14 Februar 2018

Ein Wendepunkt für »Genesis«

Ein Logbuch der Redaktion

Ungewöhnliche Schauplätze, dramatische Entwicklungen: Der Wendepunkt des laufenden »Genesis«-Zyklus erforderte eine immense Detailarbeit bei den PERRY RHODAN-Autoren. Einige Entwicklungen laufen zusammen, ein neuer Schauplatz wird eröffnet – der aber in einer sehr engen Beziehung zur bisherigen Handlung steht.

Es ist eigentlich eine gute Tradition bei PERRY RHODAN, dass ein Roman mit einer »50« am Ende der Nummer einen Handlungsabschnitt entweder beschleunigt, »umdreht« oder neu akzentuiert. Wer mag, kann sich sich an frühere Romane erinnern, etwa an »Die 6. Epoche« (PR 250) oder auch »BARDIOC« (PR 850).

Wim Vandemaan und Christian Montillon, die aktuellen Exposéautoren, kennen die Seriengeschichte sehr gut. Deshalb steuerten sie den Verlauf des Zyklus so, dass es mit Band 2950 einen Wendepunkt gibt. Darauf steuern bereits die Ereignisse in der Milchstraße zu.

Mit ihrem Roman »Sunset City« gewährt Verena Themsen einen Einblick in den wissenschaftlichen Betrieb der Liga Freier Galaktiker. Sie zeigt Forscher und Experten, die an einem unheimlichen Projekt arbeiten – und sie schildert ganz nebenbei, welchen Blick junge Menschen auf eine fremdartige Welt haben könnten. Der Roman wird am 16. Februar mit der Bandnummer 2948 veröffentlicht.

Die direkte Fortsetzung dazu schrieb Michael Marcus Thurner. Der Titel »Die Biophore« dürfte beim einen oder anderen Stammleser viele Erinnerungen wecken. In der Tat handelt es sich um Lebensträger, die bereits vor Jahrmillionen mithilfe der sogenannten Sporenschiffe in den Weiten des Kosmos verteilt worden sind.

Worin der Zusammenhang zwischen Biophore, der Situation in der Milchstraße, dem sogenannten Genesis-Projekt und den Machenschaften des Adauresten besteht, kann an dieser Stelle noch nicht verraten werden. Der Autor deutet in seinem Roman, der die Bandnummer 2949 trägt und am 23. Februar in den Handel kommt, auf jeden Fall schon an, was in absehbarer Zeit in der Menschheitsgalaxis geschehen könnte.

Damit schrieb der Autor allerdings auch einen Cliffhanger. Der Folgeband wechselt nämlich die Handlungsebene und beleuchtet eine Galaxis, die sehr weit von der heimatlichen Milchstraße entfernt ist.

Der Roman mit der Bandnummer 2950 und dem Titel »Der Sternenwanderer« wird am 2. März veröffentlicht. Geschrieben wurde er von zwei Autoren: Uwe Anton und Christian Montillon teilten sich gewissermaßen die Handlungsebenen. Sie stellen einen neuen Schauplatz für die Handlung vor, der aber – so viel sei schon verraten – viel mit aktuellen Ereignissen in der Milchstraße zu tun hat, und sie bringen eine Figur in die Serienhandlung zurück, die von vielen Lesern seit langem vermisst wird.

Vor allem aber erzählen sie eine Geschichte, die hoffentlich neugierig auf die zweite Hälfte des »Genesis«-Zyklus macht. Nicht nur die Leser, die sich sehr gut in unserer Serie auskennen, sollten bei diesem Roman ihre Freude haben; ich denke, dass er auch für Neuleser sehr gut geeignet ist, ebenso für Exleser, die mal wieder in ihre ehemalige Serie hineinschnuppern wollen.

Noch eine Bemerkung zum Folgeband: Michelle Stern schrieb »Die Dynastie der Verlorenen«, der am 9. März erscheint. Die Autorin liefert damit eine gelungene Fortsetzung, die das aktuelle Geschehen in der zweiten Zyklushälfte in einem richtig schönen Roman weiterführt.

Um zum Abschluss dieses kurzen Einblicks zu kommen: Ich glaube, die Leser können sich auf einen spannenden Wendepunkt für den »Genesis«-Zyklus freuen. Die betreffenden Romane haben zumindest der Redaktion sehr gut gefallen!

13 Februar 2018

Die Autorenkonferenz 2018 startet

Der Faschingsdienstag ist 2018 der eigentliche Tag der Autorenkonferenz. Während in Karlsruhe die Narren in den Straßen und Kneipen feiern, sitzen die PERRY RHODAN-Autoren und die Redaktion im Besprechungsraum eines Hotels zusammen, um dort die weitere Handlung der Serie zu besprechen. Es geht um »Kurs 3000« sowie weitere Themen; unter anderem werden wir über Marketing oder Veranstaltungen sprechen.

Der Montag ging schon interessant los. Die Kollegen aus Österreich verspäteten sich, weil ihnen die Bahn einen terminlichen Strich durch die Rechnung machte. Das Hotel konnte kein Abendessen anbieten – eine technische Panne –, weshalb wir in der Innenstadt in einem schönen Restaurant ein sehr leckeres Essen bekamen. Und hinterher gab es skurrile Gesprächssituationen in der Hotelbar, die für die Autoren dann doch das eine oder andere hochgeistige Getränk bereithielt.

Ich bin bester Dinge, was den weiteren Verlauf der Konferenz angeht. Zu besprechen gibt es genug, die Stimmung ist gut – was also kann schiefgehen?

12 Februar 2018

Vor der Autorenkonferenz 2018

Die Sonne scheint über Karlsruhe, es geht ein kühler, aber eher trockener Wind: eigentlich optimale Voraussetzungen, den Tag an der frischen Luft zu verbringen. Ich werde am heutigen Nachmittag auch auf mein Fahrrad steigen und etwa einen Kilometer fahren – allerdings nur bis zu dem Hotel, an dem ich mich heute mit den Autorinnen und Autoren der PERRY RHODAN-Serie treffe.

Die diesjährige Autorenkonferenz steht an. Ich werde ein Vorabgespräch mit den beiden Exposéautoren führen; gegen 18 Uhr treffe ich mich dann mit allen anderen Autoren. Heute ist als einziger Programmpunkt ein gemeinsames Abendessen geplant – aber wie immer werden wir bei dieser Gelegenheit viele Dinge diskutieren können, teilweise auch in kleinen Runden oder in Vier-Augen-Gesprächen.

Der eigentliche Konferenztag ist am Dienstag. Das Hotel werden wir kaum verlassen können, weil dann der »Zug« durch Karlsruhe geht; traditionell herrscht in dieser Stadt am Dienstag das bunte Faschingstreiben. Aber wir haben genügend zu tun: Es geht um den Abschluss des laufenden »Genesis«-Zyklus und die Vorbereitung des nächsten Zyklus ab Band 3000.

09 Februar 2018

Sunset City

Ein richtig starkes Titelbild zauberte Arndt Drechsler für den Band 2948 unserer Serie. Der Roman »Sunset City« von Verena Themsen spielt zu einem großen Teil in einer wissenschaftlichen Einrichtung, und diese zeigt der Künstler von außen. Dass man darin mehr über das Projekt Genesis erfährt, verrät das Titelbild natürlich nicht ...

Im Roman passiert viel, das ist klar – meine liebste Figur ist dabei eine, von der man denken könnte, dass sie am unwichtigsten ist. Aber Mar Tulek ist eine junge Frau, die ein ungewöhnliches Hobby betreibt.

Das stellt die Autorin ebenso spannend vor wie die Arbeit der Wissenchaftler. Eine schöne Mixtur! Ich mag es, wenn unsere Romane ein wenig vom Leben in der fernen Zukunft des Perryversums erzählen.

Der Roman kommt nächste Woche in den Handel. Sein Inhalt dürfte einige Leser zu weitreichenden Spekulationen anregen ...

08 Februar 2018

Beim Stammtisch in Mannheim

Ab und zu muss man als PERRY RHODAN-Redakteur sein Büro verlassen, um direkt mit den Lesern zu sprechen. Das machte ich am Mittwochabend, 7. Februar 2018. Ich fuhr direkt vom Arbeitsplatz aus los und steuerte das Gasthaus Zum Lohboden in Käfertal an, einem Ortsteil von Mannheim.

Mit mir fuhr meine Kollegin Madlen Bihr. Wir trafen uns mit Christian Montillon, aßen mit ihm zu Abend und besprachen einige aktuelle Themen. Danach ging's zum eigentlichen Thema des Abends: Im Nebenraum des Gasthauses traf sich der PERRY RHODAN-Stammtisch.

Über zwei Dutzend Personen waren anwesend. Mit Christian Montillon, Verena Themsen und Michelle Stern war das Autorenteam kräftig vertreten. Die Autorinnen und der Autor saßen aber »ganz normal« zwischen den Lesern, wie wir auch – und gleich ging es mit vielen Gesprächen los.

Das hielt den ganzen Abend über so an. Zwar gab es auch ein offizielles Programm, aber dieses nahm keine halbe Stunde an. Am wichtigsten schien allen Besuchern die Kommunikation zu sein, und das ist für mich ebenfalls das Wesentliche an solch einem Stammtisch.

Ich unterhielt mich über PERRY RHODAN-Hörspiele und Plattenspieler, über PERRY RHODAN-Veranstaltungen der Vergangenheit und aktuelle Comics, über den »Kurs 3000« unserer Serie und interessante Kinofilme. Nicht mit allen Besuchern konnte ich sprechen, sicher aber mit den meisten.

Als wir gegen 22 Uhr langsam zum Aufbruch drängten, um dann eine Viertelstunde später im Freien zu stehen, war ich in bester Stimmung. Der Stammtisch-Abend in Mannheim hatte Spaß gemacht – und weil die Fahrerei gerade mal eine Stunde dauert, kann ich das sicher mal wiederholen.

05 Februar 2018

Die SOLEFT im Einsatz

Agenten- und Geheimdienst-Romane waren in früheren Jahrzehnten ein »großes Ding«; sie wurden als Heftromane, Taschenbücher und Hardcover veröffentlicht. Und sie spielten in andere Genres hinein, beispielsweise in die Science Fiction. Vor allem in den 80er- und 90er-Jahren, als der Kalte Krieg überall auf der Erde schwelte, schienen solche Themen viele Leser zu packen.

