26 September 2022

Farbauds Plan

Die Pläne eines Quintarchen stehen im Zentrum eines Romans von Uwe Anton, der in dieser Woche in den Handel kommt. Und natürlich geht es auch um die Versuche der Terraner und ihrer Verbündeten, gegen diese Pläne aktiv zu werden.

In »Farbauds Plan« erzählt der Autor von dem Hin und Her, das sich zwischen Farbaud und seinen Gegnern abspielt, von den Manövern des Raumschiffs LEUCHTKRAFT und den Tricks des Tefroders Vetris-Molaud. Das Hin und Her innerhalb der Geschichte hat mir bei der Lektüre sehr gefallen, und ich könnte mir gut vorstellen, dass es auch bei vielen Lesern ankommen wird.

Es geht auf den Abschluss des laufenden »Chaotarchen«-Zyklus zu. Die unterschiedlichen Gruppen stellen sich zu den entscheidenden Kämpfen und Auseinandersetzungen. Und noch weiß niemand, welche Opfer in der Milchstraße noch gefordert werden …

23 September 2022

Die Nummer 3200 rückt näher

Der kommende PERRY RHODAN-Zyklus beschäftigte mich heute gleich mehrfach. Es ging darum, mehrere Eckpunkte festzulegen: Für die Sonderausstattung des Jubiläumsbandes 3200 muss be
ispielsweise eine Kalkulation angefertigt werden, für die braucht man Grundlagen – damit die Buchhaltung kalkulieren und die Druckerei irgendwann arbeiten kann.

Wegen eines Elementes auf dem Titelbild wurde ein wenig diskutiert und gemailt. Der zwölf Seiten umfassende Mittelteil stand in einer kurzen Diskussion im Zentrum. Und natürlich hat der Autor, der den Jubiläumsband schreibt, schon die eine oder andere Frage gestellt.

Zwischendurch blätterte ich in einem umfangreichen Datenblatt – ich blätterte rein digital …–, das wir mit dem Exposé für diesen Roman an die -Autorinnen und Autoren verschickt haben. Ich bin sehr gespannt darauf, wie viele Elemente des Datenblatts sich wie in den einzelnen Romane wiederfinden werden …

22 September 2022

Am Set mit Schauspielern

Es ist ziemlich genau zwanzig Jahre her: »Wenn wir eh bald mit den Dreharbeiten für den PERRY RHODAN-Film anfangen« so meinte Marcus O. Rosenmüller, »könnt ihr ja mal zusehen, wie es am Set für einen Spielfilm zugeht.« Und so standen wir am Freitag, 20. September 2002 vor dem Hauptfriedhof in Karlsruhe: Miriam Hofheinz vom PERRY RHODAN-Marketing, Sabine Kropp und ich von der PERRY RHODAN-Redaktion.

Es wurde eine Folge der Fernsehserie »Bloch« gedreht. Hauptdarsteller war Dieter Pfaff, der sich als freundlicher Schauspieler erwies, der zumindest uns gegenüber keinerlei Starallüren zeigte. Für uns war das alles sehr spannend; wir waren alle noch nie direkt bei Dreharbeiten dabei gewesen.

Natürlich wurde damals viel über die geplante Verfilmung der Serie gesprochen. Dieter Pfaff kommentierte trocken, dass eine solche Rolle nicht gerade ideal für ihn sei. »Wenn ich in so einer Rakete sitze und zum Mond fliegen will, hebt die nicht ab, sondern bohrt sich in die Erde.«

Damals herrschte eine gewisse Euphorie vor. Der geplante Drehtermin im Jahr 2002 hatte zwar nicht geklappt, aber noch sah alles recht gut aus, und wir freuten uns schon auf den Beginn der Arbeiten an der PERRY RHODAN-Serie.

(Das Bild zeigt von rechts: Marcus O. Rosenmüller, Dieter Pfaff und Klaus N. Frick.)

20 September 2022

Die letzten Tage von Pordypor

Ich mag die Paramags, seit ich anfing, die PERRY RHODAN-Serie zu lesen. Kein Wunder, der zweite der Romane, die ich in jenem Sommer 1977 las, hatte den Titel »Der Metapsychische Krieg«, stammte von Clark Darlton und setzte sowohl Gucky als auch die Paramags selbst in Szene. Dass in dieser Woche nun ein Roman erscheint, der einen Paramag auf dem Titelbild zeigt, freut mich also aus biografischen Gründen schon sehr …

Das Titelbild zeigt einen Paramag in Aktion, im Roman selbst spielen sie eine wesentliche Rolle. Michelle Stern taucht in die Geschichte der Milchstraße ein, verbindet die Gegenwart unserer Serie mit ihrer Vergangenheit und erzählt ganz nebenbei von den Konflikten, die zwei Raumschiffkommandanten miteinander haben.

Reginald Bull ist die tragische Figur ihres Romans – wenn man das so darstellen möchte. Der Terraner muss sich beweisen, und er muss eine Entscheidung treffen, die ihm nicht unbedingt liegt. Das alles hat die Autorin hervorragend dargestellt, finde ich. (Und jetzt möchte ich gern mal wieder etwas von den Paramags lesen …)

19 September 2022

In Braunschweig auf der Bühne

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Immer wenn ich Hermann Ritter an diesem Tag sah, sprach er mich an. »Klaus, wir müssen dringend reden«, sagte er dann beispielsweise. »Wir haben an diesem Abend einen gemeinsamen Programmpunkt und den müssen wir doch vorbereiten.« Ich versprach, mich alsbald bei ihm zu melden, ließ ihn weiter an seinen geheimnisvollen Projekten arbeiten und wurde sofort in ein neues Gespräch verwickelt.

Es war der Samstag, 24. April 1999. In den Räumen des Jugendzentrums in Braunschweig fand der sogenannte ThoreCon statt, eine richtig schöne Fan-Veranstaltung. Gut 250 Fans waren anwesend, praktisch alle PERRY RHODAN-Autoren hatten sich eingefunden, und es herrschte eine unglaublich positive Stimmung.

Der Tag raste an mir vorüber. Hermann Ritter war irgendwann genervt, weil ich nie Zeit hatte. »Wenn wir nicht vorbereitet sind«, so sagte er halb drohend, halb lachend, »musst du am Abend alles machen, wozu ich dich verdonnere. Und keine Widerrede!«
»Kein Problem«, behauptete ich. »Wir gehen auf die Bühne, und ich bin zu allen Schandtaten bereit.«

Ich wusste nicht, was er vorhatte. Ich sah nur immer wieder, dass er sich Notizen machte, dass er irgendwelche Dinge bastelte und dass er in sich hineinlachte. Wir hatten versprochen, einen »bunten Abend« zu veranstalten, und wir hatten vorgehabt, diesen gemeinsam vorzubereiten.

Nun aber wurde es ein Abend, den Hermann allein organisierte – entsprechend witzig wurde es dann.

Es gibt eine Video-Kassette, die »Perrys Video Club« zu diesem Con veröffentlichte. Ich sah sie mir zuletzt vor gut zwanzig Jahren an. Das könnte ich noch einmal tun, um mir die Szenen in Erinnerung zu rufen.

Aber vielleicht ist das gar nicht nötig. Ich muss nur an diesen Con in Braunschweig denken, und mir fallen alle möglichen Szenen ein. Viele Gags waren albern, aber wir hatten an diesem Abend sehr viel Spaß – sieht man sich das im Video an, überträgt sich das vielleicht gar nicht.

Hermann hatte sich ein komplettes Programm ausgedacht, und weil ich nicht mitgearbeitet hatte, musste ich nun als sein Opfer herhalten. Unter anderem hatte ich beispielsweise Mondra Diamond zu spielen – und er war ein Eheberater, der mit ihr über Perry Rhodan sprach.

