30 September 2012

Eine Prise Schattenlord

Damit ich bis zur Frankfurter Buchmesse kein allzu schlechtes Gewissen habe, muss ich mich heute noch ein wenig um unsere Fantasy-Serie »Schattenlord« kümmern. Uschi Zietsch hat bereits vor einiger Zeit das Exposé zum fünfzehnten und abschließenden Band der Serie geliefert – und ich habe es immer noch nicht gelesen.

Fast noch schlimmer: Während meines August-Urlaubs kam das Manuskript zum elften Band. Dieser dürfte bereits im Druck sein, und ich habe ihn nicht gelesen. Damit ich vollumfänglich Bescheid weiß, muss ich mir diesen alsbald vornehmen. Und was böte sich hierfür eher an als ein Frühherbst-Sonnen-Sonntag auf dem heimischen Balkon?

29 September 2012

Zehn Jahre Eins A

Dass es schon zehn Jahre her ist, seit Eins A Medien seine Arbeit in Köln begann, war mir bis vor einigen Tagen nicht einmal bewusst. Aber als ich die Einladung unserer Hörbuch-Partner bekam, mit ihnen gemeinsam dieses Jubiläum zu feiern, nahm ich sie erfreut an.

Und so gab es am gestrigen Freitag, 28. September 2012, eine gelungene Veranstaltung im Schokoladenmuseum in Köln: mit leckerem Essen, gutem Wein, lauter Musik und vielen Gesprächen zwischen ernsthaft und albern. Ich fand das alles ziemlich klasse und wünsche Eins A Medien für die nächsten Jahre und Jahrzehnte weiterhin viel Erfolg – und uns viele gute PERRY RHODAN-Hörbücher.

28 September 2012

Vandemaan im Zug

Heute bin ich wieder einmal »dienstlich« unterwegs, zumindest zu einem großen Teil – der Weg führte mich nach Köln. Wie es sich gehört, wenn ich mit der Bahn unterwegs bin, lese ich viel: Fachzeitschriften und Manuskripte. Wann sonst habe ich die Zeit und Muße dafür?

In diesem Fall war's unter anderem ein Roman von Wim Vandemaan. Ohne zu viel über den Inhalt verraten zu wollen: Es ging um Sayporaner und Terraner, um ein uraltes Geheimnis und – na klar! – eine dramatische Geschichte. Schöner Roman!

27 September 2012

Coole Briefmarken

Bereits in den frühen 70er-Jahren kamen die ersten PERRY RHODAN-Briefmarken heraus, die als »Briefmarken des Solaren Imperiums« vermarktet wurden und die man bis Ende der 70er-Jahre kaufen konnte. Als Jugendlicher wollte ich sie unbedingt haben, und auch heute noch finde ich die Dinger ziemlich klasse.

Laut Information waren die Marken »farbig, gummiert und perforiert, wie echte Briefmarken«, und sie sahen richtig gut aus. Wer wollte, konnte die Serie mit »4 verschiedenen Motiven zu je 42 Marken auf einem Bogen« kaufen; der Preis betrug 6,50 Mark pro Serie und inklusive der Versandkosten.

Interessant waren die Steigerungen: Die grüne Marke für fünf Soli zeigte Reginald Bull; Gucky war orange und kostete sieben Soli, wähend Atlan mit 19 Soli und blauer Farbe aufwartete. Perry Rhodan selbst war in roter Farbe auf einer 23-Soli-Briefmarke. Wer sich das wohl ausgedacht hat?

26 September 2012

SF-Jahr 2012 mit PERRY

Dieser Tage kam das Belegexemplar von »Das Science Fiction Jahr 2012« bei mir in der Redaktion an. Dabei handelt es sich um das nach wie vor beste Kompendium für die Science-Fiction-Szene im deutschsprachigen Raum.

Im Buch sind Beiträge vom PERRY RHODAN-Autor Wim Vandemaan enthalten, auch ein Nachruf von mir auf Hans Kneifel. Aber natürlich geht es vor allem um die komplette Bandbreite der Science Fiction.

Weitere Informationen stehen auf unserer Homepage.

