04 November 2013

PERRY RHODAN digital

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«: 

Am 18. April 2011 begann ich mit den Notizen zu einer – wie ich annahm – damals wegweisenden Idee. Ich nannte sie »PERRY RHODAN digital«, und ich schrieb die Stichworte zu einer Zeit nieder, als wir mit verschiedenen Partnern über einen komplett neuen E-Book-Vertrieb verhandelten.

Mir war klar, dass es eine große Arbeit sein würde, die komplette PERRY RHODAN-Serie zu digitalisieren. Wir sprachen zu diesem Zeitpunkt von weit über 2500 Heftromanen, die wir als Epub-Dateien benötigten. Die Kosten für das Nachbearbeiten sowie teilweise für das Scannen betrugen mehrere Zigtausend Euro – es würde eine Weile brauchen, diese wieder »einzuspielen«.

Meine Idee notierte ich nur skizzenhaft in einer Word-Datei: »Start mit Band 2600, also am 17. Juni 2011« stand in der ersten Zeile, gefolgt von »Ende am 30. September 2011, auf dem WeltCon« in der zweiten Zeile. Geplant waren 15 Wochen, das Ziel war »ein PERRY RHODAN-Roman, den es nur digital gibt«.

Niemand wusste damals, wie sich das Geschäft mit den E-Books entwickeln würde; alles war neu und frisch. Viele Verlage hatten ernüchternde Erfahrungen gesammelt, nur für PERRY RHODAN war das Geschäft bisher lukrativ gewesen. Ich überlegte zu diesem Zeitpunkt aber, wie man mit zusätzlichen Romanen auch Leser interessieren könnte, die nicht nur die wöchentliche Hefte haben wollten.

Die inhaltliche Überlegung: »zum Download auf allen Portalen – parallel zur laufenden Handlung – entweder SOL – da dürsten die Leser danach – oder Milchstraße – das interessiert auch alle«. Dass jede Woche eine Folge kommen sollte, stand außer Frage.

Für das Exposé hatte ich Uwe Anton im Visier. Wen sonst? Uwe schrieb zu jener Zeit die Exposés für die laufende Erstauflage, also wäre er für ein solches Projekt ideal gewesen. Als Autoren schwebten mir Christian Montillon vor oder einer der Autoren aus dem Fan-Umfeld: Gerry Haynaly notierte ich auf meinem Zettel, andere Namen hatte ich im Kopf. Als Lektor hatte ich mich selbst vorgesehen – weil wir ja Kosten sparen wollten.

Von vorneherein war klar, dass wir hinterher eine gedruckte Verwertung machen wollten: in Form eines Planetenromans beispielsweise. Aber konkrete Pläne hatte ich zu dieser Zeit keine.

Zu viel war ungewiss. Ich machte einige Notizen, wie wir die Honorare bezahlen sollten. Vor allem musste ich mir überlegen, auf welches Objekt wir das jeweilige Honorar buchen sollten. Über solche Dinge musste ich mir immer wieder Gedanken machen; letztlich war PERRY RHODAN für die Kollegen in der Buchhaltung so komplex, dass sie oft auf Unterstützung der Redaktion angewiesen waren. War das dann ein »Marketing-Aufwand«, oder sollten wir mit der Buchhaltung über ein »Sonderkonto« sprechen?

Soweit war ich in diesem April 2011 – und dann überrollten mich die Ereignisse. Die Produktion des WeltCon-Buches wurde immer aufwendiger, die Vorbereitungen für den PERRY RHODAN-WeltCon 2011 und die neue Serie PERRY RHODAN NEO prasselten über die Kollegen und mich herein. Und natürlich waren wir alle damit beschäftigt, die E-Book-Produktion mit unserem neuen Partner Bookwire so logisch und schlüssig wie möglich vorzubereiten.

So verrann die Zeit, und plötzlich war das Jahr vorüber. Meine Überlegungen gerieten nicht in Vergessenheit, aber ich kam nicht dazu, ein vernünftiges Konzept aus allem zu machen. Als die ersten anderen Verlage mit »digital only«-Produkten auf den Markt kamen, erinnerte ich mich mit Wehmut an die ersten Ideen vom April 2011.

Vielleicht, so dachte ich, werde ich sie doch irgendwann umsetzen ...

03 November 2013

Eine Woche weg vom Perryversum

Vielleicht hat sich der eine oder die andere gewundert, dass es in den vergangenen Tagen so wenig von mir zu lesen gab. Der Grund ist einleuchtend: Ich war einige Tage im Urlaub, und ich ging in diesen Tagen selbstverständlich kein einziges Mal an den Computer, ignorierte meine eigenen Computermöglichkeiten ebenso wie irgendwelche Internet-Läden und dergleichen – trotz aller Smartphones und WLAN-Angebote gibt es so etwas ja immer noch.

Dabei war ich nicht aus der Welt: nur in Deutschland unterwegs. Da blieb es nicht aus, dass ich die eine oder andere Buchhandlung oder den einen oder anderen Zeitschriftenladen von innen sah. Und selbstverständlich guckte ich stets, wo »meine« Produkte standen – auch im Urlaub ist man als PERRY RHODAN-Redakteur nicht ohne einen Blick auf den Weltraumfahrer unterwegs ...

25 Oktober 2013

Atlan kehrt silbern zurück

Druckfrisch liegt das neue Buch auf meinem Tisch: »Atlans Rückkehr« ist erschienen, der Band 124 der Silberbände. Das Buch kommt im November offiziell in den Handel, aber als Redakteur hat man im Verlag immer mal wieder das Privileg, das eine oder andere »Produkt« vorzeitig zu erhalten.

Ich erinnere mich noch gut an die Romane, die diesem Buch als Basis gedient haben. Die Kosmische Hanse, das Herzogtum von Krandhor, der unsterbliche Arkonide Atlan: Verschiedene Handlungsebenen laufen zusammen, und endlich erhält die Betschiden-Handlung einen »echten« Sinn. Als Leser war ich damals von den Erkenntnissen geradezu verblüfft.

Schade ist halt, dass es zu den Büchern so wenige Reaktionen gibt. Aber natürlich ist es für einen Leser spannender, sich über aktuelle Romane auszutauschen – und nicht über neue Versionen von Klassikern aus den frühesten 80er-Jahren ...

24 Oktober 2013

Bildergalerie zur Frankfurter Buchmesse

PERRY RHODAN auf der Frankfurter Buchmesse 2013 (Foto: Bettina Meister)Wie in jedem Jahr, so tummelte sich die PERRY RHODAN-Redaktion auch im Oktober 2013 auf der Frankfurter Buchmesse. Den Messestand hatten wir diesmal zum zweiten Mal mit dem Splitter-Verlag gemeinsam, diesmal aber »richtig«.

Messegespräche mit Autoren und Verlagskollegen prägten den Alltag der Messe, dazu kamen zahlreiche Gespräche mit »ganz normalen« Lesern. Unsere Bildergalerie gibt hierzu einen kleinen Einblick  – als Fotografen waren diesmal Bettina Meister und Heidrun Imo tätig.
Hier geht's zur Bildergalerie.

Die Frankfurter Buchmesse 2013

Ein Logbuch der Redaktion

Wenn es etwas gibt, das bei mir seit Jahrzehnten fest zum Jahresplan gehört, so sind es die Buchmessen: Im Frühjahr fährt man als Verlagsangestellter nach Leipzig, im Herbst ist dann jeweils Frankfurt dran. Die Messen haben dabei unterschiedliche Schwerpunkte, und nicht immer macht einem alles Spaß – wichtig sind sie auf ihre Art beide.

In diesem Herbst stand wieder Frankfurt auf dem Plan. Ich reiste bereits am Mittwoch morgen in die hessische Metropole, kam pünktlich zum Messegelände und stellte mein Auto auf den offiziellen Parkplatz. Dieser war praktischerweise auf dem Dach von Halle vier, während sich unser Stand in Halle drei befand; also nur einige hundert Meter Luftlinie. Das ist vor allem dann günstig, wenn man irgendwelche Dinge vom Auto in die Halle schleppen muss – in meinem Fall handelte sich um eine Bananenkiste, die zwar nicht schwer, aber reichlich sperrig war.

Bis ich am Messestand ankam, fühlte ich Gemeinschaftsstand: PERRY RHODAN / Splitter-Verlagmich schon erschöpft, wurde aber hellwach, als ich sah, wie wir uns 2013 öffentlich zeigten: Diesmal hatten wir wirklich einen Gemeinschaftsstand mit den Kollegen vom Splitter-Verlag. Das Ganze präsentierte sich sehr offen, mit zugänglichen Regalen, mit zwei Stehtischen, an denen man sich besprechen konnte, und einer kleinen Besprechungsecke, die geschickt zwischen Bücherregalen verborgen worden war. Mir gefiel die neue Gestaltung sehr gut, und ich hatte das Gefühl, sie komme auch bei den Messebesuchern sehr gut an.

Die nächsten Tage verbrachte ich damit, mit vielen Menschen zu sprechen. Das ist normal bei Messen: Man redet mit Partnern aus anderen Verlagen, mit Journalisten und Autoren, mit potenziellen Lizenzpartnern und Menschen, mit denen man gern einen Gedankenaustausch betreiben möchte. Früher gab es durchaus Gespräche mit Buchhändlern oder den Vertretern von großen Handelsketten; in solchen Bereichen hat sich die Messe für mich sehr verändert.

Ein kurzer Bummel in die Halle sechs, wo ich mir ausländische Verlage anguckte, gehörte ebenso dazu wie ein Abstecher zu den internationalen Literaturagenturen. Ansonsten sah ich wenig von der Messe. Weder bekam ich den Auftritt sogenannter Stars wie Boris Becker mit, noch erhielt ich Kenntnis von wichtigen Begegnungen. Mein Kosmos war der PERRY RHODAN- und Splitter-Stand, den ich kaum verließ.

Bei uns war es sowieso quirlig, weshalb ich mich nicht zu beklagen brauchte. Am Mittwoch und Donnerstag sowie größtenteils am Freitag führte ich viele Gespräche mit den Fachbesuchern, ab Freitag kamen immer mehr »normale« Messebesucher mit ihren Fragen und Anregungen. Mit ihnen diskutierte ich über die laufende PERRY RHODAN-Handlung oder beantwortete Fragen zu den aktuellen Projekten. Das finde ich selbst immer sehr spannend, weil ich auf diese Weise in Gespräche verwickelt werde, die ich sonst nicht führe – zudem sind das meist Menschen, die sich weder im Forum noch via Leserbrief oder bei Facebook öffentlich äußern.

Am Samstagabend besuchte ich noch den BuchmesseCon in Dreieich, bevor ich die Rückreise nach Karlsruhe antrat. Gegen halb elf Uhr nachts war ich daheim. Die Messe war auch in diesem Jahr wieder vorüber – wie immer war ich erschöpft, hatte aber das Gefühl, einige schöne und spannende Tage verbracht zu haben.

23 Oktober 2013

Zeitzeuge der Zukunft

Ein starkes Titelbild von Dirk Schulz, ein höchst interessanter Roman von Wim Vandemaan: Ich finde ja, dass der Roman »Zeitzeuge der Zukunft«, der offiziell am 1. November 2013 als Band 2724 der PERRY RHODAN-Serie erscheint, ein echter »Kracher« ist. Okay, das werden mir manche Leser wieder als Übertreibung auslegen – aber ich fand schon das Exposé klasse, und ich mochte auch das Manuskript des Romans. Also wird die gedruckte Version ebenfalls ihre Freunde finden ...

Wer sich für Hintergründe zu den Romanen interessiert, wird seine Freude am PERRY RHODAN-Report haben. Man erfährt nicht nur, wo Michelle Stern arbeitet, sondern ebenso, wie sie arbeitet. Und ganz nebenbei gibt's Informationen zu den alten »Nick«-Comics, die viele PERRY RHODAN-Fans in ihrer Jugend begeistert haben.

