24 Mai 2020

Das Licht in der Tiefe

Ich finde das Titelbild, das Arndt Drechsler für den nächsten Band von PERRY RHODAN-Mission SOL 2 geschaffen hat, sehr eindrucksvoll: In einer düsteren Mischung aus gelben und braunen Farben gehalten, vermittelt es das Bild einer Welt, auf der es offenbar keine Pflanzen gibt, sondern nur Steine, Dreck und ein geheimnisvolles Bauwerk. Der sechste Band der Serie trägt den Titel »Das Licht in der Tiefe«, erscheint in dieser Woche und wurde von Olaf Brill geschrieben.

Der Inhalt des Romans ist ebenfalls recht düster. Der Autor erzählt von einer Welt – eigentlich ist es ja eher ein Planetoid –, in deren Untergrund keine angenehmen Verhältnisse herrschen. Er zeigt die Träume der Unterdrückten und ihre Versuche, diese Träume zu verwirklichen. Wie das alles mit der SOL, ihrer Besatzung und der aktuellen Mission zusammenhängt, das ist dann ein ganz anderes Thema ...

22 Mai 2020

Wie geht es den Silberbänden heute?

Ein Logbuch der Redaktion

Mit Band 81 (»Aphilie«) übernahm Hubert Haensel im Jahr 2002 die Silberband-Reihe. Anfangs war er eher zurückhaltend, wenn es darum ging, Szenen zu verändern. Das war die Zeit, in der er pro Silberband zwischen 160 und 180 Stunden brauchte. Heute liegt der Aufwand durch die komplexen Handlungsverläufe bei 250 und mehr Arbeitsstunden.

Doch der Autor erkennt die Vorteile der modernen Textverarbeitung, wie er in einem Interview für unser Con-Buch im September 2011 erzählte: »Früher musste ich die Hefte zum Bearbeiten noch einscannen und anschließend typische Scannfehler wie falsche Trennungen ausmerzen. Heute habe ich die Hefte vor mir auf dem Bildschirm, und wenn ich etwas löschen oder umstellen möchte, markiere ich das einfach.«

Nachdem er Wiederholungen gestrichen und lange Beschreibungen eingekürzt hat, teilt Haensel die Handlungsfäden ein und legt fest, welche Romaninhalte in welchem Band erscheinen. »Ich versuche alle Themen aus den Heften ins Buch zu packen. Dabei darf ich nichts unter den Tisch fallen lassen; schließlich könnte es ja sein, dass dieser Aspekt 50 Hefte weiter wichtig für die Handlung wird.«

Auf die Frage nach einem Beispiel muss er nicht lange überlegen: »Perry Rhodan wird an Bord der SOL von einer Gen-Maus gebissen, die ein Besatzungsmitglied aus dem Schwanz einer richtigen Maus gezüchtet hat. Man könnte jetzt sagen: Was soll's? Die paar Zeilen kann man streichen, und keiner merkt was. Nur, wie erkläre ich zwei Silberbände später, als Perry versucht, Kontakt mit der träumenden Superintelligenz BARDIOC aufzunehmen, dass dies eigentlich nur möglich ist, weil Rhodan durch den Mäusebiss infiziert wurde?«

Bei der Textbearbeitung ist Hubert Haensel der Spagat zwischen den unterschiedlichen Leseransichten und -wünschen bewusst. »Die einen wollen die Handlung detailgetreu lesen, ohne größere Auslassungen– denen kann es nicht kompliziert genug sein. Die anderen möchten sie schnell vorangetrieben sehen, und alles, was nichts mit dem roten Faden zu tun hat, kann weg. Außerdem gibt es Leser, und das dürfte die Mehrzahl sein, die sich einfach an gut erzählten, abwechslungsreichen Geschichten erfreuen.«

Immer wieder stößt er auch auf Textstellen mit veralteter Technik. »Ich amüsiere mich jedes Mal, wenn jemand an die Sprechzelle geht und die Zentrale ruft. Sowas geht heute, da fast jeder ein Handy besitzt, einfach nicht mehr.«

Das Frauenbild hat sich im Verlauf der vergangenen Jahrzehnte ebenfalls massiv verändert. »Damals wurden Frauen als schwache Wesen charakterisiert, die es zu beschützen gilt«, erläutert Haensel. »Wenn ich bei meiner Arbeit auf so etwas stoße, schmeiß ich die Passage entweder raus oder versuche sie zu entschärfen. Haarsträubend sind auch die platten Anmachen von Galto Quohlfahrt, da würde heute jeder Pennäler drüber lachen.«

Nach all den Jahren hat Hubert Haensel nichts von seiner Freude an den PERRY RHODAN-Heften eingebüßt. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht: »So lange den Lesern gefällt, was ich mache, und solange ich Spaß an meiner Arbeit habe, mache ich weiter. Wenn ich mich 250 Stunden nur noch quäle, wird es Zeit Schluss zu machen.«

(Die drei Logbücher, in denen ich auf die Geschichte der Silberbände zurückgeblickt habe, entstammen in wesentlichen Teilen einem Artikel, der 2011 im Buch »Fünfzig Jahre Zukunft« veröffentlicht worden ist. Ein großer Teil meines Logbuches stammt deshalb von meiner ehemaligen Kollegin Elke Rohwer, mit der ich damals das Buch zusammengestellt und auch den betreffenden Artikel geschrieben habe. Das als ergänzende Information!)

20 Mai 2020

Peter Thomas und PERRY RHODAN

Der Komponist Peter Thomas war mir schon vor dem Jahr 1999 ein Begriff. Ich kannte seine Filmmusik für die Serie »Raumpatrouille«, und ich wusste, dass er für viele andere Filme und Serien die Musik komponiert hatte. Im Jahr 1999 arbeiteten wir sogar zusammen, wenngleich indirekt.

Eckhard Schwettmann hatte über gemeinsame Bekannte einen Kontakt zu Thomas hergestellt, und dieser hatte für PERRY RHODAN eine »Hymne an die Zukunft« komponiert. Diese wurde im Spätjahr 1999 auch auf einer CD veröffentlicht. Es wurde sogar ein Video produziert, das gelegentlich im Fernsehen gezeigt wurde. Ich schrieb den einen oder anderen Text zu dieser Produktion und fand die Musik ganz gut – sonst bin ich ja kein großer Fan von elektronischer Musik.

Und ich traf mit Peter Thomas im Fernsehen zusammen. Wir waren beide Gäste in der Sendung »kEwL« zu Gast, die vom Fernsehsender Viva ausgestrahlt wurde. Der Moderator war Tobias Schlegl, von aller Welt nur »Tobi« genannt. Peter Thomas erzählte von seiner Musik, ich erzählte von PERRY RHODAN.

Ich fand Peter Thomas, der damals schon ein älterer Herr war, sehr sympathisch. Wir siezten uns mit professioneller Distanz. Leider entwickelte sich keine weitere Zusammenarbeit zwischen ihm und PERRY RHODAN.

Gestern wurde bekannt, dass der Komponist bereits am 17. Mai 2020 gestorben war. Für mich hat er sich mit seiner Musik ins Gedächtnis der Science-Fiction-Fans eingeschrieben und auch für PERRY RHODAN einige wichtige Stücke verfasst.

19 Mai 2020

Der Erfolg der Silberbände

Ein Logbuch der Redaktion

Den eigentlichen Aufbruch des Moewig-Verlags ins Buchgeschäft belegt das Gesamtverzeichnis, das im Sommer veröffentlicht wurde und das Programm bis zum Herbst 1978 präsentierte. Ein wichtiger Schwerpunkt dabei war unter anderem die »M.V. Bibliothek der Weltliteratur« und die »M.V. Bibliothek für Kenner und Genießer«. Alle Bücher dieser Reihen waren mit dem geschwungenen »M.V.« ausgestattet, das bis heute die PERRY RHODAN-Silberbände schmückt.

