16 Oktober 2019

Der Schreiende Stein

Schreiben zwei Autoren – oder in diesem Fall: zwei Autorinnen – gemeinsam einen Roman, gibt es bei den Lesern immer ein gewisses Rätselraten: Wer hat eigentliche welche Teile des Romans verfasst? Das dürfte bei »Der Schreiende Stein« auch so sein.

Band 211 unserer Serie PERRY RHODAN NEO kommt diese Woche in den Handel, wurde von Michelle Stern und Lucy Guth geschrieben und hat mir sehr gut gefallen. (Ich musste übrigens auch ein wenig raten, welche Autorin für welche Szenen verantwortlich zeichnet.)

Wenn man es genau nimmt, führt dieser Roman erst so richtig in die Handlungsstaffel »Das Compariat« ein. Der Vorgängerband von Oliver Plaschka spielte noch zu einem großen Teil auf der Erde und dem Mond, stellte die Ausgangslage für Perry Rhodan und seine Gefährten dar und führte erst dann hinaus ins All. (Ich will an dieser Stelle nicht zu viel vom Inhalt verraten.)

Richtig los geht's in »Der Schreiende Stein«. Die Besatzung der FANTASY stößt auf die Grenzen eines bisher unbekannten Sternenreiches, die Menschen an Bord werden mit Herausforderungen konfrontiert, auf die niemand vorbereitet ist. Und sie lernen eine Welt kennen, die sie als unheimlich empfinden können …

15 Oktober 2019

Kurz vor der Buchmesse 2019

Mir geht es in diesen Stunden und Tagen so wie vielen anderen Menschen in der Literatur-Branche: Ich bereite mich auf die Frankfurter Buchmesse vor. Ich weiß nicht, die wievielte es für mich ist – seit 1993 bin ich jedes Jahr als PERRY RHODAN-Redakteur an den Main gereist, davor einige Male in privater Mission.

Seit wir als Verlag sowie als Redaktion in Frankfurt keinen eigenen Messestand mehr haben, fahre ich mit leichtem Gepäck: Ich werde am Donnerstag und Freitag die Messe besuchen, während ich am Samstag nur zum BuchmesseCon gehe. (Früher herrschte von Donnerstag bis Sonntag eine gewisse Anwesenheitspflicht.)

Ich habe eine Reihe von Terminen vereinbart: mit Autoren und Verlagskollegen, mit Dienstleistern und potenziellen Lizenzpartnern. Wie immer weiß man nicht, was bei welchem Termin herauskommen wird. Das wiederum finde ich aber spannend … Ich freue mich schon darauf, die Messehallen in Frankfurt zu betreten!

14 Oktober 2019

Graue Materie

In der fernen Galaxis Ancaisin stoßen die Besatzungsmitglieder der RAS TSCHUBAI auf Phänomene, die selbst weitgereisten Raumfahrern wie Perry Rhodan völlig unbekannt sind. Gemeint ist die Graue Materie, auch Vektormaterie genannt, deren unheimliche Effekte zur Auslöschung von Welten führen können …

Geschrieben wurde der Roman »Graue Materie« von Uwe Anton und Christian Montillon. Christian sprang zu einem Zeitpunkt ein, als der Roman bereits in der Produktion war: Deshalb steht nur Uwe Anton als Autor auf der Titelseite, während beide Autoren auf der dritten Seite zu lesen sind. Wer nun welchen Teil geschrieben hat, tut hier nichts zur Sache – entscheidend ist das Gesamtwerk.

Die Leser lernen neue Außerirdische kennen, sie erfahren mehr über eine ferne Galaxis, und sie erleben, welche Wirkung die Graue Materie wirklich hat. Das gelungene Titelbild von Arndt Drechsler bietet hierfür eine wunderbare Abrundung. Finde zumindest ich …

13 Oktober 2019

Die Höllenfahrt der SOL

Diskutiere ich mit Autorinnen und Autoren darüber, welche Titel ihre jeweiligen Romane haben sollen, ist das nicht immer einfach. Manchmal wollen die Kollegen einen Titel haben, den es schon einmal gibt, und manchmal stellen sie sich Dinge vor, die einfach nicht sinnvoll sind oder nicht »verkäuferisch« klingen. Es gibt also immer wieder einen Kampf zwischen Redakteur und Autor, welcher Titel denn nun der wirklich ideale ist.

Wegen der religiösen Untertöne fand ich »Die Höllenfahrt der SOL« anfangs durchaus heikel. Olaf Brill, der Autor des Romans, konnte mich aber davon überzeugen, dass genau dieser Titel ideal sei. Wenn der Roman in den Handel kommt, es ist der zehnte der »Mission SOL«-Miniserie, können sich die Leser davon überzeugen – Dirk Schulz hat sowieso ein starkes Titelbild dazu geliefert.

Der Autor steigt gleich mit dem Thema »Höllenfahrt« in den Roman ein, erläutert das christliche Motiv, das dahinter steckt. Und dann lässt er es zeitweise ziemlich krachen: sowohl nach außen hin als auch im Innern der Figuren. Mir gefiel das sehr gut.

11 Oktober 2019

Arndt Drechsler und der Stromkasten

Ein Logbuch der Redaktion

Wann die »Aktion Stromkasten« für die PERRY RHODAN-Redaktion begann, lässt sich nicht mehr so genau herausfinden. Irgendwann sickerte die Information bis zu uns durch: In Rastatt werden die Stromkästen im Rahmen einer Kunstaktion von Künstlern bemalt. Seit 2014 lief diese Aktion, und es hatten schon mehrere bekannte Künstler daran teilgenommen; die Presse hatte darüber berichtet. Das Ziel war, Stromkästen im gesamten Stadtgebiet zu kleinen Kunstwerken zu veredeln.

In einer der Teamrunden, zu denen wir uns einmal pro Woche in meinem Arbeitszimmer an den Besprechungstisch zusammensetzen, sprachen wir über das Thema. Unser kleines Problem: Der Verlag war in Rastatt, aber niemand in der Redaktion hatte seinen Hauptwohnsitz dort.

Bettina Lang fand trotzdem: Es wäre doch gut für die PERRY RHODAN-Serie, an einer solchen Aktion mitzuwirken. Immerhin sei der Verlag in dieser Stadt ansässig, und es würde dabei helfen, öffentlich »Flagge zu zeigen«. Sie versuchte, weitere Informationen über die Aktion zu erhalten – aber weil anderes eine höhere Priorität hatte, versackte die Idee im Verlauf der Zeit.

Im März 2019 wurde uns die Teilnahme angeboten: Joachim Weber, der künstlerische Leiter des Projekts, schrieb eine Mail an die PERRY RHODAN-Redaktion. »In diesem Jahr planen wir wieder zehn Stromkästen, die in der Innenstadt bemalt werden sollen«, informierte er uns. »Gerne würden wir Ihnen einen Stromkasten zur Verfügung stellen.«

Diesmal war auch unsere Lage eine andere: Madlen Bihr wohnte mittlerweile in Rastatt, in direkter Nähe zur Fußgängerzone und zum Rathaus. Sie übernahm die Kommunikation mit den entscheidenden Personen und kümmerte sich um die Abwicklung. Recht schnell war klar: Die Veranstalter würden sich darum kümmern, dass der Künstler für sein Bild ein Honorar bekommt, während wir als Redaktion die Kosten für Anreise und Unterkunft übernehmen würden.

Wir entschieden uns für Arndt Drechsler, der auch große Lust auf das Projekt hatte. Er wurde eingeladen und auf das Projekt »StadtKUNSTwerke« hingewiesen. Der Künstler bereitete sich daheim akribisch auf seine Arbeit in Rastatt vor: Unter anderem bastelte er sich eine Schablone, damit er die Größenverhältnisse des Stromkastens besser einschätzen konnte. Schließlich sollte sein Motiv auch möglichst gut aussehen.

Am Montag, 26. August 2019, fuhr Arndt Drechsler mit seiner Lebensgefährtin von Leipzig, wo er wohnt, nach Rastatt, wo er in einem Hotel in der Innenstadt einquartiert wurde. Mit der Arbeit begann er am folgenden Tag. Bei strahlendem Sonnenschein und sehr hohen Temperaturen gestaltete Arndt »seinen« Stromkasten im Zentrum von Rastatt. Immerhin gab ihm ein Schirm etwas Schatten, sonst hätte er in der prallen Sonne arbeiten müssen.

Nach der Mittagspause unternahmen Klaus Bollhöfener, Madlen Bihr, Janina Zimmer und ich einen Ausflug in die Innenstadt. Eigentlich wollten wir dem Künstler eine gewisse moralische Unterstützung bei seiner Arbeit geben – aber als wir eintrafen, war Arndt schon fertig. Wir bewunderten das Motiv, das er auf den Stromkasten gemalt hatte: eine Darstellung der »klassischen« SOL, also ohne Goldfarbe und ohne Verlängerung. Daraufhin gingen wir mit Arndt noch ein Eis essen, abends besuchten seine Lebensgefährtin und er im privaten Rahmen die PERRY RHODAN-Redakteurin Sabine Kropp und ihre Familie.

