15 Oktober 2026

Ein Monatsmeeting im Oktober

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich« 

Nachdem die Vorschläge der PERRY RHODAN-Redaktion im September so gut angekommen waren, ging ich am Mittwoch, 25. Oktober 2006, mit positiven Erwartungen in die Besprechung des Moewig-Buchverlags. Ich hatte einige Ausdrucke von Anzeigen und Entwürfen bei mir, ebenso einige Notizen, die ich mir auf der Buchmesse gemacht hatte.

An diesem Tag war PERRY RHODAN nur einer von vielen Punkten, die die Kolleginnen und Kollegen besprachen. Wie immer saßen Lektorat und Vertrieb, Marketing und Herstellung, Geschäftsführung und Buchhaltung an einem Tisch und diskutierten rege. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, unser Geschäftsführer sei »nicht ganz dabei«, aber das führte ich auf einen anstrengenden Tag zurück.

Vier Paperbacks im Frühjahr


Im allgemeinen Bereich der Konferenz wurden die aktuellen Sachbücher besprochen, die als Bildbände erscheinen sollten. Ebenso ging es um Kochbücher und Rätselbände, angedacht waren neue Titel im Bereich der »Phänomene« – das waren beispielsweise Bücher zu Themen wie Astrologie oder Esoterik – in der Diskussion. Ich hielt mich zurück und sagte dazu nie etwas; üblicherweise nahm ich an diesen Teilen der Besprechung sowieso nicht teil und wurde erst dazu gerufen, wenn es um PERRY RHODAN ging.

Das war aber nicht unwichtig, schließlich wollten wir im kommenden Jahr mit unseren Titeln richtig durchstarten. Als es um unsere Themen ging, wurde zudem Klaus Bollhöfener vom Marketing hinzugebeten. Es wäre unsinnig gewesen, hätte ich über das Marketing und die optische Gestaltung referiert, die ja seine Arbeitsbereiche waren.

Noch einmal diskutierten wir über die geplanten Paperbacks: Im März sollte es mit dem »Meister der Insel«-Zyklus losgehen. Klaus Bollhöfener stellte die Optik und Gestaltung der neuen Reihe vor, die auf Entwürfen von Dirk Schulz und dessen Agentur Animagic beruhten. In der Runde gab es keinerlei grundsätzlichen Einwände. Ich erwähnte allerdings, dass einige Außendienstkollegen des Buchvertriebs auf der Buchmesse durchaus Kritik an Details gehabt hatten – das fanden die anderen aber nicht so wichtig.

Vereinbart wurde, »nur die ersten vier Bücher sowie das Rückenbild« in den Katalog für das Frühjahrsprogramm zu packen und auch nur diese bei der Vertretertagung vorzustellen. Klaus erhielt den Auftrag, die Druckdaten für die Umschläge anfertigen zu lassen. Sabine Kropp sollte sich um die herstellerischen Details kümmern – von den Rückentexten bis hin zum neuen Impressum.

»BARDIOC« im Blick

Klaus Bollhöfener und ich erklärten die werblichen Argumente für den Herbst 2007; das Jubiläum bei den Silberbänden sollte im Vordergrund stehen. Klaus stellte vor allem die Optik und Gestaltung des Jubiläumsbandes 100 vor: Wir würden weiterhin den Sammlermarkt im Blick behalten und wollten keine grundsätzlichen Änderungen beim Cover vornehmen, den Innenteil aber vorsichtig »aufhübschen«.

Parallel zum Jubiläumsband 100 wollen wir einen »BARDIOC«-Band in besonderer Optik herausbringen; zu einem marktgängigen Höchstpreis von 19,90 Euro. Klaus und ich brauchten einige Zeit, bis alle im Raum verstanden hatten, was wir eigentlich planten; dann fanden sie es gut.

Klaus erhielt den Auftrag, die Optik weiterzuentwickeln, während sich Sabine Kropp um ergänzende Texte sowie den eigentlichen Inhalt kümmern sollte. Zudem sollte sie dafür sorgen, dass die Buchhaltung möglichst schnell alle Daten bekam, um das Buch vernünftig kalkulieren zu können.

