26 September 2022

Farbauds Plan

Die Pläne eines Quintarchen stehen im Zentrum eines Romans von Uwe Anton, der in dieser Woche in den Handel kommt. Und natürlich geht es auch um die Versuche der Terraner und ihrer Verbündeten, gegen diese Pläne aktiv zu werden.

In »Farbauds Plan« erzählt der Autor von dem Hin und Her, das sich zwischen Farbaud und seinen Gegnern abspielt, von den Manövern des Raumschiffs LEUCHTKRAFT und den Tricks des Tefroders Vetris-Molaud. Das Hin und Her innerhalb der Geschichte hat mir bei der Lektüre sehr gefallen, und ich könnte mir gut vorstellen, dass es auch bei vielen Lesern ankommen wird.

Es geht auf den Abschluss des laufenden »Chaotarchen«-Zyklus zu. Die unterschiedlichen Gruppen stellen sich zu den entscheidenden Kämpfen und Auseinandersetzungen. Und noch weiß niemand, welche Opfer in der Milchstraße noch gefordert werden …

23 September 2022

Die Nummer 3200 rückt näher

Der kommende PERRY RHODAN-Zyklus beschäftigte mich heute gleich mehrfach. Es ging darum, mehrere Eckpunkte festzulegen: Für die Sonderausstattung des Jubiläumsbandes 3200 muss be
ispielsweise eine Kalkulation angefertigt werden, für die braucht man Grundlagen – damit die Buchhaltung kalkulieren und die Druckerei irgendwann arbeiten kann.

Wegen eines Elementes auf dem Titelbild wurde ein wenig diskutiert und gemailt. Der zwölf Seiten umfassende Mittelteil stand in einer kurzen Diskussion im Zentrum. Und natürlich hat der Autor, der den Jubiläumsband schreibt, schon die eine oder andere Frage gestellt.

Zwischendurch blätterte ich in einem umfangreichen Datenblatt – ich blätterte rein digital …–, das wir mit dem Exposé für diesen Roman an die -Autorinnen und Autoren verschickt haben. Ich bin sehr gespannt darauf, wie viele Elemente des Datenblatts sich wie in den einzelnen Romane wiederfinden werden …

22 September 2022

Am Set mit Schauspielern

Es ist ziemlich genau zwanzig Jahre her: »Wenn wir eh bald mit den Dreharbeiten für den PERRY RHODAN-Film anfangen« so meinte Marcus O. Rosenmüller, »könnt ihr ja mal zusehen, wie es am Set für einen Spielfilm zugeht.« Und so standen wir am Freitag, 20. September 2002 vor dem Hauptfriedhof in Karlsruhe: Miriam Hofheinz vom PERRY RHODAN-Marketing, Sabine Kropp und ich von der PERRY RHODAN-Redaktion.

Es wurde eine Folge der Fernsehserie »Bloch« gedreht. Hauptdarsteller war Dieter Pfaff, der sich als freundlicher Schauspieler erwies, der zumindest uns gegenüber keinerlei Starallüren zeigte. Für uns war das alles sehr spannend; wir waren alle noch nie direkt bei Dreharbeiten dabei gewesen.

Natürlich wurde damals viel über die geplante Verfilmung der Serie gesprochen. Dieter Pfaff kommentierte trocken, dass eine solche Rolle nicht gerade ideal für ihn sei. »Wenn ich in so einer Rakete sitze und zum Mond fliegen will, hebt die nicht ab, sondern bohrt sich in die Erde.«

Damals herrschte eine gewisse Euphorie vor. Der geplante Drehtermin im Jahr 2002 hatte zwar nicht geklappt, aber noch sah alles recht gut aus, und wir freuten uns schon auf den Beginn der Arbeiten an der PERRY RHODAN-Serie.

(Das Bild zeigt von rechts: Marcus O. Rosenmüller, Dieter Pfaff und Klaus N. Frick.)

20 September 2022

Die letzten Tage von Pordypor

Ich mag die Paramags, seit ich anfing, die PERRY RHODAN-Serie zu lesen. Kein Wunder, der zweite der Romane, die ich in jenem Sommer 1977 las, hatte den Titel »Der Metapsychische Krieg«, stammte von Clark Darlton und setzte sowohl Gucky als auch die Paramags selbst in Szene. Dass in dieser Woche nun ein Roman erscheint, der einen Paramag auf dem Titelbild zeigt, freut mich also aus biografischen Gründen schon sehr …

Das Titelbild zeigt einen Paramag in Aktion, im Roman selbst spielen sie eine wesentliche Rolle. Michelle Stern taucht in die Geschichte der Milchstraße ein, verbindet die Gegenwart unserer Serie mit ihrer Vergangenheit und erzählt ganz nebenbei von den Konflikten, die zwei Raumschiffkommandanten miteinander haben.

