19 Dezember 2025

Über die Feiertage ist hier still

Auch ein PERRY RHODAN-Redakteur braucht einige Tage für sich und seine Familie. Das heißt für diesen Blog dann, das er für einige Tage ruhen wird. Es gibt keine neuen Texte und keine neuen Bilder.

Ich bin am 2. Januar 2026 wieder am Start. So lange bitte ich einfach um ein wenig Geduld. Ich hätte eh nichts zu erzählen, das irgendwie spannend wäre …

18 Dezember 2025

Weitere Schritte zum heutigen E-Book

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Obwohl die Verlagsbranche mit dem »Roket-e-Book« gescheitert war, wollten wir in der PERRY RHODAN-Redaktion das Thema noch nicht aufgeben. Vor allem Miriam Hofheinz und Frank Borsch, die neu zu uns gestoßen waren, forcierten in den Jahren 2001 bis 2005 neue Geschäfte in Sachen E-Books.

Miriam Hofheinz wurde immer mehr zur treibenden Kraft. Sie schloss sich dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) an und knüpfte zahlreiche neue Kontakte. Ohne dass es manche der großen Verlage mitbekamen, entwickelte sich eine Infrastruktur aus kleinen Anbietern, die an das Thema E-Book glaubten. Unter Miriams Ägide entwickelte sich im Verlauf weniger Jahre für uns ein Geschäftsmodell, das seinerzeit wohl als einzigartig einzustufen war.

»Es war ein logischer Schritt, die Serie dorthin zu bringen, wo sich die technikbegeisterte Zielgruppe befindet«, stellte Miriam Hofheinz 2011 in einem Interview fest. »Für jede Serie ist es von existentieller Bedeutung, Nachwuchs zu rekrutieren. Es ist kein Geheimnis, dass der klassische Heftroman als angestaubt gilt. Besonders bei jüngeren Lesern liegt er alles andere als im Trend. Um diese dennoch auf den tollen Inhalt von PERRY RHODAN aufmerksam zu machen, mussten wir uns schlicht den Bereich der zukunftsweisenden E-Books zunutze machen.«

Die sechste Auflage

Nach intensiver Planung, Marktanalyse und Abstimmung wurde schließlich die sogenannte sechste Auflage geboren. Der Begriff entstammte einer Idee von Frank Borsch. »Wir werden nie wieder eine sechste Auflage in gedruckter Form in den Zeitschriftenhandel bringen«, argumentierte er. »Aber in digitaler Form können wir das schaffen.«

Fünfmal wurden die ersten Romane bereits im Heftformat publiziert, und wir orientierten uns an den vorangegangenen Printauflagen: Wir fingen also noch einmal bei Null an – oder vielmehr bei Band eins. So erschien bei readersplanet am 5. Dezember 2005 »Unternehmen Stardust« als E-Book. Die Zielgruppe waren Menschen, die Lust darauf hatten, unsere Romane als PDF zu lesen.

In der Folge arbeiteten wir mit anderen Partnern zusammen, die E-Book-Produktion wuchs. Die ATLAN-Serie kam auf diese Weise neu heraus, andere Zyklen folgten. Ab 2007 boten wir mithilfe unserer Partner auch die aktuellen Romane wöchentlich in der digitalen Version an; sogar die PERRY RHODAN-Silberbände 1 bis 20 wurden als E-Books veröffentlicht.

Noch waren die Zahlen nicht berauschend. Die Auflagen bewegten sich anfangs im dreistelligen Bereich. Wir stellten aber fest, dass es immer mehr Menschen gab, die das Display ihrer Telefone nicht nur zum Spielen benutzten oder Geld für Klingeltöne ausgaben – das Nokia- oder das Sony-Handy entwickelten sich trotz aller Probleme zu Lesegeräten für digitale Romane. 

Eine App von Textunes

Mit Band 2500 änderte sich einiges. »Projekt Saturn« von Frank Borsch ebnete für uns den Weg zu den sogenannten Apps. Die Firma Textunes bot eine App an, mit der man die Serie auf dem damals immer noch neuen iPhone lesen konnte. Wir veranstalteten zu diesem Zweck im Juli 2009 eine Pressekonferenz in Hamburg; die Presse stieg begeistert auf das Thema ein.

Kein Wunder: Mit dem neuartigen Telefon waren ganz andere Möglichkeiten verbunden. Es war nun einfacher, auch längere Texte zu lesen, während man unterwegs war – man brauchte kein Buch mit sich herumzuschleppen, sondern konnte sein iPhone nutzen, das man ohnehin in der Tasche hatte.