Eine kleine Pressekonferenz war für den folgenden Tag anberaumt. Eigentlich sollte auch der Oberbürgermeister kommen, aber er hatte keine Zeit. Immerhin fanden sich einige Interessenten sowie zahlreiche Vertreter der Lokalpresse ein. Vor dem Stromkasten mit dem Raumschiff SOL versammelten wir uns zu einer Gruppe, wobei jeder versuchte, wenigstens ein bisschen im Schatten zu stehen.

Olaf Kaspryk, der Geschäftsführer der Stadtwerke Rastatt, erläuterte die Hintergründe der Kunstaktion. Jeder brauche Strom, die Kästen seien für die Versorgung sehr wichtig, aber die meisten Leute würden sie nicht wahrnehmen. Im Rahmen einer solchen Aktion bringe man sie stärker ins Bewusstsein.

Arndt Drechsler erzählte von seiner Arbeit mit Acrylfarbe und Schablone; im Anschluss gab er noch ein Radio-Interview. Ich stellte die PERRY RHODAN-Serie vor, die mit ihrer Redaktion seit den 80er-Jahren in Rastatt ist. Es war eine gelungene Presseveranstaltung bei hochsommerlichen Temperaturen knapp unter der 40-Grad-Marke.

Das Schönste bei der Aktion: Arndt durfte den fünfzigsten Stromkasten bemalen, es war also gewissermaßen ein Jubiläum. Und er meinte, wenn man ihn ließe, würde er gern noch einmal nach Rastatt kommen und bei einer weiteren Aktion dieser Art mitwirken.

10 Oktober 2019

Vorarbeit zur »Rohr-Reihe«

Offensichtlich lief bei den Vorbereitungen für die neue Taschenbuchreihe, die im Erich Pabel Verlag erscheinen sollte, nicht alles so rund: Am 4. Januar 1979 schrieb Kurt Bernhardt, der PERRY RHODAN-Chefredakteur in München, einen Brief an die Herstellung in Rastatt; angesprochen wurde ein Herr Bischoff. Es ging um die geplante Reihe »W. D. Rohr – Utopia Bestseller aus Raum und Zeit«.

»Ich habe Sie darum gebeten, mir einen bestimmten Auslieferungstermin für den Start dieser neuen Taschenbuchreihe mitzuteilen«, vermeldete der Chefredakteur. Immerhin schicke er bereits die ersten zwei Manuskripte für diese neue Reihe an den Verlag hinaus. Es gehe jetzt darum, »diesen Termin festzulegen«.

Offensichtlich lagen noch keine Terminpläne vor, ebensowenig gab es einen endgültigen Entwurf für die Reihe. »Notwendig ist, dass Sie den Entwurf … an uns zurückschicken, da wir mit unserer Grafikerin die entsprechenden Titelbildentwürfe machen müssen«, schrieb Bernhardt.

Es schien dann ja doch alles gutzugehen: Im März 1979 erschien bereits »Die Schrecklichen von Charrar«, der erste Band der neuen Taschenbuchreihe. Drei Dutzend weiterer Romane sollten folgen, alle mit einem Umfang von 160 Seiten.

08 Oktober 2019

Taschenheft-Reihen in der weiteren Planung

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Bei der PERRY RHODAN-Konferenz am 26. November 2008 standen drei wichtige Themen im Fokus: die Entwicklung der aktuellen Verkaufsauflage, die Serie PERRY RHODAN-Action und mein erneuter Versuch, sogenannte Taschenhefte in den Zeitschriftenvertrieb zu bringen. Die Beratung mit der Geschäftsleitung und dem Vertrieb war entsprechend anstrengend und zog sich über fast drei Stunden.

Bei der wöchentlichen PERRY RHODAN-Serie war kurz vor der Konferenz der Band 2450 erschienen. Robert Feldhoff hatte mit »Evolux« einen spannenden Roman vorgelegt, der den Serienkosmos um eine Werftwelt der Kosmokraten und weitere kosmische Themen erweiterte. Nachdem es gelungen war, die Verkaufsauflage zu steigern, war diese aber wieder abgesackt. Mich frustrierte das, und ich erkannte keine Logik dahinter. »Die Romane sind gut«, so argumentierte ich.

Mein Vorschlag: Wenn mit Band 2500 ein neuer Jubiläumsband veröffentlicht würde, sollten wir diesen entsprechend vorbereiten. »Wir hatten 2005 die Bastelbögen«, meinte ich, »das hat damals doch gut funktioniert.«

In der Tat hatten wir nach dem Zyklusstart mit Band 2300 eine Stabilisierung der Auflage festgestellt. Ob das an den Bastelbögen, den Titelbildern oder den Romaninhalten gelegen hatte, ließ sich nicht herausfinden – aber als Erfolg hatte ich diese Aktion damals dennoch betrachtet.

Vertrieb und Geschäftsleitung fanden das Thema nach einiger Diskussion gut. Wir vereinbarten, neue Bastelbögen in den Romanen zu veröffentlichen. Idealerweise sollte die Aktion um Band 2490 herum starten – dann könnten wir das entsprechend bewerben. Klaus Bollhöfener sollte das Thema in Angriff nehmen; ich wusste von ihm, dass er in der Fan-Szene die richtigen Personen auf ein solches Projekt ansprechen konnte.

Weiter ging es mit PERRY RHODAN-Action. Hier hatten sich die Auflagenzahlen ebenfalls nicht gut entwickelt, die dritte Staffel lief leider schwach. »Es liegt nicht an den Romanen«, beteuerte ich auch an dieser Stelle; diese seien gut. Aber wir hätten für die neue Staffel »keinerlei Werbung betrieben und sie quasi unter der Hand« bekannt gemacht. Außerhalb der Stammkundschaft wusste – so behauptete ich – niemand etwas von der Serie. »Das kann nicht gut gehen.«

In der Diskussion, die sich anschloss, ging es um die Titelbilder: Die Geschäftsführung war für eine andere Umschlagsfarbe, der Vertrieb wollte mehr Action, während ich dafür plädierte, uns vor allem auf Aktionen im Vertrieb zu konzentrieren. Für Band 25 schlug ich vor, ein Poster beizulegen, um die Wertigkeit des »kleinen Jubiläums« zu erhöhen. Auch über eine Preiserhöhung wurde diskutiert.

Letztlich ging es mir in dieser Besprechung vor allem um den dritten Schwerpunkt. Seit einiger Zeit arbeitete ich daran, unsere »Produktfamilie« auszuweiten. Ich wollte mit Taschenheften in den Zeitschriftenvertrieb: Gemeint waren schmale Taschenbücher mit 160 Seiten Umfang, die über den Zeitschriftenhandel verkauft wurden und erst gar nicht in den Buchhandel kamen. Nachdem wir keinen Buchverlag mehr hatten, glaubte ich, dass wir mit solchen Produkten erfolgreich sein könnten.

Unsere Agentur hatte nach Vorschlägen von Klaus Bollhöfener und mir eine Reihe von Entwürfen angefertigt. Diese gingen in verschiedene Richtungen: Ich hatte ein Science-Fiction-Thema vorgeschlagen, aber ebenso ein Krimi-Thema oder etwas, das sich eher an Fantasy-Leserinnen richten sollte. Die unterschiedlichen Entwürfe breitete ich auf dem Besprechungstisch aus, die Diskussion begann.

Erstaunlicherweise wurden vor allem jene Titelbilder besonders positiv bewertet, die wir auf ein weibliches Publikum zugeschnitten hatten. Zu meinen Konzepten hatte unter anderem eine neue Fantasy-Serie gehört, für die es bereits inhaltliche Überlegungen von Susan Schwartz gab. Wir könnten damit recht schnell loslegen, schlug ich vor. Fantasy sei ein Trendthema, und in unseren Frauenzeitschriften könnte man dafür kostengünstige Werbung schalten.

Tatsächlich fanden die Kollegen unter anderem die Entwürfe für »Coco Zamis« oder »Dorian Hunter« spannend. Meine Idee war zu jener Zeit: Wir nehmen die bereits bearbeiteten Versionen der Hardcover-Bände, die im Zaubermond-Verlag veröffentlicht wurden, und machen daraus Taschenhefte. Wie das im Detail aussehen würde, wusste ich noch nicht genau – man musste auf jeden Fall redaktionelle Arbeit in die Romane stecken.

