29 Januar 2018

Notruf aus der Leere

Es ist ein klassischer Planetenroman, der diese Woche bei PERRY RHODAN erscheinen wird. Susan Schwartz schrieb »Notruf aus der Leere«. Dabei setzt sie einige interessante Figuren sowie eine Welt mit faszinierenden Außerirdischen in Szene. Der »Oberste Wisperer« dieser unbekannten Aliens sucht nämlich Kontakte der unterschiedlichsten Art ...

Mir persönlich hat am besten gefallen, wie die Autorin das Leben an Bord eines großen Raumschiffes darstellt. Wie verhält sich so ein »Bordgehirn«, um den klassischen Begriff zu benutzen? Wie wird eine Erholungslandschaft genutzt? Wie verlaufen die Kommunikationswege bei einem langen Flug zwischen den Galaxien?

Solche Geschichten waren für mich schon immer das »Salz in der Suppe« in der weiten Welt des PERRY RHODAN-Universums. Eine Autorin wie Susan Schwartz versteht sich sehr gut darauf, diese Würze beizufügen. Ich hoffe natürlich, dass die Leser meinen Eindruck teilen ...

24 Januar 2018

Einige Sätze zu PERRY RHODAN-Kompakt

Von 2013 bis 2016 veröffentlichte die PERRY RHODAN-Redaktion insgesamt sieben Ausgaben der Reihe PERRY RHODAN-Kompakt; seither ist kein neues dieser Sammel-E-Books mehr erschienen. Ich wurde im Galaktischen Forum auf unserer Internet-Seite nach den Gründen gefragt – und vor allem danach, wann und wo es damit bald weitergehen könnte.

Um es klar zu sagen: Wollen wir ein solches E-Book, das meist aus mehreren einzelnen E-Books, vielen Fotos und ergänzenden Texten besteht, sauber und sorgfältig herstellen, benötigen wir dafür einfach Zeit. Irgendjemand muss sich schließlich darum kümmern. Und zuletzt hat das einfach nicht so geklappt.

Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr 2018 endlich das schon lange geplante PERRY RHODAN-Kompakt zu K. H. Scheer veröffentlichen können. Ähnliches gilt für weitere E-Books dieser Reihe, zu denen wir bereits viele Ideen gesammelt haben.

Versprechen mag ich allerdings noch nicht zu viel – die regelmäßige Veröffentlichung aktueller Romane in unseren laufenden Serien oder einer Miniserie wie PERRY RHODAN-Olymp geht schließlich immer vor.

21 Januar 2018

Im Kepler-Komplex unterwegs

Heute beschäftigte ich mich mit aktuellen Exposés zur laufenden PERRY RHODAN-Handlung. Ich verrate an dieser Stelle natürlich nichts zum Inhalt – das würde dem Sinn dieses Blogs massiv entgegenwirken –, möchte aber trotzdem ein wenig darüber erzählen. Die drei Exposés, die ich in einer Vorabversion gelesen habe, also ohne alle Technik-Details und exakten Daten, beschäftigen sich mit Schauplätzen im Solsystem.

Was bei Romanen, die im Heimatsystem der Menschheit spielen, ja immer spannend ist: Viele Schauplätze sind den Lesern bekannt, haben sich aber in all den Jahren der PERRY RHODAN-Geschichte mehrfach verändert. Andere Schauplätze wiederum sind völlig neu und für die Leser damit »frisch«. Die Mischung aus beiden mag ich.

Das zeichnet beispielsweise die drei Exposés aus, die wohl eine kleine Trilogie innerhalb der Serie bilden werden. Sie spielen teilweise auf der Erde, teilweise aber auch auf anderen Himmelskörpern im Solsystem.

Unter anderem spielt der sogenannte Kepler-Komplex eine Rolle. Was das genau ist? Ich fürchte, da müssen die Leser auf eine genauere Antwort noch einige Monate warten ...

20 Januar 2018

Das rote Imperium im Plan

Aus der Serie »zehn Jahre in der Vergangenheit«: Eines der Themen, die uns im Januar 2008 beschäftigen, war die weitere Zusammenarbeit mit dem Heyne-Verlag. Ich hatte bereits im Herbst erste Gespräche geführt; es gab ein Konzept von Wim Vandemaan, das die Kollegen bei Heyne auch gut fanden.

Im Januar 2008 fiel die Entscheidung: »Wir machen diesmal aber nur eine Trilogie«, hieß es von Heyne. Das Thema sollte »Das rote Imperium« sein, als Autoren hatte ich Christian Montillon, Wim Vandemaan und Michael Marcus Thurner geplant.

Nachdem die Entscheidung gefallen war, mussten wir »nur noch« die Inhalte erstellen und dafür sorgen, dass es schöne Titelbilder gab. Die Kollegen bei Heyne wollten einen »leicht anderen Weg« einschlagen – wir waren optimistisch, dass Oliver Scholl starke Motive liefern würde. Im Januar 2008 begannen wir auf jeden Fall mit der Intensivarbeit daran ...

19 Januar 2018

Das erste PERRY RHODAN-Extra

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der »Sternenozean«-Zyklus war sicher einer der gemeinsamen Arbeiten von Robert Feldhoff und mir, in die wir besonders viel »Hirnschmalz« investierten. Wir hatten uns vorher sehr genau überlegt, was wir gegenüber früheren Zyklen ändern wollten – es sollte eine andere Art von Geschichte erzählt werden als sonst.

Verwundert stellten wir in den Wochen danach fest, wie sehr vor allem der erste Roman die Leserschaft spaltete. Es gab positive Reaktionen und eine teilweise gnadenlose Ablehnung.

Trotzdem verkaufte sich »Der Sternenbastard« hervorragend; wir waren völlig begeistert, als wir die Zahlen sahen. Und noch Monate danach, als der Roman längst am Kiosk vergriffen war, fragten Menschen danach, ob sie ihn noch kaufen könnten. (E-Books waren im Jahr 2004 ein exotisches digitales Produkt …)

Das Problem war nun: Wir könnten den Roman niemandem mehr verkaufen, am Kiosk war er nicht mehr erhältlich. Was also tun? Eine gewisse Zeit lang konnten wir über Transgalaxis noch Hefte ausliefern, dann waren sogar unsere »Lager« erschöpft.

