25 September 2018

Im Bann der Erkenntnis

Ein durchaus mysteriöses Titelmotiv von Swen Papenbrock bildet einen interessanten Rahmen für Verena Themsens PERRY RHODAN-Roman, der in der nächsten Woche in den Handel kommt. »Im Bann der Erkenntnis« trägt die Bandnummer 2981 und spielt – soviel kann ich bestimmt verraten – in einer kleinen Galaxis, die zur Lokalen Gruppe gehört. Dort treffen Menschen von der Erde auf das Volk der Shug.

Warum das so ist und welche Konsequenzen diese Begegnung hat, das will ich nicht erzählen. Das steht schließlich im Roman. Aber ich fand einige Begrifflichkeiten wie die Sickerforschungsgruppe oder das Prud-Stratum sehr hübsch – wenn sich Wissenschaftlerinnen unterhalten, kann das für manchen Außenstehenden knifflig klingen.

Ernsthaft: Der Roman bringt die Handlung weiter, und er bietet trotzdem genügend Planetenabenteuer-Charme. (Mir gefallen Geschichten, in denen neue Kulturen im All vorgestellt werden, seit ich zum ersten Mal Science Fiction gelesen habe.) Damit sollten unterschiedliche Lesergruppen auf ihre Kosten kommen.

22 September 2018

Lesenswerter Blog

Es gibt einen neuen Blog, der sich mit PERRY RHODAN beschäftigt. Unter dem Titel »Perry Rhodan Experience« setzt sich der Fan Mario Staas mit der größten Science-Fiction-Serie der Welt auseinander. Dabei folgt er dem Beispiel des »Heftehaufen«-Blogs, indem er die Serie von Band eins an liest und immer wieder kommentiert, was ihm bei den klassischen Romanen aufgefallen ist.

In seinem Text »In eigener Sache« erläutert er seine Vorgehensweise: Sie sei nicht literaturkritisch, sondern er sehe sie »als reine Tagebuch-Abart« und äußere damit seine spontane Meinung. Ich finde das spannend und werde da öfter reinschauen. Seit ich die genannten Romane gelesen habe, sind schließlich auch schon einige Jahrzehnte vergangen ...

(Ich weiß, richtiger wäre »das« Blog. Aber da sich in der deutschen Sprache mehrheitlich »der« Blog eingeführt hat und ich das Wort auch so benutze, habe ich es in diesem Blogbeitrag ebenso gehalten. Also bitte nicht wundern!)

21 September 2018

Ein Newsletter wird 25

Seit die PERRY RHODAN-FanZentrale ihren »PRFZ-Newsletter« eingerichtet hat, ist das Fanzine zu einem lohnenswerten Informationsblatt geworden. In der aktuellen Ausgabe 25, die von Alexandra Trinley zusammengestellt worden ist, entdeckte ich viele Dinge, die ich lesenswert fand und die ich trotz meines Berufs nicht wusste.

Den Schwerpunkt bildet das Interview mit den Autoren Gerhard Hubert und Michael Tinnefeld. Die beiden berichten darin von der Arbeit an ihrer Ausgabe der PERRY RHODAN-FanEdition, von ihren Geschichten und von weitergehenden Ambitionen.

In einem kurzen Beitrag erläutert Arndt Drechsler, wie er die Illustrationen für die Silberbände gestaltet. Und der preisgekrönte Kurzgeschichtenautor Uwe Hermann erzählt, wie er als PERRY RHODAN-Leser dazu gekommen ist, eigene Geschichten zu schreiben.

Insgesamt bildet das zehn Seiten umfassende Fanzine eine gelungene Lektüre. Mitglieder der FanZentrale erhalten es kostenlos. Weitere Informationen liefert die Internet-Seite des Vereins.

20 September 2018

Sonnensturm

Sander Pawliczek heißt der Raumfahrer, der auf dem Titelbild des aktuellen Romans von Susan Schwartz abgebildet ist. In Szene gesetzt hat ihn Dirk Schulz, und ich finde das Titelbild von »Sonnensturm« extrem eindrucksvoll. Wer mäkeln möchte, könnte einwenden, dass es nicht hundertprozentig den Beschreibungen im Roman entspricht; es gibt aber den Charakter des 183. Romans der Serie PERRY RHODAN NEO sehr gut wieder.

Der Raumfahrer – eigentlich ist er Kosmologe von Beruf – ist nur einer der Personen, deren Schicksale die Autorin in ihrem Roman beschreibt. Sie zeigt schlaglichtartig, was auf einigen Planeten im Sonnensystem passiert und wie sich die neuerliche Bedrohung für die Menschheit aufbaut.

Weil sie dabei immer dicht an den Figuren bleibt, schafft sie eine Reihe von spannenden Szenen, die mich bei der Lektüre des Manuskriptes fasziniert haben. Ich bin sicher, dass diese Geschichte auch viele Leser mitreißen wird.

