30 November 2017

NEO-Jubiläum zum zweiten Mal

Ein Logbuch der Redaktion

Seit wir am 30. September 2011 die Serie PERRY RHODAN NEO starteten, wagten Frank Borsch und ich es kaum, auf einen Jubiläumsband wie die Nummer 100 zu hoffen. Schon eine Nummer 50 erschien uns zu dieser Zeit in weiter Zukunft zu liegen. Aber falls wir es so weit schaffen würden – so überlegten wir bereits im Verlauf des Jahres 2012 –, musste es ein besonderer Roman werden.

So kam es auch: Am 16. August 2013 erschien mit »Rhodans Weg« der erste Jubiläumsband der Serie, verfasst von Chefautor Frank Borsch persönlich. Selbstverständlich stand in diesem Roman der Titelheld selbst im Zentrum der Handlung, das war von vorneherein klar – der Titel belegte es zudem.

Das ist über vier Jahre her. Die Entwicklung, die unsere Serie seitdem genommen hat, finde ich immer noch stark. Besonders freute ich mich, dass mir im September 2017 das Belegexemplar von »Mutantendämmerung« auf den Tisch gepackt wurde.

Ich bin auf die Buchreihe sowieso sehr stolz: Die Bücher sehen im Regal toll aus, und sie fassen immer vier NEO-Romane zu einem schicken Hardcover-Band zusammen. Die Platin Edition ist damit eine gelungene Ergänzung für die seit 1978 laufende Serie der Silberbände geworden, wie man häufig die PERRY RHODAN-Bücher bezeichnet.

Es ist ja ein Umstand, den ich nicht oft genug betonen kann: PERRY RHODAN ist eine der bekanntesten Unterhaltungsmarken im deutschsprachigen Raum. Seit 1961 erscheint unsere Serie wöchentlich als Heftroman, hinzu kommen Bücher und Taschenbücher, Hörspiele und Hörbücher, Comics, Computerspiele und E-Books. Das hat sonst so gut wie niemand geschafft, vor allem nicht über einen so langen Zeitraum hinweg.

Am 30. September 2011 versuchten wir letztlich eine Art zweiten Anfang: Während in der klassischen Serie der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 1971 zum Mond fliegt und dort auf die Außerirdischen trifft, beginnt die Reise bei PERRY RHODAN NEO im Jahr 2036. Rhodan startet ebenfalls zum Mond, trifft dort auf die menschenähnlichen Arkoniden und versucht mit ihrer Technik die Menschheit zu einen.

Mithilfe einiger Gefährten gründet er Terrania – eine Stadt in der Wüste Gobi, die zum Symbol der neuen Menschheit wird, zum Zentrum einer geeinten Erde. Perry Rhodan kämpft für Toleranz und Gleichberechtigung, für ihn stehen Menschenrechte und Frieden im Zentrum seiner Taten.

Wir wussten anfangs nicht, wie das Konzept ankommen würde. Wie groß würde die Begeisterung der Leser sein, wie stark eine mögliche Ablehnung? Deshalb planten wir sehr vorsichtig und legten die Grundlage für eine erste Staffel von acht Romanen. Und dann legten wir los, der erste Erfolg beflügelte uns geradezu.

Alle zwei Wochen kam ein PERRY RHODAN NEO-Roman in den Handel: in gedruckter Form als Taschenheft mit jeweils 160 Seiten. Wir brachten gleichzeitig mit den E-Books und den Hörbüchern etwas Neues heraus. Eine Serie, die von Anfang an auf drei Füßen stand, das hatte es zuvor noch nicht gewesen. Es gab viel Kritik und viel Lob, aber die Verkaufszahlen stimmten, und so machten wir eifrig weiter.

Der fünfzigste Band markierte einen Höhepunkt: Während sich auf der Erde die aktuellen Spannungen zwischen »normalen« Menschen und den »Mutanten« mit ihren seltsamen Begabungen zuspitzen, erfährt Perry Rhodan mehr über seine Vergangenheit. Der Raumfahrer erkennt, dass er schon in seiner Jugend im Visier kosmischer Mächte stand. Sein Wunsch, die Menschheit zu den Sternen zu führen, sollte sabotiert werden. Aber wer sind diese Mächte, die damals gegen ihn vorgingen – und wer sind die geheimnisvollen Beschützer, die auf der Erde wirken?

