02 Juli 2026
Trio in Köln
Auf dem ColoniaCon im Frühsommer 1993 präsentierten sich unter anderem einige neue PERRY RHODAN-Mitstreiter den Fans. Das Bild fasst das sehr schön zusammen, finde ich.
Es zeigt – links im Bild – die Autorin Susan Schwartz, die erst wenige Wochen zuvor mit »Im Netz des Quidor« ihren Einstand in der PERRY RHODAN-Serie gegeben hatte. In der Mitte steht Klaus N. Frick, der im Herbst des Vorjahres als neuer PERRY RHODAN-Redakteur angefangen hatte. Und rechts erkennt man Rüdiger Schäfer, zur damaligen Zeit vor allem als Herausgeber kritischer Fanzines und Autor gelungener Kurzgeschichten bekannt.
In unterschiedlichen Konstellationen arbeiten die drei Personen seit den 90er-Jahren zusammen. Persönlich kannten sie sich seit den 80er-Jahren. Schön, wenn es solche Kontinuitäten gibt!
Das Bild wurde von Peter Fleissner aufgenommen.
01 Juli 2026
Sammler der Kuriositäten
Wovon ich hier spreche und schreibe? Es geht um den aktuellen Roman in unserer Serie PERRY RHODAN NEO, den Antares Bottlinger verfasst hat. Der Autor erzählt dabei vor allem von der Welt Agemas und den Ereignissen, die sich dort abspielen.
Die Aktionen des Rhodan-Teams fand ich interessant und spannend, auch deshalb, weil wir unsere Helden als Diebe erleben. Dramatischer sind die weiteren Geschehnisse auf dieser Welt. Ein Vulkanausbruch ist nicht das kleinste Problem, das seine Bewohner haben …
30 Juni 2026
Seltsame Alien, komplizierte Konflikte
Das mag vielleicht ein wenig verwirrend klingen, weshalb ich mich nicht länger mit einer Einleitung aufhalten möchte, sondern direkt einsteige: Olaf Brill und Michelle Stern werfen sich gewissermaßen die Bälle zu, und das machen die beiden sehr gut.
Den Auftakt bildet ein Roman von Olaf Brill: »Aelors Rache« spielt an Bord des PHOENIX und in der Umgebung des kleinen Raumschiffs und seiner Besatzung. Reginald Bull und seine Gefährten sind bekanntlich seit langem in den Tiefen des Universums unterwegs, wo sie zuletzt einer kosmischen Trasse gefolgt sind.
Mittlerweile haben sie ein Ende erreicht, so kommt es ihnen zumindest vor, und sind dort auf Rätsel gestoßen, die aus der Vergangenheit stammen, aber mit der Gegenwart verschränkt sind. Der Sternwürfel spielt eine wichtige Rolle, der mysteriöse Aelor verfolgt seine uralten Pläne, und Reginald Bull muss alles versuchen, um weitere Schwierigkeiten zu verhindern.
»Aelors Rache« trägt die Bandnummer 3384 und erscheint am 26. Juni 2026. Der Autor bereitet dabei unter anderem seiner Kollegin die Bühne für ihren Doppelband.
Mit »Das Malorische Siegel« verfasste Michelle Stern den ersten Teil davon. Die Autorin führt dabei Aliens ein, wie wir sie bislang in der PERRY RHODAN-Serie noch nicht kennengelernt haben. Die Darstellung einer extrem fremdartigen Kultur las ich mit großem Interesse; ich fand schon das Exposé gut und war von der gelungenen Präsentation im Roman sehr angetan.
Neben den Aliens und ihrem – für uns – seltsamen Blick auf die Welt spielen auch Meg Ontares, die Medikerin des PHOENIX, und einige Portuu wichtige Rollen in diesem Roman. Letztlich geht’s um die Existenz einer ganzen Kultur … Der Band mit der Nummer 3385 ist ab dem 3. Juli 2026 im Handel erhältlich.
»Das Portal« ist der Titel für den zweiten Teil des Doppelbands von Michelle Stern. Die Autorin schildert die Situation, wie sie sich vor der »abgesperrten« Galaxis Malora darstellt. Dort halten sich Reginald Bull und die Besatzung des PHOENIX auf, dort versucht man nun, eine außerirdische Zivilisation zu retten.
Die Autorin zeigt einerseits die Bemühungen von Bull und seinen Gefährten und gibt andererseits erneut einen Einblick in eine faszinierende Alien-Kultur. Lesen kann man diese Story ab dem 10. Juli 2026, wenn der Roman mit der Bandnummer 3386 veröffentlicht wird.
Mit dem folgenden Band geht es zurück in die Lokale Gruppe der Galaxien. Olaf Brill erzählt die weiteren Geschehnisse um die Agenten, die sich auf die Spur der mysteriösen Legaten gesetzt haben. In »Andromeda antwortet nicht« zeigt der Autor darüber hinaus, wie sich die Lage im Leerraum zwischen den Galaxien darstellt – Andromeda spielt dabei eine besondere Rolle, wie es aussieht.
Der Titel »Andromeda antwortet nicht« ist dabei gewissermaßen programmatisch; der Roman mit diesem Titel und der Bandnummer 3387 liegt ab dem 17. Juli 2026 vor. In ihm bahnen sich Geschehnisse an, die auch im kommenden Zyklus eine Rolle spielen werden …
29 Juni 2026
Das Malorische Siegel
Mir gefiel, wie feinfühlig die Autorin das machte und wie schön sie die seltsamen Aliens gestaltete. Darüber hinaus erzählt sie von diversen Personen, die sich am Rand der Galaxis Malora versammelt haben. Sie alle haben ihre jeweils eigene Agenda, und einig sind sie sich in ihren Zielen ohnehin nicht.
Damit ist der Roman auf zwei Ebenen spannend, finde ich. Und er bildet einen sehr gelungenen Auftakt für einen Doppelband, dessen Inhalt überraschen dürfte.
26 Juni 2026
Aelors Rache
Den Roman selbst schrieb Olaf Brill; er trägt den Titel »Aelors Rache«. Der Autor musste beim Schreiben das Kunststück fertigbringen, mit großen Dimensionen einerseits – es sind viele Raumschiffe unterwegs – und menschlichen Schicksalen andererseits umzugehen. Beides muss sinnvoll geschildert werden, beides muss sich in ein erzählerisches Konzept einbetten lassen.
Dabei bildet der Roman in gewisser Weise einen Auftakt: Von ihm geht es dann weiter zur Galaxis Malora und deren Mysterien. Aber das ist dann schon wieder eine andere Geschichte …
25 Juni 2026
Wenn Autoren posieren ...
Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«
Der VorCon des FreuCon '92 wurde im Jugendzentrum »Murgtäler Hof« veranstaltet. An diesem Ort waren von 1981 bis 1992 die FreuCons gelaufen, manchmal wurde es nur als Übernachtungsmöglichkeit genutzt, manchmal war es der zentrale Ort für den eigentlichen Con.