Reginald Bull ist die tragische Figur ihres Romans – wenn man das so darstellen möchte. Der Terraner muss sich beweisen, und er muss eine Entscheidung treffen, die ihm nicht unbedingt liegt. Das alles hat die Autorin hervorragend dargestellt, finde ich. (Und jetzt möchte ich gern mal wieder etwas von den Paramags lesen …)

19 September 2022

In Braunschweig auf der Bühne

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Immer wenn ich Hermann Ritter an diesem Tag sah, sprach er mich an. »Klaus, wir müssen dringend reden«, sagte er dann beispielsweise. »Wir haben an diesem Abend einen gemeinsamen Programmpunkt und den müssen wir doch vorbereiten.« Ich versprach, mich alsbald bei ihm zu melden, ließ ihn weiter an seinen geheimnisvollen Projekten arbeiten und wurde sofort in ein neues Gespräch verwickelt.

Es war der Samstag, 24. April 1999. In den Räumen des Jugendzentrums in Braunschweig fand der sogenannte ThoreCon statt, eine richtig schöne Fan-Veranstaltung. Gut 250 Fans waren anwesend, praktisch alle PERRY RHODAN-Autoren hatten sich eingefunden, und es herrschte eine unglaublich positive Stimmung.

Der Tag raste an mir vorüber. Hermann Ritter war irgendwann genervt, weil ich nie Zeit hatte. »Wenn wir nicht vorbereitet sind«, so sagte er halb drohend, halb lachend, »musst du am Abend alles machen, wozu ich dich verdonnere. Und keine Widerrede!«
»Kein Problem«, behauptete ich. »Wir gehen auf die Bühne, und ich bin zu allen Schandtaten bereit.«

Ich wusste nicht, was er vorhatte. Ich sah nur immer wieder, dass er sich Notizen machte, dass er irgendwelche Dinge bastelte und dass er in sich hineinlachte. Wir hatten versprochen, einen »bunten Abend« zu veranstalten, und wir hatten vorgehabt, diesen gemeinsam vorzubereiten.

Nun aber wurde es ein Abend, den Hermann allein organisierte – entsprechend witzig wurde es dann.

Es gibt eine Video-Kassette, die »Perrys Video Club« zu diesem Con veröffentlichte. Ich sah sie mir zuletzt vor gut zwanzig Jahren an. Das könnte ich noch einmal tun, um mir die Szenen in Erinnerung zu rufen.

Aber vielleicht ist das gar nicht nötig. Ich muss nur an diesen Con in Braunschweig denken, und mir fallen alle möglichen Szenen ein. Viele Gags waren albern, aber wir hatten an diesem Abend sehr viel Spaß – sieht man sich das im Video an, überträgt sich das vielleicht gar nicht.

Hermann hatte sich ein komplettes Programm ausgedacht, und weil ich nicht mitgearbeitet hatte, musste ich nun als sein Opfer herhalten. Unter anderem hatte ich beispielsweise Mondra Diamond zu spielen – und er war ein Eheberater, der mit ihr über Perry Rhodan sprach.

»Sie wissen schon, dass die vorherigen Frauen Ihres künftigen Ehemannes alle keinen natürlichen Tod gefunden haben?«, fragte er beispielsweise. Und ich tat alles, um nicht vor Lachen zu platzen und halbwegs passende Antworten zu geben.

Hermann Ritter zeigte, wie man einen PERRY RHODAN-Film ganz einfach produzieren könnte. Mit einigen Tricks wurde ich in einen Haluter verwandelt: Ich bekam ein drittes Auge auf die Stirn gemalt, und zwei zusätzliche Arme wurden aus Stoff an meine Seiten drapiert. Es sah unfassbar albern aus, die Leute im Saal fanden’s wohl witzig.

Das Quiz für angehende Autoren war hart. Götz Roderer wurde auf die Bühne gebeten; er hatte bislang ein PERRY RHODAN-Taschenbuch veröffentlicht und hatte gegen Hermann Ritter kaum etwas auszurichten. Der Moderator stellte dem Autor allerlei Fragen, auf die er keine Antwort wusste. Danach wurde ich gefragt, und ich wusste es auch nicht.

Es gab dann meist jemanden im Publikum, der beispielsweise wusste, wie der Brutplanet der Baramos hieß … Seither weiß ich es auch: Baykalob – diese Information hat sich in mein Gedächtnis gebrannt.