Kurt Mahr war einer der PERRY RHODAN-Autoren, die das Genre der Science Fiction mit dem des Agentenromans vermischte. Das merkt man vor allem bei seinen Geschichten, in denen er die Geheimdienstler der SOLEFT im Auftrag der Liga Freier Terraner ermitteln ließ. Der Autor arbeitete dabei auch immer wieder seine gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen ein.

Mit »Söhne der Liga« und »Das Westrak-Komplott« liegen zwei Taschenbücher des Autors in einer schönen Neuauflage vor. Sie zählen zu den PERRY RHODAN-Klassikern, die ich selbst nie gelesen hatte, als sie vor Jahrzehnten veröffentlicht wurden. Das schöne Buch macht mich auf jeden Fall neugieig, das starke Titelbild von Arndt Drechsler stimmt einen schon auf die Lektüre ein ... Das freut mich!

04 Februar 2018

Ein unheimliches Imperium?

Was genau im Dezember 1996 passiert ist, lässt sich leider nicht mehr genau nachvollziehen. Es sollte eine Anzeige für den nächsten Silberband produziert werden; die Redaktion legte ein Titelbild und einen Titel fest. Das Buch sollte unter dem Titel »Das heimliche Imperium« in den Handel kommen – ganz nach dem Vorbild des klassischen Heftromans.

Doch irgendwie veränderte sich der Titel; bereits im Auftrag an die Reproanstalt war die Rede von einem »unheimlichen« Imperium. Also wurden das Titelbild und die Anzeige auf »Das unheimliche Imperium« ausgestellt und am 10. Dezember 1996 entsprechend angelegt.

Glücklicherweise durfte die Redaktion die Anzeige – das sogenannte Proof in diesem Fall – sehen und begutachten. Dabei fiel der Fehler auf und wurde provisorisch angestrichen. In buchstäblich letzter Minute konnte also das »unheimliche Imperium« verhindert werden ...

02 Februar 2018

Rhodans letzte Hoffnung

»Wie ernährt sich ein solches Lebewesen?« Diese Frage stellt sich eine der Hauptfiguren in dem PERRY RHODAN-Roman, der in der nächsten Woche erscheint. Die Rede ist von »Rhodans letzte Hoffnung«, der Roman trägt die Bandnummer 2947 und stammt von Kai Hirdt.

Ich finde, hier passt auch das klassisch wirkende Titelbild von Alfred Kelsner sehr gut; der Bezug zu früheren Jahrzehnten unserer Serie ist hier ja Absicht.

Sicher erkennen erfahrene Serienleser sofort, um welchen Planeten es sich handelt. Wer nicht gleich drauf kommt: Der Titel des Romans gibt weitere Hinweise.

Alle anderen Leser, die nicht sofort auf das Wortspiel kommen, mögen sich nicht grämen: Der Roman ist spannend genug, so dass sich diese Frage eh nicht stellt ...

Kai Hirdt schildert in gewisser Weise eine interstellare Schnitzeljagd. Die Helden des Romans steuern verschiedene Stationen an, um am Ende ihr Ziel zu erreichen.

Wie sie es erreichen und was sie bezwecken, erfährt die Hauptfigur des Romans übrigens nicht so genau. Aber alles weitere zu diesem Thema mögen die Leser bitte selbst herausfinden.

01 Februar 2018

Teamtagung im Rebland

Der Mittwoch, 31. Januar 2018, führte die PERRY RHODAN-Redaktion mal wieder aus dem Büro hinaus in den beschaulichen Weinort Neuweier, der im sogenannten Rebland liegt. Zwischen Weinbergen arbeiteten wir intensiv an einer Planung für die nächsten eineinhalb Jahre: Die Details für den »Kurs 3000« und das Drumherum mussten schließlich genauer fixiert werden.

Marketing und Redaktion müssen Hand in Hand arbeiten, wenn die Aktionen richtig ablaufen sollen. Wann erscheint welche Publikation, wie wird der Band 3000 gefeiert, was passiert ringsum? Wie können Social Media und klassische Anzeigenplanung mit den Inhalten der Romane verknüpft werden?

Wir sammelten viele Ideen, wir packten einige Vorschläge aber auch in eine – rein gedankliche – Kiste mit der Aufschrift »nicht vor 2020 öffnen«: Man kann schließlich nicht alles auf einmal machen. Wir nahmen uns zudem vor, stärker Prioritäten zu setzen. Es gibt schließlich viele Themen, die wir interessant finden, die aber keinen Erfolg versprechen ...

In der Mittagspause unternahmen einige von uns einen Spaziergang. Zwischen den Weinbergen ging ein strammer Wind, aber die Laune war super. Und deshalb versuchten wir uns an einem Gruppen-Selfie. (Zu sehen sind in dem Bild von links: Klaus N. Frick, Madlen Bihr, Klaus Bollhöfener, Katrin Weil – hinten – und Philine-Marie Rühmann.)

29 Januar 2018

Notruf aus der Leere

Es ist ein klassischer Planetenroman, der diese Woche bei PERRY RHODAN erscheinen wird. Susan Schwartz schrieb »Notruf aus der Leere«. Dabei setzt sie einige interessante Figuren sowie eine Welt mit faszinierenden Außerirdischen in Szene. Der »Oberste Wisperer« dieser unbekannten Aliens sucht nämlich Kontakte der unterschiedlichsten Art ...

Mir persönlich hat am besten gefallen, wie die Autorin das Leben an Bord eines großen Raumschiffes darstellt. Wie verhält sich so ein »Bordgehirn«, um den klassischen Begriff zu benutzen? Wie wird eine Erholungslandschaft genutzt? Wie verlaufen die Kommunikationswege bei einem langen Flug zwischen den Galaxien?

Solche Geschichten waren für mich schon immer das »Salz in der Suppe« in der weiten Welt des PERRY RHODAN-Universums. Eine Autorin wie Susan Schwartz versteht sich sehr gut darauf, diese Würze beizufügen. Ich hoffe natürlich, dass die Leser meinen Eindruck teilen ...

24 Januar 2018

Einige Sätze zu PERRY RHODAN-Kompakt

Von 2013 bis 2016 veröffentlichte die PERRY RHODAN-Redaktion insgesamt sieben Ausgaben der Reihe PERRY RHODAN-Kompakt; seither ist kein neues dieser Sammel-E-Books mehr erschienen. Ich wurde im Galaktischen Forum auf unserer Internet-Seite nach den Gründen gefragt – und vor allem danach, wann und wo es damit bald weitergehen könnte.

Um es klar zu sagen: Wollen wir ein solches E-Book, das meist aus mehreren einzelnen E-Books, vielen Fotos und ergänzenden Texten besteht, sauber und sorgfältig herstellen, benötigen wir dafür einfach Zeit. Irgendjemand muss sich schließlich darum kümmern. Und zuletzt hat das einfach nicht so geklappt.

Ich hoffe, dass wir in diesem Jahr 2018 endlich das schon lange geplante PERRY RHODAN-Kompakt zu K. H. Scheer veröffentlichen können. Ähnliches gilt für weitere E-Books dieser Reihe, zu denen wir bereits viele Ideen gesammelt haben.

Versprechen mag ich allerdings noch nicht zu viel – die regelmäßige Veröffentlichung aktueller Romane in unseren laufenden Serien oder einer Miniserie wie PERRY RHODAN-Olymp geht schließlich immer vor.

21 Januar 2018

Im Kepler-Komplex unterwegs

Heute beschäftigte ich mich mit aktuellen Exposés zur laufenden PERRY RHODAN-Handlung. Ich verrate an dieser Stelle natürlich nichts zum Inhalt – das würde dem Sinn dieses Blogs massiv entgegenwirken –, möchte aber trotzdem ein wenig darüber erzählen. Die drei Exposés, die ich in einer Vorabversion gelesen habe, also ohne alle Technik-Details und exakten Daten, beschäftigen sich mit Schauplätzen im Solsystem.

Was bei Romanen, die im Heimatsystem der Menschheit spielen, ja immer spannend ist: Viele Schauplätze sind den Lesern bekannt, haben sich aber in all den Jahren der PERRY RHODAN-Geschichte mehrfach verändert. Andere Schauplätze wiederum sind völlig neu und für die Leser damit »frisch«. Die Mischung aus beiden mag ich.

Das zeichnet beispielsweise die drei Exposés aus, die wohl eine kleine Trilogie innerhalb der Serie bilden werden. Sie spielen teilweise auf der Erde, teilweise aber auch auf anderen Himmelskörpern im Solsystem.

Unter anderem spielt der sogenannte Kepler-Komplex eine Rolle. Was das genau ist? Ich fürchte, da müssen die Leser auf eine genauere Antwort noch einige Monate warten ...

20 Januar 2018

Das rote Imperium im Plan

Aus der Serie »zehn Jahre in der Vergangenheit«: Eines der Themen, die uns im Januar 2008 beschäftigen, war die weitere Zusammenarbeit mit dem Heyne-Verlag. Ich hatte bereits im Herbst erste Gespräche geführt; es gab ein Konzept von Wim Vandemaan, das die Kollegen bei Heyne auch gut fanden.

Im Januar 2008 fiel die Entscheidung: »Wir machen diesmal aber nur eine Trilogie«, hieß es von Heyne. Das Thema sollte »Das rote Imperium« sein, als Autoren hatte ich Christian Montillon, Wim Vandemaan und Michael Marcus Thurner geplant.

Nachdem die Entscheidung gefallen war, mussten wir »nur noch« die Inhalte erstellen und dafür sorgen, dass es schöne Titelbilder gab. Die Kollegen bei Heyne wollten einen »leicht anderen Weg« einschlagen – wir waren optimistisch, dass Oliver Scholl starke Motive liefern würde. Im Januar 2008 begannen wir auf jeden Fall mit der Intensivarbeit daran ...

19 Januar 2018

Das erste PERRY RHODAN-Extra

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der »Sternenozean«-Zyklus war sicher einer der gemeinsamen Arbeiten von Robert Feldhoff und mir, in die wir besonders viel »Hirnschmalz« investierten. Wir hatten uns vorher sehr genau überlegt, was wir gegenüber früheren Zyklen ändern wollten – es sollte eine andere Art von Geschichte erzählt werden als sonst.