Am Donnerstag, 23. April 1992, reisten die Leute schon vorzeitig an, die von Freitag bis Sonntag im Kongresszentrum ihren Dienst antreten sollten. Immerhin sollte in der kleinen Stadt im Schwarzwald der EuroCon stattfinden.
Nach dem Motto »bitte freundlich lächeln« wurden auch die anwesenden PERRY RHODAN-Autoren eifrig fotografiert. Das Bild zeig unter anderem (von links), die Autoren Robert Feldhoff und Ernst Vlcek, zwischen die sich Andrea Schäfer – sehr engagiert in der FanSzene – gestellt hatte. Neben Vlcek amüsiert sich, auf einem Barhocker sitzend, Dr. Florian F. Marzin, damals der PERRY RHODAN-Chefredakteur.
Das Bild wurde von Peter Fleissner geschossen.
24 Juni 2026
Eine Frage des Bauchgefühls
Ich wurde gefragt, wie ich denn dazu stünde, dass Fans derzeit Bilder mithilfe von KI-Anwendungen erstellen, die also die PERRY RHODAN-Serie auf diese Weise interpretieren. Sei das erlaubt, sei das verboten?
Um es klar zu sagen: Meine Antwort dazu kann ich nur anhand meines Bauchgefühls formulieren. Rein rechtlich sieht das alles sicher komplizierter aus. Aber ich bin kein Jurist, sondern nur Redakteur.
Generell ist die Logik unserer Redaktion: Wenn jemand das Werk der PERRY RHODAN-Serie nimmt und auf dessen Basis seine eigene Kreativität einsetzt, um eigenes geistiges Eigentum zu schaffen, sehen wir das als positives Engagement. Ich meine damit ausdrücklich selbst geschriebene Geschichten und Romane sowie selbstgezeichnete oder -gemalte Bilder und Risszeichnungen.
Solche Bilder und Texte sind ja auch eine Grundlage für die Serie – fast alle von uns, die heute für PERRY RHODAN arbeiten, haben mit fannischen Tätigkeiten angefangen. Das ist bei Bildern, die mit KI-Programmen entwickelt werden, deutlich anders. Diese Programme wurden ja mit etwas trainiert, das vorher das geistige Eigentum eines anderen Menschen war. Ich persönlich finde das nicht gut.
Wenn PERRY RHODAN-Fans aber eigene Interpretationen von Figuren wie Gucky oder Thora anfertigen und diese inkommerziell im Internet veröffentlichen – damit man darüber diskutieren kann –, ist das ebenfalls ein Fan-Engagement. Dagegen würde ich als Redakteur nie vorgehen.
(Anders wäre es, wenn jemand auf diese Weise »Produkte« entwickelt und verkauft. Aber darum geht es ja eigentlich nie. Noch nicht.)
23 Juni 2026
Unser Start ins Internet
Im Herbst 1995 stellte ich in einer Runde mit Führungskräften des Verlags und dem Geschäftsführer unserer externen Agentur meine schlichten Gedanken zum Thema Marketing vor. Dabei stellte ich eine zentrale Forderung in den Raum: »Wir müssen mit PERRY RHODAN ins Internet, wir müssen an der Spitze des Fortschritts sein.«
Die meisten der Anwesenden waren schon dabei, meinen Vorschlag zu zerreden, als der Verlagsleiter mir auf einmal beisprang. Mit ihm hatte ich ansonsten ständig Probleme, an dieser Stelle war er auf meiner Seite. Aber er stellte irgendwann die entscheidende Frage: »Kennen Sie jemanden, der sich mit so etwas auskennt?«
Ich gestand, von niemanden zu wissen, der sich beruflich mit dem Internet beschäftigte. Aber mir fielen zwei Studenten ein, die ich wenige Wochen zuvor bei den PERRY RHODAN-Tagen in Sinzig kennengelernt hatte. Die beiden hießen Oliver und Mathias, sie wohnten in Karlsruhe, und sie hatten mir eine Vorstufe für ein PERRY RHODAN-Spiel vorgestellt.
»Ich kenne zwei junge Leute, die wären dafür ideal«, behauptete ich. »Die sind bestimmt in der Lage, PERRY RHODAN ins Internet zu bringen.«
Ein Internet-Auftritt sei zudem eine gute Gelegenheit, den kommenden Jubiläumsband 1800 und den »Thoregon«-Zyklus zu bewerben. »Damit sparen wir viel Geld, das wir ansonsten in Anzeigen und Plakate stecken müssten«, freute sich ein Kollege aus dem Buch-Marketing. Und so erhielt ich den Auftrag, die zwei jungen Studenten anzurufen.
Oliver Reiff und Mathias Schnurer hatten mir eine Telefonnummer gegeben, und ich stellte anhand meiner Notizen fest, dass die beiden keine zwei Kilometer von mir entfernt wohnten. Also rief ich bei der angegebenen Nummer an.
Nach einigem Vorgeplänkel stellte ich die Frage, die sie mir in späteren Jahren bei jeder Gelegenheit unter die Nase rieben: »Könnt ihr eigentlich auch Internet?« Ich schilderte ihnen mein Anliegen: PERRY RHODAN sollte einen Internet-Auftritt bekommen.
Die beiden waren alles andere als Experten für das neue Medium, was sie sogar zugaben, schlugen aber vor, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten. Die beiden recherchierten viel, es kam zu einer Reihe von Begegnungen, und langsam kristallisierten sich konkrete Planungen heraus. Matthias, ein Kollege aus dem Buch-Marketing, der sich für neue Technologien begeisterte, bekam den Auftrag, das Projekt aus Sicht des Verlags voranzutreiben; ich sollte »nur« auf die Inhalte gucken.
Das war anfangs nicht schwer. Die beiden Studenten kannten sich mit unserer Serie sehr gut aus, ich musste anfangs nicht viel beisteuern.
Bei den ersten Gesprächen ging es zudem um technische Dinge. Wie man mir erklärte, war es nicht so einfach, eine Internet-Seite zu bauen; man brauchte eine Firma, die einem dabei half, die dafür sorgte, dass die Seite überhaupt hochgeladen wurde.
Und so wurde die erste PERRY RHODAN-Seite über den »Internet-Laden Karlsruhe« angemeldet, ein Projekt von Leuten aus dem studentischen und eher linksradikalen Milieu der Stadt. Aus diesem Grund lautete unsere erste Adresse auch www.ilk.de/perryrhodan – auf das perry-rhodan.net kam erst Monate danach Eckhard Schwettmann. Das mit dem Internet-Laden störte niemanden, also konnten wir mit den Leuten dort gut zusammenarbeiten.
