16 Dezember 2017

Porleyter und Kosmokraten auf französisch

Ich würde ja behaupten, es sei meine Wochenend-Lektüre – aber das wäre doch zu dreist gelogen: So gut sind meine Kenntnisse der französischen Sprache leider nicht. Aber es macht mir trotzdem Spaß, durch das aktuelle Taschenbuch der französischen PERRY RHODAN-Ausgabe zu blättern: »L'Anneau des Cosmocrates« erschien mit der Nummer 352 und schreibt den laufenden Zyklus um die Kosmische Hanse weiter.

Hauptfiguren des Taschenbuches sind Perry Rhodan und Jen Salik, die beiden Ritter der Tiefe. Vor allem die zwei Romane mit den beiden, die von Marianne Sydow stammen und in diesem Taschenbuch enthalten sind, habe ich in guter Erinnerung.

Ich las die Romane zu Beginn der 80er-Jahre. Nun hoffe ich, dass unsere französischen Leser über diesen Abgrund der Zeit hinweg auch ihre Freude an Porleytern, kosmokratischen Hinterlassenschaften und Rittern der Tiefe haben ...

Das Titelbild schuf übrigens Guy Roger. Ich bin nicht immer einverstanden mit dem, was der Künstler macht. Aber diese Darstellung wirkt auf mich eindrucksvoll.

15 Dezember 2017

Die Redaktion feierte Weihnachten

Es ist ziemlich schwierig, die unterschiedlichen Bedürfnisse in einer Abteilung unter einen Hut zu bringen. Am Mittwoch, 13. Dezember 2017, gelang es zumindest dem größten Teil der PERRY RHODAN-Redaktion: Wir machten früher Feierabend als sonst und fuhren nach Baden-Baden, wo wir vorhatten, über den Weihnachtsmarkt zu bummeln.

Seien wir ehrlich: Im Dauerregen machte das nicht so viel Spaß wie gedacht.

Also setzten wir uns recht schnell in ein Café, wo wir uns ein wenig aufwärmten. Dann gingen wir einige Schritte über den Weihnachtsmarkt, um uns schnell in einer Bude richtig aufzuwärmen – es gab Glühwein mit echtem Winzerwein vom Kaiserstuhl, der schnell für strahlende Gesichter sorgte.

Den Abend ließen wir bei Pizza und Nudeln, Suppe und Brot, Wein und Saft und so weiter in einer Pizzeria ausklingen. Endlich einmal zusammensitzen, ohne die ganze Zeit über Arbeit zu reden – das tat auch einmal gut.

Um ein persönliches Wort anzufügen: Ich bin froh und glücklich, in und mit dieser Redaktion zu arbeiten!

(Das Bild zeigt – von links – Klaus Bollhöfener, Klaus N. Frick, Bettina Lang, Madlen Bihr, Philine-Marie Rühmann und Katrin Weil. Sabine Kropp stieß erst später dazu, Pio Battistig war erkrankt. Der Glühwein war echt lecker, man sieht's den Gesichtern teilweise ja schon an.)

12 Dezember 2017

Der Geist von Nachtschatten

»Oh«, sagte Luan Perparim und wies vor sich. »Was ist das?«

Wer mit diesem kurzen Dialogfetzen nichts anfangen kann, sollte sich nicht grämen: Er entstammt dem zehnten Kapitel des Romans »Der Geist von Nachtschatten«, der in dieser Woche offiziell erscheint. Es ist der Band 163 unserer Serie PERRY RHODAN NEO und wurde von Susan Schwartz verfasst.

Die Autorin hat dabei unter anderem eine Gruppe von Wissenschaftlern als Figuren, die sie in einen gefährlichen Einsatz schickt. Das ist weder für die Autorin noch für die Wissenschaftler besonders neu oder ungewöhnlich; als Routine sollten sie es allesamt aber nicht betrachten.

Susan Schwartz hat einen spannenden Schauplatz für ihren Roman, den sie mit Leben aller Art füllt – und sie vermittelt ganz nebenbei viele neue Informationen zur fernen Galaxis Andromeda. Mit dem sogenannten Hetzgeschwader führt sie zudem eine neue Gruppierung in die Serie ein. Und alles andere sollten die Leser einfach selbst herausfinden ...

11 Dezember 2017

Spotify und unsere Serie

Spotify und andere Dienste sind bei – vor allem jüngeren – Musikhörerinnen und Musikhörern unglaublich populär; sie ersetzen längst das Radio, Musikvideos oder irgendwelche Tonträger. Ganz klar: Es ist bequem, sich bei Spotify einzuloggen und praktisch ununterbrochen Musik zu hören, entweder gegen eine vergleichsweise geringe Gebühr oder eben finanziert durch Werbung.

Immer mehr Anbieter stellen dort längst Hörbücher und Hörspiele ein. Darunter ist seit einigen Monaten auch PERRY RHODAN vertreten.

Das finde ich gut. Vor allem die Klassiker aus den 70er-Jahren – etwa »Aufruhr in Terrania« – sind auf diese Weise wieder allen Hörerinnen und Hörern zugänglich, die sich dafür interessieren.

Die sogenannten Streaming-Dienste sind eine Alternative für Menschen, die keine Lust mehr haben, sich mit Tonträgern herumzuärgern. (Ich liebe meine Vinyl-Sammlung, bin aber eindeutig eine Minderheit.) Dass wir mit PERRY RHODAN bei solchen Diensten – nicht nur bei Spotify – vertreten sind, ist eine nachvollziehbare und richtige Entwicklung.

08 Dezember 2017

Mnemo-Schock

Der Roman beginnt mit einem Zitat des Mausibers Gucky: »Kann meine Freiheit Freiheit sein, wenn sie bei deiner aufhört?« Das ist die Einleitung zu »Mnemo-Schock«, dem neuen Werk von Michelle Stern, das in der nächsten Woche in den Handel kommen wird. Der Roman, ausgestattet mit einem tollen Dirk-Schulz-Titelbild, schreibt die Geschehnisse in der fernen Galaxis Sevcooris fort.

Nicht zum ersten Mal in der laufenden Handlung unserer Serie thematisieren die Autorinnen und Autoren dabei das Thema Wahrheit. Auch vor dem Hintergrund, dass es eine »komplette Wahrheit« sicher kaum geben wird, ist der Roman durchaus gegenwartsbezogen – wobei er natürlich eine gelungene Science-Fiction-Geschichte mit jeder Menge Verwicklungen und Entwicklungen erzählt ...

07 Dezember 2017

Roadmap in der Diskussion

Wer den Begriff »Roadmap« bei PERRY RHODAN zum ersten Mal benutzt hart, weiß ich gar nicht mehr. Ich vermute, es war Robert Feldhoff. Gemeint war, dass in einem Arbeitspapier der Ablauf eines Zyklus vorgestellt wurde. Der Begriff wurde von späteren Exposéautoren für ihre Arbeit übernommen.

In diesen Tagen diskutieren wir intern über eine Roadmap, die recht detailliert die Handlung bis Band 2999 umspannt und auch klare Hinweise für Band 3000 und danach gibt. Die einzelnen Handlungsabschnitte sind bereits definiert, die Wechsel zwischen den Handlungsorten stehen ebenfalls.

Ob wir das dann alles so umsetzen, ist eine andere Frage. Und wie es sich in den Exposés lesen wird, weiß heute noch niemand, geschweige denn, wie die Romane werden. Aber die aktuelle Planung geht mit großen Schritten bereits ins Jahr 2019 hinein …

06 Dezember 2017

Gucky und die Berserker auf niederländisch

Wenn wir die Belegexemplare unserer ausländischen Partner erhalten, schaue ich mir diese immer genau an. Das aktuelle Beispiel ist ein niederländischer Doppelband – die PERRY RHODAN-Serie erscheint dort in Form von 132 Seiten starken Heftromanen, die zwei Originalromane enthalten. Die Doppelnummer 2423/2424 versetzt die niederländischen Leser hinein in den Kampf gegen die Terminale Kolonne TRAITOR.

Ich finde das Cover von Swen Papenbrock immer noch schräg: Der kleine Gucky steht mit einigen Terranern um ein Alien herum; es wird offenbar eifrig diskutiert und gesprochen. Eine schöne und stimmungsvolle Illustration, bei der ich höchstens über die Farbgebung noch einmal neu diskutieren würde ...

Den Roman »Berserkers in Nood« verfasste im Original bekanntlich Arndt Ellmer; die Übersetzung des Titels »Berserker in Not« ist auf jeden Fall sehr gelungen. Die »B-Seite« des Romans verfasste Hubert Haensel. Den niederländischen Titel »De Thermodyncentrale« kann man auch ohne Fremdsprachenkenntnisse gut zurück übertragen.

05 Dezember 2017

Erinnerung an Case Mountain

Der Silberband »Abgrund unter schwarzer Sonne« ist erschienen, und einer der Romane, die in diesem Band verarbeitet worden sind, ist »Der Junge von Case Mountain«. Meiner Ansicht nach sind die stärkeren Teile des Romans jene, die in der Vergangenheit spielen und in denen Perry Rhodans Jugend erzählt wird. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, einen Blick in das entsprechende Exposé zu werfen.

Dieses legt durchaus Wert auf die Geschehnisse in der fernen Galaxis M 82 und die spannenden Versuche der Terraner, die Endlose Armada zu übernehmen. »Mit der Überwindung der beiden letzten Pforten«, so steht es im Exposé, wolle man eine Geschichte bieten, »die schon lange in den Köpfen der Leser und der Autoren herumspukt.«

Konkret: »Ein guter Teil von Rhodans Jugend wird erzählt und aufgehellt.« Der Autor, der zu dieser Zeit schon lange in den Vereinigten Staaten lebte, sollte den »Ort, an dem die Jugenderlebnisse spielen«, selbst bestimmen und alle weiteren Details in Datenblättern festlegen. Wesentliche Teile des Romans sind also nicht vom Exposé erarbeitet worden, sondern stammen vom Autor.

Eine klare Richtlinie schließt übrigens das Exposé ab: »Es ist darauf zu achten, dass Perry aus sauberen, anständigen, aber relativ ärmlichen Verhältnissen kommt, au denen er sich hocharbeitet.«

04 Dezember 2017

Die Union der Zehn

»In einem derart unvorstellbar großen Gebiet wie der Galaxis Sevcooris stellte die Suche nach einem einzelnen Schiff ein nahezu aussichtsloses Unterfangen dar.« Das ist der Ausgangspunkt für den PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche veröffentlicht wird. Leo Lukas schrieb »Die Union der Zehn«, und Dirk Schulz schuf ein Motiv, das nicht allen Lesern gefallen dürfte.

