12 Dezember 2018

Die Leiden des Androiden

»Wie können Lebewesen eigentlich überleben, deren Reaktionsmuster derart unlogisch ist?« Mit solchen Gedankengängen beschäftigt sich Seka Ow.

Er ist die Hauptperson im nächsten Roman, den Rainer Schorm für unsere Serie PERRY RHODAN NEO verfasst hat. In den Handel kommt der Roman in dieser Woche – dank seines eindrucksvollen Titelbildes sollte er im Zeitschriftenhandel sofort auffallen.

In dem Roman passiert viel, es kracht zudem einiges; das Cover deutet es ja an. Daneben erleben die Leser ein Wiedersehen mit einer Figur, die schon in den Anfängen von PERRY RHODAN NEO eine wichtige Rolle spielte und von der man schon lange nichts mehr hörte.

Der Autor hatte offenbar viel Freude daran, die Bestien in ihrem »sozialen Umfeld« zu zeigen. Mit dem Androiden, der seinem Roman den Titel verliehen hat, schafft es Rainer Schorm zudem, immer wieder eine Distanz in den Roman zu bringen und gleichzeitig ungewöhnliche Sichtweisen zu ermöglichen. Spannend!

11 Dezember 2018

Perry, Zemina und die anderen

Ein Logbuch der Redaktion

In diesen Tagen beschäftige ich mich oft mit dem PERRY RHODAN-Roman, der die unfassbare Nummer 3000 tragen wird. Unter anderem finde ich es spannend, welche Figuren die Autoren in diesem Band auftreten lassen – sowohl Christian Montillon als auch Wim Vandemaan entschieden sich beim Schreiben für eine kleine Gruppe eigenständiger Charaktere.

Es versteht sich von selbst, dass Perry Rhodan eine wichtige Rolle in diesem Roman einnimmt. Ich kann wohl schon ausplaudern, dass er den Roman einleitet und dass der Roman mit ihm endet. Der Terraner ist der Mann für die kosmischen Dimensionen und für das Abenteuer zwischen den Sternen, seit er im ersten PERRY RHODAN-Roman überhaupt aufgetaucht ist.

Das wird natürlich in einem neuen Handlungszyklus ebenfalls der Fall sein. Rhodan ist sowohl ein »kosmischer Mensch«, der im Verlauf seines langen Lebens viele Erfahrungen gesammelt hat, als auch ein Mann, der immer wieder bereit ist, sich selbst in Gefahr zu begeben, wenn das nötig ist. Wenn er sieht, was mit »seiner« Menschheit geschieht, kann er nicht tatenlos am Rand stehen bleiben.

Eine klare Rolle spielt auch Atlan – der Arkonide wird seit Jahrzehnten von vielen Lesern mehr gemocht als der Titelheld unserer Serie. Im Band 3000 unterscheiden sich Rhodan und Atlan in ihrem Urteil zur aktuellen Lage, sie sind nicht gerade einer Meinung. Das hat eine gewisse Tradition … Der Arkonide ist stets kritischer als Perry Rhodan, und im anstehenden Roman wird dies ebenfalls so sein.

Zu den weiteren bekannten Figuren, die in diesem Roman auftauchen, zählen Sichu Dorksteiger und der Mausbiber Gucky. Wie wichtig die Wissenschaftlerin und der Mausbiber für Perry Rhodan und seine weiteren Abenteuer sind, werden die Leser frühzeitig erfahren …

Spannend finde ich die neuen Figuren, die in diesem Roman erstmals erwähnt werden. Mit Zemina Paath taucht beispielsweise eine geheimnisvolle Person auf, die unsere Helden noch längere Zeit begleiten wird. Sie sieht exotisch aus, das kann ich schon mal verraten, und sie verfügt über einige Fähigkeiten und Machtmittel, die noch nicht erklärt werden – zumindest nicht komplett.

Von ihr erfahren Perry Rhodan und seine Begleiter gleich zu Beginn einige Dinge, die sie bislang nicht wissen können. Sie wird aber nicht alle ihre Geheimnisse ausplaudern.

Ebenfalls wichtig ist eine andere Frau: Giuna Linh sieht sich selbst als eine Terranerin, auch wenn sie noch nie den Boden der Erde betreten hat. Sie ist verzweifelt, und sie hat ein Ziel, das sie mit eiserner Härte verbindet. Dabei geht sie im Notfall auch ein Bündnis mit Leuten ein, deren Motive sie noch nicht so richtig durchschauen kann. Was sie erlebt und was sie tut, wirft ein klares Licht auf die Milchstraße und vor allem auf einen ganz bestimmten Schauplatz in der Galaxis.

Von fremden Völkern und neuen Machtstrukturen erfahren die Leser ebenfalls einiges in diesem Roman. Die Verhältnisse haben sich geändert, und die Besatzung der RAS TSCHUBAI muss sich erst einmal kundig machen. Wer sind beispielsweise die Cairaner, und welche Ziele verfolgen sie eigentlich? Welche Rolle spielen die Akonen neuerdings, und welche Mythen haben sich in der Milchstraße entwickelt?

Bei Gelegenheit werde ich zu diesen Dingen wohl noch ein wenig mehr erzählen ...

10 Dezember 2018

Eine Musical-Reise

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Es war eine Geschäftsreise, mit ich mehrere Dinge auf einmal zu erledigen hatte – in Hamburg wollte ich in der Zentrale des Bauer-Konzerns mit verschiedenen Menschen sprechen, unsere neuen Partner von Edel besser kennenlernen und mit H. G. Francis einen ganz speziellen Termin absolvieren. Als ich am Donnerstag, 13. Oktober 2007, in den Zug von Hamburg nach Karlsruhe stieg, war das Musical-Thema am wichtigsten für mich.

Unterwegs vertiefte ich mich gründlich in die Konzepte, die mir H. G. Francis  bereits geschickt hatte. Ich las mir zum wiederholten Mal seine Texte durch, führte mir die Grafiken vor Augen und rief mir die Musik in Erinnerung, die ich im Vorfeld gehört hatte. Als ich am Hauptbahnhof aus dem ICE kam, fühlte ich mich bestens vorbereitet.

Ich fuhr nicht zum Hotel, sondern ließ mich von H. G. abholen. Er war in Eile und drängte mich. »Schnell etwas essen, dann los!« Ich packte meinen kleinen Koffer in sein Auto.

Wir steuerten ein Hotel an in der Innenstadt, von dem der Autor wusste, dass die Küche »gut und flott« war. Wir suchten uns einen Tisch am Fenster, von dem aus man hinaus in den Nieselregen schauen konnte, und dort informierten wir uns gegenseitig über den aktuellen Stand der Dinge.

Ich erzählte ihm von meinen Plänen, eine neue Serie in den Handel zu bringen. »Die soll PERRY RHODAN-Action heißen«, erläuterte ich. Die Serie solle actionlastig werden, wie der Titel es versprach, mit kurzen Exposés für die Autoren und der Möglichkeit, die komplexe Technik der laufenden Erstauflage zu ignorieren.

Für H. G. Francis klang das spannend. Er sicherte zu, einen Roman für die neue Serie zu liefern. »Wenn’s sein muss, auch zwei«, meinte er. Allerdings sei er gerade dabei, an historischen Romanen zu arbeiten. Er berichtete von seinen Plänen, über Klaus Störtebeker zu schreiben, und seinen Recherchen in Hamburg und Lübeck. Historische Romane seien ein großes neues Thema für ihn.

Wir sprachen über die Serie und die Autoren, über den aktuellen Stand der Dinge und die große weite Welt der Science Fiction. Erst danach kamen wir zu dem Punkt, weshalb wir uns eigentlich trafen: Der Autor arbeitete seit einigen Jahren intensiv daran, ein PERRY RHODAN-Musical auf die Beine zu stellen.

»Leider bin ich in jüngster Zeit nicht weitergekommen«, gestand er. Sein Partner, mit dem er bei diesem Projekt zusammenarbeite, habe sich zurückgezogen. Er wisse also nicht, wie es mit der Musik weitergehe.

Ich war verwirrt. Bisher waren H. G. Francis und sein Partner immer gemeinsam in Erscheinung getreten: Er als Autor verfasste das Konzept und schrieb die Liedtexte, sein Partner steuerte die Musik bei. Ich hatte einige Sequenzen gehört, die als »musikalische Leitlinie« dienen sollten; sie sollten das Gerüst des geplangen Musicals bilden.

H. G. Francis lieferte mir weitere Hintergründe und stellte mir seine Sicht der Dinge dar. »Wir müssen einen neuen Partner auf unsere Seite bringen«, argumentierte er. »Die Musik ist dann nachgeordnet.«

Wir aßen zu Ende, wir bezahlten, dann ging es weiter. In einem schönen Haus in einer schicken Gegend der Hamburger Innenstadt trafen wir auf einen Rechsanwalt, der darauf spezialisiert war, große Musikproduktionen zu steuern. Ich fand ihn recht sympathisch und hatte bald das Gefühl, er sei sehr kompetent. In seinem Büro hingen einige Gemälde von Udo Lindenberg – ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass der Rockmusiker malte.