Das alles kann man natürlich im dreizehnten Band der Platin Edition nachlesen. Seit einigen Wochen ist er im Handel. Auch wenn die Bandnummer 13 für manche Menschen ein wenig unglücklich wirkt – ich finde sie positiv …

29 November 2017

Die »SOL« 88 mit herrlich bunter Mischung

Auch die aktuelle Ausgabe 88 der Zeitschrift »SOL«, die von der PERRY RHODAN-FanZentrale herausgegeben wird, erweist sich als gelungene Mischung aus Artikeln, Informationen und Unterhaltung. Ich finde beispielsweise Beiträge wie das Völkerdatenblatt zu den Naats oder »Perryversische Städtereisen« – Rainer Nagel schreibt über Berlin im PERRY RHODAN-Universum – absolut lesenswert.

Es gibt Rückblicke und Rezensionen zu den aktuell veröffentlichten Romanen; sowohl die klassische Serie als auch PERRY RHODAN NEO werden beleuchtet. Aktuelle Publikationen aus der Fan-Szene werden vorgestellt, so etwas halte ich ebenfalls für unverzichtbar. Wo kann man solche Beiträge denn noch in gedruckter Form finden?

Als Schwerpunkt hat sich die Redaktion dieses Mal auf die STELLARIS-Kurzgeschichten verlegt. Olaf Brill, aktuell der Redakteur der Kurzgeschichtenreihe, wird interviewt. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit Maikel Das, der die Titelbilder organisiert, und Roman Schleifer, dem fleißigsten Autor der Reihe. Eine Kurzgeschichte von Roman Schleifer schließt diesen Schwerpunkt ab.

Wie immer fällt es schwer, einen Beitrag aus dem bunten Reigen besonders hervorzuheben. Auf den 64 Magazinseiten, die professionell gestaltet sind, sollte jeder PERRY RHODAN-Leser etwas finden, das ihn interessiert. Klar: Für die Mitglieder der FanZentrale ist das Magazin im Mitgliedsbeitrag enthalten; ich lege es dennoch auch allen anderen ans Herz. Im Shop der FanZentrale kann man das Heft ganz einfach bestellen ...

28 November 2017

Allein zwischen den Sternen

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn ein Meister der Insel sich unter das »gemeine Volk« mischt? Und wie fühlt es sich an, wenn ein Meister der Insel den Befehl gibt, Menschen von der Erde erbarmungslos jagen zu lassen?

Das sind einige der Fragen, denen Kai Hirdt in seinem aktuellen Roman nachgeht. Der Autor taucht teilweise tief in die Sicht eines »Bösewichts« ein.

Der Roman trägt den Titel »Allein zwischen den Sternen« und erscheint in dieser Woche als Band 162 unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Teile des Romans sind aus Sicht der Terraner erzählt, ein anderer Teil zeigt aber die Gedankenwelt sowie die Taten eines der geheimnisvollen Meister. Die Leser lernen auf diese Weise weitere Facetten der Galaxis Andromeda kennen.

Es passiert viel ... Der Autor musste verschiedene Handlungsbestandteile so zusammenfügen, dass ein Spannungsbogen über alle 160 Seiten und 16 Kapitel entsteht. Ich finde, das ist ihm gut geglückt, vor allem angesichts der komplexen Aufgabe, die er zu erfüllen hatte.

27 November 2017

Weiter auf der Straße nach Olymp

Mit der Miniserie PERRY RHODAN-Olymp sind wir hier in Kleinigkeiten weitergekommen – die sieht der Leser normalerweise zwar, nimmt sie aber nicht bewusst wahr. Als Redaktion muss man sich aber darum kümmern. Der erste Roman ist in der Produktion; die Setzerei ist schon an der Arbeit, und wir werden alle Termine einhalten.

