18 Juli 2019

Der unsichtbare Gegner

Aus der Serie »2000 Bände zurück«

Das Exposé sagt recht klar, was der Autor zu tun hat: »Ausgerechnet über das so ruhige Philosophen- und Künstlerviertel von Terrania, Garbus-Distrikt, bricht am Vormittag des 15. 10. ein unerwartetes Unheil herein«, formulierte William Voltz zu Band 1021. Dieser Roman wurde von H. G. Francis geschrieben. erschien 1981 und trug den Titel »Der unsichtbare Gegner«.

Der Autor solle, so das Exposé, »die beschauliche Ruhe einer Ausstellung schildern, wo in Schwebepavillons usw. experimentale Stücke der modernen Kunst gezeigt werden«. Und weiter: »Besonderes Interesse finden dabei paranormal beeinflusste Arbeiten, alte Stücke extraterrestrischer Kulturen und solche der bekanntesten terranischen Künstler.« Überall seien »Diskussionen, Auktionen usw. im Gang«.

Ohne zu spoilern: Der Exposéautor lieferte also dem Autor die Möglichkeit, einen Haluter durch dieses Museumsviertel poltern zu lassen. Der legendäre Elefant im Porzellanladen schien dagegen eine Winzigkeit zu sein.

Übrigens schrieb das Exposé dem Autor und Titelbildkünstler verbindlich die Kleidung vor: »Icho Tolot trägt eine Nachbildung seines ehemaligen roten Kampfanzuges«, so William Voltz. Trotzdem war das gesamte Exposé vergleichsweise dünn – der Autor erhielt dabei sehr viele Freiheiten.

15 Juli 2019

Bulls großes Spiel

Bei den PERRY RHODAN-Titelbildern machen wir extrem selten Experimente – meist veröffentlichen wir eben ein Titelbild, das zum Inhalt passt. Der Band mit der Nummer 3022, der am 19. Juli offiziell in den Handel kommt, bildet eine Ausnahme: Wir haben, weil sich die Mondlandung zum fünfzigsten Mal jährt, einen sogenannten Umleger produziert, der von Arndt Drechsler stammt und unser Titelbild eindeutig aufwertet.

Der Roman selbst trägt den Titel »Bulls großes Spiel« und stammt von Michael Marcus Thurner. Hier hat mir vor allem gefallen, wie der Autor es schafft, eine Atmosphäre zu erzeugen, wie man sie in klassischen Thrillern immer wieder erleben konnte: ein Spiel zwischen zwei Kontrahenten, das mit unterschiedlichen Mitteln ausgetragen wird und ein hohes Niveau erreicht …

14 Juli 2019

Besuch von Andreas Eschbach

Ein Logbuch der Redaktion

Den Schriftsteller Andreas Eschbach kenne ich schon lange, es sind mehr als zwanzig Jahre. Wir wirkten beide als Dozenten in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, wir sahen uns sehr oft auf Buchmessen, wir arbeiteten bei PERRY RHODAN-Romanen zusammen. Andreas saß bei uns daheim am Esszimmertisch, ich besuchte ihn spontan einmal in der Bretagne.

In all den Jahren hatten wir aber eines nicht geschafft: Nie war der Autor in den Räumlichkeiten des Pabel-Moewig Verlages, nie besuchte er die PERRY RHODAN-Redaktion. Und das nach all den Jahren der Lektüre und der Zusammenarbeit!

Das änderten wir am Dienstag, 2. Juli. Im Rahmen seiner Lesetour, die ihn zu Beginn des Juli 2019 durch mehrere Städte in Deutschland führte, war Andreas Eschbach am 1. Juli in Stuttgart und fuhr am 2. Juli von dort aus nach Mannheim. Rastatt, der Sitz unseres Verlages, lag gewissermaßen auf dem Weg, und so bot es sich an, dass er bei uns reinschaute.

Zusammen mit Klaus Bollhöfener aus unserem Marketing holte ich ihn am Bahnhof ab, wir gingen in eine Pizzeria, wo wir uns in den kleinen Biergarten setzten. Klaus und ich fragten den Autor ein wenig aus: wie er denn bisher mit den Reaktionen auf das Buch zufrieden sei, welche neuen Projekte er derzeit plane und wie es bei den bisherigen Veranstaltungen seiner Lesetour gefallen habe.