Unser Ziel damals war klar: Wir wollten so einer völlig neuen Leserschaft den Zugang zum Perryversum ermöglichen – der Zuspruch wurde schnell größer.

Parallel dazu hatten einige Firmen bereits Geräte entwickelt, die reine E-Book-Reader waren. Vor allem das Sony PRS 505 und der Amazon Kindle sorgten ab 2008 für Aufsehen. Wir blieben in dieser Phase noch ein wenig zurückhaltend. Die App für das iPhone ab 2009 war eine echte Neuerung, bei den reinen Lesegeräten wollten wir abwarten.

Die technische Entwicklung ging aber weiter. 2010 wurde das iPad vorgestellt, andere Tablets kamen ab 2011 in den Handel. Gefühlt jeden Monat drängten weitere E-Book-Reader auf den Markt, die sich in Sachen Technik und Lesekomfort gegenseitig zu überbieten versuchten. Wir schlossen mit immer mehr Partnern einzelne Verträge ab, mit denen wir den Vertrieb von E-Books steuern konnten. Für uns wurde es langsam unübersichtlich. 

Der Sprung zu Bookwire

Im Sommer 2011 kam dann der entscheidende Umbruch: Wir entschlossen uns nach einer langen Diskussion, alles zu vereinheitlichen, und entschieden uns für die Firma Bookwire, die in Frankfurt angefangen hatte, E-Books zu vertreiben. Das Unternehmen war zu der Zeit noch recht klein, bot aber etwas an, das wir nicht mehr leisten konnten: Wir würden ein fertiges E-Book an sie liefern, und sie würden dafür sorgen, dass es alle Shops gleichzeitig erhielten.

Bookwire war nicht die einzige Firma, die zu der Zeit mit ähnlichen Konzepten auf sich aufmerksam machte. Wir prüften die einzelnen Angebote – hier engagierte sich vor allem Bettina Lang –, und wir kalkulierten. Heidrun Imo vom Marketing erstellte Excel-Tabellen, die wir mit der Geschäftsführung diskutierten.

Ein wichtiger Punkt war tatsächlich: Bei Bookwire arbeitete zu jener Zeit eine Frau, die wir sehr gut kannten und schätzten. Es war Miriam Hofheinz, die PERRY RHODAN im Jahr 2008 verlassen hatte und nun – quasi von anderer Seite her – wieder für uns aktiv wurde.

Der Rest ist gewissermaßen Geschichte. »Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen«, lautete im Herbst 2011 mein Resümee in einem Interview. »Das Ziel ist, unseren Lesern in naher Zukunft jeden jemals verfassten PERRY RHODAN-Roman auch als E-Book zugänglich zu machen.«

(Dieser Text wurde bereits im Oktober 2025 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)

17 Dezember 2025

Sterben will ich

Im zweiten Teil seines Doppelbandes, der in dieser Woche in den Handel kommt, setzt Wim Vandemaan erneut Reginald Bull ins Zentrum des Geschehens. Auf dem Titelbild von »Sterben will ich« ist der Terraner zu sehen; mir gefällt die Darstellung von Dirk Schulz auch deshalb so gut, weil sie ein bisschen mysteriös wirkt und damit sehr gut zu dem Roman passt.

Wims Geschichte läuft wieder auf verschiedenen Ebenen ab, und mir ist klar, dass nicht jeder mit dieser Art des Erzählens etwas anfangen kann. Aber es ist eine gute Tradition bei PERRY RHODAN, dass Autorinnen und Autoren ganz unterschiedliche Erzählweisen in die Serie einbringen. Ich erinnere mich an Romane von William Voltz, die streckenweise in der »Du«-Perspektive geschrieben waren, oder an die skurrilen Geschichten von Thomas Ziegler, die gelegentlich eher an eine Groteske als an einen »ernsthaften« Roman erinnerten.

Ernsthaft ist Wims PERRY RHODAN-Band eindeutig. Der Autor bringt philosophische Züge ein, er lässt seine Figuren auch einmal zweifeln – und er rundet die Geschichte um die elektrische Kirche schön ab.

16 Dezember 2025

Jenseits der Stimmen

Verfasst Rüdiger Schäfer einen Roman für PERRY RHODAN NEO, kann man als Leser eigentlich immer davon ausgehen, dass man einen »besonderen Stoff« erhält. Das ist bei »Jenseits der Stimmen« ebenfalls so, dem Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen. Der Autor erzählt darin eine Geschichte, die auf verschiedenen Ebenen spielt – eine davon fand ich besonders gut.