25 September 2012

Inkarnation auf französisch


Beim PERRY RHODAN-Taschenbuch 190 haben unsere französischen Partner wieder einmal auf eine originelle Titelbild-Gestaltung zurückgegriffen. Mit dem deutschen Original hat das Cover zu »La quatrième incarnation« wenig zu tun; das Taschenbuch entspricht teilweise dem Silberband 98 mit dem Titel »Die Glaswelt«.

Schön ist trotzdem, dass die Kollegen bei Univers Poche mit dem BARDIOC-Zyklus flott voranschreiten. Es handelt sich um den neunten Band der französischen Ausgabe dieses Zyklus – und dabei handelt es sich um einen echten Höhepunkt der PERRY RHODAN-Geschichte.

24 September 2012

Klassiker digital

Selbst habe ich noch kein so richtig gutes Verhältnis zu E-Books: Mein »E-Reader« daheim setzt Staub an, mein Tablet habe ich noch nie richtig benutzt; das waren leider keine optimalen Geschenke für mich, was mir ein wenig peinlich ist. Aber ich finde es gut, dass wir mit PERRY RHODAN immer stärker ins E-Book-Geschäft einsteigen.

Jetzt geht es ja mit den Planetenromanen los. Ich zitiere mich in der Pressemitteilung auch selbst:  »Selbstverständlich bleibt der Charakter des jeweiligen Werkes erhalten.« Gemeint ist, dass wir die alten Romane sehr wohl bearbeiten, sie aber nicht umgestalten oder auch nur umschreiben.

Da gab's bei manchen Fans ja glatt Befürchtungen. (Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Romane, die man nicht behutsam modernisieren kann, schieben wir gnadenlos nach hinten.)

Hin wie her: Jetzt gibt's die Planetenromane auch als E-Books. Die neuen, wohlgemerkt, also die zwanzig Bände, die bisher erschienen sind. Nicht alle anderen 415 ... da muss man einfach schauen, was sich wann und wie verwirklichen lässt. Ich bin selbst erst einmal gespannt, wie das neue Angebot ankommen wird.

23 September 2012

Risszeichnungen in der Werbung

Es war damals echt ein Kracher: der erste Sammelband mit PERRY RHODAN-Risszeichnungen. Schaue ich mir heute diesen Band an, wird mir wieder klar, warum ich als Jung-Leser damals für teures Geld die Risszeichnungen aus den einzelnen Romanen herauskopiert und separat gesammelt habe.

Man warb im Jahr 1975 recht aufwendig für den ersten Band mit PERRY RHODAN-Risszeichnungen: Als »ein einmalig wertvoller Band« wurde er angepriesen. Immerhin wurde etwas angeboten, was es bis dato nicht gegeben hatte: »Auf 128 Seiten über 50, zum Teil doppelseitige Rißzeichnungen mit erklärendem Text von Terranischen und Extraterranischen Raumschiffen, Robotern, Transmittern, Zeitmaschinen.«

Für den »Superband« mit »Leinenrücken, farbiger Einband« verlangte der Verlag damals 16,50 Mark. Mitte der 70er-Jahre war das richtig viel Geld. Angesichts des unhandlichen und für damalige Verhältnisse beeindruckendem Formates war es aber nicht zu viel verlangt.

22 September 2012

NEO-Besprechungsprotokoll

Am gestrigen Freitag, 21. September 2012, war Frank Borsch in Rastatt. Wir trafen uns beim Bahnhof »um die Ecke«, sprich, wir gingen ins nahegelegene italienische Restaurant, und dort besprachen wir bei gutem Essen und Getränken den aktuellen Stand bei PERRY RHODAN NEO sowie mögliche Ausblicke auf die nächste Planung.

Unter anderem ging es um die fünfte Staffel, die mit Band 37 beginnen wird. Sie wird nach bisherigem Stand der Planung dann wieder zwölf Romane umfassen, sprich, bis zur Nummer 48 gehen. Und was sich Frank Borsch dafür alles ausgedacht hat, finde ich schon jetzt faszinierend und spannend zugleich; ich hoffe, den Lesern geht es dann ebenso.

