04 August 2026

Die Stunde der Deponentin

Als spannend und tragisch zugleich erweist sich das Szenario, das Leo Lukas in seinem Roman entwickelt, der in dieser Woche in den Handel kommt. »Die Stunde der Deponentin« ist alles andere als humorvoll, sondern besticht durch klare Charaktere und eine sich steigernde Bedrohungslage.

Mir hat vor allem imponiert, wie der Autor aus einer eigentlich unwichtig wirkenden Nebenfigur eine zentrale Figur für die Handlung macht. Sie erarbeitet Pläne mit allerlei Hintertürchen, die sie dann auch umsetzt. Was sie damit bezweckt, dürfte ihr selbst zwar klar sein – nicht aber das, was am Ende wirklich entstehen kann.

Der Leo-Lukas-Doppelband sowie der darauffolgende Roman von Oliver Fröhlich bilden in gewisser Weise eine Trilogie in unserer laufenden Handlung. Sie bringen die Geschehnisse im Solsystem zu einem kritischen Punkt – und in mancherlei Hinsicht darüber hinaus … eine konsequente Weiterentwicklung des Geschehens um die Superintelligenz ES.

03 August 2026

Autorenbesuch trotz Hitze

Die Meteorologen hatten für den Raum Karlsruhe und Rastatt erneut hohe Temperaturen von 36 und 37 Grad vorhergesagt. Das hielt Christian Montillon aber nicht davon ab, sein kühles Arbeitszimmer zu verlassen und in die überhitzte PERRY RHODAN-Redaktion nach Rastatt zu kommen.

Der Autor war zu einem Termin verabredet: Unser Film-Team holte ihn vor die Kamera, um ihn zu interviewen. Bereitwillig gab Christian Montillon dann Auskünfte über seine Arbeit und seinen aktuellen Roman. Die Fragen stellte Adnan Turan. Das Video werden wir, nachdem es geschnitten worden ist, wohl im September auf YouTube und anderen Plattformen präsentieren.

Mit dem Autor besprach ich danach seinen aktuellen Roman und andere Themen. Wir gingen in ein nahegelegenes Restaurant, wo man im Freien sitzen und gut essen kann. Ein angenehmer Wind ging, und so konnten wir in aller Ruhe – sieht man vom Lärm der Bundesstraße ab, die direkt am Restaurant vorbeiführt – einige wichtige Themen besprechen. Manches Mal ist es einfach sinnvoll, sich persönlich zu treffen …

31 Juli 2026

Chroniden und Vorbereitungen

In dieser Woche ging es bei uns in der Redaktion und im Marketing mehrfach um den kommenden Zyklus unserer Serie. Bekanntlich heißt der neue Zyklus, der mit Band 3400 beginnen soll, »Chroniden-Zyklus«, und ich werde an dieser Stelle natürlich nicht verraten, um was es dabei geht. Der erste Roman kommt am 16. Oktober in den Handel, und bis dahin ist noch ein bisschen Zeit, wenngleich nicht zu viel …

Das umlaufende Titelbild steht, der Roman selbst ist im Haus, auch der vierfarbige Innenteil ist schon weit vorangeschritten. Wer den Roman schreibt und wie sein Titel ist, gebe ich demnächst offiziell bekannt – der Inhalt bietet die eine oder andere knallige Überraschung für die Leserinnen und Leser, denke ich.

Die Leseprobe, die wir zu diesem Band produzieren wollen, steht schon, was den Text angeht, und kann in Druck gehen. Wir haben einige Slogans für Anzeigen festgelegt; die Entwürfe dafür haben wir diese Woche mit einigen Änderungen auch weiterentwickelt. Das heißt, dass wir wesentliche Elemente für das Marketing vorbereitet haben.

Es sieht gut aus, finde ich. Da die meisten von uns im August irgendwann einige Tage frei haben, ist so eine Vorarbeit immer sinnvoll.

30 Juli 2026

Eröffnung in Saarbrücken

Für den PERRY RHODAN-WeltCon im September 1986 hatte sich die Abteilung Public Relations der Verlagsgruppe Pabel-Moewig einiges einfallen lassen. Man hatte nicht nur alle Autoren eingeladen, sondern mit Karl Dall auch einen echten »Stargast« und mit Sensus eine Band aus den Niederlanden. Dazu kamen eine speziell gebaute Bühne und reichlich Trockeneisnebel …

Als Moderatorin trat die Chefin der Public-Relations-Truppe selbst auf. Linda Ivanus-König hatte sich extra einen silbernen Anzug schneidern lassen, damit sie wie ein Astronaut aussah, und sich allerlei Glitzerzeugs in die Haare gemacht – was man sich eben vorstellte, wenn man im Jahr 1986 an Science Fiction dachte.

