20 Oktober 2020

Eine von mehreren Vitrinen

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte« 

Als Eckhard Schwettmann im Sommer 1996 zum ersten Mal im Turmzimmer saß – bei seinem Bewerbungsgespräch –, war er gebührend beeindruckt. Als Marketingleiter für PERRY RHODAN ließ er den Raum umgestalten, in einer »Weltraum-Optik« streichen und mithilfe von Vitrinen zu einem »PERRY RHODAN-Showroom« gestalten.

Das Bild zeigt eine der Vitrinen. In diesen haben wir – nach Themen sortiert – diverse PERRY RHODAN-Produkte und Werbeartikel untergebracht, eine kleine Ausstellung zu unserer Serie also. In diesem Raum fanden Autorenkonferenzen und Exposébesprechungen statt, das Fernsehen war hier, ebenso verschiedene Fans. Wir werden es irgendwann sehr vermissen.

19 Oktober 2020

Gucky kehrt zurück

Das Titelbild, das Dirk Schulz für den kommenden Roman von Michael Marcus Thurner angefertigt hat, fand ich vom ersten Augenblick an absolut großartig: Der Mausbiber Gucky wird in der Art dargestellt, wie unser Titelbildkünstler ihn bevorzugt, aber nicht als fröhlicher, sondern als zorniger und kampfbereiter Ilt. Man sieht, dass Gucky mit seiner aktuellen Gesamtsituation alles andere als zufrieden ist.

In dieser Woche kommt der Roman offiziell in den Handel. »Gucky kehrt zurück« haut inhaltlich wie optisch in dieselbe Kerbe: Der Autor erzählt von einem Ilt, der voller Zorn steckt und den Willen hat, seine Situation grundsätzlich zu ändern. Dabei findet er einiges zu den Hintergründen seiner aktuellen Lage heraus.

Ich fand das Manuskript ebenso klasse wie das Titelbild. Man merkt dem Roman, welchen Spaß der Autor beim Schreiben hatte. Ich denke, das wird sich auch auf die Leser übertragen …

18 Oktober 2020

Ein Hashtag für einen Ilt

Es war eine Idee der Marketing-Kolleginnen: »Wenn Gucky in die Handlung zurück kommt, sollten wir das feiern.« Philine-Marie Rühmann und Janina Zimmer schlugen vor, einen sogenannten Gucky-Tag einzuführen und den künftig als offiziellen Feiertag zu begehen. Diese Idee fanden wir gut, und jetzt setzen wir sie auch um.

In der Perrypedia, dem wunderbaren Online-Lexikon für PERRY RHODAN-Leser, findet der Gucky-Tag schon seinen Niederschlag, wir haben eine Fotoserie gestartet, und wenn im Verlauf der Woche der entsprechende Roman in den Handel kommt, können wir das vielleiht auch noch ein bisschen weiter betreiben. Gucky ist eine der beliebtesten Figuren unserer Serie, und bei manchen Gelegenheiten  spüren wir das eben auch ganz besonders ...

17 Oktober 2020

Wie mich »Dune« damals verblüffte

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wann genau ich den Film »Der Wüstenplanet« oder kurz »Dune« wirklich sah, weiß ich nicht mehr. Sicher nicht gleich in der ersten Woche – in den kleinen Kinos in unserer Kleinstadt wurden die Filme nie gleich zum Start gezeigt, sondern immer mit einiger Verspätung. Also dürfte es im Januar oder Februar 1985 gewesen sein, vielleicht sogar erst im März. Ich erinnere mich nicht an ein genaues Datum, sondern eher an die Stimmung jener Zeit.

Zu Beginn des Jahres 1985 ging es mir nicht besonders gut. Ich war als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr eingezogen worden. Nachdem ich im Herbst 1984 in Ulm angefangen hatte, saß ich in einer Kaserne im badischen Bruchsal. Dort hatte ich viel Wachdienst zu leisten – unter anderem verbrachte ich den Jahreswechsel 1984/85 in der Kaserne – und langweilte mich sehr oft.

Leider klappte es nicht so gut mit den guten Absichten: Ich wollte eigentlich viel lesen, meine Englischkenntnisse verbessern und Geschichten schreiben. Stattdessen machte ich das, was viele Soldaten in dieser Zeit taten: Ich saß an den Abenden mit anderen Leuten herum und trank zu viel Bier.

