26 November 2020

Erinnerung an die Keksköppe

Wir hatten viel Spaß bei der Leipziger Buchmesse im März 2010. Wir amüsierten uns über Cosplayer und Verlagskollegen, wir hatten Besuch von gut gelaunten Fans und Autoren, wir führten zwischendurch eine Reihe von ernsthaften Messegesprächen, bei denen aber auch viel gelacht wurde. 

Vor allem Dirk Schulz lief immer wieder zu Hochform auf: So malte er einen »Kekskopf« – also den Angehörigen eines speziellen PERRY RHODAN-Volkes – mit seinem Raumschiff, einer »Prinzen-Rolle«. Aus der Zeichnung und einer kurzen Notiz machten wir dann sogar eine hoch offizielle Urkunde, die wir den Kollegen eines anderen Verlages vorbeibrachten.

(Das Bild zeigt mich mit dieser Urkunde. Es war der dritte Messe-Tag. Zu einem intellektuellen Gesichtsausdruck reichte es da nicht mehr.)

25 November 2020

Das neue Plophos

Nur noch wenige Tage, dann kommt der Auftaktband für die nächste Staffel bei PERRY RHODAN NEO in den Handel. Oliver Plaschka schrieb »Das neue Plophos«, und das Titelbild deutet es schon ein wenig an: Es gibt Einblicke in das Leben auf einer menschlichen Kolonie, auf der sich die Sitten und Gebräuche leicht verändert haben.

Der Roman hat mir vor allem in den Passagen am besten gefallen, in denen der Autor auf Plophos und seine Bewohner eingeht. Klar ist das alles in die »große Handlung« eingebettet, zu der dieser Roman den Auftakt bildet – es ist der Anfang der »Nonagon«-Staffel. Aber vor allem schildert Oliver Plaschka das »Sittenbild« einer fremden Welt.

24 November 2020

Einige Worte zu Karl Dall

Mit einem einzigen Auftritt hat sich Karl Dall vielleicht nicht gerade in die Herzen, aber zumindest in die Köpfe der PERRY RHODAN-Fans geschlichen: Auf dem PERRY RHODAN-WeltCon in Saarbrücken stand der Schauspieler und Unterhaltungskünstler auf der Bühne und alberte mit den Autoren herum. Mancher Witz verunglückte (»was würden Sie tun, wenn die Außerirdischen bei Ihnen landen würden?«), bei manchem Spruch merkte man, wie wenig sich Karl Dall mit der PERRY RHODAN-Serie auskannte – es gab trotzdem ausreichend zu lachen.

Karl Dall fremdelte bei seinem Auftritt ein wenig mit unserer Szene. Autorinnen und Autoren, Verlagsangestellte und Fans waren offenbar nicht die Leute, mit denen er sonst zu tun hatte. Aber er verhielt sich professionell, und er brachte seinen Auftritt gut zu Ende, stand auch für Einzelgespräche hinter den Kulissen zur Verfügung.

Im Alter von 79 Jahren ist der Künstler nun gestorben. Es mangelt derzeit nicht an Nachrufen auf ihn, die sicher besser recherchiert sind als dieser kurze Text und stärker auf sein Leben sowie sein Werk eingehen. In der Geschichte der PERRY RHODAN-Serie sorgte er auf jeden Fall für einen kurzen, aber prägnanten Eindruck.

(Das Bild zeigt ihn auf der Bühne der Saarlandhalle in Saarbrücken. Der Mann mit der Monstermaske links ist der Autor H. G. Francis, der viel Spaß dabei hatte, mit Dall auf der Bühnen einen kleinen Sketch aufzuführen. Das Bild stammt von Gerhard Franz.)

23 November 2020

Wir arbeiten am Sternenruf

In diesen Tagen beschäftigen wir uns intensiv mit dem Roman »Sternenruf«. Die Autoren haben längst das Manuskript geliefert, aber selbstverständlich gibt es noch die eine oder andere Tätigkeit dazu zu erledigen: Wir diskutieren über den Text, wir machen uns Gedanken über die Abfolge der Szenen, wir sprechen und mailen über Handlungselemente. 

Parallel dazu laufen die Arbeiten an den Mittelseiten. Worum es da genau geht, werde ich bei einer anderen Gelegenheit verraten. Was wir auf der Mittelseite zeigen werden, haben wir so noch nie getan – das behaupte ich schon jetzt. Ob und wie das dann ankommen wird, sehen wir im Januar 2021.

Auch die Arbeiten am »Drumherum« laufen: Das Marketing platziert Anzeigen, der Vertrieb sorgt dafür, dass mehr Romane in den Läden platziert werden, die E-Book-Shops entfalten ebenfalls zusätzliche Aktivitäten. 

Nur noch wenige Wochen – schnell vergeht die Zeit! –, und Band 3100 unserer Serie liegt in den Läden vor ... (Das Bild zeigt einen winzigen Ausschnitt des Covers.)

20 November 2020

In der aktuellen »bdw«

Die Zeitschrift »bild der wissenschaft« zählt in der PERRY RHODAN-Redaktion zu den Lektüren, die allgemein sehr geschätzt werden. Auch Autorinnen und Autoren mögen das Heft sehr, das sich an wissenschaftlich interessierte Laien wendet. Dieser Tage erhielten wir bereits die Ausgabe vom Dezember 2020.

Unter der Überschrift »Lebensfreundliche Nachbarwelt« geht es in dem Heft um die Venus, den Nachbarplaneten unserer Erde, und die neuen Erkenntnisse, die es zu ihr gibt. Unter anderem wird auf die Science Fiction verwiesen – und dabei dient ein klassischer PERRY RHODAN-Roman als Quelle. Das hat uns sehr gefreut, ein schönes Zitat!

19 November 2020

Der Schrecken der Hohlwelt

Als 1965 der Band 206 der PERRY RHODAN-Serie erschien, läutete er eine der Abenteuergeschichten ein, die den »Meister der Insel«-Zyklus bis heute prägen: eine Welt der Fallen, ein Planet der Überraschungen. Mit dem Titel »Der Schrecken der Hohlwelt« wurde auch klargemacht, in welche Richtung die Handlung gehen sollte. Als Autor zeichnete Kurt Mahr verantwortlich, und im Exposé legte Karl-Herbert Scheer recht früh die Richtung fest.

Unter der Überschrift »Achtung! Zur allgemeinen Information:« schrieb der Exposéautor: »Die Bände 200 bis etwa 245 gehören zu den Erzählungen der wissenschaftlichen Unmöglichkeiten.« Es müsse immer darauf geachtet werden, »den Lesern zu erklären, dass es sich bei diesen Planeten, Sonnen, Stationen usw. ausschließlich um künstlich gebaute Gebilde handelt!« Es gehe auch darum, dass man erkennt, »mit welcher Sorgfalt die geheimnisvollen Meister der Insel ihre Fallenstationen aufgebaut haben«.

Das Exposé liefert die ersten Fakten zu den Schichten von Horror, es zeigt auch auf, wie die Terraner in diese Falle geschickt werden: durch die Manipulation an Bord eines Bleistiftschiffes. Zur Besatzung des fremden Raumschiffes schrieb Scheer: »Es kann auch ein Lebewesen erdichtet werden, jedoch darf unter keinen Umständen seine Form oder sein Gedankengut näher herausgestellt werden.«

18 November 2020

Erdkern

Es ist der dritte Band des vierten Dyoversum-Quartetts, und er kommt diese Woche in den Handel: Christian Montillon und Susan Schwartz schrieben »Erdkern«. Der Roman führt wirklich tief in das Innere der Erde, er weist aber für viele Figuren, die in diesem Roman auftauchen, in eine Zukunft, die für sie offen und spannend ist.