Ihr Gegenüber stand ein »Roboter«, ein ferngesteuertes Etwas, das allerlei Geräusche von sich gab und sich so verhielt, wie man sich eben einen Roboter vorstellte. In der Euphorie der Con-Eröffnung spielte das alles keine Rolle: Die Rede saß, die Besucherinnen und Besucher jubelten begeistert, alles klappte hervorragend.

Der WeltCon in der Eislaufhalle in Saarbrücken konnte beginnen; er lief tatsächlich reibungslos und mit praktisch keinem Problem. Sprach man später mit Fans darüber, blieb die Eröffnungsrede allerdings weniger in Erinnerung als andere Auftritte …

29 Juli 2026

Sechs Planetenromane von Robert Feldhoff

Ein Logbuch der Redaktion 

Mit unseren Partnern von Eins A Medien arbeiten wir schon seit mehr als zwanzig Jahren zusammen: Die Kolleginnen und Kollegen aus Köln vertonen jeden Roman, den wir publizieren. Seit Band 2400 heißt das: jede Woche ein Hörbuch. Dazu kommen die Audio-Ausgaben der PERRY RHODAN-Bücher, der Serie PERRY RHODAN NEO sowie der diversen Miniserien.

Ich freue mich immer, wenn ich mit den Kollegen von Eins A Medien spreche. Man spürt in den Gesprächen, mit welchem Herzblut und welchem Engagement sie bei der Sache sind und immer wieder nach neuen Möglichkeiten suchen, spannende Hörbücher zu veröffentlichen.

Dabei bewegt sich das Label nicht nur in PERRY RHODAN-Bahnen, sondern längst darüber hinaus. Mit dem »Warhammer«-Universum hat Eins A Medien beispielsweise einen eigenständigen Hörbuch-Kosmos für sich erschlossen. Das finde ich faszinierend, auch wenn ich selbst mich damit gar nicht auskenne.

Aber zurück zu PERRY RHODAN. Vor allem am Anfang war Josef Tratnik der zentrale Sprecher. Er las die Silber Edition in den ersten Jahren als einziger Sprecher ein. Seine Stimme begleitete die Hörerinnen und Hörer durch die Mondlandung, die Begegnung mit Arkoniden, Akonen und Blues, den Vorstoß nach Andromeda und in andere Galaxien, die Krise durch den Schwarm und das Konzil der Sieben. Für die neueren Hörbücher zeichneten jüngere Kollegen verantwortlich.

Seit einiger Zeit pausierte Josef Tratnik eigentlich und genoss seinen Ruhestand. Doch er wollte wieder etwas mit PERRY RHODAN vorlesen – und weil sowohl wir in der Redaktion als auch die Kollegen bei Eins A Medien das gut fanden, überlegten wir, welches Thema ihm wohl angemessen sein könnte.

Wir kamen auf einen »modernen Klassiker«, wie man das so schön nennt, und entwickelten die »Robert-Feldhoff-Edition«: sechs Romane des viel zu früh verstorbenen Schriftstellers, die Josef Tratnik einlesen und die Eins A Medien nacheinander veröffentlichen würde. Ich finde, dass das eine sehr gute Kombination ist.

Robert Feldhoff war sicher der PERRY RHODAN-Autor, der die Serie in den 90er-Jahren und in der ersten Hälfte der Nuller-Jahre am Stärksten prägte. Dank seiner Ideen wurde das »Perryversum« um neue Figuren und kosmische Konzepte erweitert, kamen neue Serien in den Handel – ATLAN konnte wiederbelebt werden, es gab Taschenbuch-Zyklen – und wurde unsere Marke in den »neuen Medien« stärker präsent.

Von ihm stammen zentrale Figuren und Konzepte der neueren Zeit: Voltago, der mysteriöse Roboter, die Kosmischen Fabriken und die Diener der Materie, die Brücke in die Unendlichkeit und die Koalition von Thoregon, die uralte Superintelligenz ARCHETIM und viele andere Themen mehr. Bis heute werden seine Ideen in unseren aktuellen Romanen verwendet, sie sind zu Grundlagen unserer Serie geworden.

