28 Dezember 2023
Der Lockvogel im Blick
»Overhead taucht auf«, formuliert es die Anzeigem »und eine Invasion der Springer bedroht die Erde.« Es gibt in dieser Anzeige keinen Hinweis auf die Figur des Julian Tifflor, die in diesem Buch ihren ersten Auftritt hatte, und warum man bei »der Overhead« au den Artikel verzichtete, ist mir heute auch unklar. Aber das störte mich als jungen Leser damals keinen Augenblick lang.
Mir fehlte es damals am Kleingeld, die Silberbände zu kaufen. Die einzelnen Heftromane hatte ich schon gelesen, ich kannte die Serie also in dieser Phase sehr gut: Die vierte Auflage war ja erst 1977 gestartet. Aber ich träumte davon, mir auch die Silberbände zuzulegen; sie sahen meiner Ansicht nach gut aus, und die Werbung machte schon sehr neugierig …
27 Dezember 2023
Jägermond
In dieser Woche erscheint der erste Teil eines PERRY RHODAN-Doppelbandes, der von Robert Corvus verfasst worde ist. Bei »Jägermond« setzt der Autor einerseits auf Spannung – es gibt viel Action um die unterschiedlichen Figuren –, andererseits aber auch auf die Darstellung fremder Aliens.
So viel sei verraten: Der Autor verrät mehr über die Sorgoren, die seit langer Zeit in unserem Universum eine Rolle spielen, und über die Baccunen, von denen Perry Rhodan und seine Begleiter immer wieder gehört haben.
Mir gefiel die Perspektive, die der Autor eine seiner Hauptfiguren einnehmen ließ: Diese Figur ist von Perry Rhodan fasziniert. Er hasst den Terraner nicht, versteht ihn aber als einen wichtigen Gegner, den er in gewisser Weise bewundert. Sein Ziel ist trotzdem, Rhodan zu töten – davor will er aber von ihm profitieren.
22 Dezember 2023
Wenn die »SOL« mir schmeichelt
So enthält das Heft ein ausführliches Interview mit mir, wo ich sogar über private Dinge rede, sowie einige Artikel über mich, durchaus launig und ironisch gehalten. Aber glücklicherweise hat man für die 68 A4-Seiten auch noch andere Themen gefunden ...
So gibt es zu den aktuellen Romanen unserer drei Serien kritische Betrachtungen und inhaltlicheh Zusammenfassungen. Lesenswert ist das Interview mit Dietmar Schmidt, der nicht nur über seine Arbeit für unsere Serien berichtet, sondern ebenso davon erzählt, wie es ist, als Übersetzer zu arbeiten. Dazu kommen weitere Berichte, Rezensionen aktueller Fan-Romane und sogar ein Poster, das es diesmal als Beilage gibt.
Alles in allem ist wieder eine sehr gelungene Ausgabe entstanden. Wie immer eigentlich ... Zu beziehen ist das Heft über den SpaceShop der FanZentrale.
21 Dezember 2023
Ein Hort für den Kristallprinzen
Die Kollegen im Zeitschriftenvertrieb hatten ihre eigene Sicht der Dinge. Sie wollten bei unseren Begrifflichkeiten unbedingt eine Einschränkung: »Den Begriff Miniserie kennt niemand«, argumentierten sie, und alle meine Hinweise auf amerikanische Miniserien fruchteten nichts. Die Serie wurde von ihnen als »Shortserie« bezeichnet, abgekürzt tauchte sie auf zahlreichen internen Dokumenten als »Atlan Short« auf – ein Begriff, den außerhalb des Vertriebs und der Buchhaltung nie jemand benutzte.
Sabine Bretzinger – heute Kropp – und ich einigten uns darauf, künftig statt »Atlan Short« immer von »Atlans Hort« zu sprechen, aber das erzählten wir nicht einmal den Autoren. Wir hatten auch so genügend zu tun, neben der bisherigen Arbeit eine komplett neue Serie aus dem Boden zu stampfen. Wenn wir aber vor lauter Stress nicht mehr geradeaus gucken konnten, musste jemand nur sagen , »wir tun das alles nur für Atlans Hort«, und die gute Laune war wieder hergestellt.
20 Dezember 2023
Ein fannisch-interessantes Interview
Ein solcher Fan – oder eine solche Fannin – ist Christina Hacker. Als Chefredakteurin des Magazins »SOL« erreicht sie regelmäßig ein großes Publikum, und in ihrer Rubrik »FanSzene« in den PERRY RHODAN-Romanen schreibt sie über andere Menschen und deren Aktivitäten.
Diesmal ist es anders: Sie wird befragt. Es geht um ihren eigenen Zugang zu unserer Serie, um das Frauenbild bei PERRY RHODAN, um ein besonders Buch, das sie mit einigen Mitstreitern zusammengestellt hat, ihre schriftstellerischen Ambitionen und die eine oder andere private Angelegenheit.
Ein lebendiges Interview, sehr unterhaltsam. Ich empfehle, es anzuschauen.
19 Dezember 2023
Schwarze Brücke
Wenn »Schwarze Brücke« in dieser Woche erscheint, eröffnet das Werk die neue Handlungsstaffel, die wir »Catron« genannt haben. Den Staffeltitel haben wir auch gleich aufs Titelbild gepackt, so dass sich niemand wundert … Derzeit bewerben wir die Staffel ja auch, wo das sinnvoll ist.
Was mir in diesem Ronan sehr gut gefallen hat, sind die neuen Figuren, die Rüdiger Schäfer auftauchen lässt. Klar sind Perry Rhodan und seine Frau Thora an Bord, aber wenn jemand namens Douc Langur durchs Bild läuft, freue ich mich als alter PERRY RHODA-Lese schon sehr darüber … Andere Namen sind nicht aus der klassischen Serie bekannt, aber die Figuren haben mir trotzdem gefallen.
