19 Mai 2022

Planet der Mock

Als ich zu 1992 als Redakteur für PERRY RHODAN im Pabel-Moewig Verlag anfing, gehörten auch die sogenannten Planetenromane zu meinen Aufgaben. Die Reihe wurde ohne große Ankündigung bei uns im Verlag eingestellt und nahtlos im Heyne-Verlag fortgesetzt. Wie es damals übrig war, wurden alle Beteiligten – auch ich – erst »auf dem allerletzten Drücker« über diese Änderung informiert.

Ich fand es spannend, neue Romane herauszubringen, auch wenn die Produktionsweise des Heyne-Verlages mit seinen Halbjahresvorschauen kaum in Einklang zu bringen war mit der Arbeitsweise einer Heftromanserie und ihrer Autoren. Aber es gelang.

Einfacher war es, die Neuauflage der Planetenromane herauszubringen. Dafür lagen die Originale ja bereits vor, die musste man also nicht neu schreiben. Und so brachte ich im Herbst 1994 auch eine Neuauflage des ersten Planetenromans überhaupt in den Handel.

Das war »Planet der Mock«, ein Roman von Clark Darlton. Als ich unlängst bei mir daheim ein wenig aufräumte, blätterte ich in dem Buch. Das neue Titelbild von Alfred Kelsner gefiel mir immer noch, und den Roman mochte ich sowieso schon immer. Bis heute halte ich den Roman für einen der großen Klassiker unserer Serie. Und ich in stolz darauf, dass ich als Redakteur zumindest im Nachdruck zu betreuen hatte …

17 Mai 2022

Eine Neo-Odyssee

In diesen Tagen laufen die Vorbereitungen zur neuen Handlungsstaffel bei PERRY RHODAN NEO auf Hochtouren. Sie heißt »Odyssee«, und sie spielt in einer Region des Kosmos, die sehr weit entfernt von der Erde ist. Wie weit? Das muss Perry Rhodan erst herausfinden. Denn er muss zu seinem Entsetzen feststellen, dass sein Gehirn von einer unbekannten Macht entführt worden ist.

In den ersten Romanen der neuen Staffel stellen die Autorinnen und Autoren den neuen Schauplatz vor. Rhodan lernt fremde Völker kennen, er trifft aber auch auf bekannte Dinge. Ich bin sicher, dass das manche Leserinnen und Leser als Überraschung betrachten werden.

Ich selbst war ja auch gelegentlich baff, als ich die ersten Ideenpapiere las, die von Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm kamen. Die beiden Exposéautoren hatten die eine oder andere Idee auf Lager, mit der ich nun wirklich nicht rechnen konnte. Und damit meine ich nicht, dass sich Naupaum nun als Kugelsternhaufen entpuppt und nicht mehr länger eine Galaxis ist …

16 Mai 2022

Die Türmer von Tratuum

Es gibt Titel für Romane, die fast automatisch zu Diskussionen führen. Der PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche erscheint, passt wunderbar in diese Rubrik: »Ist da nicht ein ›r‹ zu viel?«, wurde ich im Rahmen der Titelplanung nicht nur einmal gefragt. »Das muss doch ›Türme‹ heißen, oder?«

Um es klar zu sagen: Der Titel ist richtig. Es geht um Leute, die als »Türmer« bezeichnet werden. Und der Autor des Romans – es ist Leo Lukas – macht aus einer Exposévorlage eine unglaublich abwechslungsreiche und bunte Handlung, die zumeist auf der Oberfläche eines Planeten spielt.

Sie zeigt weitere Facetten des aktuellen Geschehens in der kleinen Galaxis Cassiopeia. Dort stehen sich immer noch die Truppen des bereits verschwundenen Chaoportes mit ihrer Übermacht den versprengten Bewohnern von Cassiopeia gegenüber. Dazwischen operieren Menschen aus der Milchstraße, sammeln Informationen und versuchen, den Einheimischen zu helfen.

Ich finde: eine spannende Ausgangslage, eine extrem unterhaltsame Geschichte!

15 Mai 2022

Als Redakteur auf dem ColoniaCon

Es war, um es kurz zusammenzufassen, einfach ein Fest: der ColoniaCon 24, den meine Kollegin Janina Zimmer und ich am gestrigen Tag besuchten. Ein ausführliches Logbuch der Redaktion folgt hoffentlich noch; hier und jetzt nur ein winziger Einblick. Es ist schließlich Sonntag, und da kann man auch Dinge tun, die einen nicht an den Computer fesseln ...

Wir fuhren gegen acht Uhr in Karlsruhe los, waren gegen elf Uhr in Köln und spazierten zum Jugendpark. Dort fand – wie oft in den vergangenen vierzig Jahren – der Con statt. Zwischen 150 und 200 Menschen waren da, sie verteilten sich zeitweise gleichmäßig auf den Außen- und den Innenbereich. Innen hatte man Masken zu tragen, außen ging es natürlich ohne. Und so trieb es viele bei dem wunderbaren Frühsommerwetter hinaus ins Freie.

Es gab eine Reihe von Programmpunkten für die PERRY RHODAN-Leser: Es wurde über Altleser und ihre Leserinteressen diskutiert, es gab Neues über PERRY RHODAN NEO und PERRY RHODAN-Atlantis, und sowieso mischten sich überall Autorinnen und Autoren unters Volk, ließen sich bereitwillig in Gespräche verwickeln und gaben brav Autogramme. Es herrschte eine wunderbar entspannte und unaufgeregte Stimmung.

Für meine Kollegin und mich begann an diesem Samstag die Con-Saison nach der langen Corona-Pause. Es mögen weitere Cons kommen – gern auch in dieser positiven Atomsphäre. Mein Dank an die Veranstalter und ihr Engagement, das man nicht genug würdigen kann!

13 Mai 2022

Hundert Publikationen

Ich führe nicht unbedingt Buch darüber, wie viele Publikationen wir im Verlauf eines Jahres eigentlich veröffentlichen. Heute ergab es sich aber, dass ich einen Zahlenblick auf das vergangenen Jahr 2021 werfen konnte. Das Ergebnis verblüffte mich dann doch … 

Im Jahr 2021 hat die PERRY RHODAN-Redaktion sage und schreibe 100 Titel veröffentlicht. Gemeint sind in sich neue Werke – und es gibt zwei Punkte, an denen man sich streiten könnte. Wir betrachten den PERRY RHODAN-Sonderband nämlich nicht als ein wirklich neues Werk; enthalten waren ja vor allem Beiträge, die schon älter waren. Zum Ausgleich betrachten wir die PERRY RHODAN-Bücher als eigenständige Werke; so werden sie ja auch im Buchhandel bewertet. Wer mag, kann aber ebenso behaupten, wir hätten 101 Titel veröffentlicht. 