Unser Gesprächspartner erläuterte mir die Zusammenhänge. Er trete für Musiker und Produzenten als Bindeglied auf, sei an mehreren Musical-Produktionen als Rechtsbeistand beteiligt und wirke gewissermaßen wie ein Verlag. So kümmere er sich bei großen Produktionen um die Markenrechte und sichere bekannte Stars rechtlich ab. Unter anderem arbeite er intensiv mit Udo Lindenberg zusammen. Trotz aller Termine nahm er sich zwei Stunden Zeit für uns.

H. G. Francis und er kannten sich bereits. Ich stellte ihm die Marke PERRY RHODAN vor, zeigte die internationalen Verbindungen der Serie auf. Der Rechtsanwalt stellte viele Zwischenfragen, auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen, wirkte aber stets sehr offen. Ich hatte Bücher und Heftromane mitgebracht, die ich ihm gab. Er hatte sich mit der Materie ein wenig beschäftigt und kannte PERRY RHODAN.

Dass es bislang so wenig Musik zu dem geplanten Musical gab, fand er schade. Immerhin verstand er, was H. G. Francis als Story entwickelt hatte. »Das ist nicht nur abgefahrene Science Fiction«, meinte er. Manche der spielerischen Elemente könnte auch der normale Musical-Besucher gut finden, vor allem, wenn sie schmissig präsentiert würden.

Trotzdem fand er unsere Serie »noch nicht so richtig sexy«, wie er offen zugab. Er bekomme jede Woche ein Konzept für ein neues Musical auf den Tisch – nicht nur er allein. Um ein solches Konzept umzusetzen, bräuchte man viel Zeit und Geld. Ob PERRY RHODAN dafür unbedingt tauglich sei, wüsste er nicht.

H. G. Francis argumentierte, dass der Musical-Besuch eine »Familienangelegenheit« sei, in der vor allem die Frauen den Ton angeben würden. »Meist geht der Mann eben mit, wenn die Frau sich ein Musical ausgesucht hat«, meinte er. »Bei einem PERRY RHODAN-Musical könnte auch mal der Mann sagen, ›komm, Schatz, wir gehen ins Musical‹, das könnte also eine andere Zielgruppe aufmerksam machen.«

Der Anwalt hörte sich alles an, er wirkte bis zum Ende unseres Gespräches aufgeschlossen, aber nicht begeistert. Wir vereinbarten, uns in einiger Zeit noch einmal zusammenzusetzen. Er würde unsere Unterlagen prüfen, H. G. Francis würde an der Story arbeiten. Als ich das Büro verließ und zum Auto spazierte, fühlte ich mich zwar nicht gerade euphorisch, hatte aber ein positives Gefühl …

07 Dezember 2018

Für NEO nach Frankfurt

Weil PERRY RHODAN NEO mit riesigen Schritten auf den Jubiläumsband 200 zugeht, ist es an der Zeit, mal wieder mit allen Autorinnen und Autoren an einen Tisch zu setzen. Das wird heute der Fall sein – wir treffen uns in Frankfurt, weil diese Stadt zentral liegt und sie für die meisten gut zu erreichen ist. In der Nähe des Hauptbahnhofs wurde ein kleiner Konferenzraum für uns reserviert.

Wir sprechen über die allgemeine Situation bei unserer Serie. Wie hat sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt, und was kommt mit Band 200 auf die Autoren – und später auf die Leser – in punkto Arbeit zu? Wir werden natürlich auch über Inhalte diskutieren, beispielsweise die eine oder andere Idee in die Luft werfen. Ich bin sehr gespannt auf die Versammlung, denn einige der Teilnehmer kennen sich noch gar nicht.

Sicher wird es hinterher den einen oder anderen Bericht von der NEO-Konferenz geben. Es sind ja schließlich genügend Leute vor Ort, die gern schreiben …

06 Dezember 2018

Raumschlacht im Wega-Sektor

Dieser Tage hörte ich die fünfte Folge der mittlerweile klassischen PERRY RHODAN-Hörspiele an. Im CD-Player hatte ich nicht das »Original«, sondern die Version, die 1999 auf CD veröffentlicht worden war. Mir war also durchaus bewusst, dass die teilweise sehr hektische Musik nicht die ursprüngliche war, sondern für die CD-Publikation angepasst worden war. Aber das störte bei diesem Hörgenuss nicht.

Die Geschichte ist letztlich bekannt: Die Dritte Macht ist ein zwar kleiner, aber aufstrebender Staat, der an den ersten eigenen Raumschiffen baut. Als man erfährt, dass irgendwelche Unbekannten offenbar eine Invasion des Wegasystems eingeleitet haben, fliegen Perry Rhodan und seine Begleiter dahin. Eigentlich wollen sie sich nur ein bisschen orientieren – aber sie mischen sich in den Konflikt zwischen den echsenhaften Topsidern und den menschenähnlichen Ferronen ein.

Amüsant in Szene gesetzt ist am Anfang die Überraschung des amerikanischen Generals Pounder, ehemals der Vorgesetzte des Raumfahrers Perry Rhodan. Er staunt über die Entwicklung der Dritten Macht, er ist verblüfft von jeglichem technischen Fortschritt. Die offenkundige Naivität der Arkoniden, die Rhodan mit kühlem Wissen vor den Kopf stoßen muss, fand ich als Jungleser damals toll; als erwachsener Hörspielhörer fand ich das eher unglaubwürdig.

Trotz einiger Anachronismen hat mir diese klassische Geschichte wieder einmal großen Spaß gemacht. Die Hörspiele sind dem Stil der Zeit verhaftet, das ist klar. Heute würde man das Verhalten mancher Protagonisten anders bewerten, damals fand man das ganz normal. Die Geräusche werden gut eingesetzt – Geschützdonner wirkt im Weltraum immer wuchtig … –, die Sprecher sind hervorragend.

Ganz ehrlich: Ich freue mich schon darauf, meine Zeitreise in die Frühgeschichte der PERRY RHODAN-Hörspiele fortsetzen zu können.

04 Dezember 2018

Gucky tobt auf japanisch

Ziemlich wütend sieht er aus, der kleine Mausbiber – zumindest gehe ich davon aus, dass es sich um Gucky handelt. Auf dem Titelbild des japanischen PERRY RHODAN-Taschenbuches mit der Nummer 572 wirkt Gucky auf jeden Fall weder wie ein fröhliches Pelztier noch wie ein Spielzeug für terranische Kinder, sondern eher wie der selbsternannte »Überall-Zugleich-Töter« und »Retter des Universums«.

Inhaltlich passt das. Der Band enthält die Romane »Die Goon-Hölle« und »Operation Hornissenschwarm«, beide von H. G. Francis. In beiden geht es um die Endlose Armada und einen Einsatz, an dem unter anderem Gucky teilnimmt. Dabei bekommt er sicher genügend Gründe, sich ordentlich zu ärgern …

Leider kann ich nicht lesen, ob die Übersetzung gut ist. Meine Kenntnisse der japanischen Sprache sind leider gleich null. Aber dass Gucky zornig wirkt, erkenne ich auch so, wenn ich das Buch in den Händen halte.

03 Dezember 2018

Digitales Geheimprojekt

Es hängt mit dem großen Motto dieser Tage zusammen, hat also mit »Kurs 3000« zu tun: Ich beschäftige mich in dieser Woche hoffentlich sehr oft mit einem digitalen Geheimprojekt, über das ich im Dezember 2018 und damit bald einige »ernsthafte« Informationen an die Öffentlichkeit geben kann. Über ungelegte Eier rede ich nicht so gern, weil man ja nie weiß, was sich noch verändert.

Aber: Derzeit arbeiten einige Autoren und ich, zwei Kolleginnen in der Redaktion und ein Zeichner an einem Geheimprojekt, das es im Januar teilweise schon zu lesen geben wird. »Erst im nächsten Jahr« klingt leider nicht mehr ganz so locker, wenn das nächste Jahr nur wenige Wochen entfernt ist.

Es ist ein Projekt, das aufs Engste mit Band 3000 verbunden ist, aber dennoch sehr viel Eigenständigkeit besitzt. Es wird nach Exposés geschrieben. Und ich rechne stündlich mit den ersten Texten, die ich lesen kann. Aber mehr kann und darf ich beim besten Willen noch nicht verraten ...

30 November 2018

Der Publishers Day 2018

Seit 2011 arbeitet die PERRY RHODAN-Redaktion mit der Firma Bookwire zusammen. Wir sind sehr froh, diesen Partner zu haben, der mit großer Verlässlichkeit dafür sorgt, dass unsere E-Books pünktlich bei den Kunden ankommen, und der es auch schafft, uns mit allen nur erdenklichen Verkaufsplattformen in Kontakt zu bringen. Dass die Leute bei Bookwire zudem extrem nett sind, macht die Zusammenarbeit zusätzlich sehr angenehm.

