10 August 2018

Hayakawa und unsere Serie

Der japanische Verlag Hayakawa veröffentlich unsere Romane als Taschenbuch im fernen Osten. Derzeit werden PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO publiziert, dazu kommen neuerdings die T-Shirts, bei denen ich mich schon auf die »Belegexemplare« freue. Aber was macht der Verlag denn sonst noch?

Mich freut, wenn ich den jährlichen Katalog erhalte, dessen Titel immerhin in englischer Sprache ist und dessen Innenseiten auch in lateinischen Buchstaben gedruckt worden sind. Klar, die Zielgruppe sind Europäer und Amerikaner, und die kennen sich mit japanischen Schriftzeichen nicht sonderlich gut aus. Mit dem Spruch »Intelligent Entertainment for the New Century« lässt es der Verlag im übrigen nicht an Selbstbewusstsein mangeln.

Mit Kazuo Ishigoru hat man einen echten Nobelpreisträger unter den Autoren, mit PERRY RHODAN zum Ausgleich die größte Science-Fiction-Serie der Welt. Ansonsten präsentiert sich das Verlagshaus sehr vielseitig: klassische Science Fiction von Isaac Asimov, klassische Krimis von Ed Mc Bain, aktuelle deutschsprachige Literatur von Ursula Poznanski oder Andreas Eschbach ...

Das ist ein starkes Programm. Ich finde, wir passen da gut hinein.

09 August 2018

Ein Fan-Club für Frau Hornigold

Als ganz junger PERRY RHODAN-Leser war ich ein Fan des Mausbibers Gucky, ich mochte die Späße und Fähigkeiten des Multimutanten. Später war Alaska Saedelaere mein Favorit, eine tragische Figur mit einen kosmischen Umfeld – das war eindrucksvoll. In den vergangenen Jahren konnte ich mich kaum auf eine Lieblingsfigur festlegen, mochte aber immer Atlan.

Seit heute habe ich eine absolute neue Lieblingsfigur – es ist Florence Hornigold.

Diese Kapitänin eines Handelsraumschiffes ist ein Beleg dafür, wie aus einer Nebenfigur, die in einem Roman nur eine Nebenrolle spielen sollte, ein Handlungsträger werden kann, der immer wichtiger wird. Im Roman »Der Sternenring«, der mit der Nummer 2965 veröffentlicht wurde, spielte die Kapitänin alle anderen Figuren an die Wand – weil der Autor spontan beschlossen hatte, sie stärker zu gewichten, als es das Exposé vorgesehen hatte.

Und jetzt las ich ein Manuskript, in dem diese Kapitänin erneut eine wichtige Rolle spielte. Sie hat es mit einem Aktivatorträger zu tun, der zu den wichtigsten Handlungsträgern unserer Serie zählt, und doch ist es Florence Hornigold, die letztlich die Geschichte bestimmt. Das hat mir so gut gefallen, dass ich kurz davor bin, einen Fan-Club für sie zu gründen …

08 August 2018

Anschlag auf Wanderer

Wanderer zählt zu den Himmelskörpern im PERRY RHODAN-Universum, die mich als Leser schon früh faszinierten. Die Suche nach der Welt des Ewigen Lebens und die ersten Besuche auf Wanderer – das mochte ich immer sehr. Deshalb gefält es mir derzeit auch, dass Wanderer in der aktuellen Handlung unserer Serie eine wichtige Rolle spielt.

Susan Schwartz hatte die Aufgabe, einen »Anschlag auf Wanderer« zu schildern. In ihrem Roman, der in der nächsten Woche erscheinen wird, setzt sie unter anderem den Arkoniden Atlan und den Mausbiber Gucky in Szene. Die beiden sind nicht immer einer Meinung, vor allem sind ihre Gegenspieler nicht gerade einfach.

»Hat keinen Sinn, Arkonidenhäuptling!«, ruft Gucky deshalb irgendwann verzweifelt aus. Und stellt einigermaßen genervt fest: »Oh, unser Prominentenstatus wirkt selbst hier.« Na dann ...

07 August 2018

Das Suprahet erwacht

»Ganz großes Kino« – das schrieb ich dem Autor, nachdem ich die Lektüre seines Manuskriptes beendet hatte. Dabei war ich anfangs ganz skeptisch gewesen, ob er das komplexe Exposé überhaupt in einen spannenden Roman umsetzen könnte.

Doch Rüdiger Schäfer bekam es hin: Aus seinem eigenen Exposé, mit dem er die Handlungsstaffel »Die Blues« abschloss, machte er einen echten »Kracher« – trotz der vielen Informationen, die der Autor vermitteln musste, schaffte er es, mich mit seinem »Das Suprahet erwacht« zu fesseln.

Die Abschlussbände bei einer Zehner-Staffel sind nie einfach; ein Autor muss viele Fakten zusammenführen, muss noch mal alles in Erinnerung rufen und muss trotzdem eine packende Handlung schreiben, die die Leser mitreißt. Selbstverständlich schafft es dabei kein Autor, alle Geschmäcker zu bedienen – darüber müssen wir sicher nicht diskutieren.

Aber mich hat die Geschichte fasziniert. Sie bildet einen wundervollen Abschluss für eine Staffel, die nicht nur Altlesern wie mir gefallen hat, sondern die auch neue Leser ansprechen konnte.

06 August 2018

Entscheidungen im Solsystem

Ein Logbuch der Redaktion

Das heimatliche Sonnensystem ist Dreh- und Angelpunkt für die Menschheit der Zukunft – so wird es immer wieder in der PERRY RHODAN-Serie dargestellt. Bei einigen der Romane, die wir im August 2018 veröffentlichen, zeigt sich das besonders deutlich. Sie treiben die aktuelle Entwicklung des laufenden »Genesis«-Zyklus weiter – und stellen manche frühere Ereignisse in einen neuen Zusammenhang.

Uwe Anton zeigt zu Beginn, wie gut er sich darauf versteht, exotische Elemente des »Perryversums« mit Themen zu verbinden, die man kaum in einer Science-Fiction-Serie vermutet. Sein Roman »Zirkus der Zerstörung« spielt nicht nur in Terrania und Umgebung, sondern ebenso in einem terranischen Gebirge.

Zu den Hauptpersonen des Romans zählt ein Haluter, der ein besonderes Schicksal zu erleiden hat – dabei hat er keine größere Freude in seinem Leben, als Terraner zu unterhalten und zu begeistern. Auch der Mausbiber Gucky und der Arkonide Atlan treten in wesentlichen Rollen auf. Der Roman mit der Bandnummer 2973 wird am 10. August 2018 veröffentlicht.

Eine wichtige Aufgabe kann danach Susan Schwartz erledigen. Die Autorin ist als Spezialistin für exotische Außerirdische bekannt geworden; die Leser lieben sie für ihre stets unterhaltsamen und flotten Romane. Das zeigt sich auch bei »Anschlag auf Wanderer«, der am 17. August 2018 als Band 2974 in den Handel kommt.

Susan Schwartz zeigt eine weitere Veränderung für die Bewohner des Solsystems. Es kommt nämlich ein Besucher, mit dem niemand rechnen konnte – für die Leser dürfte es eine Figur sein, die sie kaum erwartet haben dürften. Ein ehemaliger Bote der Superintelligenz ES lässt sich blicken ... eine »schöne Familie« spielt eine wichtige Rolle, und ein gewisser Mausbiber sieht sich vor ungeahnte Herausforderungen gestellt.

Einen sehr spannenden, streckenweise auch düsteren Roman mit einer Reihe von Überraschungen schrieb Kai Hirdt. Sein »Der Herr der Zukunft« zeigt das Innenleben einer Figur, die schon seit vielen hundert Bänden zu den wichtigsten Handlungsträgern der PERRY RHODAN-Serie zählt. Darüber hinaus beschreibt der Autor, wie die unterschiedlichsten Machtgruppen und Personen innerhalb des Solsystems um die Zukunft der Menschheit ringen.

Mir hat der Roman sehr gut gefallen, weil er so vielschichtig ist und er so unterschiedliche Aspekte beleuchtet. Wie der Autor die Spannung steigert und dann auf das Ende zusteuert, das empfand ich als große Klasse. Ich könnte mir vorstellen, dass die Geschichte und ihr Ausblick auf die Folgebände bei den Lesern die eine oder andere Diskussion auslösen wird. Sein Roman wird am 24. August 2018 veröffentlicht; er trägt die Bandnummer 2975.

Mit diesen drei Romanen wird das Solsystem innerhalb der PERRY RHODAN-Serie erneut zu einem wichtigen Schauplatz des Geschehens. Die Entwicklung geht danach weiter, das ist klar – aber nach den drei Bänden wird sich einiges grundlegend geändert haben. Schauen wir mal, wie das ankommen wird …

02 August 2018

Die Kosmische Fabrik

Aus der Serie »Tausend Bände zurückgeblickt«:

»Perry Rhodan hat vor dem neuen Galaktikum auf Arkon I eine verheerende Abstimmungsniederlage erlitten.« So beginnt das Exposé für den PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 1972 und dem Titel »Die Kosmische Fabrik«. Das Exposé schrieb Robert Feldhoff, den spannenden Roman verfasste Arndt Ellmer, Redakteur und Lektor war in jenem Jahr 1999 ich.

