07 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 2

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

So konnten wir recht schnell zur nächsten Position übergehen, dem Blick in die nahe Zukunft. Überraschend schnell wurde mein Vorschlag angenommen und entsprechend fixiert: Im Frühjahr 2007 sollte der »Meister der Insel«-Zyklus als Paperback-Ausgabe bei Moewig veröffentlicht werden. Die grundsätzliche Konzeption hatte überzeugt, die ersten Entwürfe für die Titelbilder ebenfalls.

Dirk Schulz hatte sich an den bisherigen Paperbacks orientiert, und wir fanden die Bilder allesamt gelungen. Aber es war klar, dass noch ein Feinschliff erfolgen sollte.

»Klaus Bollhöfener kann bereits mit der Gestaltung beginnen«, notierte ich mir. »Diese werden wir dann beim Außendienst-Meeting im November präsentieren.« Gemeint war die Tagung der Buchvertreter, die letztlich dafür sorgten, dass neue Bücher gut in den Buchhandlungen platziert wurden.

Unklar war noch die Taktung: Ich schlug vor, zwei Bände im Frühjahr zu veröffentlichen und immer dann, wenn ein neuer Silberband in den Handel kam, zwei neue Paperbacks als Ergänzung zu bringen. »Die Buchhandlungen erhalten ohnehin schon den Silberband«, argumentierte ich. »Da fällt es ihnen leicht, weitere PERRY RHODAN-Titel zu bringen.«

Der Vertrieb dachte laut darüber nach, sogar jeden Monat ein Buch zu publizieren. Die Lektoren waren skeptisch, ob das nicht zu viel sei. Und der Geschäftsführer plädierte für einen »Vorbehalt«: Wir müssten bereit sein, die Reihe notfalls einzustellen, wenn sie nicht gut laufe, und müssten dann eben die Prügel der Fans riskieren. Und die Kollegin aus der Buchhaltung wies nachdrücklich darauf hin, dass wir nur ein kleines Marketing-Budget für die gesamte Reihe hätten.

Die Silberbände

In der Folge ging es um die klassischen PERRY RHODAN-Silberbände. Der Vertrieb fand die Gestaltung zu »altmodisch« und wollte sie behutsam ändern. Ich wollte die Sammler allerdings nicht vergrätzen. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, das Thema in den Oktober und auf die Zeit nach der Buchmesse zu verschieben. Sabine Kropp, die für die Bücher verantwortlich war, und Klaus Bollhöfener vom Marketing sollten sich bis dahin über eine Neugestaltung weitere Gedanken machen.

Mein Thema war eher das Projekt einer PERRY RHODAN-Luxusausgabe: Ich wollte einen Hardcover-Band mit Schutzumschlag herausgeben; mein Vorschlag war, den anstehenden Jubiläumsband 100 als Test zu nehmen.

Der von mir geplante Preis von 19,90 Euro wurde von unserem Geschäftsführer als »viel zu niedrig« bezeichnet. Meine Argumentation, man müsste bei so einem Buch schon schauen, was vergleichbare Bücher im Handel kosten, wurde als »unnötiger Vergleich« vom Tisch gewischt. Ich bemerkte, dass ich an dieser Stelle noch eine Reihe von Diskussionen vor mir hatte.

Eventuell »Klopper«

Ich hatte für meine Präsentation einige PERRY RHODAN-Ausgaben am Tisch verteilt, die wir mit den Kollegen des Heyne-Verlags herausgebracht hatten. Der Vertriebsleiter war vor allem von der dicken »Odyssee«-Sammelausgabe begeistert. »So etwas könnten wir auch verkaufen, da ist der Preis super. Können wir nicht einfach so einen PERRY RHODAN-Zyklus in ein Buch packen?«

Ich argumentierte, dass das nicht so einfach sei, versprach aber, mir über diese Idee weitere Gedanken zu machen. Wir könnten ja sechs der klassischen PERRY RHODAN-Taschenbücher – etwa die Michael-Rhodan-Romane von Ernst Vlcek – in ein dickes Buch packen. Dann hätten wir den gewünschten »Klopper«, wie man in der Buchbranche solche Bände nannte. Von der Produktion her wäre so etwas gut zu machen.