Man stelle sich ein riesiges Schiff vor, einen kubusförmigen Fragmentraumer der Posbis. An Bord sind sieben Kinder mit unterschiedlichen Charakteren sowie einige Posbis, also Roboter. Die Kommunikation ist schwierig, die Bedürfnisse sind verständlicherweise höchst unterschiedlich; es kommt also zu Konflikten.

Das zeigt der Autor mit viel Liebe zum Detail. Die Kinder werden plastisch geschildert, die Roboter ebenfalls; wir haben es mit einer Vielzahl faszinierender Charaktere zu tun. Das machte mir große Freude, und ich bin sicher, die Leser schätzen das auch.

15 Dezember 2025

Den Feuersturm im Blick

Bis das PERRY RHODAN-Buch mit dem Titel »Feuersturm« in den Handel kommt, vergehen noch einige Wochen. Veröffentlicht wird es im März 2026 mit der Bandnummer 173; das heißt, dass es ab Ende Februar im Buchhandel zu finden sein wird. Das Buch selbst ist praktisch fertig, was die inhaltlichen Punkte angeht, und es muss »nur noch« gedruckt werde.

Derzeit stecken wir damit auch an der Arbeit an den Drumrumtexten, wie wir das intern nennen. Drumrumtexte sind beispielsweise der Rückentext, der hinten auf das Buch gedruckt wird. Der soll nicht zu viel verraten, aber auf den Inhalt neugierig machen.

Das ist bei diesem Buch besonders knifflig: Mit »Feuersturm« wird der »Tarkan«-Zyklus abgesclossen. Alle Fäden der laufenden Handlung werden zusammengeführt – es ist nicht leicht, das alles in maximal 800 Zeichen für einen Text zu packen ...

12 Dezember 2025

Zwei Doppelbände der besonderen Art

Ein Logbuch der Redaktion 

Ich mag es, wenn die Autorinnen und Autoren des PERRY RHODAN-Teams mit einem Doppelband längere Zeit in einem Umfeld verbleiben können, in dem sie sich quasi zuhause fühlen. Oft dienen Doppelbände dazu, einen neuen Schauplatz oder eine neue Figur vorzustellen. Auf der anderen Seite ermöglichen sie es der Leserschaft, tiefer in eine Szenerie einzutauchen. Ich selbst habe sie früher als Leser sehr geschätzt und mag es heute, wenn es uns gelingt, gute Doppelbände zu veröffentlichen.

Weil in den kommenden Wochen vier Romane herauskommen, die jeweils auf ihre Weise originell und spannend sind, erzähle ich an dieser Stelle mehr über die Verfasser und die Inhalte. Zwei Romane verfasste Wim Vandemaan, die anderen zwei stammen von Kai Hirdt.

Den Auftakt macht Wim Vandemaan. Eine seiner Hauptfiguren ist Reginald Bull, und ich weiß, dass der Autor diese Figur schon immer mochte. Die andere Hauptfigur ist die Bordintelligenz des kleinen Raumschiffs PHOENIX. Darüber hinaus geben sich allerlei Außerirdische ein Stelldichein, einige Menschen sind ebenfalls mit von der Partie.

Der erste Teil des Doppelbandes trägt den Titel »Die elektrische Kirche«. Er spielt in den Tiefen des Alls, weit entfernt von der Milchstraße und in einem Bereich zwischen den Galaxien, wo sich bislang keine Menschen aufgehalten haben.

Die Besatzung des PHOENIX trifft auf das Technogewölk und lernt eine seltsame Zivilisation kennen … Der Roman mit der Bandnummer 3356 erscheint am 12. Dezember 2025.

Die direkte Fortsetzung trägt den Titel »Sterben will ich« und die Bandnummer 3357; sie ist ab dem 18. Dezember 2025 im Handel erhältlich. Reginald Bull gerät in echte Schwierigkeiten, gleichzeitig treffen er und seine Gefährten auf ein sehr seltsames Wesen.

Wim Vandemaan entführt mit seinem ungewöhnlichen Sprachstil auf eine Welt, die anfangs ein wenig verschroben wirkt, dann aber immer klarer wird. Die weiteren Zusammenhänge werden spätere Geschichten herstellen – dieser Roman gibt erst einmal einen phantastischen Einblick.

Zurück in die Milchstraße führt Kai Hirdt mit seinem Doppelband. Er beleuchtet die Situation bei den Topsidern und stellt die Echsenwesen in vielfältiger Weise dar. Als eine wichtige Hauptfigur präsentiert Hirdt unter anderem Atlan, den Arkoniden, der sich im Sternengelege umsieht.