18 Dezember 2023
Die List des Administrators
Darüber hinaus hält der Roman die eine oder andere Überraschung bereit. Perry Rhodan und seine Begleiter gehen auf einen Tauchgang, während er gleichzeitig versuchen muss, eine Meute von Piraten zufriedenzustellen.
Mit deren Vorstellungen von Moral und korrektem Verhalten hat der Terraner seine Probleme – aber derzeit hat er nicht zu viele Möglichkeiten … Das Spannungsfeld zwischen Möglichkeiten und Moral wird in diesem Roman immer wieder zum Thema, ohne aber alles zu überlagern.
14 Dezember 2023
Redigiertag mit Manuskripten
Über die Anfänge des Redigiertags schrieb ich bereits in früheren Jahren immer mal wieder. Mittd der 90er-Jahre führte ich das ein: Etwa einen Tag in der Woche arbeitete ich nicht im Büro, sondern daheim, wobei ich vor allem Manuskripte redigierte. Das machte ich gern auch im Freien – ich hatte in meiner damaligen Wohnung keinen Balkon.
Ich fuhr also in den Sommern 1995 oder 1996 gern mit meinem Fahrrad in den Schlossgarten von Karlsruhe. Dort suchte ich mir eine Bank aus, gern mit einem schönen Blick auf den Teich, setzte mich hin und packte mein Manuskript sowie meine Stifte aus, vielleicht noch ein PERRY RHODAN-Lexikon oder sonst ein Hilfsmittel, vor allem aber auch etwas zum Trinken. Und dort saß ich dann und arbeitete an dem jeweiligen Text.
Der heutige Redigiertag ist vor allem ein Tag der Lektüre. Zu lesen sind zwei PERRY RHODAN-Manuskripte und ein Exposé. Zu schreiben sind Texte für unseren Internet-Auftritt. Und es gibt Autorinnen sowie Autoren, die auf eine Antwort von mir auf Konzepte, Texte oder Mails warten.
Schauen wir mal, ob ich am Ende dieses Redigertags ähnlich gut gelaunt bin wie in den 90er-Jahren. Damals hatte ich mein Manuskript zu Ende redigiert, radelte gemütlich nach Hause und hatte Feierabend. Heute ist manches doch komplizierter ...
12 Dezember 2023
Titelbilder planen
Am heutigen Dienstag geht es unter anderem um Titelbilder. Für die einzelnen PERRY RHODAN-Romane entwickeln wir ja immer spezielle Motive, und dafür liefern unsere Autorinnen und Autoren ihre Überlegungen. Diese schicken sie an mich, damit ich ein wenig planen kann. Es wäre ja ungeschickt, wenn wir bei vier Titelbildern hintereinander – um ein Beispiel zu nehmen, das natürlich fiktiv ist – immer den gleichen Kugelraumer zeigen würden.
Nachdem ich mit den Kollegen die entsprechenden Motive festgelegt habe, schicke ich diese Bildbeschreibungen an unsere Künstler. Am heutigen Tag betrifft es »nur« Dirk Schulz. Für ihn formuliere ich die Beschreibungen entsprechend, ich füge vielleicht auch Titelbilder oder alte Motive bei oder Elemente, die von den Autorinnen und Autoren als Grundlage benutzt worden sind.
Und dann legt der Künstler los – wir in der Redaktion sind von den Ergebnissen dann überrascht.
11 Dezember 2023
Der Likedeeler
Das alles erzählt Oliver Fröhlich in dem PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche in den Handel kommt. »Der Likedeeler« ist ein ungewöhnlicher Titel, aber er passt gut zum Roman und seinem Inhalt. Vorgeschlagen wurde der Titel vom Autor, und ich fand ihn gut – also haben wir ihn gern genommen ...
08 Dezember 2023
Neue Planetenromane?
Ich finde den Gedanken grundsätzlich gut, und ich wäre wohl der erste, der sich über neue Planetenromane in dieser Form freuen würde. Wer nicht weiß, was unter diesem Begriff zu verstehen ist: Es handelte sich um PERRY RHODAN-Taschenbücher, die im Normalfall eine in sich abgeschlossene Geschichte erzählten, die man so in den wöchentlichen Romanen nicht lesen konnte.
Leider muss man davon ausgehen, dass ein solches Projekt nicht erfolgreich wäre. Zuletzt hatten wir versucht, die klassischen Planetenromane im Format der Taschenhefte neu aufzulegen – das hat leider nicht geklappt. Die Verkaufszahlen waren nicht gut, und wir stellten die Reihe ein. Bei neuen Romanen wären die Kosten logischerweise höher als bei einem Nachdruck, also müssten die Verkaufszahlen höher sein.
Derzeit ist nicht damit zu rechnen, dass eine Reihe mit in sich abgeschlossenen Romanen, die man im Zeitschriftenhandel verkauft, erfolgreich sein könnte. Das lässt sich kaum darstellen, fürchte ich. In den nächsten zwölf Monaten wird also sicher keine neuen Geschichten in der Form klassischer Planetenromane geben können.
06 Dezember 2023
Das kosmische Gespinst
Verfasst wurde »Das kosmische Gespinst« von Christian Montillon, einem der beiden Exposéautoren unserer Serie. Der Autor zeigt den weiteren Verlauf eines Erstkontakts, den Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI im Leerraum zwischen den Galaxien haben. Sie treffen auf die Angehörigen eines geheimnisvollen Volkes, und sie erfahren mehr über die Vergangenheit eines kosmischen Gebildes. Sie erkennen vor allem neue Zusammenhänge zwischen der Milchstraße und der weit entfernten Kondor-Galaxis.
Mir hat die abwechslungsreiche Handlung gut gefallen. Christian Montillon stellt das Schiff und seine Besatzungsmitglieder vor, und er weist auf die aktuellen Probleme hin, vor denen die Romanfiguren stehen. Ob und wie sie es schaffen, sich aus diesen Schwierigkeiten zu befreien, wird im Roman erzählt.