22 Oktober 2013

PERRY RHODAN-Vinyl

Darüber habe ich mich dieser Tage am meisten gefreut: Das Belegexemplar von Eins A Medien zum fertiggestellten Sammelalbum traf ein. Dabei handelt es sich um eine Vinyl-Schallplatte sowie um ein handsigniertes Gucky-Bild, beides Dinge, die mich als alten PERRY RHODAN-Sammler erfreuen.

Das Bild stammt von Frans Stummer, den ich auch schon seit gut dreißig Jahren kenne. Und die Schallplatte enthält Auszüge aus einer Con-Podiumsdiskussion aus dem Jahr 1977, an der Clark Darlton und K.H. Scheer teilgenommen hatten.

Ich finde, das ist ein richtig tolles Merchandise-Produkt – über solche Dinge kann ich mich richtig freuen. Klasse!, ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Eins A Medien.

21 Oktober 2013

Das Schwarze Auge und wir

Ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Reaktionen es von manchen Lesern auf manche Aussagen oder Ergebnisse gibt. Die Tatsache, dass in diesem Jahr nicht PERRY RHODAN, sondern »Das Schwarze Auge« den Deutschen Phantastik-Preis für die »beste Serie 2012« gewonnen hat, wird von einigen Menschen offensichtlich als »Niederlage« interpretiert.

Erstens einmal ist es keine Niederlage, wenn man ausnahmsweise nicht gewinnt, zweitens hat eine Serie gewonnen, die es auch wirklich verdient hat: »Das Schwarze Auge« ist seit nunmehr dreißig Jahren das umfassendste und umfangreichste Rollenspielsystem aus dem deutschen Sprachraum.

Es gibt zahlreiche Romane, ebenso zahlreiche Geschichten, Rollenspielbände, Fanzines und Grafiken – im Verlauf dieser Zeit entstand ein Fantasy-Universum, wie es praktisch kein zweites Mal auf dieser Welt existiert. Es ist also richtig, dass »Das Schwarze Auge« auch einmal einen Preis gewinnt.

20 Oktober 2013

Zum aktuellen Stand bei ATLAN

Mittlerweile gibt es schon eine Reihe von Anfragen bei mir, mittlerweile wird in unserem Forum und bei Facebook intensiv diskutiert: Es geht um die Weiterführung der ATLAN-Bücher. Damit die Gerüchte hierzu nicht weiter durch die Gegend wabern, möchte ich das hier kurz richtigstellen.

Wir haben auf der Buchmesse intensiv mit einem möglichen Partner gesprochen; »wir« sind in diesem Fall die ATLAN-Redakteurin Sabine Kropp und der PERRY RHODAN-Chefredakteur Klaus N. Frick. Der Partner ist sehr interessiert, und ich bin sehr optimistisch, dass wir uns einigen werden. Ich bin ebenso optimistisch, dass es im Frühjahr 2014 mit den ATLAN-Büchern weitergeht.

Nur: Das ist eine Hoffnung, noch keine Tatsache. Bislang gibt es nicht einmal einen Vertragsentwurf, wir sind in einer frühen Phase der Verhandlungen. Sobald alles unter Dach und Fach ist und wir wissen, dass es mit den ATLAN-Büchern weitergeht, werden wir darüber berichten. Bitte seid so freundlich und geduldet euch noch so lange.

19 Oktober 2013

Eine Woche nach der Messe

Nachdem ich am Freitag bis 19.15 Uhr im Büro geblieben war – in einem ansonsten menschenleeren Verlag ... –, weil ich unbedingt alle Messeberichte und -notizen fertigstellen wollte, geht es heute mit der Nachbearbeitung der Buchmesse weiter. Ich schreibe ein Logbuch der Redaktion zum Thema, ich schicke Mails an diverse Partner, und ich mache ein weitergehendes Konzept für einen möglichen Lizenzpartner.

Grundsätzlich gilt ja: Wenn man solche Dinge nicht gleich erledigt, bleiben sie so lange liegen, bis sie veröden. Und damit das nicht passiert, muss ich noch mal ran. Aber da es sich hier um Perspektiven fürs Jahr 2014 oder gar darüber hinaus handelt, ist das wichtig und sinnvoll.

18 Oktober 2013

Der ACD-WeltCon im Rückblick

Von den vielen Clubs, die sich in den 80er-Jahren bildeten, sind so gut wie alle wieder verschwunden. Eine Ausnahme ist der ATLAN-Club Deutschland (ACD), der sich immer noch recht quirlig präsentiert: nicht mehr so streitlustig wie früher, nicht mehr so jugendlich – aber das ist nach einer bald dreißig Jahre währenden Existenz nicht überraschend.

Die aktuelle Ausgabe 221 des Club-Fanzines »Intravenös« beweist das alles aufs beste: Seitenweise geht es nämlich um den ACD-WeltCon, ein internes Clubtreffen also, das in der niedersächsischen Pampa stattfand. Drei Dutzend Clubmitglieder waren anwesend, die anscheinend viel Spaß hatten.

Das belegen die vielen Fotos, die in Farbe veröffentlicht worden sind, sowie die Berichte einiger Clubmitglieder. Das alles wirkt so sympathisch und optimistisch, dass ich unweigerlich bei der Lektüre zu grinsen anfange.

Selbstverständlich handelt es sich bei alledem nicht um eine ernsthaft-kritische Auseinandersetzung mit der Science Fiction. Aber das ist ja auch nicht Ziel einer solchen Veranstaltung – es geht darum, mit Gleichgesinnten möglichst viel Spaß zu haben.

Wenn der ACD im Jahr 2013 dieses Ziel immer noch so positiv erfüllen kann, ist es mir um die Zukunft dieses Clubs nicht bange. Und ich überlege mir ernsthaft, im Jahr 2014 einmal wieder einen ACD-Con zu besuchen.

17 Oktober 2013

62 Stunden auf dem Cover

Mit einem sehr klassischen Titelbild von Alfred Kelsner wartet der PERRY RHODAN-Band mit dem Titel »Nur 62 Stunden« auf. Der Roman stammt von Michael Marcus Thurner, es ist der zweite Teil seines Doppelbandes, und er hat's inhaltlich schwer in sich. Ich könnte mir vorstellen, dass einige Leser entsetzt sind, wenn sie ihn lesen; andere werden hoffentlich die spannende Handlung mögen.

Übrigens enthält der Roman auch eine schöne Risszeichnung. Gregor Sedlag präsentiert ein Raumschiff der Onryonen, und das ist sehr aktuell. So was mag ich, und ich hoffe, dass es die Leser goutieren werden.



16 Oktober 2013

Strenger Blick auf Altin Magara

Meiner Ansicht nach ist es ein echter Kracher-Roman: Michael Marcus Thurners »Altin Magara«, der in dieser Woche offiziell in den Handel kommt. Es ist der PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 2722, auf dem Cover – es stammt von Swen Papenbrock – sieht man zwei der »vier Eroberer« (soviel darf ich wohl schon verraten), und im Inhalt geht es ganz schön zur Sache.

Es handelt sich um den ersten Teil eines Doppelbandes, der die Stadt Istanbul in der fernen Zukunft des PERRY RHODAN-Universums zeigt. Ich war noch nie in Istanbul, aber diese Metropole scheint auch in der Zukunft sehr faszinierend sein – ein Blick auf das Terra des Perryversums.

Galaktisches Forum 2013

Aus der Serie »noch nicht geschriebene Buchmesse-Rückblicke«: Nachdem ich es ja nicht geschafft hatte, zu einer der offiziellen Abendveranstaltungen anderer Verlage zu gehen, packte ich es immerhin, zu meinem eigenen »Event« zu erscheinen. Gemeint ist das Galaktische Forum, also die Veranstaltung der PERRY RHODAN-Redaktion, zu der wir Verlagskollegen, Autoren, Lizenzpartner und Journalisten einladen.

Ein offizieller Bericht folgt sicher noch; hier nur kurz angerissen: Es war super. Da ich diesmal nicht mit dem Auto fahren musste, sondern das Taxi zum Hotel nutzen konnte, durfte ich auch einmal Bier trinken. Das machte die Sache gleich geselliger.

Mit anderen Autoren sprechen, mit Verlagskollegen plaudern, mit Menschen aus völlig anderen Bereichen zusammenkommen – das, was eigentlich das »Herz« der Buchmesse ist und zu dem ich tagsüber nicht so richtig kam, wurde an diesem Abend verwirklicht. Erste Fotos zeigen, dass die Veranstaltung wohl gut war; erste Aussagen von Besuchern bestätigen das ebenfalls.

15 Oktober 2013

Wechsel einer Ära

Die japanischen Leser sind eigentlich zu beneiden: Sie stecken mitten in einer der phantastischsten und spannendsten Epochen der PERRY RHODAN-Serie. Das belegt ganz besonders der Band, der in Japan als Nummer 1850 in der Science-Fiction-Reihe des Hayakawa-Verlages erschienen ist.

Er enthält die Bände 849 und 850 der PERRY RHODAN-Heftromanserie. Das Cover finde ich übrigens richtig stark – es ist eigenständig und dürfte überzeugen.

Im ersten Teil dieses Taschenbuches kehrt die Erde aus dem Mahlstrom der Sterne zurück an ihren angestammten Platz im Solsystem. Im zweiten Teil erfahren die Leser – aus der Sicht von Perry Rhodan selbst – mehr über die Superintelligenz BARDIOC und ihre Geschichte. Großes kosmisches Kino!

14 Oktober 2013

Nach der Messe

Eigentlich wäre noch so viel zu berichten, und ebenso eigentlich wollte ich das am Samstag auch tun. Aber dann ging es in der Nacht vom Freitag auf Samstag doch so lang, und dann war auf einem der Samstag vorüber, und dann war Sonntag, und ich »durfte« nicht mehr an den Computer ... Aus diesem Grund gab es von mir auf einmal keine Berichte von der Frankfurter Buchmesse 2013 mehr.

Das wird aber nachgeholt. Hiermit versprochen! Ich werde Stück für Stück in meinem Blog noch einige Kleinigkeiten nachreichen, und ich möchte mindestens ein Logbuch der Redaktion zu diesem Thema verfassen. Nach aktuellem Stand der Dinge wird es zudem eine Bildergalerie geben. Ich bitte aber um ein klein wenig Geduld ...

11 Oktober 2013

Messe-Partymuffel

Für viele Medien ist die Frankfurter Buchmesse eine Abfolge von lustigen und lauten Veranstaltungen; das Party-Hopping von Journalisten ist auffällig, und viele Autoren und Verlagsmitarbeiter betreiben dies auch sehr intensiv. In diesem Jahr 2013 wollte ich mir auch zwei Abendveranstaltungen angucken: am Mittwoch bei Edel, am Donnerstag bei Piper.

Um es kurz zu machen: Ich habe es nicht getan. An beiden Abenden entschied ich mich spontan, mich nicht ins Party-Gewühl zu werfen. Stattdessen aß ich lieber in Ruhe etwas, las ein wenig in den mitgeschleppten Manuskripten und beantwortete die aufgelaufenen E-Mails. Das hört sich weniger spannend an als der Besuch einer Party, war aber wahrscheinlich sinnvoller ...

10 Oktober 2013

Stresstag Donnerstag

Es gehört zum guten Ton, während einer Buchmesse über den Stress zu jammern, dem man ausgesetzt ist. Ich will mich diesem lauten Konzert nicht verschließen: Der heutige Tag war wirklich sehr stressig und anstrengend; das ist für einen Donnerstag aber normal. Zahlreiche Fachgespräche konzentrieren sich auf diesen Tag.

So war ich sogar im »Agent's Center« unterwegs, hatte Gespräche mit Heyne und Eins A Medien, unterhielt mich mit dem Zaubermond-Verlag oder beantwortete die Fragen von Messebesuchern und Journalisten. Alle waren nett; es handelte sich also unterm Stress sowieso nur um positiven Stress. Und dieser macht, wie wir alle wissen, nicht so viel aus.

