23 Juni 2017

Kristallwesen und Zwillingsschwestern

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Die Diskussion bei der Exposébesprechung am Montag, 25. Oktober 1993, wurde sehr stark von Dr. Florian F. Marzin dominiert. Von ihm stammte die grundlegende Idee für den gesamten Zyklus um das angeblich größte Rätsel des Universums, und er wollte auch die Kontrolle über die Details behalten. Das merkte ich immer wieder, während ich mit dem Chefredakteur sowie den Autoren Robert Feldhoff und Ernst Vlcek im Konferenzraum des Verlages saß.

Ideen der Autoren wurden recht schnell weggewischt, ebenso meine. Wenn die andere Seite des Universums, so Florians Überlegung, zu unserer Seite des Universums gewissermaßen spiegelbildlich funktioniere, dann müsse man das konsequent durchdenken. Dann dürfte die andere Seite nicht nur lebensbedrohend sein, sondern müsse in der logischen Folge auch auf unserer Seite zu Tod und Verderben führen.

Seine bestimmende Art machte eine Diskussion manchmal echt schwierig. Es war klar, dass er eine große Sachkenntnis hatte und sich in der Science Fiction hervorragend auskannte – aber es war nicht einfach, sich darauf einzustellen. Immer wieder verwies er auf andere Science-Fiction-Werke, die wir anderen oftmals nicht kannten.

Ein Roman, auf den sich Florian bei seiner Konzeption berief, war »Die toten Welten des Bolg« des amerikanischen Autors Philip José Farmer. »Lass uns etwas machen, das so ähnlich ist wie bei Farmer«, argumentierte er.

tl_files/comic/downloads/cover/pr_erstauflage/1715tibi.jpgImmerhin gebe es in diesem Roman ein riesengroßes Lebewesen, das auf seinem Weg durch das Universum alle möglichen Planeten entvölkere. Zu diesem Wesen sei keine Kommunikation möglich, und es versuche in völlig sinnloser Manier, intelligente Lebewesen in Massen auszulöschen. So in etwa stellte er sich die Lebensformen vor, die auf der anderen Seite des Universums ihren Krieg gegen die Ayindi führten.

Mein vorsichtiger Einwand, dass in der PERRY RHODAN-Serie mit den Mobys schon einmal mondgroße Wesen existiert hatten und dass es mit dem Suprahet ebenfalls bereits ein Wesen gegeben hatte, dass Planeten reihenweise ausgelöscht hatte, wurde von ihm abgelehnt. Dann sollten wir eben dafür sorgen, dass unsere Ideen neuer und besser seien – womit er grundsätzlich recht hatte.

So verlief die Diskussion manchmal recht zäh. Ich war stets froh, wenn sich Robert mit seiner ruhigen Art einbrachte und unserem Gespräch eine zielführende Richtung verlieh. Ich ging zu schnell an die Decke, ärgerte mich zu früh darüber, wenn eine Idee von mir nicht funktionierte. Ernst blieb gelassen, saß da, schmunzelte und rauchte.

Immerhin konnten wir einige Einzelheiten festlegen. Wir bestimmten, dass bei den Ayindi nicht nur Kriegerinnen existieren sollten, sondern dass es offenbar auch Krieger gegeben hatte. Und wir machten uns erneut Gedanken darüber, welche Struktur die Abruse haben sollte. Die Schneeflockenschiffe wurden definiert, die Rolle der Zellaktivatorträger wurde klarer.

Auch hier erwies sich Robert Feldhoff immer wieder als ein Ideengeber par excellence. Ohne ihn hätten wir an diesem Tag keine guten Ergebnisse zustande gebracht. Sehr oft schaffte er es mit seinen kritischen Bemerkungen und Rückfragen, ganz neue Impulse zu geben.

Ich war dennoch froh, als der Nachmittag vorüber war. Ich fuhr nach Hause, wo ich mich frisch machte; später fuhr ich nach Gaggenau weiter, einer kleinen Stadt im Murgtal. Dort hatte Florian einen Tisch im Gasthaus »Alte Schule« reservieren lassen. Das Restaurant bot gutbürgerliche Küche und war – wie der Name nahelegte – wie eine alte Dorfschule eingerichtet. Auch die Speisekarte sah eher aus wie ein Schulheft, mit verkritzelten Notizen der Schüler und kritischen Anmerkungen der Lehrer.

Wir aßen und tranken gut; dabei sprachen wir über alles mögliche. Robert und ich stellten verwirrt fest, dass am Abend gar nicht so sehr über Inhalte diskutiert wurde, sondern es vor allem um Reisen und Tennis ging, ein wenig um Politik und die »alten Zeiten«. Gelegentlich thematisierten wir die aktuelle Entwicklung der PERRY RHODAN-Serie, die Leistungen der einzelnen Autoren, die Kritik in den Fanzines. Über grundlegende neue Handlungsideen sprachen wir nur am Rand.

Erst am Dienstagmorgen, 26. Oktober, ging es noch einmal zwei Stunden um den weiteren Verlauf des Ayindi-Zyklus. Wir definierten, wie die Handlung auf der anderen Seite des Universums mit der Handlung im Sonnensystem verbunden wurde – ich hatte gefordert, es müsse eine »konkrete Bedrohung für die Menschen« geben –, und legten fest, welche Rolle die Vandemar-Zwillinge einnehmen sollten. Es sollte Verbindungen zwischen der Vergangenheit der Erde und den Ayindi geben, ebenso fanden wir einen Weg, den Mythos um die Ritter der Tiefe mit der gesamten Thematik zu verbinden.

Als sich Ernst Vlcek und Robert Feldhoff auf den Weg zum Bahnhof machten, um die Reise nach Norden anzutreten – Ernst zum Flughafen in Frankfurt, Robert nach Oldenburg –, hatte ich das Gefühl, dass wir mit der Zyklusplanung einen großen Schritt zurückgelegt hatten. Darauf konnten wir aufbauen: Wir hatten bis zum Band 1715 alles sehr klar definiert, jetzt ging es daran, die Exposés zu schreiben. Diese Aufgabe würde Ernst übernehmen, während Robert weitere Einzelheiten hinzufügen sollte ...

22 Juni 2017

Preisaktion bei einem Feldhoff-Doppelband

Als Robert Feldhoff im Abstand von fünf Jahren zwei Romane schrieb, in denen er das Imperium Dabrifa schilderte, konnte er nicht ahnen, wie wichtig diese Romane für die Arbeit im Jahr 2017 werden würden: Für die Exposés an unserer Miniserie PERRY RHODAN-Terminus dienten sie als eine Grundlage. Kein Wunder – Robert Feldhoff dachte sich damals viele Details aus, mit denen er das Imperium plastischer gestaltete. Und diese Details werden von den Terminus-Autoren jetzt teilweise aufgegriffen.
 
Seit vielen Jahren wollte ich diese zwei Bände neu publizieren: Die Taschenbücher »Scitt der Zwerg« (erstmals 1989 als Band 316 veröffentlicht) sowie »Die Toleranz-Revolution« (Bandnummer 376 im Jahr 1994) hatte ich gern gelesen und – bei Band 376 – auch redaktionell betreut. Ich mochte sie sehr, und in der Zusammenstellung gewinnen sie meiner Ansicht nach an Qualität.
 
Im Mai 2017 brachten wir sie als einen Doppelband im Rahmen der Planetenromane unter; man kann sie in gedruckter Form sowie als E-Book bestellen. Eine schöne Gelegenheit, wie ich finde, sich die Hintergründe zum Imperium Dabrifa einmal in dieser Form anzuschauen.-
 
 Und weil die Handlung bei PERRY RHODAN-Terminus jetzt erst aus dem Solsystem hinaus in die Weiten der Milchstraße geht, haben wir uns überlegt, mit einer Preisaktion zusätzlich auf die zwei Romane hinzuweisen. Falls sich also jemand wundern sollte, warum wir ausgerechnet in dieser Woche diesen Doppelband zum halben Preis anbieten – das ist der Grund.

21 Juni 2017

Carusos Maske

In ihrem Roman »Carusos Maske« schreibt Susan Schwartz nicht nur über einen gewissen Klemens Caruso und seine Aktivitäten, sondern vor allem darüber, wie sich für »ganz normale« Menschen von der Erde die Situation im Jahr 3430 anfühlen muss. Zur Erinnerung: Das Solsystem mit seinen Milliarden und Abermilliarden menschlichen Bewohnern gilt als vernichtet.

Während Rhodan und seine Mitstreiter aus dem Verborgenen heraus agieren, verändert sich die Situation in der Milchstraße. Wie das auf den einfachen Menschen wirkt, wird in der klassischen PERRY RHODAN-Serie kaum thematisiert.

Susan Schwartz weist im sechsten Band von PERRY RHODAN-Terminus auf die Schwierigkeiten hin, die sich aus einem solchen Geheimnis ergeben. Milliardenfache Tragödien und Katastrophen hinterlassen ihre Spuren – und das wird in ihrem sowieso spannenden Roman »ganz nebenbei« auf sehr menschliche Weise thematisiert. Stark!

(Ach ja: Der Roman erscheint nächste Woche. Und ich finde das Cover von Dirk Schulz ziemlich cool! So habe ich mir diese Figur irgendwie immer vorgestellt.)

20 Juni 2017

Die »SOL« 86, leicht verspätet

Nicht immer klappt es mit der Lektüre der aktuellen »SOL« so, wie ich es gern hätte. Aus diesem Grund las ich die Ausgabe 86, die schon vor Wochen bei mir daheim eingetroffen ist, erst am vergangenen Abend zu Ende. Wie immer hat mir das Heft gut gefallen.

Ich lese die »SOL« eigentlich komplett. »Eigentlich« heißt in diesem Fall, dass ich beispielsweise die inhaltlichen Zusammenfassungen der PERRY RHODAN-Romane meist überblättere und nur die Kritiken dazu lese – an der Erarbeitung des Inhaltes war ich schließlich beteiligt. Die Kritiken sind für mich als Redakteur viel spannender.

Neben vielen anderen Themen gibt es einen Schwerpunkt bei PERRY RHODAN-Terminus. Der Werkstattbericht von Uwe Anton dürfte einige wichtige Hintergründe zu unserer aktuellen Miniserie liefern.

Am spannendsten fand ich allerdings das Interview mit dem Illustrator Stefan Wepil. Eine Reihe seiner Werke werden in Farbe präsentiert, das unterstreicht die inhaltlichen Aussagen des Interviews, bei dem es auch um biografische Hintergründe und künstlerische Einflüsse ging.

Die 64 Seiten im A4-Format lesen sich flott, sie sind informativ und gut gestaltet, sie machen Spaß. Ich mag das Gefühl, dass die PERRY RHODAN-FaZentrale seit zwanzig Jahren existiert und ein so schönes Heft herausgibt.