Oliver und Matthias wohnten in der Weststadt von Karlsruhe, im Haus einer christlichen Studentenverbindung. Es bürgerte sich ein, dass ich mindestens einmal in der Woche – in vielen Wochen aber auch öfter – nach Feierabend bei den beiden vorbeifuhr. In ihrem Zimmer, das unter einer Dachschräge lag, stand ein Computer mit Internet-Anschluss. Wenn man in das Zimmer kam, war der Computer links unten platziert; man musste sich also auf den Fußboden setzen, wenn man damit arbeiten wollte.
Und weil wir im Verlag nach wie vor nicht einmal daran dachten, uns einen Internet-Anschluss zu verschaffen, hockt ich an vielen Abenden vor diesem Computer auf dem Fußboden. Oliver oder Matthias öffneten mir irgendwelche »Fenster«, in die ich dann Texte tippte, die sie dann hochluden. Das Ganze wirkte auf mich häufig konspirativ, was ich schon wieder lustig fand. Professionell kam mir das selbst nicht vor, aber mir war klar, dass wir etwas taten, das für unsere Serie wichtig sein würde.
In den Gesprächen entwickelten wir die ersten Grundlagen für unseren Internet-Auftritt. Wir wollten vor allem erste Inhalte vorstellen und auf den kommenden Zyklus neugierig machen.
An diesem arbeitete vor allem Robert Feldhoff intensiv, von ihm stammten praktisch alle grundlegenden Ideen, auch wenn Ernst Vlcek als der erfahrene Exposéautor viel beisteuerte. Die beiden Autoren und ich schickten uns lange Faxe, auf denen wir unsere Ideen skizzierten und diskutierten; es war eine unglaublich kreative Zeit.
Und nebenbei beschäftigte ich mich mit einem Medium, von dem ich wirklich nichts verstand. Es entstand letztlich eine Seite, die nur wenig Inhalte bot. Vor allem wollten wir Stück für Stück das umlaufende Titelbild von Band 1800 zeigen. Die Internet-Seite sollte an dem Tag online gehen, an dem Band 1800 erscheinen sollte. Aber ich bezeichnete das Ganze stets als einen Testballon; die richtige Seite sollte erst noch folgen.
Am 22. Februar 1996 kam »Zeitraffer« in den Handel, ein Roman von Robert Feldhoff. Am gleichen Tag ging unsere Internet-Seite an den Start – ich sah sie mir bei den zwei jungen Studenten im Studentenwohnheim an. Ich war ziemlich stolz auf das, was wir in dieser Zeit geleistet hatten …
(Dieser Text wurde auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie zu Beginn des Monats Juni 2026 veröffetlicht. Hier erfolgt die wiederholte Veröffentlichung aus dokumentarischen Gründen.)
22 Juni 2026
Erste Internet-Gedanken
Dass es etwas Neues in der Medienlandschaft gab, wurde mir ab 1993 immer bewusster. Ich kannte Science-Fiction-Fans, die im Usenet mit anderen Fans über aktuelle Romane diskutierten, und ich wusste, dass sich politische Gruppierungen in digitalen Netzen tummelten. So organisierten sich beispielswiese Neonazis im sogenannten Thule-Netz, wo sie sicher vor dem Zugriff der Polizei waren. Und während ich immer häufiger Nachrichten über diese digitalen Aktivitäten las, wurde mir klar, dass das für PERRY RHODAN ebenfalls wichtig wurde.
Ich selbst verfügte über keinen Zugang zum »World Wide Web« und hatte nur sehr unklare Vorstellungen von seinen Möglichkeiten. Aber ich bekam mit, dass immer mehr Science-Fiction-Fans darüber sprachen und schrieben. Während einer Frankfurter Buchmesse besuchte ich einen DFÜ-Stammtisch – »DFÜ« stand für »Datenfernübertragung« –, verstand aber von den Gesprächen nicht viel. Aber es war völlig klar: Das Internet-Zeitalter kam.
Im Frühjahr 1995 unternahm ich den ersten Vorstoß in dieser Richtung: »Wir sollten eine Internet-Seite aufmachen«, schlug ich vor. »Dort könne wir unsere Informationen weitergeben und mit unseren Lesern direkter kommunizieren.«
Das Unverständnis war groß. »So einen Quatsch brauchen wir nicht«, sagte mein direkter Vorgesetzter. »Das ist nur was für junge Leute«, machte mir ein Vertriebsleiter klar. »Das geht bald wieder vorbei«, sagte ein Kollege, der sich mit Marketing beschäftige. Was ich denn damit wolle? Das sei doch nur unnötige Arbeit.
Frustriert ließ ich die Planungen erst einmal liegen. Es war im Sommer 1995 ohnehin genug zu tun. Unser Chefredakteur räumte seinen Posten, und ich wurde zum Redaktionsleiter ernannt, erhielt also mehr Verantwortung, aber kein höheres Gehalt.
Sabine Bretzinger und ich zogen von einem Gebäude ins andere und richteten ein neues Büro ein. Ganze Kisten mit Unterlagen und Vertragsordnern verschwanden bei diesem Umzug und mussten von uns mühsam wieder gesucht werden.
Mit Robert Feldhoff und Ernst Vlcek plante ich den »Thoregon«-Zyklus; wir stellten viele der bisherigen Abläufe um. Mit den beiden Autoren telefonierte ich viel, wir schickten uns seitenlange Faxe mit Ideenpapieren und Exposévorschlägen.
Im Herbst, nur wenige Tage vor der Buchmesse, gab es eine Besprechung zur »Zukunft der PERRY RHODAN-Serie«, zu der unser Verlagsleiter einlud. Im Raum saßen verschiedene Abteilungsleiter des Verlags, der Geschäftsführer der Agentur, die für uns die Werbung steuerte, und ich. Man hatte mir im Vorfeld gesagt, ich solle mir Gedanken darüber machen, wie man Marketing für die PERRY RHODAN-Serie machen könnte.
Meine Vorschläge waren extrem schlicht, weil ich von Marketing keinerlei Ahnung hatte. Unter anderem regte ich neue Motive für T-Shirts an und schlug einen PERRY RHODAN-WeltCon für das Jahr 1996 vor – zum Seriengeburtstag. Ich erzählte von einer möglichen Musikproduktion und neuen Hörspielen. Mit einer FanZentrale wollte ich die aktiven Leser stärker an den Verlag binden. Einen Teil dieser Gedankengänge hatte ich bereits im August in einem Arbeitspapier skizziert, sie waren also nicht völlig neu.
Der Geschäftsführer der Agentur, der sich das alles lang und geduldig anhörte, meldete sich zu Wort. Er verstehe die Diskussion nicht, sagte er. »Es war doch offizielle Verlagspolitik, dass wir PERRY RHODAN sterben lassen«, fügte er hinzu. Heftromane seien ohnehin schon »tot«, und wir sollten in die Serie kein Geld mehr investieren. Das sei doch seit langem so beschlossen worden.
Ich starrte ihn an, und ich merkte, wie alle anderen mich anstarrten. Anscheinend war ich der einzige in der Runde, der von diesen Plänen nichts wusste. Mir wurde wirklich schlecht. Hatten etwa alle Kritiker recht gehabt, die behauptet hatten, unsere Serie werde Band 2000 »garantiert nicht« erreichen?