»Aber«, so argumentierte ich, »wir müssen hier den Autoren nur ein Nachdruckhonorar bezahlen, nicht komplett neue Romane schreiben lassen.« Und wir könnten vergleichsweise schnell mit einem solchen Projekt starten. Ich schlug vor, die Kollegen sollten in die jeweils ersten Romane der potenziellen Serien hineinschauen, um sich selbst ein Urteil bilden zu können.

»Wobei wir uns ja noch überlegen müssen, wer das alles redaktionell betreut«, sagte ich am Ende der Diskussion. Alle sahen mich verwundert an. Ich versuchte es zu erklären: Wenn wir neue Serien starten wollten, müsse die jemand steuern. Auch wenn es »nur« Nachdrucke seien, müsse sich jemand um die Produktion kümmern, müsse jemand Vorspanntexte und Vertriebsinformationen schreiben. Nichts gehe von selbst, jemand müsse verantwortlich sein.

Das Argument der Geschäftsführung: Solche Aufgaben könnten allesamt von freien Mitarbeitern erledigt werden. Man bräuchte dann nur eine Redaktionsassistenz, die Texte und Bilder in die Herstellung weiterreichte. An dieser Stelle war ich froh, dass die Besprechung zu Ende ging. Mir war klar, dass ich noch einiges an Rede- und Diskussionsbedarf hatte, bevor ich meinen Plan mit den Taschenheften verwirklichen konnte …

07 Oktober 2019

Ancaisin

Das Bild der Raumfahrerin, die auf etwas sitzt, das man nicht genau erkennen kann und auch nicht muss, und dabei hinaus ins All sitzt, finde ich faszinierend. Michael Marcus Thurner hat sich dieses Motiv als Titelbild für seinen Roman »Ancaisin« ausgesucht, und Arndt Drechsler hat ihm den Gefallen getan.

Das Bild und der Roman sind somit ein schöner Start in eine neue Sterneninsel. Perry Rhodan und seine Gefährten sind mal wieder in einer fernen Galaxis unterwegs. Der Roman bildet den Auftakt zu einem Abschnitt unserer Serie, der aus mehreren Romanen besteht.

Er stellt interessante Außerirdische vor und weist auf ein kosmisches Phänomen hin, das in Ancaisin offenbar existiert und von dem wir in den kommenden Romanen noch öfter hören werden. Mit Gry O'Shannon – der Astronautin auf dem Titelbild – führt der Autor zudem eine Hauptfigur in die Serie ein, die künftig mehr Bedeutung erlangen wird.

02 Oktober 2019

Wir starten ins Compariat …

Ein Logbuch der Redaktion

Die Science Fiction lebt zu einem großen Teil davon, die Begegnung von Menschen mit Außerirdischen zu schildern. Für PERRY RHODAN und auch PERRY RHODAN NEO gilt das ebenso wie für viele Bücher, Filme und Comics dieses Genres.

Perry Rhodan und seine Gefährten treffen in den Tiefen des Alls auf Außerirdische unterschiedlichster Art. Sie schließen Freundschaften, sie geraten in Konflikte, sie haben Streit, und sie werden Partner – wie das unter Menschen eben auch geschieht.

Unsere Serie PERRY RHODAN NEO greift dabei in hohem Maße die Elemente auf, die bereits in der klassischen PERRY RHODAN-Serie eine wichtige Rolle gespielt haben. Wichtige Völker sind die Arkoniden und die Blues – in unterschiedlicher Darstellungsweise –, es gibt Posbis und Haluter, Topsider und Ferronen.

Es gibt Dinge, die in beiden Serien sehr ähnlich sind, und es gibt Dinge, die sich stark unterscheiden. Meiner Ansicht nach sind die Unterschiede der Grund dafür, warum beide Serien so gut nebeneinander existieren können.

Mit der nächsten Handlungsstaffel bringt PERRY RHODAN NEO eine Handlungsebene ins Spiel, die aus der klassischen Serie praktisch unbekannt ist. Die Figur des Merkosh wurde zwar aus PERRY RHODAN entnommen, zu seiner Herkunft erfuhren die Leser damals aber nichts. Das ändert sich nun bei PERRY RHODAN NEO: Wir haben definiert, dass der geheimnisvolle Außerirdische aus einem Sternenreich kommt, das sich als Compariat bezeichnet.

Dieses Sternenreich gibt wiederum der neuen Staffel seinen Namen. Am 4. Oktober 2019 eröffnen wir mit der Bandnummer 210 eine neue Handlungsstaffel, die den Titel »Das Compariat« trägt. Dabei spielt ein großer Teil der Romane in einer Region der Milchstraße, die bisher als unerforscht gilt. Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm – von ihnen stammen das Konzept und die Handlungsvorgaben – haben in ihren Arbeitspapieren eine Reihe von phantasievollen Ideen vorgelegt, die derzeit von den Autorinnen und Autoren mit Leben erfüllt werden.

Dabei verlassen Perry Rhodan und seine Gefährten jenen Bereich der Milchstraße, den die Leser bereits kennen: das nähere Umfeld der Erde und die sogenannte Lokale Blase. Zwar sind die Raumfahrer in unserer Serie schon weiter gekommen – unter anderem nach Andromeda –, trotzdem gehen sie auf eine Reise, von deren Gefahren sie noch nichts ahnen können.

Wie es gelingt, mit dem Raumschiff FANTASY ins All zu stoßen und welche Probleme bis zum Start zu bewältigen sind, das erzählt Oliver Plaschka in seinem ersten Roman zur neuen Staffel. Die weiteren Geschehnisse schildern Lucy Guth und Michelle Stern, Susan Schwartz und Rainer Schorm sowie andere Autoren, die teilweise noch gar nicht hundertprozentig feststehen.

Sie stellen die neue Besatzung des Raumschiffes FANTASY vor und zeigen die Bewohner von fremden Welten. Es kommt zu unheimlichen Begegnungen; neue Freundschaften werden geschlossen, während sich das Weltbild der Menschen verändert.

»Das Compariat« ist eine Handlungsstaffel mit phantastischen Ideen und spannenden Charakteren – das kann ich schon jetzt versprechen. Und »Rettet Rhodan!« von Oliver Plaschka ist der packende Auftakt zu einem neuen großen Abenteuer.

01 Oktober 2019

Rettet Rhodan!

Selten haben wir über einen Titel so lange diskutiert wie über den für Band 210 von PERRY RHODAN NEO. Der Titel für einen Roman soll ja neugierig machen, aber nicht zu viel verraten. Er darf durchaus originell sein, sollte aber so gehalten sein, dass die Leser interessiert sind. Und so weiter …

Ich bin froh, dass der Kollege aus dem Nachbarbüro seinen genialen Vorschlag hatte. »Rettet Rhodan!« ist um Längen besser als jeder Vorschlag, der mir vorher ins Hirn gekommen ist. In Verbindung mit dem starken Titelbild von Dirk Schulz macht die Zeile einen richtig guten Eindruck.

Oliver Plaschka zeigt in seinem Roman darüber hinaus eine beeindruckende Bandbreite an Charakteren, die allesamt ihrer eigenen Agenda folgen. Sowohl Perry Rhodan selbst als auch viele Neben- und Hauptfiguren geben sich ein Stelldichein.

Wer PERRY RHODAN NEO bisher nicht kannte, erhält einen leichten Einstand in die aktuelle Handlungsebene, wer die Serie schon liest, wird viele Figuren wiedertreffen, die seit langem zur Serie gehören. Ein gelungener Start in die neue Handlungsstaffel »Das Compariat«!

30 September 2019

Ins Herz der Finsternis

Mit einem beeindruckenden und gleichzeitig einschüchternden Titelbild wartet der neunte Band unserer aktuellen Miniserie auf. PERRY RHODAN-Mission SOL zeigt eine nukleare Explosion und die dadurch entstehende Verwüstung – Dirk Schulz ist damit ein Bild gelungen, das ich nicht gerade als »schön« bezeichnen würde, das aber stark aussieht. (Oder gibt's dazu andere Meinungen?)

Der Roman selbst führt seinen Titel zu Recht. Und ja, die Anspielung auf den literarischen Klassiker von Joseph Conrad ist beabsichtigt; da haben sich der Exposéautor (Kai Hirdt) und der Autor (Ben Calvin Hary) etwas dabei gedacht.

Immerhin geht es für eine bestimmte Figur in ihr eigenes Herz der Finsternis – so habe ich das für mich interpretiert –, und im Roman spielt darüber hinaus ein weiteres Herz der Finsternis eine wichtige Rolle. Für meine Begriffe passten der Titel, das Titelbild und der Inhalt hervorragend zusammen.

