30 Juni 2013

Einige Worte zu Marianne Sydow


Meinen offiziellen Nachruf werde ich noch schreiben, das hier sind nur einige persönliche Worte: Am Samstag, 29. Juni 2013, habe ich erst erfahren, dass die Autorin Marianne Sydow bereits am 2. Juni verstorben ist. Nicht nur ich wurde davon völlig überrascht, sondern zahlreiche Leser – das Netz ist voll mit Nachrufen.

Ich habe Marianne Sydow vergleichsweise spät kennengelernt: erst 1995, bei einem Con in Freiburg, wo ich mit ihr und ihrem Mann frühstückte. Bevor ich bei PERRY RHODAN angefangen hatte, war sie aus dem Team ausgestiegen; wir arbeiteten also nie zusammen.

Als Leser mochte ich ihre Romane, sowohl für ATLAN als auch für PERRY RHODAN. Die Linguiden waren nie mein Fall, aber ihre Romane in diesem Zyklus mochte ich; bei ATLAN fand ich ihre Magier klasse. Sie hatte einen eigenen Stil, der ihre Romane unverwechselbar machte.

Unser direktes Verhältnis, das nicht immer einfach war, wurde in den vergangenen zwei Jahren etwas besser. Wir mailten mehrfach, wir telefonierten. Meist ging es um geschäftliche Themen: Abrechnungen, neue Projekte, Rückfragen zu laufenden Themen. Zuletzt hatten wir im Februar Kontakt – und jetzt ist sie viel zu früh gestorben.

29 Juni 2013

Veränderung pro und contra

Bei einer Veranstaltung in den 90er-Jahren – wahrscheinlich in Sinzig – sagte der PERRY RHODAN-Autor Peter Terrid: »Was ihr wollt, ist ja, dass wir immer die gleiche Geschichte erzählen, aber eben immer ein bisschen variiert.« Das sagte er nicht wörtlich, aber sinngemäß, und er meinte es ironisch. Ein Kern von Wahrheit ist aber stets dabei.

Ich merke es derzeit bei einigen Äußerungen von Lesern. Immer wieder wurde gefordert, die Autoren sollten doch einmal mutig sein und einige grundsätzliche Änderungen im PERRY RHODAN-Universum vornehmen. Der Tod von Aktivatorträgern wurde diskutiert, starke Änderungen im Handlungsverlauf sowieso.

Und jetzt? Kaum ändert sich wirklich etwas, wird beispielsweise ein »altes« Raumschiff zerstört, ärgern sich manche Leser. Einige sehen die Zerstörung des Perryversums voraus. Da frage ich mich schon: Wieviel Veränderung ist zumutbar, wieviel wird eigentlich gewünscht?

28 Juni 2013

Mein Tag in Mainz


Am gestrigen Donnerstag, 27. Juni 2013, fuhr ich im Auftrag von PERRY RHODAN nach Mainz. Drei Staus hatte ich unterwegs, den ersten davon brachte ich gleich am Stadtrand von Karlsruhe hinterher mich. Aber ich schaffte es püntklich zum Mainzer Institut für Buchwissenschaft.

Im Saal P7 des Philosophiums fanden sich einige Dutzend Studentinnen und Studenten ein, dazu einige Uni-Dozenten und PERRY RHODAN-Leser, aber auch der PERRY RHODAN NEO-Autor Christian Humberg und Gerhard Hubert, der unter anderem mal eine STELLARIS-Geschichte sowie Science-Fiction-Romane bei Bastei-Lübbe veröffentlicht hat.

Nach einleitenden Worten von Dr. David Oels erzählte ich einigs über die Geschichte der PERRY RHODAN-Serie, den Inhalt sowie die Produktionsbedingungen. Vor allem ging ich im späteren Verlauf des Vortrags auf E-Books und die Zukunft einer Science-Fiction-Serie ein. Ich hielt mich dabei sogar an das genannte Thema: »PERRY RHODAN Multimedial in die Zukunft. Wie sich die Heftromanserie in digitalen und analogen Weiten bewegt«.

