25 August 2020

Der Chaopressor

Am Freitag ist der abschließende Roman der – für mich immer noch – laufenden Miniserie erschienen. »Der Chaopressor« wurde von Kai Hirdt verfasst und beendet damit PERRY RHODAN-Mission SOL 2. Der Autor liefert, so finde ich, einen furiosen Abschluss für eine zwölf Bände umfassende Serie, in der es sowohl kosmische Höhenflüge als auch knackige Action gab.

Es ist noch zu früh, eine echte Bilanz für diese Miniserie zu ziehen. Noch liegen nicht alle Verkaufszahlen vor – aber insgesamt hat sich beispielsweise der Vertrieb sehr zufrieden gezeigt. Wir sind ja, das muss man sich klarmachen, zu einer Zeit gestartet, als im deutschsprachigen Raum das öffentliche Leben wegen der Corona-Pandemie heruntergefahren wurde. Ausgerechnet in der Woche, als der erste Roman dieser Serie in den Handel kam, waren die meisten Zeitschriftengeschäfte und Bahnhofsbuchhandlungen geschlossen.

Aber gut: Als Redakteur bin ich vor allem für den Inhalt zuständig, und mit diesem bin ich sehr zufrieden. Das Autorenteam um Kai Hirdt hat sehr gut gearbeitet, Arndt Drechslers Titelbilder sind immer wunderbar gewesen, Dieter Schmidt als Lektor und Bettina Lang in der Schlussredaktion haben die Terminlage stets gemeistert. 

Auf diese zweite »Mission SOL« blicke ich mit einigem Stolz zurück. Und »Der Chaopressor« bildet einen starken Abschluss.

Kommentare:

Ngakpa Jig'med Sempa hat gesagt…

Der Redakteur ist zufrieden, der Leser leider nicht. Es gibt einige Kritikpunkte an der Handlung. Zuerst, wie dumm oder dement müssen die Chaotarchen sein, wenn sie etwas so wichtiges, wie das Labyrinth ohne Verstärkung aufgeben? Da schicken die Kosmokraten eine Flotte und was machen die Chaotarchen? Nix. Ein weiterer Minuspunkt ist das Geschehen um Trazul. Auch hier wird die SI wieder groß aufgebaut, wie gefährlich sie sei und dann nullkommanix entsorgt. Der Status von Trazul muss doch eher der eines pubertierenden Blutegels sein, dass er seinen Anker nicht, obgleich extra für ihn angefertigt, nicht beziehen kann. Auch hinterlässt beim Leser ein ungutes Gefühl, wenn man letztendlich nicht weiß, ob der gute Trazul es nun überlebt hat oder nicht. Was mich am meisten beschäftigt, ist die Dummheit der Chaotarchen. Obgleich das Labyrinth so wichtig ist, werden kein zB. Dunklen Herolde oder andere Entitäten geschickt um das Labyrinth zu sichern. Was hätte man hier noch rausholen können? Weder erfährt man etwas über die "Konsistenz" oder die Geschichte von Trazul. Er will nur "fressen". Was für eine Intelligenz einer Super-Intelligenz! Ich bin wahrlich beeindruckt. Trazul landet im Schnelldurchgang in der Litter Box und die gute BARIL wird wider Willen Chaopressorin. Ohne Ernennung, Ausbildung oder Bestätigung der Chaotarchen? Ich frage mich allen Ernstes, ob die Chaotarchen ein Club von Alzheimer Patienten sind? Da wurde in der Hauptserie TRAITOR aufgebaut, als unbesiegbar dargestellt und dann kommt Danton daher in zwölf Heften und fügt TRAITOR einen großen Schaden zu, einer Organisation die Abermillionen Jahre existiert? Hm ..ein wenig unrealistisch.
BARIL soll dann TRAITOR führen und wird es dann endgültig in den Wahnsinn treiben. Das ganze wirkt doch allzu sehr konstruiert. Auch der "Endkampf" ist mir nicht elaboriert und zu vorgesehen geschildert. Manchmal frage ich mich, ob Autoren wirklich Schlussszenen schreiben können, die nicht so hoppla hopp konzipiert werden. Der Kampf von Trazul vs. BARIL war mir wie ein Hamster gegen eine Maus erschienen.
Der nächste Zyklus wird "Die Chaotarchen" heißen? Mir schwant übles. Perry Rhodan wird wohl die Kandidatin ebenfalls im Kochwaschgang entsorgen, wie das schon bei Seth-Apophis und Koltoroc geschehen ist und als Zugabe noch Xaryn hinterher. Bitte bleibt realistisch. Mich langweilen unsäglich omnipotente Protagonisten. Wenn PR gottgleich wird, schlafe ich ein. Wie wäre es einmal zur Abwechslung, wenn man die Kandidatin zur Chaotarchin werden lässt und diesen Prozess evolutiv ohnmächtig beobachten würde? Was für eine Gelegenheit, etwas zu beschreiben, was die Serie weiterbringt. Das wäre einmal was, anstatt immer nach Schema F vorzugehen und zu eleminieren, egal, wie mächtig die Entität ist.
Die Titelbilder von Drechsler waren sehr gut, die Romane in der Regel spannende jedoch die Auflösung miserabel und mit vielen Defiziten versehen. Ich mag eigentlich Geschichten von "höheren Wesenheiten", jedoch bitte lasst die Chaotarchen nicht so dumm und unlogisch handeln als wären sie Meerschweinchen im Streichelzoo und bitte bleibt realistisch und lässt PR nicht gottgleich werden. Ich persönlich finde gebrochene Persönlichkeiten viel interessanter als langweilige Superhelden.

Enpunkt hat gesagt…

Vielen Dank für diesen Kommentar, der sehr ausführlich und klar ist. Ich leite ihn deshalb auch weiter an die Autoren sowie an den Künstler.

Bei vielen Punkten dieses Kommentars bin ich anderer Ansicht. Meiner Ansicht nach ist Perry Rhodan alles andere als omnipotent; aber das kann man natürlich so und so gleichermaßen sehen.

Ich würde es auch so sehen, dass Rhodan und Danton in der abgelaufenen Miniserie auch nicht dem Gesamt-TRAITOR einen Schaden zugefügt haben, sondern einer Teil-Streitmacht. TRAITOR kann von Menschen nicht besiegt werden; in den entsprechenden zwei Großzyklen haben die Traitoristas ja auch nur deshalb von der Milchstraße abgelassen, weil es für sie nicht mehr lohnenswert war, in Hangay vorzugehen.

Mir persönlich gefallen gebrochene Helden auch eher. Aber in vielen Gesprächen mit Lesern und auch Mails sowie Briefen der vergangenen Monate hatte ich oft den Eindruck gewonnen, dass man sich stärkere Helden wünscht. Da werden wir sehen müssen, wie wir einen vernünftigen Mittelweg hinbekommen.

Sicher ist, dass dieser Kommentar hier bei unseren nächsten Diskussionen eine Rolle spielen wird. Danke dafür!