PERRY RHODAN-Redaktion
Diskretes und indiskretes aus der größten Science-Fiction-Serie der Welt
30 September 2026
Upper West Garnaru Road
Der Roman selbst stammt von Wim Vandemaan und kommt mir in weiten Teilen wie ein Kammerspiel vor: wenige Darsteller, kleine Räumlichkeiten. Der Titel deutet es ja schon an: Die Geschichte spielt zum größten Teil an der Adresse, die der Titel vorgibt, und in dem Haus, das in dieser Straße zu finden ist.
Ich weiß, dass Romane von Wim Vandemaan nicht allen Leserinnen und Lesern gefallen. Es gibt Fans für diese Art von Science Fiction, und es gibt Menschen, die damit nichts anfangen können – die Geschmäcker sind einfach verschieden. Mir hat in diesem Roman gefallen, mit wie vielen Details der Autor hier aufwartet und wie schön er so das PERRY RHODAN-Universum um wunderbare Farbtupfer bereichert.
29 September 2026
Wenn eine Serie ihren 65. Geburtstag feiert …
Ein Logbuch der Redaktion
PERRY RHODAN begleitet mich nun schon seit langem: Als Kind hatte ich die ersten PERRY-Comics in den Händen, mit 13 Jahren fing ich an, die Serie regelmäßig zu lesen, als junger Mann wurde ich freier Mitarbeiter der Redaktion, und seit 1992 arbeite ich als Redakteur für die größte Science-Fiction-Serie der Welt.
Ich bin sehr stolz darauf, einen Teil zu diesem Generationenprojekt beigetragen zu haben. Dabei hätte ich 1977 ungläubig den Kopf geschüttelt, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich 15 Jahre später der Redakteur der Serie sein würde. Ähnlich ging es wohl auch in den 60er-Jahren manchen Leuten: Sie hätten nie geglaubt, dass die Serie im Jahr 2026 – das war damals fernste Science Fiction! – noch existieren würde.
Als 1961 die ersten Romane der brandneuen Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN veröffentlicht wurden, war der Zweite Weltkrieg gerade mal 16 Jahre vorüber. Das Wirtschaftswunder brachte Wohlstand in die Familien, während gleichzeitig die Angst vor einem neuen Krieg auf den Menschen lastete. In dieser Zeit musste eine »Weltraum-Serie«, die vom Kontakt der Menschen zu den Außerirdischen handelte, einerseits befremdlich und andererseits befreiend wirken.
Seither ist viel geschehen: Mehrere Generationen von Autorinnen und Autoren haben an der Serie mitgewirkt, sie wurde erweitert und an die neuen Medien angepasst, sie hat sich verändert und blieb sich trotzdem treu.
Der Erfolg, den PERRY RHODAN in all der Zeit erzielte – mal mehr, mal weniger –, hatte verschiedene Gründe. Ein wichtiger davon ist sicher, dass den Kreativen nie die Ideen ausgingen. Sicher haben nicht alle Ideen gleichermaßen überzeugt, aber an diesen Ideen konnte die Serie wachsen und reifen.
Ebenso wichtig ist aber, so denke ich, die ständige Rückkopplung, die PERRY RHODAN aus der Leserschaft erhielt. Schon in den 60er-Jahren trafen zahlreiche Leserbriefe in der Redaktion ein; in den 70er- und 80er-Jahren waren es vermehrt die Fanzines, in denen Artikel und Rezensionen veröffentlicht wurden. Seit den 90er-Jahren kamen Mails hinzu, dann Foreneinträge – und heute wird eben viel über Social Media kommuniziert.
All diese Rückmeldungen bewirken etwas. Heutzutage leiten wir Lob und Kritik an die Autorinnen und Autoren weiter, diese sind über Social Media mit der Leserschaft in Verbindung. Es gibt also ein ständiges Feedback aus Einzelmeinungen, die bei uns auf Resonanz stoßen. Naturgemäß fällt diese mal mehr, mal weniger intensiv aus.