05 Dezember 2023
Die Aphilie im Vordergrund
Ein Logbuch der Redaktion
Als wir innerhalb der Redaktion über das Thema »Aphilie« für PERRY RHODAN NEO sprachen, kam recht schnell eine Überlegung auf: Sollen wir nicht auch über die Gestaltung des Titelbildes nachdenken und diese vielleicht verändern? Wir diskutierten das Thema im Frühjahr gleich mehrfach, verschiedene Gedankengänge wurden auf Papier gekritzelt und intern weiterentwickelt.
Seit 2011 hat sich an der Gestaltung von PERRY RHODAN NEO nicht viel geändert. Der PERRY RHODAN-Schriftzug ist oben quer auf der Titelseite zu sehen, darunter das Wort NEO, das wir im Verlauf der Zeit geringfügig angepasst haben. Und den Schriftzug »Die Zukunft beginnt von vorn«, den wir am Anfang aus Werbezwecken auf dem Titel hatten, haben wir verschwinden lassen. Sonst blieb die Gestaltung des Covers in all den Jahren gleich.
Wir ändern diesmal selbstverständlich nicht alles. Weiterhin wird man den Namen des Autors oder der Autorin sowie den Titel unten auf der Seite finden, nach wie vor ist der eigentliche Serienschriftzug oben auf der Seite. Dadurch wird das Titelbild auf die Mitte platziert, womit es stärker wirkt. Das halten wir nach wie vor für sinnvoll: So fällt der Roman am Kiosk weiterhin auf, ebenso im E-Book-Shop oder sonstwo in den Weiten des Internets.
Wir wollten allerdings die Aphilie stärker in den Vordergrund stellen. Wie wäre es, so unsere Überlegung, wenn der Titel der nächsten Handlungsstaffel nicht an der Seite stünde wie zuletzt »Chronopuls«, sondern frontal auf dem Titel?
So etwas klappt natürlich nur bei einem Begriff, der klangvoll ist. »Die Maahks« ginge kaum, so überlegten wir, »Chronopuls« auch nicht unbedingt. Zum Ausgleich sagte »Aphilie« jedem PERRY RHODAN-Kenner etwas und klang für potenzielle Neuleser ebenfalls interessant genug. Zumindest war das meine Argumentation.
Wir setzen also bewusst auf einen Titel, der anders aussieht; dazu kommt eine andere Nummerierung auf die Vorderseite: Wir beginnen nicht mit Nummer 310, sondern mit Nummer 1.
Für die Sammler ändert sich nichts; wer die Taschenbücher ins Regal stellt, wird am Buchrücken keinen Unterschied sehen. In den Regalen und Drehständern im Zeitschriftenhandel ist die Änderung rein optisch schon deutlicher zu erkennen. Wer E-Books bevorzugt, sieht zwar auch eine neuere Gestaltung, aber diese Personengruppe stört das sicher kaum. Bei den Hörbuchkunden ist es noch einmal anders; für sie dürfte das Titelbild nicht so wichtig sein.
Unser Ziel ist somit klar fixiert: Wir wollen die Aphilie stärker bewerben, und das tun wir auch über den Titel. Ob und wie das funktioniert, wissen wir noch nicht. Aber wir finden – das sollten wir ausprobieren!
(Dieses Logbuch wurde bereits im August 2023 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)
04 Dezember 2023
Kollaps
Auf der Erde kommt es zum Showdown zwischen den Truppen der Aphilie – also der Menschheit ohne Liebe – und den Immunen, die gemeinsam die Diktatur stürzen wollen. Auch im All kommt es zu Auseinandersetzungen. Ein neues Raumschiff der Menschen, die BASIS, erreicht seine ersten großen Einsätze.
Rainer Schorm liefert mit diesem Roman nicht nur den Abschluss der laufenden Staffel, sondern bahnt auch den Weg für die kommenden zehn Romane. Die »Catron«-Staffel wird bereits ein wenig vorbereitet. Zuerst aber muss der Autor noch eine Reihe von offenen Handlungsfäden zum Abschluss bringen. Ich finde, das ist ihm sehr gut gelungen!
01 Dezember 2023
Wie politisch wird gearbeitet?
Generell gilt: Das PERRY RHODAN-Team besteht aus unterschiedlichen Menschen, sowohl in der Redaktion als auch bei den Autorinnen und Autoren. Jeder von uns hat seine eigene Meinung, und diese Meinungen liegen teilweise weit auseinander. Wir sind uns sicher in einigen Punkten sehr einig, in anderen aber nicht.
Sicher aber ist: Wir stehen für Meinungsfreiheit. Das heißt nicht, dass wir jede Meinung gut finden oder unterstützen. Aber das heißt vor allem auch, dass die Redaktion dem Autorenteam keine gesellschaftlichen oder politischen Fragen und Themen vorschreibt. Aktuelle Politik halten wir aus der Konzeption der Serie heraus, die kann aber immer mal wieder in einem einzelnen Roman eine Rolle spielen.
Wenn wir einen Zyklus planen, ist eine Science-Fiction-Idee der Ausgangspunkt. Solche Ideen entstehen nicht im luftleeren Raum. Aber der Anfang unseres Ideenprozesses ist nicht die aktuelle Politik, sondern eine Idee.
Das ist schon rein zeitlich sinnvoll: An dem Tag, an dem ich diese Zeilen schreibe, machte ich mir auch schon Gedanken über den Band 3300 – und dieser erscheint in einem Jahr. Und was bis dahin alles passiert, kann ich nicht einmal ahnen …
30 November 2023
Zeuge der Zeit
Im Oktober 2004 kam der Roman heraus, der die Wende im »Sternenozean« einleiten sollte: Robert Feldhoff, der damals für die Exposés zuständig war, schrieb »Zeuge de Zeit«. Dirk Schulz lieferte für diesen Band 2250 ein Motiv, das Perry Rhodan als Raumfahrer zeigt – er wirkt auf diesem Bild nicht fröhlich, sondern blickt ernst in die nahe Zukunft.