Was wir mit dem grundlegenden Kniff erreichen wollten, musste Arndt Ellmer umsetzen: Wir wollten nicht gleich im ersten Roman eine gigantische Raumschlacht zwischen MATERIA, der riesigen Kosmischen Fabrik, und den Raumflotten der galaktischen Mächte schildern. Wir wollten stattdessen Perry Rhodan und seine Begleiter in eine Konfrontation mit einem übermächtigen Werkzeug der Kosmokraten schicken.

Arndt Ellmer musste in der Folge einen Kampf zwischen der SOL und MATERIA schildern. In diesem sollte es nicht nur reichlich Action geben, sondern es sollten auch wissenschaftliche Erkenntnisse gesammelt werden. Seien wir ehrlich: Letztlich hatte der Autor die Aufgabe den Job, von einer ersten Raumschlacht möglichst trickreich zu erzählen.

Im Nachhinein finde ich, dass er diese Aufgabe damals sehr gut löste. Und das Titelbild von Swen Papenbrock präsentierte eine wichtige Szene aus diesem Roman – das war ein starkes Gesamtpaket.

01 August 2018

Das »Exterra« wurde 80

Dass ich es liebe, klassische Fanzines aus Papier zu lesen, habe ich schon oft genug erwähnt. Heute beendete ich die Lektüre der aktuellen »Exterra«; dabei handelt es sich um das Mitglieder-Fanzine des Science-Fiction-Clubs Universum. Die Ausgabe 80 umfasst 64 Seiten und ist für Mitglieder kostenlos. (Wer als Nichtmitglied ein solches Heft haben möchte, sollte sich über die leider nicht sehr aktuelle Internet-Seite »schlau« machen.)

Unter anderem gibt es Rückblicke auf den GarchingCon und Hintergrundberichte zu PERRY RHODAN. Darüber hinaus gibt es weitere Berichte, etwa über die »Galaxy«-Reihe im Rahmen der »Lustigen Taschenbücher«, oder zu der Science-Fiction-Serie »Maddrax«, bei der bekanntlich immer wieder PERRY RHODAN-Autoren aktiv werden oder geworden sind.

Nicht jeder Bericht in diesem Fanzine ist richtig gut – aber das erwarte ich auch nicht bei einer Fan-Zeitschrift, die von Fans in ihrer Freizeit geschrieben und herausgegeben wird. »Exterra« ist auch mit seiner Ausgabe 80 ein schönes Beispiel dafür, dass die Fanzine-Kultur weiterhin besteht.

Lohnenswertes Heft! (Gibt's für zwei Euro plus Port. Informationen auch via E-Mail, denke ich: Wolfgang Höfs als Redakteur ist über exterra@sfcu.de zu erreichen.)

31 Juli 2018

Invasion der Geister

Die PERRY RHODAN-Serie erzählt die Geschichte der Menschheit – und diese reicht bis in die ferne Zukunft. Eine solche Geschichte kommt nicht ohne Konflikte aus, ob diese nun militärischer Natur sind oder ob es um psychologische Überzeugungskraft geht. Der Roman »Invasion der Geister«, der diese Woche in den Handel kommt, zeigt unter anderem Auseinandersetzungen, in denen Waffen zum Einsatz kommen.

Als Autorin hat sich Verena Themsen allerdings nicht nur auf die Action beschränkt. Mit eigenen Überlegungen – so spielen mysteriöse »Fäden« eine Rolle – hat sie dem Roman ihre eigene Note verliehen.

Nicht nur Figuren wie Atlan und Gucky spielen in diesem Roman eine Rolle, sondern die Leser erfahren auch mehr über eine Reihe von Figuren, die häufig nur in der zweiten Reihe stehen … In welchem Zusammenhang diese Figuren mit den titelgebenden Geistern stehen, kann ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

30 Juli 2018

Fehlende Silberband-Nachdrucke

Weil ich immer wieder danach gefragt werde, möchte ich mich an dieser Stelle zu einem Problem äußerrn, das sich häuiger zeigt: Eine Reihe von PERRY RHODAN-Büchern ist seit Monaten vergriffen und müsste dringend nachgedruckt werden. Leider kann das nicht die PERRY RHODAN-Redaktion selbst in die Wege leiten – seit Januar 2007 ist unser Lizenzpartner, die Firma Edel Germany, für dieses Geschäft verantwortlich.

Die Redaktion ist in ständigem Dialog mit Edel und weist die Kolleginnen und Kollegen dort regelmäßig darauf hin, dass Bücher nicht mehr lieferbar sind und sich Kunden bei uns beschweren. Leider reagiert man in Hamburg dann nicht so schnell, wie wir das gern hätten ...

Ich kann leider nicht sagen, wann welche Bücher nachgedruckt werden oder ob das überhaupt geschehen wird. Das klingt jetzt ausweichend, ist aber die reine Wahrheit. Von unseren Ansprechpartnern bei Edel erhielten wir zuletzt auch keine konkreten Aussagen. Ich bitte um Verständnis.

29 Juli 2018

Notizen zu 3000plus

Alle tropischen Temperaturen ändern ja nichts an der Tatsache, dass in wenigen Monaten der Band 3000 der PERRY RHODAN-Serie erscheint. Zu diesem Zeitpunkt werden viele Menschen sicher auch über das Wetter klagen; die Temperaturen werden aber anders sein.

Ich nutzte an diesem Sonntag, 29. Juli 2018, zumindest zeitweise die Lage dafür, auf dem Balkon meine Notizen zu sichten. Immerhin hatte ich mich am Freitag mit Wim Vandemaan und Christian Montillon, den zwei Exposéautoren unserer Serie, sowie Verena Themsen als »Technikerin vom Dienst« getroffen.

Mit den dreien hatte ich viele Details besprochen, die mit Band 3000 zusammenhängen. Und damit das alles nicht in Vergessenheit geriet, versuchte ich mich an diesem Sonntag an einem Protokoll und an einem sauberen »Umsetzen« meiner vielen Notizen, die ich in mein Notebook getippt hatte ...

28 Juli 2018

Für 3000plus nach Flörsheim

Man muss Flörsheim am Main sicher nicht kennen; ich fand den Ort durchaus hübsch. Aber so viel sah ich letztlich nicht: In einem schön gelegenen Lokal mit Blick auf den Fluss traf ich mich mit Christian Montillon und Wim Vandemaan, um die anstehenden Exposés und Romane unserer Science-Fiction-Serie zu besprechen. Mit dabei war Verena Themsen; wir wollten schließlich technische Details planen und die Risszeichnungen diverser Raumschiffe diskutieren.

Unser Treffen stand unter dem Motto »3000plus«, und in der Tat sprachen wir vor allem über den anstehenden PERRY RHODAN-Zyklus, der im Februar 2019 starten wird. Über die Inhalte hatten wir uns schon verständigt, jetzt ging es stärker an die Details – schließlich sollen bald die ersten Romane geschrieben werden.

Wir sprachen über werbliche Aussagen und über die Figuren, die nach Band 3000 eine wesentliche Rolle spielen werden. Auch eine Frage: Wie sollten die Raumschiffe aussehen, wann würde welche Zeichnung erscheinen?

Während der Besprechung wechselten wir unsere Position: vom Biergarten, in dem wir unter einem Sonnenschirm saßen, hinein ins Restaurant, in dem es ein wenig »kühler« war. Wir tranken irrsinnige Mengen von Flüssigkeit und schwitzten trotzdem sehr. Und als ich Flörsheim verließ, hatte ich das Gefühl, dass wir den kommenden Zyklus sehr gut im Griff hatten.

27 Juli 2018

Seuchenschiff der Azaraq

Bei PERRY RHODAN NEO läuft es mit den Titelbildern folgendermaßen ab: Während die Autorinnen und Autoren an ihren Romanen schreiben – oder auch schon davor –, frage ich sie nach Vorschlägen für den Titel ihres Werkes und nach ersten Gedanken zu einem Titelbild. Wir mailen ein wenig hin und her, und dann haben wir meist ein Ergebnis, mit dem wir beide zufrieden sind.

Die Titelbildbeschreibung geht an Dirk Schulz, manchmal ergänzt durch Szenen aus dem Roman. Er setzt das dann alles in ein Cover um. Und ich bin immer wieder baff, was dabei wirklich herauskommt.

Ein schönes Beispiel ist das Titelbild von Band 179. »Seuchenschiff der Azaraq« ist ein Roman von Rainer Schorm, der einige eindrucksvolle Szenen aus dem Innern eines solchen Schiffes enthält. Das Cover zeigt das Schiff von außen – die Darstellung entspricht dem Inhalt und wirkt auf den Leser hoffentlich mysteriös genug.

Spannend fand ich übrigens die Einblicke in das Seuchenschiff: Wie hat man sich das vorzustellen, welche Regeln herrschen in solch einer Umgebung? Und, ganz klar: Wie verhält sich ein Humanist wie Perry Rhodan angesichts der Tragödien, die er zu Gesicht bekommt?

26 Juli 2018

Was geschieht nach dem Band 3000?