Im Frühjahr 2004 diskutierten wir zum ersten Mal die Möglichkeiten, die Zweitauflage eines solchen Romans zu veröffentlichen. Wie wäre es, so meine vorsichtigen Überlegung, wenn man den Roman »einfach so« noch mal in den Handel brächte?

Unsere Verlagsleiterin fand die Idee grundsätzlich gut, hatte aber weitergehende Vorschläge. »Wenn wir den Roman einfach so veröffentlichen, wollen die Leser vielleicht eine Fortsetzung«, argumentierte sie. Die aber könnten wir nicht liefern, das ginge beim besten Wille nicht. Wie aber wäre es, so ihre Überlegung, wenn wir ein »Extraheft« machen würden?

In weiteren Gesprächen wurde diese Idee weiter vorangetrieben. Es war bald klar, dass wir ein »PERRY RHODAN-Extra« publizieren würden, ein einmaliges Sonderheft eben. Trotzdem würde sie als eine »Nummer eins« erscheinen, obwohl ich mich anfangs dagegen wehrte. »Wir müssen da eine Nummerierung draufmachen«, so die Aussage unserer Verlagsleiterin, »sonst ist das für den Vertrieb nicht verständlich.«

Auf meine Frage, ob man da nicht ebenfalls eine Fortsetzung erwarten würde, grinste sie nur. Rein inhaltlich sollten wir schauen, dass »das alles gut funktioniert«. Und wenn sich das Heft gut verkaufe, könnten wir ja eine Fortsetzung in den Handel bringen.

Damit spielte sie den Ball geschickt zurück. Bei Robert Feldhoff stieß sie auf eine positive Resonanz. Er entwickelte eine komplett neue Handlung, die den bisherigen Roman neu in der Serie verortete.

Damit bettete unser Chefautor den »Sternenbastard« und seine Abenteuer in den kosmischen Rahmen des PERRY RHODAN-Universums ein. Der daraus entstandene Roman trug den Titel »Die Menschenforscher«.

Robert Feldhoff äußerte sich in einem Vorwort entsprechend dazu: »Gewissermaßen ganz nebenbei eröffnet der vorliegende Roman auch einen Ausblick auf das, was in den nächsten Monaten und Jahren bei PERRY RHODAN geschehen wird. Die Friedensfahrer sind für die nächsten zweihundert Romane eines der großen Themen, das Autoren und Leser beschäftigen wird, und auch die Negasphäre, die in der Galaxis Hangay entstehen wird, hat ihre Auswirkungen auf die Erde des so genannten Perryversums.«

Bewusst entschieden wir uns dazu, zwei komplette Themenkreise entfallen zu lassen. Weder die SOL und ihre Odyssee noch Alaska Saedelaere und sein Schicksal sollten eine Rolle in diesem PERRY RHODAN-Extra spielen. »In der Serienhandlung werden sie ab dem Jubiläumsband 2300 jeweils eine zentrale Rolle einnehmen«, argumentierte Robert Feldhoff.

Weil wir zu dieser Zeit immer wieder mit Comics experimentierten, präsentierten wir in diesem PERRY RHODAN-Extra ein »Special«: Es gab einen ganz neuen PERRY RHODAN-Comic zu sehen, der mit acht Seiten eine kurze Geschichte erzählte und der mit sehr gut gefiel. Zeichnerisch fand ich ihn toll – Dirk Schulz lieferte eine flotte Story mit modernen Zeichnungen –, und inhaltlich wusste die Geschichte von Bernd Kronsbein ebenfalls zu überzeugen. (Bis heute bedauere ich sehr, dass wir dieses Experiment damals nicht weiterverfolgen konnten.)

Der Roman, der Comic und die begleitenden Texte summierten sich zu einem dicken Sonderheft, das insgesamt 108 Seiten umfasste. Weil unsere Verlagsleiterin argumentierte, man müsse den Lesern einen weiteren Mehrwert liefern, packten wir noch ein Hörspiel dazu. Das wurde von unseren Partnern von Eins A Medien produziert, es basierte auf dem klassischen PERRY RHODAN-Taschenbuch »Ich, Rhodans Mörder« von William Voltz.

Spätestens ab diesem Moment war das PERRY RHODAN-Extra viel mehr als »nur ein Heftroman«. Es war klar, dass man es nicht mehr als konventionelles Heft in den Handel liefern konnte. »Wir müssen es einschweißen«, war die logische Schlussfolgerung. Also wurden das Heft, die CD und ein schicker Aufkleber in eine Klarsichthülle gepackt und in dieser Weise ausgeliefert.

 Am 24. September 2004 kam das Gesamtpaket in den Handel; es wurde parallel zum Band 2249 ausgeliefert, also fast ein Jahr nach der erstmaligen Veröffentlichung. Mit 3,50 Euro war es vergleichsweise hochpreisig – und wir waren sehr gespannt, wie es ankommen würde. Wir rechneten übrigens allesamt nicht damit, dass das Heft so erfolgreich sein würde, dass wir bald eine Fortsetzung zu liefern hatten …

18 Januar 2018

Zwischen allen Planungen

In diesen Tagen führen wir in der PERRY RHODAN-Redaktion viele Gespräche darüber, die sich nicht nur auf die aktuelle Arbeit beziehen, sondern die auch einen Ausblick auf den weiteren Verlauf des Jahres geben und schon 2019 betreffen. Schließlich erscheint im Frühjahr 2019 der Band 3000 unserer Serie, und da muss einiges »drumrum« organisiert und geplant werden – schon gut ein Jahr davor sind wir an der Arbeit.

Wir fahren also gewissermaßen doppelgleisig. Man beschäftigt sich vormittags etwa mit einem aktuellen Roman für die laufende Serie, und mittags geht es um ein Projekt, das erst im Sommer 2019 das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird. Mittags schaue ich mir ein Konzept an, das sich auf die Bände nach dem großen Jubiläum beziehen, und am nächsten Vormittag geht es wieder schlichtweg um eine aktuelle STELLARIS-Geschichte.

So fühle ich mich manchmal, als stünde ich zwischen Welten und Zeiten. Aber warum sollte es dem Redakteur anders gehen als den Figuren unserer Serie?

17 Januar 2018

Ein Prospekt zum Traversan-Start

Wann genau der Prospekt zum Start des Traversan-Zyklus veröffentlicht wurde, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Wahrscheinlich war es im September 1998, wenige Wochen vor dem offiziellen Erscheinen des ersten Bandes der neuen ATLAN-Serie.

