02 Februar 2026

Das Solsystem im Fokus

In den Exposés, mit denen ich mich gestern und heute beschäftige, geht es immer wieder um das Solsystem. Ben Calvin Hary stellt die aktuelle Situation auf der Erde und den anderen Welten und Monden dar; die Autoren haben dann die knifflige Aufgabe, aus seinen Exposés einen spannenden Roman zu machen.

Ich finde es wichtig, immer wieder zur Situation im Solsystem umzublenden. Mit PERR RHODAN schreiben wir gewissermaßen die Geschichte der Menschheit bis in die ferne Zukunft. Und weil die Erde der Ursprungsplanet der Menschen ist, ist sie immer wieder der Dreh- und Angelpunkt der Handlung.

Das wird gelegentlich kritisiert. Die Erde stehe zu oft im Zentrum, das sei nicht glaubwürdig; wir sollten doch einmal einen ganzen Zyklus ausschließlich auf fernen Welten spielen lassen.

Um’s vorsichtig anzudeuten: Wenn zu viele Romane weit außerhalb der Milchstraße spielen, melden sich andere Leserinnen und Leser und fordern, dass die Erde als Schauplatz doch ebenfalls wichtig sei. Die Geschmäcker sind nun mal doch recht unterschiedlich …

Ich glaube einfach, dass wir beides bei PERRY RHODAN brauchen: Romane, die in weiter Ferne spielen und exotische Schauplätze bieten, und Romane, die von der Erde und ihrer Zukunft erzählen.

30 Januar 2026

Ein Rückblick auf dreißig Jahre

Ich erinnere mich noch gut, wie schwer es 1995 und 1996 war, die PERRY RHODAN-FanZentrale (PRFZ) ins Leben zu rufen. Es gab viele Widerstände im Verlag, aber auch in der Fan-Szene waren nicht alle begeistert. Das ist jetzt alles lang her, und schaue ich mir die aktuelle Ausgabe 120 der Zeitschrift »SOL« an, kann ich feststellen, dass die PRFZ-Verantwortlichen über lange Zeit hinweg eine anspruchsvolle Aufgabe sehr gut erledigt haben.

Mittlerweile ist anscheinen d bereits die Ausgabe 121 an die Mitglieder verschickt worden. Ich kam erst dieser Tage zu, die Lektüre der Ausgabe 120 zu beenden. Deshalb diese verspätete Rezension, wofür ich um Verständnis bitte.

In einem Interview erinnert sich Jürgen Menge, der erste Chefredakteur des Magazins, wie es damals anfing. Statistiken geben einen ergänzenden Überblick, und ein Artikel beschäftigt sich mit den Titelbildern. Somit wird die Geschichte der »SOL« ausführlich gewürdigt.

Der Rest es Heftes ist eher »business as usual«: Aktuelle Romane werden vorgestellt; in einem Interview informiert Kai Hirdt über die weitere Zukunft für PERRY RHODAN NEO. Auf den gelungenen Con, der 2025 in Garching veranstaltet worden ist, wird zurückgeblickt. Zahlreiche kleinere Beiträge sind im Heft enthalten, das auf diese Weise wieder eine unterhaltsame und informative Mischung präsentiert.

Die »SOL«-Ausgabe 120 umfasst 68 farbig gedruckte Seiten in professionellem Layout, die sich durchgehend gut lesen lassen. Wie immer ist das Magazin lesenswert – wer sich für PERRY RHODAN interessiert, findet darin stets wichtige und lesenswerte Themen. PRFZ-Mitglieder erhalten das Heft im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrags; man kann es aber auch »einfach so« bestellen.

29 Januar 2026

Marketing-Blick im Jahr 2004

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«


Wann genau das Foto aufgenommen wurde, das mich vor einem grünlich schimmernden Hintergrund zeigt, ist nicht mehr klar festzustellen. Anhand der ausliegenden Heftromane kann ich das Bild auf das Jahr 2004 fixieren, und ich denke, dass das einigermaßen stimmen sollte.

Klaus Bollhöfener und Miriam Hofheinz, unsere damaligen Marketingkollegen, hatten die Idee, ich solle mich mal fotografieren lassen. »Wir brauchen ein Foto von Dir, das man auch Außenstehenden zeigen kann«, argumentierten sie. Also wurde ich ins offizielle Fotostudio des Verlags geschickt, das sonst vor allem die Redaktionen der Zeitschriften nutzten, und durfte dort zwischen einem PERRY RHODAN-Aufsteller, diversen Heftromanen und ein bisschen Merchandise meinen Platz einnehmen.