Was mir an diesem Roman gefallen hat, sind die vielfältigen Ebenen, auf denen sich die Handlung abspielt: Es gibt Thriller-Elemente, es gibt eine emotionale Ebene, und es gibt – natürlich – auch eine eher kosmisch angehauchte Geschichte. Alles fügt sich sehr schön zusammen, und man kann womöglich nicht erkennen, welche Passage vom Kollegen Montillon und welche von der Kollegin Schwartz geschrieben worden ist.

17 November 2020

Fragen zu den Chroniken

Nachdem meine Kollegin Sabine Kropp die Meldung auf unserer Internet-Seite veröffentlicht hat, dass der vierte Band der »PERRY RHODAN-Chronik« nun endlich flott voranschreitet, mangelte es nicht an Fragen und kritischen Anmerkungen. Deshalb möchte ich mich an dieser Stelle kurz dazu äußern.

Dieser vierte Band der »Chroniken« sollte von Eckhard Schwettmann geschrieben werden. Leider verstarb er viel zu früh, und das Buch wurde nicht fertig. Die Sammlung an Daten und Textbrocken ergab auch kein vernünftiges Manuskript.

Der Auftrag, das Buch zu schreiben, ging deshalb an Heiko Langhans, der mit viel Elan an die Arbeit ging. Einige Kapitel vollendete er, dann stockte das Projekt über einige Zeit hinweg. Nach langer Pause ist jetzt Rainer Nagel an dem Thema dran.

Rainer Nagel ist der Serie seit Jahrzehnten verbunden. Seine Sachkenntnis zeigte er zuletzt unter anderem durch die umfangreichen Vor- und Nachworte sowie die Zwischentexte bei den PERRY RHODAN-Planetenromanen. Ich bin sicher, dass wir von ihm ein sehr gutes und sehr lesenswertes Buch erhalten werden.

Wir mailten in den vergangenen Wochen häufig, weil er sehr viele Detailfragen hatte (»wie war das nochmal im Frühjahr 2002?« und dergleichen). Daran sehe ich, wie sorgsam er arbeitet und recherchiert. Und deshalb bin ich sehr optimistisch, dass dieser vierte Band im Herbst 2021 erscheinen wird.

16 November 2020

Ein Plakat zum Gucky-Tag

Ich empfand es als eine schöne Aktion meiner Kollegin und meines Kollegen aus dem Nachbarzimmer – oder mittlerweile muss ich ja sagen, aus den Nachbarzimmern; wegen Corona hat jeder und jede ein eigenes Büro –, dass es zum Gucky-Tag auch gleich ein Gucky-Poster gab. Mir gefiel das Titelbildmotiv von Dirk Schulz sehr gut: Es zeigt einen Mausbiber, der offensichtlich schlechte Laune hat und damit anfängt, ein Raumschiff quasi im Alleingang zu erobern.

Das Poster selbst ist nichts anderes als eine vergrößerte Version des Titelbildes. In der Vergrößerung wirkt es eine Spur »knalliger«, was mir ebenfalls gefällt. Viele Leser haben die Poster mittlerweile erhalten; ich hoffe, sie verschwinden nicht nur in irgendwelchen Sammlungen, sondern werden auch aufgehängt.

13 November 2020

Erdmantel

Ab dem heutigen Freitag ist der zweite Band des aktuellen »Dyoversum«-Quartetts im Handel: Christian Montillon und Susan Schwartz schrieben »Erdmantel«, das starke Titelbild dazu zauberte Dirk Schulz. Ich gestehe ja, dass ich in diesem Roman eine Lieblingsfigur habe. Es ist Anzu Gotjian, die an der Seite von Perry Rhodan unterwegs ist und auf den Terraner einen ganz anderen Blick hat als – beispielsweise – Menschen, die mit ihm schon seit langer Zeit zusammen arbeiten. Mal schauen, wie Anzu Gotjian, mit der ja auch eine gewisse Wandlung vorgeht, bei den Lesern ankommen wird.

Ich selbst mochte den Roman ja schon, als ich die ersten Planungen zum Exposé vor mir hatte. Eine Expedition ins Innere der Erde – das hatten wir in dieser Form noch nie. Und das, auf was unsere Helden bei ihrer Reise stoßen, betrachte ich als eine spannende Erweiterung des Serienkosmos ...

12 November 2020

Ein neuer Stand für Frankfurt

Nachdem 2006 der Moewig-Buchverlag geschlossen worden war, hatten wir PERRY RHODAN im Jahr 2007 nicht mit einem eigenen Stand auf der Buchmesse in Frankfurt präsentieren können. Nach vielen Diskussionen war das aber ab 2008 wieder möglich: Klaus Bollhöfener organisierte den neuen Messeauftritt der Marke PERRY RHODAN, bei dem wir nicht nur die Bücher, sondern auch die Heftromane und Hörbücher zeigen wollten.

Bei der Entwicklung des neuen Messestandes, der viel kleiner sein würde als 2006 oder 2005, setzten wir vor allem auf eine aktuelle Optik. Wir nahmen hierfür Bilder von Dirk Schulz. Unter anderem nutzten wir die Bilder, die er für die neuen PERRY RHODAN-Paperbacks angefertigt hatte und die bei PERRY RHODAN-Action zum Einsatz kamen.

Wir fanden diese Gestaltung gut, die meisten Besucher ebenso; sie lobten, dass wir nicht nur die Bücher präsentierten, sondern die gesamte Marke PERRY RHODAN. (Dieses Bild zeigt Ausschnitte aus der Gestaltungsvorlage unserer Hausagentur.)

11 November 2020

Merkosh kommt

Ich fand die Figur Merkosh schon gut, als ich zum ersten Mal von ihr las: In der klassischen PERRY RHODAN-Serie war der Gläserne eine exotische Figur, die aber immer nur eine Nebenrolle spielte. Uns war recht schnell klar, dass wir Merkosh – wenn er bei PERRY RHODAN NEO auftauchen sollte – stärker  gewichten wollten. Das ist, so denke ich, den Autorinnen und Autoren bei dieser Serie ganz gut gelungen.

In dieser Woche erscheint der Roman »Merkosh«, den Rüdiger Schäfer verfasst hat, einer der zwei Exposéautoren bei PERRY RHODAN NEO. Die Leser werden in diesem Roman sehr viel über die Vergangenheit des geheimnisvollen Außerirdischen erfahren, es werden auch einige Geheimnisse gelüftet und – vor allem – eine wichtige Geschichte zu Ende gebracht.

Mir hat der intensive Blick in die Geschichte und Kultur der Oproner sehr gut gefallen. Der Autor schließt damit nicht nur die laufende Staffel ab, sondern leiteet auch geschickt über zur nächsten Staffel. Schön!

10 November 2020

Vier Quartette zum Dyoversum

Ein Logbuch der Redaktion

Als Wim Vandemaan, Christian Montillon und ich die zweite Hälfte des laufenden »Mythos«-Zyklus planten, war recht schnell klar, dass es eine besondere Handlungsebene geben würde: Perry Rhodan und seine Begleiter finden irgendwann die Erde – und sie stoßen in einem fremden Kosmos auf ihre Heimatwelt, den man bislang nicht kannte. Gemeint ist die andere Seite des Dyoversums.