19 Juni 2017

PERRY RHODAN auf der »Documenta«

Bekanntlich ist Kassel in diesem Sommer zum wiederholten Mal das Mekka der Kunstwelt: Die »Documenta« lädt Kunstfreunde aus aller Welt nach Hessen – und PERRY RHODAN ist irritierenderweise dabei. Das bekamen viele Leser unserer Serie mit, als sie einen entsprechenden Bericht im »Morgenmagazin« des ZDF sahen.

In diesem Bericht wurde auf das »Parthenon der Bücher« verwiesen, eine Attraktion der Veranstaltung. Laut Informationen ist das Kunstwerk 70 Meter lang, 30 Meter breit und 20 Meter hoch; die argentinische Künstlerin Marta Minujin zeichnet dafür verantwortlich. Ihr Werk ist mit Zehntausenden Büchern ausgestattet, die irgendwo in der Welt verboten sind oder es einmal waren.

Zu sehen ist dabei auch ein PERRY RHODAN-Roman. War unsere Serie wirklich verboten? Diese Frage wurde seitdem sehr häufig an uns gerichtet.

Auf der »Liste verbotener Bücher«, die der Ausstellung zugrunde liegt, ist unsere Serie verzeichnet. »Diese Liste wurde von Dozent_innen und Student_innen am Institut für Germanistik der Universität Kassel erstellt und entspricht dem Stand vom 31. Dezember 2016«, heißt es auf der entsprechenden Seite. »Sie entstand im Rahmen der documenta 14 im Zusammenhang mit der künstlerischen Arbeit The Parthenon of Books.«

Verwiesen wird darauf, dass PERRY RHODAN in der DDR verboten gewesen sei. Leider gibt es hierfür keinen konkreten Beleg.

Fakt ist: In der DDR wurde mit der sogenannten Trivialkultur aus dem Westen sehr streng verfahren. Es war untersagt, entsprechende Literatur oder Musik in die DDR einzuführen – ob der Besitz allerdings ebenfalls verboten war, ist mir nicht bekannt.

Ich stand in den 80er-Jahren mit DDR-Bürgern im Kontakt, mit denen ich Tonträger oder Science-Fiction-Romane tauschte. Das war völlig problemlos, wenn man sich an die Regeln hielt. Zu diesen Regeln zählte, dass man keinen PERRY RHODAN-Romane oder keine »Heino«-Platten in die Pakete steckte; diese wurden vom Zoll konfisziert.

Wer in die DDR fuhr, sollte ebenfalls nicht versuchen, Romanhefte oder entsprechende Musik über die Grenze zu bringen. Bei den häufigen und sehr strengen Kontrollen wurden solche Dinge beschlagnahmt. Die Grenzbeamten gingen dabei gelegentlich oftmals ebenso willkürlich vor wie die Zollbeamten: Beinharte amerikanische Krimis gingen problemlos durch den Zoll, amerikanische Science Fiction wurde häufig herausgefischt.

Welche Grundlagen es also für ein »PERRY RHODAN-Verbot« gab, weiß in der Redaktion heute niemand. Ob es hierfür ein Schriftstück gab, das als Grundlage diente, weiß ebensowenig jemand. Aber dass PERRY RHODAN auf einer Kunstmesse und im »Morgenmagazin« gezeigt wird, finden wir gut.

Neues von den Thoogondu

Ein Logbuch der Redaktion (zur Dokumentation)

Schaut man sich die Entwicklung des aktuellen »Genesis«-Zyklus an, so kommt einem die Milchstraße und mit ihr die Menschheit ein wenig vor wie ein Sandwich. Zwei Mächte, die weit außerhalb der bekannten Galaxien ihre Heimat haben, scheinen sich für die Milchstraße zu interessieren – und es ist fast so, als wollten sie die Menschen in die Zange nehmen.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2912tibi.jpgDie nächsten drei Romane beleuchten erst einmal die ferne Galaxis Sevcooris und zeigen unter anderem auf, welche Verbindungen es zur Milchstraße gibt. Dabei wird sich noch erweisen, wie eng die Geschichte der Thoogondu mit den Völkern der Menschheitsgalaxis verbunden ist ...

Robert Corvus verfasste einen Doppelband im laufenden Zyklus, wobei vor allem sein Roman »Der letzte Galakt-Transferer« die entscheidende Entwicklung einleitet. Unter der Bandnummer 2912 kommt er am 9. Juni 2017 in den Handel – ein Science-Fiction-Abenteuer mit viel Action und Abwechslung.

Wichtige Hintergründe liefert Michael Marcus Thurner in seinem Roman »Das neue Imperium«. Der in Wien lebende Autor stellt die Geschichte eines Sternenstaates vor, die bei den Lesern für manche Überraschung sorgen dürfte. Dabei greift er auf die Vergangenheit der PERRY RHODAN-Serie zurück und verknüpft diese mit der Handlungsgegenwart.

Sein Roman trägt die Bandnummer 2913 und wird am 16. Juni 2017 veröffentlicht. »Es ist eine Geschichte voller Tragik« – so zitiert der Autor eine seiner Hauptfiguren. »Sie handelt von Opferbereitschaft. Von Angst und Hoffnungslosigkeit. Von Verzweiflung – und von Schwäche. Von einer Schwäche, die sich letztlich zu unserem Vorteil umkehrte und zur Gründung eines neuen Imperiums führte.«

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2914tibi.jpgZurück zu den Spannnungen der Handlungsgegenwart führt dann Michelle Stern. Ihr »Im Bann des Pulsars« wird am 23. Juni 2017 veröffentlicht und trägt die Bandnummer 2914. Sie zeigt eine beeindruckende Innensicht vom Sternenreich der Thoogondu und erzählt von einer Frau, die in einem fremden Imperium ihren Platz in der Gesellschaft sucht.

Weitere Hauptfiguren ihres Romans sind unter anderem Perry Rhodan, der eine Reihe von neuen Informationen sammelt, die sein bisheriges Weltbild teilweise erschüttern, teilweise aber auch ergänzen. Den Terranern – und damit den Lesern – ist bereits bekannt, dass im Goldenen Reich so manches nicht so ist, wie ihnen vorgegaukelt wird; die wahren Hintergründe sind nach wie vor nicht vollständig.

Die drei Romane ergänzen den bisherigen Eindruck, der von der Galaxis Sevcooris existiert. Sie zeigen tragische »Helden« und tapfere Kämpfer, dazu phantasievolle Aliens – und mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten ...

01 Juni 2017

Wie die Exposés zur Abruse anfingen

tl_files/comic/downloads/cover/pr_erstauflage/1700tibi.jpgAus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Die Exposébesprechung im Herbst 1993 begann am Sonntag, 24. Oktober. Ernst Vlcek war bereits im Verlauf des Tages angekommen und hatte sich mit Dr. Florian F. Marzin, dem Chefredakteur der PERRY RHODAN-Serie, im Gasthaus »Bären« in Rastatt getroffen. Weil ich an diesem Tag noch mit privaten Dingen beschäftigt war, konnte ich nicht gleich teilnehmen.

Erst später verließ ich das Dorf in der Nähe von Rastatt, in dem ich zu dieser Zeit wohnte, und fuhr in die Stadt. Im »Bären« bestellte ich mir ein Abendessen und beteiligte mich an der bereits laufenden Diskussion.

Noch später kam Robert Feldhoff, womit unsere Runde vollständig war. Offiziell war Robert noch kein Exposéautor, aber es war klar, dass er zu einem werden sollte. Alle schätzten seine Romane ebenso wie die ruhige und gelassene Art, in der er Ideen präsentierte oder auch Kritik äußerte.

An diesem Abend redeten wir allerdings kaum über den Inhalt der PERRY RHODAN-Serie. Ich erzählte Geschichten von meiner jüngsten Afrika-Reise, die mich nach Südafrika geführt hatte; Florian und Ernst machten Witze über ihre gemeinsamen Tennisturniere, während Robert eher ruhig blieb. Wahrscheinlich versuchte er zu diesem Zeitpunkt noch, genauer herauszufinden, welche Rolle er wohl künftig bei der Exposéarbeit spielen sollte.

Nur selten sprachen wir über den Zyklus nach Band 1700, den wir eigentlich planen sollten. Es gab höchstens einige Andeutungen, zumeist ließen wir das Thema auf der Seite liegen; nicht unüblich für Besprechungen in jenen Jahren. Florian Marzin verließ uns am späten Abend und fuhr nach Hause.

Ich begleitete die beiden Autoren noch an die Bar des »Holiday Inn«, wo sie untergebracht waren. Wir tranken das eine oder andere Bier – ich nicht so viel, weil ich zu fahren hatte –, und tauschten unsere Erfahrungen mit den Manuskripten der Kollegen aus.

Es gab viel zu lachen, vor allem ab dem Zeitpunkt, als Ernst Vlcek anfing, »Geschichten von früher« zu erzählen. »Wie der Karl-Herbert dann ...«, so endete mancher Schwank. Er berichtete von Autorenkonferenzen in den 70er-Jahren, die – wenn wir alles glauben sollten – nicht selten in einem völligen Chaos endeten. In seinen Geschichten karikierte er die Altautoren, allerdings immer augenzwinkernd und selbstironisch.

Robert und ich lachten zeitweise schallend. In der vollbesetzten Hotel-Bar waren wir an diesem Abend sicher die munterste Runde. Spät nach Mitternacht fuhr ich nach Hause.

Am Montagmorgen ging es erst einmal ohne Exposés weiter. Ich hatte Besucher in der Redaktion. Schüler der 13. Klasse eines Gymnasiums trafen ein; ihr Lehrer hatte den Termin schon vor Wochen vereinbart. Die jungen Leute kamen aus Ettlingen, einer Kleinstadt in der Nähe, und sie hatten sich im Unterricht gut auf PERRY RHODAN vorbereitet.

Wie im voraus vereinbart, holte ich die Jugendlichen und ihren Lehrer an der Pforte ab und lotste sie nicht in mein Büro – das sah mir dann doch zu chaotisch aus –, sondern in die Kantine. Einige Kollegen aus anderen Abteilungen hatten gerade Pause, womit ich nicht gerechnet hatte. Ich bat sie, sich an die Seite zu setzen, was sie auch machten. Durch ihre Anwesenheit vergrößerte sich mein Publikum ungeplant ...

Die Schüler ließen sich an den Tischen nieder, ich packte eine Kiste mit PERRY RHODAN-Materialien aus und erzählte, was wir veröffentlichten und wie die Produktion ablief. Darüber hinaus plauderte ich über die Geschichte des Verlages und stellte die unterschiedlichen Arbeitsweisen der Autoren dar.