Mit »Im kosmischen Bermuda-Dreieck«, der am 24. Dezember 2025 mit der Bandnummer 3358 erscheint, erzählt der Autor von politisch-gesellschaftlichen Umbrüchen und einem Geheimnis, das gewissermaßen direkt »vor der Haustür« der Terraner zu finden ist. Mir gefiel der intensive Blick auf die Topsider, die man als PERRY RHODAN-Leser schon lange nicht mehr so detailliert und spannend beschreiben bekam.

Den zweiten Teil des Doppelbandes stellt Hirdt unter den Titel »Wenn Topsid fällt«. Damit startet unsere Serie am 2. Januar 2026 in ein neues Jahr – und für die Topsider, deren Geschichte der Autor in Szene setzt, gibt es verschiedene Entwicklungen, die nicht allen schmecken dürften …

In beiden Doppelbänden geht es also um fremde Zivilisationen, die in Kontakt zu Menschen von der Erde geraten – oder vor langer Zeit erstmals geraten sind – und sich derzeit verändern. Beide Male geben die Autoren schöne Einblicke in diese Kulturen und präsentieren sie anhand ausgewählter Einzelfiguren. So etwas gefällt mir immer!

(Dieses Logbuch wurde vor einigen Tagen bereits auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier kommt es aus dokumentarischen Gründen ein zweites Mal.) 

11 Dezember 2025

Eine Leseprobe für Kythara

Im Oktober 2004 kam der erste Roman einer neuen ATLAN-Miniserie in den Handel. »Die Lordrichter« umfasste wieder zwölf Bände, gesteuert wurde die Serie von Sabine Kropp. Damit wir die Serie entsprechend bekanntmachen konnten, veröffentlichten wir bereits im September 2004 eine Leseprobe.

Sie umfasste zwölf Seiten im klassischen Heftromanformat und wurde unter anderem bei der Frankfurter Buchmesse verteilt; die PERRY RHODAN-Abonnenten erhielten ebenfalls ein Heft. Enthalten war neben diversen Informationen vor allem der Anfang des ersten »Lordrichter«-Romans: Uwe Anton hatte mit »Kytharas Erbe« den ersten Band verfasst und wurde somit präsentiert. Er zeichnete auch als Exposéautor für die Serie verantwortlich.

(Das Titelbild stammt übrigens von Dirk Schulz. Im Vordergrund sieht man die Varganin Kythara, dahinter guckt Atlan ein wenig griesgrämig.)

10 Dezember 2025

Alle Planetenromane als E-Books?

Immer wieder kommt die Frage auf, ob wir nicht alle klassischen Planetenromane oder die Kurzgeschichtenbände aus den 80er-Jahren als E-Books veröffentlichen könnten; nicht nur einen Teil wie bisher. Im Moment sehe ich dafür keine Chance, so gern ich das auch täte, und das will ich kurz begründen.

Die bisherigen Planetenromane, die es als E-Books gibt, sind alles andere als ein Erfolg. Während sich die Silberbände oder auch einzelne Heftromane – von den Paketen ganz zu schweigen – in einem Umfang verkaufen, der sich »rechnet«, sind die Zahlen bei den Planetenromanen sehr überschaubar.

Man muss sich vergegenwärtigen, dass immer Kosten entstehen, selbst bei digitalen Produkten. Die E-Books müssen in den Shops »vorgehalten« werden, was Gebühren verursacht; von den Einstellgebühren und der Produktion mal ganz abgesehen.

Es ist wahrscheinlich so: Stammleser – wie ich ja auch einer wäre – haben die Planetenromane, die sie interessieren, längst gelesen oder haben sie in Papierform im Schrank stehen. Sie kaufen sie nicht als E-Book ein zweites oder drittes Mal. Und potenzielle Jungleser sind eher an der Serie interessiert und weniger an »Randprodukten«. Das ist nur eine Vermutung, genau weiß es niemand.

Das ist keine Absage für immer und für alle Ewigkeit. Mein Ziel, die gesamte PERRY RHODAN-Serie als E-Books zu veröffentlichen, was ich vor gut zwanzig Jahren mal öffentlich sagte, gilt immer noch. Aber man muss eben sehen, was mit welchem Aufwand und vor allem welchem Ergebnis zu machen ist …

09 Dezember 2025

Die elektrische Kirche

Erhalte ich ein Manuskript von Wim Vandemaan, ist es für mich jedes Mal aufs Neue wie eine Wundertüte: Ich weiß, dass ich etwas erhalte, das mich überraschen wird, aber ich kann nie im Voraus sagen, was ich genau bekomme. So war es auch, als ich das Manuskript zu »Die elektrische Kirche« zum ersten Mal las. Es handelt sich um den ersten Teil eines Doppelbands, und der Roman kommt in dieser Woche in den Handel.