Konkret: 52 Bände PERRY RHODAN, 26 Bände PERRY RHODAN NEO, zwölf Bände PERRY RHODAN-Wega, sechs Kurzromane mit PERRY RHODAN-Galacto City (die Ausgabe als Print On Demand wird nicht als eigenständige Produktion geführt, weil es ja »nur« eine andere Ausgabe ist), vier Silberbände. Stimmt doch, oder? 

Das alles erscheint üblicherweise in gedruckter Form, als E-Book und als Hörbuch – man kann also auch zu höheren Zahlen kommen. Ich finde das durchaus respektabel.

12 Mai 2022

Die Anstecknadeln kommen

Am 16. Juli 1997 kamen die PERRY RHODAN-Anstecknadeln aus der Produktion. Die Werbeagentur Zeuner hatte sie bei einer Firma in Witten für das PERRY RHODAN-Marketing herstellen lassen; sie sollten auf Veranstaltungen großmaßstäblich verteilt werden. Den Auftrag dafür hatte Eckhard Schwettmann bereits am 15. Mai erteilt.

Die Metallnadel bestand aus einer flachen Scheibe, die bedruckt worden war, und einer Nadel plus Kappe, mit der man sie am Revers einer Jacke befestigen konnte. Laut Lieferschein wurden insgesamt 50.000 dieser Nadeln hergestellt.

Bei Cons und anderen öffentlichen Veranstaltungen – etwa der PopKomm – wurden die Nadeln unter die Leute gebracht. Wie viele davon wirklich getragen wurden, lässt sich im Nachhinein kaum feststellen.

11 Mai 2022

Die Kralasenin

Um gleich mit einem Missverständnis aufzuräumen: Die Person, die man auf dem Cover des kommenden Romans von PERRY RHODAN-Atlantis sieht, ist nicht die titelgebende Kralasenin. Der Roman von Michelle Stern heißt aber »Die Kralasenin«, und im Inhalt geht es tatsächlich um Rowena, die nach wie vor mysteriöse Arkonidin.

Arndt Drechsler-Zakrzewski verewigte auf diesem Titelbild allerdings Caysey. Sie ist eine Ureinwohnerin von Atlantis, gehört also zu einem der Volksstämme, die sich auf dem Kontinent angesiedelt haben. Ich finde den Gegensatz zwischen ihrem Gesicht und dem Titel reizvoll – das wirkt schon einmal spannend.

Der Roman selbst geht in die Tiefe des Arkon-Imperiums; man erfährt mehr über die titelgebende Kralasenin und ihre Herkunft, und man versteht, warum sie und Atlan sich so gut verstehen. Aber natürlich geht es auch um die aktuelle Situation, in der sich Perry Rhodan, Sichu Dorksteiger und Caysey – die drei sind ja gemeinsam unterwegs – derzeit befinden. Das gibt durch die Perspektivwechsel eine abwechslungsreiche Handlung, die sich wunderbar in die bisherige Story unserer Miniserie einordnet …

10 Mai 2022

Makkos finsteres Herz

Es ist ein Vorstoß ins Ungewisse: Rainer Schorm, einer der zwei Exposéautoren unserer Serie PERRY RHODAN NEO, erzählt von einer Mission der ungewöhnlichen Art. In der Zukunft dieses Universums werden die menschlichen Kolonien von den Überschweren kontrolliert. Davon handelt bekanntlich die aktuelle Staffel, die den schönen Titel »Leticron« trägt.

Es gibt einen starken Widerstand dagegen, und bei diesem Widerstand geht es darum, zu einer Welt zu kommen, auf der es – vorsichtig formuliert – sehr seltsame Dinge zu entdecken gibt. (Als ich das Exposé las, checkte ich an einer Stelle echt die Wikipedia – es steckt eine wissenschaftliche Idee darin, von der ich noch nie gehört hatte.)

Meine Lieblingsfigur bei diesem Roman ist übrigens ein Überschwerer, keiner der eigentlichen »Helden«. Aus seiner Sicht der Dinge wird das Geschehen anders beleuchtet. Und auch wenn er einer Agenda folgt, die sich eigentlich gegen die Menschheit richtet, wird er einem immer sympathischer …

09 Mai 2022

Die Chaos-Bastion

Ein recht militärisch anmutendes Manöver steht im Zentrum des PERRY RHODAN-Romans, der in dieser Woche in den Handel kommt. Uwe Anton schrieb »Die Chaos-Bastion«, in dessen Verlauf eine Gruppe von Terranern alles wagt, um in den Besitz wichtiger Informationen über die Chaotarchen und ihre Soldaten zu erlangen. Schließlich weiß nach wie vor niemand so recht, was die Chaosmächte noch in der kleinen Galaxis Cassiopeia machen, nachdem FENERIK von dort abgezogen ist.

In der trick- und abwechslungsreichen Geschichte spielen vor allem zwei junge Mutanten eine wichtige Rolle. Darüber wirken ein Swoon und ein Paddler bei der Mission mit – ein turbulenter Roman kommt auf die Leserschaft zu …

06 Mai 2022

Gruelfin

Ein Logbuch der Redaktion


Es ist eine Reise über 35 Millionen Lichtjahre hinweg; die MARCO POLO als ein neues Schiff der Terraner transportiert Perry Rhodan und die Besatzung in die ferne Galaxis Gruelfin, der Heimat der menschenähnlichen Cappins. Dort treffen die Terraner auf die Verhältnisse der bislang unbekannten Sterneninsel und sammeln erste Erkenntnisse.

So ließe sich im Prinzip die Handlung des PERRY RHODAN-Buches 50 zusammenfassen. Ich habe das Buch, das im Frühjahr 1995 erschienen ist, dieser Tage als Hörbuch angehört. Es ist meine dritte Begegnung mit den klassischen Romanen nach Band 450: Als Jugendlicher hatte ich sie in einer der Nachauflagen gelesen, als Redakteur hatte ich das Silberband-Manuskript damals kurz durchgearbeitet, nun hörte ich es mir bewusst an.