Ich fremdelte ein wenig mit der Aufgabe, was man auch heute noch erkennen kann. Und ob das Foto wirklich seinen Weg aus unserer Redaktion hinaus an die Öffentlichkeit gefunden hat, kann ich heute nicht mehr sagen …

28 Januar 2026

Was niemand kommen sah

Diese Woche erscheint der erste Teil eines PERRY RHODAN-Doppelbands, den Marie Erikson verfasst hat. Die Autorin erzählt darin von einem Volk, das in der Milchstraße auf einer bislang unbekannten Welt lebt: Es sind die Nargan, und sie haben in jüngster Zeit damit begonnen, ins All vorzustoßen. Nun treffen sie auf die ersten Aliens …

Mir gefiel vor allem eine Figur in diesem Roman: Es ist Tolmenur, eine Nargan, die zu den Sternen reisen möchte und die als erste ihres Volkes mit den Außerirdischen in Kontakt tritt. Marie Erikson stellt nicht nur Tolmenur und ihre Weltsicht dar, sondern zeigt anhand dieser Figur, wie die aktuelle Gesellschaftsform dieser Welt ist und sie sich verändert.

Mir gefallen Romane, in denen uns Lesern die Aliens gewissermaßen einen Spiegel vorhalten. Das gelingt Marie Erikson mit ihrem Doppelband sehr gut, finde ich.

27 Januar 2026

PERRY RHODAN verlässt die Plattform X

Ein Logbuch der Redaktion 

Ich erinnere mich noch gut daran, wie Miriam Hofheinz in der Tür meines Büros stand und mich fragte, ob ich schon einmal von Twitter gehört hätte. Mir war das neu, also erläuterte mir die Marketing-Kollegin: Das sei eine ganz neue Plattform im Internet, und auf dieser könne man mit Kurznachrichten weltweit kommunizieren.

Ich solle mir das einmal anschauen; vielleicht könnte das etwas für PERRY RHODAN sein. »Damit wären wir wieder Trendsetter«, meinte sie und verwies darauf, dass wir 1996 mit unserem Internet-Auftritt ebenfalls sehr früh auf uns aufmerksam gemacht hätten. Sie zeigte mir zudem die Twitter-Map, die es parallel dazu gab.

In den folgenden Tagen beschäftigte ich mich viel mit Twitter und versuchte herauszufinden, wie man das neue Netzwerk benutzen konnte. Anfang 2007 gab es noch nicht so viel Social Media, und einen Anbieter für »Microblogs« fand ich spannend. Vor allem die Twitter-Map faszinierte mich: Wenn jemand in Südkorea, Indien oder Kanada etwas bei Twitter schrieb, blitzte es auf der Karte auf, und dann konnte man mit der Maus quasi hinfahren und schauen, was diese Person geschrieben hatte – so wenig war am Anfang eben auf Twitter los.

Im Mai 2007 meldete ich mich privat bei Twitter an und eröffnete auch einen PERRY RHODAN-Account bei diesem Netzwerk. Anfangs tat sich nicht viel, vor allem deshalb, weil Twitter noch so unglaublich neu war. Wir überlegten uns daher, wie wir das Netzwerk sonst nutzen konnten.

Es gab Firmen, die nutzten es für die interne Kommunikation: Wie wäre es, wenn wir Twitter als abgeschlossenes Netzwerk – das wäre problemlos möglich gewesen – für die Kommunikation mit dem Autorenteam nutzen würden, als ein Forum für Autorinnen und Autoren? Oder als Diskussionsgrundlage für die Abteilung PERRY RHODAN?

Von solchen Gedanken verabschiedeten wir uns bald, weil andere Arbeiten wichtiger waren. Und weil Miriam Hofheinz die PERRY RHODAN-Redaktion verließ und wir unser Marketing neu aufstellten ... Twitter dümpelte für uns ein wenig im Hintergrund dahin; wir nutzten es nicht richtig.

Bis Kai Hirdt mit einer spanenden Idee kam: Wie wäre es denn, wenn die Figur Perry Rhodan direkt twittern würde? Kai war damals noch keiner unserer Autoren, sondern arbeitete als Texter in einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit in Hamburg. Wir fanden das Projekt gut, er betrieb es mit viel Engagement und Begeisterung über ein Jahr lang – das kam gut an, und am Ende wurde die Agentur für dieses Engagement für die Marke PERRY RHODAN sogar mit einem Preis ausgezeichnet.