29 September 2019

Kein neues PR-Kompakt

Als wir die Reihe PERRY RHODAN-Kompakt einführten, hatten wir vor, daraus eine Reihe zu machen, in der regelmäßig neue Ausgaben erscheinen. Die Idee war, immer mal wieder ein schönes großes E-Book zu publizieren, das Romane, Fotos und Artikel zu einem attraktiven Preis zusammenfasst. Und so erschienen Ausgaben des PERRY RHODAN-Kompakt etwa zu Autoren wie Robert Feldhoff oder Arndt Ellmer oder auch zu Jubiläen.

Es hätten sich solche Ausgaben zu PERRY RHODAN-Band 3000 angeboten, ebenso zu den Miniserien oder zu den runden Geburtstagen mancher Autoren und Zeichner. Sogar fünfzig Jahre ATLAN-Serie wären eine tolle Gelegenheit gewesen.

Aber was soll ich sagen? Es gibt ein PERRY RHODAN-Kompakt zu K. H. Scheer, das seit vielen Jahren auf der »To Do«-Liste steht und so gut wie fertig ist ... Es fehlt schlichtweg an der Zeit. Jemand muss sich um solche Themen kümmern, und angesichts der angespannten Personalsituation in der PERRY RHODAN-Redaktion ist in diesem Jahr 2019 nicht damit zu rechnen, dass wir ein PERRY RHODAN-Kompakt veröffentlichen. Schade.

27 September 2019

Das Phantom von Lepso

Wie kann man die fremdartige Atmosphäre einer Welt darstellen? Mit dem Titelbild des Romans »Das Phantom von Lepso« ging Arndt Drechsler einen ungewöhnlichen Weg: Zwar zeigt das Motiv auch technische Details, vor allem aber fasziniert es mich durch die geheimnisvollen Bäume.

Sie werden als Zehntausendjahresbäume bezeichnet. So viel Spoiler darf an dieser Stelle sein, denke ich. Damit erzählt der Titelbildkünstler für meine Begriff gleich eine kleine Geschichte.

Sie bildet eine gute Ergänzung für den Roman, den Leo Lukas verfasst hat. Der Roman spielt auf der Welt Lepso, die als »gesetzlos« verschrien ist, auf der es aber genügend Regeln ist, an die man sich zu halten hat.

Wenn sich dort Geheimdienste bekämpfen und daneben Verbrecher versuchen, ihre Ziele durchzusetzen, verändern sich aber die bekannten Regeln. Mit Folgen, die sich vorher keiner so richtig vorstellen kann …

Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor die verschiedenen Fraktionen auf Lepso dargestellt hat. Ihre Motive sind für mich klar, die Absichten jeweils eindeutig. So habe ich mir Lepso in all seinen Details vorgestellt!

26 September 2019

Start in die Auroch-Maxo-Dunkelwolke

Aus der Serie »1000 Bände zurück«

Wieder einmal sollte das Raumschiff SOL im Zentrum eines Vierer-Blocks stehen, den Robert Feldhoff konzipierte. Die Bände 2032 bis 2035 waren als ein Handlungsblock geplant, der kosmische Inhalte vermitteln sollte. Die Handlung spielte in der Vergangenheit der Galaxis Segafrendo – vor gut 18 Millionen Jahren – und war aufs engste mit der Superintelligenz ES und ihrer Vorgeschichte verzahnt.

Als Autor war H. G. Francis geplant, der das Thema auch gut bewältigte. Sein Roman erschien unter dem Titel »Suche in der Dunkelwolke« und wurde von einem starken Titelbild geziert, das Alfred Kelsner geliefert hatte. Das Exposé war mit 16 Seiten sehr umfangreich, enthielt aber auch Daten zur Dunkelwolke und zu den sogenannten S-Zentranten.

Damals rechnete niemand im Autorenteam oder der Redaktion damit, dass man 19 Jahre danach eine Miniserie veröffentlichen würde, in der auch die SOL im Zentrum stehen würde. Und dass eine Figur wie Fee Kellind noch einmal handlungsrelevant werden würde ... das war sicher kein Langzeitplan des damaligen Exposéautors ...

25 September 2019

Die wichtigsten Figuren

Gelegentlich werde ich gefragt, welche Figuren innerhalb der PERRY RHODAN-Szene wirklich unverzichtbar sind. »Was sind die Hauptfiguren Ihrer Serie?«, ist eine gern gehörte Frage. Und sie ist gar nicht so einfach zu beantworten.

Klar: Perry Rhodan ist die unangefochtene Hauptperson. Dazu kommen Reginald Bull als sein ältester Freund und Atlan, der Arkonide. Ebenso zähle ich immer den Mausbiber Gucky und den Haluter Icho Tolot dazu. Das sind, wenn man genau rechnet, vier männliche Wesen und ein Wesen, das sich Geschlechterkategorien entzieht, das von den meisten Lesern aber als »er« wahrgenommen wird.

Die einzige weibliche Hauptfigur, die derzeit in vielen Romanen eine positive Rolle spielt, ist Sichu Dorksteiger. Sie ist Wissenschaftlerin, sie hat eine militärische Ausbildung hinter sich gebracht, und sie ist jederzeit in der Lage, auch jemandem wie Perry Rhodan entschieden paroli zu bieten. Für mich zählt sie zu den wichtigsten Hauptfiguren der Serie.

Macht sechs Personen. Vielleicht sollten wir auf dieser Basis mal ein »Marvel-Heldenbild« in Auftrag geben …

24 September 2019

Einige Worte zur Zyklusplanung

Nachdem ich mein Logbuch zur aktuellen Zyklusplanung veröffentlicht habe, gibt es einige kritische Stimmen von Lesern. Eine Aussage geht in die Richtung, dass wir nicht konkret planen würden, ganz im Gegenteil zu »früher«.

Ich kann nicht unbedingt für die Vergangenheit »vor meiner Zeit« sprechen, weil ich damals noch nicht im Verlag gearbeitet habe, bin aber in der Lage, alte Protokolle und Exposés zu lesen. Insofern habe ich womöglich einen ganz guten Überblick.

Fakt ist, dass ein Zyklus nie im Detail von der ersten Seite bis zum Abschluss geplant worden ist. Meist hatten die Exposéautoren einen Anfang und ein sehr konkretes Ziel vor Augen, meist hatten sie auch die wichtigsten Eckpunkte im Blick. Aber wenn an einem Zyklus zwei Jahre in Realzeit gearbeitet wird, ist es wohl nachvollziehbar, dass in dieser Zeit »nachjustiert« werden muss.

Es gibt neue Ideen, die in die Arbeit einfließen. Autorinnen oder Autoren erfinden neue Figuren, die an Einfluss gewinnen, weil sie von den Lesern gemocht werden. (Beispiele aus der Vergangenheit: Alaska Saedelaere, Voltago, Florence Hornigold …) All dies verändert eine Planung, wie es bei kreativen Menschen übrigens durchaus normal ist. Das war früher so, das ist heute so, und das wird auch in Zukunft so sein.

Unsere Serie entsteht in Teamarbeit. Und da wird nicht so gearbeitet, dass jemand alle Eckpunkte festklopft und die anderen dann – wie bei »Malen nach Zahlen« – noch einige Kommas und Halbsätze einfügen können. Ohne die Kreativität einzelner Autoren gäbe es PERRY RHODAN schon lange nicht mehr.

23 September 2019

Der Kurs 3100 begann in Köln

Ein Logbuch der Redaktion

Nicht zum ersten Mal trafen sich Christian Montillon und Wim Vandemaan mit mir in Köln, um über aktuelle Exposés und Romane zu sprechen. Die beiden Exposéautoren hatten in jüngster Zeit eine Reihe von Konzepten entwickelt, die sich auf die Bände »um 3050« bezogen – nun galt es, die nächsten Schritte zum kommenden Jubiläumsband festzulegen.

Wir saßen am Freitag, 23. August 2019, in einem gemütlichen Café in der Nähe des Friesenplatzes zusammen, wo wir erst einmal über die aktuelle Situation sprachen. Das zählt bei solchen Treffen immer zum »Programm«: Unter anderem diskutierten wir darüber, wie die aktuellen Romane angekommen sind.

Welche Idee hat gut funktioniert, welche Idee wurde von den Autorinnen und Autoren in eine andere Richtung entwickelt? Wir machten uns Gedanken über neue Gastautorinnen oder -autoren, und ich berichtete von der Arbeit an PERRY RHODAN NEO oder »Mission SOL«.

Hauptsächlich aber ging es um die laufende Serie. Immerhin steht der Band 3050 bald an, zumindest ist das in unserer Planung die nächste Zukunft. Auch wenn diese Bandnummer sicher keine großen Marketing-Aktivitäten nach sich ziehen wird, überlegten wir uns, was wir davor und danach erzählen wollen.

Klar ist: Die Handlung steuert direkt auf einen Höhepunkt zu, den die Leser mit Band 3050 erleben werden. Der »Mythos«-Zyklus soll damit einen Wendepunkt erreichen; ihm schließen sich drei weitere Romane an, die mit Band 3050 einen speziellen Vierteiler bilden. Viele Ideen hierzu liegen schon vor, die Exposéautoren servierten mir weitere.