Zu den Kleinigkeiten zählten die Seite drei – die muss ja neu gestaltet werden – oder das generelle Layout der Innenseiten. Wir schauten uns noch einmal das Titelbild an und betrachteten das Layout des Lesermagazins.

Natürlich sprachen wir auch über Inhalte, diese waren am heutigen Tag allerdings nicht so wichtig. Manchmal geht's eben doch um die Optik ... (Ach übrigens: Man kann die Serie auch gut bestellen. So vor Weihnachten ginge das sogar als schönes Geschenk.)

26 November 2017

Was kommt denn nach Trivid?

Die Frage kam heute in unserem Diskussionsforum auf: Ist nach PERRY RHODAN-Trivid etwas Vergleichbares geplant? Wir erinnern uns: ein Prolog und sechs Kurzromane, verfasst von Christian Montillon und Oliver Fröhlich, veröffentlicht als E-Book im Herbst 2016, seit einiger Zeit auch als Taschenbuch bei Bastei-Lübbe im Buchhandel erhältlich.

Mir machte das Projekt sehr viel Freude, ich würde so etwas gern wiederholen. Im Herbst 2017 hätten wir dafür keine Kapazität frei gehabt: Mit PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO sind sowohl die Redaktion als auch das Autorenteam gut ausgelastet; derzeit arbeiten wir mit PERRY RHODAN-Olymp ja an einer weiteren Miniserie. Das muss alles »durchgeschleust« und geschafft werden.

Für 2018 kann ich nichts versprechen. Ich würde aber gern weitere »digitale Experimente« versuchen. Vielleicht eine neue E-Book-Miniserie, die »mehr Raumschiffe und weniger Krimi« bietet, also stärker auf das »Kernthema« von PERRY RHODAN setzt? An Ideen mangelt es nicht, es ist meist eine Frage der Zeit.

25 November 2017

Die Zyklushalbzeit steht an

Weil es heute ohnehin den ganzen Tag zu regnen scheint, bietet es sich an, ein wenig in aktuellen Exposés und Datenblättern zu lesen. Ohne allzuviel zu verraten – auch das angehängte »Bild« gibt ja nicht viel bekannt –, kann ich sagen, dass es intensiv um die Zyklushalbzeit geht. Ich habe Datenblätter und Exposés vor mir, und diese behandeln die Bände nach PERRY RHODAN 2950.

Traditionell sind die Halbzeitbände eines Zyklus diejenigen, die dem großen Handlungsbogen einen neuen Verlauf geben. Das wurde in den 60er-Jahren so eingeführt und in all den Jahrzehnten meist beibehalten – auf diese Tradition berufen sich die Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon auch im Jahr 2017.

Band 2950 wird also ein Roman werden, der dem laufenden Zyklus eine andere Richtung gibt. Sagen wir es differenzierter: Der Band bringt einen Schauplatz ins Spiel, mit dem sicher niemand gerechnet hat, vor allem nicht in dieser Form. Und auf diesem Schauplatz treten Akteure auf, die sicher niemand »auf dem Schirm« hatte. Aber mit den weiteren Details dazu werde heute erst einmal ich mich beschäftigen ...

24 November 2017

Als die Utopia-Classics starteten ...

Mit der Taschenbuch-Reihe »Utopia-Classics« setzte der Pabel-Moewig Verlag gegen Ende der 70er-Jahre noch einmal stark auf das Thema Science Fiction. Eine nüchterne Aktennotiz der Vertriebsleitung wies am 16. November 1978 auf das neue Projekt hin; sie wurde über den »großen Hausverteiler« per Durchschlagpapier kopiert und in die jeweils zutreffenden Abteilungen gebracht.

»Die neue TB-Reihe UTOPIA-CLASSICS ercheint erstmalig mit Nr. 1 am 20. Februar 1979 (8. KW)« vermeldete die Aktennotiz. Die Reihe sollte vierwöchentlich erscheinen – das war für den Vertrieb des Verlages die normale Arbeitsweise.