Hinterher wurden viele Fragen gestellt, auf die ich so gut wie möglich Antworten gab. Meine Informationsmaterialien, die ich dabei hatte, wurden größtenteils mitgenommen; danach gingen wir noch ein bisschen essen und trinken. So kam ich recht spät aus dem Uni-Gelände hinaus, erst gegen halb ein Uhr nachts war ich wieder daheim. Trotzdem war's ein schöner Ausflug in universitäre Gefilde ...

27 Juni 2013

Den Terraner gehört


Als die PERRY RHODAN-Romane nach Band 1000 vor über dreißig Jahren in gedruckter Form erschienen, war ich als jugendlicher Leser dabei. Mittlerweile sind die Silberbände so weit gekommen: Der Silberband 119 mit dem Titel »Der Terraner« entspricht im Prinzip den ersten PERRY RHODAN-Heftromanen nach Band 1000.

Dieses PERRY RHODAN-Buch habe ich selbst nicht gelesen, obwohl ich es ursprünglich vorhatte. Aber jetzt reichte die Zeit bei mehreren langen Autofahrten doch dazu, dem entsprechenden Hörbuch zu lauschen: Es wurde von Gregor Höppner eingelesen und erschien bei Eins A Medien.

Ich fand interessant, wie Hubert Haensel die klassischen Heftromane bearbeitet und neu zusammengestellt hat: Die von mir als Jungleser nicht sonderlich geliebten Betschiden-Abenteuer kommen jetzt in der zweiten Hälfte des Hörbuchs und sind so wesentlich unterhaltsamer, als ich sie in der Erinnerung hatte.

Wie immer gibt ein Hörbuch einen anderen Eindruck wieder als ein gedruckter Heftroman oder ein gedruckter Hardcover-Band. »Der Terraner« als Hörbuch hat mir auf jeden Fall wieder viel Vergnügen bereitet – schöne PERRY RHODAN-Klassiker eben ...

26 Juni 2013

PERRY RHODAN in Mainz


Ich bin selbst gespannt, was mich erwartet, wenn ich am Donnerstag, 27. Juni 2013, nach Mainz fahre. Dort halte ich ab 18.15 einen Vortrag zu diesem Thema: »PERRY RHODAN Multimedial in die Zukunft. Wie sich die Heftromanserie in digitalen und analogen Weiten bewegt« ...

Das Konzept zu diesem Vortrag steht bislang nicht. Auf der Internet-Seite des Mainzer Institutes für Buchwissenschaft wird der Vortrag schon als »unterhaltsamer Abend« angekündigt. Da muss ich mir ja glatt Mühe geben ...

25 Juni 2013

Die »Sol« wurde 70

Druckfrisch bei mir eingetroffen: die aktuelle Ausgabe der »Sol«, der Clubzeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale. Es ist die Ausgabe 70, sie erscheint im 18. Jahrgang – das allein ist schon respektabel. Gelesen habe ich das Magazin noch nicht, aber durchgeblättert. Es sieht richtig gut aus und macht auf den Inhalt neugierig.

Witzig finde ich die Beilage: Es ist ein »PR Paper«, zu deutsch ein Kartonmodell. Ich kann jetzt also einen Torbogentransmitter selbst basteln. Zumindest sieht die Bastelanleitung so aus, als ob auch jemand wie ich damit zurechtkommen könnte ...

24 Juni 2013

SOS aus dem Weltall

Schaue ich mir heute den PERRY RHODAN-Film »SOS aus dem Weltall« an, komme ich aus dem Grinsen nicht mehr heraus. Der Film ist schlecht, da sind sich alle einig, aber mit dem Abstand von 45 Jahren ist einiges einfach anders zu betrachten.

Ich erinnere mich an die späten 70er-Jahren; da lief der Film sogar im Kino im heimatlichen Freudenstadt. Ich war zu jung, um ihn mir anzuschauen, aber mein Kumpel Frank – von dem ich damals haufenweise PERRY RHODAN-Romane auslieh – war drin und fand ihn klasse. Ich war 13, er war 14 Jahre alt ...

Man muss vielleicht realistisch sein: Als der Film gedreht wurde, war der inhaltliche wie technische Stand von Science-Fiction-Filmen zumeist gering. »2001« veränderte kurz darauf einiges, und in den 70er-Jahren steigerte sich das Niveau.