Ein Logbuch der Redaktion

Zu den Fragen, die den PERRY RHODAN-Autoren und dem Redakteur in diesen Tagen oft gestellt werden, zählt eine, die uns nicht überrascht hat: Was wird in Band 3000 geschehen, und mit welcher Handlung möchte das Team seine Leser nach diesem Jubiläumsband überraschen? Es ist hoffentlich nachvollziehbar, dass ich an dieser Stelle keine wirklich relevanten Details ausbreiten möchte – aber ich möchte ein wenig darüber schreiben, an welchen Punkten wir derzeit arbeiten.

Zuerst aber ein kurzer Blick in die Vergangenheit: Ein »Tausender-Band« muss etwas Besonderes sein, da sind sich wohl alle sicher. Das zählt mittlerweile zur Tradition unserer Serie.

Mit seinem Roman »Der Terraner«, der als Band 1000 im Herbst 1980 erschien, setzte William Voltz einen echten Höhepunkt. Der Roman fasste nicht nur die bisherige Serie zusammen, sondern er stellte sie und ihre Hauptfigur in einen großen kosmischen Zusammenhang.

Auch der Band 2000, der unter dem Titel »ES« veröffentlicht worden ist, steht in einem Zusammenhang mit »großen Themen«. Ernst Vlcek und Robert Feldhoff schrieben im Dezember 1999 über die Entstehung einer Superintelligenz und darüber, welche Auswirkungen das auf die Menschen und ihre Zukunft hat.

Wenn wir in diesen Tagen den PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 3000 vorbereiten, ist uns klar, dass wir ebenfalls ein wichtiges Thema erzählen werden. Die Geschichte einer Superintelligenz oder eine Zusammenfassung der gesamten Seriengeschichte wird es allerdings nicht sein können – diese Themen sind bereits abgearbeitet worden.

Das grobe Exposé für diesen Band steht schon, es gibt bereits eine sogenannte Roadmap für die ersten 15 Romane, und wir wissen ziemlich genau, wohin die Handlung sich bis Band 3099 bewegen wird. Auch weitergehende Pläne für die Zyklen bis Band 3299 liegen bereits vor, aber bei solchen vorausblickenden Überlegungen weiß ich, dass sich immer noch einiges ändern wird.

Das wiederum ist für mich völlig normal, manche Leser können es aber kaum nachvollziehen: Wenn ich eine Handlung plane, die ich über zwei Jahre hinweg in einer wöchentlichen Fortsetzungsgeschichte erzähle, kann ich nicht exakt sagen, welcher Halbsatz in welchem Roman stehen wird. Pläne werden aufgestellt, und sie werden über den Haufen geworfen, wenn sich eine bessere Idee ergibt oder man sieht, dass beispielsweise eine Figur bei den Lesern besonders gut ankommt.

Der PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 3000 leitet eine neue Epoche der Serie ein, soviel kann ich schon andeuten. Es gibt zwischen den Bänden 2999 und 3000 einen Zeitsprung – wieviel Zeit zwischen den beiden Romanen vergehen wird, möchte ich noch geheimhalten. Aber nach einem solchen Zeitsprung sind in der Milchstraße selbstverständlich einige Änderungen festzustellen.

Wir werden viele bekannte Handlungsträger im neuen Zyklus wiederfinden, aber es wird eine Reihe von neuen Figuren geben. Hierzu haben die Exposéautoren in den vergangenen Wochen schon viel grundlegende Arbeit geleistet. Wir werden natürlich auch eine neue außerirdische Zivilisation vorstellen, bei einigen der bekannten Völker und Sternenreiche in der bekannten Milchstraße gibt es Änderungen.

In punkto Technik wird es Neuerungen geben – auch hier arbeiten die Exposéautoren an den Details und werden die Risszeichner bald erste Entwürfe vorbereiten können. Darüber hinaus überlegen wir uns derzeit, wie wir welche Figuren in der Handlung auftauchen lassen möchten. Wie immer kommen nicht alle Figuren gleich im ersten Roman des neuen Zyklus vor.

Es ist noch einiges im Fluss. In Telefonaten und in Mails sowie bei persönlichen Begegnungen wird der laufende Zyklus noch weiter erarbeitet, während wir gleichzeitig das vorbereiten, was die Leser ab dem Frühjahr 2019 hoffentlich faszinieren wird. Die Rezeptur, die derzeit in Arbeit ist, macht mir schon einmal großen Spaß – ich freue mich darauf, den Abschluss des laufenden »Genesis«-Zyklus mit all seinen Höhepunkten zu lesen und dann in den neuen Zyklus aufzubrechen!

25 Juli 2018

Besuch aus Brasilien

Die PERRY RHODAN-Ausgabe in Brasilien ist auf einem guten Kurs. Davon konnten wir uns in der Redaktion am heutigen Mittwoch überzeugen: Bei tropischen Temperaturen besuchten uns Cesar Maciel (Bildmitte) und Rodrigo de Lélis (rechts im Bild), die für die brasilianische Lizenzausgabe unserer Serie verantwortlich sind. Die Unterhaltung fand in englischer Sprache statt – anders wäre es kaum möglich gewesen.

In einem ersten Überblick stellte Rodrigo de Lélis vor, wie derzeit die Serie ins Portugiesische übersetzt wird. Derzeit arbeiten zehn Übersetzer für die Romane, drei Personen sind als »Proof Reader« zuständig. Seit Rodrigo de Lélis und seine Kollegen die Serie übernommen haben, sind vier Jahre vergangen – in dieser Zeit wurden 337 Ausgaben publiziert.

Derzeit machen unsere brasilianischen Partner vor allem Klassik-Ausgaben, es werden also frühere Zyklen verarbeitet. Sie stellten uns die Pläne für die nächsten Jahre vor, schön untergliedert in einzelne Phasen – die Phase 5 geht bis ins Jahr 2022, und geplant sind dann auch neue Romane.

Es war ein sehr angenehmer Besuch. Die klimatischen Bedingungen in Rastatt trieben den Besuchern aus Brasilien zwar ebenso die Schweißperlen ins Gesicht wie den deutschen Gästen. Die Gespräche waren aber angenehm, es gab auch viel zu lachen – und wenn die Pläne entsprechend umgesetzt werden können, sind wir alle sehr glücklich.

24 Juli 2018

Der WeltCon-Sonntag

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Als ich an diesem Sonntagmorgen aufstand, ging es mir nicht besonders gut: Die Nacht war zu kurz gewesen, und ich hatte das eine oder andere Bier zuviel getrunken. Es war der 7. September 1986, und der zweite Tag des PERRY RHODAN-WeltCons in Saarbrücken stand vor mir. Und ich ging davon aus, dass die meisten Autoren und Kollegen an diesem Morgen auch nicht sonderlich fit aussehen würden.

Meine Verwunderung war allerdings groß, als ich Clark Darlton traf: Mit einem breiten Grinsen betrat er den Fahrstuhl, den ich kurz davor verlassen hatte. Der Autor ging also zu dem Zeitpunkt, als ich in den Frühstücksraum kam, gerade erst zu Bett. Wie er mir kurz mitteilte, hatte er die Nacht an der Theke verbracht. Ich war gebührend beeindruckt.

Nach dem Frühstück blieb mir nicht mehr viel Zeit. Ich packte meine Sachen zusammen und ließ mich – mit den anderen Verlagsangehörigen – zur Saarlandhalle fahren.

Dort herrschte bereits ein munteres Durcheinander. Viele Fans, die in der Eislaufhalle übernachtet hatten, waren schon wach. Sie standen in Gruppen zwischen den Hallen herum, sie unterhielten sich oder warteten darauf, wieder den WeltCon besuchen zu können.

Wie am Vortag, so zählte auch diesmal zu meinen Aufgaben, mich um die Dinge im Hintergrund zu kümmern. Ich sprach mit Journalisten und kümmerte mich um die kleinen Probleme, die sich im Verlauf des frühen Morgens und des späten Abends ereignet hatten. Dazwischen trank ich unglaublich viel Mineralwasser, um die leichten Kopfschmerzen zu vertreiben, die der Vorabend hinterlassen hatte.

So bekam ich den ersten Höhepunkt des Cons nur am Rand mit. Ein alter Herr mit auffallender Frisur ging auf die Bühne, er nannte sich Professor Dr. Erasmus Hummeldinck und wurde als Professor für Darltonik an der Technischen Universität in Bonn angekündigt. Dahinter steckte natürlich Clark Darlton selbst, der sich spätestens mit diesem Auftritt in Verkleidung als eigentlicher Star des Cons erwies.

Wie der Autor es fertigbrachte, nach so wenig Schlaf – falls er überhaupt welchen gefunden hatte – einen so witzigen Auftritt hinzulegen, blieb mir schleierhaft. Ob das, was er erzählte, richtig gut war, bekam ich nicht mit. Er sprach über die Geheimnisse der verlorenen Zeit, und im Saal wurde sehr oft sehr laut gelacht. Den Fans schien es zu gefallen.

Der nächste humoristische Schlag kam kurz darauf: Karl Dall, ein bekannter Fernsehkomödiant, war vom Verlag verpflichtet worden. Zuerst war Thomas Gottschalk im Gespräch gewesen, wie ich wusste, aber bei diesem hatte es aus verschiedenen Gründen nicht geklappt. Karl Dall hatte sich nicht sonderlich vorbereitet und reiste für einen Auftritt von einer Stunde nach Saarbrücken – dafür wurde er sehr großzügig entlohnt.