Es war ein Versuch der PERRY RHODAN-Redaktion, die Marke wiederzubeleben – und er schlug ab dem 13. Oktober 1998 richtig gut ein. Die Romane kamen bei den Lesern sehr gut an; die Traversan-Geschichten zählen bis heute zu den beliebtesten Abschnitten des Perryversums.

Das Faltblatt informierte auf vier Seiten über die Welt des Arkoniden Atlan: Die Zeitabenteuer-Bücher wurden ebenso vorgestellt wie der neue Traversan-Zyklus oder das ATLAN-Sonderheft, das parallel zum ersten Band der neuen Serie veröffentlicht wurde.

Die Texte stammten aus der Redaktion, bei den Bildern wurde auf klassische Bruck-Grafiken und Material der Werbeagentur Zeuner zurückgegriffen. Verbreitet wurde das Informationsmaterial unter anderem auf der Buchmesse in Frankfurt.

16 Januar 2018

Moothusaschs Schatz

Ein Oxtorner vor einem grellen Hintergrund: Unser Titelbildkünstler Swen Papenbrock hat Monkey in Szene gesetzt, eine der Figuren unserer Serie, die nicht gerade jedem Leser gefallen. Seit die Figur vor über tausend Romanen von Robert Feldhoff in die Serie eingebracht worden ist, führt sie – oder führen ihre Aktionen – immer wieder zu Diskussionen.

Dabei blendet der Roman »Moothusachs Schatz«, dessen Titel zugegebenermaßen ein wenig kompliziert klingt, ein wenig in die Vergangenheit und beleuchtet Ereignisse in einer fernen Sterneninsel. Mit ihnen hat Monkey zwar zu tun, aber er löst höchstens entsprechende Gedanken und Erinnerungen aus.

Leo Lukas verfasste den Roman, der in dieser Woche erscheinen wird. Er spielt auf unterschiedlichen Zeit- und Handlungsebenen, was in der Handlung einen schönen Sog erzeugt – und er liefert ganz nebenbei einen spannenden und erweitertenden Einblick in ein außergalaktisches Volk.

07 Januar 2018

Mordplanet und Aufruhr

In den späten 70er-Jahren, nachdem ich ein glühender PERRY RHODAN-Fan geworden war, entdeckte ich irgendwann die Planetenromane. Eine Klassenkameradin lieh mir die Taschenbücher ihres Vaters aus, und so entdeckte ich – ohne dafür Geld ausgeben zu müssen – die frühen Planetenromane von Hans Kneifel oder Kurt Mahr. Ich war fasziniert von dieser Erweiterung des Universums, das ich so gerne hatte.

Dieser Tage kommt der aktuelle Planetenroman-Nachdruck offiziell in den Handel, ich habe das Belegexemplar schon vorliegen. Es ist die Bandnummer 93/94, und enthalten sind zwei sehr gelungene Werke von Hans Kneifel; die las ich in den späten 70er-Jahren zum ersten Mal.

Sowohl »Der Mordplanet« (erstmals 1968 als Band 53 veröffentlicht) als auch »Aufruhr in Terrania« (Bandnummer 51 im Jahr 1968) sind Romane, mit denen der Autor das Perryversum – den Begriff benutzte damals noch keiner – bunter machte und um viele Facetten bereicherte. Wenn wir damit heutigen Lesern ein Bild der klassischen Zeit unserer Serie vermitteln könnten, fände ich das super.

06 Januar 2018

Ein Glossar arkonidischer Begriffe

Vor 1998 entstanden arkonidische Wörter und Bezeichnungen innerhalb der PERRY RHODAN-Serie oftmals recht zufällig. Die Autoren benutzten deutsche Begriffe oder entwarfen auf eigene Überlegung hin fremd klingende Wörter. Erst Rainer Castor entwickelte systematisch einige Grundregeln für die arkonidische Sprache, die auch in den Jahren und Jahrzehnten danach galten.

Im Sommer 1998, als der Traversan-Zyklus als erste Miniserie aus der PERRY RHODAN-Redaktion vorbereitet wurde, erarbeitete der Autor eine Vielzahl von Begriffen und fasste sie zu einem ersten Arkon-Lexikon zusammen. Als für den Zyklus ein Informations-Faltblatt vorbereitet wurde, durfte eine Seite mit einem »Glossar arkonidischer Begriffe« nicht fehlen.

Von Arbtan – das Wort für Soldaten und Unteroffiziere – bis Zhdopanthi, was die Bezeichnung für den Imperator ist, wurden rund drei Dutzend Begriffe aufgelistet. Sie stellten eine wichtige Grundlage für weitere Arbeiten zur arkonidischen Sprache dar.

05 Januar 2018

Der erste Olymp-Roman ist da!

Das war heute eine schöne Überraschung: Direkt nach der Mittagspause landete der erste Roman unserer neuen Miniserie PERRY RHODAN-Olymp auf meinem Schreibtisch. Ich freute mich sehr darüber und blätterte das Heft gleich durch – gut sieht es aus, und unterhaltsam finde ich die Lektüre ebenfalls. (Aber da bin ich aus nachvollziehbaren Gründen sehr subjektiv.)

Die Romanhefte werden in diesen Stunden für den Versand vorbereitet, damit die Besteller der Olymp-Edition ihr Heft garantiert früh genug erhalten. (Wer sich dafür interessiert, kann direkt über das Bestellformular eine Edition anfordern.) Die Arbeit der Autorin und der Redaktion an diesem Roman ist also erst einmal erledigt; jetzt sind der Versand und der Vertrieb dran.

Ab nächster Woche wird »Mysterium« bei den Leserinnen und Lesern liegen. Ich freue mich schon auf die ersten Reaktionen – und freue mich so lange darüber, dass ich als Redakteur das Privileg habe, früh beliefert zu werden.

04 Januar 2018

Arbeit nach dem Jahreswechsel

Wer glaubt, dass im PERRY RHODAN-Team zwischen den Feiertagen weniger gearbeitet wird als üblich, der irrt sich. Klar, ein Teil der Redaktionsmitglieder ist im Urlaub und erholt sich – aber die Autoren arbeiten ebenso wie ein Teil des Teams innerhalb des Verlages. Hier und heute ein kleines Einblick ...