Vergleicht man den PERRY RHODAN-Film mit den Streifen, die zur gleichen Zeit produziert wurde, ist er gar nicht sooo schlecht. Das ändert selbstverständlich nichts an der Tatsache, dass man den Film heutzutage nur noch als Satire betrachten kann.

23 Juni 2013

Ein neuer Wim

Ich gestehe, dass ich Wim Vandemaan für ein Phänomen halte: Unser neuer Exposéautor hat noch einen »Hauptberuf«, dem er mit Energie und Engagment nachgeht, und trotzdem schafft er es, Exposés und Romane für PERRY RHODAN zu verfassen, die von einem hohen Niveau sind. Das fällt mir immer wieder auf, wenn ich Manuskripte von ihm lese.

An diesem Sonntag war ein Manuskript »fällig«, das frühzeitig eingetroffen ist, weit vor dem Abgabetermin also. Eine der Hauptfiguren ist Perry Rhodan selbst, und der Terraner wird Zeuge einer unheilvollen Veränderung – das habe ich alles mit großer Faszination gelesen. Wie das die Leser aufnehmen werden, wenn der Roman erscheint?

22 Juni 2013

Eine siebte Auflage?

Um es vorwegzunehmen: Ich glaube an Print. Ich glaube, dass viele Menschen trotz aller Digitalisierung immer noch gerne »auf Papier« lesen. Ich bin da sicher keine Minderheit: Gedruckte Bücher haben ein anderes »haptisches Erlebnis« als ein E-Book, trotz desselben Inhaltes.

Aber ich glaube nicht, dass eine siebte Auflage von PERRY RHODAN in Form eines Heftromans heute noch eine Chance hätte: nicht im wöchentlichen Erscheinen, nicht im Zeitschriftenhandel. Wer die Serie gedruckt von Anfang an lesen möchte, kann sich mithilfe der Flohmärkte sehr schnell gebrauchte Hefte besorgen oder liest die geraffte Version der Silberbände.

Für die Zukunft kann ich nichts sagen, die ist bekanntlich »wide open«: Vielleicht gibt es in absehbarer Zeit eine historisch-kritische Ausgabe in Form von Taschenbüchern: je ein Roman mit Anhang als kleinauflagiges Taschenbuch für Experten? Vielleicht gibt es in absehbarer Zeit auch eine Print-On-Demand-Auflage für diejenigen, die PERRY RHODAN unbedingt gedruckt und komplett haben möchten?

Wer weiß ... Eine klassisch gedruckte siebte Auflage am Kiosk sehe ich aber nicht.

21 Juni 2013

Kalender für 2014

Ich hatte es am Wochenende des 17. bis 19. Mai 2013 leider nicht geschafft, den Con in Garching zu besuchen. Immerhin konnte ich einen Beitrag fürs Conbuch liefern; besser als nichts. Aber von den Veranstaltern bekam ich dennoch ein schönes Geschenk, das ich heute erst so richtig würdigen kann.

Es ist ein Kalender fürs Jahr 2013: schöne Weltraumbilder, faszinierende Aufnahmen von Sternennebeln beispielsweise. Als ich den Kalender auf meinem Schreibtisch fand, war das eine sehr gelungene Überraschung für mich. Und ich werde ihn in meiner Wohnung sicher irgendwo aufhängen. Tolles Fan-Engagement!

20 Juni 2013

Die Arbeit im PRC SIRIUS


»Wir – das sind momentan fünf Jungs zwischen 14 und 17 – treffen uns jeden Mittwoch um 16 Uhr in einem Clubraum«, schrieb im Jahr 1978 ein junger PERRY RHODAN-Fan aus Graz an die Redaktion. Sein Name war Gerold Haynaly, und unter dem Namen Gerry Haynaly schreibt er jetzt für PERRY RHODAN NEO.

Veröffentlicht wurde sein Leserbrief und damit der Bericht auf der Leserkontaktseite des PERRY RHODAN-Romans »Festung Atlantis«, der Nummer 60 also, der im Spätjahr 1978 in der vierten Auflage erschien. Ausführlich erläuterte der junge Fan die Arbeit des Clubs: Briefe lesen, über die laufende Handlung diskutieren, Kurzreferate, ein Fanzine machen.