»Wie heißt der deutsche Hyperphysiker?«, war auch so eine Frage, die ich mir vorher nie gestellt hatte, die ich aber seitdem beantworten kann. Es war Dr. Eberhard Pralitz, er spielt im Cappins-Zyklus eine Rolle, und von ihm stammt der Pralitzsche Wandeltaster. Es war unfassbar, welche Fragen Hermann ausgegraben hatte, und es war ein großer Spaß für die Con-Besucher, den ratlosen Redakteur auf der Bühne zu erleben.

Im weiteren Verlauf des Programms setzten Hermann und ich uns Halbkugeln aus Styropor auf. Wir waren damit Tefroder, und er erklärte die »Duplos«. Spätestens als Hermann Ritter die »Duplos« ins johlende Publikum warf, kannte die Stimmung angesichts unserer Blödelei keine Grenzen mehr. Später zeigten wir auf der Bühne noch, wie man einen Unither als Staubsauger verwenden kann, und am Ende sangen wir noch ein Lied.

Man kann nicht behaupten, dass die eine Stunde des bunten Abends eine Sternstunde des anspruchsvollen Theaters war. Hermann Ritter und ich hatten viel Spaß dabei. Und das Publikum lachte so, dass es die meisten dort wohl auch mochten …

(Diese Redaktionserinnerung stand bereits am 6. September 2022 auf der PERRY RHODAN-Seite und wird hier an dieser Stelle zur Dokumentation wiederholt.)

16 September 2022

Ein großer Held wird sechzig

Ein Logbuch der Redaktion

Wann immer man Leser unserer Serie oder ehemalige Leser fragt, welche Figuren sie besonders schätzen und mögen, tauchen zwei Namen recht schnell auf: Die einen rufen »Gucky«, die anderen »Atlan«. Der Mausbiber ist bei vielen Menschen beliebt, weil sie mit seiner Figur eine tüchtige Prise Humor verbinden. Der Arkonide wiederum ist aufgrund seiner Erfahrung ein vielseitiger Protagonist, an die man als Leser auf verschiedene Weise »andocken« kann.

Seinen ersten Auftritt hatte Atlan bekanntlich im August 1962, als der Roman »Der Einsame der Zeit« erschien. Es war der fünfzigste Band der PERRY RHODAN-Serie, über deren Erfolg man im zweiten Erscheinungsjahr immer noch staunte. Sie hatte alle Hoffnungen der Autoren und des Verlages übertroffen, und Zigtausende von Lesern im deutschsprachigen Raum warteten Woche für Woche auf eine Fortsetzung.

Verfasst wurde der Roman von K. H. Scheer, der damals für die Steuerung der PERRY RHODAN-Serie verantwortlich war. Scheer führte mit Atlan eine besondere Figur ein, die er an die Seite Rhodans stellte. Atlan sollte von Anfang an nicht jemand sein, die sich Rhodan unterordnete, sondern eine Person, die ihm gleichwertig war und eigene Ansichten verfolgte. Scheer zeigte die beiden Helden zu Beginn zudem als Gegner, die sich erbittert bekämpfen.

Die Leser waren rasch begeistert: Atlan wurde von Scheer als »Paladin der Menschheit« präsentiert, als ein Mann, der die Geschichte der Erde über Jahrtausende hinweg begleitet und unterstützt hat.

Seit damals fasziniert die Figur die Leserinnen und Leser der größten Science-Fiction-Serie. Hunderte von Romanen sind erschienen, es gab eine eigene ATLAN-Heftromanserie und zahlreiche ATLAN-Taschenbücher – das alles kann man heute in Form von E-Books jederzeit nachlesen.

Der charismatische Arkonide spielt viele unterschiedliche Rollen: als erfahrener Kämpfer, als charmanter Frauenheld, als beeindruckender Staatsmann und als wagemutiger Abenteurer. Er war nie ein »Sidekick« von Perry Rhodan, nie ein Stichwortgeber für den Terraner. Atlan wurde stets als eigenständiger Held geschildert: Ob er nun Kristallprinz von Arkon war oder Kommandant der ATLANC auf der Fahrt in die Jenzeitigen Lande, ob er als Lordadmiral der USO oder als Gänger des Netzes aktiv war, ob er mit der SOL durch die Galaxien reiste oder als Orakel von Krandhor diente – er war immer Atlan, eine Figur mit Kanten, die im Zweifelsfall entschlossener als Perry Rhodan vorgehen konnte.

Woher kommt eigentlich die Beliebtheit für die Figur? Ist es nur das Aussehen?

Schon Johnny Bruck stellte Atlan sehr eindrucksvoll dar, als einen Mann mit langen weißen Haaren, der offensichtlich viele Geschmäcker ansprach. Die heutigen Künstler orientieren sich an den Bruckschen Vorlagen, auch wenn sie verständlicherweise eigene Schwerpunkte in der Darstellung wählen.