Alle PERRY RHODAN-Autoren hatten sich auf der Bühne platziert, und Karl Dall wurde von H. G. Francis begrüßt; Francis hatte sich extra dafür die Maske eines Löwen übergezogen, wollte damit als Außerirdischer wirken. Nach einigem Geplauder nahm H. G. Francis die Maske ab und setzte sich zu seinen Kollegen.

Dall versuchte, mit lockeren Sprüchen die Autoren zu ebenso lockeren Sprüchen zu bringen. »Was wäre, wenn morgen die Arkoniden im Central Park in New York landen würden?«, war der Ausgangspunkt. Die weitere Frage ging dann in die Richtung, wie sich der jeweilige Autor verhalten würde, wenn er auf die Außerirdischen träfe.

Jeder Fan im Saal merkte, dass Dall keine Ahnung von Science Fiction im Allgemeinen und PERRY RHODAN im Besonderen hatte. Und nicht alle Autoren konnten mit seiner Art von Humor etwas anfangen. Ich stand auf der Empore und blickte auf die Bühne hinunter. Die Con-Besucher in meiner Nähe wirkten nicht überzeugt, sie lästerten leise oder machten ihre eigenen Witze. Ab und zu wurde geklatscht, wenn einer der Autoren einen guten Spaß machte – aber immer wieder standen Fans auf und verließen den großen Saal.

Ich schaute mir danach – wann immer ich Zeit hatte – auch einige Programmpunkte in den kleineren Räumen an. Rainer Stache aus Berlin hielt seinen Vortrag unter dem Titel »Wie literarisch ist PERRY RHODAN?« in einem Raum, der sich als überfüllt erwies. Stache, den ich 1982 bei einem Con in Mönchengladbach kennengelernt hatte, war ein echter Experte für die Serie, er kannte sich hervorragend aus und hatte es geschafft, mit einem PERRY RHODAN-Thema zu promovieren. Auch andere Vorträge wie »Jugend und PERRY RHODAN« kamen durchaus gut an.

Zwischendurch führte ich Journalisten durch die Saarlandhalle. Ein Team der Fernsehsendung »heute« war vor Ort, ließ sich alles sehr genau zeigen und filmte viel. (Wegen der politischen Ereignisse an diesem Wochenende – unter anderem ein Terroranschlag auf eine Synagoge in Istanbul – wurde der WeltCon in den Medien kaum berücksichtigt.)

Unter anderem fanden kostümierte Fans das Interesse der Journalisten. Dass die Fans sich nicht in PERRY RHODAN-orientierte Kleidung gesteckt hatten, sondern sich als Ninjas oder Angehörige von Fantasy-Völkern präsentierten, interessierte die Journalisten nicht – sie freuten sich darüber, einige bunte Bilder mit kostümierten Leuten aufnehmen zu können.

Auf diese Weise verpasste ich große Teile des Cons. Meine eigentliche Arbeit ging vor, ich bekam nicht viel mit. Erst zum sogenannten Happening am Sonntagnachmittag war ich wieder in der Halle ...

23 Juli 2018

Das Gondische Privileg

Das Titelbild des PERRY RHODAN-Romans, der in dieser Woche in den Handel kommt, fand ich gleich faszinierend, als ich es zum ersten Mal sah. Was genau Dirk Schulz darauf abbildete, möchte ich an dieser Stelle nicht sagen – viele Leser werden sich ihre eigenen Gedanken machen und dann sicher in die entsprechende Richtung spekulieren. Das Fremdwesen in seiner ebenso fremden Umgebung spricht mich auf jedenFall an ...

Für den Roman gilt ähnliches: In »Das Gondische Privileg« zeigt Oliver Fröhlich die starken Veränderungen, vor denen die Bewohner einer weit entfernten Sterneninsel stehen. Der Autor hatte beim Schreiben seines Romans mit vielen Aliens zu tun – allerdings bekam er mit Perry Rhodan auch den menschlichsten aller Menschen für seine Story ...

21 Juli 2018

Immer noch existierend

Wenn ich mit neuen Bekannten ins Gespräch komme – im Zug beispielsweise oder auf einem Konzert –, kommt unweigerlich die Frage auf, was man denn beruflich macht. Wenn ich erzähle, dass ich PERRY RHODAN-Redakteur bin, ernte ich sehr häufig eine bestimmte Reaktion: »Das hab ich früher auch mal gelesen!« und »Gibt's die Serie immer noch?«

Interessant ist: Auch wenn diese Menschen seit vielen Jahren und Jahrzehnten keinen Roman mehr in der Hand gehalten haben, wissen sie über gewisse Dinge noch Bescheid. Sie wissen, wer Atlan und Gucky sind, und sie haben Begriffe wie Transformkanone, Hundertsonnenwelt oder Dimesextra-Triebwerk immer noch im Kopf. Sie sind dann meist verwunderter als ich, wenn sie feststellen, was sie nach alle den Jahren wissen.

Wenn es sich ergibt, frage ich nach, warum die Lektüre eingestellt worden ist. Meist kommt als Antwort, die Zeit habe gefehlt. Man habe eine Familie gegründet, der Stress im Beruf sei zu hoch gewesen. Die gedankliche Beziehung zur Serie ist aber immer noch intensiv.

Ich finde solche Gespräche immer spannend, auch wenn vielleicht nichts herauskommt, das ich direkt nutzen kann. Aber sie belegen mir, wie stark unsere Serie im Bewusstsein von vielen Menschen verankert ist – selbst wenn diese Menschen offenbar keine Lust mehr haben, wieder in unser Universum einzutauchen ...

20 Juli 2018

Gratulation an Michelle Stern

Heute feiert eine Autorin einen »runden« Geburtstag, die unsere Serie in den vergangenen Jahren durch eine Reihe hervorragender Romane bereichert hat: Ich meine Michelle Stern, die am 20. Juli 1978 geboren worden ist. Sie betreut die Leserseite der PERRY RHODAN-Serie, sie schreibt Romane, und sie besucht Fan-Veranstaltungen, bei denen sie gern mit den Lesern diskutiert.

Wann genau es war, weiß ich gar nicht mehr – aber bei einem ColoniaCon in den Nuller-Jahren wurde mir die junge Autorin von Susan Schwartz vorgestellt. Wir wechselten damals nur einige Worte, und es sollte einige Zeit dauern, bis wir zusammenarbeiteten: Zu der Fantasy-Serie »Elfenzeit«, an der Susan Schwartz als Exposéautorin und ich als Redakteur gemeinsame Sache machten, steuerte Michelle Stern einen Roman bei.

Der eigentliche Einstieg kam mit PERRY RHODAN NEO. Schon 2012 veröffentlichte sie ihre ersten Romane für diese Serie; die Autorin arbeitete sich in den Serienkosmos ein, wurde immer stärker im Ausdenken phantastischer Aliens – und so war es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch bei PERRY RHODAN mitwirkte. 2015 eröffnete sie mit dem Roman »Zeitriss« einen neuen Zyklus – seither steuerte sie viele weitere Romane bei.

Heute kann sie einen runden Geburtstag begehen. In Gedanken feiern wir mit ihr. Ich freue mich schon auf weitere Romane, die ich von ihr lesen kann. Alles Gute, liebe Michelle!

18 Juli 2018

Autorentreff in den Colonnaden

Weil sich terminlich ein »größeres Loch« auftat, ergab sich die Gelegenheit, den geplanten »schnellen Kaffee im Stehen« in ein »Mittagessen mit Besprechung« zu verändern: Ich traf mich mit dem PERRY RHODAN-Autor Kai Hirdt und der PERRY RHODAN NEO-Autorin Madeleine Puljic unter freiem Himmel in einem Restaurant in den Colonnaden. Dabei tratschten wir natürlich auch über aktuelle Themen, besprachen aber vor allem anstehende Projekte.

Kai Hirdt arbeitet derzeit intensiv an einem Doppelband, Madeleine Puljic sitzt an einem Projekt, das wir 2019 veröffentlichen werden. Ich informierte darüber hinaus über aktuelle Themen bei uns im Verlag und in der Redaktion sowie deren Auswirkungen auf die Autorinnen und Autoren. Die zwei Stunden unserer Besprechung rasten viel zu schnell vorüber – ich finde den Gedankenaustausch mit Autoren immer wichtig und bereichernd.

17 Juli 2018

PERRY RHODAN in der Hansestadt

Mit den Kolleginnen Katrin Weil und Philine-Marie Rühmann vom Marketing reiste ich heute nach Hamburg. Verlieren wir keine unnötigen Worte über die Probleme mit der Bahn – das kann nun mal passieren –, kommen wir kurz zu den Inhalten unserer Reise.

Wir absolvierten zwei Termine im Hauptgebäude der Bauer Media Group. Beides Mal ging es um PERRY RHODAN-Band 3000; dazu wollen wir mithilfe der Kolleginnen und Kollegen im Konzern die eine oder andere Aktion starten. (Dazu verrate ich erst mehr, wenn alles »eingetütet« worden ist, wie man das heutzutage nennt.)