Bei den Romanen eilen wir in großen Sprüngen auf den Band 2950 zu. Die Romane bis zur Zyklushalbzeit liegen vor, sind teilweise schon im Lektorat – dasselbe gilt für die Titelbilder. Inhaltlich sind die Romane, die direkt vor dem Halbzeitband 2950 spielen, in der Milchstraße angesiedelt; dann wechselt die Handlungsebene.

In diesem Sektor bin ich derzeit, wenn ich mich mit Exposés und Datenblättern beschäftige. Die ersten Romane, die nach Band 2950 veröffentlicht werden, sind schon in der Redaktion; mit den Exposés sind wir bereits weiter. Die Handlung spielt teilweise in der Milchstraße, teilweise aber auch in einer weit entfernten Galaxis, von der wir bislang nur den Namen kannten.

Wenn wir zwischendurch ein wenig »Luft« haben, blicken die Exposéautoren und der Redakteur übrigens schon ins Jahr 2019 – in dreizehn Monaten kommt bekanntlich Band 3000 in den Handel. Es gibt schon viele Entwürfe und Skizzen und ein Vorabexposé für den dann anstehenden Zyklus. Ich finde es wieder einmal spannend, die Entstehung eines neuen Epos gewissermaßen »live« mitzuerleben ...

03 Januar 2018

Wie war das noch mal mit den Halutern?

»Die Haluter sind die wohl einzigartigsten Intelligenzwesen der Galaxis.« So beschrieb K. H. Scheer im Exposé zu Band 200 der klassischen PERRY RHODAN-Serie das Volk, dem Icho Tolot angehört und das er in diesem Roman in die Handlung einführte. »Äußerlich gleichen die Haluter Ungeheuern, jedoch sind sie sehr verträgliche, vergnügsame, äußerst humane und hochintelligente Geschöpfe«, heißt es weiter.

Icho Tolot sei »überhaupt die neue Figur, die zu Beginn des 5. Zyklusteils in der Rhodan-Serie auftaucht«, so der Exposéautor. Und er stellte gleich fest: »Der Heimatplanet der Haluter wird den Terranern und auch anderen Lebewesen niemals bekannt.« (Wer sich mit der klassischen Serie auskennt, weiß gut genug, dass diese Absicht von den Autoren nur zweieinhalb Jahre später durchkreuzt wurde.)

Zur Optik äußerte sich Scheer sehr klar und eindeutig: »Die relativ kurzen Beine besitzen ungeheuer starke Sprunggelenke. Die vier Arme eines Haluters sind rechts und links paarweise gelagert.« Dazu kommen die »zwei kürzeren, sehr kräftigen und ebenfalls mit mächtigen Sprunggelenken ausgerüsteten Brustarme«.

Haluter verglich der Autor in diesem ersten Exposé mit »terranischen Grislybären«; so sei der »Rumpfquerschnitt« so oval, dass er »fast einem Kreis gleicht«. Darüber hinaus beschäftigte sich Scheer mit der Kultur und der Technik der Haluter, und er legte sehr viele Dinge grundsätzlich fest, die bis heute gelten.

Mich freut in diesem Zusammenhang, dass wir mit dem Roman »Tolotos« demnächst auch bei PERRY RHODAN NEO mehr von den Halutern hören werden. Zumindest von einem ganz bestimmten ... Ich denke, das kann ich sagen und schreiben, ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten.

02 Januar 2018

Der schnelle Weg nach Olymp

Ein Logbuch der Redaktion

Mit Susan Schwartz arbeite ich schon seit vielen Jahren zusammen. Ich kenne ihre Science-Fiction- und Fantasy-Romane, und ich schätze die Arbeit, die sie seit Jahren in ihren eigenen Fabylon-Verlag steckt. Man kann sicher sagen, dass sich zwischen uns beiden ein Vertrauensverhältnis entwickelt hat, bei dem man sich auch mal »eine Idee an den Kopf schmeißen« kann.

Bei PERRY RHODAN-Olymp lässt sich gut nachvollziehen, wie schnell es manchmal gehen kann, wenn eine Idee im Raum steht und von allen Beteiligten mit Elan verfolgt wird. Vor allem, wenn sie zusammen mit einer Autorin entwickelt wird, die gern spontan ist und die man begeistern kann.

Genau das geschah im Mai 2017. Ich hatte das Manuskript der Autorin gelesen, das sie für den sechsten Band von PERRY RHODAN-Terminus geschrieben hatte. Dafür hatte ich sie sehr gelobt, weil mir »Carusos Maske« sehr gut gefallen hatte. Vor allem mochte ich ihre Darstellung von Olymp.
Eine launige Bemerkung von mir war nicht ausgiebig durchdacht, sondern spontan formuliert: »Ich sehe schon, wir müssen mal eine Olymp-Miniserie machen.«

Am Sonntag, 14. Mai, schien ich Susan Schwartz damit zu euphorisieren: »JAAA!«, schrieb sie, und ich lasse an dieser Stelle die unzähligen weiteren »A« weg, die sie an dieser Stelle platzierte. Sie schob gleich die entscheidenden Fragen nach: »WANN? Wie viele Romane darf ich machen?«

Am selben Abend schrieb ich sehr zurückhaltend zurück: »Jetzt schauen wir erst mal, wie sich PR-Terminus verkauft, dann sehen wir weiter.« Als Redakteur war ich in solchen Fragen lieber vorsichtiger, ich wollte keine falschen Erwartungen wecken. »Aber den gemeinsamen Gedanken an Olymp sollten wir mal im Hinterkopf behalten«, meinte ich abschließend.

Tatsächlich ging es recht schnell weiter. Die Zahlen von PERRY RHODAN-Terminus ermunterten die Geschäftsführung, mir erst einmal »grünes Licht« für eine weitere Konzeption zu geben. Gleich im ersten Gespräch schlug ich vor, »etwas mit Olymp« zu machen; ich nannte bereits Susan Schwartz als eine mögliche Exposéautorin.

Was ich als Idee grob skizzierte, kam gut an. Im Prinzip konnte ich sofort loslegen. Für mich war klar, dass wir die Handlung eher in die Nähe der aktuellen PERRY RHODAN-Romane legen sollten.
»Nachdem wir unsere Helden mit Terminus mal in die Vergangenheit geschickt haben, müssen wir jetzt wieder in die Gegenwart«, argumentierte ich. Das fanden die Geschäftsführung und der Vertrieb nachvollziehbar.