Das Aussehen allein ist es natürlich nicht. Es liegt an den Geschichten, die um den Arkoniden erzählt werden, und an der Art und Weise, wie sein Charakter dargestellt wird.

Atlan wurde immer wieder von unterschiedlichen Autoren geprägt: K. H. Scheer nahm ihn als erster unter seine Fittiche, zeigte ihn vor allem als erfahrenen Kämpfer – er platzierte Atlan mit seinem harten Vorgehen oft als Antagonisten zu Perry Rhodan, was sich unter anderem bei den Romanen des »Meister der Insel«-Zyklus zeigte.

Später wurde Atlan stärker von Hans Kneifel »adoptiert«, der den Arkoniden in den Zeitabenteuern vielseitiger darstellte: als einen Abenteurer, als einen Liebhaber schöner Frauen, als einen Erbauer von Städten und einen Förderer der Künste.

Diese Autoren schufen also die Grundlagen, auf die bis heute aufgebaut wird. Bei Atlan gelang, was bei anderen Serienfiguren nicht immer funktionierte: Der Arkonide blieb sich gewissermaßen treu, auch wenn er in unterschiedliche Rollen gesteckt wurde. Er blieb der charismatische Mann, der tapfere Kämpfer, der elegante Spötter und der attraktive Liebhaber.

In diesem Jahr wird er also sechzig Jahre alt. Wir feiern den Geburtstag im September, auch wenn der August ja eigentlich richtig wäre – aber unsere Serie hat nun einmal im September angefangen, und so haben wir die zwei Feiertage, die um gerade einmal zwei Wochen voneinander abweichen, praktisch zusammengelegt.

Sechzig Jahre Atlan also … ich finde, er hat sich gut gehalten, unser Arkonide. Und so erhebe ich mein Glas auf ihn und freue mich auf weitere Abenteuer mit ihm!

(Dieses Logbuch wurde am 2. September 2022 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht und wird hier zu dokumentarischen Zwecken wiederholt.)

15 September 2022

Gedanken zu K. H. Scheer

Heute vor 31 Jahren starb K. H. Scheer, einer der zwei Gründungsautoren von PERRY RHODAN. Er schrieb nicht nur den ersten Roman der Serie, sondern auch weitere wichtige Bände, in denen Figuren in die Handlung eingeführt wurden (Atlan in Band 50, Icho Tolot in Band 200) oder in denen er neue Handlungsabschnitte eröffnete. Scheer war der Mann, der die Struktur für den Erfolg der PERRY RHODAN-Serie legte; an den Ideen waren von Anfang an mit Clark Darlton und Kurt Mahr auch andere Autoren beteiligt.

Interessant finde ich, dass Scheers erster Science-Fiction-Roman vor 70 Jahren vollends veröffentlicht wurde. Dieses Werk hieß »Piraten zwischen Erde und Mars« und wurde in Fortsetzungen in der Wochenzeitung »Das grüne Blatt« veröffentlicht. (Der Terranische Club Eden hat diesen Roman vor einigen Jahren nachgedruckt – immer noch interessant und lesenswert.) Scheer war damals ein junger Mann, gerade mal anfangs der zwanzig, und er schickte sich an, der beliebteste Science-Fiction-Autor im deutschsprachigen Raum zu werden.

Heute kann man sich die Situation der fünfziger Jahre kaum noch vorstellen. Scheer schuf eine eigenständige Science Fiction, seine Vorbilder waren dabei die deutschsprachigen Autoren utopischer Romane, die zwischen den Weltkriegen veröffentlicht wurden. Erst später konnte er sich bei englischsprachigen Vorbildern »bedienen«. Wenn man sich die frühen Romane des Schriftstellers ansieht, die sich meist immer noch gut lesen lassen, kann man feststellen, wie er Ideen immer wieder neu aufgriff – um sie später teilweise bei PERRY RHODAN zu verwenden.

Scheer war ein Autor, der es verstand, eine technisch-wissenschaftliche Zukunft zu beschreiben, so dass sie von den Lesern sofort verstanden wurde. Man nahm diese Zukunft als glaubhaft an, man folgte bereitwillig den Abenteuern zwischen den Planeten, die Scheer schilderte.

Als er heute vor 31 Jahren starb, war es ein Schock für viele PERRY RHODAN-Leser. Bis heute wissen wir, dass wir von ihm und seiner Arbeit profitieren – die zehn Jahre vor dem Start der PERRY RHODAN-Serie begonnen hatte …