Das Titelbild macht klar, dass Gucky eine der Hauptfiguren des Romans ist. Er stößt auf Geheimnisse, die ihm in einer Weise vermittelt werden, die dem Mausbiber nicht gefallen kann. Aber er erkennt, dass diese Geheimnisse – wenn sie richtig genutzt werden – auch zu einer Waffe werden können.

Darüber hinaus stellen die Menschen fest, dass vieles in der fernen Galaxis des Goldenen Reiches nicht so ist, wie es dargestellt wird. Der Autor zeigt, wie alte Informationen und moderne Intrigen gewissermaßen Hand in Hand gehen, und er führt ein außerirdisches Volk mit besonderer Optik ein – das hat mir gefallen!

02 Dezember 2017

Das Traumschiff der Sterne als schickes Buch

Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie ich mit Peter Terrid an den zwei Taschenbüchern arbeitete, in denen er die Kriminalistin Lhoreda Machecoul und das Raumschiff EMPRESS OF THE OUTER SPACE in Szene setzte. Der Autor hatte viel Freude daran, der damalige Jungredakteur – also ich – auch, und den Lesern gefielen die zwei Taschenbücher ebenfalls.

Dieser Tage erschienen sie neu – in einem schönen Doppelband der Planetenromane. Man kann sie als E-Book bei allen relevanten Shops bekommen; als alter Papierliebhaber bevorzuge ich die schön gedruckte Ausgabe aus dem Zaubermond-Verlag. Sie schmückt jetzt mein Bücherregal im heimischen Arbeitszimmer.

Aber egal in welcher Form: Ich finde, dass die beiden Romane den Autor in echter Hochform zeigen, voller Schreibfreude und Fabulierkunst, völlig losgelöst von den Zwängen der Heftromanserie. Es waren Glanzstücke seiner Autorenschaft, und ich finde es toll, sie jetzt in einem schönen Sammelband in Händen zu halten.

01 Dezember 2017

Ein »Let'sPlay« zu unserer Serie

Seit das PERRY RHODAN-Computerspiel von unseren Partnern von Braingame veröffentlicht worden ist, sind bereits neun Jahre vergangen. Da finde ich es schön, wenn ein Computerspieler einem das gesamte Spiel noch mal in Erinnerung ruft. In seinem »Let'sPlay« geht »herrJJ« durch die einzelnen Ebenen des Spiels, er spielt es komplett durch und kommentiert ständig dabei.

Ich schaute mir nicht alle Szenen durch – mittlerweile sind es mehr als dreißig Folgen, wenn ich es richtig verstanden habe –, und ich schaltete gelegentlich den Ton ab. Ich finde aber die Bilder cool und genieße es, auf diese Weise einzelne Szenen aus dem Computerspiel noch einmal anzuschauen.

Die Stadtansichten von Terrania, die Soziale Residenz, die fremden Welten und viele Einblicke in das PERRY RHODAN-Universum faszinierten mich schon damals, und sie sind immer noch richtig gut. Danke an Herrn »JJ« für diese schöne Erinnerung!

30 November 2017

NEO-Jubiläum zum zweiten Mal

Ein Logbuch der Redaktion

Seit wir am 30. September 2011 die Serie PERRY RHODAN NEO starteten, wagten Frank Borsch und ich es kaum, auf einen Jubiläumsband wie die Nummer 100 zu hoffen. Schon eine Nummer 50 erschien uns zu dieser Zeit in weiter Zukunft zu liegen. Aber falls wir es so weit schaffen würden – so überlegten wir bereits im Verlauf des Jahres 2012 –, musste es ein besonderer Roman werden.

So kam es auch: Am 16. August 2013 erschien mit »Rhodans Weg« der erste Jubiläumsband der Serie, verfasst von Chefautor Frank Borsch persönlich. Selbstverständlich stand in diesem Roman der Titelheld selbst im Zentrum der Handlung, das war von vorneherein klar – der Titel belegte es zudem.

Das ist über vier Jahre her. Die Entwicklung, die unsere Serie seitdem genommen hat, finde ich immer noch stark. Besonders freute ich mich, dass mir im September 2017 das Belegexemplar von »Mutantendämmerung« auf den Tisch gepackt wurde.

Ich bin auf die Buchreihe sowieso sehr stolz: Die Bücher sehen im Regal toll aus, und sie fassen immer vier NEO-Romane zu einem schicken Hardcover-Band zusammen. Die Platin Edition ist damit eine gelungene Ergänzung für die seit 1978 laufende Serie der Silberbände geworden, wie man häufig die PERRY RHODAN-Bücher bezeichnet.

Es ist ja ein Umstand, den ich nicht oft genug betonen kann: PERRY RHODAN ist eine der bekanntesten Unterhaltungsmarken im deutschsprachigen Raum. Seit 1961 erscheint unsere Serie wöchentlich als Heftroman, hinzu kommen Bücher und Taschenbücher, Hörspiele und Hörbücher, Comics, Computerspiele und E-Books. Das hat sonst so gut wie niemand geschafft, vor allem nicht über einen so langen Zeitraum hinweg.

Am 30. September 2011 versuchten wir letztlich eine Art zweiten Anfang: Während in der klassischen Serie der Astronaut Perry Rhodan im Jahr 1971 zum Mond fliegt und dort auf die Außerirdischen trifft, beginnt die Reise bei PERRY RHODAN NEO im Jahr 2036. Rhodan startet ebenfalls zum Mond, trifft dort auf die menschenähnlichen Arkoniden und versucht mit ihrer Technik die Menschheit zu einen.

Mithilfe einiger Gefährten gründet er Terrania – eine Stadt in der Wüste Gobi, die zum Symbol der neuen Menschheit wird, zum Zentrum einer geeinten Erde. Perry Rhodan kämpft für Toleranz und Gleichberechtigung, für ihn stehen Menschenrechte und Frieden im Zentrum seiner Taten.

Wir wussten anfangs nicht, wie das Konzept ankommen würde. Wie groß würde die Begeisterung der Leser sein, wie stark eine mögliche Ablehnung? Deshalb planten wir sehr vorsichtig und legten die Grundlage für eine erste Staffel von acht Romanen. Und dann legten wir los, der erste Erfolg beflügelte uns geradezu.

Alle zwei Wochen kam ein PERRY RHODAN NEO-Roman in den Handel: in gedruckter Form als Taschenheft mit jeweils 160 Seiten. Wir brachten gleichzeitig mit den E-Books und den Hörbüchern etwas Neues heraus. Eine Serie, die von Anfang an auf drei Füßen stand, das hatte es zuvor noch nicht gewesen. Es gab viel Kritik und viel Lob, aber die Verkaufszahlen stimmten, und so machten wir eifrig weiter.

Der fünfzigste Band markierte einen Höhepunkt: Während sich auf der Erde die aktuellen Spannungen zwischen »normalen« Menschen und den »Mutanten« mit ihren seltsamen Begabungen zuspitzen, erfährt Perry Rhodan mehr über seine Vergangenheit. Der Raumfahrer erkennt, dass er schon in seiner Jugend im Visier kosmischer Mächte stand. Sein Wunsch, die Menschheit zu den Sternen zu führen, sollte sabotiert werden. Aber wer sind diese Mächte, die damals gegen ihn vorgingen – und wer sind die geheimnisvollen Beschützer, die auf der Erde wirken?

Das alles kann man natürlich im dreizehnten Band der Platin Edition nachlesen. Seit einigen Wochen ist er im Handel. Auch wenn die Bandnummer 13 für manche Menschen ein wenig unglücklich wirkt – ich finde sie positiv …

29 November 2017

Die »SOL« 88 mit herrlich bunter Mischung

Auch die aktuelle Ausgabe 88 der Zeitschrift »SOL«, die von der PERRY RHODAN-FanZentrale herausgegeben wird, erweist sich als gelungene Mischung aus Artikeln, Informationen und Unterhaltung. Ich finde beispielsweise Beiträge wie das Völkerdatenblatt zu den Naats oder »Perryversische Städtereisen« – Rainer Nagel schreibt über Berlin im PERRY RHODAN-Universum – absolut lesenswert.

Es gibt Rückblicke und Rezensionen zu den aktuell veröffentlichten Romanen; sowohl die klassische Serie als auch PERRY RHODAN NEO werden beleuchtet. Aktuelle Publikationen aus der Fan-Szene werden vorgestellt, so etwas halte ich ebenfalls für unverzichtbar. Wo kann man solche Beiträge denn noch in gedruckter Form finden?

Als Schwerpunkt hat sich die Redaktion dieses Mal auf die STELLARIS-Kurzgeschichten verlegt. Olaf Brill, aktuell der Redakteur der Kurzgeschichtenreihe, wird interviewt. Weitere Beiträge beschäftigen sich mit Maikel Das, der die Titelbilder organisiert, und Roman Schleifer, dem fleißigsten Autor der Reihe. Eine Kurzgeschichte von Roman Schleifer schließt diesen Schwerpunkt ab.

Wie immer fällt es schwer, einen Beitrag aus dem bunten Reigen besonders hervorzuheben. Auf den 64 Magazinseiten, die professionell gestaltet sind, sollte jeder PERRY RHODAN-Leser etwas finden, das ihn interessiert. Klar: Für die Mitglieder der FanZentrale ist das Magazin im Mitgliedsbeitrag enthalten; ich lege es dennoch auch allen anderen ans Herz. Im Shop der FanZentrale kann man das Heft ganz einfach bestellen ...

28 November 2017

Allein zwischen den Sternen

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn ein Meister der Insel sich unter das »gemeine Volk« mischt? Und wie fühlt es sich an, wenn ein Meister der Insel den Befehl gibt, Menschen von der Erde erbarmungslos jagen zu lassen?

Das sind einige der Fragen, denen Kai Hirdt in seinem aktuellen Roman nachgeht. Der Autor taucht teilweise tief in die Sicht eines »Bösewichts« ein.

Der Roman trägt den Titel »Allein zwischen den Sternen« und erscheint in dieser Woche als Band 162 unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Teile des Romans sind aus Sicht der Terraner erzählt, ein anderer Teil zeigt aber die Gedankenwelt sowie die Taten eines der geheimnisvollen Meister. Die Leser lernen auf diese Weise weitere Facetten der Galaxis Andromeda kennen.

Es passiert viel ... Der Autor musste verschiedene Handlungsbestandteile so zusammenfügen, dass ein Spannungsbogen über alle 160 Seiten und 16 Kapitel entsteht. Ich finde, das ist ihm gut geglückt, vor allem angesichts der komplexen Aufgabe, die er zu erfüllen hatte.

27 November 2017

Weiter auf der Straße nach Olymp

Mit der Miniserie PERRY RHODAN-Olymp sind wir hier in Kleinigkeiten weitergekommen – die sieht der Leser normalerweise zwar, nimmt sie aber nicht bewusst wahr. Als Redaktion muss man sich aber darum kümmern. Der erste Roman ist in der Produktion; die Setzerei ist schon an der Arbeit, und wir werden alle Termine einhalten.