Ebenso schnell war klar, dass daraus eine eigenständige Handlungsebene entstehen würde, die Perry Rhodan stärker ins Zentrum stellte. Der Held unserer Romanserie sollte nicht die Figur sein, die in der Zentrale des Raumschiffes sitzt, sondern an zentraler Stelle die Abenteuer erleben.

Entsprechend legten die Exposéautoren die Geschichte an. Sie planten vier Blöcke mit jeweils vier Romanen: wie Rhodan die Erde findet, wie er die Menschheit kennenlernt, wie er mehr über die andere Seite des Dyoversums erfährt und wie er dann versucht, die Erde an ihren ursprünglichen Platz zu versetzen.

Am besten sei es, so überlegten wir, wenn diese vier Romane ein Autor allein schreiben würde; maximal zwei Autoren wären daran zu beteiligen. Das würde die inneren Zusammenhänge der jeweiligen Blöcke verstärken, und das fänden die Leser sicher gut. Nachdem wir das fixiert hatten, konnten wir an die Planung gehen. Recht früh setzte sich der Begriff »Quartett« für einen der Vierer-Blöcke durch.

Es ergab sich, dass Christian Montillon allein die ersten vier Bände verfasste. Wir waren im Voraus durchaus skeptisch, ob er das inhaltlich und vor allem terminlich schaffen würde – es klappte aber sehr gut.

»Solsystem« (Band 3050) erzählt davon, wie Perry Rhodan überhaupt in die andere Hälfte des Dyoversums kommt. »Luna« (Band 3051) zeigt den Mond und NATHAN, vor allem aber, wie sich das Mondgehirn bereits verändert hat. Mit »Terra« (Band 3052) wirft der Autor einen Blick auf die Erde und einige Änderungen, die sich in den vergangenen Jahrhunderten dort vollzogen haben, seit Rhodan sie zum letzten Mal besucht hat. Den Abschluss des ersten Dyoversum-Quartetts bildet der Roman »Mars« (Band 3053), in dem Rhodan nach Jahrhunderten einen alten Freund wiedertrifft.

Beim zweiten Quartett planten wir von Anfang an, dass Christian nicht allein an die Arbeit geht. Susan Schwartz bot sich an, und die beiden setzten das zweite Quartett gemeinsam um.

Wenn man es genau nimmt, zeigen die vier Romane »Zeut« (Band 3062), »Ceres« (Band 3063), »Ferrol« (Band 3064) und »Beteigeuze« (Band 3065) noch einmal weitere Aspekte des Sonnensystems, in dem sich die Erde und der Mond zur aktuellen Handlungszeit bewegen. Darüber hinaus geht es aber um den Konflikt mit den Topsidern und wie dieser letztlich beendet werden kann.

Auch das dritte Quartett schrieben die Autorin und der Autor gemeinsam. »Pluto« (Band 3078) beginnt bewusst am Rand des Sonnensystems, »Yenren« (Band 3079) spielt bereits auf einer Welt, von deren Bewohnern man noch nie zuvor gehört hat, während mit »Sternfinder« (Band 3080) eine – wie ich finde – unglaublich tragische Geschichte erzählt wird. Ihren Abschluss findet dieses Quartett mit »Horror« (Band 3081), wo es neue Enthüllungen für unsere Helden gibt.

Derzeit steht das vierte Quartett in den Startlöchern – es sind die Bände 3090 bis 3093. An dieser Stelle möchte ich noch nicht viel über die Handlung verraten. Allein schon die Titel dürften klarmachen, worum es geht, vor allem die Untertitel .... Wieder sind Susan Schwartz und Christian Montillon gemeinsam für die Handlung verantwortlich, wieder verknüpfen sie die Geschichten einzelner Menschen mit dem großen kosmischen Geschehen.

Ich persönlich bin sehr zufrieden mit den vier Quartetten. Es war eine andere Art, Geschichten zu erzählen, wie wir das in dieser Form noch nicht getan hatten. Die Leser bekamen eine stärkere inhaltliche Einheit, was sich meiner Ansicht nach positiv auswirkte. Die Romane wirkten in sich geschlossen, gleichzeitig boten sich der Autorin und dem Autor ausreichend Raum und Möglichkeiten, eigene Charaktere in ihrem eigenen Stil zu beschreiben.

Mal schauen, ob wir eine solche Handlungsführung nach Band 3100 erneut versuchen werden. Als erstes Experiment hat mir das Vierer-Quartett sehr gefallen!

09 November 2020

Nach dem Ende der Taschenbücher

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Als ich 1992 meine Arbeitsstelle als PERRY RHODAN-Redakteur antrat, bestand die Produktpalette unserer Redaktion aus drei unterschiedlichen Bereichen: Heftromane in mehreren Auflagen, die im eigenen Zeitschriftenbereich des Verlages veröffentlicht wurden, Taschenbücher und Hardcover-Ausgaben, die der Buchbereich des Verlages in den Handel brachte. Es gab also völlig unterschiedliche Vertriebswege für PERRY RHODAN.

Ab Herbst 1993 wurde der Heyne-Verlag in München zum Partner für die Taschenbücher, doch diese Partnerschaft lief zum Oktober 1996 aus. Als letzter Titel der Original-Ausgaben würde Band 403 erscheinen, als letzter Titel der Nachdrucke Band 32.

Als Gründe nannte Heyne gesunkene Auflagenzahlen. Das war nicht falsch, die Auflagen gingen in der Tat zurück. Ich hatte stets die Überproduktion als Grund dafür gesehen. Wir waren optimal in die Reihe gestartet, die Verkaufszahlen waren zu Beginn richtig gut gewesen.

Dann kamen die Nachdrucke hinzu, was dazu führte, dass auf einmal zwei PERRY RHODAN-Taschenbücher im Monat erschienen. Prompt sackte die Auflage der einzelnen Titel ab. Im Juni 1995 kam der große Coup von Heyne: Zwölf Taschenbücher wurden auf einmal nachgedruckt.

Ich hatte im Vorfeld gewarnt, niemand hatte auf mich gehört. Leider sollte ich recht behalten: 14 Taschenbücher auf einmal konnten sich nicht gleichermaßen gut verkaufen; die Auflagen gingen in den Keller.

Davon hatte sich die Reihe innerhalb eines Jahres nicht mehr erholt. Dennoch war ich wegen der Einstellung frustriert, weil ich sehr gern an den Taschenbüchern gearbeitet hatte. Deshalb formulierte ich am 13. Juni 1996 ein umfangreiches Arbeitspapier, das ich unter dem Titel »Konzeption: PERRY RHODAN-Taschenbücher – neu« an meinen direkten Vorgesetzten richtete, den Verlagsleiter des Buchverlages.