Weitere Ideen

Ich stellte meine Überlegung vor, einen PERRY RHODAN-»Klopper« zu veröffentlichen. Dieser sollte parallel zum Start der »Meister der Insel«-Paperbacks erscheinen: »Wir nehmen sechs Taschenbücher, die mit dem Thema im Zusammenhang stehen, und packen die in ein Paperback«, schlug ich vor. »Das hat dann rund 900 Seiten; man spricht damit eine andere Zielgruppe an.« Ich berichtete von meinen Gesprächen mit den Kollegen aus dem Heyne-Verlag, die mir erzählt hatten, dass die »Klopper« – so nannte man diese dicken Bücher – ein anderes Publikum hätten als gewöhnliche Taschenbücher.

Begeisterung löste ich damit keine aus. »Das ist too much«, argumentierte unser Vertriebsleiter. »Das nimmt der Markt nicht auf.« Wir sollten für so ein dickes Buch aber ein weitergehendes Konzept und eine Kalkulation erstellen – das könnte im Verlauf des Jahres 2007 eventuell doch interessant werden.

Ich erwähnte darüber hinaus den anhaltenden Fantasy-Boom – Heyne, Bastei Lübbe, Piper, Klett-Cotta und andere auch veröffentlichten neue Fantasy-Romane – zu nutzen und klassische MYTHOR-Romane wie etwa den »Schattenland«-Zyklus als Taschenbuch neu aufzulegen. Das lehnte der Vertrieb ab, Fantasy sei kein interessantes Thema.

Klaus Bollhöfener und ich verließen in einer sehr guten Stimmung das Monatsmeeting des Buchverlags. Für uns sah es so aus, als könnten wir 2007 mit den PERRY RHODAN-Büchern noch einmal durchstarten und vor allem endlich neue Dinge angehen. (Spoiler: Wie sehr wir uns täuschten, sollten wir sechs Wochen später erfahren.)

(Dieser Text wurde bereits vor einigen Tagen auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.) 

14 Oktober 2026

1000 Romane am Stück

Fast schon zurückhaltend wird in diesen Tagen ein Jubiläum begangen, das ich schon ziemlich eindrucksvoll finde: Seit Band 2400 bringt unser Hörbuchpartner Eins A Medien die wöchentlichen PERRY RHODAN-Lesungen als Hörbücher in den Handel. Das heißt: Jede Woche wird ein Hörbuch veröffentlicht, jede Woche sitzt ein Sprecher vor dem Mikrofon, jede Woche arbeiten unterschiedliche Menschen daran, dass die Sprachqualität stimmt und die Datei hinterher vernünftig auf den Plattformen zu hören ist.

Ich finde das sehr beeindruckend. Die Kolleginnen und Kollegen von Eins A Medien machen da einen hervorragenden Job. 

Seit wir die Zusammenarbeit begonnen haben – es war zu Beginnd der Nuller-Jahre – sind natürlich weitaus mehr Hörbücher bei den Kölnern erschienen: Eins A Medien publiziert auch die Hörbücher zu den Silberbänden, zu den Miniserien und zu PERRY RHODAN NEO; dazu kommen ATLAN-Miniserien oder Taschenbuch-Staffeln.

Zuletzt haben wir uns im Rahmen der Buchmesse mit Eins A Medien getroffen. Es gibt neue Ideen und Vorschläge, und ich bin gespannt, wie diese sich umsetzen lassen. Es kommt noch einiges im Audiobereich auf uns zu! 

13 Oktober 2026

Exodus

Bei manchen Titeln unserer Romane ist es einfach, sie festzulegen; zumindest relativ: Man weiß schließlich, welche Figuren im Roman auftauchen, und man weiß auch, an welchem Schauplatz der Roman spielt – da lässt sich leicht etwas arrangieren. Sowohl für den Anfang als auch für das Ende eines Zyklus finde ich das allerdings nie so einfach.

Das merkte ich bei dem Roman, der in der vorigen Woche erschienen ist. »Exodus« von Oliver Fröhlich schließt den »PEGASOS«-Zyklus ab. Noch einmal müssen viele Handlungselemente aufgebaut und zu Ende gebracht werden, noch einmal spitzen sich die Dramen auf der Erde und auf der Kunstwelt namens Wanderer zu. Aber wie packt man das in einen Titel, der spannend sein soll, aber eigentlich nichts verraten darf?