Allein deshalb sind direkte Begegnungen mit Leserinnen und Lesern durch nichts zu ersetzen. Nicht alle Menschen, die Romane schreiben, haben ein Verlangen danach, sich mit ihrem Publikum zu treffen; das muss man respektieren. In unserem Team sind aber praktisch alle an dem Kontakt zu den Leserinnen und Lesern interessiert: Man versteht sich, man diskutiert miteinander, man redet auch einmal über private Themen.
Deshalb mag ich Cons, deshalb fuhr ich in all den Jahrzehnten gern zu Science-Fiction-Veranstaltungen. In Städten wie Köln oder Sinzig, Hamburg oder Garching besuchte ich PERRY RHODAN-Tage oder Cons. Auch in Braunschweig war ich zweimal zugegen, wenn im Jugendzentrum unsere Serie im Zentrum stand. Dabei führte ich immer zahlreiche Einzelgespräche, auch mit Menschen, die sonst keine Leserbriefe oder Social-Media-Kommentare schreiben.
In diesem Jahr klappt es aus verschiedenen Gründen nicht. Es ist meiner Ansicht nach auch nicht von zentraler Bedeutung, dass der Redakteur auf einem Con zugegen ist. Wichtiger sind die Autorinnen und Autoren, die letztlich die Serie gestalten und die einzelnen Romane verfassen. Ihre Arbeit ist das, was im Zeitschriftenhandel oder im E-Book-Shop zu haben ist – deshalb sind die kreativen Menschen, die hinter der Serie stehen, für PERRY RHODAN entscheidend.
Wenn in diesem September die Serie ihren 65. Geburtstag begeht, findet die offizielle Feier in Braunschweig statt. Die PERRY RHODAN-Tage werden für einen kreativen Austausch sorgen, da bin ich mir sicher. Meinungen und Ansichten treffen aufeinander, Menschen kommen in einen Dialog.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sich das Jugendzentrum »Mühle« in Braunschweig anfühlen wird: Räume voller Menschen, Verkaufstische, auf denen es Fanzines und Bücher gibt, interessante Diskussionen mit Autorinnen und Autoren, ein Gedankenaustausch auf vielen Ebenen.
Das ist eine Veranstaltung, die dem Geburtstag unserer Serie würdig ist – ich freue mich sehr, dass die PERRY RHODAN-FanZentrale die Aufgabe übernommen hat, einen solchen Con auf die Beine zu stellen.
(Dieses Logbuch wurde bereits zu Beginn des September 2026 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)
28 September 2026
Uwe Anton feiert ein Jubiläum
Ein Logbuch der Redaktion
Wann genau ich Uwe Anton kennenlernte, weiß ich nicht mehr genau. Es war sicher in den 80er-Jahren, ebenso sicher bei einem Con. Sein Name war mir natürlich schon lange zuvor ein Begriff: Der Autor und Übersetzer war bereits in den 70er-Jahren aktiv gewesen und hatte als junger Mann seine ersten Romane veröffentlicht.
Das waren sicher keine Meisterwerke, und Uwe Anton behauptete das später nie – aber wer mehrere Romane in den unterschiedlichsten Genres schreibt und publiziert, bevor er zwanzig Jahre alt ist, muss etwas können. Als ich selbst in diesem Alter war, konnte ich froh sein, eine halbwegs lesbare Kurzgeschichte zu Papier zu bringen.
Uwe veröffentlichte in den 70er-Jahren zahlreiche Fanzines, er betrieb einen Comic-Laden, er schrieb haufenweise Romane und übersetzte unzählige Science-Fiction-Romane, Krimis und Thriller. In den 80er-Jahren zählte er zu den bekanntesten Machern in der deutschsprachigen Science Fiction.
Bei verschiedenen Cons sprachen wir miteinander, und bei einem langen Spaziergang in Sinzig konkretisierten wir in den 90er-Jahren unsere weitere Zusammenarbeit. Seither ist Uwe Anton für PERRY RHODAN tätig, und in dieser Zeit bereicherte er unsere Serie durch zahlreiche Ideen und viele Romane. Wer die Details wissen möchte, kann in der Perrypediy mehr dazu erfahren – dort sind seine einzelnen Beiträge zu unserer Serie alle aufgelistet.