Der erste Silberband wurde in diesem Prospekt ebenfalls angekündigt. Im Werbetext war zu lesen: »Hunderttausende Science-Fiction-Fans warten seit Jahren darauf – endlich ist es soweit! Das erste PERRY RHODAN-Buch ist erschienen: Die Dritte Macht.« Das Werk kostete im Herbst 1978 19,80 Mark.

Der Verlag hatte sich für einen Silberfolien-Einband mit dreidimensionalem Vierfarbbild entschieden, an dieser Aufmachung hat sich bis heute nichts Wesentliches geändert. Für die Käufer der ersten zehntausend Exemplare des Silberbandes Nummer 1 »Die Dritte Macht« hatte man sich etwas Besonderes ausgedacht. Sie sollten in ihren Büchern die Original-Unterschriften der Autoren Clark Darlton, Karl Herbert Scheer und William Voltz finden. Dafür fuhren die drei Schriftsteller zur Druckerei nach Ulm und starteten einen wahren Marathon im Unterschreiben.

Johnny Bruck und seine Titelbilder

Was wären die Silberbände ohne die Titelbilder von Johnny Bruck? Er war von Anfang an dabei. Gut 35 Jahre lang zeichnete er alle Titelbilder der PERRY RHODAN-Serie; sie schmücken bis heute die Cover der Silberbände. Neben Raumschiffen und Landschaften sind seine Darstellungen von Außerirdischen in den Titelbildern besonders eindrucksvoll. Die Wesen wirken, als hätten sie menschliche Züge, ihre Gesten überzeugen und sind alles andere als hölzern.

Inspirieren ließ er sich dafür oft von Tieren, die ihm in der freien Wildbahn begegneten, wie zum Beispiel Füchse, Schlangen und Rehe. »Johnny war Hobby-Jäger, außer seinem Gewehr nahm er aber auch immer seine Kamera mit auf den Hochsitz«, erinnert sich Ingrid Bruck, die bis zu seinem tödlichen Unfall 1995 die Frau an seiner Seite war. Nach einer durchgearbeiteten Nacht verbrachte Bruck die frühen Morgenstunden deshalb häufig im Wald.

Am liebsten malte er mit Tempera-Farben, oft setzte er Collagen ein, und ab Band 1050 versuchte er sich mit Airbrush-Techniken. »Johnny konnte Acrylfarben nicht ausstehen, weil sie zu schnell trockneten, um damit Verläufe hinzubekommen«, sagt Ingrid Bruck.

Bevor er jedoch überhaupt zur Farbe griff, verbrachte der Künstler viel Zeit mit dem Anfertigen von Skizzen auf Zeichenkarton. »Um ein Gespür für die Handlung im Roman zu bekommen, musste er natürlich das Manuskript zumindest überfliegen. Ich erinnere mich noch gut daran, wie im ganzen Haus, in der Küche und im Bad, Manuskriptseiten herumlagen.«

Horst Hoffmann übernimmt

Ab 1984 und ab Band 20 entstanden die Silberbände unter der Regie von Horst Hoffmann. Mit seinem Eintritt in den Verlag wurde erstmals eine PERRY RHODAN-Redaktion im Pabel-Gebäude in Rastatt geschaffen.

»Zu Anfang führte ich Willis Arbeit in dessen Sinne fort, hatte aber zunehmend meine Probleme damit, die Schreibe der Autoren sprachlich soweit zu glätten, dass fast der individuelle Schreibstil unkenntlich wurde«, erinnert sich Hoffmann. »Ich war immer der Meinung, dass es gerade der Reiz der Serie ist, aus den unterschiedlichen Stilen der Autoren ein einheitliches Etwas zu schaffen, denn jeder Autor hat seine Fans. Und das sollte auch im Buch erkennbar bleiben.«

Zunächst arbeitete er mit den gleichen Techniken, die schon Voltz genutzt hatte. Anfang der 90er-Jahre war Schluss mit der Kleberei: Der Schriftsteller erhielt die Hefte in gescannter Form und bearbeitete diese am Computer.

Ein Thema für sich waren die Auslassungen ganzer Hefte, »die lediglich Lückenfüller darstellten oder einfach grottenschlecht waren.« In dem Fall mussten handlungswichtige Textinformationen in Einschüben verfasst werden. »Extrem war dies, wenn schon mal ein ganzer Zyklus außen vor bleiben musste, wie zum Beispiel der Plophos-Zyklus.«

Dieser Zyklus wurde später »nachgearbeitet«: zuerst in der Bertelsmann-Ausgabe, dann in Form eines Vierteilers in Paperback-Form. Verantwortlich für die Bearbeitung war auch hier Horst Hoffmann.

18 Mai 2020

Drangwäsche

Seit die Haluter im PERRY RHODAN-Roman »Die Straße nach Andromeda« (Band 200 von K. H. Scheer, veröffentlicht im Jahr 1965) erstmals auftauchten, zählen sie zu den faszinierendsten Völkern, die es in der PERRY RHODAN-Serie gibt. Die monströs wirkenden Wesen, die aber in Wirklichkeit sanfte Philosophen sind, werden vor allem über Icho Tolot verkörpert, eine der wichtigsten Figuren überhaupt in der Serie.

Als Gegensatz zu ihrem höflichen Verhalten baute Scheer schon im ersten Roman ihre Drangwäsche mit ein; erzählt wird eine solche Drangwäsche von Atlan, der sie in seiner Vergangenheit erlebt hat. Bis heute ist die sogenannte Drangwäsche etwas Wichtiges für die Haluter – eine Mischung aus Abenteuer und Kampf, aus Forschung und Austoben.

Noch nie haben wir eine Drangwäsche aber so geschildert bekommen wie in dem Roman »Drangwäsche«, den Michael Marcus Thurner geschrieben hat und der am 22. Mai in den Handel kommt. Das Titelbild von Dirk Schulz gibt einen Eindruck wieder, wie so eine Drangwäsche wohl von außen aussehen würde. Es ist der erste Teil eines Zweiteilers, in dem der Autor bislang unbekannte Facetten von Icho Tolot in die Handlung bringt – gefällt mir sehr gut!

17 Mai 2020

Den Con nach Hause holen

In diesem Jahr werden viele Cons abgesagt oder verschoben; das liegt an der Corona-Pandemie, ihren Auswirkungen und den nach wie vor großen Unwägbarkeiten in ihrer Folge. Die Veranstalter des GarchingCons haben sich bekanntlich dafür entschieden, ihren Con ins nächste Jahr zu schieben.

Aber dabei bleibt es nicht, und die davon abgeleitete Aktion finde ich interessant: »Holt euch doch den GarchingCon nach Hause!«, schreiben die Veranstalter. Der Con-Shop bietet Rabatte an, als ein besonderes Angebot für die Fans, um die »Wartezeit etwas erträglicher zu gestalten«.

Die Aktion läuft bis zum 19. Juli 2020. Ich wünsche den Fans in München gutes Gelingen bei ihrer Aktion und freue mich schon auf den GarchingCon im September 2021.

16 Mai 2020

E-Books in der Abrechnung

In diesen Tagen beschäftige ich mich häufig mit den E-Book-Abrechnungen. Wie hat man sich das denn eigentlich vorzustellen? Was macht da eigentlich wer genau?

Ich bin selbstverständlich nicht die Person, die alles ausrechnet. Das könnte ich nicht, fürchte ich, und ich wäre vor allem nicht gründlich genug. Ich kann als Redakteur maximal die Grundlagen liefern und hinterher kontrollieren.

Also rechne ich nicht selbst ab. Das machen die Kolleginnen in der Buchhaltung – und die sitzt in unseren modernen Zeiten nicht im Verlag, sondern in einem Büro in Magdeburg. Die Kolleginnen dort rechnen alles genau aus, und sie schicken die Abrechnung dann an uns, wo sie von einer Kollegin aus der Abteilung – es ist Regina Focht – geprüft wird.