Ein farbenprächtiger Science-Ficction-Film wie »Dune« musste bei mir also einschlagen. Ich kannte den Roman »Der Wüstenplanet«, ich hatte ihn drei oder vier Jahre zuvor gelesen. Frank Herbert hatte mit dem Werk in den späten 60er-Jahren einen Science-Fiction-Klassiker geschrieben, der mich fasziniert hatte. Seine Art, eine fremde Welt zu beschreiben, fand ich umwerfend; seine Schilderungen von Arrakis und seinen Bewohnern erzeugte in meinem Kopf allerlei Bilder, die über viele Jahre hängen blieben.

Das war eine andere Art von Science Fiction als die, wie ich sie von PERRY RHODAN oder ATLAN kannte. Wo ein Heftroman und ein eher dünnes Taschenbuch doch eher knapp gehalten waren, ging Herberts Werk in die Breite. Die einzelnen Familien wurden ebenso detailliert geschildert wie die Natur des Planeten. Es gab ausführliche Beschreibungen der Landschaft und der Sitten, die Dialoge waren ausgefeilt und gingen über Seiten hinweg.

»Der Wüstenplanet« war wie ein Kinofilm auf einer riesigen Leinwand, bei dem man als staunender Mensch davor sitzt und begeistert die künstlichen Landschaften betrachtet, die sich einem vor dem Auge anbieten.

Der Roman war nicht unbedingt spannend, zumindest brauchte er seine Zeit, bis sich die Spannung aufbaute. Wo ein PERRY RHODAN-Roman schnell zur Sache kam und nach 64 Seiten zu Ende erzählt war, baute Herbert in seinem Roman die Spannung über Dutzende von Seiten auf. Diese Art des Erzählens hatte aber ebenfalls ihre Faszination. Das war zu Beginn der 80er-Jahre für mich durchaus ungewohnt.

Zu Beginn des Jahres 1985 hatte ich aber bereits eine größere Erfahrung in umfangreichen Science-Fiction- und Fantasy-Welten gewonnen. Ich hatte gelernt, dass man einen Heftroman nicht mit einem dickleibigen Roman vergleichen konnte: Wer eine Welt auf 500 Seiten beschrieb, durfte in die Breite gehen. Die Faszination einer Serie wie PERRY RHODAN erschloss sich mir aber ebenso über die epische Breite – immerhin ergab ein Zyklus von 100 Bänden ein Gesamtwerk von 6000 Seiten, und das wiederum war das Mehrfache des »Wüstenplaneten«.

Zu dieser Zeit konnte ich keine in sich abgeschlossenen Heftromane mehr lesen; diese Art der Geschichte sprach mich nicht mehr an. Entweder brauchte ich den epischen Charakter einer Serie wie PERRY RHODAN oder ATLAN, oder ich brauchte den Charakter eines großen Weltenbaus innerhalb eines einzigen Romans. So hatte sich mein Geschmack innerhalb weniger Jahre geändert. (Bald darauf sollte ich meine Faszination für die Kurzgeschichte wieder entdecken – aber das ist eine andere Geschichte.)

Die Verfilmung des »Wüstenplaneten« fiel also in eine Zeit des Umbruchs für mich. Wie würde das Werk bei mir ankommen? Um es klar zu beantworten: Ich war fasziniert und verblüfft, durchaus beeindruckt. Die Bildwelten, die David Lynch auf die Leinwand brachte, hatte ich in dieser Form noch nicht gesehen. Die Landschaft des Planeten Arrakis war hervorragend in Szene gesetzt, die riesigen Würmer, auf denen die Menschen reiten, begeisterten mich. So stellte ich mir den Wüstenplaneten vor, so wurde die Handlung für mich vermittelt.

Die Bildwelten waren das eine, die Figuren das andere. Mancher der Protagonisten kam mir wie eine Comic-Figur vor, was mich aber nicht störte. Sting als Schauspieler fand ich ebenso cool, wie ich ihn zuvor als Sänger der Band POLICE oder als Darsteller in »Quadrophenia« cool gefunden hatte. Auch andere Figuren waren stark dargestellt.

Womit ich allerdings fremdelte, waren die teilweise dämlichen Dialoge, die religiösen Aspekte und die Art und Weise, wie »Führung« hergestellt wurde. In einer zentralen Szene wird beispielsweise der Held zum Anführer des Widerstandes ausgerufen; das erinnerte mich viel zu sehr an Diktaturen oder gar die deutsche Geschichte. Vielleicht hatte auch meine Situation bei der Bundeswehr damit zu tun, dass ich mit der Szene meine Probleme hatte.