Weil mich das Thema E-Books nach wie vor interessiert, ließ ich es mir nicht nehmen, am Donnerstag, 29. November 2018, den Publishers Day des Unternehmens zu besuchen. Mit Katrin Weil – sie ist bei PERRY RHODAN unter anderem für die E-Books zuständig – fuhr ich nach Frankfurt, wo wir uns im Literaturhaus über neue Entwicklungen informierten.

Insgesamt acht Programmpunkte gab es, allesamt interessant und lehrreich. Dazwischen gab es in den Pausen viele Gelegenheiten, mit Kollegen zu plaudern, einen Kaffee zu trinken oder eine Kleinigkeit zu essen. Als wir im Zug saßen, waren wir uns einig: eine lohnenswerte Veranstaltung, bei der wir neue Ideen entwickeln konnten …

28 November 2018

Termine fürs Magazin

Sehr genau wurden die Termine fixiert, als man an die Produktion des PERRY RHODAN-Magazins 11/80 ging. Am 26. August 1980 formulierte Rolf Merkel von der Herstellungsleitung einen klaren Ablaufplan.

Unter anderem war wichtig, wann die Tableaus zur Korrektur und in die Druckerei gingen. Auffallend war, dass verschiedene Druckereien mit der Arbeit an dem Magazin beauftragt waren. Am 21. Oktober 1980 sollten die Teile des künftigen Magazins in Rastatt zusammengeführt werden, von dort aus wurde ausgeliefert.

27 November 2018

Die Bestie in mir

Bei einem terranischen Schönheitswettbewerb würden die zwei Lebewesen sicher nicht gewinnen, die Dirk Schultz aufs Titelbild des anstehenden Romans von Kai Hirdt gezaubert hat: »Die Bestie in mir« ist Band 188 unserer Serie PERRY RHODAN NEO und erscheint offiziell am 30. November 2018. Er liefert teilweise drastische Innenansichten zu Bestien und Halutern.

Wer genau in diesem Roman welche Rolle spielt, möchte ich noch nicht verraten. Das würde einen Teil der Überraschung nehmen. Aber dass ein sanftmütiges Wesen seine Probleme haben dürfte, wenn es sich mit monströsen Wesen – die zu Recht als Bestien bezeichnet werden – auf engem Raum aufhalten muss, liegt auf der Hand.

Die Leser können sich darüber hinaus auf einen Perry Rhodan freuen, der seine Fassung verliert und losbrüllt. Und sie erleben einen Gucky, der bei einem Einsatz wieder einmal über sich hinauswächst oder es zumindest versucht ...

26 November 2018

Meine Freude über die »Space Thriller«

Ein Logbuch der Redaktion

Seit einigen Wochen sind sie wieder in gedruckter Form erhältlich: die vier Bände der kurzlebigen Reihe »Space Thriller«. Ich bin sehr froh darüber, weil ich die vier Romane immer mochte. Auch nach über zwanzig Jahren empfinde ich sie als spannend und gelungen.

Ich möchte an dieser Stelle nicht nacherzählen, wie es dazu kam, dass wir sie veröffentlichen konnten. (Das müssten zwei oder drei Folgen von »Der Redakteur erinnert sich« sein ...) Ich erinnere mich allerdings noch sehr gut an die Begeisterung, die wir in der Redaktion empfanden, als wir mit dem Projekt loslegen konnten. Und ich weiß noch sehr gut, wie ich dem Vertrieb die Idee präsentierte und die sonst so strengen Vertriebsleute tatsächlich applaudierten.

Das ist lange her: Die vier Bücher erschienen im April und September 1997. In ihnen wollte ich Elemente aus spannenden Krimis mit einer Science Fiction verbinden, die ich für modern hielt. Ich wollte mich bewusst von den üblichen Wegen einer Heftromanserie entfernen und orientierte mich an Krimis und Thrillern, die in den 90er-Jahren bekannt waren.

Damit die Handlung sich stärker an Krimis orientierte, war es mir wichtig, dass die Geschichten immer auf der Erde angesiedelt waren. Wir schilderten sie zu der Zeit als Zentrum eines gut organisierten Sternenreiches, als eine Welt voller Wohlstand. Saubere Luft gehörten für mich zur Erde ebenso dazu wie eine Bevölkerung, die keine materielle Sorgen haben sollte.

Ich formulierte es schon 1997 entsprechend in meiner Ankündigung: »Raumschiffe überwinden den Abgrund zwischen den Sternen, der technische Fortschritt bringt Wohlstand mit sich, alle Menschen haben dieselben Rechte.« Aber langweilig sollte es für unsere Leser nicht sein, also schrieb ich dazu: »Doch Mafia-Strukturen, verbrecherische Gentechniker, Massenmörder und machtgierige Politiker sind auch im 49. Jahrhundert gefährliche Gegner der Menschheit.«

Im Nachhinein bin ich auf die vier Romane immer noch sehr stolz. Wir probierten damals etwas aus, das einen größeren Erfolg verdient hätte. Vor allem »Grüße vom Sternenbiest« von Robert Feldhoff halte ich für einen brillanten Roman. Mit diesem Buch, das sogar ins Tschechische übersetzt wurde, sorgte der Autor auch außerhalb der PERRY RHODAN-Fan-Szene für Aufsehen. Er erhielt dafür 1998 den Literaturpreis des Science-Fiction-Clubs Deutschland.

Die anderen Autoren legten andere Schwerpunkte. In »Eine Welt für Mörder« servierte Peter Terrid einen vertrackten Mordfall, der sich nicht so einfach auflösen ließ, in »Geheimprojekt Biothek« verlagerte H. G. Francis aktuelle Gen-Experimente in eine ferne Zukunft, und »Mauern der Macht« von Konrad Schaef erwies sich als packender Polit-Thriller.

Leider waren wir mit den Romanen nicht so erfolgreich, wie es der Buchvertrieb erhofft hatte. Ob es an den Titelbildern lag, die zu wenig nach PERRY RHODAN aussahen – »das muss alles silbern sein«, argumentierte ein Vertriebskollege –, oder an den Romanen, die sich zu weit von der eigentlichen Serie entfernten, kann man nach all den Jahren nicht mehr nachvollziehen.

Klar wurde irgendwann, dass es keine Fortsetzung geben würde. Es blieb also bei vier Büchern, die sich nicht lange im Handel halten konnten. Zu Beginn der Nuller-Jahre wurden die Restexemplare der vier »Space Thriller« verramscht, für einige Wochen waren sie für wenig Geld in den Bücherkisten großer Kaufhäuser zu finden. Ich war darüber echt traurig. In das Projekt hatte ich viel Engagement und Herzblut gesteckt, und ich bedauerte es sehr, dass es so zu Ende gebracht wurde.

Als wir einige Jahre später damit anfingen, die PERRY RHODAN-Serie zu digitalisieren, war klar, dass wir nicht nur aus den Heftromanen und Silberbänden eine Serie mit E-Books machen würden. Zu den Büchern, die ich als E-Book veröffentlichen wollte, zählten immer die »Space Thriller«. Und nachdem wir sie als E-Book im Handel hatten, wollte ich immer eine gedruckte Version haben.

Mit »Print on Demand« (kurz: PoD) – also: Druck nach Bedarf – hatten wir schon 2007 erste Experimente unternommen. Damals war der PERRY RHODAN-Band 2400 auf der Buchmesse gewissermaßen »live« gedruckt worden, was sehr gut angekommen war. Aus diesen ersten Experimenten war allerdings nicht mehr geworden.

Die »Space Thriller« boten eine gute Gelegenheit, uns in das Thema einzuarbeiten. Klaus Bollhöfener erarbeitete eine neue Reihengestaltung, wir ließen neue Titelbilder anfertigen. Dass sie sich von einem gewöhnlichen PERRY RHODAN-Titelbild unterscheiden und nicht viel mit den bisherigen Titelbildern der »Space Thriller« zu tun haben, wurde von uns absichtlich so festgelegt.

Bettina Lang kümmerte sich zusammen mit unseren Partnern von Bookwire darum, dass die neuen Bücher in den Handel gelangen würden. Und jetzt sind sie wieder da: vier modern gestaltete Paperback-Ausgaben von Romanen, die vor über zwanzig Jahren die Leser begeisterten. Spannend finde ich nach wie vor den Umstand, dass jedes Buch für jeden Kunden auf Bestellung persönlich gedruckt wird – und das bei einer Lieferzeit von knapp einer Woche! Mal schauen, wie die »Space Thriller« in der Neuzeit ankommen …

25 November 2018

Interview mit der Social-Media-Expertin

In seinem »Heftehaufen«-Blog stellt Martin Ingenhoven vor allem seine Eindrücke vor, die er bei der wöchentlichen und täglichen Lektüre von PERRY RHODAN-Heftromanen gewinnt. Dieser Tage machte er eine Ausnahme.

