14 Juni 2013

Er modernisierte das Perryversum

Ein Logbuch der Redaktion

(Dieses Logbuch erschien bereits im Conbuch für den GarchingCon im Mai 2013. Auf dieser Internet-Seite sollten wir es aber auch bringen – es hat schließlich viel mit unserer Arbeit zu tun ...)

Das PERRY RHODAN-Universum, von den Fans häufig als Perryversum bezeichnet, hat sich in den über fünf Jahrzehnten seines Bestehens, immer wieder verändert. Es bildeten sich andere Schwerpunkte aus, es wurden andere Geschichten erzählt. Für die meisten Änderungen zeichneten Autoren verantwortlich: Karl-Herbert Scheer, William Voltz, Ernst Vlcek, Robert Feldhoff und Uwe Anton zählen zu jenen, die mit ihren Romanen und Ideen dem Perryversum immer neue Facetten hinzugefügt haben.

Es gibt darüber hinaus einen Mann, der ebenfalls viel für das Perryversum getan und es sehr geprägt hat: Dabei handelt es sich um Eckhard Schwettmann, dessen Name seit Mitte der 90er-Jahre für PERRY RHODAN-Marketing und für Bücher über PERRY RHODAN steht. Seine Rolle für die neuere Geschichte der Serie und ihres Umfeldes ist groß, und es ist sinnvoll, sie an dieser Stelle einmal zu würdigen.

Eckhard Schwettmann kam im Sommer 1996 als Marketingleiter zur Verlagsunion Pabel-Moewig, in einer Zeit also, in der viel um den Kurs der PERRY RHODAN-Serie diskutiert wurde. Unter dem Dach des Moewig-Buchverlages sollte die Serie weg vom Heftroman und hin zum Buch entwickelt werden, darüber hinaus ging es darum, sie zu modernisieren und in neue Medien zu führen.

Das war ideal für Eckhard Schwettmann, der zuvor jahrelang in der Musik-Branche gearbeitet hatte. Voller Energie und Tatkraft stürzte er sich auf seine Aufgabe: PERRY RHODAN, bis zu diesem Zeitpunkt vor allem als Print-Produkt bekannt, tauchte auf einmal in Form von Musik-Produktionen auf. Die bisher schleppend verlaufenden Versuche, PERRY RHODAN als Computerspiel zu veröffentlichen, wurden von ihm forciert; es gab eine ganze Reihe von neuen Produkten, die im weitesten Sinne mit der Vermarktung der Serie zu tun hatten.

Besonders wichtig: Eckhard Schwettmann war der erste, der überhaupt PERRY RHODAN als eine »Marke« begriff; er pflanzte den Markengedanken in die Hirne der Redaktion und des Autorenteams. Der Markengedanke sollte über allem stehen, und die Serie sollte sich konsequent und kontinuierlich in alle wichtigen Richtungen entwickeln. Er verortete PERRY RHODAN im Bereich der Popkultur, stellte die Serie in neue Zusammenhänge und verlieh ihr so ein frisches Image.

Der Erfolg gab ihm recht. Zahlreiche neue Publikationen erschienen, die Serie florierte und entwickelte sich. Wurde PERRY RHODAN     im Jahr 1995 noch von zwei Personen betreut, nämlich von Sabine Bretzinger und Klaus N. Frick, waren es Ende der 90er-Jahre bereits fünf; im Jahr 2001 kamen Redaktion und Marketing von PERRY RHODAN auf insgesamt sieben Personen. Mit dieser »Manpower« ließ sich einiges bewegen.

Eckhards Ideen stießen an »höherer Stelle« auf große Aufmerksamkeit. Bereits 1999 wurde er zum Verlagsleiter für die Moewig-Buchverlage ernannt, er war damit gleichberechtigt mit dem Verlagsleiter für den gesamten Zeitschriftenbereich. Als Buchverlagsleiter kümmerte er sich natürlich weiterhin um PERRY RHODAN, stieß aber jetzt zusätzliche Impulse im Buchgeschäft an. Moewig sollte stärker in die Mediengesellschaft verankert werden, wozu beispielsweise Pressekonferenzen gehörten oder eben auch Bücher, die außerhalb des »normalen« Buchgeschäfts funktionieren sollten.

2001 verließ Eckhard den Verlag, wechselte für einige Zeit ins Filmgeschäft, um sich dann vor allem um Bücher aller Art zu kümmern. Er war für Verlage wie Humboldt und Hannibal tätig, um nur einige zu nennen, und brachte die zwei Bereiche zusammen, die sein berufliches und privates Leben am meisten prägten: Popkultur im weitesten Sinne und Bücher.

Mit seinem fulminanten Prachtband »Der Allmächtige« setzte er Maßstäbe in Sachen PERRY RHODAN-Berichterstattung. Wer seitdem über die größte Science-Fiction-Serie der Welt spricht oder schreibt, muss dieses Mammutwerk kennen.

Seit einiger Zeit betreibt er weitere Projekte, diesmal nicht als Autor, sondern als Herausgeber. Drei Bände der »PERRY RHODAN-Chronik« sind wohl bereits erschienen, wenn der GarchingCon läuft; die »Johnny-Bruck-Biografie« würdigt darüber hinaus den wichtigsten Science-Fiction-Künstler des deutschsprachigen Raumes.

Das alles sind nur Streif- und Auszüge. Man könnte über Eckhard Schwettmann viel mehr schreiben und erzählen. Wer ihn kennt, weiß genügend Anekdoten und Berichtenswertes, das als Ergänzung dienen kann. Aber dass er mit seinen Arbeiten seit vielen Jahren für PERRY RHODAN streitet und aktiv ist, das wird ihm für immer einen Platz in der Chronik des Perryversums verschaffen – ein ganz spezieller Zellaktivator aus Gedanken, Ideen und Visionen ...

13 Juni 2013

Ein Tag mit NEO

Am heutigen Tag arbeite ich wieder einmal zu Hause. Der Grund ist einfach: Ich habe derart viele Manuskripte und Exposés zu lesen, bin das kann ich nur einigermaßen in Ruhe machen, wenn ich daheim bin. Kein Telefon klingelt, und niemand betritt mein Büro, und bei schönem Wetter kann ich mich auf den Balkon setzen.

Wobei die Lektüre sowieso schön in die Zukunft weist: Es geht um PERRY RHODAN NEO, es geht um die Handlung der nächsten Staffel, und es geht vor allem um den fünfzigsten Roman. Dieser kommt ja immer schneller auf uns zu, und rings um diesen Band haben mir die Autoren schon einiges an Lesestoff zur Verfügung gestellt. In einem Fall bin ich selbst schon sehr gespannt, weil der Autor sehr viel an »Eigenentwicklungen« entworfen hat, die ich nicht kenne ...

12 Juni 2013

Sechs Monolithen im Grünband

Dieser Tage trafen die Belegexemplare von Bertelsmann ein: »Sprung ins Jenseits« von Achim Mehnert liegt jetzt auch als Hardcover vor. Die Kollegen vom dortigen Abo-Dienst haben damit den sechsten Band des »Monolith«-Zyklus in Form der sogenannten Grünbände veröffentlicht – damit ist der Zyklus in seiner zweiten Ausgabe abgeschlossen.

Das macht mich vor allem deshalb stolz, weil ich an diesem ATLAN-Zyklus mitgewirkt habe. Zwar schrieb ich weder den Roman noch das Exposé, aber ich hatte einige Ideen zum Konzept beigesteuert. Dass daraus dann zuerst sechs Taschenbücher und sechs Hardcover-Bände wurden, schmeichelt meinem Ego und erfreut hoffentlich die Leser.

11 Juni 2013

Wiener Dreierpack

Ein Logbuch der Redaktion

Dass PERRY RHODAN-Autoren einen Doppelband verfassen, also zwei Romane hintereinander, die zudem in einem inhaltlichen Zusammenhang stehen, ist nichts besonderes. Das kommt seit vielen Jahrzehnten immer wieder vor und erfreut sich großer Beliebtheit bei Autoren wie Lesern: Eine komplexe Handlung lässt sich über zwei Romane hinweg besser erzählen, die erzählerische Breite ermöglicht es zudem, Charakteren mehr Raum zu geben. Dass Autoren aber gleich drei Bände hintereinander schreiben, ist sehr selten.

Wenn alle Informationen stimmen, war Kurt Mahr jener Autor, der dies zum letzten Mal schaffte: Von ihm stammen die Bände 1159 bis 1161 – und das ist fast dreißig Jahre her. Umso interessanter ist deshalb der »Dreier-Block«, den Michael Marcus Thurner geschrieben hat und der in den nächsten Wochen unter den Bandnummern 2704 bis 2706 erscheinen wird. Sein Thema ist zudem eines, das bei den Lesern auf großes Interesse, aber nicht unbedingt auf große Gegenliebe stoßen wird ...

Das zeigt sich schon beim Titel des ersten Romans, der die Nummer 2704 trägt. In »Die Rückkehr der JULES VERNE« spielt ein Raumschiff eine wichtige Rolle, mit dem Perry Rhodan selbst schon durch Raum und Zeit gereist ist. Dieses Schiff und seine Besatzung stehen im Zentrum eines durchdachten Plans. Eine der Hauptpersonen des Romans ist darüber hinaus Reginald Bull, seit der Mondlandung ein Wegbegleiter Perry Rhodans; als weiterer Handlungsträger tritt unter anderem ein Geheimagent mit allerlei Problemen auf.

Der Autor, dem das Schreiben an der Trilogie – der Ausdruck ist hier angebracht – sichtlich Spaß gemacht hat, äußerte sich in seinem privaten Blog dazu: »Drei Heftromane haben in etwa die Länge eines PERRY RHODAN-Taschenbuchs, von denen ich schon einige geschrieben habe. Man könnte also glauben, dass ich problemlos damit zurechtkommen würde.« Immerhin soll jeder Roman einen eigenen Spannungsbogen haben, so dass er auch für sich allein stehen kann – und die drei Bände zusammen sollen wiederum eine zusammenhängende Geschichte erzählen.

Der Autor wechselt im Lauf seiner Trilogie durchaus die Perspektive: In Band 2705, der den schönen Titel »Die Sippe der Würdelosen« trägt, stellt er eine recht ausgefallene Gruppe von Lemurer-Abkömmlingen vor, und er präsentiert mit dem geheimnisvollen »Marschall« erstmals einen Handlungsträger, von dem man im Verlauf der weiteren Zyklushandlung wohl noch mehr hören wird.

Den Höhepunkt und Abschluss der Trilogie bildet dann – wie es sich gehört – der Abschlussband: Das ist Band 2706 mit dem programmatisch klingenden Titel »Sternengrab«. Ich fand das Manuskript schon bei der Lektüre sehr spannend, und ich bin sicher, dass es auch bei den Lesern auf große Zustimmung stoßen wird.

»Für mich persönlich ist diese Trilogie auf jeden Fall ein Highlight meiner bisherigen Karriere als Mitglied des PERRY RHODAN-Teams«, schreibt der Autor in seinem Blog. Damit hat er komplett recht: Die Trilogie ist auch ein Highlight der gesamten PERRY RHODAN-Serie und liefert für den aktuellen Handlungszyklus »Das Atopische Tribunal« einen echten »Kracher«.

Den sollte sich kein Leser entgehen lassen: weder als gedrucktes Heft am Kiosk oder im Abonnement noch als E-Book oder Download-Hörbuch!

10 Juni 2013

Die letzten Tage Lemurias

Ein Logbuch der Redaktion

Dass ich Hörbücher mag, habe ich schon oft genug an dieser Stelle erzählt. »Meine« Science-Fiction-Serie wird mir damit noch vertrauter, als sie es sowieso schon ist ...

In den vergangenen Tagen und Wochen beschäftigte ich mich intensiv mit einem PERRY RHODAN-Hörbuch, zu dem ich die gedruckte Vorlage nicht kannte. Gemeint ist »Die letzten Tage Lemurias«, der fünfte Teil des LEMURIA-Zyklus, den Thomas Ziegler verfasst hat. Das Taschenbuch erschien im Februar 2005 im Heyne-Verlag, das Hörbuch ist von 2012 und wurde von Eins A Medien verlegt.