Unter anderem schlug ich sehr schnell eine »neue Reihenkonzeption« vor, über die wir zu diesem Zeitpunkt bereits gesprochen hatten. Grundsätzlich hatte man sie akzeptiert, sie sollte im kommenden Jahr starten. Als Arbeitstitel dieser möglichen neuen Reihe hatte ich »Space-Thriller« vorgeschlagen. In meinem Arbeitspapier fasste ich die Eckpunkte zusammen:

»Grundlegend gilt hier: abgeschlossene Hardcover-Bände mit klar definiertem Hintergrund, die bei einem Umfang von 240 Seiten rund 16,90 Mark kosten werden. Geplant wird eine Auflage von 10.000 Exemplaren, vier Titel pro Jahr sollen erscheinen, die ersten zwei bereits im Frühjahr 1997. Die ersten Romane sind bereits in Arbeit.«

Ich war sehr optimistisch, was diese neue Reihe anging, und wollte bewusst mit den bisherigen Regeln für Heftromane brechen: »Zielgruppe sind Erwachsene. Die Romane sollen sich vor allem in punkto Gestaltung an amerikanischen Thrillern orientieren und inhaltlich die Leser ansprechen, die sich durch sogenannte SF-Filme aktueller Machart unterhalten lassen. Sex und Gewalt sind kein Tabu.«

Meine Gedanken dazu, welche Autoren welche Romane schreiben sollten, waren ebenfalls eindeutig: »Als Autoren sollten bisherige Teamautoren wie Robert Feldhoff, Peter Terrid und Hubert Haensel zum Zug kommen, dazu Taschenbuch-Autoren wie Uwe Anton und Konrad Schaef sowie team-fremde gute Schreiber wie Frank Böhmert, Hans-Joachim Alpers und Thomas Ziegler.

In meinem Optimismus formulierte ich in diesem Juni auch weitergehende Pläne. An denen war bereits der Autor H. G. Francis beteiligt; ich hatte sogar mit einem Verlag erste Gespräche geführt – der Autor hatte das alles bei einer privaten Feier in der Nähe von Hamburg eingefädelt.

»Im Gespräch ist eine Art ›Junior-Ausgabe‹ von PERRY RHODAN, die derzeit von H. G. Francis in Zusammenarbeit mit der Redaktion erstellt wird«, formulierte ich etwas vage. »Die verantwortliche Cheflektorin« des Verlages habe »bereits größtes Interesse signalisiert«, schrieb ich und überlegte, ob man diese Reihe schon im Herbst 1997 starten könne. »Als Autor ist hier in erster Linie H.G. Francis angesprochen, der in diesem Bereich die größte Erfahrung hat; als Mit-Autoren würden sich eventuell Robert Feldhoff und Arndt Ellmer anbieten«, so meine Überlegung.

Wegen eines weiteren Konzeptes hatte ich in den Wochen zuvor mit möglichen Partnern gesprochen. Die Idee war, »in einer Art ›Best of‹-Reihe die Nachdrucke der PERRY RHODAN-Taschenbücher fortzuführen.« Ich wurde dabei recht direkt: Ich wollte »nicht alle, wie von Heyne (gegen den Willen der PERRY RHODAN-Redaktion) durchgeboxt, sondern eben die besten.«

Vertragspartner wäre nach meinen Vorstellungen der Hansjoachim Bernt Verlag. Ich wusste von dem Verlagsleiter, den ich als klug vorgehenden Geschäftsmann kennengelernt hatte, dass dieser eine Reihe mit Utopischen Klassikern plante. Mit seinen »Ren Dhark«-Buchausgabe hatte er zu dieser Zeit bereits eine Serie gestartet, die sich speziell an die Sammler klassischer Science Fiction richtete.

Das war nicht alles: Weil ich glaubte, dass der Heftroman in der Krise steckte und wir uns stärker im Buchhandel engagieren sollten, schlug ich sogar neue PERRY RHODAN-Taschenbücher vor. Dazu war ich ebenfalls bereits in Vorleistung gegangen und präsentierte ein kleines Konzept …

06 November 2020

Erdkruste

Es ist der erste Band des abschließenden Dyoversum-Quartetts, und er erscheint heute: Ich meine den Roman »Erdkruste«, den Susan Schwartz und Christian Montillon verfasst haben. Ich mag das Szenario des Romans sehr: Es geht ins Innere unseres Planeten, über das man nach wie vor nicht viel weiß. Dieses Nichtwissen erstreckt sich auf die Terraner der fernen Zukunft.

Mir haben die Anspielungen auf die Popkultur der Erde im Dyoversum gefallen. So gibt es eine Trivid-Serie namens »Dyo-Theory«. Ich mag solche Gags, wenn sie nicht zu häufig auftauchen und vor allem nicht den Roman zu sehr beeinflussen. Popkulturelle Details zeigen aber ein wenig mehr vom Leben der Menschen auf der Erde der Zukunft, und das ist ja oft interessanter als die hauptsächliche Handlung eines Romans.

Wobei man das bei diesem Roman und beim gesamten Dyoversum-Quartett nicht sagen kann … Für die Figuren der vier Bände gibt es viele neue Erkenntnisse, die sie überraschen werden. Und die Leser verblüfft hoffentlich die »Entlarvung« am Ende dieses Bandes.

05 November 2020

Anzeigen für die Infoline

Die PERRY RHODAN-Infoline war eine der vielen Ideen, die Eckhard Schwettmann im Sommer 1996 entwickelte: Dabei ging es um Informationen für die PERRY RHODAN-Leser, die diese dadurch erhielten, dass sie auf einer kostenpflichtigen Telefonnummer anriefen. Was in der Redaktion auf Unverständnis stieß (»wer soll dafür bezahlen?«), funktionierte erstaunlich gut.

Zum 35. Geburtstag der Serie startete die Infoline; für die Geburtstagsaktion wurden zudem »5000 exklusive Fanpakete« versprochen. Die Agentur Zoller entwickelte in Eckhard Schwettmanns Auftrag eine Reihe von Kleinanzeigen, die als sogenannte Stopper-Anzeige in Zeitschriften wie dem »Prinz« oder der »Zitty« platziert werden sollten.

Die Infoline lief übriges einige Jahre ganz gut. Wie erfolgreich sie wirklich war, erfuhr man in der Redaktion nicht: Dem Ergebnis stand schließlich ein nicht gerade geringer Aufwand gegenüber.

03 November 2020

Der Blick auf PR 3100 ff wird klarer

In diesen Tagen arbeiten einige Autoren und ein Redakteur schon intensiv an den Romanen, die nach dem kommenden Jubiläumsband erscheinen werden. Wir machen uns Gedanken über die Titel und die Untertitel, wir diskutieren über die möglichen Titelbilder – der »Chaotarchen«-Zyklus nimmt langsam Gestalt an. zumindest seine ersten Bände.

Ich will noch nichts über die Inhalte verraten, das machen wir peu à peu in den kommenden Wochen. Unser Plan war, ab November mit der Werbung und den inhaltlichen Hinweisen zu beginnen; diesen Plan halten wir auch ein. Wobei ich ja immer versuche, den Leserinnen und Lesern nichts von der Spannung zu nehmen.

Wer Freude an originellen Außerirdischen hat, sollte nach Band 3100 auf seine Kosten kommen. Und wer wissen will, wie eine bekannte Welt in der Zukunft aussieht, sollte auch einige »Schauwerte« in den Romanen erhalten. Ich sehe mit großem Vergnügen derzeit, wie sich einige Themen vor meinen Augen entwickeln ...

02 November 2020

Die Redaktion im zweiten »Lockdown«

Seit heute gelten für die PERRY RHODAN-Redaktion die verschärften Corona-Regeln, die von unserem Mutterkonzern in Hamburg verabschiedet worden sind. Das heißt: Interne Meetings sind nicht mehr erlaubt, Besucher im Verlag nicht mehr gern gesehen, und wir sollen verstärkt im Home Office arbeiten.