Was erhalten wir in diesem Roman? Wir haben beeindruckende Außerirdische, wir haben ein Raumschiff, dessen Bordintelligenz dazu neigt, ein wenig zu philosophieren, und wir haben mit Reginald Bull eine Hauptfigur, die gerne mal zu Risiken neigt. Die Besatzung des PHOENIX ist in einer völlig fremden Region des Universums unterwegs und sucht nach Hinweisen – die Begegnung mit den Planetariern, auf die Bull und seine Gefährten treffen, verläuft dann prompt nicht so, wie man es sich vorher vorgestellt hat.

»Die elektrische Kirche« ist ein Roman, bei dem es sich lohnt, die eine oder andere Szene zweimal zu lesen. Wim Vandemaan zündet hier ein Feuerwerk an Ideen und stilistischen Spielereien ab, das mir sehr gut gefallen hat.

08 Dezember 2025

Exposétreffen in Karlsruhe

Zum Jahresausklang gibt es heute mal wieder eine Exposébesprechung: Ben Calvin Hary kommt nach Karlsruhe, er besucht mich also in meinem Umfeld; in seiner Begleitung ist Christian Montillon. Wir wollen gemeinsam über den aktuellen Stand der Dinge bei unserer Science-Fiction-Serie sprechen und uns anschauen, wie der »PEGASOS«-Zyklus bisher gelaufen ist.

Da wir aber mit den Exposés schon viel weiter sind als die Romane, die veröffentlicht werden, steht vor allem die spätere Phase dieses Zyklus im Fokus: Wie werden die einzelnen Handlungsfäden zusammengeführt, welche Figuren kommen an welchen Punkt der Geschichte?

Aber natürlich wird uns Ben Calvin Hary auch schon die ersten Ideen und Konzepte für den Zyklus vorlegen, der im Oktober 2026 beginne wird. Am 16. Oktober 2026 erscheint ein neuer Jubiläumsband, auf den wir bereits zuarbeiten. Das bezieht sich nicht nur auf die einzelnen Romane, sondern ebenso auf das Marketing – wobei wir da noch ein bisschen Zeit haben ...

05 Dezember 2025

Gom aus Brasilien

Mit »Gom antwortet nicht« schrieb Kurt Mahr ein klassisches Planetenabenteuer, das im Sommer 1962 erstmals veröffentlicht wurde. Reginald Bull und eine Gruppe von Mutanten erleben auf dieser fremden Welt eine Reihe von gefährlichen Abenteuern, eine dramatische Geschichte aus der Frühzeit der PERRY RHODAN-Serie.

Im Dezember 2025 erscheint der Roman in portugiesischer Übersetzung bei unseren Kollegen in Brasilien. Der Roman wird als E-Book publiziert, es gibt darüber hinaus auch eine gedruckte Version als Paperback.

Ob die Übersetzung gut ist oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Meine Sprachkenntnisse sind nicht besonders gut, um es höflich zu formulieren. Aber ich freue mich natürlich sehr, wenn unsere Partner in Brasilien weiter mit ihrem Kurs machen und die PERRY RHODAN-Serie in ihrer Sprache veröffentlichen! 

04 Dezember 2025

Die ersten Schritte zum E-Book

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich« 

Bekanntlich legten Clark Darlton und Karl-Herbert Scheer den Grundstock für PERRY RHODAN. Beide Autoren hatten viel Phantasie, ihre eigenständigen Romane begeisterten die Science-Fiction-Fans der 50er- und 60er-Jahre, und mit PERRY RHODAN schufen sie einen Welterfolg, der bis heute anhält.

Die Zukunft konnten sie aber nicht vorhersagen – und sie konnten sich nicht vorstellen, dass man einmal ihre Romane auf digitalen Endgeräten lesen würde.

Längst ist es für viele Leserinnen und Leser eine Selbstverständlichkeit: Allwöchentlich gibt's die neueste PERRY RHODAN-Ausgabe als E-Book für die unterschiedlichsten Endgeräte. Bis das digitale Lesen aber in den Fokus der lesenden Öffentlichkeit gelangte, musste ein beschwerlicher Weg auf sich genommen werden ...