In den Nuller-Jahren wurde Twitter zu einem wichtigen Medium für mich. Ich kommunizierte über die Plattform vor allem mit Autorinnen und Autoren, bekam viel Politik-Diskussionen mit und teilte die Inhalte unserer PERRY RHODAN-Serie. Auch unsere Marke war dort gut vertreten, immer mehr Fans fanden sich ein.

Einige waren bei Twitter so aktiv, dass sie sich sogar als »Twitterbande« bezeichneten. Ich würde behaupten, dass der BrühlCon ein direktes Ergebnis davon war. Für die Vernetzung kreativer Leute war Twitter vor allem in den Zehnerjahren ein wunderbares Netzwerk.

Das ist alles Geschichte, und es ist traurig, wie sich Twitter – das seit einigen Jahren nur noch X heißt – seitdem entwickelt hat. Was einmal ein Medium war, in dem sich viele kreative Köpfe austauschten, in dem diskutiert und gespottet wurde, in dem es viel zu entdecken gab, ist zu einer Seite verkommen, die immer stärker von Hass und Hetze dominiert wird.

Die Folgen sind einsichtig: Immer mehr Menschen ziehen sich von X zurück, immer mehr Institutionen haben aufgegeben. Wir haben uns die Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten angesehen und stellen fest: Für die Marke PERRY RHODAN ist X kein gutes Umfeld mehr; aus diesem Grund beenden wir unsere Präsenz auf dieser Seite. (Wir sind weiterhin bei Social Media aktiv: bei Facebook und Instagram, bei Bluesky und Youtube sowie seit einiger Zeit auch bei TikTok.)

Als Privatperson bleibe ich noch eine Weile bei Twitter und werde die PERRY RHODAN-Inhalte über meinen privaten Kanal teilen. Für PERRY RHODAN war's das aber ...

26 Januar 2026

Die MAGELLAN-Intrige

Verfasst Dietmar Schmidt einen Roman, kann man sich darauf verlassen, dass er unterhaltsam ist und dass in ihm die serieninternen Fakten stimmen. Da bildet »Die MAGELLAN-Intrige« keine Ausnahme: Band 375 unserer Serie PERRY RHODAN NEO kommt in dieser Woche in den Handel und erzählt vor allem von Spannungen innerhalb eines Raumschiffs.

Der Autor hatte für seinen Roman sehr viel Personal zur Verfügung. Ich weiß selbst, dass das keine leichte Aufgabe ist: Wenn man viele Personen durch eine Handlung führen muss, hat man als Autor immer das Problem, sich in der jeweiligen Szene für die richtige Perspektive zu entscheiden. Vor allem, wenn es unter anderem darum geht, eine Thriller-Handlung zu schildern …

Gut gefiel mir in diesem Roman übrigens, wie der Autor mit der Figur Perry Rhodan umgeht. Unsere Hauptfigur wird von ihm als Tatmensch gezeigt, nicht als knallharter »Sofortumschalter«, aber eben doch als ein Mensch, der zu seinen Überzeugungen steht und sich entsprechend verhält.

23 Januar 2026

Den Tod vor Augen

Das schrieb ich im Herbst 2025 an Oliver Fröhlich: »Ich habe Deinen Roman am Freitagmorgen gelesen, quasi auf einen Rutsch, weil er mir so gut gefallen hat.« Die Rede ist vom Manuskript des aktuellen PERRY RHODAN-Romans, der heute offiziell in den Handel gekommen ist.

»Den Tod vor Augen« erzählt von einer Expedition, die fast in einer Katastrophe endet, und blickt zurück auf eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich in riskante Forschungen gestürzt haben, ohne die möglichen Folgen zu betrachten. Der Autor siedelt die Handlung auf zwei Zeitebenen an und schickt seine Figuren auf beiden Ebenen in gefährliche Situationen.

Viele der Figuren, die er aufbietet, sind nichtmenschlich; ihre Probleme, mit denen sie sich beschäftigen müssen, sind aber jederzeit verständlich. Damit schafft er einen Roman, der fast schon faustische Elemente hat: Man strebt nach einem höheren Ziel, das man nicht erreichen kann, und macht auf dem Weg zum Ziel allerlei falsch …