09 Oktober 2013

Tag eins am Fast-Ende

Einen ersten kurzen Rückblick auf diesen Messe-Mittwoch kann ich bereits geben: Ich besuchte den Piper-Verlag, wo es unter anderem um Möglichkeiten der Zusammenarbeit ging, sowie den Stand von Bookwire, wo ich mit Miriam Hofheinz darüber sprach, welche Aktionen wir in diesem Herbst 2013 in Sachen E-Books noch vorantreiben könnten. Wie immer sind solche Gespräche wichtig und gut und machen auch Spaß, weil ich es mit netten und kompetenten Leuten zu tun habe.

Fast wichtiger sind die Gespräche »zwischen Tür und Angel«. Es ist unglaublich, wen man so alles trifft: ehemalige Verlagsleiterinnen, ehemalige Vertriebsleiter, ehemalige Kollegen, Kollegen aus anderen Verlagen. Die Messe ist ein großes »Sehen und gesehen werden«, und diese Funktion erfüllt sie in diesem Jahr bestens.

Am Gemeinschaftsstand

Es ist die erste Frankfurter Buchmesse, an der ich an einem echten Gemeinschaftsstand tätig bin: PERRY RHODAN und der Splitter-Verlag haben einen gemeinsamen Auftritt, und dieser ist zudem sehr kommunikativ gestaltet. Der Raum ist gewissermaßen offen, man kann durch den Stand hindurchgehen; immerhin habe ich eine Besprechungsecke, an der ich den Laptop auf einen Tisch stellen kann.

Zwischen den Splitter-Comics und den aktuellen Silberbänden, zwischen Hörbüchern und Prospekten kann die Messe jetzt so richtig losgehen. Wobei ich heute morgen schon den ersten Partnerstand besuchte: Ich war bei Lübbe-Audio, wo wir uns darüber unterhielten, wie wir die »Sternenozean«-Hörspiele noch einmal beflügeln können.

08 Oktober 2013

Der Wahrheitspreis und mein Versagen

Ein Logbuch der Redaktion

Es ist schon einige Jahre her, dass die PERRY RHODAN-Redaktion direkt auf der Frankfurter Buchmesse mit einem Preis ausgezeichnet wurde: Wir erhielten damals  den sogenannten Jieper-Preis der Berliner »tageszeitung«. Der Grund dafür: Hubert Haensel hatte es geschafft, im Rahmen des sogenannten Unterbringwettbewerbs einen Nonsenssatz in einem PERRY RHODAN-Roman unterzubringen.

Der Autor hatte es sogar geschafft, diesen Roman so in die Handlung einzubauen, dass er glaubhaft und logisch wirkte. Dafür erhielt der Autor eine Flasche Gran Duque d’Alba, die er hoffentlich auch leergetrunken hat, während die PERRY RHODAN-Serie bundesweit in der Presse zitiert wurde.

»Aufgemerkt, liebe Journalisten, Redakteure und Publizisten!«, las ich nun im August 2013. Es war der erneute Startschuss zum »traditionellen Unterbringwettbewerb« der »taz«, wie die Zeitung abgekürzt wird. Spontan hatte ich Lust, diesmal mit PERRY RHODAN NEO teilzunehmen und idealerweise einen Preis zu gewinnen. Es ging auch dieses Mal darum, einen völlig unsinnigen Satz »in einem publizistischem Medium« unterzubringen.

Bisherige Gewinner des Jieper-Preises waren unter anderem die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Stadtmagazin »Zitty«, die Wochenzeitung »Die Zeit«, die Fernsehserie »Lindenstraße« und das Deutschlandradio gewesen. In diesen Kreis wollte ich mich mit PERRY RHODAN NEO einreihen; nach dem Klassiker jetzt also das neue Universum ...

Die Aufgabe schien lösbar. Da in diesem Jahr Brasilien das Gastland der Frankfurter Buchmesse ist, lautete der Satz diesmal: »Von Rio bis zum Orinoco tanzt den Samba jede Gamba.« Unsinnig war das allemal ...

Ich schaute in die Terminpläne und stellte fest, dass ein Roman von Alexander Huiskes am 11. Oktober 2013 offiziell in den Handel kommen würde. Das wäre pünktlich zur Buchmesse. Zudem stellte ich mir schon vor, wie allein der Titel des Romans, nämlich »Kurtisane des Imperiums«, auf der Buchmesse für Aufsehen sorgen würde. Kurzerhand schrieb ich den Autor an und stellte ihm das Projekt vor.

»Das heißt, in Deinem Roman könnte ich den Satz unterbringen«, stellte ich dem Autor dar. »Entweder im Abspann, da brauche ich Deine Zustimmung ja kaum, oder im Inhalt, da müsste es von Dir kommen.« Ich wusste selbst, dass das ganze kniffelig war, ging aber davon aus, dass wir diese Schwierigkeit gemeinsam lösen würden.

Der Roman traf pünktlich ein, und ich stellte fest, dass es keine Möglichkeit gab, den Satz sinnvoll einzubringen. Ich las den Roman als Manuskript durch, ich hatte die redigierte Version in der Hand und schaute mir diese erneut an: Aber irgendwie passte das alles nicht.

Mir kam nicht einmal eine sinnvolle Möglichkeit in den Sinn, den Satz irgendwo in die Vorschau auf den Folgeband unterzubringen. Ich hätte ihn ins Impressum einbauen können – aber das verbot mir meine berufliche Sturheit: Ein Impressum war etwas Offizielles, und man durfte es nicht einfach mit einem Unsinnssatz »verunzieren«.

Mitte September 2013 musste ich einsehen: Es reichte nicht, mir fiel nichts ein. Auch vom Autor kam keinerlei Idee – wir hatten beide vor der Tatsache zu kapitulieren, dass in dem Roman viel passierte, man aber Begriffe wie »Orinoco« oder »Samba« beim besten Willen nicht unterbringen konnte.

Das war also nichts. 2013 treten wir also nicht einmal an, damit können wir logischerweise nicht gewinnen. Dann eben 2014 erneut – ich nehme es mir schon jetzt vor ...

07 Oktober 2013

Wie das Club-Kontakt-Netz entstand

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wir saßen an jenem Samstag, 19. April 1980, in der kleinen Stadt Nagold zusammen: drei Jugendliche, die von einer Mission beseelt waren. Einer davon war ich, die anderen zwei waren Frank und Robert, und unser Plan war, die zerstrittene deutschsprachige Fan-Szene zu einigen. Darüber diskutierten wir den ganzen Tag lang und auch über den Abend hinweg, immer wieder unterbrochen durch viel Quatsch und Unfug.

Es war Robert, der irgendwann damit anfing, die Floskel »mit einiger Toleranz« einzubauen. Gemeint waren damit Pläne und Überlegungen, die noch nicht hundertprozentig sicher waren, von deren Sinn wir aber überzeugt waren. Das fanden wir drei alle so witzig, dass wir diese Floskel den ganzen Tag über benutzten – und ich schrieb sie später in das entsprechende Fanzine mehrfach hinein.

Wir vereinbarten, dass wir das PERRY RHODAN-Magazin sowie die PERRY RHODAN-Clubnachrichten systematisch durchforschen wollten. Alle Clubs, die sich neu gründeten, wollten wir anschreiben und über das Club-Kontakt-Netz informieren. Wir wollten diese Clubs weder auflösen noch sie zwangsweise vereinen – so großkotzig waren unsere Überlegungen dann doch nicht –, aber wir hatten die Idee, dass künftig alle an einem Strang ziehen sollten.

Das Ziel, das wir auch schriftlich festhielten: »... die SFCs einander näher zu bringen, den Einstieg neuer Clubs ins Fandom zu erleichtern und die unterste Vorstufe zu einem bundesweiten Dachverband zu sein.« Wir vereinbarten, zum VaiCon zu fahren, der in wenigen Wochen in der kleinen Stadt Vaihingen stattfinden sollte – dort sollte sich der PERRY RHODAN-Club Deutschland als Dachverband aller PERRY RHODAN-Fans konstituieren.

Und wir beschlossen, dass es bereits kurz darauf einen sogenannten ChefCon geben sollte: Gemeint war eine Veranstaltung, zu der die Vorsitzenden und Sprecher aller PERRY RHODAN-Clubs kommen sollte. Allerdings war uns zu diesem Zeitpunkt weder klar, wer das organisieren sollte, noch, wo die Sache stattfinden sollte. Immerhin planten wir bereits für den August, eine Vollversammlung aller CKN-Mitglieder in Nagold zu veranstalten.

(Auf die Idee, dass dieser rasante Zeitplan nie funktionieren konnte und auch mit unserem privaten Leben nicht in Übereinstimmung zu bringen war, kamen wir damals natürlich nicht. Wir waren davon überzeugt, dass jeder, der von unseren Plänen hörte, sie begrüßen und ihnen zustimmen würde. Zweifel kamen an diesem Tag und in den darauf folgenden Wochen zumindest bei mir keine auf.)

Wir machten uns Gedanken, wie der Vorstand des Club-Kontakt-Netzes strukturiert sein sollte, und wir überlegten uns, welche Werbeblätter auf den neuen Verein aufmerksam machen sollten. Sogar ein Club-Beitrag wurde festgelegt.
Darüber hinaus strebten wir den »Informations- und Erfahrungsaustausch« mit anderen Vereinen an. Ein monatliches Fanzine für die internen Themen wurde beschlossen, ein externes Fanzine wurde diskutiert – wir machten uns schon Gedanken darüber, welche Auflage und welchen Preis es haben sollte.

Einigermaßen ironisch liest sich im Protokoll der weitere Plan, wie er unter Punkt sieben verkündet wird: »Für die nächsten Jahre, Jahrzehnte und Jahrhunderte wird mit einiger Toleranz die Ausbreitung des CKN ins deutschsprachige Ausland erarbeitet. Für später ist dann nicht ausgeschlossen, dass das CLN sich über Westeuropa und dann über den Rest der Welt ausbreitet.«

Neben diesen sehr ernst gemeinten Diskussionen über die Zukunft des noch nicht einmal gegründeten Club-Kontakt-Netzes hatte dieses erste Treffen, das ich mit anderen Fans außerhalb von Freudenstadt hatte, vor allem eine Funktion: Wir blödelten herum, wir redeten über Science Fiction und diskutierten über das Fandom. Jeder von uns hatte seine ersten Erfahrungen und Kenntnisse gesammelt.

Frank zeigte uns seine skurrilen Zeichnungen, die er anfertigte, während ich stolz von meinen Erfahrungen als Autor von Kurzgeschichten erzählte. Wir berichteten von den Kontakten mit anderen Clubs, Frank spielte uns darüber hinaus Kassetten mit Tonbriefen vor.

Einer blieb mir über alle Jahrzehnte hinweg im Gedächtnis: Es war ein Tonbrief des PERRY RHODAN-Clubs Veast'Ark aus Bad Orb, der von mehreren Clubmitgliedern gemeinsam besprochen worden war. Der Großteil des Tonbriefs bestand aus Gelächter. Wir verstanden zwar nicht immer, worüber gelacht wurde, aber es schien, dass die aktiven Fans in Bad Orb viel Spaß mit ihren Club-Aktivitäten hatte.

Wir verabredeten noch, dass ich das erste Fanzine des Club-Kontakt-Netzes machen sollte – es sollte den Titel EINS tragen und an alle potenziellen Mitglieder verschickt werden. Das Porto würde ich aus dem »Etat« meines Fanzines SAGITTARIUS nehmen. Diesen frischte ich regelmäßig durch Geld auf, das ich mir durch kleine Jobs auf der Baustelle oder in der Landwirtschaft verdiente.

Irgendwann gingen wir ins Bett. Ich mümmelte mich in meinen Schlafsack und verbrachte eine ruhige Nacht. Am nächsten Morgen gab es ein reichhaltiges Frühstück, dann trennten wir uns.