Verwundert stellten wir in den Wochen danach fest, wie sehr vor allem der erste Roman die Leserschaft spaltete. Es gab positive Reaktionen und eine teilweise gnadenlose Ablehnung.

Trotzdem verkaufte sich »Der Sternenbastard« hervorragend; wir waren völlig begeistert, als wir die Zahlen sahen. Und noch Monate danach, als der Roman längst am Kiosk vergriffen war, fragten Menschen danach, ob sie ihn noch kaufen könnten. (E-Books waren im Jahr 2004 ein exotisches digitales Produkt …)

Das Problem war nun: Wir könnten den Roman niemandem mehr verkaufen, am Kiosk war er nicht mehr erhältlich. Was also tun? Eine gewisse Zeit lang konnten wir über Transgalaxis noch Hefte ausliefern, dann waren sogar unsere »Lager« erschöpft.

Im Frühjahr 2004 diskutierten wir zum ersten Mal die Möglichkeiten, die Zweitauflage eines solchen Romans zu veröffentlichen. Wie wäre es, so meine vorsichtigen Überlegung, wenn man den Roman »einfach so« noch mal in den Handel brächte?

Unsere Verlagsleiterin fand die Idee grundsätzlich gut, hatte aber weitergehende Vorschläge. »Wenn wir den Roman einfach so veröffentlichen, wollen die Leser vielleicht eine Fortsetzung«, argumentierte sie. Die aber könnten wir nicht liefern, das ginge beim besten Wille nicht. Wie aber wäre es, so ihre Überlegung, wenn wir ein »Extraheft« machen würden?

In weiteren Gesprächen wurde diese Idee weiter vorangetrieben. Es war bald klar, dass wir ein »PERRY RHODAN-Extra« publizieren würden, ein einmaliges Sonderheft eben. Trotzdem würde sie als eine »Nummer eins« erscheinen, obwohl ich mich anfangs dagegen wehrte. »Wir müssen da eine Nummerierung draufmachen«, so die Aussage unserer Verlagsleiterin, »sonst ist das für den Vertrieb nicht verständlich.«

Auf meine Frage, ob man da nicht ebenfalls eine Fortsetzung erwarten würde, grinste sie nur. Rein inhaltlich sollten wir schauen, dass »das alles gut funktioniert«. Und wenn sich das Heft gut verkaufe, könnten wir ja eine Fortsetzung in den Handel bringen.

Damit spielte sie den Ball geschickt zurück. Bei Robert Feldhoff stieß sie auf eine positive Resonanz. Er entwickelte eine komplett neue Handlung, die den bisherigen Roman neu in der Serie verortete.

Damit bettete unser Chefautor den »Sternenbastard« und seine Abenteuer in den kosmischen Rahmen des PERRY RHODAN-Universums ein. Der daraus entstandene Roman trug den Titel »Die Menschenforscher«.

Robert Feldhoff äußerte sich in einem Vorwort entsprechend dazu: »Gewissermaßen ganz nebenbei eröffnet der vorliegende Roman auch einen Ausblick auf das, was in den nächsten Monaten und Jahren bei PERRY RHODAN geschehen wird. Die Friedensfahrer sind für die nächsten zweihundert Romane eines der großen Themen, das Autoren und Leser beschäftigen wird, und auch die Negasphäre, die in der Galaxis Hangay entstehen wird, hat ihre Auswirkungen auf die Erde des so genannten Perryversums.«

Bewusst entschieden wir uns dazu, zwei komplette Themenkreise entfallen zu lassen. Weder die SOL und ihre Odyssee noch Alaska Saedelaere und sein Schicksal sollten eine Rolle in diesem PERRY RHODAN-Extra spielen. »In der Serienhandlung werden sie ab dem Jubiläumsband 2300 jeweils eine zentrale Rolle einnehmen«, argumentierte Robert Feldhoff.

Weil wir zu dieser Zeit immer wieder mit Comics experimentierten, präsentierten wir in diesem PERRY RHODAN-Extra ein »Special«: Es gab einen ganz neuen PERRY RHODAN-Comic zu sehen, der mit acht Seiten eine kurze Geschichte erzählte und der mit sehr gut gefiel. Zeichnerisch fand ich ihn toll – Dirk Schulz lieferte eine flotte Story mit modernen Zeichnungen –, und inhaltlich wusste die Geschichte von Bernd Kronsbein ebenfalls zu überzeugen. (Bis heute bedauere ich sehr, dass wir dieses Experiment damals nicht weiterverfolgen konnten.)

Der Roman, der Comic und die begleitenden Texte summierten sich zu einem dicken Sonderheft, das insgesamt 108 Seiten umfasste. Weil unsere Verlagsleiterin argumentierte, man müsse den Lesern einen weiteren Mehrwert liefern, packten wir noch ein Hörspiel dazu. Das wurde von unseren Partnern von Eins A Medien produziert, es basierte auf dem klassischen PERRY RHODAN-Taschenbuch »Ich, Rhodans Mörder« von William Voltz.

Spätestens ab diesem Moment war das PERRY RHODAN-Extra viel mehr als »nur ein Heftroman«. Es war klar, dass man es nicht mehr als konventionelles Heft in den Handel liefern konnte. »Wir müssen es einschweißen«, war die logische Schlussfolgerung. Also wurden das Heft, die CD und ein schicker Aufkleber in eine Klarsichthülle gepackt und in dieser Weise ausgeliefert.

 Am 24. September 2004 kam das Gesamtpaket in den Handel; es wurde parallel zum Band 2249 ausgeliefert, also fast ein Jahr nach der erstmaligen Veröffentlichung. Mit 3,50 Euro war es vergleichsweise hochpreisig – und wir waren sehr gespannt, wie es ankommen würde. Wir rechneten übrigens allesamt nicht damit, dass das Heft so erfolgreich sein würde, dass wir bald eine Fortsetzung zu liefern hatten …

18 Januar 2018

Zwischen allen Planungen

In diesen Tagen führen wir in der PERRY RHODAN-Redaktion viele Gespräche darüber, die sich nicht nur auf die aktuelle Arbeit beziehen, sondern die auch einen Ausblick auf den weiteren Verlauf des Jahres geben und schon 2019 betreffen. Schließlich erscheint im Frühjahr 2019 der Band 3000 unserer Serie, und da muss einiges »drumrum« organisiert und geplant werden – schon gut ein Jahr davor sind wir an der Arbeit.

Wir fahren also gewissermaßen doppelgleisig. Man beschäftigt sich vormittags etwa mit einem aktuellen Roman für die laufende Serie, und mittags geht es um ein Projekt, das erst im Sommer 2019 das Licht der Öffentlichkeit erblicken wird. Mittags schaue ich mir ein Konzept an, das sich auf die Bände nach dem großen Jubiläum beziehen, und am nächsten Vormittag geht es wieder schlichtweg um eine aktuelle STELLARIS-Geschichte.

So fühle ich mich manchmal, als stünde ich zwischen Welten und Zeiten. Aber warum sollte es dem Redakteur anders gehen als den Figuren unserer Serie?

17 Januar 2018

Ein Prospekt zum Traversan-Start

Wann genau der Prospekt zum Start des Traversan-Zyklus veröffentlicht wurde, lässt sich nicht mehr genau feststellen. Wahrscheinlich war es im September 1998, wenige Wochen vor dem offiziellen Erscheinen des ersten Bandes der neuen ATLAN-Serie.

Es war ein Versuch der PERRY RHODAN-Redaktion, die Marke wiederzubeleben – und er schlug ab dem 13. Oktober 1998 richtig gut ein. Die Romane kamen bei den Lesern sehr gut an; die Traversan-Geschichten zählen bis heute zu den beliebtesten Abschnitten des Perryversums.

Das Faltblatt informierte auf vier Seiten über die Welt des Arkoniden Atlan: Die Zeitabenteuer-Bücher wurden ebenso vorgestellt wie der neue Traversan-Zyklus oder das ATLAN-Sonderheft, das parallel zum ersten Band der neuen Serie veröffentlicht wurde.

Die Texte stammten aus der Redaktion, bei den Bildern wurde auf klassische Bruck-Grafiken und Material der Werbeagentur Zeuner zurückgegriffen. Verbreitet wurde das Informationsmaterial unter anderem auf der Buchmesse in Frankfurt.

16 Januar 2018

Moothusaschs Schatz

Ein Oxtorner vor einem grellen Hintergrund: Unser Titelbildkünstler Swen Papenbrock hat Monkey in Szene gesetzt, eine der Figuren unserer Serie, die nicht gerade jedem Leser gefallen. Seit die Figur vor über tausend Romanen von Robert Feldhoff in die Serie eingebracht worden ist, führt sie – oder führen ihre Aktionen – immer wieder zu Diskussionen.

Dabei blendet der Roman »Moothusachs Schatz«, dessen Titel zugegebenermaßen ein wenig kompliziert klingt, ein wenig in die Vergangenheit und beleuchtet Ereignisse in einer fernen Sterneninsel. Mit ihnen hat Monkey zwar zu tun, aber er löst höchstens entsprechende Gedanken und Erinnerungen aus.

Leo Lukas verfasste den Roman, der in dieser Woche erscheinen wird. Er spielt auf unterschiedlichen Zeit- und Handlungsebenen, was in der Handlung einen schönen Sog erzeugt – und er liefert ganz nebenbei einen spannenden und erweitertenden Einblick in ein außergalaktisches Volk.

07 Januar 2018

Mordplanet und Aufruhr

In den späten 70er-Jahren, nachdem ich ein glühender PERRY RHODAN-Fan geworden war, entdeckte ich irgendwann die Planetenromane. Eine Klassenkameradin lieh mir die Taschenbücher ihres Vaters aus, und so entdeckte ich – ohne dafür Geld ausgeben zu müssen – die frühen Planetenromane von Hans Kneifel oder Kurt Mahr. Ich war fasziniert von dieser Erweiterung des Universums, das ich so gerne hatte.

Dieser Tage kommt der aktuelle Planetenroman-Nachdruck offiziell in den Handel, ich habe das Belegexemplar schon vorliegen. Es ist die Bandnummer 93/94, und enthalten sind zwei sehr gelungene Werke von Hans Kneifel; die las ich in den späten 70er-Jahren zum ersten Mal.