Was ich an Uwe in all der Zeit immer schätzte, war seine Vielseitigkeit. Er verstand sich auf den damals modernen Cyberpunk und die düstere Dystopie ebenso wie auf militärische Action oder exotische Aliens. Er strukturierte Miniserien für ATLAN und PERRY RHODAN, und er steuerte unsere Serie über 200 Bände lang durch eine kritische Zeit: Nach dem plötzlichen Tod Robert Feldhoffs musste Uwe mitten im Zyklus übernehmen.
Nicht vergessen möchte ich die jahrelange Zusammenarbeit, die Uwe und ich in Wolfenbüttel hatten. Über viele Jahre hinweg wirkten wir beide dort als Dozenten für die Kurzgeschichten-Werkstatt, was zwar immer viel Arbeit war, aber auch großen Spaß machte. Er kam immer mit ungewöhnlichen Ideen (»Lass uns mal was von Dean R. Koontz nehmen«), und brachte bei den Seminaren einen ganz anderen Blickwinkel ein als ich.
In all der Zeit führten wir viele Gespräche, nicht nur über PERRY RHODAN oder ATLAN, sondern über allerlei popkulturelle oder auch politische Themen. Uwe, der in den 80er-Jahren zahlreiche wichtige Comic-Übersetzungen erstellt hatte, kannte sich im Comic-Geschäft immer aus und hatte oft einen guten Tipp auf Lager. Bei Musik konnten wir uns nie einigen, bei Getränken ging unser Geschmack auch weit auseinander – aber man kann nicht alles haben.
Alles in allem bin ich sehr froh und glücklich darüber, Uwe schon so lange zu kennen und auch schon so lange mit ihm zusammenzuarbeiten. Dass er heute siebzig Jahre alt wird, kann ich mir kaum vorstellen – wo ist der fröhliche junge Mann mit dem rheinischen Singsang in der Sprache und dem Grinsen im Gesicht geblieben? (Schaue ich in den Spiegel, habe ich eine Ahnung …)
Aus diesem Grund nutze ich die Gelegenheit, ihm an dieser Stelle zu gratulieren: Alles Gute zum siebzigsten Geburtstag, lieber Uwe – auf weiterhin gute Zusammenarbeit!
(Dieses Logbuch erschien am 5. September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wiederhole ich es der Vollständigkeit halber.)
25 September 2026
Die USA als ein wichtiger Schwerpunkt
Die »SOL« ist die Zeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale und liefert in jeder Ausgabe lesenswerte Beiträge zur größten Science-Fiction-Serie der Welt. Zusammengestellt wird sie von Christina Hacker, die das Heft als Chefredakteurin steuert – und in der aktuellen Ausgabe 123 hat sie die amerikanische PERRY RHODAN-Ausgabe im Visier.
Der Artikel über Forrest J. Ackerman ist sehr informativ – ich hätte die eine oder andere Anekdote ergänzen können –, der Beitrag über PERRY RHODAN NEO ebenfalls. Spannend wäre natürlich ein Interview mit einem amerikanischen Fan oder einem der Übersetzer gewesen, aber das kann ja in einer späteren Ausgabe noch kommen.
Gut gefallen hat mir in dieser Ausgabe die Kurzgeschichte. In »Das tauranische Greenhorn« von Günther Kienle spielt unter anderem Ronald Tekener mit, der Smiler, eine der klassischen Figuren der PERRY RHODAN-Serie, die bei vielen Lesern immer noch sehr gut in Erinnerung ist. Die Geschichte ist temporeich und unterhaltsam zugleich – sehr klassisch!
Darüber hinaus bietet die »SOL« auf insgesamt 64 Seiten im A4-Format allerlei andere Themen: Rezensionen zu aktuellen Romanen unserer Serien, Interviews mit dem Risszeichner Bernard Stoessel, der Autorin Susan Schwartz und dem Autor Olaf Brill, ein Bericht vom diesjährigen ColoniaCon oder Artikel zu verschiedenen Aspekten der PERRY RHODAN-Serie.