19 September 2018

Teamtagung mit Kurs 3000

Nur noch wenige Monate, dann erscheint der PERRY RHODAN-Band mit der Nummer 3000. Um für diesen Jubiläumsband – wie bei einem Endspurt – entsprechend gerüstet zu sein, traf sich die PERRY RHODAN-Redaktion am heutigen Mittwoch, 19. September, bei strahlendem Spätsommerwetter in der »Pagodenburg« in Rastatt. Bei Kaffee und Brezeln, bei Säften und einem reichhaltigen Mittagessen wurden zahlreiche Themen besprochen.

Der Band 3000 und die damit zusammenhängenden Aktivitäten war nur eines der Themen. Darüber hinaus ging es um neue Taschenbücher und Hardcover-Ausgaben sowie andere anstehende Produkte.

Wir sprachen darüber, was im vergangenen halben Jahr gut gelaufen war – PERRY RHODAN-Olymp beispielsweise – und was uns nicht so gut gefallen hatte (Terminprobleme und Zeitdruck etwa), und wir machten uns Gedanken darüber, wie wir welche Dinge in den nächsten Monaten verbessern könnten. Die Diskussion war spannend und abwechslungsreich, die Ergebnisse werden wir noch »nachbereiten«.

Eine Teamtagung hat den Sinn, dass das Redaktionsteam sich einen Tag lang Gedanken über seine Arbeit macht und auch in die Zukunft blickt. Dabei ging's nicht nur einige Monate in die Zukunft, sondern bei mancher Überlegung bereits mehrere Jahre. (Für eine Science-Fiction-Serie gehört es sich, ein wenig in die Ferne zu blicken, sowohl zeitlich als auch räumlich ...)

Das Bild wurde im Hof der »Pagodenburg« aufgenommen. Es zeigt (von links): Bettina Lang, Klaus Bollhöfener, Klaus N. Frick, Madlen Bihr, Katrin Weil, Pio Battistig und Philine-Marie Rühmann.

17 September 2018

40 Jahre Silberbände

Ein Logbuch der Redaktion

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich meinen ersten PERRY RHODAN-Silberband kaufte. Es muss Ende der 70er-Jahre gewesen sein, und ich könnte Stein und Bein schwören, dass ich das 1979 tat – kurz nachdem der erste Silberband überhaupt erschienen war. Bei den allerersten Kunden war ich sicher nicht dabei, weil ich mir 1978 noch kein »dickes Buch« hätte leisten können und noch auf die Hefte schwor.

Mit »Die Dritte Macht« kam im September 1978 ein Buch auf den Markt, das die Buchbranche tatsächlich verändern und vor allem der PERRY RHODAN-Serie ein ganz anderes Gesicht verleihen sollte. Wer genau auf die Idee kam, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen – wahrscheinlich war es der kreative Kopf des Verlagsredakteurs Kurt Bernhardt.

Vorher war PERRY RHODAN in erster Linie eine Heftromanserie gewesen; in den 70er-Jahren galt dieses Format pauschal als »Schundroman«, vor dem Deutschlehrer und andere wohlmeinende Menschen warnten. Es ging den Kritikern selten um den Inhalt, meist wurden alle Heftromane pauschal negativ beurteilt. Und dass es von PERRY RHODAN auch Taschenbücher, Comics und Hörspiele gab, nahmen viele Menschen nicht wahr.

Von daher muss man es im Nachhinein wirklich als absoluten Glücksgriff betrachten, dass sich die neue Idee so schnell durchsetzen ließ: Man nimmt zwischen fünf und zehn der klassischen Heftromane, lässt diese gründlich bearbeiten und macht daraus ein spannendes Buch, das dann über den Buchhandel vertrieben wird. Die Verlage Pabel und Moewig, die erst Jahre zuvor zusammengefügt worden waren, wechselten damals bewusst vom Zeitschriften- in den Buchhandelsvertrieb.

William Voltz, damals der beste PERRY RHODAN-Autor, stürzte sich mit Feuereifer in die Arbeit und stellte das erste PERRY RHODAN-Buch zusammen. Wie intensiv ihm seine Frau Inge half, wird in mehreren Berichten dokumentiert; vieles, was zu jener Zeit gemacht werden musste, war echte Handarbeit. Seiten mussten ausgeschnitten und aufgeklebt werden, dann wurde handschriftlich bearbeitet.

»Die Dritte Macht« wurde ein Erfolg, mit dem niemand rechnen konnte. Das Buch mit seinem silbernen Umschlag und seinem dreidimensional wirkenden Titelbild wurde vom Fleck weg ein Bestseller und war der Beginn der umfangreichsten Buchreihe Europas. Der Verlag startete damals ein wahres Feuerwerk an Silberbänden, nicht nur PERRY RHODAN wurde in diesem Format veröffentlicht.