Dabei schloss der Roman gewissermaßen den phantastischen Teil des Zyklus ab. Vorher hatten die Autorinnen und Autoren die Welten des Sternenozeans vorgestellt und die faszinierende Kultur der Motana sowie anderer Völker beschrieben. Nach »Zeuge der Zeit« kamen bald militärische Auseinandersetzungen, die am Ende in einer dramatischen Raumschlacht um die Erde gipfelten.
Robert Feldhoffs Roman führte viele wesentliche Handlungsfäden aus der ersten Zyklushälfte zusammen; mir gefiel damals, wie sorgsam er das alles komponierte. Im Exposé formulierte er in einem hervorgehobenen Absatz die weitere Handlung des Zyklus gewissermaßen vor: »Zephyda ist keine Majestät des Friedens. Sie ist eine Kriegsherrin!«
29 November 2023
200 Millionen Lichtjahre
In dieser Woche erscheint mit »200 Millionen Lichtjahre« der entsprechende Roman. Das Titelbild zeigt Icho Tolot, der mit Perry Rhodan spricht – wobei es sich dabei um einen speziellen Perry Rhodan handelt …
Der Roman erzählt von einem Aufbruch, von einer weiten Reise und von einem Widersacher der Menschheit. Und er stellt diesen Widersacher ein wenig vor – zu viel verraten wir natürlich nicht.
27 November 2023
Auf der Reise nach M 87
Auch hierzu stehen bereits die ersten fertigen Manuskripte, gibt es Titelbilder und weitere Planungen. Dazu kommen Exposés, mit denen ich mich heute beschäftige, und Datenblätter zu neuen Raumschiffen und Figuren. Verfasst werden die Hintergründe zur kommenden Handlungsstaffel von Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm, die wieder einmal ein komplexes Universum entwickelt haben.
Ein großer Teil der »Catron«-Staffel spielt in M 87. Wie es die Terraner schaffen, diese ferne Galaxis zu erreichen, ist unter anderem Thema des ersten Romans der Staffel. Zu den Inhalten will ich an dieser Stelle noch nichts ausplaudern – dazu gibt es noch Gelegenheiten genug ...
Aber PERRY RHODAN NEO wird auch diesmal Elemente aus der klassischen Serie nehmen und mit neuen Ideen verbinden. Das bereitet mir bereits bei der Lektüre von Exposés und Romanen viel Vergnügen!
24 November 2023
Eine neue RAS TSCHUBAI
Vor allem Verena Themsen hat in die erweiterte Version des schon klassischen Schiffs sehr viel Arbeit und Energie investiert. Und wir wollen’s den Leserinnen und Lesern in den nächsten Wochen zeigen.
Wenn in der kommenden Woche der Band 3250 unserer Serie erscheint, spielt das Schiff nicht nur im Roman eine wichtige Rolle. Im Mittelteil dieses PERRY RHODAN-Bandes zeigen wir ein wenig von dem Schiff: Skizzen von Gregor Paulmann, eine Risszeichnung von Gregor Sedlag, unterhaltsame und informative Texte von Verena Themsen – die RAS TSCHUBAI wird also präsentiert. In der folgenden Woche wird das Schiff dann auch auf dem Titelbild zu sehen sein.
23 November 2023
Ein »Fanbuch« bei Heyne
Weil unser Etat sehr gering war und wir praktisch kein Geld ausgeben durften, waren unsere Bemühungen recht bescheiden. Recht früh war klar, dass ein wesentlicher Teil des Inhalts aus dem Nachdruck des aktuellen Taschenbuchs »Gesänge aus der Unterwelt« von Peter Terrid bestehen sollte. Meine Anmerkung, dass so eine Doppeltveröffentlichung bei den Lesern nicht auf Zustimmung stoßen würde, wurde abgebügelt: Die Käufer solcher Sammelbände oder Fanbücher seien andere als diejenigen, die reguläre Taschenbücher kauften ...
Enthalten waren Artikel von Menschen, mit denen ich teilweise heute noch zusammenarbeite. Rüdiger Schäfer stellte den kosmischen Hintergrund unserer Serie vor und lieferte eine Übersicht zu den Zyklen. Michael Thiesen berichtete über Johnny Bruck. Weitere Beiträge stammten auch von Sabine Bretzinger – heute Kropp – und mir.
Wie gut sich das Buch verkaufte, weiß ich nicht mehr. Die Zahlen waren auf jeden Fall zufriedenstellend, sie sorgten aber auch nicht für Begeisterungsstürme. Und die Leser beschwerten sich teilweise bitte über die Doppeltveröffentlichung. Das taten sie aber nicht beim Heyne-Verlag, sondern bei mir ...
22 November 2023
Der Tod ist nicht das Ende
Hubert Haensel, der leider nur noch selten als Autor für uns tätig ist und sich schon fast im Ruhestand befindet, lieferte mit »Der Tod ist nicht das Ende« ein Werk, das mich inhaltlich überzeugte: Der Autor führt seine Leserschaft auf ein geheimnisvolles Raumschiff, wo eine Reihe von Überraschungen auf die Hauptfigur wartet. Das Szenario ist spannend, die Figuren verhalten sich glaubhaft – ich mochte das sehr.
Mit Wehmut blicke ich auf das Titelbild, das von Arndt Drechsler-Zakrzewski stammt. Es ist das letzte Cover, das wir von ihm für einen unserer Romane einsetzen konnten. Mit dem schönen Weltraum-Motiv lieferte der Künstler den Abschluss einer Zyklushälfte, in der er mit vielen starken Bildern glänzen konnte.
20 November 2023
Eskalation
In diesem Roman wird ein fieser Plan enthüllt, der die Regierung der Aphilie mit dem mysteriösen Wesen namens Catron in Verbindung bringt. Bisherige Erkenntnisse zu menschlichen Gehirnen fügen sich zu einem düsteren Gesamtbild, während gleichzeitig die Konfrontation auf der Erde immer härter wird: Truppen stehen sich gegenüber, Raumschiffe mit menschlichen Besatzungen feuern aufeinander – rings um die Erde droht ein fürchterlicher Bürgerkrieg.