»Sie wissen schon, dass die vorherigen Frauen Ihres künftigen Ehemannes alle keinen natürlichen Tod gefunden haben?«, fragte er beispielsweise. Und ich tat alles, um nicht vor Lachen zu platzen und halbwegs passende Antworten zu geben.

Hermann Ritter zeigte, wie man einen PERRY RHODAN-Film ganz einfach produzieren könnte. Mit einigen Tricks wurde ich in einen Haluter verwandelt: Ich bekam ein drittes Auge auf die Stirn gemalt, und zwei zusätzliche Arme wurden aus Stoff an meine Seiten drapiert. Es sah unfassbar albern aus, die Leute im Saal fanden’s wohl witzig.

Das Quiz für angehende Autoren war hart. Götz Roderer wurde auf die Bühne gebeten; er hatte bislang ein PERRY RHODAN-Taschenbuch veröffentlicht und hatte gegen Hermann Ritter kaum etwas auszurichten. Der Moderator stellte dem Autor allerlei Fragen, auf die er keine Antwort wusste. Danach wurde ich gefragt, und ich wusste es auch nicht.

Es gab dann meist jemanden im Publikum, der beispielsweise wusste, wie der Brutplanet der Baramos hieß … Seither weiß ich es auch: Baykalob – diese Information hat sich in mein Gedächtnis gebrannt.

»Wie heißt der deutsche Hyperphysiker?«, war auch so eine Frage, die ich mir vorher nie gestellt hatte, die ich aber seitdem beantworten kann. Es war Dr. Eberhard Pralitz, er spielt im Cappins-Zyklus eine Rolle, und von ihm stammt der Pralitzsche Wandeltaster. Es war unfassbar, welche Fragen Hermann ausgegraben hatte, und es war ein großer Spaß für die Con-Besucher, den ratlosen Redakteur auf der Bühne zu erleben.

Im weiteren Verlauf des Programms setzten Hermann und ich uns Halbkugeln aus Styropor auf. Wir waren damit Tefroder, und er erklärte die »Duplos«. Spätestens als Hermann Ritter die »Duplos« ins johlende Publikum warf, kannte die Stimmung angesichts unserer Blödelei keine Grenzen mehr. Später zeigten wir auf der Bühne noch, wie man einen Unither als Staubsauger verwenden kann, und am Ende sangen wir noch ein Lied.

Man kann nicht behaupten, dass die eine Stunde des bunten Abends eine Sternstunde des anspruchsvollen Theaters war. Hermann Ritter und ich hatten viel Spaß dabei. Und das Publikum lachte so, dass es die meisten dort wohl auch mochten …

(Diese Redaktionserinnerung stand bereits am 6. September 2022 auf der PERRY RHODAN-Seite und wird hier an dieser Stelle zur Dokumentation wiederholt.)

16 September 2022

Ein großer Held wird sechzig

Ein Logbuch der Redaktion

Wann immer man Leser unserer Serie oder ehemalige Leser fragt, welche Figuren sie besonders schätzen und mögen, tauchen zwei Namen recht schnell auf: Die einen rufen »Gucky«, die anderen »Atlan«. Der Mausbiber ist bei vielen Menschen beliebt, weil sie mit seiner Figur eine tüchtige Prise Humor verbinden. Der Arkonide wiederum ist aufgrund seiner Erfahrung ein vielseitiger Protagonist, an die man als Leser auf verschiedene Weise »andocken« kann.

Seinen ersten Auftritt hatte Atlan bekanntlich im August 1962, als der Roman »Der Einsame der Zeit« erschien. Es war der fünfzigste Band der PERRY RHODAN-Serie, über deren Erfolg man im zweiten Erscheinungsjahr immer noch staunte. Sie hatte alle Hoffnungen der Autoren und des Verlages übertroffen, und Zigtausende von Lesern im deutschsprachigen Raum warteten Woche für Woche auf eine Fortsetzung.

Verfasst wurde der Roman von K. H. Scheer, der damals für die Steuerung der PERRY RHODAN-Serie verantwortlich war. Scheer führte mit Atlan eine besondere Figur ein, die er an die Seite Rhodans stellte. Atlan sollte von Anfang an nicht jemand sein, die sich Rhodan unterordnete, sondern eine Person, die ihm gleichwertig war und eigene Ansichten verfolgte. Scheer zeigte die beiden Helden zu Beginn zudem als Gegner, die sich erbittert bekämpfen.

Die Leser waren rasch begeistert: Atlan wurde von Scheer als »Paladin der Menschheit« präsentiert, als ein Mann, der die Geschichte der Erde über Jahrtausende hinweg begleitet und unterstützt hat.

Seit damals fasziniert die Figur die Leserinnen und Leser der größten Science-Fiction-Serie. Hunderte von Romanen sind erschienen, es gab eine eigene ATLAN-Heftromanserie und zahlreiche ATLAN-Taschenbücher – das alles kann man heute in Form von E-Books jederzeit nachlesen.

Der charismatische Arkonide spielt viele unterschiedliche Rollen: als erfahrener Kämpfer, als charmanter Frauenheld, als beeindruckender Staatsmann und als wagemutiger Abenteurer. Er war nie ein »Sidekick« von Perry Rhodan, nie ein Stichwortgeber für den Terraner. Atlan wurde stets als eigenständiger Held geschildert: Ob er nun Kristallprinz von Arkon war oder Kommandant der ATLANC auf der Fahrt in die Jenzeitigen Lande, ob er als Lordadmiral der USO oder als Gänger des Netzes aktiv war, ob er mit der SOL durch die Galaxien reiste oder als Orakel von Krandhor diente – er war immer Atlan, eine Figur mit Kanten, die im Zweifelsfall entschlossener als Perry Rhodan vorgehen konnte.

Woher kommt eigentlich die Beliebtheit für die Figur? Ist es nur das Aussehen?

Schon Johnny Bruck stellte Atlan sehr eindrucksvoll dar, als einen Mann mit langen weißen Haaren, der offensichtlich viele Geschmäcker ansprach. Die heutigen Künstler orientieren sich an den Bruckschen Vorlagen, auch wenn sie verständlicherweise eigene Schwerpunkte in der Darstellung wählen.

Das Aussehen allein ist es natürlich nicht. Es liegt an den Geschichten, die um den Arkoniden erzählt werden, und an der Art und Weise, wie sein Charakter dargestellt wird.

Atlan wurde immer wieder von unterschiedlichen Autoren geprägt: K. H. Scheer nahm ihn als erster unter seine Fittiche, zeigte ihn vor allem als erfahrenen Kämpfer – er platzierte Atlan mit seinem harten Vorgehen oft als Antagonisten zu Perry Rhodan, was sich unter anderem bei den Romanen des »Meister der Insel«-Zyklus zeigte.

Später wurde Atlan stärker von Hans Kneifel »adoptiert«, der den Arkoniden in den Zeitabenteuern vielseitiger darstellte: als einen Abenteurer, als einen Liebhaber schöner Frauen, als einen Erbauer von Städten und einen Förderer der Künste.

Diese Autoren schufen also die Grundlagen, auf die bis heute aufgebaut wird. Bei Atlan gelang, was bei anderen Serienfiguren nicht immer funktionierte: Der Arkonide blieb sich gewissermaßen treu, auch wenn er in unterschiedliche Rollen gesteckt wurde. Er blieb der charismatische Mann, der tapfere Kämpfer, der elegante Spötter und der attraktive Liebhaber.