Ich sprach mit den Exposéautoren der laufenden Erstauflage – schließlich mussten entsprechende »Fenster« gefunden werden, wann und wo wir was machen konnten. Eine Jahreszahl wurde definiert, und wir legten fest, dass Olymp in der aktuellen Handlung keine Rolle spielen sollten. Die Rolle der Tefroder und des Kaiserpaars besprachen wir ebenso wie mögliche kosmische Geheimnisse. Darüber informierte ich immer Susan Schwartz – sie sollte auf dem Laufenden bleiben, während sie sich ihre eigenen Gedanken machte.

Im Verlauf des Frühsommers setzten sich Susan Schwartz, Sabine Kropp und ich in Rastatt zusammen; wir legten die ersten Eckpunkte fest. Die Exposéautorin entwickelte erste Handlungsideen und Datenblätter, sprach mit Autorinnen und Autoren. In einem wahren Rausch schickten wir uns E-Mails hin und her, die voller Ideen und Gedanken steckten; manchmal waren es mehrere Mails am Tag.

Die Exposés entstanden, die Geschichte wurde »rund« und vor allem klar. Handlungslinien wurden verknüpft, und bereits im Spätsommer verschickten wir die ersten Exposés an Autorinnen und Autoren. Und damit war die Miniserie auf Fahrt – es mussten »nur noch« die Romane geschrieben und die Titelbilder gemalt werden …

29 Dezember 2017

Geschwisterkampf ab Januar 2018 ...

Mit einer streng blickenden Frau startet die PERRY RHODAN-Serie ins Jahr 2018: Der erste Roman, der im Januar erscheinen wird, stammt von Hubert Haensel, trägt den Titel »Geschwisterkampf« und die Bandnummer 2942 und wird von einem Titelbild von Dirk Schulz geziert. Ich finde, das Bild passt hervorragend zu dem Roman, der einen spannenden Blick auf Quinto-Center wirft.

Der Autor zeigt zwei Menschen mit außerordentlichen Gaben. Sie stammen aus einer anderen Galaxis, verstehen sich aber auch als Menschen, und ihre Ziele unterscheiden sich sehr von den Menschen in der Milchstraße. Ob sich das alles in Einklang miteinander bringen lässt und welche Hindernisse zu überwinden sind – darüber schrieb der Autor seinen erzählerisch dichten Roman.

28 Dezember 2017

Exposébesprechung kurz vor Weihnachten

Ein Logbuch der Redaktion

Köln steckte am Donnerstag, 14. Dezember 2017, in festlicher Weihnachtsstimmung – aber ich bekam davon nicht viel mit. Ich traf mich mit Wim Vandemaan und Christian Montillon, den beiden Exposéautoren der PERRY RHODAN-Serie. Wir wollten zum Jahresende noch einmal den aktuellen Stand der Exposés und Romane besprechen. Köln hatte sich dafür angeboten, die Stadt war für uns drei gleichermaßen gut zu erreichen.

Im Prinzip hatten wir vier verschiedene Schwerpunkte, zu denen sich im Verlauf der Stunden weitere Themen gesellten: die laufende Handlung, die anstehenden Romane nach Band 2950, der Zyklus nach Band 3000 und – ganz generell – unsere Arbeitsabläufe. Unser System funktioniert zwar seit einigen Jahren gut, aber es gibt trotzdem Dinge, die man verbessern kann.

Ich stellte den beiden Autoren die aktuelle Situation im Verlag dar, informierte sie über die Entwicklung der Verkaufsauflage – wobei ich ihnen keine genauen Zahlen sagen durfte – und sprach mit ihnen über die Miniserien und ihren Erfolg. Das ist für die PERRY RHODAN-Serie wichtig, denn die einzelnen Reihen und Serien beeinflussen sich gegenseitig. Zumindest vermuten wir das auf der Grundlage vieler Einzelgespräche mit Lesern, ohne allerdings statistisch exakte Zahlen zu besitzen.

Wichtiger war die Arbeit an den Bänden nach der Nummer 2950. Der Roman wird ein Wendepunkt des laufenden Zyklus sein, zwei Autoren verfassen ihn. Mit der Arbeit wurde bereits begonnen, wir sind hier gut im Termin. Immerhin wird damit eine Reihe von Grundlagen geliefert, welche die folgenden Romane prägen werden.

Aber natürlich ist die Detailarbeit wichtig: Welche Figur kommt wann in die Handlung? Wo steht die RAS TSCHUBAI, wohin fliegt Perry Rhodans Flaggschiff? Welche Veränderungen stehen in der Milchstraße an, und wie verhalten sich die anderen interstellaren oder gar kosmischen Mächte? Das muss sorgsam aufgebaut werden, so dass die Exposés zu möglichst guten Romanen führen.

Ich habe das Gefühl, dass die Handlung nach Band 2950 noch einmal Fahrt aufnimmt. Die Konturen des »Genesis«-Zyklus werden klarer, für einige Leser dürfte es »Aha«-Erlebnisse geben. Hoffen wir, dass sich die vielen Ideen in schönen Romanen niederschlagen ...

Wie es nach Band 3000 weitergeht, wissen wir. Im Sommer saßen wir in Friedrichsdorf zusammen und legten wesentliche Eckpunkte fest. Aber nachdem die Ideen einige Monate »sacken« konnten und wir viele Mails wechselten, sieht es an einigen Stellen anders aus. Manche Idee hat sich längst verändert, einige Ideen wurden gekippt – das ist in einem solchen Prozess völlig normal.

Immerhin konnte ich mit den beiden Autoren ganz konkret darüber sprechen, wie wir den Band 3000 anlegen wollten. Das Marketing möchte möglichst früh mit seiner Planung beginnen, und der Inhalt bestimmt bei PERRY RHODAN bekanntlich die Marketing-Überlegungen. Vor allem Wim Vandemaan äußerte klare Ideen und Vorstellungen, bei denen man sehen muss, inwiefern sie umsetzbar sind.

