19 August 2019

Osnabrück bildet einen Schwerpunkt

Wie immer lese ich die Zeitschrift »SOL« mit großem Interesse. Da macht die Ausgabe 95, die im August zugestellt wurde, überhaupt keine Ausgabe. Das Magazin der PERRY RHODAN-FanZentrale präsentiert sich durchgehend in schickem Vierfarbdruck und ist 68 Seiten im A4-Format stark; das finde ich sehr stark. (Wenn ich bedenke, wie bescheiden das Magazin vor über zwanzig Jahren gestartet ist, hat sich schon sehr viel getan.)

Als zentrales Thema des Heftes haben sich die dritten PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück herausgestellt. Es gibt Con-Berichte sowie ausführliche Zusammenfassungen einzelner Programmpunkte. Ich war selbst baff, in diesem Heft zu lesen, was ich auf der Bühne alles ausgeplaudert hatte. Aber gut – dafür ist so ein Con ja auch da.

Das zweite zentrale Thema ist die aktuelle Miniserie. PERRY RHODAN-Mission SOL wird in mehreren Interviews vorgestellt. Ein Interview führte die Redaktion auch mit Klaus Bollhöfener und Katrin Weil vom PERRY RHODAN-Marketing; die beiden geben klare Auskünfte zu den kritischen Fragen. Eine schöne Mixtur ist dadurch entstanden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Beiträge, die ich für lesenswert halte: kritische Rezensionen zu den einzelnen Romanen unserer Serie, Interna zur PERRY RHODAN-FanZentrale oder ein Artikel zum Städtebau in der Zukunft. Starkes Heft, eine tolle Leistung der Redaktion um Christina Hacker! (Man kann es direkt über die Internet-Seite der FanZentrale bestellen.)

16 August 2019

Zurück nach Arkon

Wie es sich wohl anfühlt, nach einigen hundert Jahren erst wieder in die Heimat zurückzukommen und diese völlig verändert vorzufinden? Für Atlan, eine der wichtigsten Figuren der PERRY RHODAN-Serie, sollte das keine völlig neue Empfindung sein. Immerhin hat der Arkonide zeitweise viele Jahrtausende auf der Erde verbracht …

Im anstehenden PERRY RHODAN-Roman von Hubert Haensel unternimmt Atlan einen neuen Versuch, zu seinem Heimatplaneten zu kommen. In »Zurück nach Arkon« vermittelt der Autor ein Bild des Kugelsternhaufens M 13, der von großen Konflikten geprägt ist. Auch Atlan, der sich eigentlich aus den meisten Kämpfen heraushalten möchte, kann sich manchen Entscheidungen nicht verweigern.

Hubert Haensel zeigt in seinem Roman einerseits eine Abfolge von Action-Szenen, lässt seinen Helden aber auch immer wieder innehalten und nachdenken. Damit erreicht er eine sehr abwechslungsreiche Handlung, die mir gut gefallen hat.

15 August 2019

Duell der Mutanten

Aus der Serie »3000 Romane zurück«

Im Oktober 1961 verschickte K. H. Scheer das Exposé für Band 26 der damals noch jungen PERRY RHODAN-Serie. Als Autor war Walter Ernsting angegeben, die Handlung sollte im August 1981 spielen. (Unter dem Titel »Duell der Mutanten« wurde der Roman im Frühjahr 1962 veröffentlicht.) Mit gerade einmal vier Seiten ist das Exposé sehr kurz, der Autor hatte also sehr viel Raum für eigene Ideen und Gedanken.

Der zweite Satz des Exposé macht klar, welches Thema ins Zentrum gestellt werden soll: »Der Overhead ist noch immer die Hauptperson, die nun auch auf die politischen Entschlüsse der führenden Staatsmänner überzugreifen droht.« Entsprechend viel Raum erhält der Mutant im Exposé; neben ihm werden wichtige Mutanten wie Tatjana Michalowna im Exposé genannt.

Als wichtige Hauptfigur wird Julian Tifflor eingeführt, »der junge, äußerst fähige Raumkadett«, wie ihn das Exposé nennt. Ziel dabei ist laut Exposé: »etwas für den jugendlichen Leser tun und einen ebenfalls jugendlichen Helden zusätzlich zu Rhodans Sagenfigur erschaffen«. Tifflor ist laut Exposé zwanzig Jahre alt, »ein mathematisches Genie trotz seiner Jugend« – das Exposé macht ihn zur eigentlichen Hauptfigur.

Tatsächlich hat das Exposé in der weiterreichenden Planung Scheers einen Schwerpunkt, der Scheer offensichtlich wichtig war: Die Gefahr durch den Overhead macht Rhodan klar, dass er »nun nicht mehr länger auf die Einheit verzichten würde«. Dass es also eine geeinte Menschheit gibt, wird in der Serie nicht durch die Angriffe von Außerirdischen legitimiert, sondern durch die Attacken eines menschlichen Mutanten …

14 August 2019

Das Orakel von Takess

Ich kenne Hermann Ritter seit den frühesten 80er-Jahren. Wir haben viel gemeinsam unternommen, waren auf vielen Cons, haben Fanzines veröffentlicht und Cons veranstaltet. Aber am meisten freue ich mich, wenn ich mit dem alten Freund gemeinsam an einem PERRY RHODAN-Projekt arbeiten kann.

Deshalb war ich sehr davon angetan, dass er die Zeit fand, an der Miniserie PERRY RHODAN-Mission SOL mitzuwirken. Sein Roman mit dem Titel »Das Orakel von Takess« erscheint als sechster Band der Serie, für den Dirk Schulz übrigens ein grandioses Titelbild spendiert hat – die Szene stammt sogar aus dem Roman und gibt einen schönen Blick auf eine interessante Figur.

Der Autor schenkt seinen Lesern nicht nur eine Reihe von neuen Erkenntnissen zu den aktuellen Entwicklungen, er spart auch nicht an zwischenmenschlichen Konflikten. So sind – um es vorsichtig anzudeuten – nicht alle Menschen immer einverstanden mit den Vorschlägen, die Perry Rhodan vorträgt, und mögen nicht unbedingt seine Art, Probleme anzugehen. Das fand ich spannend sowie sehr nachvollziehbar geschildert.

09 August 2019

Ein Arkonide steht im Zentrum

Ein Logbuch der Redaktion

Würde man unter PERRY RHODAN-Lesern eine Umfrage veranstalten, wer die beliebteste Figur ist, käme mit hoher Sicherheit der Name Atlan heraus. Der Arkonide ist seit seinem ersten Auftauchen im Band 50 der Serie eine Figur, die viele Leser mögen. Dazu haben viele packende Romane der Autorinnen und Autoren beigetragen.

In einigen Bänden der nächsten Zeit werden Atlan und seine Urheimat eine bedeutende Rolle spielen. Dieser Text soll darauf ein wenig neugierig machen, selbstverständlich ohne zu viel zu verraten. Für jene Leser, die das Imperium der Arkoniden und die alten Kulturen im Kugelsternhaufen in ihr Herz geschlossen haben, gibt es eine Reihe von neuen Enthüllungen.

Den Reigen eröffnet Michael Marcus Thurner mit seinem Roman »Atlan und die Kristallsklaven«. Wenn man möchte, handelt es sich dabei um ein klassisches Planetenabenteuer: Der Arkonide ist auf einer bislang unbekannten Welt unterwegs, auf der es ein spezielles Geheimnis gibt. Er muss zuerst herausfinden, welche Arbeiten die Planetarier haben, auf die er trifft, bevor er auf das eigentliche Geheimnis stößt.

Die Kultur, die der Autor schildert, hat es in sich; sie widerspricht in vielerlei Hinsicht dem, was man in Mitteleuropa als menschenrechtliche Standards betrachtet. Wie die Aliens dargestellt werden, das ist originell, wird aber sicher nicht auf allgemeine Begeisterung bei den Lesern stoßen … Der Roman trägt die Bandnummer 3026 und erscheint am 16. August 2019.