Und er schrieb über die Probleme eines solchen Clubs, man traf sich eben selten vollständig: »... weil der eine Hausaufgaben machen muß, der andere vielleicht Hausarrest hat ..« Von 1978 bis heute ist ein weiter Weg, und solche Clubs gibt es heute nicht mehr. Für die PERRY RHODAN-Szene der 70er- und 80er-Jahre waren sie unverzichtbar.

19 Juni 2013

Verenas NEO-Erstling

Menschen in Gefangenschaft und ihr Widerstand: Das ist eines der zentralen Handlungselemente in »Am Rand des Abgrunds«, der gestern am späten Nachmittag aus der Druckerei kam. Verena Themsens Roman ist der erste Beitrag der PERRY RHODAN-Teamautorin zu PERRY RHODAN NEO, und ich fand ihr Manuskript schon in der Erstfassung richtig klasse.

Die Autorin vermittelt weitere Informationen zur Gesellschaftsordnung im Arkon-Imperium, aber vor allem präsentiert sie eine Reihe faszinierender Charaktere: ungewöhnliche Menschen, die mit einer ungewöhnlichen Lage zurecht kommen müssen. Wie der zehnte Roman der laufenden Staffel »Das Große Imperium« bei den Lesern ankommt, warte ich jetzt gespannt ab ...

18 Juni 2013

Algorrian auf niederländisch

Zu den ungewöhnlichen Figuren, die Robert Feldhoff während seiner Exposéarbeit einführte, gehörten die Algorrian. Zwei Romane von Hubert Haensel stellten die »Liebenden der Zeit« vor; in diesem Doppelband wurde zudem der große Plan der Superintelligenz THOREGON vorgestellt.

Für die niederländischen PERRY RHODAN zählt das zur aktuellen Handlung: Der Doppelband 2181/2182 mit den Romanen »De Gelieftden van de Tijd« und »Het Thoregon-Plan«, deren Titel man auch ohne entsprechende Sprachkenntnisse versteht, ist unlängst erschienen. Dieses kosmische Geschehen ist somit jetzt auch in den Niederlanden angekommen ...

17 Juni 2013

Jugendmarketing 2011

Es war der 10. Dezember 2001, an dem die damalige PERRY RHODAN-Redaktion einen interessanten Besuch erhielt: Auf Einladung und gegen Honorar reiste ein »Hochkaräter« aus der Werbe-Branche an, um einen Vortrag über »Jugendmarketing« und die damit zusammenhängenden Themen zu halten. Der Vortrag war beeindruckend und ernüchternd zugleich, die Diskussion hinterher sehr spannend.

Eingeladen hatten wir zu dem Vortrag auch die Kolleginnen und Kollegen aus dem Lektorat des Moewig-Buchverlages. Diese gingen bei der erstbesten Möglichkeit wieder, weil es sie nicht interessierte. Wir blieben bis zum Ende, sprachen hinterher zudem lange mit dem Mann.

Wir lernten alle sehr viel dabei. Umsetzen konnten wir vieles davon leider nicht; aus unterschiedlichen Gründen. Aber es ist immer wieder hilfreich, sich von Menschen »von außerhalb« einige zusätzliche Ideen unterbreiten zu lassen ...

16 Juni 2013

Was ist mit der SOL?

Seit ich für PERRY RHODAN arbeite, gibt es eine Art von Leserfragen, die immer wieder kommt: »Was ist mit XXX los?« Oder auch: »Wo ist YYY?« Immer werden irgendwelche Figuren, Völker oder Raumschiffe vermisst.

Das gilt insbesondere für auffällige Raumschiffe wie beispielsweise die SOL. Seit sie im Aphilie-Zyklus erstmals eine Rolle in der PERRY RHODAN-Serie spielte, tauchte das Hantelraumschiff immer wieder auf: mal verändert, mal mit einer neuen Besatzung, mal in einer anderen Galaxis. Und als Leser fand ich das stets faszinierend.

Die Frage nach der SOL haben wir uns in der letzten Exposébesprechung ebenfalls gestellt. Nur so viel: Wie haben die SOL und ihre Besatzung nicht vergessen. Aber im laufenden Handlungszyklus um das Atopische Tribunal wird sie so schnell auf jeden Fall nicht auftauchen.