In diesem Jahr wird er also sechzig Jahre alt. Wir feiern den Geburtstag im September, auch wenn der August ja eigentlich richtig wäre – aber unsere Serie hat nun einmal im September angefangen, und so haben wir die zwei Feiertage, die um gerade einmal zwei Wochen voneinander abweichen, praktisch zusammengelegt.

Sechzig Jahre Atlan also … ich finde, er hat sich gut gehalten, unser Arkonide. Und so erhebe ich mein Glas auf ihn und freue mich auf weitere Abenteuer mit ihm!

(Dieses Logbuch wurde am 2. September 2022 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht und wird hier zu dokumentarischen Zwecken wiederholt.)

15 September 2022

Gedanken zu K. H. Scheer

Heute vor 31 Jahren starb K. H. Scheer, einer der zwei Gründungsautoren von PERRY RHODAN. Er schrieb nicht nur den ersten Roman der Serie, sondern auch weitere wichtige Bände, in denen Figuren in die Handlung eingeführt wurden (Atlan in Band 50, Icho Tolot in Band 200) oder in denen er neue Handlungsabschnitte eröffnete. Scheer war der Mann, der die Struktur für den Erfolg der PERRY RHODAN-Serie legte; an den Ideen waren von Anfang an mit Clark Darlton und Kurt Mahr auch andere Autoren beteiligt.

Interessant finde ich, dass Scheers erster Science-Fiction-Roman vor 70 Jahren vollends veröffentlicht wurde. Dieses Werk hieß »Piraten zwischen Erde und Mars« und wurde in Fortsetzungen in der Wochenzeitung »Das grüne Blatt« veröffentlicht. (Der Terranische Club Eden hat diesen Roman vor einigen Jahren nachgedruckt – immer noch interessant und lesenswert.) Scheer war damals ein junger Mann, gerade mal anfangs der zwanzig, und er schickte sich an, der beliebteste Science-Fiction-Autor im deutschsprachigen Raum zu werden.

Heute kann man sich die Situation der fünfziger Jahre kaum noch vorstellen. Scheer schuf eine eigenständige Science Fiction, seine Vorbilder waren dabei die deutschsprachigen Autoren utopischer Romane, die zwischen den Weltkriegen veröffentlicht wurden. Erst später konnte er sich bei englischsprachigen Vorbildern »bedienen«. Wenn man sich die frühen Romane des Schriftstellers ansieht, die sich meist immer noch gut lesen lassen, kann man feststellen, wie er Ideen immer wieder neu aufgriff – um sie später teilweise bei PERRY RHODAN zu verwenden.

Scheer war ein Autor, der es verstand, eine technisch-wissenschaftliche Zukunft zu beschreiben, so dass sie von den Lesern sofort verstanden wurde. Man nahm diese Zukunft als glaubhaft an, man folgte bereitwillig den Abenteuern zwischen den Planeten, die Scheer schilderte.

Als er heute vor 31 Jahren starb, war es ein Schock für viele PERRY RHODAN-Leser. Bis heute wissen wir, dass wir von ihm und seiner Arbeit profitieren – die zehn Jahre vor dem Start der PERRY RHODAN-Serie begonnen hatte …

14 September 2022

Lockruf der schwarzen Lohe

Ein starkes Titelbild von Alfred Kelsner, ein starker Roman von Robert Corvus: Der PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche erscheint, hat mich in mehrfacher Hinsicht gefesselt. Der Autor blickt tief in das Innenleben seiner Figuren, zeigt Alaska Saedelaere beispielsweise in faszinierender Weise und treibt die Handlung um den Chaoporter FENERIK weiter.

Exotische Aliens treten auf, seltsame Raumschiffe werden in Konflikte verwickelt, eine Quintarchin muss sich bewähren: In diesem Roman geschieht viel, er ist abwechslungsreich und vielschichtig. Ich denke, er wird auch bei den meisten Lesern ankommen.

13 September 2022

Blume des Raytschats

In dieser Woche veröffentlichen wir in der Serie PERRY RHODAN NEO einen Roman, den man getrost ohne weitere Vorkenntnisse lesen kann: Keine unserer Hauptfiguren spielt mit, und die Handlung ist auf einer Welt angesiedelt, die fremdartig ist, deren Details aber sehr klar vermittelt werden. Verfasst wurde der Roman von Lucy Guth, und er trägt den Titel »Blume des Raytschats«.

Die Autorin erzählt von den Machenschaften im Zentrum der Macht. Mit der Macht wiederum ist der Kugelsternhaufen Naupaum gemeint, in dem es Tausende von Welten gibt, die allesamt dicht bevölkert sind. Auf der Zentralwelt gibt es offensichtlich allerlei Intrigen und Konflikte, die sie mit einem großen Gespür für die Details zeigt und beschreibt.

(Wer übrigens einwendet, dass das Titelbild eine sehr menschlich anmutende Yaanztronerin zeigt, hat nicht unrecht. Aber mir ist in einem solchen Fall wichtiger, dass das Motiv am Kiosk und im E-Book-Shop ein »Hingucker« ist und möglichst viele Leser fasziniert. Optik steht für mich über Exaktheit.)

12 September 2022

Atlantis für 2023

In diesen Tagen beschäftige ich mich immer wieder mit PERRY RHODAN-Atlantis. Nicht mit der Serie, die wir in diesem Jahr veröffentlicht haben und mit der ich viel Freude hatte, sondern mit der Serie, die wir im kommenden Jahr veröffentlichen werden. Wir werden’s wohl ganz schlicht PERRY RHODAN-Atlantis 2 nennen. Das ist, so finde ich, klar und aussagekräftig genug.

Derzeit steckt vor allem Ben Calvin Hary tief in der Arbeit. Der Autor schrieb die Exposés für PERRY RHODAN-Atlantis, und es ist keine Überraschung, dass er auch die zweite Staffel steuern wird. Mir liegen haufenweise Datenblätter und Exposés, Ideen und Konzepte vor. Das ist alles faszinierend und liest sich schon in dieser Form sehr spannend. Ich freue mich bereits auf den März 2023, wenn der erste Band der neuen Miniserie erscheinen wird.

11 September 2022

Die zweite kosmische Phase

Ein Logbuch der Redaktion

In wenigen Wochen beginnt der Zyklus »Die Gänger des Netzes« innerhalb der PERRY RHODAN-Bücher; der erste Band erscheint am 2. September 2022. Dann kommen auch die Leserinnen und Leser der größten Science-Fiction-Buchserie der Welt in den Genuss eines Handlungsabschnitts, der in den 80er-Jahren eine wichtige Serienepoche abschloss. Er definierte damals einige wesentliche Elemente des Serienkosmos völlig neu – und diese neuen Elemente gelten bis heute.

Wenn man möchte, kann man die Serie ohnehin in verschiedene Epochen einteilen. Unter William Voltz erlebte PERRY RHODAN zwischen den Bänden 700 und 999 eine erste kosmische Phase. Staunend las man – ich gehörte damals ja dazu und erinnere mich gut – erstmals von Superintelligenzen und Sporenschiffen, von großen kosmischen Entwicklungen und Geschichten, die sich über Jahrmillionen spannten. Es wurde klar, dass die Ereignisse, die in der Serie zwischen den Bänden 1 und 699 beschrieben worden waren, in ein größeres Ringen eingebettet waren.