Als ich mit meinem Rad durch die Schwarzwaldtäler nach Hause strampelte, zeitweise genervt durch leichten Nieselregen, war ich komplett euphorisch. Das Club-Kontakt-Netz würde meinen Bekanntheitsgrad in der Fan-Szene verstärken, da war ich mir völlig sicher – meinem weiteren Aufstieg in die höheren Sphären der Science Fiction stand also nichts mehr im Weg.

06 Oktober 2013

Doppelband-Teillektüre

Der heutige Sonntag war reichlich regnerisch; ein Tag, an dem man sich also vor allem um die Familie zu kümmern hat. Der gute PERRY RHODAN-Redakteur guckt trotzdem, dass er sich zwischendurch die eine oder andere Auszeit gönnt: Es gibt ja immer genug zu tun.

Ernsthaft: Die heutige Lektüre hatte es sich in sich. Toufec ist eine der Hauptpersonen, eine gewisse Telepathin spielt eine wichtige Rolle, und ich hatte heute somit den zweiten Teil eines Doppelbandes vor mir, der einige Überraschungen für die Leser bereithalten sollte.

05 Oktober 2013

Computerspiel erwünscht

Seit im Jahr 2008 das PERRY RHODAN-Adventure in Zusammenarbeit mit der Firma Braingame und im Vertrieb von Koch Media erschienen ist, gibt es immer wieder Bemühungen, ein neues PERRY RHODAN-Computerspiel in den Handel zu bekommen. Ich führte eine Reihe von Gesprächen, aus denen leider kein neues »großes« Spiel entstanden ist. Immerhin gibt es »Kampf um Terra«, das von der Berliner Spieleschmiede Gamopolis erstellt und vertrieben wird.

Auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse führe ich einige Gespräche, bei denen es am Rande auch um ein neues Computerspiel geht. Schauen wir mal, was dabei herauskommt ... Da wir selbst kein Spielehersteller sind, benötigen wir stets einen Partner, der in der Lage ist, ein solches Spiel auf Basis der Marke PERRY RHODAN zu entwickeln und – vor allem – auch sinnvoll zu betreiben.

04 Oktober 2013

Terrania, Istanbul und Zellaktivatoren

Ein Logbuch der Redaktion

Wenn ich mir anschaue, welche PERRY RHODAN-Manuskripte derzeit bei mir in der Redaktion eintreffen und welche fertig redigierten Dateien wir in die Repro-Abteilung weiterleiten, ist mir bewusst, dass im Oktober eine Reihe von packenden Romanen auf die Leser zukommen. Vor allem drei bestimmte Manuskripte haben es in sich: Sie spielen mehrheitlich auf der Erde, und sie haben Zellaktivatorträger als Hauptpersonen.

Den Auftakt macht Leo Lukas mit seinem Roman »Der Paradieb«, der mit der Bandnummer 2721 in den Handel kommt – pünktlich zur Buchmesse gewissermaßen. Ich bin sicher, dass wir mit Messebesuchern sprechen werden, die uns ihre Meinung zu dem Roman sagen werden; der Band liegt ab dem 11. Oktober offiziell in den Läden, und er stellt unter anderem den Mausbiber Gucky vor.

»Den kennen wir doch schon«, sagt der erfahrene PERRY RHODAN-Leser – aber das stimmt nicht hundertprozentig genau. Der Untertitel »Gucky erwacht – ein Verwandelter in einer verwandelten Welt« deutet schon an, dass einige Dinge anders dargestellt werden, als man sich das als erfahrener Leser vielleicht vorstellt. Der Roman, der in Terrania und Umgebung spielt, bringt zudem Informationen zur aktuellen Situation anderer terranischer Mutanten.

Mit dem Folgeband, der am 18. Oktober 2013 unter dem Titel »Altin Magara« in den Handel kommt, wechselt Michael Marcus Thurner den Schauplatz. Ein wesentlicher Teil des Romans spielt in Istanbul, wo zwei Aktivatorträger buchstäblich in die Kavernen der uralten Stadt abtauchen. Ronald Tekener ist die wohl wichtigste Figur des Romans; der Smiler erweist sich als Spieler und als erfahrener Geheimdienstmann, der auch mit Agenten anderer galaktischer Geheimdienste zusammenzuarbeiten weiß.

»Altin Magara« ist dabei nur der erste Teil eines Doppelbandes. Mit Band 2723, der am 25. Oktober 2013 als »Nur 62 Stunden« erscheint, setzt Michael Marcus Thurner die packenden Abenteuer auf der Erde fort. Agenten kämpfen gegeneinander, relativ unsterbliche Aktivatorträger müssen feststellen, wie beschränkt die relative Unsterblichkeit in Wirklichkeit ist, und Gucky muss eine Reihe von moralischen Entscheidungen treffen ...

Ich kann wenig über diese drei Bände andeuten, was mir nicht als »Spoiler« ausgelegt werden könnte. Allerdings bin ich mir hundertprozentig sicher, dass diese drei Oktober-Romane viele Diskussionen auslösen werden. Das Expokraten-Duo Wim Vandemaan und Christian Montillon feuert einige faszinierende und überraschende Ideen auf die Leser ab ... ob die dann alles mögen werden, steht auf einem anderen Blatt Papier ...

H.G. Ewers und sein letzter Weg

Ein Logbuch der Redaktion

Der Donnerstag, 26. September 2013, war ein richtig schöner Tag. Die Sonne schien, die Temperaturen kletterten in Südbaden auf 23 Grad, es ging ein laues Lüftchen. Eigentlich ein ideales Wetter, um eine Dienstreise anzutreten.

Leider war der Anlass nicht so fröhlich: Mit Sabine Kropp fuhr ich nach Südbaden, wo wir unserem PERRY RHODAN-Autor und langjährigen Kollegen Horst Gehrmann das letzte Geleit geben wollten. Unter seinem Pseudonym H.G. Ewers schrieb er bekanntlich Hunderte von Romanen und trug entscheidend dazu bei, dass PERRY RHODAN zu dem großen Erfolg wurde, der es heute ist.

Wir hatten auf der Autobahn keinen Stau, und so erreichten wir Weil am Rhein pünktlich. Vor dem Friedhof, den wir schnell fanden, trafen wir auf die Familie des Hinterbliebenen sowie auf den PERRY RHODAN-Autor Arndt Ellmer und seine Frau Kerstin. Nach einigen gemeinsamen Erinnerungen und kurzen Gesprächen gingen wir in die Grabkapelle.

Der Trauerprediger verspätete sich, weil er im Stau steckte. Deshalb fing die Trauerfeier verspätet an. Das griff der Prediger gleich zu Beginn auf: Er sei in der zweidimensionalen Realität stecken geblieben. Für einen Science-Fiction-Autor hätte es andere Wege gegeben, ans Ziel zu kommen. In seiner Rede ging der Prediger immer wieder auf die phantastischen Aspekte im Leben des Verstorbenen ein, würdigte ihn aber vor allem als eigenständigen und humorvollen Menschen.

Als Vertreter des Verlages und des PERRY RHODAN-Teams durfte ich danach ebenfalls einige Worte sagen. Ich würdigte den verstorbenen Autor und seine Phantasie, sprach über seine skurrilen Figuren und seinen Humor und schloss damit, dass wir – also die Leser und die heutige Autorengeneration – ihm viel zu verdanken hätten.

Umrahmt wurde die Trauerfeier von einem Akkordeonspieler; die Musikstücke hatte sich H.G. Ewers noch zu Lebzeiten ausgesucht. Es passte zu seinem Humor, dass er als Zwischenstück der Feier ausgerechnet »La Paloma Olé« gewählt hatte. Und als der Sarg aus der Kapelle getragen wurde, kam die Melodie von »Muss i denn zum Städtele hinaus«.

Wir blieben noch eine Weile am Grab, um endgültig Abschied zu nehmen. Dann verabschiedeten wir uns von der Familie. In einem Restaurant in der Innenstadt setzten sich Arndt Ellmer und seine Frau sowie wir von der Redaktion noch ein wenig zusammen; dort sprachen wir über gemeinsame Erinnerungen und künftige Projekte.

Wir waren uns einig: Wir werden H.G. Ewers nie vergessen!

03 Oktober 2013

Auf dem sonnigen Balkon

An einem schönen sonnigen Feiertag wie dem heutigen macht es richtig Spaß, auf dem Balkon zu sitzen und zu lesen. In diesem Fall handelt es sich nicht nur um die aktuelle Tageszeitung – von gestern natürlich! – oder um die aktuellen Ausgaben von »Buchreport« und »Buchmarkt«, sondern auch um Manuskripte.

Damit ein spezielles Manuskript von PERRY RHODAN NEO, das sehr terminknapp eingetroffen ist, vor der Buchmesse noch in die Bearbeitung und nach der Buchmesse direkt in die Herstellung geschickt werden kann, muss ich mich mit diesem sputen. Da die Lektüre aber spannend ist und mich die Geschehnisse auf Iprasa sehr interessieren, ist das sehr angenehm.

Darüber hinaus liegt mir noch ein Manuskript zur wöchentlichen Heftromanserie vor. Das ist vom Termin her überhaupt nicht knapp, weshalb ich mir damit ein wenig Zeit lassen kann. Ich find's aber spannend, also lese ich es gleich ...

02 Oktober 2013

Picknick mit Tomopaten

Tomopaten sind Außerirdische, die wir in PERRY RHODAN bislang noch nicht sehr oft hatten. Im aktuellen PERRY RHODAN-Roman, der diese Woche unter dem Titel »Im Stern von Apsuma« erscheint, schildert Uwe Anton einen Angehörigen dieses Volkes; erfunden wurden diese Aliens übrigens von Robert Feldhoff.

Ich persönlich fand den Roman ja richtig spannend: mit Action und Intrigen reichlich vollgepackt. Stark finde ich auch das Titelbild, das Swen Papenbrock gezeichnet hat: ganz schön dymanisch. So mag ich »meine« Serie.

01 Oktober 2013

Nachruf auf H.G. Ewers

Er war wohl der Autor, dessen Phantasie am wenigsten gebändigt wurde: H.G. Ewers hat die PERRY RHODAN-Serie über Jahre und Jahrzehnte  hinweg beeinflusst. Ohne ihn wäre die Serie nie so erfolgreich geworden.

Geboren wurde Horst Gehrmann am 1. Januar 1930 in Weißenfels an der Saale. Über seine Kindheit und Jugend berichtete er nie viel; in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges erlebte er die Endkämpfe in Berlin mit. Nach dem Krieg absolvierte er eine kaufmännische Ausbildung, der sich ein Studium anschloss. In den fünfziger Jahren war er als Lehrer am Gymnasium tätig, nebenbei schrieb er Geschichten und Romane.

Als er kurz vor dem Mauerbau aus der DDR nach Westdeutschland floh, ließ er Manuskripte zurück – die Ideen trug er aber mit sich. Rasch publizierte er eigenständige Science-Fiction-Romane, ebenso schnell wurde er auf PERRY RHODAN aufmerksam.

Nach einem Taschenbuch erfolgte 1965 sein Einstieg in die laufende PERRY RHODAN-Serie. Schon den Zyklus »Die Meister der Insel« prägte er mit seinen phantastischen Figuren und eigenwilligen Ideen, danach war er bei PERRY RHODAN nicht mehr wegzudenken. Nimmt man seine ATLAN-Romane hinzu, hat H.G. Ewers mehr als 300 Romane zum PERRY RHODAN-Kosmos beigesteuert und die größte Science-Fiction-Serie der Welt maßgeblich beeinflusst.

Seine Stärke waren seine Phantasie und der Glaube an das Gute im Menschen. Wenn ihm die Handlung der Romane zu actionlastig erschien, setzte er Helden entgegen, die – wie Tengri Lethos – den Frieden in die Galaxis brachten. Seine Figuren waren oftmals skurril wie der Mutant Dalaimoc Rorvic oder geheimnisvoll wie der Erbgott Lullog, und nicht jeder Leser mochte sie.