Dabei geht gelegentlich unter, dass Robert Feldhoff zahlreiche spannende Romane schrieb, die den Serienkosmos eigenständig erweiterten und die man ohne Vorkenntnisse verstehen kann. Sie wurden im Rahmen der Planetenromane veröffentlicht und bieten stets abenteuerliche Science Fiction. Wer PERRY RHODAN noch nicht kennt, wird mit diesen Abenteuern gut in das Universum eingeführt – bekannte Figuren wie Perry Rhodan selbst treten kaum auf, meist konzentriert sich der Autor auf Figuren, die eher »am Rand« stehen, und zeigt ihre Schicksale.

Mit Romanen wie »Scitt, der Zwerg« und »Die Toleranz-Revolution« erzählte er Episoden, die frühere Zyklen ergänzen; mit »Die Ferrol-Dolche« und »Raumpiloten« lieferte er actionreiche Geschichten, die auf Planeten spielten, die jeder PERRY RHODAN-Leser kennt. Mir persönlich gefiel immer »Die Show der Sterne« ganz besonders, weil der Autor seine Hauptfigur dabei in einen Kosmos der Wunder stolpern lässt.

Die stärkte Geschichte in der Edition aus sechs Planetenroman-Hörbüchern ist sicher »Terra in Trance«; der Roman spielt gewissermaßen am Ende des »Cantaro«-Zyklus und ergänzt diesen hervorragend. (Er verrät allerdings den Schluss des Zyklus; so viel sei an dieser Stelle angemerkt.)

Auf die »Robert-Feldhoff-Edition« freue ich mich schon sehr. Ich möchte die sechs Hörbücher allesamt selbst hören – mit Josef Tratniks Stimme und Robert Feldhoffs Geschichten reise ich damit wieder ins Perryversum …

(Dieses Logbuch stand im Juli auch schon auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.) 

28 Juli 2026

Der letzte Mentalstabile

Wenn wir auf unseren Titelbildern ausdrucksstarke Porträts wichtiger Figuren haben, finde ich das genauso gut und ebenso ansprechend wie die Bilder faszinierender Raumschiffe oder den Blick in ein fiktives Weltall. Beim PERRY RHODAN-Roman, der diese Woche in den Handel kommt, sehen wir unter anderem Flint Cole, eine Figur, die schon seit längerem durch unsere Serie »geistert«. Das Porträt, das ihn zusammen mit einer Ferronin zeigt, stammt von Dominic Beyeler.

Den Roman dazu verfasste Leo Lukas, er trägt den Titel »Der letzte Mentalstabile«. Richtig gelesen!, es heißt nicht »Mentalstabilisierte«. Der Autor hat sich bei diesem Titel etwas gedacht, und er passt wunderbar zum Inhalt. Denn die Person, um die es geht, ist anscheinend die Einzige, die in der aktuellen Situation im Heimatsystem der Menschheit stabil bleibt.

Dem Autor gelingt ein packender Blick ins Innere einer Gesellschaft, der offensichtlich die Balance abhanden gekommen ist. Die Menschheit steht vor einer großen Bewährungsprobe, und wie es aussieht, weiß noch niemand, wie man sich ihr wirklich stellen kann …

27 Juli 2026

Der dunkle Imperator

Für den Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen, hat Dirk Schulz ein ausgesprochen düsteres Titelbild gestaltet. Der grimmig auf einen Roboter schauende Arkonide, den das Cover zeigt, passt wunderbar zum Titel: »Der dunkle Imperator« wurde von Lucy Guth geschrieben. Im Inhalt gibt es ebenfalls eine Reihe von düsteren Szenen.

Ich fand stark, wie die Autorin beispielsweise Thora beschreibt. Die Arkonidin muss sich einer Frau stellen, die sie sich vorher nicht einmal vorzustellen wagte. Und sie muss erneut nach Arkon, um sich in die Konflikte der Khasurn einzumischen. Nur so, glaubt sie, ist eine Katastrophe aufzuhalten, die sonst die Republik Arkon bedroht.

Bei diesem Roman handelt es sich um den vorletzten Teil der laufenden »Artefakte«-Staffel. In mancherlei Hinsicht legt die Autorin darin die Grundlagen für die kommende »Entropia«-Staffel, und das erzählt sie mit starken Bildern und eindrucksvollen Szenen.