17 Oktober 2020

Wie mich »Dune« damals verblüffte

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wann genau ich den Film »Der Wüstenplanet« oder kurz »Dune« wirklich sah, weiß ich nicht mehr. Sicher nicht gleich in der ersten Woche – in den kleinen Kinos in unserer Kleinstadt wurden die Filme nie gleich zum Start gezeigt, sondern immer mit einiger Verspätung. Also dürfte es im Januar oder Februar 1985 gewesen sein, vielleicht sogar erst im März. Ich erinnere mich nicht an ein genaues Datum, sondern eher an die Stimmung jener Zeit.

Zu Beginn des Jahres 1985 ging es mir nicht besonders gut. Ich war als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr eingezogen worden. Nachdem ich im Herbst 1984 in Ulm angefangen hatte, saß ich in einer Kaserne im badischen Bruchsal. Dort hatte ich viel Wachdienst zu leisten – unter anderem verbrachte ich den Jahreswechsel 1984/85 in der Kaserne – und langweilte mich sehr oft.

Leider klappte es nicht so gut mit den guten Absichten: Ich wollte eigentlich viel lesen, meine Englischkenntnisse verbessern und Geschichten schreiben. Stattdessen machte ich das, was viele Soldaten in dieser Zeit taten: Ich saß an den Abenden mit anderen Leuten herum und trank zu viel Bier.

Ein farbenprächtiger Science-Ficction-Film wie »Dune« musste bei mir also einschlagen. Ich kannte den Roman »Der Wüstenplanet«, ich hatte ihn drei oder vier Jahre zuvor gelesen. Frank Herbert hatte mit dem Werk in den späten 60er-Jahren einen Science-Fiction-Klassiker geschrieben, der mich fasziniert hatte. Seine Art, eine fremde Welt zu beschreiben, fand ich umwerfend; seine Schilderungen von Arrakis und seinen Bewohnern erzeugte in meinem Kopf allerlei Bilder, die über viele Jahre hängen blieben.

Das war eine andere Art von Science Fiction als die, wie ich sie von PERRY RHODAN oder ATLAN kannte. Wo ein Heftroman und ein eher dünnes Taschenbuch doch eher knapp gehalten waren, ging Herberts Werk in die Breite. Die einzelnen Familien wurden ebenso detailliert geschildert wie die Natur des Planeten. Es gab ausführliche Beschreibungen der Landschaft und der Sitten, die Dialoge waren ausgefeilt und gingen über Seiten hinweg.

»Der Wüstenplanet« war wie ein Kinofilm auf einer riesigen Leinwand, bei dem man als staunender Mensch davor sitzt und begeistert die künstlichen Landschaften betrachtet, die sich einem vor dem Auge anbieten.

Der Roman war nicht unbedingt spannend, zumindest brauchte er seine Zeit, bis sich die Spannung aufbaute. Wo ein PERRY RHODAN-Roman schnell zur Sache kam und nach 64 Seiten zu Ende erzählt war, baute Herbert in seinem Roman die Spannung über Dutzende von Seiten auf. Diese Art des Erzählens hatte aber ebenfalls ihre Faszination. Das war zu Beginn der 80er-Jahre für mich durchaus ungewohnt.

Zu Beginn des Jahres 1985 hatte ich aber bereits eine größere Erfahrung in umfangreichen Science-Fiction- und Fantasy-Welten gewonnen. Ich hatte gelernt, dass man einen Heftroman nicht mit einem dickleibigen Roman vergleichen konnte: Wer eine Welt auf 500 Seiten beschrieb, durfte in die Breite gehen. Die Faszination einer Serie wie PERRY RHODAN erschloss sich mir aber ebenso über die epische Breite – immerhin ergab ein Zyklus von 100 Bänden ein Gesamtwerk von 6000 Seiten, und das wiederum war das Mehrfache des »Wüstenplaneten«.

Zu dieser Zeit konnte ich keine in sich abgeschlossenen Heftromane mehr lesen; diese Art der Geschichte sprach mich nicht mehr an. Entweder brauchte ich den epischen Charakter einer Serie wie PERRY RHODAN oder ATLAN, oder ich brauchte den Charakter eines großen Weltenbaus innerhalb eines einzigen Romans. So hatte sich mein Geschmack innerhalb weniger Jahre geändert. (Bald darauf sollte ich meine Faszination für die Kurzgeschichte wieder entdecken – aber das ist eine andere Geschichte.)

Die Verfilmung des »Wüstenplaneten« fiel also in eine Zeit des Umbruchs für mich. Wie würde das Werk bei mir ankommen? Um es klar zu beantworten: Ich war fasziniert und verblüfft, durchaus beeindruckt. Die Bildwelten, die David Lynch auf die Leinwand brachte, hatte ich in dieser Form noch nicht gesehen. Die Landschaft des Planeten Arrakis war hervorragend in Szene gesetzt, die riesigen Würmer, auf denen die Menschen reiten, begeisterten mich. So stellte ich mir den Wüstenplaneten vor, so wurde die Handlung für mich vermittelt.

