13 Mai 2026

Wie entstehen die Titel?

Gelegentlich werde ich gefragt, wie bei PERRY RHODAN eigentlich die Titel der Romane zustande kommen. Das hat sich im Verlauf der Jahre tatsächlich geändert …

Als ich bei PERRY RHODAN anfing, schickten die Autoren ihre Manuskripte als Ausdruck und per Post, der bei uns im Verlag dann »erfasst« wurde, also noch einmal abgetippt. Auf das Deckblatt schrieben die Autoren ihre Vorschläge für den Titel und die Untertitel. Ich suchte dann das aus, was ich für passend hielt, und schrieb die Titelei in eine entsprechende Liste – die wurde in regelmäßigen Abständen hausintern verteilt. So waren alle auf dem Laufenden; diskutiert wurde darüber aber nicht.

Heute schickten mir die Autorinnen und Autoren recht früh ihre Vorschläge für die Titel und die Untertitel an mich; natürlich per Mail Zu dieser Zeit sind die Manuskripte der einzelnen Romane aber noch nicht fertig; wir diskutieren also oft über etwas, das nicht vollständig vorliegt. Aber heute brauchen wir die Titel aus unterschiedlichen Gründen ein bisschen früher als damals.

Ich prüfe die Titelei: Gab es das schon einmal? Gibt es Titel, die zu ähnlich sind? Gibt es vergleichbare Titel außerhalb unserer Serie? Verstehen die potenziellen Kunden überhaupt, was wir wollen?

Meist übernehme ich die Vorschläge, die aus dem Team kommen. Manchmal schicke ich Gegenvorschläge zurück. Meist sind wir nach zwei, drei Mails fertig – aber es ist heute definitiv mehr Arbeit als früher. Weil wir heute die Zeit haben, die Titel zu diskutieren, nehmen wir sie uns schließlich auch …

12 Mai 2026

Der kosmische Kurator

Der PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche erscheint, ist in mancherlei Hinsicht eine Besonderheit. So haben wir beispielsweise einen neuen Illustrator für die Titelbilder. Den Portuu, den man auf dem Titelbild sehen kann, setzte Simon Sänger in Szene – mir gefällt seine Darstellung sehr gut. Ich bin gespannt darauf, wie sie bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird.

Den Roman selbst verfasste Leo Lukas. »Der kosmische Kurator« ist eine mysteriöse Figur, die in diesem Roman noch nicht viel von ihren Geheimnissen preisgibt. Ein wichtiges Geheimnis wird mehr oder weniger gegen seinen Willen gelüftet – das empfinde ich als eine hübsche Pointe am Ende.

Daneben geht es ein bisschen um Whisky, und Reginald Bull erinnert sich an einen alten schottischen Freund. (Ich bin mir sehr sicher, dass dieser Schotte in Wirklichkeit aus Rheinland-Pfalz stammt, aber das ist ein sogenannter Insider-Gag, den ich an dieser Stelle nicht im Detail aufklären möchte …)

11 Mai 2026

Neustart in Köln

Der ColoniaCon am Wochenende war eine gelungene Veranstaltung, die mir sehr gut gefiel. Den meisten der Anwesenden schien das Programm auch gefallen zu haben; die Stimmung war positiv. Und wer sich für PERRY RHODAN und das Umfeld unserer Serie interessierte, kam sicher auf seine Kosten.

Es waren mehrere Autorinnen und Autoren anwesend. Lucy Guth, Rüdiger Schäfer, Dietmar Schmidt, Kai Hirdt, Ruben Wickenhäuser, Ben Calvin Hary, Oliver Müller, Marie Erikson und Oliver Fröhlich, ebenso Autorenlegenden wie Arndt Ellmer und Uwe Anton – dazu Autoren, die bisher vor allem bei den Miniserien in Erscheinung getreten sind wie Thorsten Schweikard. Ich bin sicher, dass ich den einen oder anderen Namen in meiner Aufzählung vergessen habe, wofür ich um Entschuldigung bitte. Mit Dieter Schmidt war zudem einer unserer Lektoren vor Ort – er betreut bekanntlich PERRY RHODAN NEO.

Die Redaktion war durch Adnan Turan und mich vertreten. Wir hatten eine Reihe von Gesprächen mit den anwesenden Autoren, wir sprachen lang mit den Kollegen von Eins A Medien, unseren Partnern in Sachen Hörbuch, die ja aus Köln kommen, und wir saßen auf der Bühne. Uns beiden machte das Geschehen viel Freude – der Neustart der altehrwürdigen Fan-Veranstaltung ist meiner Ansicht nach gelungen.