H.G. Ewers war über Jahrzehnte hinweg ein Autor, der seine Leserschaft spaltete. Man liebte seine Romane, oder man lehnte sie ab; die überschäumende Phantasie und die Ideenvielfalt setzte aber niemand in Zweifel.

Nachdem er 1994 als Teamautor ausgestiegen war, widmete er sich einem Studium der Medizin. Den Kontakt zu PERRY RHODAN behielt er bei. Er besuchte Fan-Veranstaltungen, er verfasste einen Gastroman und eine Kurzgeschichte. Immer wieder telefonierte er mit der Redaktion, man wechselte Mails – H.G. Ewers war mit über 80 Jahren internetaffin und der Technik zugewandt.

Daneben kümmerte er sich um seine verschiedenen Hobbys, engagierte sich in der Mars Society und züchtete Rosen. Im Sommer 2013 wollte er sich verstärkt sportlich betätigen und kündigte neue Aktivitäten an. Leider kam es dazu nicht mehr: Sehr überraschend verstarb der stets aktive und ideenreiche Autor am 19. September 2013.

Das PERRY RHODAN-Team trauert um einen Weggefährten, ohne dessen Wirken die Serie heute nicht da wäre, wo sie ist. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie.

Das PERRY RHODAN-Team

30 September 2013

Sci-Fi-Media 2

Als »Die große und aktuelle Info-Zeitung für alle SCIence-Fiction-Interessierte« bezeichnete sich im Februar 1980 die Ausgabe zwei von »sci-fi-media«. Dabei handelte es sich um die »ständige Beilage des PERRY RHODAN-Magazins«; eine tolle Sache der damaligen Redaktion, über die sich vor allem die Risszeichnungs-Fans freuten.

Auf der einen Seite gab es nämlich das »riesige Energie-Walfängerschiff der Vargarten« zu bewundern, das von Manuel de Naharro gezeichnet worden war. Das eigentliche Magazin war nichts anderes als die Rückseite des Posters: vier Seiten im großzügigen Layout und in ebenso großzügigem A3-Format, auf denen über die aktuelle Science Fiction informiert wurde.

Unter anderem wurden die aktuellen Science-Fiction-Titel der großen Verlage aufgelistet (bei Heyne erschien der großartige Roman »Die Plätze der Stadt« von John Brunner, bei Bastei kam der im Tarzan-Universum spielende Fantasy-Roman »Die Krone von Opar« von Philip José Farmer heraus). Dazu gab es Informationen über anstehehende internationale Cons sowie zum allgemeinen Verlagsgeschehen.

Und es wurden Bücher besprochen: selbstverständlich welche aus dem eigenen Verlag, aber auch welche von anderen Verlagen – darunter die wunderbare »Erdsee«-Trilogie der amerikanischen Schriftstellerin Ursula K. Le Guin. Für Science-Fiction-Neulinge wie mich war das eine Fundgrube: Die in diesem Text hier genannten Titel kaufte ich mir alle ...

29 September 2013

Im Fanzine-Archiv

Was nur wenige verstehen, kann ich an dieser Stelle mal ausplaudern: Ich sammle Fanzines. Nicht unbedingt systematisch und vor allem nicht unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten. Aber seit den späten 70er-Jahren haben sich Tausende von Heften angesammelt, darunter viele Hefte, die sich mit Science Fiction im Allgemeinen und PERRY RHODAN im Besonderen beschäftigen.

Den Sonntag mittag verbringe ich in meinem Fanzine-Archiv, das ich »ausgelagert« habe; es ist nicht in unserer Wohnung, sondern im Schwarzwald. Dort stöbere ich in alten Fanzines, schmunzle über alte Artikel von Walter Ernsting alias Clark Darlton aus den fünfziger Jahren oder wundere mich über Kurzgeschichten von mir aus den frühen achtziger Jahren – das ist eigentlich alles Stoff für viele Folgen von »Der Redakteur erinnert sich«.

28 September 2013

Die Mailberge angehen

Es gibt Wochen, an denen ackert man wie blöd und hat am Wochenende dennoch das Gefühl, die Arbeitsberge nicht sinnvoll bewältigt zu haben. So ging es mir den gesamten September 2013 über, ein Gefühl, das mit Frust nur unklar umschrieben ist. Vor allem die Unzahl der unbeantworteten und vor allem auch ungelesenen Mails frustriert mich.

Als ich am Freitag den Computer im Büro ausschaltete, waren 166 ungelesene Mails auf meiner Kiste. Manche von denen sind schon so alt, dass es peinlich wäre, sie zu beantworten; ihre Absender haben mich wahrscheinlich eh schon in der Internet-Hölle verflucht. Andere sind dringender und müssen »weg«; die Buchmesse steht bekanntlich vor der Tür.

Also steht für diesen Samstag an: Mails bearbeiten, um den Berg zu reduzieren. Mal schauen, was zu schaffen ist ...

27 September 2013

NEO-Arbeiten am Freitag

Am heutigen Nachmittag stecke ich in den Arbeiten an einem Roman für PERRY RHODAN NEO. Nein, ich schreibe ihn natürlich nicht; ich habe ihn auch nicht redigiert. Der Roman wurde redigiert, mir liegt er vor, und ich mache ihn soweit fertig, dass die Kollegen in der Repro am Montag morgen um kurz nach sieben Uhr gleich mit der weiteren Verarbeitung loslegen können.

Dabei geht es mir vor allem darum, dass ich noch einmal die wesentlichen Änderungen angucke und gegebenenfalls neu entstandene Wortwiederholungen ausmerze. Dann muss ich natürlich alles noch soweit für die Repro fertigstellen, dass es für die Kollegen dort auch komplett eindeutig ist. Eigentlich keine schwere Arbeit – aber sie muss erledigt werden.

26 September 2013

Die digitale Welle

Wenn ich in diesen Tagen sehr häufig über Abrechnungen brüte, die ich von unserer Buchhaltung zur Prüfung erhalten habe, hat das eigentlich einen sehr schönen Grund: Es sind die Abrechnungen für verkaufte E-Books. Wie es aussieht, hält der Erfolg unserer digitalen Editionen – so nannten wir das zu Beginn der Nullerjahre noch – weiterhin an, und das ist ein gutes Zeichen.

Längst gibt es PERRY RHODAN-Titel, die sich digital besser verkaufen als gedruckt. Das bezieht sich nicht auf die aktuellen Titel, die im Handel sehr gut präsent sind, sondern das bezieht sich vor allem auf die sogenannte Backlist, also beispielsweise einzelne PERRY RHODAN-Silberbände.

Die Entwicklung ist extrem spannend, weil noch keiner weiß, wohin die Reise geht. Ich beobachte sie genau, ich spreche darüber mit den Kollegen bei Bookwire und im Verlag, und wir werden sicher bei den E-Books weiter an »der Spitze des Fortschritts« sein.

25 September 2013

Raumschiff oder Vaisseau

Warum unsere französischen Partner die letzten acht Seiten des PERRY RHODAN-Taschenbuches 302 unbedruckt ließen, ist mir ja unklar – ich hätte zumindest Werbung für die eigenen Produkte darauf veröffentlicht. »Le Vaisseau du Puissant« ist dennoch ein packendes Buch: Es geht um das »Raumschiff des Mächtigen«, sprich um die PAN-THAU-RA und die ersten Vorstöße der Terraner in das riesige Sporenschiff Bardiocs.

Als ich mit der PERRY RHODAN-Lektüre begann, zählten diese Romane zu jenen, die mich in der Erstauflage sehr faszinierten. Der Wynger Plondfair wuchs mir dabei ebenso ans Herz wie Demeter oder auch Ganerc-Callibso; dass man in Frankreich jetzt diese Geschichten lesen kann, finde ich schön

Das Titelbild stammt übrigens von Guy Roger; der Stil ist wie immer bei unseren französischen Partnern sehr eigenwillig, hat aber seinen eigenen Charme. Ich könnte mir vorstellen, dass das Taschenbuch im Handel daduch positiv auffällt.

24 September 2013

Mein erster MiniCon

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Als ich am Samstag, 19. April 1980, mein Fahrrad bestieg, um von meinem Heimatdorf loszufahren, ahnte ich noch nicht, wie sehr ich mit dieser Reise mein Leben verändern sollte. Zwar hatte ich die ernsthafte Absicht, etwas Gutes für die Science Fiction im Allgemeinen und mein Ego im Besonderen zu tun – dass ich aber letzten Endes einen wichtigen Schritt für meine spätere »Fandom-Karriere« zurücklegen sollte, war mir damals nicht bewusst.

Ich war 16 Jahre und einige Monate alt, ich hatte die erste Ausgabe meines Fanzines SAGITTARIUS veröffentlicht, und ich hatte im Verlauf des vergangenen Jahres zahlreiche Kontakte geschlossen. Einige Fan-Zeitschriften hatten Science-Fiction-Kurzgeschichten, Leserbriefe und kleine Artikel von mir veröffentlicht – aber ich hatte bisher praktisch keinen Fan kennengelernt. Das sollte sich jetzt ändern!

Meine Familie wohnte in einem Dorf bei Freudenstadt, also im Schwarzwald, und meine erste Fan-Reise sollte nach Nagold führen, zu einer anderen Kleinstadt im Schwarzwald. Die Strecke führte über bergig-kurvige Straßen, die meiste Zeit durch den Wald oder ziemlich langweilige Dörfer. Mit meinem Vater hatte ich sie gelegentlich zurückgelegt, weil wir wegen eines Baustoffhandels in Nagold gewesen waren; jetzt aber war ich allein unterwegs.

Zwar benutzte ich damals noch nicht den Begriff »cool«, aber der Grund, warum ich das Fahrrad nahm, hatte etwas mit dem zu tun, was man heute als »Coolness« bezeichnen würde: Ich wollte eigenständig reisen, ich wollte nicht mit dem Bus fahren, und ich wollte mich vor allem nicht von meinem Vater transportieren lassen. Dieser hatte mir zwar angeboten, mich über die Distanz von rund dreißig Kilometern zu fahren, aber ich hatte stolz abgelehnt.

Und so brach ich an diesem Vormittag auf: mit meinem gelben Fünf-Gang-Rad, mit vergleichsweise leichter Kleidung – es war ein warmer Frühjahrstag – und mit viel guter Laune. Ich kam gut voran, und ich benötigte für die Strecke nicht viel länger als eineinhalb Stunden. Praktisch zur Mittagszeit war ich in Nagold, wo ich noch einen letzten Berghang bewältigen musste, dann aber vor dem Haus meines Brieffreundes Frank stand.

Der kleine Con, als den wir die Versammlung von drei Jugendlichen bezeichneten, hatte einen Grund, den wir damals wichtig fanden. Wir hatten nicht weniger vor, als die Zersplitterung der deutschsprachigen Fan-Szene aufzuheben. Wir waren alle seit kurzem im Fandom, hatten alle unsere kleinen Clubs gegründet und waren mittlerweile in größere Fan-Vereinigungen eingetreten; jeder von uns machte ein eigenes Fanzine, und wir stellten fest, dass es zahlreiche Fraktionen gab, die sich teilweise ebenso sinnlos wie erbittert bekämpften.

Damit sollte bald Schluss sein. Erst im Vorjahr hatte das ein anderer Jugendlicher versucht: Peter aus Vaihingen, einer weiteren Kleinstadt in Baden-Württemberg. Peter hatte den PERRY RHODAN-Club Deutschland (PRCD) ins Leben gerufen, in den – so dachte er wohl – alle PERRY RHODAN-Fans eintreten sollten. Das aber taten nur wenige, und so dümpelte sein Verein auf vergleichsweise kleiner Ebene vor sich dahin. Immerhin aber hatte er vor, einen großen Fan-Kongress zu veranstalten: den VaiCon des PRCD in seiner Heimatstadt in einem Monat. Bis dahin, so dachten Frank und ich sowie der Dritte im Bunde, wollten wir mit unseren Plänen weiter sein und uns entsprechend präsentieren.