Ich hatte noch einen Termin mit den Kollegen des Büros, das für uns die Korrekturarbeiten erledigt. Kaffee trinken auf einem winzigen Balkon über einem Fleet der Speicherstadt – das hat was.

Danach kurz am Jungfernstieg vorbei – siehe Foto –, ein eher durchschnittliches italienisches Essen und ein gemütliches Ausklingen des Abends im »Dock 3«. Bisher ist die Reise sinnvoll und bereichernd. Schauen wir mal, wie der Mittwoch wird.

16 Juli 2018

PERRY RHODAN auf chinesisch

Zu den großen Rätseln meines Berufes gehört, dass ich nicht genau weiß, wann unsere Serie wo veröffentlicht worden ist. Das hat einen einfachen Grund: Offenbar gab es immer wieder illegale Publikationen oder zumindest Veröffentlichungen, die – um es vorsichtig zu sagen – so abgewickelt wurden, dass sie bei uns im Verlag nicht vernünftig verzeichnet sind.

So tauchen jetzt Abbildungen chinesischer Ausgaben auf, die ich noch nie zu Gesicht bekommen habe. Ich finde die Covergestaltung interessant, habe diese Bände nicht in unserem Archiv und kann mir nur vorstellen, dass sie eben nicht hundertprozentig offiziell waren – um es vorsichtig zu sagen …

15 Juli 2018

Ein Con-Buch zu Trudering

Wie ich von allen Seiten gehört habe, war der diesjährige GarchingCon ein echter Erfolg. Die elfte Auflage der erfolgreichen Con-Reihe fand in Trudering statt, gewissermaßen im Exil, was aber weder dem Programm noch der Laune der Gäste schadete. Es gab ein Buch zum Con, das Ekkehardt Brux zusammengestellt hatte – das 168 Seiten starke Buch habe ich an diesem Wochenende zu Ende gelesen.

Es sieht richtig gut aus, und der Inhalt kann sich auch sehen lassen. Es gibt Beiträge, bei denen ich nicht verstehe, was sie in diesem Buch zu suchen haben – etwa über »Die rätselhafte Hauptstadt der Shu« oder irgendwelche Astroarchäologie –, dafür gibt es umso mehr, deren Lektüre sich lohnt. Viele Artikel und Kurzgeschichten zu unterschiedlichsten Themen sind enthalten.

Unter der Überschrift »Der Job ist super. Aber auch anstrengend.« äußert sich beispielsweise Christian Montillon zu seiner Aufgabe als Exposéautor. Auch der Autor Michael Marcus Thurner wird interviewt und erzählt von seiner Arbeit. Schön sind die kurzen »Wusstest du schon?«-Einblendungen, in denen viel Hintergrundwissen zu PERRY RHODAN vermittelt wird.

Die 168 Seiten kann ich nicht komplett würdigen. Ich kann nur sagen, dass die Gesamtwirkung absolut positiv ist. Man erfährt mehr über die Serie und ihre Macher, aber auch über die Fan-Szene und deren Persönlichkeiten. Sehr schön!

Übrigens kann man das Buch nach wie vor bestellen; ich finde, es lohnt sich auch für Leute wie mich, die den Con nicht besucht haben. Es sieht aus wie ein professionell gestaltetes Taschenbuch, kostet neun Euro plus Versandkosten und kann direkt im Shop des GarchingCons bestellt werden.

14 Juli 2018

Ein zweiter Con in Brühl

Was ich sehr gut finde: Es wird einen zweiten BrühlCon geben. Dieser wird am 15. September 2018 starten – in der beschaulichen Stadt Brühl.

Fairerweise muss ich einräumen, dass er sicher nicht sehr groß ausfallen wird. Das wird aber die Aktivisten sicher nicht davon abhalten, einen schönen fannischen Tag zu verbringen, sich über Science Fiction im Allgemeinen, PERRY RHODAN im Besonderen sowie Gott und die Welt zu unterhalten.

Zwei Autoren sind zu Gast – die lassen sich bestimmt mehr oder weniger gern mit Fragen löchern. Erste Informationen verrät Volker Hoff in seinem Blog »Zeitreisender«. Ich wünsche schon jetzt viel Spaß!

13 Juli 2018

Grausame Götter

Mal wieder tausend Bände in die Vergangenheit geblickt ...  »Den Roman muss ich selbst schreiben«, sagte Ernst Vlcek, als es darum ging, den PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 1969 zu verfassen. Veröffentlicht wurde er am 18. Mai 1999 unter dem Titel »Grausame Götter« – der Autor schrieb sich das Exposé für diesen außergewöhnlichen Band unserer Serie selbst.

Vor allem wurde Ernst Vlcek die religiösen Hintergründe für das Volk der Tazolen präsentieren. Er hatte dieses Volk in mehreren Exposés und Datenblättern entwickelt, und er hatte von Anfang an eine religiöse Komponente eingefügt. Der Autor wollte damit eine Verbindung aus Science Fiction und Religion herstellen – ein Volk, das aufgrund seiner Überzeugung damit anfängt, bis in eine ferne Galaxis vorzustoßen.

Ich fand die Algiotischen Wanderer faszinierend, auch in der Konfrontation mit den Gharrern und anderen Völkern. Dem Autor machte es sichtlich Freude, die Hintergründe für diese Wesen auszuarbeiten und ihre Entwicklung zu schildern. Und ich denke, man merkt das dem Roman auch heute noch an.

12 Juli 2018

Das schreiende Schiff in Tschechien

Mit einem spannenden Roman haben es in diesem Sommer unsere tschechischen Leser zu tun: Mit »Křičící loď« erschien der Band 2350 unserer Serie in einer tschechischen Übersetzung. Ob »Das schreiende Schiff«, der Roman von Uwe Anton, gut übersezt worden ist oder nicht, kann ich leider nicht nachprüfen.

Ich fand ihn im Original spannend und kann nur hoffen, dass er für die Leser im Nachbarland auch so wirken wird. Das Titelbild zeigt einen ernst blickenden Perry Rhodan, der im Kampf gegen die Terminale Kolonne TRAITOR offenbar auf jede Hilfe und jeden möglichen Partner angewiesen ist ... das verspricht hoffentlich auch den Lesern in Prag und anderen Städten eine packende Lektüre.

11 Juli 2018

Krisenzone Apas

Dass PERRY RHODAN NEO eine Art Parallelwelt zu PERRY RHODAN ist, habe ich schon oft ausgesagt: Wir nehmen Elemente der klassischen Serie, strukturieren sie anders, ergänzen sie durch neue Elemente und schreiben so ein Science-Fiction-Universum, das seit 2011 viele Leser begeistern konnte. Zu den Außerirdischen, die aus der klassischen Serie übernommen worden sind, zählen die Blues, deren Kultur in verschiedene Sternenreiche zerfallen ist.

Kai Hirdt schildert in »Krisenzone Apas« die Heimatwelt der Apasos, die ziemlich überbevölkert ist. Der Autor zeigt die verschiedenen Facetten dieser Welt, und dieser Blick in die fremde Kultur hat mir sehr gut gefallen. Dass Perry Rhodan und seine Gefährten mit manchen Apasos ihre Probleme haben, kann kaum überraschen – der Autor erzählt das alles mit viel Überzeugungskraft.

(Was mir übrigens besonders gut als Detail gefallen hat, ist ein Überwachungssystem der Apasos. An dieser Stelle hat der Autor etwas aus »unserer« Welt genommen und in einen Science-Fiction-Zusammenhang überführt. Sehr hübsch!)

10 Juli 2018

Ein Samstagabend in Saarbrücken

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Nachdem ich am Nachmittag des 6. September 1986 lange mit dem Ehepaar Scheer unterwegs gewesen war, kam ich zurück in die Saarlandhalle. Ich traf rechtzeitig ein, um die holländischen Sänger und Musiker der Band SENSUS zu treffen. Hinter der Bühne hatte ich die Gelegenheit, mit den sympathischen Leuten ein wenig zu plaudern.

Das Lied »More than a million light years from home« war keine Auftragsarbeit gewesen. Die Band hatte es selbst geschrieben und produziert. Als ich das Stück zum ersten Mal gehört hatte, irgendwann im Frühsommer 1986, fand ich es furchtbar. »Das klingt ja wie Modern Talking«, rutschte es mir entsetzt heraus.

Aus meinem Entsetzen war ein Slogan geworden: »Im Stil von Modern Talking« – so wurde die Platte beworben. Damit wusste allerdings jeder Mensch, wo er dran war; während die einen das Lied wegen seiner gelungenen Melodie lobten, hassten es die anderen wegen seiner Instrumentierung. Und »PERRY RHODAN turns me on« war in der Tat ein wunderbarer Abschluss eines eigentlich netten Musikstücks.

Auf der Bühne funktionierte das gut, in der dunklen Saarlandhalle leuchteten die Kostüme grell auf und ließen die Sängerin und die Musiker wie grelle Wesen von einem anderen Stern erscheinen. Ob die Fans alle begeistert waren, konnte ich zu diesem Zeitpunkt nicht herausfinden. Ich stand hinter der Bühne, ich sah die Band, und ich hörte den Applaus. Also schien alles zu stimmen.