Zu den Kleinigkeiten zählten die Seite drei – die muss ja neu gestaltet werden – oder das generelle Layout der Innenseiten. Wir schauten uns noch einmal das Titelbild an und betrachteten das Layout des Lesermagazins.

Natürlich sprachen wir auch über Inhalte, diese waren am heutigen Tag allerdings nicht so wichtig. Manchmal geht's eben doch um die Optik ... (Ach übrigens: Man kann die Serie auch gut bestellen. So vor Weihnachten ginge das sogar als schönes Geschenk.)

26 November 2017

Was kommt denn nach Trivid?

Die Frage kam heute in unserem Diskussionsforum auf: Ist nach PERRY RHODAN-Trivid etwas Vergleichbares geplant? Wir erinnern uns: ein Prolog und sechs Kurzromane, verfasst von Christian Montillon und Oliver Fröhlich, veröffentlicht als E-Book im Herbst 2016, seit einiger Zeit auch als Taschenbuch bei Bastei-Lübbe im Buchhandel erhältlich.

Mir machte das Projekt sehr viel Freude, ich würde so etwas gern wiederholen. Im Herbst 2017 hätten wir dafür keine Kapazität frei gehabt: Mit PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO sind sowohl die Redaktion als auch das Autorenteam gut ausgelastet; derzeit arbeiten wir mit PERRY RHODAN-Olymp ja an einer weiteren Miniserie. Das muss alles »durchgeschleust« und geschafft werden.

Für 2018 kann ich nichts versprechen. Ich würde aber gern weitere »digitale Experimente« versuchen. Vielleicht eine neue E-Book-Miniserie, die »mehr Raumschiffe und weniger Krimi« bietet, also stärker auf das »Kernthema« von PERRY RHODAN setzt? An Ideen mangelt es nicht, es ist meist eine Frage der Zeit.

25 November 2017

Die Zyklushalbzeit steht an

Weil es heute ohnehin den ganzen Tag zu regnen scheint, bietet es sich an, ein wenig in aktuellen Exposés und Datenblättern zu lesen. Ohne allzuviel zu verraten – auch das angehängte »Bild« gibt ja nicht viel bekannt –, kann ich sagen, dass es intensiv um die Zyklushalbzeit geht. Ich habe Datenblätter und Exposés vor mir, und diese behandeln die Bände nach PERRY RHODAN 2950.

Traditionell sind die Halbzeitbände eines Zyklus diejenigen, die dem großen Handlungsbogen einen neuen Verlauf geben. Das wurde in den 60er-Jahren so eingeführt und in all den Jahrzehnten meist beibehalten – auf diese Tradition berufen sich die Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon auch im Jahr 2017.

Band 2950 wird also ein Roman werden, der dem laufenden Zyklus eine andere Richtung gibt. Sagen wir es differenzierter: Der Band bringt einen Schauplatz ins Spiel, mit dem sicher niemand gerechnet hat, vor allem nicht in dieser Form. Und auf diesem Schauplatz treten Akteure auf, die sicher niemand »auf dem Schirm« hatte. Aber mit den weiteren Details dazu werde heute erst einmal ich mich beschäftigen ...

24 November 2017

Als die Utopia-Classics starteten ...

Mit der Taschenbuch-Reihe »Utopia-Classics« setzte der Pabel-Moewig Verlag gegen Ende der 70er-Jahre noch einmal stark auf das Thema Science Fiction. Eine nüchterne Aktennotiz der Vertriebsleitung wies am 16. November 1978 auf das neue Projekt hin; sie wurde über den »großen Hausverteiler« per Durchschlagpapier kopiert und in die jeweils zutreffenden Abteilungen gebracht.

»Die neue TB-Reihe UTOPIA-CLASSICS ercheint erstmalig mit Nr. 1 am 20. Februar 1979 (8. KW)« vermeldete die Aktennotiz. Die Reihe sollte vierwöchentlich erscheinen – das war für den Vertrieb des Verlages die normale Arbeitsweise.

Interessant war, dass die Einzelpreise von vorneherein flexibel angelegt wurden: Mit 3,80 oder 4,80 oder auch 5,80 Mark konnte man so auf unterschiedliche Romanlängen eingehen.

Mit einer typischen Vertriebsbemerkung endete die Aktennotiz: »Die Redaktion wird gebeten, uns rechtzeitig eine Inhaltsbeschreibung für Rundschreiben zuzusenden.« Immerhin wollte man eine großzügige Werbekampagne starten ...

23 November 2017

Gucky als Dauerdiskussionsthema

Wie soll man den Mausbiber Gucky darstellen? Die Beschreibungen in den frühen PERRY RHODAN-Romanen waren eindeutig – und trotzdem schaffte es Johnny Bruck schon in den sechziger Jahren, unterschiedlichste Darstellungen des Ilts auf Titelbildern zu verewigen.

Das setzte sich in den 70er-Jahren in den Comics fort. Und heute gibt es mehrere Titelbildkünstler, die alle unterschiedliche Auffassungen haben.

Ich finde das nicht schlimm. Wir diskutieren in der Redaktion immer wieder unterschiedliche Coverversionen – aber letztlich hat jeder Künstler seinen eigenen Blick, so wie auch jeder Autor und jede Autorin einen eigenen Blick mit sich bringt. Ich finde das sogar spannend, es zeigt doch, wie unterchiedlich jeder etwas sehen und zeigen kann.

Unsere japanischen Partner sind da sehr entspannt. Man sieht es bei der aktuellen Ausgabe unserer japanischen Ausgabe. Das Wesen, das auf dem Titelbild zu sehen ist, dürfte ganz eindeutig Gucky sein.

Ich brauchte einige Zeit, bis ich ihn als Gucky akzeptierte. Ich bin sicher, nicht alle Leser werden da mit mir und meinem Urteil einverstanden sein ...

22 November 2017

Das Geheimnis von Thoo

Zum ersten Mal, seit er für PERRY RHODAN schreibt, hat Wim Vandemaan einen Doppelband verfasst. Mit »Das Geheimnis von Thoo«, der diese Woche erscheint, hat er mir schon viel Freude bereitet. Es ist ein Science-Fiction-Roman, der Charakterzüge eines historischen Romans trägt. Das meine ich ernsthaft, aber natürlich wird das nicht jeder Leser so sehen.

»Wie viele Archäologen sind nicht schon durch die Ruinen einer Stadt spaziert, von der aus einst ein Reich, eine Welt regiert worden ist?« Solche Fragen stehen in diesem Roman, der eine Gruppe ungewöhnlicher Hauptfiguren durch eine ebenso ungewöhnliche Handlung führt.

Und mehr plaudere ich sicherheitshalber hier nicht aus ... (Ach ja: Das Titelbild stammt von Dirk Schulz, und ich finde es super. Das ist geschmäcklerisch, ich weiß.)

21 November 2017

Zehn Jahre Kindle

Manche Jubiläen rasen so schnell an einem vorüber, dass man sie kaum wahrnimmt. Aber weil dieses Jubiläum für PERRY RHODAN sehr wohl wichtig ist, möchte ich daran erinnern: Am 19. November 2007 brachte der Online-Versandhändler Amazon einen speziellen E-Book-Reader in den Handel.

Der Kindle veränderte das E-Book-Geschäft – anders kann man es nicht bezeichnen. Das war am Anfang nicht abzusehen, aber der Kindle ist nach wie vor ein wichtiges Lesegerät für Millionen von Menschen.

Was hat das mit PERRY RHODAN zu tun? Wir hatten bereits in den ganz frühen Nuller-Jahren mit E-Books experimentiert und danach mit Partnern wie Readersplanet, Beam-Books, Heubach Media, Textunes und einigen anderen wichtige Erfahrungen gesammelt. Aber wir schafften es nicht, aus einem eingeschränkten Leserkreis herauszukommen.

Der Kindle und das Amazon-System veränderten den E-Book-Markt. Auf einmal konnten sich alle Interessierten ein preiswertes Lesegerät kaufen und auf diese Weise ganz einfach neue E-Books bestellen. Und damit war beispielsweise PERRY RHODAN als »digitales Produkt« auf einmal überall und leicht zu erhalten.

Der Erfolg unserer E-Books hängt sehr stark mit dem Erfolg des Kindle zusammen. Das finde ich nach wie vor gut – auch wenn viele Leser sicher ihre kritische Haltung zu Amazon behalten haben …

20 November 2017

Die Phantome von Epsal

Darüber habe ich mich heute sehr gefreut: Ich kam nach dem Wochenende in mein Büro und fand die aktuelle Ausgabe von PERRY RHODAN-Extra auf meinem Tisch. Die sechzehnte Ausgabe dieser Reihe ist ein abgeschlossener Roman von Michael Marcus Thurner und trägt den schönen Titel »Die Phantome von Epsal« – ein Roman über eine Welt, die im Perryversum schon so lange bekannt ist, über die man aber so gut wie nichts weiß.

Der Autor hat viel Arbeit in seinen Roman gesteckt, wir wechselten irrsinnig viele Mails, während er daran arbeitete. Viele Elemente in diesem Roman sind komplett neu und bereichern das Universum unserer Serie; gleichzeitig aber baut der Autor die Elemente in sein Werk ein, die schon immer zur Serie gehören.

Hauptperson des Romans ist Perry Rhodan; der Terraner ist auch auf dem Titelbild des Romans abgebildet. Daneben spielt ein junger Kadett eine wichtige Rolle – und dessen Name wird dem einen oder anderen Stammleser gut bekannt sein. Diese Woche wird der Roman offiziell ausgeliefert; ich bin gebührend nervös ...

19 November 2017

Vor zehn Jahren italienisch

Im November 2007 hatte die PERRY RHODAN-Redaktion einen Grund zum Feiern: Der Verlag Gruppo Editoriale Armenia Spa in Milano hatte das erste Honorar für die italienische Lizenzausgabe überweisen. Die »Lemuria«-Taschenbücher sollten auch in Italien erscheinen, vermittelt hatte das Geschäft eine in Deutschland und Frankreich ansässige Literatur-Agentur.

Wir setzten große Hoffnungen in diese Vereinbarung, der Verlag und die Agentur hatten sich in den Vorgesprächen als glaubwürdig und engagiert erwiesen. Tatsächlich veröffentlichte der Verlag nur die ersten zwei Bände des Sechsteilers, danach brach der Kontakt buchstäblich zusammen. Aber im November 2007 war die Stimmung innerhalb der Redaktion deshalb richtig gut ...