Wenn die Kollegin alles für gut befunden hat, gibt sie mir Bescheid. Wenn es zeitlich reicht, schaue ich mir die Abrechnung  auch noch mal kurz an. Ich rechne nichts nach, ich scrolle mich durch die Abrechnung und schaue mehr oder weniger gründlich darauf. Manchmal fällt mir  doch etwas auf, aber meist zeichne ich sie hinterher frei.

Da wir von fast 3100 PERRY RHODAN-Heftromanen, mehr als 900 ATLAN-Heftromanen, von 150 PERRY RHODAN-Silberbänden und fast 200 MYTHOR-Heftromanen sprechen, dazu die vielen Pakete und kleineren Dinge (Space Thriller oder STELLARIS), kommen sehr hohe Stückzahlen zusammen. Es sind Tausende von E-Books, die einmal im Halbjahr – in manchen Fällen auch nur einmal im Jahr – abgerechnet werden.

Das ist eine wichtige und sinnvolle Aufgabe. Ich bin immer sehr froh, dass die Kolleginnen das so gut machen und ich nur noch »drübergucken« muss. So kommen die Urheber der Romane und Titelbilder zu den ihnen zustehenden Honoraren.

15 Mai 2020

Erbe des Kristallthrons

Truk Drautherb ist Zeremonienmeister am Hof der Imperatoren auf der Kristallwelt Arkon. Und er ist zugleich eine Figur, wie ich sie in Romanen immer wieder mag: auf seine Tradition versessen und gleichzeitig intrigant, voller Vorbehalte und starrer Ansichten.

In dem Roman »Erbe des Kristallthrons«, der heute erscheint und den Lucy Guth geschrieben hat (Band 226 von PERRY RHODAN NEO), spielt Drautherb eine wichtige Rolle. Und obwohl er eigentlich keine positive Figur ist, mochte ich ihn, als ich das Manuskript las.

Da der Roman auf Arkon spielt, darf natürlich der bekannteste Arkonide überhaupt nicht fehlen: Atlan spielt eine wesentliche Rolle. Daneben taucht Mirona Thetin auf, Thora trifft alte Bekannte, und der Mausbiber Gucky ist schwer beschäftigt. Die Autorin schildert die Zeremonien am Hof von Arkon mit Sinn für Details, dazu gibt es spannende Action und Verfolgungsjagden im Kristallpalast – eine starke Mischung!

Richtig gut gefällt mir übrigens auch das Titelbild von Dirk Schulz. Es ist ruhig, zeigt überhaupt keine Action – doch die Verbindung aus der Hand eines Roboters und einem filigranen Schmuckstück ist ungewöhnlich und überzeugt auf den ersten Blick.

14 Mai 2020

Wir planten Band 2550 und weiter

Aus der Serie »Zehn Jahre zurück«

Schaue ich ein wenig in die Vergangenheit, genauer gesagt, auf den Mai 2010, stelle ich fest, dass uns in diesem Monat vor allem ein Roman und dessen Folgen stark beschäftigte: Wir bereiteten den Band 2550 unserer Serie vor, den Michael Marcus Thurner schreiben sollte und der am 2. Juli in den Handel kommen würde.

Die Extras für diesen Roman, der unter dem Titel »Die Welt der 20.000 Welten« erscheinen sollte, hatten wir bereits festgelegt und mit der Verlagsleitung besprochen. Darüber hinaus wollten wir mit Sonderausstattungen dafür sorgen, dass das Interesse an der aktuellen Handlung länger anhielt. Hier hatte sich vor allem Klaus Bollhöfener mit seinen Ideen durchgesetzt.

Im Mai 2010 entschlossen wir uns so, in die Bände 2557 bis 2559 jeweils einen Einhefter einzudrucken, der Bastelbögen enthalten sollte. Für Band 2571 sollte als Einhefte noch ein Set mit Weihnachtspostkarten kommen. Was diese Aktionen wirklich brachten, ließ sich hinterher kaum feststellen; uns bereiteten sie zumindest viel Freude.

13 Mai 2020

Ich mag Baumwolltaschen

Ich mag Dinge, die sinnvoll und praktisch sind. Zum Einkaufen benutze ich beispielsweise meist Stofftaschen: Die kann man, wenn sie nicht benutzt werden, zusammenrollen und in die Jackentasche stecken. Gleichzeitig bekommt man ganz schön viel Kram in sie hinein, und sie halten einiges an Gewicht aus – sogar mehrere Flaschen lasse sich damit transportieren.

Warum ich das erzähle?

Weil ich zur Zeit gern eine Einkaufstasche mit PERRY RHODAN-Motiv benutze. Sie ist bemerkenswert schlicht: halt schwarz und stabil, ergänzt durch einen Aufdruck, der unser Serienlogo zeigt (mit dem PERRY RHODAN-Motiv, das wir beim WeltCon 2011 eingesetzt haben ...).

Gelegentlich höre ich, dass wir bei PERRY RHODAN zu wenig Merchandise-Produkte anbieten. Wir sollten da mehr machen und uns an »Star Wars« und dergleichen orientieren. Das ist kein falscher Hinweis – vielleicht können wir da mehr anbieten. Aber fürs erste erfreue ich mich an der Baumwolltasche.

11 Mai 2020

Zurück in den Verlag

Seit Mitte März ist die PERRY RHODAN-Redaktion – und mit ihr andere Abteilungen im Verlag – wegen der aktuellen Pandemie mehrheitlich im »Home Office« zugange. Wir kommunizieren per Mail, per Telefon oder per Videokonferenz; es klappt ganz gut, ist aber kein Ersatz für ein »richtiges« Zusammenarbeiten. Wir haben diese Situation immer als Provisorium gesehen.

Seit heute wird der Pabel-Moewig Verlag in die Büros zurück verlagert. Die sogenannten Lockerungen betreffen also auch unsere Arbeitsplätze. Wir werden trotzdem nicht alle zur gleichen Zeit in unseren Büros sein – wir halten die Sicherheitsabstände ein, was dazu führt, dass manche Büros nur halbtags benutzt werden oder manche von uns weiterhin zum größten Teil von daheim aus arbeiten.

Nach wie vor gilt: Wir sind erreichbar, wenngleich nicht so gut wie vor der Pandemie. Wir sind vorsichtig, und wir wollen nichts riskieren. Wir arbeiten weiterhin mit Herzblut an PERRY RHODAN, aber es ist niemandem gedient, wenn einer von uns krank wird und damit für längere Zeit ausfällt.

Und nach wie vor gilt vor allem: Bleibt alle gesund!

08 Mai 2020

Beteigeuze

Es ist der abschließende Teil des Dyoversum-Vierteilers: »Beteigeuze« wurde von Susan Schwartz und Christian Montillon verfasst und kommt in der nächsten Woche in den Handel. Es ist ein Roman, der – so finde ich – noch einmal zeigt, welche Fähigkeiten Perry Rhodan hat: Der Terraner ist kein träumerischer Visionär, sondern ein Visionär des Handelns, der letztlich immer versucht, den Frieden voranzubringen und zu einer Einigung mit allerlei galaktischen Fremdvölkern zu kommen.

Viele Fragen sind noch offen, die sich auf die andere Seite des Dyoversums beziehen. Dafür werden einige andere Fragen klar beantwortet. Das haben die Autorin und der Autor in abwechslungsreicher Weise hinbekommen, finde ich.

Mit dem Schauplatz Beteigeuze liefern sie zudem eine Verbeugung vor der Vergangenheit – wer die Anfänge der Dritten Macht jemals gelesen hat, wird sich bestimmt erinnern. Und mit den »Protokollen« gibt es ein Handlungselement, das mir sehr gut gefallen hat, das ich originell fand und das sich auch auf dem Titelbild von Dirk Schulz wiederspiegelt.