Robert kam aus der Gegend von Heilbronn, und reiste mit der Bahn an, wurde von Franks Eltern dann am Bahnhof abgeholt. Wir fühlten uns als Vertreter von durchaus respektablen Fan-Vereinigungen: Ich kam von der Redaktion SAGITTARIUS, die im Wesentlichen aus mir allein und einigen selten mithelfenden Schulfreunden bestand; Frank stand dem Science-Fiction- und PERRY RHODAN-Club Gucky II vor, während Robert für den Science-Fiction- und PERRY RHODAN-Club Minisolar sprach.

Nicht anwesend war Uwe, der irgendwo in Norddeutschland lebte, aber mit Frank und Robert in engem Kontakt stand und von dem der Begriff »Club-Kontakt-Netz« stammte. Er kam vom PERRY RHODAN-, Science-Fiction-, ATLAN-, Fantasy-Club Starcenter 54, und ich lernte ihn auch später nie kennen.

Wahrscheinlich bestanden die Clubs in erster Linie aus ihren Gründern sowie einer Handvoll von Freunden – später entwickelten sich aus Roberts Club immerhin zwei sehr unterschiedliche und recht gelungene Fanzines. In jenem April 1980 hätte ich mich nicht getraut, ernsthafte Fragen nach solchen Zusammenhängen zu stellen.

Franks Mutter servierte uns ein Mittagessen, das mir gut schmeckte, das ich aber sehr ungewöhnlich fand. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich entweder bei meinen Eltern, bei meinen Verwandten oder in irgendwelchen Landgasthöfen gegessen – da schmeckte alles gutbürgerlich-schwäbisch. Bei Franks Eltern gab es andere Gerichte; ich erinnere mich bis heute daran, dass ich die süßliche Salatsoße zwar mochte, sie mich aber gleichzeitig sehr verwunderte.

Nach dem Essen verschwanden wir drei Jungs in Franks Jungenzimmer. Ich kann mich nicht erinnern, ob ich zwischendurch bei meinen Eltern daheim anrief; viel spannender für mich war sowieso der sogenannte MiniCon. Am Ende stand immerhin der Plan, das sogenannte Club-Kontakt-Netz ins Leben zu rufen, eine Vereinigung für alle Science-Fiction- und PERRY RHODAN-, und ATLAN- und »Ren Dhark«- und »Terranauten«-Fans. Doch wie es weiterging, das erzählt eine andere Geschichte ...

(Übrigens: Da ich nicht weiß, wie die Brief- und Fan-Freunde von früher heute zu unseren jugendlichen Taten stehen, habe ich auf die Angabe der Nachnamen verzichtet.)

23 September 2013

Einige Worte zu H.G. Ewers

Er schrieb »Finale für Twin« – das war der erste PERRY RHODAN-Roman, den ich 1977 las und den ich nie vergessen werde. Von ihm stammen Figuren wie Dalaimoc Rorvic und Tatcher a Hainu, über die ich mich sehr amüsierte. Er verfasste kühne Weltentwürfe für die ATLAN-Serie, die ich zeitweise lieber las als PERRY RHODAN selbst.

Ohne H.G. Ewers wäre mein Leben als PERRY RHODAN-Fan nicht so ereignisreich gewesen, nicht so voller Phantasie und eigenen Ideen. Er war kein Autor, der durch stilistische Finessen überzeugte, keiner von jenen, die technisch überzeugende Science Fiction verfassten; stattdessen faszinierte er durch ausgefallene Ideen und abgedrehte Figuren.

Er hat PERRY RHODAN bereichert. Er hat mein Leben bereichert. Jetzt ist H.G. Ewers, im bürgerlichen Namen Horst Gehrmann, tot. Das ist sehr traurig.

22 September 2013

Kostenstellen am Sonntag

Die Jahresplanung des Konzerns steht an, und das betrifft auch die PERRY RHODAN-Redaktion. Ich bin kein Buchhalter, sondern Redakteur, aber das bewahrt mich nicht davor, unzählige von Seiten auszudrucken, die ich mir dann haarklein anschaue.

Da ich während der regulären Arbeitszeit von acht bis neun Stunden am Tag nicht dazu komme, Manuskripte und Exposés zu lesen, mache ich das stets nach Feierabend. Und da ich nicht dazu komme, die Kostenstellenberichte während der Arbeitszeit zu lesen, muss das halt am Sonntag sein. Super.

21 September 2013

Wahlkampf im Perryversum

In den vergangenen Wochen stand Deutschland im Bann des Wahlkampfes; in den Medien war es das vorherrschende Thema. Auf Veranstaltungen aller Art oder in der Kantine, beim gemütlichen Grillfest oder beim Spaziergang – sehr oft wurde über Politik diskutiert.

Im PERRY RHODAN-Universum wurden immer wieder Wahlkämpfe geschildert, ging es um Wahlen aller Art. Ich finde nicht, dass uns das in den vergangenen Jahrzehnten jemals richtig gut gelungen ist: weder in »meiner« Zeit als Redakteur noch früher.

Woran das liegt, würde mich echt mal interessieren. Sind Science-Fiction-Autoren und Science-Fiction-Leser zu unpolitisch, so dass solche Themen in der Handlung nicht »funktionieren«?

20 September 2013

Der Woolver-Doppelband

Gerade mal zwölf Seiten lang ist das Exposé, das Karl-Herbert Scheer für die zwei PERRY RHODAN-Romane 227 und 228 verfasste. Mich interessierte es dieser Tage sehr, weil ich derzeit »Die Parasprinter« als Hörbuch im Auto habe und meine eigene »Frühzeit« als PERRY RHODAN-Leser noch einmal rückwirken lasse. 1977 waren die Geschehnisse um Kahalo und das Twin-System mein Einstieg in die PERRY RHODAN-Serie ...

»Die in diesem Exposé enthaltene Fülle von Geschehnissen und Gags ist völlig dazu ausreichend«, so schrieb Scheer im ersten Absatz, »zwei in sich abgeschlossene Romane zu machen.« Aus diesem Exposé entstanden in der Folge zwei packende Romane, in denen William Voltz das Doppelspiel der Terraner und Maahks schilderte, vor allem aber auch das Schicksal der legendären Woolver-Zwillinge. Spannende Geschichte ...

19 September 2013

Besuch bei Bookwire

Am heutigen Donnerstag kann ich mal wieder eine Dienstreise unternehmen: Es geht nach Frankfurt, wo ich auf die neuen Räumlichkeiten der Firma Bookwire gespannt bin. Unsere Partner für den Vertrieb von E-Books, mit denen wir seit über zwei Jahren zusammenarbeiten, sind innerhalb von Frankfurt umgezogen – aufgrund des starken Wachstums der Firma in den vergangenen Monaten wurden bisherigen Räumlichkeiten zu klein.

Unter anderem werde ich mit Miriam Hofheinz zusammensitzen. Man darf nie vergessen, dass sie in den Nuller-Jahren das E-Book-Geschäft für PERRY RHODAN aufgebaut hat – wenn es jemanden gibt, der unsere Serie und zugleich das Thema »Digitale Medien« versteht, ist sie es. Wir wollen beratschlagen, welche Aktionen rings um PERRY RHODAN und die E-Books wir in den kommenden Monaten »anschieben« möchten.

18 September 2013

Sirenen von Dhatabaar

Ein moderner Klassiker im Rahmen der PERRY RHODAN-Planetenromane: »Die Sirenen von Dhatabaar« von Kurt Mahr kam erstmals 1986 heraus und wird von uns jetzt als Taschenheft erneut veröffentlicht. Ich las den Roman damals, weil ich die Handlung um die Superintelligenz ESTARTU und das Reich der Ewigen Krieger sowieso spannend fand; ich wollte wissen, was der damalige Exposéautor Kurt Mahr aus seinem eigenen Kosmos machen würde.

Der neu gedruckte Roman liegt seit Dienstag bei mir auf dem Schreibtisch, in den Handel kommt er offiziell am Freitag, 20. September. Gelesen habe ich bislang das Nachwort von Dr. Rainer Nagel, der den Roman sehr schön in den Zeitrahmen einpasst. So genau erinnerte ich mich nach all den Jahren nicht mehr, weshalb ich über die Auffrischung meines Gedächtnisses dankbar war.

17 September 2013

NEO und seine Zielgruppe

Erstaunlicherweise kommt eine Frage immer wieder: »Was ist denn die Zielgruppe von PERRY RHODAN NEO?« Erwartet wird dann offensichtlich, dass ich eine Zielgruppe bestimme, die sich alters- oder geschlechtsbedingt eingrenzen lässt. Das aber wäre falsch.

PERRY RHODAN NEO richtet sich schlicht und ergreifend an Science-Fiction-Fans, die gerne moderne und abenteuerliche Science Fiction lesen. Diese Leser haben zudem ein Interesse an Science Fiction, der Raumschiffe und interstellare Beziehungen eine große Rolle spielen; wir machen ja bewusst keine »Inner Space« oder »New Wave«, ebensowenig »Cyberpunk« oder »Steampunk«, um Modebegriffe der 70er-, 80er- und 90er-Jahre zu benutzen.

Enger ist die Zielgruppe nie bestimmt wurden. Das wäre – mal ganz ehrlich – auch nicht sinnvoll. PERRY RHODAN wird von 13jährigen Schülern und 80jährigen Rentnern gelesen, von Männern und Frauen ... warum sollte es bei PERRY RHODAN NEO anders sein?

16 September 2013

Schicker Kalender

Ich kann meiner Begeisterung über den neuen PERRY RHODAN-Kalender nicht oft genug Ausdruck verleihen. Ernsthaft!, nach vier Durstjahren liegt der neue Kalender vor, und ich finde ihn echt gelungen. Das Format ist ungewöhnlich – so eine Art doppeltes A4 –, das Cover dafür umso stärker.

Die Moive stammen aus NEO und aus der Erstauflage; zu sehen ist natürlich viel Technik, aber auch ein schwebender Gucky und zwei knuffige Blues. Ich bin noch nicht ganz sicher, ob ich ihn im Büro oder daheim aufhängen soll – in beiden Arbeitsräumen würde er gut passen ...

15 September 2013

Der Neo-Mars und die Strangeness

»Die negative Strangeness des Neo-Mars baut sich nur allmählich ab. Galaktiker können Trokan noch nicht betreten.« So beginnt ein Arbeitspapier, das Ernst Vlcek am 15. Dezember 1994 verfasste und per Fax in die Redaktion schickte. Damit machte sich der Exposéautor »Gedanken zum Hamamesch-Zyklus und darüber hinaus«, wie er sein Fax betitelte.

In seinem Ideenpapier ging es um den Band 1800 und die ferne Kleingalaxis Fornax, um den noch laufenden Hamamesch-Zyklus und um die seit längerem schwelende Idee der sogenannten Steuereintreiber. Auch eine Lieblingsidee des Exposéautoren, nämlich die fremdartigen Nocturnen, wurden in diesem Arbeitspapier vorgestellt – im späteren Verlauf der PERRY RHODAN-Handlung wurden einige seiner Vorschläge verändert und übernommen, andere wiederum verschwanden in der Versenkung.

14 September 2013

Mystery Press vom September

Dass ich den Zaubermond-Verlag mit seiner Produktpalette und seinen vielen Reihen für einen guten Verlag halte, habe ich schon oft genug öffentlich gesagt und geschrieben. Zwar werden in erster Linie »nur« Heftromanserien in heutigen Buchreihen fortgesetzt, das aber geschieht mit viel Engagement und Herzblut. Die aktuelle Ausgabe des Hausmagazins »Mystery Press« vom September 2013 belegt das schön.