Im Verlauf unseres lockeren Gespräches kamen wir auch auf die Entstehung seines Buches zu sprechen. Andreas Eschbach erinnerte daran, dass die ursprüngliche Frage einmal in einem Seminar in Wolfenbüttel gestellt worden sei: Was macht Perry Rhodan eigentlich in seiner Freizeit?

»Rhodan zieht sicher nicht durch die Kneipen von Terrania«, meinte Andreas, er sei auch nicht die ganze Zeit auf der Suche nach einer neuen Lebensabschnittsbegleiterin. »Dafür sind ja schließlich andere Figuren da«, sagte er schmunzelnd.

So habe er sich immer wieder überlegt, was Rhodan in seiner Freizeit mache. Seine Antwort: Ein erfahrener Mensch wie Perry Rhodan würde es sicher genießen, sich zurückziehen zu können. »Also wird er lesen«, schlussfolgerte Andreas. Das passe seiner Ansicht nach zum Charakter unseres Serienhelden.

Und so ging er irgendwann daran, die Figur des »jungen« Perry zu charakterisieren. Was hat denn einen Jungen, der aus einer Kleinstadt in den USA stammt, dazu gebracht, zuerst zu einem Risikopiloten zu werden und dann die Menschheit zu einen? Welche Motive treiben ihn an, welche familiären Hintergründe gibt es eigentlich bei alledem?

Wir unterhielten uns über seine Recherche und über die Methoden, die er angewandt hatte, seinen Roman zu entwickeln. Einiges davon wusste ich schon, immerhin hatten wir während seiner Arbeit gelegentlich per Mail kommuniziert. Ich fand es trotzdem spannend, quasi zum Abschluss zu hören, welche Gedanken dem Autor durch den Kopf gegangen waren.

Das Gespräch setzten wir später bei mir im Büro fort. Klaus Bollhöfener und ich zeigten dem Autor die Büros unserer kleinen Abteilung; er freute sich, das legendäre Büchergefängnis im Keller zumindest von außen zu betrachten. Andreas Eschbach signierte einen Stapel Bücher, die wir später teilweise für Gewinnspiele zur Verfügung stellen werden.

Danach saßen wir an unserem Besprechungstisch, wo auch unser Geschäftsführer dazu stieß. Im weiteren Fachgespräch stellte Walter A. Fuchs weitere Fragen an den Autor; das war alles informativ und spannend.

Wir waren uns insgesamt einig darüber, dass dieser Roman das Potenzial zu einem Longseller hat. »Ein optimales Geschenk für einen Geburtstag oder für Weihnachten für jemanden, der früher einmal PERRY RHODAN gelesen hat oder sich generell für gute Bücher interessiert«, überlegte ich laut. »Und man kann das Buch immer jemandem in die Hand drücken, der wissen will, wer eigentlich dieser Perry Rhodan als Person ist.«

Ich fand, das war ein schönes Fazit für einen insgesamt sehr angenehmen Besuch, dem hoffentlich bald wieder einer folgen wird.

12 Juli 2019

Der Schaltmeister von Rumal

Eine der vielen guten Ideen der Exposéautoren bei der aktuellen Planung von PERRY RHODAN NEO war: »Wir stellen die Planeten der Solaren Union ein wenig genauer vor, wir erzählen von ihren Bewohnern, und wir zeigen, wie diese neuen Kolonien funktionieren.« So in etwa formulierten es Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm, als sie ihr Konzept für die Serie nach Band 200 vorstellten.

Der heute offiziell veröffentlichte NEO-Roman zeigt genauer, was die Kollegen gemeint haben. »Der Schaltmeister von Rumal« ist Band 204 der Serie, wurde von Rainer Schorm geschrieben und präsentiert die Welt Rumal. Die Leser erfahren mehr über die Flora und Fauna einer Welt, die zwar von Menschen besiedelt wird, aber immer noch ihre eigenen Regeln behält.

Natürlich gibt es auch eine spannende Handlung um den genannten Schaltmeister, um planetenweite Intrigen und einen Konflikt, der über die Dimensionen eines Sonnensystems hinausgeht. Mir haben aber vor allem die Einblicke gefallen, die der Autor »ganz nebenbei« vermittelt. Stark!