Es handelt sich ja um den Auftakt einer großen Geschichte: ein terranisches Raumschiff in einer fremden Galaxis, mit an Bord zwei Bewohner dieser Galaxis, die aber seit 200.000 Jahren nicht in der »alten Heimat« waren. Staunend erleben die Menschen an Bord, wie sich die Verhältnisse in Gruelfin darstellen: Sie treffen auf zerstörte Welten, sie lernen einen Wesakeno kennen, sie erfahren immer mehr über die aktuelle politisch-gesellschaftliche Situation.

Das ist streckenweise sehr spannend und fasziniert immer noch. Über manche Dinge darf man vielleicht nicht zu sehr nachdenken. (So wird die Oberfläche einer Welt von den Planetariern mit Atomwaffen bombardiert, damit sie als unbewohnt gilt und die Bewohner im Untergrund ihre Ruhe haben.) Es wird eine fremde Galaxis vorgestellt, es kommt zu Begegnungen mit Außerirdischen, man rettet fremde Lebewesen und wird in Gefechte verwickelt.

Manchmal kommt mir beim Anhören die Art und Weise eher skurril vor, wie man damals die wichtigsten Figuren vorstellte. Roi Danton, der mit Rollschuhen durch ein Raumschiff fährt, fand ich als junger Leser witzig; heute finde ich es eher albern. Hätte man das aber streichen müssen, als man aus den Heftromanen das Buch machte? Sicher nicht.

Informationen werden mündlich verabreicht; neue Offiziere an Bord des Raumschiffes werden vor Ort gefragt, ob sie den Job eigentlich antreten möchten. Es gibt keine Videotelefonate, an das Internet dachte niemand, auch bei der Bearbeitung im Jahr 1994 war das noch eine Vision und keine ernsthafte Realität. Aber auch hier gilt: Hätte man das bearbeiten wollen, hätte man massiv umschreiben müssen. Damit hätte man den Geist der alten Romane verändert.

Immerhin wurde aus den »Männern«, die es an Bord der Raumschiffe in früheren Romanen gab, immer wieder mal »Männer und Frauen«. Die wesentlichen Rollen in der Handlung nehmen aber durchgehend Männer ein; daran änderte die Bearbeitung ebenfalls nichts. Eine solche »Umschreibung« hätte ebenfalls den Charakter der klassischen Romane geradezu verfälscht.

Ich erinnere mich an manche Diskussion, die ich in den 90er-Jahren mit Horst Hoffmann führte. Er war damals für die Bearbeitung der Silberbände zuständig. Wir waren uns einig darüber, dass wir nur behutsam modernisieren würden, weil es ja darum ging, den Klassiker-Status der alten Romane beizubehalten. Wenn ich mir heute das Hörbuch zu Gemüte führe, denke ich trotzdem gelegentlich, dass man an einigen Stellen stärker in den Text hätte eingreifen müssen. Das aber ist sicher Ansichtssache.

Man merkt ohnehin deutlich, von welchen Autoren welche Elemente stammen. Wenn der Kamashite Patulli Lokhoshan beispielsweise in die Handlung eingeführt hat, weiß ich stets, dass dies eine Figur von H. G. Ewers ist. Der Kamashite steckt voller Geheimnisse, seine Gaben sind Perry Rhodan und den anderen noch nicht bekannt, und das wird eindeutig vermittelt. (Man kann davon ausgehen, dass der Autor sich ebenfalls nicht im Klaren darüber war, was er mit dieser Figur noch anstellen wollte …)

Bei Joaquin Manuel Cascal ist stets Hans Kneifel der Urheber, und spielt Alaska Saedelaere eine Rolle, steht William Voltz hinter diesem Auftritt. Es macht heute Spaß, diese unterschiedlichen Gesichtspunkte herauszuhören. Und so ist es für mich eine doppelte Zeitreise, wenn ich die Silber Edition 50 anhöre: Sie geht zurück in meine frühe Zeit als Leser und ebenso in meine Zeit als junger Redakteur.

Spannend. Ich bin sicher, dass heutige Hörer eine andere Spannung empfinden, wenn sie von Perry Rhodans ersten Abenteuern in der Galaxis Gruelfin hören …

05 Mai 2022

Die aktuellen Sonderprodukte

Als 2004 das PERRY RHODAN-Marketing eine acht Seiten umfassende Broschüre veröffentlichte, die unter dem Titel »Informationen 2004« stand, bildete die letzte Seite eine Übersicht. Sie trug den Titel »Sonderprodukte« und zeigte das, was es zu dieser Zeit rings um PERRY RHODAN – zu beziehen bei Versendern wie Transgalaxis oder dem HJB-Shop.

Zu sehen waren die damals aktuellen T-Shirts, aber auch die CD-Produktionen, die Hörspiele oder die Revell-Bausätze. Sogar eine Fahne gehörte zum Merchandise-Programm rings um die Marke PERRY RHODAN.

Weil man damals noch nicht über einen eigenen Shop verfügte, gab das Marketing bei der Werbung immer Versandhändler wie den HJB-Shop oder Transgalaxis an. Das wurde unter dem Begriff »Transmittertipp« angekündigt.

04 Mai 2022

Zwischenstand auf Atlantis

Mit unserer laufenden Miniserie haben wir offensichtlich den Nerv vieler Leserinnen und Leser getroffen. PERRY RHODAN-Atlantis kommt gut an, die meisten Lesermeinungen sind positiv und sparen nicht an Lob. Das finde ich sehr gut. Deshalb informiere ich an dieser Stelle kurz über den aktuellen Stand der Dinge.

Ein großer Teil der Manuskripte liegt geschrieben vor, einige Romane sind bereits veröffentlicht, und mit den Exposés ist Ben Calvin Hary längst bis Band zwölf gekommen. Die Serie steht also, wobei es naturgemäß bei einer konzeptionellen Arbeit immer noch weitere Gedanken und Änderungen gibt. Nichts ist in Stein gehämmert – wir machen schließlich Science Fiction, und da kann die eine oder andere Idee schon mal eine Welt verändern.