Am Ende verließ ich das Monatsmeeting des Buchverlags wieder mit gemischten Gefühlen. Manche Kommentare hatten mich geärgert, das Ergebnis in Sachen »Meister der Insel« aber sehr gefreut. Wenn alles gut ging, so überlegte ich mir, würden wir in einem Jahr zwölf neue PERRY RHODAN-Paperbacks im Handel haben. Und dann könnte man weitersehen.

In Gedanken schmiedete ich bereits weitere Pläne, wie man PERRY RHODAN bis zum Jubiläum im Jahr 2011 weiter im Buchhandel entwickeln könnte. An Ideen mangelte es in der Redaktion und im Autorenteam schließlich nicht …

(Dieser Text erschien bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)

06 Oktober 2026

Sternendämmerung

Ein Roman, verfasst von zwei Autoren: In dieser Woche veröffentlichen wir »Sternendämmerung«, der von Thorsten Schweikard und Oliver Müller verfasst worden ist. Das wunderschöne Titelbild von Dirk Schulz greift eine Idee der beiden Autoren auf und spielt auf eine der allerersten Szenen des Romans an – ich finde es gut, dass wir ein ruhiges Motiv haben und keine Weltraum-Action zeigen.

Tatsächlich gibt es die Action in diesem Roman gleich in mehreren Kapiteln. Die Handlung spielt auf zwei Ebenen: Eine davon ist in den Tiefen der Milchstraße angesiedelt, die andere im Solsystem und seiner Umgebung. Gegnerische Raumschiffe greifen die Erde an, es kommt zu erbitterten Kämpfen. Auch an anderen Schauplätzen spitzt sich die Lage zu.

Die beiden Autoren arbeiteten bei ihrem Roman eng zusammen. Zwar hatte jeder seine eigene »Spielwiese«; ich fand allerdings, dass diese harmonisch zusammenwuchsen. Wüsste man es nicht, würde man nicht bemerken, dass zwei unterschiedliche Menschen an diesem Text arbeiteten – und das finde ich zusätzlich spannend ...

05 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 1

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Die Kolleginnen und Kollegen des Buchverlags saßen in den Nuller-Jahren einmal im Monat zu einer Konferenz zusammen: der Vertrieb und das Lektorat, das Marketing und die Herstellung, die Geschäftsführung und jemand aus der Buchhaltung. Besprochen wurden bei diesem Treffen – man nannte es schlicht das »Monatsmeeting« – die geplanten Bücher, die Verkaufszahlen oder auch der Buchmessestand.

Meist ging es dabei um das allgemeine Programm des Moewig-Buchverlags; ich wurde gelegentlich eingeladen, wenn es um PERRY RHODAN ging. Und meist hielten sich meine »Auftritte« in Grenzen. Am Mittwoch, 20. September 2006, war ich aber lange im Kreis der Kolleginnen und Kollegen – an diesem Tag bildete PERRY RHODAN einen Schwerpunkt.

Ich empfand die Diskussion als sehr konstruktiv. Vor allem die Kollegen aus dem Vertrieb, die sonst oft kritisch gegenüber unserer Serie waren, begrüßten die Ideen, die ich vortrug. Der Geschäftsführer fühlte sich an manchen Stellen überfordert, für ihn musste ich die Präsentation später wiederholen.

Der »Plophos«-Vierteiler

Aktuell waren zu dieser Zeit die Paperbacks des »Plophos«-Vierteilers im Handel. Wir hatten im September 2006 – also zum »kleinen« Serienjubiläum – die ersten zwei Bände veröffentlicht; die Folgebände waren für das Frühjahr 2007 geplant. Innerhalb kurzer Zeit hatten wir jeweils einige tausend Paperbacks verkauft, worauf der Vertrieb sehr stolz war.