Vor dem selben Hintergrund und im Umfeld der gleichen Welt spielt auch der folgende Band. Hubert Haensel verfasste »Zurück nach Arkon«, der die Bandnummer 3027 trägt und ab dem 23. August 2019 im Handel sein wird. Der Autor hat im Verlauf seiner Serienarbeit immer wieder beeindruckende Blicke in die Welt der Arkoniden geworfen; diesmal erzählt er eine actionreiche Geschichte.

Atlan muss in eine Raumschlacht eingreifen, er wird in heftige Kämpfe verwickelt, und er versucht, jemanden zu retten. Dabei erfährt der Arkonide nicht nur einiges über die aktuelle Situation im Kugelsternhaufen M 13, sondern ebenso über die mysteriösen Ladhonen, über deren wirklichen Pläne niemand etwas zu wissen scheint.

Im direkten Anschluss veröffentlichen wir einen Doppelband von Uwe Anton, der ebenfalls in M 13 und im Umfeld des Kugelsternhaufens spielt. Der Roman »Die Kristallgetreuen« kommt am 30. August mit der Bandnummer 3028 heraus. Der Autor erzählt darin von Atlan, der sich in einem Gestrüpp von Intrigen zu verfangen droht.

Dabei erfahren die Leser mehr über die aktuelle Situation im ehemaligen Kristallimperium. Wie sieht es im Raum um das Arkonsystem herum aus, und wie verhalten sich die Baronien? Was ist aus Zalit geworden, jener Welt, die jahrtausendelang zum engsten Machtbereich um Arkon gehörte?

In der direkten Fortsetzung – Band 3029 am 6. September – schildert Uwe Anton, wie Atlan sich näher an das eigentliche Arkonsystem herantastet. Bekanntlich ist seine eigentliche Heimat seit langer Zeit vom Rest der Milchstraße abgeschottet. Doch ob das wirklich so ist oder ob es sich hier um Lügen oder Gerüchte handelt, weiß auch Atlan nicht. »Angriff der Signaten«, so der Titel des Romans, wirft auf jeden Fall einen Blick auf Arkon … wobei an dieser Stelle nicht mehr verraten werden kann.

08 August 2019

Eine CD-ROM, die nie erschien

Bei einem Projekt wie PERRY RHODAN, das es schon seit so vielen Jahrzehnten gibt, kann es nicht ausbleiben, dass Projekte angeschoben werden, au denen dann leider nichts wird. So fiel im April 1998 der Startschuss zu einer neuen CD-ROM, die den schönen Titel »Perry Rhodan – Terrania Institute Of Technology« tragen sollte.

Als Autor und Berater war Rainer Castor vorgesehen, der in diesem Jahr in eine immer wichtigere Rolle für PERRY RHODAN rutschte, um danach für lange Zeit unverzichtbar zu sein. Erscheinen sollte die fertige CD-ROM im Oktober 1999, Vertragspartner war die Firma MegaSystems.

Gezeigt werden sollte in Wort und Bild »fiktive Zukunfts-Technologie am Beispiel eines Raumschiffes«. Dieses solle »3D-technisch begehbar gemacht« werden, dazu »versehen mit fiktiven technischen Details und Erläuterungen im Stil einer fiktiven Vorlesung.«

Wie sich schnell herausstellte, waren die Schwierigkeiten, vor denen sich die Entwickler gestellt sahen, riesengroß, nicht nur rein technischer Natur. Es wurde viel diskutiert, es gab Treffen und Telefonate. Nach längerem Planen und vielen Diskussionen wurde Anfang 2001 dann beschlossen, das Projekt »ersatzlos« zu streichen.

07 August 2019

Atlan und die Kristallsklaven

Es ist eine bizarre Gesellschaft, die im kommenden PERRY RHODAN-Roman präsentiert wird. Für Trubarg und die anderen Bewohner seines Planeten ist es völlig normal, die eigenen Kinder zu verkaufe. Auch sie selbst müssen damit rechnen, Sklaven zu werden. Das alles empfinden sie als völlig normal.

In »Atlan und die Kristallsklaven«, so der Titel von Band 3026 unserer Serie, schildert Michael Marcus Thurner diese Gesellschaft, aber ebenso das Verhalten von Atlan und seinen Begleitern. Wie gehen sie mit einer solchen Situation um, und in welchem Verhältnis stehen beispielsweise die Cairaner und andere Raumfahrer zu einer Sklavenhaltergesellschaft?

Ich finde diese moralische Diskussion, die im Roman nur angedeutet wird, immer spannend. Wie würde man sich selbst verhalten, stieße man auf eine solche Gesellschaft? Und ist es realistisch, dass die Planetarier diese Sklavenhalterei als normal empfinden?

06 August 2019

Letzte Hoffnung Mimas

Bevor Arno Endler seinen ersten Roman veröffentlichte – den Science-Fiction-Thriller »PARACELSUS« –, wurde er vor allem als Autor von zahlreichen Kurzgeschichten bekannt. Dabei zeigte er immer wieder, wie pointiert und klar er erzählen konnte, wie gut er es verstand, seine Geschichten zuzuspitzen und seine Charaktere in allerlei Nöte zu bringen.

Vielleicht leitet sich dabei sein charakteristischer Stil ab, den er auch in seinen Romanen anwendet: Aus der Sicht vieler Personen schildert er ein Geschehen, viele einzelne Szenen formen dabei das »Große, Ganze«, jede Szene für sich fast so konzentriert wie eine Kurzgeschichte, in der Gesamtheit dann als Roman überzeugend.

Der anstehende Roman des Autors, den er für PERRY RHODAN NEO verfasst hat, geht in eine sehr ähnliche Richtung. In schnellen Sequenzen erzählt er seine Geschichte, die sich in weiten Teilen wie ein Medizin-Thriller liest. Arno Endler zeigt den Kampf von Medikern um das Überleben von Patienten in sehr realistischer und nachvollziehbarer Weise – das fand ich stark.

05 August 2019

Ich erinnere mich

Titelbilder sind Geschmackssache – und das Motiv des anstehenden Romans von Wim Vandemaan ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Swen Papenbrock zeigt Zemina Paath (oder eine/n andere/n Thesan?) vor exotischer Kulisse. Im Vorfeld gab es zu diesem Motiv die eine oder andere Diskussion, aber mir gefällt es: Es zeigt exotische Aliens, und damit ist es typisch für die phantastische Welt des PERRY RHODAN-Universums.

Inhaltlich zeigt der Roman mit dem Titel »Ich erinnere mich« ebenfalls eine große Bandbreite. Wim Vandemaan als Exposéautor gibt Einblicke in die Geschichte einer Kultur, sein Roman gibt Zeit und Raum sozusagen eine erzählerische Klammer. Es gibt wertvolle Informationen zur aktuellen Handlung im »Mythos«-Zyklus, die teilweise noch für spätere Bände sehr wichtig werden dürften.

02 August 2019

Strafkolonie der Ksuni

Ein knalliges Titelbild, ein spannender Roman: Mit »Strafkolonie der Ksuni« legt Olaf Brill seinen ersten Beitrag für unsere aktuelle Miniserie vor, und darin lässt es der Autor ganz schön krachen. Die Ksuni sind kräftige Kerle, die man sich tatsächlich in etwa so vorstellen muss wie den Typen auf dem Titelbild. Und wenn die einem Menschen eine verpassen, sieht der erst einmal nicht mehr so gesund aus.