18 November 2017

NEO-Konzepte in Wolfenbüttel

Was macht man als Redakteur auf einer Dienstreise? Man nutzt jede freie Minute, um Texte zu lesen – im aktuellen Beispiel geht es um PERRY RHODAN NEO. Im »Marschgepäck« für meine Reise nach Wolfenbüttel hatte ich ein Manuskript für einen aktuellen NEO-Roman sowie zwei Exposés; die werde ich vor allem während der Heimfahrt mit der Bahn lesen.

Viel wichtiger als das ist allerdings das Handlungskonzept für die nächste Staffel unserer Science-Fiction-Serie. Die Exposéautoren haben sich unlängst in Leverkusen getroffen und viele neue Ideen ausgebrütet.

Einen Teil der Ergebnisse werde ich an diesem Wochenende lesen, um sie idealerweise mit einem Kommentar zu versehen und diesen als Feedback an die Exposéautoren zu schicken. Mal schauen, was ihnen nach »Die zweite Insel« und »Mirona« alles eingefallen ist ...

17 November 2017

Ein Redakteur und eine Akademie

Wieder einmal bin ich als Dozent an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. Ich arbeite mit Kathrin Lange zusammen, die vor vielen Jahren unter ihrem Pseudonym Cathrin Hartmann einen ATLAN-Heftroman sowie ein PERRY RHODAN-Taschenbuch geschrieben hat; wir sind bei diesen Seminaren mittlerweile ein eingespieltes Team.

Was hat das eigentlich mit PERRY RHODAN zu tun? Es gibt eine indirekte Verbindung: Erstens mal schadet es dem Redakteur nicht, wenn er mal aus seinem Büro rauskommt und sich die Werke von Autorinnen und Autoren anschaut, die er bislang nicht kennt. Zweitens schadet es der PERRY RHODAN-Serie nicht, wenn sie in Zusammenhang mit so einer Literaturwerkstatt genannt wird. Und drittens macht es auch Spaß, sich ein Wochenende lang über Literatur auszutauschen.

Die größte Science-Fiction-Serie der Welt spielt dabei eher ein Randthema – aber immer wieder erzähle ich, wie die Arbeit in einer Redaktion abläuft. Wie funktioniert das eigentlich mit den Exposés, wie finden wir neue Autoren, wie arbeiten wir mit Hörbuchproduzenten zusammen? Es kommen kritische Rückfragen, und all das ist spannend und informativ zugleich.

Übrigens sind aus diesen Werkstätten in Wolfenbüttel schon wertvolle Kooperationen entstanden. Wenn ich mich düster erinnere, hat ein gewisser Michael Marcus Thurner mit seiner Geschichte über einen »Schneck« – männlich ... – mich damals so verblüfft, dass wir später über eine ernsthafte Zusammenarbeit sprachen ...

16 November 2017

Mirona Thetin in einer anderen Version ...

Ein Logbuch der Redaktion

Befragt man PERRY RHODAN-Leser nach den Handlungsabschnitten der Serie, die sie am stärksten geprägt haben, kommt meist ein Zyklus auf den ersten oder maximal den zweiten Platz: Die Geschichte um die Meister der Insel, der »MdI«-Zyklus, wie man die Bände 200 bis 299 üblicherweise nennt, fasziniert nach wie vor.

Ob es daran liegt, dass zum ersten Mal die Serienhandlung in eine andere Galaxis wechselte? Oder daran, dass erstmals ein Zyklus richtig durchgeplant wurde, was eine besondere Spannung erzeugte? Oder waren die Romane, die Mitte der sechziger Jahre veröffentlicht wurden, einfach besonders spannend?

Womöglich trifft alles zugleich zu. Der »MdI«-Zyklus faszinierte die Leser in allen Jahrzehnten der Seriengeschichte. Auch die Autoren wurden von ihm beeinflusst, was sich heute immer wieder zeigt.

Es überrascht also nicht, dass wir bei der Planung unserer Serie PERRY RHODAN NEO ebenfalls diese Epoche der Serie in Augenschein nahmen. Bekanntlich ist NEO – um die Kurzform zu wählen – ein paralleles Universum zum klassischen Perryversum. Wir nehmen in dieser Serie die Klassiker, interpretieren sie mit den Mitteln sowie den Autoren von heute neu und schreiben auf dieser Basis teilweise ganz andere Geschichten.

Gewisse Eckpunkte bleiben. Dazu zählen die genannten Meister der Insel, und dazu zählt die Frau, die schon in der klassischen Serie der 60er-Jahre als »Bösewicht« im Hintergrund wirkte: Mirona Thetin regiert als Faktor I über die gesamte Galaxis Andromeda und hat über Jahrzehntausende ihr Regime verfestigt.

Das tut sie in der klassischen Serie – und das kann in der NEO-Version nicht anders sein. Aber Änderungen gibt es dennoch ...

Als Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm bei ihrer Arbeit an den aktuellen NEO-Exposés daran gingen, die Staffel von Band 161 bis 170 zu planen, war früh klar, dass Mirona Thetin an den Anfang gestellt werden sollte. Vor allem, wenn wir diese zehn Romane als »Mirona«-Staffel in den Handel bringen sollten ...

Deshalb war es auch folgerichtig, dass der erste Roman der Staffel den Titel »Faktor I« tragen und die Geschichte Mirona Thetins erzählen sollte. Die entsprechenden Weichen legten die zwei Exposéautoren in mehreren Datenblättern und Ideenpapieren fest.

Erstmals wurde ein Roman der Serie von zwei Autorinnen verfasst: Michelle Stern und Madeleine Puljic teilten sich die Aufgabe und verfassten eine Geschichte, die buchstäblich Jahrtausende umfasst.

Sie erzählen von einer Frau, die einen schrecklichen Krieg überlebt, die in einer anderen Galaxis eine neue Zukunft für sich suchen muss und die eigentlich ein tragisches Dasein führt ... Und sie erzählen von einer Frau, die eine ganze Sterneninsel unter ihre Gewalt bringt, wobei sie geradezu über Leichen geht.

Die Biografie von Mirona Thetin spielt nicht in der klassischen Serie, sondern im Universum von PERRY RHODAN NEO, alle Abweichungen sind mit Absicht so gewählt worden. Doch sollten vor allem jene Leser, die den klassischen Zyklus aus den 60er-Jahren so mögen, unbedingt in diese neue Version hineinschauen.

Als ich das Manuskript las, war ich von der Tragik der Handlung immer wieder beeindruckt. Man gewinnt einen Eindruck vom Charakter dieser wichtigen Figur, die mehr ist als »nur ein Bösewicht«. Mirona Thetin wird plastisch – das haben die beiden Autorinnen richtig gut hinbekommen. Für den Start in eine neue Staffel fand ich das richtig klasse.

15 November 2017

Wann kommt eigentlich Atlan zurück?

Bei einer Wahl zur beliebtesten Figur im Perryversum würde immer Atlan gewinnen – da bin ich mir sicher. Der Arkonide gilt als charismatisch, wozu vor allem die prägnanten Titelbilder von Johnny Bruck aus den 60er-Jahren und danach beigetragen haben. Ebenso haben viele Romane der klassischen Autoren den Nimbus des Arkoniden gefestigt: ein Held, der dem Wein, dem guten Essen und dem schönen Geschlecht viel Zeit widmet ...

In jüngster Vergangenheit wurden bei den PERRY RHODAN-Gesprächen immer wieder Atlan-Themen diskutiert. Es ging nicht darum, ob er in die Handlung zurück kommt, sondern vor allem um das »Wie« und »Wann«. Eine wichtige Figur wie Atlan darf nicht »einfach so« auftauchen, sondern damit muss eine relevante Geschichte verbunden sein.

Ohne inhaltlich zu spoilern: Derzeit entstehen die Exposés, in denen wir erzählen wollen, was mit dem Arkoniden geschehen ist und was er derzeit so macht. Festgelegt wird darüber hinaus, welche Autorinnen und Autoren sich um Atlan und seine neuen Abenteuer kümmern werden.

Wenn ich die Exposés durchschaue und mit den Exposéautoren diskutiere, komme ich mir vor wie ein »echter« Leser. Die Ideen sind schließlich für mich auch neu und teilweise sehr überraschend. Aber so soll's sein!

14 November 2017

Faktor I und zwei Autorinnen

Ganz klar: Mirona Thetin zählt zu den Figuren der PERRY RHODAN-Geschichte, die seit ihrem ersten Auftauchen die Leser faszinieren. Als Faktor I regiert sie eine ganze Galaxis, sie führt die Meister der Insel und gebietet buchstäblich über Raum und Zeit. Ihr Ende ist tragisch – was sicher ein Grund dafür ist, dass diese Figur über all die Jahrzehnte hinweg nicht an Bedeutung verloren hat.

Als die Exposéautoren von PERRY RHODAN NEO die Andromeda-Handlung planten, war klar, dass dies nicht ohne Mirona Thetin gehen würde. Faktor I musste anders sein als in der klassischen Serie – das »Wie« bedurfte vieler Diskussionen.

Wenn am 17. November 2017 der Roman mit dem Titel »Faktor I« in den Handel kommt, können sich die Leserinnen und Leser selbst davon überzeugen, wie das Neu-Justieren der Figur Mirona Thetin geglückt ist. Zwei Autorinnen übernahmen es, die faszinierende Figur in das Hier und Jetzt zu bringen.

Ich bin sicher, dass kaum jemand herausfinden wird, welche Passagen denn nun von Michelle Stern und welche von Madeleine Puljic stammen. Den Roman empfand ich schon in der Manuskriptform als stark; die beiden Autorinnen verliehen der Figur eine tragische Note, die sie in der klassischen Serie nicht hatte. Mal schauen, ob und wie das heute ankommt.

13 November 2017

Eine »Case Study« zu PERRY RHODAN

Die ersten Anfänge der PERRY RHODAN-Serie im Digitalgeschäft liegen schon bald zwanzig Jahre zurück: Ende der 90er-Jahre fingen wir an. Später arbeiteten wir mit Partnern wie Readersplanet, Beam Books oder Textunes erfolgreich zusammen. Richtig los ging es aber erst ab dem September 2011 – mit Bookwire begann für uns die Ära einer systematischen Zusammenarbeit, die wir seitdem keinen Tag bereut haben.

Seit gut zwei Jahren stellt Bookwire, unser E-Book-Partner, diese Zusammenarbeit auf seiner eigenen Internet-Seite in Form einer »Case Study« auch anderen Verlagen und Kunden vor. Ein Grund, das hier endlich einmal zu vermelden.