21 September 2012

PERRY RHODAN und »Vice«

Die Zeitschrift »Vice« ist ein internationales Magazin-Projekt; sie erscheint in zahlreichen Ländern. Die deutschsprachige Ausgabe wird in einer Auflage von rund 100.000 Exemplaren verteilt. Das Magazin gilt als »cool«, weil es unter anderem mit Themen beschäftigt, die nicht in jeder anderen Publikation stehen.

Brandaktuell und auch auf der »Vice«-Homepage zu finden: ein ausführliches Interview mit Klaus N. Frick, dem Chefredakteur der PERRY RHODAN-Serie. Unter der Rubrik »Stuff« und dem Titel »Das unendliche Märchen« geht es um die Vorgeschichte der PERRY RHODAN-Serie, politische Vorwürfe und heutige Produktionsbedingungen. Die durchaus kritischen Fragen stellte Dominik Schönleben.

20 September 2012

Perry und die Königinnen

Brandaktuell aus der Druckerei: Gerade bekam ich »Der Club der Königinnen« auf den Tisch. Der Roman stammt von H.G. Francis, kam ursprünglich 1991 als Taschenbuch auf den den Markt und wird von uns jetzt als Taschenheft erneut in den Handel gebracht. Es ist die Nummer der »neuen« Planetenromane, und das finde ich klasse.

Schön ist sowieso das Titelbild: Es zeigt mal Perry Rhodan höchstpersönlich. Er sieht ein wenig griesgrämig aus; angesichts der Probleme, denen er und seine Mannschaft in diesem Roman ausgesetzt sind, dürfte das nicht verwundern.

19 September 2012

Lizenz-Informationen

Die Frankfurter Buchmesse rückt mit irrsinniger Geschwindigkeit näher; wir sind eifrig dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen. Heute beschäftige ich mich unter anderem mit den sogenannten Lizenz-Informationen.

Auf Messen geht es ja immer auch um Inhalte und Lizenzen: Wir möchten selbstverständlich gern, dass PERRY RHODAN im Ausland gelesen wird. Um einen entsprechenden Verkauf vorzubereiten, müssen  Lizenz-Informationen erstellt und übersetzt werden.

In anderen Verlagen macht das eine Lizenz-Abteilung. Die gibt es bei uns leider nicht, also müssen wir uns selbst kümmern. Ich stelle dabei immer wieder fest, wie kniffelig es ist, die PERRY RHODAN-Inhalte so zu komprimieren, dass sie für die »Außenwelt« nachvollziehbar sind ...

18 September 2012

Terraner-Leseprobe

Zum Silberband 119 haben wir wieder einmal eine Leseprobe hergestellt: Sie erschien als Beilage zu entsprechenden Romanheften, man kann sie im Internet als kostenloses E-Book erhalten, und wir haben sie drucken lassen. In einer hohen Stückzahl wird die Leseprobe über Zeitschriften und Läden verteilt – natürlich hoffe ich, dass sich dafür genügend Menschen interessieren werden.

Enthalten sind Ausschnitte aus dem Silberband »Der Terraner«, also kein kompletter Anfang, sondern quasi »angerissene« Kapitel. Sie sollen einen Einblick in einen der kosmischen PERRY RHODAN-Romane geben, einen der Bände, die den Serienkosmos bestimmt haben und auch heute noch bestimmen. Das kleine Heft, das seit einigen Tagen vorliegt, gefällt mir immer noch sehr gut.

17 September 2012

Nippon-Connection

In der vergangenen Woche mailte ich fleißig mit den Kollegen der japanischen Agentur, die den Kontakt zwischen PERRY RHODAN und unseren japanischen Partnern herstellen. Das läuft ganz gut, im weitesten Sinne ist es sogar Routine.

Heute wurden die nächsten fünfzig Heftromane auf den FTP-Server geladen; diese werden in den nächsten Monaten in japanischer Sprache erscheinen. Damit erreichen unsere Partner bald den Band 1000. Ich bin mal gespannt, wie »Der Terraner« auf japanisch aussehen wird.

Im Dialog bin ich derzeit auch, was mögliche zusätzliche Japan-Lizenzen angeht. Grundsätzliches Interesse herrscht vor, aber das heißt im Lizenzgeschäft leider nicht viel: Interessiert sind ja immer alle ...