Mir hat gut gefallen, wie Rüdiger Schäfer die unterschiedlichsten Bereiche des Konflikts darstellt. Die Figuren, die er in seinem Roman auftauchen lässt, sind lebensecht – sowohl die Aphiliker als auch die Immunen.
17 November 2023
Illustre Gäste beim Galaktischen Forum
Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«
Das Galaktische Forum am Freitag, 8. Oktober 2004, entwickelte sich gut. Die Pressekonferenz hatten wir erfolgreich über die Bühne gebracht, nun sollte der gemütliche Teil folgen.
Nach dem offiziellen Programm enterte ich die Bühne. Den Besuchern erläuterte ich den weiteren Ablauf des Abends, inklusive der Tatsache, dass wir in einen anderen Raum umziehen würden. Am Ende sprach ich den Satz, auf den zu diesem Zeitpunkt sicher schon viele warteten: »Das Büffet ist eröffnet.«
Wir strömten alle aus dem zentralen Raum des Clubs, wo sich die Tanzfläche befand, in den Nebenraum, der den hübschen Namen »Ocean Lounge« trug. Dort hatte das Catering-Team einen großen Tisch mit allerlei Leckereien aufgebaut. An der Theke konnten sich unsere Gäste mit Getränken versorgen, leise drang House-Music aus den Lautsprechern.
Weil der offizielle Teil vorüber war, bildeten sich Gruppen von Menschen, die sich unterhielten, die aßen und tranken. Ich bummelte umher, sprach mal mit der einen, dann mit der anderen Gruppe, und ich stellte erfreut fest, dass sich die Leute gut mischten.
Unter anderem unterhielten sich die PERRY RHODAN-Autoren eifrig mit Kollegen, die für andere Verlage schreiben – unser Exposéautor Robert Feldhoff plauderte mit dem Fantasy-Schriftsteller Kai Meyer, der zu dieser Zeit seine ersten Bestsellererfolge feierte. Der »Professor Zamorra«-Chefautor Werner K. Giesa – stilecht im Cowboy-Anzug, wie man es von ihm kannte – sprach mit Arndt Ellmer über gemeinsame Bekannte aus der »Szene«.
Der PERRY RHODAN-Titelbildzeichner Dirk Schulz kam mit einigen Kollegen seiner Agentur Animagic auf die Party. Unter anderem wurde er von dem Comic-Zeichner Horst Gotta begleitet, mit dem er einige Jahre später den Splitter-Verlag gründen sollte. Die beiden standen längere Zeit mit Arndt Drechsler zusammen, der zu dieser Zeit angefangen hatte, für die ATLAN-Serie die Titelbilder zu gestalten, ebenso mit dem Rollenspiel-Illustrator Klaus Scherwinski.
Christian Bildner von der Firma »readersplanet« war zu jener Zeit einer der ersten Verlagspartner in Sachen E-Books, die wir hatten. Er knüpfte zahlreiche Kontakte, weil sich immer mehr Verlage und auch Autoren für das neue Medium interessierten. Auch Volker Busch vom Goldmann-Verlag und Sascha Mamczak von Heyne führten intensive Gespräche.
Als auffälligste Person des Abends erwies sich aber eine Schauspielerin, von der ich zuvor noch nicht einmal den Namen gehört hatte. Wir hatten natürlich Marcus Rosenmüller eingeladen, den Produzenten des geplanten PERRY RHODAN-Films. Im Vorfeld hatte er gefragt, ob er eine Schauspielerin mitbringen könnte, die einen etwas »heiklen Ruf« habe. Ich hatte darin keinerlei Problem gesehen – und so war sie nun vor Ort: Michaela Schaffrath, die vor allem unter ihrem Künstlernamen Gina Wild bekannt geworden war.
An diesem Wochenende wurde auf der Buchmesse auch ihre Biografie vorgestellt. In dieser erzählte Schaffrath von ihren Erlebnissen in der Porno-Branche sowie ihren Versuchen, aus dieser Branche herauszukommen und eine »seriöse« Schauspielerin zu werden.
Sie erwies sich als höflich und zurückhaltend, eine rundum sympathische Person, die an diesem Abend vor allem über aktuelle Filme zu sprechen schien. Sowohl der Regisseur als auch die Schauspielerin sorgten so für einen gelungenen »Farbtupfer«.
Im Verlauf des Abends veränderte sich der Charakter des Clubs: Er öffnete sich für den »allgemeinen Betrieb«. Junge Leute strömten in den vorderen Bereich, in dem wir angefangen hatten, bevölkerten die Tische und Stühle, stellten sich an die Theke und gingen auf die Tanzfläche. Und während im Nebenraum weiterhin unser Galaktisches Forum lief, begann die eigentliche House-Party im Club: Der DJ machte die Musik lauter, es wurde getanzt und gefeiert.
Irgendwann wurde es Mitternacht. Längst hatten die Angestellten der Catering-Firma das Essen abgetragen; es gab für unsere Gäste aber immer noch genügend zu trinken. Aber die meisten unserer Besucher waren bereits gegangen, schließlich mussten alle an nächsten Tag auf der Frankfurter Buchmesse sein.