Christian Montillon sprach sich für weitere digitale Serien aus, die auf PERRY RHODAN-Trivid folgen könnten. Auch hierzu sammelten wir Ideen; diese werde ich bei Gelegenheit im Verlag mit unserer Geschäftsführung diskutieren. Immerhin müssen dafür Etats geschaffen und – ja, so ist es! – Kostenstellen eingerichtet werden ...

So raste der Nachmittag vorüber. Wir aßen chinesisch, wir tranken Unmengen von Tee und Saft, und zu späterer Stunde setzten wir uns in ein nahegelegenes Café, wo wir uns ein Stück Kuchen gönnten.

Dort sprachen wir über die Arbeitsabläufe und machten das, was zu einer Exposébesprechung auch gehört: Wir sprangen wild durch die Themen, wechselten von allgemeiner Science Fiction zu Comics, von Selfpublishern zu Bestsellerautoren, von Verlagen zu Radiosendern – letztlich ist es ja auch sinnvoll, sich mit anderen Gedanken zu beschäftigen.

Am frühen Abend fuhr ich zurück, tippte unterwegs erste Gedanken in mein Notebook. Mein Kopf brummte geradezu von neuen Eindrücken. So muss es sein nach einer Exposébesprechung!

27 Dezember 2017

Eine Pressekonferenz in Köln – Teil drei

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

An diesem Freitagmorgen, 10. August 2007, hatte ich das Gefühl, alles laufe perfekt. Die Journalisten waren versammelt, mein Vortrag war offenbar gut angekommen. Ich hatte erläutert, was wir mit PERRY RHODAN und den wöchentlichen Hörbüchern vorhatten.

Wie sich das anfühlt und anhört, erfuhren die Journalisten sofort. Die beiden Sprecher Tom Jacobs und Gregor Höppner setzten sich auf die Bühne und lasen abwechselnd aus dem Roman »Zielzeit« (Band 2400) von Robert Feldhoff vor. Das machten sie so fesselnd und mitreißend, dass die Anwesenden im Saal gebannt lauschten.

Auch ich, der ich mit dem Roman sehr intensiv gearbeitet hatte, fand diese andere Art der Präsentation sehr spannend. Es war an diesem Tag tatsächlich meine erste Begegnung mit einem Live-Hörbuch ...

Der nächste Akt unserer Pressekonferenz wurde theoretischer. Ich stellte Prof. Dr. Hans Esselborn vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln vor. Der Literaturwissenschaftler galt als einer der Kenner für Science Fiction überhaupt, hatte darüber wissenschaftlich gearbeitet und in zahlreichen Publikationen seine Sachkenntnis bewiesen.

Er stellte PERRY RHODAN in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang und zeigte – mit dem »Blick von außen« –, wie sich die Serie über die Jahrzehnte hinweg entwickelt hatte. Seinen Vortrag fasste er am Ende mit einem klaren Fazit zusammen: Man könne anhand der Serie eine »Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland« schreiben. Der Blick auf die Serie müsse sich lösen von der reinen Ideengeschichte einer Science-Fiction-Welt.

Danach bat ich Uwe Anton um einen Vortrag. Der Autor erzählte, wie ein PERRY RHODAN-Roman entsteht, wie das Zusammenspiel zwischen Autoren und Exposéteam abläuft, welche Rolle die Redaktion haben und wie sich aus dem Dialog mit den Lesern neue Impulse ergeben.

Das schienen die Journalisten spannend zu finden; hier gab es eine Reihe von Rückfragen. Beispielsweise interessierte es sie, wie es mit den schriftstellerischen Freiheiten der einzelnen Mitarbeiter aussah. Könne man noch »frei« schreiben, wenn man ein Exposé als Vorlage habe?

Den Abschluss bildete Hans Greis von Eins A Medien. Er berichtete über die Arbeit im Studio und die Arbeit, die es kostet, neue Sprecher zu finden und auszubilden. Auch hier stellten die Journalisten einige Fragen; danach endete die eigentliche Konferenz. Wir ließen uns den Applaus gefallen und stellten uns dann der Diskussion und den Fragen.

Das Hotel stellte Häppchen und Getränke zur Verfügung. Wir diskutierten mit den Journalisten, wir wurden fotografiert, und langsam löste sich die Runde auf. Auch Professor Esselborn und Jürgen Pütz verschwanden.

Erfreulicherweise war auch der Kölner Schriftsteller Achim Mehnert anwesend, den ich seit den frühen 80er-Jahren kannte. Wir unterhielten uns über ATLAN und PERRY RHODAN, er arbeitete gerade an einem Roman für PERRY RHODAN-Extra. Wir sprachen auch über seine Tätigkeit für andere Serien und Verlage, die ihn immer stärker mit Aufträgen versorgten.

Miriam Hofheinz und ich führten noch ein Abschlussgespräch mit Hans Greis. Es ging um Details des PERRY RHODAN-Shops, über den wir das Abonnement der Hörbücher abwickeln wollten. Das ganze Konzept war recht knifflig, weil wir verschiedene Partner an einen Tisch holen mussten, unter anderem die Kollegen von Trilobit, die zu der Zeit unseren Internet-Auftritt gestalteten.

Als wir an diesem Nachmittag in den Zug nach Süden stiegen, hatten wir viele neue Informationen gesammelt und das Gefühl, für ein Projekt den Startschuss gelegt zu haben, das uns allen noch viel Freude machen würde.

22 Dezember 2017

Eine Pressekonferenz in Köln – Teil zwei

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Nachdem ich lange mit Wim Vandemaan gesprochen hatte, ging ich an diesem Donnerstagabend, 9. August 2007, in mein Hotelzimmer und war einigermaßen ratlos. Ich nahm einen Block und einen Stift zur Hand und dachte mir eine Moderation aus.

Dabei überlegte mir, wie ich die Pressekonferenz einleiten könnte, wie ich die anderen Menschen auf dem Podium vorstellen sollte und – vor allem – wie ich es schaffen konnte, das alles mit einigen originellen Zahlenbeispielen zu untermauern.

Was interessierte denn die Journalisten wirklich? Sicher nicht die Details der PERRY RHODAN-Handlung, sicher nicht die Hintergedanken, die sich Redaktion und Autorenteam im Verlauf eines langen Jahres machten. Die Journalisten wollten sicher allerlei Krimskrams wissen, da stimmte ich unserem Öffentlichkeitsberater hinzu, und dazu brauchten sie anschauliche Beispiele ...