So gibt’s beispielsweise einen Bericht von der Autorenkonferenz der Serien »Dorian Hunter« und »Coco Zamis« zu lesen. Bekanntlich wurden die Grundzüge dieser Serien vor über dreißig Jahren vom PERRY RHODAN-Autor Ernst Vlcek gelegt, und bis heute schreiben an der Serie auch Autoren mit, die man aus PERRY RHODAN kennt.

Der PERRY RHODAN-Autor Christian Montillon schreibt über die weiteren Ereignisse in der Phantastik-Buchreihe »Macabros«, und auch die Fortsetzung der »Maddrax«-Buchreihe wird thematisiert. Eine schöne Mischung, wie ich finde – das Magazin lohnt sich vor allem für die Zaubermond-Kunden, die es kostenlos erhalten, kann aber durchaus auch für Phantastik- und Science-Fiction-Leser »von außerhalb« interessant sein.

13 September 2013

Das erste NEO-Autorentreffen

Ein Logbuch der Redaktion

Manchmal müssen Ereignisse spontan stattfinden – dann laufen sie mit am besten ab. So auch bei der Veranstaltung, die am Freitag, 6. September 2013, im Allee-Hotel in Karlsruhe stattfand: Zum ersten Mal trafen sich mehrere Autoren der Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN NEO, um über Ideen und Inhalte, Leserkontakte und Fan-Diskussionen zu sprechen.

Schon seit längerem trug ich mich mit dem Gedanken, auch die NEO-Autoren »an einen Tisch« zu bringen. Bei PERRY RHODAN gibt es mindestens einmal im Jahr eine Autorenkonferenz, bei NEO hatten wir das bislang nicht. Im Verlauf der vergangenen zwei Jahre entwickelte sich aber bereits eine Art NEO-Team, und so lag es nahe, einige der NEO-Mitwirkenden recht spontan zu einem Treffen nach Karlsruhe zu bitten.

Die Autoren sowie Helmut Ehls als Lektor der Serie trafen pünktlich zum Mittagessen ein, danach gingen wir in den Besprechungsraum. Dort informierte ich über den aktuellen Stand der Dinge: Ich berichtete über die Auflagenentwicklung, die sich vor allem im E-Book-Bereich sehr positiv darstellt, die aber im Print-Bereich eine »stärkere Belebung« brauchen könnte. Danach forderte ich die Autoren auf, aktiv daran mitzuwirken, PERRY RHODAN NEO stärker im Handel zu präsentieren.

In der folgenden Diskussion forderten die Teilnehmer unserer Runde unter anderem eine eigene Internet-Seite für PERRY RHODAN NEO, damit die Serie klarer positioniert werden könnte. Zudem sprachen sie sich dafür aus, enger mit den Lesern zu kommunizieren. »Warum gibt es keine NEO-Fan-Romane, warum keine NEO-Fanzines?«, wurde beispielsweise gefragt.

Die Ausstattung der Romane wurde ebenfalls diskutiert. Dass wir keine Leserseite veröffentlichten, leuchtete ein – aber man sollte doch eine Art Einleitung bringen. Könnte ein Glossar helfen, die wesentlichen Begriffe zu erklären, benötigen wir einen »Personenkasten« wie in der Erstauflage? Oder sollen solche Dinge einfach nur verstärkt im Internet präsentiert werden?

Alexander Huiskes hatte eine umfangreiche Zitatesammlung mitgebracht, die er als Ausdruck verteilte: »Wünsche aus dem NEO-Forum im Wortlaut«, so lautete ihr Titel, und vor allem in den kurzen Pausen wurden diese Leser-Argumente besprochen. Allen war und ist klar, dass nicht alle Wünsche erfüllt werden können; einige wesentliche Punkte hoffen wir aber, in Angriff zu nehmen.

Selbstverständlich gab es auch inhaltliche Diskussionen. Als Exposéautor gab Frank Borsch einen inhaltlichen Ausblick zu den möglichen Staffeln und Handlungsbögen bis Band 100. Engagiert diskutierten die Autoren dann über den Konflikt zwischen Arkoniden und Maahks, über den Sinn und Unsinn von Mutanten, über Zellaktivatoren und das ewige Leben, über attraktive Handlungsträger und originelle Schauplätze, über Thora und Perry sowie zahlreiche weitere Ideen und Überlegungen.

Die Autoren brachten eigene Vorschläge zu Handlungskonzepten ein, und ich stellte nicht zum ersten Mal fest, dass bei solchen Konferenzen immer genügend Ideen für zwei Serien zustande kämen ...

Nach einer Kaffeepause ging es um stilistische Fragen bei NEO, um das Marketing für die Serie oder um die Exposésteuerung durch Frank Borsch. Die Diskussionsteilnehmer schilderten ihre Erfahrungen zu seinem System und lieferten hilfreiche Rückmeldungen.

Gegen 18 Uhr endete das erste NEO-Autorentreffen, und die Kollegen konnten ihre jeweilige Heimreise antreten. Ich bin sicher, dass es nicht das letzte Treffen gewesen ist ...

Passage nach Arkon

Eine starke Darstellung der CHUVANC prägt das Titelbild von PERRY RHODAN-Band 2718; es stammt von Arndt Drechsler. Den Roman selbst verfasste Hubert Haensel, er trägt den schlichten Titel »Passage nach Arkon« und hat am Ende echt einen Kracher zu bieten.

Ab dem 20. September 2013 gibt's den Roman dann überall zu kaufen. Wer ein bisschen stöbert, findet ihn vorher in den E-Book-Shops, und die Leseprobe kann man auch schon vorher gucken. Na also ...

12 September 2013

Rätsel der Galaxien

»BLOCK kam. Aus der Milchstraße. Mit einer gigantischen Flotte, der all jene Einheiten angehörgen, die ursprünglich die GLAMOUR inter den sicheren Margor-Schwall eskortiert hatten.« Das ist ein Zitat aus der Ausgabe 33 von »Rätsel der Galaxien«, der langlebigen Science-Fiction-Serie des SFC Black Hole Galaxie.

Wie unschwer zu erkennen, arbeitet die Serie mit Motiven der PERRY RHODAN-Serie. Das ist streckenweise gut zu lesen, löst aber auch manches Stirnrunzeln aus. Früher kam ich eher dazu, die Serie zu lesen; die aktuelle Ausgabe habe ich nur überblättert. Sie stammt übrigens von Alexander Kaiser und trägt den Titel »Finale für das Enemy-System«.

Das 40 Seiten umfassende Fanzine macht einen sehr guten Eindruck; wenn ich es anlese, vermittelt es auch genügend Lesespaß. Die Corello-Familie taucht auf, Perry Rhodan selbst spielt eine Rolle, Crest kommt vor – und wenn ein Antitemporales Gezeitenfeld im Einsatz ist, passt das ganze vielleicht auch gut zusammen. Interessant!

11 September 2013

Eine Handvoll Aktivator

Es gibt jetzt schon heftige Diskussionen in Foren und bei Facebook: Stimmt das Titelbild von PERRY RHODAN NEO 52 überhaupt mit dem Inhalt und der Beschreibung überein? Das Cover stammt von Dirk Schulz und ziert den Roman »Eine Handvoll Ewigkeit« von Rüdiger Schäfer – und gezeigt wird ein stilisierter Zellaktivator in einer Hand.

In der Tat entspricht die Darstellung auf dem Cover nicht meiner persönlichen Vorstellung, und in den Romanen werden Zellaktivatoren nicht als so groß dargestellt. Aber es gibt letztlich so etwas wie eine künstlerische Vorstellung des Zeichners – und vor allem sieht das Bild einfach klasse aus. Ein starkes Bild ist mir im Zweifelsfall lieber als eine exakte Darstellung.

10 September 2013

Herr in den Kuppeln

Mag ja sein, dass die SOL auf dem Titelbild des ATLAN-Taschenheftes 9 nicht so aussieht, wie sie in den Romanen beschrieben ist: Wie Arndt Drechsler aber das riesige Raumschiff in Szene setzt, das sich durch ein kosmisches Trümmerfeld vor dem Hintergrund einer gelben Sonne bewegt, das ist schon richtig stark. Ein tolles Titelbild!, nicht das erste in dieser Serie.

Der ATLAN-Band selbst hat es auch in sich: Die zwei Romane von Hans Kneifel und Kurt Mahr, die hier zusammengefasst werden, schildern packende Abenteuer auf der Oberfläche eines Planeten im Mausefalle-System. Ich habe die neue Version, in der Rüdiger Schäfer die klassischen Romane bearbeitet hat, nicht gelesen, erinnere mich aber noch gut an die Klassiker: Die habe ich vor über dreißig Jahren mit viel Vergnügen durchgeschmökert.

09 September 2013

Terra ist wieder im Schussfeld

Ein Logbuch der Redaktion

»Immer wieder konfrontiert uns die PERRY RHODAN-Serie mit geheimnisvollen, oft kosmischen Wesen«, schreibt Hubert Hansel in seinem Nachwort zum PERRY RHODAN-Buch mit der Bandnummer 123, »aber das Fremde, dem wir begegnen, muss nicht wirklich fremd daherkommen.« Der Autor, der den Silberband zusammengestellt hat, wird in diesem Text geradezu philosophisch. Kein Wunder – es fehlt nicht an exotischen Wesen und seltsamen Charakteren, die in diesem Roman auftauchen und eine wesentliche Rolle spielen.

Die Rede ist von »Terra im Schussfeld«, dem fünften Band des laufenden Zyklus um »Die Kosmische Hanse«. Hubert Haensel hat Romane zusammengefasst, die in den frühen 80er-Jahren erschienen und die mich mit ihrer Faszination damals »ganz schön packten«. Allein schon die schrägen Aliens, die in den Romanen auftauchten, fand ich klasse.

Das kosmische Findelkind Quiupu beispielsweise, das an der Wiederherstellung von Teilen des Viren-Imperiums arbeitet, macht durch seltsame Verhaltensweisen auf sich aufmerksam. Quiupu sieht auf den ersten Blick fast wie ein Mensch aus, ist aber ganz eindeutig keiner. Er beweist, dass Aussehen allein keine Ähnlichkeit schaffen kann, wenn sich das Verhalten grundlegend unterscheidet.

Oder gar Srimavo, ein junges Mädchen, das buchstäblich aus dem Nichts erschienen ist. Srimavo sieht aus, als sei sie ein ganz normales Mädchen, gerade einmal zwölf Jahre alt, aber die Terraner müssen erkennen, dass an ihr fast gar nichts normal ist. Und dann ist da noch der geheimnisvolle Vamanu, der ebenfalls viele Rätsel aufgibt – das alles fand ich damals unglaublich spannend.

Das ist heute ebenso faszinierend, und Hubert Haensel macht in seinem Nachwort klar, warum das Vertraute häufig so unvertraut ist: »Wir brauchen, um das absolut Fremde zu verstehen, bekannte Vergleiche und Begriffe. Sonst bleibt das Fremde fremd, und unser Interesse daran wird vermutlich sehr schnell erlöschen.«

Gerade die unbekannten Wesen in diesem Buch, die auf den ersten Blick so menschenähnlich wirken, machen klar, wie fremdartig der Nachbar sein kann – und wie lohnenswert es zugleich ist, ihn besser kennenzulernen. Deshalb ist »Terra im Schussfeld« bei aller Action und bei allen Weltraum-Abenteuern zugleich ein Plädoyer für eine offene Gesellschaft. Denn so sagt es Hubert Haensel: »Was könnte uns manchmal fremder sein als wir selbst?«

Der Autor ist recht zeitaktuell, wenn er über das »Leben auf unserem kleinen Planeten« schreibt, es bestehe »aus Scharmützeln, kleinen und großen Kriegen, Drohgebärden – ich möchte fast sagen: Idiotie«. Man muss kein politisch-gesellschaftlich aktiver Mensch sein, um zu verstehen, was er damit wirklich meint ...