Unter dem Titel »Der Unsterbliche und die sozialen Medien« führte er ein Interview mit Philine-Marie Rühmann, die in der PERRY RHODAN-Redaktion für Social Media, den Internet-Auftritt im Allgemeinen, den Shop und viele andere Dinge zuständig ist. Seit diesem Wochenende pausiert sie – Grund genug, die drei Fragen zu stellen und drei Antworten von ihr zu erhalten. Lesenswert!

24 November 2018

Die beiden Rhodans

Nach wie vor halte ich es für einen originellen Kunstgriff der beiden Exposéautoren, einen zweiten Perry Rhodan in die Handlung der laufenden Serie zu bringen. Es ist kein Double, es ist kein falscher Rhodan – er ist genauso echt wie der »richtige«, nur kommt er eben aus einem anderen Universum.

(Man muss übrigens die ganzen Details dafür nicht auswendig wissen, um diesen Hintergrund zu verstehen. Denke zumindest ich.)

Den Einstieg in den Roman finde ich übrigens richtig toll, und das nicht nur, weil die Autorin eine schöne Anspielung auf den Autor Ernst Vlcek versteckt hat. Die Lage, in der sich Perry Rhodan befindet, schildert sie eindrucksvoll und konsequent; mich fesselte sie damit.

Und wenn Perry Rhodan am Ende den Satz »Ich bin nicht ganz sicher, ob ich die Situation bereits verstanden habe« von sich gibt, ist das Bestandteil eines konsequenten Abschlusses. Sehr gelungen!

23 November 2018

Die Blues als Hörbuch

Der erste PERRY RHODAN-Zyklus, den ich als Jugendlicher »am Stück« las, wenngleich nicht alle Bände und auch nicht unbedingt in der richtigen Reihenfolge, war der »Blues«-Zyklus. Die geheimnisvollen Blues waren damit neben dem Mausbiber Gucky die ersten Außerirdischen, die ich im Sommer 1977 als junger PERRY RHODAN-Leser kennenlernte.

Deshalb freute es mich sehr, als wir die Blues im Rahmen unserer Neu-Interpretation bei PERRY RHODAN NEO in die Handlung bringen konnten. In den zehn Romanen der »Blues«-Staffel schrieben die Autorinnen und Autoren über die Begegnungen der Menschen mit den fremdartigen Aliens, die in der Eastside der Milchstraße leben.

Ich habe die zehn Romane während ihrer Produktion begleitet: zuerst die Konzeption mit den Exposéautoren durchgesprochen, dann die Exposés und zuletzt die Romane gelesen. Doch jetzt liegt mir die wunderschöne CD-Box vor, auf der alle zehn Romane der Staffel als Hörbücher enthalten sind: produziert von Eins A Medien, auf fünf MP3-CDs gepackt, eine große Menge an Hörbuch-Unterhaltung also. Es juckt mich wirklich, mich für sechzig Stunden noch einmal in die fremde Welt der Blues zu vertiefen …


22 November 2018

Die Solare Residenz im Jahr 1999

»Wir sollten uns ein Wahrzeichen für Terrania überlegen«, dachte Robert Feldhoff bei einer Exposébesprechung laut. Wir diskutierten hin, wir diskutierten her, wir sprachen mit Risszeichnern und Grafikern. Heraus kam die Solare Residenz, eine fliegende Regierungszentrale gewissermaßen, die über Terrania schwebt.

Im Verlauf des Jahres 1999 diskutierten wir mehrfach darüber, dann arbeiteten wir auch mit Zeichnern zusammen. Im August 1999 kam die Solare Residenz erstmals in ein Exposé, gewissermaßen dann offiziell für die Autoren.

»Das Trümmergelände des ehemaligen HQ-Hanse, früher Imperium Alpha, wurde zu einem wunderschönen Park umgestaltet und wird von der Bevölkerung Terranias als Residenzpark bezeichnet«, formulierte es Robert in diesem Exposé. »Darüber befindet sich ein einer schwebenden Stahlorchidee ähnelndes Objekt, das über dem Residenzpark am Himmel hängt, von jedem Punkt Terranias aus deutlich zu sehen. Die Residenz ist 1010 Meter hoch und schwebt in einem Kilometer Höhe stationär über der Stadt.«

Bis heute haben wir die Solare Residenz in der Handlung unserer Serie. Sie hat manches Raumschiff und viele Figuren überdauert. Das finde ich gut.

21 November 2018

Das Kortin-Komplott

Wie sieht eine »Schöne Familie« aus, wenn ihre Angehörigen geballt auftreten? Diese Frage stellten wir uns, als es darum ging, ein Titelmotiv für den PERRY RHODAN-Roman von Uwe Anton zu finden, der am 30. November 2018 in den Handel kommen wird. Der Band erscheint unter dem Titel »Das Kortin-Komplott«, was schön geheimnisvoll klingt.

Ich finde, der Künstler hat es gut hinbekommen, die unterschiedlichen Wesen zu zeichnen, die zu dieser schönen Familie gehören, und auch den Mutanten, der auf sie blickt, finde ich stimmig dargestellt. Mich würde so ein Titelbild ansprechen, bekäme ich es als »normaler Leser« im Bahnhofsbuchhandel zu Gesicht.

Was den Inhalt angeht, so erzählt der Autor von dramatischen Entwicklungen, die anfangs eher harmlos aussehen. Was aus manchen Begegnungen werden kann, lässt sich eben auch nicht von interstellaren Machtpolitikern vorhersagen ... aber mehr verrate ich zum Inhalt jetzt wirklich nicht.

20 November 2018

Krisenbesprechung im August

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im August 1995 hatte ich das Gefühl, andauernd in einer Krise zu stecken. Die PERRY RHODAN-Redaktion war umgezogen – wir hatten neue Büros im Untergeschoss des Verlagsgebäudes bezogen, die komplett renoviert und umgestaltet worden waren. Zwar hatten wir die alten Möbel behalten, aber die Wände, die Decken und die Teppichböden strahlten nicht mehr den Mief der fünfziger Jahre aus.

Allerdings waren wir nur noch zu zweit. Kurz nach seinem Urlaub hatte Dr. Florian F. Marzin, unser bisheriger Chefredakteur, den Verlag verlassen. Sabine Bretzinger als Redaktionsassistentin und ich als Redakteur sollten zu zweit weitermachen. »Sie schaffen das schon«, hatte der Verlagsleiter in seiner lockeren Art gesagt. Auf einen Schlag hatten wir mehr Verantwortung, selbstverständlich ohne eine Veränderung des Gehaltes.

Ähnliche Sätze waren auch in anderen Abteilungen gefallen. Im Buchverlag wie im Lager hatte man viele Kolleginnen und Kollegen entlassen, es gingen unangenehme Gerüchte durchs Haus. Niemand wusste, ob die Heftromane die Kürzungs- und Kündigungswelle »überleben« würden – viele der Romanreihen, die vor allem für ein weibliches Publikum verfasst wurden, stellten in diesen Monaten ihr Erscheinen ein.

Die PERRY RHODAN-Besprechung am 21. und 22. August 1995 fand deshalb in angespannter Stimmung statt. Nachdem die bisherigen Exposérunden von Dr. Florian F. Marzin geleitet worden waren, saß ich an diesen zwei Tagen erstmals allein mit Ernst Vlcek und Robert Feldhoff zusammen. Wir fanden allerdings schnell zu einem guten Arbeitsklima.

So waren wir uns vor allem in einem rasch einig: Wir entschlossen uns, die bisherigen Entwürfe für einen neuen Zyklus, die Florian bevorzugt hatte, zum größten Teil zur Seite zu legen. Einige Elemente wollten wir übernehmen, aber nur in geringer Dosierung. Die von Robert angedachte Idee einer »Koalition von Thoregon« fand Ernst erfreulicherweise ebenso gut wie ich. Robert hatte mir seine Idee am Rande des Schreibseminars in Wolfenbüttel erzählt, sie hatte aber keine Gnade vor Florians Augen gefunden.

»Wir haben damit eine Möglichkeit, einen großen Handlungsbogen über Hunderte von Bänden zu spannen«, argumentierte Robert. Spannende Geschichten und kosmische Entwicklungen sollten sich auf diese Weise gut einbauen lassen. Auch Ernst fand den Ansatz sehr gut, die beiden stellten sich darauf ein, abwechselnd an dem künftigen Zyklus zu arbeiten. Wer welchen Bereich übernehmen sollte, definierten wir noch nicht – Robert sollte die ersten Exposés für den neuen Zyklus allein erarbeiten, wir anderen sie dann mit ihm diskutieren.

Robert hatte gleich eine weitere Idee: »Das Symbol für die Thoregon-Idee ist eine Wabe – die kann man dann sogar fürs Marketing einsetzen.« Er schlug vor, dass jeder Koalitionär für eine Seite der Wabe stehen solle. Die Terraner sollte der sechste Teil der Koalition werden, für die anderen brauchte man möglicherweise weitere Symbole.