Nach Band 1000 entwickelten die damaligen Autoren ihr komplexes Universum noch weiter. Neue Superintelligenzen wurden bekannt, man erfuhr mehr über Materiequellen und Materiesenken, sogar Kosmokraten und Chaotarchen spielten mit. Erst nach Band 1400 setzte die Serie wieder auf »Härte, Action, Sinnlichkeit«, wie es der damalige Chefredakteur gern formulierte. Davor aber kamen Kosmonukleotide vor, von kosmischen Messengern wurde zumindest erzählt, und der Moralische Kode – damals noch mit »K« geschrieben – als zentrales Element durchzog das gesamte Universum.

Es war, um es rückblickend zu sagen, eine phantastische Zeit. Nicht alle Leser mochten das, aber mir gefielen die teilweise sehr abgefahrenen Ideen. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel über die eigentlichen Inhalte verraten: Wer die Bücher derzeit liest und nicht die Geschichte kennt, dem möchte ich schließlich nicht den Spaß an der Lektüre nehmen. Und wer unbedingt wissen möchte, um was es in welchem Band geht, der liest ohnehin einfach in der Perrypedia nach. (Von einem derartigen Nachschlagewerk träumten Leser in den 80er-Jahren. Das gedruckte PERRY RHODAN-Lexikon in fünf Bänden war toll, aber schon bei seinem Erscheinen nicht mehr aktuell.)

Die Grundlage für »Die Gänger des Netzes« war und ist originell: Perry Rhodan und seine Gefährten sind nicht in der Milchstraße aktiv, denn diese können sie nicht mehr betreten. Also sind Rhodan und seine Begleiter in die Galaxien der Mächtigkeitsballung Estartu ausgewandert, wo sie sich den Gängern des Netzes angeschlossen haben. Diese Organisation kämpft gegen die Tyrannei der Ewigen Krieger, ihre Angehörigen setzen sich für Frieden und Freiheit ein.

Perry Rhodan lebt mit Gesil zusammen, der Inkarnation einer Kosmokratin, mit der er zusammen eine Tochter namens Eirene hat. Wer als Tochter solche Eltern hat, muss wohl ein besonderer Mensch werden: Das Mädchen entwickelt sich auf seine ganz eigene Weise, ist beispielsweise unglaublich von den Nakken fasziniert, den Angehörigen einer schneckenartigen Kultur. Während sich Perry Rhodan also um große kosmische Themen kümmern sollte, muss er sich gleichzeitig Sorgen wegen seiner Tochter machen …

Die Milchstraße wiederum ist in diesem Szenario längst von Truppen aus der Mächtigkeitsballung Estartu besetzt. Ein Sotho – also ein Abgesandter aus den zwölf Galaxien von Estartu – namens Tyg Ian ist der Anführer der Besatzungstruppen; die Terraner nennen ihn nur Stygian. Bei seinem Versuch, in der Milchstraße die Lehre des Permanenten Konflikts zu verbreiten, geht der Sotho über Leichen. Unter anderem lässt er im Zentrum der Galaxis die »Faust des Kriegers« errichten, mit deren Hilfe er die Milchstraße gegen Einflüsse von außen abriegeln kann.

Das sind nur einige der Elemente, die im kommenden Zyklus der PERRY RHODAN-Silberbände eine wichtige Rolle spielen. Als Leser staunte ich damals über die kosmischen Ideen, die den Zyklus prägten. Ich erfuhr mehr über das Psionische Netz und den Moralischen Code; ich erkannte, dass dieses Psionische Netz auch dazu dient, dass sich Raumschiffe dank seiner Effekte mit rasender Geschwindigkeit durch das Universum bewegen.

Und als der KLOTZ auftauchte, faszinierte mich dieses riesenhafte Gebilde, das offenbar aus einem fremden Universum kam. Es war der Vorbote für weitergehende und noch größere Geschichten, die mich damals wirklich begeisterten.

Die Leser der Silberbände können diese Faszination ab dem September 2022 hoffentlich nachvollziehen – dann erscheint der Silberband mit dem Titel »Die Gänger des Netzes« …

(Dieses Logbuch wurde bereits am 24. August 2022 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. An dieser Stelle bringe ich es aus dokumentarischen Gründen.)

10 September 2022

Wir arbeiten am »Fragmente«-Zyklus

Ein Logbuch der Redaktion


Derzeit schreiben die Exposéautoren an zwei unterschiedlichen Handlungsbereichen: Der Abschluss des noch laufenden »Chaotarchen«-Zyklus wird festgelegt, während gleichzeitig die Grundlagen für den kommenden »Fragmente«-Zyklus erarbeitet werden. Band 3200 erscheint im Dezember 2022, damit beginnt der neue Handlungsabschnitt unserer Serie, und dieser wird wieder hundert Bände weit reichen.

Konzipiert werden die kommenden hundert Bände wieder von Wim Vandemaan und Christian Montillon. Es fließen viele Ideen ein, die während der Autorenkonferenz entstanden sind. Auch die eine oder andere Figur, für die bei der Konferenz die Grundlagen erarbeitet wurden, spielt eine wesentliche Rolle – das sind allesamt Belege dafür, wie das Team bei unserer Serie zusammenwirkt.

Aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen möchte ich an dieser Stelle nicht so viel über die kommende Handlung verraten. Einige Andeutungen sollen aber etwas von unserer Planung andeuten; vielleicht regen sie zu ersten Spekulationen an.

Wesentliche Teile der Handlung spielen außerhalb der Menschheitsgalaxis. Die Terraner müssen zu einer neuen Fernexpedition aufbrechen; es geht hinaus ins Universum. Dabei werden bekannte Schauplätze besucht.

Vor allem der Beginn des Zyklus wird eine Galaxis thematisieren, die schon in früheren Zyklen eine wesentliche Rolle einnahm. Aber natürlich sind in der langen Zeit, die seitdem vergangen ist, viele Dinge anders geworden – auch Stammleser werden also am bekannten Schauplatz ganz neue Eindrücke bekommen.

Es geht ebenso in eine völlig fremde Sterneninsel, die bislang nie eine Rolle spielte. In dieser Galaxis müssen die Terraner und ihre Verbündeten erst einmal Informationen sammeln, um an ihr eigentliches Ziel zu kommen. Man weiß übrigens bereits ein wenig über die Bewohner dieser Galaxis, weil man schon Lebewesen von dort kennengelernt hat.

Der »Fragmente«-Zyklus beleuchtet auch die Situation in der Milchstraße. Zwischen den Bänden 3199 und 3200 gibt es einen kleinen Zeitsprung. Selbst wenn dieser nicht groß ausfällt, verändert sich in der Zwischenzeit einiges.

Wer sich vor Augen führt, was auf der Erde in den vergangenen zwei, drei Jahren alles geschehen ist, kann sich eher vorstellen, was in einer Galaxis von der Größe der Milchstraße in – um ein Beispiel zu nennen – einem Dutzend Jahren alles passieren kann. Es werden keine Sternenreiche vergehen, keine neuen Imperien auf den Plan treten, aber innerhalb eines gewissen Zeitraums verändert sich einiges.

Noch ein Wort zu den Figuren, die nach Band 3200 eine wesentliche Rolle einnehmen. Perry Rhodan gehört dazu, Atlan ebenfalls, Gucky sowieso. Wer darüber hinaus von den Aktivatorträgern an zentraler Stelle mitwirkt, möchte ich noch nicht ausplaudern – es würde einiges vom Ende des laufenden Zyklus vorwegnehmen. Dafür gibt’s, wie eingangs erwähnt, die eine oder andere neue Figur, die hoffentlich die Leser faszinieren wird.