Sowohl »Der Mordplanet« (erstmals 1968 als Band 53 veröffentlicht) als auch »Aufruhr in Terrania« (Bandnummer 51 im Jahr 1968) sind Romane, mit denen der Autor das Perryversum – den Begriff benutzte damals noch keiner – bunter machte und um viele Facetten bereicherte. Wenn wir damit heutigen Lesern ein Bild der klassischen Zeit unserer Serie vermitteln könnten, fände ich das super.

06 Januar 2018

Ein Glossar arkonidischer Begriffe

Vor 1998 entstanden arkonidische Wörter und Bezeichnungen innerhalb der PERRY RHODAN-Serie oftmals recht zufällig. Die Autoren benutzten deutsche Begriffe oder entwarfen auf eigene Überlegung hin fremd klingende Wörter. Erst Rainer Castor entwickelte systematisch einige Grundregeln für die arkonidische Sprache, die auch in den Jahren und Jahrzehnten danach galten.

Im Sommer 1998, als der Traversan-Zyklus als erste Miniserie aus der PERRY RHODAN-Redaktion vorbereitet wurde, erarbeitete der Autor eine Vielzahl von Begriffen und fasste sie zu einem ersten Arkon-Lexikon zusammen. Als für den Zyklus ein Informations-Faltblatt vorbereitet wurde, durfte eine Seite mit einem »Glossar arkonidischer Begriffe« nicht fehlen.

Von Arbtan – das Wort für Soldaten und Unteroffiziere – bis Zhdopanthi, was die Bezeichnung für den Imperator ist, wurden rund drei Dutzend Begriffe aufgelistet. Sie stellten eine wichtige Grundlage für weitere Arbeiten zur arkonidischen Sprache dar.

05 Januar 2018

Der erste Olymp-Roman ist da!

Das war heute eine schöne Überraschung: Direkt nach der Mittagspause landete der erste Roman unserer neuen Miniserie PERRY RHODAN-Olymp auf meinem Schreibtisch. Ich freute mich sehr darüber und blätterte das Heft gleich durch – gut sieht es aus, und unterhaltsam finde ich die Lektüre ebenfalls. (Aber da bin ich aus nachvollziehbaren Gründen sehr subjektiv.)

Die Romanhefte werden in diesen Stunden für den Versand vorbereitet, damit die Besteller der Olymp-Edition ihr Heft garantiert früh genug erhalten. (Wer sich dafür interessiert, kann direkt über das Bestellformular eine Edition anfordern.) Die Arbeit der Autorin und der Redaktion an diesem Roman ist also erst einmal erledigt; jetzt sind der Versand und der Vertrieb dran.

Ab nächster Woche wird »Mysterium« bei den Leserinnen und Lesern liegen. Ich freue mich schon auf die ersten Reaktionen – und freue mich so lange darüber, dass ich als Redakteur das Privileg habe, früh beliefert zu werden.

04 Januar 2018

Arbeit nach dem Jahreswechsel

Wer glaubt, dass im PERRY RHODAN-Team zwischen den Feiertagen weniger gearbeitet wird als üblich, der irrt sich. Klar, ein Teil der Redaktionsmitglieder ist im Urlaub und erholt sich – aber die Autoren arbeiten ebenso wie ein Teil des Teams innerhalb des Verlages. Hier und heute ein kleines Einblick ...

Bei den Romanen eilen wir in großen Sprüngen auf den Band 2950 zu. Die Romane bis zur Zyklushalbzeit liegen vor, sind teilweise schon im Lektorat – dasselbe gilt für die Titelbilder. Inhaltlich sind die Romane, die direkt vor dem Halbzeitband 2950 spielen, in der Milchstraße angesiedelt; dann wechselt die Handlungsebene.

In diesem Sektor bin ich derzeit, wenn ich mich mit Exposés und Datenblättern beschäftige. Die ersten Romane, die nach Band 2950 veröffentlicht werden, sind schon in der Redaktion; mit den Exposés sind wir bereits weiter. Die Handlung spielt teilweise in der Milchstraße, teilweise aber auch in einer weit entfernten Galaxis, von der wir bislang nur den Namen kannten.

Wenn wir zwischendurch ein wenig »Luft« haben, blicken die Exposéautoren und der Redakteur übrigens schon ins Jahr 2019 – in dreizehn Monaten kommt bekanntlich Band 3000 in den Handel. Es gibt schon viele Entwürfe und Skizzen und ein Vorabexposé für den dann anstehenden Zyklus. Ich finde es wieder einmal spannend, die Entstehung eines neuen Epos gewissermaßen »live« mitzuerleben ...

03 Januar 2018

Wie war das noch mal mit den Halutern?

»Die Haluter sind die wohl einzigartigsten Intelligenzwesen der Galaxis.« So beschrieb K. H. Scheer im Exposé zu Band 200 der klassischen PERRY RHODAN-Serie das Volk, dem Icho Tolot angehört und das er in diesem Roman in die Handlung einführte. »Äußerlich gleichen die Haluter Ungeheuern, jedoch sind sie sehr verträgliche, vergnügsame, äußerst humane und hochintelligente Geschöpfe«, heißt es weiter.

Icho Tolot sei »überhaupt die neue Figur, die zu Beginn des 5. Zyklusteils in der Rhodan-Serie auftaucht«, so der Exposéautor. Und er stellte gleich fest: »Der Heimatplanet der Haluter wird den Terranern und auch anderen Lebewesen niemals bekannt.« (Wer sich mit der klassischen Serie auskennt, weiß gut genug, dass diese Absicht von den Autoren nur zweieinhalb Jahre später durchkreuzt wurde.)

Zur Optik äußerte sich Scheer sehr klar und eindeutig: »Die relativ kurzen Beine besitzen ungeheuer starke Sprunggelenke. Die vier Arme eines Haluters sind rechts und links paarweise gelagert.« Dazu kommen die »zwei kürzeren, sehr kräftigen und ebenfalls mit mächtigen Sprunggelenken ausgerüsteten Brustarme«.

Haluter verglich der Autor in diesem ersten Exposé mit »terranischen Grislybären«; so sei der »Rumpfquerschnitt« so oval, dass er »fast einem Kreis gleicht«. Darüber hinaus beschäftigte sich Scheer mit der Kultur und der Technik der Haluter, und er legte sehr viele Dinge grundsätzlich fest, die bis heute gelten.

Mich freut in diesem Zusammenhang, dass wir mit dem Roman »Tolotos« demnächst auch bei PERRY RHODAN NEO mehr von den Halutern hören werden. Zumindest von einem ganz bestimmten ... Ich denke, das kann ich sagen und schreiben, ohne an dieser Stelle zu viel zu verraten.

02 Januar 2018

Der schnelle Weg nach Olymp

Ein Logbuch der Redaktion

Mit Susan Schwartz arbeite ich schon seit vielen Jahren zusammen. Ich kenne ihre Science-Fiction- und Fantasy-Romane, und ich schätze die Arbeit, die sie seit Jahren in ihren eigenen Fabylon-Verlag steckt. Man kann sicher sagen, dass sich zwischen uns beiden ein Vertrauensverhältnis entwickelt hat, bei dem man sich auch mal »eine Idee an den Kopf schmeißen« kann.

Bei PERRY RHODAN-Olymp lässt sich gut nachvollziehen, wie schnell es manchmal gehen kann, wenn eine Idee im Raum steht und von allen Beteiligten mit Elan verfolgt wird. Vor allem, wenn sie zusammen mit einer Autorin entwickelt wird, die gern spontan ist und die man begeistern kann.

Genau das geschah im Mai 2017. Ich hatte das Manuskript der Autorin gelesen, das sie für den sechsten Band von PERRY RHODAN-Terminus geschrieben hatte. Dafür hatte ich sie sehr gelobt, weil mir »Carusos Maske« sehr gut gefallen hatte. Vor allem mochte ich ihre Darstellung von Olymp.
Eine launige Bemerkung von mir war nicht ausgiebig durchdacht, sondern spontan formuliert: »Ich sehe schon, wir müssen mal eine Olymp-Miniserie machen.«

Am Sonntag, 14. Mai, schien ich Susan Schwartz damit zu euphorisieren: »JAAA!«, schrieb sie, und ich lasse an dieser Stelle die unzähligen weiteren »A« weg, die sie an dieser Stelle platzierte. Sie schob gleich die entscheidenden Fragen nach: »WANN? Wie viele Romane darf ich machen?«

Am selben Abend schrieb ich sehr zurückhaltend zurück: »Jetzt schauen wir erst mal, wie sich PR-Terminus verkauft, dann sehen wir weiter.« Als Redakteur war ich in solchen Fragen lieber vorsichtiger, ich wollte keine falschen Erwartungen wecken. »Aber den gemeinsamen Gedanken an Olymp sollten wir mal im Hinterkopf behalten«, meinte ich abschließend.

Tatsächlich ging es recht schnell weiter. Die Zahlen von PERRY RHODAN-Terminus ermunterten die Geschäftsführung, mir erst einmal »grünes Licht« für eine weitere Konzeption zu geben. Gleich im ersten Gespräch schlug ich vor, »etwas mit Olymp« zu machen; ich nannte bereits Susan Schwartz als eine mögliche Exposéautorin.

Was ich als Idee grob skizzierte, kam gut an. Im Prinzip konnte ich sofort loslegen. Für mich war klar, dass wir die Handlung eher in die Nähe der aktuellen PERRY RHODAN-Romane legen sollten.
»Nachdem wir unsere Helden mit Terminus mal in die Vergangenheit geschickt haben, müssen wir jetzt wieder in die Gegenwart«, argumentierte ich. Das fanden die Geschäftsführung und der Vertrieb nachvollziehbar.

Ich sprach mit den Exposéautoren der laufenden Erstauflage – schließlich mussten entsprechende »Fenster« gefunden werden, wann und wo wir was machen konnten. Eine Jahreszahl wurde definiert, und wir legten fest, dass Olymp in der aktuellen Handlung keine Rolle spielen sollten. Die Rolle der Tefroder und des Kaiserpaars besprachen wir ebenso wie mögliche kosmische Geheimnisse. Darüber informierte ich immer Susan Schwartz – sie sollte auf dem Laufenden bleiben, während sie sich ihre eigenen Gedanken machte.

Im Verlauf des Frühsommers setzten sich Susan Schwartz, Sabine Kropp und ich in Rastatt zusammen; wir legten die ersten Eckpunkte fest. Die Exposéautorin entwickelte erste Handlungsideen und Datenblätter, sprach mit Autorinnen und Autoren. In einem wahren Rausch schickten wir uns E-Mails hin und her, die voller Ideen und Gedanken steckten; manchmal waren es mehrere Mails am Tag.