Wir versuchen dabei, uns entsprechend zu organisieren. Einige von uns arbeiten weiterhin im Verlag, wir halten dabei aber die Sicherheitsabstände sehr streng ein. Jeder Kollege und jede Kollegin sitzt dabei jeweils im Einzelzimmer, kleine Besprechungen zwischen zwei Personen sind ja trotzdem machbar. Einige von uns haben sich wieder verstärkt ins Home Office verabschiedet und kommen nur stundenweise in den Verlag.

Wichtig ist für die Kolleginnen und Kollegen bei PERRY RHODAN (ob freie Mitarbeiter oder Verlagsangestellte), dass die Kontakte minimiert werden und wir alle gesund bleiben. Es kann dann gelegentlich zu Kommunikationslücken kommen, wofür ich um Verständnis bitte.

01 November 2020

Kurz an den WeltCon gedacht

Dieses Wochenende im Herbst 1980 werde ich wohl nie vergessen: Ich war vom 31. Oktober bis 2. November 1980 in Mannheim. Dort fand im Kongresszentrum »Rosengarten« der erste PERRY RHODAN-WeltCon überhaupt statt, und ich hatte meinen eigenen Verkaufsstand dort. 

Ich bot mein Fanzine »Sagittarius« an, ich nahm an vielen Programmpunkten teil, ich übernachtete in der Jugendherberge, und ich traf unglaublich viele Leute. (Das Bild von Gerhard Franz zeigt nicht meinen Tisch; ich war ein Dutzend Meter davon entfernt.)

Meine Begegnungen mit den damaligen Prominenten wie Johnny Bruck, Clark Darlton, Hans Kneifel oder William Voltz waren allesamt sehr kurz. Wichtiger warem mir die Begegnungen mit anderen Fans, die ich teilweise bei dieser Veranstaltung erst traf. Mit einigen von ihnen blieb ich über die viele Jahre hinweg verbunden.

Das ist jetzt vierzig Jahre her. Sehe ich mir mit wehmütigem Blick die Bilder von den Räumlichkeiten an, in denen sich Tausende von Menschen tummeln, kommt mir das fast schon falsch vor. Im Herbst 2020 wäre eine solche Veranstaltung undenkbar gewesen. 

29 Oktober 2020

Terra im Brennpunkt – akustisch

Ein Logbuch der Redaktion

Der »Schwarm«-Zyklus zählt meiner Ansicht nach zu den Höhepunkten der PERRY RHODAN-Geschichte. Mit dieser Meinung gehöre ich zu einer Minderheit unter denen, die sich seit langen Jahren mit der Serie und ihren Inhalten beschäftigen. Meist gilt er als ein wenig verfahren, um es höflich zu formulieren.

Seien wir ehrlich: Der Zyklus wird von faszinierenden Ideen geprägt, leidet aber darunter, dass es keine klare Planung gab. Am Anfang wussten die Autoren sichtlich noch gar nichts darüber, was der Schwarm eigentlich sein sollte, und sammelten erst während der Arbeit ihre Erkenntnisse.

Das merkt man an vielen Romanen sehr deutlich, vor allem, wenn man sie im Zusammenhang betrachtet: Die einzelnen Geschichten selbst sind oftmals spannend geschrieben und überzeugen durch interessante Charaktere – die Absprachen zwischen den Autoren waren in den frühen 70er-Jahren aber teilweise nicht gut.

Aber: Während der Zyklus weiter voranschritt, bekam er immer mehr Struktur. Perry Rhodan und seine Gefährten erfahren viel über den Kosmos, in dem sich die Menschheit entwickelt, und lernen erstmals etwas über die großen Strukturen des Universums. Dabei sind die Romane weiterhin von großen Unterschieden geprägt …

Das wurde mir wieder bewusst, als ich »Terra im Brennpunkt« dieser Tage im Auto anhörte. Ich hatte die Silber Edition 61 als 15 CDs umfassende Box dabei und lauschte jeden Tag auf der Fahrt zur Arbeit der Stimme von Josef Tratnik. Mit ihm reiste ich zurück in die Zeit des »Schwarm«-Zyklus, die mich bei der ersten Lektüre in den späten 70er- und frühen 80er-Jahren gefesselt hatte.

Die Geschichte, die in dieser Silber Edition erzählt wird, ist ziemlich groß gedacht: Der riesenhafte Schwarm, über den die Terraner nach wie vor nicht viel wissen, zieht quer durch die Milchstraße. Nichts und niemand kann ihn stoppen, seine Machtmittel sind gigantisch.

Perry Rhodan höchstpersönlich entwickelt einen riskanten Plan, in den er aber nur ganz wenige Menschen einweiht: Er möchte, dass das Sonnensystem mit der Menschheit vom Schwarm »geschluckt« wird. Dann wäre auf einmal eine Fünfte Kolonne aus 20 Milliarden Menschen mit rund 100.000 kampfbereiten Raumschiffen mitten im Schwarm und könnte von dort aus direkt angreifen. Wie der Plan voranschreitet und was dafür alles gemacht werden muss, das ist das zentrale Thema dieser Silber Edition.

Manche Autoren schienen der Zugkraft dieser Idee nicht geglaubt zu haben und fügten weitere Elemente hinzu. Mein Lieblingsbeispiel ist der Zahnarzt Alexander Fröhlich: Bei einem Experiment verschlägt es den Marsianer Tatcher a Hainu von Terrania City nicht nur nach Berlin, sondern zudem aus dem Jahr 3442 ins Jahr 1971.

Dort trifft er auf Fröhlich, die beiden werden Freunde, und gemeinsam reisen sie ins Jahr 3442, wo Fröhlich künftig als »Kosmodentist« in der MARCO POLO wirkt. In der Folge gibt es einige irrwitzige Szenen mit Dalaimoc Rorvic, der eine qualvolle Zahnbehandlung über sich ergehen lassen muss.

Ich weiß, dass ich das alles sehr witzig fand, als ich diese Szenen zum ersten Mal las. Als ich sie nun anhörte, gefiel mir die Alexander-Fröhlich-Episode nicht mehr – ich wollte wissen, wie es mit der Menschheit weitergeht, wollte mehr über die Cynos und ihre Geheimnisse erfahren, wollte vor allem mitbekommen, wie Rhodan und seine Gefährten ihren wagemutigen Plan umsetzen.

Das alles gibt es in diesem Hörbuch glücklicherweise ebenfalls zu hören. Das Auftauchen eines geheimnisvollen Cynos namens Schmitt fand ich immer noch spannend umgesetzt, der Flug einiger Terraner mit einem alten Museumsschiff brachte nach wie vor seine Überraschungen mit sich. Und wie sich Stück für Stück die Geheimnisse der Cynos und des Schwarms entblättern, das finde ich nach wie vor mitreißend.

»Terra im Brennpunkt« ist eine typische Episode aus dem »Schwarm«-Zyklus: Alle Höhepunkte und Schwächen sind enthalten, wobei sicher jeder Leser – oder in diesem Fall Hörer – das auf seine Weise ganz anders sehen wird. Manche Szenen sind schlecht gealtert, mein 13 oder 14 Jahre altes Ich aus den späten 70er-Jahren hatte einfach einen ganz anderen Geschmack als ich heute.

Aber ich bleibe dabei: Der »Schwarm«-Zyklus zählt zu den Höhepunkten unserer Serie, trotz aller Schwachpunkte, und ich freue mich schon darauf, weitere Silber Editionen hören zu können!