07 Mai 2026

Gucky und die blauen Haare

Als die PERRY RHODAN-Redaktion im Spätsommer 1996 auf die PopKomm nach Köln fuhr, also auf die Messe für Jugend- und Popkultur, wusste niemand so richtig, was auf uns zukommen würde. Eckhard Schwettmann kannte die Veranstaltung und ihre Macher, er wollte auf diese Weise seine bisherigen Kontakte für unsere Serie nutzen. In einem gewissen Umfang klappte das ja auch alles.

Unter anderem hatten wir die Chance, eine PERRY RHODAN-Ausstellung in der Messehalle unterzubringen. Zu sehen waren Originalbilder von Johnny Bruck, ein großer »Gucky«-Aufsteller, den wir ja immer noch haben, und ein Computerbildschirm, auf dem Videos liefen.

Das Bild zeigt mich neben Gucky; ich hatte damals Haare in einem schönen Blau. Im Hintergrund ist Oliver Reiff zu erkennen, einer der zwei Männer, die damals unseren PERRY RHODAN-Auftritt im Internet steuerten und der heute noch für die Firma Trilobit verantwortlich ist.

(Wer das Foto schoss, ist leider nicht mehr nachvollziehbar. War’s Peter Fleissner oder jemand vom Verlag?)

06 Mai 2026

Die Legatische Prüfung

Was ist die Vision für immer? Und was hat man unter einer Legatischen Prüfung zu verstehen? Antworten auf diese Fragen gibt der PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche in den Handel kommt, zumindest bis zu einem gewissen Punkt – danach werden sich neue Fragen ergeben, vermute ich.

Verfasst wurde der Roman mit dem Titel »Die Legatische Prüfung« von Olaf Brill. Das monströs wirkende Lebewesen auf dem Titelbild steuerte Dominic Beyeler bei.

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen; in der Handlungsgegenwart gibt es zudem mehrere Perspektiven. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen kompliziert, erklärt sich bei der Lektüre des Romans aber von selbst. Wichtig ist, dass durch die Handlung dieses Bandes – so denke ich – einige Themen des »PEGASOS«-Zyklus zusammengefasst werden.

Mein Lieblingssatz in diesem Roman charakterisiert übrigens eine Figur sehr gut: »Wer den Frieden sucht, muss ihn der Galaxis aufzwingen.« Wer das wohl gesagt oder gedacht hat?

05 Mai 2026

Im Gedenken an Peter Griese

Ein Logbuch der Redaktion

Denke ich an Peter Griese, fallen mir sofort sehr viele Begegnungen ein, und ich habe ein klares Bild vor Augen: Der Autor steht in einer Gruppe von Lesern, er trägt eine Kappe mit »AC/DC«-Schriftzug und ein T-Shirt, auf dem sich das Logo derselben Band befindet, und diskutiert engagiert mit den Leuten, die ihn umringen. Er hat offensichtlich keine Scheu davor, sich der Kritik zu stellen und auf sie einzugehen.

So lernte ich ihn tatsächlich kennen: Irgendwann in den frühen 80er-Jahren saß der PERRY RHODAN- und ATLAN-Autor auf der Bühne im Jugendpark in Köln, es war ein warmer Tag im ColoniaCon, und im Raum saßen nur wenige Dutzend Menschen. Wie es so oft bei einem dieser Cons üblich war, hielten sich viele Fans im Freien auf, wo sie die frische Luft genossen.

Peter Griese sprach über die ATLAN-Serie und die neuen kosmischen Abenteuer, in die er den Arkoniden Atlan und seine Gefährten schicken wollte. Er reagierte schlagfertig und mit leichter Ironie auf die Rückfragen aus dem Publikum. Hinterher gab er geduldig einige Autogramme, die er in Hefte und Bücher kritzelte, die man ihm vor die Nase hielt.

Ich konnte einige Worte mit ihm wechseln und gestand, dass ich zu der Zeit lieber die ATLAN-Romane las als die PERRY RHODAN-Bände: »Bei ATLAN ist einfach mehr los«, behauptete ich. Über dieses Kompliment eines jungen Fans, der nicht viel Ahnung hatte, schien sich der Autor ernsthaft zu freuen.