Die Exposés entstanden, die Geschichte wurde »rund« und vor allem klar. Handlungslinien wurden verknüpft, und bereits im Spätsommer verschickten wir die ersten Exposés an Autorinnen und Autoren. Und damit war die Miniserie auf Fahrt – es mussten »nur noch« die Romane geschrieben und die Titelbilder gemalt werden …

29 Dezember 2017

Geschwisterkampf ab Januar 2018 ...

Mit einer streng blickenden Frau startet die PERRY RHODAN-Serie ins Jahr 2018: Der erste Roman, der im Januar erscheinen wird, stammt von Hubert Haensel, trägt den Titel »Geschwisterkampf« und die Bandnummer 2942 und wird von einem Titelbild von Dirk Schulz geziert. Ich finde, das Bild passt hervorragend zu dem Roman, der einen spannenden Blick auf Quinto-Center wirft.

Der Autor zeigt zwei Menschen mit außerordentlichen Gaben. Sie stammen aus einer anderen Galaxis, verstehen sich aber auch als Menschen, und ihre Ziele unterscheiden sich sehr von den Menschen in der Milchstraße. Ob sich das alles in Einklang miteinander bringen lässt und welche Hindernisse zu überwinden sind – darüber schrieb der Autor seinen erzählerisch dichten Roman.

28 Dezember 2017

Exposébesprechung kurz vor Weihnachten

Ein Logbuch der Redaktion

Köln steckte am Donnerstag, 14. Dezember 2017, in festlicher Weihnachtsstimmung – aber ich bekam davon nicht viel mit. Ich traf mich mit Wim Vandemaan und Christian Montillon, den beiden Exposéautoren der PERRY RHODAN-Serie. Wir wollten zum Jahresende noch einmal den aktuellen Stand der Exposés und Romane besprechen. Köln hatte sich dafür angeboten, die Stadt war für uns drei gleichermaßen gut zu erreichen.

Im Prinzip hatten wir vier verschiedene Schwerpunkte, zu denen sich im Verlauf der Stunden weitere Themen gesellten: die laufende Handlung, die anstehenden Romane nach Band 2950, der Zyklus nach Band 3000 und – ganz generell – unsere Arbeitsabläufe. Unser System funktioniert zwar seit einigen Jahren gut, aber es gibt trotzdem Dinge, die man verbessern kann.

Ich stellte den beiden Autoren die aktuelle Situation im Verlag dar, informierte sie über die Entwicklung der Verkaufsauflage – wobei ich ihnen keine genauen Zahlen sagen durfte – und sprach mit ihnen über die Miniserien und ihren Erfolg. Das ist für die PERRY RHODAN-Serie wichtig, denn die einzelnen Reihen und Serien beeinflussen sich gegenseitig. Zumindest vermuten wir das auf der Grundlage vieler Einzelgespräche mit Lesern, ohne allerdings statistisch exakte Zahlen zu besitzen.

Wichtiger war die Arbeit an den Bänden nach der Nummer 2950. Der Roman wird ein Wendepunkt des laufenden Zyklus sein, zwei Autoren verfassen ihn. Mit der Arbeit wurde bereits begonnen, wir sind hier gut im Termin. Immerhin wird damit eine Reihe von Grundlagen geliefert, welche die folgenden Romane prägen werden.

Aber natürlich ist die Detailarbeit wichtig: Welche Figur kommt wann in die Handlung? Wo steht die RAS TSCHUBAI, wohin fliegt Perry Rhodans Flaggschiff? Welche Veränderungen stehen in der Milchstraße an, und wie verhalten sich die anderen interstellaren oder gar kosmischen Mächte? Das muss sorgsam aufgebaut werden, so dass die Exposés zu möglichst guten Romanen führen.

Ich habe das Gefühl, dass die Handlung nach Band 2950 noch einmal Fahrt aufnimmt. Die Konturen des »Genesis«-Zyklus werden klarer, für einige Leser dürfte es »Aha«-Erlebnisse geben. Hoffen wir, dass sich die vielen Ideen in schönen Romanen niederschlagen ...

Wie es nach Band 3000 weitergeht, wissen wir. Im Sommer saßen wir in Friedrichsdorf zusammen und legten wesentliche Eckpunkte fest. Aber nachdem die Ideen einige Monate »sacken« konnten und wir viele Mails wechselten, sieht es an einigen Stellen anders aus. Manche Idee hat sich längst verändert, einige Ideen wurden gekippt – das ist in einem solchen Prozess völlig normal.

Immerhin konnte ich mit den beiden Autoren ganz konkret darüber sprechen, wie wir den Band 3000 anlegen wollten. Das Marketing möchte möglichst früh mit seiner Planung beginnen, und der Inhalt bestimmt bei PERRY RHODAN bekanntlich die Marketing-Überlegungen. Vor allem Wim Vandemaan äußerte klare Ideen und Vorstellungen, bei denen man sehen muss, inwiefern sie umsetzbar sind.

Christian Montillon sprach sich für weitere digitale Serien aus, die auf PERRY RHODAN-Trivid folgen könnten. Auch hierzu sammelten wir Ideen; diese werde ich bei Gelegenheit im Verlag mit unserer Geschäftsführung diskutieren. Immerhin müssen dafür Etats geschaffen und – ja, so ist es! – Kostenstellen eingerichtet werden ...

So raste der Nachmittag vorüber. Wir aßen chinesisch, wir tranken Unmengen von Tee und Saft, und zu späterer Stunde setzten wir uns in ein nahegelegenes Café, wo wir uns ein Stück Kuchen gönnten.

Dort sprachen wir über die Arbeitsabläufe und machten das, was zu einer Exposébesprechung auch gehört: Wir sprangen wild durch die Themen, wechselten von allgemeiner Science Fiction zu Comics, von Selfpublishern zu Bestsellerautoren, von Verlagen zu Radiosendern – letztlich ist es ja auch sinnvoll, sich mit anderen Gedanken zu beschäftigen.

Am frühen Abend fuhr ich zurück, tippte unterwegs erste Gedanken in mein Notebook. Mein Kopf brummte geradezu von neuen Eindrücken. So muss es sein nach einer Exposébesprechung!

27 Dezember 2017

Eine Pressekonferenz in Köln – Teil drei

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

An diesem Freitagmorgen, 10. August 2007, hatte ich das Gefühl, alles laufe perfekt. Die Journalisten waren versammelt, mein Vortrag war offenbar gut angekommen. Ich hatte erläutert, was wir mit PERRY RHODAN und den wöchentlichen Hörbüchern vorhatten.

Wie sich das anfühlt und anhört, erfuhren die Journalisten sofort. Die beiden Sprecher Tom Jacobs und Gregor Höppner setzten sich auf die Bühne und lasen abwechselnd aus dem Roman »Zielzeit« (Band 2400) von Robert Feldhoff vor. Das machten sie so fesselnd und mitreißend, dass die Anwesenden im Saal gebannt lauschten.

Auch ich, der ich mit dem Roman sehr intensiv gearbeitet hatte, fand diese andere Art der Präsentation sehr spannend. Es war an diesem Tag tatsächlich meine erste Begegnung mit einem Live-Hörbuch ...

Der nächste Akt unserer Pressekonferenz wurde theoretischer. Ich stellte Prof. Dr. Hans Esselborn vom Institut für deutsche Sprache und Literatur der Universität zu Köln vor. Der Literaturwissenschaftler galt als einer der Kenner für Science Fiction überhaupt, hatte darüber wissenschaftlich gearbeitet und in zahlreichen Publikationen seine Sachkenntnis bewiesen.

Er stellte PERRY RHODAN in einen zeitgeschichtlichen Zusammenhang und zeigte – mit dem »Blick von außen« –, wie sich die Serie über die Jahrzehnte hinweg entwickelt hatte. Seinen Vortrag fasste er am Ende mit einem klaren Fazit zusammen: Man könne anhand der Serie eine »Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland« schreiben. Der Blick auf die Serie müsse sich lösen von der reinen Ideengeschichte einer Science-Fiction-Welt.

Danach bat ich Uwe Anton um einen Vortrag. Der Autor erzählte, wie ein PERRY RHODAN-Roman entsteht, wie das Zusammenspiel zwischen Autoren und Exposéteam abläuft, welche Rolle die Redaktion haben und wie sich aus dem Dialog mit den Lesern neue Impulse ergeben.

Das schienen die Journalisten spannend zu finden; hier gab es eine Reihe von Rückfragen. Beispielsweise interessierte es sie, wie es mit den schriftstellerischen Freiheiten der einzelnen Mitarbeiter aussah. Könne man noch »frei« schreiben, wenn man ein Exposé als Vorlage habe?

Den Abschluss bildete Hans Greis von Eins A Medien. Er berichtete über die Arbeit im Studio und die Arbeit, die es kostet, neue Sprecher zu finden und auszubilden. Auch hier stellten die Journalisten einige Fragen; danach endete die eigentliche Konferenz. Wir ließen uns den Applaus gefallen und stellten uns dann der Diskussion und den Fragen.

Das Hotel stellte Häppchen und Getränke zur Verfügung. Wir diskutierten mit den Journalisten, wir wurden fotografiert, und langsam löste sich die Runde auf. Auch Professor Esselborn und Jürgen Pütz verschwanden.

Erfreulicherweise war auch der Kölner Schriftsteller Achim Mehnert anwesend, den ich seit den frühen 80er-Jahren kannte. Wir unterhielten uns über ATLAN und PERRY RHODAN, er arbeitete gerade an einem Roman für PERRY RHODAN-Extra. Wir sprachen auch über seine Tätigkeit für andere Serien und Verlage, die ihn immer stärker mit Aufträgen versorgten.

Miriam Hofheinz und ich führten noch ein Abschlussgespräch mit Hans Greis. Es ging um Details des PERRY RHODAN-Shops, über den wir das Abonnement der Hörbücher abwickeln wollten. Das ganze Konzept war recht knifflig, weil wir verschiedene Partner an einen Tisch holen mussten, unter anderem die Kollegen von Trilobit, die zu der Zeit unseren Internet-Auftritt gestalteten.