Wie ich bislang aus dem Vertrieb hörte, ist man dort auf jeden Fall zufrieden. Gut läuft zudem die Atlantis-Edition, also das Kurz-Abonnement, das wir quasi mit Bordmitteln aus den Räumlichkeiten unseres Büros bestücken. Das alles klingt erfreulich – für mich in diesen Zeiten eine richtig schöne Sammlung positiver Informationen!

03 Mai 2022

Die Presse im Perryversum

Heute ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Seit 1994 gibt es diesen Tag, und stets am 3. Mai wird auf die Situation von Journalistinnen und Journalisten weltweit aufmerksam gemacht.

Dabei ist es durchaus mal interessant, sich Journalisten im PERRY RHODAN-Universum anzuschauen. Diese spielten in all den vielen Romanen immer wieder wichtige Rollen.

Für mich ist Krohn Meysenhart der Reporter, den ich am eindrucksvollsten fand. Nicht unbedingt deshalb, weil er besonders realistisch dargestellt wurde – das kann man kaum behaupten –, sondern weil es Thomas Ziegler mit ihm gelang, die terranische Gesellschaft der fernen Zukunft auf satirische Weise zu beleuchten.

Auch der Swoon Dschingiz Brettzeck ist mir in sehr guter Erinnerung geblieben. Ob es einen solchen Reporter in Wirklichkeit geben könnte, weiß ich nicht. Als Romanfigur mochte ich ihn.

Die kaltblütige Journalistin Katie Joanne, die vor allem von H. G. Francis in der Handlung geführt wurde, kam nicht allgemein bei den Lesern an. Aber auch bei ihr ging es um ein Thema: die Wahrheitsfindung, durchaus kritisch zu betrachten, und die Freiheit der Presse.

Und das finde ich bei allen Reportern unserer Serie gut: Sie recherchieren frei, sie werden in ihrer Arbeit nicht behindert. So wie es eben auch sein sollte ...

02 Mai 2022

Haus der Maghane

Zu den vielschichtigen Figuren, die Wim Vandemaan als Exposéautor in den vergangenen Jahren in die PERRY RHODAN-Serie eingebracht hat, zählt Soynte Abil. Bei dieser nach wie vor mysteriösen Frau handelt es sich um eine Meisterin der Insel, eine der Personen also, die über lange Zeit hinweg die Galaxis Andromeda beherrscht haben. Viel ist über sie noch nie bekannt, und es ist davon auszugehen, dass es zu ihr immer mal wieder neue Enthüllungen geben wird.

Der PERRY RHODAN-Roman dieser Woche liefert weitere Hinweise. »Haus der Maghane« erzählt eine vielschichtige Geschichte, in der sich Vergangenheit und Gegenwart verbinden. Wer den großen Bogen zu schätzen weiß, den die größte Science-Fiction-Serie der Welt schon seit langen Jahren spannt, wird an diesem Roman seine Freude haben. Ich fand ihn mitreißend und faszinierend zugleich, mit neuen Details zu einer Vergangenheit des Perryversums, über die man nach wie vor nicht viel weiß …

29 April 2022

Wenn Sascha Vennemann erzählt …

Seit Ben Calvin Hary unseren Videokanal bei YouTube betreut, ist unser »Perryversum« auf dieser Videoplattform enorm gewachsen. Ich sehe mir die aktuellen Videos immer gern an, ich mag sie sehr. 

Leider klappt es nicht immer, sie immer dann anzugucken, wenn sie neu sind. Deshalb kam ich erst dieser Tage dazu, das Video anzugucken, das schlicht unter dem Titel »Der Neue« steht.

Ben Calvin Hary macht ein Interview mit Sascha Vennemann, von dem vor zwei Wochen sein erster Roman erschienen ist, den der Autor für das PERRY RHODAN-Universum geschrieben hat. Was ich spannend finde: Die Autoren erzählen auch ein wenig darüber, wie das Lektorat bei PERRY RHODAN abläuft und die Zusammenarbeit der Autoren mit der Redaktion. (Ich bekomme da ein wenig »mein Fett« weg, wenn die beiden von meinem Feedback erzählen.)

Ich könnte mir vorstellen, dass diese Einblicke in die Arbeit von Schriftstellern auch für Menschen interessant ist, die sonst keine Ahnung von PERRY RHODAN haben. Ein schöner Einblick!

28 April 2022

Siraprint und die Werbung

Im Verlauf des Jahres 1996 verstärkte die Firma Siraprint ihre Werbung in den PERRY RHODAN-Romanen, nachdem der Vertrag schon seit einiger Zeit lief. Unter anderem wurde auf der Rückseite von PR-Band 1815, der im Sommer 1996 veröffentlicht wurde, auf »das ultimative Perry Rhodan Outfit« aufmerksam gemacht.

Zu sehen waren verschiedene T-Shirt-Motive, unter anderem auch mit dem »Pax Terra«-Logo sowie eine Baseballkappe. Angeboten wurden T-Shirts sowie Longsleeves.

Als »Model« diente stets Klaus N. Frick, der damalige PERRY RHODAN-Redakteur. Sein Gesicht ist nur auf dem Motiv links oben zu erkennen – und auch da wollte er den Kopf unbedingt senken –, ansonsten wurde es in der Repro »entfernt«.

27 April 2022

Die schlafende Göttin

Im Universum von PERRY RHODAN NEO ist der Mars ein besonderer Planet, noch besonderer als in unserer Realität oder im klassischen PERRY RHODAN-Universum. Das zeigt sich auch im kommenden Roman unserer Serie: Lucy Guth schrieb »Die schlafende Göttin«, der in dieser Woche in den Handel kommt und unter anderem in der Unterwelt des Roten Planeten spielt.

Um wen es sich bei der titelgebenden Göttin handelt, möchte ich an dieser Stelle nicht ausplaudern. Wer den Rückentext des Romans liest oder die dazu gehörenden Informationen im Internet liest, wird schnell die richtigen Überlegungen anstellen. Ansonsten kann man sich ja auch überraschen lassen.

Es gibt auf jeden Fall neue Details zur Geschichte des Mars und seinen Bewohnern. Der Arkonide Atlan und seine Begleiterin stoßen auf seltsame Wesen und stolpern buchstäblich durch eine Unterwelt, die bislang so gut wie unbekannt war. Den emotionalen Abschluss des Romans fand ich zutreffend und passend.

