21 Juli 2013

AN 242

Immer wieder gibt es »neue« Fan-Kritiker, die über die PERRY RHODAN-Serie berichten – von einer arroganten Warte aus, die einen sprachlos und kopfschüttelnd die Artikel lesen lässt. Aktuelles Beispiel: Alex van Dijk, der garantiert nicht so heißt und jetzt seinen Einstand in der Ausgabe 242 der »Andromeda Nachrichten« gibt. Das ist im übrigen das Club-Fanzine des Science-Fiction-Clubs Deutschland e.V.

Wie wichtig sich der Kritiker nimmt, sieht man an diesem Satz: »Beim nächsten Con brauche ich Personenschutz.« Niemand wird sein Geschreibsel so wichtig nehmen, dass man sich länger daran erinnert, und selbstverständlich wird ihm niemand ein körperliches Leid zufügen wollen. Sich gleich in eine Märtyter-Rolle zu begeben, ist angesichts der Harmlosigkeit des Ganzen absolut peinlich.

So peinlich wie die Texte. Wer sich buchstäblich seitenlang darüber aufregt, dass in PERRY RHODAN NEO allerlei Mutanten eine Rolle spielen, ist ebenso zu bewerten, wie jene Menschen, die keine Romane lesen, weil das ja »sowieso alles nur erfundenes Zeugs« sei.

Vielleicht sollte man dem Herrn Kritiker mal erklären, dass alle Romane voller Dinge stecken, die es in der Wirklichkeit nicht gibt. Vielleicht erklärt ihm auch mal jemand, dass es womöglich auch keinen Hyperraum gibt. Vielleicht versteht er dann, dass Mutanten ebenfalls erfunden worden sind – sowohl Autoren wie auch Leser wissen das.

Aber wahrscheinlich werte ich ihn nur auf, in dem ich über ihn schreibe. Damit wäre ich genauso peinlich wie seine Texte. Sucht's euch aus ...

Kommentare:

Martina Schein hat gesagt…

Wirklich - das ist alles nur erfunden?
Jetzt hast Du mir aber auch die letzte Illusion geraubt. *lach*

Tomalo hat gesagt…

Wie kannst du sagen, dass es keinen Hyperraum gibt? Tssss...

Ich verstehe deinen Ärger. Ich mag es auch nicht, wenn über mein Liebling (PR oder auch anderes) schlecht gesprochen wird. Besonders von Leuten, die sichtlich keine Ahnung haben.

Ab und an platzt mir auch der Kragen, aber dann erinner ich mich an einen Spruch aus dem anglo-amerikanischem Raum, der sehr gut in die neue Social Media Welt passt:

Don't feed the trolls!

In diesem Sinne, reg dich nicht zu sehr auf und gib den "Trollen" kein Futter, um noch mehr Müll zu schreiben.

Eckh. D. Marwitz hat gesagt…

Scheint ja so zu sein, dass sich da jemand auf primitivere art über PR ausgelassen hat. Sobald ich dazu komme, werde ich es mal lesen. Aber wenn es tatsächlich genau die komponenten sind, die SF ausmachen, über die sich ausgerechnet in AN beklagt wird, ist es doch sehr seltsam, - gerade in einer gazette, die noch nie mit zuviel perry-feindlichkeit aufgefallen ist.

Anonym hat gesagt…

Also mit dem erfundenen Hyperaum wäre ichi vorsichtig, da ich neulich einiges an Science Meldungen gelesen habe, in denen mit Bezugssystemen außerhalb der Raumzeit gearbeitet wird. Nicht in SF Romanen, sondern im Internet, und muss daher stimmen. ;)
mutanten, na ja, ich hatte bei NEO eher auf weniger also mehr gehofft, aber das trifft auch andere Komponenten des Neustarts.
Und dass sich manche halt urwichtig nehmen, als Hüter der einen Leere (sic) ist halt ein Standardtopos im Fandom.
Ich werd ßeine Zeilen jetzt nicht suchen, und hoffe, dass sie dir nicht die Arbeitswoche verderben.
Gruß
2008

Andreas Cammin hat gesagt…

wenn alles erfunden ist, hab ich dann die Vereinigte Kirche von ES ganz umsonst gegründet? Ich dachte, es gibt endlich mal eine Religion, die sich nicht auf erfundene Geschichten stützt...

My. hat gesagt…

Der guten Ordnung halber möchte ich als Chefredakteur und Herausgeber der ANDROMEDA NACHRICHTEN festhalten, dass es zwischen KNF, PR und PMV einerseits und dem SFCD, den AN und meinen Redakteuren andererseits keine "PR-Feindlichkeit" gibt. Ganz im Gegenteil. Kritik an PR ist grundsätzlich zulässig, ebenso, wie Kritik an der Kritik es ebenso ist. Es gilt gleiches Recht für alle und: "Die Meinung der einzelnen Beiträge in den ANDROMEDA NACHRICHTEN spiegelt nicht zwingend die Meinung der Redaktion wider."

My.

Enpunkt hat gesagt…

Komplett richtig: Ich möchte dem Rezensenten nicht absprechen, dass er seine Kritik veröffentlicht – mich hat eher erheitert, wie gespalten er dabei wirkt. Einerseits sich im voraus ein wenig zum Märtyrer stilisieren, andererseits mit großen Geschützen aufwarten.

Früher aufm Schulhof war es einfacher: Wer da lauthals herumposaunte, wie toll und wie mutig er sei, konnte das recht zeitnah auch den anderen beweisen ...