Ich erinnere mich noch gut an die Vorläufer. Bereits in den 80er-Jahren konnte man Romane lesen, die auf Diskette angeboten wurden. Diese Disketten musste man per Post bestellen, und wenn man das richtige Programm benutzte, ließen sich die Textdateien darauf lesen. In diesem Fall saß man vor dem heimischen Computer und blickte auf den flimmernden Bildschirm, auf dem die Schrift häufig noch in weiß auf schwarz oder gar grün auf schwarz zu sehen war.

Wann genau der Autor Wilfried A. Hary, der unter anderem für ATLAN schrieb, solche Disketten mit professionellem Ehrgeiz vertrieb, weiß ich leider nicht mehr genau. Waren es noch die 80er- oder waren es bereits die 90er-Jahre?

Hary nannte sein Produkt schlicht »Diskoman«, ein Kofferwort aus »Diskette« und »Roman«. Ich bekam einige dieser Diskomane in die Hände, las sie aber nie, weil mir das zu anstrengend war. Andere Leser fanden das aber schon damals toll.
Das Rocket-eBook

Anfangs wurde das Thema des digitalen Lesens von der Literatur-Szene belächelt und außerhalb dieser überhaupt nicht wahrgenommen. Sein erstes vorsichtiges Ausrufezeichen setzte das E-Book als Alternative zum gedruckten Buch auf der Frankfurter Buchmesse 1999.

Zwei Monate vor der – nicht ganz korrekten – Jahrtausendwende stellte die Firma NuvoMedia in den Frankfurter Messehallen den ersten kommerziellen E-Book-Reader der Welt vor: ein klobiges Plastikgehäuse mit dem futuristisch klingenden Namen »Rocket-eBook«. Dieses Wunder an Technik sollte mit einer unglaublichen Speicherkapazität von 16 Megabyte für beeindruckende 675 Mark die Buchbranche revolutionieren.

Das stellte sich schnell als ein utopisches Ziel heraus. Zwar gelang NuvoMedia in Kooperation mit dem Shop bol.de eine bemerkenswerte Markteinführung mit einem soliden Startsortiment von mehr als 500 deutschsprachigen Titeln, der große Erfolg aber blieb aus.

Eckhard Schwettmann als der Mann, der PERRY RHODAN damals in das Marketing-Zeitalter beförderte, erkannte die Chancen des neuen Mediums. Ich erinnere mich an die Euphorie, die er uns vermittelte, als wir das dicke Gerät in unseren Büros hatten und wir das erste E-Book lesen konnten. Es war recht aufwendig, PERRY RHODAN-Manuskripte für das neue System aufzubereiten – aber Eckhard steckte uns mit seiner Begeisterung an.

Bei PERRY RHODAN erkannte man alo früh die Zeichen der Zeit und das Potenzial der digitalen Medien. Getreu dem Motto »Es kommt nicht auf das Endgerät, sondern den Inhalt an«, warteten wir gar nicht erst darauf, dass die großen Buchverlage mit der ultimativen Lösung kommen, sondern nahmen das E-Book-Geschäft selbst in Angriff. Damit übernahm PERRY RHODAN schon 2000 eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet.

Zur deutschen Markteinführung des »Rocket-eBooks« waren bereits vier digitale Romane aus dem Perryversum im Download erhältlich: der erste Band der »Kosmos-Chroniken« sowie die in sich abgeschlossene »Arkon«-Trilogie von Rainer Castor. Die Trilogie hielt sich wochenlang auf Platz 1 der Verkaufsliste von bol.de.

Wir waren mit PERRY RHODAN also durchaus erfolgreich und erreichten gute Verkaufszahlen. Aber es reichte nicht aus: Die Kosten überstiegen den Nutzen. Trotzdem hielt Eckhard recht lange an dem Produkt und seiner Vermarktung fest. Es dauerte eine Weile, bis ich die Belieferung des »Rocket-eBook«-Marktes mit weiteren Dateien stoppen konnte.

Wir waren damit nicht die einzigen: Trotz aller aussichtsreicher Prognosen entpuppte sich das »Rocket-eBook« als Ladenhüter, sodass die Produktion im Verlauf des Jahres 2001 eingestellt wurde. In einem Interview räumte eine Pressesprecherin wenig später ein, den Markt »zu positiv eingeschätzt« zu haben. Es sei eben »noch kein Massenmarkt für dieses Medium« vorhanden.

Aber wir wollten nicht aufgeben. Wir wussten, das war die Zukunft für PERRY RHODAN, auch wenn wir im Verlag dafür durchaus belächelt wurden …

(Dieser Text stand bereits im Oktober auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier habe ich ihn zu dokumentarischen Zwecken noch einmal gebracht.) 