Die Bildwelten waren das eine, die Figuren das andere. Mancher der Protagonisten kam mir wie eine Comic-Figur vor, was mich aber nicht störte. Sting als Schauspieler fand ich ebenso cool, wie ich ihn zuvor als Sänger der Band POLICE oder als Darsteller in »Quadrophenia« cool gefunden hatte. Auch andere Figuren waren stark dargestellt.

Womit ich allerdings fremdelte, waren die teilweise dämlichen Dialoge, die religiösen Aspekte und die Art und Weise, wie »Führung« hergestellt wurde. In einer zentralen Szene wird beispielsweise der Held zum Anführer des Widerstandes ausgerufen; das erinnerte mich viel zu sehr an Diktaturen oder gar die deutsche Geschichte. Vielleicht hatte auch meine Situation bei der Bundeswehr damit zu tun, dass ich mit der Szene meine Probleme hatte.

Als ich aus dem Kino herauskam – das weiß ich noch genau –, hatte ich die Bilder des Films in meinem Kopf. Sie verschwanden daraus nie. Ich sah »Dune« seit diesem Jahresanfang 1985 nie wieder, und ich erinnere mich trotzdem sehr gut an manch wuchtige Szene.

Deshalb betrachte ich diesen Film auch nicht als schlecht, sondern habe ihn als gigantisches Bilderlebnis abgespeichert. Vielleicht sollte ich ihn mir noch einmal anschauen, bevor die neue Version herauskommt …

16 Oktober 2020

Die Raum-Zeit-Ingenieure

Zu den Vorzügen meines Arbeitsplatzes gehört, dass ich von den Druckereien normalerweise Vorabexemplare erhalte: Sowohl Bücher als auch Romanhefte landen auf meinem Tisch, bevor sie in den Handel gelangen. Und so konnte ich mich heute darüber freuen, das Buch 152 der PERRY RHODAN-Serie auf meinem Tisch zu finden.

»Die Raum-Zeit-Ingenieure« ist einer der heimlichen Klassiker der PERRY RHODAN-Serie. Es ist der einzige Jubiläumsband, den Thomas Ziegler verfassen konnte; zu dieser Zeit bestimmten vor allem seine ungewöhnlichen Ideen den Serieninhalt. Der Heftroman erschien 1985, und er erzählte eine große kosmische Geschichte. Diese bildet nun in dem bald erscheinenden Silberband den inhaltlichen Schwerpunkt.

Dabei ist dieser Silberband kein Auftakt zu einem neuen Handlungsbogen, sondern eher ein Roman, der vieles zusammenfasst und Antworten auf Fragen gibt. Man erfährt unter anderem mehr über das geheimnisvolle Tiefenland und was es mit dem sogenannten Frostrubin zu tun hat. Die Romane fand ich »damals« großartig. Wer die PERRY RHODAN-Geschichten mit kosmischem Hauch mag, wird hier sicher auf seine Kosten kommen – auch heutzutage.

15 Oktober 2020

Anzeige für »PopKomm täglich«

Im August 1997 zeigte sich die PERRY RHODAN-Serie erneut auf der PopKomm in Köln. Um dieses Ereignis gebührend zu begleiten, schaltete die Marketing-Abteilung auch Anzeigen in Broschüren und Zeitschriften.

In der täglich veröffentlichen Zeitschrift »PopKomm täglich« wurde am 16. August 1997 eine Anzeige platziert, die auf die multimedialen Aktivitäten der PERRY RHODAN-Serie hinwies. Angefertigt hatte die Anzeige die Werbeagentur Zeuner aus Ettllingen.

Sie zeigte unter dem Slogan »Perry Rhoda im Cyberspace« unter anderem das Computerspiel »Die Brücke in die Unendlichkeit« und die CD-ROM »Abenteuer Universum«, daneben die aktuellen Silberbände und die Musik-CD »Pax Terra«. Gleichzeitig wurde für einen PERRY RHODAN-Programmpunkt auf der »PopKomm-Bühne im Zwischengeschoß« geworben.

14 Oktober 2020

Der Blick aus dem Turm

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«


Bei einem der vielen Gespräche, die wir in den Jahren 2007 und 2008 führten, kam es irgendwann auch zur Sprache: Wie es denn wäre, wenn die PERRY RHODAN-Redaktion nach Hamburg umziehen würde? »Du hättest dann ein Büro mit Blick auf die Elbe« – so war der lockende Spruch an mich.

Meine Antwort kam wie aus der Pistole geschossen, wenngleich sie nicht stimmte: »Ich möchte lieber mein Büro mit einem Blick auf den Güterbahnhof von Rastatt behalten.« Tatsache ist, dass man von den PERRY RHODAN-Büros zwischen 1995 und 2020 hinaus auf die Druckerei und den Parkplatz blicken konnte, nicht aber auf den Güterbahnhof. (Das ging nur 1992 bis 1994, als die Redaktion in einem anderen Teil des Verlages saß.)

Den Blick, den ich meinte, gibt es schon. Man muss dazu ins Turmzimmer gehen, den höchsten Raum des Verlages. Stellt man sich dort entsprechend hin, sieht man auf Anlagen der Bundesbahn – und dahinter kann man den Schwarzwald erkennen. Und mir gefiel das wirklich besser als jeglicher Blick in Hamburg …

13 Oktober 2020

Lausche der Stille!