Lockere Sprüche beiseite: In Band fünf von »Mission SOL« gibt es eine Reihe von Konfrontationen, nicht nur körperlicher Art. Perry Rhodan muss sich mit einem alten Bekannten auseinandersetzen und mit den neuen Besatzungsmitgliedern für sein Raumschiff; die Ksuni und ihre Konflikte lassen die Menschen nicht ungeschoren. Die Mixtur aus Action und sonstiger Konfrontation hat der Autor dabei sehr gut hinbekommen, finde ich.

01 August 2019

Gedanken zu 3050ff

Während sich die Leserinnen und Leser noch in der Anfangsphase des laufenden »Mythos«-Zyklus befinden, sind die Autorinnen und Autoren schon weiter. Die Romane, die derzeit entstehen, spielen unter anderen in einer fernen Galaxis oder in einer Region der Milchstraße, über die man schon lange nichts mehr gehört hat. Noch weiter sind aber längst die Exposéautoren mit ihren Ideen.

So habe ich ein umfangreiches Ideenpapier vorliegen, in dem es um Themen geht, die nach Band 3050 wichtig sein werden. Ich erzähle an dieser Stelle natürlich nicht, worum es dabei geht – das wäre nicht sinnvoll. Aber wir sind bereits an der Einzelbandplanung: Welche Schwerpunkte werden gebildet, wer kann welchen Roman vielleicht übernehmen?

30 Juli 2019

Der Geist von Hellgate

Denke ich an die Welt Hellgate und ihre Rolle, die sie in der Geschichte der PERRY RHODAN-Serie spielt, so fallen mir sofort Sätze wie »Das Wasser ist nass« ein. Offensichtlich ist diese Episode in Band 50 der Serie so einprägsam, dass ich sie nie vergessen konnte. Das finde ich spannend – es belegt, welchen Eindruck die frühen PERRY RHODAN-Romane bei mir teilweise hinterlassen haben.

In ihrem Roman, der den Titel »Der Geist von Hellgate« trägt, geht Verena Themsen ein wenig auf den Mythos ein, der sich um Hellgate gebildet hat. Vor allem aber erzählt sie von neuen Elementen für ein Raumschiff, das ein wenig in die Jahre gekommen ist, und von einem Gegner, der seine eigenen Motive hat, gegen Perry Rhodan und seine Gefährten zu sein …

27 Juli 2019

Der dreißigste Newsletter

Es ist ein Fanzine, das mittlerweile immer besser wird und mich jedesmal hervorragend unterhält und informiert: der PRFZ-Newsletter, also das Informationsblatt der PERRY RHODAN-FanZentrale. Dieser Tage erschien die Ausgabe 30, die kostenlos an die Abonnenten verschickt wurde. Auf zwölf Seiten gibt es lesenswerte Beiträge.

Am interessantesten fand ich das Interview mit Oliver Plaschka, der sich zu seinem aktuellen Roman für PERRY RHODAN NEO äußerte. Darüber hinaus gibt es Berichte zu aktuellen Romanen und einer Lesung; die sogenannten Spoileranten im Diskussionsforum auf unserer Internet-Seite werden gewürdigt. Dazu kommen Hintergründe zum Con-Buch der PERRY RHODAN-Tage Osnabrück oder zum Online-Magazin »Geisterspiegel«.

Das Beste an dem Newsletter ist: Wer Mitglied der FanZentrale ist, kann ihn jederzeit kostenfrei abonnieren. Und das ist natürlich nur einer der vielen Gründe, in dieser Fan-Vereinigung mitzumischen …

26 Juli 2019

Das Screen Entertainment Pack

Es gehörte zu den vielen Projekten, die Eckhard Schwettmann im Jahr 1998 nach vorne brachte: In Zusammenarbeit mit der Firma Mainscreen wurde unter anderem ein »Screen Entertainment Pack« produziert und vertrieben.

Am 24. April 1998 erteilte Eckhard Schwettmann eine schriftliche Freigabe an die Firma Mainscreen, in der er noch einmal einige Korrekturen bei der Umverpackung anmerkte. Er vermisste die »grafische Gestaltung der CD-ROM selbst«, die wenige Tage später als ausgedruckte Grafik präsentiert wurde. Hierfür erteilte Schwettmann am 28. April 1998 »die endgültige Freigabe«.

(Das Bild zeigt den Ausdruck, der uns für die Freigabe präsentiert wurde. Damals konnte man solche Datenmengen noch nicht per Mail verschicken; sie wurden auf teures Papier ausgedruckt, waren meist nicht »farbecht« und bildeten dennoch die Grundlage für Entscheidungen.)

24 Juli 2019

Der Geminga-Zwischenfall

Wenn ein Exposéautor zu »seiner« Serie einen Roman beisteuert, können sich die Leser üblicherweise darauf verlassen, dass sie etwas Gutes erhalten. So ist es auch bei Band 205 von PERRY RHODAN NEO: Der Roman mit dem schönen Titel »Der Geminga-Zwischenfall« stammt von Rüdiger Schäfer und kommt diese Woche in den Handel.

Neben der spannenden Handlung, in der es ganz schön hin und her geht – mal attackiert die eine Seite, mal wehrt sich die andere erfolgreich –, hat der Autor etwas Originelles gemacht: Jedes Kapitel hat eine Überschrift in Latein; das gibt es nicht gerade häufig bei einem Science-Fiction-Roman.

Dummerweise verstehe ich die Sprache nicht, kann also nicht sehen, was er da wirklich geschrieben hat. Aber ich bin sicher, der Autor hat sich viel dabei gedacht, und es ist alles in sich stimmig …

22 Juli 2019

Welt des ewigen Todes

Ich gestehe, dass ich sowohl den Titel als auch das Titelbildmotiv des nächsten Bandes unserer laufenden Miniserie großartig finde. Ben Calvin Hary schrieb »Welt des ewigen Todes« nach einem Exposé von Kai Hirdt, und Dirk Schulz zauberte dazu einen Algorrian, der düster und ein wenig bösartig zugleich aussieht. Rein inhaltlich passt das alles hervorragend zusammen.

Als Kai Hirdt zum ersten Mal die Idee für diesen Roman brachte, war ich verblüfft. Aber dann fand ich sie gut: Wenn es eine Welt des ewigen Lebens gibt, könnte es ja ebenso eine Welt des ewigen Todes geben. (Was der Hintergrund für diesen Begriff ist, werde ich an dieser Stelle noch nicht ausplaudern.)

Wie der Exposéautor und die Autoren der Miniserie bisher mit den schon klassischen Serienbegriffen hantieren, das gefällt mir ohnehin sehr gut. Kosmokraten und Chaotarchen treten nicht »in persona« auf, aber ihre Taten oder die Taten ihrer Helfershelfer haben ihre Auswirkungen auf einzelne Lebewesen ... das fasziniert auch beim vierten Band der Serie sehr.

18 Juli 2019

Der unsichtbare Gegner

Aus der Serie »2000 Bände zurück«

Das Exposé sagt recht klar, was der Autor zu tun hat: »Ausgerechnet über das so ruhige Philosophen- und Künstlerviertel von Terrania, Garbus-Distrikt, bricht am Vormittag des 15. 10. ein unerwartetes Unheil herein«, formulierte William Voltz zu Band 1021. Dieser Roman wurde von H. G. Francis geschrieben. erschien 1981 und trug den Titel »Der unsichtbare Gegner«.

Der Autor solle, so das Exposé, »die beschauliche Ruhe einer Ausstellung schildern, wo in Schwebepavillons usw. experimentale Stücke der modernen Kunst gezeigt werden«. Und weiter: »Besonderes Interesse finden dabei paranormal beeinflusste Arbeiten, alte Stücke extraterrestrischer Kulturen und solche der bekanntesten terranischen Künstler.« Überall seien »Diskussionen, Auktionen usw. im Gang«.

Ohne zu spoilern: Der Exposéautor lieferte also dem Autor die Möglichkeit, einen Haluter durch dieses Museumsviertel poltern zu lassen. Der legendäre Elefant im Porzellanladen schien dagegen eine Winzigkeit zu sein.