Nachdem ich mich zwischendurch um Journalisten gekümmert hatte, war ich rechtzeitig wieder in der Halle. Gerhard Franz begann mit seiner Diashow. Ich kannte den Fotografen seit 1983; damals hatte er auf dem von mir veranstalteten FreuCon ebenfalls eine Diashow gezeigt. In Saarbrücken zeigte er, dass er sich in den vergangenen Jahren deutlich gesteigert hatte.

Dia-Shows mit dem sogenannten Überblendverfahren waren zu dieser Zeit sehr beliebt. In Volkshochschulen und anderen öffentlichen Gebäuden zeigten Weltreisende ihre Bilder aus fernen Ländern. So ähnlich war es bei Gerhard Franz: In seiner Show präsentierte er das PERRY RHODAN-Universum in einer Art und Weise, wie man es zuvor nicht gesehen hatte. Er stellte die Autoren vor, den Ablauf der Handlung und parallel dazu die geschichtliche und kulturelle Entwicklung in der Bundesrepublik Deutschland.

Seine Vorstellung dauerte ziemlich genau eineinhalb Stunden. Bei der Vorbesprechung hatte ich noch befürchtet, das könnte zu lang sein – aber das Gegenteil war der Fall. Gespannt folgten Tausende von Besuchern der Show, zeitweise herrschte atemlose Stille. Bei besonders schönen Bildern wurde die Stille durch Applaus unterbrochen.

Als beispielsweise das klassischen PERRY RHODAN-Titelbild eingeblendet wurde, auf dem sich ein Terraner und ein Maahk die Hand geben, ein echtes Meisterwerk von Johnny Bruck, klatschte der ganze Saal. Gejubelt wurde übrigens auch bei politischen Themen – so applaudierten viele Fans, als in der Show erwähnt wurde, dass im Jahr 1961 die CDU zum ersten Mal ihre Mehrheit im deutschen Bundestag verloren hatte.

Für viele Besucher des Cons war die Diashow der Höhepunkt der Veranstaltung. Wenn ich später mit Lesern sprach, die an jenem Tag in Saarbrücken dabei gewesen waren, wurden die Bilder und Texte erwähnt, die Gerhard Franz präsentiert hatte.

Die Veranstalter hatten einen anderen Höhepunkt geplant. In ganz modernem Deutsch wurde von einem »Special Screening« gesprochen, und gezeigt wurde ein brandneuer Kinofilm: Der Fantasy-Streifen »Labyrinth« mit dem populären Sänger David Bowie in einer der Hauptrollen lief in englischer Sprache, einige Wochen, bevor er offiziell in den deutschen Kinos anlaufen sollte.

Mir gefiel der Streifen mit seiner witzigen Handlung und seiner turbulenten Action, auch bei den Con-Besuchern schien er sehr gut anzukommen. Die Fans lachten viel, es wurde applaudiert, die Begeisterung war groß. So endete der Con-Samstag in einer ausgesprochen positiven Stimmung.

Während sich viele Fans zur Eislaufhalle aufmachten, fuhr ich in die Innenstadt. Ich verließ mich nicht auf eines der Taxis, die in langen Schlangen vor der Saarlandhalle standen, sondern vertraute auf meinen alten Freund und Fanzine-Kollegen Günther Freunek. Dieser hatte den brandneuen Mercedes seines Vaters ausgeliehen und chauffierte mich in die Innenstadt, wo er mich vor dem ETAP-Hotel aussteigen ließ.

Das Abendessen mit den Autoren und Verlagsleuten verlief ein wenig chaotisch, weil nicht alle Autoren gleichzeitig eintrafen, weil manche früh ins Bett gehen wollten und andere dafür umso länger feierten. Mit Christian Reuter, dem Leiter unserer Anzeigenabteilung, streunte ich später in angetrunkenem Zustand durch die Straßen von Saarbrücken. Wann immer wir unterwegs einen PERRY RHODAN-Aufkleber an einer Laterne oder an einer Häuserwand sahen – die Fans hatten offenbar großzügig verteilt –, lachten wir uns fast schlapp.

Als ich nach einigen Bieren ins Hotel zurückkam, war es schon reichlich spät. Ich wusste, ich sollte am nächsten Tag fit sein, also entschied ich mich dazu, rasch ins Bett zu gehen. Nur kurz riskierte ich einen Blick in die Hotelbar.

Dort sah ich einige Autoren, die mit Fans diskutierten und nicht mehr sehr nüchtern erschienen. Mitten unter ihnen: Clark Darlton mit prächtiger Laune und Hans Kneifel mit einem breiten Grinsen. Es war ein herrlicher Anblick ...

06 Juli 2018

Tag des Grimms

»Wir müssen jederzeit auf den Tag des Grimms vorbereitet sein.« So zumindest stellt ein Außerirdischer namens Norod dem Mausbiber Gucky die grundlegende »Denke« seines Volkes vor. Man ist immer auf den Ernstfall vorbereitet, und man geht davon aus, sich in einem Universum voller Feinde und Gefahren aufzuhalten.

Science Fiction lebt oft davon, dass Begegnungen mit Außerirdischen geschildert werden. Die PERRY RHODAN-Serie ist hierfür seit vielen Jahren ein gutes Beispiel. Und Susan Schwartz ist eine Autorin, der es besondere Freude bereitet, Aliens mit all ihren Facetten lebendig werden zu lassen.

Das zeigt sie in dem Roman mit dem schönen Titel »Tag des Grimms«, der in der nächsten Woche mit der Bandnummer 2969 erscheinen wird. Sie schickt dabei den Mausbiber Gucky zusammen mit der Wissenschaftlerin Sichu Dorksteiger in den Einsatz – dass sie sich auf die beiden Figuren und ihre jeweiligen Eigenheiten versteht, hat die Autorin zuletzt bei ihrer eigenen Miniserie PERRY RHODAN-Olymp vortrefflich bewiesen ...

05 Juli 2018

Unsere Internet-Seite vor zwanzig Jahren

Aus verschiedenen Gründen suchte ich in den vergangenen zwei Tagen in Internet-Untiefen nach alten Versionen unserer PERRY RHODAN-Seiten. Bekanntlich hatten wir 1996 den Schritt ins Internet gemacht, damals mithilfe der Kollegen, die später die Firma Trilobit gründen sollten. Ich finde es sehr spannend, die alte Optik mit heutigen Augen zu betrachten.

Im Sommer 2018 präsentierte sich www.perry-rhodan.net vergleichsweise aufgeräumt. Wir hatten die damals aktuelle Darstellung des Raumfahrers, die der Maler Renato Casaro geschaffen hatte, ins Zentrum gestellt und die Menü-Optik so gruppiert, dass sie Rhodan gewissermaßen einrahmte. Die Schrift war klar – immerhin weiß auf schwarz – und nicht mehr so bunt wie bei den ersten Internet-Seiten.

Geschmäcker ändern sich, Designs passen sich der Zeit an. Die PERRY RHODAN-Seite von 1998 war vor zwanzig Jahren »state of the art«, wie man das damals nannte. Tatsächlich finde ich sie auch heute noch recht ansprechend ...

04 Juli 2018

Dynamische NEO-Terraner

Ich bin immer wieder davon angetan, wie unsere japanischen Partner ihr eigenes Bild von unserer Serie haben und wie sie es entsprechend prägen. Das gilt auch für PERRY RHODAN NEO, das in Japan weiterhin publiziert wird. Der Verlag hat in dieser Woche das Cover des neunten Bandes präsentiert.

Meiner Ansicht nach zeigt das Titelbild nun die Herren Bull und Rhodan im Einsatz; sie wirken dynamisch. Vor allem macht Reginald Bull einen wesentlich schlankeren Eindruck, als er dies in meiner Erinnerung tut. Im Roman selbst müssen unsere Helden ohnehin dynamisch sein: Auf der Erde droht der Atomkrieg, und im Wegasystem scheint ein Krieg zu toben ...

01 Juli 2018

Die Schweigsamen Werften

Manchmal bilden der Titel, der Untertitel und die Illustration bei einem PERRY RHODAN-Roman eine faszinierende Einheit – dann bin ich immer sehr froh. Beim anstehenden Roman mit der Bandnummer 2968 und dem Titel »Die Schweigsamen Werften« ist das durchaus der Fall.

Beim Motiv hat Swen Papenbrock nämlich einen sehr stimmungsvollen Zugang zum Roman gefunden. Tatsächlich müssen sich ein Blue und eine Terranerin zusammentun, um in einem mysteriösen Raumschiff um ihr Leben zu kämpfen. Sie können sich eigentlich nicht ausstehen, müssen aber zusammenhalten – und dabei finden sie Dinge heraus, die für die gesamte Milchstraße von Bedeutung sind.

Michael Marcus Thurner hat mit diesem Roman einen Spannungskracher abgeliefert, der mich ziemlich gefesselt hat. Mit seinem Titelmotiv, das ein wenig an einen Tanz erinnert, sorgt Swen Papenbrock für die passende Illustration. So etwas finde ich dann einfach gut!