Die Schüler stellten interessierte Fragen, auf die ich so gut wie möglich einging. Hinterher gab's Applaus, auch von den Kollegen aus anderen Abteilungen. Unser Computer-Experte, ein Informatiker mit Doktortitel, kam sogar zu mir, schüttelte mir die Hand und sagte, er habe noch nie so viel auf einmal über unsere Serie erfahren. Das schmeichelte mir sehr; als junger Redakteur, der sich mit Science Fiction beschäftigte, galt ich im Verlag eher als Sonderling.

Nachdem ich fertig war, konnte ich die Schüler »weitergeben«; ein Kollege aus der Druckerei übernahm. Die jungen Leute sollten sehen, wie aus einem Manuskript ein fertig gedruckter Roman wurde. Man zeigte ihnen – so war es vereinbart – die Setzerei, wo das Manuskript abgetippt und in Form gebracht wurde, sowie die weiteren Zwischenstufen, bis der Roman die Druckerei verlassen konnte.

Ich eilte in den Besprechungsraum im oberen Geschoss. Dort waren mittlerweile die Autoren eingetroffen; Dr. Florian F. Marzin ließ Kaffee und Gebäck anliefern. Ernst und Florian rauchten im geschlossenen Besprechungsraum, so dass wir innerhalb kürzester Zeit in einer Wolke aus Qualm saßen. Da die Inhalte, über die wir zu sprechen hatten, durchaus komplex waren, hatte ich bald das Gefühl, auch mein Hirn sei voller Qualm.

Wir diskutierten den weiteren Verlauf des Abruse-Zyklus, der noch gar keinen Namen hatte. Wie sollte die »andere Seite des Universums« beschaffen sein, welche Rätsel sollten auf die Terraner warten? Ernst Vlcek präsentierte seine Idee, dass es vor allem Wesen aus Kristall sein sollten, auf die man treffen würde – dies sei ein klarer Gegensatz zu Menschen aus Fleisch und Blut. Kommunikation sollte schwierig sein, er wollte alles sehr geheimnisvoll haben.

Robert fand viele Überlegungen in dieser Richtung nicht richtig. Wir würden uns in die Enge manövrieren, wenn wir »normale« Gegenspieler wegließen. Perry Rhodan und seine Gefährten benötigten Kontrahenten, damit wir eine spannende Handlung haben könnten. Bis zur Mittagspause an diesem Tag bissen wir uns an solchen Details tatsächlich fest.

31 Mai 2017

Hans Kneifel und terranische Kolonisten

Als ich in den späten 70er-Jahren mit meiner PERRY RHODAN-Sucht begann, dauerte es nicht lange, bis ich auch auf die Taschenbücher aufmerksam wurde – diese Geschichte habe ich schon oft genug erzählt. In der zehnten Klasse des Gymnasiums bekam ich von einer Mitschülerin immer wieder Taschenbücher geliehen, die sie aus dem Schrank ihres Vaters fischte; dieser Mann war PERRY RHODAN-Leser.

So kam ich in den Genuss, die klassischen Kneifel-Romane durchzuschmökern, von denen wir erneut zwei im Rahmen der Planetenromane veröffentlichen – heute kam das Belegexemplar von Band 79/80 bei mir an. Der Doppelband enthält die Taschenbücher »Der stumme Robot« und »Die Grenze des Imperiums«, die ich 1979 erstmals gelesen habe.

Schon beim Durchblättern der Originalromane wurden die Erinnerungen wach; wenn ich jetzt das Taschenbuch in den Händen halte, werden die klassischen Charaktere wieder lebendig. Hans Kneifel schaffte es, einen Schauspieler oder einen Architekten zu echten Helden werden zu lassen, und dazu brauchte er nur einen einzigen Trick: Er ließ es »kneifeln«, er stellte sie als Menschen mit Stärken und Schwächen, mit Interessen und Abneigungen dar, er ließ sie Musik hören und Wein trinken, und all das führte dazu, dass ich sie mir besser merken konnte als viele Figuren aus den unzähligen Romanen, die ich in jenen Tagen buchstäblich verschlang ...

Schön, dass es diese Romane jetzt wieder in einer gelungenen Aufmachung gibt! Ein Platz im Regal ist schon für sie reserviert.

30 Mai 2017

Preis der Freiheit

Bereits im April las ich das Manuskript für den Roman »Preis der Freiheit«, der in den ersten Tagen des Juni 2017 erscheinen wird. Verfasst wurde der Roman von Madeleine Puljic; es ist der erste komplette Roman, den sie für eine unserer Serien geschrieben hat. Ihren Einstieg bei PERRY RHODAN NEO feierte sie mit Band 134, bei dem sie eine Hälfte übernahm; die andere stammte von Kai Hirdt. »Preis der Freiheit« trägt die Bandnummer 149.

Ich mochte ihr Manuskript sehr, und ich lobte vor allem, wie sie die Figuren darstellte. Der Roman ist vielseitig und facettenreich; als Leser muss man aufpassen, dass man in den vielen Szenen nicht den Überblick verliert. Es passiert zudem enorm viel: Die Autorin hatte die Aufgabe, die Handlungsebenen zusammenzuführen. Mir gefielen dabei die Dialoge zwischen den Figuren sehr gut.

Meine Lieblingsfigur in diesem Roman war übrigens – bei der Lektüre des Manuskriptes – nicht Perry Rhodan selbst, obwohl er eine tragende Rolle spielt und ich seine Sicht auf manche Dinge sehr gut nachvollziehen kann. Am liebsten mochte ich bei der Lektüre Thora; die Arkonidin wirkt auf mich sehr glaubhaft.

Madeleines Roman schließt im Prinzip eine Epoche ab. Ich freue mich schon darauf, von ihr in der nächsten NEO-Epoche weitere Romane lesen zu können. Derzeit schreibt sie bereits an einem weiteren Band ...

29 Mai 2017

Insel der Winde – jetzt in grün

»Atlan ist bestrebt, einen Traum des alten Pharao zu verwirklichen« – so steht es im Rückentext des ATLAN-Buches mit dem Titel »Insel der Winde«. Verfasst wurde der Roman von Hans Kneifel, es ist einer der letzten ATLAN-Zeitabenteuer des Altmeisters. Als zweiter Teil der sogenannten Kreta-Trilogie wurde er im Jahr 2009 von unserem Partner Ulisses veröffentlicht. Das Titelbild schuf Arndt Drechsler.

Ich freue mich sehr darüber, dass es dieses Buch jetzt neu gibt: in der schönen, wenngleich nicht unbedingt allen gefallenden Gestaltung der Club-Ausgabe. Diese wird von unseren Partnern von Edel über ihren Shop an die Abonnenten der Serie ausgeliefert – und so erlebe ich es wieder einmal mit, wie der alte Arkonide in neuer Gestalt auf dem Stapel mit den Belegexemplaren materialisiert. Ich bin sicher, Hans hätte sich darüber sehr gefreut ...

28 Mai 2017

Kampf um Merkur

Ich zitiere aus einer Mail, die ich am 7. April 2017 an Susan Schwartz geschickt habe: »Der Roman hat mir richtig viel Spaß gemacht, ich finde ihn spannend und unterhaltsam, und ich bin sicher, dass er bei unseren Lesern gut ankommen wird. Vor allem finde ich gut, wie schön Du die Figur des Darren Z charakterisiert hast.«

Dem Lob ist wenig hinzuzufügen. Die Leser können sich in wenigen Tagen selbst überzeugen, wenn »Kampf um Merkur« offiziell in den Handel kommt. Die Autorin präsentiert den vierten Roman von PERRY RHODAN-Terminus mit seinen zwei getrennten Handlungsebenen – hier verrate ich dazu nicht mehr – mit viel Freude an Action und knalligen Dialogen.

Sicher ist eins: Danach wissen die Leser mehr über die Situation im Jahr 3430 christlicher Zeitrechnung, vor allem ist mehr über die Bedrohung der Milchstraße bekannt ...

26 Mai 2017

Terminus am Freitag

Der heutige Freitag steht zu einem großen Teil im Zeichen von PERRY RHODAN-Terminus. Als Redakteur habe ich mich damit stark beschäftigt – mit Exposés, Titelbildern, dem Lektorat und Manuskripten. Langweilig wird's einem dabei nicht.

Wichtig aber: Die Exposés liegen vollständig da, die Romane stehen auch zu einem großen Teil, der Zuspruch der Leserschaft ist größtenteils positiv. Unter anderem schickte ich heute eine Mail mit Exposé-Feedback an den Exposéautoren hinaus.

Wenn am Wochenende beim PERRY RHODAN-Con in Osnabrück ebenfalls unsere aktuelle Miniserie in aller Munde ist, freut mich das sehr. Ich selbst kann ja leider nicht dabei sein; also beschränkte ich mich heute auf Mails und in einem Fall sogar auf die Briefpost.

Mit einzelnen Autoren wurde heute zu verschiedenen Themen korrespondiert. Bei einem Manuskript hatte ich die einen oder andere Anregung; bei anderen Autoren wurden die Titel ihrer Romane fixiert, ebenso das Motiv des Titelbildes. Das wiederum übermittelte ich an Dirk Schulz, der die Titelbilder allesamt gestaltet.

PERRY RHODAN-Terminus läuft also. Unsere zwölfbändige Serie gefällt mir als Redakteur selbst sehr gut. Umso besser, wenn sich auch die Leser positiv äußern.

24 Mai 2017

Der Bebenforscher

Es hat durchaus Vorzüge, wenn man als Exposéautor seine Exposés für sich selbst schreiben kann. Das dachte sich Robert Feldhoff wohl auch, als er im November 1997 das Exposé für den Roman mit der Bandnummer 1909 verfasste. Das eigentliche Handlungs-Exposé ist gerade mal eineinhalb Seiten lang, die Datenblätter nehmen den größten Teil des Papiers ein, das am 18. November 1997 verschickt wurde

»Dem Autor werden keine handlungstechnischen Vorgaben gemacht«, formuliert es das Exposé ganz trocken. »Es ist in erster Linie seine Aufgabe, in eine lebendige Erzählung die Datenblätter Eismer Störmengord, DaGlausch/Salmenghest, Kesselbeben und Bebenforscher einzubringen.« Zudem solle »der Autor en passant Elemente« der Handlungsebenen Rhodan und Alashan »elegant miteinander verknüpfen«.

Der fertige Roman erschien im März 1998 unter dem Titel »Der Bebenforscher« und mit einem klassischen Titelbild von Swen Papenbrock. Im Roman verstreute der Autor eine Reihe von Details, die erst später wichtig werden sollten, die geheimnisvollen Lamuuni-Vögel beispielsweise. Ich mochte den Roman sehr und fand die tragische Figur des Eismer Störmengord toll geschildert.