Die Romane, aus denen dieser Silberband zusammengestellt worden ist, spiegelten die gesellschaftlichen Diskussionen wider, die in den frühen 80er-Jahren im deutschsprachigen Raum geführt wurden. Es ist in gewisser Weise traurig, dass die Menschheit in den dreißig Jahren, die seitdem vergangen sind, nur so wenig dazu gelernt hat. Was Autoren wie William Voltz oder H.G. Ewers damals als positive Utopie für die Menschheit verkündet haben, gilt auch heute noch ...

Deshalb ist »Terra im Schussfeld« ein Buch, das eben »nicht nur Science Fiction« ist, sondern in mancherlei Hinsicht aktuelle Diskussionen widergibt: die aus den frühen 80er-Jahren und die aus dem Jahr 2013. Das finde ich bemerkenswert ...

08 September 2013

NEO-Notizen

Am Freitag, 6. September 2013, war das erste Treffen der NEO-Autoren; wir beriefen es relativ spontan ein, und ich fand die Gespräche sehr positiv. Es wurden unterschiedliche Themen diskutiert – und den heutigen Sonntag verbringe ich jetzt unter anderem damit, ein kurzes Protokoll zu verfassen und die Notizen abzuarbeiten.

Selbstverständlich wird es von mir ein Logbuch der Redaktion geben; von Hermann Ritter liegt bereits eine kurze Kolumne vor. Und womöglich wird sich das eine oder andere Ergebnis unserer Besprechung in den nächsten Ausgaben von PERRY RHODAN NEO niederschlagen ... schauen wir mal.

06 September 2013

NEO-Autorentreffen

Seit ziemlich genau zwei Jahren existiert nun PERRY RHODAN NEO. Unsere Science-Fiction-Serie, die quasi eine Alternativwelt zum »großen Bruder« PERRY RHODAN bildet, ist damit erfolgreicher geworden, als es die meisten Kritiker vorausgesagt haben. Aus diesem Grund gibt es am heutigen Freitag ein NEO-Autorentreffen.

Es handelt sich um keine Konferenz, sondern um eine lose Zusammenkunft von einigen NEO-Autoren, die ich kurzfristig nach Karlsruhe eingeladen haben – für ein Treffen am Nachmittag. Mit dabei sind der Exposéautor Frank Borsch und unser Lektor Helmut Ehls; wir werden unter anderem auch über stilistische Details, Handlungslinien und die weitere Zukunft der Serie sprechen.

05 September 2013

Google und Perry

Es ist wohl noch keine 15 Jahre genau her, aber es war in den späten 90er-Jahren: Otmar Fischer, damals Lektor im Moewig-Verlag, hatte sein Büro nur wenige Türen von meinem entfernt. Immer wieder kamen wir ins Gespräch, nicht zuletzt auch deshalb, weil der Moewig-Verlag die von mir betreuten PERRY RHODAN-Bücher in den Handel brachte.

»Kennen Sie eigentlich Google?«, fragte mich Otmar Fischer eines Morgens; wir siezten uns zu der Zeit noch. Ich guckte ihn an und winkte ab. Den Begriff hatte ich noch nie gehört. Das sei eine ganz neue Suchmaschine, erzählte er mir, das sei »so richtig Science Fiction, wie bei Perry im All«.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich MetaGer genutzt, um im Internet zu suchen. Dann probierte ich Google aus – und in den Jahren darauf gab es für mich und für die PERRY RHODAN-Redaktion praktisch nichts anderes. Mittlerweile hat sich das geändert; ich nutze immer öfter Startpage oder andere Suchmaschinen.

Aber Google-Hilfsmittel benutzt die PERRY RHODAN-Redaktion nach wie vor ... Wie die Zeit vergeht!

04 September 2013

Rhaen ruft im Hardcover

Die Bertelsmann-Ausgabe der ATLAN-Taschenbücher läuft und läuft und läuft; wenn das so weitergeht, sind bald alle Taschenbücher auch in Form der schicken Gründbände erhältlich. Den Abonnenten der Buchreihe scheint es zu gefallen – allerdings erhalten wir nicht viel Resonanz zu den Büchern.

Ganz neu auf meinem Schreibtisch ist »Rhaens Ruf« von Rüdiger Schäfer. Der Roman erschien als erster Teil der »Höllenwelt«-Trilogie – die Handlung spielt im Jahr 3113 alter Zeitrechnung und setzt Atlan als Lordadmiral und Chef der United Stars Organisation ins Zentrum des Geschehens. Sehr schön!

03 September 2013

Japanische Metamorphose

Bereits im vergangenen Jahr erschien die japanische PERRY RHODAN-Ausgabe mit der Bandnummer 424; ich erhielt sie leider erst dieser Tage auf den Schreibtisch. Wie immer finde ich interessant, wie die japanischen Kollegen unsere Klassiker veröffentlichen: diesmal recht martialisch, was allerdings teilweise dem Inhalt entsprechen dürfte.

In dem Band sind die übersetzten deutschsprachigen Originale »Metamorphose« und »Titan – die letzte Bastion« enthalten, Romane von Kurt Mahr und H.G. Ewers also. Damit haben die japanischen Leser einen der Höhepunkte des BARDIOC-Zyklus erreicht; sie stecken also mitten in der Voltz-Phase der PERRY RHODAN-Serie.

02 September 2013

Die Folge guter Ratschläge

Nachdem mir so viele Menschen so gute Ratschläge gegeben habe, ging ich mal auf einen Tipp ein: Ich lasse Arbeit liegen, ignoriere Mails, arbeite nicht mehr als sechs, sieben Stunden am Wochenende und mache das wichtigste – das heißt, ich sichere die wöchentlichen Produktionen. Grundsätzlich finde ich das gut.

Die Zahl der unbeantworteten Mails steht jetzt bei über 150. Die Zahl der Menschen, die mir »Folgemails« schicken und dringend um Rückruf bitten, wächst und gedeiht. Wer sich davon angesprochen fühlt: Es ist Besserung in Sicht.

Zum 2. September 2013 hat eine neue Redaktionsassistentin in der Abteilung angefangen – Informationen dazu folgen. Dann wird mir hoffentlich auch möglich sein, weitere Arbeiten zu delegieren.

01 September 2013

Das Club-Kontakt-Netz

Ein faszinierendes Miniatur-Fanzine aus meiner fannischen Vergangenheit tauchte in meinen eigenen Papierstapeln auf: Es heißt schlicht »Eins«, und es handelt sich dabei um die erste Ausgabe der internen Zeitschrift des Club-Kontakt-Netzes. Wem das nicht sagt, muss sich nicht grämen – dieser Fan-Vereinigung war kein langes Leben bestimmt.

Im April 1980 kam es zu einem ersten Treffen in Nagold im Schwarzwald, ich war dabei, und im Mai 1980 schrieb ich das dazu gehörende Fanzine. Unser großgedachtes Ziel: Wir wollten die Szene der PERRY RHODAN-Clubs zu einem Dachverband zusammenführen ... Wir waren weder die ersten noch die letzten, die diese Idee hatten.

Wenn ich mir das Papier heute durchlese, stelle ich fest, mit welchem Engagement unser Haufen von 15- bis 16-jährigen Jugendlichen an das Thema herangingen. Dass nichts daraus wurde, liegt in der Natur der Sache ... ich glaube, da mache ich mal ein »Der Redakteur erinnert sich« draus.

31 August 2013

NEO mal zwei

Der heutige Tag steht im Zeichen von gleich zwei Romanen für PERRY RHODAN NEO: Ich muss unbedingt ein Manuskript durchlesen, das schon seit einer Woche bei mir liegt, wozu ich aber bislang nur partiell gekommen bin. Was ich bisher davon gesehen habe, gefällt mir sehr gut – da freue ich mich schon auf die weitere Lektüre.

Parallel gewissermaßen redigiere ich einen NEO-Roman, ebenfalls recht aktuell und unter einem gehörigen Zeitdruck. Eigentlich hätte der Roman bereits am Freitag in die Setzerei gehen müssen – jetzt werde ich ihn hoffentlich am Montag abgeben können. Aber wenn ich das schaffen will, muss ich mich heute ranhalten. Es ist kein Problem: Der Roman macht Spaß.

Na also.

30 August 2013

NEO-Kalender

Ein hübsches kleines Werbegeschenk hat Klaus Bollhöfener dieser Tage gezaubert; es liegt seit gestern auf meinem Schreibtisch und wird mir im nächsten Jahr hoffentlich gute Dienste leisten: Es gibt jetzt einen schicken Taschenkalender – also eines der Dinger, die man ansonsten von Apotheken und anderen Dienstleistern erhält –, der für das Jahr 2014 gilt. Geschmückt wird er mit dem Titelmotiv von PERRY RHODAN NEO 50.

Zur Verteilung kommt der Taschenkalender unter anderem während der Frankfurter Buchmesse in diesem Oktober 2013. Wir haben nicht monströs viele davon produzieren lassen, aber hoffentlich genug, so dass sich das Werbegeschenk schön verbreitet und auf unsere Marke auf sich aufmerksam macht. So soll's schließlich auch sein ...

29 August 2013

Die längste Nacht gehört

Der »Lemuria«-Zyklus gehört zu den Höhepunkten der neueren PERRY RHODAN-Geschichte, und das meine ich sehr ernst: Die sechs Taschenbücher, die im Heyne-Verlag erschienen sind und die es auch als dickes Paperback gibt, erzählen eine faszinierende Geschichte, die Raum und Zeit umfasst. Akonen und Terraner, Haluter und Bestien, dazu das Reich der Lemurer – das alles ist eine Fundgrube für die Freunde der großen Space Opera.

Ich habe jetzt auch alle Hörbücher des Mini-Zyklus gehört. Zuletzt hatte ich »Die längste Nacht« im CD-Player meines Autos, den Roman von Hubert Haensel. Diesen Roman, der den Abschluss des Zyklus bildet, hatte ich damals weder als Manuskript noch als gedrucktes Buch gelesen – jetzt aber hörte ich ihn mir an.

In der packenden Geschichte erwachen die Bestien, die jeder der Bewohner der Milchstraße längst für tot gehalten hat, zu einem neuen Leben. Es droht ein neuer Bestien-Krieg, und es liegt unter anderem in der Hand von Perry Rhodan und seinen Begleitern, diesen Krieg zu verhindern.

Spannend – und von Eins A Medien toll umgesetzt! Josef Tratnik hat's einfach drauf: Wie der Sprecher mich als Zuhörer durch das Abenteuer geleitet, ist einfach sagenhaft. Ich freue mich schon auf das nächste Eins-A-Medien-Hörbuch ...

28 August 2013

Fünf Tage weg

Wenn ich in die Vergangenheit der PERRY RHODAN-Redaktion zurück blicke, schüttle ich manchmal andächtig den Kopf und komme mir vor wie ein uralter Mann. »Damals«, so sage ich mit brüchiger Stimme zu mir selbst, »damals konnte ich noch richtig Urlaub machen. Vier Wochen Senegal, vier Wochen Kalifornien, fünf Wochen Kamerun und so weiter ...« Es gab kein Chaos, alles klappte, und als ich zurückkam, war ich nach einem Tag im Büro wieder »up to date«, wie man schon damals neudeutschte.

Und heute? Ich gehe am Donnerstag nach Feierabend in Urlaub und komme keine sechs Tage später zurück; am Mittwoch morgen erwartet mich ein überfüllter Schreibtisch, dazu kommen Hunderte von Mails, dringende Anrufe (notiert auf lustigen Post-It-Zetteln, die ich alle wegwerfe – wann soll ich denn die abarbeiten?) und anderes. Ich habe das Gefühl, ein halbes Jahr im Urlaub gewesen zu sein.

Das stresst mich echt. Habe ich nur das Gefühl, es sei so, oder wird alles immer schneller und wahnsinniger?