Um es klar zu sagen: Wer Romane mag, in denen es den »kosmischen Hauch« zu verspüren gibt, für den ist der kommende PERRY RHODAN-Roman von Oliver Fröhlich ein echter Leckerbissen. In »Lausche der Stille!« gibt der Autor einen faszinierenden Einblick in eine Entwicklung – ohne aber wirklich alle Geheimnisse dieser Evolution aufzudecken.

Als ich das Manuskript las, war ich ziemlich begeistert. Es muss aber nicht jedem so gehen, das ist klar. Literatur ist nun mal in weiten Teilen Geschmackssache.

Die Handlung läuft auf zwei Ebenen ab: in der Gegenwart der PERRY RHODAN-Szene und in einer nicht klar definierten Vergangenheit. Das erzählt der Autor in meisterhafter Weise, womit sein Roman an Serienklassiker wie »Laire« oder »Bardioc« erinnert. Toll!

12 Oktober 2020

Das Omnitische Herz

Es ist der zweite Vorstoß, den die Menschen ins Compariat unternehmen. Und mit dem Omnitischen Herz erreichen sie endlich auch das Zentrum der Macht – wobei mit diesem Zentrum ziemlich viel nicht mehr stimmt … Soweit der Ausgangspunkt für den Roman »Das Omnitische Herz«, den Kai Hirdt geschrieben hat und der in dieser Woche im Rahmen von PERRY RHODAN NEO erscheint.

Der Autor erzählt seine Geschichte aus unterschiedlichen Perspektiven; er lässt die jeweiligen Figuren aufeinandertreffen und trennt sie wieder. Damit entsteht ein Panoramabild, das aus mehreren Facetten eine große Raumstation zeigt: mit ihren Bewohnern, mit ihren Konflikten. Ich fand das Bild, das der Autor erzeugt, sehr abwechslungsreich und spannend.

11 Oktober 2020

Nobelpreis für PERRY RHODAN?

Die Frage wurde mir bei Twitter gestellt, und sie war sicher nicht hundertprozentig ernst gemeint. Ein Leser fragte, wie es denn wäre, wenn der Literaturnobelpreis an einen heutigen oder ehemaligen PR-Autor gehen »müsste« – welcher Autor wäre dann meiner Ansicht nach derjenige, der den Preis am ehesten verdient hätte?

Ich dachte darüber nach und hatte recht schnell eine ernsthafte Antwort parat: »Der wichtigste Autor der Seriengeschichte ist für mich nach wie vor William Voltz«, schrieb ich. »Er hat packende Action-Romane geschrieben, aber eben auch diesen ›kosmischen Hauch‹ in die Serie gebracht, von dem wir noch heute zehren.«

Damit will ich nicht die Leistung von wegweisenden Autoren wie K. H. Scheer, Clark Darlton, Thomas Ziegler oder Robert Feldhoff schmälern, um nur einige Namen zu nennen. Jede Autorin und jeder Autor hat teilweise brillante Romane verfasst, jede und jeder aber auch welche, die mir nicht so gut gefallen haben. Das lässt sich bei einer Serie mit einer so langen Laufzeit ja kaum vermeiden. Voltz war der »perfekte« Autor für meinen Lesegeschmack, weil er eben so viele unterschiedliche Themen in faszinierende Romane verwandelte.

09 Oktober 2020

Ein beeindruckendes Taschenbuch

Heute sind die Belegexemplare bereits eingetroffen; in den Handel kommt das Werk ja offiziell im November: »Perry Rhodan – das größte Abenteuer« von Andreas Eschbach liegt dann auch im Format eines Taschenbuches vor. (Die Hardcover-Version, die sich meiner Ansicht nach als Weihnachtsgeschenk hervorragend eignet, gibt es natürlich weiterhin im Handel.)

Ich bin parteiisch und sicher nicht objektiv. Aber ich halte den »Eschbach-Klopper«, wie das Buch bei uns intern heißt, für einen idealen Band, um die Hintergründe für die Person Perry Rhodan zu verstehen. Zugleich ist es ein unterhaltsamer Roman über die vierziger bis sechziger Jahre, nicht nur aus amerikanischer Sicht, der sich sehr leicht liest und in den man bei der Lektüre richtiggehend eintauchen kann.

Sicher ist die Taschenbuchform für manche Leser ein neuer Anreiz, sich auf den Roman einzulassen. (Es ist in der Tat handlicher als die schwere Hardcover-Version …)

08 Oktober 2020

Mit den Füchsen auf der Messe

2003 war eine besondere Buchmesse in Frankfurt: Durch Ereignisse, die ich an dieser Stelle nicht wiedergeben möchte – das wäre eine längere Geschichte –, wurde »Fix & Foxi« gewissermaßen zusammen mit PERRY RHODAN am Messestand des Moewig-Verlages präsentiert. Wir hatten zeitweise viel Spaß bei der Veranstaltung, es gab einiges zu lachen.

Das Bild zeigt mich im Gespräch mit Dr. Walter Berning, dem damaligen Geschäftsführer des Buchverlages. Neben uns fuchtelt einer der Männer, die in ein »Fix & Foxi«-Kostüm gesteckt worden waren, im Hintergrund sieht man eines der schönen PERRY RHODAN-Motive von Dirk Schulz.