Derzeit sind wir an der Arbeit, und bis der erste Roman im Dezember 2022 erscheint, werden wir sicher noch Ideen entwickeln und Ideen verwerfen. Zyklusplanung ist ein dynamischer Prozess – aber die Grundzüge für den »Fragmente«-Zyklus stehen bereits. Es bleibt spannend …

09 September 2022

Texte für eine Revolution

Der heutige Tag steht – zumindest zeitweise – im Zeichen von PERRY RHODAN NEO. Es geht um die nächste Handlungsstaffel, die Ende Oktober startet. Beide Exposéautoren haben schon lange ihre Konzepte geliefert, die meisten Exposés stehen schon, und fertige Romane gibt es ebenfalls bereit.

Mit leichter Verspätung geht es an die Werbung. Konkret: Heute sitze ich unter anderem an den Werbetexten. Das ist wie immer nicht einfach, vor allem dann nicht, wenn es unter Termindruck stattfindet.

Die Texte sollen so sein, dass ein potenzieller Neuleser oder eine Neuleserin interessiert aufhorcht. Sie sollen die Stammleser ansprechen und mögliche Exleser dafür interessieren. Sie sollen sowieso spannend sein und gleichzeitig nichts verraten. Mal schauen, wie ich damit heute aus dem Problem herausfinde …

08 September 2022

Ein paar Sätze zum Seriengeburtstag

Dieser Tage stellte mir jemand eine Frage: Was sei eigentlich der Inhalt des ersten PERRY RHODAN-Bandes, und warum sei dieser damals so erfolgreich gewesen? Ich erzählte vom »Unternehmen Stardust« und seinen Raumfahrern, von der Begegnung mit den Arkoniden, von der Rückkehr zur Erde und vor allem von der Szene, in der sich Perry Rhodan die Schulterklappen von der Uniform nimmt, um am Ende die amerikanische Fahne in den Staub fallen zu lassen.

Mein Gegenüber hörte sich alles an, stellte viele Rückfragen und meinte dann: »Die Geschichte ist immer noch gut. Sie passt ja hervorragend in unsere Zeit.« Es wurde dann ein längeres Gespräch.

Mir wurde dabei wieder eines bewusst: K. H. Scheer und Clark Darlton begannen an diesem September vor genau 61 Jahren nicht nur eine neue Science-Fiction-Serie, sie drückten mit ihren Romanen die Sehnsucht vieler Menschen aus. Es ging nicht nur darum, zu denen Sternen aufzubrechen, sondern ebenso darum, den Frieden zu sichern und die Unterschiede zwischen Nationen, Völkern, Religionen oder Hautfarben endlich zu begraben.

Die PERRY RHODAN-Serie ist – bei allen abenteuerlichen Romanen, bei aller Action – seit ihrem ersten Band die Geschichte einer geeinten Menschheit. Sie erzählt von einer Vision, von Frieden und von Träumen, von Abenteuern in der Ferne und der Hoffnung darauf, dass die Zukunft besser sei als die Gegenwart. Daran denke ich am heutigen Geburtstag unserer Serie nicht nur einmal …

07 September 2022

Am Zykluswechsel

In diesen Tagen beschäftige ich mich oft mit dem Start des neuen PERRY RHODAN-Zyklus. Wir haben ja schon verkündet, dass mit Band 3200 der »Fragmente«-Zyklus anfängt, mir liegen Konzepte und Datenblätter vor, Überlegungen der Autoren und Vorschläge der Kollegen. Da steht noch einiges an Arbeit vor uns – aber die Grundzüge gibt es selbstverständlich bereits.

Unter anderem las ich heute morgen ein Datenblatt, in dem es um ein neues Fernraumschiff geht. Es werden die üblichen Fragen geklärt: Welche technischen Eigenschaften hat das Schiff, wie groß ist es, welchen Namen trägt das Bordgehirn?

Darüber hinaus wurde in dem Datenblatt – wie sich das gehört – auch klargestellt, wer der Kommandant ist. Ebenso stehen bereits wichtige Funktionsträger darin. Wie die dann mit Leben gefüllt werden, das ist letztlich Aufgabe der Autorinnen und Autoren. Ein Exposé und ein Datenblatt können nur die Grundlagen zur Verfügung stellen …

06 September 2022

Alraska

Die Frage musste kommen. »Herr Frick, kann es sein, dass Sie in Ihrer Titelübersicht einen Fehler haben?« Die Kollegen hatten mitgedacht und waren der Ansicht, es müsse »Alaska« heißen. Ich brauchte tatsächlich einige Zeit, bis der Schreibfehler als Absicht identifiziert worden war. Aber bis zuletzt hatte ich die Angst, dass jemand falsch »mitdenken« und ihn ändern könnte.

Wer sich mit PERRY RHODAN gut auskennt, weiß schließlich, dass »Alraska« ein Versprecher war und kein Verschreiber ist. Wobei es im aktuellen Roman ein wenig anders dargestellt wird als beim ersten Mal …

Marc A. Herren schrieb den Band mit der Nummer 3186, der in dieser Woche in den Handel kommt. Ich freue mich sehr, dass der Kollege aus Bern wieder einmal an Bord ist und sich mit einem Gastbeitrag in unserer Serie zurückmeldet. Meiner Ansicht nach ist ihm das hervorragend gelungen, das Manuskript machte mir bei der Lektüre richtig Freude.

Man merkt dem Roman an, wieviel Spaß der Autor dabei hatte, ihn zu schreiben. Es ist eine vielschichtige Geschichte, die bei »alten« Fans von Alaska Saedelaere viele Wiedererkennungen auslösen wird, die aber auch Lesern gefallen dürfte, die die Figur noch nicht so gut kennen. Das Titelbild von Arndt Drechsler-Zakrzewski (nicht Swen Papenbrock, wie versehentlich im Impressum steht) passt wunderbar zum Inhalt des Romans.

05 September 2022

Die Kosmos-Chroniken und die Zeit

Unlängst kam im Diskussionsforum unserer Internet-Forums die Frage auf, wo denn die neu gedruckten Versionen der »Kosmos-Chroniken« blieben. Die beiden Romane von Hubert Haensel, »Reginald Bull« und »Alaska Saedelaere«, liegen mir sehr am Herzen; ich war der Redakteur, der sie damals inhaltlich betreute und mit dem Autor auf den Weg brachte.

Immerhin gibt es die beiden Romane seit dem vergangenen Jahr in digitaler Form; man kann sie als E-Books kaufen. Für das Jahr 2022 hatten wir uns vorgenommen – und es auch öffentlich angekündigt –, die beiden Bücher zudem in gedruckter Form anzubieten, als »print on demand« also. Das hat bislang nicht geklappt.

Der Grund ist so einleuchtend wie nachvollziehbar, hoffe ich zumindest: Es mangelt und mangelte an der Zeit. Die laufende Produktion mit den regelmäßig erscheinenden Büchern, Taschenbüchern und Heftromanen muss laufen – alle Produktionen müssen zum Termin im Handel sein, und das müssen sie zudem in gedruckter Form wie als E-Book und Hörbuch. »Die Produktion geht vor«, das ist ein zentraler Leitspruch.

Im Jahr 2022 klappte manches nicht so, wie wir es uns vorstellten. Menschen werden krank, manche gehen auch einmal in Urlaub. Und dann müssen Dinge, die nicht zur regelmäßigen Produktion gehören, einfach zurückstehen. Da bitte ich um Verständnis!

02 September 2022

Lektüre während des Seminars

Wenn ein PERRY RHODAN-Redakteur auf Reisen geht, nimmt er immer etwas zum Lesen mit. Diese eiserne Regel halte ich auch an diesem Wochenende ein, wenn ich in Wolfenbüttel unterwegs bin – ich halte an der Bundesakademie für kulturelle Bildung ein Seminar zusammen mit der Autorin Kathrin Lange.