Ich ließ mich von Josef Tratniks einprägsamer Stimme in Hörbuch: »Der letzte Tag Lemurias«eine packende Geschichte entführen. Sie vor allem aus der Sicht eines Haluters erzählt, führt in ihrem Verlauf aber immer stärker einen lemurischen Wissenschaftler ins Zentrum des Geschehens. Der Haluter ist Icho Tolot, seit seinem ersten Auftauchen in einem PERRY RHODAN-Roman untrennbar mit dem Perryversum verbunden.

Den Aktivatorträger verschlägt es in die Vergangenheit – genauer gesagt, kommt er rund 50.000 Jahre vor der »Realzeit« heraus. Er sieht sich mit dem fürchterlichen Krieg zwischen den Lemurern und den Bestien konfrontiert. Tolot wird Augenzeuge fürchterlicher Massakker und Schlachten. Die Lemurer als Vorfahren der Menschheit und die Bestien als Vorfahren »seiner« Haluter bedeuten Icho Tolot jeweils sehr viel, und es fällt ihm schwer, sich eindeutig für eine Seite zu entscheiden. Doch irgendwann greift er auf der Seite der Lemurer ein, obwohl er Angst vor einem Zeitparadoxon hat.

Ich fand die Geschichte beim Anhören beeindruckend, nicht nur wegen Josef Tratniks Stimme. Der LEMURIA-Zyklus, der nach Exposés von Hubert Haensel entstanden war, wurde damals vor allem von Frank Borsch redaktionell betreut. Ich schmökerte die Manuskripte der ersten vier Romane durch, während ich die Romane fünf und sechs aus verschiedenen Gründen nicht mehr las – für mich war es also tatsächlich ein neuer Stoff.

Beeindruckend war beim Anhören für mich, dass es sich um Thomas Zieglers letzten Roman handelte. Wir hatten uns damals mehrfach über einen Wiedereinstieg bei PERRY RHODAN unterhalten. Im Jahr 2004 kam sein erster Heftroman nach einer Pause von fast zwanzig Jahren heraus; zusätzliche Romane sollten folgen. Der Autor verfasste einen weiteren Heftroman und das Manuskript von »Die letzten Tage Lemurias«, und wir beide waren mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden.

Dann kam der September 2004 und Thomas Zieglers viel zu früher Tod; er wurde nur 47 Jahre alt. Ein halbes Jahr nach seinem Tod erschien der LEMURIA-Roman bei Heyne; es war mir damals, als sei es sein literarisches Vermächtnis.

Immer wieder geht es in »Die letzten Tage Lemurias« um den Gedanken, ob manche Bemühungen um Leben und Hoffnung nicht völlig aussichtslos sind. Der Wissenschaftler Levian Paronn sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, durch die Zeit zu reisen, um die Gefahr durch die Bestien zu bannen. Der Haluter Icho Tolot weiß, dass er schon einmal durch die Zeit gereist ist und es wieder tun muss, aber er möchte nicht das Universum verändern. Die Lemurer kämpfen verzweifelt um ihre Zukunft, und die Bestien folgen mit kalter Strategie den Befehlen ihrer Auftraggeber.

Icho Tolot erkennt im Verlauf des Romans irgendwann: Man muss Stellung beziehen, man kann nicht zuschauen, wenn Dinge passieren, die einem nicht liegen. Deshalb handelt der monströs wirkende Haluter in Thomas Zieglers Roman unterm Strich menschlicher als viele Menschen – womit der spannende und abwechslungsreich erzählte Roman tatsächlich eine philosophische Komponente aufweist.

Während ich der Geschichte lauschte, wurde mir erneut bewusst, wie früh Thomas Ziegler gestorben war. Mit »Die letzten Tage Lemurias« hat er einen Roman hinterlassen, der die PERRY RHODAN-Historie um wichtige Punkte bereichert – und in der Hörbuchfassung wird das Geschehen in der irdischen Vergangenheit noch spannender erzählt. Beeindruckend!

09 Juni 2013

Ein Tag in Wattenheim

Der heutige Sonntag, 9. Juni 2013, folgte einer klaren Mission: Sabine Kropp und ich fuhren nach Wattenheim, einem Dorf in Rheinland-Pfalz, wo wir uns mit Wim Vandemaan und Christian Montillon zu einer Exposé-Besprechung trafen. Tagungsort war die Montillon-Wohnung, die sich für solche Zwecke ganz gut eignet; sie liegt zwar nicht unbedingt zentral, aber zumindest für uns von der Redaktion ist die Anreise überschaubar.

Thema waren die laufenden Exposés und Handlungsideen, auch die Diskussion dazu, wie der neue Zyklus angelaufen war. Wir schauten uns Leserkritiken und Leserlob an, und wir sprachen vor allem darüber, wie sich die Handlung bis Band 2749 und vor allem bis Band 2799 gestalten wird. Angesichts der Ideenvielfalt ist mir für die Zukunft des laufenden PERRY RHODAN-Zyklus nicht bange ...

08 Juni 2013

Geburtstag eines guten Freundes

Der 8. Juni 1936 war kein besonders auffälliger Tag, sieht man von einem Umstand ab: An diesem Tag kam in der kleinen Stadt Manchester im US-Bundesstaat Connecticut ein gewisser Perry Rhodan auf die Welt. Später landete er als erster Mensch auf dem Mond und traf auf die Außerirdischen.

Zumindest im Universum der PERRY RHODAN-Serie, in der Zukunft der Neuen Galaktischen Zeitrechnung, dürfte der 8. Juni 1936 ein Datum sein, das in den Geschichtsbüchern steht. In der realen Welt des Jahres 2013 in unserem Universum ist es kein Jubiläum.

Für mich ist es wie der Geburtstag eines guten Freundes. Den guten Perry kenne ich nun schon lange ... und ich werde heute abend wohl ein Glas Wein auf ihn trinken. Auf den alten Terraner!

07 Juni 2013

Die Terminatoren und zwei Protokolle

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Die erste Exposékonferenz im Jahr 1999 war am Abend des Montags, 8. Februar, mit einigen Gläsern Bier zu Ende gegangen. Tatsächlich hatten wir in diesen Stunden auch einige halbwegs vernünftige Gespräche geführt, am Ende hatten wir vor allem gealbert. Das machte mit den beiden Autoren immer viel Spaß; die beiden waren witzig, kamen bei den Gesprächen von einem Thema auf das andere und hatten aufgrund ihrer unterschiedlichen Herkunft auch stets Themen, die Anreize für weitere Witze boten.

Wir setzten uns am Abreisetag noch einmal zusammen: Ein wenig verkatert trafen sich Robert Feldhoff, Ernst Vlcek und ich im Frühstückssaal des Hotels. Wir trugen die bisherigen Fakten zusammen und entwarfen einige weitere Ideen.
Unter anderem kam das Konzept der sogenannten Terminatoren auf – das war selbstverständlich nur ein Arbeitsbegriff. Perry Rhodan sollte vor Band 2000 noch einmal über die Brücke in die Unendlichkeit gehen und die Leiche eines Unbekannten finden, eines Terminatoren. Dieses Volk sollte aber erst im Band 2050 auftauchen, und dann mit einem Paukenschlag.

Zitat aus dem Protokoll: »Sie kommen aus einer anderen Gruppe von Galaxien, die sich von der Vormundschaft der Kosmokraten und Chaotarchen befreit haben. Sie benutzen ebenfalls die Brücke über eine Milliarde Lichtjahre hinweg und wollen Kontakt zu Thoregon, sind aber mega-aggressiv gegen die Kosmokraten, wollen Thoregon mit Gewalt auf ihre Seite bringen.«

Perry Rhodan müsse dann mit einigen Begleitern direkt zu den Terminatoren reisen. Bei dieser Reise sollte sogar ein Protagonist von der Brücke fallen. »Was passiert eigentlich in einem solchen Fall?«, steht als Frage im Protokoll.

Ich brachte beide Autoren zum Bahnhof; von dort aus fuhren sie gemeinsam nach Frankfurt, wo sie sich trennten: Ernst flog nach Wien, Robert fuhr mit der Bahn weiter nach Norden. Und ich setzte mich zu Hause an meinen Computer und begann gleich damit, die Protokolle zu schreiben.

Wobei es in diesem Fall auch darum ging, die Marketing-Fakten aufzubereiten. Mit Eckhard Schwettmann hatte ich vereinbart, dass er nach jeder Besprechung die wesentlichen Fakten erhalten sollte – dann konnte er sich Gedanken dazu machen, wie die Anzeigen auszusehen hatten, wie man Werbung platzieren konnte oder welche Slogans sich anboten.

So notierte ich in tabellarischer Form unter anderem:

»Der Sohn Perry und Mondra Rhodans ab Band 1998 heißt Delorian.

Perry Rhodans Titel nach Band 2000: Resident.

Die große Mutantenschule heißt Metadom.

Der Bösewicht nach Band 2000 heißt Morkhando.«

Man beachte: Ich sprach von Mondra Rhodan ... Und nirgends war von einem Solaren Residenten die Rede, sondern nur von einem Residenten. Aber für die ersten Marketing-Überlegungen sollte das genügen, dachte ich.

Darüber hinaus skizzierte ich in dem Arbeitspapier für die Marketing-Abteilung, was wir uns zur Solaren Residenz, zum Restaurant Marco Polo und anderen Dingen ausgedacht hatten. Im Hinterkopf hatte ich damals zum wiederholten Mal die Schwettmann-Pläne, irgendwann eine »PERRY RHODAN-Erlebnisgastronomie« zu starten.

Nachdem ich mit dem Marketing-Protokoll fertig war, ging es an unser internes Protokoll – und dann an das Rundschreiben für das Autorenteam. Die Kolleginnen und Kollegen wollten ebenfalls so schnell wie möglich wissen, wie es mit der Handlung weitergehen sollte.

Gleich im ersten Satz, den ich an die Autoren richtete, entschuldigte ich mich gewissermaßen schon: »Bei der Konferenz in Karlsruhe haben Ernst Vlcek, Robert Feldhoff und ich eine Vielzahl von Details besprochen, die hier in dieser Zusammenfassung gar nicht alle auftauchen können.« Ich verwies auf mein »internes« Protokoll, das bereits sechs Seiten umfasste; mein Protokoll für die Autoren hatte abschließend ebenfalls einen Umfang von zwei Seiten.

Dann aber reichte es mir: An diesem Tag arbeitete ich nicht mehr lange und entschloss mich, lieber Feierabend zu machen. Drei Tage Exposékonferenz steckten mir ziemlich in den Knochen ...

06 Juni 2013

Stadt der Freien

Mit einem eleganten und zugleich beeindruckenden Roboter auf dem Titelbilder wartet das sechste ATLAN-Taschenheft auf: »Stadt der Freien« liegt seit gestern bei mir auf dem Schreibtisch und gefällt mir sehr gut. Arndt Drechsler hat ein absolut gelungenes Bild abgeliefert – da können der Zeichner, der Autor und die Redaktion stolz sein.

Apropos Autor: Enthalten sind zwei klassische ATLAN-Heftromane von H.G. Ewers. »Robotstadt« und »Bezirk der Geister« sind voller skurriler Gestalten und absurder Ideen, teilweise witzig, teilweise spannend. Ich weiß noch, dass ich die ursprünglichen Romane damals sehr gern gelesen habe.

Mit diesem Band hat ATLAN übrigens schon das erste Halbjahr »geschafft«. Im Januar kam Band eins heraus, jetzt liegt schon das sechste Taschenheft vor. Gratulation an Sabine Kropp als Redakteurin und Rüdiger Schäfer als Bearbeiter: toll gemacht!

05 Juni 2013

Morkhando, Terra und ein Sohn

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

An diesem Montag, 8. Februar 1999, ging es weiter um die PERRY RHODAN-Handlung nach Band 2000. Ernst Vlcek und Robert Feldhoff überschlugen sich mit Ideen und Vorschlägen, die nicht unbedingt alle zusammenpassten. Ich kam zeitweise mit dem Notieren von Gedankenblitzen nicht nach und strich immer wieder irgendwelche Notizen durch, weil sie von neuen Überlegungen umgeworfen worden waren. Der Kaffee beflügelte, die beiden Exposéautoren schaukelten sich immer weiter auf.

Eine der Überlegungen dieses Nachmittags betraf einen wesentlichen Gegenspieler, den die Terraner nach Band 2000 in der Milchstraße haben sollten. Sein Name sollte Morkhando sein, und wir wollten, dass er im Bereich des Kristallimperiums mit seiner »Arbeit« beginnen sollte. Wer gegen ihn aktiv vorgehen wolle, müsse also ins Zentrum Arkons vorstoßen – damit könne ein konsequenter Konflikt zwischen Terranern und Arkoniden aufgebaut werden.