Der Autor selbst kam auf den Titel. »Exodus« fasst zumindest einen Teil des Inhalts sehr gut und sehr klar zusammen. Das Drama im Inhalt wird angerissen, das Titelbild von Dirk Schulz bietet die entsprechende Ergänzung.

Ich finde: Der Titel passt.

Und ich habe mich bei der Lektüre des Manuskripts sehr gut unterhalten – vor allem bei jenen Szenen und Kapiteln, die nicht durch die Struktur des Exposés vorgegeben, sondern vom Autor komplett frei erarbeitet worden sind.

12 Oktober 2026

Kurz nach der Buchmesse 2026

In früheren Jahren schaffte ich es immer wieder, während der Frankfurter Buchmesse an meinen Computer zu gehen und mich irgendwie zu äußern. Meist schrieb ich pro Tag einen Text für den Redaktionsblog und einen Text für meinen privaten Blog. Als wir noch ein relevantes Forum hatten, schrieb ich zudem regelmäßig Zwischendurch-Informationen für die Foristas, die allerdings nur wenig Resonanz fanden.

2026 schaffte ich das nicht, obwohl ich viele Termine hatte und es einiges zu berichten gäbe. (Vielleicht reiche ich ein Logbuch der Redaktion nach.) Ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen den einen oder anderen kleinen Messerückblick aus Sicht der Redaktion und des PERRY RHODAN-Teams schaffe.

Nur so viel: Sowohl die eigentliche Buchmesse als auch der BuchmesseCon haben mir sehr gut gefallen. Für PERRY RHODAN waren es gute und sinnvolle Veranstaltungen. Es gab viele positive Impulse für uns – und das freut mich immer.

07 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 2

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

So konnten wir recht schnell zur nächsten Position übergehen, dem Blick in die nahe Zukunft. Überraschend schnell wurde mein Vorschlag angenommen und entsprechend fixiert: Im Frühjahr 2007 sollte der »Meister der Insel«-Zyklus als Paperback-Ausgabe bei Moewig veröffentlicht werden. Die grundsätzliche Konzeption hatte überzeugt, die ersten Entwürfe für die Titelbilder ebenfalls.

Dirk Schulz hatte sich an den bisherigen Paperbacks orientiert, und wir fanden die Bilder allesamt gelungen. Aber es war klar, dass noch ein Feinschliff erfolgen sollte.

»Klaus Bollhöfener kann bereits mit der Gestaltung beginnen«, notierte ich mir. »Diese werden wir dann beim Außendienst-Meeting im November präsentieren.« Gemeint war die Tagung der Buchvertreter, die letztlich dafür sorgten, dass neue Bücher gut in den Buchhandlungen platziert wurden.

Unklar war noch die Taktung: Ich schlug vor, zwei Bände im Frühjahr zu veröffentlichen und immer dann, wenn ein neuer Silberband in den Handel kam, zwei neue Paperbacks als Ergänzung zu bringen. »Die Buchhandlungen erhalten ohnehin schon den Silberband«, argumentierte ich. »Da fällt es ihnen leicht, weitere PERRY RHODAN-Titel zu bringen.«

Der Vertrieb dachte laut darüber nach, sogar jeden Monat ein Buch zu publizieren. Die Lektoren waren skeptisch, ob das nicht zu viel sei. Und der Geschäftsführer plädierte für einen »Vorbehalt«: Wir müssten bereit sein, die Reihe notfalls einzustellen, wenn sie nicht gut laufe, und müssten dann eben die Prügel der Fans riskieren. Und die Kollegin aus der Buchhaltung wies nachdrücklich darauf hin, dass wir nur ein kleines Marketing-Budget für die gesamte Reihe hätten.

Die Silberbände

In der Folge ging es um die klassischen PERRY RHODAN-Silberbände. Der Vertrieb fand die Gestaltung zu »altmodisch« und wollte sie behutsam ändern. Ich wollte die Sammler allerdings nicht vergrätzen. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, das Thema in den Oktober und auf die Zeit nach der Buchmesse zu verschieben. Sabine Kropp, die für die Bücher verantwortlich war, und Klaus Bollhöfener vom Marketing sollten sich bis dahin über eine Neugestaltung weitere Gedanken machen.