Am Morgen fühlte ich mich nicht sonderlich fit. Als ich beim Frühstück saß, fragte mich Miriam, was denn los sei. »Geht's dir nicht gut?«

Ich verneinte. Dann erzählte ich, dass ich die halbe Nacht gerechnet hatte. Während ich Kaffee trank und etwas aß, erzählte ich von meinen Bemühungen. »Ich habe Mathe in der Schule abgewählt, weil ich nie gut in Rechnen war – und dann so etwas«, klagte ich lauthals.

Am Abend hatte ich viel gerechnet. Ich hatte die PERRY RHODAN-Heftromane als Basis genommen, also zu dieser Zeit 2400 Stück, ebenso die im deutschsprachigen Raum verkaufte Auflage von etwa einer Milliarde Romane. Dabei hatte ich die über 900 ATLAN-Heftromane ebenso ignoriert wie die über 400 PERRY RHODAN-Taschenbücher oder einzelne Kurzgeschichten und weiteres Material, das jeglichen Rahmen gesprengt hätte.

»Da kommen respektable Zahlen heraus«, erläuterte ich der staunenden Kollegin. Ich wollte schon loslegen, aber sie wehrte sich. Ich solle das lieber für die Journalisten festhalten, damit diese es aufschreiben und in ihren Artikeln veröffentlichen konnten.

Ich hatte tatsächlich wenig zu tun. Miriam Hofheinz und Jürgen Pütz hatten schon am Vorabend den Raum vorbereitet, in dem unsere Pressekonferenz stattfinden sollten; sie gingen erneut in den Raum, stellten die Tische entsprechend auf, zogen PERRY RHODAN-Transparente auf und legten Pressemappen auf. Ich saß im Hintergrund des Raumes und notierte mir die Zahlen sauber, die ich später vortragen wollte.

Nacheinander trafen die ersten Besucher ein. Mit Tom Jacobs und Gregor Höppner lernte ich zwei Sprecher kennen, die PERRY RHODAN künftig in das Audio-Universum führen sollte. Hans Greis von Eins A Medien kannte ich bereits, mit den drei Männer plauderte ich ein wenig über die Arbeit an einer Romanserie und wie man welche Namen aussprechen sollte.

Die ersten Journalisten trafen ein und wurden per Handschlag begrüßt. Wir hatten einige Fan-Journalisten eingeladen, also Menschen, die für Fan-Zeitschriften schrieben. Diese kannte ich bereits, mit ihnen unterhielt ich mich auch ein wenig. Ich hielt es für wichtig, die Fan-Presse einzubinden, schließlich kam ich selbst aus der Fan-Szene.

Wir begannen mit einer leichten Verspätung: Kurz nach elf Uhr saßen die Journalisten im großen Saal. Ich erzählte etwas über PERRY RHODAN und seine Geschichte – und hier konnte ich gleich die Zahlen anbringen, die ich am vorigen Abend ausgerechnet und recherchiert hatte.

Wenn man beispielsweise von 2400 Heftromanen ausging, die eine durchschnittliche Anzahl von 180.000 Anschlägen (also Zeichen eines Heftromans inklusive der Leerzeichen, die nötig sind, um eine Zeile »aufzufüllen«) besaßen, kam man auf die irrsinnige Zahl von 432 Millionen Anschläge. So viel hatten die PERRY RHODAN-Autoren in 46 Jahren geschrieben – eine beeindruckende Zahl.

Rechnet man 2400 Heftromane mal 60 Seiten (also grob geschätzt; es gibt Hefte, die haben mehr oder weniger Umfang), kommt man auf eine Zahl von 144.000 Heftromanseiten, die von den Autoren verfasst wurden. Ich rechnete es später auf 150.000 Seiten hoch und hoffte, dass mir die Journalisten diese absichtliche Ungenauigkeit verzeihen würden.

Kalkuliert man für einen Roman nur die Dicke von fünf Millimetern, was vorsichtig geschätzt ist, kommt man bei einer Milliarde verkaufter Heftromane auf einen Turm mit einer Höhe von 500 Kilometern. Das ist höher als der Kölner Dom – und es ist vor allem weiter im Weltraum als die Internationale Raumstation ...

Und wenn man davon ausgeht, dass ein Roman 100 Gramm wiegt (tut er nicht, es ging mir nur um die Anschaulichkeit), erhält man unglaubliche 100.000 Tonnen. Ich war selbst baff gewesen, nachdem ich mir diese Zahlen gegen Mitternacht auf einem Blatt Papier ausgerechnet hatte. Manchmal macht man sich als Redakteur selbst gar nicht klar, wieviel Papier man eigentlich im Lauf seines Berufslebens umsetzt.

Ich hatte das Gefühl, dass die Journalisten ebenfalls beeindruckt waren. Nachdem ich mit meinen Zahlenspielen fertig war, kam ich zum eigentlichen Anliegen: Wir wollten an diesem Tag eine Weltneuheit präsentieren, eine wahre Premiere: Die erfolgreichste Serie der Welt wurde ab sofort in einer wöchentlichen Lesung präsentiert, jede Woche vier Stunden mit einem Hörbuch, das zum Download im Internet bereitstehen sollte.

21 Dezember 2017

Eine Pressekonferenz in Köln – Teil eins

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im August 2007 wollte die PERRY RHODAN-Redaktion etwas bekanntgeben, das wir selbst als wagemutig einstuften. Wir hatten das Thema intern vorangetrieben und nicht mit den »höheren Stellen abgesprochen«, wir wollten verhindern, dass es uns in letzter Minute noch gestoppt würde. Immerhin hatten wir etwas vor, das im Verlag und darüber hinaus nie jemand zuvor versucht hatte.

Das Ziel klang unglaublich: PERRY RHODAN sollte künftig als Hörbuch erscheinen – und zwar zeitgleich mit den wöchentlichen Heftromanen, die weiterhin in gedruckter Form in den Handel. Das gab es noch nirgends, wir wären damit die ersten. Unsere Partner von Eins A Medien waren motiviert, sich auf das Abenteuer einzulassen.