23 Mai 2017

Gucky auf niederländisch

Es ist ein Gucky-Motiv, das den Mausbiber so zeigt, wie ich ihn einschätze: als erfahrenes Wesen, zwar durchaus humorvoll, im Zweifelsfall aber auch dazu bereit, sich mit einer Waffe in der Hand zu Wehr zu setzen. Das Motiv schmückt das Titelbild des PERRY RHODAN-Doppelbandes 2397/2398, der dieser Tage in niederländischer Sprache erschienen ist.

Aus »Die Halbspur-Changeure« von Hubert Haensel wurden »De Halfspoor-Wisselaars«, aus Uwe Antons »Aufbruch nach Hangay« wurde ein »Vertrek naar Hangay«. Beide Romane gehören zum Abschluss des ersten Hunderter-Zyklus, der den Kampf der Terraner gegen die Terminale Kolonne TRAITOR schildert.

Robert Feldhoff packte in die insgesamt 200 Romane einen Handlungsbogen, den ich nach wie vor beeindruckend finde. Schön, dass unsere Leser in den Niederlanden diese Romane jetzt auch lesen können!

22 Mai 2017

Im Reich der Soprassiden

Zu den Themen, die bei PERRY RHODAN schon immer populär sind und waren, zählt die Begegnung mit Außerirdischen. Seit Perry Rhodan im ersten Roman der Serie auf die Arkoniden gestoßen ist, gibt es ständig solche Begegnungen – die Menschen stehen im Kontakt zu zahlreichen Völkern, die in den Weiten des Universums verteilt sind.

Der Band 2910, den Uwe Anton verfasst hat, trägt den Titel »Im Reich der Soprassiden«. Perry Rhodan selbst ist eine der Hauptpersonen – der Terraner erfährt in diesem Roman mehr über das Gondunat, wie die vorherrschende Kultur in der Galaxis Sevcooris genannt wird.

Doch wie das Verhältnis zwischen dem Goldenen Reich und den »kleineren« Völkern wirklich ist, weiß bislang keiner. Man kann nur ahnen, dass die Wahrheit nicht ganz so »golden« ist wie das Bild, das man den Besuchern aus der Milchstraße zeigt.

Wenn man es genau sehen möchte, ist der Roman, der am 26. Mai 2017 erscheint, auch ein Kommentar zur aktuellen Diskussion um »Fake News«. Was ist Wahrheit, was ist Lüge, in welchen Aussagen wird etwas vorgegaukelt, was nicht so viel mit der Realität zu tun hat?

21 Mai 2017

Reginald Bull auf Japanisch

Ich finde es immer wieder spannend, mir anzuschauen, wie unsere japanischen Partner die Titelbilder ihrer PERRY RHODAN-Ausgaben gestalten. Ein schönes Beispiel ist – weil ich in diesen Tagen oft an Reginald Bull denken muss – das Titelbild des Bandes 522 der »Ro Dan Series«, die bei Hayakawa erscheinen. Der Band enthält die Romane »Vamanu« und »Die schwarze Macht«; er wurde im Juni 2016 veröffentlicht.

Wie so oft, so zeigt auch dieses Titelbild diverse Helden der PERRY RHODAN-Serie in einer Art »Team-Präsentation«. Der Mann mit der Maske könnte Alaska Saedelaere sein, das pelzige Wesen in der Mitte identifiziere ich zähneknirschend als Gucky, und der rothaarige Typ unten müsste Reginald Bull sein.

Um es vorsichtig zu sagen: Nicht jede Interpretation unserer japanischen Partner entspricht meinen Vorstellungen ...

19 Mai 2017

Die Mutanten-Krise

Das erste Dutzend ist voll – unfassbar! Mir liegt als Belegexemplar das Buch »Die Mutanten-Krise« vor. Veröffentlicht wurde es von unseren Partnern von Edel, es ist der zwölfte Band unserer Platin Edition, also der Buchausgabe von PERRY RHODAN NEO. Ich bin immer sehr glücklich, wenn ich die neuen NEO-Bücher erhalte: Letztlich haben wir damit eine Idee umgesetzt, die schon in den frühen Nuller-Jahren buchstäblich auf dem Tisch lag, die wir aber noch nicht so richtig nach vorne bringen konnten.

Im vorliegenden Buch geht’s um die Mutanten, die in echte Schwierigkeiten geraten. Frank Borsch, der die Exposés in dieser NEO-Phase allein verfasste, orientierte sich dabei bewusst an der »Second-Genesis-Krise« aus der klassischen PERRY RHODAN-Serie.

Aber natürlich entwickelte er das Thema für PERRY RHODAN NEO ganz neu und ganz anders. Wie ihm das gelungen ist, davon können sich jetzt auch die Leser überzeugen, die dickleibige Bücher bevorzugen, die man sich schick ins Regal stellen kann – nach erfolgter Lektüre idealerweise ...

18 Mai 2017

Die Welt von PERRY RHODAN NEO

Auch unsere Serie PERRY RHODAN NEO ist mittlerweile weit vorangeschritten – bald erscheint der Band 150. Da ist es sinnvoll, eine Broschüre anzubieten, über die sich potenzielle Leser und Interessenten informieren können. Aus diesem Grund hat Klaus Bollhöfener aus dem Nachbarbüro »Die Welt von PERRY RHODAN NEO« produzieren lassen.

Die zwölf Seiten umfassende Broschüre wurde von Rüdiger Schäfer getextet; der NEO-Exposéautor weiß schließlich am besten über »seine« Serie Bescheid. Das vierfarbig gedruckte Werk enthält kurze Inhaltsangaben der jeweiligen Staffeln, informiert über die Exposéautoren und vermittelt darüber hinaus, was es »sonst noch« rings um die Serie gibt.

Solche Broschüren richten sich nicht an die Stammleser – diese kennen sich sowieso aus. Zielgruppe sind Menschen, die unsere Serie noch nicht kennen oder sich erst einmal nur informieren wollen. Diese erreichen wir dann hoffentlich auf Buchmessen oder auf Veranstaltungen wie der anstehenden FedCon.

17 Mai 2017

Reginald Bull steht im Fokus

Am heutigen Tag habe ich mich mehrfach mit der Person von Reginald Bull beschäftigt. In der PERRY RHODAN-Serie ist er der Mann, der mit Perry Rhodan zum Mond fliegt und dort auf die Arkoniden trifft. Für viele Leser – darunter auch mich – zählt er zu den prägenden Figuren der Serie. Seit einiger Zeit hat man von ihm nichts mehr gehört.

Der PERRY RHODAN-Roman, den ich als Manuskript lese, trägt den Titel »Reginald Bulls Rückkehr« und kommt im Juli 2017 in den Handel. Als Autor ist Hubert Haensel zuständig, der sich mit dem oft als korpulent und aufbrausend beschriebenen Bull schon oft beschäftigt hat; sein dickleibiges Buch der »Kosmos-Chroniken« finde ich immer noch gut. (Okay, der Roman hat die Bandnummer 2917 und kommt am 14. Juli 2017 heraus.)

Darüber hinaus habe ich mich heute mit Exposés und Ideenpapieren beschäftigt, in denen dieser Name häufig stand. Und ich machte mir Gedanken über Texte für unsere Internet-Seite. Bei alledem spielte Reginald Bull eine große Rolle ...und zum Inhalt der jeweiligen Romane möchte ich an dieser Stelle noch nichts verraten. Aus hoffentlich nachvollziehbaren Gründen ...

16 Mai 2017

NEO in Japan?

Da unsere japanischen Partner bereits erste Entwürfe veröffentlichen und die entsprechenden Informationen jetzt durchs Netz sickern, muss ich wohl das Thema kurz anreißen: Es ist geplant, in diesem Jahr einen »Testballon« mit PERRY RHODAN NEO in Japan starten zu lassen. Unsere Partner arbeiten an den Grundlagen, wir diskutieren über die Sprachengrenzen hinweg.

An die Details möchte ich noch nicht gehen; das geben wir dann bekannt, wenn alles klar und eindeutig ist. Sicher ist, dass PERRY RHODAN NEO für das japanische Publikum übersetzt wird. Wir sind gespannt darauf, wie unsere Leser dort – die japanische Übersetzung ist ja deutlich »hinter« uns – auf die moderne Art von PERRY RHODAN reagieren.

15 Mai 2017

Haensel-Planetenromane in der Arbeit

In den Jahren, in denen ich als »ganz normaler« Leser die PERRY RHODAN-Serie konsumierte – sowohl die wöchentlichen Heftromane als ein Großteil der Taschenbücher –, zählte Hubert Haensel zu den damals jungen Autoren, die ich sehr schätzte. In den 80er-Jahren verfasste er Taschenbücher, in denen er »Lücken« der Handlung schloss, seit den 90er-Jahren arbeite ich mit ihm zusammen.

Am heutigen Tag hatte ich mit einem Planetenroman-Doppelband zu tun, in dem wir zwei Taschenbücher des Autors zusammenfassen. Rainer Nagel liefert immer umfangreiche und informative Vor- und Nachworte zu diesen Romanen; ich schaue diese Texte noch einmal durch, redigiere gegebenenfalls den Rücken- und den Werbetext, denke mir darüber hinaus die Texte aus, die wir unsere Internet-Seite stellen.

Und ich freue mich darüber, welches Bildmotiv Arndt Drechsler gewählt hat. Es passt zur Handlung eines der zwei klassischen Romane, es ist sowieso ein schönes Science-Fiction-Motiv. Es macht mir immer wieder Freude, an den Planetenromanen mitzuwirken!

12 Mai 2017

Adam von Aures

Die Zeitwissenschaftlerin Aichatou Zakara ist ein dankbares Motiv für ein Titelbild – zumindest schien das Arndt Drechsler zu denken, als er das Cover von »Adam von Aures« gestaltete. Der Roman wurde von Wim Vandemaan geschrieben und kommt am 19. Mai 2017 in den Handel. Als Redakteur erhielt ich das frisch gedruckte Heft bereits auf den Tisch ...

Ich erinnere mich noch gut, wie ich das Manuskript las. »Ich finde die Art und Weise, wie Du Terrania präsentierst, sehr gut und eindrucksvoll«, schrieb ich dem Autor anschließend. Ich lobte beispielsweise »die vielen Details, etwa zur Musik, zu den Trecks oder ausgefallenen Berufen«.

Sicher bin ich, dass viele Leser vor allem schätzen werden, welche Figuren auftauchen. Immerhin spielt Homer G. Adams einmal wieder eine wichtige Rolle; darüber hinaus taucht ein weiterer »alter Bekannter« aus der Geschichte der PERRY RHODAN-Serie auf.

Wim Vandemaan als Exposéautor schaffte es in diesem Roman auf jeden Fall, mich zu verblüffen. Schon das Exposé fand ich faszinierend. Ich bin sicher, das wird vielen Lesern ähnlich gehen.