Zum Hintergrund Morkhandos formulierte ich im Protokoll: »In der Vergangenheit hat das Urwesen Morkhando gegen die Kosmokraten verloren, nachdem Morkhando das erste Thoregon vernichtet hat.«

Offensichtlich war uns aber nicht klar, ob es ein Morkhando gibt oder mehrere Morkhandos geben sollte; das Protokoll ist hier recht undeutlich: »Nach seiner Vernichtung gingen die Morkhando-Wesen alle in Raumschiffe und waren seither in einer Art Stasisfeld einige Millionen Jahre unterwegs. Sie tauchen jetzt in der Gegenwart auf.«

Immerhin sollte die Morkhando-Gefahr bereits in Band 2000 eine Rolle spielen. Wir wollten den Wissenschaftler Tautmo Aagenfelt in einer Szene als Attentäter wider Willen einsetzen, der Perry Rhodan töten möchte. Später sollte man »Raumschiffe mit vielen Leichen an Bord« finden, »die durch den Leerraum der Milchstraße treiben.«

Die SOL und ihre Besatzung sollte erneut eine Rolle spielen: Das Schiff sollte nach unseren Überlegungen mit Band 2049 aus der Vergangenheit zurückkommen, um dann die wesentlichen Informationen über Morkhando an Perry Rhodan weiterleiten zu können. Die vielen Skizzen zu Morkhando wurden allesamt später nicht übernommen; Robert Feldhoff übernahm allerdings einige Ideen für seine Konzeption von Morkhero Seelenquell, jenes Wesen, das versucht, zur Superintelligenz zu »reifen«.

Nach all diesen Diskussionen und Gesprächen waren wir ein wenig ausgelaugt; es war sowieso bereits 18 Uhr. Wir legten eine Pause ein. Ich brachte Robert Feldhoff und Ernst Vlcek zum Hotel, ging von dort aus nach Hause, wo ich mich ein wenig ausruhte.

Sabine Bretzinger und ich hatten uns verabredet – und ich hatte den Termin falsch notiert. So kam es, dass Sabine viel zu lange auf mich und die Autoren warten musste. Sie war entsprechend »angesäuert«, wurde dann aber vom Charme der beiden Autoren wieder milder gestimmt. Wir gingen in eine Pizzeria, die sich strategisch geschickt zwischen dem Hotel und meiner Wohnung befand. Dort machten wir nach einiger Zeit mit mehr oder weniger ernsthaften Diskussionen über den Inhalt weiter.

Ernst Vlcek wollte beispielsweise unbedingt, dass Perry Rhodans Sohn den Namen »Hubert« tragen sollte, selbstverständlich eine Anspielung auf den PERRY RHODAN-Autor Hubert Haensel. In einer harten Diskussion setzten sich Robert und ich durch: Der Rhodan-Sohn sollte den bereits definierten Namen Delorian auf jeden Fall behalten; dies war eine Anspielung auf die Science-Fiction-Trilogie »Zurück in die Zukunft«.

Delorian sollte ein besonderes Kind sein: geboren in Alashan, jenem Teil Terranias, den es in die ferne Galaxis Segafrendo verschlagen sollte. Er sollte in Terrania aufwachsen und besonders begabt sein: »Delorian hat die höchsten Psi-Werte, die man bisher messen konnte – aber er kann nichts davon anwenden, er hat keine aktive Gabe.«

Bei Ernst Vlcek kamen in solchen Fällen immer wieder Ideen auf den Tisch, die ein wenig wie Horror wirkten: »Beim Erwachen nach der Geburt macht das Kind sofort die Augen auf. Kann sofort sehen.« Wir legten aber fest, dass Delorian »Hyperwellen empfangen« sollte, wobei wir den Inhalt dieser Wellen und ihre Eigenschaften nicht definierten.

Immer wieder während seiner Kindheit und Jugendzeit sollte er »gewissermaßen ausgeschaltet« werden, »als ob er ohnmächtig wäre«. In dieser Zeit könnte er zwar noch atmen, sei aber nicht in der Lage, aktiv zu denken. Irgendetwas geschehe mit ihm, aber niemand wisse, was dies genau sei. So wollten wir eine Reihe von Geheimnissen um Delorian auftürmen, die wir peu à peu lösen wollten. (Dass sich später jegliche PERRY RHODAN-Geschichte um Delorian in eine völlig andere Richtung entwickeln sollte, war um diese Zeit niemandem bewusst – aber so ist es stets mit solchen Überlegungen.)

Noch einmal diskutierten wir über den Namen des Bösewichtes; dabei wurde fleißig geblödelt. Er sollte »Tausendsassa« heißen, forderte Ernst Vlcek, und Robert Feldhoff schlug vor, wir sollten die Romanhandlung auch in das Sternbild »Großer Dackel« verlagern. Mit jedem Bier wurden wir lustiger und lauter, und die Notizen, die ich auf meinen Block krakelte, wurden nicht unbedingt besser lesbar. Es war eine sehr interessante Exposébesprechung an diesem Spätabend des 8. Februar 1999 ...

04 Juni 2013

Mutanten in Not

Wenn ich mittlerweile nach all den Jahren eines gut einschätzen kann, sind es Resonanzen der PERRY RHODAN-Leser auf gewisse Motive. Und wenn ich mir PERRY RHODAN NEO 45 anschaue, der heute druckfrisch auf den Tisch kam, weiß ich im voraus, dass viele Leser das Titelbild und damit den Roman ablehnen werden, weil eine sportliche Aktivität zu sehen ist ...

Der Roman heißt »Mutanten in Not«, er wurde von Leo Lukas verfasst, und das Cover stammt von Dirk Schulz. Es geht tatsächlich unter anderem um ein sportliches Ereignis: ein Rugby-Spiel zwischen Naats und Menschen. Aber darüber hinaus spielen Mutanten und ihre Schicksale sowie einen geheimnisvolle Mordserie eine wichtige Rolle.

Mir hat der Roman bei der Lektüre sehr gut gefallen: Er ist sehr abwechslungsreich, und der Autor erzählt temporeich. Das eigentliche Spiel ist nicht sooo handlungstragend, wie manche befürchten werden – da sollte sich also niemand aufregen. Es muss sich im übrigen auch niemand aufregen ...

03 Juni 2013

30 Jahre mit Arndt Ellmer

Ein Logbuch der Redaktion

Als am 10. Oktober 1983 der Roman »Der Erwecker« erschien, dachte wohl nicht einmal der Autor selbst an die Möglichkeit, dass er dreißig Jahre später immer noch für die größte Science-Fiction-Serie der Welt schreiben würde. »Der Erwecker« trug die Bandnummer 1155, gehörte zum Zyklus »Die Endlose Armada« und stellte unter anderem einen Physiker und einen Matten-Willy ins Zentrum des Geschehens.

Damit fiel der Autor auf. Sein Name war Arndt Ellmer. Er zählt jetzt – auch wenn wir gerade einmal Frühsommer haben – seit dreißig Jahren zum PERRY RHODAN-Autorenteam. Das ist nicht falsch gerechnet: Der Autor hat schließlich schon einige Monate vor der Veröffentlichung an dem Roman gearbeitet; also jährt sich sein Einstieg irgendwann im Frühsommer 2013.

Davor war er allerdings bereits aktiv. 1980 kam sein erstes Arndt EllmerPERRY RHODAN-Taschenbuch heraus, 1981 erfolgte sein Einstieg bei ATLAN, und davor veröffentlichte er Kurzgeschichten und andere Beiträge in Fan-Zeitschriften.
Wann ich selbst Arndt Ellmer – der ja mit bürgerlichem Namen Wolfgang Kehl heißt – kennengelernt habe, weiß ich nicht mehr genau. Wir liefen uns irgendwann in der Mitte der 80er-Jahre über den Weg, sicher bei einem Con. Er besuchte gern Fan-Veranstaltungen, schließlich kam er selbst aus der Fan-Szene, und er war sich nie zu schade, mit Fans zu diskutieren.

Kein Wunder, dass er seit über zwanzig Jahren die Leserkontaktseite betreut. Er hatte schon früher das Ohr am Herz der Leser, und das ist so geblieben. Arndt Ellmer ist eine Säule des PERRY RHODAN-Teams, einer derjenigen, die das »große Schiff« auf Kurs halten und die regelmäßig ihre Romane veröffentlichen.

Ich werde beispielsweise nie vergessen, wie oft uns Arndt Ellmer aus der Patsche geholfen hat. Der Autor gehört zu den Menschen, die einfach helfen, wenn Not am Mann ist, die im Zweifelsfall nicht lange diskutieren, sondern einem tatkräftig zur Seite stehen. Das war beispielsweise dann der Fall, wenn ein Kollege ausfiel und Arndt kurzfristig einen Roman »dazwischen« schreiben musste.

Und man darf auch nicht vergessen, dass er zu Zeiten, als vom Verlag die Fan-Kontakte eher kritisch beäugt wurden, stets die PERRY RHODAN-Fahne auf der Frankfurter Buchmesse hochgehalten hat. Schon Ende der 80er- und zu Beginn der 90er-Jahre war er auf der Messe anwesend, plauderte mit Fans, informierte interessierte Passanten über aktuelle Entwicklungen bei der PERRY RHODAN-Serie und tat all diese Dinge, die heute von der Redaktion erledigt werden.

Ein Autor schreibt gern über Dinge, die ihn interessieren. Schaut man sich dann die Figuren an, die Arndt Ellmer im Verlauf seiner Arbeit gerne beschreibt, wird einem klar: In dem Mann verbirgt sich ein schräger Physiker. Immer wieder schrieb und schreibt er über seltsame Außerirdische und merkwürdige Menschen, die er in manchmal absurde Situationen führt. Man muss fairerweise sagen, dass nicht jeder den Humor von Arndt Ellmer mag – aber seine Figuren und seine Geschichten haben Witz, und sie finden seit dreißig Jahren ihre Fans.

Arndt Ellmer ist unser »Altautor«, auch wenn er sich selbst kaum so sehen wird. Alt genug dafür ist er sowieso nicht ... aber er ist am längsten dabei. Und ich würde mich freuen, wenn er weiterhin mit ungebremster Schaffenskraft dabei bliebe, gerne weitere Jahrzehnte.

Herzlichen Glückwunsch zu dreißig Jahren PERRY RHODAN, lieber Arndt!

02 Juni 2013

Die üblichen Berge

Gehe ich in Urlaub, habe ich zweimal Stress: vorher und nachher. Damit geht es mir nicht anders wie Millionen anderer Arbeitnehmer auch. Und ich will mich nicht beklagen: Was ich nach dem Urlaub auf meinem Computer vorfand, in meiner Mailbox gewissermaßen, war interessant und lesenswert, spannend und bereichernd.

Neben zahlreichen Lesermails, die sich größtenteils sehr positiv zum Start in den neuen PERRY RHODAN-Zyklus äußerten, bekam ich haufenweise Autorenpost: fertige Manuskripte, Ideenpapiere, Exposés und den einen oder anderen Vorschlag. Wie üblich wird es einige Tage dauern, bis ich mir einen vernünftigen Überblick verschafft habe – aber schon jetzt kann ich sagen, dass ich mich auf die Abendlektüre in dieser Woche freuen kann.

17 Mai 2013

Was ich schon immer sagen musste ...

Leider ist es mir im Jahr 2013 aus familiären Gründen nicht möglich, zum Con nach Garching zu kommen. Die Feier zum PERRY RHODAN-Jubiläumsband 2700 muss also ohne mich stattfinden – wenn sich nicht zufälligerweise einige grundsätzliche Dinge ändern, versteht sich.

Aus diesem Grund gibt es den einen oder anderen Programmpunkt, der bei diesem Com sicher stattfinden wird und bei dem ich normalerweise auf der Bühne sitzen würde, der aber ohne mich auskommen muss. Einer dieser Programmpunkte ist garantiert die »Elefantenrunde« oder die »Befragung vor öffentlichem Publikum«.

Da ich einige der Fragen, die dabei auf mich zukommen werden, eh schon kenne, beantworte ich sie an dieser Stelle. Das dürfte auf dem Con selbst dann einiges an Zeit sparen ...