Interessant war, dass die Einzelpreise von vorneherein flexibel angelegt wurden: Mit 3,80 oder 4,80 oder auch 5,80 Mark konnte man so auf unterschiedliche Romanlängen eingehen.

Mit einer typischen Vertriebsbemerkung endete die Aktennotiz: »Die Redaktion wird gebeten, uns rechtzeitig eine Inhaltsbeschreibung für Rundschreiben zuzusenden.« Immerhin wollte man eine großzügige Werbekampagne starten ...

23 November 2017

Gucky als Dauerdiskussionsthema

Wie soll man den Mausbiber Gucky darstellen? Die Beschreibungen in den frühen PERRY RHODAN-Romanen waren eindeutig – und trotzdem schaffte es Johnny Bruck schon in den sechziger Jahren, unterschiedlichste Darstellungen des Ilts auf Titelbildern zu verewigen.

Das setzte sich in den 70er-Jahren in den Comics fort. Und heute gibt es mehrere Titelbildkünstler, die alle unterschiedliche Auffassungen haben.

Ich finde das nicht schlimm. Wir diskutieren in der Redaktion immer wieder unterschiedliche Coverversionen – aber letztlich hat jeder Künstler seinen eigenen Blick, so wie auch jeder Autor und jede Autorin einen eigenen Blick mit sich bringt. Ich finde das sogar spannend, es zeigt doch, wie unterchiedlich jeder etwas sehen und zeigen kann.

Unsere japanischen Partner sind da sehr entspannt. Man sieht es bei der aktuellen Ausgabe unserer japanischen Ausgabe. Das Wesen, das auf dem Titelbild zu sehen ist, dürfte ganz eindeutig Gucky sein.

Ich brauchte einige Zeit, bis ich ihn als Gucky akzeptierte. Ich bin sicher, nicht alle Leser werden da mit mir und meinem Urteil einverstanden sein ...

22 November 2017

Das Geheimnis von Thoo

Zum ersten Mal, seit er für PERRY RHODAN schreibt, hat Wim Vandemaan einen Doppelband verfasst. Mit »Das Geheimnis von Thoo«, der diese Woche erscheint, hat er mir schon viel Freude bereitet. Es ist ein Science-Fiction-Roman, der Charakterzüge eines historischen Romans trägt. Das meine ich ernsthaft, aber natürlich wird das nicht jeder Leser so sehen.

»Wie viele Archäologen sind nicht schon durch die Ruinen einer Stadt spaziert, von der aus einst ein Reich, eine Welt regiert worden ist?« Solche Fragen stehen in diesem Roman, der eine Gruppe ungewöhnlicher Hauptfiguren durch eine ebenso ungewöhnliche Handlung führt.

Und mehr plaudere ich sicherheitshalber hier nicht aus ... (Ach ja: Das Titelbild stammt von Dirk Schulz, und ich finde es super. Das ist geschmäcklerisch, ich weiß.)

21 November 2017

Zehn Jahre Kindle

Manche Jubiläen rasen so schnell an einem vorüber, dass man sie kaum wahrnimmt. Aber weil dieses Jubiläum für PERRY RHODAN sehr wohl wichtig ist, möchte ich daran erinnern: Am 19. November 2007 brachte der Online-Versandhändler Amazon einen speziellen E-Book-Reader in den Handel.

Der Kindle veränderte das E-Book-Geschäft – anders kann man es nicht bezeichnen. Das war am Anfang nicht abzusehen, aber der Kindle ist nach wie vor ein wichtiges Lesegerät für Millionen von Menschen.

Was hat das mit PERRY RHODAN zu tun? Wir hatten bereits in den ganz frühen Nuller-Jahren mit E-Books experimentiert und danach mit Partnern wie Readersplanet, Beam-Books, Heubach Media, Textunes und einigen anderen wichtige Erfahrungen gesammelt. Aber wir schafften es nicht, aus einem eingeschränkten Leserkreis herauszukommen.