Der Verlagsleiter eilte mir zur Hilfe. Diese Pläne seien veraltet, versicherte er, denn man habe erkannt, dass man mit PERRY RHODAN weiterhin »nennenswerte Umsätze« machen könnte. Er habe große Pläne mit der Serie, und er hoffe, von mir weitere Marketing-Ideen zu hören.
Nachdem er seinen kleinen Vortrag beendet hatte, sah er mich erwartungsvoll an. Ich war immer noch völlig konsterniert von der Aussage des Agentur-Geschäftsführers. Gleichzeitig dachte ich, dass »jetzt alles egal« sei und ich offenbar nichts zu verlieren hatte.
»Wir sollten eine Homepage für PERRY RHODAN machen«, sagte ich. »Das ist ein neues Marketing-Instrument, damit erreichen wir neue Zielgruppen. Wir sind eine Science-Fiction-Serie; wir müssen an der Spitze des Fortschritts marschieren.«
Es schloss sich eine längere Diskussion an. In der Runde saßen schließlich Menschen, die mir noch im Frühjahr gesagt hatten, dass »dieses neumodische Zeugs« zu nichts führe, und ich selbst hatte keinerlei Ahnung vom Internet. Ich geriet rasch ins Schwitzen, als ich erklären sollte, welche Inhalte denn auf diese Seite sollten und wie schnell man damit Geld verdienen könne.
Schnell wurde mir klar: Obwohl ich keinerlei Ahnung hatte, wusste ich vom Internet mehr als die anderen in der Runde – ich hatte immerhin Artikel darüber gelesen.
(Dieser Text wurde im Mai 2026 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier bringe ich ihn vor allem aus dokumentarischen Gründen.)
19 Juni 2026
Taschenbücher des »Physikers vom Dienst«
Als Jugendlicher stieß er zur Science-Fiction-Szene, in Fan-Zeitschriften veröffentlichte er seine ersten Texte – zu Beginn der 60er Jahre war Kurt Mahr ein aufstrebender Autor innerhalb der deutschsprachigen Science Fiction. Kein Wunder, dass man ihn bereits als jungen Mann ins PERRY RHODAN-Team berief. So verfasste er mit »Atom-Alarm« den fünften Band der Serie.
Über Jahrzehnte hinweg gehörte er zu den Schriftstellern, die die größte Science-Fiction-Serie der Welt maßgeblich prägten. Als »Physiker vom Dienst«, wie man ihn mal scherzhaft, mal ehrfürchtig titulierte, war Mahr für die technische und wissenschaftliche Basis des Perryversums zuständig. In seinen Romanen bewies er immer wieder, wie gut er die aktuelle Forschung mit der Science Fiction vereinbaren konnte. So profitierten auch seine Kolleginnen und Kollegen immer wieder von seiner Erfahrung und Sachkenntnis.
Ich erinnere mich noch gut, wie ich ihn in den 80er-Jahren kennenlernte, bei Cons und anderen Veranstaltungen. Ab 1992 arbeiteten wir zusammen, leider nicht sehr lange. Ich schätzte ihn für seinen wissenschaftlichen Verstand und seinen trockenen Humor. Mahr hatte kein Problem damit, auch mit Leuten »auf Augenhöhe« zu diskutieren, die nicht all seine politischen Meinungen und Ansichten teilten.
Als junger Leser hatte ich seine Romane gern gelesen, nicht nur diejenigen, die in der wöchentlichen Serie erschienen, sondern auch die abgeschlossenen Werke. Kurt-Mahr-Romane erschienen in der »Utopia«-Reihe, wo man Hefte der 60er-Jahre nachdruckte; mich beeindruckten aber auch viele seiner PERRY RHODAN-Taschenbücher.
Schon in den 60er-Jahren nutzte der Autor die Möglichkeiten, die er in der Reihe der PERRY RHODAN-Planetenromane sah. Er schrieb eigenständige Werke, die häufig das Serienuniversum erweiterten oder Lücken, die es in der Handlung der wöchentlichen Serie gegeben hatte, durch neue Inhalte ausfüllten.
Wie sehr das auch für seinen Zeit als Exposéautor gilt, belegen zwei Romane, die wir nun in einem Doppelband präsentieren. Über diese Veröffentlichung freue ich mich sehr – wir machen damit zwei schon klassische Werke des Schriftstellers dem Publikum von heute zugänglich.
»Duell der Querionen« wurde erstmals im Juni 1989 als Band 315 der Planetenromane im Format eines Taschenbuchs veröffentlicht. »Ich, der Cantaro« erschien ursprünglich im Juni 1990 als Band 327 dieser Reihe.
Beide Bände haben mit dem »Cantaro«-Zyklus und seinem gravierenden Einschnitt in der Serienhistorie zu tun: Zwischen dem »Tarkan«- und dem »Cantaro«-Zyklus vergehen fast 700 Jahre, und diese Zeit wird in der Serie nur am Rand abgehandelt. Mahrs Taschenbücher sorgen somit für wertvolle Ergänzungen.
Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich damals den Sprung über die 700 Jahre toll fand, aber auf Informationen dazu hoffte, was in dieser Zeit wohl geschehen sein mochte …
Während Mahr bei »Ich, der Cantaro« ins Innenleben eines Cantaro blickt, lässt er in »Duell der Querionen« einige bekannte Serienfiguren ein in sich abgeschlossenes Abenteuer erleben. Und während »Ich, der Cantaro« in der heimatlichen Milchstraße spielt, siedelt der Autor das »Duell der Querionen« in einer bislang unbekannten Sterneninsel an.
Beide Romane haben gemeinsam, dass in ihnen faszinierende Figuren eine wichtige Rolle einnehmen, dass sie – auf den ersten Blick – ein Thema am Rand der großen Geschichte präsentieren, dass sie aber ebenso dazu beitragen, das Universum der größten Science-Fiction-Serie der Welt weiter auszubauen.
Kurt Mahr war nämlich nicht nur der »Physiker vom Dienst«. Er war darüber hinaus ein Autor, der gern über Menschen – oder Aliens – und ihre Schicksale schrieb. Dieser Doppelband liefert hierfür einen guten Beweis, finde ich. Mal schauen, was wir von diesem ungewöhnlichen Schriftsteller noch alles herausbringen können …
(Den Text brachte ich vor einigen Tagen schon auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hier kommt er ergänzend und aus dokumentarischen Grünen.)
18 Juni 2026
Angemeldet: Terra Vision
Im Spätsommer 1997 wies der »Titelschutz-Anzeiger« auch auf die größte Science-Fiction-Serie der Welt hin: Angekündigt wurde eine neue Zeitschrift, damals ein Thema, an dem Eckhard Schwettmann als Marketingleiter arbeitete. »Terra Vision – das Perry Rhodan-Magazin« (der Serienname nicht in Versalien geschrieben) wurde auf diese Weise markenrechtlich angemeldet.