»Einer von den sechs Koalitionären ist ›böse‹, der hat die Cortez quasi in Marsch gesetzt«, formulierte ich anschließend im Protokoll der Besprechung. »Und wenn gegen Ende der Cortez-Handlung die Mutter gekillt wird – dann findet man an Bord ihres Raumschiffes das Symbol einer Wabe ...« Es sollte später alles anderes werden; dass dies im Verlauf eines Zyklus normal ist, ahnte ich zu diesem  Zeitpunkt allerdings noch nicht.

Ich war nicht zufrieden, wie die Milchstraße in den vergangenen Zyklen dargestellt worden war, und das sagte ich den Kollegen. »Nach den 700 Jahren, die Perry Rhodan verloren hat, müsste doch alles umgekrempelt sein«, argumentierte ich. Wir sollten einige Dinge grundlegend verändern, um dann die Handlung vor »eine neu definierte Milchstraße« zu stellen.

Im Gespräch entwickelte Robert Feldhoff das sogenannte Camelot-Konzept weiter, das er bisher nur gegenüber mir erwähnt hatte. »Wir trennen die Aktivatorträger von der Menschheit«, schlug er vor. »Wir entfremden sie, und wir lassen sie einen eigenen Verein aufziehen.«

Ernst Vlcek fand die Idee ebenfalls gut. »Nach der Rückkehr aus Hirdobaan haben die Aktivatorträger zuerst die Imprint-Süchtigen geheilt, aber mit großer Sorge die beginnende Desintegration des Galaktikums beobachtet«, formulierte ich im Protokoll. »Aus Frust über die Entwicklung hat man sich entschlossen, ein ›eigenes Ding‹ durchzuziehen.«

Wir wollten Homer G. Adams als Finanzgenie ins Zentrum der Handlung stellen. Er sollte eine starke Geheimorganisation aufbauen und finanzieren, »unter anderem durch Beteiligung an diversen Firmen etc.«. Verschiedene Regierungen sollten die Aktivatorträger heimlich unterstützen. Namhafte Wissenschaftler sollten sich ebenfalls als Helfer finden.

Dass die Aktivatorträger um Rhodan sich auf der Geheimwelt Camelot ansiedeln sollten, war eine Idee von Ernst Vlcek. Für die neue Organisation hatten wir noch keinen vernünftigen Namen; wir wussten zu diesem Zeitpunkt nur, dass der Planet nicht zu weit von der Erde entfernt sein sollte, »maximal 10.000 Lichtjahre, und gut versteckt«.

Die Siganesen sollten nach Camelot auswandern, verschiedene Untergrundgruppen von Atlan koordiniert werden. Vor allem Ernst wollte die Siganesen zu Rhodan und seinen Gefährten führen – er wollte die kleinwüchsigen Menschen gern in der Handlung seiner Romane auftauchen lassen.

Auch wenn wir viele Überlegungen, die von Florian gekommen waren, über Bord warfen, übernahmen wir doch einige Elemente, die sich als knifflig erwiesen. Eines davon war das neue große Raumschiff für unsere Helden. Ich fand die Idee eines Raumschiffes, das sich in dreizehn Einzelteile zergliedern ließe, richtig toll – die beiden Exposéautoren sahen einige Probleme. »Das kann man einmal erzählen«, meinte Robert, »und danach wiederholt sich alles.«

Immerhin fixierten wir einen Namen: Das Schiff sollte GILGAMESCH heißen. Die einzelnen Zellen sollten die Namen GILGAMESCH 1 bis 13 tragen, aber auch eigene Namen bekommen. Jeder Zellaktivatorträger sollte sein eigenes Schiff erhalten, und der Name sollte sich eng mit seiner Geschichte verbinden. So sollten beispielsweise Frauennamen gewählt werden.

Das Protokoll enthält hier eine verwirrende Formulierung: »Beispiel: Atlans Schiff heißt KYTOMA«, schrieb ich – und ich meinte hundertprozentig Alaska Saedelaere. Aber solche Verwirrungen waren in dieser Phase, in der wir den »Thoregon«-Komplex starteten, wohl nicht zu vermeiden …

19 November 2018

Terrania als Schwerpunkt

Wieder einmal erwies sich eine aktuelle Ausgabe der Zeitschrift »SOL« als eine wahre Wundertüte. Ich las die Nummer 92 des Heftes, das die PERRY RHODAN-FanZentrale herausgibt, am Wochenende; auch diesmal fühlte ich mich gut unterhalten und informiert. Das liegt sicher am Schwerpunkt – die Metropole Terrania City ist einfach ein sehr schönes Thema.

Auf vier Seiten präsentiert das Heft die vierfarbigen Ansichten, die der Grafiker Stefan Wepil zu Terrania erstellt hat. Sie zeigen die Hauptstadt der Erde, wie sie im Verlauf der PERRY RHODAN-Serie präsentiert wird, in bläulichen und weiß schimmernden Bildern, vor allem Hochhäuser und interessante Gebäude.

Dazu kommen Kurzgeschichten – unter anderem von PERRY RHODAN-Autor Wim Vandemaan – sowie Artikel. Man hätte sicher noch mehr über dieses Thema schreiben können, aber es muss ja auch Raum für spätere Beiträge bleiben. Ich fand's spannend. Ebenso spannend fand ich den Auszug aus dem Roman »Schlund«, in dem der Autor Karl Nagel von seiner Sozialisation durch »Schundromane« erzählt.

Schön sind die Interviews. Uwe Anton wird ausführlich zu seinen Arbeiten außerhalb unserer Serie befragt, Andreas Eschbach verrät nur wenig über sein anstehendes PERRY RHODAN-Buch, beide Autoren erweisen sich als unterhaltsame und kompetente Gesprächspartner. Solche Interviews mag ich immer.

Dazu kommen die üblichen Rubriken einer »SOL«-Ausgabe. Aktuelle Romane werden besprochen, es gibt Vereins-Interna sowie Hintergründe zu fannischen Aktivitäten, ergänzt durch die Steampunk-Fortsetzungsgeschichte, die Jörg Isenberg unter dem Titel »Projekt Vertigo« erzählt. Die 68 Seiten im professionellen Layout lesen sich gut – ein Heft, das ich jedem nur empfehlen kann. (Zu beziehen bei der PERRY RHODAN-FanZentrale.)

16 November 2018

Die HARUURID-Mission

Es ist ein eindrucksvolles Titelbild, finde ich: ein Oxtorner im Kampf mit einem der sogenannten Balkenroboter. Für den Roman von Michelle Stern, der den Titel »Die HARUURID-Mission« trägt, hat Dirk Schulz hier eine passende und packende Illustration gefunden, das hat mir sehr gut gefallen.

 Ich finde, dass die Titelbilder von Heftromanen immer mal wieder etwas »knallendes« bieten müssen. Sowohl am Kiosk als auch im E-Book-Shop müssen sie einfach ins Auge fallen.

Im Roman selbst haben mir vor allem die »Gedankensplitter« gefallen, bei denen die Autorin die Innensicht einer Figur besonders stark beleuchtet. Das kann man nicht immer machen – mir gefallen solche Innensichten aber meist sehr gut. Da wird dann eben weniger Action vermittelt, es gibt keine interstellaren Intrigen, sondern es geht um eine Figur. Schön!

Davon werden sich die Leser überzeugen können, wenn der Roman in der nächsten Woche offiziell in den Handel kommt. (Enthalten ist übrigens auch ein interessantes Interview mit Christian Montillon, in dem es um seine Arbeit außerhalb unserer Serie geht.)

15 November 2018

PERRY RHODAN-Extra im März 1999

Bevor es Heftromane gab, die unter dem Begriff PERRY RHODAN-Extra veröffentlicht wurden, nutzte die Redaktion den Begriff dazu, auf Besonderheiten bei den Exposés hinzuweisen oder die Autoren mit internen Schreiben zu informieren. Am 1. März 1999 wurde ein PERRY RHODAN-Extra an alle Autoren verschickt, das sich mit zwei »Haupt-Nebenpersonen« beschäftigte.

Die eine der zwei Figuren war der Halute Blo Rakane. Es wurde klargestellt, wie er sich verhält; zudem wurden die Anredeformen der Haluter endlich einmal klar definiert. Icho Tolot sei der einzige Haluter mit Sonderregel: »Der darf geduzt werden, und er tut es auch«, schrieb ich damals.

Die andere Figur ist der Oxtorner Monkey. Für diesen legte ich noch einmal fest, dass er schweigsam sei und nur das nötigste sagen würde. Und, ganz wichtig: »Monkey kennt keinen Humor, zumindest tarnt er ihn erfolgreich.«

14 November 2018

Schlacht ums Gondunat

»Ich habe den Zenit meiner Leistungsfähigkeit längst überschritten.« In seinem aktuellen PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche mit der Bandnummer 2987 in den Handel kommt, blickt Michael Marcus Thurner wieder einmal tief in das Innenleben einer seiner Hauptfiguren. Das einleitende Zitat stammt von dieser Figur.