Der Kindle und das Amazon-System veränderten den E-Book-Markt. Auf einmal konnten sich alle Interessierten ein preiswertes Lesegerät kaufen und auf diese Weise ganz einfach neue E-Books bestellen. Und damit war beispielsweise PERRY RHODAN als »digitales Produkt« auf einmal überall und leicht zu erhalten.

Der Erfolg unserer E-Books hängt sehr stark mit dem Erfolg des Kindle zusammen. Das finde ich nach wie vor gut – auch wenn viele Leser sicher ihre kritische Haltung zu Amazon behalten haben …

20 November 2017

Die Phantome von Epsal

Darüber habe ich mich heute sehr gefreut: Ich kam nach dem Wochenende in mein Büro und fand die aktuelle Ausgabe von PERRY RHODAN-Extra auf meinem Tisch. Die sechzehnte Ausgabe dieser Reihe ist ein abgeschlossener Roman von Michael Marcus Thurner und trägt den schönen Titel »Die Phantome von Epsal« – ein Roman über eine Welt, die im Perryversum schon so lange bekannt ist, über die man aber so gut wie nichts weiß.

Der Autor hat viel Arbeit in seinen Roman gesteckt, wir wechselten irrsinnig viele Mails, während er daran arbeitete. Viele Elemente in diesem Roman sind komplett neu und bereichern das Universum unserer Serie; gleichzeitig aber baut der Autor die Elemente in sein Werk ein, die schon immer zur Serie gehören.

Hauptperson des Romans ist Perry Rhodan; der Terraner ist auch auf dem Titelbild des Romans abgebildet. Daneben spielt ein junger Kadett eine wichtige Rolle – und dessen Name wird dem einen oder anderen Stammleser gut bekannt sein. Diese Woche wird der Roman offiziell ausgeliefert; ich bin gebührend nervös ...

19 November 2017

Vor zehn Jahren italienisch

Im November 2007 hatte die PERRY RHODAN-Redaktion einen Grund zum Feiern: Der Verlag Gruppo Editoriale Armenia Spa in Milano hatte das erste Honorar für die italienische Lizenzausgabe überweisen. Die »Lemuria«-Taschenbücher sollten auch in Italien erscheinen, vermittelt hatte das Geschäft eine in Deutschland und Frankreich ansässige Literatur-Agentur.

Wir setzten große Hoffnungen in diese Vereinbarung, der Verlag und die Agentur hatten sich in den Vorgesprächen als glaubwürdig und engagiert erwiesen. Tatsächlich veröffentlichte der Verlag nur die ersten zwei Bände des Sechsteilers, danach brach der Kontakt buchstäblich zusammen. Aber im November 2007 war die Stimmung innerhalb der Redaktion deshalb richtig gut ...

18 November 2017

NEO-Konzepte in Wolfenbüttel

Was macht man als Redakteur auf einer Dienstreise? Man nutzt jede freie Minute, um Texte zu lesen – im aktuellen Beispiel geht es um PERRY RHODAN NEO. Im »Marschgepäck« für meine Reise nach Wolfenbüttel hatte ich ein Manuskript für einen aktuellen NEO-Roman sowie zwei Exposés; die werde ich vor allem während der Heimfahrt mit der Bahn lesen.

Viel wichtiger als das ist allerdings das Handlungskonzept für die nächste Staffel unserer Science-Fiction-Serie. Die Exposéautoren haben sich unlängst in Leverkusen getroffen und viele neue Ideen ausgebrütet.

Einen Teil der Ergebnisse werde ich an diesem Wochenende lesen, um sie idealerweise mit einem Kommentar zu versehen und diesen als Feedback an die Exposéautoren zu schicken. Mal schauen, was ihnen nach »Die zweite Insel« und »Mirona« alles eingefallen ist ...

17 November 2017

Ein Redakteur und eine Akademie

Wieder einmal bin ich als Dozent an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Ich arbeite mit Kathrin Lange zusammen, die vor vielen Jahren unter ihrem Pseudonym Cathrin Hartmann einen ATLAN-Heftroman sowie ein PERRY RHODAN-Taschenbuch geschrieben hat; wir sind bei diesen Seminaren mittlerweile ein eingespieltes Team.

