Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Im März 2002 waren wir mit PERRY RHODAN zum ersten Mal in der Neuen Messe in Leipzig. Nach dem ersten Tag hatten wir am Freitagabend, 22. März, zuerst einen Termin in der Innenstadt zu absolvieren.
Vom Hotel aus fuhren meine Kollegin Sabine Kropp und ich ins Zentrum von Leipzig, das sich als ein Irrgarten voller Baustellen erwies. Der Taxifahrer, dem wir gesagt hatten, dass wir ins »Spizz« wollten, ließ uns am Rand eines großen Platzes heraus, an dem mir vor allem Absperrgitter und Baufahrzeuge auffielen.
Das »Spizz« gefiel mir gut: Im Erdgeschoss war es eine gut besuchte Gaststätte, die bis auf den letzten Platz gefüllt war; auf einer Empore saßen zahlreiche Leute an Tischen. Wir sahen nicht gleich, wo der PERRY RHODAN-Programmpunkt war, und wurden in einen Gewölbekeller geschickt. Dieser erwies sich als ein wunderschöner Raum, der für Veranstaltungen aller Art genutzt werden konnte.
Im Rahmen von »Leipzig liest« – so heißt die Veranstaltungsreihe, die immer parallel zur Leipziger Buchmesse läuft – gab es eine PERRY RHODAN-Lesung. Veranstaltet wurde sie von Eins A Medien, unserem Lizenzpartner in Sachen Hörbüchern; der Raum war mit PERRY RHODAN-Originalbildern und Plakaten geschmückt. Einige Dutzend Leute waren anwesend, nicht nur Leser unserer Serie, sondern auch Leute, die sich allgemein für Literatur in gedruckter oder in Audio-Form interessierten.
Zuerst las Josef Tratnik, der Sprecher der Hörbücher, aus »Planet der Mock«, dem bald erscheinenden dritten Hörbuch. Der Klassiker von Clark Darlton faszinierte auch in dieser Version; die Stimme des Sprechers machte die dramatischen Ereignisse rings um die Mock in eindrucksvoller Weise lebendig.
Danach stellte Achim Schnurrer von Eins A Medien das Programm des Hörbuchverlags vor. Man wollte mit dramatisierten Hörbüchern starten, hatte aber ambitionierte Pläne. PERRY RHODAN sei eine Marke mit vielen Facetten, die man nun verstärkt in den Audio-Bereich bringen wolle. Nach ihm trat ich ans Rednerpult und gab in einem kurzen Vortrag eine Übersicht zu unserer Serie und ihrem Umfeld.
Es folgten weitere Lesungen von Josef Tratnik sowie Hörbeispiele aus dem zweiten Hörbuch »Das Vurguzz-Imperium«. Hierbei fand ich es interessant, wie die Geräusche eingesetzt wurden. Neben der Stimme des Sprechers gab es spezielle Sound-Effekte, die aus dem klassischen Hörbuch zwar kein vollwertiges Hörspiel machten, aber eine Art Zwischenform.
Applaus und Regen
Am Ende gab es viel Applaus, und es ging ans Aufräumen. Sabine und ich hatten im Vorfeld leichtsinnigerweise angekündigt, die Bilder mitzunehmen. Wir würden sie im Hotel in ein Firmenfahrzeug umladen; das sparte die Kosten für einen Kurier. Aber als wir das beschlossen hatten, wussten wir nichts von den Baustellen.
Es regnete in Strömen, als wir das »Spizz« verließen. Sabine, die in solchen Dingen schon immer besser war als ich, organisierte uns ein Taxi. Sie instruierte den Fahrer, mit laufendem Motor auf der anderen Seite der Baustelle zu warten. Die Bilder waren gerahmt, so konnte das eigentliche Werk nicht nass werden.
Aber es war keine Freude für uns, die gut zwei Dutzend Bruck-Originale – wegen der Größe und des Gewichts in mehreren Transporten – durch den strömenden Regen zu tragen. Wir hatten keine Kleidung für diesen Fall an, sondern das, was Verlagsleute bei Buchmessen so trugen: Sabine ein schickes Kostüm, ich einen Anzug. Als wir endlich im Taxi saßen, waren wir ziemlich nass und konnten uns noch einen Vortrag des Fahrers anhören, dass man das doch hätte besser organisieren können.
An diesem Abend reichte es uns. Wir wechselten die Kleidung, wir verstauten die Bilder, und dann setzten wir uns noch für ein Glas Bier in die Hotelbar, bevor die schloss.
Am Samstag, 23. März 2026, gingen Sabine Kropp und ich nur für wenige Stunden auf die Leipziger Buchmesse. Wir hatten keine Termine vereinbart, sondern machten klassischen Standdienst: Wir standen da, sprachen mit Besuchern, überreichten Informationen und beantworteten Fragen.
Ich hatte ein Problem mit der Präsentation unserer Serie am Messestand, und ich fand, dass PERRY RHODAN ziemlich unterging. »Weniger als ein Randthema«, murrte ich. Das musste besser werden, da war ich mir mit Sabine einig. Als Science-Fiction-Serie brauchten wir vielleicht einfach einen anderen Auftritt.
(Dieser Text wurde Anfang März 2026 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)

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