Als Lektüre habe ich mir die aktuelle Ausgabe des »Future Fiction Magazine« eingepackt. Ich kann aber nicht sagen, dass ich es wirklich schaffen werde, diese Zeitschrift zu lesen. Ich habe schließlich auch ein aktuelles Manuskript von PERRY RHODAN NEO und das eine oder andere Exposé im Gepäck.

Unter anderem das aktuelle der eben genannten Serie. Ich freue mich schon sehr darauf, das zu lesen, was sich Rainer Schorm und Rüdiger Schäfer ausgedacht haben ...

01 September 2022

Die Gänger des Netzes

Dieser Tage trafen die Belegexemplare bei uns in der Redaktion ein; der Silberband 159 ist also demnächst auch offiziell im Handel erhältlich. »Die Gänger des Netzes« ist ein besonderer Band: Mit ihm beginnt die Arbeit von Rainer Nagel an den PERRY RHODAN-Büchern so richtig offiziell, nachdem er beim Band zuvor mitten im laufenden Prozess eingesprungen ist.

Nach William Voltz, Horst Hoffmann und Hubert Haensel ist er damit der vierte Mensch, der diese Serie betreut – und zugleich der erste, der nicht zuvor als Autor für PERRY RHODAN in Erscheinung getreten ist. Ich weiß aber sehr gut, dass Rainer einer der absoluten Experten für unsere Serie ist. Kaum jemand kennt sich mit den Details besser aus. Deshalb bin ich sehr sicher, dass die Serie bei ihm in hervorragenden Händen ist.

Spannend finde ich, dass mit diesem Band ein neuer Zyklus beginnt – er trägt denselben Titel wie das Buch. Dieser Zyklus brachte in den 80er-Jahren die kosmischen Ebenen der Serie auf ein damals neues Niveau, was nicht alle Leser erfreute. Ich mochte die Zusammenhänge zwischen Estartu und ES, zwischen Tarkan und DORIFER, zwischen Nakken und dem KLOTZ. Für die Leser von heute sind das allesamt frische Entdeckungen, für die Leser von damals sind es tolle Erneut-Lektüren – spannend!

31 August 2022

Ein Sonderheft zu 60 Jahren Atlan

Es war mir schon im vergangenen Jahr klar, und heute kann ich es gestehen: »Wenn wir ein Sonderheft zu 60 Jahren unserer Serie PERRY RHODAN machen«, argumentierte ich im Frühsommer, »müssen wir auch ein Sonderheft zu den 60 Jahren unserer Figur Atlan machen«. Und nachdem sich das erste Sonderheft ganz gut verkauft hatte, war klar, dass wir eine Fortsetzung machen würden.

Mittlerweile liegt das Heft vor, und mir gefällt es sehr gut. Im Verlauf der Produktion hatte mir meine Kollegin Sabine Kropp nicht zu viele Einblicke gewährt, und so war ich bei manchen Inhalt positiv überrascht. Den Roman kannte ich selbstverständlich; ich hatte ihn mir im vergangenen Jahr noch einmal durchgelesen – ich wollte schließlich wissen, was im fünfzigsten PERRY RHODAN-Band eigentlich steht – und nach wie vor für unterhaltsam und spannend gehalten

Das Exposé, das wir abdrucken, ist extrem interessant. Man sieht ganz klar, wo der Exposéautor von seiner eigenen Vorlage abgewichen ist. Und es lässt sich feststellen, wie manche Ideen wie umgesetzt worden sind. Das ist vor allem für solche Menschen interessant, die selbst gern Geschichten und Romane verfassen.

Dazu kommen ja die Artikel – allesamt lesenswert – und Bilder, die meine Kollegin zusammengestellt hat. Alles in allem ist eine bunte Packung entstanden, die informiert und unterhält. Ich bin sicher, dass nicht nur die Stammleser unserer Serie bei diesem Heft auf ihre Kosten kommen werden …

30 August 2022

Kartell der Pilgerväter

Wenn in dieser Woche der neue Roman von PERRY RHODAN NEO erscheint, entführt Ruben Wickenhäuser unsere Leserinnen und Leser in eine phantastische Welt mit unterschiedlichsten Gefahren. Bekanntlich sind Perry Rhodan und seine Gefährten immer noch auf den Planeten von Naupaum unterwegs – der Terraner sucht nach Wegen, in seine Heimat zurückzukehren. Das stellt sich aber als sehr gefährlich heraus, vor allem, weil es schwerfällt, in Naupaum jemanden zu finden, der sich wirklich auskennt.

Der Autor gibt in »Kartell der Pilgerväter« einen Einblick in eine Struktur, die sich vor allem auf einen Planeten und seine Umgebung konzentriert. Mir gefällt immer, wenn Rhodan als eine Figur gezeigt wird, die zwar in Problemen steckt, aber alles tut, um aus ihnen wieder herauszukommen. Das hat der Autor in diesem Roman sehr schön angelegt. Gefällt mir!

Wenn man es genau nimmt, geht es in diesem Roman um Drogen und den Handel mit ihnen. Was ich damit genau meine, das wird logischerweise erst bei der Lektüre klar.

29 August 2022

Die Einsamen von Halut

Ich mag es, wenn die PERRY RHODAN-Serie Themen aufgreift, die vor vielen Jahren schon einmal eine Rolle spielten, dann aber in Vergessenheit gerieten. Das zeigt sich auch ganz besonders bei dem Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen: Was erstmals 1968 von Hans Kneifel thematisiert wurde, wird nun von Susan Schwartz zu einem zentralen Thema entwickelt. Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, das sollten einfach alle selbst lesen …

Die Autorin stellt in ihrem Roman »Die Einsamen von Halut« ein ganz spezielles Volk und seine Angehörigen vor. Normalerweise stehen sie nicht im Zentrum des Interesses – doch das Auftauchen eines Chaoporters in der Milchstraße verändert einiges, nicht nur die militärischen und politischen Machtblöcke, sondern auch das Schicksal ganzer Völker. Wie die Autorin das zeigt, hat mir gut gefallen: die sensible Darstellung ganz spezieller Aliens …

26 August 2022

Braunschweig wird sicher toll

Ein bisschen neidisch bin ich schon, wenn ich heute die ersten Bilder und Notizen aus Braunschweig sehe und lese: Dort finden an diesem Wochenende die PERRY RHODAN-Tage der PERRY RHODAN-FanZentrale statt. Autorinnen und Autoren, Zeichner, Fans, meine Kollegin Janina Zimmer – viele Menschen geben sich dort ein Stelldichein. Das Programm wirkt auf mich sehr vielseitig, und Raum für persönliche Begegnungen gibt es zuhauf.

Ich kann aus unterschiedlichen Gründen an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen. Der Redakteur muss natürlich nicht überall dabei sein – und Janina Zimmer vertritt die Redaktion hervorragend –, aber ich merke, wie sich aus der Ferne eine gewisse Con-Traurigkeit einstellt. Es ist zwar durchaus Arbeit, als Verlagsmensch auf einen Con zu gehen, das Treffen mit vielen netten Leuten macht aber auch sehr viel Spaß …

Ich wünsche allen, die schon in Braunschweig sind oder sich auf den Weg zu diesem Con machen wollen, schon jetzt viel Freude! Trinkt einen Vurguzz auf mich!

25 August 2022

Die Advokatin Bukk

Ein faszinierendes Titelbild von Dominic Beyeler, ein faszinierender Roman: In dieser Woche kommt »Die Advokatin Bukk« in den Handel, das neueste Werk von Kai Hirdt. 