Übrigens schrieb das Exposé dem Autor und Titelbildkünstler verbindlich die Kleidung vor: »Icho Tolot trägt eine Nachbildung seines ehemaligen roten Kampfanzuges«, so William Voltz. Trotzdem war das gesamte Exposé vergleichsweise dünn – der Autor erhielt dabei sehr viele Freiheiten.

15 Juli 2019

Bulls großes Spiel

Bei den PERRY RHODAN-Titelbildern machen wir extrem selten Experimente – meist veröffentlichen wir eben ein Titelbild, das zum Inhalt passt. Der Band mit der Nummer 3022, der am 19. Juli offiziell in den Handel kommt, bildet eine Ausnahme: Wir haben, weil sich die Mondlandung zum fünfzigsten Mal jährt, einen sogenannten Umleger produziert, der von Arndt Drechsler stammt und unser Titelbild eindeutig aufwertet.

Der Roman selbst trägt den Titel »Bulls großes Spiel« und stammt von Michael Marcus Thurner. Hier hat mir vor allem gefallen, wie der Autor es schafft, eine Atmosphäre zu erzeugen, wie man sie in klassischen Thrillern immer wieder erleben konnte: ein Spiel zwischen zwei Kontrahenten, das mit unterschiedlichen Mitteln ausgetragen wird und ein hohes Niveau erreicht …

14 Juli 2019

Besuch von Andreas Eschbach

Ein Logbuch der Redaktion

Den Schriftsteller Andreas Eschbach kenne ich schon lange, es sind mehr als zwanzig Jahre. Wir wirkten beide als Dozenten in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, wir sahen uns sehr oft auf Buchmessen, wir arbeiteten bei PERRY RHODAN-Romanen zusammen. Andreas saß bei uns daheim am Esszimmertisch, ich besuchte ihn spontan einmal in der Bretagne.

In all den Jahren hatten wir aber eines nicht geschafft: Nie war der Autor in den Räumlichkeiten des Pabel-Moewig Verlages, nie besuchte er die PERRY RHODAN-Redaktion. Und das nach all den Jahren der Lektüre und der Zusammenarbeit!

Das änderten wir am Dienstag, 2. Juli. Im Rahmen seiner Lesetour, die ihn zu Beginn des Juli 2019 durch mehrere Städte in Deutschland führte, war Andreas Eschbach am 1. Juli in Stuttgart und fuhr am 2. Juli von dort aus nach Mannheim. Rastatt, der Sitz unseres Verlages, lag gewissermaßen auf dem Weg, und so bot es sich an, dass er bei uns reinschaute.

Zusammen mit Klaus Bollhöfener aus unserem Marketing holte ich ihn am Bahnhof ab, wir gingen in eine Pizzeria, wo wir uns in den kleinen Biergarten setzten. Klaus und ich fragten den Autor ein wenig aus: wie er denn bisher mit den Reaktionen auf das Buch zufrieden sei, welche neuen Projekte er derzeit plane und wie es bei den bisherigen Veranstaltungen seiner Lesetour gefallen habe.

Im Verlauf unseres lockeren Gespräches kamen wir auch auf die Entstehung seines Buches zu sprechen. Andreas Eschbach erinnerte daran, dass die ursprüngliche Frage einmal in einem Seminar in Wolfenbüttel gestellt worden sei: Was macht Perry Rhodan eigentlich in seiner Freizeit?

»Rhodan zieht sicher nicht durch die Kneipen von Terrania«, meinte Andreas, er sei auch nicht die ganze Zeit auf der Suche nach einer neuen Lebensabschnittsbegleiterin. »Dafür sind ja schließlich andere Figuren da«, sagte er schmunzelnd.

So habe er sich immer wieder überlegt, was Rhodan in seiner Freizeit mache. Seine Antwort: Ein erfahrener Mensch wie Perry Rhodan würde es sicher genießen, sich zurückziehen zu können. »Also wird er lesen«, schlussfolgerte Andreas. Das passe seiner Ansicht nach zum Charakter unseres Serienhelden.

Und so ging er irgendwann daran, die Figur des »jungen« Perry zu charakterisieren. Was hat denn einen Jungen, der aus einer Kleinstadt in den USA stammt, dazu gebracht, zuerst zu einem Risikopiloten zu werden und dann die Menschheit zu einen? Welche Motive treiben ihn an, welche familiären Hintergründe gibt es eigentlich bei alledem?

Wir unterhielten uns über seine Recherche und über die Methoden, die er angewandt hatte, seinen Roman zu entwickeln. Einiges davon wusste ich schon, immerhin hatten wir während seiner Arbeit gelegentlich per Mail kommuniziert. Ich fand es trotzdem spannend, quasi zum Abschluss zu hören, welche Gedanken dem Autor durch den Kopf gegangen waren.

Das Gespräch setzten wir später bei mir im Büro fort. Klaus Bollhöfener und ich zeigten dem Autor die Büros unserer kleinen Abteilung; er freute sich, das legendäre Büchergefängnis im Keller zumindest von außen zu betrachten. Andreas Eschbach signierte einen Stapel Bücher, die wir später teilweise für Gewinnspiele zur Verfügung stellen werden.

Danach saßen wir an unserem Besprechungstisch, wo auch unser Geschäftsführer dazu stieß. Im weiteren Fachgespräch stellte Walter A. Fuchs weitere Fragen an den Autor; das war alles informativ und spannend.

Wir waren uns insgesamt einig darüber, dass dieser Roman das Potenzial zu einem Longseller hat. »Ein optimales Geschenk für einen Geburtstag oder für Weihnachten für jemanden, der früher einmal PERRY RHODAN gelesen hat oder sich generell für gute Bücher interessiert«, überlegte ich laut. »Und man kann das Buch immer jemandem in die Hand drücken, der wissen will, wer eigentlich dieser Perry Rhodan als Person ist.«

Ich fand, das war ein schönes Fazit für einen insgesamt sehr angenehmen Besuch, dem hoffentlich bald wieder einer folgen wird.

12 Juli 2019

Der Schaltmeister von Rumal

Eine der vielen guten Ideen der Exposéautoren bei der aktuellen Planung von PERRY RHODAN NEO war: »Wir stellen die Planeten der Solaren Union ein wenig genauer vor, wir erzählen von ihren Bewohnern, und wir zeigen, wie diese neuen Kolonien funktionieren.« So in etwa formulierten es Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm, als sie ihr Konzept für die Serie nach Band 200 vorstellten.

Der heute offiziell veröffentlichte NEO-Roman zeigt genauer, was die Kollegen gemeint haben. »Der Schaltmeister von Rumal« ist Band 204 der Serie, wurde von Rainer Schorm geschrieben und präsentiert die Welt Rumal. Die Leser erfahren mehr über die Flora und Fauna einer Welt, die zwar von Menschen besiedelt wird, aber immer noch ihre eigenen Regeln behält.

Natürlich gibt es auch eine spannende Handlung um den genannten Schaltmeister, um planetenweite Intrigen und einen Konflikt, der über die Dimensionen eines Sonnensystems hinausgeht. Mir haben aber vor allem die Einblicke gefallen, die der Autor »ganz nebenbei« vermittelt. Stark!

11 Juli 2019

Der WeltCon 1991 in der SF-Times

Ich finde es immer wieder spannend, in alten Science-Fiction-Heften zu blättern. Dieser Tage nahm ich die Ausgabe 9/91 der »Science Fiction Times« zur Hand. Das stets sehr kritische »Magazin für Science Fiction und Fantasy«, wie sich das Heft im Untertitel bezeichnete, hatte in dieser Ausgabe nicht nur PERRY RHODAN als ein Titelthema, sondern darüber hinaus eine Reihe von Mitarbeitern aus »unseren Kreisen«.

