25 September 2026

Die USA als ein wichtiger Schwerpunkt

Die »SOL« ist die Zeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale und liefert in jeder Ausgabe lesenswerte Beiträge zur größten Science-Fiction-Serie der Welt. Zusammengestellt wird sie von Christina Hacker, die das Heft als Chefredakteurin steuert – und in der aktuellen Ausgabe 123 hat sie die amerikanische PERRY RHODAN-Ausgabe im Visier.

Der Artikel über Forrest J. Ackerman ist sehr informativ – ich hätte die eine oder andere Anekdote ergänzen können –, der Beitrag über PERRY RHODAN NEO ebenfalls. Spannend wäre natürlich ein Interview mit einem amerikanischen Fan oder einem der Übersetzer gewesen, aber das kann ja in einer späteren Ausgabe noch kommen.

Gut gefallen hat mir in dieser Ausgabe die Kurzgeschichte. In »Das tauranische Greenhorn« von Günther Kienle spielt unter anderem Ronald Tekener mit, der Smiler, eine der klassischen Figuren der PERRY RHODAN-Serie, die bei vielen Lesern immer noch sehr gut in Erinnerung ist. Die Geschichte ist temporeich und unterhaltsam zugleich – sehr klassisch!

Darüber hinaus bietet die »SOL« auf insgesamt 64 Seiten im A4-Format allerlei andere Themen: Rezensionen zu aktuellen Romanen unserer Serien, Interviews mit dem Risszeichner Bernard Stoessel, der Autorin Susan Schwartz und dem Autor Olaf Brill, ein Bericht vom diesjährigen ColoniaCon oder Artikel zu verschiedenen Aspekten der PERRY RHODAN-Serie.

Wie immer bekommt man als Leser viel geboten; ich fand jeden Text interessant und lesenswert. Mitglieder der FanZentrale erhalten das Heft ja im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrags. Man kann es aber jederzeit auch über die PRFZ und ihren Shop bestellen.

24 September 2026

Wie ich zum CPU wurde

Es war ein ausgesprochen sympathischer Plan: Eckhard Schwettmann wollte den Moewig-Verlag stärker in die Richtung mit populärer Literatur bringen, als das bisher der Fall war. Damit sollte der Buchverlag ein Profil bekommen, das er zu dieser Zeit einfach nicht hatte. Vor allem in seiner Zeit als Verlagsleiter nahm er sich vor, den Verlag stärker zu professionalisieren.

Eines seiner Ziele war dabei, die klassischen Heftromanserien mit phantastischen Themen neu zu beleben. Er wollte mit TERRA ASTRA die eigenständigen Science-Fiction-Romane fördern, während er bei DRAGON und MYTHOR die klassischen Fantasy-Serien fortsetzen und ergänzen wollte.

Das gefiel mir alles sehr gut, und wir diskutierten mehrere Abende lang über die neuen Möglichkeiten, die sich boten. Dass die Kollegen im Vertrieb diese Ideen allesamt eher albern fanden, wusste ich nicht. Das erfuhr ich erst, nachdem Eckhard den Verlag verlassen hatte.

Eckhard Schwettmann rief die Reihe Moewig Fantastic ins Leben und gab mir einen neuen Titel. Künftig sollte ich als »Chefredakteur Phantastische Unterhaltung« auftreten, nicht nur als PERRY RHODAN-Chefredakteur. Mit dem neuen Titel war selbstverständlich keinerlei Gehaltserhöhung verbunden ...

Ich bekam eine neue Visitenkarte, ich erhielt Briefbögen, und Uwe Anton fand schnell eine spöttelnde Variante: Ab 2001 bezeichnete der Autor mich nur noch als den »CPU«. Klammheimlich fand ich selbst, dass ich den Spott verdient hatte. Und ebenso klammheimlich entsorgte ich Ende 2001 die Visitenkarten und die Briefbögen mit dem Titel. Der »CPU« war nach eineinhalb Jahren bereits Geschichte ...