Wir erfahren mehr über ein ungewöhnliches Lebewesen, das auf eine lange Geschichte zurückblicken kann und sich häufig für den Frieden einsetzt. Vor allem erfahren die Leser aber mehr über aktuelle Entwicklungen, die das Goldene Reich und die Thoogondu betreffen.

Bekanntlich handelt es sich bei den Thoogondu um Wesen, die vor Jahrzehntausenden in der Milchstraße siedelten, bevor sie aus dieser vertrieben wurden, um in einer fernen Sterneninsel ein neues Imperium zu errichten. Erst seit kurzem besteht weder Kontakt zu den Bewohnern der Menschheitsgalaxis – und dieser Kontakt hat sich vor allem in mehreren Konflikten entladen ...

13 November 2018

Andreas Eschbach auf sieben Seiten

Die Kolleginnen und Kollegen bei Fischer TOR haben ihren aktuellen Prospekt verschickt – er geht nicht an die sogenannten Endverbraucher, sondern richtet sich an die Angestellten in Buchhandlungen sowie an die Presse. Freundlicherweise erhalten Verlagskollegen wie ich ebenfalls ein Exemplar des 28 Seiten umfassenden Prospektes.

Dessen Titelbild ziert übrigens gleich das Motiv des PERRY RHODAN-Romans, den Andreas Eschbach verfasst hat und der im Frühjahr 2019 erscheinen wird. (Man kann ihn übrigens bereits vorbestellen ...)

Auf insgesamt sechs Seiten im Innenteil wird dann das Buch vorgestellt. Es gibt Informationen zur PERRY RHODAN-Serie und zu Andreas Eschbach, die Verbindungen zur Mondlandung im Juli 1969 und zu Band 3000 unserer Serie werden hergestellt. Darüber hinaus wird gezeigt, wie der »Space-Seller« – so nennt es der Verlag in dieser Broschüre – beworben werden soll.

Das sieht alles sehr faszinierend und spannend aus, die Buchhändlerinnen und Buchhändler sollten damit sehr gut angesprochen werden. Ein gelungener Marketing-Auftakt für ein Buch, auf dessen Erscheinen ich mich schon sehr freue!

12 November 2018

Robert Corvus und seine PERRY RHODAN-Romane

Ein Logbuch der Redaktion

Welche Rolle der Schriftsteller Robert Corvus im Umfeld der PERRY RHODAN-Serie hat, lässt sich sehr konkret sagen: Er ist kein »festes« Mitglied im Autorenteam, schreibt aber seit Jahren an der Serie sowie an diversen Nebenserien mit. Weil er das so regelmäßig tut, könnte man ihn als »Stammgastautor« bezeichnen.

Nach über einem Dutzend Romane, die er für PERRY RHODAN, PERRY RHODAN-Stardust und PERRY RHODAN NEO geschrieben hat, ist dies sicher ein angemessener Begriff. Seine Romane bereichern das Perryversum, er führt neue Figuren ein und schildert spezielle Schauplätze.

Im Rahmen dieses Textes soll es nicht um seine zwei Romane für die Nebenserie PERRY RHODAN-Stardust gehen, auch nicht um die fünf Romane, die er für PERRY RHODAN NEO geschrieben hat, den alternativen Entwurf zum größten Science-Fiction-Universum der Welt – es geht schlichtweg um die wöchentliche Serie.

Seinen Einstand gab der Autor gleich mit einem Doppelband. Nie zuvor war ein Gastautor mit einem derartigen Paukenschlag bei PERRY RHODAN in Erscheinung getreten. Selbst Bestsellerautoren wie Andreas Eschbach und Markus Heitz, Tanja Kinkel und Gisbert Haefs hatten vor allem Einzelromane verfasst, wenn sie für die größte Science-Fiction-Serie der Welt tätig wurden.

Ganz anders Robert Corvus: Sowohl »Ein Stern in der Dunkelheit« (Band 2824) als auch »Unter dem Sternenbaldachin« (Band 2825) wurden im Oktober 2015 veröffentlicht. Der Autor hatte die Aufgabe, gleich eine ganze Gruppe unterschiedlichster Figuren zu schildern, die wiederum mit durchgeknallten Robotern und seltsamen Außerirdischen zu tun hatten.

Mit den beiden Romanen stieß er sowohl bei der Redaktion als auch bei den Lesern auf große Zustimmung. Die spannende Handlung wurde ebenso gelobt wie die Charakterisierung der Hauptpersonen. Rund ein Jahr später konnte der Autor erneut für die Serie aktiv werden.

Der zweite Doppelband spielte in einer fernen Galaxis, in einer Sterneninsel, die offenbar vom Untergang bedroht ist. Zuerst muss sich Perry Rhodan dort völlig allein durchschlagen, dann eilen ihm seine Freunde zur Hilfe. »Unter allem Grund« (Band 2884) und »Der Leidbringer« (Band 2885) erzählen nicht nur von interstellaren Verwicklungen, sondern ebenso von Manipulationen in Gehirnen und bei Informationen.

Beide Romane erschienen Ende 2016. Wieder hatte der Autor die Aufgabe, über verschiedene Außerirdische und ihre jeweiligen Kulturen zu schreiben. Er schloss sich mit seinen Kollegen kurz und arbeitete viele Datenblätter durch, damit alles stimmig und glaubhaft klang. Wieder gelang ihm diese Aufgabe zu allgemeiner Zufriedenheit.

Im Sommer 2017 kam sein nächster Doppelband in den Handel: Die zwei Romane »Riss im Lügennetz« (Band 2911) und »Der letzte Galakt-Transferer« (Band 2912) wurden veröffentlicht.
Wieder hatte der Autor nicht nur die Aufgabe, eine spannende Geschichte zu erzählen; er musste darüber hinaus viele Aliens vorstellen und in einen Zusammenhang stellen. Mit seinen Hauptfiguren – darunter Perry Rhodan selbst – hatte er zudem sorgsam umzugehen und sie sinnvoll durchs Geschehen zu führen. Die Redaktion und die Leser waren vom Ergebnis erneut sehr angetan.

Mit »Der Mann von den Sternen« (Band 2953) wurde der Autor im Jahr 2018 erneut für die Serie aktiv. Diesmal erzählte er von Atlan, einer der beliebtesten Figuren der PERRY RHODAN-Serie überhaupt. Und auch bei diesem Roman zeigte er sein Talent, originelle Figuren zu zeichnen und sie mit Leben zu erfüllen. Nicht nur die menschlichen Begleiter, mit denen Atlan unterwegs ist, sondern auch die Außerirdischen wirken so lebensnah, wie Aliens in der Science Fiction eben sein können.

Robert Corvus ist ein besonderer Autor, der seinen eigenen Stil hat, seinen eigenständigen Blick auf die Welt. Das vergisst er auch dann nicht, wenn er für eine Serie wie PERRY RHODAN arbeitet …

(Dieser Text wurde für das Fanzine »Neuer Stern« verfasst; ich dachte aber, er passe auch gut auf diese Internet-Seite. Und wir freuen uns schon auf einen neuen Roman von Robert Corvus, der im Perryversum spielen wird.)

10 November 2018

Werbetexte am Samstag

Seit ich meine ersten »werbenden« Texte für PERRY RHODAN geschrieben habe – ob man sie nun für die eigentliche Werbung oder für die Öffentlichkeitsarbeit gebraucht hat –, kenne ich das Problem: Ich muss etwas aussagen, das ein wenig Substanz hat, darf aber nicht zu viel verraten, damit es die Spannung nicht nimmt. Im Vorfeld von Band 3000 ist das noch komplizierter als sonst, scheint mir.

Am heutigen Tag habe ich mich mit Texten beschäftigt, die wir im November, Dezember und vor allem im Januar benötigen werden. Womit bewerben wir wann den neuen Zyklus, der mit dem Band 3000 beginnt? Wann geben wir bekannt, welche Hauptpersonen es gibt? Wann benennen wir die »galaktische Großwetterlage«, wie man das früher gern bezeichnet hat?

Bisher stehen Vorschläge und Konzepte, ich habe Textzeilen entwickelt und einige Slogans. Bis zum Montag sollte ich mehr haben. Dann bespreche ich das mit den Kolleginnen und dem Kollegen in der Marketing-Abteilung – sie brauchen solche Texte schließlich bald –, und wir werden aus den Vorschlägen brauchbare Texte entwickeln.

09 November 2018

Eine Lieferung aus Japan

Erhalten wir in der Post ein dick verschnürtes Paket aus Japan, ist die Freude immer groß: So schön es ist, die neuen Romane im Internet zu bewundern – noch toller finde ich es, die Bücher dann »in echt« in der Hand zu halten. Heute hatten wir wieder ein solches Paket auf dem Tisch, das Belegexemplare unserer japanischen Ausgabe enthielt.

In diesem Fall handelt es sich um einen recht neuen Band von PERRY RHODAN NEO – ich habe mir die Figuren nie so »mangaesk« vorgestellt, finde diese Gestaltung aber echt stark – sowie zwei aktuelle Bände von PERRY RHODAN. Die Darstellung der SOL passt gut zu meiner Vorstellung, auch den visionären Blick von Perry Rhodan – ich denke, das ist er – gefällt mir sehr gut.