Auch eine Reihe »allgemeiner« Science-Fiction-Romane kamen so in den Handel, dazu brachte Moewig Bildbände mit prächtigen Science-Fiction-Motiven heraus. Richtig erfolgreich wurde aber einzig und allein PERRY RHODAN.

Anfangs brachte der Verlag zwei Bücher im Jahr heraus, später wurden es drei, und seit über fünfzehn Jahren sind es vier Stück. Die ersten zwanzig Titel bearbeitete noch William Voltz, dann übernahm Horst Hoffmann für unglaubliche sechzig Bücher die Bearbeitung. Seitdem ist Hubert Haensel für den Inhalt der Silberbände verantwortlich. Als Redakteurin innerhalb des Verlages betreut seit vielen Jahren Sabine Kropp die Bücher.

Derzeit arbeiten der Bearbeiter und die Redaktion auf einen neuen wichtigen Zwischenschritt zu – der Band 150 rückt immer näher. Und nach wie vor finden die Bücher ihre Leser: Sie tauchen nach der Veröffentlichung sofort auf den Bestsellerlisten auf; die Fans warten jeweils sehnsüchtig auf den neuen Band. Und Buchhandlungen sind seit vielen Jahren fest auf die Silberbände abonniert – wenn es zu Verzögerungen in der Erscheinungsweise kommt, und seien es nur wenige Tage, gibt es gleich telefonische Anfragen im Verlag.

Wenn ich mir vergegenwärtige, wer die Bücher liest und kauft, sind es – lasse ich die vielen Gespräche Revue passieren – nicht unbedingt die aktuellen Leser der Erstauflage. Häufig handelt es sich um Ex-Leser, die mit Hilfe der Silberbände ihre Jugenderinnerungen auffrischen wollen. Früher zumindest waren viele Leser der Silberbände wiederum Jugendliche, die von ihren Eltern oder Großeltern eher ein »gutes Buch« als einen Packen Heftromane geschenkt bekamen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei den Silberbänden: Wir versuchen immer wieder, fehlende Titel nachzudrucken – angesichts der hohen Titelzahl ist das eine enorme logistische Herausforderung, die zudem sehr kostspielig ist. »Die Dritte Macht« ist seit 1978 ununterbrochen auf dem Buchmarkt. Ständig hält unser Partner Edel, der seit 2007 die Vertriebslizenz übernommen hat, die meisten Titel zumindest mit einigen Exemplaren auf Lager.

In diesem Jahr können wir mit den Silberbänden schon den vierzigsten Geburtstag feiern. Damit hätte 1978 niemand gerechnet. Und ich glaube nicht, dass sich das 1988 oder 1998 jemand vorstellen konnte. PERRY RHODAN ist nicht nur die größte Science-Fiction-Serie der Welt, die Silberbände sind auch noch die längste zusammenhängende Buchserie der Welt – das sind zwei Superlative, auf die wir in der Redaktion sehr stolz sind.

Auf das nächste Jahrzehnt!

16 September 2018

Die Frage nach dem Erfolgsrezept

Während ich an den ersten Texten zum PERRY RHODAN-Band 3000 sitze – dieser erscheint zwar erst im Februar 2019, aber wir arbeiten zeitig gut vor –, überlege ich mir nicht zum ersten Mal die eine oder andere »Was wäre wenn ...?«-Frage. Als Science-Fiction-Fan kenne ich solche Fragen ja, die Autoren haben so etwas im Verlauf der Jahrzehnte oft genug gefragt. Deshalb versuche ich es ebenfalls ...

Was wäre gewesen, wenn Karl-Herbert Scheer die Serie allein konzipiert hätte? (Gestern war der Todestag von K. H. Scheer, da fällt mir der Autor am ehesten ein.) Wäre sie militärischer geworden, stärker in der nahen Zukunft verankert? Hätte es Figuren wie Gucky oder die Superintelligenz ES wirklich gegeben.?

Was wäre gewesen, wenn nur Clark Darlton die Serie konzipiert hätte? Hätte es in ihr das Solare Imperium gegeben, die vielen Konflikte und Raumschlachten? Oder wäre es eher ein Epos gewesen, in dem sich phantastische Ideen in rascher Folge abwechselten?

Und was wäre gewesen, wenn William Voltz nicht schon früh »zugearbeitet« und eigene Ideen in seinen Romanen entwickelt hätte? Vor allem: Was wäre gewesen, wenn nicht ab den 500er-Bänden eine »kosmische Dimension« in die Serie eingekehrt wäre?

Wir wissen es nicht, ich weiß es nicht. Aber ich glaube, dass PERRY RHODAN über Jahrzehnte hinweg so erfolgreich gewesen ist, weil es so unterschiedliche Menschen waren, die diese Serie schrieben. Einer oder eine allein hätte es nie geschafft, diese Serie so zu gestalten, wie sie es nun seit 1961 geworden ist. Und vielleicht ist das die Antwort auf alle Fragen nach unserem »Erfolgsrezept« ...