23 September 2026

Wanderer gegen ES

Das Titelbild, das Simon Sänger für den PERRY RHODAN-Roman gemalt hat, der in dieser Woche in den Handel kommt, gefällt mir sehr gut: Es ist eher ruhig, hat aber trotzdem eine starke Spannung – sie entsteht durch die Gegensätze zwischen der Blume, den Häusern und der Stahlorchidee im Hintergrund.

Das Bild passt zudem wunderbar zu »Wanderer gegen ES«, der von Olaf Brill verfasst worden ist. Eine der Hauptfiguren ist Perry Rhodan, es geht aber auch um »ganz normale Menschen« und ihre Sicht der Dinge.

Die unterschiedlichen Handlungsebenen sortiert der Autor geschickt in schnell wechselnde Szenen. Damit entsteht ein vielseitiges Bild der Erde sowie des Kunstplaneten Wanderer.

Die Konfrontation von Menschen – oder meinetwegen Galaktikern – mit einer stur wirkenden Künstlichen Intelligenz setzt Olaf Brill gut in Szene. Und am Ende weiß Rhodan genau, was er zu tun hat. Oder glaubt er nur, es zu wissen?

22 September 2026

Lockruf aus M 33

Autoren und Redaktion diskutieren oft über die Titel, die wir für die Romane vergeben. Ist der Titel für potentielle Neuleser verständlich? Spricht er Stammleser an? Ist er voller Anspielungen? Oder kann er für sich stehen? Manchmal entstehen Titel, die ich toll finde, manche Titel müssen einfach nur »funktionieren«. Ich glaube aber, dass ein interessanter Titel sehr wohl auf einen Roman aufmerksam machen kann.

Bei »Lockruf aus M 33« stand ein Zitat dafür Pate, das nur jemand erkennen kann, der unseren Serienkosmos ein bisschen genauer kennt. Ich vermute, dass jüngere und »neuere« Leser den Titel dann einfach interessant finden. Aber klar ist das eine Anspielung auf »Lockruf aus M 3«: Das war ein Roman, der 1982 erschien und etwas Besonderes war. Nach über zehn Jahren meldete sich K. H. Scheer, einer der zwei Gründungsautoren von PERRY RHODAN, wieder als Autor in die Serie zurück.

(Ich fand den Roman damals großartig. Das war schon »anders« als die Werke der damaligen Kollegen .)

Zurück zu »Lockruf aus M 33«. Dieser Roman erscheint in dieser Woche im Rahmen unserer Serie PERRY RHODAN NEO und stammt von Dietmar Schmidt.

Wie das Titelbild schon andeutet, spielen eine Kartanin und eine Frau von der Erde wichtige Rollen; auf einer Welt voller Eis und Gefahren gibt es allerdings Bedrohungen, mit denen sich die Kartanin messen muss. Der Roman erzählt die weiteren Geschehnisse der laufenden »Entropia«-Staffel und spielt an mehreren Schauplätzen – das war abwechslungsreich und gefiel mir bei der Lektüre echt gut.

21 September 2026

Die Welten des Peter Terrid

Ein Logbuch der Redaktion

Im Verlauf der Jahrzehnte haben die unterschiedlichsten Autorinnen und Autoren die PERRY RHODAN-Serie geprägt. Der phantasievolle und eher technikferne Clark Darlton legte zusammen mit dem technisch orientierten und auf Action setzenden K. H. Scheer die Grundlagen; die bunten Abenteuer des Hans Kneifel, die manchmal verträumten Phantasien von H. G. Ewers und die häufig rasante Action bei H. G. Francis bildeten dazu gut ein Jahrzehnt später spannende Gegensätze.

In den 80er- und 90er-Jahren mochte ich vor allem den in Köln lebenden Schriftsteller Peter Terrid. Leider starb er viel zu früh – er hätte noch viele beeindruckende Romane schreiben können. Aber er legte in einer intensiven Schaffensperiode eine Reihe von packenden Werken vor, die sich heute noch mit Genuss lesen lassen.