In mancherlei Hinsicht sind unsere japanischen Partner wie eine »Black Box« für mich. Wir arbeiten mit der Agentur zusammen, ich habe noch nie mit einem der Zeichner oder Übersetzer kommuniziert. Letztlich ist das aber egal – wenn so schöne Titelbilder und Bücher dabei herauskommen, bin ich schon mal zufrieden …

08 November 2018

Köln als Stadt des Perryversums

An einem Tag, an dem ich erfahre, dass Achim Mehnert viel zu früh verstorben ist, denke ich unweigerlich an andere Autoren, die unsere Serie geprägt haben und bereits gestorben sind. Drei Schriftsteller, die in Köln lebten und die ich stets als »Kölner« betrachtet haben, kommen mir dabei in den Sinn.

Achim Mehnert stellte mir in den frühen 90er-Jahren auch einmal Harvey Patton vor. Wir saßen bei einem ColoniaCon zusammen, er als erfahrener Autor, ich als junger Redakteur, und unterhielten uns über mögliche neue Projekte. Harvey Patton verewigte sich mit nur einem Heftroman und einigen Taschenbüchern im Perryversum, dazu kamen ATLAN-Heftromane. Ich habe ihn als sympathischen älteren Herrn in Erinnerung.

Mit einem Sinn für skurrilen Humor ausgestattet war Thomas Ziegler. Ich mochte die Kurzgeschichten und Romane, die er vor seiner Zeit bei PERRY RHODAN schrieb, und ich fand seine Romane in unserer Serie toll. Bei seiner Beerdigung im September 2004 saß Achim Mehnert mit mir in einer Reihe der Friedhofskapelle; wir waren beide sehr traurig.

Ähnlich traurig, fast verstört wie heute fühlte ich mich im Dezember 1998 – auch da war Achim Mehnert dabei. Wir trugen damals Peter Terrid zu Grabe, ein Autor, der sich mit vielen tollen Ideen um unsere Serie verdient gemacht hatte und eigentlich noch viele Ideen einbringen wollte.

Inklusive Achim Mehnert, der mich heute viel in meinen Gedanken begleitet hat, sind das vier Autoren, die das größte Science-Fiction-Universum der Welt bereichert und erweitert hatten. Ich werde heute abend »im Geiste« mit ihnen anstoßen. (Und mich an das denkwürdige Bild erinnern, das der PERRY RHODAN-Dokumentarfilm zeigte: die SOL über Köln ...)

07 November 2018

Arbeiten an der Dunkelwelt

Jeden Mittwoch gibt es in der PERRY RHODAN-Redaktion eine interne Teamrunde. Wir sitzen alle um einen Besprechungstisch und gehen aktuelle Projekte durch: Wo stehen wir, was ist zu tun, wo fehlt noch Input, welche Verträge stehen derzeit an? Weil wir derzeit so viele Projekte parallel ans Laufen gebracht haben, konzentrieren wir uns in dieser Runde meist auf Schwerpunkte.

Das mache ich auch bei meiner Arbeit. So gibt es Tage, an denen ich mich vor allem um den PERRY RHODAN-Band 3000 kümmere, und Tage, an denen ich Texte für aktuelle Silberbände schreibe. Heute geht es unter anderem um die »Dunkelwelten«-Trilogie, bei der ich viel zu kommunizieren habe.

Die drei Taschenbücher erscheinen bei Bastei-Lübbe, die E-Books machen wir aber selbst – da müssen einige Dinge frühzeitig geregelt werden, damit es nicht zu einem Durcheinander kommt. In den vergangenen Tagen hatte ich mehrfach mit den Autoren kommuniziert. Das Projekt wächst und gedeiht, die Kollegen bei Bastei-Lübbe sind ebenso darauf eingestellt wie wir.

Natürlich müssen die Romane gut werden, aber wichtig ist eben auch, dass mit der Produktion alles klar läuft. Da müssen viele Rädchen ineinander greifen, und all diese Dinge versuchen wir in der Redaktion und im Marketing so früh wie möglich vorzubereiten. Das erste Taschenbuch erscheint schließlich Ende April 2019 – das ist nicht mehr so fern vom heutigen Tag entfernt …

06 November 2018

Kurs 3000 und darüber hinaus

In diesen Tagen und Wochen sind die Autorinnen und Autoren im PERRY RHODAN-Team auf verschiedenen Zeitebenen unterwegs. Anders kann man es kaum formulieren. Während die einen noch letzte Hand an den Abschluss des »Genesis«-Zyklus anlegen, entstehen bereits Exposés, Datenblätter und Romanskizzen zum neuen Zyklus, der mit Band 3000 beginnen wird.

Die ersten Exposés haben wir in der vergangenen Woche an das Autorenteam verschickt, diese Woche sind weitere gefolgt. Ebenso gibt es neue Datenblätter, die einiges zu wichtigen Hauptfiguren festlegen. Das alles sind Grundlagen für einen PERRY RHODAN-Zyklus, der bis Band 3099 reichen wird und darüber hinaus wirken soll ...

Ich finde es in diesen Tagen auch bemerkenswert, wie die Rädchen ineinander greifen. Nicht nur die Autorinnen und Autoren, ebenso das Team in der Redaktion und im Marketing – viele Aktionen laufen derzeit an, die uns im Jahr 2019 hoffentlich viel Freude machen werden. Um es klar zu sagen: Wir leben in faszinierenden Zeiten!

05 November 2018

Es ist das größte Abenteuer

Seit die Kollegen bei Fischer TOR und wir bekannt gegeben haben, was ab dem 27. Februar 2019 auf die Leser zukommen wird, mehren sich die Fragen und Spekulationen. Eine wichtige Frage, die offenbar viele Leser beschäftigt: Wie sehr ist »Perry Rhodan - Das größte Abenteuer« in die Handlung der größten Science-Fiction-Serie eingebettet, ist sie »kanonisch«, oder hat sich der Autor irgendwas ausgedacht?

Um es klar zu sagen: Für diesen Roman recherchierte Andreas Eschbach sehr intensiv. Er las noch einmal die Romane, in denen Perry Rhodans Jugend thematisiert wird, und er stellte Fragen an die Exposéautoren sowie an die Redaktion. Sein Roman kann – wenn man möchte – künftig dann »vor« dem eigentlichen Band eins einsortiert werden.

Ich kenne »nur« das Manuskript, nicht die Version, die in den Satz und dann in den Druck gehen wird. Aber mich hat das Manuskript sehr beeindruckt: Auch jemand wie ich, der sich mit der Serie wirklich gut auskennt, wird viele neue Gesichtspunkte zum ersten Menschen auf dem Mond kennenlernen.

(Übrigens kann man das Buch schon jetzt vorbestellen. Es gibt auch eine E-Book- und eine Hörbuchversion. Und wir werden bald auch mehr zum Inhalt verraten.)

02 November 2018

Aufstand der Goldenen

Sie sehen ja einigermaßen entspannt aus auf dem Titelbild, finde ich, die zwei Helden des aktuellen Romans unserer Serie PERRY RHODAN NEO: Sowohl Perry Rhodan als auch Icho Tolot wirken nicht ganz so gestresst, wie sie es angesichts der Situation eigentlich sein müssten, die sie auf dem Planeten Altin vorfinden. Dirk Schulz hat trotzdem sehr gut die Elemente eingefangen, die in »Aufstand der Goldenen« die Handlung tragen.

Susan Schwartz musste in diesem Roman, der mit der Bandnummer 186 am heutigen Tag offiziell in den Handel gekommen ist, nicht nur die Situation auf dem Planeten Altin schildern. Sie hatte auch die Aufgabe, eine Zivilisation zu zeigen, die von einer unfassbaren Gefahr bedroht wird. Der Aufstand, um den es in diesem Roman geht, ist ja nur eines der Probleme für die Planetenbewohner …

Was mir übrigens gut gefallen hat, ist eine moralische Frage, die von der Autorin in ihrem Roman thematisiert wird. Die werde ich an dieser Stelle nicht im Detail erklären, aber es geht um folgendes: Darf man, um viele Menschen oder andere Lebewesen zu retten, zu einem mehrfachen Mörder werden? Muss man das vielleicht sogar?

31 Oktober 2018

Zwanzig Jahre Traversan

Ein Logbuch der Redaktion

Zu den Projekten, die ich in meiner Zeit als PERRY RHODAN-Redakteur verwirklichen konnte und auf die ich immer noch stolz bin, zählt die Miniserie ATLAN-Traversan, auch als »Traversan«-Miniserie oder »Traversan«-Zyklus bekannt. Am 13. Oktober 2018 sind genau zwanzig Jahre vergangen, seit der erste Roman der Miniserie veröffentlicht worden ist.