07 Mai 2020

Eine beliebte Information

Als ich in den 80er-Jahren zum ersten Mal den Pabel-Moewig Verlag in Rastatt besuchte, kam ich in ein Konglomerat aus Gebäuden, in denen Verlag, Druckerei und Weiterverarbeitung ineinander übergingen. Im unteren Geschoss eines Gebäudeteils war die Weiterverarbeitung untergebracht, riesige Druckmaschinen waren buchstäblich unter den Schreibtischen der Redaktionen zugange – und Förderbänder transportierten die gedruckten Romane und Zeitschriften über den Hof in eine Halle, in der Dutzend von Menschen damit beschäftigt waren, sie für den Versand vorzubereiten.

Mich wunderte keinen Augenblick lang ein Schild, das zwischen Verlagsgebäude und Lagerhalle hing: »Entnahme von Heften sowie rauchen verboten!« stand darauf. Völlig nachvollziehbar: In diesem Bereich durfte nicht geraucht werden, die Gefahr eines Brandes war zu hoch. Und natürlich wollte niemand, dass Hefte entwendet wurden.

Das ist lange her, und die Information hängt immer noch an der Stelle, wo ich sie damals zum ersten Mal gesehen hatte. Mittlerweile hat sie ihren Sinn verloren: Die alten Förderbänder sind größtenteils abgebaut worden, und an der Stelle, wo früher die Weiterverarbeitung lief, sitzt heutzutage die PERRY RHODAN-Redaktion.

Wenn ich das Schild sehe, bekomme ich leichte Anfälle von Nostalgie. Es ist ein Zeichen für eine Zeit, die vergangen ist. Aber es gehört zur Geschichte des Verlages und auch zur Geschichte der PERRY RHODAN-Serie ...

06 Mai 2020

Ferrol

Zu den wirklich klassischen Welten der PERRY RHODAN-Serie zählt Ferrol. Warum das so ist, muss ich an dieser Stelle sicher nicht erzählen. Mit der Heimatwelt der Ferronen verbindet die Menschen von der Erde einfach viel – und das buchstäblich seit Anfang an.

Dass es auf der anderen Seite des Dyoversums dann auch eine Welt gibt, die man als Ferrol bezeichnet, verwundert sicher auf den ersten Blick. Keine Sorge, dafür wird es bald einige Erklärungen geben. (Ob die allerdings alle befriedigend sind, weiß ich noch nicht)

»Ferrol« ist auf jeden Fall der Titel des nächsten PERRY RHODAN-Romans, den Christian Montillon und Susan Schwartz gemeinsam geschrieben haben. Das Titelbild mit dem bewaffneten Topsider macht dabei klar, dass des zu Begegnungen kommt, die nicht komplett erfreulich verlaufen ...

05 Mai 2020

Wie die Silberbände gestartet wurden

Ein Logbuch der Redaktion

In wenigen Tagen kommt der Silberband 150 in den Handel; damit beginnt für die umfangreichste Science-Fiction-Buchreihe der Welt ein neuer Handlungsabschnitt. Grund genug, ein wenig in die Vergangenheit zu blicken. Immerhin gibt es die PERRY RHODAN-Buchausgabe seit den späten 70er-Jahren.

Ende des Jahres 1977 war die PERRY RHODAN-Serie auf einem absoluten Höhenflug: Der »BARDIOC«-Zyklus begeisterte die Leser, und unter der Exposé-Führung von William Voltz hatte die Serie eine philosophische Note erhalten. Im selben Jahr startete die vierte Auflage, in der die Serie zum wiederholten Mal mit der Nummer Eins auf den Markt kam.

Jede Woche lagen so vier PERRY-RHODAN-Romane im Handel aus, ergänzt durch die Taschenbücher sowie die ATLAN-Serie, die immer phantasievoller wurde. In diese Zeit fielen auch die weiteren Expansionsversuche des Moewig-Verlags. Nachdem wenige Jahre zuvor die beiden konkurrierenden Verlage Pabel und Moewig zusammengefügt worden waren, wollte man nun vom Heftroman- und Zeitschriftengeschäft stärker in das Geschäft mit Büchern einsteigen.

Was also lag näher, als die erfolgreichste Heftromanserie, die es zu dieser Zeit im Handel gab, in gebundener Form zu vermarkten? Unter der Ägide des damaligen Verlagschefs Wilfried Blach in Rastatt und des in München arbeitenden Cheflektors Kurt Bernhard wurde ein gewagter Plan geboren: Die komplette PERRY RHODAN-Serie sollte in Buchform erscheinen, frisch bearbeitet für einen ganz anderen Leserkreis.

Durch ein markantes Aussehen und eine – für damalige Standards – ganz moderne Titelgestaltung wollte man jüngere Leser erreichen, die bislang keine Notiz von PERRY RHODAN genommen hatten. Was noch fehlte war ein Bearbeiter, und diesen fand man in William Voltz. Der damalige PERRY RHODAN-Chefautor war offensichtlich die ideale Besetzung für den Job.

William Voltz freute sich auf diese Aufgabe. Allerdings erkannte er schnell, dass die Überarbeitung der damals schon klassischen Romane, mit dem Ziel, sie zu einem Buch zusammenzufassen, nicht einfach sein würde.

Bei seiner Arbeit ging Voltz stets nach einem ähnlichen Prinzip vor: Er las die Hefte, die im Handlungsbereich des nächsten Silberbands lagen. Am Ende flossen davon fünf bis sechs Hefte tatsächlich in den Silberband ein. Dann wurde der Titel des Buchs gewählt und Johnny Bruck mit dem Titelbild beauftragt. Anschließend strich Voltz in einer Rohversion unpassend erscheinende oder falsche Passagen und formulierte sie neu.

»Sobald diese Phase abgeschlossen war, nahm er von jedem der sechs ausgewählten Hefte zwei Exemplare und schnitt die Seiten so zurecht, dass er sie quer auf ein DIN-A4 Blatt kleben konnte«, erinnert sich seine Witwe Inge Mahn.

Zunächst hatte William Voltz versucht, diesen handwerklichen Teil an seine Söhne Stephen und Ralph zu delegieren, aber das ging nicht lange gut: Entweder sie zerschnitten Textteile oder klebten »Asterix«-Seiten zwischen PERRY RHODAN.

»Nachdem rund 350 Seiten zurechtgeschnitten und aufgeklebt sind, habe ich neben klebrigen Fingern eine Rohform des zu bearbeitenden Manuskripts«, wird der Schriftsteller in einem Bericht seiner Witwe Inge zitiert. »Jede Seite wird nun neu gelesen und dabei korrigiert.«

Oft war es dabei nötig, dass neben den handgeschriebenen roten Korrekturangaben neue Passagen und Zwischenverbindungen eingesetzt werden mussten. Diese schrieb Voltz dann mit der Schreibmaschine, markierte die Stellen, an der sie zum Einschub kommen sollten, und klebte sie gefaltet auf die entsprechende Seite.

Wenn die Zeichen gezählt waren, zirka eine Million, schrieb er das Vor- und Nachwort, und weiter ging das Manuskript zu Christa Schurm in den Verlag. Sie tippte die Korrekturseiten ab, und während das Manuskript von Lektor Günter M. Schelwokat geprüft wurde, wählte Voltz Risszeichnungen aus, schrieb Werbetexte und verfasste die sogenannten Waschzettel: Weil es damals noch nicht möglich war, die Rücken der Silberbände zu bedrucken, musste man die Inhaltstexte auf separate Zettel drucken und dem Buch beilegen.

Bis zu seinem Tod im März 1984 bearbeitete William Voltz auf diese Weise insgesamt 19 Silberbände. Die ersten Zyklen der Serie wurden so in einer repräsentativen Form als Bücher veröffentlicht – damit legte Voltz den Grundstein für eine erfolgreiche Buchreihe.