11 Mai 2017

Der Bookwire Publishers Day 2017

Ein Logbuch der Redaktion

Seit 2011 ist Bookwire der Partner für PERRY RHODAN, wenn es darum geht, unsere E-Books möglichst gut an die einzelnen Handelsplattformen zu verteilen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem Partner und sagen das auch bei jeder Gelegenheit. Wenn Bookwire dann zu einer Veranstaltung lädt, fahren wir auch gern hin.

tl_files/comic/images/news/news/Bookwire_PublishersDay2017_2.jpgAm Donnerstag, 27. April 2017, wurde der dritte Publishers Day veranstaltet. Von der PERRY RHODAN-Redaktion waren Philine-Marie Rühmann und ich anwesend; mit uns trafen sich rund 120 Menschen in einem schönen Saal im Literaturhaus Frankfurt. Als Devise hatte Bookwire »Sell More Books« gewählt – den Slogan hatten die Veranstalter sogar auf Taschen drucken lassen.

Innerhalb der Buchbranche gibt es bekanntlich unterschiedliche Ansätze, seine Inhalte an die Leserinnen und Leser zu bringen. Das hat sich durch die Digitalisierung nicht grundsätzlich geändert, es wurde höchstens angepasst. Gleich beim Einstieg in die Veranstaltung wurden drei unterschiedliche Arten des Publizierens auf der Bühne präsentiert.

Ich fand am spannendsten, was Poppy J. Anderson zu erzählen hatte. Die junge Frau ist als Selfpublisherin sehr erfolgreich. In ihren Romanen schreibt sie über eine fiktive Football-Mannschaft, die aus der amerikanischen Metropole New York kommt. Die Spieler verlieben sich in junge aufregende Frauen, sie haben Konflikte innerhalb des Teams, sie müssen beim Spiel zusammenhalten – die Autorin schafft ein Meer zwischenmenschlicher Konflikte, das sich extrem gut verkauft.

Mit Science Fiction hat das nichts zu tun; ich fand aber sehr interessant, wie Poppy J. Anderson sich präsentierte und wie sie von ihrer Arbeit berichtete. Die Autorin hält engen Kontakt zu ihren Leserinnen, die sie teilweise geradezu lieben.

Wesentlich nüchterner zeigte sich Michael Barabas; er ist der typische Verleger eines Fachverlages – dpunkt –, in dem es Bücher zu Fotografie oder zum Programmieren gibt. Die Auflagen sind eher niedrig, die Zielgruppe ist eher »spitz«. Aber er macht sich ebenfalls Gedanken darüber, wie man die Leser erreicht und wie man sie stärker an den Verlag bindet: So können sich Leser beispielsweise zu einem gewissen Jahresbetrag zu gekauften Print-Bücher auch die E-Books herunterladen.

Einen engeren Bezug zu unserer Literatur hatte Franziska Hans, die beim Kinder- und Jugendbuchverlag Loewe als Teamleiterin für digitale Produktion tätig ist. Sie stellte dar, wie sie für einzelne Schwerpunkte jeweils Facebook- oder Website-Themen entwickeln, wie sie versuchen, die Leser an die Reihen zu binden und wie sie auch neue Autorinnen und Autoren aufbauen. Das geht beispielsweise so weit, dass man sogar ein Rollenspiel zu einem Buch entwirft, bei dem die Leser mithilfe von »Drohnen« auf einer Website die Schauplätze ansteuern können.

tl_files/comic/images/news/news/Bookwire_PublishersDay_2017_1.jpgUm die Zukunft des digitalen Buchhandels ging es in weiteren Vorträgen. So stellt sich Bookchoice vor, eine Art »Buchclub in der digitalen Welt«. Leser erhalten bei diesem Angebot, das im Sommer 2017 starten soll, ausgewählte Angebote – sie müssen sich nicht mehr allein durch den digitalen Buch-Dschungel kämpfen.

Interessant war ein Vortrag der Firma Salesforce, die sich unter anderem auf neue Kundenbeziehungen spezialisiert hat. Bisher betreut dieser Anbieter vor allem Kunden aus unterschiedlichsten Bereichen: gedruckte Bücher und im speziellen E-Books sollen erst verstärkt hinzukommen.  Wer den Begriff Customer-Relationship-Management schon einmal gehört hat, kann sich in etwa vorstellen, wohin bei diesem Anbieter die Reise gehen könnte.

Ein wenig komplizierter war ein Vortrag, den Dr. Felix Sasaki vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) hielt: Hier ging es um Standards für die Entwicklung der E-Books und die künftige Präsentation digitaler Angebote im Netz. Man merkte dem Mann an, dass er Experte war; ich verstand streckenweise nicht so recht, was er an technischen Details referierte.

Aber gut – das sind die unterschiedlichen Themen bei einem Publishers Day, in dem es um die digitale Zukunft des Buchhandels geht. Die PERRY RHODAN-Redaktion sollte dabei sein; wir waren es bisher auch immer. Deshalb beteiligten sich Philine-Marie Rühmann und ich auch an Diskussionen und Workshops; in den Pausen fachsimpelten wir mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Verlagen oder trafen Bekannte.

Als ich am Abend in den Zug stieg und Frankfurt wieder verließ, fühlte ich mich zugleich erschöpft und euphorisiert: so viele neue Eindrücke, so viele neue Informationen! Was wir daraus machen können, darüber sprachen wir bereits im Zug – die Details werden wir erst in Zukunft sehen. Aber spannend wird es auf jeden Fall weitergehen!

10 Mai 2017

Kurt Brand wäre heute hundert geworden

Ein Logbuch der Redaktion

Der Autor Kurt Brand würde am heutigen Tag seinen Geburtstag feiern – und es wäre ein Jubiläum. Geboren wurde er nämlich am 10. Mai 1917. Vor allem in der frühen Zeit der PERRY RHODAN-Serie prägte er das Perryversum durch seine eigenwilligen Romane, die nicht allen Lesern und Autorenkollegen gleichermaßen gefielen.

Schon in seiner Jugend war Brand von phantastischen Geschichten fasziniert. Er las nach eigenen Angaben die Romane von Jules Verne und schrieb bereits in den dreißiger Jahren seine erste Science-Fiction-Geschichte. Er versuchte sich an Romanen, doch der Zweite Weltkrieg machte seinen Ambitionen einen gründlichen Strich durch die Rechnung.

Nach dem Krieg und der Gefangenschaft baute er in Köln eine Leihbücherei auf – damals ein einträgliches Geschäft, weil die Menschen nach Literatur hungerten, aber nicht viel Geld besaßen. Bereits zu dieser Zeit schloss er erste Kontakte zu den Verlagen, für die er später schrieb, und lernte die Menschen kennen, mit denen er später zusammenarbeiten sollte.
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Den ersten Science-Fiction-Roman veröffentlichte er bereits 1951 in einem Verlag, der sich auf Leihbücher spezialisiert hatte. Der Rest ist gewissermaßen Geschichte, ein Roman folgte auf den anderen.

Brand war ein Autor, der alle Genres bediente. Wenn man sich seine Vita und die Liste seiner Veröffentlichungen anschaut, kann man nur staunen: Er schrieb Western und Krimis, Grusel- und Abenteuerromane – doch die Science Fiction blieb stets sein Steckenpferd. Es war naheliegend, dass man ihn irgendwann als PERRY RHODAN-Autor ins Blickfeld nahm.

Wie genau die Zusammenarbeit begann, lässt sich heute kaum noch rekonstruieren. Die Serie war ursprünglich auf dreißig Hefte angelegt gewesen, und niemand hatte sich den Erfolg so richtig vorstellen können. Als die Leser nach mehr Material riefen, war klar, dass die bisherige Autorenriege die Aufgabe nicht meistern konnte. Der erfahrene Routinier Kurt Brand, den sowohl die Redaktion als auch die Kollegen bereits kannten, war optimal geeignet für eine Mitarbeit.

Seine Romane glänzten vor überraschenden Details, er hatte eine große Freude an abgedrehten Geschichten und nicht immer logisch handelnden Charakteren. Gern setzte er Gucky in Szene, doch er hatte auch großen Spaß an klassischen Agentengeschichten. Vor allem im Posbi-Zyklus schrieb er eine Reihe von wichtigen Romanen, darunter den abschließenden Doppelband.

Die Abenteuer von Perry Rhodan und seiner Handvoll Gefährten im Plophos-Kurzzyklus stecken ebenfalls voller spannender Szenen. Kurt Brand war ein Autor, der zu unterhalten wusste, vielleicht gerade deshalb, weil er sich um manche Konvention des »seriösen« Romans kaum scherte. Das war möglicherweise der Grund, warum es zum Streit mit der Redaktion und dem Chefautor kam – hierzu gibt es bis heute unterschiedliche Abweichungen.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/0034tibi.jpgNach insgesamt 38 PERRY RHODAN-Heftromanen, einem PERRY RHODAN-Taschenbuch und einem ATLAN-Heftroman beendete Kurt Brand seine Zusammenarbeit mit dem Verlag – der Autor schied im Streit. (Als ich ihn in den 80er-Jahren kennenlernte, steckte er immer noch voller Zorn und Abneigung gegen die PERRY RHODAN-Serie. Es bedurfte einiger Gespräche, um mit ihm auf eine gute Basis zu kommen.)

Bekanntlich hörte Kurt Brand danach nicht auf, Science Fiction zu schreiben und zu veröffentlichen. Seine Serie »Ren Dhark«, die mit ihren Ablegern heute noch erscheint, gehört ebenso dazu wie die Serie »Raumschiff Promet« oder die phantastische Kriminalroman-Serie »Checkpart 2000«. Keine dieser Serien sollte so erfolgreich werden wie PERRY RHODAN.

Seine Kontakte zur Fan-Szene wurden intensiver; der Autor ging in den 80er-Jahren vermehrt auf Cons, wo man ihn nicht nur für seine »alten Zeiten« feierte, sondern ihn auch wegen seiner Geschichten und seiner umgänglichen Art sehr schätzte. Er versöhnte sich wieder mit PERRY RHODAN und nahm sogar an dem WeltCon in Karlsruhe teil.

Was von Kurt Brand blieb, sind die vielen Geschichten und Romane, die er im Verlauf seiner ergiebigen Karriere verfasste. Sie sprudeln vor Ideen und ungewöhnlichen Figuren. Dem heutigen Lesergeschmack entspricht das alles kaum noch; wer aber Freude an der klassischen Heftroman-Zeit in den 50er- und 60er-Jahre, wird die Lektüre seiner frühen Werke immer noch mit viel Vergnügen erleben.

Kurt Brand war ein Autor, der viel für die PERRY RHODAN-Serie getan hat – mehr natürlich für »Ren Dhark«. Am heutigen Tag möchte ich an diesen Autor erinnern. Auch wenn er schon 1991 gestorben ist; für uns bleibt er einer der Unsterblichen ...