27 Juni 2018

Die Kavernen von Impos

Ich finde es immer wieder interessant, welche Wege die Autoren einschlagen, um aus einem Exposé einen mitreißenden Roman zu machen. In »Die Kavernen von Impos«, den Oliver Plaschka verfasst hat, spielen beispielsweise zehn Gesänge eine wichtige Rolle. Sie gliedern den Roman in einer interessanten Art und Weise, sie stellen zudem die Geschichte einer wichtigen Figur dar.

Der Roman trägt die Bandnummer 177 und kommt diese Woche in den Handel. Er schreibt die aktuellen Geschehnisse weiter, die derzeit die Handlung von PERRY RHODAN NEO bestimmen. Der Autor zeigt die Entwicklung in einem monströsen Sonnensystem und schildert den verzweifelten Kampf um das Überleben von elf Milliarden Menschen.

Am stärksten aber fand ich den Roman immer in den Details: wenn der Autor hinter die Fassade einzelner Figuren blickt oder wenn er die Geschichte einiger Blues beleuchtet. Das ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern gewichtet die Geschichte anders, als es das Exposé vielleicht vorgesehen hat. Spannend!

26 Juni 2018

Das zweite Terra

Einen ungewöhnlichen Schauplatz erhielt Michael Marcus Thurner, als er den Roman »Das zweite Terra« schreiben konnte. Ich weiß nicht, ob der Autor sein Exposé liebte, aber ich mochte es sehr, als ich es zum ersten Mal las – es klang verheißungsvoll und spannend, und ich war neugierig darauf, was der Wiener Kollege daraus machen würde.

Er nutzte die Freiheiten, die ihm die Exposéautoren gaben, und stellte vor allem zwei ungewöhnliche Figuren ins Zentrum der Geschichte: »Der neunzigjährige Jüngling auf der Raumstation« und »der sonderbare Alte von Trowno« sind gegensätzliche Typen, und doch verbindet sie mehr, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Vor allem müssen sie sich angesichts einer Gefahr bewähren, die niemand hat voraussehen können ...

Der Roman ist für mich erneut ein gelungenes Beispiel dafür, dass ein gutes Exposé nur dann zu einem sehr guten Roman wird, wenn der Autor sich buchstäblich freischreiben kann. Michael Marcus Thurner hat eine ganz eigene Geschichte daraus gemacht – sie wäre bei jeder Autorin und bei jedem Autor komplett anders verlaufen.

Ob und wie die Geschichte den Lesern gefällt, müssen diese entscheiden. Diese Woche kommt der Roman offiziell in den Handel ...

25 Juni 2018

Der erste deutsche Science-Fiction-Roman

Ein Logbuch der Redaktion

Dass Karl-Herbert Scheer einmal der bekannteste und beliebteste Science-Fiction-Autor im deutschen Sprachraum werden würde, konnte 1951 noch niemand ahnen. Der junge Mann, Jahrgang 1928, veröffentlichte den Roman »Piraten zwischen Erde und Mars« als Fortsetzungsgeschichte in der Zeitschrift »Das grüne Blatt«.

Es ist dem Terranischen Club Eden zu verdanken, dass dieser Klassiker jetzt auch für heutige Leser wieder zur Verfügung steht. Ich hatte ihn nie zuvor gelesen und bin sehr froh darüber, durch den TCE – so das Kürzel des Clubs – eine Möglichkeit dazu zu erhalten. Wobei man fairerweise sagen muss, dass die Handlung dem heutigen Leser wenig an Überraschungen zu bieten hat. 1951/52 war das natürlich anders; da waren all die Dinge, die Scheer in seinem Roman erzählte, für die meisten Leser wohl völlig neu und verblüfft.

Die Geschichte beginnt in einer nahen, nicht genau definierten Zukunft. Die Menschen durchqueren das All bereits zwischen den Planeten des Solsystems, schnelle Raumkreuzer transportieren Rohstoffe vom Mars zur Erde. Doch Piraten lauern den Frachtern auf, es kommt zu Kämpfen im All. Die Geheimdienste beschließen, zwei wagemutige Raumfahrer in die Reihen der Piraten einzuschleusen, um auf die Spur der Bösewichte zu kommen ...

Die Helden des Romans sind deutsche Raumfahrer, die sich mit einer Selbstverständlichkeit zwischen den Welten des Sonnensystems bewegen, dass es eine wahre Freude ist. Die technischen Beschreibungen halten sich in Grenzen, wirken aber glaubhaft. Action und Dialoge entsprechen der Unterhaltungsliteratur dieser Zeit, sind unter heutigem Blick also oftmals »grobschlächtig«.

Mit diesem Roman wurde Karl-Herbert Scheer erstmals populär, Zigtausende von Lesern verfolgten gebannt die Fortsetzungsgeschichte. In Deutschland kannte man die utopisch-phantastische Literatur aus der Zwischenkriegszeit; Serien wie »Sun Koh« oder Autoren wie Hans Dominik hatten sich hervorragend verkauft.

Die moderne Science Fiction aus den USA oder aus England hatte noch nicht in einem großen Ausmaß Fuß fassen können und war etwas für Spezialisten – Scheers Roman setzte für die damalige Zeit ganz neue Akzente. Vor allem die wissenschaftlich korrekten Formulierungen seines Romans gingen in eine moderne Richtung.

Der damals so junge Autor erzählte eine Geschichte voller überraschender Höhepunkte, die schnell und abwechslungsreich verlief, die das weibliche Geschlecht nicht ignoriert und nicht an Action sparte. Scheer ließ es, wie man heute sagen würde, »ganz schön krachen« und war damit auf der Höhe der Zeit.

Ich fühlte mich von der Geschichte gut unterhalten, auch deshalb, weil ich wusste, dass ich keine innovative Science Fiction vor mir hatte. Wenn man sich darauf einlässt und sich klarmacht, dass man einen Roman aus den frühen fünfziger Jahren liest, macht »Piraten zwischen Erde und Mars« richtig Spaß.

Wer wissen möchte, wie K. H. Scheer vor so langer Zeit mit seiner schriftstellerischen Karriere anfing, sollte sich den Roman unbedingt besorgen. Scheer wäre in diesen Tagen neunzig Jahre alt geworden, er hat die Science Fiction in Deutschland stark geprägt. Ohne ihn hätte PERRY RHODAN nicht diesen großen Erfolg erreicht – sein Weltraumpiraten-Abenteuer bietet hierfür schon Anhaltspunkte.

(Wer sich für das Buch interessiert: Es ist 154 Seiten stark, erschien als Paperback im Terranischen Club Eden und kostet 7,50 Euro plus Porto. Weitere Informationen liefert die Internet-Seite des Clubs.)

22 Juni 2018

Erinnerung an Peter Griese

Zum ersten Mal lernte ich Peter Griese in den 80er-Jahren kennen: Auf einem ColoniaCon in Köln unterhielten wir uns über die ATLAN-Serie, die ich damals ziemlich kritisierte, und ich fand beeindruckend, wie er mit mir sprach – er als erfahrener Schriftsteller auf Augenhöhe mit einem kritischen Fan.

Bei späteren Gelegenheiten trafen wir immer wieder aufeinander, ab Herbst 1992 arbeiteten wir zusammen. Peter Griese war nicht mein Lieblingsautor, als ich PERRY RHODAN-Redakteur wurde.

Wegen seiner Romane, die an der Großen Leere spielten, hatten wir einige heftige Diskussionen. Immerhin mochten wir beide laute Musik, was uns verband.

Dann aber begann der »Thoregon«-Zyklus, Peter Griese schrieb über Alaska Saedelaere, und seine Romane waren schlagartig wieder klasse. Wir telefonierten einige Male, der Autor schien richtig aufzublühen und schmiedete seine Pläne.

Bis er auf einmal verstarb; damit hatte niemand gerechnet. Ich erfuhr erst nach der Beerdigung davon, legte kurz danach einen Kranz auf sein Grab. Es waren sehr traurige Tage in diesem Frühjahr 1996.

Heute wäre der Autor 80 Jahre alt geworden. Es wäre schön, könnte man mit ihm seinen Geburtstag feiern. Vielleicht höre ich heute eine Platte von AC/DC – das war immerhin seine Lieblingsband. Und ich denke an die vielen schönen Romane, die er dem PERRY RHODAN-Kosmos geschenkt hat.

21 Juni 2018

Die »SOL« wurde 90

Bereits im Mai erschien die Ausgabe 90 der »SOL« – das ist die Zeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale. Wie schon oft erzählt: Ich lese dieses Heft stets sehr gern. Es bietet Informationen und Unterhaltung rings um die größte Science-Fiction-Serie der Welt, das alles wird in einem professionellen Layout richtig gut serviert.

Die vorliegende Ausgabe, deren Lektüre ich erst diese Woche abschließen konnte, widmet sich vorrangig den ausländischen PERRY RHODAN-Ausgaben. Dieese Zusammenstellung der Redaktion hat mir richtig gut gefallen.

Als Leser erfährt man mehr über die Szene in Japan, Brasilien, Frankreich und den USA; einige Informationen und Sichtweisen waren selbst mir ganz neu. Solche Beiträge zeichnen die »SOL« aus und heben sie über das Niveau eines »gewöhnlichen« Fanzines weit hinaus.

Neben den üblichen Rezensionen zu aktuellen Romanen von PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO gibt es auch Interviews. Christian Montillon äußert sich kurzweilig – und ohne echte Informationen – zur Exposéarbeit, während Ben Calvin Hary über seine YouTube-Aktivitäten spricht. Dazu kommt ein Interview mit mir.