04 Mai 2020

Ein Berg mit »Stalker«-Büchern

Darüber freute man sich heute in der PERRY RHODAN-Redaktion: Die Kollegen bei Edel hatten ein großes Paket mit Belegexemplaren geschickt. Es sind die Belege des aktuellen PERRY RHODAN-Buches, das den schönen Titel »Stalker« trägt und mit dem ein neuer Handlungsabschnitt beginnt. In diesem Buch und in den folgenden Bänden geht es um das Sternweh von Millionen Menschen und die angeblichen Wunder der Mächtigkeitsballung Estartu.

Ich freue mich selbst schon darauf, ein neues PERRY RHODAN-Buch in mein Regal stellen zu können. Die Sammlung umfasst damit 150 Silberbände sowie weitere Bücher mit einem silberfarbenen Umschlag (darunter das PERRY RHODAN-Lexikon aus den 80er-Jahren oder der Werkstattband). Wenn wir heute sagen, PERRY RHODAN sei die umfangreichste Science-Fiction-Serie, gilt das längst auch für die Buchausgabe.

Und jetzt hoffe ich, dass möglichst viele Menschen das neue Buch kaufen. Vielleicht wagt sich sogar der eine oder andere neue Leser auf diesen neuen Handlungsabschnitt …

01 Mai 2020

Im Sphärenlabyrinth

Als wir vor gut einem halben Jahr mit der Arbeit an der zweiten Miniserie unter dem Oberbegriff »Mission SOL« anfingen, hatten wir einen klaren Arbeitstitel. Die Miniserie sollte »PERRY RHODAN: SOL Labyrinth« heißen, zumindest sollte der Begriff »Labyrinth« in den Titel. Am Ende wurde es zu »Mission SOL 2«, und das »Labyrinth« wurde schlicht zum Titel der Staffel.

Nun aber ist der Roman im Handel, in dem das Labyrinth eine erste echte Rolle spielt. Hermann Ritter schrieb »Im Sphärenlabyrinth«, es ist der vierte Band der laufenden Miniserie, und er wird von einem eindrucksvollen Titelbild von Arndt Drechsler geziert. Danach werden die Leser sicher verstehen, warum die Miniserie den Staffeltitel »Labyrinth« trägt …

30 April 2020

»Flotte, moderne Popmusik«

Wie sollte ich die Musik der niederländischen Band Sensus eigentlich beschreiben? Als ich im Frühsommer 1986 zum ersten Mal eine Demo-Version des Stückes »More than a million light years from home« hörte, hatte ich zwei Assoziationen: Die Melodie ging sofort ins Ohr – es war ein echter Ohrwurm. Und ich konnte nichts mit dem Stil anfangen. »Das klingt ja wie Modern Talking«, sagte ich sofort und meinte es nicht positiv.

Als ich später für die Kundenzeitschrift »Lies doch mal!« einen kleinen Artikel über die Band, den PERRY RHODAN-Geburtstag und den anstehenden WeltCon schreiben musste, ignorierte ich meinen eigenen Geschmack, sondern überlegte mir, wie die Musik ankommen würde. Ich kam auf die Formulierung, es handle sich um »flotte, moderne Popmusik mit elektronischen Weltraumklängen«, und mir widersprach niemand.

Tatsächlich wurde das Stück zu einem Hit, zumindest für die PERRY RHODAN-Fans. Wer es einmal gehört hat, vergisst es kaum. Und so hat sich die Band Sensus, von der man eigentlich sonst nicht viel mitbekommen hat, in unseren Kreisen, gewissermaßen unsterblichen Ruhm erworben …

29 April 2020

Der neue Imperator

Es ist immer schwierig, sich eine Romanfigur klar vorzustellen, wenn man nur Beschreibungen zur Verfügung hat. Ich finde, dass Dirk Schulz für den Roman »Der neue Imperator« ein sehr gelungenes Bild geliefert hat: Man kann sich somit vorstellen, dass der Mann mit dem eindrucksvollen weißen Bart in der Lage ist, auch ein großes Sternenreich zu regieren – nicht gerade demokratisch, aber mit enormem Willen zur Macht. Ich habe künftig ein klares Bild des neuen Imperators, das meine bisherigen Gedanken quasi ausgelöscht hat.

Den Roman selbst schrieb Susan Schwartz. Die Autorin zeigt viel von dem Hin und Her und den Intrigen auf der sogenannten Kristallwelt. Sie hatte sichtlich Spaß daran, die heimtückischen Spiele der wichtigen Arkoniden zu beschreiben. Und ich denke mir, dass sich dieser Spaß auch auf die Leser übertragen wird.

28 April 2020

Fragen zur Vorplanung

In einer längeren Mail stellte mir ein Leser einige Fragen. Weil die Fragen gut waren, ich sie aber nicht nur in einer Mail beantworten will, greife ich eine wesentliche Frage an dieser Stelle heraus: Wie weit sind wir in der Redaktion oder die Exposéautoren denn eigentlich mit unserer Vorplanung? Die Frage kommt immer wieder, ich weiß – aber sie ist offenbar spannend genug.

Um es unklar zu sagen: Das kann man so genau nicht sagen. Die PERRY RHODAN-Serie wird zwar weitestgehend geplant, anders ginge es ja nicht – aber man plant nicht unbedingt von Band eins zu Band hundert eines Zyklus linear durch. Man entwickelt Ideen, die sich auch mal ändern können, und man entwickelt Ideen, die vielleicht auch erst später umgesetzt werden.

So sind die Exposéautoren derzeit intensiv dabei, den laufenden Zyklus zu Ende zu bringen. Abschließende Exposés entstehen, offene Fragen werden abgearbeitet. Gleichzeitig entstehen Arbeitspapiere zum nächsten Zyklus, mit Band 3100 beginnt dieser zu Beginn des Jahres 2021 – und natürlich muss das entsprechend vorbereitet werden.

Es wird an verschiedenen Stellen parallel gearbeitet, das machen die Exposéautoren in einer Art Wechselspiel. Dazu kommen die Recherchearbeiten, die dafür sorgen, dass die innere Logik unserer Serie stimmt – auf diese Weise steuern wir derzeit die größte Science-Fiction-Serie der Welt.

27 April 2020

Ein Staffelwechsel ist in Arbeit

Übers Wochenende hatte mich PERRY RHODAN NEO gut im Griff: Ein Exposé sowie zwei Romane lagen auf der Halde der dringend zu lesenden Dinge. Die Autoren waren fleißig (und hier stimmt ausnahmsweise die rein männliche Form), und ich hatte einiges zu tun.

Unter anderem hatte ich den Abschlussband zu »Arkon erwacht« vor der Nase. Neben vielen dramatischen Situationen erhalten die Leser auch einen Blick in die nähere Serienzukunft. Wer es »kosmisch« mag, kommt mit diesem Roman auf seine Kosten; da bin ich mir sicher.

In die nächste Staffel, die den schönen Titel »Sagittarius trägt, starten wir dann erst einmal mit weniger Informationsschub. Dazu las ich den ersten Roman, der mit neuen Geheimnissen und neuen Herausforderungen beginnt, und ein Exposé, in dem Perry Rhodan und seine Gefährten schon richtig weit weg von der Erde sind …

An dieser Stelle verrate ich nichts über Inhalte; das wäre schließlich unsinnig. Aber ich erzähle gern über die Arbeit, in der die Autoren und die Redaktion stecken. Die ist im Idealfall spannend und kreativ – so war's eben für mich an diesem Wochenende: ein Staffelwechsel mit Überraschungen!

24 April 2020

Ceres

Es ist der zweite Teil des Dyoversum-Vierteilers, und er kommt am 30. April 2020 in den Handel: Christian Montillon und Susan Schwartz schrieben gemeinsam den Roman mit dem schlichten Titel »Ceres«, und auch dieser Roman spielt in dem unbekannten Universum, in dem sich die Erde und der Mond seit mehr als vier Jahrhunderten befinden.