Conbesucher: Wie verläuft die Zusammenarbeit mit den neuen Exposéautoren?

Klaus N. Frick: Bevor ich darauf eine Antwort gebe, möchte ich mich noch einmal öffentlich bei Uwe Anton bedanken. Er hat in einer Zeit, in der wir richtig in der Krise waren, mit Engagement und Energie die Exposéarbeit von PERRY RHODAN übernommen: zuerst als Krankheitsvertretung für Robert Feldhoff, dann aber nach dessen überraschendem und viel zu frühem Tod auch komplett. Exposéarbeit ist Schwerstarbeit, das kann wohl nur jemand ermessen, der selbst schon Exposés geschrieben hat, und ich vielleicht, der seit Jahren und Jahrzehnten mit Exposéautoren zusammenarbeitet. Also ... noch mal meinen herzlichen Dank an Uwe Anton, der jetzt vier Jahre lang die größte Science-Fiction-Serie der Welt gesteuert hat.

Conbesucher: Du hast meine Frage noch nicht beantwortet ...

Klaus N. Frick: Oh, Entschuldigung! Die neuen Exposéautoren sind anders als Uwe Anton, anders als Robert Feldhoff oder Ernst Vlcek, mit denen ich im Verlauf der Jahre zusammengearbeitet habe. Sie sind anders, jeder für sich, aber auch im Vergleich zu den Kollegen. Christian Montillon und Wim Vandemaan ergänzen sich aber genau deshalb hervorragend und das in einem Ausmaß, dass ich hinterher beim fertigen Exposé selbst nicht mehr weiß, von wem jetzt welche Ideen stammen – die beiden schaukeln sich gewissermaßen hoch, und das funktioniert sehr gut. 

Conbesucher: Was soll denn alles im nun laufenden Zyklus passieren?

Klaus N. Frick: Darauf kann ich aus den allgemein bekannten Gründen jetzt keine Antwort geben. Lasst euch überraschen!

Conbesucher: Wann kommt eigentlich das Dimesextra-Triebwerk wieder?

Klaus N. Frick: Die seriöse Antwort: Damit ist derzeit nicht zu rechnen. Die unseriöse Antwort: Wenn ich die Exposéarbeit übernehme ...

Conbesucher: Und was ist mit dem PERRY RHODAN-Film?

Klaus N. Frick: Diese Frage kommt seit vielen Jahren, und sie ärgert mich ein wenig. Nicht wegen der Frage an sich, diese ist schließlich berechtigt, sondern wegen der Tatsache, dass ich jedes Mal keine vernünftige Antwort geben kann. Ich weiß nicht, ob es jemals eine PERRY RHODAN-Verfilmung geben wird; ich weiß nur, dass es seit Jahren die verschiedensten Bemühungen gibt. Letztlich hat es immer wieder am »großen Geld« gemangelt, nicht an den Ideen und nicht an den Visionen.

Conbesucher: Denkst du wirklich schon an Band 3000, wie du auf dem PERRY RHODAN-WeltCon 2011 in Mannheim erzählt hast?

Klaus N. Frick: Ja, ernsthaft! Es gibt keine konkreten Pläne, was in diesem Band stehen wird, aber selbstverständlich machen sich die Exposéautoren und die Redaktion dazu schon Gedanken. Es sind »nur« noch sechs Jahre bis zum Jubiläumsband 3000, und das muss man schon ein wenig vorbereiten.

Conbesucher: Gibt es einen WeltCon zum Band 3000?

Klaus N. Frick: Das kann ich nicht sagen. Der WeltCon 2011 ist gerade mal eineinhalb Jahre her, da möchte ich nicht schon intensiv an den nächsten denken. Band 3000 und das Jahr 2019 wären ein möglicher Termin, aber auch das Jahr 2021 wegen des sechzigjährigen Jubiläums. Nur ... dazu gibt es bislang keine ernsthaften Pläne und Absichten. Bitte gebt uns da noch ein wenig Zeit.

Conbesucher: Mehr Fragen traue ich mir derzeit nicht.

Klaus N. Frick: Das ist schön. Danke, dass ich an dieser Stelle einige Antworten geben durfte.

16 Mai 2013

Französischer Abschluss

Mit »La Déesse Endormie« haben unsere französischen Partner bei ihrer PERRY RHODAN-Ausgabe einen schönen Zyklusabschluss erreicht: Das Taschenbuch mit der Nummer 297, dessen Cover ich zwar ungewöhnlich, aber trotzdem schön finde, ist der letzte Band des Aphilie-Zyklus. Enthalten sind Teile des Silberbandes 101, der bei uns als »Eiswind der Zeit« erschienen ist.

Unter anderem spielt in den Romanen Demeter eine Rolle, die geheimnisvolle Wyngerin, die ausgerechnet im »alten Ägypten« gefunden wird. Ich weiß noch, mit welcher Faszination ich diese Romane in den späten 70er-Jahren selbst gelesen habe – jetzt sind die französischen Fans in derselben Lage wie ich damals. Interessante Vorstellung ...

15 Mai 2013

Aktuelles Geheimprojekt

Wenn alles gut geht, schaffe ich es heute, das aktuelle »Geheimprojekt« der PERRY RHODAN-Redaktion zumindest redaktionell zu einem Abschluss zu bringen. Christian Montillon hat die Vorarbeit geleistet, ich sitze heute am Computer und redigiere fleißig die Texte. Und nach bisherigem Plan wird man anfangs Juni 2013 so richtig genau wissen, worum es sich handelt.

Verraten will ich noch nichts, das werden wir wohl nächste Woche erst exakt machen. Der bisherige Arbeitstitel lautet auf jeden Fall mal PERRY RHODAN-Kompakt ... klingt das mysteriös genug?

14 Mai 2013

Ein echter Serienklassiker

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich den Roman »Ich, Rhodans Mörder« zum ersten Mal gelesen habe. Das dürfte lange her sein, sicher irgendwann in den späten 70er-Jahren. Später hörte ich die Hörbuchfassung – und ich fand jedes Mal, dass es sich bei diesem PERRY RHODAN-Roman um einen echten Klassiker handelt, ein frühes Meisterwerk von William Voltz.

Jetzt legen wir diesen Band in der Reihe der PERRY RHODAN-Planetenromane neu auf, der offizielle Erscheinungstermin ist in dieser Woche: Am selben Tag erscheint sowohl ein Klassiker aus den 60er-Jahren, den der frühere Exposéautor William Voltz verfasst hat, als auch der Einstieg in den neuen PERRY RHODAN-Zyklus, den Andreas Eschbach geschrieben hat.

Der fertig gedruckte Roman sieht gut aus, das schöne Nachwort von Dr. Rainer Nagel habe ich bereits gelesen. Vielleicht nehme ich mir über die Pfingstfeiertage einfach zum wiederholten Mal diesen Klassiker vor ...

13 Mai 2013

Interview aus dem Jahr 1998

Im Jahr 1998 hatte ich deutlich kürzere Haare als heute ... zumindest, wenn ich mir das entsprechende Foto anschaue. Auf der Internet-Seite sf-fan.de, die ich sowieso empfehlen kann, erschien bereits am 17. November 2011 die »Wiederholung« eines schon klassisch anmutenden Interviews: Florian Breitsameter und Ulrich Bettermann hatten mich im Oktober 1998 auf der Frankfurter Buchmesse am VPM-Messestand getroffen und »ausgequetscht«.

Unter dem schönen Titel »Lese ich den Schmarrn halt mal ...« gibt das Interview auch für heutige Leser sehr schön wieder, mit welchen Themen sich die PERRY RHODAN-Redaktion gegen Ende der 90er-Jahre herumschlug. Gedruckt wurde das Interview im PERRY RHODAN-Jahrbuch 1999, 2011war es erstmals online zu sehen. Und heute ist es ein Vergnügen für mich, es den Lesern zu empfehlen ...

12 Mai 2013

Perry und Familie

Vor vielen Jahren gab es bei einem Con in Braunschweig einen Programmpunkt mit Hermann Ritter und mir, der ein wenig aus dem Ruder lief: Wir hatten gar nicht geplant, so lange zu machen, ließen uns aber vom lachenden Publikum von einem dämlichen Witz zum anderen treiben.

So gab es beispielsweise einen Sketch, bei dem Hermann einen Eheberater mimte und ich »Frau Diamond«, die sich überlegte, die Ehefrau von Perry Rhodan zu werden. Unter großem Gelächter stellte Hermann Ritter die an Unglücksfällen und Tragik nicht gerade arme Familiengeschichte des Terraners dar.

Die PERRY RHODAN-Autoren haben in über fünfzig Jahren immer wieder versucht, vernünftige Geschichten zu schreiben, in denen Perry Rhodan und seine Familienangehörigen eine Rolle spielte. Mit seinen Kindern hatte er dabei nicht unbedingt immer Glück, seine Frauen erlitten meist ein tragisches Ende.

Das hält die neue Exposé-Mannschaft, also Wim Vandemaan und Christian Montillon, nicht davon ab, erneut eine familiäre Besonderheit in die Handlung einzufügen. Wie genau sich was und wann abspielen wird, plaudere ich an dieser Stelle selbstverständlich nicht aus. Ich betrachte das ganze auf jeden Fall auch als ein Experiment – klappt es diesmal mit einer nachvollziehbaren, phantasievollen und auch spannenden Familiengeschichte?

11 Mai 2013

Den Spannungsroman in der Hand

Spannung wird bei PERRY RHODAN häufig anders definiert als bei herkömmlichen Thrillern oder Krimis oder sonstiger Literatur: Wenn etwa Kosmokraten ihre Machtspiele betreiben oder galaktische Intrigen gesponnen werden, ist das nur für jene Leser so richtig spannend, die sich mit der PERRY RHODAN-Serie sehr gut auskennen und genau nach diesen Themen verlangen. Für andere Leser ist spannend immer anders definiert.

Heute mittag las ich aber ein Manuskript, von dem ich glaube, dass es für jeden PERRY RHODAN-Leser und darüber hinaus spannend sein dürfte. Was habe ich da nicht alles gefunden: ein Raumschiff in Not, Menschen in Gefahr, ein hochintelligenter Gegenspieler, ein kluger »Held« auf »unserer Seite« und zahreiche Wendungen innerhalb des Romans – das fand ich klasse.

Bis dieser Roman erscheint, wird der beginnende Tribunal-Zyklus schon ein bisschen weiter vorangeschritten sein. Ich bin sicher, dass den Roman manche Leser als einen echten Höhepunkt des noch jungen Zyklus betrachten werden.

10 Mai 2013

Der Techno-Mond ist da

Heute kamen bereits die fertig gedruckten Hefte von PERRY RHODAN-Band 2700 bei mir an: »Der Techno-Mond« kann also jetzt an die jeweiligen Grossisten und Vertriebsstellen ausgeliefert werden. Es ist ein richtig dicker Roman geworden, der meiner Ansicht nach gut aussieht und sich im Zeitschriftenhandel gut machen wird.

Habe ich eigentlich jemals vermeldet, dass wir einen schönen Mittelteil haben? »Einmal Neptun und zurück« von Michael Thiesen beschäftigt sich mit dem Sonnensystem in der Zukunft des Perryversums, und Swen Papenbrock hat dazu die Illustrationen geliefert. Ich finde, das sieht ebenfalls gut aus.

09 Mai 2013

Leserreaktionen

Wenn ich am heutigen Tag zwischen verschiedenen privaten Themen mal Luft und Lust hatte, mich an den Computer zu bewegen, las ich vor allem viel. Vor allem las ich die Reaktionen der Leser, die jetzt auf die Leseprobe zu PERRY RHODAN 2700 eingetroffen sind: viele davon völlig euphorisch, manche sehr kritisch, einige eher abwartend.

Es ist eigentlich wie immer: Ein neuer Zyklus startet, und alle sind sehr gespannt auf das, was auf sie zukommt. Es ist nicht der erste Zyklus der PERRY RHODAN-Serie, an dessen Entstehung ich beteiligt bin – von daher wundert mich die »gespaltene Kritik« nicht.

Ich lasse mich überraschen, wie sich das alles weiter entwickelt an der Kritik-Front, und ich schaue weiter interessiert in Fan-Blogs, bei Google+, bei Facebook und in den Foren, um herauszufinden, was die Leser meinen. So etwas finde ich dann auch sehr spannend!