Die Redaktion wird mit einer Aussage zitiert, die erst einmal die Komplexität zeigt: »PERRY RHODAN ist kein einfacher Partner: Wir machen nicht einzelne Bücher, sondern umfangreiche Serien. «

Dann aber kommt das Lob, und das gilt immer noch: »Um diese Serien in die E-Book-Shops zu bekommen, brauchen wir einen Partner, der weiß, wie wir ticken, der uns versteht und der uns mit kritischem Rat und hilfreicher Tat jederzeit zur Seite steht. Dieser Partner ist Bookwire – wir arbeiten seit über vier Jahren zusammen und haben es keine Sekunde lang bereut.«

12 November 2017

Das Verlagsarchiv und seine Inhalte

Da die Frage dieser Tage auftauchte, gehe ich an dieser Stelle auf sie ein: Im Verlagsgebäude des Pabel-Moewig Verlages steht unter anderem ein Archiv für unsere Serie zur Verfügung. Das heißt: In großen Räumen auf dem Dachboden sowie in Räumlichkeiten im sogenannten Büchergefängnis – warum das so heißt, ist eine andere Geschichte – bewahren wir unser Archiv auf.

Jeder PERRY RHODAN-Roman aus jeder Auflage und aus vielen fremdsprachigen Ausgaben ist hier vorhanden. Ebenso haben wir Hörspiele, Hörbücher, gedruckte Taschenbücher und Sonderausgaben aufbewahrt.

Teilweise stehen diese Titel in mehrfacher Ausführung zur Verfügung, bei den Nachauflagen ist es meist nur jeweils ein Band. Insgesamt ist das Ausmaß dieses Archivs durchaus beeindruckend, wenngleich es – nachvollziehbar? – einen eher geringen »Glamour-Faktor« aufweist ...

11 November 2017

Francis, Kennon und Tekener ...

Zu den Figuren, die ich vor allem in meiner frühen »Lesephase« sehr schätzte, zählten die USO-Agenten Sinclair Marout Kennon und Ronald Tekener. Ich mochte nicht nur die ATLAN-Heftromane, in denen sie ihre Auftritte hatten, sondern auch die PERRY RHODAN-Taschenbücher, die von H. G. Francis stammten. Deshalb freut's mich besonders, dass dieser Tage das Belegexemplar des Planetenroman-Doppelbandes 87/88 bei mir eintraf.

Wir machen bekanntlich aus einer Auswahl der klassischen Planetenromane die neuen Doppelbände: Gedruckt erscheinen sie bei Zaubermond, als E-Book bei uns. Dazu kommen neue Titelbilder von Arndt Drechsler, die den Klassikern einen modernen Charakter verleihen.

Da macht dann die Lektüre von planetaren Verschwörungen und Geheimmissionen gleich doppelt so viel Spaß ... Im vorliegenden Band geht's auf die Welten Traak und Mirout.

10 November 2017

Ein Abschluss für die Zeitabenteuer

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Es war nicht nur für den Autor ein Stück Arbeit, die ATLAN-Zeitabenteuer neu zu bearbeiten, um sie neu   in den Handel zu bringen, sondern auch für mich als Redakteur. Das wurde mir erst so richtig bewusst, als ich am 24. Juni 1998 die Arbeit an dieser Serie abschloss.

Der Autor hatte seit den 60er-Jahren daran gearbeitet: ein Taschenbuch nach dem anderen. In den vergangenen Jahren hatte er aus diesen Taschenbüchern die dickleibigen ATLAN-Hardcover gemacht. Nun lieferte ich das Manuskript – ein dicker Packen Papier mit unzähligen handschriftlichen Anmerkungen – in unserer Setzerei ab, schaute gedankenverloren auf die bereits veröffentlichten Bücher dieser Serie, die als eine blaue Reihe im Regal standen, und schrieb einen Brief an den Autor.

Hans Kneifel hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits nach Sardinien zurückgezogen. Auf der Insel besaß er ein Appartement in einem Mehrfamilienhaus, und er nutzte den Aufenthalt dort nicht nur, um in aller Ruhe zu schreiben, sondern immer mal wieder »die Batterien aufzuladen«, wie er es nannte. Ich wusste, dass er den Meeresblick dort ebenso genoss wie die warme Luft, und beneidete ihn oft um dieses Refugium.

Ich setzte Rainer Castor in Kopie – was in diesem Fall hieß, dass ich mein Schreiben an Hans kopierte, diese Kopie in einen anderen Briefumschlag steckte und nach Andernach schickte. Rainer hatte in den vergangenen Jahren einen immer stärkeren Anteil an den ATLAN-Büchern erhalten, ohne dass ich das wahre Ausmaß seiner Arbeit kannte.

»... möchte mich für die wahrlich gigantische Arbeit bedanken, die ihr euch mit diesen 13 Büchern gemacht habt«, schrieb ich. »Ich kann mir vorstellen, daß das schon richtig hart war, nicht zuletzt auch wegen diverser Störmanöver aus der PERRY RHODAN-Redaktion.«

Was ich damit meinte? Als die Buchreihe geplant war, gingen die Redaktion und der Autor von zehn Büchern aus. Das erschien zu Beginn der 90er-Jahre eine vernünftige Planung zu sein. Aus den über fünfzig Taschenbüchern der ATLAN-Zeitabenteuer sollten durch Straffung und Bearbeitung genau zehn Hardcover-Bände werden. Der Buchvertrieb hatte sich entsprechend darauf eingestellt und hatte versprochen, sich für die Serie zu engagieren.

Doch während der Arbeit stellte der Autor fest, dass er den Stoff nicht so meisterte, wie er sich das im voraus vorgestellt hatte – irgendwann stand die Planung bei einem Dutzend Bände, irgendwann sprach er davon, dass er gern 17 Bücher machen wollte. Einige Jahre diskutierten wir so immer wieder über den Umfang der Serie: Es wurden immer mehr Bücher, vor allem auch deshalb, weil Hans davon träumte, die Serie fortzusetzen.

»Man könnte aus dem Handlungsstrang der Welt Miracle eine eigene Serie machen, auch Rico bietet sich mit seinen Geheimnissen an«, argumentierte er mehrfach. Ich hatte redaktionelle Einwände, die er nicht teilte: »Wir haben den Lesern eine Mischung aus historischem Roman und Science Fiction versprochen, dabei sollten wir bleiben.«

Bis Dr. Florian F. Marzin eines seiner Machtworte sprach: »Wir machen 13 Bücher und keines mehr«, ordnete er an, und dabei blieb es. Das wollte ich in meinem Schreiben noch einmal dem Autor vermitteln. Die genannten »Störungen« seien schließlich nicht gegen, sondern stets für das Projekt gedacht gewesen, argumentierte ich.

Bei der Bearbeitung der letzten Bücher hatte ich darauf bestanden, dass Hans und Rainer zwei Handlungsebenen komplett entfernten: Weder sollte die Welt Miracle eine Rolle spielen, noch der Vampir Nonfarmale. Ich wollte die ATLAN-Zeitabenteuer auf die rein historischen Aspekte konzentrieren, und ich war auch im Juni 1998 noch davon überzeugt, dass dies richtig gewesen war.

»Gerade im Band 13 fällt es noch einmal auf«, schrieb ich. »Sowohl Miracle als auch Nonfarmale können nahezu ersatzlos gestrichen werden.« Ich bemängelte beim letzten Band sowieso ein wenig, dass der Autor seine Figuren »viel zu viel reden und essen und viel zu wenig agieren« ließe. Aber auch da waren wir uns nie einig.

Ich empfand den 13. Band der Reihe als krönenden Abschluss. Mir gefiel, wie der Autor die historischen Details – etwa das Mondprogramm – mit der PERRY RHODAN-Historie verknüpfte, wie er gewissermaßen eine Pararealität entwickelte. Wobei ich mir sicher war, dass vor allem die neuen Aspekte allesamt von Rainer Castor stammten, zumindest die Ideen hatte der Autor aus Andernach geliefert.

Ich war mir sicher: Vor allem solche Leser, die sich für Zeitgeschichte, parallele Historien oder auch die Vorgeschichte des PERRY RHODAN-Kosmos interessierten, würden bei diesem Buch voll und ganz auf ihre Kosten kommen. »Dazu meine Gratulation!«, schrieb ich den beiden Autoren.

Im weiteren Verlauf dieses Sommers wollte ich mich darum kümmern, wie ich dieses Buch entsprechend bewerben konnte. Welche Werbung konnte man wo schalten, wie konnte ich die Presse auf das Ereignis hinweisen? Mit den Kollegen im Marketing würde ich erste Gespräche führen, dann wollten wir auf unserer – zu dieser Zeit immer noch brandneuen – Internet-Seite darauf hinweisen.

Wir hatten eine 13 Bände umfassende Serie vollendet, die unseren Helden Atlan ins Zentrum stellten. Ich war stolz darauf und überlegte mir schon, wie man danach weitermachen konnte. Vielleicht sollten wir in der Folge die klassischen ATLAN-Heftromane in Buchform bringen? Das wäre sicher spannend.

Ich war mir sicher, dass man eine solche Buchausgabe komplett neu planen und mit einer neuen Nummer eins starten sollte. Aber erst einmal ging es uns darum, die ATLAN-Zeitabenteuer einem größeren Publikum bekannt zu machen ...

09 November 2017

Der Tag der Erfinder – aus unserer Sicht

Der »Tag der Erfinder« entstand aufgrund einer Initivative eines deutschen Unternehmers. Am 9. November wird er jeweils in Deutschland, Österreich und der Schweiz begangen. Er basiert im Prinzip auf dem »National Inventors' Day«, der 1983 in den USA eingeführt wurde.

Wir in der PERRY RHODAN-Redaktion heben an einem solchen Tag natürlich das Glas auf die Erfinder unserer Serie. Clark Darlton und Karl-Herbert Scheer haben nicht nur das größte Science-Fiction-Universum der Welt aus der Taufe gehoben, sondern auch die Grundlagen für dessen Wachstum gelegt.

Tausende von Romanen mit Tausenden von Geschichten. Tausende Raumschiffe, menschliche und außerirdische Romanfiguren, fremdartige Kulturen und galaktische Geschichten. Darauf einen Vurguzz!

08 November 2017

Japanische NEO-Mutanten

Dass unsere japanischen Kollegen die Figuren aus unseren Romanwelten anders darstellen, wenn sie die Romane in ihrer Sprache veröffentlichen, ist nichts Neues. Meist finde ich die Vorgehensweise originell, weil sie neue Sichtweiten auf bekannte Figuren ermöglicht. Das zeigt sich auch am fünften Band von PERRY RHODAN NEO, der am 21. November erscheinen wird, schon jetzt aber auf der Seite von Hayakawa angekündigt wird.

»Schule der Mutanten« wurde von Michael Marcus Thurner geschrieben. Als Hauptfiguren treten junge Mutanten auf, die ihre eigenen Probleme haben, im Universum von PERRY RHODAN NEO aber sehr wichtig sind. Der Roman ist spannend, er führt eine Reihe von neuen Hauptfiguren ein.