Was machen Menschen, die sich in einem fremden Raum aufhalten und mit den neuen Örtlichkeiten vertraut machen müssen? Sie vergeben Namen und benennen Dinge. Man kann davon ausgehen, dass das auch in der Zukunft so sein wird. Also nennen Menschen, die es mitsamt ihrer Welt in einen fremden Raum verschlägt, die Himmelskörper, die sie dort antreffen, nach bekannten Dingen aus ihrem Raum.

So ist es zu erklären, dass Perry Rhodan und seine Gefährten völlig verwundert den Planeten Zeut in direkter Nähe der Erde antreffen und dass – was noch verwunderlicher ist – sogar Ceres um die neue Sonne kreist. Rhodan stellt sich einige Fragen, auf die er leider nicht unbedingt die Antworten erhält, die er gerne hätte …

23 April 2020

Portal-Installateure

Aus der Serie »1000 Bände zurück«

Als Rainer Castor das Exposé für den PERRY RHODAN-Band 2062 erhielt, gingen Robert Feldhoff als Exposéautor und ich selbstverständlich davon aus, dass der Autor hier sehr viel Wert auf technische und historische Details legen würde. Aber ich war trotzdem optimistisch: Immerhin sollten zwei junge Mutanten mehr über das System der Galaxis Dommrath herausfinden und in einer abenteuerlichen Handlung auf eines der geheimnisvollen Portale stoßen.

Doch der Autor hatte andere Pläne und benötigte prompt mehr Zeit, als wir geplant hatten. Das Manuskript traf ein, ich las es, und ich war mit seinem Ergebnis nicht so zufrieden: Er hatte mehr Wert auf Fakten und weniger Wert auf Handlung gelegt.

Ich hatte einen »hundertprozentigen Castor« bekommen, mit dem ich meine Probleme hatte. Aber ich wusste, dass es Leser geben würde, die genau diesen Roman sehr mögen würden – also nahm ich das Manuskript an.

So wurde »Portal-Installateure« ein PERRY RHODAN-Band, bei dem die Ansichten von Autor und Redakteur nicht so leicht auf eine Linie gebracht werden konnten. Und es sollte nicht das letzte Mal sein, dass sich Rainer Castor und ich nicht einig wurden …

22 April 2020

Ernst Vlcek und sein Roman »Stalker«

Logbuch der Redaktion

Als im Sommer 1985 der PERRY RHODAN-Roman »Stalker« zum ersten Mal veröffentlicht wurde, lieferte Ernst Vlcek, der Autor, ein ganz besonderes Meisterstück: Er stellte eine neue Hauptfigur für die PERRY RHODAN-Serie vor, die von Anfang an die Leserschaft spaltete. Bis heute gilt der Roman als ein Klassiker der Serie.

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich die Hauptperson am Anfang verwirrend fand, sie dann von Roman zu Roman aber mehr mochte. Schon der erste Auftritt kam mir erfrischend vor – das war etwas Neues, so etwas hatte ich bei PERRY RHODAN zuvor nicht in dieser Form gelesen.

Mit Stalker, so der Name seiner Hauptfigur, wurde nämlich eine Figur in die Handlung eingeführt, die log und betrog, die alle möglichen Menschen und Außerirdischen gegeneinander ausspielte und sich nur für die eigenen Interessen – und die seiner Vorgesetzten – verantwortlich fühlte. Dieser Außerirdische spielte in der Serie dann auch eine echte Sonderrolle: die eines eigentlich gemeinen Betrügers, für den man als Leser nach einiger Zeit trotzdem Sympathien entwickelte.

Der Autor des Romans hatte bei der Gestaltung seiner Figur stets eine große Freude, wie er mir gegenüber in mehreren Gesprächen beteuerte. Ernst Vlcek, Jahrgang Januar 1941, lebte in der Nähe von Wien, wo er 2008 bereits verstarb. Er schrieb seit den 60er-Jahren für die verschiedensten Science-Fiction- und Phantastik-Serien. Ab Mitte der 80er-Jahre war er für die PERRY RHODAN-Exposés zuständig, stets mit anderen Co-Autoren.

Vlcek liebte die schrägen Figuren, die ungewöhnlichen Charaktere; das zeigte sich auch bei den Kurzgeschichten, die er verfasste, oder bei seinen Romanen außerhalb der PERRY RHODAN-Serie. Dennoch ist »Stalker« sicher einer der Romane, mit denen der Autor einen besonders großen Einfluss hatte.

Die Figur überdauerte nicht nur mehrere Handlungsjahre, sie sorgte auch in den Jahren danach immer wieder für Diskussionen. Für PERRY RHODAN-Kenner zählt der geheimnisvolle Außerirdische nach all den Jahrzehnten zu den Figuren, die am meisten faszinierten.

Im Rahmen der Buchbearbeitung wurde klar, dass der Heftroman »Stalker« zu einem wichtigen Bestandteil des PERRY RHODAN-Buches mit demselben Titel werden sollte. Hubert Haensel plante in Absprache mit Sabine Kropp – er ist der Autor und Bearbeiter, sie die Redakteurin – diesen Roman entsprechend ein. Bekanntlich werden für unsere Bücher jeweils fünf bis zehn der klassischen Romane zusammengefasst und modernisiert.

»Mit ›Stalker‹ eröffnen wir bei den Silberbänden eine neue Handlungsebene.« So haben wir die Redakteurin in unserer Presse-Information zitiert. »Die ›Vironauten‹-Bücher erzählen vom Aufbruch zu den Sternen und von völlig fremdartigen Außerirdischen, auf die Menschen in den Tiefen des Universums treffen.«

Kern von alledem ist »Stalker«: ein Roman, der seit seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1985 und trotz geänderter Lesegewohnheiten immer noch seine Fans findet. Ich freue mich auch schon darauf, ihn in gedruckter Form erneut zu lesen oder ihn als Hörbuch zu genießen!

21 April 2020

Zeut

Mit dem Roman »Zeut« eröffnen Susan Schwartz und Christian Montillon die zweite Viererstaffel von Romanen, die im sogenannten Dyoversum spielen. Dorthin haben unbekannte Mächte die Erde und den Mond verfrachtet, ohne dass bislang die Gründe dafür bekannt sind. Darüber werden Perry Rhodan und seine Gefährten sicher im Verlauf der kommenden Romane mehr erfahren.

Der Roman, den ein starkes Titelbild von Arndt Drechsler ziert, trägt seinen Titel nicht zu Unrecht. Zeut war, so die PERRY RHODAN-Historie, der fünfte Planet des heimischen Sonnensystems und wurde im Zuge des Krieges zwischen Halutern und Lemurern vernichtet. Wie kann es dann aber sein, dass es auf »der anderen Seite« eine Welt gibt, die dem klassischen Zeut offensichtlich stark ähnelt?

Diese Frage werden sich bestimmt viele Leser stellen. Perry Rhodan und seine Gefährten sind ebenfalls verwirrt von Unterschieden und Ähnlichkeiten, auf die sie immer wieder stoßen. So viel möchte ich schon einmal verraten: Es gibt nicht auf alle Fragen sofort eine Antwort …

20 April 2020

Ein Who Is Who unserer Redaktion

Ein Logbuch der Redaktion

In den vergangenen Wochen kam immer wieder die Frage auf, wer eigentlich welche Aufgaben in der PERRY RHODAN-Redaktion hat. Das möchte ich kurz an dieser Stelle aufgreifen – gewissermaßen um einen Status zu benennen. Jeder von uns macht mehrere Dinge parallel, ich zeige in diesem Logbuch nur die jeweils wichtigsten; man könnte über jeden von uns ein spezielles Logbuch verfassen. (Das hier sind ja keine Arbeitsplatzbeschreibungen.)

Ein großer Teil unserer Abteilung arbeitet auf Teilzeit-Basis. In Zeiten der Corona-Krise sind wir zumeist im »Home-Office« und an solchen Tagen nicht so leicht zu erreichen. Unsere interne Kommunikation halten wir mithilfe von Telefonaten und E-Mails aufrecht.