Den großen Artikel über den WeltCon verfasste Uwe Anton, der 1991 sicher nicht wusste, dass er einmal Exposéautor von PERRY RHODAN sein würde. Er schloss seinen Artikel mit einer prophetischen Aussage: »Auf Wiedersehen im Jahr 2001 zum vierzigjährigen Jubiläum.«

Ein schöner Artikel über die »Prähistorie der achtziger Jahre« stammte von Bernhard Kempen, der mittlerweile einige Werke zum PERRY RHODAN-Universum beigesteuert hat. Bei den Rezensenten wiederum war Dr. Florian F. Marzin vertreten, der im Jahr 1991 als Chefredakteur die PERRY RHODAN-Serie leitete.

Mit dem Abstand von fast drei Jahrzehnten stelle ich fest: Dass sich die »SF-Times« und die PERRY RHODAN-Serie einmal nicht besonders »grün« waren, lässt sich an dieser Ausgabe kaum festmachen. Zumindest im September 1991 schienen sich die Redaktion und ihre Mitarbeiter durchaus zu mögen ...

10 Juli 2019

Nach dem Start von PERRY RHODAN-Action

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Zur monatlichen PERRY RHODAN-Konferenz am 6. Mai 2008 kam ich mit großen Erwartungen. Am 4. April hatten wir mit »Trafalgars Killer« von Robert Feldhoff den ersten Band einer neuen Serie veröffentlicht, in die wir große Hoffnung setzten. PERRY RHODAN-Action war unser Versuch, in den längst totgeglaubten Markt der Heftromane noch einmal neue Bewegung zu bringne; darüber hinaus hatte ich einige Vorstöße unternommen, weitere Serien zu veröffentlichen.

Die Besprechung fand im Konferenzzimmer der Geschäftsführung statt; wie immer nahmen neben dem Geschäftsführer auch weitere Kollegen aus anderen Abteilungen daran teil. Traditionell begannen wir mit der aktuellen Situation bei der laufenden Erstauflage: Die Auflage war zuletzt gestiegen, sie bewegte sich zu dieser Zeit über dem Vorjahr. »Der aktuelle Zyklus kommt an«, freute ich mich.

Verwirrend fand ich, dass es gelegentlich einzelne »Ausreißer nach oben« gab. Einige wenige Hefte hatten sich deutlich besser verkauft als die anderen. Es lag weder am Inhalt – sie waren nicht auffallend stark gelobt worden –, noch am Autor. Ich fand unterm Strich erfreulich, dass es immer wieder Überraschungen dieser Art gab, erklären konnte ich mir das Phänomen nicht.

Als die Kollegin aus dem Vertrieb die ersten Zahlen zu PERRY RHODAN-Action verteilte, war ich ebenfalls positiv gestimmt, wenngleich nicht euphorisiert. Die Werbung im Vorfeld hatte guten Anklang gefunden, wir hatten bereits eine vierstellige Zahl an Abonnenten gewinnen können. Im Zeitschriftenhandel waren die Zahlen gut, wenngleich nicht ganz so, wie wir es geplant hatten.

»Es ist nur eine Verkaufsprognose«, beruhigte mich die Kollegin aus dem Vertrieb. Das könne sich noch ändern. Aber aus Erfahrung wisse sie, dass solche Prognosen meist der Wirklichkeit entsprachen.

Wir diskutierten über das Titelbild. Es zeigte Perry Rhodan in einer eindeutigen »Action-Situation«; Dirk Schulz hatte genau das geliefert, was wir gewollt hatten. Auch inhaltlich entsprach der Roman dem gewünschten Ziel: Robert Feldhoff hatte einen spannenden Band mit viel Action geschrieben. Trotzdem hatten wir uns mehr von dem Heft versprochen.

Wir reduzierten in der Folge die Druck- und die Vertriebsauflage. Verkaufsstellen, an denen kein Heft verkauft worden war, würden in der Folge nicht weiter beliefert werden; zum Ausgleich sollten beispielsweise einige Bahnhöfe »mehr Ware« erhalten. Das war kein ungewöhnliches Vorgehen des Vertriebes, und ich kam damit immer gut klar. Ich empfand es sogar als sinnvoll: Niemand hatte etwas davon, wenn Tausende von Heften in irgendwelchen Läden lagen und dann unverkauft weggeworfen wurden.

Wir fanden die Verkaufszahlen aber nicht schlecht, die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Es wurde gleich vereinbart, dass die Redaktion mit der Arbeit an einer zweiten Staffel anfangen solle. »Vielleicht kann man den Abonnenten der wöchentlichen PERRY RHODAN-Serie ein Abonnement an PERRY RHODAN-Action zu einem günstigen Preis anbieten?«, schlug ich vor. Zumindest wollte man das diskutieren.

Ich kündigte an, mit Edel – seit einem Jahr unser neuer Vertriebspartner bei den Büchern – über eine Lizenzausgabe in Form von Taschenbüchern zu sprechen. Aus den zwölf Heftromanen der ersten Staffel von PERRY RHODAN-Action könne man doch drei spannende Taschenbücher machen, überlegte ich laut. Von der Geschäftsleitung bekam ich grünes Licht für weitere Verhandlungen in dieser Frage.

Zufriedener waren wir mit den Ergebnissen von PERRY RHODAN-Extra. Der fünfte Band hatte sich seit seinem Erscheinen im November 2007 sehr gut verkauft, während für den sechsten Band, der im März 2008 in den Handel gekommen war, noch keine klare Angabe vorlag. Wir nahmen uns trotzdem vor, auch bei PR-Extra einen weiteren Roman anzugehen.

Erst nach all den »reinen« PERRY RHODAN-Themen konnten wir zu dem Punkt kommt, der mir an diesem Tag besonders wichtig war: Ich wollte eine neue Serie starten. Mein Argument: »Wir brauchen ein zweites Standbein im Handel, das sich in eine andere Richtung bewegt.« Ich präsentierte ein kurzes Konzept, in dem ich die Idee klarer formulierte. Mein Plan war, eine Fantasy-Serie zu veröffentlichen, die sich vorrangig an ein eher weibliches Publikum richten sollte.

Der Oberbegriff lautete schlicht »Romantic Fantasy«; in die exakten Details wollte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehen, auch wenn ich Konzepte hatte. Dieses aber sollte – so die Aussage im abschließenden Protokoll – »die Basis für ein Engagement in dieser Richtung« sein. Der durchaus ambitionierte Plan sah vor, noch im Sommer 2008 einen ersten Roman zu präsentieren.

Die Runde fand das Konzept gut. In weiteren Schritten sollte eine Kalkulation angefertigt werden; benötigt wurden erste Entwürfe für Titelbilder sowie eine allererste Textprobe. Das, so glaubte ich, würde schnell zu erledigen sein.

Weitere Themen der Besprechung waren das Computerspiel, das kurz zuvor von unseren Partnern von Braingame veröffentlicht worden war und gut anlief, sowie die aktuelle Entwicklung im Audio-Bereich: Mit Lübbe Audio und Eins A Medien hatten wir zwei sehr unterschiedliche Partner, die auch jeweils eine eigene Vertriebsstrategie pflegten.

Aber für PERRY RHODAN – so meine Sicht der Dinge – war es stets sehr wichtig, in verschiedenen Bereichen aktiv zu sein …

09 Juli 2019

Das Conbuch zu Osnabrück

Über die gelungenen PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück habe ich schon gelegentlich geschrieben. Am Wochenende kam ich endlich dazu, das Conbuch zu lesen, das alle Besucher kostenlos auf der Veranstaltung erhielten. Es ist wie ein Buch aufgemacht: farbiger Umschlag, professionelles Layout, farbige Innenseiten und 64 Seiten Umfang. Ein solches Werk schmückt jede Sammlung und sieht im Regal wirklich gut aus.