Kurz vor ein Uhr rief ich die »letzte Runde« aus, dann besprach ich mit den Verantwortlichen des Clubs, dass wir bald Feierabend machen wollten. Wer von unseren Gästen bleiben wollte, konnte das tun. Einige taten es: Als ich wenig später den Club verließ, saßen noch einige Autoren, Übersetzer und Lektoren um einen Tisch, der harte Kern gewissermaßen. Ich war auf jeden Fall redlich erschöpft …
(Dieser Text wurde im August auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)
16 November 2023
Das Galaktische Forum zum vierten Mal
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Es hatte eher bescheiden angefangen, entwickelte sich aber spätestens im Oktober 2004 zu einer Veranstaltung, die für die Science-Fiction-Szene immer wichtiger wurde: das Galaktische Forum der PERRY RHODAN-Redaktion, von manchen Leuten mit einem Augenzwinkern auch als »die Perry-Party« bezeichnet. Wir wollten damit einen Rahmen schaffen, in dem sich Menschen aus der Science-Fiction-Branche und Freunde unserer Redaktion treffen konnten. Während der Buchmesse sollte es einen Abend geben, um in Ruhe miteinander zu diskutieren und das eine oder andere Bier zu trinken.
Am Freitagabend, 8. Oktober 2004, startete unser Branchen-Treff zum vieren Mal. Miriam Hofheinz hatte im Vorfeld alles organisiert und einen Music-Club im Osten von Frankfurt angemietet. Der Club hatte sich auf House-Music konzentriert und wirkte auf manche Besucher wie »ein gestrandetes Raumschiff«: runde Fenster, gemütliche Sitznischen, viele Lichteffekte an den Wänden und von der Decke herab auf die Räumlichkeiten.
Was ich bei den Veranstaltungen dort stets gut fand, war die Tatsache, dass wir anfangs allein in diesem Club waren und er später gewissermaßen sein Gesicht wechselte. So konnten unsere Besucher, wenn sie das wünschten, nach dem offiziellen Teil bis in die frühen Morgenstunden bleiben und sich unter die tanzende Menge mischen. Das geschah allerdings in all den Jahren nur selten – die meisten mussten schließlich am nächsten Morgen wieder auf der Buchmesse erscheinen und dort arbeiten.
Wir trennten uns bereits am Nachmittag in zwei Arbeitsgruppen. Miriam Hofheinz und Klaus Bollhöfener verließen früh den Messestand und fuhren in die Hanauer Landstraße. Dort halfen sie den Betreibern des Clubs – eine Reihe von sympathischen jungen Leuten – und der Catering-Firma, alles entsprechend vorzubereiten. Sie sorgten für eine zurückhaltende Dekoration, bauten eine kleine PERRY RHODAN-Bühne auf, legten ein bisschen Werbematerial und vor allem die Namensschilder aus.
Ich fuhr erst später los. Bei mir im Auto saßen Sabine Kropp, unsere Redakteurin, sowie Robert Feldhoff, unser Exposéautor. Wir erreichten den Club, nachdem wir die üblichen Staus in der Innenstadt von Frankfurt bewältigt und vor allem einen Parkplatz gefunden hatten. Wir hielten uns in einem Industriegebiet auf, in der Nähe war eine größere Veranstaltungshalle sowie weitere Clubs, und nachts bildete das Areal eine Zone aus viel Schatten und wenig Licht, die manche Besucher unheimlich fanden.
Miriam und Klaus hatten alles vorbereitet, das Team des Clubs war startbereit, und so konnten wir bald offiziell die Tür öffnen. Unsere Gäste strömten herein: Autoren und Übersetzer, Lizenzpartner und Verlagskollegen aus der SF- und Fantasy-Szene. Über siebzig Gäste fanden sich ein, um mit uns zu feiern, dazu kamen einige Journalisten. Diese gingen recht früh wieder, nachdem sie alle wichtigen Informationen erhalten hatten.
Das Programm des Abends wurde nämlich durch eine kleine Pressekonferenz eingeleitet. Ich stellte mich auf die improvisierte Bühne und moderierte die Veranstaltung an. »Zu feiern gibt es immer etwas«, behauptete ich. Zwar sei 2004 kein Jubiläumsjahr für unsere Serie, aber es gäbe dennoch viele neue Dinge, die wir bekanntgeben wollten.
Danach bat ich Birgit Wenderoth auf die Bühne. Die Verlagsleiterin des Moewig-Verlags stellte die PERRY RHODAN-Palette innerhalb der Verlagsgruppe vor und machte klar, wie wichtig unsere Bücher im Programm seien. Der Moewig-Verlag setzte zu der Zeit stärker auf Kochbücher und hatte kein literarisches Programm mehr; wir waren mit den Silberbänden ein Fremdkörper bei Moewig, sorgten aber stets für gute Umsätze.
Während Birgit Wenderoth auf einen nüchternen Vortrag setzte, ging es beim nächsten Programmpunkt mehr um Dialog. Frank Borsch, PERRY RHODAN-Redakteur und -Autor, und Sascha Mamczak, der verantwortliche Lektor für Science Fiction bei Heyne, erzählten von unserer aktuellen Zusammenarbeit. Zur Buchmesse präsentierten wir die »Lemuria«-Taschenbücher, von denen wir uns viel versprachen. Die beiden warfen sich die Bälle zu und machten auf die sechs Romane neugierig.
Kein Massenthema waren die Rollenspiele. Der Boom der späten 80er-Jahre war seit langem vorüber, trotzdem gab es immer noch Leute, die solche Spiele liebten. Es bot sich also an, mit PERRY RHODAN wieder einmal in diesem Sektor aktiv zu werden.
Alexander Huiskes als einer der zwei Autoren und Elsa Franke aus dem Verlag stellten gemeinsam die ersten zwei Rollenspielbücher der PERRY RHODAN-Rollenspiele vor. Sie zeigten, in welche Richtung sich das Programm entwickeln sollte, und welche weiteren Bücher auf die Leser zukommen würden.
(Dieser Text wurde bereits im Juli auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlichtund wird hier vor allem aus Gründen der Dokumentation noch einmal präsentiert.)
15 November 2023
Krieg der Esper
Dieser Tage erscheint mit »Krieg der Esper« das PERRY RHODAN-Buch mit der Nummer 164, das diese Zeit aufgreift. Es ist kein Jubiläumsband, keiner der Bände, die für unsere Buchausgabe von zentraler Bedeutung sind – aber es ist eines der Bücher, die die Handlung weiter vorantreiben. Wie sehr die Geschicke der Kartanin mit denen der Milchstraßenvölker verzahnt und verbunden sind, wird in diesem Buch erst so richtig klar.