28 Oktober 2020

Teamtagung mit Corona-Regeln

Um unser Jubiläumsjahr 2021 – die Serie wird ja sechzig Jahre alt – besser vorbereiten zu können, war für den heutigen Tag eine interne Teamtagung geplant. Bei solchen Tagungen setzen sich die Kolleginnen und Kollegen der PERRY RHODAN-Redaktion zusammen, gern auch einmal mit offenem Ende, um aktuelle Themen nicht nur durchzusprechen, sondern bis zum Ende zu definieren, was wer genau zu machen hat.

Weil die Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen in die Höhe gerast waren, entschlossen wir uns, die Veranstaltung unter klare Schutzvorkehrungen zu stellen: Wir trugen Mund-Nase-Schutzmasken, wir saßen sehr weit auseinander – meist mehr als zwei Meter –, wir lüfteten sehr häufig, und wir begrenzten unsere Tagung zeitlich.

Nach der Mittagspause, in der wir uns vom Pizza-Dienst beliefern ließen, beendeten wir auch sehr schnell unsere Versammlung. Es gab noch einige Zweiergespräche; das war’s. In den nächsten Tagen und Wochen werden wir wieder vermehrt im Home Office arbeiten und uns via Videokonferenz und Telefon verknüpfen.

27 Oktober 2020

Ein runder Geburtstag für einen Künstler

Wann genau ich Swen Papenbrock kennengelernt habe, weiß ich schon gar nicht mehr – es dürfte in den 80er-Jahren gewesen sein. Unsere Zusammenarbeit begann in den 90er-Jahren, als ich PERRY RHODAN-Redakteur wurde. Ich schätzte von Anfang an seine Kenntnis der PERRY RHODAN-Serie und seine grafischen Fähigkeiten. 

Als Johnny Bruck im Oktober 1995 so plötzlich verstarb, war Swen Papenbrock einer der Künstler, die in seine Fußstapfen traten. Seither hat er zahlreiche Titelbilder für PERRY RHODAN und unsere anderen Serien angefertigt. Unvergessen sind vor allem seine eindrucksvollen Darstellungen von Figuren wie Icho Tolot, Atlan oder Gucky. Aber auch viele Aliens aus »der zweiten Reihe« wurden von ihm zu einem faszinierenden Leben erweckt.

Heute kann Swen Papenbrock seinen sechzigsten Geburtstag feiern. Zu diesem Geburtstag möchte ich ihm im Namen der PERRY RHODAN-Redaktion gratulieren. Auf die nächsten Jahrzehnte guter Zusammenarbeit!


26 Oktober 2020

Die neun Türme

Je stärker die Terraner sich mit dem Compariat vertraut machen, desto mehr fallen ihnen die unklaren Punkte an diesem Sternenreich auf. Im Zentrum der Milchstraße haben die Omniten einen Sternenstaat aufgebaut, der unter der schrecklichen Bedrohung durch das Dunkelleben steht. Im Verlauf der Jahrhunderte und Jahrtausende haben sich viele Einrichtungen oder Strukturen allerdings verändert.

Weitere Einblicke in das Compariat gibt der nächste Roman von Rainer Schorm. Der Autor zeigt in »Die neun Türme« die unterschiedlichsten Facetten in diesem Bereich des Milchstraßenzentrums, vor allem gibt er weitere Hinweise, die bereits auf die kommende Handlungsstaffel erweisen. 

Die neun Türme, die schon im Titel genannt werden, haben etwas mit der lange untergegangenen Kultur der Loower zu tun, aber auch mit dem künftigen Schicksal der Menschheit …

25 Oktober 2020

Ein Mousepad mit Action

Vor einigen Jahren noch glaubte man, die sogenannten Mousepads seien ein Auslaufmodell. Niemand brauche sie mehr: Erstens mal seien viele Menschen sowieso nur noch mit Smartphones und Tablets unterwegs, zudem brauchen die neuen »Mäuse« nicht mehr eine spezielle Unterlage. Das gilt heute nicht mehr; überall werden Mousepads angeboten.

Als wir unlängst ein Mousepad mit PERRY RHODAN-Motiv in unserem Shop hatten, war es in rasender Eile ausverkauft. Deshalb folgte jetzt ein neues Mousepad, das pünktlich zum Gucky-Tag in den Handel kam und das man nur in unserem Shop kaufen kann. Es zeigt ein sehr klassisches Gucky-Motiv von Johnny Bruck, das mir sehr gut gefällt und von dem wir hoffen, dass es auch bei den Lesern ankommen wird.

Wichtig ist auch: Dieses Mousepad wird es auch für längere Zeit geben. Wir haben die Auflage nicht limitiert, sondern produzieren nach, wenn ein neuer Bedarf besteht. (Ich gehe davon aus, dass es trotzdem nicht für alle Ewigkeit im Shop bleiben wird.) Bei mir daheim ist es schon im Einsatz.

24 Oktober 2020

Der Technomond in Brasilien

Mich freuen ja immer die neuesten Fortschritte unserer Partner in Brasilien. Sie veröffentlichen unsere Serie auf mehreren Ebenen, sie sind ungemein tatkräftig – das ist eine schöne Entwicklung.

Demnächst kommt »Der Technomond« von Andreas Eschbach in portugiesischer Sprache heraus. Damit wird es diesen Meilenstein – der erste Zyklusauftakt von einem Autor, der nicht zum eigentlichen Team gehört – auch in dieser Sprache geben. Der Hinweis darauf im Internet hat mich sehr aufgebaut!

23 Oktober 2020

Das Atlan-Update

»Wir stehlen dir ein Schiff!«, sagt eine wichtige Figur im Verlauf des kommenden PERRY RHODAN-Romans im Verlauf des Geschehens. Wer genau es ist, möchte ich an dieser Stelle noch nicht ausplaudern: Kai Hirdt führt in seinem Roman mit dem Titel »Das Atlan-Update« und der Bandnummer 3089 die Handlung in der Milchstraße auf eine Art und Weise fort, die unsere Leser überraschen sollte.

Der Autor treibt unter anderem das Geschehen um eine Figur weiter, die er selbst im Verlauf des »Mythos«-Zyklus stärker ausgebaut hatte, als es vom Exposé aus vorgesehen war. Vor allem aber erzählt er von Atlan und seinen Schwierigkeiten. Diese sind größer, als man sich das bisher vorstellen konnte.

(Ergänzender Spoiler: In diesem Zyklus werden wir noch einen spannenden Hinweis auf Atlans Vergangenheit erhalten. Dieser hat mich auch verblüfft, als ihn mir die Autoren präsentiert haben …)

22 Oktober 2020

Der dritte Dreifachband

Wann genau die PERRY RHODAN-Dreifachbände in den Handel kamen, lässt sich kaum mehr feststellen. Ich wusste bis vor kurzem selbst nicht, dass es diese einmal gegeben hatte. Leider ist unser Archiv bei solchen Dingen nicht so gut, wie es sein müsste.

Ein schönes Beispiel hierfür ist der »Dreifachband« mit der Nummer drei. Er kostete 2,40 Mark und wurde unter dem Titel »Drei packende Perry Rhodan Weltraum-Abenteuer« (nur echt mit nicht nachvollziehbaren Bindestrichen) veröffentlicht. Sein Inhalt: die drei PERRY RHODAN-Romane 265, 266 und 267, eins zu eins zusammengeklebt und brachial nachgeschnitten. Dazu nahm man ein Motiv, das einem Bruck-Titelbild entnommen wurde.