Der Name für die Zeitschrift wurde so nicht umgesetzt. Immerhin erlebte das PERRY RHODAN-Magazin in den späten 90er-Jahren seine kurzzeitige Wiedergeburt.
17 Juni 2026
Das Erbe der Kartanin
Rüdiger Schäfer zeichnet für den Inhalt verantwortlich; der Titel des Bandes ist »Das Erbe der Kartanin«. Tatsächlich geht es in einem Teil des Romans um die Kartanin und vor allem die weitere Geschichte von Dao-Lin-H'ay. Darüber hinaus erzählt der Autor aber auch von Perry Rhodan und seinen Gefährten, die sich auf einer gefährlichen Mission befinden.
Der Autor verknüpft in seinem Roman einige der bisherigen Erkenntnisse zum Stand der Handlungsstaffel. Dabei spielt die »kosmische Ebene« der Serie ebenfalls eine Rolle ...
16 Juni 2026
Brennpunkt TERRANOVA
Wer mag, kann ja darüber rätseln, welche Elemente dieses Romans aus dem Exposé kommen und welche Details der Autor sich selbst ausgedacht hat. Letztlich ist das egal, weil unterm Strich ja sowieso »nur« der fertige Roman entscheidet.
Die Szenerie, die Wim beschreibt, ist spannend: Eine Flotte von Raumschiffen nähert sich der Erde; sie ist groß, und sie hat ein klares Ziel. Aber es wird nicht so einfach, sie bis zur Erde zu geleiten. Auch ein findiger Mensch wie Perry Rhodan kann bei einem solchen Unterfangen an seine Grenzen stoßen.
Welche Rolle der Eismond Triton in diesem Geschehen spielt und wie die Besatzung einer Station auf einmal bedeutend wird, fand ich bei der Lektüre des Manuskriptes selbst überraschend. Damit hatte ich nicht gerechnet - mal schauen, wie die Leserinnen und Leser darauf reagieren …
15 Juni 2026
Der ColoniaCon war ein schönes Fest
In den 80er-Jahren gehörte es zum guten Ton, in einem Con-Bericht sehr ausführlich davon zu erzählen, wie man es geschafft hatte, überhaupt den Con zu erreichen. Die Berichte von chaotischen Anreisen erfreuten die einen und nervten die anderen. Aber weil ich gerne schöne alte Traditionen erhalten möchte, halte ich mich an die Regel und erzähle von der Anreise …
Mein Kollege Adnan Turan und ich fuhren gemeinsam los; wir hatten keinerlei Probleme und kamen flott von Karlsruhe nach Köln, fanden in der Nähe des Veranstaltungsortes einen legalen Parkplatz und waren um zwölf Uhr vor Ort. (Mehr ist heute nicht zu erzählen. Das Reisen per Anhalter in den 80er-Jahren war definitiv spannender.)
Der Kulturbunker in Köln-Mühlheim erwies sich als ein Gebäude, das zwar im Zweiten Weltkrieg als Bunker errichtet worden war, durch den hellen Anstrich und die Gastronomie im Erdgeschoss aber viel freundlicher wirkte.
Bereits auf den ersten paar Schritten trafen wir auf bekannte Gesichter. Zahlreiche Autorinnen und Autoren aus dem Umfeld der PERRY RHODAN-Serie waren anwesend, dazu kamen viele Fans, die ich vom Gesicht und auch vom Namen her kannte. Mehr als 200 Besucher tummelten sich auf dem Con – das neue Team, das die Veranstaltung an einem neuen Ort organisierte, konnte mit dem Zuspruch also zufrieden sein.
Nach einem ersten Rundgang, bei dem ich viele Hände schüttelte und Menschen wiedertraf, mit denen ich zuletzt in den 80er-Jahren gesprochen hatte, setzten sich Adnan und ich mit den Kollegen von Eins A Medien zu einer Besprechung zusammen. Eins A Medien sind mit ihrem Studio und ihrer Geschäftsführung in Köln; mit unseren Hörbuchpartnern arbeiten wir seit gut zwanzig Jahren sehr erfolgreich zusammen.
Im Gespräch ging es um inhaltliche Projekte und Marketing-Überlegungen: Vieles kann man zwar per Mail und per Telefon besprechen, aber ich finde es immer wieder sinnvoll, sich auch am Tisch gegenüberzusitzen und auszutauschen.
Im Verlauf des Nachmittags führte ich viele weitere Gespräche: mit Fans, Autorinnen und Autoren, mit kritischen Lesern und neugierigen Fanzine-Redakteuren, mit potenziellen Mitarbeitern und Grafikern. Ich hätte sicher noch einmal zwei Tage benötigt, um mit allen Menschen zu reden, die ich kannte und mit denen ich gern gesprochen hätte.
Aber dann musste ich schon auf die Bühne. Zusammen mit Marie Erikson, Oliver Fröhlich, Ben Calvin Hary, Kai Hirdt, Uwe Anton und Arndt Ellmer war ich zur »Elefantenrunde« geladen, die von Rüdiger Schäfer moderiert wurde. Wer aus dem PERRY RHODAN-Team auf dem Con war, musste also auf die Bühne – und das machten wir sehr ausführlich.
Gut eineinhalb Stunden lang wurden wir von Rüdiger Schäfer ausgefragt, dazu kamen Fragen aus dem Publikum. Als am Ende viel geklatscht wurde, hatte ich das Gefühl, einen guten Programmpunkt bewältigt zu haben.
Danach leerte sich der Saal. Ich nutzte die Gelegenheit, mit einigen Besuchern zu reden, dann musste ich auch schon wieder auf die Bühne. Neben mir saß Adnan Turan, dazu kamen Arndt Ellmer und Uwe Anton. Es ging um die Fans und die Cons von früher und von heute: Was hatte sich seit den 70er- und 80er-Jahren verändert, wie präsentierte sich die Fan-Szene heute?
Arndt Elllmer erzählte von seinem ersten ColoniaCon in den späten 70er-Jahren, auch Uwe Anton und ich blickten ein bisschen in die Vergangenheit. Adnan Turan stellte dar, wie digital sich heute Fandom entwickelt.
Danach war der Con fast vorüber, zumindest für mich. Ich stand noch relativ lange mit Leuten zusammen und redete mit ihnen. Mit Marie Erikson, Oliver Fröhlich und Adnan Turan aß ich zu Abend, dann war auch schon halb zehn Uhr. Den Abschluss des Cons verpasste ich also; es wurde auch Zeit, dass wir loskamen.
Als ich kurz vor ein Uhr nachts in Karlsruhe aus dem Auto stieg, war ich ziemlich müde. Aber ich hatte einen sehr guten und sehr positiven Con hinter mich gebracht. In zwei Jahren dann wieder …
(Dieses Logbuch wurde bereits im Mai 2026 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier bringe ich es aus dokumentarischen Gründen.)