Auch wenn aus der Zusammenarbeit der beiden Marken nicht das wurde, was wir uns vorstellten – unter anderem war eine »Fix & Foxi«-Buchreihe im Gespräch –, zählten die Gespräche zu diesem Thema im Jahr 2003 zu den amüsanten Höhepunkten jener Zeit. (Mir ist leider nicht mehr bekannt, wer Urheber dieses Bildes ist.)

07 Oktober 2020

Schon klassischer Treppenaufgang

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«

Wenn man sich durch das Verlagsgebäude bewegt, sieht man immer wieder Örtlichkeiten, die auf unsere Serie hinweisen. Nach all den Jahren gefällt mir das umso besser ...

Ein schönes Beispiel dafür ist der Treppenaufgang zum sogenannten Turmzimmer, dem Besprechungsraum an der höchsten Stelle des Gebäudes. Diesen Aufgang ließ bereits Eckhard Schwettmann in den späten 90er-Jahren entsprechend einrichten, und wir haben ihn danach gelegentlich umdekoriert.

Aber so sieht man immer noch einträchtig drei Werbemotive aus den vergangenen Jahren vereint: den PERRY RHODAN-Werbeaufsteller aus den Nullerjahren, ein Marketiung-Plakat aus dem Jahr 1998 etwa und ein Gucky-Aufsteller, der ebenfalls vom Ende der 90er-Jahre stammt. Ich freue mich immer, wenn ich das sehe!

06 Oktober 2020

Exposé-Endspurt

In den Exposés, mit denen ich mich in diesen Stunden und Tagen beschäftige, geht es um zwei verschiedene Handlungsebenen: Einerseits werden die letzten Eckpunkte zum »Mythos«-Zyklus festgelegt – ich stelle fest, dass wir uns hier ein wenig verspätet haben –, andererseits gehen wir mit großen Schritten in den »Chaotarchen«-Zyklus hinein. Das sind dann schon zwei unterschiedliche Welten …

Wenn ein neuer Zyklus anfängt, müssen die Autorinnen und Autoren ja erst einmal die neue Situation vorstellen: Wie hat sich das Universum während der zurückliegenden Zeit verändert? Wie sieht die stellare Umwelt der Menschheit aus? Und wie werden sich die neuen Kontakte, um die es im kommenden Zyklus gehen wird, während der ersten Bände entwickeln?

Und gleichzeitig laufen im »Mythos«-Zyklus die Abschlüsse, über die ich an dieser Stelle nichts verraten will. Nur so viel: Nicht alle Begriffe, die in den Romanen seit Band 3000 eine Rolle gespielt haben, wird man nach Band 3100 noch in der Handlung finden …

05 Oktober 2020

Aipus Spur

Mit Dupa Emuladsu hat Arndt Ellmer sich offenbar eine Figur »erschrieben«, die ihm liegt. Als der Autor nach langer Pause wieder bei PERRY RHODAN mitschrieb, wählte er die Cairanerin als eine seiner Hauptfiguren. Im zweiten Roman seit seiner Rückkehr ist Dupa Emuladsu erneut eine wichtige Handlungsträger.

Der Roman trägt den Titel »Aipus Spur« und die Bandnummer 3086; er kommt in dieser Woche in den Handel. Neben Cairanern spielen in diesem Roman auch Haluter und Menschen mit – und ein Roboter, der seiner ganz eigenen Agenda folgt …

02 Oktober 2020

Das Ei der Loower

Es gibt immer wieder Figuren, die im Exposé für einen Roman eine winzige Rolle finden oder nicht einmal darin vorkommen – und dann tauchen sie im Roman auf, weil die Autorin oder der Autor gut mit der Figur umgehen können, und ab diesem Moment spielen sie gewissermaßen die anderen Figuren an die Wand. Im kommenden Roman von Lucy Guth spielt eine Wissenschaftlerin mit, die den Namen Donna Stetson trägt, und sie ist eine solche Figur, der ich bei der Konzeption keine große Rolle zumaß.

Doch Lucy Guth hat in »Das Ei der Loower« – der Roman erscheint heute offiziell als Band 236 der Serie PERRY RHODAN NEO – aus der Neben- eine Hauptfigur gemacht. In ihrem Roman spielen auch relevante Figuren wie Perry Rhodan oder Gucky mit, sie haben zudem wichtige Rollen.

Die Autorin schafft es aber immer wieder, ihren Fokus auf Szenen zu lenken, die bei ihr dann besonders gut gelingen. Das machte mir bei der Lektüre des Manuskriptes viel Freude, und ich hoffe, die Leserinnen und Leser empfinden das ebenso.

01 Oktober 2020

Das YSTERIOON

Wenn ich mich recht erinnere, bin ich Paul Delavier nie persönlich begegnet. Ich bilde mir ein, dass ich seinen Namen in den 80er-Jahren manchmal in Fanzines gelesen habe. Aber das ist alles im Dunkel der Vergangenheit vergangen. Seine Risszeichnungen gefielen mir; sie wurden vor allem in den ATLAN-Romanen veröffentlicht, boten noch keine professionelle Höchstleistung, machten mir aber viele Beschreibungen aus den Romanen lebendig und erlebbar.