Im Zentrum stehen Alaska Saedealere und Gry O’Shannon, die sich in einem Netz von Konflikten verstricken. Ihnen zur Seite steht – mehr oder weniger – eine Advokatin namens Sudvuura Bukk, die aber auch an ihren eigenen Plänen arbeitet und sich nicht so sehr für das Schicksal von zwei Terranern interessiert. 

Wie der Autor seine Figuren führt, wie er ungewöhnliche Wendungen einbaut und wie sich am Ende alles auflöst, das hat mir große Freude bereitet. Es gibt familiäre Verwicklungen, es gibt kosmische Elemente, und es gibt eine Abfolge spannender und phantastischer Szenen. Ganz nebenbei erfährt man als Leser noch einiges über den Chaoporter FENERIK und seine Strukturen ...

24 August 2022

Nekrolog

Es ist schon wieder einige Tage her, aber ich will trotzdem einmal einen kleinen Rückblick wagen: Zum Wochenende erschien mit »Nekrolog« der zwölfte Band unserer Serie PERRY RHODAN-Atlantis, verfasst von Ben Calvin Hary, von dem auch die zwölf Romane insgesamt in Form von Exposés und Ideen erarbeitet worden sind. Wie immer geht so eine Serie dann doch sehr schnell vorüber – ich bin ja selbst immer baff, wenn mir der abschließende Roman vorliegt.

Die Leser äußerten sich zumeist positiv zu den zwölf Bänden und dem gesamten Konzept. Natürlich mangelte es nicht an Kritik, und natürlich gab es die eine oder andere Szene, die wir hätten besser machen können. Das merkt man immer erst hinterher, so unglaubwürdig sich das anhören mag.

Für mich wurde PERRY RHODAN-Atlantis selbst ein spannendes Abenteuer. Es war die erste größere Exposéarbeit für Ben Calvin Hary. Dass er planerisch arbeiten kann, hat er schon zuvor bei seinen YouTube-Videos oder beim PERRY RHODAN-Report bewiesen. Eine komplette Serie – wenngleich nur zwölf Bände umfassend – ist aber etwas anderes als die übliche Planungsarbeit eines Redakteurs, die er selbstverständlich beherrscht.

Wir in der Redaktion waren mit seiner Arbeit sehr zufrieden; das klappte alles hervorragend. Der Exposéautor arbeitete intensiv mit der Redaktion und dem Team zusammen. Kein Wunder, dass wir mit ihm schon eine neue Miniserie planen, die im März 2023 gestartet werden soll. Das sind doch positive Entwicklungen!

23 August 2022

Der zweite Seminartag in Ahrensburg

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

(Vorbemerkung: Der folgende Text ist bereits in der Zeitschrift »SOL« veröffentlicht worden. Wir reichen ihn hier zur Dokumentation nach.)

Im Verlauf des 5. Dezember 2000 wurde die Veranstaltung immer stärker zu einem Seminar, das ich meist interessant fand.

Das Bild wurde bei anderen Vorträgen vertieft. Ich erfuhr, wie die Arbeit an einer Fernsehserie ablief, und vor allem bekam ich vermittelt, dass man sich bei den Sendern auf mancherlei Absprachen nicht verlassen konnte. Manche Serien waren in der jüngsten Vergangenheit nicht in der »richtigen Reihenfolge« ausgestrahlt worden – die Folge 10 vor der Folge 8 und ähnliches.

Das hatte direkten Einfluss auf die Konzeption einer PERRY RHODAN-Fernsehserie: Man durfte keine Folgen drehen, die zu direkt aufeinander aufbauten, weil man sich nicht auf die Sender verlassen konnte. Zudem sollte jede Folge für sich verständlich und in sich abgeschlossen sein. Manche Argumentation, die ich in diesem Zusammenhang hörte, kam mir bekannt vor; ähnlich wurde immer wieder im Verlag argumentiert.

Man zeigte uns Statistiken zu Sehgewohnheiten, zur Altersverteilung und zu den Geschlechtern. Wieder stellte sich heraus, dass sich Frauen ebenso für Science Fiction interessierten wie Männer. Das alte Klischee, Science Fiction sei ein reines Männer-Genre, schien überhaupt nicht zu stimmen. Wie würde sich das auf die Produktion und die Drehbucharbeit der geplanten Fernsehserie auswirken?

Der Plan sah vor, eine Serie mit 13 Folgen vorzubereiten. Idealerweise sollte eine Folge 45 Minuten lang sein, damit man sie – falls nötig – mit Werbung auf eine Stunde bringen konnte. Parallel wollte man aber auch eine Serie mit 26 halbstündigen Folgen konzipieren.

Den Produzenten war klar, dass die Haupt- und Nebenfiguren »liebevoll« – wie sie es nannten – ausgewählt werden mussten. Man wollte sowohl die bisherigen PERRY RHODAN-Kenner als auch viele andere Interessierte mit der Serie ansprechen.

Wir sahen uns an diesem Tag vermehrt Ausschnitte aus bekannten Fernsehserien und Filmen an, um zu vergleichen, wie bei diesen beispielsweise die Raumschiffe dargestellt wurden. Wie zeigte man in »Star Trek« das Innere eines Raumschiffs, was erfuhr man in »Event Horizon« über die verwendete Technik?

Am Ende und nach mehreren Diskussionen war klar: Der »Look« einer PERRY RHODAN-Serie sollte unverwechselbar sein. Alle Raumschiffe, die man entwickeln wollte, müssten eigenständig sein.

Gelegentlich mischte ich mich in die Diskussion und verwies auf die Arbeit unserer Risszeichner. Es gab zahlreiche Raumschiffe und technische Details, die in hervorragender Qualität vorlagen. Mit diesen konnte man doch arbeiten, so argumentierte ich.

Immerhin fand die Runde die Solare Residenz stark; diese Optik empfanden alle als einen »Hingucker«. Auch die SOL als Raumschiff wurde als originell empfunden. Ansonsten hatte ich bald das Gefühl, dass man unsere Grafiken und Illustrationen höchstens als Ideengrundlage betrachten, sie aber sicher nicht ernsthaft übernehmen würde. Man wollte überall ein neues Design entwickeln.

Diskutiert wurde über die Freundschaft zwischen Perry Rhodan und Atlan: Wieviel Rivalität war gut für eine solche Serie, oder würden sich die beiden Figuren gegenseitig den Raum wegnehmen? War Reginald Bull als »zweiter bester Freund« überhaupt sinnvoll? Klar war, dass Gucky eine Rolle spielen sollte.

Der Dienstag verstrich mit Vorträgen und Diskussionen, die ich alle als spannend und zielführend einschätzte. Alle Teilnehmer in der Runde waren höflich, alle diskutierten engagiert. Wenngleich ich bei manchen Aussagen das Gesicht verzog, hatte ich doch das Gefühl, dass alle mit großem Engagement an die Verfilmung der PERRY RHODAN-Serie gingen.

Als ich an diesem Abend ins Bett ging, schwirrte mein Kopf von vielen neuen Begriffen und zahlreichen Ideen. Wie würde sich das alles umsetzen lassen?
Am Abschlusstag wurden vor allem Festlegungen zum weiteren Ablauf getroffen. Die Produzenten wollten mit PERRY RHODAN-Autoren in die Detailarbeit gehen; Robert Feldhoff sollte dies koordinieren. Dabei sollten möglichst viele Exposé-Anregungen aufgegriffen und später auch in die Tat umgesetzt werden.

Wir legten grundsätzlich fest, welche Figuren in der Serie mitspielen sollten. Ein erstes Handlungskonzept des Produzenten wurde vorgestellt, das meiner Ansicht nach zu wenig mit unserer Serie zu tun hatte, von dem ich aber glaube, dass man es noch »rhodanifizieren« konnte. Es war sehr frei, griff keinen Zyklus und keinen Einzelroman auf, hatte aber die SOL und die Erde als Schauplätze.