Nachtrag:

Vielleicht wäre der heutige Tag die Gelegenheit, noch einmal Kurt Brands ersten PERRY RHODAN-Roman zu lesen? »Levtan, der Verräter« erschien als Band 34 der Serie im April 1962. Mit ihm wurden die Parias in die Serie eingeführt, und die menschenähnlichen Außerirdischen beschrieb der Autor mit viel Freude am Detail ....

09 Mai 2017

Die Castor-Dossiers gelesen

Wie ungewöhnlich und wichtig zugleich Rainer Castor für die Entwicklung der PERRY RHODAN-Serie war, weiß ich sehr gut. Sein viel zu früher Tod hat eine Lücke gerissen, die nie komplett zu schließen sein wird. Deshalb finde ich es gut, wenn eine Publikation wie »Die Castor-Dossiers« an den Autor erinnert.

Es ist der zweite Teil des umfangreichen Rainer-Castor-Gedenkwerks, das der Terranische Club Eden veröffentlicht hat. Warum ich den zweiten Teil vor dem ersten Teil gelesen habe, weiß ich allerdings auch nicht ...

Hin wie her: Er enthält vor allem Texte des Autors selbst, die ich teilweise selbst redaktionell betreut habe oder schon kannte. Unter anderem stehen in diesem Buch – ein Hardcover-Band mit 276 Seiten – verschiedene PERRY RHODAN-Kommentare, die Rainer Castor verfasst hat, dazu sein Arkon-Lexikon, seine Übersicht zur lemurischen Geschichte oder sein Einblick in die Stadt Terrania. Darüber hinaus gibt es Listen und Bilder, die zeigen, wie umfangreich das Werk des Autors ist, das er zurückgelassen hat.

Ich bin sehr beeindruckt von der Zusammenstellung, die sicher kein Mensch »am Stück« lesen wird, die aber eine Arbeit für die Nachwelt ist. Respekt! Ein echtes Denkmal für den Autor.

(Offenbar sind beide Bände des Rainer-Castor-Gedenkwerks noch lieferbar. Wer sich dafür interessiert, wende sich direkt an den Terranischen Club Eden; Informationen gibt es auf seiner Internet-Seite.)

08 Mai 2017

Konfrontation auf Mimas

Der Roman erscheint zwar erst am 19. Mai 2017, aber die Druckerei hat mir heute schon das Belegexemplar auf den Schreibtisch liefern lassen: Band drei unserer Miniserie PERRY RHODAN-Terminus liegt vor, verfasst von Roman Schleifer und mit einem knalligen Titelbild von Dirk Schulz ausgestattet. Der Titel »Konfrontation auf Mimas« deutet darauf hin, wo der Roman spielt, und dass es durchaus Action innerhalb der Handlung gibt ...

Roman Schleifer war von Anfang an »gesetzt«, wie Uwe Anton es bezeichnete. In den Planungen des Exposéautors war der Wiener von Anfang an drin – das begann übrigens auch schon bei den Vorbereitungen und den ersten Gesprächen. Gegenseitige Besuche der beiden Autoren dürften zum guten Gelingen beitragen haben.

Der Roman spielt teilweise in der Vergangenheit einer der beiden Hauptfiguren. Das finde ich spannend, weil der Autor dabei nicht nur das Innenleben der Hauptfigur darstellt, sondern auch Einblicke in die galaktopolitische Lage gibt. Schöner Roman, mein lieber Roman!

07 Mai 2017

Eine Aktennotiz für »Ordoban«

Der Roman »Ordoban« zählt zu den PERRY RHODAN-Bänden, die sich vielen Lesern stark eingeprägt haben – sicher auch deshalb, weil William Voltz auf dem Titelbild verewigt wurde. Intern wurde der Roman mit der Bandnummer 1200 von der Redaktion vergleichweise »schlicht« behandelt.

Eine Aktennotiz vom 26. Juni 1984 verwies auf den Roman; sie hatte einen großen Verteiler, ging an alle möglichen Vertriebsleute, Hersteller, Anzeigenverkäufer und Redakteure. Insgesamt dürften mehr als zwanzig Menschen in der Verlagsunion Pabel-Moewig die Aktennotiz erhalten haben.

Sie verwies auf die rein technischen Daten des Romans: Er sollte am 6. August ausgeliefert werden und am 21. August (34. Kalenderwoche) offiziell in den Handel kommen. Es wurden 88 Seiten Innenteil und vier Seiten Umschlag definiert, ebenso ein vierfarbiges Faltposter. Für den Umschlag wurde ein »umlaufendes Titelbild mit Oberflächenveredelung« festgelegt.

05 Mai 2017

Die Gemeni kommen

Ein Logbuch der Redaktion

Besucher von fremden Welten erreichen die Erde – das ist in der Science Fiction kein ungewöhnliches Thema. Auch in der PERRY RHODAN-Serie wurden »First Contact«-Geschichten schon in mehreren Romanen variiert. Der Besuch der Gemeni aber, der in den nächsten drei Romanen vorgestellt wird, ist anders als das, was man bislang zu kennen glaubte.

Das zeigt sich gleich im ersten Band der Trilogie. In »Das gestohlene Raumschiff« erzählt Michael Marcus Thurner von Yeto, einem schwerkranken Jungen. In Terrania City ringt er um sein Leben, unterstützt von seinen Eltern sowie Robotern und medizinischen Fachkräften. Durch einen Zufall kommt er in Kontakt zu einer außerirdischen Lebensform, die nicht nur sein Leben verändert.

Mich hat der Roman des Wiener Kollegen fasziniert. Nicht nur deshalb, weil er eindrucksvolle Blicke in das Alltagsleben von »ganz normalen« Terranern wirft, sondern weil er die Leser auch an dem Besuch von Außerirdischen teilnehmen lässt, der sich in kein bekanntes Schema einordnen lässt. Sein Roman kommt am 28. April 2017 in den Handel, er hat die Bandnummer 2906.

Weiter geht es am 5. Mai 2017. Es ist der erste Roman, den Susan Schwartz als neue Teamautorin für die PERRY RHODAN-Serie verfasst hat, er hat die Bandnummer 2907, und er trägt den Titel »Der Spross YETO«. Was ein Spross ist, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten – das macht die Autorin in ihrem Roman auf gewohnt unterhaltsame Weise.

tl_files/comic/images/cover/erstauflage/2908tibi.jpgSie schildert die weiteren Begegnungen von Menschen mit den »neuen« Aliens, die ganz unterschiedlich ablaufen. Es gibt Konflikte, es entwickeln sich Freundschaften, und es eröffnen sich für manche Menschen große Überraschungen. Wie viele Lebewesen kann man an Bord eines Raumschiffes gehen lassen, was erleben sie dort, wie verhalten sie sich unter besonderen Bedingungen?

Ein Thema, das im Zusammenhang mit den Gemeni immer wichtiger wird, ist übrigens die Unsterblichkeit. Ohne ins Detail gehen zu wollen: Auf einmal bekommen die Menschen auf der Erde ein Angebot, das die meisten Terraner kaum ausschlagen würden ...

Den Abschluss der Trilogie schrieb Kai Hirdt; sein Roman »Das Gesetz der Gemeni« erscheint am 12. Mai 2017. Der Autor beleuchtet die weiteren Begegnungen zwischen Menschen und Gemeni, er zeigt aber vor allem auch die »Schattenseiten« der seltsamen Wohltäter, die aus einer weit entfernten Galaxis kommen.

Seine Protagonisten sind Agenten, die klaren Aufträgen folgen und ein fremdes Raumschiff auf ihre Weise erforschen. Dass dieses Raumschiff in gewisser Weise zu leben scheint, macht den Kontakt nicht unbedingt einfacher ... Aber es wird klar, dass mit den Gemeni viele Überraschungen verbunden sind, die man noch nicht klar einschätzen kann.

Schon jetzt kann ich ankündigen, dass nach dieser »Gemeni-Trilogie« das Thema noch lange ausgeschöpft ist. Das originelle Alien-Volk der Gemeni wird uns im Verlauf der nächsten Monate noch einige Male beschäftigen. Die weiteren Romane entstehen bereits – aber jetzt kommt erst einmal die Trilogie in den Handel.

04 Mai 2017

A. R. Penck ist verstorben

Der Künstler A. R. Penck verstarb am Dienstag, 2. Mai 2017, in Zürich. Darüber berichten heute zahlreiche Medien, bereits am gestrigen Abend waren die Fernsehsendungen damit voll. Kein Wunder – Penck zählte zu den bedeutendsten Künstlern des deutschen Raumes. Dass er eine Beziehung zu PERRY RHODAN hat, wissen die wenigsten.

In den frühen 90er-Jahren zählte der Zsolnay-Verlag zur Verlagsunion Pabel-Moewig; personell gab es eine Reihe von Überschneidungen. So war Dr. Florian F. Marzin, der Chefredakteur der PERRY RHODAN-Serie, zugleich der Programmleiter bei den Moewig-Buchverlagen. Und die Vertriebsleute betreuten sowohl PERRY RHODAN als auch die Hardcover-Produktion bei Zsolnay.

Und so kam man anfangs der 90er-Jahre auf die Idee, von einigen der führenden deutschsprachigen Künstler sogenannte Kunst-Editionen anfertigen zu lassen. Unter anderem wurde A. R. Penck damit beaufragt, die PERRY RHODAN-Edition zu gestalten. Die ersten fünf Silberbände wurden mit neuen Umschlägen versehen, in eine schöne Holzkiste gesteckt und von Penck handsigniert. Mit einer Auflage von 500 Exemplaren sollten sie in den Handel gehen.

Sagen wir so: Die PERRY RHODAN-Leser mochten die Gestaltung der Bücher nicht. Die Kunstfreunde mochten PERRY RHODAN nicht. Der Verkaufserfolg war eher überschaubar. Heute haben diese Bücher allerdings einen hohen Sammlerwert – wer sie also damals kaufte, hat möglicherweise eine gute Geldanlage getätigt.

So wurde einer der wichtigsten deutschsprachigen Künstler der Nachkriegszeit einer der Illustratoren für PERRY RHODAN. Dass er nur 77 Jahre alt wurde, ist traurig.

03 Mai 2017

Das verfluchte Land

Diese Woche erscheint mit »Das verfluchte Land« der Band 147 unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Verfasst wurde er von Kai Hirdt, und er führt – so viel sei an dieser Stelle verraten – mit viel Spannung auf eine Welt der Gurrads. Es geht um Bauern und Drogen, um Gangster und Beamte, und fast nebenbei um Perry Rhodans Suche nach dem oder der geheimnisvollen METEORA.