Das war »Admiral der Sterne« von Robert Feldhoff, ausgestattet mit einem actiongeladenen Titelbild von Swen Papenbrock. Weitere elf Romane folgten, später gab es eine Buchausgabe, und heute gibt es die gesamte Serie in Form von E-Books.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht so viel zur Entstehungsgeschichte des »Traversan«-Zyklus erzählen – das ist ein ganz anderes Thema. Hier und heute geht’s nur um das Jubiläum. Erst im Nachhinein wurde mir klar, wieviel wir eigentlich in diesem Sommer und Herbst 1998 ausprobiert hatten und wie viel davon auch gut funktioniert hatte.

Für dieses Projekt hatten wir nach einer viel zu kurzen Vorbereitungszeit ein hektisches »Go!« der Geschäftsleitung erhalten. Gegen jegliche Überzeugung aus dem Vertrieb, in dem man nicht glaubte, dass wir Erfolg haben würden, konnte sich die Serie dann doch sehr gut verkaufen.

Sabine Bretzinger, heute Sabine Kropp, damals Redaktionsassistentin, und ich steuerten das Projekt. Es brachte uns zeitweise in arge Terminnöte, wir leisteten viele unbezahlte Überstunden, aber wir konnten es erfolgreich verwirklichen. Als Lektor manövrierte uns Hermann Ritter durch alle Engpässe.

Sicher war ausschlaggebend, dass wir viele Dinge ausprobieren konnten, und man uns in manchen Bereichen freie Hand ließ. Zum ersten Mal war Robert Feldhoff als alleiniger Exposéautor tätig. Nach einer recht kurzen Besprechung in Hamburg legte er los, nicht mit Ernst Vlcek als Partner, sondern allein. Damit bewies der Autor, dass er in der Lage war, sehr diszipliniert und termingenau die Exposés zu schreiben, wobei er sich auf die Erfordernisse der einzelnen Autoren einstellte.

Zum ersten Mal arbeiteten wir mit Rainer Castor über einen längeren Zeitraum zusammen. Er lieferte Hintergründe zu den Exposés, erstellte ein komplettes Lexikon für die Zeit des alten Arkon-Imperiums und erarbeitete unfassbar viele Details. Unter anderem recherchierte er, welche Angaben zu Uniformen oder Abzeichen in den sogenannten ATLAN-Jugendabenteuern zu finden waren, um sie dann für die neue Miniserie zu extrapolieren.

Nachdem ich den Schriftsteller schon als jemanden kennengelernt hatte, der für Hans Kneifels ATLAN-Romane wertvolle Arbeiten leistete und der gute Taschenbücher schreiben konnte, war ich nun fassungslos, wie eindeutig und umfangreich er seine Datenpapiere erarbeitete. Rainer Castor wusste nicht nur offenbar alles, was die »alte« arkonidische Geschichte anging, er konnte es zudem so verschriftlichen, dass die Autoren damit arbeiten konnten.

Bei den Autoren wiederum setzten wir auf erfahrene Leute: Robert Feldhoff als Exposéautor musste den Startband schreiben, dann übernahmen die Kollegen – schließlich brauchten wir ihn für die wöchentlichen PERRY RHODAN-Romane. Hans Kneifel war gesetzt, für mich war er nach all den Jahrzehnten der ATLAN-Autor schlechthin, und ich wusste, dass er den alten Arkoniden gut in Szene setzen würde.

Dass Rainer Castor als Datenexperte ebenfalls mitschreiben sollte, verstand sich von selbst. Peter Terrid und Hubert Haensel zählten für mich zu den jungen Autoren, die sich in der wöchentlichen Serie und bei den Taschenbüchern längst bewährt hatten. Zudem waren sie bei der alten ATLAN-Serie dabei gewesen, und ich wusste, wie sehr sie darauf brannten, den Arkoniden erneut in gefahrvolle Situationen zu bringen.

Zwei Autoren wollte ich bei dieser Miniserie unbedingt ausprobieren. Rainer Hanczuk hatte kurz zuvor ein Manuskript eingereicht, das für die Reihe der Planetenromane gedacht war – ich fand, dass der junge Schriftsteller einen guten Stil hatte, der auch zu uns passen würde. (Es sollte bei diesem einen Gastspiel bleiben. Mittlerweile ist er als Autor von Thrillern unter dem Namen Rainer Löffler erfolgreich.)

Bei Frank Borsch war ich ebenfalls sehr gespannt, wie er sich bewähren würde. Wir hatten uns kurz zuvor im Rahmen eines Seminars an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel kennengelernt – sein erster Roman für das Perryversum sollte den Weg zu einer Zusammenarbeit über viele Jahre hinweg bahnen.

Der »Traversan«-Zyklus bot viele Chancen, uns und den Autoren. Die spannenden Romane blieben mir ebenso im Gedächtnis wie die Abläufe bei dieser Arbeit. Dass dies schon zwanzig Jahre her ist, verblüfft mich allerdings schon …

30 Oktober 2018

Zwei NEO-Exposéautoren zu Besuch

Der Dienstag, 30. Oktober 2018, brachte zwei wichtige Besucher in die Räumlichkeiten der PERRY RHODAN-Redaktion: Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm kamen vorbei, um sich mit uns über den aktuellen Stand der Dinge sowie die nähere Zukunft von PERRY RHODAN NEO zu unterhalten.

Immerhin wird Band 200 der Serie im Mai 2019 erscheinen. Da müssen wir uns bereits jetzt erste Gedanken zum Inhalt sowie zum Marketing machen.

Die beiden Exposéautoren, die seit bald zwei Jahren für die Steuerung dieser Serie verantwortlich sind, unterhielten sich mit den Kollegen aus dem Marketing über aktuelle Pläne. Sie präsentierten zudem eigene Ideen, die ab dem Frühjahr 2019 an die Öffentlichkeit kommen dürften.

Mit mir unterhielten sie sich über die inhaltlichen Überlegungen. Ich hatte in den vergangenen Tagen und Wochen einige Arbeitspapiere der beiden gelesen, die mir allesamt sehr gut gefallen hatten. Zu diskutieren gab es die eine oder andere Frage; wir machten uns zudem Gedanken über Veränderungen im Autorenteam.

Natürlich ging es bei unserem Gespräch auch um die Erwartungen, die Leser in Foren und bei persönlichen Treffen äußern. Nicht alles kann man übernehmen, nicht jeder Wunsch lässt sich umsetzen. Aber wir schauen uns an, was wir in welcher Form aufgreifen können.

(Das Foto zeigt mein Büro und die Herren – von links – Rüdiger Schäfer, Klaus N. Frick und Rainer Schorm. Das Foto wurde von Philine-Marie Rühmann geschossen.)

29 Oktober 2018

Leo Lukas und der Sonnenmord

Wer sich fragt, wer die cool aussehende Frau auf dem Titelbild des demnächst erscheinenden PERRY RHODAN-Romans ist: Dabei handelt es sich um Orla Trant, so viel kann ich an dieser Stelle schon verraten. Leo Lukas stellt die Wissenschaftlerin in seinem Roman mit dem Titel »Sonnenmord« vor, und Arndt Drechsler hat ihr ein beeindruckendes Denkmal geschaffen. Das finde zumindest ich.

Worum es in dem Roman mit der Bandnummer 2986 geht, lässt sich in wenigen Sätzen kaum zusammenfassen. Der Autor lässt in »Sonnenmord« die Angehörigen unterschiedlicher Zivilisationen auftreten und bietet den Lesern zudem ein offenes Ende an – zumindest für einen der Handlungsebenen, die er zeigt.

Mir gefallen Romane, in denen »alte« Schauplätze neu in die Handlung gebracht werden. Meine Erinnerungen an die frühere Lektüre vermischen sich dann mit den neuen Eindrücken, im Geist vergleiche ich die unterschiedlichen Episoden aus verschiedenen Jahren. Das gelingt beim »Sonnenmord« auch sehr gut, finde ich.

27 Oktober 2018

Die Kupferfarbene Kreatur

Zur Kultur jener Wesen, die die Eastside der Galaxis bevölkern und von den Terranern gern als »Blues« bezeichnet werden, zählen die sogenannten Kreaturen. Für manche Jülziish – so nennen sich die »Blues« in ihrer eigenen Sprache – handelt es sich um Gottheiten, andere benutzen sie, wie Menschen im katholisch geprägten Süddeutschland etwa die Heiligen anrufen.

Der anstehende PERRY RHODAN-Roman, den Hubert Haensel verfasst hat, führt gleich mehrere dieser Kreaturen auf. »Die Kupferfarbene Kreatur« gab dem Roman – das Cover stammt von Arndt Drechsler – seinen Titel, aber im Roman findet sich beispielsweise auch die Buntgescheckte Kreatur der Neugierde und anderes …

Vor allem aber liefert der Autor einen Blick auf ein Randgebiet der Milchstraße. Jülziish und Posbis spielen eine Rolle, Perry Rhodan erkundet ein unheimliches Raumschiff – und wie das alles zusammenhängt, erzählt der Autor. Ab dem 2. November wissen dann auch die Leser mehr.