08 Mai 2013

Schon der fünfte

Als ich zu Beginn des Jahres 2012 ein langes Telefonat mit Hans Kneifel führte, ging es unter anderem darum, wie wir die ATLAN-Serie neu beleben und in eine neue Zeit führen konnten. Wir sprachen über die ATLAN-Zeitabenteuer und deren mögliche Umsetzung, und natürlich unterhielten wir uns auch über die ATLAN-Heftromane 1 bis 850.

Leider starb der Autor wenige Wochen nach dem Telefonat völlig überraschend. Seine Projekte und Pläne konnte er nicht mehr umsetzen.

Zu Beginn des Jahres 2013 setzten wir in der PERRY RHODAN-Redaktion dann eines der Themen um, über das ich mit Hans Kneifel gesprochen hatte: Wir starteten eine Taschenheft-Ausgabe der legendären SOL-Abenteuer.

Und jetzt liegt bereits die Nummer fünf vor mir, die in diesen Tagen offiziell in den Handel gelangen wird: »Welt der Roboter« markiert ein erstes winziges Jubiläum für diese Neuauflage, und darauf bin ich einigermaßen stolz. Ohne die Bearbeitung durch Rüdiger Schäfer, die Titelbilder von Arndt Drechsler und die Redaktionstätigkeit von Sabine Kropp wären wir nicht so weit gekommen; deshalb hier mal einen öffentliche Danksagung an die drei!

07 Mai 2013

Ein Tag in Köln

In diesem Jahr bin ich schon zum dritten Mal in Köln; das zweite Mal ist es sogar eine geschäftliche Reise. In diesem Fall geht es um Veranstaltungen, die sich mit dem PERRY RHODAN-Band 2700 beschäftigen: »Der Techno-Mond« kommt ja bald in den Handel, und wir machen ein wenig Aktivitäten ringsherum.

Unter anderem gibt es eine kleine Pressekonferenz, die auf dem Gelände des Media-Parks stattfindet und bei der Andreas Eschbach seinen Roman präsentieren wird. Und es gibt am späten Nachmittag eine Signierstunde des Autors, die in einem Zeitschriftengeschäft im Karstadt in der Kölner Innenstadt zu finden ist. Bei beiden Veranstaltungen erwarte ich durchaus interessante Fragen des Publikums ...

06 Mai 2013

»Techno-Mond« als Leseprobe

Seit heute liegt sie auf meinem Schreibtisch: Die Leseprobe zum PERRY RHODAN-Roman 2700 ist eingetroffen. »Der Techno-Mond« von Andreas Eschbach liegt ja als schön gedrucktes Heft im A6-Format vor; damit haben wir Material für die Autogrammstunde und die Pressekonferenz, und das sieht alles sehr schön aus.

Selbstverständlich wird es diese Leseprobe auch als kostenloses E-Book geben, das in den nächsten Tagen zur Verfügung stehen wird. Und wir stellen sie zudem auf unsere Internet-Seite, wo sie auch als PDF heruntergeladen werden kann.

05 Mai 2013

Redakteursarbeit nach Mitternacht

»Du bist doch der, der PERRY RHODAN macht«, sagte der glatzköpfige Mann, der auf einmal neben mir am Bierstand auftauchte. »So einer von den Schreibern.« Im Hintergrund dröhnte die Musik sehr laut, und mein neuer Gesprächspartner war sichtlich angetrunken.

Ich stellte klar, dass ich kein Autor sei, sondern nur der Redakteur. Das ließ er zwar gelten, aber er wollte eigentlich sowieso nicht viel erfahren, sondern vor allem reden. Wegen des Lärms musste er sich Mühe geben, dass ich ihn verstand, und überbrüllte die Musik aus den Lautsprechern – nach drei Minuten schmerzten meine Ohren.

Mein Gesprächspartner erwies sich als ehemaliger Leser, der jahrzehntelang PERRY RHODAN durchgeschmökert hatte. Jetzt habe er Familie und eine eigene Firma und keine Zeit mehr zum Lesen; es reiche noch zu einem Krachkonzert pro Halbjahr.

Er stellte mir viele Fragen, die ich geduldig beantwortete: Was denn Gucky mache? Ob es Atlan noch gebe? Ob »der Perry« eigentlich »diese Mondra« endlich geheiratet habe? Und so weiter ...

Er war mir durchaus sympathisch, aber ich war froh, als er sein Bier hatte und wieder zwischen den anderen Menschen verschwand: Es ist durchaus anspruchsvolle Arbeit, nachts um halb drei Uhr noch Fanfragen zu beantworten ...

04 Mai 2013

Fan-Geschichten digital

Im Gegensatz zu manchen »Rechteverwaltern« waren die PERRY RHODAN-Redaktion sowie die Autoren immer der Ansicht, dass die Arbeiten von Fans unterstützens- und begrüßenswert sind. Auch aus Eigennutz: Immer wieder sind aus den Reihen aktiver Fans die neuen Autoren und Zeichner hervorgegangen – auch der Schreiber dieser Zeilen betätigte sich sehr lange in der Fan-Szene.

Aus diesem Grund sind Fan-Romane, die beispielsweise in Fan-Zeitschriften, Con-Büchern und dergleichen veröffentlicht werden, von uns stets als positiv eingestuft worden, nie als Copyright-Verletzung oder dergleichen. Wer ohne Erlaubnis die Inhalte einiger amerikanischer »Franchise«-Serien benutzt, um eigene Texte zu veröffentlichen, hat unter Umständen rasch einen Rechtsanwalt am Hals ...

Schwieriger wird die Sache jetzt tatsächlich durch E-Books. Waren für den normalen Kunden bisher immer ganz eindeutig die Verlagsprodukte – also das »offizielle Material« – klar von Fan-Publikationen zu unterscheiden, ist das bei E-Books schwer möglich. Wie soll hier künftig die Trennlinie zwischen Fan-Romanen und Profi-Romanen gezogen werden?

Eine klare Linie muss meiner Ansicht nach sein: Fan-Publikationen müssen auch als E-Book strikt inkommerziell sein, müssen also ohne ISBN erscheinen und dürfen nicht über professionelle Vertriebspartner wie amazon oder Beam-E-Books vertrieben werden. Auch der Markenname PERRY RHODAN darf nicht vorne stehen.

Wer also seinen Fan-Roman als »Die Reise des Raumschiffes SIEBENSTERN« veröffentlicht und dies auf seiner eigenen Fan-Seite zum kostenlosen Download anbietet, ist stets auf der »sicheren Seite«. Klingt das nach einem vernünftigen System?


03 Mai 2013

Die fünfte Auflage wird eingestellt

Ein Logbuch der Redaktion

Es ist keine schöne Nachricht, die ich heute überbringen muss. Aber es gibt ja auch keinen Grund, lange um den heißen Brei herumzureden: Wir werden die fünfte Auflage von PERRY RHODAN einstellen. Der Doppelband 1598/99 ist der letzte Band, der in gedruckter Form erscheinen wird.

Schauen wir dabei den Tatsachen ins Auge: Die Verkaufszahlen der fünften Auflage sind in den vergangenen Jahren stark zurückgegangen. Die preiswerten Angebote der Internet-Auktionen haben viele Leser dazu bewogen, sich »alte« PERRY RHODAN-Romanhefte auf dem Secondhand-Markt zu kaufen. Mittlerweile bevorzugen zudem immer mehr Leser der fünften Auflage die E-Books.

All das hat dazu beigetragen, dass die fünfte Auflage unter eine kritische Marke gesunken ist: Die Kosten sind zu hoch, und jeder veröffentlichte Band ist praktisch ein Verlust. Ich bin dennoch froh, dass wir den laufenden Linguiden-Zyklus, der zu den Höhepunkten der PERRY RHODAN-Serie zählt, zu seinem Ende bringen können.

Danach aber wird es keine fünfte Auflage in gedruckter Form mehr geben. Selbstverständlich werden wir die Romane allesamt als E-Books veröffentlichen – derzeit ist die PERRY RHODAN-Serie das größte »digitale Projekt« im deutschsprachigen Raum.

Wer von den bisherigen Lesern der fünften Auflage aber weiterhin seinen PERRY RHODAN »auf Papier« lesen will, dem gebe ich hiermit drei Empfehlungen:

Am 17. Mai 2013 startet in der ersten Auflage eine komplett neue Handlungsebene: Band 2700 eröffnet den großen Zyklus »Das Atopische Tribunal« – mit einer Menschheit, die sich ganz neuen Herausforderungen stellen muss.

Seit eineinhalb Jahren läuft mit PERRY RHODAN NEO die Präsentation eines PERRY RHODAN-Universums, wie man es bisher nicht gekannt hat: Die Autoren von heute erzählen mit den Mitteln von heute die klassische Geschichte noch einmal – aber dann doch »ganz anders«. Die Romane erscheinen nicht als Heftroman, sondern als Taschenheft.

Recht neu im Handel ist »ATLAN – das absolute Abenteuer«: Jeden Monat erscheint ein neues Taschenheft – die Abenteuer des Arkoniden Atlan, der mit dem Hantelraumschiff SOL auf großer Reise durch das Universum ist.

Wir belegen damit: Auch wenn es die fünfte Auflage in gedruckter Form nicht mehr gibt, haben wir bei PERRY RHODAN noch genügend Lesestoff ...

Ich möchte mich bei den Lesern der fünften Auflage für die jahrelange Treue bedanken – ohne diese Unterstützung durch die Leser gäbe es PERRY RHODAN nicht, und diese Auflage hätte nicht so lange existiert.

02 Mai 2013

Schohaaken und ihre Träume

Erinnert sich noch jemand an den Roman »Die Träume der Schohaaken«? Er kam 2005 in deutscher Sprache heraus, einer der Höhepunkte des »Sternenozean«-Zyklus. Jetzt liegt der Band auch in tschechischer Übersetzung vor: Sein Titel lautet jetzt »Sny Šoaaků«.

Leider kann ich weder Tschechisch noch Slowakisch, aber ich freue mich selbstverständlich darüber, dass die Prager Kollegen so gut voranschreiben. Der »Sternenozean«-Zyklus in tschechischer Übersetzung erscheint ja witzigerweise in einem Joint-Venture-Verlag zwischen den Kollegen von Bastei-Lübbe und dem Moba-Verlag in Brno (Brünn). Letztlich kann mir das egal sein – wichtig ist, dass es PERRY RHODAN in diesem Land gibt.

01 Mai 2013

Am Tag der Arbeit

Der Erste Mai hat seine Vorteile: Ich sitze nicht im Büro, mein Telefon klingelt nicht, und ich kann mich um Dinge kümmern, zu denen ich in den vergangenen Tagen nicht kam. In diesem Fall betrifft es die Buchhaltung, zumindest Teile davon. Unsere Buchhaltung schickte mir einen ganzen Packen an Abrechnungen, die ich selbstverständlich durchschaue.

Ich rechne die einzelnen Formulare und Tabellen nicht nach; das kann dann wirklich nicht die Aufgabe eines PERRY RHODAN-Redakteurs sein. Aber ich schaue, ob es für mich sinnvoll und glaubhaft aussieht. Erst nach einer gründlichen Prüfung gebe ich die Abrechnungen frei; im besten Fall bedeutet das den einen oder anderen Euro für die Autorinnen und Autoren, die Erben und Zeichner ...

30 April 2013

Informationssplitter

Es ist bei jedem Jubiläumsband der PERRY RHODAN-Serie dasselbe: Um die Neugierde der Fans entsprechend zu entfachen, werden Informationen in homöopathischen Dosen unter die Leute gebracht. Das klappt mal richtig gut, mal weniger gut; mal ist es den einen zu viel an Vorab-Information, mal ist es den anderen zu wenig.

Der erste PERRY RHODAN-Zyklus, bei dem ich das tat, war – wenn ich mich recht erinnere – der Tarkan-Zyklus. Als freier Mitarbeiter des Verlages durfte ich damals Werbetexte und Presseinformationen verfassen, die teilweise benutzt, teilweise auch abgelehnt wurden.

Und heute? Heute überlege ich mir praktisch jeden Tag aufs Neue, was zum Band 2700 an die Öffentlichkeit darf oder muss. Es sind nur noch wenige Tage, bis der Roman »Der Techno-Mond« erscheint, und bei manchen Fans ist die Erwartung sehr hoch ... also schiebe ich immer wieder Informationen nach.