Terrid hatte ständig neue Ideen parat und sprudelte geradezu von Einfällen. Das merkte man seinen Manuskripten an: Seine Charaktere waren oft originell, und die phantastischen Welten, die er schuf, waren bunt und voller abwechslungsreicher Details. Um die Kleinigkeiten der korrekten Grammatik und der sauberen Rechtschreibung kümmerte er sich nicht so gern, und das Einhalten von Terminen zählte nicht zu seinen Kernkompetenzen.

Wir arbeiteten gut zehn Jahre lang zusammen, er als Autor, ich als junger Redakteur. Ich hatte mit ihm schon bei »Kommissar X« zu tun: Bei dieser Reihe von Kriminalromanen brachte er ebenfalls Ideen ein, die stets im Rahmen dieses Krimi-Universums spielten, aber immer einen besonderen Blick auf die Stadt New York und ihre Unterwelt warfen. Ich durfte seine Romane lektorieren, fand sie stets spannend und sehr gut konzipiert, verzweifelte aber häufig an der Grammatik und an der Unzahl der Tippfehler. Die Ideen machten das wett, Arbeit hatte ich damit trotzdem.

Terrid las viel. Er schmökerte nicht nur Science-Fiction-Romane durch, sondern vertiefte sich auch in populärwissenschaftliche Zeitschriften und Bücher. In Telefonaten oder persönlichen Gesprächen fing er oft mit einem »ich habe da etwas gelesen« an, um dann zum eigentlichen Punkt zu kommen. Ob da nun ein historisches oder ein physikalisches Thema war: Terrid hatte häufig eine Idee, wie man eine neue Erkenntnis oder ein Detail aus der Vergangenheit in die PERRY RHODAN-Serie oder eben auch einen Kriminalroman integrieren konnte.

Dieser phantasievolle und ideenreiche Blick zeigt sich ebenso bei den zwei Romanen, die wir in diesen Tagen neu herausbringen: als einen E-Book-Doppelband, nicht in gedruckter Form. Beide wurden in den 90er-Jahren als Taschenbücher veröffentlicht, in beiden Fällen war ich als Redakteur zuständig.

Terrid reichte jeweils ein Exposé ein, in dem er die Handlung skizzierte. Um es vorsichtig anzudeuten: Wenn er mit dem Schreiben anfing, hielt er sich meist nicht mehr an die Details des Exposés, sondern ließ sich gern von den Ideen treiben, die ihm während der Arbeit kamen.

»Welt über den Wolken« ist hierfür ein schönes Beispiel. Der Roman erschien im Mai 1995 mit der Bandnummer 386. Weil wir damals mit den Kollegen im Heyne-Verlag zusammenarbeiteten, musste ich die Titelplanung lange Zeit vor der Publikation des Romans abgeben. Und als der Autor Monate später mit der Arbeit am eigentlichen Text begann, hatte er längst andere Bilder im Kopf – er änderte also einiges ab.

Die faszinierende Idee mit den schwebenden Städten der Welt Sycor blieb aber, ebenso die abenteuerliche Handlung und der moralische Schluss: Der Held muss sich am Ende überlegen, wie er sich entscheidet. Solche Dinge mochte Peter Terrid: Er wollte seine Leserinnen und Leser nicht unbedingt belehren, aber ihnen den einen oder anderen Hinweis geben, um auf eigene Gedanken zu kommen.

»Welt über den Wolken« spielt in einer nicht genau definierten Zukunft; anzunehmen ist aber, dass er in einer Zeit angesiedelt ist, in der es das Solare Imperium noch gibt, sich das Sternenreich der Menschen aber bereits auflöst. Für die eigentliche Geschichte ist dieser Hintergrund nicht wichtig; der Roman steht für sich allein.

Das gilt auch für »Gesänge aus der Unterwelt«. Er wurde im Juli 1996 veröffentlicht und trug die Jubiläumsnummer 400. Seine hauptsächliche Handlung platziert der Autor in der Epoche der Neuen Galaktischen Zeitrechnung, zu einer Zeit also, in der die Liga Freier Terraner zu einem blühenden Sternenreich herangewachsen ist.