Die japanischen Kollegen fanden das Titelbild, das wir im Jahr 2011 veröffentlichten, offenbar nicht so spannend. Sie zeigen deshalb zwei junge Mutanten, in denen ich Sid Gonzalez und Sue Mirafiore zu erkennen glaube. Das Bild ist stark, wenngleich es nicht so aussieht wie unser Original von Dirk Schulz – es ist eher an die Sehgewohnheiten der japanischen Leser angepasst, und das ist richtig so. Starke Sache!

Wie ich MYTHOR kennenlernte ...

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wahrscheinlich mochte ich als Kind schon phantastische Literatur – das weiß ich leider nicht mehr so genau. Im Alter von 13 Jahren entdeckte ich auf jeden Fall die PERRY RHODAN-Serie für mich, tauchte tief ein in dieses Universum aus Geschichten und Romanen, aus Welten und Raumschiffen, Völkern und kosmischen Rätseln. Ich wurde ein glühender Science-Fiction-Fan, der in der Schule sogar Referate über sein neues Hobby hielt.

Wie viele andere Science-Fiction-Fans auch, war ich sehr von meinem Hobby überzeugt. Ich beschäftigte mich in meinen Augen mit naturwissenschaftlich fundierter Literatur und der Zukunft, ich leitete daraus politische Fragen und gesellschaftliche Diskussionen ab.

Dass es Fantasy gab, bekam ich zwar mit, aber das interessierte mich nicht. Ich wollte ernsthafte Romane lesen und nichts von irgendwelchen Zauberern, Kriegern und Ungeheuern wissen.

Doch irgendwann einmal – steter Tropfen höhlt den Stein! – machten sich die andauernden Hinweise bemerkbar: Ich kaufte mir einen Band der neu gestarteten Taschenbuchreihe TERRA FANTASY, es war ein Roman von Abraham Merritt. Ich las ihn und war völlig begeistert. Wenn ich in der Folge dazu in der Lage war – so ein Taschenbuch kostete immerhin 3,80 Mark –, besorgte ich mir immer mal wieder ein Exemplar aus dieser Reihe.

Der Herausgeber, ein gewisser Hugh Walker, eröffnete mir eine ganz neue Welt, eine Welt der Fantasie, die zum Träumen einlud, die zwar nicht naturwissenschaftlich fundiert sein konnte, aber trotzdem in sich logisch und nachvollziehbar war. Vor allem gab es da verdammt viele Welten ...

Ich hatte mitbekommen, dass es bereits eine Heftromanserie mit Fantasy-Charakter gegeben hatte. DRAGON war vor Beginn meiner Sammler-Leidenschaft veröffentlicht worden, für diese Serie war ich zu jung. Also blieb ich meinen Weltraumhelden treu, las PERRY RHODAN und ATLAN, die UTOPIA-Bestseller und TERRA FANTASY. Das Geld, das ich verdiente, indem ich auf einer Baustelle und auf einem Bauernhof jobbte, steckte ich größtenteils in Druckwerke aller Art, gelegentlich in Schallplatten.

Im Frühjahr 1980 platzierte der Verlag eine Anzeige nach der anderen in den wöchentlichen PERRY RHODAN- und ATLAN-Romanen. Versprochen wurde eine neue Romanserie: »MYTHOR – für Freunde der Phantasie«. Unter dem Untertitel »Herr der Lichtwelt« sollte die wöchentliche Heftromanserie ab dem 22. April 1980 wöchentlich an den Start gehen; der Preis für das Heft betrug jeweils 1,80 Mark.

Aus den Informationen entnahm ich, dass die Serie vor allem von Autoren geschrieben werden sollte, die ich von ATLAN und auch PERRY RHODAN her kannte. In meinen Augen bürgte das für Qualität.

Also kaufte ich mir den ersten Roman; den Autor kannte ich bereits. Hugh Walker als Herausgeber von TERRA FANTASY und als Autor eigenständiger Fantasy-Geschichten – die ich nicht alle so richtig verstand – lieferte mit »Der Sohn des Kometen« einen Roman, wie ich ihn zuvor nicht gelesen hatte. Fasziniert las ich die Geschichte von der wandernden Stadt und ihrem grausigen Untergang, von dem jungen Krieger namens Mythor und seinen wenigen Freunden, die überleben, und ihren weiteren Abenteuern. Danach wusste ich, dass ich mehr davon wollte.

Übrigens war das Titelbild ebenfalls von einer Art, wie ich sie zuvor nicht gesehen hatte: halbnackte Frauen und ein leicht bekleideter Mann mit Schwert in der Hand – hier paarten sich Erotik und Action in einer Art, die in unserer Kleinstadt und im Dorf nicht gern gesehen wurden. Wenn ich also MYTHOR-Romane las, tat ich das so, dass weder Eltern noch Lehrer die Titelbilder von Nikolai Lutohin sahen.

Sie waren mittlerweile gewohnt, dass ich in Romanheften schmökerte, auf denen Raumschiffe und Aliens abgebildet wurden. Zu viel nackte Haut hätte sie allerdings sicher verstört ...

Mich interessierten die Titelbilder gar nicht so sehr, ich fand die Romane viel spannender und toller. Auf den Walker-Roman folgte einer von Horst Hoffmann: »Die Flotte der Caer« führte bereits das gegnerische Reich ein, der PERRY RHODAN- und ATLAN-Autor überzeugte mich mit einem packenden Abenteuer.

Ganz anders dann »Die Goldene Galeere«, das von einem gewissen Paul Wolf stammte. Dass sich dahinter in Wirklichkeit der PERRY RHODAN-Autor Ernst Vlcek verbarg, wusste ich zu dieser Zeit bereits; ich hatte auch davon gehört, dass er Gruselromane verfasste. Sein Fantasy-Roman war düster und grimmig, und er zog mich ebenfalls in seinen Bann.

Danach war ich »gefangen«; für mich stimmte in dieser Serie alles. Jede Woche erschien in diesem Frühjahr und Sommer 1980 ein Roman, und ich las MYTHOR lieber als die Science-Fiction-Serien, die ich zuvor so geliebt hatte. Aber was war der Kampf gegen Orbiter oder um Kosmische Burgen gegen Nottr den Barbar, die geheimnisvolle Stadt Logghard oder das finstere Reich der Caer?

Vor allem die ersten fünfzig Romane der Serie liebte ich, ich halte sie heute noch für die besten. Die Autoren eröffneten den Lesern eine andere Art von Literatur, sogar ein ganz anderes Universum. Ich lernte neue Autoren wie Hubert Haensel und Werner K. Giesa kennen, ich trat in Kontakt zu anderen MYTHOR-Fans.

Harte Kämpfe, düstere Magie, faszinierende Landschaften: Im Prinzip las sich MYTHOR wie die Geschichte endloser Reisen, zuerst über die Nordhalbkugel einer Welt, dann über die Inselwelt der Südhalbkugel, später durch die mysteriöse Schattenzone.

Nach einiger Zeit verlor ich langsam das Interesse, woran die anderen Verlage nicht unschuldig waren: Immer mehr Fantasy und Science Fiction wurde veröffentlicht, die Klassiker des Genres kamen in preiswerten Ausgaben in den Handel. Im Verlauf des Jahres 1980 las ich sowohl das Meisterwerk »Der Herr der Ringe« als auch die ersten Geschichten um Conan, den Barbaren. Sie erweiterten mein Bild der Fantasy-Literatur und weckten viele eigene Ideenwelten in mir.

MYTHOR blieb ich treu. Und ich war sehr stolz darauf, im Jahr 2000 die MYTHOR-Buchausgabe des ersten Zyklus zu betreuen – mit Hugh Walker als offiziellem Bearbeiter. Aber das ist eine ganz andere Geschichte ...

07 November 2017

Unter der Flammenflagge

Ich mag Helden wie Virr Shaloud: Sie sind eigentlich nicht stark, sie wirken eher normal oder gar unterdurchschnittlich, aber sie wachsen über sich hinaus, und ihre Taten können die Welt veränden. Einen solchen Helden führt Christian Montillon in seinem Roman »Unter der Flammenflagge«, der mit der Bandnummer 2934 demnächst erscheinen wird, in die Handlung ein.

Als ich das Manuskript las, war ich sehr davon angetan. Entsprechend fiel meine Mail an den Autor aus: »Das ist ein Roman, wie ich ihn mag«, schrieb ich und fügte hinzu: «Er ist leicht erzählt – und ich weiß, dass leichtes Erzählen nicht einfach ist – und macht richtig Spaß, gleichzeitig bringt er auch moralische Gesichtspunkte rein, so dass es eben nicht nur einen flache Handlung ist.«

Es geht in diesem PERRY RHODAN-Roman um Kultur und Politik, streng genommen werden sogar Fake News thematisiert. Und die Helden des Romans, die mir allesamt sehr sympathisch sind, wollen in einem riskanten Kommandounternehmenan weitere Informationen gelangen. Spannend ...

06 November 2017

25 Jahre an Bord der Serie

Die Ausgabe 42 des Fanzines »Fandom Observer« erschien im Dezember 1992. Ausgerechnet in dieser Ausgabe – die 42 hätte mich nachdenklich machen sollen – wurde eine Karikatur von Matthias Langer veröffentlicht. Damit wurde eine Personalie verkündet, die einige meiner Bekannten in der Fan-Szene verblüffte.

Sie soll wohl mich darstellen, wenngleich ich den Bierbauch ein wenig für übertrieben hielt (hier bricht einfach die Eitelkeit bei mir durch), die Hosenträger, die Brille und das schiefe Grinsen aber gut getroffen waren. Der Helm ist natürlich der, den Perry Rhodan höchstpersönlich immer aufhat ...

Tatsächlich fing ich vor 25 Jahren an, als Redakteur der PERRY RHODAN-Serie zu arbeiten. Im November 1992 begann ich mit meiner Tätigkeit, die sich im Verlauf der Jahre ganz schön veränderte: Damals ging es darum, die wöchentlichen Heftromane und die vierwöchentlichen Taschenbücher zu redigieren; heute freue ich mich richtiggehend, wenn ich selbst mal wieder redigieren darf.

Die Arbeit in der PERRY RHODAN-Redaktion wurde nie langweilig, vom ersten Tag an nicht. Es mangelte nicht an Herausforderungen. Aber dass es einmal ein Vierteljahrhundert sein würde, hätte ich mir in diesem Herbst 1992 nicht träumen lassen ...

27 Oktober 2017

Die Klon-Verschwörung ist da

Es war eines der spannendsten Projekte, die wir im Jahr 2016 verwirklichten: Die Miniserie PERRY RHODAN-Trivid kam nur in elektronischer Form heraus, wurde also ausschließlich als E-Book angeboten. Die Autoren Oliver Fröhlich und Christian Montillon schickten dabei Perry Rhodan an der Seite von Lian Taupin, einer coolen jungen Frau auf eine gefährliche Mission.