Als wir an diesem Nachmittag in den Zug nach Süden stiegen, hatten wir viele neue Informationen gesammelt und das Gefühl, für ein Projekt den Startschuss gelegt zu haben, das uns allen noch viel Freude machen würde.

22 Dezember 2017

Eine Pressekonferenz in Köln – Teil zwei

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Nachdem ich lange mit Wim Vandemaan gesprochen hatte, ging ich an diesem Donnerstagabend, 9. August 2007, in mein Hotelzimmer und war einigermaßen ratlos. Ich nahm einen Block und einen Stift zur Hand und dachte mir eine Moderation aus.

Dabei überlegte mir, wie ich die Pressekonferenz einleiten könnte, wie ich die anderen Menschen auf dem Podium vorstellen sollte und – vor allem – wie ich es schaffen konnte, das alles mit einigen originellen Zahlenbeispielen zu untermauern.

Was interessierte denn die Journalisten wirklich? Sicher nicht die Details der PERRY RHODAN-Handlung, sicher nicht die Hintergedanken, die sich Redaktion und Autorenteam im Verlauf eines langen Jahres machten. Die Journalisten wollten sicher allerlei Krimskrams wissen, da stimmte ich unserem Öffentlichkeitsberater hinzu, und dazu brauchten sie anschauliche Beispiele ...

Am Morgen fühlte ich mich nicht sonderlich fit. Als ich beim Frühstück saß, fragte mich Miriam, was denn los sei. »Geht's dir nicht gut?«

Ich verneinte. Dann erzählte ich, dass ich die halbe Nacht gerechnet hatte. Während ich Kaffee trank und etwas aß, erzählte ich von meinen Bemühungen. »Ich habe Mathe in der Schule abgewählt, weil ich nie gut in Rechnen war – und dann so etwas«, klagte ich lauthals.

Am Abend hatte ich viel gerechnet. Ich hatte die PERRY RHODAN-Heftromane als Basis genommen, also zu dieser Zeit 2400 Stück, ebenso die im deutschsprachigen Raum verkaufte Auflage von etwa einer Milliarde Romane. Dabei hatte ich die über 900 ATLAN-Heftromane ebenso ignoriert wie die über 400 PERRY RHODAN-Taschenbücher oder einzelne Kurzgeschichten und weiteres Material, das jeglichen Rahmen gesprengt hätte.

»Da kommen respektable Zahlen heraus«, erläuterte ich der staunenden Kollegin. Ich wollte schon loslegen, aber sie wehrte sich. Ich solle das lieber für die Journalisten festhalten, damit diese es aufschreiben und in ihren Artikeln veröffentlichen konnten.

Ich hatte tatsächlich wenig zu tun. Miriam Hofheinz und Jürgen Pütz hatten schon am Vorabend den Raum vorbereitet, in dem unsere Pressekonferenz stattfinden sollten; sie gingen erneut in den Raum, stellten die Tische entsprechend auf, zogen PERRY RHODAN-Transparente auf und legten Pressemappen auf. Ich saß im Hintergrund des Raumes und notierte mir die Zahlen sauber, die ich später vortragen wollte.

Nacheinander trafen die ersten Besucher ein. Mit Tom Jacobs und Gregor Höppner lernte ich zwei Sprecher kennen, die PERRY RHODAN künftig in das Audio-Universum führen sollte. Hans Greis von Eins A Medien kannte ich bereits, mit den drei Männer plauderte ich ein wenig über die Arbeit an einer Romanserie und wie man welche Namen aussprechen sollte.

Die ersten Journalisten trafen ein und wurden per Handschlag begrüßt. Wir hatten einige Fan-Journalisten eingeladen, also Menschen, die für Fan-Zeitschriften schrieben. Diese kannte ich bereits, mit ihnen unterhielt ich mich auch ein wenig. Ich hielt es für wichtig, die Fan-Presse einzubinden, schließlich kam ich selbst aus der Fan-Szene.

Wir begannen mit einer leichten Verspätung: Kurz nach elf Uhr saßen die Journalisten im großen Saal. Ich erzählte etwas über PERRY RHODAN und seine Geschichte – und hier konnte ich gleich die Zahlen anbringen, die ich am vorigen Abend ausgerechnet und recherchiert hatte.

Wenn man beispielsweise von 2400 Heftromanen ausging, die eine durchschnittliche Anzahl von 180.000 Anschlägen (also Zeichen eines Heftromans inklusive der Leerzeichen, die nötig sind, um eine Zeile »aufzufüllen«) besaßen, kam man auf die irrsinnige Zahl von 432 Millionen Anschläge. So viel hatten die PERRY RHODAN-Autoren in 46 Jahren geschrieben – eine beeindruckende Zahl.

Rechnet man 2400 Heftromane mal 60 Seiten (also grob geschätzt; es gibt Hefte, die haben mehr oder weniger Umfang), kommt man auf eine Zahl von 144.000 Heftromanseiten, die von den Autoren verfasst wurden. Ich rechnete es später auf 150.000 Seiten hoch und hoffte, dass mir die Journalisten diese absichtliche Ungenauigkeit verzeihen würden.

Kalkuliert man für einen Roman nur die Dicke von fünf Millimetern, was vorsichtig geschätzt ist, kommt man bei einer Milliarde verkaufter Heftromane auf einen Turm mit einer Höhe von 500 Kilometern. Das ist höher als der Kölner Dom – und es ist vor allem weiter im Weltraum als die Internationale Raumstation ...

Und wenn man davon ausgeht, dass ein Roman 100 Gramm wiegt (tut er nicht, es ging mir nur um die Anschaulichkeit), erhält man unglaubliche 100.000 Tonnen. Ich war selbst baff gewesen, nachdem ich mir diese Zahlen gegen Mitternacht auf einem Blatt Papier ausgerechnet hatte. Manchmal macht man sich als Redakteur selbst gar nicht klar, wieviel Papier man eigentlich im Lauf seines Berufslebens umsetzt.

Ich hatte das Gefühl, dass die Journalisten ebenfalls beeindruckt waren. Nachdem ich mit meinen Zahlenspielen fertig war, kam ich zum eigentlichen Anliegen: Wir wollten an diesem Tag eine Weltneuheit präsentieren, eine wahre Premiere: Die erfolgreichste Serie der Welt wurde ab sofort in einer wöchentlichen Lesung präsentiert, jede Woche vier Stunden mit einem Hörbuch, das zum Download im Internet bereitstehen sollte.

21 Dezember 2017

Eine Pressekonferenz in Köln – Teil eins

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im August 2007 wollte die PERRY RHODAN-Redaktion etwas bekanntgeben, das wir selbst als wagemutig einstuften. Wir hatten das Thema intern vorangetrieben und nicht mit den »höheren Stellen abgesprochen«, wir wollten verhindern, dass es uns in letzter Minute noch gestoppt würde. Immerhin hatten wir etwas vor, das im Verlag und darüber hinaus nie jemand zuvor versucht hatte.

Das Ziel klang unglaublich: PERRY RHODAN sollte künftig als Hörbuch erscheinen – und zwar zeitgleich mit den wöchentlichen Heftromanen, die weiterhin in gedruckter Form in den Handel. Das gab es noch nirgends, wir wären damit die ersten. Unsere Partner von Eins A Medien waren motiviert, sich auf das Abenteuer einzulassen.

Und um das auch der Öffentlichkeit mitzuteilen, fuhren Miriam Hofheinz und ich am Donnerstag, 9. August 2007, nach Köln. Wir waren guter Dinge, dass wir eine schöne Pressekonferenz hinbekommen würden. Vor allem Miriam hatte irrsinnig viele Vorgespräche geführt, die alle gut verlaufen waren. Wir hatten Journalisten eingeladen, wir hatten mit Fanzine-Autoren gesprochen, wir hatten die Details mehrfach mit Eins A Medien diskutiert.

Ich war oft unsicher vor großen Veranstaltungen, weil ich nicht wusste, ob sie »funktionieren« würden. An diesem Tag reiste ich in bester Stimmung nach Köln, weil ich einfach davon ausgehen konnte, dass alle Vorbereitungen stimmten. Ein tolles Gefühl!

Miriam und ich stiegen in Köln-Deutz aus, nahmen ein Taxi und checkten im Radisson-Hotel ein. Wir hatten einen Tisch im Restaurant »Paparazzi« reserviert; zum Abendessen trafen wir uns mit den Personen, die am nächsten Tag für uns wichtig werden würden. Hans Greis von Eins A Medien sollte den Journalisten erklären, wie das Projekt ablaufen sollte – er war die wichtigste Person des Tages.

Mit am Tisch saß Dr. Jürgen Pütz, der Leiter eines Kölner Medienbüros, der als Public-Relations-Spezialist unsere Pressekonferenz organisierte. Wir sprachen den Ablauf durch.

Unser PR-Spezialist war nicht sehr zufrieden mit dem, was ich vortragen wollte. Er warf mir vor, zu sehr auf die Inhalte von PERRY RHODAN zu setzen. Die meisten Journalisten wollten aber nicht über Inhalte schreiben, auch nicht darüber, warum Leser seit Jahrzehnten unsere Serie mögen.

»Sie brauchen einige knackige Zahlen«, ermunterte mich, »sagen Sie den Leuten, wie hoch der Berg aller gedruckten Romane ist. Irgendwas in der Richtung.«

Ich wehrte mich anfangs, gab ihm dann aber recht. Er kannte die Journalisten, die wir eingeladen hatten, schließlich weitaus besser als ich, und ich wusste, dass es immer sinnvoll war, sich die Ratschläge von erfahrenen Leuten anzuhören.

»Wenn Sie in der BILD-Zeitung kommen wollen, brauchen Sie klare Zahlen, die man den Lesern vermitteln kann«, argumentierte er weiter.

Noch während wir am Tisch saßen, eifrig diskutierten und lecker aßen, standen auf einmal fünf Köche mitten im Raum. Wir waren nicht die einzigen Gäste im Restaurant, der Raum war gut besetzt. Ich fand den Auftritt der Köche ein wenig befremdlich, ließ mich davon aber nicht abhalten, weiter über die Pressekonferenz zu reden.

Jemand hielt eine Rede, die er an die Menschen richtete, die an einem großen Tisch saßen. Es hatte etwas mit den Köchen zu tun, das kapierte ich, mehr aber nicht. Wir hatten schließlich wichtige Dinge zu besprechen.