26 April 2022

Kampf der Kastellanin

Titelbilder von Dominic Beyeler sind immer eine Spur anders – das zeigt sich auch bei der kommenden PERRY RHODAN-Ausgabe. Auf dem Titelbild ist Vinoi-Ioniv Etter zu sehen, eine Galaktische Kastellanin, die zudem über die Gabe verfügt, eine Para-Diffusorin zu sein. In diesem Roman spielt sie eine wichtige Rolle, weshalb der Titelbildkünstler aus der Schweiz sie aufs Cover hievte.

Den Roman selbst verfasste Susan Schwartz. Wieder einmal kann die Autorin ihr Talent ausspielen, originelle Aliens zu präsentieren. Das gilt nicht nur für den schrägen Narrenfresser, sondern auch für eine Angehörige des Volkes der Keji und die auf dem Titelbild gezeigte Kastellanin.

Pläne werden geschmiedet und umgesetzt, Intrigen werden geschmiedet und blockiert – es passiert viel in diesem abwechslungsreichen Roman. Schön!

25 April 2022

Der Raumschiffsfriedhof

Das Titelbild von Arndt Drechsler ist wuchtig, der Roman selbst ist spannend: Olaf Brill schrieb »Der Raumschiffsfriedhof«, und dieser vierte Band unserer Miniserie PERRY RHODAN-Atlantis kommt in dieser Woche in den Handel. Es handelt sich um einen Roman, der ausschließlich im All und an Bord von Raumschiffen spielt – die Hauptfiguren haben sich weit von Atlantis und seinen Bewohnern entfernt.

Im Vorfeld diskutierten wir darüber, ob die Außerirdischen, die in diesem Roman als Schrottsammler auftauchen, in dieser Epoche unserer Serienvergangenheit überhaupt schon eine eigene Raumfahrt beherrschen. Kann man sie wirklich auftauchen lassen, und welche Rolle spielen sie im Großen Imperium der Arkoniden?

Einiges von dem, was wir uns ausdachten, wird sich weder in diesem Roman noch in einem anderen Werk jemals wiederfinden, vermute ich – aber manchmal ergibt es sich, dass man Festlegungen treffen muss, die für unsere Serie von Bedeutung sind. Da kommt sich unsereins nicht mehr wie ein Redakteur vor, sondern fast wie ein Forscher und Wissenschaftler …

22 April 2022

Live im Südwestrundfunk

Baden-Württemberg wird 70 Jahre alt – und der regionale Südwestrundfunk feiert das auf seine Weise: Sendungen werden aus Städten des Bundeslandes live gesendet. Am Freitag, 22. April 2022, war Rastatt an der Reihe: Auf dem Marktplatz stand ein Bus, der eine mobile Sendezentrale enthielt, dazu war ein Informationsstand aufgebaut worden. Man sendete also nicht aus dem Funkhaus, sondern aus der Innenstadt von Rastatt.

Weil die PERRY RHODAN-Serie seit vielen Jahrzehnten in Rastatt beheimatet ist, war es klar, dass sie ein Thema der Sendung sein würde. Man bat mich als Redakteur zu einem Interview, und ich kam dieser Einladung sehr gern nach. Wie es sich für einen öffentlich-rechtlichen Sender gehört, war alles sehr gut organisiert.

Es gab einen Kameramann, der das Interview filmte – so dass man es im Internet live angucken konnte. Ich lernte die Moderatorin Stefanie Anhalt und den Moderator Corvin Tondera-Klein kennen, die sich als sehr sympathisch erwiesen, und ich wurde von Corvin Tondera-Klein zu PERRY RHODAN ausgefragt.

Die rund drei Minuten für das Interview waren ruckzuck vorbei, dann lief ein wenig Musik, und in der Zeit erzählte ich den beiden darüber hinaus von PERRY RHODAN: wie das mit dem Autorenteam so läuft, was wir sonst so alles machen und so weiter. Und weil das so viel »Input« war, wurde ich noch einmal für eineinhalb Minuten kurz interviewt.

Für unsere Marke PERRY RHODAN war das sicher eine schöne Gelegenheit, mal wieder an der Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Den Südwestrundfunk – vor allem SWR 1 – hören nun einmal sehr viele Menschen ...

21 April 2022

Der Rohbau des Pabel-Hauses

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«

In Rastatt sprach man seit den späten 50er-Jahren nur vom »Pabel-Haus«: Gemeint war das große Gebäude des Pabel-Moewig-Verlags, das im Herbst 2021 von der PERRY RHODAN-Redaktion – die einzige Redaktion, die in dem Haus noch tätig war – verlassen wurde.

Im Sommer 1956 war das damals topmoderne Gebäude am Ortsrand von Rastatt errichtet worden: ein großer Bau, in dem unten die Druckerei und oben die Verlagsräumlichkeiten untergebracht waren, mit einem großzügigen Glausbau am vorderen Teil, gekrönt durch ein sogenanntes Turmzimmer und den großen »Pabel«-Schriftzug. Aus diesem Schriftzug wurde später das große »VPM«, das auch alle Menschen sahen, wenn sie mit dem Zug durch Rastatt fuhren.

Die ungeteerte Straße im Vordergrund des Bildes ist heute die Niederwaldstraße, wo seit Oktober 2021 die PERRY RHODAN-Redaktion ansässig ist. An der Stelle des Backsteingebäudes am linken Bildrand erhebt sich seit einem Dutzend Jahren ein modernes Geschäftsgebäude, in dem der Pabel-Moewig-Verlag ein Stockwerk »übernommen« hat. Und hinter dem Verlagsgebäude, das damals den Stadtrand markierte, erstrecken sich zwei Wohngebiete, die ineinander übergehen …

20 April 2022

Im Garten der ESTARTU

Die Begegnung der Menschen mit der fremden Mächtigkeitsballung Estartu veränderte das Weltbild der Terraner – und für die Leser auch den Blick auf den PERRY RHODAN-Kosmos r. Als ich Mitte der 80er-Jahre die entsprechenden Romane erstmals las, war ich sehr auf die Auflösung gespannt: Wieso waren die Verhältnisse in den zwölf Galaxien so, wie sie von den Autoren geschildert wurden? Und wie waren die Zusammenhänge zwischen ES und ESTARTU eigentlich? 