Ein Plan für die nächsten Monat wurde verabschiedet. Ich fand ihn wieder sehr ambitioniert. Gleichzeitig fand ich es gut, dass man mit Tempo an die Angelegenheit heranging.

Bis zum April 2001 wollte man ein fertiges Booklet haben, das unter anderem ein Exposé von fünf Seiten enthalten würde. »Figurenbibel und Backgroundstory, Visualisierungshilfen (Zeichnungen, Skizzen, Kostümentwürfe« sollte das Booklet enthalten. Damit wollte man die bereits bestehenden Kontakte zu nationalen wie internationalen Fernsehsendern weiter ausbauen.

Es herrschte eine gewisse Euphorie im Raum, die auch dann anhielt, als wir uns trennten. Die PERRY RHODAN-Fernsehserie war auf Kurs, ein nächstes Treffen wurde angedacht.

Irgendwann saß ich an diesem sechsten Dezember 2000 im Zug und fuhr zurück nach Karlsruhe. In der Hand hielt ich ein PERRY RHODAN-Manuskript, das ich las und auf das ich mich nicht konzentrieren konnte.

Immer noch schwirrte mein Kopf. Wurde der Traum endlich wahr? Ich hoffte und wünschte es, und vor allem hoffte ich, dass die Fernsehserie auch der PERRY RHODAN-Serie mit ihren vielen Ideen gerecht werden würde …

Gespräche zu einer möglichen Verfilmung

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

(Vorbemerkung: Der folgende Text ist bereits in der Zeitschrift »SOL« veröffentlicht worden. Wir reichen ihn hier zur Dokumentation nach.)

Am Montag, 4. Dezember 2000, ging es nach unseren Vorträgen zu PERRY RHODAN in die Diskussion. Fragen wurden gestellt, Robert Feldhoff und ich antworteten.

Irgendwann meldete sich einer der Drehbuchautoren in der Runde zu Wort. Er habe im Vorfeld in einige der Romane hineingelesen, erzählte er, und dabei sei ihm eines aufgefallen. PERRY RHODAN sei seiner Ansicht nach recht humorlos. Bei der Lektüre aktueller Romane könne er kaum lachen, dabei sei Humor doch so wichtig.

Robert und ich sahen uns verwirrt an. Was sollte das jetzt? Ich stimmte ihm zu, was den mangelnden Humor anging, war mir aber nicht sicher, was der Drehbuchautor wollte.

Auf eine Frage von Eckhard Schwettmann gab er eine klare Antwort. »Wir können es so machen«, schlug er vor. »Ihr schickt mir immer die aktuellen Manuskripte, nachdem sie bei euch eingetroffen sind. Ich schreibe euch zwei, drei Witze rein, damit die Romane lustiger sind, und dann schicke ich sie euch zurück.«

Ab diesem Moment war ich nicht mehr irritiert, sondern entsetzt. Auch Roberts Blick war eher abweisend. Eckhard blieb locker. Das sei eine sehr gute Idee, lobte er, und man werde sie im Verlag sehr gründlich prüfen. »Das machen wir doch, oder?«, fragte er in meine Richtung und nickte mir zu.

Ich nutzte die Chance und nickte ebenfalls. »Wir prüfen das«, versprach ich und nahm mir vor, das Thema nie auch nur ansatzweise anzugehen. Ich wollte mir nicht vorstellen, wie die Autoren diese Vorgehensweise aufnehmen würden …

Die eigentliche Veranstaltung war an diesem Tag bald vorüber. Nach einer kleinen Pause trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen. Ich saß neben einem Mann, dessen Firma sich vor allem mit CGI-Arbeiten beschäftigte. Der Begriff stand, wie er mir erzählte, für Computer Generated Imagery, und es ging letztlich um animierte Bilder bei Filmen.

Bisher war er vor allem für das Fernsehen tätig, wobei er die unterschiedlichsten Genres bediente. Ein Hubschrauber, der durch eine Häuserschlucht flog, wurde eben von seiner Firma in den Film eingebaut und nicht mit filmischen Mitteln »live« gedreht. Das alles fand ich sehr spannend; für mich waren das neue Themen, und ich stellte mir schon vor, wie eine Space-Jet durch die Häuserschluchten von Terrania flitzte.

Später spazierten Robert Feldhoff und ich zusammen mit den künftigen Produzenten der Serie in den Park, der sich neben dem Hotel erstreckte. Wir stellten uns gegenseitig vor, ich fand ihn sehr sympathisch. Ob er auch kompetent war, konnte ich nicht beurteilen. Bisher hatte er vor allem »nonfiktionale« Produktionen betreut, also Spiel-Shows und andere Themen fürs Privatfernsehen. Ob er es schaffen würde, ein Science-Fiction-Thema auf die Beine zu stellen?

Er fragte uns ein wenig aus. Wie wir uns denn die Verfilmung vorstellen würden? Wir hätten uns doch bestimmt Gedanken dazu gemacht. Er habe bereits ein Konzept im Kopf, aber er wolle gern unsere Meinungen hören.

Ich skizzierte das, was ich mir im Zug ausgedacht hatte: eine Art galaktischer Schnitzeljagd. Jede Serienfolge sollte auf einem anderen Schauplatz spielen, mal auf einem Raumschiff, dann wieder auf einem Planeten, und jede Folge sollte in sich abgeschlossen sein. Das war oberflächlich, und ich wusste das, aber ich war nun einmal niemand, der Fernsehserien mochte.

Robert Feldhoff wurde konkreter. Er meinte, man müsse – um PERRY RHODAN wirklich zu erfassen – unbedingt versuchen, einen der klassischen Zyklen nehmen und auf die Folgen einer Fernsehserie herunterzubrechen.

»Stellt euch einen Sonnentransmitter vor, durch den Raumschiffe fliegen«, sagte er; das sei sicher ein phantastisches Bild und würde die Zuschauer verblüffen. »Oder stellt euch eine Welt ohne Liebe vor«, machte er einen neuen Handlungsbogen auf. Er schlug darüber hinaus vor, einen aktuellen Handlungsbogen umzusetzen. Der »Thoregon«-Zyklus laufe derzeit, er komme bei den Lesern gut an, und er habe viele optische Elemente.

Der Produzent hörte sich alles interessiert an. Er machte sich allerdings keine Notizen und sprach nie wieder über unsere Überlegungen mit uns.

Am nächsten Tag folgte ein Vortrag auf den anderen. Der Vormittag gehörte der Science Fiction im Allgemeinen. Die Ursprünge des Genres, seine wichtigsten Autoren, Romane und Filme – das alles wurde in kurzen Filmen und Dia-Vorträgen präsentiert. Auffallend fanden alle, dass die SF-Leser zu einem großen Teil männlich seien, während die Geschlechter bei den Fernsehzuschauern anders verteilt waren: Bei manchen Serien schalteten sogar mehr Frauen als Männer ein.

An alle Teilnehmer der Runde wurden Kopien verteilt. Sie enthielten Definitionen zur Science Fiction, dazu eine Darstellung der wichtigsten Figuren – etwa der »Mad Scientist« – innerhalb der phantastischen Literatur. Ebenso wurden Grundlagen zur PERRY RHODAN-Serie an alle verteilt, aus denen die wichtigsten Figuren und Zyklen hervorgingen. Ich hoffte, dass sich alle einlesen würden. Die Verfilmung unserer Serie konnte nur zu einem Erfolg werden, wenn alle sich möglichst gut über die Inhalte informierten.