Mir hat der Roman deshalb gut gefallen, weil der Autor die Gurrads mit all ihren Schwächen und Stärken vorstellt. Ich weiß nicht, ob der ökologische Aspekt für Kai Hirdt so wichtig war, als er den Roman verfasste – Tatsache ist, dass ganz nebenbei so Themen wie »Ausbeutung« oder »ökologischer Fußabdruck« auch eine Rolle spielen.

Wer aber keine Lust darauf hat, sich in solche Themen einzulesen, kann den Roman schlichtweg als Planetenabenteuer in der »klassischen« Art betrachten. Damit passt er in eine schöne Reihe mit den Klassikern, wie sie seit den 60er-Jahren im Perryversum veröffentlicht werden ...

02 Mai 2017

Wir starteten das ATLAN-Jahr

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wahrscheinlich traumatisierte mich die Einstellung der ATLAN-Serie, die in den 80er-Jahren erfolgte, in gewisser Weise. Ich hatte die ATLAN-Serie stets gern gelesen und war völlig schockiert, als sie aus dem Handel verschwand. Seit ich im Jahr 1992 zum PERRY RHODAN-Redakteur wurde, versuchte ich immer wieder, die Marke ATLAN stärker ins Bewusstsein zu rufen.

Einen dieser Versuche unternahmen meine Redaktionskollegen und ich im Jahr 2004: Wir beschlossen, den Arkoniden zum Thema des ganzen Jahres zu machen.

Gründe gab’s genug; der wichtigste davon war sicher die Tatsache, dass wir mit den Miniserien auf positive Resonanz gestoßen waren. Also sollte am 7. Mai 2004 eine neue Miniserie starten: zwölf Heftromane, die unter dem Titel »Obsidian-Zyklus« alle zwei Wochen erscheinen würden. Geplant war eine Science-Fiction-Serie, die vor allem die bisherigen ATLAN-Fans ansprechen sollte.

Unter der Dachzeile »Neue Romanreihe im ATLAN-Jahr« und der Überschrift »Abenteuer in der Obsidian-Kluft« verschickten wir eine Pressemeldung an zahlreiche deutschsprachige Journalisten. Dabei hatten wir – wie so oft – das Problem, dass man bei einer solchen Pressemeldung zuerst erklären musste, was PERRY RHODAN und ATLAN eigentlich waren. Ich versuchte es mit drei Sätzen:

»Millionen von Lesern in aller Welt ist die Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN ein Begriff. Seit über vierzig Jahren erscheinen die Abenteuer des Weltraumhelden – als Bücher und Heftromane, als Taschenbücher und Hörspiele. ATLAN ist gewissermaßen der ›kleine Bruder‹ der Serie und der beste Freund des Serienhelden.«

Bis heute ist mir keine richtig schlaue Idee eingefallen, wie man die ATLAN-Serie mit ihrem Helden in wenigen Sätzen erläutern sollte. Man kann’s natürlich auch rein inhaltlich machen – und das versuchte ich in diesem Pressetext ebenfalls:

»Er ist kein Mensch, sondern kommt vom fernen Planeten Arkon: Atlan, der dank eines so genannten Zellaktivators unsterbliche Held der ATLAN-Romanreihe. Seit langer Zeit wirkt er als Freund der Menschheit, begleitete sie schon in den Romanen der PERRY RHODAN-Serie ins Weltall.« In den zwölf Heftromanen des »Obsidian«-Zyklus, so schrieb ich weiter, »erlebt der Arkonide mit den weißen Haaren und den markanten Gesichtszügen erneut farbenprächtige Abenteuer.«

Mit Uwe Anton hatten wir einen Autoren gefunden, der über ausreichende Erfahrung verfügte und sich zutraute, die Exposés zu übernehmen. In den Pressemeldungen zitierte ich Uwe mit einer Äußerung, die ich ihm in den Mund legte: »Die ATLAN-Serie wurde von den Lesern schon früher als ›das absolute Abenteuer‹ bezeichnet«, charakterisierte er seine Arbeit. »Daran knüpfen die neuen Romane bewusst an.«
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Diese Aussage hatte ich mir ausgedacht, ich hatte sie an Uwe geschickt, und er hatte mir erlaubt, sie zu verwenden: eine Technik, die ich in den 90er-Jahren bei meiner Tätigkeit als Redakteur für Öffentlichkeitarbeit gelernt hatte. Es kam darauf an, pointierte Aussagen zu finden, die es einem Journalisten in einer Tageszeitung oder im Radio ermöglichte, Personen zu zitieren, mit denen er oder sie selbst gar nicht gesprochen hatte.

Die rein inhaltlichen Aussagen zog ich aus Arbeitspapieren, die Uwe Anton verfasst hatte: »Atlan verschlägt es in den Romanen in ein bizarres Sonnensystem, das anscheinend den Kern eines eigenen kleinen Universums bildet. Fünf seltsame Planeten kreisen wie glitzernde Perlen um eine orangefarbene Sonne.

Eine dieser Welten wird von einem Mond umlaufen, der an einen gigantischen Diamanten erinnert und in überirdischem Glanz erstrahlt. Bewohnt werden sie von ganz unterschiedlichen Wesen, die alle von einem unheimlichen Phänomen bedroht werden, das sich mit dem Begriff ›Obsidian-Kluft‹ verbindet ...«

Mit dem »Obsidian«-Zyklus und seinen zwölf Bänden wollten wir bewusst auch jene Leser ansprechen, die sich von den umfangreichen Zusammenhängen der PERRY RHODAN-Serie abschrecken ließen. Wir wollten Anzeigen in den Heftromanen der Konkurrenz schalten, um Lesern, die bisher zu »John Sinclair« griffen, das PERRY RHODAN-Universum näherzubringen.

Bei diesem Gedankengang zitierte ich unsere damalige Verlagsleiterin; auch hier formulierte ich ihre Sätze vor und ließ sie von ihr »freigeben«. Folgendes legte ich Cornelia Schulze in den Mund: »Die zwölf Romane geben einen Einblick in das sogenannte Perryversum, ohne dass man Vorkenntnisse benötigt.« Wer sich vom Erfolgsgeheimnis der größten SF-Serie der Welt bereits habe anstecken lassen, bekomme mit ATLAN zusätzlichen Lesespaß – der »Obsidian«-Zyklus spreche also unterschiedliche Lesergruppen an. »Der Preis von 1,65 Euro ist identisch mit dem Preis für PERRY RHODAN-Romane«, zitierte ich die Verlagsleiterin abschließend.

Die neue Miniserie zählten wir zu den zahlreichen Aktivitäten im sogenannten ATLAN-Jahr 2004. Die weiteren Zusammenhänge fand ich selbst ein wenig dünn – aber es ging darum, der Presse ein schönes Paket zu präsentieren. Immerhin sollte innerhalb der ATLAN-Buchreihe ein neuer Handlungsabschnitt eingeleitet werden – auch wenn sich nicht viel an der inhaltlichen Richtung ändern würde. Bei einem unserer Lizenzpartner, dem HJB-Verlag, sollten ATLAN-Bücher erscheinen, die den »Centauri«-Zyklus in drei Bänden zusammenfassten.

Das einzige, was für uns wirklich zählte, war der »Obsidian«-Zyklus. Ich setzte große Hoffnung darauf, dass Uwe Anton sowie das Autorenteam eine Reihe von spannenden Romanen schreiben würden. Verschiedene Autoren wollten wir ausprobieren, unter anderem sollten Bernhard Kempen, Bernd Frenz und Ralf Schuder ihre ersten Romane für unseren »Kosmos« verfassen. Ich war entsprechend nervös und gespannt darauf ...

01 Mai 2017

Print On Demand in der Vorarbeit

Es ist gut zehn Jahre her, als das Thema »Print On Demand« für die PERRY RHODAN-Redaktion zu einer größeren Bedeutung wurde. Der Kontakt zu der Firma »Buch Bücher DD AG« – die genaue Schreibweise weiß ich gar nicht mehr – kam damals über Miriam Hofheinz zustande. Und das Ergebnis war für uns ein Glücksfall ...

Weil der Moewig-Verlag nicht mehr existierte, hatten wir keinen Auftritt auf der Buchmesse mehr. Weil aber ein PERRY RHODAN-Roman »live« gedruckt werden konnte, gab es doch einen: Band 2400, »Zielzeit« von Robert Feldhoff, wurde in einer Auflage von 1000 Exemplaren hergestellt, und wer sich rechtzeitig meldete, bekam sein Exemplar nummeriert und namentlich gekennzeichnet. Eine tolle Aktion, an der sich Robert als Autor und Dirk Schulz als Titelbildkünstler auch mit Autogrammstunden beteiligten.

Und heute? Wir diskutieren intern immer wieder über Print On Demand. Es mangelt nicht an Ideen, es hapert wie immer an der Zeit. Aber so viel kann ich andeuten: 2017 wird sich in dieser Richtung einiges tun ...

30 April 2017

Die zweite Insel an einem Sonntag

Der letzte Sonntag im April sollte ein ruhiger Tag werden, das war mein Plan. Und weil das Wetter mitspielte, saß ich am Nachmittag des Sonntags, 30. April 2017, auf unserem Balkon und las eifrig. Rüdiger Schäfer hatte mich mit viel Textmaterial versorgt, das ich genauer anschauen wollte.

Zur Lektüre zählte der Band 150 von PERRY RHODAN NEO, der eigentlich die »METEORA«-Staffel abschließt, aber auch schon eine direkte Überleitung zur nächsten Staffel bietet. Die Staffel ab Band 151 trägt den Titel »Die zweite Insel«, und wer sich ein wenig mit PERRY RHODAN auskennt, weiß dann auch schon, dass es sich um Andromeda handeln muss.

Der Roman ist spannend, mir wurde die Zeit auf dem Balkon nicht zu lang. Der Tag blieb ruhig, das Lesevergnügen stellte sich auf jeden Fall ein.

Und damit ich entsprechend weitermachte, las ich danach noch Exposés und Datenblätter, die sich mit demselben Thema beschäftigen. An dieser Stelle kann ich natürlich nichts über den Inhalt verraten – aber es kommt wirklich GROSSES auf die Leser zu ...

29 April 2017

Das Imperium Dabrifa im Blick

Als ich mit Robert Feldhoff an dem Roman »Die Toleranz-Revolution« zusammenarbeitete, wussten wir beide – es war 1993/1994 – nicht, wie lange und intensiv wir noch zusammenarbeiten würden. Das Taschenbuch fand ich damals gut, ich mochte die Geschichte, die der Autor erzählte. Zusammen mit dem Roman »Scitt, der Zwerg« bildet es fast eine Miniserie im Rahmen des PERRY RHODAN-Universums.