16 September 2012

Escalian und Terra

Ganz unterschiedliche Handlungsebenen bestimmen die Wochenend-Lektüre: In dem einen Roman spielt die Handlung auf und um Terra, in dem anderen Roman geht es um Alaska Saedelaere und seine Abenteuer. Und beide Romane sind auf ihre Art richtig stark.

Ich las nicht parallel, sondern natürlich einen Roman nach dem anderen. Allerdings auch nicht in der Reihenfolge des Erscheinens – für die Leser wird dann die Lektüre anders erfolgen als bei mir. Die Position eines PERRY RHODAN-Redakteurs hat insofern ihre Vor- und ihre Nachteile ...

15 September 2012

Keine Heyne-Staffel

In den vergangenen Wochen kam immer wieder die Frage auf: Gibt es 2012 keine Taschenbuch-Staffel bei Heyne? Oder anders gefragt: Warum wird derzeit keine neue PERRY RHODAN-Staffel bei Heyne angekündigt? Nach all den Jahren, in denen wir beispielsweise Zyklen wie »Andromeda« oder »Lemuria« oder zuletzt den »Jupiter«-Klopper gemacht haben, ist das tatsächlich verwunderlich.

Die Antwort ist einfach: Es gibt 2012 keine solche Staffel. Und der Grund ist ebenso einfach: Wir schaffen es nicht. Die Redaktion sowie das Autorenteam sind durch PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO sehr gut »ausgelastet«; weitere Reihen wie ATLAN oder die PERRY RHODAN-Planetenromane müssen ja »nebenbei« bewältigt werden.

Das ist bedauerlich, aber derzeit nicht zu ändern. Auf der Frankfurter Buchmesse setze ich mich mit den Kollegen beim Heyne-Verlag zusammen; dann schauen wir mal, wie es gemeinsam weitergeht. Am beidseitigen Willen fehlt es ja nicht.

14 September 2012

Phantastische Kurzgeschichten in Wolfenbüttel – Teil 2

Ein Logbuch der Redaktion

Nachdem ich bereits gestern über das vergangene Kurzgeschichten-Seminar an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel geschrieben habe, kommen wir heute zum zweiten Teil:

Diese neuerliche Aufgabe, die wir den Teilnehmern am Samstag, 1. September 2012, stellten, war nicht einfach – vor allem deshalb, weil wir sie wieder unter einen starken Zeitdruck setzten: Sie mussten innerhalb einer festgesetzten Zeit sowohl den Anfang als auch eine wichtige Szene aus einer neuen Story schreiben. Dabei mussten sie sich selbstverständlich zuerst ein Konzept ausdenken, bevor sie loslegen konnten. Damit das ganze richtig kompliziert wurde, gaben wir ihnen drei Begriffe vor: Mond, Ferkel und Experiment – und die Geschichte sollte einen phantastischen Charakter aufweisen.

Das Erstaunliche war: Alle kamen mit der Aufgabe zurecht. Zwar wurden einige Fragen gestellt, und es kam auch nicht jeder zu einem befriedigenden Ergebnis, aber die Texte, die in der kurzen Zeit und unter den knappen Vorgaben entstanden, konnten sich sehen lassen.

Mit einer kleinen Aufgabe ließen wir die Teilnehmer in die Mittagspause. Sie wirkte auf den ersten Blick sehr einfach, sie war es aber nicht: Wir beauftragten alle damit, Dialoge in der Fußgängerzone oder auf der Kinder-und-Ritter-Veranstaltung aufzuschnappen. Das Ziel war, durch diese Beobachtung auch herauszufinden, wie sehr sich gesprochene und geschriebene Dialoge unterscheiden.

Zwar klingt ein »echter« Dialog immer lebendig – logisch! –, aber wenn man ihn eins zu eins in einer Geschichte verarbeiten wollte, käme etwas langweiliges und skurriles heraus. Das stellten wir fest, als wir hinterher die jeweiligen Ergebnisse vorlasen und kurz besprachen: Nicht jeder Dialog ließe sich für eine Geschichte verwenden, manchmal findet ein Autor aber »auf der Straße« neue Einsichten.

