10 Juli 2026

Hans Kneifel steht im Zentrum

Die Ausgabe 122 der Zeitschrift »SOL« ist bereits vor einigen Wochen erschienen; ich kam leider erst dieser Tage dazu, sie zu Ende zu lesen. Dabei hat sich die Lektüre des Heftes – wie immer eigentlich – wieder sehr gelohnt. Das liegt am Schwerpunkt der Ausgabe, aber nicht nur ...

Gleich drei Beiträge widmen sich dem Autor Hans Kneifel, der in diesem Jahr neunzig Jahre alt geworden wäre. Natürlich bilden die Zeitabenteuer einen eigenen Schwerpunkt, darüber hinaus geht es aber auch um andere Werke des Schriftstellers oder über ihn. Nicht nur für Kneifel-Fans ist das interessant.

Lesenswert fand ich die Kurzgeschichte »Mühlsteine der Zeit« von Markus Arnold, die dem Physiker Myles Kantor ein Denkmal setzt. Kantor spielte zeitweise eine sehr große Rolle in unserer Serie, bis er aus ihr verschwand; hier erlebt er seine literarische Wiedergeburt. Der Text ist gut geschrieben, wenngleich nicht unbedingt für Neuleser geeignet: Um die Facetten der Geschichte alle wahrnehmen zu können, muss man unsere Serie recht gut kennen.

Die zahlreichen anderen Beiträge decken ein weites Spektrum ab: Dass unsere Serie sich auf der Leipziger Buchmesse präsentierte, wird ebenso erwähnt wie die Hintergründe zu Nevada Fields oder Terrania. Technik-Fans kommen bei einem Handstrahler oder einem Raumschiff der Akonen auf ihre Kosten.

Dazu kommen Rezensionen zu den aktuellen Romanen und Vereins-Interna. Die SOL ist ja schließlich das Mitgliedsmagazin der PERRY RHODAN-FanZentrale.

Mitglieder bekommen das Heft im Rahmen ihres Beitrags, alle anderen können es über die Website des Vereins oder bei der einen oder anderen Veranstaltung direkt kaufen. (Das Heft lohnt sich eh immer: gute Texte und Bilder, professionelles Layout, farbige Seiten – das sieht alles sehr schön aus!)

09 Juli 2026

Orpheus Chambers und die Unterwelt

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Wenn es eine typische Figur gab, wie sie nur der in Köln lebende Schriftsteller Peter Terrid erfinden konnte, war es Orpheus Chambers. Der Detektiv wurde vom Autor als eine eigenwillige Person geschildert, die zu viel wog und stets ein wenig schmuddelig aussah. Seine künstlichen Augen sorgten dafür, dass er besondere Aufgaben wahrnehmen konnte – am meisten aber faszinierte er durch seinen leicht schrägen Charakter und seine schnelle Auffassungsgabe.

Der häufig phlegmatisch wirkende Privatdetektiv mit Übergewicht trat nur in zwei Romanen auf, blieb bei mir aber in bester Erinnerung. Das ist vor allem dem Taschenbuch mit dem Titel »Gesänge aus der Unterwelt« zu verdanken, das als Band 400 der Planetenromane im Juli 1996 veröffentlicht wurde.

Ich erinnere mich noch gut an die Kommunikation, die ich mit dem Autor wegen des Manuskripts hatte und wie wir an dem Thema gerungen hatten.

Sein erstes Konzept für den Roman schickte mir Peter im April 1995. Zu dieser Zeit leitete Dr. Florian F. Marzin als Chefredakteur alle Romanserien des Pabel-Moewig Verlags und war zudem für das Programm der Moewig-Buchverlage verantwortlich. Bei der Steuerung der Planetenromane ließ er mir weitestgehend freie Hand; wir sprachen die Themen aber immer durch.