15 Juni 2013

Frank und Perry


Zur heutigen Lektüre gehört PERRY RHODAN NEO 50. Ohne viel über den Inhalt verraten zu wollen: Der Roman stammt von Frank Borsch, der es sich als Exposéautor natürlich nicht nehmen lassen hat, das »kleine Jubiläum« selbst zu verfassen. Ich weiß, welche thematischen Höhepunkte der Autor eingebaut hat, und bin trotzdem sehr gespannt darauf, wie er seine eigenen Ideen umgesetzt hat.

Selbst bin ich nach wie vor beeindruckt, dass NEO schon den Band fünfzig erreicht hat. Damit haben viele Kritiker am Anfang nicht gerechnet – der Ideenreichtum der Autoren und die Begeisterung der Leser hat die Serie jetzt zu diesem Mini-Jubiläum gebracht. Starke Leistung!

14 Juni 2013

Er modernisierte das Perryversum

Ein Logbuch der Redaktion

(Dieses Logbuch erschien bereits im Conbuch für den GarchingCon im Mai 2013. Auf dieser Internet-Seite sollten wir es aber auch bringen – es hat schließlich viel mit unserer Arbeit zu tun ...)

Das PERRY RHODAN-Universum, von den Fans häufig als Perryversum bezeichnet, hat sich in den über fünf Jahrzehnten seines Bestehens, immer wieder verändert. Es bildeten sich andere Schwerpunkte aus, es wurden andere Geschichten erzählt. Für die meisten Änderungen zeichneten Autoren verantwortlich: Karl-Herbert Scheer, William Voltz, Ernst Vlcek, Robert Feldhoff und Uwe Anton zählen zu jenen, die mit ihren Romanen und Ideen dem Perryversum immer neue Facetten hinzugefügt haben.

Es gibt darüber hinaus einen Mann, der ebenfalls viel für das Perryversum getan und es sehr geprägt hat: Dabei handelt es sich um Eckhard Schwettmann, dessen Name seit Mitte der 90er-Jahre für PERRY RHODAN-Marketing und für Bücher über PERRY RHODAN steht. Seine Rolle für die neuere Geschichte der Serie und ihres Umfeldes ist groß, und es ist sinnvoll, sie an dieser Stelle einmal zu würdigen.

Eckhard Schwettmann kam im Sommer 1996 als Marketingleiter zur Verlagsunion Pabel-Moewig, in einer Zeit also, in der viel um den Kurs der PERRY RHODAN-Serie diskutiert wurde. Unter dem Dach des Moewig-Buchverlages sollte die Serie weg vom Heftroman und hin zum Buch entwickelt werden, darüber hinaus ging es darum, sie zu modernisieren und in neue Medien zu führen.

Das war ideal für Eckhard Schwettmann, der zuvor jahrelang in der Musik-Branche gearbeitet hatte. Voller Energie und Tatkraft stürzte er sich auf seine Aufgabe: PERRY RHODAN, bis zu diesem Zeitpunkt vor allem als Print-Produkt bekannt, tauchte auf einmal in Form von Musik-Produktionen auf. Die bisher schleppend verlaufenden Versuche, PERRY RHODAN als Computerspiel zu veröffentlichen, wurden von ihm forciert; es gab eine ganze Reihe von neuen Produkten, die im weitesten Sinne mit der Vermarktung der Serie zu tun hatten.

Besonders wichtig: Eckhard Schwettmann war der erste, der überhaupt PERRY RHODAN als eine »Marke« begriff; er pflanzte den Markengedanken in die Hirne der Redaktion und des Autorenteams. Der Markengedanke sollte über allem stehen, und die Serie sollte sich konsequent und kontinuierlich in alle wichtigen Richtungen entwickeln. Er verortete PERRY RHODAN im Bereich der Popkultur, stellte die Serie in neue Zusammenhänge und verlieh ihr so ein frisches Image.