Die Umschläge und die komplette Werbung blieben erhalten. Man nahm also die drei Originalhefte, schnitt sie einmal ab, band sie dann zu einem Paperback neu zusammen, um das dann erneut nachzuschneiden. Wahrscheinlich wurde der Dreifachband 1966 oder 1967 veröffentlicht; leider gibt es kein Impressum. Das hielt man offenbar für vermeidbar …

21 Oktober 2020

Vor 25 Jahren verstarb Johnny Bruck

Logbuch der Redaktion (nachgereicht)


Ich weiß noch gut, welchen Schock es nicht nur in der Redaktion auslöste, als die Nachricht vom Tod unseres Titelbildkünstlers die Runde machte. Am Freitag, 6. Oktober 1995, verstarb Johnny Bruck an den Folgen eines schweren Verkehrsunfalls. Er hatte diesen einige Tage zuvor erlitten und hatte sich im Krankenhaus leider nicht mehr von den Verletzungen erholt.

In der Redaktion waren wir sehr betroffen. Ich war buchstäblich mit seinen Bildern aufgewachsen, und ich hatte drei Jahre lang mit ihm zusammengearbeitet. Die Autoren, die wir sofort informierten, waren ebenso schockiert; damit hatte niemand gerechnet. Wir gaben die Information dann auch an die »Außenwelt« bekannt.

Viele PERRY RHODAN-Leser schrieben in ihren Briefen von ihren Empfindungen und ihrer Betroffenheit, auch die Presse berichtete über das Thema. Die Nachricht wurde sogar in Blättern wie der BILD-Zeitung veröffentlicht.

Kein Wunder: Johnny Bruck war ein Künstler, dessen Bildwelten seit den fünfziger Jahren viele Menschen geprägt hatten, die sich zumindest am Rand für Science Fiction interessierten. An seinen Werken kam man nicht vorbei. Vor allem seine Mitarbeit an der PERRY RHODAN-Serie machte ihn bekannt – es ist unter anderem ihm zu verdanken, dass die Serie zur größten Science-Fiction-Geschichte der Welt wurde.

Bruck gestaltete fast 1800 Titelbilder, daneben kamen Hunderte von Titelbildern für die ATLAN-Serie, für die PERRY RHODAN-Taschenbücher oder für die PERRY RHODAN-Silberbände. Seine Bilder prägten Generationen von Lesern, seine Darstellungen von Perry Rhodan und Atlan, von Reginald Bull, Gucky oder Icho Tolot wurden zu Grundlagen für weitere Illustrationen und ganze Romane.

Der Künstler, Jahrgang 1921, erlernte den Beruf eines Fotolitographen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann Bruck mit seiner Tätigkeit als Journalist und als Illustrator. Er schrieb für Zeitungen wie »Die Welt« oder die Hannoversche Presse, zur selben Zeit entstanden Titelbilder für Bücher verschiedener Verlage.

1959 zog Johnny Bruck von Hamburg nach München und verlegte sich dort verstärkt auf das Zeichnen und Malen. Er schuf Titelbilder für Kriminalromane, Abenteuergeschichten und Kriegsbücher, ebenso zahlreiche Illustrationen für Jagdzeitschriften. Schon früh war er ein Meister darin, sich Anregungen bei anderen Künstlern, bei Fotografien oder sich selbst zu suchen: Bilder, die er beispielsweise für Soldatengeschichten angefertigt hatte, wurden von ihm später für Science-Fiction-Cover umgeändert und neu gemalt.

Als 1961 die PERRY RHODAN-Serie gestartet wurde, war es geradezu selbstverständlich, dass Bruck von Anfang an die Gestaltung der Titelbilder übernahm. Er war der beste Science-Fiction-Künstler, der damals in der deutschsprachigen Szene aktiv war; die Redaktion des Moewig-Verlages in München verpflichtete ihn deshalb für die geplante neue Serie. Wie lange sein Engagement dauern würde, ahnte damals niemand.

Über 34 Jahre hinweg setzte Bruck, der über ein einzigartiges Einfühlungsvermögen verfügte, die Phantasien der Autoren in bildliche Realität um – und oft beeinflussten seine Zeichnungen wiederum die Arbeiten der Autoren. Seine Liebe zur Natur und zur Kreatur, die ihn ebenso zum Jäger, Heger und Tierfotografen machte, trug wohl dazu bei, dass er auch den bizarrsten Figuren und Lebewesen der PERRY RHODAN-Serie ein »Leben« einhauchen konnte.

Seine Darstellungen von Terranern und Aliens waren niemals hölzern, sie schienen stets zu leben. Selbst die Gesichter von Außerirdischen hatten eine eindrucksvolle Ausdrucksstärke – die sie wiederum menschlich machte.

Wenn Johnny Bruck die Wunder und die Schrecken des Universums darstellte, wirkten diese Bilder aus der Zukunft stets so echt und lebendig, als blickten die Betrachter durch ein Fenster ins Übermorgen. Welten am Rande des Universums, explodierende Sterne, kreisende Galaxien und Schwarze Löcher; für ihn schienen diese kosmischen Objekte nicht fremd zu sein. Er konnte Menschen und Roboter, Raumschiffe und fremde Planeten so realistisch darstellen, als hätte er sie selbst gesehen.

Bis heute bleibt Johnny Bruck unvergessen – ein Künstler und Illustrator, der dem Perryversum ein Gesicht für die Ewigkeit gab.

20 Oktober 2020

Eine von mehreren Vitrinen

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte« 

Als Eckhard Schwettmann im Sommer 1996 zum ersten Mal im Turmzimmer saß – bei seinem Bewerbungsgespräch –, war er gebührend beeindruckt. Als Marketingleiter für PERRY RHODAN ließ er den Raum umgestalten, in einer »Weltraum-Optik« streichen und mithilfe von Vitrinen zu einem »PERRY RHODAN-Showroom« gestalten.

Das Bild zeigt eine der Vitrinen. In diesen haben wir – nach Themen sortiert – diverse PERRY RHODAN-Produkte und Werbeartikel untergebracht, eine kleine Ausstellung zu unserer Serie also. In diesem Raum fanden Autorenkonferenzen und Exposébesprechungen statt, das Fernsehen war hier, ebenso verschiedene Fans. Wir werden es irgendwann sehr vermissen.

19 Oktober 2020

Gucky kehrt zurück

Das Titelbild, das Dirk Schulz für den kommenden Roman von Michael Marcus Thurner angefertigt hat, fand ich vom ersten Augenblick an absolut großartig: Der Mausbiber Gucky wird in der Art dargestellt, wie unser Titelbildkünstler ihn bevorzugt, aber nicht als fröhlicher, sondern als zorniger und kampfbereiter Ilt. Man sieht, dass Gucky mit seiner aktuellen Gesamtsituation alles andere als zufrieden ist.

In dieser Woche kommt der Roman offiziell in den Handel. »Gucky kehrt zurück« haut inhaltlich wie optisch in dieselbe Kerbe: Der Autor erzählt von einem Ilt, der voller Zorn steckt und den Willen hat, seine Situation grundsätzlich zu ändern. Dabei findet er einiges zu den Hintergründen seiner aktuellen Lage heraus.