03 Dezember 2025

Der Sturz des Pegasos

Wenn ich es mir echt überlege, ist der PERRY RHODAN-Roman, den wir in dieser Woche in den Handel bringen, ein echter Space-Thriller, ein Roman also, der in der Science-Fiction-Welt unserer Serie spielt, aber eindeutig die Motive eines packenden Thrillers aufweist. Michelle Stern schrieb »Der Sturz des Pegasos«, in dem die Autorin eine Reihe von interessanten Figuren auftauchen lässt.

Klar sind Antonya Bancroft und Jasper Cole die zwei Figuren, von denen die eigentliche Handlung bestimmt wird. Aber es spielen auch zwei alte Herren eine wichtige Rolle, und es gibt ein Geheimnis, das die Figuren den ganzen Roman über beschäftigt.

Wie sich dieser Band in den Zusammenhang des laufenden Zyklus eingliedert, erzähle ich an dieser Stelle noch nicht. Das wird von der Autorin ja dargestellt; Michelle Stern zeigt, wie PEGASOS und das Elysion zusammenhängen und welche Funktion die sogenannten Shinobi ausüben werden.

Ich plaudere an dieser Stelle sicher nicht zu viel aus, wenn ich schreibe, dass man zu diesen Begriffen noch nicht das letzte Wort gehört hat …

02 Dezember 2025

Gedanken zum Fressmetall

Ein Logbuch der Redaktion

Mit Ben Calvin Hary unterhielt ich mich im Frühjahr und Sommer 2024 häufig über die Wege, die er mit den Exposés einschlagen wollte. Er stellte mir seine zahlreichen Ideen vor, und wir diskutierten über seine Konzepte. Manche Überlegung lief ins Leere, andere Gedankengänge wurden weiterhin verfolgt, und wieder andere veränderten sich vollständig.

So war das schon immer: Die Arbeit an einer Serie wie PERRY RHODAN funktioniert nicht so, dass man einen Zyklus auf dem Reißbrett plant und sich stur daran hält, ohne etwas an den ersten Plänen zu ändern. Das Schreiben von Romanen ist nicht mit dem Bauen eines Hauses vergleichbar – wer einen Roman schreibt, stellt immer fest, wie sich Ideen entwickeln und Figuren gewissermaßen ein eigenes Leben erhalten.

Wann mir der Exposéautor zum ersten Mal vom Fressmetall erzählte, weiß ich gar nicht mehr. Wir hatten dafür noch keinen Begriff, oder ich vergaß ihn gleich hinterher wieder. »Es wird kleine Maschinen geben«, erläuterte er, »die mit Aelors Vergangenheit in Verbindung stehen und an verschiedenen Schauplätzen auftauchen.« Diese Maschinen, so stellte er seine Idee vor, sollten an verschiedenen Handlungsorten auftauchen und ihre Spuren hinterlassen – das wiederum seien im Regelfall neunzackige Sterne.

Bei weiteren Gesprächen wurde die Idee vertieft. Irgendwann standen wir an dem Punkt, an dem es konkret wurde. Der »PHOENIX«-Zyklus hatte gerade erst begonnen, die ersten Romane waren veröffentlicht worden, und wir waren gespannt darauf, wie die Leserinnen und Leser auf Shrell, das Brennende Nichts und die ungewöhnlichen neuen Figuren reagieren würden. Ben war mit seinen Planungen bereits weiter und dachte bereits über den folgenden Zyklus nach – den mussten wir ja bereits vorbereiten.

Ein Thema war das Fressmetall, für das er mittlerweile einen konkreten Namen und einen noch konkreteren Plan hatte: Es handle sich um sogenannte Reproiden, erzählte er mir bei einem Spaziergang im Saarland, an dem auch Christian Montillon teilnahm. Wir gingen über eine Wiese und auf einen Waldrand zu, rings um uns standen karge Obstbäume, und es pfiff ein kalter Wind. Diese Reproiden, so Ben, sollten ein extremes Wachstum haben: alle zwei Minuten eine Verdoppelung ihrer Zahl.

Als Kind hatte ich gerne mit Zahlen gespielt. Ich schrieb beispielsweise 748 auf einen Zettel und verdoppelte die Zahl. Das Ergebnis verdoppelte ich wieder und wieder und wieder – bis der Zettel von oben bis unten mit Zahlen gefüllt war. Ich war mit meinen neun oder zehn Jahren völlig verblüfft davon, wie schnell sich die Zahlen in irrsinnige Höhen schraubten. Deshalb kapierte ich Bens Idee sofort.