Im Mai erscheint das PERRY RHODAN-Buch, das auf diese Fragen viele Antworten gibt – aber längst nicht alle Details liefert. Es schließt den aktuellen Handlungsbogen um die Vironauten ab und leitet direkt über zum kommenden Zyklus, in dem es um die Gänger des Netzes geht.

Wer sich für kosmische Geschichte interessiert, kommt in diesem Buch auf seine Kosten. Und wer Geschichten um Aliens und ihre Geheimnisse mag, für den gilt das ebenfalls. Als ich in den 80er-Jahren die Romane um ESTARTU und die Wunder der zwölf Galaxien erstmals las, war ich von den Ideen teilweise sehr verblüfft und begeistert – mal schauen, ob sich das auch auf die heutige Zeit übertragen lässt.

19 April 2022

Der Genetische Algorithmus

Bei seinem Titelbild zu Band 3166 unserer Serie liefert Dirk Schulz die interessante Darstellung einer Keji – so kann an sich diese Bewohner des Chaoporters FENERIK also vorstellen. Um eine Keji geht es auch im Roman, den Oliver Fröhlich verfasst hat und der in dieser Woche erscheint. Sein Titel lautet »Der Genetische Algorithmus«, und mich hat er bei der Lektüre des Manuskriptes ziemlich begeistert.

Der Autor erzählt tatsächlich eine Lebensgeschichte, und ich mag solche Darstellungen von außerirdischen Kulturen. Aus der Innensicht einer Keji zeigt er die Kultur und ihre Besonderheiten. 

Mit seinem Roman wirft er zudem ein ganz anderes Licht auf einige Handlungselemente, die seit Band 3100 den laufenden »Chaotarchen«-Zyklus bestimmen. Vor allem die Aufklärung am Schluss des Romans sollte für einige Leser überraschend sein …

14 April 2022

Ein letzter Tag auf der Messe

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der Sonntag auf der Frankfurter Buchmesse 1993 wurde zäh. Ich führte meine Gespräche mit Lesern, und so verstrich der Nachmittag. Dabei wurde ich recht müde; die Nächte waren stets zu kurz gewesen.

Auf einmal stand eine Kollegin des Buchverlages neben mir. Ich solle mit ihr kommen, ich hätte ein Interview. »Ich?«, fragte ich verblüfft zurück.

Tatsächlich war es so. Florian F. Marzin war nicht am Stand, von den Vertriebsleuten konnte oder wollte niemand etwas über PERRY RHODAN sagen, also blieb nur ich übrig. Mit einer jungen Frau, die für den Bayerischen Rundfunk arbeitete, setzte ich mich an den Rand des Messestandes.

Sie baute ihr Aufnahmegerät und ein Mikrofon auf, und nach einer kurzen Tonprobe legte sie gleich mit der ersten Frage los: »Wie stehen Sie zu den Vorwürfen, PERRY RHODAN verbreite faschistische Inhalte und Ideen?«

Ich starrte sie an und überlegte mir noch, ob mir jemand einen Streich spielen wolle. Das war die erste Frage eines Interviews? Die Reporterin war jünger als ich; vielleicht wollte sie zeigen, dass sie besonders kritische Interviews führen konnte.

»Können Sie das Ding kurz ausmachen?«, fragte ich sie und wies auf das Aufnahmegerät.

Sie nickte und schaltete ab. Dann hielt ich ihr einen etwa drei bis fünf Minuten andauernden Vortrag über meine politische Einstellung, mein Engagement gegen Neonazis und andere Themen. Als ich damit fertig war, bat ich sie, das Interview weiterzuführen.

Sie lächelte. »Woher kommt der große Erfolg der PERRY RHODAN-Serie?«, fragte sie dann. Der Rest des Interviews verlief in angenehmer Stimmung.

Nachdem die Reporterin des Bayerischen Rundfunks gegangen war, wurde mir ein Reporter der BILD-Zeitung geschickt, der eine allgemeine Reportage über die Buchmesse schrieb. Ich mochte die Zeitung nicht, wusste aber, wie wichtig sie war, und gab deshalb ein sehr höfliches und braves Interview.

Kaum hatte ich dieses Gespräch beendet, stand eine blonde Frau in dunkelblauem Kostüm vor mir, vielleicht anfangs fünfzig und mit einer voluminösen Frisur, die durch viel Haarspray in Form gehalten wurde. Ich hatte sie am vorigen Tag gelegentlich aus der Ferne gesehen, wusste aber nicht, wer sie war.

Sie stellte sich als die freiberufliche Pressebeauftragte des Verlages vor, und sie schien nicht sehr angetan zu sein, dass ich »einfach so« mit Journalisten sprach. »Man muss da sehr genau darauf achten, was man diesen Leuten sagt«, belehrte sie mich. »Sonst schreiben die, was sie wollen.«

Ich versuchte, ihr klarzumachen, dass ich einige Jahre in der Öffentlichkeitsarbeit tätig gewesen war, aber das schien sie nicht zu interessieren. »Es wäre hilfreich, wenn ich eine Pressemappe hätte«, schlug ich vor, »die könnte man den Journalisten in die Hände drücken, und sie wüssten die offiziellen Zahlen, Daten und Fakten.«

Es gab tatsächlich einen offiziellen Pressetext des Verlags, in dem PERRY RHODAN am Rand erwähnt wurde, aber nur die Bücher. Die Heftromane wurden buchstäblich totgeschwiegen, als seien sie mit dem Buchverlag nicht in Einklang zu bringen. Zwar formulierte sie es sehr zurückhaltend, aber im Prinzip sagte mir die Pressedame genau das: Bei PERRY RHODAN brauche man keine Presse-Unterlagen, normalerweise interessierten sich keine Journalisten für uns. Sie ließ mich dann stehen, weil ein wichtiger Besucher an den Messestand kam, mit dem sie sprechen musste.

Ich war nach diesem Gespräch etwas frustriert. Soweit ich wusste, trug unsere Serie erheblich zu den Umsätzen des Buchverlags bei. Trotzdem nahm man sie nicht richtig ernst. Das wollte ich künftig ändern, so durfte es nicht weitergehen.