Manchmal kam die Redaktion allerdings auch durcheinander. Ich zeige hier ein schönes Beispiel dafür …

Das YSTERIOON spielte in der laufenden Handlung der ATLAN-Serie eine Rolle, es wurde 1982 erstmals erwähnt. Der spannende Roman von Peter Griese stellte Atlan und einige Besatzungsmitglieder der SOL ins Zentrum der Handlung. Eine Risszeichnung wäre also angebracht gewesen.

Band 200 der ATLAN-Serie kam 1982 in der zweiten Auflage heraus; erstmals gedruckt worden war »Herrscher im Mikrokosmos« von William Voltz bereits 1975. Mit der SOL hatte dieser Roman nichts zu tun, mit irgendwelchen Nickelschiffen gleich zweimal nicht.

Aber weil man auf der Leserseite ein schönes Raumschiff haben wollte – so mutmaßte ich damals –, nahm man die Risszeichnung, die Paul Delavier für die laufende ATLAN-Serie angefertigt hatte, und platzierte sie kurzerhand in die Zweitauflage. Dort dürfte sie die Leser ordentlich verwirrt haben, die sich zu der Zeit vor allem mit Atlans Abenteuern in der Vergangenheit des Arkon-Imperiums beschäftigten …

30 September 2020

Ein Treffen in der »Alten Bank«

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der PERRY RHODAN-WeltCon 2011 rückte näher; die Arbeiten an dieser Großveranstaltung füllten einen immer größeren Teil in meinem Leben aus. Parallel dazu beschäftigten wir uns in der Redaktion unter anderem damit, die neue Serie vorzubereiten, die als PERRY RHODAN NEO in den Handel kommen sollte, und damit, den großen Sprung bei unserer E-Book-Vermarktung zu erreichen. Die Arbeitszeiten erreichten ein Maß, das nicht mehr zumutbar war.

»Wir müssen raus«, schlug ich vor. Am Dienstag, 5. Juli 2011, trafen wir uns deshalb relativ spontan in Karlsruhe. Heidrun Imo wohnte zu jener Zeit in Karlsruhe, ich sowieso, und Marc A. Herren hatte für ein halbes Jahr ein Zimmer in der Oststadt gemietet. Die zwei Kollegen sowie Stephan Zerfowski von unserer Werbeagentur trafen sich mit mir in der »Alten Bank«. Dabei handelte es sich um ein Lokal, mitten in der Stadt gelegen. Weil wunderschönes Wetter herrschte, setzten wir uns ins Freie, aßen etwas, tranken viel Apfelschorle und arbeiteten uns durch eine lange Liste von Fragen.

Ein wichtiger Punkt war das Con-Buch. Ich war bereits damit beschäftigt, die Texte zusammenzutragen und neue Texte zu schreiben, Fotos zu organisieren und das inhaltliche Konzept zu verfeinern. Ich zeigte den Kollegen am Tisch die bisherigen Arbeiten.

Wir seien damit aber schon ein wenig spät dran, meinte Stephan Zerfowski sehr höflich. In zwei Monaten müsste das Buch komplett fertig sein, wir sollten uns beeilen. Die Grafikerinnen in der Agentur, die das Buch gestalten sollten, würden teilweise in den Sommerurlaub gehen.

Zu diesem Zeitpunkt stand beispielsweise noch nicht einmal fest, wer das Buch Korrektur lesen sollte. Hierfür fanden wir eine Lösung, die aber noch im Einzelfall geprüft werden musste. Was komplett fehlte, waren die Anzeigen, die wir kalkuliert hatten: Das Buch sollte kostenneutral sein. Zumindest sollten die Honorare für die freien Mitarbeiter durch Anzeigen von Partnern und Fremdfirmen ausgeglichen werden.

Ich versprach, eine Liste möglicher Anzeigenkunden zu erstellen. Marc wollte eine Argumentations-Checkliste entwerfen, mit der er dann an potenzielle Kunden herantreten wolle. Wir legten Anzeigenpreise fest, ebenso mögliche Rabattierungen. Gleichzeitig war uns klar, dass wir eigentlich keine Chance mehr hatten, Fremdanzeigen für das Buch zu bekommen.

»Wir müssen es zumindest versuchen«, meinte ich.

Mehr Klarheit hatten wir bei anderen Themen. Welches »Gimmick« sollten wir den Besuchern des WeltCons anbieten? Hierzu hatten wir schon Einigung erzielt: Wir wollten vom ersten Band von PERRY RHODAN NEO eine Sonderpublikation anfertigen, als Extra für jeden WeltCon-Besucher. Die Zeichnerin Marie Sann sollte dafür einige exklusive Illustrationen anfertigen.

Marc notierte auf der »To-Do«-Liste drei wichtige Punkte, die noch zu klären waren: »Zusage Marie Sann, Nachdruckhonorar Frank Borsch, Herstellungsofferte«. Mit der »Herstellungsofferte« meinte Marc, dass wir für eine solche Sonderpublikation natürlich eine Kalkulation erstellen mussten.