Für die Geschichte ist dieser Hintergrund aber wieder nicht wichtig. Entscheidend sind die Ideen, die der Autor zum Ausdruck bringt. In diesem Fall ist es sein leicht phlegmatisch wirkender, unterm Strich aber genialer Detektiv, der den schönen Namen Orpheus Chambers trägt. Ohne zu viel über den Inhalt zu verraten: Der Name hat natürlich etwas mit dem Inhalt zu tun, es mangelt in diesem Roman nicht an literarischen Anspielungen.

Beide Romane belegen, wie sich bei Terrid eine gelungene Idee mit interessanten Figuren und einer klar zu verstehenden Mission verband. Die Leserinnen und Leser der 80er- und 90er-Jahre schätzten seine Art zu schreiben; bei Veranstaltungen war er oft von Menschen umlagert, die ihm und seinen Geschichten gern zuhörten.

Mit diesem Doppelband wollen wir einen Autor erneut in Erinnerung rufen, der die größte Science-Fiction-Serie der Welt immer wieder bereicherte. Es lohnt sich, die abgeschlossenen Planetenromane zu entdecken, die Peter Terrid verfasste!

(Dieses Logbuch stand bereits Anfang September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie und wird an dieser Stelle aus dokumentarischen Gründen wiederholt.) 

14 September 2026

Die Rebellen von Wanderer

Vielleicht veröffentliche ich in zehn Jahren einen Artikel oder eine Kolumne in der Rubrik »Der Ex-Redakteur erinnert sich«, in der ich erzähle, wie der PERRY RHODAN-Roman dieser Woche entstanden ist. Stefan Pannor schrieb »Die Rebellen von Wanderer« in einer ziemlichen Rekordzeit und ohne Einarbeitungsfrist – das war eine schnelle Notfalloperation.

Warum das so war, möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen. Aber andeuten kann ich es ja: Stefan Pannor musste einspringen, weil es einen Engpass gab, den ich »nicht auf dem Zettel« hatte. Ich finde, er hat die Aufgabe sehr gut gelöst.

Der Roman erzählt von Wanderer, der Welt der Superintelligenz ES; so viel kann ich ja verraten. Dass sich ES nicht auf Wanderer aufhält, sondern sich im Solsystem verteilt hat, dürfte den regelmäßigen Lesern unserer Serie ebenfalls bekannt sein. Dennoch ist Wanderer eine Welt der Wunder und Geheimnisse, seit sie – oder eine der Inkarnationen – erstmals in unserer Serie erwähnt wurde.

In seinem ersten Roman für die PERRY RHODAN-Hauptserie erzählt der Autor von der Suche nach Wanderer und einigen seltsamen Begegnungen. Er zeigt, wie sich die Welt des Unsterblichen verändert hat und welche Konflikte es auf ihr gibt. Das dramatische Ende leitet dann direkt zur Schlussphase des laufenden »PEGASOS«-Zyklus über.

11 September 2026

Lügen und Legenden

Der PERRY RHODAN-Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen, besticht für mich schon durch sein Titelbild. Es stammt von Boris Vallejo und Julie Bell, eine gelungene Science-Fiction-Illustration von einem der großen Meister unserer Szene. Ich bin sehr froh, dass wir dieses starke Bild erhalten haben.

Den Roman mit dem Titel »Lügen und Legenden« verfasste Kai Hirdt; mit ihm schließen wir vorerst die Handlungsebene Malora ab. »Vorerst« heißt, dass nicht geplant ist, so schnell nach Malora zurückzukehren – aber ich kann nicht in die Zukunft schauen und weiß nicht, was die Autorinnen und Autoren in fünf oder zehn Jahren planen.

Der Autor stellt noch einmal die aktuellen Probleme der Portuu und der Leun zusammen, er zeigt die Krise des Sternwürfels und die Versuche der PHOENIX-Besatzung, größere Katastrophen zu vermeiden. Und er erzählt vom überraschenden Ausweg, der sich am Ende ergibt.

Ich fand, dass Kai Hirdt das Geschehen auf den verschiedenen Handlungsebenen sehr abwechslungsreich schilderte, wobei sich die Geschichte immer weiter zuspitzte. Ein konsequenter Abschluss für das große Epos um die kosmische Trasse und ihre tragische Geschichte …