Ich könnte noch die vielen anderen Artikel und Beiträge aufzählen, die das 68 Seiten starke Heft sehr kurzweilig gestalten. Es enthält viele Texte, die PERRY RHODAN-Leser ansprechen sollten. Zu beziehen ist das Magazin über den SpaceShop der FanZentrale.

20 Juni 2018

Herren des Molkex

Manchmal ist es richtig reizvoll, in den alten Unterlagen zu wühlen: Vor genau zehn Jahren ging es in der täglichen Arbeit unter anderem darum, die sogenannte Eastside-Trilogie zu verwirklichen. In Zusammenarbeit mit Edel – im Sommer 2008 seit eineinhalb Jahren unser Lizenzpartner in Sachen Bücher – wollten wir die drei Silberbände, in denen es um die Blues ging, als Trilogie unter dem Titel PERRY RHODAN-Eastside veröffentlichen.

Die drei Bücher sollten zumindest teilweise Originaltitel behalten. Der erste Band sollte weiterhin »Hornschrecken« heißen, der dritte weiterhin den Titel »Kampf gegen die Blues« tragen. Der zweite Band hieß als Silberband »Das zweite Imperium«; dieser wurde auf »Herren des Molkex« geändert.

Mein Ziel war, nach den »Schwarm«-Bänden und den »Plophos«-Büchern eine neue Etappe auf dem Weg zu modernen Paperbacks zurückzulegen. Wir wollten nicht die Silberbände ablösen, weil diese ja ihren festen Kundenkreis gefunden hatten, sondern ergänzend neue Wege gehen. Danach wollten wir mit weiteren Zyklen weitermachen, die wir im Format von Paperbacks in den Buchhandel bringen wollten.

Im Juni 2008 lag der Lizenzvertrag vor, den wir mit Edel abschließen würden. Erste Honorare flossen, wir alle freuten uns auf die Bücher (die ja auch veröffentlicht wurden) und auf die weitere Zukunft. Es sah alles richtig gut aus …

19 Juni 2018

Sektor X

Ich muss es ganz ehrlich sagen: Das Titelbild des Romans »Sektor X« ist einfach sensationell. Wie Dirk Schulz die fremde Welt präsentiert, fasziniert mich. Auch wenn es sicher die eine oder andere Kritik aus der Fan-Szene geben wird, finde ich das Bild richtig klasse – selbst jemand, der sich mit Science Fiction nicht beschäftigt, dürfte die Optik als interessant betrachten.

Den Roman schrieb Michelle Stern, er kommt mit der Bandnummer 2966 in dieser Woche in den Handel. Die faszinierenden Aliens, die Michelle als »Abgedankte« bezeichnet, die abenteuerliche Handlung mit Atlan und seinen Gefährten, die kosmischen Details – das alles hat mir bei der Lektüre des Manuskriptes sehr gut gefallen.

Den speziellen »Sense Of Wonder«, der mich vor Jahrzehnten an die PERRY RHODAN-Serie fesselte, steckt in diesem Roman ebenfalls. Da passen Cover und Inhalt für meine Begriffe sehr gut zusammen ...

18 Juni 2018

Zwei Fußballromane

Seit dem 14. Juni 2018 läuft wieder eine Fußball-Weltmeisterschaft der Männer, diesmal in Russland. Viele Leser unserer Serie interessieren sich für Fußball, auch mancher Autor ist begeistert von diesem Sport. Seit Jahren und Jahrzehnten gibt es deshalb Anspielungen in den Romanen, teilweise so gut versteckt, dass nicht einmal ich als Redakteur sie alle kenne.

Aber wir haben tatsächlich im Verlauf der Jahre zwei Romane zum Fußball veröffentlicht. Im Rahmen einer Sonderaktion bieten wir sie derzeit als Gratis-E-Books an – damit Fußballfreunde, die sonst nicht zu PERRY RHODAN greifen würden, vielleicht mal einen Blick wagen. Und weil ich an beiden Romanen mitgewirkt habe, erlaube ich mir, das an dieser Stelle »abzufeiern«.

Uwe Anton schrieb mit »Die Lichtgestalt« (PERRY RHODAN-Band 2020) den ersten Fußballroman. Der bekennende Bayern-Fan wählte den Titel mit Absicht, in seinem Roman geht es um einen jungen Spieler, der sich stets als talentiert erweist – auch wenn er offenbar ein Mutant ist und deshalb in einen gefährlichen Verdacht gerät. In diesem Roman wurden die Spielregeln des Fußballs der fernen Zukunft klar definiert, was ich bis heute amüsant finde.

Robert Feldhoff war Fan von Oldenburg – ich weiß leider nicht mehr, in welcher Liga dieser Verein im Jahr 2006 spielte. In jenem Jahr veröffentlichten wir den Roman »Das Wunder von Terra«. Eigentlich war es ein Roman über Solidarität und Begeisterung, ganz nebenbei auch einer, in dem es darum ging, dass man – wenn man zusammenhält – sogar gegen starke Feinde eine Chance haben kann.

Mir ist klar, dass nicht jeder Mensch die Sportart Fußball mag. Deshalb erhielten wir zu beiden Romanen damals viel Lob und viel Kritik. Ich fand und finde sie trotzdem gut. Und wenn in diesem Sommer eben in vielen Wohnungen der König Fußball regiert, schadet es ja nicht, das mit der größten Science-Fiction-Serie der Welt zu verknüpfen …

17 Juni 2018

Gespräche mit Autoren und Bloggern

Am zweiten Tag des Literatur-Camps in Heidelberg stelle ich wieder einmal fest, dass es ganz schön anstrengend sein kann, wenn man den ganzen Tag über Literatur im Allgemeinen, Science Fiction im Besonderen und PERRY RHODAN im Ganzbesonderen redet. Unter anderem werde ich von Bloggerinnen und Bloggern angesprochen, die wissen wollen, wie wir eigentlich an der Serie arbeiten und welche Aufgaben es da gibt.

Autorinnen und Autoren interessieren sich für die »ganz normalen« Abläufe in einer Romanserie, auch dafür, wie man da einsteigen kann. Gelegentlich kann ich in solchen Gesprächen auch Robert Corvus zu Rate ziehen, der sich ebenfalls auf dem Camp aufhält und sich sichtlich amüsiert.

Schon jetzt kann ich sagen, dass die Veranstaltung sinnvoll war. Auch dass wir sie unterstützt haben, bewerte ich als sinnvoll. Ob es erfolgreich war, müssen wir später beurteilen.

16 Juni 2018

Mit PERRY RHODAN auf dem LitCamp18

An diesem Wochenende findet in Heidelberg zum dritten Mal das LitCamp statt; wir haben uns dieses Jahr entschieden, die Veranstaltung ein wenig zu unterstützen. Also tritt die PERRY RHODAN-Serie als offizieller Sponsor auf – unser Werbematerial liegt aus, Displays mit unserem Markennamen sind zu sehen, und wir sind auch »in Persona« vor Ort.

Als Redakteur bin ich in Heidelberg, um zu sehen, was es an neuen Trends und Autoren gibt. Philine-Marie Rühmann sucht neue Social-Media-Kontakte, und Madlen Bihr – beide im Bild zu sehen – interessiert sich generell für Literatur. Und ganz nebenbei »promoten« wir die Marke PERRY RHODAN.

Solche Veranstaltungen kann man durchaus mit einem Con oder einer anderen Fan-Veranstaltung vergleichen. Es geht um Literatur im Allgemeinen, und da zählt unsere Serie natürlich dazu. (In meinem Fall: Man lernt immer dazu.)

15 Juni 2018

Der InfoTransmitter lohnt sich

Ich möchte heute auf eine Publikation aus unserer Redaktion hinweisen, die – normalerweise zumindest – nicht gedruckt wird: Der PERRY RHODAN-InfoTransmitter ist unser Newsletter, der in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen an die Menschen verschickt wird, die ihn abonniert haben. Er kostet erfreulicherweise nichts.

Der InfoTransmitter ist eine Erfindung von Eckhard Schwettmann und existiert seit Anfang der Nuller-Jahre, wenn ich mich recht erinnere, mit Vorläufern in den 90er-Jahren. Im Verlauf der Jahre wurde er von verschiedenen Menschen betreut, die ihn jeweils prägten.

Über eine längere Zeit war Miriam Hofheinz vom PERRY RHODAN-Marketing für ihn verantwortlich, dann übernahm Christian Montillon. Ab 2014 übernahm Rainer Nagel den InfoTransmitter; seit Anfang 2018 ist Philine-Marie Rühmann aus unserer Abteilung dafür zuständig.

An der grundsätzlichen Ausrichtung hat sich wenig geändert: Der InfoTransmitter informiert über aktuelle Themen rings um PERRY RHODAN, stellt aktuelle Romane vor und liefert Links, über die man auf unsere Internet-Seite kommt – von dort aus gibt es dann weitergehende Texte und Bilder. Wer sich für de InfoTransmitter interessiert, gehe einfach auf die Startseite unseres Internet-Auftritts und scrolle dort weit genug nach unten ...