Irgendwann war dieser Messetag auch vorüber. Ich fühlte mich ziemlich erledigt: Den ganzen Tag über hatte ich mich in der überhitzten Messehalle aufgehalten, immer mit Anzug und Krawatte. Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, mich auf der Buchmesse angesteckt zu haben: Der Hals kratzte bereits, die Nase juckte.

Ich verabschiedete mich von den Leuten, die noch am Stand zu tun hatten – es waren nicht mehr viele –, bevor ich mit Hermann Ritter das Messegelände verließ. Wir fuhren noch einmal nach Weiterstadt, wo wir mit seiner Freundin zu Abend aßen und wo ich mich umziehen konnte. Spät reiste ich mit der Bahn nach Rastatt zurück, von dort aus mit dem Auto in das Dorf, in dem ich wohnte. Nach Mitternacht war ich endlich daheim.

Am Montag ging ich übrigens wieder ins Büro. Ich wunderte mich, dass die anderen Verlagsangestellten, die auf der Buchmesse gewesen waren, allesamt fehlten. Die hätten »messefrei«, informierte man mich; im Vorfeld hatte mir das niemand gesagt.

Ich hatte ohnehin zu tun und beschäftigte mich gleich wieder mit Hans Kneifels aktuellem ATLAN-Manuskript …

13 April 2022

Die Cybora-Etappe

Eine Reihe von ungewöhnlichen Charakteren wird im kommenden Roman von PERRY RHODAN NEO aufgeboten, in schnell aufeinander folgenden Kapiteln in Szene gesetzt von Rainer Schorm. Auf dem Titelbild hat Dirk Schulz einen dieser Charaktere verewigt. Wobei ich bei der Lektüre feststellte: Ich fand ausgerechnet einen Überschweren am Interessantesten; mit seinen Problemen und Handlungen wird er sympathisch, obwohl er eigentlich unsympathisch sein sollte.

Faszinierend ist der Schauplatz, den der Autor gewählt hat. Die Welt Cybora und ihr direktes Umfeld sind bislang kaum dargestellt worden; um diesen Planeten ranken sich in der Welt von PERRY RHODAN NEO einige Mysterien, und diese werden jetzt ein Stück weit gelüftet …

12 April 2022

Fluchtpunkt Venus

Es ist der dritte Roman unserer aktuellen Miniserie, und es ist der erste Roman, den der Kollege bei einer unserer Serien veröffentlicht: »Fluchtpunkt Venus« erscheint in dieser Woche, er stammt von Sascha Vennemann, und mir hat die Zusammenarbeit mit dem Autor sehr gut gefallen.

Der Autor hat ja eine Aufgabe übernommen, die nicht ganz so einfach ist: Sein Roman spielt auf der Venus – aber auf der Venus des PERRY RHODAN-Universums. Dabei handelt es sich also um eine Welt, die anders aussieht als die Venus in unserer Wirklichkeit. Auf der Venus im Perryversum wuchert ein gigantischer Urwald, bewegen sich riesenhafte Dinosaurier durch sumpfige Wälder.

Das widerspricht der bekannten Realität, muss im Roman aber in sich schlüssig »aussehen«. Und dazu gibt es die halbintelligenten Bewohner der Venus … Ich finde, der Autor hat sich an dieser Stelle hervorragend aus der Affäre gezogen; seine Venus wirkt lebendig, und die Geschichte auf ihr ist spannend. Schön!

11 April 2022

Die Jahrmillionenkarte

Das Titelbild von Dirk Schulz ist schon eindrucksvoll genug, der Roman von Michelle Stern ist es ebenfalls: In dieser Woche kommt »Die Jahrmillionenkarte« in den Handel, ein Roman mit »kosmischen Hauch« und großer Spannung. Mir hat die Art, wie die Autorin ihre Figuren durch die Geschichte führt, sehr imponiert. Ich bin sicher, dass viele Leser das ebenfalls mögen werden.

Hauptfiguren sind Sichu Dorksteiger und Icho Tolot; beides sind Figuren, mit denen die Autorin schon oft und auch sehr gut gearbeitet hat. Daneben spielen haufenweise Topsider eine Rolle, und das Ganze steht natürlich mit den aktuellen Aktivitäten eines Chaoporters und seiner Besatzung in Zusammenhang.

10 April 2022

Nasses Wasser und T-Shirt

Seit einigen Jahren wickeln wir unsere T-Shirts über den Anbieter Spreadshirt ab. Das funktioniert ganz gut, und es wird von unseren Lesern auch positiv aufgenommen. Meine Kolleginnen aus dem Marketing überraschen dabei immer wieder mit schönen neuen Ideen.

Aktuell gibt es ein Motiv, das mich besonders freut: »Das Wasser ist nass« ist ein schon klassisches Zitat unserer Serie, das von K. H. Scheer im Band 50 verwendet wurde. In diesem Roman taucht erstmals die Figur des Arkoniden Atlan auf – im September 2022 gibt es diese Figur also seit 60 Jahren.

Das T-Shirt-Motiv passt also wunderbar in dieses Jahr, das wir ein wenig auf Atlan und seine Geschichte(n) ausrichten werden. (Ich muss mir auch noch eines kaufen …)

08 April 2022

Der BuchmesseCon 1993

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der Samstag, 9. Oktober 1993, brachte in seinem Verlauf noch einige sehr nette Begegnungen. Am Stand der Verlagsunion Pabel-Moewig auf der Frankfurter Buchmesse kam ich gut in Fahrt. Ich unterhielt mich mit PERRY RHODAN-Lesern, die ich schon kannte, oder führte Gespräche mit Menschen, die Informationen über die Serie brauchten.

Über einen Messebesucher freute ich mich besonders: Dr. Helmut W. Pesch kam vorbei. Ich hatte ihn zu Beginn der 80er-Jahre in der Fan-Szene kennengelernt. Als junger Mann hatte er für die MYTHOR-Serie Illustrationen und Karten angefertigt, längst hatte er seine Karriere in der Branche angefangen und war nun für das Buchprogramm bei Bastei-Lübbe verantwortlich.

Mit ihm und Florian Marzin hatte ich eine schöne Kaffeerunde, bei der ich einiges über die Arbeit anderer Verlage erfuhr. Florian und Helmut erzählten von ihren Terminen mit Literaturagenten auf der Messe und ihren Gesprächen mit bekannten Schriftstellern. Für mich als jungen Redakteur war das alles sehr spannend.