Streng genommen besteht unsere Abteilung aus drei Bereichen: dem Marketing, der Redaktion und der Satzarbeit. Deshalb stelle ich sie in der genannten Reihenfolge vor. Die Redaktion wird in der Fan-Öffentlichkeit am stärksten wahrgenommen, deshalb kann sie diesmal am Ende stehen.

Im Marketing ist Klaus Bollhöfener für ganz unterschiedliche Dinge verantwortlich: Er organisiert die Werbung im weitesten Sinn, sorgt also dafür, dass unsere Anzeigen platziert und dass Leseproben oder Plakate gedruckt werden. Dazu gehören auch Kooperationen mit anderen Verlagen. Er organisiert Veranstaltungen wie die Buchmesse oder Lesungen, kümmert sich um die Kooperation mit den Fans und steuert in Zusammenarbeit mit der Repro-Abteilung die Produktion unserer Titelbilder.

Auf die digitale Vermarktung unserer Serie konzentriert sich Janina Zimmer: Sie betreut die Hörbücher und E-Books, sie widmet sich dem PERRY RHODAN-OnlineShop und unserer Internet-Seite. Darüber hinaus ist sie für die Pressearbeit zuständig und wickelt einige Kooperationen mit Partnern innerhalb wie außerhalb des Konzerns ab.

Philine-Marie Rühmann sorgt dafür, dass unsere Informationen in den Sozialen Medien verbreitet werden; sie betreut unsere Auftritte bei Facebook, Twitter und Instagram, kümmert sich um YouTube und mögliche noch neuere Medien – zu ihrem Bereich gehören mittlerweile zahlreiche digitale Werbekampagnen und dergleichen.

Sehr im Hintergrund hält sich Pio Battistig. Der im Elsass lebende Kollege wurde von der Repro-Abteilung zu uns in die Redaktion »überstellt«, unter anderem deshalb, weil er in der Repro vor allem für PERRY RHODAN zuständig war. Seine Aufgabe ist, die Heftromane und Bücher zu »setzen« und damit für den Druck vorzubereiten.

Im Redaktionsbereich ist Sabine Kropp die »Dienstälteste«; sie kam bereits in den späten 80er-Jahren zur damaligen Redaktion »Männer-Romane«. Damals wurden alle Heftromane mit Krimi-, Western- oder Science-Fiction-Inhalten in dieser Redaktion betreut. Sie spezialisierte sich bald auf PERRY RHODAN und betreut heute unter anderem die verschiedenen Buchreihen, sorgt für die Produktion des wöchentlichen Romans und steuert die Lizenz- und Vertrags-Aktivitäten der Abteilung.

Als Schlussredakteurin fungiert Bettina Lang. Sie koordiniert für unsere Heftromane die Abläufe mit der Repro und dem Korrektorat. Sie steht zudem dafür ein, dass die Produktionsdaten für die E-Books und Hörbücher zum idealen Termin bereitstehen und dass alles seinen reibungslosen Lauf nehmen kann.

Regina Focht kam eigentlich »nur« als Elternzeit-Vertretung für Madlen Bihr, hat sich aber bereits als eine wesentliche Stütze unserer Abteilung erwiesen; sie kümmert sich vor allem um buchhalterische Fragen, wickelt die Verträge ab und überprüft Abrechnungen. Ebenso kommuniziert sie mit der Buchhaltung und dem Controlling, und sie übernimmt all die Dinge, die im weitesten Sinne mit Honoraren zu tun haben.

Bleibe noch ich übrig: Klaus N. Frick ist der Chefredakteur der Abteilung, der sich einerseits um die Inhalte der Serie kümmert, sich immer wieder aber auch mit Vertrieb, Marketing und Geschäftsführung der Belange von PERRY RHODAN außerhalb der eigentlichen Redaktion annimmt.

19 April 2020

Mein Konzept zur Kosmos-Chronik

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Es war eine Idee von Eckhard Schwettmann, und wir diskutierten nicht nur einmal darüber. Der Kollege aus dem Marketing-Büro dachte oft darüber nach, wie man die PERRY RHODAN-Serie in einem Buch zusammenfassen könnte. »Kein Lexikon, eher ein Roman, der die ersten 700 Bände nacherzählt«, sagte er bei einer solchen Besprechung.

Seine Idee: Damit könnte man den Lesern in drei Büchern die komplette Serie präsentieren. »Wenn sie die drei Bücher gelesen haben, steigen sie danach direkt in die laufende Handlung ein«, überlegte er.

Wie man ein solches Epos erzählen könnte, sei letztlich natürlich die Aufgabe eines guten Schriftstellers; das sollte weder seine noch meine Aufgabe sein. Doch klar war: Wir mussten uns inhaltlich bewusst sein, was wir wollten, dann erst konnten wir mit einem Autor sprechen und ihn mit dem Roman beauftragen. In einer Diskussion, die wir buchstäblich »zwischen Tür und Angel« führten, kam der Name »Kosmos-Chroniken« ins Spiel. Dabei blieb es dann auch.

Im April 1998 setzte ich mich hin und verschriftlichte die Ideen, die wir bisher gesponnen hatten. Wir sollten sie gemeinsam im Monatsmeeting des Buchverlages präsentieren. Im Moewig-Verlag sollten die »Kosmos-Chroniken« letztlich auch erscheinen. Eckhard und ich stellten uns eine ganze Reihe vor, waren uns allerdings über die Ausgestaltung noch nicht im Klaren.

Immerhin hatten wir bereits einige Ideen zur Optik, die mehrheitlich von Eckhard stammten: »Was bei den Hardcovern silber ist, wird hier schwarz«, schrieb ich in das Konzept. »Dafür wird die Titelschrift etc. in Silber gestaltet, gewissermaßen eine Umkehrung des bisherigen.« Als Titelbild wollten Eckhard und ich ein »Drei-D-Cover« mit sehr vielen Ebenen; damit wurde ein »Videobild«-Charakter erzeugt. Man könnte gewissermaßen ein Raumschiff durchs Bild fliegen lassen. »Sicher sehr effektvoll!«, da waren wir uns sicher.

Wir wollten erst einmal nur ein Buch vorstellen: »Der erste Teil (ohne Numerierung) soll den Lesern der Buchreihe einen leichten Einstieg bereiten und vor allem den Buchhändlern die Backlist-Arbeit vereinfachen«, argumentierte ich. Wenn der Buchhändler nur einen Einzeltitel bestellen musste, hatte er keine Angst davor, eine Reihe mit mehreren Büchern zu präsentieren. Deshalb solle das erste Buch auch einfach nur »Reginald Bull« heißen und – so schrieb ich – »die Geschichte des ältesten Freundes von Perry Rhodan erzählen«.

Ich skizzierte erste Grundzüge der Handlung, die allesamt noch sehr vage waren:

»Erzählt wird die Geschichte der PERRY RHODAN-Serie bis zum Jahr 3457 (entspricht etwa Buch 67); erzählt aus der Perspektive des Jahres 3500. Das ist vom Handlungsaufbau sicher am leichtesten möglich. Die Erde ist Begleiter einer grünen Sonne namens Medaillon, in einer fremden Galaxis, weitab von der Heimat. Reginald Bull, ältester Freund Perry Rhodans, sitzt im Jahr 3500 mit den alten Kollegen zusammen und lässt die Ereignisse Revue passieren – und zwar bis zum Ende der Geschehnisse um die Altmutanten, die in Band 67 abgeschlossen werden.«

Dass es nicht so einfach sein würde, war mir allerdings gleich klar. Ich überlegte mir, wie man das Buch gliedern könnte, und kam recht schnell auf drei Ebenen. Eine davon nannte ich »die Rahmen-Ebene«.