»Man muss natürlich sehen, ob und wie sie im Handel abfließen«, sagte der Vertriebsleiter kritisch. »Aber die Bücher stehen in den Science-Fiction-Abteilungen der Buchhandlungen, das ist ein guter Start.«

Wir vereinbarten weitere Aktionen. Ich notierte mir einen Auftrag für Klaus Bollhöfener: »Faxversand an die Buchhändler anleiern.« Nach wie vor mochten es die Leute in den Buchgeschäften, von den Verlagen mit Werbung und Informationen über das Faxgerät versorgt zu werden.

Ich zeigte Ausdrucke der Anzeigen, die wir in den PERRY RHODAN-Heftromanen veröffentlichten. Das kam ebenfalls gut an.

Der »Schwarm«-Zyklus

Noch einmal wurde über den »Schwarm«-Zyklus diskutiert. Wir hatten im Frühling des Vorjahres damit begonnen, diesen klassischen Zyklus in Form von Paperbacks erneut zu veröffentlichen. Dabei hatten wir die Druckvorlagen der Silberbände genommen, diese ein wenig an ein größeres Format angepasst und die Bücher dann drucken lassen. Das hatte gut funktioniert. Zwar wussten wir nicht, ob wir damit neue Leser angesprochen hatten, aber die Zahlen für die einzelnen Bände waren sehr erfreulich. Wir hatten innerhalb eines Jahres auf diese Weise einige zehntausend PERRY RHODAN-Bücher mehr verkauft.

Dazu gab es allerdings kritische Einwände. Buchhändler hatten einzelne Titel remittiert, die sie nicht verkauft hatten; auf diese Weise hatten wir einen recht hohen Lagerbestand angehäuft, der sich nur schleppend verringerte.

»Aus genau diesem Grund müssen wir weitere PERRY RHODAN-Zyklen auf diese Weise vermarkten«, argumentierte ich. »Wenn die Leute sehen, dass es da immer mehr gibt, interessieren sie sich auch für die bisherigen Zyklen.«

Der Vertriebsleiter stimmte mir zu. »Wir sollten auf jeden Fall weitermachen«, sagte er. »Die Paperbacks sind für PERRY RHODAN eine Verkaufssäule zwischen den Heftromanen und den Büchern.«

Der Geschäftsführer und die Kollegin aus der Buchhaltung brachten die Autorenhonorare ins Spiel. Diese seien viel zu hoch; ich sollte mit den Autoren und den Erben verhandeln, um geringere Honorare zu erreichen. Es war nicht die erste Diskussion zu diesem Thema, und es würde – das war mir klar – auch nicht die letzte sein. Also versuchte ich, ruhig zu bleiben, und verwies auf gültige Verträge.

»Man kann nicht einfach einen gültigen Vertrag verändern«, blieb ich an dieser Stelle stur. Diese müssten wir erst kündigen, dann seien sie neu zu verhandeln. In dieser Zeit wäre keine weitere Produktion von PERRY RHODAN-Büchern mehr möglich. Dieses Argument schien zu überzeugen; wie immer an dieser Stelle.

(Dieser Text wurde bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Ich bringe ihn hier aus dokumentarischen Gründen noch einmal.)

02 Oktober 2026

Endspiel für das Solsystem?

Ein Logbuch der Redaktion


Wenn ich es vereinfacht sagen darf: Eigentlich hat der laufende PERRY RHODAN-Zyklus zwei Hauptlinien. In diesem Logbuch konzentriere ich mich auf eine davon …

Auf der einen Handlungsebene können die Leserinnen und Leser verfolgen, was mit Reginald Bull und der Besatzung des kleinen Raumschiffs PHOENIX in den Tiefen der Galaxis passiert. Die andere Handlungsebene wiederum erzählt von der Erde und ihren Bewohnern sowie den anderen Welten und Monden des bewohnten Sonnensystems, die vor neuen Herausforderungen stehen.

Diese waren nicht ohne … Zuerst bedrohten die mysteriösen Reproiden das Solsystem; hätte man sie nicht rechtzeitig gestoppt, wären wohl alle Himmelskörper buchstäblich gefressen und in neue technische Gebilde verwandelt worden. Dann übernahm NATHAN die Macht, das sogenannte Mondgehirn wurde zum Guten Geist der Erde, weil man nur ihm zutraute, der großen Gefahr wirklich Herr zu werden.