Heidrun hatte auf ihrer umfangreichen Liste mit Notizen unter anderem den geplanten Con-Flyer stehen. Der sollte im Juli in den Druck gehen. »Das Layout steht«, meinte sie trocken, »es fehlen die Texte.« Damit trat sie mir auf die Füße; ich schob das Schreiben der Texte seit Tagen vor mir her, weil es ständig Dinge gab, die irgendwie wichtiger waren. Aktuelle Romane oder Konzepte zu PERRY RHODAN NEO …

Ich versprach, sie auf meiner To-Do-Liste nach oben zu ziehen. In das Layout sollten unbedingt die Logos aller Partner eingebaut werden, wir sollten Platz für eventuelle Sponsoren lassen. Es standen zu dieser Zeit schon genügend Eckpunkte des Programms, so dass es keine große Arbeit mehr sein sollte, diese Texte zu erstellen.

Ein Projekt, das vor allem Marc A. Herren liebte und das letztlich an den Finanzen scheiterte, waren die sogenannten Aufstellfiguren in Menschengröße. Marc stellte sich das folgendermaßen vor: »Wichtige Figuren aus der PERRY RHODAN-Serie bilden ein Spalier, das sich vom Eingang bis in die Haupthalle des Rosengartens zieht. Diese Figuren begrüßen also unsere Besucher – und sie bilden ein schönes Motiv für Fan-Fotografen und auch für die Medien.«

Marc und ich würden die Figuren festlegen, Dirk Schulz sollte dann neue Grafiken erstellen – als eine Grundlage »für fehlende Ganzkörperdarstellungen«. Perry Rhodan musste dabei sein, natürlich auch Atlan und Gucky. Eine Figur wie Iwan Iwanowitsch Goratschin fand ich spannend; man könnte diese Figur dann später für die Arbeit an PERRY RHODAN NEO weiter benutzen. Wir legten die nächsten Arbeitsschritte für diese Figuren fest – später erst wurde klar, dass wir davon so gut wie nichts umsetzen konnten.

Ein wichtiges Thema für uns war die Einbindung der Fan-Vereinigungen. Wir hatten uns vorgenommen, jedem Club einen Tisch und zwei Stühle zur Verfügung zu stellen, für diese Möbel aber keine Miete zu verlangen. (Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nicht auf dem Schirm, wieviel wir für die Miete dieser Möbel bezahlen würden …) Marc wollte sich um die Tische und Stühle kümmern, die Agentur die Gestaltung übernehmen. Wir planten eine einheitliche Optik für die Tischtücher; im Protokoll wird das Design als »Sternle, Raumschiff, tralala« bezeichnet. Und wir nahmen uns vor, dass jeder Club und jeder Stammtisch auch eine »Schärpe mit dem Logo« erhalten würde.

Auch die Lizenz- und Werbepartner wollten wir so früh wie möglich optisch einbinden. Sie sollten die Gelegenheit erhalten, eigene Banner innerhalb des Kongresszentrums aufzuhängen. Wir stellten uns vor, dass der »Rosengarten« verschiedene Science-Fiction-Elemente bieten sollte, nicht nur PERRY RHODAN, aber vorrangig Bilder und Darstellungen aus unserer Science-Fiction-Welt.

Viele weitere Details standen auf unseren Zetteln und wurden an diesem Nachmittag besprochen. Wie sollten die Namensschilder aussehen, wer kümmerte sich darum? Wie würden wir die Eingangskontrolle und die Tageskasse organisieren? Wie viele T-Shirts sollte es für die Helfer geben, wie sollten sie aussehen? Wer produzierte die Con-Tasche, und bekamen wir es hin, dafür einen Werbepartner zu finden, um die Kosten zu teilen? Sollten wir eine Aktion mit CityCards machen und dafür sorgen, dass die WeltCon-Werbung überall im Großraum Mannheim auslag?

Wir schafften es an diesem Nachmittag nicht, alles zu besprechen, was wir uns vorgenommen hatten. Jeder hatte am Ende einen Zettel mit zahlreichen Notizen, mit denen er weiterzuarbeiten hatte. Es war noch genug zu tun …

29 September 2020

Der verurteilte Planet

Drei Kugelraumer und ein Planet: Arndt Drechsler hat zum anstehenden PERRY RHODAN-Roman von Michelle Stern ein ansprechendes Titelbild gestaltet. Es ist ruhig, fast schon zu ruhig für die dramatischen Ereignisse, über die die Autorin in diesem Band schreibt.

Ohne zu viel zu verraten: In diesem Roman zeigen die Cairaner, über welche Machtmittel sie verfügen und dass sie – oder zumindest ihre Führung – auch dazu in der Lage sind, sie einzusetzen. Der Roman spielt sowohl innerhalb als auch außerhalb des Sternenrades, damit werden die Geschehnisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln gezeigt. Damit zeigt die Autorin zudem die aktuellen Verhältnisse in der Milchstraße …

28 September 2020

Das Jahr 2021 und der neue Handlungsbogen

Ein Logbuch der Redaktion


Seit Beginn der Corona-Krise im deutschsprachigen Raum gab es keine persönlichen Treffen mehr zwischen den PERRY RHODAN-Exposéautoren und der Redaktion. Am Freitag, 21. August, machten wir die erste Ausnahme: Sowohl Wim Vandemaan, der aus Nordrhein-Westfalen anreiste, als auch ich fuhren in die Vorderpfalz, wo wir uns im Garten von Christian Montillon trafen. Dort unterhielten wir uns unter freiem Himmel, wobei wir die Hygiene- und Abstandsregeln gut einhalten konnten.