Mit diesem Buch ist das Silberband-Jahr 2023 vorüber. Die Kollegen arbeiten schon intensiv an den Büchern, die 2024 in den Handel kommen werden. In diesen geht’s dann erneut um Kartanin und andere kosmische Verwicklungen …
14 November 2023
Die Frau aus dem Transmitter
Das Titelbild zeigt nämlich als titelgebende Person »Die Frau aus dem Transmitter«, und sowohl ich als auch Michael Marcus Thurner hatten eine andere Vorstellung vom Bildaufbau. Aber es ist immer sinnvoll, wenn ein Künstler aus der Bildbeschreibung ein starkes eigenes Motiv macht – ebenso sinnvoll ist es ja, wenn ein Autor auf der Basis eines Exposés seinen wirklich eigenen Roman schreibt.
Mir hat der Roman auch sehr gut gefallen. Der Autor baut seine Geschichte ein wenig anders auf, als ich es erwartet habe; er setzt die Figuren auf seine eigene Art und Weise und führt sie so durch die Handlung. Das ist spannend und sollte für die Leser überraschend sein …
10 November 2023
Der Dunkle Hafen
Die PERRY RHODAN-Serie bildet keine Ausnahme. Doch die Piraten, auf die Perry Rhodan und seine Gefährten in der fernen Galaxis Spaphu stoßen, sind schon speziell: Sie entstammen den unterschiedlichsten Völkerschaften, und sie sind nur in einem wesentlichen Bereich der Sterneninsel aktiv – entlang des sogenannten Hyperflusses, der großen Kulturen verbindet. Man spricht also von den Hyperflusspiraten, und mit denen bekommen es Rhodan und seine Begleiter zu tun.
Ben Calvin Hary schildert in »Der Dunkle Hafen« – so der Titel des Romans, der in dieser Woche in den Handel kommt – auf unterhaltsame Weise eine Gesellschaft von Ausgegrenzten und Staatsfeinden, die aber für sich selbst eigene Regeln definieren, an die sich zu halten haben. Es gibt Machtgruppen, und es wird im Einfluss gerungen. Wie können sich Fremdlinge aus der Milchstraße in dieser Umgebung behaupten?
Der Autor schuf einen Roman, den man als klassische Space Opera bezeichnen könnte. Wer mag, darf ihn auch in die Rubrik »bodenständige Science Fiction« stecken. Auf Superintelligenzen und kosmische Spuren wird hier verzichtet, die Handlung ist eher geradlinig.
09 November 2023
Wahrheitskrieger
Große Schlachten und Kämpfe sind nicht das Thema des Romans »Wahrheitskrieger«, den Lucy Guth und Marie Erikson verfassten. Die beiden Autorinnen legen ihr Augenmerk auf die Personen, die ihre jeweiligen Truppen ins Gefecht führen, und auf die Menschen, die Widerstand gegen die Aphilie leisten. Das gelingt den beiden Autorinnen sehr gut.
Mir hat das Tempo des Romans gefallen. Ständig passiert etwas, die flotten Szenenwechsel werden klar vermittelt. Und am Ende gibt es einen fiesen Cliffhanger für die Leserschaft …
08 November 2023
Wir starten in die Aphilie
Ein Logbuch der Redaktion
Philosophen und religiöse Menschen diskutieren seit Jahrhunderten darüber, was eigentlich den Menschen ausmacht und was sein Kern ist. Ist es sein Bewusstsein, sind es seine Gefühle, oder ist es seine Seele? Die Science Ficton hat in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neue Antworten auf solche grundsätzlichen Fragen gefunden.
Die PERRY RHODAN-Serie bildet da keine Ausnahme. In unserer Serie arbeitet man mit unterschiedlichen Betrachtungsweisen: Es wird von Bewusstseinen gesprochen oder der ÜBSEF-Konstante, wenn es um das Sein eines Menschen geht. Darüber hinaus werden aber auch psychologische Themen zumindest angerissen. Hierzu hat unsere Serie im Verlauf der Jahrzehnte immer wieder neue Methoden gefunden, ins Innere eines Menschen zu blicken.
Und klar: Man muss sich nicht mit Gehirn- oder Verhaltensforschung auskennen, um zu wissen, dass Menschen in sich oft widersprüchlich sind und nicht unbedingt logisch handeln. Sie werden häufig von ihren Gefühlen beherrscht, verhalten sich nicht so, wie sie es selbst gern getan hätten, und sie täuschen sich sogar selbst, wenn sie sich und ihre Gefühle betrachten.
Wie aber wäre es, wenn Gefühle nicht mehr so wären, wie wir sie kennen? Wenn sie sich verändern würden? Wenn man sie auf einmal als falsch empfände? Wenn sich die Menschheit zu einem großen Teil in Wesen verwandeln würden, die praktisch keine Empfindungen kennen?
Man kann sich diese grausige Vision kaum vorstellen – und doch ist sie die Grundlage für den klassischen »Aphilie«-Zyklus unserer Serie. Damals wurde das Thema zum ersten Mal aufgegriffen – bis heute einer der Höhepunkte der Seriengeschichte. Die Herrschaft der Aphilie über die Erde, die Verbannung Perry Rhodans und seiner Gefährten, die lange Reise der SOL: Das sind wichtige Episoden der PERRY RHODAN-Geschichte, die häufig aufgegriffen und zitiert worden sind.
In der nächsten Staffel bei PERRY RHODAN NEO greifen wir das Thema erneut auf – allerdings in einer stark veränderten Form. Die zehn Romane der »Aphilie«-Staffel erzählen davon, dass sich die Menschheit unserer Zukunft wandelt: Im 22. Jahrhundert verlieren die Erdbewohner buchstäblich ihre Gefühle, sie wandeln sich, und es entsteht eine neue Gesellschaft.