Ich fand das Manuskript ebenso klasse wie das Titelbild. Man merkt dem Roman, welchen Spaß der Autor beim Schreiben hatte. Ich denke, das wird sich auch auf die Leser übertragen …

18 Oktober 2020

Ein Hashtag für einen Ilt

Es war eine Idee der Marketing-Kolleginnen: »Wenn Gucky in die Handlung zurück kommt, sollten wir das feiern.« Philine-Marie Rühmann und Janina Zimmer schlugen vor, einen sogenannten Gucky-Tag einzuführen und den künftig als offiziellen Feiertag zu begehen. Diese Idee fanden wir gut, und jetzt setzen wir sie auch um.

In der Perrypedia, dem wunderbaren Online-Lexikon für PERRY RHODAN-Leser, findet der Gucky-Tag schon seinen Niederschlag, wir haben eine Fotoserie gestartet, und wenn im Verlauf der Woche der entsprechende Roman in den Handel kommt, können wir das vielleiht auch noch ein bisschen weiter betreiben. Gucky ist eine der beliebtesten Figuren unserer Serie, und bei manchen Gelegenheiten  spüren wir das eben auch ganz besonders ...

17 Oktober 2020

Wie mich »Dune« damals verblüffte

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wann genau ich den Film »Der Wüstenplanet« oder kurz »Dune« wirklich sah, weiß ich nicht mehr. Sicher nicht gleich in der ersten Woche – in den kleinen Kinos in unserer Kleinstadt wurden die Filme nie gleich zum Start gezeigt, sondern immer mit einiger Verspätung. Also dürfte es im Januar oder Februar 1985 gewesen sein, vielleicht sogar erst im März. Ich erinnere mich nicht an ein genaues Datum, sondern eher an die Stimmung jener Zeit.

Zu Beginn des Jahres 1985 ging es mir nicht besonders gut. Ich war als Wehrpflichtiger zur Bundeswehr eingezogen worden. Nachdem ich im Herbst 1984 in Ulm angefangen hatte, saß ich in einer Kaserne im badischen Bruchsal. Dort hatte ich viel Wachdienst zu leisten – unter anderem verbrachte ich den Jahreswechsel 1984/85 in der Kaserne – und langweilte mich sehr oft.

Leider klappte es nicht so gut mit den guten Absichten: Ich wollte eigentlich viel lesen, meine Englischkenntnisse verbessern und Geschichten schreiben. Stattdessen machte ich das, was viele Soldaten in dieser Zeit taten: Ich saß an den Abenden mit anderen Leuten herum und trank zu viel Bier.

Ein farbenprächtiger Science-Ficction-Film wie »Dune« musste bei mir also einschlagen. Ich kannte den Roman »Der Wüstenplanet«, ich hatte ihn drei oder vier Jahre zuvor gelesen. Frank Herbert hatte mit dem Werk in den späten 60er-Jahren einen Science-Fiction-Klassiker geschrieben, der mich fasziniert hatte. Seine Art, eine fremde Welt zu beschreiben, fand ich umwerfend; seine Schilderungen von Arrakis und seinen Bewohnern erzeugte in meinem Kopf allerlei Bilder, die über viele Jahre hängen blieben.

Das war eine andere Art von Science Fiction als die, wie ich sie von PERRY RHODAN oder ATLAN kannte. Wo ein Heftroman und ein eher dünnes Taschenbuch doch eher knapp gehalten waren, ging Herberts Werk in die Breite. Die einzelnen Familien wurden ebenso detailliert geschildert wie die Natur des Planeten. Es gab ausführliche Beschreibungen der Landschaft und der Sitten, die Dialoge waren ausgefeilt und gingen über Seiten hinweg.

»Der Wüstenplanet« war wie ein Kinofilm auf einer riesigen Leinwand, bei dem man als staunender Mensch davor sitzt und begeistert die künstlichen Landschaften betrachtet, die sich einem vor dem Auge anbieten.

Der Roman war nicht unbedingt spannend, zumindest brauchte er seine Zeit, bis sich die Spannung aufbaute. Wo ein PERRY RHODAN-Roman schnell zur Sache kam und nach 64 Seiten zu Ende erzählt war, baute Herbert in seinem Roman die Spannung über Dutzende von Seiten auf. Diese Art des Erzählens hatte aber ebenfalls ihre Faszination. Das war zu Beginn der 80er-Jahre für mich durchaus ungewohnt.

Zu Beginn des Jahres 1985 hatte ich aber bereits eine größere Erfahrung in umfangreichen Science-Fiction- und Fantasy-Welten gewonnen. Ich hatte gelernt, dass man einen Heftroman nicht mit einem dickleibigen Roman vergleichen konnte: Wer eine Welt auf 500 Seiten beschrieb, durfte in die Breite gehen. Die Faszination einer Serie wie PERRY RHODAN erschloss sich mir aber ebenso über die epische Breite – immerhin ergab ein Zyklus von 100 Bänden ein Gesamtwerk von 6000 Seiten, und das wiederum war das Mehrfache des »Wüstenplaneten«.

Zu dieser Zeit konnte ich keine in sich abgeschlossenen Heftromane mehr lesen; diese Art der Geschichte sprach mich nicht mehr an. Entweder brauchte ich den epischen Charakter einer Serie wie PERRY RHODAN oder ATLAN, oder ich brauchte den Charakter eines großen Weltenbaus innerhalb eines einzigen Romans. So hatte sich mein Geschmack innerhalb weniger Jahre geändert. (Bald darauf sollte ich meine Faszination für die Kurzgeschichte wieder entdecken – aber das ist eine andere Geschichte.)

Die Verfilmung des »Wüstenplaneten« fiel also in eine Zeit des Umbruchs für mich. Wie würde das Werk bei mir ankommen? Um es klar zu beantworten: Ich war fasziniert und verblüfft, durchaus beeindruckt. Die Bildwelten, die David Lynch auf die Leinwand brachte, hatte ich in dieser Form noch nicht gesehen. Die Landschaft des Planeten Arrakis war hervorragend in Szene gesetzt, die riesigen Würmer, auf denen die Menschen reiten, begeisterten mich. So stellte ich mir den Wüstenplaneten vor, so wurde die Handlung für mich vermittelt.

Die Bildwelten waren das eine, die Figuren das andere. Mancher der Protagonisten kam mir wie eine Comic-Figur vor, was mich aber nicht störte. Sting als Schauspieler fand ich ebenso cool, wie ich ihn zuvor als Sänger der Band POLICE oder als Darsteller in »Quadrophenia« cool gefunden hatte. Auch andere Figuren waren stark dargestellt.

Womit ich allerdings fremdelte, waren die teilweise dämlichen Dialoge, die religiösen Aspekte und die Art und Weise, wie »Führung« hergestellt wurde. In einer zentralen Szene wird beispielsweise der Held zum Anführer des Widerstandes ausgerufen; das erinnerte mich viel zu sehr an Diktaturen oder gar die deutsche Geschichte. Vielleicht hatte auch meine Situation bei der Bundeswehr damit zu tun, dass ich mit der Szene meine Probleme hatte.

Als ich aus dem Kino herauskam – das weiß ich noch genau –, hatte ich die Bilder des Films in meinem Kopf. Sie verschwanden daraus nie. Ich sah »Dune« seit diesem Jahresanfang 1985 nie wieder, und ich erinnere mich trotzdem sehr gut an manch wuchtige Szene.

Deshalb betrachte ich diesen Film auch nicht als schlecht, sondern habe ihn als gigantisches Bilderlebnis abgespeichert. Vielleicht sollte ich ihn mir noch einmal anschauen, bevor die neue Version herauskommt …