Der Erfolg gab ihm recht. Zahlreiche neue Publikationen erschienen, die Serie florierte und entwickelte sich. Wurde PERRY RHODAN     im Jahr 1995 noch von zwei Personen betreut, nämlich von Sabine Bretzinger und Klaus N. Frick, waren es Ende der 90er-Jahre bereits fünf; im Jahr 2001 kamen Redaktion und Marketing von PERRY RHODAN auf insgesamt sieben Personen. Mit dieser »Manpower« ließ sich einiges bewegen.

Eckhards Ideen stießen an »höherer Stelle« auf große Aufmerksamkeit. Bereits 1999 wurde er zum Verlagsleiter für die Moewig-Buchverlage ernannt, er war damit gleichberechtigt mit dem Verlagsleiter für den gesamten Zeitschriftenbereich. Als Buchverlagsleiter kümmerte er sich natürlich weiterhin um PERRY RHODAN, stieß aber jetzt zusätzliche Impulse im Buchgeschäft an. Moewig sollte stärker in die Mediengesellschaft verankert werden, wozu beispielsweise Pressekonferenzen gehörten oder eben auch Bücher, die außerhalb des »normalen« Buchgeschäfts funktionieren sollten.

2001 verließ Eckhard den Verlag, wechselte für einige Zeit ins Filmgeschäft, um sich dann vor allem um Bücher aller Art zu kümmern. Er war für Verlage wie Humboldt und Hannibal tätig, um nur einige zu nennen, und brachte die zwei Bereiche zusammen, die sein berufliches und privates Leben am meisten prägten: Popkultur im weitesten Sinne und Bücher.

Mit seinem fulminanten Prachtband »Der Allmächtige« setzte er Maßstäbe in Sachen PERRY RHODAN-Berichterstattung. Wer seitdem über die größte Science-Fiction-Serie der Welt spricht oder schreibt, muss dieses Mammutwerk kennen.

Seit einiger Zeit betreibt er weitere Projekte, diesmal nicht als Autor, sondern als Herausgeber. Drei Bände der »PERRY RHODAN-Chronik« sind wohl bereits erschienen, wenn der GarchingCon läuft; die »Johnny-Bruck-Biografie« würdigt darüber hinaus den wichtigsten Science-Fiction-Künstler des deutschsprachigen Raumes.

Das alles sind nur Streif- und Auszüge. Man könnte über Eckhard Schwettmann viel mehr schreiben und erzählen. Wer ihn kennt, weiß genügend Anekdoten und Berichtenswertes, das als Ergänzung dienen kann. Aber dass er mit seinen Arbeiten seit vielen Jahren für PERRY RHODAN streitet und aktiv ist, das wird ihm für immer einen Platz in der Chronik des Perryversums verschaffen – ein ganz spezieller Zellaktivator aus Gedanken, Ideen und Visionen ...

13 Juni 2013

Ein Tag mit NEO

Am heutigen Tag arbeite ich wieder einmal zu Hause. Der Grund ist einfach: Ich habe derart viele Manuskripte und Exposés zu lesen, bin das kann ich nur einigermaßen in Ruhe machen, wenn ich daheim bin. Kein Telefon klingelt, und niemand betritt mein Büro, und bei schönem Wetter kann ich mich auf den Balkon setzen.

Wobei die Lektüre sowieso schön in die Zukunft weist: Es geht um PERRY RHODAN NEO, es geht um die Handlung der nächsten Staffel, und es geht vor allem um den fünfzigsten Roman. Dieser kommt ja immer schneller auf uns zu, und rings um diesen Band haben mir die Autoren schon einiges an Lesestoff zur Verfügung gestellt. In einem Fall bin ich selbst schon sehr gespannt, weil der Autor sehr viel an »Eigenentwicklungen« entworfen hat, die ich nicht kenne ...

12 Juni 2013

Sechs Monolithen im Grünband

Dieser Tage trafen die Belegexemplare von Bertelsmann ein: »Sprung ins Jenseits« von Achim Mehnert liegt jetzt auch als Hardcover vor. Die Kollegen vom dortigen Abo-Dienst haben damit den sechsten Band des »Monolith«-Zyklus in Form der sogenannten Grünbände veröffentlicht – damit ist der Zyklus in seiner zweiten Ausgabe abgeschlossen.