Wie immer bekommt man als Leser viel geboten; ich fand jeden Text interessant und lesenswert. Mitglieder der FanZentrale erhalten das Heft ja im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrags. Man kann es aber jederzeit auch über die PRFZ und ihren Shop bestellen.
24 September 2026
Wie ich zum CPU wurde
Eines seiner Ziele war dabei, die klassischen Heftromanserien mit phantastischen Themen neu zu beleben. Er wollte mit TERRA ASTRA die eigenständigen Science-Fiction-Romane fördern, während er bei DRAGON und MYTHOR die klassischen Fantasy-Serien fortsetzen und ergänzen wollte.
Das gefiel mir alles sehr gut, und wir diskutierten mehrere Abende lang über die neuen Möglichkeiten, die sich boten. Dass die Kollegen im Vertrieb diese Ideen allesamt eher albern fanden, wusste ich nicht. Das erfuhr ich erst, nachdem Eckhard den Verlag verlassen hatte.
Eckhard Schwettmann rief die Reihe Moewig Fantastic ins Leben und gab mir einen neuen Titel. Künftig sollte ich als »Chefredakteur Phantastische Unterhaltung« auftreten, nicht nur als PERRY RHODAN-Chefredakteur. Mit dem neuen Titel war selbstverständlich keinerlei Gehaltserhöhung verbunden ...
Ich bekam eine neue Visitenkarte, ich erhielt Briefbögen, und Uwe Anton fand schnell eine spöttelnde Variante: Ab 2001 bezeichnete der Autor mich nur noch als den »CPU«. Klammheimlich fand ich selbst, dass ich den Spott verdient hatte. Und ebenso klammheimlich entsorgte ich Ende 2001 die Visitenkarten und die Briefbögen mit dem Titel. Der »CPU« war nach eineinhalb Jahren bereits Geschichte ...
23 September 2026
Wanderer gegen ES
Das Bild passt zudem wunderbar zu »Wanderer gegen ES«, der von Olaf Brill verfasst worden ist. Eine der Hauptfiguren ist Perry Rhodan, es geht aber auch um »ganz normale Menschen« und ihre Sicht der Dinge.
Die unterschiedlichen Handlungsebenen sortiert der Autor geschickt in schnell wechselnde Szenen. Damit entsteht ein vielseitiges Bild der Erde sowie des Kunstplaneten Wanderer.
Die Konfrontation von Menschen – oder meinetwegen Galaktikern – mit einer stur wirkenden Künstlichen Intelligenz setzt Olaf Brill gut in Szene. Und am Ende weiß Rhodan genau, was er zu tun hat. Oder glaubt er nur, es zu wissen?
22 September 2026
Lockruf aus M 33
Bei »Lockruf aus M 33« stand ein Zitat dafür Pate, das nur jemand erkennen kann, der unseren Serienkosmos ein bisschen genauer kennt. Ich vermute, dass jüngere und »neuere« Leser den Titel dann einfach interessant finden. Aber klar ist das eine Anspielung auf »Lockruf aus M 3«: Das war ein Roman, der 1982 erschien und etwas Besonderes war. Nach über zehn Jahren meldete sich K. H. Scheer, einer der zwei Gründungsautoren von PERRY RHODAN, wieder als Autor in die Serie zurück.
(Ich fand den Roman damals großartig. Das war schon »anders« als die Werke der damaligen Kollegen .)
Zurück zu »Lockruf aus M 33«. Dieser Roman erscheint in dieser Woche im Rahmen unserer Serie PERRY RHODAN NEO und stammt von Dietmar Schmidt.
Wie das Titelbild schon andeutet, spielen eine Kartanin und eine Frau von der Erde wichtige Rollen; auf einer Welt voller Eis und Gefahren gibt es allerdings Bedrohungen, mit denen sich die Kartanin messen muss. Der Roman erzählt die weiteren Geschehnisse der laufenden »Entropia«-Staffel und spielt an mehreren Schauplätzen – das war abwechslungsreich und gefiel mir bei der Lektüre echt gut.