Was hat das eigentlich mit PERRY RHODAN zu tun? Es gibt eine indirekte Verbindung: Erstens mal schadet es dem Redakteur nicht, wenn er mal aus seinem Büro rauskommt und sich die Werke von Autorinnen und Autoren anschaut, die er bislang nicht kennt. Zweitens schadet es der PERRY RHODAN-Serie nicht, wenn sie in Zusammenhang mit so einer Literaturwerkstatt genannt wird. Und drittens macht es auch Spaß, sich ein Wochenende lang über Literatur auszutauschen.

Die größte Science-Fiction-Serie der Welt spielt dabei eher ein Randthema – aber immer wieder erzähle ich, wie die Arbeit in einer Redaktion abläuft. Wie funktioniert das eigentlich mit den Exposés, wie finden wir neue Autoren, wie arbeiten wir mit Hörbuchproduzenten zusammen? Es kommen kritische Rückfragen, und all das ist spannend und informativ zugleich.

Übrigens sind aus diesen Werkstätten in Wolfenbüttel schon wertvolle Kooperationen entstanden. Wenn ich mich düster erinnere, hat ein gewisser Michael Marcus Thurner mit seiner Geschichte über einen »Schneck« – männlich ... – mich damals so verblüfft, dass wir später über eine ernsthafte Zusammenarbeit sprachen ...

16 November 2017

Mirona Thetin in einer anderen Version ...

Ein Logbuch der Redaktion

Befragt man PERRY RHODAN-Leser nach den Handlungsabschnitten der Serie, die sie am stärksten geprägt haben, kommt meist ein Zyklus auf den ersten oder maximal den zweiten Platz: Die Geschichte um die Meister der Insel, der »MdI«-Zyklus, wie man die Bände 200 bis 299 üblicherweise nennt, fasziniert nach wie vor.

Ob es daran liegt, dass zum ersten Mal die Serienhandlung in eine andere Galaxis wechselte? Oder daran, dass erstmals ein Zyklus richtig durchgeplant wurde, was eine besondere Spannung erzeugte? Oder waren die Romane, die Mitte der sechziger Jahre veröffentlicht wurden, einfach besonders spannend?

Womöglich trifft alles zugleich zu. Der »MdI«-Zyklus faszinierte die Leser in allen Jahrzehnten der Seriengeschichte. Auch die Autoren wurden von ihm beeinflusst, was sich heute immer wieder zeigt.

Es überrascht also nicht, dass wir bei der Planung unserer Serie PERRY RHODAN NEO ebenfalls diese Epoche der Serie in Augenschein nahmen. Bekanntlich ist NEO – um die Kurzform zu wählen – ein paralleles Universum zum klassischen Perryversum. Wir nehmen in dieser Serie die Klassiker, interpretieren sie mit den Mitteln sowie den Autoren von heute neu und schreiben auf dieser Basis teilweise ganz andere Geschichten.

Gewisse Eckpunkte bleiben. Dazu zählen die genannten Meister der Insel, und dazu zählt die Frau, die schon in der klassischen Serie der 60er-Jahre als »Bösewicht« im Hintergrund wirkte: Mirona Thetin regiert als Faktor I über die gesamte Galaxis Andromeda und hat über Jahrzehntausende ihr Regime verfestigt.

Das tut sie in der klassischen Serie – und das kann in der NEO-Version nicht anders sein. Aber Änderungen gibt es dennoch ...

Als Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm bei ihrer Arbeit an den aktuellen NEO-Exposés daran gingen, die Staffel von Band 161 bis 170 zu planen, war früh klar, dass Mirona Thetin an den Anfang gestellt werden sollte. Vor allem, wenn wir diese zehn Romane als »Mirona«-Staffel in den Handel bringen sollten ...

Deshalb war es auch folgerichtig, dass der erste Roman der Staffel den Titel »Faktor I« tragen und die Geschichte Mirona Thetins erzählen sollte. Die entsprechenden Weichen legten die zwei Exposéautoren in mehreren Datenblättern und Ideenpapieren fest.