12 Juni 2026
Operation Geisterflotte
Das Titelbild deutet es schon an: Dieser Roman bietet einen Blick auf unseren Serienkosmos, wie man ihn so selten zu lesen bekommt.
Ich finde es schon mal originell, einen Hausverwalter als eine zentrale Person eines Romans auszuwählen. Das Haus, das er verwaltet, ist natürlich nicht ein gewöhnliches Bauwerk … Das versteht sich von selbst, denke ich.
Wim Vandemaan schafft es in diesem Roman mit leichter Hand – so sieht es aus … –, verschiedene Handlungsebenen miteinander zu vermengen und Elemente aus unserer Serienhistorie zu verbinden. Vor allem für Leser, die PERRY RHODAN gut kennen, sollte die Lektüre ein literarischer Leckerbissen sein.
Ich denke aber, dass neue Leser auch auf ihre Kosten kommen: Sie erhalten eine Reihe von schrägen Figuren und faszinierenden Schauplätzen.
11 Juni 2026
Die Coyn-Katastrophe
Die Abenteuer des kleinen Mausbibers – pardon: des kleinen Yuit – namens Coyn lesen sich nicht nur amüsant, sie erzählen auch eine Geschichte, die über den Horizont eines Kindes hinausgeht, aus der Sicht eines Kinders, aber besonders stark wirkt. Das Titelbild gibt hierzu einen stimmungsvollen Eindruck.
Mit diesem Roman ist es dem Autor auf jeden Fall gelungen, eine sehr humanistische Geschichte zu erzählen, wobei er den menschlichen und emotionalen Aspekt über einen Außerirdischen übertragen hat. Aber Außerirdische sind ja, wie wir alle wissen, manchmal eh die besseren Menschen …
10 Juni 2026
Galaxis im Schatten
Mir gefallen PERRY RHODAN-Romane, in denen die kosmischen Dimensionen unserer Serie ausgeleuchtet werden. Als Jungleser waren Bände wie »Laire« meine absoluten Favoriten, und ich mochte es als Redakteur später sehr, von den Dienern der Materie oder anderen kosmischen Wesen mit ihren Schicksalen zu lesen.
Christian Montillon erzählt in seinem Roman eine Geschichte, die in der Handlungsgegenwart spielt; damit meinen ich das, was die Besatzung des PHOENIX erlebt. Faszinierend ist im Gegensatz dazu der Blick auf eine Geschichte, die Äonen umspannt: Es geht um eine Galaxis und ihre Bewohner und deren Schicksal über sehr lange Zeiträume hinweg.
Diese beiden Dimensionen des Romans hat der Autor sorgsam arrangiert – das gefiel mir bei der Lektüre des Manuskripts sehr gut. Und mir ist klar, dass das nicht jedem Leser oder jeder Leserin gleichermaßen gehen wird …
09 Juni 2026
Der Macht zu nah
Verfasst wurde »Der Macht zu nah« von Kai Hirdt, einem der beiden Exposéautoren von PERRY RHODAN NEO. Der Autor erzählt von der aktuellen Situation in der Milchstraße und zeigt anhand der Geschichte eines Terraners, wie die Jagd nach Artefakten für Unruhe zwischen den Sternen sorgt.
Der Roman lebt von seinen vielen Wechseln zwischen den einzelnen Handlungsperspektiven, die – jede für sich – sehr unterhaltsam und spannend sind. Dabei werden nicht nur die Figuren schön charakterisiert, sondern auch die Lage in der Galaxis.
08 Juni 2026
Erster Blick nach zwei Wochen
Entsprechend »voll« war am heutigen Morgen die Mailbox. Nachdem ich mir einen ersten Überblick verschafft habe, kann ich feststellen: Es sind neun Exposés, mehrere Ideenpapiere und Textarbeiten sowie drei Roman-Manuskripte während meiner Abwesenheit eingetroffen. Diese versuche ich natürlich, in den kommenden Tagen so flott und so gründlich wie möglich durchzuarbeiten.
Aber klar: Die Produktion unserer Serien muss weiterlaufen und genießt immer Vorrang. Anders ließe sich das alles auch nicht stemmen.
22 Mai 2026
Zwei Wochen ohne Blog
Am 8. Juni 2026 geht’s an dieser Stelle weiter. Wir lesen uns!
Zwanzig Seiten mit starkem Inhalt
Einen Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe bildet das Interview mit Marie Erikson. Die Autorin erzählt auf mehreren Seiten von ihrer Arbeit für PERRY RHODAN und ihrer Begeisterung für Horror-Romane; das ist sehr lesenswert.
Wie es sich für eine Fan-Publikation gehört, stehen aber auch Themen aus dem Fandom im Vordergrund. Der Ernst-Ellert-Con III begeisterte, der Organisator Dieter Wengenmayr wird zurecht für sein langjähriges Engagement geehrt – wir kennen uns seit über dreißig Jahren –, und es gibt schöne Erinnerungsbilder an den GarchingCon im Jahr 1996.
Ich finde die aktuelle »Newsletter«-Ausgabe wieder einmal sehr geglückt und sehr lesenswert. PRFZ-Mitglieder können sie problemlos und ohne weitere Kosten abonnieren; das Fanzine kommt als PDF und per Mail. Ein weiterer Grund, Mitglied in der FanZentrale zu werden!
21 Mai 2026
Zwischen Malora und TERRANOVA
Ein Logbuch der Redaktion
Die Autorenplanung für die PERRY RHODAN-Serie übernimmt der Chefautor, die Redaktion wird aber in die Prozesse eingebunden. Im Regelfall fragt Ben Calvin Hary ab, wer von den Kolleginnen und Kollegen zu welchem Termin eigentlich Zeit haben, und dann schaut er, dass er jeweils sinnvolle Themen an die Personen vergibt, bei denen er davon ausgehen kann, dass sie einen guten bis sehr guten Roman schreiben.
Manchmal ändert sich etwas, manchmal müssen wir die Pläne umwerfen: Menschen werden krank, Familienmitglieder müssen umsorgt werden, es gibt auch Urlaube oder sonstige Dinge, die einem den Zeitplan durcheinanderbringen. Das war schon in den 60er-Jahren so und wird künftig wohl ebenso sein.
Und manchmal ergeben sich Konstellationen bei Autoren und Themen, die mir besonders gefallen. Die kommenden vier Romane sind ein gutes Beispiel dafür: Sie werden von Christian Montillon und Wim Vandemaan geschrieben, die über mehr als ein Dutzend Jahre unsere Serie steuerten, deren Ideen und Exposés wir Zyklen wie »Das Atopische Tribunal« oder »Mythos« zu verdanken haben.
Streng genommen sind es zwei Einzelbände und ein Doppelband, aber … Ich versuche es, am Beispiel der einzelnen Romane ein wenig klarer zu machen.