Im Prinzip hatten wir drei große Themen: die aktuelle Lage innerhalb unserer Serie, auch ausgelöst durch die vielen Gucky-Reaktionen, der Abschluss des laufenden »Mythos«-Zyklus und der Anfang des kommenden Zyklus, der mit Band 3100 eingeleitet wird.

Selbstverständlich sprachen wir über die zahlreichen Reaktionen, die in den vergangenen Wochen eingetroffen waren. Bei aller Kritik, die wir von manchen Lesern erhalten hatten, machte uns die Reaktion eines klar: Für die PERRY RHODAN-Leser ist unsere Serie doch weit mehr als »nur« Unterhaltungsliteratur. Man identifiziert sich mit den Figuren und der Serie, und darauf können wir ja stolz sein. Trotzdem nahmen wir uns vor, künftig stärker »auf den Bauch zu hören«, wenn besonders riskante Ideen ausprobiert werden sollten.

In vielen Zuschriften hatten sich Leser unter anderem zu den Figuren im Allgemeinen geäußert, nicht nur zu Gucky. Daraus ließ sich ableiten, welche Art von Figuren gewünscht wurden und welche eher nicht gut ankamen. Wir werden selbstverständlich nicht versuchen, alle Leserwünsche eins zu eins umzusetzen – das ginge schief, weil sich die Wünsche doch sehr unterscheiden –, aber wir zogen unsere Rückschlüsse aus den laufenden Diskussionen.

Der »Mythos«-Zyklus ist derzeit in der Schlussphase: Eine Autorin und ein Autor schreiben in diesen Tagen am vierten Dyoversum-Quartett, danach sind es nur noch wenige Romane bis zum Band 3099. Die verschiedenen Handlungsebenen sollen vernünftig abgeschlossen werden, gleichzeitig werden bereits erste Spuren für den nächsten Zyklus gelegt. Die meisten Dinge hatten wir schon lange besprochen, die waren uns klar – diesmal ging es um die Details.

Wir diskutierten beispielsweise darüber, wo welche Figur in Band 3099 sein wird und welches »Schicksal« auf manche der Nebenfiguren wartet. Immerhin wird es zwischen Band 3099 und Band 3100 einen kleinen Zeitsprung geben, und es ist sicher nachvollziehbar, dass nicht alle Figuren am gleichen Platz bleiben werden. Raumfahrer wechseln ihr Raumschiff oder gehen schlicht in Pension, Bewohner von Planeten wechseln vielleicht ihren Wohnort.

Der wichtigste Teil unserer Besprechung betraf den Zyklus ab Band 3100. Den Titel »Chaotarchen«-Zyklus hatten wir schon vor längerer Zeit festgelegt. Es liegen umfangreiche Arbeitspapiere vor, das Exposé von Band 3100 steht ebenfalls schon. Wir wissen also, auf welchen Schauplätzen wir den Zyklus beginnen, und wir wissen ebenfalls sehr genau, was in diesem Zyklus erzählt werden soll.

Aber auch hier muss manchmal »nachjustiert« werden: Welche Figur wird sich auf welchem Schauplatz aufhalten? Wo sind welche Schwerpunkte für die einzelnen Helden der Romane? Und wo schaffen wir Konflikte, die sich über mehrere Bände hinweg erzählen lassen?

Sicher ist: Nach Band 3100 gibt es zwei Handlungsebenen, die miteinander zusammenhängen, die wir aber teilweise voneinander trennen.

Wir sprachen über die Raumschiffe, die im neuen Zyklus eine Rolle spielen werden, und die möglichen Risszeichnungen, mit denen unsere Leser rechnen können. Und wir unterhielten uns darüber, welchen Titel etwa Perry Rhodan nach Band 3100 tragen würde. Als Großadministrator würden wir ihn kaum in die Handlung schicken, aber ein offizielles Amt sollte der Terraner schon bekommen.

Nach mehreren Stunden intensiver Besprechung, an deren Ende tatsächlich einige Regentropfen fielen, waren wir mit den vielen Themen gut durchgekommen. Ich hatte das Gefühl, dass wir ein gutes Ergebnis erzielt hatten, auf dem wir aufbauen konnten. Als ich am späten Nachmittag heimfuhr, hatte ich den Kopf wieder voll mit neuen Ideen. (Und hielt unterwegs zweimal an, um mir Notizen zu machen …)

26 September 2020

Noch mal ein Blick aufs Sternenrad

Heute habe ich mich noch einmal mit dem Sternenrad beschäftigt, dem großen Machtmittel der Cairaner im laufenden »Mythos«-Zyklus. Wenn ich mir das elf Seiten umfassende Datenblatt so anschaue, fällt mir auf, wie viele Ideen und wieviel Detailarbeit sich darin verbirgt; nicht alles davon konnte in den einzelnen Romanen so wiedergegeben werden.