Zuletzt strömten die Inhalte der erkrankten Superintelligenz ES – um es grob zu vereinfachen – in das Solsystem und setzten sich gewissermaßen auf die Bewusstseine von Milliarden Menschen. Diese leiden seitdem unter einer extremen Schwächung ihrer Aufmerksamkeit, was dazu führt, dass auf der Erde sowie den anderen Welten und Monden die Wirtschaft und das soziale Leben zusammenbrechen.

Konkreter: Sie würden zusammenbrechen. Doch dank NATHAN und seinen zahlreichen Splittern kann das System aufrechterhalten werden. Milliarden von Menschen werden also versorgt und können ihr Leben weiterführen. Auf Dauer ist das allerdings keine Lösung …

Hier setzt die Handlung der kommenden vier Romane an. Sie spielen allesamt in der Milchstraße, wenngleich es Ausflüge zu anderen Galaxien gibt, und sie konzentrieren sich zu einem großen Teil auf das Solsystem.

Stefan Pannor, der sehr kurzfristig einspringen konnte – wofür ich sehr dankbar bin! –, präsentiert mit »Die Rebellen von Wanderer« einen ungewöhnlichen Blick auf die Welt, die jahrtausendelang als Heimat der Superintelligenz ES galt. Schon klar: Es gibt und gab verschiedene Versionen von Wanderer, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Sicher ist, dass bei Wanderer zur aktuellen Handlungszeit einiges anders ist, als man das bisher gewohnt war. Und es ist nicht so einfach, die Kunstwelt zu finden. Der Roman mit der Nummer 3396 liegt ab dem 18. September 2026 vor.

Die direkte Fortsetzung wird schon durch den Titel vermittelt: »Wanderer gegen ES« deutet an, dass es zu einer Konfrontation kommt, mit der niemand gerechnet hat. Olaf Brill schreibt von Verwicklungen und Konflikten, die alle überraschen und die zu einem verheerenden Chaos führen können.

Der Autor erzählt von einem speziellen Risikoeinsatz, und er zeigt, wie bedroht die Erde ist. Sein Roman trägt die Bandnummer 3397 und wird am 25. September 2026 veröffentlicht.

Fast wie ein Kabinettstück mutet danach »Upper West Garnaru Road« an. Wer sich mit unserer Serie auskennt, weiß, dass an dieser Adresse tatsächlich Perry Rhodans Haus zu finden ist. Das besucht der Raumfahrer eher selten – aber es ist seine Heimat, und es enthält Geheimnisse, die nicht jedem bekannt sind.

Welche Geheimnisse das sind und welche Besucher das Haus hat, das präsentiert Wim Vandemaan in seinem Roman, der mit zahlreichen ungewöhnlichen Details aufwartet. Er erscheint am 2. Oktober 2026 mit der Bandnummer 3398.

Den Abschluss des laufenden Zyklus bildet ein Roman von Oliver Fröhlich. In »Exodus« schildert der Autor die bedrohliche Situation auf der Erde und die entscheidenden Stunden im All sowie auf anderen Welten – Perry Rhodan spielt eine wichtige Rolle in diesem Ringen um das Schicksal der Menschheit und einer Superintelligenz.

Der Roman mit der Bandnummer 3399 wird am 9. Oktober 2026 veröffentlicht und hat eine gewisse Überlänge. Wir mussten ihn ein bisschen kleiner setzen, was die Leser der E-Books oder diejenigen, die lieber Hörbücher hören, nicht interessieren dürfte, und wir ließen das Glossar entfallen. Aber ich denke, das war richtig so: Der Roman enthält so viele packende Szenen, dass ich davon keine Zeile kürzen wollte.

Und damit wäre der »PEGASOS«-Zyklus abgeschlossen – der Fokus richtet sich nun auf den »Chroniden«-Zyklus. Seien wir gespannt!