Wobei es sich auch inhaltlich sehen lassen kann. Unter anderem werden alle Ehrengäste der Veranstaltung mit Fotos und kurzen Texten vorgestellt, dazu kommen einige Artikel. Vor allem die Kurzgeschichten haben mir aber ausgesprochen gefallen.

So bietet Norbert Fiks mit »Rendezvous mit der Mondgöttin« eine parallele Schilderung der Mondlandung durch Perry Rhodan und seine Begleiter. In »Notfallprozeduren« gibt Christina Hacker einen schönen Blick auf die STELLARIS. Alexandra Trinley mit ihrem »Da haben wir den Salat« und Markus Regler mit »Zwischen den Zyklen« – sehr hübsch! – erzählen humoristische Geschichten.

Alles in allem ist das Conbuch sehr gelungen. Was mir auch gefällt: Man kann es noch beziehen. Es ist im Shop der PERRY RHODAN-FanZentrale als lieferbar verzeichnet. Wer ein gelungenes Fan-Produkt haben möchte, ist hier absolut richtig!

08 Juli 2019

Le Duel des Cosmocrates

Ein fast schon apokalyptisch anmutendes Titelbild, eine »groß gedachte« Aussage als Titel: Band 373 der französischen PERRY RHODAN-Ausgabe kam dieser Tage ins Haus, ich habe ihn mittlerweile gründlich geblättert. (Zum Lesen reichen meine Französischkenntnisse leider nicht aus.)

»Le Duel des Cosmocrates« spielt in der Zeit des Zyklus »Die Endlose Armada« und liefert kosmische Hintergründe zu den großen Fragen unserer Serie. Wie so oft erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Lektüre in den 80er-Jahre – als wir die betreffenden Romane unlängst als Silberbände neu veröffentlichten, keimten diese Erinnerungen ebenfalls in mir auf.

In dem Taschenbuch unserer französischen Kollegen sind zwei Romane von H. G. Ewers und ein Roman von Ernst Vlcek enthalten, alle drei Werke in der Bearbeitung durch Hubert Haensel, die dieser für die Buchausgabe vorgenommen hat. Um ein wenig Namedropping zu betreiben: In diesem Buch fallen Namen wie Vishna und Taurec nicht nur einmal – da geht's doch ziemlich zur Sache …

07 Juli 2019

Mein erster Con in Osnabrück

Ein Logbuch der Redaktion

Im Mai 2019 fanden die PERRY RHODAN-Tage Osnabrück zum dritten Mal statt, und ich war dabei. Insgesamt waren 150 Besucher im Haus der Jugend versammelt, dessen Räumlichkeiten für den Con zur Verfügung standen.

Ich reiste bereits am Freitag, 24. Mai, mit der Bahn an. Entgegen aller Gerüchte, die über die Bahn im Umlauf sind, waren meine Züge sauber und fuhren nahezu pünktlich; die Verspätung betrug trotz des Umsteigens keine drei Minuten.

Weil ich früh dran war, spazierte ich mit meinem Koffer quer durch die Innenstadt von Osnabrück zum »Romantik Hotel Walhalla«, wo man mich untergebracht hatte. Die Stadt gefiel mir: viele Straßencafés und Kneipen, in denen die Menschen sichtlich gut gelaunt aßen oder tranken, viele schöne Häuser mit altehrwürdigen Fassaden.

Am späten Nachmittag saß ich mit Dieter Schmidt zusammen, dem Lektor von PERRY RHODAN NEO; wir sprachen über aktuelle Manuskripte. Später setzten sich die Autoren Uwe Anton und Roman Schleifer zu uns, noch später brach ich zu einem privaten Besuch in die Stadt auf. Als ich gegen 23 Uhr zurückkam, konnte ich mich zu einer munteren Runde in der Hotelbar gesellen und dort das eine oder andere Glas Wein trinken.

Der Con begann am nächsten Tag sehr pünktlich, und die meisten Programmpunkte schienen zu der Zeitz u laufen, zu der sie angesetzt waren. Ich freute mich über die vielen Stände von Clubs und Fanzines sowie einigen Händlern, unterhielt mich mit anderen Besuchern und betrat dann den großen Saal gerade noch rechtzeitig.

Dort lief gerade der schöne »Con Opener«, den Raimund Peter produziert hatte. Der Film stellte die PERRY RHODAN-Serie in vielen bewegten Bildern dar; dazu kamen Einblendungen mit Video-Sequenzen. Der anschließende Beifall bewies, dass viele Besucher die Arbeit von Raimund zu würdigen wussten.

Mein erster Programmpunkt, zu dem ich auf die Bühne musste, hatte den Titel »Rede und Antwort«. Unter der kritischen Moderation von Roman Schleifer erzählte ich von meiner Arbeit und von den Themen, die uns in der PERRY RHODAN-Redaktion beschäftigen: es ging also weniger um Inhalte, als mehr um Abläufe und Strukturen.

Danach stand ich viel im Freien herum, genoss die angenehme Luft und unterhielt mich buchstäblich stundenlang mit anderen Con-Besuchern. Zu einer Lesung ging ich in einen der kleinen Räume, dann bekam ich auf der großen Bühne noch den Abschluss des Programmpunktes mit Andreas Brandhorst mit. Der Schriftsteller erwies sich als eloquent und sympathisch; das gefiel mir sehr gut.

Danach kam es zu einem kleinen, eher emotional geprägten Programmpunkt. Zusammen mit Klaus Bollhöfener, meinem Kollegen aus der Marketing-Abteilung, gratulierte ich Alfred Kelsner zu seinem siebzigsten Geburtstag. Unser Titelbildkünstler hatte ihn am Vortag gefeiert; wir überreichten ihm ein kleines Geschenk, ein Bild, das seine Kollegen gemeinsam für ihn gestaltet hatten.

Weiter ging es für mich mit »Schreiben für die Miniserien«, wo ich mit Autorenkollegen auf der Bühne diskutieren konnte. Danach ging es endlich zum Mittagessen, das sich allerdings damit in den frühen Abend verlegte. Mit Hermann Ritter und Uwe Anton ging ich zum Biergarten des Hotels; wir redeten beim Essen über alle möglichen Themen und tauschten Erinnerungen an gemeinsame Bekannte aus.

Pünktlich zu »Saturday Night Live« war ich wieder da. Unter der Moderation von Rüdiger Schäfer wurden verschiedene Gäste auf der Bühne von ihm befragt und sollten sich untereinander austauschen. Das war durchaus launig, ich gab einige Sprüche von mir; die Zuschauer klatschten freundlich. Danach war der Con an diesem Abend vorüber; ich ging noch mit einigen Autoren und Fans in einen Biergarten und kam erst spät ins Bett.

Nach dem Frühstück ging es gleich weiter: Mit Wim Vandemaan saß ich auf der Bühne des Con-Gebäudes, wo wir uns zu »Kurs 3000 und danach« befragen ließen. Dieser Programmpunkt ging direkt zu »Haben Exposéautoren Visionen?« über, bei dem ich kurzerhand sitzen blieb. Roman Schleifer führte souverän durch die Moderation, es gab kritische Fragen aus dem Publikum, und Wim Vandemaan antwortete immer sehr klar und ausführlich.

Wir erzählten von der aktuellen Arbeit an den Exposés, Wim zitierte aus alten Arbeiten aus den 60er-Jahren, ich berichtete davon, wie es in den 90er-Jahren mit Ernst Vlcek und Robert Feldhoff gelaufen war. Womöglich plauderten wir im Rahmen dieses Programmpunktes das eine oder andere Detail zur laufenden Handlung aus, aber wir bemühten uns, nicht zu viel zu verraten …

Danach war der Con für mich so gut wie zu Ende. Ich blieb noch zur Schlussrunde, applaudierte den Veranstaltern und Helfern, ging später zum Bahnhof und fuhr ohne weitere Probleme zurück nach Süddeutschland. Ein schöner Con war zu Ende, bei dem für mich praktisch alles gestimmt hatte. Sehr gelungen!