Der Samstagnachmittag verging mit Textbearbeitung und Textkritik, mit theoretischen Einlagen und vielen grundsätzlichen Anmerkungen. Thematisch schweiften wir gelegentlich ab, die Texte standen aber stets im Vordergrund.

Die letzte Aufgabe, die wir am Samstag stellten, bezog sich auf Beschreibungen. Ich erläuterte eingangs, wie wichtig das »Dekor« für eine Geschichte sei: Eine Geschichte spiele schließlich nicht in einem luftleeren Raum, sondern in einer Landschaft, in einem Gebäude oder meinetwegen in einem Raumschiff. Um eine gute Geschichte zu verfassen, benötige man normalerweise neben gelungenen Dialogen auch einen schönen Hintergrund.

Die Autorinnen und Autoren sollten eine stimmungsvolle Szene schreiben, die auf einer fremden Welt spielt – gerne in einem Fantasy-Kosmos. Es sollte ein »klar erkennbares phantastisches Element« enthalten sein, und ich wollte, dass eine Person in dieser Szene auftritt. Idealerweise sollte dies die Hauptperson der potenziellen Geschichte sein. Da es sich aber nur um eine sogenannte Fingerübung handelte, war das nicht weiter wichtig.

Am Sonntagmorgen – nachdem es in der Nacht wieder für einige Teilnehmer und Dozenten sehr spät geworden war – besprachen wir die Texte, die als Ergebnis der Aufgabe entstanden waren. Einige Teilnehmer hatten tolle Arbeiten geschafft: Flugrochen schwebten über klirrendes Glas, eine Rohrblattflöte wurde gespielt, roter Nebel wallte über einen Planeten, Schiffe standen auf einem Raumhafen – die Vielfalt an Ideen und Bildern war sehr gelungen.

Nach einem anstrengenden Seminar kam am Sonntagmittag gegen zwölf Uhr die Abschiedsrunde. Die Dozenten wurden mit Lob und Kritik überschüttet, es gab eine Ladung grundsätzlicher Anmerkungen, und dann begaben sich alle auf den Heimweg. Bis zum nächsten Mal in Wolfenbüttel!

13 September 2012

Phantastische Kurzgeschichten in Wolfenbüttel – Teil 1

Ein Logbuch der Redaktion

Das Schloss in der kleinen Stadt Wolfenbüttel sieht bei schönem Wetter noch besser aus als sonst. Davon konnte ich mich am Wochenende vom 31. August bis 2. September 2012 überzeugen. Ich war zusammen mit Uwe Anton als Dozent dort – in der Bundesakademie für kulturelle Bildung finden bekanntlich seit den 90er-Jahren Seminare für angehende Science-Fiction- und Fantasy-Schriftsteller statt.

Wir tagten im Schloss der Stadt, in dem zu diesem Zeitpunkt eine Art Ritter-Show für Kinder veranstaltet wurde. Zelte waren aufgebaut worden, Kinder stromerten durch das Gelände, es herrschte bei strahlendem Sonnenschein richtig gute Stimmung. Uwe Anton und ich saßen mit einem Dutzend Autorinnen und Autoren im sogenannten Chorsaal, wo wir über Kurzgeschichten diskutierten, und versuchten, ihnen die richtigen Tipps zu geben.

Ein Zitat aus der Ausschreibung belegt, in welch vielfältige Richtungen wir gehen wollten: »Phantastische Welten ... auf denen noch nie zuvor ein Mensch gewesen ist. Orks fordern Verständnis für ihre Lebensweise, Zombies ziehen durch die Straßen, Vampire verlieben sich in Sterbliche, Raumschiffe besuchen ferne Planeten. Das Spektrum der phantastischen Literatur ist breiter denn je. Deshalb ist das Spektrum des Seminars sehr breit: Es geht um kurze Geschichten in den Genres Fantasy, Horror und Sciencefiction.«

Im Voraus hatten die Teilnehmer dieses Seminars eine phantastische Geschichte  eingereicht. Diese Geschichten wurden kopiert und zu einem Reader aufgebunden, den jeder vor dem Seminar erhielt – und am Freitagabend begannen wir gleich damit, die erste Geschichte zu besprechen. Wir schauten uns an, welches Thema die Autorin bearbeitet hatte, wo die Stärken und Schwächen des Textes lagen und was man besser machen könnte.