Als ich aus dem Kino herauskam – das weiß ich noch genau –, hatte ich die Bilder des Films in meinem Kopf. Sie verschwanden daraus nie. Ich sah »Dune« seit diesem Jahresanfang 1985 nie wieder, und ich erinnere mich trotzdem sehr gut an manch wuchtige Szene.

Deshalb betrachte ich diesen Film auch nicht als schlecht, sondern habe ihn als gigantisches Bilderlebnis abgespeichert. Vielleicht sollte ich ihn mir noch einmal anschauen, bevor die neue Version herauskommt …

16 Oktober 2020

Die Raum-Zeit-Ingenieure

Zu den Vorzügen meines Arbeitsplatzes gehört, dass ich von den Druckereien normalerweise Vorabexemplare erhalte: Sowohl Bücher als auch Romanhefte landen auf meinem Tisch, bevor sie in den Handel gelangen. Und so konnte ich mich heute darüber freuen, das Buch 152 der PERRY RHODAN-Serie auf meinem Tisch zu finden.

»Die Raum-Zeit-Ingenieure« ist einer der heimlichen Klassiker der PERRY RHODAN-Serie. Es ist der einzige Jubiläumsband, den Thomas Ziegler verfassen konnte; zu dieser Zeit bestimmten vor allem seine ungewöhnlichen Ideen den Serieninhalt. Der Heftroman erschien 1985, und er erzählte eine große kosmische Geschichte. Diese bildet nun in dem bald erscheinenden Silberband den inhaltlichen Schwerpunkt.

Dabei ist dieser Silberband kein Auftakt zu einem neuen Handlungsbogen, sondern eher ein Roman, der vieles zusammenfasst und Antworten auf Fragen gibt. Man erfährt unter anderem mehr über das geheimnisvolle Tiefenland und was es mit dem sogenannten Frostrubin zu tun hat. Die Romane fand ich »damals« großartig. Wer die PERRY RHODAN-Geschichten mit kosmischem Hauch mag, wird hier sicher auf seine Kosten kommen – auch heutzutage.

15 Oktober 2020

Anzeige für »PopKomm täglich«

Im August 1997 zeigte sich die PERRY RHODAN-Serie erneut auf der PopKomm in Köln. Um dieses Ereignis gebührend zu begleiten, schaltete die Marketing-Abteilung auch Anzeigen in Broschüren und Zeitschriften.

In der täglich veröffentlichen Zeitschrift »PopKomm täglich« wurde am 16. August 1997 eine Anzeige platziert, die auf die multimedialen Aktivitäten der PERRY RHODAN-Serie hinwies. Angefertigt hatte die Anzeige die Werbeagentur Zeuner aus Ettllingen.

Sie zeigte unter dem Slogan »Perry Rhoda im Cyberspace« unter anderem das Computerspiel »Die Brücke in die Unendlichkeit« und die CD-ROM »Abenteuer Universum«, daneben die aktuellen Silberbände und die Musik-CD »Pax Terra«. Gleichzeitig wurde für einen PERRY RHODAN-Programmpunkt auf der »PopKomm-Bühne im Zwischengeschoß« geworben.

14 Oktober 2020

Der Blick aus dem Turm

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«


Bei einem der vielen Gespräche, die wir in den Jahren 2007 und 2008 führten, kam es irgendwann auch zur Sprache: Wie es denn wäre, wenn die PERRY RHODAN-Redaktion nach Hamburg umziehen würde? »Du hättest dann ein Büro mit Blick auf die Elbe« – so war der lockende Spruch an mich.

Meine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen, wenngleich sie nicht stimmte: »Ich möchte lieber mein Büro mit einem Blick auf den Güterbahnhof von Rastatt behalten.« Tatsache ist, dass man von den PERRY RHODAN-Büros zwischen 1995 und 2020 hinaus auf die Druckerei und den Parkplatz blicken konnte, nicht aber auf den Güterbahnhof. (Das ging nur 1992 bis 1994, als die Redaktion in einem anderen Teil des Verlages saß.)

Den Blick, den ich meinte, gibt es schon. Man muss dazu ins Turmzimmer gehen, den höchsten Raum des Verlages. Stellt man sich dort entsprechend hin, sieht man auf Anlagen der Bundesbahn – und dahinter kann man den Schwarzwald erkennen. Und mir gefiel das wirklich besser als jeglicher Blick in Hamburg …