Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Gegen 15 Uhr verschwanden Sabine Kropp und ich an diesem Freitagabend, 22. März 2002, um das Stadtteilzentrum Messemagistrale zu finden. Ich hatte mir einen Firmenwagen geliehen. Ich fuhr, Sabine lotste mich mit einer Straßenkarte. Nach einigem Hin und Her und großmaßstäblichem Umfahren aller nur erdenklichen Baustellen erreichten wir das Viertel: eine breite Straße mit großen Wohnblocks, dazwischen ein Stadtteilzentrum.
Die Messemagistrale entpuppte sich als ein gemütliches kleines Zentrum, das für den Con im Prinzip in zwei Teile gegliedert worden war: Während sich in einem Raum der Antiquariatshändler Reinhard Rauscher mit seinen Bananenkisten und Regalen ausgebreitet hatte und wieder allerlei SF- und Fantasy-Waren feilbot, war der andere Raum nicht nur der Gastronomie vorbehalten – es gab eine Theke mit allerlei Getränken und Esswaren –, sondern hier lief auch das eigentliche Con-Programm.
Ich war am Anfang damit beschäftigt, mit einzelnen Besuchern zu sprechen, und bekam die eigentliche Eröffnung nicht mit. Das war mir im Nachhinein ein bisschen peinlich, weil ich so nicht die Arbeit gewürdigt hatte, die sich die Veranstalter gemacht hatten. Aber dann saß ich im Saal; es waren knapp hundert Personen anwesend.
Ein Vortrag zum Film
Interessant fand ich einen Vortrag von Eckhard Schwettmann. Der ehemalige PERRY RHODAN-Marketing- und Moewig-Verlagsleiter arbeitete zu der Zeit mit den Leuten zusammen, die eine PERRY RHODAN-Verfilmung vorbereiteten. Diese sollte, so erläuterte Eckhard, auch bald im Fernsehen laufen.
Viele Fragen aus dem Publikum konnte er nur ausweichend beantworten – hinter die Kulissen durften die Besucher nicht blicken. Er versicherte jedoch mehrfach, dass alle Beteiligten »mit Volldampf« an der Arbeit seien, dass sich Marcus O. Rosenmüller sehr stark engagiere und dass die Zusammenarbeit mit dem Land Baden-Württemberg und der Filmakademie Ludwigsburg bislang sehr gut anlaufe.
Einen Vortrag über die Mausbiber verpasste ich leider, dafür bekam ich die Vorstellung eines durchaus interessant klingenden Fan-Rollenspiels mit. Sabine Kropp und ich saßen am frühen Abend ebenfalls auf der kleinen Bühne und erzählten allerlei Hintergründe über unsere Redaktionsarbeit.
Als Besonderheit konnte ich den Namen einer Autorin verraten, die den nächsten Gastroman – den Band 2132 – zur PERRY RHODAN-Serie beisteuern würde. Gemeint war Claudia Kern, die zu der Zeit vor allem den »Star Trek«-Fans bestens bekannt war. Ihr Roman sollte »Der Saltansprecher« werden.
Den Abschluss des Con-Programms bildete eine Gesprächsrunde mit Hans Greis von Eins A. »Ihr seid die Zielgruppe, ihr müsst mir sagen, was ihr wollt!«, appellierte er an die Anwesenden, die darauf rege eingingen.
Gegen 21 Uhr verließen Sabine Kropp und ich den Con, um uns noch ein bisschen in das Leipziger Nachtleben zu stürzen. Da ich mit dem Firmenwagen unterwegs war, verzichtete ich auf alkoholische Getränke und hielt mich sehr zurück. Das Feierabendbier tranken wir zu später Stunde in der Hotelbar.
Am Sonntag, 24. März, gingen wir nicht mehr auf die Buchmesse. Ich musste den Firmenwagen zurückfahren, den wir mit den Bildern beluden. Keines der Kunstwerke hatte Schaden gelitten, einige der Rahmen waren aber leicht verkratzt. Letztlich brachten wir sie heil zurück nach Rastatt. Am späten Vormittag fuhren wir los, am späten Nachmittag waren wir dort.
Unterwegs diskutierten wir natürlich über das ereignisreiche und zugleich interessante Wochenende. Für uns war die Leipziger Buchmesse schon ein Erfolg geworden, aber wir waren uns sicher, dass wir das im kommenden Jahr besser machen mussten.
Vielleicht war ein eigenständiger Auftritt der PERRY RHODAN-Serie möglich – dann wären wir nicht das Anhängsel des Moewig-Verlags, der im Gemeinschaftsstand kaum auffiel.
(Der Text erschien schon vor einigen Tagen auf der PERRY RHODAN-Seite. Hier wird er aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)