Erstmals wurde ein Roman der Serie von zwei Autorinnen verfasst: Michelle Stern und Madeleine Puljic teilten sich die Aufgabe und verfassten eine Geschichte, die buchstäblich Jahrtausende umfasst.

Sie erzählen von einer Frau, die einen schrecklichen Krieg überlebt, die in einer anderen Galaxis eine neue Zukunft für sich suchen muss und die eigentlich ein tragisches Dasein führt ... Und sie erzählen von einer Frau, die eine ganze Sterneninsel unter ihre Gewalt bringt, wobei sie geradezu über Leichen geht.

Die Biografie von Mirona Thetin spielt nicht in der klassischen Serie, sondern im Universum von PERRY RHODAN NEO, alle Abweichungen sind mit Absicht so gewählt worden. Doch sollten vor allem jene Leser, die den klassischen Zyklus aus den 60er-Jahren so mögen, unbedingt in diese neue Version hineinschauen.

Als ich das Manuskript las, war ich von der Tragik der Handlung immer wieder beeindruckt. Man gewinnt einen Eindruck vom Charakter dieser wichtigen Figur, die mehr ist als »nur ein Bösewicht«. Mirona Thetin wird plastisch – das haben die beiden Autorinnen richtig gut hinbekommen. Für den Start in eine neue Staffel fand ich das richtig klasse.

15 November 2017

Wann kommt eigentlich Atlan zurück?

Bei einer Wahl zur beliebtesten Figur im Perryversum würde immer Atlan gewinnen – da bin ich mir sicher. Der Arkonide gilt als charismatisch, wozu vor allem die prägnanten Titelbilder von Johnny Bruck aus den 60er-Jahren und danach beigetragen haben. Ebenso haben viele Romane der klassischen Autoren den Nimbus des Arkoniden gefestigt: ein Held, der dem Wein, dem guten Essen und dem schönen Geschlecht viel Zeit widmet ...

In jüngster Vergangenheit wurden bei den PERRY RHODAN-Gesprächen immer wieder Atlan-Themen diskutiert. Es ging nicht darum, ob er in die Handlung zurück kommt, sondern vor allem um das »Wie« und »Wann«. Eine wichtige Figur wie Atlan darf nicht »einfach so« auftauchen, sondern damit muss eine relevante Geschichte verbunden sein.

Ohne inhaltlich zu spoilern: Derzeit entstehen die Exposés, in denen wir erzählen wollen, was mit dem Arkoniden geschehen ist und was er derzeit so macht. Festgelegt wird darüber hinaus, welche Autorinnen und Autoren sich um Atlan und seine neuen Abenteuer kümmern werden.

Wenn ich die Exposés durchschaue und mit den Exposéautoren diskutiere, komme ich mir vor wie ein »echter« Leser. Die Ideen sind schließlich für mich auch neu und teilweise sehr überraschend. Aber so soll's sein!

14 November 2017

Faktor I und zwei Autorinnen

Ganz klar: Mirona Thetin zählt zu den Figuren der PERRY RHODAN-Geschichte, die seit ihrem ersten Auftauchen die Leser faszinieren. Als Faktor I regiert sie eine ganze Galaxis, sie führt die Meister der Insel und gebietet buchstäblich über Raum und Zeit. Ihr Ende ist tragisch – was sicher ein Grund dafür ist, dass diese Figur über all die Jahrzehnte hinweg nicht an Bedeutung verloren hat.

Als die Exposéautoren von PERRY RHODAN NEO die Andromeda-Handlung planten, war klar, dass dies nicht ohne Mirona Thetin gehen würde. Faktor I musste anders sein als in der klassischen Serie – das »Wie« bedurfte vieler Diskussionen.

Wenn am 17. November 2017 der Roman mit dem Titel »Faktor I« in den Handel kommt, können sich die Leserinnen und Leser selbst davon überzeugen, wie das Neu-Justieren der Figur Mirona Thetin geglückt ist. Zwei Autorinnen übernahmen es, die faszinierende Figur in das Hier und Jetzt zu bringen.