Die Rede ging zu Ende, ohne dass ich auch nur ein Wort wahrgenommen hätte, es folgte ein großzügiger Applaus. Offenbar hatten die anderen Gäste besser zugehört. Und bevor ich lange überlegen konnte, ob ich etwas verpasst hatte, fingen die fünf Köche an, ein Lied zu singen.

Ich war baff: Die Männer waren jung, sie konnten richtig gut singen, und sie legten einen mehrsprachigen Chorgesang in deutscher Sprache hin, der ein wenig an die »Comedian Harmonists« erinnerte und schnell ins Ohr ging. Ab diesem Moment unterbrachen auch wir an unserem PERRY RHODAN-Tisch unsere Unterhaltung und hörten gebannt zu. Und abschließend applaudierten wir.

Nachdem der folgende Tag ausführlich besprochen worden war, wechselte ich das Gesprächsthema. Mit am Tisch saß nämlich Wim Vandemaan, der sich immer mehr in das Gesamtgefüge der PERRY RHODAN-Serie einbrachte. Er steckte mitten in der Arbeit an seinem aktuellen Roman: ein Taschenbuch, das im Rahmen des »Aratoxin«-Sechsteilers bei Heyne erscheinen sollte.

Wir beide klinkten uns aus, während Miriam mit Hans Greis und Jürgen Pütz loszog. Sie wollten den Raum dekorieren, an dem wir uns am nächsten Morgen mit den Journalisten treffen wollten.

Wim und ich diskutierten über den Roman und die Figuren, die darin auftauchen würden, machten uns auch Gedanken darüber, wie man Exposés anders oder besser machen könnte. Die Frage stellte sich – wie so oft –, was ein Autor denn eigentlich brauchte, um einen guten Roman schreiben zu können. Wim hatte viele Einfälle, die auch über den betreffenden Roman hinausgingen; er sprudelte geradezu über vor neuen Ideen.

»Wie sollen wir das alles umsetzen?«, fragte ich irgendwann hilflos.

»Besser man hat zu viele Ideen als keine«, gab er trocken zurück, womit er selbstverständlich recht hatte.

20 Dezember 2017

Gut fünfzig Buchwissenschaftlerinnen

Nicht zum ersten Mal hielt ich in München einen Vortrag über PERRY RHODAN. Ich wurde von den »Literaten« eingeladen, über meine Arbeit zu sprechen, und reiste deshalb am Mittwoch, 20. Dezember, in die bayerische Landeshauptstadt.

Rund fünfzig Buchwissenschaftlerinnen – es waren nur drei Männer dazwischen – hatten sich versammelt, um sich von mir informieren zu lassen. Das war deutlich mehr als beim letzten Mal. Kurz vor Weihnachten fand ich das schon imposant.

Ich stellte die Serie vor, erzählte von meinem persönlichen Zugang zur Science Fiction, berichtete von der Geschichte und von der Arbeit der Autoren; danach ging es auch darum, was wir derzeit alles machen – von den gedruckten Heftromanen bis hin zu den E-Books. Nach meinem Vortrag konnte ich noch einige Fragen beantworten, und nach eineinhalb Stunden war ich fertig.

Auch wenn man meinen könnte, so etwas sei doch Routine für mich, war ich anschließend ziemlich verschwitzt. Als »Showstar« wäre ich echt keine gute Besetzung, nicht einmal dann, wenn es um unsere Science-Fiction-Serie geht.

19 Dezember 2017

Die schöne Prämie liegt vor

Im Januar kommt PERRY RHODAN-Olymp in den Handel, derzeit schreiben die Autorinnen und Autoren an den Exposés und Romanen. In der Redaktion erfreuen wir uns derzeit vor allem an den schönen Prämien, die aus der Druckerei geliefert worden sind. Wer eine sogenannte Olymp-Edition bestellt, sprich, alle zwölf Romane bestellt, um sie dann bei Erscheinen zugeschickt zu bekommen, erhält die Prämie.

Wir finden, sie sieht richtig klasse aus: Gezeigt wird auf vier schön gestalteten Seiten, wie Arndt Drechsler das Titelbild des ersten Romans gestaltet hat.

Wie wird das Bild grob aufgebaut, wie werden die Figuren eingefügt, wie wird am Ende alles finalisiert? Als Nicht-Künstler weiß man das üblicherweise nicht; hier erhält man die Informationen.

Die Bilderserie wurde von Sabine Kropp und Klaus Bollhöfener erstellt; sie gibt einen wunderbaren Einblick in die Arbeit, die Arndt Drechsler leistet. (Unsere Abbildung ist eine Collage aus den unterschiedlichen Seiten; wir wollen ja nicht alles verraten ...)

Ach ja: Wer die Prämie haben will, kann das einfach machen – einfach die Edition bestellen ... Hier!

18 Dezember 2017

Gruppendiskussion protokolliert

Es ist ab und zu sehr interessant, in alten »Schätzen« der Redaktion zu blättern. In diesem Fall ist es das »Protokoll einer Gruppendiskussion«.

Am 13. August 1985 wurden 15 »männliche Teilnehmer« – leider ist nichts über das Alter oder dergleichen verzeichnet – ausführlich befragt; die Teilnehmer diskutierten auch untereinander. Das Ganze wurde anschließend sauber abgeschrieben und dem Verlag in Form eines gebundenen Paperbacks zur Verfügung gestellt.

Die Teilnehmer der Diskussion waren durchaus kritisch. Sie äußerten sich zu den Autoren der Serie, sie sprachen über inhaltliche Widersprüche oder kritisierten, dass Perry Rhodan selbst in der Serie viel zu selten auftauche. Manche Argumente lassen sich nach den langen Jahren kaum noch nachvollziehen – interessant ist es aber allemal, in solchen Protokollen zu blättern.

Ob »damals« irgendwelche Rückschlüsse aus der Diskussion gezogen wurden, lässt sich leider kaum nachvollziehen. Es ist auch nicht mehr bekannt, ob die Autoren in den 80er-Jahren vom Inhalt einer solchen Diskussion erfuhren.

17 Dezember 2017

Schon die Halbzeit für Olymp?

Ich kann und darf mich freuen: Bis der erste Band unserer neuen Miniserie PERRY RHODAN-Olymp in den Handel kommen wird, zieht zwar noch gut ein Monat ins Land – doch schon jetzt, kurz vor Weihnachten, hat das Autorenteam die Hälfte aller Romane geliefert. Das finde ich sehr gut, denn das reduziert einen Teil des Zeitdrucks, der im neuen Jahr auf uns wartet.

Was ich bisher gelesen habe, ist vor allem abwechslungsreich und »bunt«. Ich bekam Manuskripte zu Gesicht, die immer eine unterhaltsame Geschichte erzählen, in denen Perry Rhodan und seine Gefährten ihre jeweiligen Rollen ausfüllen und in denen spannende Abenteuer vermittelt werden.

Und das kosmische Geheimnis, das die Miniserie bestimmt, sollte auch jenen Lesern gefallen, die gern eine »Erweiterung« des PERRY RHODAN-Universums mögen. Ich glaube, ab Mitte Januar 2018 kommt eine gelungene Miniserie auf unsere Leser zu!

16 Dezember 2017

Porleyter und Kosmokraten auf französisch

Ich würde ja behaupten, es sei meine Wochenend-Lektüre – aber das wäre doch zu dreist gelogen: So gut sind meine Kenntnisse der französischen Sprache leider nicht. Aber es macht mir trotzdem Spaß, durch das aktuelle Taschenbuch der französischen PERRY RHODAN-Ausgabe zu blättern: »L'Anneau des Cosmocrates« erschien mit der Nummer 352 und schreibt den laufenden Zyklus um die Kosmische Hanse weiter.

Hauptfiguren des Taschenbuches sind Perry Rhodan und Jen Salik, die beiden Ritter der Tiefe. Vor allem die zwei Romane mit den beiden, die von Marianne Sydow stammen und in diesem Taschenbuch enthalten sind, habe ich in guter Erinnerung.

Ich las die Romane zu Beginn der 80er-Jahre. Nun hoffe ich, dass unsere französischen Leser über diesen Abgrund der Zeit hinweg auch ihre Freude an Porleytern, kosmokratischen Hinterlassenschaften und Rittern der Tiefe haben ...

Das Titelbild schuf übrigens Guy Roger. Ich bin nicht immer einverstanden mit dem, was der Künstler macht. Aber diese Darstellung wirkt auf mich eindrucksvoll.

15 Dezember 2017

Die Redaktion feierte Weihnachten

Es ist ziemlich schwierig, die unterschiedlichen Bedürfnisse in einer Abteilung unter einen Hut zu bringen. Am Mittwoch, 13. Dezember 2017, gelang es zumindest dem größten Teil der PERRY RHODAN-Redaktion: Wir machten früher Feierabend als sonst und fuhren nach Baden-Baden, wo wir vorhatten, über den Weihnachtsmarkt zu bummeln.

Seien wir ehrlich: Im Dauerregen machte das nicht so viel Spaß wie gedacht.

Also setzten wir uns recht schnell in ein Café, wo wir uns ein wenig aufwärmten. Dann gingen wir einige Schritte über den Weihnachtsmarkt, um uns schnell in einer Bude richtig aufzuwärmen – es gab Glühwein mit echtem Winzerwein vom Kaiserstuhl, der schnell für strahlende Gesichter sorgte.

Den Abend ließen wir bei Pizza und Nudeln, Suppe und Brot, Wein und Saft und so weiter in einer Pizzeria ausklingen. Endlich einmal zusammensitzen, ohne die ganze Zeit über Arbeit zu reden – das tat auch einmal gut.

Um ein persönliches Wort anzufügen: Ich bin froh und glücklich, in und mit dieser Redaktion zu arbeiten!

(Das Bild zeigt – von links – Klaus Bollhöfener, Klaus N. Frick, Bettina Lang, Madlen Bihr, Philine-Marie Rühmann und Katrin Weil. Sabine Kropp stieß erst später dazu, Pio Battistig war erkrankt. Der Glühwein war echt lecker, man sieht's den Gesichtern teilweise ja schon an.)

12 Dezember 2017

Der Geist von Nachtschatten

»Oh«, sagte Luan Perparim und wies vor sich. »Was ist das?«

Wer mit diesem kurzen Dialogfetzen nichts anfangen kann, sollte sich nicht grämen: Er entstammt dem zehnten Kapitel des Romans »Der Geist von Nachtschatten«, der in dieser Woche offiziell erscheint. Es ist der Band 163 unserer Serie PERRY RHODAN NEO und wurde von Susan Schwartz verfasst.