Eröffnet wird der Reigen durch »Galaxis im Schatten«, den Christian Montillon verfasst hat. Der Autor siedelt seine Handlung in Malora an. Genauer gesagt: Sein Roman spielt im Leerraum außerhalb der Galaxis; dort ist der PHOENIX mit seiner Besatzung unterwegs.
Was Reginald Bull und seine Gefährten herausfinden, ist verblüffend und schockierend zugleich. Einige Zusammenhänge zwischen Malora und der Milchstraße werden damit klar. Die Leserinnen und Leser werden das ab dem 29. Mai 2026 besser einordnen können, wenn der Roman mit der Bandnummer 3380 im Handel ist.
Der gleiche Autor, ein völlig anderer Schauplatz: Christian Montillon schrieb »Die Coyn-Katastrophe«, bei dem der Titel schon andeutet, welche Hauptfigur in diesem Band eine Rolle spielt. Es geht tatsächlich um Coyn, den kleinen Yuit – also einen Mausbiber aus dem Sternwürfel, der mit seiner Mutter Yilad und seinem »Ersatzvater« Gucky unterwegs ist. Coyn ist ein sehr junger Yuit, und er kommt auf Ideen, die man nur seinem Alter zuschreiben kann.
Der Roman hat seine witzigen Seiten, finde ich, und Coyn erinnert in manchen Szenen an sein großes Vorbild Gucky. Davon überzeugen können sich die Leserinnen und Leser ab dem 5. Juni 2026 – da erscheint der Roman mit der Bandnummer 3381.
Was folgt, ist ein Doppelband, der sich bewusst an die Vergangenheit anlehnt, seine Geschichte aber sehr aktuell erzählt. Ich versuche, es zu erläutern …
Dieser Autor gab dem ersten Teil seines Doppelbands bewusst einen Titel, der an die klassischen Romane von K. H. Scheer erinnert: »Operation Geisterflotte« wurde von Wim Vandemaan geschrieben und erzählt vom sogenannten ES-Konvoi – es geht dabei um eine Flotte von Raumschiffen, deren Besatzungen gemeinsam das Wagnis unternehmen, einer Superintelligenz zu helfen.
Vandemaan erzählt nicht nur von den Wagnissen eines Flugs durch die Zentrumsregion der Milchstraße, sondern auch von einer unverhofften Begegnung. Diese sollte nicht nur PERRY RHODAN-Stammleser verblüffen. Ab dem 12. Juni 2026 kann der Roman mit der Bandnummer 3382 im Handel erstanden werden.
Auch der zweite Teil des Doppelbandes hat einen Titel, der an einen Scheer-Klassiker erinnert. »Brennpunkt TERRANOVA« von Wim Vandemaan hat – man kann das leicht erraten – mit dem Schutzschirm zu tun, der das Solsystem umspannt und im Ernstfall gegen mögliche Invasoren schützt. Doch der Invasor, mit dem es die Menschen nun zu tun haben, ist eine ungewöhnliche Person – und diese Person erreicht ein Solsystem, das anders ist als das, aus dem sie stammt.
Das klingt wahrscheinlich recht kryptisch. Aber würde ich an dieser Stelle schon zu viel verraten, würde ich einen Teil des Reizes verderben, den dieser Roman unweigerlich mit sich bringt. Selbstverständlich spielt der ES-Konvoi erneut eine große Rolle, und der Autor zeigt die aktuelle Entwicklung im Solsystem – darüber hinaus treten aber ein uraltes Lebewesen und sein Majordomus auf. Details dazu verrät der Roman mit der Bandnummer 3383, den wir am 19. Juni 2026 veröffentlichen.
Ich behaupte sicher nicht zu viel, wenn ich an dieser Stelle schreibe, dass die vier kommenden Bände sehr vielschichtig sind und – jeder auf seine Art – unseren Serienkosmos erweitern. Es bleibt spannend!
(Dieses Logbuch wurde bereits vor einigen Tagen auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie publiziet. Hier bringe es aus dokumentarischen Gründen ebenfalls.)
20 Mai 2026
Autorenkonferenz im April 2026
Seit vielen Jahren nehme ich an Besprechungen mit Autorinnen und Autoren teil, und die alljährliche Autorenkonferenz bildet dabei stets einen Schwerpunkt. Ich finde es immer wieder bereichernd, mit dem Team zu diskutieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten, auf die niemand allein gekommen wäre. Dabei ist so eine Konferenz immer ein Wagnis. Man weiß nie, was passieren wird und welches Ergebnis am Ende auf dem Tisch liegt …
Zur diesjährigen Autorenkonferenz hatten wir wieder nach Karlsruhe geladen. Wir hatten das Team im Novotel untergebracht, das sehr praktisch zwischen dem Hauptbahnhof und der eigentlichen Innenstadt liegt. Am Donnerstag, 8. April 2026, reisten die meisten an, also trafen wir uns bereits an diesem Abend zum gemütlichen Essen.
Ich fuhr am Nachmittag mit meinem Rad los und traf nach 16 Uhr beim Hotel ein. Dort stieß ich auf Oliver Fröhlich und Ben Calvin Hary, mit denen ich kurz plauderte. Danach gingen Ben und ich spazieren: Wir stromerten durch die Südstadt von Karlsruhe und setzten uns in ein Eiscafé, wo wir Kaffee und Eis genossen – bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen – und über die Konferenz sprachen. Ben stellte mir die Konzepte vor, die er den Kollegen präsentieren wollte; das fand ich alles stimmig und interessant.
Wir gingen ins Hotel zurück und von dort kurze Zeit später zu einem Restaurant, das vor allem griechische Spezialitäten anbot. Wir waren eine sehr muntere, teilweise auch laute Gruppe. Es entwickelten sich zahlreiche Gespräche, in denen es nicht nur um die Arbeit an unserer Serie ging, sondern ebenso um allgemeine Themen. Wenn man sich lange kennt, hat man schließlich Einblicke in die privaten Verhältnisse der Kollegen und tauscht sich auch über diese aus.
Ich begleitete das Team zurück ins Hotel, wo sich einige noch an die Bar begaben. An diesem Abend zog ich es vor, zeitig auf mein Fahrrad zu steigen und in einen anderen Stadtteil von Karlsruhe zu strampeln.
Die eigentliche Konferenz am Freitag, 9. April 2026, begann um zehn Uhr. Die Sonne schien, es war richtig warm in Karlsruhe. Für den Sonnenschein hatten wir allerdings kaum einen Blick: Es gab genügend zu tun. Es ist hoffentlich nachvollziehbar, dass ich an dieser Stelle nicht auf die Details der Handlungsplanung eingehe; das wird man alles ab Oktober 2026 in den einzelnen PERRY RHODAN-Romanen lesen können.