Das macht mich vor allem deshalb stolz, weil ich an diesem ATLAN-Zyklus mitgewirkt habe. Zwar schrieb ich weder den Roman noch das Exposé, aber ich hatte einige Ideen zum Konzept beigesteuert. Dass daraus dann zuerst sechs Taschenbücher und sechs Hardcover-Bände wurden, schmeichelt meinem Ego und erfreut hoffentlich die Leser.

11 Juni 2013

Wiener Dreierpack

Ein Logbuch der Redaktion

Dass PERRY RHODAN-Autoren einen Doppelband verfassen, also zwei Romane hintereinander, die zudem in einem inhaltlichen Zusammenhang stehen, ist nichts besonderes. Das kommt seit vielen Jahrzehnten immer wieder vor und erfreut sich großer Beliebtheit bei Autoren wie Lesern: Eine komplexe Handlung lässt sich über zwei Romane hinweg besser erzählen, die erzählerische Breite ermöglicht es zudem, Charakteren mehr Raum zu geben. Dass Autoren aber gleich drei Bände hintereinander schreiben, ist sehr selten.

Wenn alle Informationen stimmen, war Kurt Mahr jener Autor, der dies zum letzten Mal schaffte: Von ihm stammen die Bände 1159 bis 1161 – und das ist fast dreißig Jahre her. Umso interessanter ist deshalb der »Dreier-Block«, den Michael Marcus Thurner geschrieben hat und der in den nächsten Wochen unter den Bandnummern 2704 bis 2706 erscheinen wird. Sein Thema ist zudem eines, das bei den Lesern auf großes Interesse, aber nicht unbedingt auf große Gegenliebe stoßen wird ...

Das zeigt sich schon beim Titel des ersten Romans, der die Nummer 2704 trägt. In »Die Rückkehr der JULES VERNE« spielt ein Raumschiff eine wichtige Rolle, mit dem Perry Rhodan selbst schon durch Raum und Zeit gereist ist. Dieses Schiff und seine Besatzung stehen im Zentrum eines durchdachten Plans. Eine der Hauptpersonen des Romans ist darüber hinaus Reginald Bull, seit der Mondlandung ein Wegbegleiter Perry Rhodans; als weiterer Handlungsträger tritt unter anderem ein Geheimagent mit allerlei Problemen auf.

Der Autor, dem das Schreiben an der Trilogie – der Ausdruck ist hier angebracht – sichtlich Spaß gemacht hat, äußerte sich in seinem privaten Blog dazu: »Drei Heftromane haben in etwa die Länge eines PERRY RHODAN-Taschenbuchs, von denen ich schon einige geschrieben habe. Man könnte also glauben, dass ich problemlos damit zurechtkommen würde.« Immerhin soll jeder Roman einen eigenen Spannungsbogen haben, so dass er auch für sich allein stehen kann – und die drei Bände zusammen sollen wiederum eine zusammenhängende Geschichte erzählen.

Der Autor wechselt im Lauf seiner Trilogie durchaus die Perspektive: In Band 2705, der den schönen Titel »Die Sippe der Würdelosen« trägt, stellt er eine recht ausgefallene Gruppe von Lemurer-Abkömmlingen vor, und er präsentiert mit dem geheimnisvollen »Marschall« erstmals einen Handlungsträger, von dem man im Verlauf der weiteren Zyklushandlung wohl noch mehr hören wird.

Den Höhepunkt und Abschluss der Trilogie bildet dann – wie es sich gehört – der Abschlussband: Das ist Band 2706 mit dem programmatisch klingenden Titel »Sternengrab«. Ich fand das Manuskript schon bei der Lektüre sehr spannend, und ich bin sicher, dass es auch bei den Lesern auf große Zustimmung stoßen wird.

»Für mich persönlich ist diese Trilogie auf jeden Fall ein Highlight meiner bisherigen Karriere als Mitglied des PERRY RHODAN-Teams«, schreibt der Autor in seinem Blog. Damit hat er komplett recht: Die Trilogie ist auch ein Highlight der gesamten PERRY RHODAN-Serie und liefert für den aktuellen Handlungszyklus »Das Atopische Tribunal« einen echten »Kracher«.

Den sollte sich kein Leser entgehen lassen: weder als gedrucktes Heft am Kiosk oder im Abonnement noch als E-Book oder Download-Hörbuch!