Die Autorin hat dabei unter anderem eine Gruppe von Wissenschaftlern als Figuren, die sie in einen gefährlichen Einsatz schickt. Das ist weder für die Autorin noch für die Wissenschaftler besonders neu oder ungewöhnlich; als Routine sollten sie es allesamt aber nicht betrachten.

Susan Schwartz hat einen spannenden Schauplatz für ihren Roman, den sie mit Leben aller Art füllt – und sie vermittelt ganz nebenbei viele neue Informationen zur fernen Galaxis Andromeda. Mit dem sogenannten Hetzgeschwader führt sie zudem eine neue Gruppierung in die Serie ein. Und alles andere sollten die Leser einfach selbst herausfinden ...

11 Dezember 2017

Spotify und unsere Serie

Spotify und andere Dienste sind bei – vor allem jüngeren – Musikhörerinnen und Musikhörern unglaublich populär; sie ersetzen längst das Radio, Musikvideos oder irgendwelche Tonträger. Ganz klar: Es ist bequem, sich bei Spotify einzuloggen und praktisch ununterbrochen Musik zu hören, entweder gegen eine vergleichsweise geringe Gebühr oder eben finanziert durch Werbung.

Immer mehr Anbieter stellen dort längst Hörbücher und Hörspiele ein. Darunter ist seit einigen Monaten auch PERRY RHODAN vertreten.

Das finde ich gut. Vor allem die Klassiker aus den 70er-Jahren – etwa »Aufruhr in Terrania« – sind auf diese Weise wieder allen Hörerinnen und Hörern zugänglich, die sich dafür interessieren.

Die sogenannten Streaming-Dienste sind eine Alternative für Menschen, die keine Lust mehr haben, sich mit Tonträgern herumzuärgern. (Ich liebe meine Vinyl-Sammlung, bin aber eindeutig eine Minderheit.) Dass wir mit PERRY RHODAN bei solchen Diensten – nicht nur bei Spotify – vertreten sind, ist eine nachvollziehbare und richtige Entwicklung.

08 Dezember 2017

Mnemo-Schock

Der Roman beginnt mit einem Zitat des Mausibers Gucky: »Kann meine Freiheit Freiheit sein, wenn sie bei deiner aufhört?« Das ist die Einleitung zu »Mnemo-Schock«, dem neuen Werk von Michelle Stern, das in der nächsten Woche in den Handel kommen wird. Der Roman, ausgestattet mit einem tollen Dirk-Schulz-Titelbild, schreibt die Geschehnisse in der fernen Galaxis Sevcooris fort.

Nicht zum ersten Mal in der laufenden Handlung unserer Serie thematisieren die Autorinnen und Autoren dabei das Thema Wahrheit. Auch vor dem Hintergrund, dass es eine »komplette Wahrheit« sicher kaum geben wird, ist der Roman durchaus gegenwartsbezogen – wobei er natürlich eine gelungene Science-Fiction-Geschichte mit jeder Menge Verwicklungen und Entwicklungen erzählt ...

07 Dezember 2017

Roadmap in der Diskussion

Wer den Begriff »Roadmap« bei PERRY RHODAN zum ersten Mal benutzt hart, weiß ich gar nicht mehr. Ich vermute, es war Robert Feldhoff. Gemeint war, dass in einem Arbeitspapier der Ablauf eines Zyklus vorgestellt wurde. Der Begriff wurde von späteren Exposéautoren für ihre Arbeit übernommen.

In diesen Tagen diskutieren wir intern über eine Roadmap, die recht detailliert die Handlung bis Band 2999 umspannt und auch klare Hinweise für Band 3000 und danach gibt. Die einzelnen Handlungsabschnitte sind bereits definiert, die Wechsel zwischen den Handlungsorten stehen ebenfalls.

Ob wir das dann alles so umsetzen, ist eine andere Frage. Und wie es sich in den Exposés lesen wird, weiß heute noch niemand, geschweige denn, wie die Romane werden. Aber die aktuelle Planung geht mit großen Schritten bereits ins Jahr 2019 hinein …

06 Dezember 2017

Gucky und die Berserker auf niederländisch

Wenn wir die Belegexemplare unserer ausländischen Partner erhalten, schaue ich mir diese immer genau an. Das aktuelle Beispiel ist ein niederländischer Doppelband – die PERRY RHODAN-Serie erscheint dort in Form von 132 Seiten starken Heftromanen, die zwei Originalromane enthalten. Die Doppelnummer 2423/2424 versetzt die niederländischen Leser hinein in den Kampf gegen die Terminale Kolonne TRAITOR.

Ich finde das Cover von Swen Papenbrock immer noch schräg: Der kleine Gucky steht mit einigen Terranern um ein Alien herum; es wird offenbar eifrig diskutiert und gesprochen. Eine schöne und stimmungsvolle Illustration, bei der ich höchstens über die Farbgebung noch einmal neu diskutieren würde ...

Den Roman »Berserkers in Nood« verfasste im Original bekanntlich Arndt Ellmer; die Übersetzung des Titels »Berserker in Not« ist auf jeden Fall sehr gelungen. Die »B-Seite« des Romans verfasste Hubert Haensel. Den niederländischen Titel »De Thermodyncentrale« kann man auch ohne Fremdsprachenkenntnisse gut zurück übertragen.

05 Dezember 2017

Erinnerung an Case Mountain

Der Silberband »Abgrund unter schwarzer Sonne« ist erschienen, und einer der Romane, die in diesem Band verarbeitet worden sind, ist »Der Junge von Case Mountain«. Meiner Ansicht nach sind die stärkeren Teile des Romans jene, die in der Vergangenheit spielen und in denen Perry Rhodans Jugend erzählt wird. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, einen Blick in das entsprechende Exposé zu werfen.

Dieses legt durchaus Wert auf die Geschehnisse in der fernen Galaxis M 82 und die spannenden Versuche der Terraner, die Endlose Armada zu übernehmen. »Mit der Überwindung der beiden letzten Pforten«, so steht es im Exposé, wolle man eine Geschichte bieten, »die schon lange in den Köpfen der Leser und der Autoren herumspukt.«

Konkret: »Ein guter Teil von Rhodans Jugend wird erzählt und aufgehellt.« Der Autor, der zu dieser Zeit schon lange in den Vereinigten Staaten lebte, sollte den »Ort, an dem die Jugenderlebnisse spielen«, selbst bestimmen und alle weiteren Details in Datenblättern festlegen. Wesentliche Teile des Romans sind also nicht vom Exposé erarbeitet worden, sondern stammen vom Autor.

Eine klare Richtlinie schließt übrigens das Exposé ab: »Es ist darauf zu achten, dass Perry aus sauberen, anständigen, aber relativ ärmlichen Verhältnissen kommt, au denen er sich hocharbeitet.«

04 Dezember 2017

Die Union der Zehn

»In einem derart unvorstellbar großen Gebiet wie der Galaxis Sevcooris stellte die Suche nach einem einzelnen Schiff ein nahezu aussichtsloses Unterfangen dar.« Das ist der Ausgangspunkt für den PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche veröffentlicht wird. Leo Lukas schrieb »Die Union der Zehn«, und Dirk Schulz schuf ein Motiv, das nicht allen Lesern gefallen dürfte.

Das Titelbild macht klar, dass Gucky eine der Hauptfiguren des Romans ist. Er stößt auf Geheimnisse, die ihm in einer Weise vermittelt werden, die dem Mausbiber nicht gefallen kann. Aber er erkennt, dass diese Geheimnisse – wenn sie richtig genutzt werden – auch zu einer Waffe werden können.

Darüber hinaus stellen die Menschen fest, dass vieles in der fernen Galaxis des Goldenen Reiches nicht so ist, wie es dargestellt wird. Der Autor zeigt, wie alte Informationen und moderne Intrigen gewissermaßen Hand in Hand gehen, und er führt ein außerirdisches Volk mit besonderer Optik ein – das hat mir gefallen!

02 Dezember 2017

Das Traumschiff der Sterne als schickes Buch

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich mit Peter Terrid an den zwei Taschenbüchern arbeitete, in denen er die Kriminalistin Lhoreda Machecoul und das Raumschiff EMPRESS OF THE OUTER SPACE in Szene setzte. Der Autor hatte viel Freude daran, der damalige Jungredakteur – also ich – auch, und den Lesern gefielen die zwei Taschenbücher ebenfalls.

Dieser Tage erschienen sie neu – in einem schönen Doppelband der Planetenromane. Man kann sie als E-Book bei allen relevanten Shops bekommen; als alter Papierliebhaber bevorzuge ich die schön gedruckte Ausgabe aus dem Zaubermond-Verlag. Sie schmückt jetzt mein Bücherregal im heimischen Arbeitszimmer.

Aber egal in welcher Form: Ich finde, dass die beiden Romane den Autor in echter Hochform zeigen, voller Schreibfreude und Fabulierkunst, völlig losgelöst von den Zwängen der Heftromanserie. Es waren Glanzstücke seiner Autorenschaft, und ich finde es toll, sie jetzt in einem schönen Sammelband in Händen zu halten.

01 Dezember 2017

Ein »Let'sPlay« zu unserer Serie

Seit das PERRY RHODAN-Computerspiel von unseren Partnern von Braingame veröffentlicht worden ist, sind bereits neun Jahre vergangen. Da finde ich es schön, wenn ein Computerspieler einem das gesamte Spiel noch mal in Erinnerung ruft. In seinem »Let'sPlay« geht »herrJJ« durch die einzelnen Ebenen des Spiels, er spielt es komplett durch und kommentiert ständig dabei.

Ich schaute mir nicht alle Szenen durch – mittlerweile sind es mehr als dreißig Folgen, wenn ich es richtig verstanden habe –, und ich schaltete gelegentlich den Ton ab. Ich finde aber die Bilder cool und genieße es, auf diese Weise einzelne Szenen aus dem Computerspiel noch einmal anzuschauen.

Die Stadtansichten von Terrania, die Soziale Residenz, die fremden Welten und viele Einblicke in das PERRY RHODAN-Universum faszinierten mich schon damals, und sie sind immer noch richtig gut. Danke an Herrn »JJ« für diese schöne Erinnerung!