Mein Thema war eher das Projekt einer PERRY RHODAN-Luxusausgabe: Ich wollte einen Hardcover-Band mit Schutzumschlag herausgeben; mein Vorschlag war, den anstehenden Jubiläumsband 100 als Test zu nehmen.

Der von mir geplante Preis von 19,90 Euro wurde von unserem Geschäftsführer als »viel zu niedrig« bezeichnet. Meine Argumentation, man müsste bei so einem Buch schon schauen, was vergleichbare Bücher im Handel kosten, wurde als »unnötiger Vergleich« vom Tisch gewischt. Ich bemerkte, dass ich an dieser Stelle noch eine Reihe von Diskussionen vor mir hatte.

Eventuell »Klopper«

Ich hatte für meine Präsentation einige PERRY RHODAN-Ausgaben am Tisch verteilt, die wir mit den Kollegen des Heyne-Verlags herausgebracht hatten. Der Vertriebsleiter war vor allem von der dicken »Odyssee«-Sammelausgabe begeistert. »So etwas könnten wir auch verkaufen, da ist der Preis super. Können wir nicht einfach so einen PERRY RHODAN-Zyklus in ein Buch packen?«

Ich argumentierte, dass das nicht so einfach sei, versprach aber, mir über diese Idee weitere Gedanken zu machen. Wir könnten ja sechs der klassischen PERRY RHODAN-Taschenbücher – etwa die Michael-Rhodan-Romane von Ernst Vlcek – in ein dickes Buch packen. Dann hätten wir den gewünschten »Klopper«, wie man in der Buchbranche solche Bände nannte. Von der Produktion her wäre so etwas gut zu machen.

Am Ende verließ ich das Monatsmeeting des Buchverlags wieder mit gemischten Gefühlen. Manche Kommentare hatten mich geärgert, das Ergebnis in Sachen »Meister der Insel« aber sehr gefreut. Wenn alles gut ging, so überlegte ich mir, würden wir in einem Jahr zwölf neue PERRY RHODAN-Paperbacks im Handel haben. Und dann könnte man weitersehen.

In Gedanken schmiedete ich bereits weitere Pläne, wie man PERRY RHODAN bis zum Jubiläum im Jahr 2011 weiter im Buchhandel entwickeln könnte. An Ideen mangelte es in der Redaktion und im Autorenteam schließlich nicht …

(Dieser Text erschien bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)

06 Oktober 2026

Sternendämmerung

Ein Roman, verfasst von zwei Autoren: In dieser Woche veröffentlichen wir »Sternendämmerung«, der von Thorsten Schweikard und Oliver Müller verfasst worden ist. Das wunderschöne Titelbild von Dirk Schulz greift eine Idee der beiden Autoren auf und spielt auf eine der allerersten Szenen des Romans an – ich finde es gut, dass wir ein ruhiges Motiv haben und keine Weltraum-Action zeigen.

Tatsächlich gibt es die Action in diesem Roman gleich in mehreren Kapiteln. Die Handlung spielt auf zwei Ebenen: Eine davon ist in den Tiefen der Milchstraße angesiedelt, die andere im Solsystem und seiner Umgebung. Gegnerische Raumschiffe greifen die Erde an, es kommt zu erbitterten Kämpfen. Auch an anderen Schauplätzen spitzt sich die Lage zu.

Die beiden Autoren arbeiteten bei ihrem Roman eng zusammen. Zwar hatte jeder seine eigene »Spielwiese«; ich fand allerdings, dass diese harmonisch zusammenwuchsen. Wüsste man es nicht, würde man nicht bemerken, dass zwei unterschiedliche Menschen an diesem Text arbeiteten – und das finde ich zusätzlich spannend ...

05 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 1

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Die Kolleginnen und Kollegen des Buchverlags saßen in den Nuller-Jahren einmal im Monat zu einer Konferenz zusammen: der Vertrieb und das Lektorat, das Marketing und die Herstellung, die Geschäftsführung und jemand aus der Buchhaltung. Besprochen wurden bei diesem Treffen – man nannte es schlicht das »Monatsmeeting« – die geplanten Bücher, die Verkaufszahlen oder auch der Buchmessestand.