Peter Terrid leitete die drei Konzeptseiten mit einer Auflistung möglicher Romantitel ein: »Gesänge aus der Unterwelt« nannte er als erstes, »Ein Fall für Orpheus Chambers« war bereits der zweite Vorschlag, und natürlich durfte auch so etwas wie »Der Schnüffler und der Kommissar« nicht fehlen. Aber es war uns beiden bewusst, dass sich bei einem solchen Roman nur ein einziger Titel sinnvoll sein konnte …

Peter wusste, dass sein Roman für die Jubiläumsnummer gedacht war, und das sagte ich ihm bereits im Vorfeld. Also wählte er ein Thema, das über den normalen Rahmen eines PERRY RHODAN-Taschenbuches hinausgehen sollte: nicht nur eine Geschichte, die im Universum unserer Serie spielte, sondern eine Geschichte, die man auch »normalen Lesern« verkaufen konnte.

Dabei war dem Autor wichtig, seine Idee klar im Perryversum zu verankern. In seinem Exposé ging er deshalb ausführlich auf die Welt ein, auf der die Handlung spielen sollte. Shahan sollte im Chrodwhansystem liegen, das von ihm nicht weiter definiert wurde. Der Autor bezeichnete den Planeten als »eine idyllische Welt, ein idealer Urlaubsort, gewissermaßen ein planetengroßes Kurbad der Luxusklasse«.

Die Welt, so das Exposé, sollte sich auf das Thema Musik spezialisieren. »Alle möglichen natürlichen Vorgänge des Planeten wurden mit technischen Mitteln zu Klangereignissen umgewandelt« – das alles sei lange vor der Besiedelung durch die Terraner geschehen, aber die Musik sei geblieben.

Als Zeitraum für die Handlung wählte Peter die Jahre, nachdem die sogenannten Imprint-Outlaws nach Hirdobaan aufgebrochen sind. Für die eigentliche Handlung spielt das nur insofern eine Rolle, dass man eben die Figur Perry Rhodan nicht in die Geschichte packen kann – das war absichtlich so gelegt.

Der Zusammenhang war ebenfalls klar: Auf der Welt, die sich dem Tourismus verschrieben hatte, sollten vor allem prominente Leute von der Erde untergebracht werden, die von der sogenannten Imprint-Sucht befallen waren. Der Autor konstruierte also einen politischen Hintergrund für die eigentliche Geschichte.

Peter Terrid führte zudem den LFT-Kommissar in das Exposé ein. Geo Sheremdoc, eigentlich eine typische Figur von Robert Feldhoff, war vor Band 1800 ein Politiker in unserer Serie, der zugleich als tatkräftig geschildert wurde. Die eigentliche Arbeit sollte aber der Detektiv leisten.

»In der Elite-Gesellschaft von Shahan wirkt Chambers natürlich restlos fehl am Platze«, so schrieb Peter Terrid in seinem Exposé, »zumal er sich auch nicht die geringste Mühe gibt, ein wenig Charme zu entwickeln.« Als ich das las, stellte ich mir bereits die Szenen vor. Für mich war der Fall an dieser Stelle klar: Das war ein Thema für einen Planetenroman, eine Mischung aus Science Fiction und Krimi, und damit konnte man auch Leserinnen und Leser ansprechen, die unsere Serie bisher nicht kannten.

Und wie brachte der Autor nun die Imprint-Süchtigen, den Hintergrund mit der vielfältigen Musik und seinen schmuddeligen Privatdetektiv zusammen? Das wusste Peter Terrid zu diesem Zeitpunkt selbst noch nicht. Er schlug mir drei Modelle vor, mit denen er die Handlung vorantreiben wollte. Dabei griff er auf Ideenpapiere zurück, die er bei der Autorenkonferenz vorgelegt hatte, die dort aber nicht auf große Begeisterung im Team gestoßen waren.