Ich bin sicher, dass kaum jemand herausfinden wird, welche Passagen denn nun von Michelle Stern und welche von Madeleine Puljic stammen. Den Roman empfand ich schon in der Manuskriptform als stark; die beiden Autorinnen verliehen der Figur eine tragische Note, die sie in der klassischen Serie nicht hatte. Mal schauen, ob und wie das heute ankommt.

13 November 2017

Eine »Case Study« zu PERRY RHODAN

Die ersten Anfänge der PERRY RHODAN-Serie im Digitalgeschäft liegen schon bald zwanzig Jahre zurück: Ende der 90er-Jahre fingen wir an. Später arbeiteten wir mit Partnern wie Readersplanet, Beam Books oder Textunes erfolgreich zusammen. Richtig los ging es aber erst ab dem September 2011 – mit Bookwire begann für uns die Ära einer systematischen Zusammenarbeit, die wir seitdem keinen Tag bereut haben.

Seit gut zwei Jahren stellt Bookwire, unser E-Book-Partner, diese Zusammenarbeit auf seiner eigenen Internet-Seite in Form einer »Case Study« auch anderen Verlagen und Kunden vor. Ein Grund, das hier endlich einmal zu vermelden.

Die Redaktion wird mit einer Aussage zitiert, die erst einmal die Komplexität zeigt: »PERRY RHODAN ist kein einfacher Partner: Wir machen nicht einzelne Bücher, sondern umfangreiche Serien. «

Dann aber kommt das Lob, und das gilt immer noch: »Um diese Serien in die E-Book-Shops zu bekommen, brauchen wir einen Partner, der weiß, wie wir ticken, der uns versteht und der uns mit kritischem Rat und hilfreicher Tat jederzeit zur Seite steht. Dieser Partner ist Bookwire – wir arbeiten seit über vier Jahren zusammen und haben es keine Sekunde lang bereut.«

12 November 2017

Das Verlagsarchiv und seine Inhalte

Da die Frage dieser Tage auftauchte, gehe ich an dieser Stelle auf sie ein: Im Verlagsgebäude des Pabel-Moewig Verlages steht unter anderem ein Archiv für unsere Serie zur Verfügung. Das heißt: In großen Räumen auf dem Dachboden sowie in Räumlichkeiten im sogenannten Büchergefängnis – warum das so heißt, ist eine andere Geschichte – bewahren wir unser Archiv auf.

Jeder PERRY RHODAN-Roman aus jeder Auflage und aus vielen fremdsprachigen Ausgaben ist hier vorhanden. Ebenso haben wir Hörspiele, Hörbücher, gedruckte Taschenbücher und Sonderausgaben aufbewahrt.

Teilweise stehen diese Titel in mehrfacher Ausführung zur Verfügung, bei den Nachauflagen ist es meist nur jeweils ein Band. Insgesamt ist das Ausmaß dieses Archivs durchaus beeindruckend, wenngleich es – nachvollziehbar? – einen eher geringen »Glamour-Faktor« aufweist ...

11 November 2017

Francis, Kennon und Tekener ...

Zu den Figuren, die ich vor allem in meiner frühen »Lesephase« sehr schätzte, zählten die USO-Agenten Sinclair Marout Kennon und Ronald Tekener. Ich mochte nicht nur die ATLAN-Heftromane, in denen sie ihre Auftritte hatten, sondern auch die PERRY RHODAN-Taschenbücher, die von H. G. Francis stammten. Deshalb freut's mich besonders, dass dieser Tage das Belegexemplar des Planetenroman-Doppelbandes 87/88 bei mir eintraf.

Wir machen bekanntlich aus einer Auswahl der klassischen Planetenromane die neuen Doppelbände: Gedruckt erscheinen sie bei Zaubermond, als E-Book bei uns. Dazu kommen neue Titelbilder von Arndt Drechsler, die den Klassikern einen modernen Charakter verleihen.

Da macht dann die Lektüre von planetaren Verschwörungen und Geheimmissionen gleich doppelt so viel Spaß ... Im vorliegenden Band geht's auf die Welten Traak und Mirout.