Ähnliches gilt für die Phase nach dem »kleinen Zwischenjubiläum«. Im Verlauf des Zyklus hat sich eine ganze Reihe von Fragen ergeben. Auf einige von ihnen gibt es schon vor Band 3050 erste Antworten; weitere Antworten liefern wir aber erst nach dem Wendepunkt.

So wird bald klar sein, warum die Cairaner in der Milchstraße sind. Man wird auch erfahren, wo sich die Erde »aufhält« und was mit ihr geschehen ist.

Nachdem wir viele Detailfragen über diesen Abschnitt der geplanten Handlung besprochen hatten, kamen wir zum eigentlichen Ausblick. Manchmal glauben Leser ja, ein Zyklus werde am Anfang klar strukturiert, danach werde man nur noch wenig ändern.

In Wirklichkeit verändert sich ein Zyklus ständig, jeder Roman gibt dem Geschehen eine andere Richtung. Autorinnen und Autoren liefern Vorschläge, sie stellen die Figuren auf ihre Weise dar – und unversehens ist eine geplante Geschichte auf einer Bahn, die sie vom ursprünglichen Konzept wegführt.

So weit sind wir beim »Mythos«-Zyklus noch nicht. Aber im Verlauf der ersten dreißig Manuskripte ergaben sich bereits Änderungen und Ergänzungen zum ursprünglichen Konzept, die wir zu bedenken hatten. Der Kurs in Richtung Band 3099 oder 3100 ist also noch lange nicht hundertprozentig festgelegt, da wird sich manches ändern.

Über den Band 3100 sprachen wir trotzdem. Wir legten einige Details fest, die im laufenden Zyklus schon für Andeutungen sorgen sollen, und machten uns weitere Gedanken zum bereits vorliegenden Szenario. Band 3100 wird einen neuen Zyklus eröffnen, ein neues Szenario beginnt, aber die Geschichte wird sich organisch aus den bisherigen Romanen ergeben. Ob wir einen Zeitsprung machen werden und wie lange dieser ausfallen wird, spielte bei unserem Gespräch keine Rolle; das hängt letztlich von den weiteren Ideen der Autoren ab.

Als ich am Abend von Köln aus wieder nach Süden fuhr, hatte ich das Gefühl, in der Serienplanung einen großen Schritt vorangekommen zu sein. Darüber hinaus hatte ich zahlreiche Notizen im Gepäck, die mich in den kommenden Tagen sicher beschäftigen sollten …

22 September 2019

Perry Rhodan und das entfesselte Jahrzehnt

Ich lernte den Journalisten Jens Balzer in den frühen 80er-Jahren kennen. Er war Science-Fiction-Fan wie ich, wir hatten beide mit PERRY RHODAN angefangen und hatten beide jahrelang die ersten Texte in Fanzines veröffentlicht. Später entdeckten wir, dass wir auch in punkto Musik oder Comics den einen oder anderen Berührungspunkt hatten.

Mittlerweile ist Jens Balzer ein bekannter Journalist, der mit seiner Familie in Berlin lebt und sich vor allem um Popkultur kümmert. Im Juni erschien sein Sachbuch »Das entfesselte Jahrzehnt« im Rowohlt-Verlag, mit dessen Lektüre ich an diesem Wochenende angefangen habe. Und wie es sich gehört, wollte ich zuerst wissen, welchen Stellenwert die PERRY RHODAN-Serie in diesem umfangreichen Werk hat.

Tatsächlich widmet der Autor unserer Serie ein ganzes Kapitel. Er stellt sie in ihrer Gesamtheit dar und zeigt, wie sie sich in den 70er-Jahren wandelte: weg von der Scheer-, hin zu der Voltz-Ära. In winzigen Details irrt er sich (es ist doch recht lange her, seit er die betreffenden Romane gelesen hat), insgesamt ist sein Kapitel zur PERRY RHODAN-Serie für unsereins schmeichelhaft und lesenswert.

Unsere Serie gehörte schon in den 70er-Jahren zur Popkultur, und sie hat viele Menschen beeinflusst. Wenn ich solche Texte lese, macht es mich gleich doppelt stolz, an diesem Projekt mitarbeiten zu dürfen!

21 September 2019

Ein Meilenstein in Brasilien

Ich freue mich immer wieder, wenn ich die Anzeigen unserer Lizenzpartner in Brasilien sehe: Diese belegen, wie schnell die Veröffentlichung unserer Serie in portugiesischer Sprache voranschreitet und dass es sinnvoll war, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu übersetzen und zu publizieren. Dieser Tage wurde auf den Band 1000 hingewiesen ...

»O Terrano« ist natürlich der klassische Roman von William Voltz mit dem Titel »Der Terraner«. In deutscher Sprache wurde er im Jahr 1980 veröffentlicht, ein echter Meilenstein der PERRY RHODAN-Historie. Nicht nur deshalb, weil die Serie damit eine erzählerische Klammer erhält, die von Band eins bis Band 1000 alles umfasst, sondern auch wegen der eindrucksvollen »Graffiti«, in denen der Autor seine Weltsicht vermittelte.

Dass unsere Leser in Brasilien – und dank der digitalen Veröffentlichung auch sonstwo auf der Welt – diesen Roman nun in ihrer Sprache lesen können, finde ich hervorragend. Da freut sich nicht nur der Redakteur in mir, sondern ebenso der langjährige PERRY RHODAN-Fan!

20 September 2019

Ein Blick auf YouTube

Zu den positiven Entwicklungen in den vergangenen Monaten zählt für mich der PERRY RHODAN-Kanal auf YouTube. Während wir in den ersten Jahren nur langsam damit vorankamen – auch deshalb, weil es uns an gutem Inhalt fehlte –, hat sich die Seite zuletzt stark entwickelt. Die Zahl der Abonnenten steigt, und es sind beileibe nicht nur Stammleser, die unsere Videos betrachten, sondern immer mehr Menschen, die noch nie zuvor von PERRY RHODAN gehört haben.

Das ist vor allem Ben Calvin Hary zu verdanken, der dem Kanal zuletzt seinen Stempel aufdrückte. Wo meine Videos doch – seien wir ehrlich – eher lahm waren, sind seine stark inszeniert: mit Bewegung, mit Mimik, mit lustigen Sprüchen und allerlei optischen Effekten. Dass er dabei trotzdem Informationen vermittelt und in augenzwinkender Weise über unsere Serie informiert, finde ich hervorragend.

Seit Jahren erzählen mir die Leute, die sich angeblich auskennen, wir müssten »mehr mit Bewegtbild« machen. Das tun wir derzeit verstärkt – und das kommt gut an. Ein wunderbares Ergebnis, meine ich.

19 September 2019

Sandschwimmer

Streckenweise krachige Action und einige überraschende Begegnungen: In seinem anstehenden Roman für die PERRY RHODAN-Serie setzt Kai Hirdt den Oxtorner Monkey in Szene.

Die Figur war vor über zwanzig Jahren von Robert Feldhoff in die Serie eingeführt worden. Als Ziel hatte der damalige Exposéautor vorgesehen, einen »Helden« zu schildern, den die Leser nicht unbedingt sympathisch finden würden, der aber durch seine Taten überzeugen sollte.

Das meistert Kai Hirdt in seinem Roman, dem wir den schönen Titel »Sandschwimmer« gegeben haben. Arndt Drechsler schuf das gelungene Titelbild, das nicht viel von der »freien Wildbahn« verrät, durch die sich Monkey kämpfen muss, dafür umso mehr von seinem Ziel, das er anstrebt.

Anders gesagt: Für die Leser, die sich mehr Informationen über die Cairaner und ihre Ziele erhoffen, sollte dieser Roman einiges an »Futter« bieten.

18 September 2019

Der Krieg in meinem Kopf

Kann man sich das eigentlich vorstellen? Da nistet sich ein fremdes Bewusstsein gewissermaßen im eigenen Kopf ein und zwingt einen dazu, ständig Dinge zu tun, die einem selbst widerstreben. Man ist quasi in seinem eigenen Körper gefangen, handelt gegen seine Interessen und persönlichen Absichten. Eine schreckliche Vorstellung …

Das ist der Ausgangspunkt des Romans »Der Krieg in meinem Kopf«, der in dieser Woche innerhalb der Serie PERRY RHODAN NEO erscheinen wird. Rüdiger Schäfer, einer der zwei Exposéautoren, stellt dabei einen Menschen ins Zentrum der Geschichte, der mit sich selbst und einem fremden Willen kämpft. Ich gehe an dieser Stelle nicht ins Detail; die Lektüre soll ja noch die eine oder andere Überraschung mit sich bringen.