Ohne zu viel von der Handlung zu verraten: Es ist eine Gesellschaft, die wir heutigen Menschen als unmenschlich empfinden. Sie ist nicht nur fern von einer Idealvorstellung, sondern wirkt auf heutige Erdbewohner geradezu abstoßend. Unter dem Einfluss der Aphilie gibt es praktisch keine positiven Gefühle mehr, tritt man sich weder mit Liebe noch mit Mitgefühl entgegen, hat man keine Zeit und kein Herz dafür, sich auszutauschen oder sich nahezukommen.
Menschen, die noch über ihre Gefühle verfügen, gelten als »immun«, was aber nicht positiv verstanden wird. Und wer nicht ständig zu einem Fortschritt beiträgt und sich an die Regeln des Zusammenlebens hält, muss mit harten Strafen rechnen.
Aber wie kann eine solche Gesellschaft funktionieren? Mit welchen Mitteln wird sie aufrechterhalten? Und wie kann in einer Umgebung voller Abneigung und menschlicher Kälte ein humanistischer Widerstand entstehen und sogar aktiv werden?
Für die Redaktion sowie vor allem die Autorinnen und Autoren war wichtig, wie sich solche Themen in die heutige Zeit übertragen lassen. Selbstverständlich kann man die Ideen von früher nicht eins zu eins übernehmen; man muss sie anpassen. Doch wie lässt sich das machen?
Ich denke, das gelingt dem Team sehr geschickt. Details zur aphilischen Welt liefern die Autorinnen und Autoren in den kommenden zehn Romanen von PERRY RHODAN NEO. Konzipiert wird diese Staffel – eine in sich abgeschlossene Geschichte aus zehn Bänden – von Kai Hirdt. Der in Hamburg lebende Schriftsteller verfasste auch gleich den ersten Band der Handlungsstaffel.
»Welt ohne Liebe« kommt am 4. August 2023 in den Handel – als gedruckter Roman, als E-Book und als Hörbuch. Der Autor zeigt darin die aktuelle Situation auf der Erde im Schatten der Aphilie, und er erzählt von Perry Rhodan, der sich mit den neuen Gegebenheiten vertraut macht.
Der Terraner stößt auf Probleme, die er nicht erwartet hat, und er wird nicht nur einmal vor den Kopf gestoßen. Aber er stellt ebenso fest, wie Menschen sich solidarisch verhalten – auch im Angesicht einer unmenschlichen Gesellschaft.
Spannend! Und ich bin sicher: Der neue Blick in die Welt der Aphilie bei PERRY RHODAN NEO wird die Leserinnen und Leser fesseln.
(Veröffentlicht wurde dieses Logbuch bereits im Juli 2023 auf der PERRY RHODAN-Seite. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)
07 November 2023
Erinnerungen an Arndt Drechsler
Zuletzt unterhielten wir uns in Leipzig, als wir uns auf der Buchmesse sahen. Wann unsere erste Begegnung war, weiß ich gar nicht mehr, sicher vor mehr als zwanzig Jahren. 2003 fing Arndt an, für uns zu arbeiten: zuerst Bilder für ATLAN, dann auch Bilder für PERRY RHODAN. Er wurde als Künstler von Jahr zu Jahr besser, unser Verhältnis wurde auch enger; unsere Gespräche waren nicht nur fachlicher Natur, sondern behandelten ebenso persönliche Themen.
Im Kollegenkreis sprechen wir in diesen Tagen viel über Arndt, auch daheim ist er ein Thema. Wir alle erinnern uns an Begegnungen und Gespräche. Das ist schön – man muss bei mancher Geschichte unweigerlich lachen. Wer mit Arndt unterwegs war, erlebte durchaus komische Dinge.
Und so mischt sich in die Trauer auch oft die Dankbarkeit: Es war für mich ein Privileg, mit einem außergewöhnlichen Menschen wie Arndt gut zwanzig Jahre zusammenarbeiten zu dürfen.
31 Oktober 2023
Die Piraten von Kondor
So hat er es bereits mit den Piraten zu tun gehabt, die offensichtlich vor allem in der Nähe des Hyperflusses aktiv sind. Davon berichtet auch der PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche in den Handel kommt. Christian Montillon schrieb »Die Piraten von Kondor«, und mit diesem Titel ist ein Teil der Handlung bereits im Vorfeld verraten.
In der Tat wird der Terraner mit den Piraten konfrontiert, muss er sich unter ihnen behaupten und nach Lösungen suchen, die vorher undenkbar erschienen. Erschwert wird diese Aufgabe vor allem dadurch, dass Rhodan ein ganz anderes Ziel hat: Er will das Fragment von ES suchen und finden, das anscheinend in dieser Galaxis versteckt worden ist.
Doch wie soll er das tun, wenn sich ihm ständig Hindernisse in den Weg stellen?
30 Oktober 2023
Gratulation zum fünfzigsten!
Herzliche Gratulation zu diesem Jubiläum aus der PERRY RHODAN-Redaktion!
Die Nullnummer kam übrigens im April 2013 heraus; damals zeichnete André Boyens verantwortlich. Nachdem der Newsletter über längere Zeit von Christina Hacker geleitet worden war, ist nun Alexandra Trinley für die aktuellen Ausgaben zuständig. Sie stellt dieses kleine Fanzine regelmäßig zusammen, vertrieben wird es dann über die FanZentrale.
Die Lektüre ist stets vielseitig, wobei mir diesmal die zwei Kurzgeschichten als Ergänzungen sehr gut gefallen haben. Normalerweise stehen Informationen oder Interviews im Vordergrund; diesmal ging’s eben auch um die Fan-Serie »Dorgon«.
Ein gelungenes Fanzine! Mitglieder der FanZentrale können es problemlos abonnieren, es wird kostenlos und per Mail verschickt.