Dazu schrieb ich: »Bull sitzt im Kreis mit Freunden (bitte originelleres einfallen lassen!), und er erzählt seine Sicht der Dinge; das ist die Rahmenhandlung des Buches, die nur kleinen Raum einnehmen soll, die aber in Episodenform die einzelnen Geschichten einbindet. Gleichzeitig hat diese Rahmenhandlung aber auch einen richtigen Anfang und ein richtiges Ende.«

Auf der sogenannten Episoden-Ebene wollte ich Erzählungen platzieren, »die Bullys Sicht der in der PERRY RHODAN-Serie beschriebenen Dinge darstellen«. Darunter verstand ich beispielsweise »die Mondlandung, die Eroberung des Alls, die Kontakte mit den Arkoniden, den Blues, den Meistern der Insel, der Abwehr der Invasionsversuche«. Es sollten aber auch »Erzählungen kommen, die in PR nicht oder nur am Rande erwähnt wurden: der Ausbau der Explorer-Flotte, die Absplitterung der Menschenwelten, die Situation auf der Erde während Perry Rhodans Abwesenheit«.

Ich wusste, dass Eckhard mit diesem Gedankengang nicht einverstanden wäre. Ihm schwebte – so dachte ich – eine Mixtur aus Roman und Lexikon vor, ein Nachschlagewerk fast. Das wiederum konnte ich mir nicht vorstellen. Ich wollte ein unterhaltsames Buch haben, ein Start in die »Kosmos-Chroniken« mit einer großen und spannenden Geschichte.

Trotzdem machte ich mir bereits im ersten Konzept Gedanken zur dritten Ebene, der »Kursiv«-Ebene. »Da es unmöglich ist, 600 PERRY RHODAN-Hefte in einem Hardcover sinnvoll in einer Handlung zusammenzufassen«, schrieb ich selbstbewusst, »müssen eben wichtige PR-historische Ereignisse in ›Datensammlungen‹ des terranisch-historischen Instituts oder so abgedruckt werden; gewissermaßen zwischen Rahmen- und Episoden-Ebene.« Solche Passagen wollte ich kursiv gestalten lassen, dann könne sie der Leser vom eigentlichen Roman klar unterscheiden und nötigenfalls überblättern …

Mein Konzept war am 6. April 1998 fertig, kurz vor einer Tagung des Buchverlages. Ich war ziemlich nervös, weil ich nicht wusste, wie die Vertriebsleute auf das Konzept reagieren würden. Konnte mit den »Kosmos-Chroniken« eine neue Buchreihe starten?

18 April 2020

Zweiter Ausflug ins Dyoversum

Ein Logbuch der Redaktion

In vier Romanen hat Christian Montillon von der Menschheit auf der verschollenen Erde erzählt: von ihrer aktuellen Heimat hinter der Zerozone, von ihren Konflikten mit den interstellaren Nachbarn, von Perry Rhodans Besuch auf der Erde und den anderen Planeten des »neuen« Sonnensystems.

Die Romane mit den Bandnummern 3050 bis 3053 bildeten den Wendepunkt im laufenden »Mythos«-Zyklus, das war von den Exposéautoren auch so geplant worden. Und was mich dabei sehr freute: Den meisten Lesern schien das zu gefallen, der Zuspruch war ausgesprochen groß. Die vier Romane wurden mit viel Lob bedacht – vor allem auch deshalb, so denke ich, weil sich wohl niemand vorstellen konnte, wie die Handlung weitergehen würde.

An der weiteren Handlung arbeiten wir in diesen Tagen intensiv. Uns war bei der Planung von vorneherein klar, dass wir bald wieder zur Erde zurückkehren würden. Die Serie trägt den Titel PERRY RHODAN, also muss der Terraner eine wichtige Rolle spielen. Und wenn Perry Rhodan auf der Erde weilt, die sich in einem anderen Bereich des Kosmos befindet, ist es sehr wichtig, diese Handlungsebene immer wieder ins Zentrum zu rücken.

Das geschieht in Kürze in einem neuen Vierteiler. Intern nennen wir ihn den »Dyoversum«-Vierteiler; der Begriff wird aber nicht auf dem Titelbild zu sehen sein, und wir setzen ihn auch nicht in der Werbung ein. Er fasst vier Romane zusammen, die diesmal nicht ein Autor allein schreibt: Christian Montillon wird von Susan Schwartz unterstützt.

Die Autorin und der Autor teilten sich beim Schreiben die vier Bände ziemlich genau »halb-halb« auf. Das ging recht gut, weil es in jedem Roman eindeutig zu trennende Handlungsebenen gab. Wer aber jeweils welche Kapitel verfasst hat, sollen die Leser selbst herausfinden; das werde ich an dieser Stelle sicher nicht verraten.

Wir haben übrigens etwas beibehalten, was wir beim »Zerozone«-Vierteiler angefangen haben: die kurzen Titel. Band 3062 erscheint unter dem Titel »Zeut«, Band 3063 trägt den Titel »Ceres«, während Band 3064 als »Ferrol« und Band 3065 als »Beteigeuze« in den Handel kommen werden.

Die Untertitel liefern dann noch das eine oder andere ergänzende Detail: Die Topsider spielen eine wichtige Rolle, eine Gegenstandslose Konsulin taucht auf, und die Terraner lernen die Welten Ferrol und Rofus im Dyoversum kennen.

Selbstverständlich werden in diesem Vierteiler nicht alle Fragen beantwortet, die sich die Leser bereits stellen. Auch Perry Rhodan und Co. fragen sich, wie die annähernd gleichen Verhältnisse in der Milchstraße und in der Milchstraße des Dyoversums zu erklären sind.

Ob sie schon eine Antwort auf die vielen Fragen erhalten und wie diese ausfallen wird, soll an dieser Stelle noch nicht beantwortet werden. Offensichtlich aber gibt es in diesem Kosmos unglaublich viele Ähnlichkeiten zur heimatlichen Milchstraße, die eigentlich sehr unwahrscheinlich sein müssten.

Die Autoren werden von weiteren Ausflügen in die neue kosmische Umgebung der Erde erzählen. Perry Rhodan wird erkennen, dass es zwar keinerlei Superintelligenzen und andere kosmische Supermächte gibt, aber dennoch Dinge, die über dem Niveau der Terraner liegen. Und irgendwann muss er versuchen, die Erde an ihren angestammten Platz zurückzubringen. (Wie sich die Erdbewohner dazu verhalten, ist ein anderes Thema – aber das findet in unserer Serie dann auch noch seinen Platz.)

Doch nun geht es erst einmal für vier Bände ins Dyoversum. Die Leser werden – quasi an der Seite Perry Rhodans – die Welt Zeut kennenlernen, die als fünfter Planet um die neue Sonne kreist. Es ist natürlich nicht derselbe Planet Zeut, der vor über 50.000 Jahren vernichtet worden ist; die Ähnlichkeiten allerdings verblüffen alle. Die Leser erfahren auch mehr über das Wegasystem – oder eben sein Äquivalent im Dyoversum – und seine Bewohner.

Es gibt viele Unterschiede, aber auch viele Ähnlichkeiten. Die Fragen für unsere Hauptfiguren werden dadurch sicher nicht weniger. Aber das sind doch spannende Aussichten für die Leser …

17 April 2020

Besuch aus Andromeda

Heute ist der Roman offiziell erschienen, ich bin ein wenig spät dran, auf diese Veröffentlichung hinzuweisen: Rüdiger Schäfer schrieb »Besuch aus Andromeda«, es ist der Band 224 von PERRY RHODAN NEO. Der Autor hat offensichtlich eine Schwäche für Romane, in denen die Galaxis Andromeda im Titel vorkommt – immerhin stammen auch »Sprung nach Andromeda« und »Abschied von Andromeda« von ihm.

Der Roman beginnt verhalten, finde zumindest ich, liefert am Ende aber echt einige krachige Szenen ab. Ohne »spoilern« zu wollen: Unsere Hauptfiguren machen dabei nicht immer die beste Figur. Aber auch das muss eine Serie aushalten, in der eben nicht nur Superhelden durch die Romane laufen.