Übrigens passt zu der intensiven Geschichte, die der Autor erzählt, das Titelbild wie die Faust aufs Auge. Dirk Schulz hat den inneren Kampf einer wichtigen Romanfigur in einem explosiven Bild zum Ausdruck gebracht – das finde ich stark!

17 September 2019

PERRY RHODAN beim Verlagsforum

Als Redakteur weiß ich: Man muss ein möglichst gutes Buch, eine möglichst gute Zeitschrift oder Zeitung herstellen; das aber nutzt nichts, wenn der Vertrieb sich nicht für den Verkauf anstrengt. Deshalb ist es immer sinnvoll, mit dem Vertrieb zu sprechen, um mit ihm Gedanken und Ideen auszutauschen. Und aus diesem Grund war ich sehr froh, dieses Jahr zum »VU Verlagsforum« eingeladen zu werden.

Dabei handelt es sich um die jährliche Veranstaltung der Verlagsunion, also unseres Vertriebs, zu der unsere Vertriebskollegen andere Vertriebsleute einladen, ebenso  Geschäftsführer und Verlagsleiter aus anderen Verlagshäusern. Meist gibt es zwei oder drei ergänzende Referate; wichtig sind vor allem die vielen Fachgespräche der betreffenden Personen.

Die Veranstaltung war in diesem Jahr in Köln. Ich traf zum Mittagessen in dem Hotel ein – unweit des »Jugendparks«, in dem ich schon bei so vielen Fan-Veranstaltungen gewesen war –, wo ich beim Mittagessen  die ersten Menschen aus anderen Verlagsbereichen kennenlernte.

Die  Tagung wurde mit einem kleinen Vortrag des Verlagsunion-Geschäftsleiters begonnen. Danach kam: »Den Zuschauer täglich mit dem Gleichen überraschen – Was man von Daily Soaps über Themenplanung, Cliffhanger und Co lernen kann.« Der Autor Henning Heup, der unter anderem für »Alles was zählt« schreibt, erzählte von der Arbeit im »Soap«-Geschäft, was unterhaltsam und interessant war.

Es folgte mein Vortrag. Ich sprach über »PERRY RHODAN – Markenbildung aus redaktioneller Sicht«, hatte dazu eine kleine Powerpoint-Präsentation mitgebracht und überzog mein Zeitfenster gnadenlos. Daran waren auch die Besucher der Veranstaltung schuld, die viele Fragen stellten, was zu einer durchaus kritischen Diskussion führte. Danach war ich ziemlich verschwitzt ...

Eigentlich war die Veranstaltung schon vorüber, aber es folgten noch viele Einzelgespräche. Als ich am späten Nachmittag das Hotel in Köln verließ, hatte ich Stapel von Romanen und Broschüren verteilt und einige neue Kontakte geschlossen. Man muss – wie immer in solchen Fällen – nun sehen, was daraus entstehen kann ...

15 September 2019

Ein Jubiläum für Andreas Eschbach

Heute feiert ein Autor einen »runden« Geburtstag, der seit vielen Jahren mit der PERRY RHODAN-Serie verbunden ist. Ich spreche von Andreas Eschbach, der heute vor 60 Jahren geboren worden ist. Als Jugendlicher las er mit großer Begeisterung die PERRY RHODAN-Romane, später schrieb er erfolgreiche Science-Fiction-Romane und Thriller, wurde ein Bestsellerautor.

Den Kontakt zu unserer Serie verlor er nicht; im Verlauf der Jahre steuerte er mehrere Gastromane bei und veröffentlichte zuletzt den imposanten Roman »Perry Rhodan – das größte Abenteuer«. Die Redaktion und das Autorenteam freuen sich stets, den Autor zu treffen oder mit ihm zusammenzuarbeiten.

Heute aber soll es um den Geburtstag gehen. Wir wünschen Andreas Eschbach alles Gute und weiterhin so viel Kreativität und Erfolg wie in den vergangenen Jahren. Auf die nächsten Jahrzehnte!

14 September 2019

Erster Neustart für den »Dämonenkiller«

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Weil ich mich jahrelang in der Fan-Szene bewegt hatte, waren mir die Namen der meisten Aktivisten bekannt. Deshalb war ich nicht sehr überrascht, als mir Dr. Florian F. Marzin, unser Chefredakteur, im Oktober 1993 ein Schreiben auf den Tisch legte. »Da hat uns ein Fan angeschrieben«, meinte er.

Sein klarer Auftrag: Ich sollte mich um das Thema kümmern und es möglichst schnell abschließen. Es gehe ja nicht um PERRY RHODAN, sondern um »so eine alte Gruselheftserie«.

Ich las den Absender auf dem Brief und wusste sofort Bescheid. Den Absender kannte ich nicht nur vom Namen her, wir hatten uns schon bei Fan-Veranstaltungen unterhalten. Uwe Schnabel war ein Fan aus Frankfurt, der vor allem im »Grusel«- oder Horror-Fandom aktiv war. Dort veranstaltete er Cons und veröffentlichte Fanzines.

In seinem Schreiben erkundigte er sich nach den Rechten für die Serie »Dämonenkiller«. Diese war erstmals in den 70er-Jahren in unserem Verlag erschienen, eine zweite Auflage war in den 80er-Jahren veröffentlicht worden. Beide Auflagen unterschieden sich inhaltlich teilweise, weil Romane gestrichen oder massiv geändert worden waren. Ich hatte die Serie nie gelesen, wusste aber, worum es sich handelte.

Vor allem war mir klar, wer die Exposés und die wichtigsten Romane für die Serie verfasst hatte: Ernst Vlcek, der im Herbst 1993 seit längerem für die PERRY RHODAN-Exposés tätig war. Ich kannte die Stärken des österreichischen Kollegen schon sehr gut und wusste, dass er vor allem mit seinen Ideen überzeugte, dass ihm nicht immer die Fakten wichtig waren, sondern die Geschichten, die er erzählen konnte. Deshalb war ich mir sicher, dass die Serie »Dämonenkiller« ihren guten Ruf zu Recht hatte.

»Im nächsten Jahr«, so schrieb Uwe Schnabel, würde diese Serie ihr »20jähriges eigenständiges Bestehen feiern«. Aus diesem Grund wolle er den sogenannten Baphomet-Zyklus in einer »kleinen limitierten Sammlerausgabe herausbringen«. Konkret wollte er 200 Exemplare pro Buch drucken – damit war in der Tat kein Geld zu verdienen, und das war ein Projekt für Sammler und Fans.

Seine Begründung war ebenfalls die eines wahren Fans: Der Zyklus war 1977 mit Band 143 abgebrochen worden, als die erste Auflage der Serie eingestellt wurde. Bei der Zweitauflage wurde nur die Nummer 130 veröffentlicht, der Rest des Baphomet-Zyklus harrte also einer vollständigen Veröffentlichung. Die Fans sollten die Chance bekommen, so Uwe Schnabel, »den damaligen Zyklus endlich einmal komplett zu bekommen«.

Er hatte bereits mit Ernst Vlcek gesprochen und von diesem seine Genehmigung erhalten. Der Verlag als Inhaber der Serienrechte sollte aber ebenfalls etwas dazu sagen. Ich fand die Idee gut; zu dieser Zeit ging ich nicht davon aus, dass man den »Dämonenkiller« jemals wieder in einer größeren Auflage veröffentlichen könnte. Meiner Ansicht war die Zeit der »Gruselhefte« vorüber; die aktuellen Horror-Leser bevorzugten Autoren wie Stephen King oder Peter Straub.

Sicherheitshalber sprach ich mit der Kollegin, die im Buchverlag für Rechte und Lizenzen zuständig war. Was hatten wir zu beachten, was war sinnvoll, wie sollte ich mich verhalten? Sie erläuterte mir die rechtliche Situation, auch was Serien- und Autorenrechte anging, fragte dann aber kritisch nach der Auflagenhöhe.

»Mit solchen Druckauflagen sollten Sie erst gar nicht arbeiten«, argumentierte sie, »so etwas lohnt sich nicht.« Für die Buchhaltung sei es ein großer Aufwand, kleine Lizenzzahlungen zu verbuchen; müsste sie einen Vertrag aufsetzen, wäre das für eine so niedrige Auflage ebenfalls nicht sinnvoll.

»Aber das ist doch ein schönes Thema für Fans«, versuchte ich meine Meinung zu vereidigen. »Damit kann man kein Geld verdienen – aber warum sollten wir das untersagen oder stoppen?« Zudem sei es für uns als Verlag doch interessant, durch diese »Kleinst-Lizenz« den Markennamen »Dämonenkiller« zu reaktivieren.