Kurz vor Feierabend ließ sich auch Achim Mehnert bei uns sehen. Ich freute mich sehr, den Fan und angehenden Profi-Schriftsteller aus Köln zu treffen. Wir kannten uns seit den frühen 80er-Jahren, wir hatten uns oft gegenseitig besucht. Stolz zeigte ich ihm den Messestand, vor allem unseren Besprechungsraum und die kleine Küche, aus der ich ihm etwas zu essen und zu trinken organisierte – nach einem langen Messetag schmerzten ihm nicht nur die Füße, sondern er hatte auch Hunger und Durst.

Essen, Trinken und Plaudern: Wir kamen leider nicht so früh aus dem Buchmessegelände hinaus, wie wir das eigentlich geplant hatten. Achim fuhr, ich saß auf dem Beifahrersitz. Wir hatten die Verkehrsverhältnisse in der Innenstadt von Frankfurt völlig falsch eingeschätzt und standen kurz nach Verlassen der Messe im Stau.

Wir rollten in einem Tempo durch die Stadt, das jeder Fußgänger übertreffen konnte, und benötigten lang bis zum Südbahnhof. Das lag sicher auch daran, dass wir beide ortsfremd waren und Achim in seinem Auto auf luxuriöse Dinge wie eine Straßenkarte oder einen Atlas verzichtete. Als wir endlich am Con ankamen, war fast halb neun Uhr.

Hermann, der sich zwischen den Con-Besuchern ziemlich langweilte, empfing uns mit ziemlich schlechter Laune. »Wo wart ihr denn so lang?«, maulte er zu Recht und ließ sich erst nach einiger Zeit besänftigen. Er versicherte, auf dem Con sei nicht viel los, und wir sollten erst einmal etwas essen gehen.

In diesem Jahr war der BuchmesseCon vor allem ein Treffen der Horror-Fans; Gespräche über Serien wie »John Sinclair« oder »Professor Zamorra« herrschten vor, und die Science Fiction fristete ein Schattendasein. Nachdem Achim und ich kurz durch die Räumlichkeiten des Cons gegangen waren, fanden wir die Idee, eine Pizzeria zu besuchen, viel ansprechender.

Wir waren nicht die einzigen, die den Con verließen; es war gut ein halbes Dutzend Science-Fiction-Fans, die auf einmal loszogen. Einige hundert Meter weiter steuerten wir eine Pizzeria an. Ob dort jemand einen Tisch reserviert hatte oder ob wir einfach so viel Platz fanden, erfuhr ich an diesem Abend nicht.

Es wurde auf jeden Fall sehr lustig. Ich aß eine Pizza, trank einige Gläser Bier und ein bisschen Grappa – das hatte ich mir, so fand ich, nach dem langen Messetag auch verdient. Und weil ich nicht fahren musste, wollte ich die Lage ausnutzen.

Hermann als Fahrer blieb nüchtern, verhielt sich inmitten der lautstarken Meute an Science-Fiction-Fans allerdings, als hätte er zu viel Alkohol im Blut. Er riss einen Witz nach dem anderen, er ließ sich auf ein Duell ein, das er verlor und an dessen Ende er mit nacktem Oberkörper im Lokal zu sitzen hatte. Ich brach fast zusammen vor Lachen, den anderen am Tisch ging es sehr ähnlich.

Wir fuhren irgendwann von Frankfurt nach Weiterstadt, wo ich mich zu vorgerückter Stunde schlafen legte.

Am nächsten Morgen hatte ich einige Schwierigkeiten mit dem Aufstehen und fühlte mich einigermaßen verkatert. Hermann bekam mich aber wach, bugsierte mich mithilfe von schwarzem Kaffee in sein Auto und fuhr mit mir nach Frankfurt.

Wir schafften es tatsächlich, schon um neun Uhr am Messestand des Verlages zu sein, wo ich mir gleich wieder einen Kaffee gönnte. Wenn ich mir allerdings die Kolleginnen und Kollegen ansah, ging es mir gleich besser. Offensichtlich hatte man an der Hotelbar noch lange »getagt«, so richtig fit war niemand.

Aber am Sonntag hatten die meisten Verlagsangestellten keine Termine mehr: Es kamen keine Buchhändler mehr auf die Messe, auch keine Lizenzgespräche waren zu führen.

Dafür ließen sich die PERRY RHODAN-Leser sehen, und das wiederum betraf Arndt Ellmer und mich. Beispielsweise besuchte eine Delegation des Science-Fiction-Clubs Universum aus dem Saarland unseren Messestand. Ich kannte die Leute teilweise, weil sie 1986 beim WeltCon in Saarbrücken als Helfer tätig gewesen waren. Ihre Reihe »Zeitraffer«, in der einzelne Zyklen unserer Serie kurz zusammengefasst wurden, mochte ich sehr, und ich nutzte sie regelmäßig als Nachschlagewerk.

So ergaben sich im Verlauf des Tages noch mehrere angenehme und positive Gespräche. Ich bekam das Gefühl, auf dieser Messe nicht ganz unnötig zu sein …

07 April 2022

Schilder für den KosmosKontor

Ab Beginn der 90er-Jahre gab es die sogenannten PERRY RHODAN-Stützpunkthändler. Gemeint waren Buchhändler, die alle PERRY RHODAN-Bücher vorrätig hatten. Dafür bekamen sie vom Buchvertrieb die eine oder andere Sonderkondition, auch Verkaufshilfen und dergleichen.

1997 hatte Eckhard Schwettmann eine Idee: »Wir ändern diesen Begriff – damit er mehr nach unserer Marke klingt.« Ein solcher Stützpunkthändler sollten künftig als »KosmosKontor« fungieren. Inwiefern diese Idee bei den Buchhändlern ankam, erfuhr die Redaktion nie; weder das Marketing noch der Vertrieb informierten gern über die Erfolge solcher Aktionen.

Im April 1997 ließ Eckhard Schwettmann darüber hinaus spezielle Aufkleber produzieren. Sie zeigten den Schriftzug »KosmosKontor« sowie einige Planeten und Sterne sowie einen stilisierten Kugelraumer. Dem weiteren Erfolg der Aktion stand so nicht mehr viel im Weg …