29 April 2013

Schickes Abo-Geschenk

Auch wenn ich kein PERRY RHODAN-Abonnent mehr bin – weil ich die frisch gedruckten Romane immer auf den Tisch gelegt bekomme –, interessiert mich natürlich, was die Abo-Abteilung immer wieder an neuen Themen »ausheckt«. Ganz neu liegt ein besonderes Künstler-Porträt auf dem Tisch, das in den Einsatz in den Abo-Anzeigen gehen wird: »Dirk Schulz und PERRY RHODAN – Die Bildwelten der größten Science-Fiction-Serie«.

Das quadratische Portfolio aus Karton lässt sich schön aufklappen, enthält auf den »Klappseiten« zahlreiche Informationen zu Dirk Schulz und präsentiert im Innenteil einige Farbtafeln, die man so noch nie gesehen hat: Skizzen zu später veröffentlichten Titelbildern und ähnliches. Auch für mich, der ich PERRY RHODAN und Dirk Schulz schon einige Jahre kenne, bot sich einiges an Neuigkeiten. Gefällt mir!

28 April 2013

Redakteursgruß aus Vietnam


»Tja, liebe Leute«, so begann der Text meiner Postkarte, die ich im Dezember 2000 an die PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt schickte. »Die Revolution hat hier gesiegt, wie diese Postkarte eindeutig beweist.« Ich war vier Wochen in Vietnam unterwegs, mit dem Seesack auf dem Rücken und mit öffentlichen Verkehrsmitteln, und ich schrieb aus Saigon oder Ho-Chi-Min-Stadt, wie die Hauptstadt des ehemaligen Südvietnam offiziell genannt wurde.

Meine Postkarte zeigte eine militärisch wirkende Statue vor dem zentralen Stadtverwaltungs-Gebäude, das von roten Revolutionsfahnen geschmückt war. Im Hintergrund sah man ein Auto und mehrere Mopeds – ich empfand Saigon bei meinem Aufenthalt in der Stadt als ein Paradies für Mopedfahrer.

»Der gute alte Ho-Chi-Minh ist überall präsent«, schrieb ich, »seine Fahnen auch, und gleichzeitig boomt im ganzen Land der persönliche kleine Kapitalismus in Form neuer Firmen.« Ich war gebührend beeindruckt, bin mir aber nicht so sicher, ob das in der Formulierung so richtig zum Ausdruck kam.

»Sehr spannend, sehr hitzig, sehr ... na ja ... schweißtreibend«, formulierte ich weiter. Meine Kollegen in Rastatt dürften das im Winter 2000/2001 nicht so witzig gefunden haben; immerhin hatte ich aber mit den redigierten PERRY RHODAN-Manuskripten gut vorgearbeitet. Ich schloss mit einem versöhnlichen »guten Rutsch!«

27 April 2013

Staffelfinale in Sicht

Während in der PERRY RHODAN-Redaktion derzeit der Band 2700 mit allem Drumherum vorbereitet wird, läuft ganz nebenbei bei PERRY RHODAN NEO alles nach Plan weiter: Die aktuelle Staffel, die den Titel »Das Große Imperium« trägt, nähert sich ihrem Ende. Derzeit arbeiten die Autorinnen und Autoren mit Hochdruck an den Bänden bis Nummer 48.

Ich habe heute unter anderem vor, mit den jeweiligen Autoren die Titelbilder zu besprechen. Was soll als Motiv vorne drauf? Was kann wie eigentlich umgesetzt werden? Wenn irgendwie möglich, übernehmen wir ja die Vorschläge der Autoren – manchmal klappt das allerdings nicht, und selbstverständlich kann nicht jeder Vorschlag vom Titelbildkünstler umgesetzt werden. Aber je besser die Vorschläge, umso besser für alle Beteiligten.

26 April 2013

Chronik-Lektüre gestartet

Gestern abend nutzte ich die Chance, das schöne Wetter ein wenig auf dem Balkon zu genießen, und schnappte mir den dritten Band der PERRY RHODAN-Chronik. Wer das von Hermann Urbanek verfasste Buch noch nicht hat, sollte es sich auf jeden Fall zulegen: Es beleuchtet die Jahre 1981 bis 1995 und damit eine Zeit großer Umwälzungen für die PERRY RHODAN-Serie.

Die Entwicklung der Serie nach Band 1000, die neuen Taschenbuchreihen und das Ende manch klassischer Heftromanserie – all das spiegelt sich in den von mir gelesenen Kapiteln des Buches ebenso wieder wie neue Autoren und ihre Aktivitäten oder die Rückkehr von Karl-Herbert Scheer ins Autorenteam. Da ich diese Zeit als Leser erfahren habe, sind die Rückblicke für mich von großem Interesse.

Am bevorstehenden Wochenende werde ich hoffentlich weitere Seiten lesen können. Aber bis ich in die 90er-Jahre komme, in denen ich gelegentlich selbst eine Rolle spielte, wird es wohl noch eine Weile dauern ...

25 April 2013

Redigiertag am Park

Am heutigen Donnerstag arbeite ich wieder einmal im »home office«, sprich, am eigenen Schreibtisch und in der eigenen Wohnung. Das hat sich im Verlauf der Jahre bewährt, wenn ich länger und intensiv an einem Text oder an mehreren Texten arbeiten muss – wobei ich am heutigen Tag vor allem PERRY RHODAN NEO ins Visier genommen habe.

Ein Roman muss satzfertig gemacht werden, was kein großes Problem ist; ein anderer Roman sollte gelesen und »bewertet« werden, was ebenfalls kein Problem ist. Man benötigt einfach ein wenig Zeit und Ruhe dafür – wobei Ruhe bei mir relativ ist: Daheim höre ich eigentlich die ganze Zeit Musik, die normalerweise nicht mehrheitsfähig ist.

Das echte Problem ist, dass ich vom Schreibtisch aus in den Frühsommer der zweitwärmsten Stadt Deutschlands schauen kann, und zu allem Überfluss heißt das, dass sich quasi direkt vor meiner Nase ein kleiner Park befindet. Den nutzen junge Leute jetzt dazu, sich die Sonne auf den Körper brennen zu lassen: Zwei junge Frauen sitzen beispielsweise mitten auf dem Gelände, dickleibige Bücher und Skripte in der Hand und ansonsten sehr wenig Stoff am Körper.

Und da soll ich mich auf Perry Rhodan, Crest oder Atlan konzentrieren?

24 April 2013

Welt aus Seide

Ich habe ihn schon vorliegen, und ich finde ihn immer noch richtig gut: Oliver Plaschkas erster Beitrag zum PERRY RHODAN-Universum trägt den Titel »Welt aus Seide«, erschien als Nummer 42 von PERRY RHODAN NEO und ist druckfrisch auf meinem Tisch gelandet. Das Cover von Dirk Schulz begeistert mich übrigens ebenfalls.

Im Nachhinein bewerte ich darüber hinaus die Zusammenarbeit mit dem Autor als äußerst positiv: Oliver Plaschka hat sich als sympathischer und professioneller Kollege erwiesen, mit dem ich gern wieder zusammenarbeiten werde. Erste Gespräche wurden auch bereits geführt, um es ein wenig nebulös zu formulieren. Aber jetzt erfreuen wir uns einfach mal an seinem aktuellen PERRY RHODAN NEO-Roman.

23 April 2013

Gefangene der SOL

Schaut man sich den Titel »Gefangene der SOL« an, könnte man meinen, einen aktuellen Roman aus der ATLAN-Serie vor sich zu haben. Falsch!, ich habe einfach schon die ersten Exemplare des neuen PERRY RHODAN-Silberbandes erhalten. Druckfrisch kamen sie auf meinen Tisch, und ich habe mein persönliches Exemplar auch schon einmal durchgeblättert.

Wie immer werden hier Erinnerungen wach: Expeditionen mit der BASIS, die mysteriöse Hamiller-Tube, die Abenteuer der Betschiden, der Konflikt mit Seth-Apophis. Als ich 1981 die ursprünglichen Heftromane erstmals las, faszinierten mich die Geschichten. Heute freue ich mich, sie in der schönen Zusammenfassung in der Hand zu haben.

22 April 2013

Club-Kontakt-Netz

Bei meinen Recherchen zu meiner Kolumnen-Reihe »Der Redakteur erinnert sich« stieß ich auf die wenigen Unterlagen, die vom »Club-Kontakt-Netz« noch übrig sind. Staunend blätterte ich durch Unterlagen aus dem Jahr 1980 und war mir nicht sicher, ob ich meine großartigen Fan-Pläne von damals belächeln oder bestaunen sollte.

Wir hatten damals – wie Generationen von Fans vor und nach uns – nicht mehr und nicht weniger vor, als die zersplitterte Fan-Szene zu einigen. Bei einem ersten CKN-Treffen, zu dem ich – ehrlich! – mit dem Fahrrad anreiste, wurden wichtige Eckpunkte festgelegt und auch ein erstes Rundschreiben verfasst.

Bevor ich jetzt anfange, in Erinnerungen zu schwelgen, verspreche ich eines: Wenn ich das mal sinnvoll aufarbeite, werde ich die schlimmsten Peinlichkeiten weglassen. Aber als Beispiel für fannisches Engagement in den frühen 80er-Jahren gehört es auf jeden Fall in meine Rubrik.

21 April 2013

Mutanten im Visier

Zur mehr oder weniger behaglichen Sonntagnachmittagslektüre gehört am heutigen 21. April 2013 ein PERRY RHODAN NEO-Manuskript. Darin geht es unter anderem um Mutanten und ihre aktuellen Erlebnisse auf der Erde des Jahres 2037, eine abwechslungsreiche Geschichte mit unterschiedlichsten Charakteren.

Ganz nebenbei erhalten die Leser – in diesem Fall erst einmal ich – einen schönen Einblick in das terranische Alltagsleben des Jahres 2037, sportliche Vergnügungen sind dabei inklusive ... Mir zumindest macht die Lektüre außerordentlichen Spaß, ich bin allerdings höchst selten mehrheitsfähig, was meinen Geschmack angeht.

20 April 2013

Stand der Comics

Immer wieder werde ich gefragt, wie es um die geplanten PERRY RHODAN-Comics steht, die bei Splitter erscheinen sollten. Nach wie vor ist ein Skript von Robert Feldhoff, nach wie vor ist Dirk Schulz derjenige, der den Comic in erster Linie zeichnen soll. Aber ... ich kann keinen vernünftigen Termin hierfür nennen.

Die Gründe sind vielfältig. Zeitliche Überbeanspruchung bei Dirk Schulz ist sicher einer davon. Ich traue mich schon gar nicht mehr, ihn nach dem Termin zu fragen, weil er ihn derzeit auch nicht »korrekt« nennen könnte. Leider kann ich derzeit keine bessere Antwort nennen.

19 April 2013

Pressearbeit zu Band 2700

Ein PERRY RHODAN-Jubiläumsband bringt stets Vorbereitungen mit sich, die zur normalen Arbeit hinzukommen; »Der Techno-Mond« ist hier keine Ausnahme. In diesen Tagen beschäftige ich mich unter anderem mit Pressetexten, die ich zu dem Roman und zu seinem »redaktionellen Umfeld« verfasse.

Zudem veranstalten wir eine Pressekonferenz. Wann und wo diese stattfinden wird, gebe ich an dieser Stelle aus hoffentlich nachvollziehbaren Motiven nicht bekannt – aber das muss natürlich einige Tage vor dem offiziellen Erscheinen des betreffenden Romans sein. Die Örtlichkeiten stehen, der Termin steht auch, jetzt müssen wir die Journalisten »nur noch« einladen.

18 April 2013

Autorenbewerbung


Immer wieder wenden sich Menschen an mich, die für PERRY RHODAN arbeiten möchten. Häufig sind es Autoren, die bisher für andere Verlage tätig sind, aber gerne mal Romane für unsere Serien verfassen wollen.

Am heutigen Tag kam eine Mail von jemandem, der sich als »Autoren NewComer von Sf und Fantasy« bezeichnete; hier mit allen Schreibfehlern zitiert. Er würde gern für uns schreiben, dies würde ihm »sehr viel geben«. Textproben oder Hinweise auf Veröffentlichungen fehlten selbstverständlich.