Weil so viele Leser die sechs Kurzromane auch in gedruckter Form haben wollten, sprachen wir mit den Kollegen von Bastei-Lübbe. Dort ist das Buch jetzt erschienen – zumindest liegt es seit einigen Tagen in der Redaktion, und es wird in dieser Woche auch offiziell in die Buchhandlungen ausgeliefert.

Es sieht richtig klasse aus; ein Schmuckstück für jedes Bücherregal und sowieso ein spannender Roman. Darüber freut sich in diesen Stunden und Tagen der Redakteur sehr … (Ach so: Kaufen und bestellen kann man's natürlich über den PERRY RHODAN-OnlineShop und sonst überall in den Buchhandlungen. Aber checkt mal den Link hier: https://perry-rhodan.net/shop/item/9783404209064/perry-rhodan-trivid-von-oliver-montillon-frohlich-kartoniertes-buch)

26 Oktober 2017

Was war und ist eigentlich MYTHOR?

Ein Logbuch der Redaktion

Anlässlich der gerade laufenden E-Book-Preisaktion bietet sich ein Logbuch an. Ich las als junger Fantasy- und Science-Fiction-Fan damals die Romane mit großer Begeisterung, und ich war zu Beginn der Nuller-Jahre als Redakteur daran beteiligt, den ersten MYTHOR-Zyklus in Form von gebundenen Büchern erneut zu veröffentlichen.

Bei MYTHOR handelte es sich nach DRAGON um den zweiten Versuch, eine Fantasy-Romanheftserie in Deutschland zu etablieren. Im April 1980 erschien der erste MYTHOR-Roman mit dem Titel »Der Sohn des Kometen«, geschrieben von dem in Fantasy-Kreisen gut bekannten Autoren Hugh Walker.

Beworben wurden die Romane unter anderem auf den Seiten von PERRY RHODAN, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Darüber hinaus wurde Werbung in »Terra Fantasy« gedruckt, der Taschenbuchreihe, in der Fantasy-Romane verschiedenster Autoren veröffentlicht wurden.

MYTHOR war zu diesem Zeitpunkt die einzige Serie aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit Fantasy im klassischen Sinn beschäftigte. Die Autoren fischten ihre Ideen aus dem Fundus, den es gab: Elemente aus Robert E. Howards »Conan der Barbar« tauchten ebenso auf wie solche aus J.R.R. Tolkiens »Herr der Ringe«. Es entwickelte sich ein grandioses Epos voller Schwert und Magie in einer detaillierten Fantasy-Welt mit zahlreichen Elementen.

Die Titelbilder waren nicht jedermanns Sache, sind es vor allem heutzutage nicht mehr. Zu Beginn der 80er-Jahre glaubte man in den Verlagen, man müsste viele Frauen präsentieren, um Science Fiction und Fantasy erfolgreich verkaufen zu können. Also wurde auf MYTHOR viel nackte Haut gezeigt, gern im Konflikt zu fiesen Monstern und tapferen Männern.

Das schadete der Serie zumindest nicht. Meinen Eltern durfte ich die Romane damals nicht zeigen, sie hätten sie als kompletten Schund betrachtet. Aber ich las sie mit riesiger Begeisterung, vor allem die ersten fünfzig Hefte fand ich toll. Wie Mythor sich als junger Krieger durch die Länder der Nordhalbkugel schlug – das war großartig. Zwar kamen mir manche Ideen und Handlungsfolgen bekannt vor, aber das änderte nichts daran, dass mich die Handlung von Heft zu Heft packte.

Auch der zweite Zyklus, der den Helden auf die Südhalbkugel der Welt führte, wurde von mir mit Begeisterung gelesen. Hier gab es allerdings immer wieder Romane, die ich schwach fand, und so fieberte ich vor allem den Abenteuern entgegen, die auf der Nordhalbkugel spielten; diese waren actiongeladen und steckten voller düsterer Magie.

Als Leser hatte man es nicht leicht mit MYTHOR. Der Preis stieg, die Erscheinungsweise änderte sich, und die Zykluskonzeption war nicht immer nachvollziehbar – aber ich blieb dabei. Die Romane in der Dämonenzone und im Schattenland zogen mich weiterhin in den Bann, die Geschichten machten mir Spaß.

Es entwickelte sich eine eigene Fan-Szene rings um MYTHOR, aus der Spiele und Geschichten, Fanzines und Clubs entstanden. Viele Autoren und Grafiker, die heutzutage mit Fantasy erfolgreich sind, sammelten ihre erste Erfahrungen als MYTHOR-Fans.

Viel zu früh kam im Dezember 1985 das Ende für die Serie. Sie wurde nicht komplett abgeschlossen; erst später brachte die Zeitschrift »Magira« noch einen letzten Roman sowie Exposés und Datenblätter. Das fand ich traurig – aber um diese Zeit hatte die Fantasy-Literatur im deutschsprachigen Raum nicht den Stellenwert, den sie in den Nuller-Jahren erreichte.

Was bleibt, ist die Erinnerung an eine packende Fantasy-Serie, die anfangs der 80er-Jahre Maßstäbe setzte. Innenillustrationen und Landkarten machten die Welt von MYTHOR erst so richtig plastisch, die Autoren lebten sich teilweise in ihren Figuren und Handlungsorten richtig aus.

Das alles lässt sich jetzt wieder neu erleben und nachempfinden. MYTHOR ist wieder da, und ich würde mich sehr freuen, wenn die Serie wieder viele neue Freunde fände.

Die MYTHOR-Bände gibt es bei allen bekannten E-Book-Shops und im PERRY RHODAN-OnlineShop. Die Einzel-E-Books kosten jeweils 1,49 Euro. Selbstverständlich gibt es die MYTHOR-Romane auch als E-Book-Pakete. Paket 1 enthält die Romane 1 bis 49 und kostet 49,99 Euro – in der Aktionswoche nur 29,99 €.

25 Oktober 2017

Tötet Monkey!

Seit Robert Feldhoff die Figur des Oxtorners Monkey zum ersten Mal in die PERRY RHODAN-Serie einbrachte – damals als Nebenfigur geplant –, beobachte ich mit großem Interesse, wie sich die Sicht auf ihn wandelt. Jeder Autor hat letztlich einen anderen Blick auf einen Handlungsträger, der nie als Sympathiefigur gedacht war; mit Monkey sollte sich niemand in der Leserschaft identifizieren.

Ich finde es spannend, wie Verena Themsen und Uwe Anton den Oxtorner jetzt schildern. In den drei Romanen, die den Kampf um Quinto-Center erzählen, spielt Monkey eine wichtige Rolle. In »Tötet Monkey!« wird die Jagd auf ihn eröffnet – aber das verläuft für alle Beteiligten nicht so, wie sie es sich vorgestellt haben.

Uwe Anton ist ein packendes Werk gelungen, zumindest nach meinem Geschmack. Es stellt nicht nur Monkey vor, sondern zeigt auch eine Reihe von USO-Mitarbeitern – die allesamt ihre Stärken und Schwächen haben. Das starke Titelbild von Arndt Drechsler illustriert diesen Roman in bester Art und Weise.

24 Oktober 2017

Kurs 3000 plus in Friedrichsdorf

Ein Logbuch der Redaktion

»Wenn wir uns Gedanken darüber machen wollen, was wir nach Band 3000 erzählen möchten, brauchen wir Zeit.« Das hatte ich schon anfangs des Jahres 2017 zu den zwei Exposéautoren gesagt. »Wir brauchen dann mehr als drei, vier Stunden, und wir müssen früh genug anfangen.«

pr_kurs3000_logo_mit_schatten_schwarz.jpgDie Exposéarbeit mit Christian Montillon und Wim Vandemaan fand zuletzt vor allem auf digitalem Weg statt, es wurden zahllose Mails gewechselt, und es gingen Ideenpapiere zwischen der Pfalz und dem Ruhrgebiet sowie Nordbaden hin und her; dazu telefonierten wir oft. Aus terminlichen Gründen schafften wir es nur selten, uns zu einer längeren Besprechung an einen Tisch zu setzen. Das war für die normale Arbeit vielleicht auch nicht nötig – für eine grundsätzliche Besprechung hielt ich es aber für dringend erforderlich.

Wir entschlossen uns zu einem Treffen im Sommer. Recht früh war klar, dass wir auch Verena Themsen dabei haben wollten. Die Autorin hatte in den Monaten zuvor eine immer stärkere Rolle eingenommen: Ihre Datenpapiere und Grundlagenarbeit strukturierten die Exposés. Sie war längst unsere »Physikerin vom Dienst« geworden, die uns half, in der Datenfülle den Überblick zu behalten.

Meinen weiteren Vorschlag fanden die Autoren ebenfalls gut: Ich wollte ein Treffen in Friedrichsdorf ... In dieser Gemeinde nördlich von Frankfurt lebte und arbeitete Karl-Herbert Scheer, dort wurden die Grundlagen für die größte Science-Fiction-Serie der Welt gelegt. Von dort kamen die Impulse, die ein Autorenteam befähigten, über Jahrzehnte hinweg an dem großen Epos zu schreiben.

Die Exposéautoren Wim Vandemaan und Christian Montillon trafen am Dienstag, 22. August 2017, deutlich vor mir ein; ich brauchte länger, um das »Mercure«-Hotel in der Stadt zu finden. Weil sie noch arbeiten musste, kam Verena Themsen an diesem Abend nach. Ich checkte ein, stellte fest, dass das Hotel seine allerbesten Tage hinter sich hatte, aber für unsere Besprechung absolut tauglich war, und traf mich mit den Exposéautoren in der Hotel-Lobby.

Nach kurzem Gespräch fuhren wir mit dem Auto ins Nachbardorf, wo wir bei erhöhten Temperaturen erst einen kleinen Spaziergang unternahmen, bevor wir uns in das Restaurant begaben, wo für uns ein Tisch reserviert worden war.

Wir unterhielten uns gut und lang, wir aßen und tranken, und wir sprangen thematisch bei unserem Gespräch wie wild durch die Science Fiction im Allgemeinen und die PERRY RHODAN-Serie. Wir sprachen darüber, welche Romane uns gefallen hatten und welche Ideen für die »heutige Zeit« noch funktionieren könnten. Welche Art von Science Fiction fanden wir toll, für was stand die PERRY RHODAN-Serie?

Solche Grundlagengespräche, bei denen kein Thema festgelegt ist, halte ich für wichtig. Bei unterschiedlichen Menschen dienen sie dazu, sich auf eine Richtung zu verständigen. Erst danach kann man, so glaube ich, gemeinsame Ideen entwickeln – man muss ja erst einmal wissen, was man mag und was nicht ...