06 Juli 2019

Eine ferne Galaxis, eine tragische Geschichte

In diesen Tagen beschäftige ich mich viel mit Exposés, Datenblättern und Ideenpapieren, die für die weitere Handlung der PERRY RHODAN-Serie wichtig sind. Die Exposéautoren schicken Mails hin und her, die Redaktion ist immer wieder eingebunden. Es geht darum, die Handlung in einer fernen Galaxis zu entwickeln und so zu strukturieren, dass spannende Romane dabei entstehen.

Unsere Hauptfiguren werden auf neue Völker treffen, aber auch solche, von denen sie schon gehört haben. Sie werden neue technische Gerätschaften erkunden und hinter ein kosmisches Geheimnis kommen. Und ein Mann von der Erde wird eine zusätzliche Motivation erlangen, gewisse Einflüsse aus der Milchstraße fernzuhalten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Details gehen kann. Die PERRY RHODAN-Serie lebt davon, dass Themen über viele Romane hinweg aufgebaut werden und dass die Leser immer wieder überrascht werden. Das soll – so hoffe ich – mit den Romanen auch klappen, an denen wir derzeit in einer frühen Phase arbeiten.

05 Juli 2019

Eyshus Geschenk

Es ist ein phantastischer Blick in die Flora und Fauna einer fremden Welt, die Leo Lukas in seinem anstehenden Roman eröffnet. »Eyshus Geschenk« trägt die Bandnummer 3021 und erscheint am 12. Juli 2019; es geht mit den Ayees in Bereiche des dritten Planeten, die bisher unbekannt sind. Für Perry Rhodan und seine Gefährten eröffnen sich neue Antworten – aber auch neue Fragen.

Ganz nebenbei behandelt der Autor auch Verrat und Moral, ebenso ein geheimnisvolles Kleinod, bei dem noch keiner so richtig weiß, welchen Sinn es hat und wie man es nutzen kann. Mir hat die Abfolge von Action und Gesprächen gut gefallen; sie vermitteln das Bild einer fremden Welt, die doch mit unserer Erde sehr viel gemeinsam hat …

04 Juli 2019

Gefährlicher Pakt

Mit dem dritten Roman für die laufende Miniserie ist Dietmar Schmidt etwas gelungen, das mich als Leser und Redakteur gepackt hat: In »Gefährlicher Pakt« schrieb er den Band, der PERRY RHODAN-Mission SOL aufs engste mit der klassischen PERRY RHODAN-Serie verknüpft. Dabei erzählt er seine Handlung auf zwei Zeit- und Handlungsebenen, die ich gleichermaßen faszinierend fand.

Einerseits treibt der Autor die Geschichte um Perry Rhodan und die gestrandeten Menschen weiter. Andererseits erzählt er aber auch von der Vergangenheit und schildert die Mission der SOL von ihrem Start auf der Erde an. Dabei spart er nicht an menschlichen Dramen und Konflikten; vor allem Leser, die unser Universum sehr gut kennen, werden in diesen Szenen bekannte Figuren wieder treffen.

Als ich mit Kai Hirdt, dem Exposéautor, das Exposé für diesen Roman besprach, äußerte ich meine Ansicht, dass es sehr schwer werden würde, daraus einen guten Roman zu machen. Und jetzt muss ich sagen: Es ist Dietmar Schmidt in hervorragender Weise gelungen – sein Roman verbindet eine abenteuerliche Handlung mit emotionalen Szenen und einem kosmischen Hauch. Stark!

03 Juli 2019

Die Stunde des Orakels

Es ist ein Roman von Michelle Stern, er spielt auf einer rätselhaften Welt, und es gibt eine Reihe von Entwicklungen, die auf eine geheimnisvolle Wahrheit hindeuten. Was ich meine? Band 3020 der PERRY RHODAN-Serie trägt den Titel »Die Stunde des Orakels«, erzählt noch einmal von der Welt, die anstelle der Erde um die Sonne kreist, und gibt erste Hinweise darauf, was wirklich hinter dem Geheimnis der verschwundenen Erde steckt.

Selbstverständlich gibt es eine abenteuerliche Handlung, Perry Rhodan und seine Gefährten müssen sich in einer unbekannten Welt behaupten. Die Überraschung am Ende sollte dann nicht nur Rhodan verblüffen, sondern auch die Leser … Das müsste, so denke ich, eigentlich sehr weit reichende Spekulationen auslösen.

02 Juli 2019

Zwanzig Jahre Trilobit

Mit dem Satz »Könnt ihr eigentlich auch Internet?« sorgte ich im Herbst 1995 tatsächlich dafür, dass zwei junge Studenten eine Internet-Seite aufbauten. Diese ging im Februar 1996 online – es war die Geburtsstunde der PERRY RHODAN-Seite, die es auch heute noch gibt.

Drei Jahre später wurde aus dem Projekt der zwei Studenten eine »echte« Firma: Die Trilobit GmbH wurde gegründet.

Am Freitag, 28. Juni 2019, luden die beiden ehemaligen Studenten – die Trilobit-Geschäftsführer – bei tropischen Temperaturen in ihre Büroräume in Karlsruhe ein. Zu Besuch waren »Ehemalige« der Firma, aktuelle Kunden und Geschäftspartner,, aber ebenso einige »alte Bekannte«; deshalb wurde auch ich eingeladen.

Es war eine stimmungsvolle Feier mit lustigen sowie informativen Redebeiträgen, mit einigermaßen kühlen Getränken und gutem Essen. Ich unterhielt mich gut mit ehemaligen Kollegen und empfand die Veranstaltung als absolut positiv. Wir vereinbarten, uns in absehbarer Zeit mal zu einem Kaltgetränk zusammenzusetzen: gemeinsam in Erinnerungen schwelgen ...

01 Juli 2019

Lektorentreffen in Wiesbaden

Für die PERRY RHODAN-Serie sind an verschiedenen Stellen neben den Autorinnen und Autoren sowie den Zeichnern auch freie Mitarbeiter tätig, die den meisten Lesern kaum ein Begriff sind. Ohne sie würde aber manches nicht klappen.

In der vergangenen Woche setzten sich Sabine Kropp und Klaus N. Frick mit drei Kollegen zusammen, deren Tätigkeit für unsere Serie sich im weitesten Sinne als »Lektorat« zusammenfassen lassen. Bei tropischen Temperaturen sprachen wir in einem Café in Wiesbaden über unsere aktuelle Arbeit.

An der Runde nahmen Michael Thiesen (zweiter von links), Rainer Nagel (zweiter von rechts) und Alexander Huiskes (rechts im Bild) teil. Ich bin links im Bild zu sehen; das Foto schoss Sabine Kropp – sie ist deshalb auch nicht auf dem Foto.

Wer macht was? Alexander Huiskes redigiert jeden der wöchentlichen PERRY RHODAN-Romane; das wird auch so bleiben. Rainer Nagel redigiert immer wieder Sonderproduktionen, kümmerte sich zuletzt um die Planetenromane und wird bald neue Aufgaben übernehmen. Michael Thiesen liefert zu jedem Roman wertvolle Hintergrund-Informationen und hilft dabei, die Fehlerquellen zu reduzieren …

Was das Treffen brachte? Wir diskutierten über inhaltliche Dinge, wir besprachen die Planung für die weitere Zukunft, wir hatten aber auch viel Freude daran, einzelne Stilblüten zu nennen oder gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Schließlich kennt jeder von uns die PERRY RHODAN-Serie sehr gut – und wir stellten verwundert fest, wie unterschiedlich auch bei uns die Geschmäcker sind …

29 Juni 2019

Nicht direkt vertreten

Dieses Jahr ist PERRY RHODAN zum ersten Mal nicht offiziell auf dem LiteraturCamp in Heidelberg vertreten. Im vergangenen Jahr waren wir offizielle Sponsoren, in den Jahren zuvor gab es stets einen PERRY RHODAN-Programmpunkt.