Sicher halten mich jetzt wieder einige Menschen für gemein und arrogant, aber was soll man von einer solchen Mail halten? Was soll man darauf antworten, ohne dass man diesen Menschen zurückstößt?

Wie es sich gehört, habe ich höflich geantwortet. Ich habe darauf verwiesen, dass wir ein komplettes und kompetentes Team haben, und dem Menschen eine Absage erteilt. Aber trotzdem: Wie verfährt man mit einem solchen Anschreiben?

17 April 2013

Markenschutz und so

Immer mal wieder in den vergangenen Tagen beschäftigte ich mich mit dem Markenschutz für PERRY RHODAN. Wir haben die Serie selbstverständlich als Wort- und Bildmarke angemeldet – und solche Anmeldungen müssen regelmäßig wiederholt werden. Das ist wichtig, damit im Zweifelsfall niemand ein Plagiat anfertigt oder unsere Romane veröffentlicht, ohne dass wir das erlauben.

In solchen Fällen heißt es dann, Informationen in mehreren Sprachen zusammenzusuchen und diese den Rechtsanwälten zur Verfügung zu stellen. Diese sorgen im aktuellen Fall dazu, dass PERRY RHODAN im amerikanischen Patentamt weiterhin als Marke angemeldet wird. Ohnmächtig werde ich dann immer, wenn ich abschließend die Anwaltsrechnungen erhalte ...

16 April 2013

Das halbe Hundert

Zwar sind noch keine fünfzig Romane von PERRY RHODAN NEO erschienen, in unserer Arbeit haben wir das halbe Hundert aber längst überschritten. Frank Borsch geht in seiner Exposéarbeit auf die die Nummer 60 zu, während ich bei meiner Exposé-Lektüre selbstverständlich noch nicht so weit bin – da habe ich knapp die fünfzig hinter mir gelassen.

Wenn ich bedenke, mit wieviel Skepsis – auch verlagsintern – unser neues Projekt begleitet wurde, finde ich das schon enorm. PERRY RHODAN NEO ist bereits weiter gekommen als manches andere Romanserien-Projekt der vergangenen Jahre, und das ist in erster Linie der Qualität von Romanen und Titelbildern zu verdanken. Darauf sollte ich eigentlich auch mal ein Glas Sekt trinken ...

15 April 2013

Mal wieder Köln

Den Montag, 15. April 2013, verbringe ich im Zug und in einer Stadt, in die ich seit über dreißig Jahre sehr gern komme: Aus geschäftlichen Gründen muss ich nach Köln fahren. Die vollständigen Gründe und Inhalte meiner Reise kann und möchte ich noch nicht darlegen, aber es geht unter anderem um Pressearbeit und Marketing-Aktivitäten. Die ersten Ergebnisse dazu werden hoffentlich im Mai an die Öffentlichkeit dringen.

Wie es sich gehört, fahre ich nicht ohne Arbeit. Eine Bahnfahrt lässt sich vortrefflich dazu nutzen, Manuskripte und Arbeitspapiere »auf Papier« zu lesen; eine Arbeitsweise, die ich nach wie vor bevorzuge, aller bequemen und sinnvollen Lesegeräte zum Trotz. Es handelt sich, wie nicht anders zu erwarten, um aktuelle PERRY RHODAN-Texte, und ich freue mich selbstverständlich sehr auf die Lektüre!

14 April 2013

Leseprobe zum Techno-Mond

Wenn der PERRY RHODAN-Band mit der Nummer 2700 erscheint, müssen wir versuchen, auch solche Menschen für das Thema zu begeistern, die unsere Serie ansonsten nicht kennen oder lesen. Aus diesem Grund publizieren wir wieder einmal eine Leseprobe. Es wird sie als gedrucktes Heft im Format DIN A 6 geben, ebenso aber als E-Book auf allen gängigen Portalen.

Ein Teil meiner heutigen Aufgabe ist, diese Leseprobe redaktionell vorzubereiten. Enthalten ist ein Auszug aus Andreas Eschbachs Roman »Der Techno-Mond«; dazu kommen ein Vorwort sowie einige Hintergrund-Informationen. Das ist eigentlich eine Routine-Arbeit, aber sie muss gemacht werden. Angesichts des wunderbaren Wetters im frühsommerwarmen Karlsruhe keine einfache Aufgabe ...

13 April 2013

Optimistischer Geldausblick


Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, dem kann es angst und bange um die Zukunft der Europäischen Union und ihrer gemeinsamen Währung werden. Dabei war die EU für viele Science-Fiction-Fans bei ihrer Gründung ein absolut positiver Ansatz: ein erster Schritt zu einer geeinten Erde.

Wie die Leserseite von PERRY RHODAN-Band 53 in der vierten Auflage beweist, die im Jahr 1978 veröffentlicht wurde, waren die Fans in Gedanken schon viel weiter. Zwei junge Zeichner machten sich damals Gedanken über eine künftige Weltwährung.

Der eine der beiden war Hans Knößlsdorfer, der ein wenig in der Versenkung verschwunden ist, der andere war Oliver Scholl und arbeitet derzeit in London an einem großen Science-Fiction-Kinofilm mit dem Weltstar Tom Cruise. Davon konnte 1978 noch niemand etwas ahnen ...

Der Geldschein über 100 Solar zeigt auf der einen Seite ein eher abstraktes Bild, während auf der anderen Seite das bekannte Konterfei von Perry Rhodan selbst abgebildet worden ist. Der Schein ist am 5. April 3452 von der »Bank des Solaren Imperiums« in Terrania City ausgestellt worden, und die Unterschrift des Großadministrators bestätigt das auch noch.

An Finanz- und Bankenkrisen dachte damals offensichtlich niemand ...

12 April 2013

Expo-Stapel

Die Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon waren wieder einmal sehr fleißig, ebenso Rainer Castor, der dafür sorgt, dass die Hintergründe der PERRY RHODAN-Exposés stimmig sind: Heute praselte eine Flut von Arbeit über mich herein. Gleich mehrere Exposés auf einmal sind es, und ich freue mich schon sehr auf die Lektüre.

Im Groben bin ich selbstverständlich informiert: Die Vorab-Exposés kenne ich schon, und wir haben darüber zuletzt bei der Besprechung in Bonn diskutiert. Aber es immer etwas völlig anderes, Ideen zu wälzen oder Exposés zu lesen. Und dass die Arbeit am eigentlichen Roman sowieso noch einmal eine ganz andere Qualität hat, das weiß ich sehr gut.

11 April 2013

Offenes Wort im Jahr 1978


Die Angriffe, die im Sommer 1978 in verschiedenen Medien gegen die PERRY RHODAN-Serie vorgetragen wurden, schienen sowohl die Verlagsleitung als auch die Autoren schwer getroffen haben. Im »Spiegel« wie auch im »Stern« waren Artikel veröffentlicht worden, teilweise mit echten Falschaussagen »belegt«, in denen die Serie, ihre Autoren und ihre Leser diffamiert wurden. Die Hauptfigur der Serie wurde unter anderem als »Weltraum-Arier« verunglimpft.

In verschiedenen Artikeln nahmen die Autoren und der Verlag eindeutig Stellung. Beispielsweise auf der Leserkontaktseite, die im PERRY RHODAN-Roman 68 der vierten Auflage veröffentlicht wurde. Unter dem Titel »Ein offenes Wort an unsere Leser« ging William Voltz auf die Angriffe ein.

Er verortete als Urheber der Angriffe ein »ideologisches Hetzblatt«, von dem man heute sagen kann, dass die »Science Fiction Times« gemeint war. Zu den Autoren schrieb er durchaus scharf in der Argumentation: »Während sie einerseits über gesellschaftspolitische Verändeurngen faseln, kassieren sie anderseits gute Honorare.«

Voltz argumentierte weiter: »Die PERRY RHODAN-Serie nimmt nicht für sich in Anspruch, große Literatur zu sein, sie will spannend unterhalten und dabei Denkanstöße geben.« Inzwischen habe die Serie »ein Niveau erreicht, das sie weit über das hinaushebt, was man sich gemeinhin unter einem Heftroman vorstellt«.

Zitiert wurde in dem Beitrag darüber hinaus ein Leser. Und zum Abschluss bedankte sich William Voltz bei den Lesern, die sich in Briefen an die Redaktion zu dem Thema geäußert hatten – laut seinen Angaben waren es »viele hundert Zuschriften«.

10 April 2013

Raumschiff Erde

In den vergangenen Tagen und Wochen tauchte ich noch einmal in die Zeit der Larenherrschaft ein: natürlich im Perryversum und nicht in der wirklichen Welt. Wobei ... das Eintauchen fand in der wirklichen Welt statt: Ich lauschte der Silber Edition 76, also der Hörbuch-Ausgabe des Silberbandes »Raumschiff Erde«, gelesen von Tom Jacobs.

Das machte wieder einmal richtig Spaß: Mit großer Faszination hörte ich zu, wie Perry Rhodan und seine Gefährten versuchen, das Solsystem und all seine Bewohner den Zugriffen der Laren und Ügerschweren zu entziehen. Manche Geschichten klingen für heutige Begriffe ein wenig antiquiert (beispielsweise die Rettung von Robotern, in denen das Wissen der Menschheit gespeichert ist), aber spannend ist das ganze allemal.

Als H.G. Ewers, Hans Kneifel, William Voltz, Ernst Vlcek und Kurt Mahr die entsprechenden Romane im Jahr 1974 verfassten und veröffentlichten, müssen das echte »Kracher« gewesen sein. Als ich die Romane in den späten 70er-Jahren erstmals selbst las, empfand ich sie als beeindruckend. Und wenn ich sie mir heute als Hörbuch zu Gemüte führe, ziehe ich den Hut vor den Werken der Altmeister.

09 April 2013

Sid in Baikonur

Es hat Vorteile, PERRY RHODAN-Redakteur zu sein: Gerade eben bekam ich das druckfrische Exemplar von »Zu den Sternen«. Diesen aktuellen Roman von PERRY RHODAN NEO, die Nummer 41, um es genau zu sagen, verfasste bekanntlich Marc A. Herren; ich erinnere mich natürlich noch gut an die Vorarbeiten.

In dem Roman erfahren die Leser mehr über eine Nebenfigur der Serie, die von Band eins dabei ist: Sid Gonzáles, der junge Teleporter, der stets von den Sternen geträumt hat. Diesen Traum fängt auch der Autor in seinem Roman richtig gut ein; ich habe das Werk sehr gern gelesen und freue mich schon auf die Resonanz der Leser.

08 April 2013

Kaffee und Torte

Am heutigen Montag wurde endlich auch einmal »intern« gefeiert, weil tatsächlich alle Kolleginnen und Kollegen aus der Redaktion da waren. Der Grund: Wir wollten ein Glas Sekt darauf trinken, dass wir einen der »Bauer Redaktionsawards« gewonnen hatten.

Aus diesem Grund spendierte die Geschäftsführung Sekt (natürlich auch Orangensaft und Wasser) sowie eine Torte. Und so verbrachten wir schon vor der Mittagspause – und danach – einige Zeit damit, Sekt zu trinken, Torte zu essen und uns über den Erfolg unserer E-Books zu freuen. Auch mal schön!

07 April 2013

2700 am Sonntag


Am heutigen Sonntag steht der PERRY RHODAN-Jubiläumsband im Zentrum der Arbeit. Andreas Eschbach hat schon lange geliefert, die redigierte Version liegt ebenfalls bereits vor; jetzt geht es darum, das ganze noch einmal durchzugucken und auf möglicherweise verbliebene Fehler zu überprüfen.

Damit der Roman ordnungsgemäß in die Setzerei kann – und er hat ja Überlänge! –, muss ich sorgfältig arbeiten. Der Autor sollte ebenfalls noch einmal drübergucken.

Vorspann und Abspann und Glossar und Kommentar ... all diese Dinge müssen schließlich stimmen. Aber es ist eine schöne Arbeit, schließlich handelt es sich um einen sehr guten Roman!

06 April 2013

Nachdrucke und ihre Honorare

Immer wieder kommt die Frage auf, wie denn die Bezahlung bei PERRY RHODAN-Autoren oder auch den Erben der leider schon verstorbenen Autoren geregelt ist. Die Antwort ist ganz einfach: Wir honorieren nach, und wir halten uns dabei im Prinzip an die Grundsätze des deutschen Urheberrechts. Meine ganz private Meinung: Ich halte unsere Praxis für korrekt.