Wir wechselten in der Folge einige wenige Briefe. Auf einer ATLAN-Leserseite sollte sogar eine Kurzgeschichte von mir erscheinen. Aber ich traf Peter Griese in jenen Jahren nicht wieder, erst beim PERRY RHODAN-WeltCon, der 1991 in Karlsruhe veranstaltet wurde.

In den 90er-Jahren arbeiteten wir dann enger zusammen. Ich war der junge Redakteur, Peter der schon erfahrene Autor. Die ATLAN-Serie war leider bereits Geschichte, sie war in den 80er-Jahren eingestellt worden. Dabei hatte Peter, der die Serie schon als Jugendlicher gemocht hatte, nicht nur viele Romane über den Arkoniden und seine Abenteuer geschrieben, sondern sie auch lange als Exposéautor gesteuert.

Mit manchen seiner Ideen hatte ich meine Schwierigkeiten. Er veröffentlichte Taschenbücher und Heftromane; manchmal legte er die Exposés eigenwillig aus, was dazu führte, dass die Bearbeitung nicht immer einfach war. Aber er übernahm immer mehr Aufgaben. Er steuerte die Risszeichnungen, er kümmerte sich um den PERRY RHODAN-Kommentar, und er ließ sich nicht nur auf Cons gern auf eine Bühne setzen, sondern trat auch im Fernsehen auf.

Bei Cons erlebte ich Peter Griese nun nicht mehr als Fan, sondern als Redakteur. Ich erinnere mich gut, welche Wortgefechte wir uns beispielsweise in Sinzig lieferten. Und in den Pausen konnten wir uns über laute Musik unterhalten; da hatten wir einiges gemeinsam.

Als der »THOREGON«-Zyklus gestartet wurde, erlebte der Autor einen wahren Höhenflug. Seine Romane um Alaska Saedelaere und die sogenannten Raubyner kamen bei den Fans sehr gut an. Umso schockierender war es für die Leserschaft und die Redaktion, dass Peter in der Nacht vom 28. auf den 29. April 1996 verstarb.

Die Trauerfeier fand im engsten Familienkreis statt. Ich fuhr einige Tage später hin und legte einen Kranz des Verlags auf das Grab, besuchte dann seine Familie und saß lange im Arbeitszimmer des Verstorbenen. Womöglich habe ich da erst verstanden, dass der beliebte Autor gestorben war und wir uns nie wieder über AC/DC und andere Bands, Haluter und Raubyner, Ideen und Konzepte unterhalten konnten.

Peter Griese war ein Original, wie es sie selten gibt. Seine Romane waren unterschiedlich im Stil und in der Qualität. An seinem dreißigsten Todestag erinnere ich mich mit Wehmut an ihn und werde am Abend daheim mit einer AC/DC-Schallplatte und Glas Whisky an ihn denken …

(Dieses Logbuch wurde am 29. April 2026 auf die Internet-Seite von PERRY RHODAN gestellt. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.) 

04 Mai 2026

Der getäuschte Celista

Ich habe mich immer wieder gefragt, wie wohl das »Innenleben« der Adelshäuser auf einer uralten Welt wie Arkon beschaffen sein mag. Wie arbeiten die Adeligen mit- und gegeneinander, und wie heftig tragen sie ihre Konflikte auf? Wenn eine Zivilisation mehrere tausend Jahre lang besteht, müssen sich unweigerlich Sitten und Gebräuche ausbilden, die uns »normalen Menschen« von heute sehr fremd sein dürften.

Einen Blick auf das Arkon, wie wir es in unserer Serie PERRY RHODAN NEO zeigen, wirft unser Autor Ruben Wickenhäuser. Sein Roman trägt den Titel »Der getäuschte Celista« und kommt in dieser Woche in den Handel. Er spielt zum allergrößten Teil auf der Welt Arkon und zeigt die Gesellschaft der Arkoniden aus einer ungewöhnlichen Perspektive.

Der Autor nimmt dabei die Arkonidin Thora als eine Hauptfigur. Thora ist auf Arkon unterwegs; sie hat es dort mit der neuen Republik und dem alten Adel gleichermaßen zu tun. Sie wird Teil von Intrigen und versucht, ihre Herkunft als Waffe im sogenannten Spiel der Kelche einzusetzen.

Das alles schildert Ruben Wickenhäuser spannend und mit viel Liebe zum Detail. Wer Arkon und seine Geschichte mag – ob das nun beim klassischen PERRY RHODAN oder beim modernen PERRY RHODAN NEO ist –, sollte bei diesem Roman auf seine Kosten kommen.