Ein Logbuch der Redaktion
Wann genau ich Uwe Anton kennenlernte, weiß ich nicht mehr genau. Es war sicher in den 80er-Jahren, ebenso sicher bei einem Con. Sein Name war mir natürlich schon lange zuvor ein Begriff: Der Autor und Übersetzer war bereits in den 70er-Jahren aktiv gewesen und hatte als junger Mann seine ersten Romane veröffentlicht.
Das waren sicher keine Meisterwerke, und Uwe Anton behauptete das später nie – aber wer mehrere Romane in den unterschiedlichsten Genres schreibt und publiziert, bevor er zwanzig Jahre alt ist, muss etwas können. Als ich selbst in diesem Alter war, konnte ich froh sein, eine halbwegs lesbare Kurzgeschichte zu Papier zu bringen.
Uwe veröffentlichte in den 70er-Jahren zahlreiche Fanzines, er betrieb einen Comic-Laden, er schrieb haufenweise Romane und übersetzte unzählige Science-Fiction-Romane, Krimis und Thriller. In den 80er-Jahren zählte er zu den bekanntesten Machern in der deutschsprachigen Science Fiction.
Bei verschiedenen Cons sprachen wir miteinander, und bei einem langen Spaziergang in Sinzig konkretisierten wir in den 90er-Jahren unsere weitere Zusammenarbeit. Seither ist Uwe Anton für PERRY RHODAN tätig, und in dieser Zeit bereicherte er unsere Serie durch zahlreiche Ideen und viele Romane. Wer die Details wissen möchte, kann in der Perrypediy mehr dazu erfahren – dort sind seine einzelnen Beiträge zu unserer Serie alle aufgelistet.
Was ich an Uwe in all der Zeit immer schätzte, war seine Vielseitigkeit. Er verstand sich auf den damals modernen Cyberpunk und die düstere Dystopie ebenso wie auf militärische Action oder exotische Aliens. Er strukturierte Miniserien für ATLAN und PERRY RHODAN, und er steuerte unsere Serie über 200 Bände lang durch eine kritische Zeit: Nach dem plötzlichen Tod Robert Feldhoffs musste Uwe mitten im Zyklus übernehmen.
Nicht vergessen möchte ich die jahrelange Zusammenarbeit, die Uwe und ich in Wolfenbüttel hatten. Über viele Jahre hinweg wirkten wir beide dort als Dozenten für die Kurzgeschichten-Werkstatt, was zwar immer viel Arbeit war, aber auch großen Spaß machte. Er kam immer mit ungewöhnlichen Ideen (»Lass uns mal was von Dean R. Koontz nehmen«), und brachte bei den Seminaren einen ganz anderen Blickwinkel ein als ich.
In all der Zeit führten wir viele Gespräche, nicht nur über PERRY RHODAN oder ATLAN, sondern über allerlei popkulturelle oder auch politische Themen. Uwe, der in den 80er-Jahren zahlreiche wichtige Comic-Übersetzungen erstellt hatte, kannte sich im Comic-Geschäft immer aus und hatte oft einen guten Tipp auf Lager. Bei Musik konnten wir uns nie einigen, bei Getränken ging unser Geschmack auch weit auseinander – aber man kann nicht alles haben.
Alles in allem bin ich sehr froh und glücklich darüber, Uwe schon so lange zu kennen und auch schon so lange mit ihm zusammenzuarbeiten. Dass er heute siebzig Jahre alt wird, kann ich mir kaum vorstellen – wo ist der fröhliche junge Mann mit dem rheinischen Singsang in der Sprache und dem Grinsen im Gesicht geblieben? (Schaue ich in den Spiegel, habe ich eine Ahnung …)
Aus diesem Grund nutze ich die Gelegenheit, ihm an dieser Stelle zu gratulieren: Alles Gute zum siebzigsten Geburtstag, lieber Uwe – auf weiterhin gute Zusammenarbeit!
(Dieses Logbuch erschien am 5. September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wiederhole ich es der Vollständigkeit halber.)

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