Und um das auch der Öffentlichkeit mitzuteilen, fuhren Miriam Hofheinz und ich am Donnerstag, 9. August 2007, nach Köln. Wir waren guter Dinge, dass wir eine schöne Pressekonferenz hinbekommen würden. Vor allem Miriam hatte irrsinnig viele Vorgespräche geführt, die alle gut verlaufen waren. Wir hatten Journalisten eingeladen, wir hatten mit Fanzine-Autoren gesprochen, wir hatten die Details mehrfach mit Eins A Medien diskutiert.

Ich war oft unsicher vor großen Veranstaltungen, weil ich nicht wusste, ob sie »funktionieren« würden. An diesem Tag reiste ich in bester Stimmung nach Köln, weil ich einfach davon ausgehen konnte, dass alle Vorbereitungen stimmten. Ein tolles Gefühl!

Miriam und ich stiegen in Köln-Deutz aus, nahmen ein Taxi und checkten im Radisson-Hotel ein. Wir hatten einen Tisch im Restaurant »Paparazzi« reserviert; zum Abendessen trafen wir uns mit den Personen, die am nächsten Tag für uns wichtig werden würden. Hans Greis von Eins A Medien sollte den Journalisten erklären, wie das Projekt ablaufen sollte – er war die wichtigste Person des Tages.

Mit am Tisch saß Dr. Jürgen Pütz, der Leiter eines Kölner Medienbüros, der als Public-Relations-Spezialist unsere Pressekonferenz organisierte. Wir sprachen den Ablauf durch.

Unser PR-Spezialist war nicht sehr zufrieden mit dem, was ich vortragen wollte. Er warf mir vor, zu sehr auf die Inhalte von PERRY RHODAN zu setzen. Die meisten Journalisten wollten aber nicht über Inhalte schreiben, auch nicht darüber, warum Leser seit Jahrzehnten unsere Serie mögen.

»Sie brauchen einige knackige Zahlen«, ermunterte mich, »sagen Sie den Leuten, wie hoch der Berg aller gedruckten Romane ist. Irgendwas in der Richtung.«

Ich wehrte mich anfangs, gab ihm dann aber recht. Er kannte die Journalisten, die wir eingeladen hatten, schließlich weitaus besser als ich, und ich wusste, dass es immer sinnvoll war, sich die Ratschläge von erfahrenen Leuten anzuhören.

»Wenn Sie in der BILD-Zeitung kommen wollen, brauchen Sie klare Zahlen, die man den Lesern vermitteln kann«, argumentierte er weiter.

Noch während wir am Tisch saßen, eifrig diskutierten und lecker aßen, standen auf einmal fünf Köche mitten im Raum. Wir waren nicht die einzigen Gäste im Restaurant, der Raum war gut besetzt. Ich fand den Auftritt der Köche ein wenig befremdlich, ließ mich davon aber nicht abhalten, weiter über die Pressekonferenz zu reden.

Jemand hielt eine Rede, die er an die Menschen richtete, die an einem großen Tisch saßen. Es hatte etwas mit den Köchen zu tun, das kapierte ich, mehr aber nicht. Wir hatten schließlich wichtige Dinge zu besprechen.

Die Rede ging zu Ende, ohne dass ich auch nur ein Wort wahrgenommen hätte, es folgte ein großzügiger Applaus. Offenbar hatten die anderen Gäste besser zugehört. Und bevor ich lange überlegen konnte, ob ich etwas verpasst hatte, fingen die fünf Köche an, ein Lied zu singen.

Ich war baff: Die Männer waren jung, sie konnten richtig gut singen, und sie legten einen mehrsprachigen Chorgesang in deutscher Sprache hin, der ein wenig an die »Comedian Harmonists« erinnerte und schnell ins Ohr ging. Ab diesem Moment unterbrachen auch wir an unserem PERRY RHODAN-Tisch unsere Unterhaltung und hörten gebannt zu. Und abschließend applaudierten wir.

Nachdem der folgende Tag ausführlich besprochen worden war, wechselte ich das Gesprächsthema. Mit am Tisch saß nämlich Wim Vandemaan, der sich immer mehr in das Gesamtgefüge der PERRY RHODAN-Serie einbrachte. Er steckte mitten in der Arbeit an seinem aktuellen Roman: ein Taschenbuch, das im Rahmen des »Aratoxin«-Sechsteilers bei Heyne erscheinen sollte.

Wir beide klinkten uns aus, während Miriam mit Hans Greis und Jürgen Pütz loszog. Sie wollten den Raum dekorieren, an dem wir uns am nächsten Morgen mit den Journalisten treffen wollten.

Wim und ich diskutierten über den Roman und die Figuren, die darin auftauchen würden, machten uns auch Gedanken darüber, wie man Exposés anders oder besser machen könnte. Die Frage stellte sich – wie so oft –, was ein Autor denn eigentlich brauchte, um einen guten Roman schreiben zu können. Wim hatte viele Einfälle, die auch über den betreffenden Roman hinausgingen; er sprudelte geradezu über vor neuen Ideen.

»Wie sollen wir das alles umsetzen?«, fragte ich irgendwann hilflos.

»Besser man hat zu viele Ideen als keine«, gab er trocken zurück, womit er selbstverständlich recht hatte.

20 Dezember 2017

Gut fünfzig Buchwissenschaftlerinnen

Nicht zum ersten Mal hielt ich in München einen Vortrag über PERRY RHODAN. Ich wurde von den »Literaten« eingeladen, über meine Arbeit zu sprechen, und reiste deshalb am Mittwoch, 20. Dezember, in die bayerische Landeshauptstadt.

Rund fünfzig Buchwissenschaftlerinnen – es waren nur drei Männer dazwischen – hatten sich versammelt, um sich von mir informieren zu lassen. Das war deutlich mehr als beim letzten Mal. Kurz vor Weihnachten fand ich das schon imposant.

Ich stellte die Serie vor, erzählte von meinem persönlichen Zugang zur Science Fiction, berichtete von der Geschichte und von der Arbeit der Autoren; danach ging es auch darum, was wir derzeit alles machen – von den gedruckten Heftromanen bis hin zu den E-Books. Nach meinem Vortrag konnte ich noch einige Fragen beantworten, und nach eineinhalb Stunden war ich fertig.

Auch wenn man meinen könnte, so etwas sei doch Routine für mich, war ich anschließend ziemlich verschwitzt. Als »Showstar« wäre ich echt keine gute Besetzung, nicht einmal dann, wenn es um unsere Science-Fiction-Serie geht.