Beide Bände spielen vor dem Hintergrundn des Imperiums Dabrifa, sie kommen jetzt auch in Form eines Planetenroman-Doppelbandes heraus. Mir liegt schon das Belegexemplar vor, über das ich mich sehr freue. Die beiden Romane stehen in einem gewissen Zusammenhang mit unserer neuen Miniserie PERRY RHODAN-Terminus, und sie zeigen zudem, wie gut Robert Feldhoff als Autor seine Figuren aufbauen und durch immer spannendere Geschichten schicken konnte.

28 April 2017

Ribald Corello und die Accalauries

tl_files/comic/images/audio/silber_editionen/SE46_Cover.jpgEin Logbuch der Redaktion

Wenn ich einem PERRY RHODAN-Hörbuch lausche, ist das oft eine Begegnung mit meiner eigenen Vergangenheit. Ich erlebe nicht nur die klassischen Geschichten neu, sondern rufe mir auch in Erinnerung, wie ich sie vor zwanzig oder dreißig Jahren oder noch früher gelesen und empfunden habe. Das merkte ich zuletzt bei »Der Todessatellit«, dem vertonten Silberband 46.

Die betreffenden Heftromane zählten zu den ersten, die ich Ende der 70er-Jahre bei einem Versandhändler bestellte. Dort konnte man Berge von PERRY RHODAN-Romanen kaufen und so die Lücken in der Sammlung schließen. Weil ich nicht genügend Geld hatte, um mir alles auf einmal zu bestellen, beschränkte ich mich anfangs auf Jubiläumsbände oder spezielle Autoren – alles von K. H. Scheer und William Voltz –, bis ich systematisch sammeln konnte.

Den Einstieg in den Cappins-Zyklus mochte ich sehr, obwohl ich mich damals wunderte, wo denn die »Cappins« blieben, die dem Zyklus seinen Namen gaben. (In der Tat dauert es seine Zeit, bis der Begriff erstmals erwähnt wird. Tatsächlich erst in den Romanen, die dem Hörbuch »Der Todessatellit« zugrunde liegen.)

Ich mochte aber die »neue Art« des PERRY RHODAN-Universums, die von den Autoren präsentiert wurde. Es gab völlig andere Sternenreiche, und eine Reihe von frischen Figuren verwandelte die aus den vorherigen Zyklen bekannte Milchstraße.

Das alles kann ich derzeit wunderbar nachvollziehen, wenn ich die entsprechende Silber Edition höre. Und es stört mich überhaupt nicht, dass manche Szenen ein wenig arg antiquiert wirken – die Geschichten sind nach wie vor spannend genug. Das merkte ich vor allem beim Einstieg in das Hörbuch, das ein klassisches Planetenabenteuer ins Zentrum stellte.

Raumfahrer auf einem »Höllenplaneten«, Gefahren durch die Umwelt und dann eine Bedrohung durch die geheimnisvollen Accaulauries, den Wesen aus Antimaterie – es geht gleich mit viel Spannung los.

Die Menschen müssen sich mit unheimlichen Wesen auseinandersetzen, die aus einem fremden Universum stammen, und sie finden heraus, wie man künftig verhindern kann, dass Begegnungen mit den Accaulauries immer tödlich verlaufen. (Bei diesen Szenen merkt man übrigens, dass sich physikalische Erkenntnisse seit den 60er-Jahren ganz schön veränert haben ...)

»Typisch Perry« sind dann die Szenen, in denen die Menschen mit einem Accaulaurie nicht nur Freundschaft schließen, sondern dieser dann auch gleich eine wertvolle Information für die Menschen hat. Es wird klar, dass im Innern der Sonne ein Satellit seit Hunderttausenden von Jahren als riesige Bombe auf seinen »Einsatz« wartet.

(Wer den betreffenden Zyklus nicht kennt und auch nicht so vertraut mit der frühen PERRY RHODAN-Historie ist, dem sei hier nur angemerkt: Das ist der eigentliche »Zugang« zum Thema des Zyklus. Von den Accalauries kommt man zur Sonne, von der Sonne zu den Cappins – und dann ergeben plötzlich die Ausgrabungen einen Sinn, die zu Beginn des Zyklus erwähnt worden sind.)

Diese Zusammenhänge fand ich spannend. Wenn man somöchte, wurde damit die »kosmische Dimension« der Serie weiter vertieft. Geheimnisse aus fremden Universen spielten auf einmal eine Rolle, Geschehnisse aus der Serienvergangenheit wurden in einen neuen Sinnzusammenhang gestellt.

Aber natürlich zählen zu dieser Phase der Serie auch die seltsamen Figuren. Der Supermutant, der als »hässlicher Zwerg« bezeichnet wird – was man heute nicht mehr machen würde – erweist sich als eine große Bedrohung für die Erde. Die Aktivitäten des Ribald Corello spielen in diesem Hörbuch ebenso eine Rolle wie die bereits genannten Acccalauries.

In »Der Todessatellit« gibt es also Action-Sequenzen – etwa auf der fremden Welt Maverick – und Verbindungen zur Vergangenheit, ebenso aber eine kosmische Dimension, zu der ein anderes Universum ebenso gehört wie das geheimnisvolle Wesen namens Harno. Damit legt diese Silber Edition auch wichtige Hinweise für die weitere Entwicklung der Serie.

Mir hat es großen Spaß gemacht, diesen klassischen Geschichten noch einmal zu folgen. PERRY RHODAN ist eine Serie, die buchstäblich Zeit und Raum umspannt – in diesem Fall verbanden sich meine Lesezeit in den späten 70er-Jahren des 20. Jahrhunderts mit dem Jahr 2017 unserer Zeit und der fernen Zukunft des Perryversums ...

27 April 2017

Der dritte »Publishers Day« in Frankfurt

In den vergangenen Jahren haben sich die E-Books für PERRY RHODAN zu einem immer wichtigeren Bestandteil unserer Arbeit entwickelt. Dank unserer Partner von Bookwire sind unsere E-Books gut platziert und werden von den Lesern auch geschätzt.

Deshalb ist ein Besuch, den wir beim »Publishers Day« von Bookwire in Frankfurt absolvieren, zu den Terminen, die wir gern und absolut positiv wahrnehmen. Deshalb reisten am heutigen Donnerstag, 27. April 2017, die Kollegin Philine-Marie Rühmann und ich nach Frankfurt, wo die Veranstaltung zum dritten Mal im Literaturhaus ablief. Über hundert Besucher füllten den Saal angenehm auf.

Wir bekamen aktuelle Informationen zum Stand der E-Books, es gab Vorträge und Diskussionen; es wurde informiert und diskutiert. Als ich am frühen Abend nach Hause fuhr, steckte ich voller Informationen und »Input«; wir werden schauen, was wir davon in den nächsten Wochen umsetzen können.

26 April 2017

Flucht durch Terrania

»Wie ist der Stand der Ermittlungen, meine Herren?« Manchmal mag ich diesen klassischen Stil der PERRY RHODAN-Romane. Umso beser, dass die Autoren bei unserer neuen Miniserie offenbar viel Freude daran haben, die Elemente der klassischen Serie mit einem heutigen Blickwinkel zu verbinden. Das sieht man sehr schön am zweiten Band der Serie, der am 5. Mai 2017 in den Handel kommt und von dem ich schon mein Belegexemplar erhalten habe.

Dennis Mathiak verfasste den Roman mit dem Titel »Flucht durch Terrania«, und Dirk Schulz sorgte für ein entsprechend knalliges Titelbild. Ich finde es klasse: Es zeigt eine Action-Szene, und die junge Frau mit der Waffe in der Hand wirkt entschlossen und klar.

Im Roman selbst gibt es auch einiges an Action – darüber hinaus geht es aber um zwischenmenschliche Konflikte und allerlei unfreiwillige Reisen. Die Leser bekommen zudem einige Einblicke in Terrania City, die sie aus den aktuellen Romanen definitiv nicht erhalten. Mir hat das bei der Lektüre echt gut gefallen!

25 April 2017

Zwischenjubiläum für »Exterra«

Erschienen ist das Fanzine schon zu Beginn des Monats – aber es lag einige Wochen zwischen den Bergen von anderen Dingen begraben, die man als Redakteur zu lesen hat: »Exterra« hat die Nummer 75 erreicht, was einem kleinen Jubiläum entspricht. Meine Gratulation an die Menschen, die für das Fanzine des SFC Universum zuständig sind und es zuverlässig mit Inhalten füllen!

Mag sein, dass ein klassisches Papier-Fanzine in Zeiten von Facebook und Co. nicht mehr sehr zeitgemäß ist – ich liebe solche Publikationen und schätze es sehr, sie zu lesen und in ihnen zu blättern. Auf 72 Seiten gibt es in diesem Heft eine tüchte Dosis PERRY RHODAN: Rezensionen zu aktuellen Romanen, Artikel über den »Sternengruft«-Zyklus, ein Con-Bericht, ein Nachruf auf den verstorbenen Michael H. Buchholz und vieles mehr.

Zum Jubiläum gab es ein farbiges und umlaufendes Titelbilder. Schön! Ein wahrhaft buntes Heft, das mir gefallen hat. (»Exterra« erscheint viermal im Jahr. Für Mitglieder ist es kostenlos; sie können es sogar digital erhalten. Weitere Informationen gibt's auf der Website des Clubs.)

24 April 2017

Als Bahnhöfe noch eine Rolle spielten ...

»Mit Band 294 wird eine neue Epoche in der terranischen Geschichte eingeleitet.« So steht es im Exposé für den PERRY RHODAN-Band 294, das von K. H. Scheer verfasst wurde. Der dazu passende Roman wurde von Clark Darlton geschrieben, trägt den Titel »Die Eroberer« und kam vor fünfzig Jahren in den Handel.

Es ist lehrreich, in alte Exposés zu blicken. Das mache ich ohnehin immer wieder gern: weil ich recherchieren muss oder auch, weil ich neugierig bin. Bei diesem Exposé machte es ganz besonders Spaß.

»Es gelingt durch verwegene Planung und geschicktes Vorgehen«, so stellt die Vorbemerkung des Exposés klar, zwei Weltraumbahnhöfe zu erobern. »Terra greift von beiden Seitenan«, verkündet die Vorbemerkung darüber hinaus.

Im Exposé selbst werden die Daten für die Weltraumbahnhöfe zwischen Andromeda und der Milchstraße geliefert, und es wird genau erläutert, welche Raumschiffe wo angreifen. »Es entbrennt innerhalb der Station eine fürchterliche Schlacht«, heißt es auf Seite 9. Oder, auf derselben Seite: »Fünftausend Mann eröffnen den Generalangriff.«

Leider ist nicht überliefert, wie schwer es Clark Darlton fiel, diesen Roman zu schreiben. Trotz seiner bekannten Abneigung gegen kriegerische Auseinandersetzungen – kein Wunder bei seinen Russlanderfahrungen während des Krieges – schaffte er es ...