Nach mehreren Diskussionen und Gesprächen konnte ich am 20. Dezember 1993 meine Antwort formulieren. Obwohl ich Uwe Schnabel kannte, sprach ich ihn in meinem Schreiben mit »Sehr geehrter Herr Schnabel« an – es sollte schließlich ein »Schreiben für die Akten« sein. In diesem Schreiben genehmigte ich ihm sein Anliegen.

»Der Nachdruck des Baphomet-Zyklus ist bis zur Auflage von 200 Exemplaren honorarfrei«, räumte ich ein. Meine Einstellung war zu dieser Zeit: Es handelt sich um die Fan-Veröffentlichung einer Serie, die vom Markt verschwunden war – damit waren keine Gewinne zu erwirtschaften.

Also konnten wir auch ein wenig großzügiger sein als bei einem großen Lizenzpartner, der Bücher in einer Auflage von weit über 10.000 Exemplaren veröffentlichte. Zudem ersparte ich sowohl der Buchhaltung als auch der Lizenzabteilung weitere Arbeit, wenn wir schlichtweg auf ein Honorar verzichteten.

Wenn Uwe Schnabel allerdings eine höhere Auflage verlegen wollte, so schrieb ich, »wäre eine noch auszuhandelnde Lizenzgebühr fällig«. Ich erbat mir aber zwei Belegexemplare für die Redaktion.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste oder ahnte: Nur kurze Zeit später sollte der Zaubermond-Verlag damit beginnen, den »Dämonenkiller« neu zu veröffentlichen und später unter dem Markennamen »Dorian Hunter« zu neuen Höhen zu führen. Bei meiner Korrespondenz mit Uwe Schnabel konnte man damit noch nicht rechnen …

13 September 2019

Der BuchmesseCon kommt bald

Während an diesem Wochenende der BrühlCon seine Gäste empfängt, bereite ich mich ein wenig auf die Buchmesse in Frankfurt vor: Es müssen Termine fixiert werden, ich besuche diverse Verlage und treffe mich mit Autoren. Wie immer wird die Koordination in den Tagen und Wochen direkt vor der Buchmesse stets kniffliger.

Der BuchmesseCon, der am Samstag dann in Dreieich bei Frankfurt veranstaltet, ist dann die Messe für die Kleinverlage und Fans. Da fühle ich mich stets sehr wohl, weil ich mich nach wie vor dafür interessiere, was in der Science Fiction und in der Fantasy los ist.

Aber natürlich werde ich als PERRY RHODAN-Redakteur nach Dreieich fahren. Für den offiziellen PERRY RHODAN-Programmpunkt gibt es schon einen Titel: »PERRY RHODAN NEO: Das Compariat«. Selbstverständlich werden der Exposéautor Rüdiger Schäfer, die Autorinnen Michelle Stern und Lucy Guth sowie ich auch über andere Themen sprechen ...

12 September 2019

Krise auf Evolux

Als Robert Feldhoff vor vielen Jahren zum ersten Mal die ferne Welt Evolux skizzierte und damit begann, Datenblätter und Exposés zu ihr zu verfassen, dachte ich nicht, dass wir irgendwann mehr über diesen Planeten erfahren würden. Doch Kai Hirdt und das Team von »Mission SOL« haben mich vom Gegenteil überzeugt: In den Romanen der aktuellen Miniserie erfahren die Leserinnen und Leser nämlich viele neue und spannende Dinge über die Welt, die als Kosmokratenwerft dient.

Ein gelungenes Beispiel hierfür ist der aktuelle Roman von Bernd Perplies, den ich heute »vorab« aus der Druckerei erhalten habe. »Krise auf Evolux« wartet mit einem knalligen Titelbild von Dirk Schulz auf, das einen Blick auf die Stadt Beliosa erlaubt. Inhaltlich bietet der Roman ebenfalls einen Blick auf die Stadt und ihre nähere Umgebung.

Die aktuellen Aktivitäten, die Perry Rhodan und seine neuen Gefährten auf Evolux entfaltet haben, bringen offenbar große Unruhen mit sich. Übrigens auch persönlicher Art: Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor sich in die neuen Figuren »eingefühlt« hat, die unsere aktuelle Miniserie »bevölkern«.

11 September 2019

Die Schwarze Ernte ist da

Das dritte Taschenbuch der »Dunkelwelten«-Trilogie liegt seit einigen Tagen offiziell vor. Es trägt den Titel »Schwarze Ernte« und wurde von Madeleine Puljic geschrieben.

Die drei Bücher sehen gut aus (auch wenn der Beschnitt in der Druckerei nicht optimal gelaufen ist), was an den gelungenen Titelbildern von Arndt Drechsler liegt, und inhaltlich gefallen sie mir ebenfalls. Aber natürlich bin ich parteiisch und von daher nicht gerade als objektiver Berichterstatter einzuschätzen …

Was mich freut, sind die bisherigen Reaktionen auf die drei Taschenbücher. Sie sind zumeist positiv, sowohl bei den direkten Leserreaktionen als auch in den Blogs und Foren. Den Leserinnen und Lesern gefällt offenbar, was die Autorin und die zwei Autoren geschrieben haben. Der thematische Zusammenhang der Romane fesselt, die »innere Handlung« trägt jeweils die eigentliche Geschichte des Romans.

Als ich selbst noch »normaler« Leser unserer Serie war, mochte ich die »Seitenthemen« immer besonders gern. Ich liebte Romane, in denen Nebenfiguren eine eigene Geschichte erleben konnten, und ich schätzte abgeschlossene Schauplätze. Das alles haben wir mit den drei Romanen der »Dunkelwelten«-Trilogie nun auch hinbekommen. Das finde ich jetzt richtig klasse!

10 September 2019

Operation Stiller Riese

Aus der Serie »Etwa 1000 Bände zurück«

Am 4. Februar 2000 verschickten wir ein Exposé an das PERRY RHODAN-Autorenteam, das zum Ausgangspunkt für einen packenden Vierteiler werden sollte. Robert Feldhoff hatte die Idee entwickelt, vier Bände um einen Konflikt zu veröffentlichen, die sich auch gut dazu eignen konnten, als eigenständiges Buch zu publizieren. Mit »Operation Stiller Riese« sollte der sogenannte Ertrus-Vierteiler beginnen.

Wobei der Exposéautor es nicht an warnenden Worten fehlen ließ: »Die vorliegende Viererstaffel beleuchtet intensiv das Volk der Ertruser und ihre Heimat Ertrus«, schrieb er. »Bislang dienten diese Leute in der PR-Serie vorwiegend als Gag-Lieferanten.« Er verwies auf die »Rinderviertelchen«, das »brüllende Lachen« und die Tatsache, dass »alle irgendwie den Nachnamen Kasom trugen«.

Das sollte diesmal ganz anders sein: »Das können wir nicht vier Bände lang machen«, argumentierte Robert Feldhoff. Er bat darum, die »üblichen 08/15-Ertruserscherze« wegzulassen. Ganz klar: »In diesen vier Bänden ereilt die Ertruser ein furchtbarer Schicksalsschlag«, so seine Aussage.

Der Exposéautor gab eine eindeutige Wegweisung für den Vierteiler, die mich schon bei der ersten Lektüre faszinierte: »Die großen Riesen stürzen tief, doch sie werden aufstehen und sich als wahrhaft aufrechte Menschen erweisen.«

09 September 2019

Der BrühlCon kommt

Als PERRY RHODAN-Redakteur besuche ich immer wieder gern einen Con oder einen Stammtisch, unterhalte mich mit Lesern unserer Serie oder diskutiere mit Menschen, die sich im Großen und Ganzen für Science Fiction interessieren. Leider schaffe ich es nur selten, zu allen Cons zu reisen, die mich reizen würden. Aus diesem Grund fahre ich am kommenden Wochenende nicht nach Brühl – obwohl dort zeitgleich der »seltenste PERRY RHODAN-Stammtisch und kleinste Con der Welt« veranstaltet werden, wie die Organisatoren selbstironisch schreiben.

Ich bin sicher, es wird ein schöner Con. Wenn sich bereits fast vier Dutzend Leute angemeldet haben, kann man allerdings kaum sagen, es sei ein »kleinster Con«; da gäbe es andere Veranstaltungen, auf die dieser Begriff zuträfe. Es kommen auf jeden Fall nicht nur viele Fans, sondern auch einige Autoren zum BrühlCon. Ein abwechslungsreiches Programm und vor allem viele unterhaltsame Gespräche sind hier auf jeden Fall garantiert.

Leider fehle ich. Aber ich werde das Wochenende sicher mit Manuskripten und Texten verbringen, die ähnliche Themen umfassen wie diejenigen, die in Brühl buchstäblich auf den Tisch kommen. Konkret: Ich wünsche allen Mitwirkenden schon jetzt viel Freude!