(Dieses Logbuch kam Mitte September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)

01 Oktober 2026

Wie wir uns 2004 zeigten

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«


Im Oktober 2004 präsentierte sich der Moewig-Buchverlag auf der Frankfurter Buchmesse mit einem eindrucksvollen Stand, an dem die PERRY RHODAN-Serie entsprechend gewürdigt wurde. Fast eine Hälfte des Standes wurde von der größten Science-Fiction-Serie der Welt eingenommen, der eigentliche Stand bot Kochbücher und Astrologie, Rätselbände und Kalender, Esoterik und Gartenratgeber an.

Das Bild, bei dem leider nicht mehr bekannt ist, wer es aufgenommen hat – jemand aus dem Verlag? –. gibt einen Einblick in das Geschehen auf der Messe. Der PERRY RHODAN-Bereich ist vorne zu sehen. Am Besprechungstisch sitzen der Autor H. G. Francis (links im Bild) mit seiner Ehefrau, der sich mit Klaus N. Frick, dem PERRY RHODAN-Redakteur (rechts am Tisch) unterhält.

Im Hintergrund sieht man am Tresen des Buchverlags einige Kolleginnen und Kollegen aus der Herstellung und dem Vertrieb. Es war eine quirlige Messe, und die Verlagsangestellten traten alle sehr seriös auf: Die Herren trugen Anzug und Krawatte, die Frauen hatten üblicherweise eine weiße Bluse oder einen leichten weißen Pullover an.

30 September 2026

Upper West Garnaru Road

Zum Abschluss unseres noch laufenden »PEGASOS«-Zyklus präsentieren wir eines der besten Titelbilder des Jahres, zumindest meinem Geschmack nach: Ich finde die Szenerie, die Dirk Schulz für den Roman mit dem schönen Titel »Upper West Garnaru Road« entwickelt hat, wunderbar – sie greift die Ästhetik der klassischen Science Fiction aus den fünfziger Jahren auf und vermengt sie mit den Mitteln von heute.

Der Roman selbst stammt von Wim Vandemaan und kommt mir in weiten Teilen wie ein Kammerspiel vor: wenige Darsteller, kleine Räumlichkeiten. Der Titel deutet es ja schon an: Die Geschichte spielt zum größten Teil an der Adresse, die der Titel vorgibt, und in dem Haus, das in dieser Straße zu finden ist.

Ich weiß, dass Romane von Wim Vandemaan nicht allen Leserinnen und Lesern gefallen. Es gibt Fans für diese Art von Science Fiction, und es gibt Menschen, die damit nichts anfangen können – die Geschmäcker sind einfach verschieden. Mir hat in diesem Roman gefallen, mit wie vielen Details der Autor hier aufwartet und wie schön er so das PERRY RHODAN-Universum um wunderbare Farbtupfer bereichert.

29 September 2026

Wenn eine Serie ihren 65. Geburtstag feiert …

Ein Logbuch der Redaktion 

PERRY RHODAN begleitet mich nun schon seit langem: Als Kind hatte ich die ersten PERRY-Comics in den Händen, mit 13 Jahren fing ich an, die Serie regelmäßig zu lesen, als junger Mann wurde ich freier Mitarbeiter der Redaktion, und seit 1992 arbeite ich als Redakteur für die größte Science-Fiction-Serie der Welt.

Ich bin sehr stolz darauf, einen Teil zu diesem Generationenprojekt beigetragen zu haben. Dabei hätte ich 1977 ungläubig den Kopf geschüttelt, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich 15 Jahre später der Redakteur der Serie sein würde. Ähnlich ging es wohl auch in den 60er-Jahren manchen Leuten: Sie hätten nie geglaubt, dass die Serie im Jahr 2026 – das war damals fernste Science Fiction! – noch existieren würde.

Als 1961 die ersten Romane der brandneuen Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN veröffentlicht wurden, war der Zweite Weltkrieg gerade mal 16 Jahre vorüber. Das Wirtschaftswunder brachte Wohlstand in die Familien, während gleichzeitig die Angst vor einem neuen Krieg auf den Menschen lastete. In dieser Zeit musste eine »Weltraum-Serie«, die vom Kontakt der Menschen zu den Außerirdischen handelte, einerseits befremdlich und andererseits befreiend wirken.