Meist ging es dabei um das allgemeine Programm des Moewig-Buchverlags; ich wurde gelegentlich eingeladen, wenn es um PERRY RHODAN ging. Und meist hielten sich meine »Auftritte« in Grenzen. Am Mittwoch, 20. September 2006, war ich aber lange im Kreis der Kolleginnen und Kollegen – an diesem Tag bildete PERRY RHODAN einen Schwerpunkt.

Ich empfand die Diskussion als sehr konstruktiv. Vor allem die Kollegen aus dem Vertrieb, die sonst oft kritisch gegenüber unserer Serie waren, begrüßten die Ideen, die ich vortrug. Der Geschäftsführer fühlte sich an manchen Stellen überfordert, für ihn musste ich die Präsentation später wiederholen.

Der »Plophos«-Vierteiler

Aktuell waren zu dieser Zeit die Paperbacks des »Plophos«-Vierteilers im Handel. Wir hatten im September 2006 – also zum »kleinen« Serienjubiläum – die ersten zwei Bände veröffentlicht; die Folgebände waren für das Frühjahr 2007 geplant. Innerhalb kurzer Zeit hatten wir jeweils einige tausend Paperbacks verkauft, worauf der Vertrieb sehr stolz war.

»Man muss natürlich sehen, ob und wie sie im Handel abfließen«, sagte der Vertriebsleiter kritisch. »Aber die Bücher stehen in den Science-Fiction-Abteilungen der Buchhandlungen, das ist ein guter Start.«

Wir vereinbarten weitere Aktionen. Ich notierte mir einen Auftrag für Klaus Bollhöfener: »Faxversand an die Buchhändler anleiern.« Nach wie vor mochten es die Leute in den Buchgeschäften, von den Verlagen mit Werbung und Informationen über das Faxgerät versorgt zu werden.

Ich zeigte Ausdrucke der Anzeigen, die wir in den PERRY RHODAN-Heftromanen veröffentlichten. Das kam ebenfalls gut an.

Der »Schwarm«-Zyklus

Noch einmal wurde über den »Schwarm«-Zyklus diskutiert. Wir hatten im Frühling des Vorjahres damit begonnen, diesen klassischen Zyklus in Form von Paperbacks erneut zu veröffentlichen. Dabei hatten wir die Druckvorlagen der Silberbände genommen, diese ein wenig an ein größeres Format angepasst und die Bücher dann drucken lassen. Das hatte gut funktioniert. Zwar wussten wir nicht, ob wir damit neue Leser angesprochen hatten, aber die Zahlen für die einzelnen Bände waren sehr erfreulich. Wir hatten innerhalb eines Jahres auf diese Weise einige zehntausend PERRY RHODAN-Bücher mehr verkauft.

Dazu gab es allerdings kritische Einwände. Buchhändler hatten einzelne Titel remittiert, die sie nicht verkauft hatten; auf diese Weise hatten wir einen recht hohen Lagerbestand angehäuft, der sich nur schleppend verringerte.

»Aus genau diesem Grund müssen wir weitere PERRY RHODAN-Zyklen auf diese Weise vermarkten«, argumentierte ich. »Wenn die Leute sehen, dass es da immer mehr gibt, interessieren sie sich auch für die bisherigen Zyklen.«

Der Vertriebsleiter stimmte mir zu. »Wir sollten auf jeden Fall weitermachen«, sagte er. »Die Paperbacks sind für PERRY RHODAN eine Verkaufssäule zwischen den Heftromanen und den Büchern.«

Der Geschäftsführer und die Kollegin aus der Buchhaltung brachten die Autorenhonorare ins Spiel. Diese seien viel zu hoch; ich sollte mit den Autoren und den Erben verhandeln, um geringere Honorare zu erreichen. Es war nicht die erste Diskussion zu diesem Thema, und es würde – das war mir klar – auch nicht die letzte sein. Also versuchte ich, ruhig zu bleiben, und verwies auf gültige Verträge.

»Man kann nicht einfach einen gültigen Vertrag verändern«, blieb ich an dieser Stelle stur. Diese müssten wir erst kündigen, dann seien sie neu zu verhandeln. In dieser Zeit wäre keine weitere Produktion von PERRY RHODAN-Büchern mehr möglich. Dieses Argument schien zu überzeugen; wie immer an dieser Stelle.

(Dieser Text wurde bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Ich bringe ihn hier aus dokumentarischen Gründen noch einmal.)