30 August 2019

Wir erzählten vom »All-Star-Projekt«

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wir kamen langsam zum Ende, die entscheidenden Sätze waren gesagt worden. Auf der Bühne des Kongresszentrums Rosengarten in Mannheim erlaubte ich mir, ruhiger zu werden; die Spannung ließ nach. Die mehr als zweieinhalbtausend Leute im Saal folgten an diesem Samstag, 1. Oktober 2011, mit Interesse und Faszination dem, was Elke Rohwer und ich auf der Bühne vortrugen. Es war einer der Höhepunkte beim PERRY RHODAN-WeltCon 2011.

Ich versuchte, den Unterschied zwischen dem bisherigen PERRY RHODAN-Universum und der neuen Serie klarzustellen. Es handle sich um ein »paralleles Universum«. Ich nutzte einen »rhodanischen Vergleich«, wie ich es nannte: »Die Strangeness-Unterschiede zwischen beiden Universen sind da.«

Sicher sei eines: »Die beiden Universen werden sich nie vermischen. Der Reg aus PERRY RHODAN NEO wird nie mit dem Bully aus PERRY RHODAN zusammentreffen.« Erneut brandete Beifall im Saal auf. »Es gibt zwei Universen, zwei Perry Rhodans, zwei verschiedene Träume der Zukunft«, fügte ich hinzu. »Wer wie wir daran gewöhnt ist, die Existenz paralleler Universen zumindest anzunehmen, dürfte auch diese Aussage verstehen.« Dann trat ich einen Schritt zur Seite.

»Für mich ist NEO mein Universum«, sagte Elke Rohwer, die Redakteurin unseres Serienprojektes, »und ich freue mich über neue Romane, die von den heutigen Autoren geschrieben werden.« Sie bestätigte erneut, dass wir die Motive der klassischen Serie aufgreifen und in eine aktuelle Geschichte packen wollten, dass wir aber etwas Neues im Sinn hätten.

Mir war wichtig, noch etwas zu den Autoren und Künstlern zu sagen. Ich griff dabei auf eine Idee von Frank Borsch zurück, der stets gesagt hatte, wir sollten mit der neuen Serie ein »All-Star«-Projekt verwirklichen. »Wir haben uns dazu entschlossen, die Autoren in die erste Staffel zu nehmen und mitschreiben zu lassen, die seit Jahren für PERRY RHODAN stehen«, sagte ich.

Das stimmte hundertprozentig: Frank Borsch, Christian Montillon, Leo Lukas, Wim Vandemaan und Michael Marcus Thurner hatten zu diesem Zeitpunkt die ersten Romane verfasst, Arndt Ellmer und Hubert Haensel sollten nach dem WeltCon ihre Manuskripte liefern. Zumindest die ersten acht Romane – mehr hatten wir ohnehin noch nicht vorgesehen – wurden also »im Plan« produziert. Beim Titelbild setzten wir auf Dirk Schulz, ebenfalls aus der laufenden PERRY RHODAN-Serie bestens bekannt.

Elke Rohwer übernahm es, in die Zukunft zu blicken. »PERRY RHODAN NEO ist etwas neues, also darf auch das Autorenteam neue Akzente aufweisen«, kündigte sie an. Zwar konnte sie keine Namen nennen, weil wir diese zu dieser Zeit noch nicht wussten – aber sie sagte klar aus, dass wir weitere Autoren im Blick hätten.

Das Ende unseres gemeinsamen Programmpunktes näherte sich. Unter meinem Jackett schwitzte ich immer noch, die Anspannung war aber verschwunden. Ich trat wieder an das Mikrofon und erzählte von der ersten Ausgabe der neuen Serie. Diese sei an diesem Tag erschienen, die erste Ausgabe sei im Zeitschriftenhandel zu kaufen.

»Zum WeltCon haben wir aber noch darüber hinaus eine Sonderausgabe produziert, die es nur hier gibt«, kündigte ich an. Von der Seite der Bühne wurden mir Zeichen gegeben. Die Helfer standen bereit; alle warteten nur noch darauf, dass ich die entscheidenden Worte sagte. Ich verwies auf die Sonderausgabe zum WeltCon und auf die Innenillustrationen, die von Marie Sann angefertigt wurden.

Dieses Sonderheft sei das Geschenk des Verlags an die Leser: »für die Stammleser als Dank für langjährige Lesertreue, für die neuen Leser als Ermutigung, uns die nächsten Jahre mit Lob und Kritik zu begleiten«. Ich ließ einige Sekunden verstreichen, genoss in dieser Zeit geradezu die Ruhe im Saal. Wahrscheinlich hätte man die legendäre Stecknadel fallen hören.

Dann verneigte ich mich ein wenig, sagte ein »Dankeschön« an die Leser und – in diesem Fall – an das Publikum. Es wurde geklatscht, ich bat um Ruhe, dann erklärte ich den weiteren Ablauf. Ich sah von der Bühne aus, dass sich die Helfer so platziert hatten, dass an jedem Ausgang des großen Saales jemand stand.

Alle Besucher sollten kurz den Saal verlassen, so mein Wunsch. Noch während ich den Ablauf erklärte, entwickelte sich doch Unruhe. Viele Besucher standen auf, orientierten sich zu den Ausgängen, freuten sich offenbar schon darauf, den ersten Roman der neuen Serie in der Hand zu haben. Ich grinste, als ich verstand, dass niemand mehr an weiteren Worten von mir interessiert war. Gemeinsam mit Elke, die sich ohnehin schon an den Rand zurückgezogen hatte, verließ ich die Bühne.

Kurz blieb ich noch so hinter dem Vorhang stehen, dass ich den weiteren Ablauf beobachten konnte. Diszipliniert verließen die Con-Besucher den großen Saal. Am Ausgang erhielt jeder eine Ausgabe von »Sternenstaub«. Manche schlugen das Taschenbuch gleich auf, während sie durch die Tür gingen; das Interesse an der Serie war also vorhanden …

29 August 2019

Ein runder Geburtstag für Wim V.

Ich freue mich sehr, am heutigen Tag einem Menschen öffentlich zu gratulieren, der sich sehr um die PERRY RHODAN-Serie verdient gemacht hat. Damit meine ich natürlich Wim Vandemaan, der heute seinen sechzigsten Geburtstag feiern kann. Wir arbeiten seit vielen Jahren zusammen, und es macht immer wieder große Freude, mit ihm zu diskutieren oder auf einer Bühne zu sitzen.

Die erste Begegnung hatten wir in den 90er-Jahren. Hartmut Kasper war an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel tätig und hatte die Idee, auch PERRY RHODAN dort einzubinden. So kam es, dass es die ersten Seminare für Autorinnen und Autoren mit PERRY RHODAN-Beteiligung gab: mit mir und Robert Feldhoff, später auch mit Autoren wie H. G. Francis oder Redakteuren wie Wolfgang Jeschke.

Seit den Nuller-Jahren ist Hartmut Kasper unter seinem Pseudonym Wim Vandemaan für unsere Serien tätig. Er schrieb für ATLAN und für PERRY RHODAN NEO, begeisterte bei PERRY RHODAN mit ungewöhnlichen Ideen und starken Charakteren und ist seit Band 2700 einer von zwei Exposéautoren.

Der Autor sprüht vor Ideen, die er stets witzig und eloquent vorträgt. Ich wünsche ihm alles Gute zu seinem Geburtstag und viele weitere Jahre voller Kreativität und Energie. Auf weiterhin viele tolle Jahre mit PERRY RHODAN – und natürlich auch mit der Familie!

28 August 2019

Die Kristallgetreuen

Wenn man es genau nimmt, beginnt die PERRY RHODAN-Serie mit den Arkoniden: Erst durch den Kontakt zu den menschenähnlichen Außerirdischen gelingt es dem Raumfahrer Perry Rhodan letztlich, die Menschheit zu einigen. Kein Wunder, dass die Arkoniden in all den Jahrzehnten immer wieder für spannende Geschichten sorgten: Dieses Volk fasziniert die Autorinnen und Autoren, damit auch die Leser.

Diese Woche kommt der erste Teil eines Doppelbandes in den Handel, den Uwe Anton verfasst hat. »Die Kristallgetreuen« trägt die Bandnummer 3028 und erzählt von Atlan. Der Arkonide möchte, nachdem er endlich in der Cairanischen Epoche angekommen ist, seine alte Heimat besuchen. Dabei stellt er fest, wie viel sich im Kugelsternhaufen M 13 verändert hat und vor welche neuen Probleme er gestellt wird.

Eindrucksvoll finde ich übrigens  das Titelbild: So habe ich die arkonidischen Trichterbauten noch nie gesehen, so kann ich sie mir aber gut vorstellen. Dirk Schulz zeigt, wie fremdartig sogar Architektur aussehen kann, und wie faszinierend die Gebäude auf fremden Welten sein könnten.