Im Juni 2019 ist bei hochsommerlichen Temperaturen nur der Redakteur vor Ort – aus eigenem Interesse und auf eigene Kosten. Es lohnt sich ja immer, den eigenen Blickwinkel zu weiten.

Ich kann nur für mich als Redakteur sprechen. Bei einem LiteraturCamp treffe ich auf neue Autorinnen und Autoren, ich führe Gespräche mit Kollegen, ich höre mir Vorträge an. Und ich mache mir Notizen, bei denen man nicht weiß, ob irgendwie und irgendwas für unsere Serie dabei herauskommt ... Das ist stets spannend!

28 Juni 2019

Von Mr X, der Brücke und den Herreach

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Bei unserer PERRY RHODAN-Besprechung legten Ernst Vlcek und Robert Feldhoff als Exposéautoren sowie ich als Redakteur die Weichen für den »Thoregon«-Zyklus. Dabei konnten wir am 21. und 22. August 1995 fast keinen der späteren Begriffe klar fixieren. Wir hangelten uns an den Ideen entlang, die Robert geliefert hatte, versuchten aber die Konzepte zu berücksichtigen, die wir zuvor mit Dr. Florian F. Marzin entwickelt hatten.

So hieß der geheimnisvolle Unbekannte, der über die Brücke in die Unendlichkeit in das Solsystem kommen sollte, bei unseren Besprechungen mal »Montechristo«, mal »Mr X«. Im Protokoll definierte ich »Mr X« als den »Dieb, von dem der Bohrkopf nach Trokan geschickt wird.« Er sollte sich regelmäßig häuten, und wir wollten, dass diese Häute ein wenig nachleben, »dadurch einen Teil seiner Persönlichkeit« tragen.

Hier legten wir schon einen wichtigen Teil der späteren Handlung um Alaska Saedelaere fest, auch wenn wir das noch nicht wussten: »Wer in die Häute reintritt oder sie berührt, wird von ihnen übernommen, nimmt daraufhin Teile des Charakters und der Eigenschaften von Mr X an«, notierte ich im Protokoll.

Wir definierten eine Reihe von Dingen, die wir im Verlauf der weiteren hundert Bände erst thematisieren wollten. So lagen uns zur Brücke in die Unendlichkeit weitere Ideen vor. Wir beschlossen, dass Perry Rhodan diese Brücke jahrelang gesucht habe, »unter anderem auf Khrat« – was wir später nie wieder aufgriffen –, dass wir das aber erst später erzählen wollten.

Ich notierte zudem etwas, das wir als »Heliotische Bahn« bezeichnet hatten: Rhodan sollte »nach der Handlung im Arsenal Hinweise auf ein Bauwerk« finden, »das in der Milchstraße errichtet werden soll«. Das sollte einen »wichtigen Hinweis für die Leser« legen, der aufgrund der Kultur und des Aussehens auf die Helioten oder Galornen verweisen würde. (Zu dieser Zeit gab es nur diese Begriffe; wir wussten weder über das Aussehen dieser Außerirdischen etwas, noch hatten wir konkrete Pläne zu der Rolle, die sie spielen sollten.)

Wir legten fest, wie das Volk hieß, das sich auf Trokan entwickelt. Zudem machten wir uns klar, dass es eine Psi-Fähigkeit haben würde. »Dann gibt es auf einmal im Sonnensystem zwei Zivilisationen«, freute sich Robert. »Das gibt Raum für mögliche Konfrontationen.« Was wäre, wenn sich die Herreach beispielsweise einmal einem gegnerischen Imperium anschließen würden? Wie würde sich in einem solchen Fall die Menschheit verhalten?

Das Protokoll blieb an weiteren Stellen sehr ungenau, sicher auch deshalb, weil die Herreach sowieso von Robert entwickelt wurden und er nach dieser Besprechung freie Hand hatte: »Wenn sie gemeinsam meditieren, können die H. eine Art Massen-Psi-Wall erzeugen, können viel anrichten (je mehr, desto besser).« Immerhin machten wir uns schon Gedanken zur weiteren Handlung, ohne zu diesem Zeitpunkt aber etwas von Goedda zu ahnen: »Gegen Zyklusende könnten sie so die große Invasion der Cortez stoppen.«

Einige handlungsrelevante Details besprachen wir bereits sehr früh; dabei ließen wir uns von einer klassischen Science-Fiction-Geschichte aus den fünfziger Jahren beeinflussen. Ganz eindeutig stand Isaac Asimovs Story »Nightfall« Pate für die Dämmerlicht-Idee: »Auf Trokan herrschte ewig lang Dämmerlicht, weil kein ›richtiges‹ Licht durchkam. Als der Planet langsamer wird, sehen die H. auf einmal die richtige Sonne und richtige Sterne …« Sie erleiden einen Schock, als sie das Licht erblicken, es gibt Chaos und Panik. Nach dem Schock tragen die Herreach dann alle Kutten, weil sie mit der neuen Welt nicht klarkommen.

Robert Feldhoff machte sich Gedanken über die Sonne und ihr Licht: Wenn sich Trokan so rasend schnell dreht, wie er es konzipiert hatte, dürfte ja nur ein Bruchteil des Sonnenlichts auf die Oberfläche des Planeten fallen. »Anstelle einer Sonne sehen die Herreach irgendwelches Dämmerlicht mit Lichtwirbeln am Himmel, mehr nicht«, notierte ich.

Roberts weitere Überlegung: Man müsste einen solchen Wirbel auch von außen wahrnehmen können, von Raumschiffen aus beispielsweise. Myles Kantor, so sein Gedankengang, könne einen solchen »Zeit-Raum-Wirbel pro Monat berechnen«, womit man beispielsweise Bilder von der Oberfläche des Planeten erhalte.

Wir kamen im Verlauf der Besprechung auch schon zu den Inhalten der Romane; vor allem Band 1800 sollte für uns sehr wichtig sein. Als Florian F. Marzin noch Chefredakteur gewesen war, hatten wir bereits definiert, dass in den Roman ein Risszeichnungsposter sollte. Darauf wiederum wollten wir die GILGAMESCH präsentieren, Rhodans neues Raumschiff ab Band 1800.

Dieses Schiff musste Robert Feldhoff im ersten Band des neuen Zyklus präsentieren. »Wichtig in dem Roman«, notierte ich darüber hinaus, »Hintergrund zur Milchstraße soll geliefert werden.« Dass der Autor dabei eigentlich einen komplett neuen Aufbau für die PERRY RHODAN-Serie zu liefern hatte, der vor allem für ein Jahrzehnt und länger gelten würde, war uns zu diesem Zeitpunkt nicht klar.

Wir entwickelten an diesen Tagen eine klare Chronologie für die kommende Handlung: die Entwicklung der Herreach in Band 1801, die ersten Kontakte zwischen Herreach und Menschen in Band 1802, weitere Hintergründe zur Situation in der Milchstraße. Wo aber sollte »Mr. X«, wie wir den geheimnisvollen Ursprung des gesamten Trokan-Konzeptes bisher nur nannten, zum ersten Mal auftauchen? Direkt auf Trokan, dem neuen Mars also, oder vielleicht sogar auf der Erde? Und wann genau wäre es sinnvoll, diese neue Figur in die Handlung zu bringen?

Ich war auf jeden Fall schon sehr schnell sehr zufrieden mit dem Verlauf unserer Exposébesprechung. Dabei hatten wir uns noch lange nicht mit allen Details der kommenden Handlung beschäftigt.