Seither ist viel geschehen: Mehrere Generationen von Autorinnen und Autoren haben an der Serie mitgewirkt, sie wurde erweitert und an die neuen Medien angepasst, sie hat sich verändert und blieb sich trotzdem treu.

Der Erfolg, den PERRY RHODAN in all der Zeit erzielte – mal mehr, mal weniger –, hatte verschiedene Gründe. Ein wichtiger davon ist sicher, dass den Kreativen nie die Ideen ausgingen. Sicher haben nicht alle Ideen gleichermaßen überzeugt, aber an diesen Ideen konnte die Serie wachsen und reifen.

Ebenso wichtig ist aber, so denke ich, die ständige Rückkopplung, die PERRY RHODAN aus der Leserschaft erhielt. Schon in den 60er-Jahren trafen zahlreiche Leserbriefe in der Redaktion ein; in den 70er- und 80er-Jahren waren es vermehrt die Fanzines, in denen Artikel und Rezensionen veröffentlicht wurden. Seit den 90er-Jahren kamen Mails hinzu, dann Foreneinträge – und heute wird eben viel über Social Media kommuniziert.

All diese Rückmeldungen bewirken etwas. Heutzutage leiten wir Lob und Kritik an die Autorinnen und Autoren weiter, diese sind über Social Media mit der Leserschaft in Verbindung. Es gibt also ein ständiges Feedback aus Einzelmeinungen, die bei uns auf Resonanz stoßen. Naturgemäß fällt diese mal mehr, mal weniger intensiv aus.

Allein deshalb sind direkte Begegnungen mit Leserinnen und Lesern durch nichts zu ersetzen. Nicht alle Menschen, die Romane schreiben, haben ein Verlangen danach, sich mit ihrem Publikum zu treffen; das muss man respektieren. In unserem Team sind aber praktisch alle an dem Kontakt zu den Leserinnen und Lesern interessiert: Man versteht sich, man diskutiert miteinander, man redet auch einmal über private Themen.

Deshalb mag ich Cons, deshalb fuhr ich in all den Jahrzehnten gern zu Science-Fiction-Veranstaltungen. In Städten wie Köln oder Sinzig, Hamburg oder Garching besuchte ich PERRY RHODAN-Tage oder Cons. Auch in Braunschweig war ich zweimal zugegen, wenn im Jugendzentrum unsere Serie im Zentrum stand. Dabei führte ich immer zahlreiche Einzelgespräche, auch mit Menschen, die sonst keine Leserbriefe oder Social-Media-Kommentare schreiben.

In diesem Jahr klappt es aus verschiedenen Gründen nicht. Es ist meiner Ansicht nach auch nicht von zentraler Bedeutung, dass der Redakteur auf einem Con zugegen ist. Wichtiger sind die Autorinnen und Autoren, die letztlich die Serie gestalten und die einzelnen Romane verfassen. Ihre Arbeit ist das, was im Zeitschriftenhandel oder im E-Book-Shop zu haben ist – deshalb sind die kreativen Menschen, die hinter der Serie stehen, für PERRY RHODAN entscheidend.

Wenn in diesem September die Serie ihren 65. Geburtstag begeht, findet die offizielle Feier in Braunschweig statt. Die PERRY RHODAN-Tage werden für einen kreativen Austausch sorgen, da bin ich mir sicher. Meinungen und Ansichten treffen aufeinander, Menschen kommen in einen Dialog.

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich das Jugendzentrum »Mühle« in Braunschweig anfühlen wird: Räume voller Menschen, Verkaufstische, auf denen es Fanzines und Bücher gibt, interessante Diskussionen mit Autorinnen und Autoren, ein Gedankenaustausch auf vielen Ebenen.

Das ist eine Veranstaltung, die dem Geburtstag unserer Serie würdig ist – ich freue mich sehr, dass die PERRY RHODAN-FanZentrale die Aufgabe übernommen hat, einen solchen Con auf die Beine zu stellen.

(Dieses Logbuch wurde bereits zu Beginn des September 2026 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)