Am selben Abend stellten wir den Teilnehmern eine erste Schreibaufgabe. »Stellt euch vor, eine schreckliche Seuche hätte Deutschland komplett entvölkert. Nur wenige Menschen haben überlebt, höchstens ein Promille der Bevölkerung. Beginnt eine Geschichte, die mit diesem Status arbeitet, und schreibt die ersten fünf Sätze. Es kann Science Fiction, Fantasy oder auch Horror sein.«

Warum stellten wir eine solche Aufgabe? Wir hatten nach der Lektüre der Geschichten den Eindruck erhalten, dass die meisten Autoren mit dem Anfang eines Textes ihre Probleme hatten. Daran wollten wir sofort arbeiten, vor allem, nachdem wir in einer Einleitung dargestellt hatten, wie man einen solchen Anfang möglichst gut verfassen konnte.

Unter einem ziemlich schlimmen Zeitdruck – rund eine halbe Stunde – mussten die Teilnehmer den Text schreiben; die Ergebnisse wurden hinterher sofort vorgelesen und in der Runde diskutiert. Es gab für manchen ein »Aha!«-Erlebnis, auch für mich: Die meisten Texte waren besser als das, was die Autorinnen und Autoren im voraus eingereicht hatten.

So endete der Freitagabend, 31. August, mit konzentrierter Textarbeit. Wer wollte, konnte hinterher in halb-privatem Rahmen weitermachen: Bei Bier und Wein und anderen Getränken zogen sich die Dozenten sowie der Großteil der Seminarteilnehmer in eine bequeme Sitzecke zurück. Dort wurde bis spät in die Nacht über alle möglichen Themen diskutiert.

Kein Wunder, dass am Samstagmorgen, 1. September, einige recht müde wirkten. Wir besprachen weitere Texte aus dem Reader, gingen dort wieder verstärkt auf die Anfänge ein. Es stellte sich heraus, dass viele der Teilnehmer durchaus ihre Schwierigkeiten damit hatten, im begrenzten Raum einer Kurzgeschichte ihre Figuren darzustellen. Also entschlossen wir uns, mit einer weiteren Übung zu starten.

Aber das ist dann ein Thema für das morgige Logbuch der Redaktion ...

12 September 2012

Der Terraner ist da

Druckfrisch landete vorgestern der Silberband 119 auf meinem Schreibtisch: »Der Terraner« bildet bekanntlich den Einstieg der PERRY RHODAN-Serie in ein neues Zeitalter, das der Kosmischen Hanse und der Neuen Galaktischen Zeitrechnung. Ich finde es klasse, dass dieses Zeitalter jetzt auch bei den Büchern angekommen ist ...

Zu dem Buch muss ich mir noch einen Pressetext einfallen lassen, den wir an den einen oder anderen Journalisten verschicken möchten. Idealerweise sollte der Text diese Woche an die Journalisten rausgehen; schauen wir mal, wann und wie das klappt.

11 September 2012

Topsid im Blick

Wenn diese Woche der Roman »Planet der Echsen« von Bernd Perplies in unserer Serie PERRY RHODAN NEO erscheint, wird ein klassischer Schauplatz des Perryversums völlig neu beleuchtet. Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage, dass es sich dabei um Topsid handelt, die Heimatwelt der echsenartigen Topsider.

In der »klassischen« Serie tauchen die Topsider früh in der Handlung auf, bleiben aber vergleichsweise unklar: Man erfährt, dass es Echsen sind, die man zu bekämpfen hat – und das wird in den ersten fünfzig Romanen der PERRY RHODAN-Serie reichlich getan. Erst gut 1500 Bände später wurde erstmals in die Kultur der Topsider hinein geblendet.

Das macht NEO diesmal anders: Bernd Perplies liefert nach einem Exposé von Frank Borsch einen schönen Einblick in eine fremdartige Kultur. Ich habe seinen Roman sehr gern gelesen, und jetzt bin ich gespannt darauf, wie er bei den Lesern ankommen wird.