Als Beispiel erwähne ich eine Variante, die er mir vorschlug: »Und drittens – dies wird abhängen vom Ausgang der Konferenz in Rastatt – kann in diesem Roman erstmalig auf das geheime Wirken von Mirona Thetins Agenten in der Milchstraße eingegangen werden, gleichzeitig als kleine Kostprobe von dem, was in der Serie noch kommen wird.«

Nachdem ich das Exposé gründlich durchgelesen hatte, besprach ich es mit dem Autor. »Wir machen das«, sagte ich, »aber wir müssen unbedingt den Termin einhalten. Heyne will mit dem Taschenbuch eine Aktion machen, also brauchen wir es zeitig.«

Der Autor versprach hoch und heilig, garantiert pünktlich zu liefern. Wir vereinbarten, dass er das fertige Manuskript bis allerspätestens am 30. November 1995 abzuliefern hatte, und ich notierte den Termin entsprechend auf dem Arbeitspapier.

Ohne zu weit vorgreifen zu wollen: Der Autor schaffte den Termin nicht ganz, aber ich fand sein Manuskript richtig stark, redigierte es flott und sorgte dafür, dass es pünktlich bei den Kolleginnen im Heyne-Verlag eintraf. Im Juli 1996 wurde der Roman veröffentlicht, ausgestattet mit einem schönen Titelbild von Alfred Kelsner.

Später kam er auch noch im »Großen PERRY RHODAN-Fan-Buch« heraus. Aber das ist dann eine andere Geschichte …

(Veröffentlicht wurde diese Redakteurserinnerung vor einigen Tagen auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hier wiederhole ich sie aus dokumentarischen Gründen.) 

07 Juli 2026

Das Portal

In dieser Woche veröffentlichen wir den zweiten Teil des wunderbaren Doppelbandes, den Michelle Stern verfasst hat und in dem unter anderem die Ruvaseru im Zentrum stehen. Lebewesen wie diese hatten wir in der PERRY RHODAN-Serie bislang nicht, und die Autorin stellt sie mit viel Einfühlungsvermögen dar. 

Sie ist natürlich nicht die einzige Hauptfigur in »Das Portal«, so der Titel des Romans. Selbstverständlich ist auch Reginald Bull von der Partie, einige Leun und Portuu spielen ebenfalls mit. Und Meg Ontares ist von der Partie, die Dominic Beyeler in einer wunderschönen Illustration für das Titelbild verewigt hat.

So bietet sich ein sehr abwechslungsreicher Roman, der mich gut unterhalten hat und der sicher auf die baldige Fortsetzung neugierig macht. In der kommenden Woche blenden wir allerdings erst einmal in die Lokale Gruppe um …

06 Juli 2026

Ein Ellmer-Doppelpack

Arndt Ellmer und ich arbeiten seit den frühen 90er-Jahren zusammen; ich schätze sein unglaubliches Wissen über die PERRY RHODAN-Serie und seinen stets positiven Charakter. Und ich weiß, dass er sich um die Serie in mancherlei Weise verdient gemacht hat: Er sprang immer ein, wenn »Not am Mann« war und übernahm oft Themen, bei denen er wusste, dass sie eher undankbar waren.

Ich weiß aber, dass ihm die »Randgebiete« unserer Serie stets wichtig waren; da konnte er sich als Autor frei entfalten. Deshalb freute es mich, als wir bereits im Mai zwei klassische Planetenromane von ihm noch einmal neu auflegen konnten. Noch mehr freute es mich, dass das Interesse der Leserinnen und Leser groß genug war …

Wir brachten die beiden Planetenromane als E-Book in den Handel; die gedruckten Ausgaben kann man sich schließlich mit einiger Mühe noch im »Second-Hand«-Bereich besorgen. Wir fanden, dass die beiden Romane eine schöne Ergänzung zum »Cantaro«-Zyklus seien, der nun im Rahmen der PERRY RHODAN-Bücher veröffentlicht wird.