In der Hotelbar führten die drei Autoren und ich das Gespräch dann weiter, es wurde dabei bereits konkreter. Gegen ein Uhr ging jeder in sein Hotelzimmer – und am nächsten Morgen saßen wir in einem Besprechungsraum, wo wir mit der eigentlichen Arbeit begannen. Wir wollten bewusst nicht über die Romane sprechen, die bis Band 3000 noch kommen sollten, sondern über den anstehenden Zyklus nach Band 3000.

Welche Geschichte wollten wir erzählen, welchen großen Handlungsbogen entwerfen, welche Rolle für Perry Rhodan und die Menschheit bereitstellen? Ich hatte im voraus in alten Jubiläumsbänden geblättert, hatte beispielsweise verglichen, was K. H. Scheer mit Band 200 und dem Sprung nach Andromeda oder William Voltz mit Band 700 und der Aphilie gemacht hatten. Was konnten wir davon in die heutige Zeit übernehmen, was war mittlerweile überhaupt nicht mehr machbar?

Dabei ging es nicht darum, alte Ideen zu »klauen«. Aber wie wollten wir PERRY RHODAN ins Jahr 2019 bringen, was konnten und wollten wir den Lesern zumuten?

Es überraschte niemanden, dass sich Wim Vandemaan bereits inhaltliche Gedanken gemacht hatte. Er skizzierte eine mögliche Handlung, die drei große Bögen spannen würde – also über drei Zyklen mit je einhundert Bänden hinweg. Das klang spannend, enthielt aber genügend Potenzial für Widerspruch und weiterführende Diskussionen.

Darum ging es den ganzen Tag über – bis in den sehr späten Nachmittag hinein. Wir wälzten Ideen und verwarfen sie, wir überlegten uns Verbindungen zur klassischen PERRY RHODAN-Geschichte und alten Mythen und ließen sie wieder liegen, und wir hatten am Ende eine Arbeitsgrundlage, auf der wir in den kommenden Monaten aufbauen werden.

Denn eines ist jetzt schon klar: Während die Autoren an den Romanen schreiben, die den Zyklus bis Band 2999 bilden, müssen sie gleichzeitig die Grundlagen für einen Handlungsbogen entwickeln, der mit Band 3000 beginnt und mit Band 3099 noch lange nicht zu Ende sein wird. Ich freue mich bereits auf dieses gemeinsame Abenteuer – und ich hoffe sehr, dass Friedrichsdorf für PERRY RHODAN erneut am Anfang einer großen Epoche stehen wird ...

23 Oktober 2017

PERRY RHODAN und der Buchblog Award

Im Jahr 2017 wurde zum ersten Mal der Buchblog Award verliehen. Mit der Jury hatten wir von der PERRY RHODAN-Redaktion nichts zu tun, ich kann also nichts zu den Gewinnern sagen oder erzählen. Wir haben uns indirekt im Vorfeld beteiligt, in dem wir zur Teilnahme an dem Preis aufgerufen haben.

Zur Dokumentation kommt hier die offizielle Aussage, die ich auf der Internet-Seite des Preises getroffen habe. Ich stehe nach wie vor dazu, weil ich Blogs für wichtig halte – sie sind für mich eine direkte Fortsetzung der Fanzines, die leider heute nicht mehr so häufig sind wie in den 90er-Jahren und früher ...

»Für uns war der Kontakt zu den Lesern schon immer wichtig – die Autoren und die Redaktion stehen seit Jahr und Tag in einer direkten Verbindung zur Leserkritik. Dank der Buchblogs hat sich das noch intensiviert: Die Bloggerinnen und Blogger sind gut vernetzt, tauschen sich untereinander aus, kritisieren klar und sachkundig und liefern uns somit wertvolle Impulse für unsere Arbeit.

Die Medienwelt hat sich schlichtweg verändert: Was früher die zahlreichen Fan-Zeitschriften und kleine Literaturzeitschriften waren, wird heute von den Blogs abgedeckt. Dadurch ist das heutige Medienumfeld schneller und intensiver – was wir sehr spannend finden.«

22 Oktober 2017

Eigentlich Controlling ...

Was macht der Redakteur am Sonntag? Er sitzt am Computer, guckt in den Regen und schaut sich Zahlen an. Kein Witz: Es ist gut vier Wochen her, seit ich mit den Controllern aus der »obersten Etage« unseres Konzerns zusammengesessen bin. Wir diskutierten über Zahlen und legten die Planung für das Jahr 2018 fest.

Seither nehme ich mir vor, diese Beschlüsse zu verschriftlichen – damit ich hinterher auch noch weiß, was wir eigentlich besprochen haben und damit ich es meinen Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion sagen kann. Es handelt sich hier ja nicht um Geheimwissenschaften, sondern um wichtige Informationen für unsere Jahresplanung.

Aber es gibt ja so viele Dinge, die wichtiger sind ... Immer ... Und Zahlen interessieren mich privat gar nicht. Ich lese lieber Manuskripte (aktuell: Kai Hirdt und Michael Marcus Thurner) und Ideenpapiere (aktuell: Andreas Eschbach). Aber ich fürchte, dass ich um die Controller-Zahlen nicht herumkommen werde ...

20 Oktober 2017

Das Paradies wird hundert

Ein Logbuch der Redaktion

Über meine Begeisterung für die Fan-Szene und ihre Aktivitäten schreibe ich seit vielen Jahren. Der Grund liegt auf der Hand: Ich selbst komme aus dem Fandom – wie die Szene eigentlich genannt wird – und habe dort viele Erfahrungen gesammelt. Bis heute mag ich Fanzines und Cons, Stammtische und Lesergeschichten.

Deshalb freue ich mich besonders, wenn ein Club sein Jubiläum feiern kann oder wenn ein Fanzine einen »runden Geburtstag« hat. Das aktuelle Beispiel ist im August 2017 erschienen; ich meine das Club-Fanzine »Paradise«. Gelesen habe ich das Werk während einer langen Zugfahrt. Allerdings schaffte ich nicht alles – das Fanzine umfasst unglaubliche 176 Seiten.

img_5044.jpgUnd weil ich das Fanzine las, schaute ich ein wenig in die Vergangenheit. Laut meiner Übersicht, die ich irgendwann vor vielen Jahren angefangen habe, meldete sich im Frühjahr 1993 ein junger Science-Fiction-Fan bei mir. Er hieß Thomas Straubhaar und kam aus Burgkirchen, er rief einen Club ins Leben und startete gleich mit drei Fanzines.

Den »Terranischen Club EdeN« – das »EdeN« steht für »Erben der Nacht« – stattete er mit einigen ungewöhnlichen Details aus: So sollten die Mitglieder untereinander vor allem über spezielle Namen kommunizieren. Man schrieb also nicht als »Klaus«, sondern beispielsweise als »Lemy Danger«; man nannte sich nach Figuren aus der PERRY RHODAN-Serie oder erfand gleich einen eigenen Begriff.

Das fand ich originell, das gab es in der Form noch nicht. Den neuen Club beobachtete ich also interessiert. Ich schrieb in den PERRY RHODAN-Clubnachrichten nicht nur einmal über die unterschiedlichen Projekte, und ich bekam mit, wie er seine Aktivitäten ausweitete.

Die Zeit war noch nicht reif für umfangreiche Online-Aktivitäten; die meisten Menschen hatten nicht einmal einen Internet-Anschluss. Also war das Veröffentlichen von Fanzines und anderen kleinauflagigen Heften durchaus üblich und die einzige Möglichkeit, ein Publikum zu erreichen.

Thomas Straubhaar war besonders rege, was seinen »Output« anging. Die erste Ausgabe von »Ritter der Nacht« kam im März 1993, die erste Ausgabe von »Paradream« folgte im April, und im Juli 1993 veröffentlichte er die erste Ausgabe von »Paradise«. In jener Zeit gab es eine wahre Welle an neuen und aktiven Clubs, aus denen Fanzines und weitere Aktivitäten hervorgingen.

Die meisten der neuen Clubs und Fanzines gingen rasch den Weg des Zeitlichen, der »TCE« und sein »Paradise« hielten durch. Bis heute ... Der Clubgründer ist längst nicht mehr an Bord. Recht früh übernahmen andere Fans das Ruder des Clubschiffes und hielten es seitdem auf Kurs; es gibt verschiedene Kontinuitäten, die erhalten geblieben sind – und das finde ich richtig gut.

Der Club veröffentlichte zahlreiche Hintergrundbände zu PERRY RHODAN, seine Mitglieder wirkten an Veranstaltungen mit und waren sonstwie aktiv. Sie schrieben Fan-Romane, bereicherten so die Fan-Szene mit ihren Aktivitäten. Und das »Paradise« bündelt das alles bis heute.

Die aktuelle Ausgabe zeigt das: Sie enthält zahlreiche Glückwünsche zum Jubiläum, ebenso Kurzgeschichten und Grafiken, Buchbesprechungen und allerlei Berichte, ein Sammelsurium an Themen, die durch die Begeisterung für Science Fiction und Fantasy zusammengehalten werden. Autoren wie Hubert Haensel oder Uwe Anton trugen ebenso Texte zu der Ausgabe bei wie zahlreiche Aktivisten aus der Fan-Szene.

Ich bin echt beeindruckt: Wenn ein Club-Fanzine seine Ausgabe 100 erreicht, ist das Grund genug, ein Jubiläum zu feiern. Ich hebe also mein – leider völlig fiktives – Glas mit leckerem Vurguzz auf ein außergewöhnliches Jubiläum!

19 Oktober 2017

Clark Darlton und der Schwarm

Dass das Thema des Schwarms in der PERRY RHODAN-Serie auch für die Autoren von großer Faszination war, liegt auf der Hand: Ein riesiger Sternenschwarm aus Tausenden von Welten, der hilft, die Intelligenz im Universum zu verbreiten – was für eine Idee! Vor allem Clark Darlton, der sich schon früh dafür interessiert hatte, wie sich die Kultur auf der Erde verbreitet hatte, schien Feuer gefangen zu haben.

Zumindest deutet das eine schriftliche Notiz an, die er am 2. Juli 1971 verfasste und in die Redaktion schickte. Er stellte seine Überlegungen zum Schwarm in den Raum, brachte bereits das Wort Superintelligenzen aufs Blatt und machte sich weitergehende Gedanken.

In seinem Konzept ging er davon aus, dass die »Heimlichen Herrscher« – der Begriff Cyno war zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht bekannt – über Jahrtausende hinweg die Menschheit gefördert hatten: »Sie benötigen Hilfe, wenn es so weit ist.«

Clark Darlton blieb bei seinem Arbeitspapier, das sich auf die Autorenkonferenz vom 2. Juni 1971 bezog, übrigens sehr höflich und zurückhaltend: »Vielleicht ist dieser oder jener Satz zu gebrauchen und gibt eine Anregung.«