»Die Biester sind dann in der Lage, einen Planeten innerhalb kürzester Zeit leerzufressen«, ergänzte Ben. »Und gegen eine solche Gefahr ist die herkömmliche Technik fast wirkungslos. Dagegen können die Terraner kaum etwas ausrichten.«

»Das ist wie bei den Hornschrecken!«, rief ich. Als jugendlicher PERRY RHODAN-Leser war ich 1977 mit dem »Blues«-Zyklus in dritter Auflage in die Serie eingestiegen. Ich erinnerte mich gut daran, wie gruselig ich die Hornschrecken fand: stumpf vorgehende Lebewesen, die an Käfer oder Krabben erinnerten und eine Welt in Windeseile kahl fressen konnten.

Er habe eher an eine von-Neumann-Maschine gedacht, erwiderte Ben. Diese Maschine gab es nur in der Theorie und in der Science Fiction; benannt waren sie nach einem Mathematiker namens John von Neumann. Die Idee kannten wir beide: Eine solche Maschine wird ins All geschickt, landet auf einem fernen Planeten. Dort sorgt sie dafür, dass sie Bergbau und Industrie entwickelt. Ihr einziges Ziel: neue Maschinen zu erzeugen, die weitere Planeten ansteuern konnten. Mithilfe dieser von-Neumann-Maschinen könnte man eine ganze Galaxis kolonisieren – sie würden sich immer weiter ausbreiten.

»Wir haben es also mit kleinen Maschinen zu tun, die sich ununterbrochen vermehren und die dafür die Materie ihrer Umgebung verwandeln«, schlussfolgerte ich.

Ben grinste. »Du hast es erfasst. Das Fressmetall ist eine von-Neumann-Maschine, wenn man so will.«

»… die dann ein bisschen wie die Hornschrecken aussieht«, ergänzte ich.

So stellte er mir seine ersten Ideen zu den Reproiden vor, irgendwann im Herbst 2024. Nun sind sie da, und ich finde, dass seine Idee mit all ihren Ergänzungen das erreicht, was sie erreichen sollte: Es ist eine unheimliche Gefahr, der man mit herkömmlichen Mitteln kaum beikommen kann, und sie wächst unaufhaltsam. Die Reproiden werden uns noch einige Male im »PEGASOS«-Zyklus beschäftigen – als eine Mixtur aus einer von-Neumann-Maschine, einer Armee von Hornschrecken und den klassischen Mitteln der Mathematik. Ich finde das spannend.

(Mittlerweile gibt es Stimmen, die sagen, wir hätten uns von »Stargate« beeinflussen lassen. Ich habe die Serie nie gesehen, habe mich mittlerweile informiert und bin einigermaßen verblüfft: »Unsere« Reproiden klammen sich nicht aneinander, formen keine größeren Gebilde und entwickeln auch keine Schwarmintelligenz; sie sind klein und erinnern mich trotz aller »Stargate«-Vergleiche nach wie vor an die Hornschrecken. Und die tauchten bereits in den frühen 60er-Jahren in unserer Serie auf. Aber klar: Es gibt immer Parallelen zu anderen Science-Fiction-Ideen.)

Nachtrag: Dieses Logbuch wurde bereits im November auf der PERRY RHODAN-Seite veröffentlicht. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen nachgereicht. 

01 Dezember 2025

Theater des Wahnsinns

Bei PERRY RHODAN NEO kommt es immer wieder vor, dass Autorinnen und Autoren einen Roman gemeinsam schreiben. Die Gründe hierfür sind unterschiedlich: Mal wird jemand krank, und eine Kollegin oder ein Kollege müssen einspringen, oder es bietet sich eben thematisch an.

Bei dem Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen, ist der inhaltliche Schwerpunkt ein echtes Argument: Verfasst wurde »Theater des Wahnsinns« von Stefan Pannor und Olaf Brill. Unter anderem spielt Roi Danton mit, was einen Teil der Handlung gleich einmal definiert: Olaf Brill hat Roi Danton bei PERRY RHODAN NEO eingeführt und ist damit der ideale Autor, wenn es darum geht, die weiteren Geschichten um diese Figur zu erzählen.

Die Handlung verläuft unter anderem auf zwei Handlungsebenen, die sich in der Zeit unterscheiden. Es geht also ein bisschen in die Vergangenheit unserer Serie – ich mag so etwas. Aber es gibt einen klaren Bezug zur Seriengegenwart und damit zu den Posbis, und mehr sollte ich an dieser Stelle nicht ausplaudern …