Am Vormittag stellte ich die aktuelle Situation im Verlag und im Zeitschriftenmarkt dar. PERRY RHODAN war immer noch »Marktführer« im Bereich der Heftromane, die E-Books florierten, und wir waren dabei, neue Lizenzthemen zu bearbeiten. Darüber berichtete dann Adnan Turan: Er informierte über das aktuelle Marketing und wie wir mit gezielten Aktionen im Social-Media-Bereich oder bei den E-Books immer wieder auf unsere Serie aufmerksam machen.
Den Schwerpunkt am Vormittag bildete die Manöverkritik. Ben Calvin Hary hatte ein Arbeitspapier vorbereitet, in dem er selbstkritisch auflistete, was seiner Ansicht nach nicht optimal gelaufen war. Darüber diskutierten wir intensiv, auch deshalb, weil sich vom kritischen Blick auf die eigene Arbeit ja Konsequenzen für den kommenden Zyklus ableiteten.
Nach dem Mittagessen, das wir im Restaurant des Hotels einnahmen, ging es an die Zukunft. Ben präsentierte die Planung für den neuen Zyklus, der im Oktober 2026 mit Band 3400 beginnen wird. Er stellte die Schwerpunkte vor und zeigte auf, wo sich welche Figuren gut platzieren ließen.
Das wurde sofort rege diskutiert. Unter anderem ging es um eine wichtige Aufgabe für Sichu Dorksteiger, ebenso um eine mysteriöse Figur, auf die Perry Rhodan und seine Gefährten in einer anderen Galaxis treffen werden. Dass wir die Handlung auf der Erde beginnen lassen wollten, war relativ schnell klar – aber wohin würden sich die ersten Bände konkret entwickeln? Bens Konzept bildete für viele Gesprächsrunden wesentliche Grundlagen.
Am späten Nachmittag kam ein Film-Team vorbei, das Teile der Konferenz filmte, bevor es dann dazu überging, die Interviews mit einzelnen Autorinnen und Autoren aufzuzeichnen. Diese kurzen Interviews steuerte Adnan Turan, der auch die Fragen stellte und deshalb viel zu spät zum Abendessen kam – das nahmen unser Team wieder im Restaurant des Hotels ein.
An diesem Abend wurde es spät. Wir blieben lang im Restaurant sitzen und trafen uns später noch an der Bar. Erst nach ein Uhr verließ ich die fröhliche Runde, um nach Hause zu radeln.
Eine ertragreiche Konferenz lag hinter mir – so liebe ich meine Arbeit als PERRY RHODAN-Redakteur!
(Dieses Logbuch wurde vor einigen Tagen auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.)
19 Mai 2026
Pilger in Raum und Zeit
Das ist auch bei dem Roman zu spüren, den wir in dieser Woche veröffentlichen. In »Pilger in Raum und Zeit« kann der Autor mit Reginald Bull arbeiten – das ist wohl die Figur, mit der am intensivsten vertraut ist. In früheren Jahren war Hubert Haensel sogar in der gleichen Haarfarbe wie Reginald Bull bei Fan-Treffen unterwegs.
Diesmal erzählt er von Reginald Bull, der sich der fernen Galaxis Malora nähert. Dort warten Geheimnisse auf die Besatzung des PHOENIX, auf die sie nicht unbedingt vorbereitet sind. Doch irgendwie scheinen der Sternwürfel, der Stellare Hauch und diese Sterneninsel miteinander zusammenzuhängen …
Mir gefällt es ja immer, wenn es einem Autor gelingt, in seinem Roman die wichtigsten Handlungsfäden zu einer Einheit zu verschmelzen. Das schafft Hubert Haensel auch in diesem Band!
18 Mai 2026
Spur in den Abgrund
Stefan Pannor schrieb den Roman, der die Welt Lepso nun auch im Universum von PERRY RHODAN NEO verankert. Lepso ist eine Welt der Gesetzlosen, eine Welt der Abenteurer und Gangster, des Lasters und des Glücksspiels. Wer sich in unserem Serienkosmos auskennt, hat ein Bild von Lepso, das durch zahlreiche Romane erzeugt worden ist. Bei PERRY RHODAN NEO sieht dieser Planet natürlich deutlich anders aus. Gesetzlos ist Lepso allerdings auch hier …
Dem Autor gelingt ein spannendes und auch glaubhaftes Bild einer Welt, deren Bevölkerung in Schichten lebt. Es gibt zwar eine Polizei, die aber extrem in die Machtkonflikte des Planeten eingespannt ist. Und in diesem Durcheinander suchen Perry Rhodan und seine Gefährten nach einem speziellen Artefakt – die turbulente Handlung zeigt dabei die unterschiedlichsten Bereiche Lepsos. Sehr gelungen!
13 Mai 2026
Wie entstehen die Titel?
Als ich bei PERRY RHODAN anfing, schickten die Autoren ihre Manuskripte als Ausdruck und per Post, der bei uns im Verlag dann »erfasst« wurde, also noch einmal abgetippt. Auf das Deckblatt schrieben die Autoren ihre Vorschläge für den Titel und die Untertitel. Ich suchte dann das aus, was ich für passend hielt, und schrieb die Titelei in eine entsprechende Liste – die wurde in regelmäßigen Abständen hausintern verteilt. So waren alle auf dem Laufenden; diskutiert wurde darüber aber nicht.
Heute schickten mir die Autorinnen und Autoren recht früh ihre Vorschläge für die Titel und die Untertitel an mich; natürlich per Mail Zu dieser Zeit sind die Manuskripte der einzelnen Romane aber noch nicht fertig; wir diskutieren also oft über etwas, das nicht vollständig vorliegt. Aber heute brauchen wir die Titel aus unterschiedlichen Gründen ein bisschen früher als damals.
Ich prüfe die Titelei: Gab es das schon einmal? Gibt es Titel, die zu ähnlich sind? Gibt es vergleichbare Titel außerhalb unserer Serie? Verstehen die potenziellen Kunden überhaupt, was wir wollen?
Meist übernehme ich die Vorschläge, die aus dem Team kommen. Manchmal schicke ich Gegenvorschläge zurück. Meist sind wir nach zwei, drei Mails fertig – aber es ist heute definitiv mehr Arbeit als früher. Weil wir heute die Zeit haben, die Titel zu diskutieren, nehmen wir sie uns schließlich auch …
12 Mai 2026
Der kosmische Kurator
Den Roman selbst verfasste Leo Lukas. »Der kosmische Kurator« ist eine mysteriöse Figur, die in diesem Roman noch nicht viel von ihren Geheimnissen preisgibt. Ein wichtiges Geheimnis wird mehr oder weniger gegen seinen Willen gelüftet – das empfinde ich als eine hübsche Pointe am Ende.
Daneben geht es ein bisschen um Whisky, und Reginald Bull erinnert sich an einen alten schottischen Freund. (Ich bin mir sehr sicher, dass dieser Schotte in Wirklichkeit aus Rheinland-Pfalz stammt, aber das ist ein sogenannter Insider-Gag, den ich an dieser Stelle nicht im Detail aufklären möchte …)






