Den »Cantaro«-Zyklus fand ich, als er damals gestartet wurde, ziemlich großartig. Die Mixtur aus kosmischem Geheimnis und ziemlich viel Action sprach mich an; die Autoren schrieben zudem mit Feuereifer an den einzelnen Romanen. Der Ellmer-Doppelband bietet hierfür eine schöne Ergänzung, finde ich!

03 Juli 2026

50 Jahre Kai Hirdt

Wann genau sich Kai Hirdt und ich kennenlernten, kann ich nicht mehr sagen. Es war in den Nuller-Jahren, er war für eine Agentur in Hamburg tätig und engagierte sich in der Alligator Farm, dem Kleinverlag also, der die PERRY-Comics neu herausbrachte. Bei den ersten Gesprächen stellte sich schnell heraus, wie kreativ der junge Mann warm, mit dem ich es da zu tun hatte.

Das dürfte bald zwanzig Jahre her sein. Seit damals arbeiten die PERRY RHODAN-Redaktion und Kai Hirdt zusammen. Er setzte unsere Serie bei Twitter in Szene, als Twitter noch cool und frisch war; er organisierte die Pressekonferenz zu Band 2500; er schrieb zahlreiche Romane für unsere verschiedenen Serien; er war Exposéautor für diverse Miniserien und steuert nun zusammen mit Rüdiger Schäfer die Serie PERRY RHODAN NEO.

Und heute kann er einen »runden« Geburtstag feiern. Kai Hirdt, der in Hamburg lebt, begeht dieses Fest hoffentlich mit seiner Familie und arbeitet nicht nur – man wird schließlich nur einmal fünfzig Jahre alt. Dem kreativen Geist wünsche ich an dieser Stelle alles Gute und Liebe, und ich freue mich auf weitere Jahre der Zusammenarbeit!

02 Juli 2026

Trio in Köln

Aus der Reihe »Ein Bild und seine Geschichte«

Auf dem ColoniaCon im Frühsommer 1993 präsentierten sich unter anderem einige neue PERRY RHODAN-Mitstreiter den Fans. Das Bild fasst das sehr schön zusammen, finde ich.

Es zeigt – links im Bild – die Autorin Susan Schwartz, die erst wenige Wochen zuvor mit »Im Netz des Quidor« ihren Einstand in der PERRY RHODAN-Serie gegeben hatte. In der Mitte steht Klaus N. Frick, der im Herbst des Vorjahres als neuer PERRY RHODAN-Redakteur angefangen hatte. Und rechts erkennt man Rüdiger Schäfer, zur damaligen Zeit vor allem als Herausgeber kritischer Fanzines und Autor gelungener Kurzgeschichten bekannt.

In unterschiedlichen Konstellationen arbeiten die drei Personen seit den 90er-Jahren zusammen. Persönlich kannten sie sich seit den 80er-Jahren. Schön, wenn es solche Kontinuitäten gibt!

Das Bild wurde von Peter Fleissner aufgenommen.

01 Juli 2026

Sammler der Kuriositäten

Agemas ist ein Planet, der bislang keine große Rolle in der galaktischen Politik gespielt hat. Das ändert sich aber, als nicht nur ein Vulkan ausbricht, sondern sich auch Perry Rhodan und sein Team für diese Welt interessieren. Es geht nämlich um ein spezielles Artefakt, das man ausgerechnet dort zu finden – und auch zu stehlen – hofft … Rhodan muss also zu einem Dieb werden, um ein größeres Problem lösen zu können.

Wovon ich hier spreche und schreibe? Es geht um den aktuellen Roman in unserer Serie PERRY RHODAN NEO, den Antares Bottlinger verfasst hat. Der Autor erzählt dabei vor allem von der Welt Agemas und den Ereignissen, die sich dort abspielen.

Die Aktionen des Rhodan-Teams fand ich interessant und spannend, auch deshalb, weil wir unsere Helden als Diebe erleben. Dramatischer sind die weiteren Geschehnisse auf dieser Welt. Ein Vulkanausbruch ist nicht das kleinste Problem, das seine Bewohner haben …