Ohne in die Details einsteigen zu wollen: Die Serienrechte für PERRY RHODAN liegen beim Verlag, die einzelnen Rechte für den jeweiligen Roman liegen beim Autor oder seinen Erben. Wird also ein »alter« Roman nachgedruckt, ins Ausland übersetzt oder als E-Book verwertet, ist das eine Zweitverwertung – und daran wird der Autor oder seine Erben entsprechend prozentual beteiligt.

05 April 2013

Ein starkes Buch über einen bedeutenden Künstler

»PERRY RHODAN-Illustrator Johnny Bruck« von Frank G. Gerigk Ein Logbuch der Redaktion

Seit das rund zwei Kilogramm schwere Buch über Johnny Bruck erschienen ist, lag es bei mir in der heimischen Wohnung stets in Griffnähe. Immer wieder nahm ich es zur Hand, blätterte darin herum und las einige Seiten, und jedesmal war ich aufs Neue gefesselt und fasziniert. Auf diese Weise las ich in den vergangenen Tagen und Wochen die 320 Seiten komplett durch.

Ich meine damit das Buch »PERRY RHODAN-Illustrator Johnny Bruck«, das von dem Journalisten und Autor Frank G. Gerigk geschrieben und zusammengetragen wurde. Veröffentlicht wurde es im Marlon-Verlag, als Lektor und Herausgeber war Eckhard Schwettmann verantwortlich, der mit seinem Werk »Allmächtiger!« vor Jahren schon Maßstäbe in Sachen PERRY RHODAN gesetzt hat. (Dass er in den späten 90er-Jahren als Marketingleiter für PERRY RHODAN und Verlagsleiter bei Moewig die Serie »nach vorne« gebracht hat, möchte ich in diesem Zusammenhang natürlich nicht verschweigen.)

Was Frank G. Gerigk geliefert hat, ist vor allem eine irrsinnige Fleißarbeit, vor der ich den Hut ziehen muss. Er trug eine beeindruckende Fülle an Details zusammen, die ein spannendes Licht auf das Werk Johnny Brucks werfen: Der Autor zeigt, wie sich der Künstler bereits in den 50er- und 60er-Jahren von amerikanischen und auch deutschen Künstlern beeinflussen ließ, wie stark er vernetzt war und wie sehr er beispielsweise von Illustrierten und amerikanischen Zeitschriften profitierte.

Johnny Bruck schaffte als PERRY RHODAN- und ATLAN-Künstler ein unglaubliches Pensum: Jede Woche lieferte er zwei Titelbilder sowie Innenillustrationen, dazu kamen weitere Titelbilder für Taschenbücher und andere Reihen. Aus Zeitgründen griff Bruck immer wieder auf frühere Motive zurück, übernahm großzügig die Figuren von anderen Künstlern oder verwandte ein eigenes Titelbild als Vorlage für ein neues. Er kopierte dabei nur selten, sondern ließ sich in den meisten Fällen inspirieren.

Das Buch zeigt die unterschiedlichen Herkunftsorte mancher Motive, darüber hinaus die Variationen, in denen ein Titelbild in der tschechischen oder niederländischen von PERRY RHODAN erschienen ist. Manche Titelbilder wurden von Bruck neu erstellt, weil die Originale verloren gegangen waren, manche wurden auch in amerikanischen Magazinen nachgedruckt. Frank G. Gerigk präsentiert die Entwicklungen und Einflüsse, und er weist auf Verbindungen hin, auf die ich beispielsweise nie gekommen wäre.

Daneben gibt es eine Reihe von Statements und Interviews (darunter mit der PERRY RHODAN-Redakteurin Sabine Kropp), die von Kollegen und Wegbegleitern Brucks stammen. Sie ergänzen die zahlreichen Bilder und informativen Texte – damit entsteht ein abwechslungsreiches Werk, das sich vor allem an PERRY RHODAN-Fans richtet, das aber auch ein Außenstehender mit Genuss durchblättern kann.

Es ist kein Bildband, man muss das Werk als eine umfangreiche journalistische Arbeit betrachten, die Johnny Bruck durchaus kritisch betrachtet, ihn aber als wichtigen Künstler und Kunsthandwerker würdigt. Für mich wird »das Bruck-Buch« künftig im Regal neben dem »All-Mächtigen« stehen: ein Werk, das ich immer mal wieder zur Hand nehmen und durchblättern werde, eine schöne Sammlung von Bildern, Texten und Erinnerungen.

Übrigens: Wer sich selbst von dem Werk und seinen Qualitäten überzeugen möchte, kann es sich online anschauen. Der Marlon-Verlag bietet auf seiner Homepage die Möglichkeit an, im Buch zu blättern. Und bestellen kann man es in jeder Buchhandlung, aber ebenso über Versender wie amazon.de.

04 April 2013

Ein Café wird zum Namensgeber

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Nachdem Ernst Vlcek meine Wohnung gründlich mit Zigarettenrauch angefüllt hatte, gingen er, Robert Feldhoff und ich noch einmal spazieren. Es war Montag, der 8. Februar 1999, und wir wollten mit unserer Exposé-Konferenz weitermachen. Gemeinsam bummelten wir von meiner Wohnung aus in die Innenstadt von Karlsruhe.

Während wir durch die kalte Fußgängerzone spazierten, sprachen wir über Comics und Musik, Science Fiction im Allgemeinen und PERRY RHODAN im Besonderen. Wie immer in solchen Fällen wechselten wir die Themen in raschem Tempo und kamen vom Hundertsten ins Tausendste. Immer wieder musste ich anhalten und einige Notizen zur Romanhandlung auf meinen Block schreiben, den ich sicherheitshalber mitgenommen hatte.

In einem Café legten wir erneut eine Gesprächspause ein. Ernst rauchte, Robert und ich tranken Kaffee, wir unterhielten uns weiter. »Wir brauchen noch einen Namen für die Galaxis, in die wir unsere Helden nach Band 2000 schicken«, sinnierte Ernst. »Der Name soll leicht verständlich und trotzdem originell sein.«

Roberts Blick fiel auf die Marke des Kaffees vor uns. »Wir nehmen das hier«, schlug er vor. »Segefredo klingt super.«
»Das ist der Name einer Marke«, protestierte ich, »das geht nicht.«

Robert grinste und meinte, dann müssten wir den Namen eben leicht abändern. Ins Protokoll nahmen wir als Begriff für die Galaxis einmal »Szegafredo« und einmal »Szega Fredo« auf. Wir legten darüber hinaus fest, dass sie groß sein sollte und sich »unterhalb« der Milchstraße befinden sollte, in einer Richtung also, die von heutigen Teleskopen nicht eingesehen werden kann. Damit wollten wir sichergehen, dass wir nicht die Vergangenheit einer Sterneninsel beschrieben, die man in der »heutigen Zeit« kannte.

»Wir schicken die SOL in die Vergangenheit«, das war unsere klare Absicht. Ich notierte im Protokoll: »Dabei werden die Geheimnisse des letzten Thoregon-Experiments geschildert; das alles, was im Prinzip bei der ES-Geschichte vorkommt.«

Die Besatzung der SOL solle einen Versuch beobachten, ein Thoregon zu schaffen. Nie hätten diese Versuche geklappt. In Szegafrendo allerdings sei man richtig weit: In dieser Galaxis sei »das klassische Thoregon-Prinzip (ein Gebiet des Universums ohne Kosmokraten und Chaotarchen) auch umgesetzt«. Vor allem Robert wollte auf den Ausgangspunkt des Thoregon-Komplexes zurückgreifen: Wie kann man in einem Universum voller fremdartiger Völker denn eigentlich Frieden schaffen?

Ernst und Robert schaukelten sich mit ihren Ideen geradezu auf: So sollte es unter anderem eine »Zivilisation geben, in der Frieden und Ausgleich dadurch geschaffen werden, dass man Geiseln austauscht.« Dies sei Ergebnis eines uralten Krieges, und als Folge dieser Ereignisse gebe es jetzt »auf jedem Planeten Angehörige anderer Völker«.

Zitat aus unserem Protokoll: »Eine andere dieser Zivilisationen ist auf völligem High-Tech angesiedelt; eine Art technische Utopie. Es gibt totale Datenvernetzung, es gibt unheimlich viele Transmitter, es gibt eine totale Informationsfreiheit.« Die Superintelligenz dieser Wesen solle eine Gemeinschaft aller Syntroniken sein, und dies wiederum sei ein Bewusstseinsspeicher für tote Lebewesen – daraus entstehe »die ES-Wurzel«.

Die SOL solle in der Galaxis Szegafredo aus einem sogenannten Megadom herauskommen, »der sich ebenfalls in einer Zone ohne virtuelle Teilchen befindet«. Dort sollte die Besatzung auf ein Wächtervolk treffen, auf die sogenannten Cranesen ...

Danach aber kümmerten wir uns vorrangig um den weiteren Verlauf der Handlung in der Milchstraße. Wir legten fest, dass es eine »Mutantenschwemme« geben sollte und dass die menschlichen Mutanten alle als Monochrom-Mutanten bezeichnet werden sollten. Wir wollten Mutantenschulen einrichten und uns dabei bewusst an den Anfängen der PERRY RHODAN-Serie orientieren.

Wir machten uns vor allem Gedanken darüber, wie sich eine solche Mutantenschwemme auswirken würde: »Was ist, wenn ein Mutant im Nachbarhaus wohnt? Es gibt verbrecherische Mutanten, es gibt welche, die keine Lust auf die Schule haben, und so weiter. Viele Terraner wollen natürlich auch keine Mutantenschule auf der Erde.«

Kriminelle Umtriebe in Zusammenhang mit den neuen Mutanten sollte es ebenfalls geben: »Kommandos, die versuchen, die einzelnen Mutanten zusammenzufassen und sie auf den etwa 5000 terranischen Siedlungswelten suchen« ...

Und außerhalb der Erde? Hier waren wir uns erstaunlich schnell einig: Die Macht der Arkoniden sollte rasant wachsen, das Kristallimperium sollte sich ausdehnen. Es solle künftig »10.000 Planeten, zu denen rund 20.000 ›kontrollierte‹ Sonnensysteme kommen«, umfassen. Weitere Eckpunkte unseres Milchstraßen-Hintergrundes: »Die LFT wächst auf 1500 Planeten plus assoziierte Welten an. Das Forum Raglund bleibt wie bisher, und das Galaktikum bleibt in Mirkandol.«

Eine Entscheidung an diesem 8. Februar 1999 sollte sich erst später zu einem wichtigen Entschluss ausweiten: »Das Kristallimperium bekommt einen neuen Imperator«, verzeichnet das Protokoll trocken.

03 April 2013

PERRY auf Englisch?

PERRY RHODAN wird in den nächsten Monaten als englischsprachige Ausgabe im E-Book-Format erscheinen; das kann ich schon jetzt verbindlich sagen. Wir greifen – so viel kann ich ebenfalls verraten – auf eine Taschenbuchstaffel zurück, die als abgeschlossener Zyklus bei Heyne erschienen ist und die wir für international und vor allem selbständig vermarktbar halten.

Die Übersetzungen liegen vor, sie wurden bereits vor längerer Zeit lektoriert; es hapert derzeit nur an der Redaktion, dass diese E-Books noch nicht erschienen sind. Sobald das geschehen ist – und es könnte im April 2013 theoretisch noch klappen –, werden wir schauen, wie sich die Sache entwickelt. Bei gutem Erfolg ist natürlich auch daran gedacht, an dem Thema weiterzuarbeiten.

02 April 2013

Doppelte Abgabe

Der sogenannte Urlaub ist vorüber; er war durchaus ereignisreich, und einige Dinge werden bei PERRY RHODAN ihren Niederschlag finden ... Aber jetzt ist erst einmal die triste Realität wieder angesagt, und das heißt in diesem Fall: Romane müssen redigiert und in die Setzerei gegeben werden.

In dieser Woche, die bekanntlich nur aus vier Arbeitstagen besteht, ist das ganze knüppelhart und extrem anstrengend: Zwei Romane der PERRY RHODAN-Erstauflage, ein aktueller NEO-Roman sowie ein »Planetenroman« müssen in die Setzerei. Das heißt, dass ich noch konzentrierter und sorgsamer »am Thema« bleiben muss als sonst, und dass ich noch stärker als sonst mein Telefon ignoriere ...