Für mich ist das Weltenrad mit seinem Weißen Loch und seinen Himmelskörpern immer noch eine faszinierende Idee. Im laufenden Zyklus spielen mehrere Romane in diesem kosmischen Gebilde und seiner Umgebung – und dabei werden die meisten Themen nur angerissen.

25 September 2020

Die Welt im Jahr 2090

Ein (an dieser Stelle nachgereichtes) Logbuch der Redaktion

Wie haben wir uns eigentlich die Zukunft des Jahres 2090 vorzustellen? Hat der Klimawandel die Welt schon verändert, droht die endgültige Klimakatastrophe, oder ist es dank technischer Entwicklungen gelungen, viele Probleme in den Griff zu bekommen? Wie sieht es mit politischen und gesellschaftlichen Konflikten aus, wie mit Seuchen und Katastrophen?

Viele Science-Fiction-Autoren haben sich mit der Entwicklung der Erde in den kommenden Jahrzehnten beschäftigt. Frühere Schriftsteller gingen im meist davon aus, dass man im 21. Jahrhundert längst eine Siedlung auf dem Mond oder eine bewohnte Station auf dem Mars haben wird, dass der Raumflug bis zu den Planeten des Sonnensystems zu einer Routineangelegenheit geworden ist.

Bei PERRY RHODAN NEO nehmen die Autorinnen und Autoren eine andere Prämisse als Ausgangspunkt: Im Jahr 2036 landet in dieser Serie nämlich der Astronaut Perry Rhodan auf dem Mond – es ist eine improvisierte Mission –, wo er auf die außerirdischen Arkoniden trifft. Dank ihrer märchenhaft anmutenden Technik gelingt es, die größten Probleme auf der Erde zu beseitigen.

Im Jahr 2090 wiederum ist die Erde das Zentrum eines kleinen Sternenreiches, das sich als Solare Union bezeichnet. Auf Planeten im eigenen Sonnensystem gibt es bereits Siedlungen, auf Welten im Umkreis von wenigen Lichtjahren entstehen die ersten Kolonien. Die Hauptstadt der Erde heißt Terrania City. Noch haben sich nicht alle Nationen zusammengeschlossen, aber immer mehr Länder schließen sich der gemeinsamen Erdregierung an.

In dieser Zeit spielt der Roman mit dem Titel »Die Himalaya-Bombe«, den Rüdiger Schäfer verfasst hat. Der Autor stellt zuerst die Stadt Köln vor und liefert dann einen packenden Blick auf die Welt in dieser Zukunft.

Köln ist im Jahr 2090 eine Stadt, die von moderner Technik beherrscht wird. Flugtaxis gehören zur Routine, es gibt sogar eine kleine Siedlung von Außerirdischen in der Stadt. Trotzdem steht der Dom immer noch an seinem Platz, gibt es die bekannten Stadtteile. In Köln lebt Hannah Stein, die Hauptfigur des Romans.

Der Autor präsentiert sie als eine Wissenschaftlerin, die sich in ihrem »Elfenbeinturm« ganz wohl fühlt. Sie ist eine Expertin für Außerirdische und beschäftigt sich mit den Hinterlassenschaften fremder Kulturen. Eigentlich will sie vor allem ihre Ruhe haben, möchte nicht unnötig gestresst werden.

Doch dann wenden sich die Geheimdienste an sie: Im Himalaya wurde eine uralte Anlage gefunden, deren Geheimnisse niemand entschlüsseln kann. In dieser Anlage tickt eine Bombe, und sie wird in wenigen Tagen detonieren. Hannah Stein ist buchstäblich der einzige Mensch auf der Erde, der die Welt retten kann ...

Das alles lässt sich dann in »Die Himalaya-Bombe« lesen. Den Roman gibt es ab dem 4. September 2020 als gedrucktes Taschenbuch, als E-Book, aber auch als Hörbuch. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Leserinnen und Leser dem Abenteuer folgen würden, in das Hannah Stein gestürzt wird. Man kann die Heldin wider Willen bei ihrem Ausflug begleiten, der sie auf den Mond und in eine uralte Station unter dem Himalaya-Gebirge führen wird …

24 September 2020

Terranische Risszeichnungen auf Japanisch

Wann genau die japanische Version der »Terranischen Raumschiffe« veröffentlicht worden ist, lässt sich leider nicht mehr genau feststellen. Der Originalband »Terranischer Raumschiffe – Risszeichnungen« kam 1991 in den Handel, damals von Dr. Florian F. Marzin zusammengestellt, wenn ich mich richtig erinnere. Die japanische Ausgabe zeigt im Impressum den Datumsvermerk 1999 – so dass dies wohl der Termin des Drucks war.

Ob es dafür eine offizielle Vereinbarung gab, weiß ich ebenfalls nicht. Zumindest ist mir nichts davon bekannt. Es ist also durchaus möglich, dass es sich bei dem Risszeichnungsband um eine Raubkopie handelt, ohne dass ich wüsste, wer sie angefertigt hat. In der Sammlung der Redaktion nimmt dieser Band aufgrund seiner unklaren Herkunft auf jeden Fall eine Sonderrolle ein ...