden Handlung – unter anderem wird nach Band 3150 die Milchstraße wichtiger werden als bisher.

In den Diskussionen ging es bereits um die Bände nach dem Jubiläumsband 3200. Wir sprachen über die möglichen Schauplätze: Einige stehen schon genau fest, bei anderen muss man noch sehen, ob und wie es passt. Den Arbeitstitel für den kommenden Zyklus sowie für den Jubiläumsband 3200 konnten wir ebenfalls fixieren, beide klingen spannend.

Wir sprangen zwischen dem noch laufenden Zyklus und der kommenden Handlung ein wenig hin und her. Bei kreativen Menschen wie einem Autorenteam lässt sich das wohl kaum vermeiden. Sowohl Sabine Kropp als auch ich machten uns viele Notizen, auch die Autoren schrieben die Ergebnisse der Diskussion auf. So werden wir es am Ende wohl schaffen, die meisten der Ideen aufbewahrt und gesammelt zu haben …

Am späten Nachmittag gingen wir zu allgemeinen Themen über, unter anderem sprachen wir über die Hauptfiguren. Die entscheidende Frage stellten wir uns nicht zum ersten Mal: Welche Hauptfiguren sind für welche Inhalte geeignet, mit welchen Figuren haben wir welche Aktion vor, und wann kommt eine Figur wieder zum Einsatz in den Romanen?

In einer letzten Runde diskutierten wir über mögliche Ergänzungen unseres Programms. Derzeit gibt es ja einiges aus dem PERRY RHODAN-Universum: die eigentliche Serie, die Miniserien und Silberbände, PERRY RHODAN NEO als eine Ergänzung. Ist es sinnvoll, weitere Reihen zu entwickeln – unabhängig davon, wie man diese verkaufen könnte?

Im Gespräch loteten wir verschiedene Ideen und Möglichkeiten aus, die erst einmal nicht aktuell sind, aber vielleicht in die Zukunft weisen: Eine solche Konferenz dient ja nicht nur dazu, die Zukunft unserer Romanserie zu planen, sondern auch die eigene Zukunft anzusprechen.

Am späten Nachmittag beendeten wir unsere erste digitale Autorenkonferenz. Wir waren uns alle einig, dass es eine gute Veranstaltung gewesen war, dass wir uns aber alle nach einem »wirklichen Beisammensein« sehnten. Wie die meisten anderen Menschen wohl auch in dieser Zeit der Pandemie …

04 Mai 2021

Flug in die Freiheit

Der zweite Teil des Doppelbandes von Kai Hirdt kommt diese Woche in den Handel: »Flug in die Freiheit« setzt die packende Geschichte um Aurelia Bina, die Meute Jochzor und einige Terraner so spannend fort, wie sie begonnen hat. Mir gefällt vor allem, wie der Autor es schafft, seine Figuren in Nöte zu bringen – und zwar so, dass man als Leser mit ihnen mitleidet und mitfühlt, dass man jederzeit versteht, warum sie welche Dinge tun.

Der Roman schließt fürs erste die Handlungsebene Solsystem ab; so viel kann ich an dieser Stelle verraten. In der kommenden Woche wechseln wir wieder in die Galaxis Cassiopeia. Aber natürlich wird es bald weitere Romane geben, die im Solsystem und seiner Umgebung spielen – wieder einmal ist die Umgebung der Erde ein Brennpunkt kosmischer Ereignisse, wie es aussieht …

03 Mai 2021

Eine Kelterei feiert Jubiläum

Glaubt man den Berichten, die Hubert Haensel im ersten Band der »Kosmos-Chroniken« zusammengetragen hat, könnten wir in diesen Tagen bereits ein kleines Jubiläum feiern: Die Venus- Terra-Kelterei wurde zu Beginn des Jahres 2001 auf dem erdnahen Planeten Venus ins Leben gerufen. Im Frühling 2021 könnte sie als bereits ihren zwanzigsten Geburtstag feiern – leider weiß niemand so genau, wie die Weinernte nach nur zwanzig Jahren aussehen würde.

Ich finde es immer wieder interessant, mit einigen Blicken zu vergleichen, wie die Erde im Perryversum aussieht und wie sehr sie sich von der Erde in unserem Universum unterscheidet. Im Jahr 2021 haben die Menschen bereits die ersten Planeten besiedelt, und Weinberge auf der Venus sind fast schon normal ...

Ganz ehrlich: Ich mag unser fiktives Universum sehr. Und da es leider in unserem Universum keinen Wein von der Venus gibt, behelfe ich mich heute abend wohl mit einem Riesling von der Mosel ... und versuche, einen spanischen Venuswein zu besorgen ...

02 Mai 2021

Im J Novel Club

Unsere aktuelle Zusammenarbeit mit den amerikanischen Partnern des J Novel Club belegt, wie sinnvoll es ist, sich ab und zu einmal auf einer Messe zu treffen und miteinander zu reden. Der Kontakt war irgendwann zu Beginn des Jahres 2019 hergestellt worden. Wir tauschten Mails aus, wir telefonierten auch einmal – und dann trafen wir uns im Oktober 2019 auf der Buchmesse in Frankfurt.

Weil wir keinen eigenen Messestand hatten, setzte ich mich mit den zwei Kollegen vom J Novel Club in einer Ecke im Zwischengeschoss der Halle drei zusammen. Diesen Bereich nutzte ich seit Jahren, um mich kurz zu erholen, meine Mails zu checken oder Notizen anzufertigen. Für ein Gespräch unter sechs Augen war der Platz ebenfalls sehr gut geeignet.

Danach gab es eine kleine Pause in unserem Kontakt, dann kam Corona … und dann übernahm von unserer Seite die Kollegin Sabin Kropp die weiteren Verhandlungen. Seit einigen Wochen erscheinen nun die ersten Romane von PERRY RHODAN NEO im J Novel Club, und nun muss man sehen, wie sie ankommen.

30 April 2021

Der InfoTransmitter

Ich kann nicht mehr genau sagen, wann wir zum ersten Mal einen Rundbrief auf E-Mail-Basis verschickt haben. Diesen Newsletter, um den korrekten Begriff zu benutzen, nannten wir von Anfang an InfoTransmitter, und so heißt er auch heute noch.

Grund für den Begriff war eine Überlegung von Eckhard Schwettmann, der in den späten 90er-Jahren das PERRY RHOAN-Marketing erst aufbaute. Er argumentierte: »Wir müssen für PERRY RHODAN einige charakteristische Begriffe entwickeln, die es nur in unserer Serie gibt.«

So entstand der Name »Kosmos-Kontor« für einen möglichen PERRY RHODAN-Shop – der so aber nie entwickelt wurde – oder eben »InfoTransmitter«. Mit »Vurguzz« holte Eckhard noch einen alten Begriff aus der Versenkung, mit »Aqua Terra« wollte er ein Mineralwasser platzieren.

Geblieben ist von vielen dieser Ideen vor allem eine: der kostenlose InfoTransmitter, der auch heute wieder einmal an mehrere tausend Leute verschickt worden ist. Es gibt immer Informationen, ein wenig Drumherum und die eine oder andere echte Neuigkeit, die noch nicht auf unserer Internet-Seite oder auf einer Social-Media-Seite zu sehen war …