11 Juli 2019

Der WeltCon 1991 in der SF-Times

Ich finde es immer wieder spannend, in alten Science-Fiction-Heften zu blättern. Dieser Tage nahm ich die Ausgabe 9/91 der »Science Fiction Times« zur Hand. Das stets sehr kritische »Magazin für Science Fiction und Fantasy«, wie sich das Heft im Untertitel bezeichnete, hatte in dieser Ausgabe nicht nur PERRY RHODAN als ein Titelthema, sondern darüber hinaus eine Reihe von Mitarbeitern aus »unseren Kreisen«.

Den großen Artikel über den WeltCon verfasste Uwe Anton, der 1991 sicher nicht wusste, dass er einmal Exposéautor von PERRY RHODAN sein würde. Er schloss seinen Artikel mit einer prophetischen Aussage: »Auf Wiedersehen im Jahr 2001 zum vierzigjährigen Jubiläum.«

Ein schöner Artikel über die »Prähistorie der achtziger Jahre« stammte von Bernhard Kempen, der mittlerweile einige Werke zum PERRY RHODAN-Universum beigesteuert hat. Bei den Rezensenten wiederum war Dr. Florian F. Marzin vertreten, der im Jahr 1991 als Chefredakteur die PERRY RHODAN-Serie leitete.

Mit dem Abstand von fast drei Jahrzehnten stelle ich fest: Dass sich die »SF-Times« und die PERRY RHODAN-Serie einmal nicht besonders »grün« waren, lässt sich an dieser Ausgabe kaum festmachen. Zumindest im September 1991 schienen sich die Redaktion und ihre Mitarbeiter durchaus zu mögen ...

10 Juli 2019

Nach dem Start von PERRY RHODAN-Action

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Zur monatlichen PERRY RHODAN-Konferenz am 6. Mai 2008 kam ich mit großen Erwartungen. Am 4. April hatten wir mit »Trafalgars Killer« von Robert Feldhoff den ersten Band einer neuen Serie veröffentlicht, in die wir große Hoffnung setzten. PERRY RHODAN-Action war unser Versuch, in den längst totgeglaubten Markt der Heftromane noch einmal neue Bewegung zu bringne; darüber hinaus hatte ich einige Vorstöße unternommen, weitere Serien zu veröffentlichen.

Die Besprechung fand im Konferenzzimmer der Geschäftsführung statt; wie immer nahmen neben dem Geschäftsführer auch weitere Kollegen aus anderen Abteilungen daran teil. Traditionell begannen wir mit der aktuellen Situation bei der laufenden Erstauflage: Die Auflage war zuletzt gestiegen, sie bewegte sich zu dieser Zeit über dem Vorjahr. »Der aktuelle Zyklus kommt an«, freute ich mich.

Verwirrend fand ich, dass es gelegentlich einzelne »Ausreißer nach oben« gab. Einige wenige Hefte hatten sich deutlich besser verkauft als die anderen. Es lag weder am Inhalt – sie waren nicht auffallend stark gelobt worden –, noch am Autor. Ich fand unterm Strich erfreulich, dass es immer wieder Überraschungen dieser Art gab, erklären konnte ich mir das Phänomen nicht.

Als die Kollegin aus dem Vertrieb die ersten Zahlen zu PERRY RHODAN-Action verteilte, war ich ebenfalls positiv gestimmt, wenngleich nicht euphorisiert. Die Werbung im Vorfeld hatte guten Anklang gefunden, wir hatten bereits eine vierstellige Zahl an Abonnenten gewinnen können. Im Zeitschriftenhandel waren die Zahlen gut, wenngleich nicht ganz so, wie wir es geplant hatten.

»Es ist nur eine Verkaufsprognose«, beruhigte mich die Kollegin aus dem Vertrieb. Das könne sich noch ändern. Aber aus Erfahrung wisse sie, dass solche Prognosen meist der Wirklichkeit entsprachen.

Wir diskutierten über das Titelbild. Es zeigte Perry Rhodan in einer eindeutigen »Action-Situation«; Dirk Schulz hatte genau das geliefert, was wir gewollt hatten. Auch inhaltlich entsprach der Roman dem gewünschten Ziel: Robert Feldhoff hatte einen spannenden Band mit viel Action geschrieben. Trotzdem hatten wir uns mehr von dem Heft versprochen.

Wir reduzierten in der Folge die Druck- und die Vertriebsauflage. Verkaufsstellen, an denen kein Heft verkauft worden war, würden in der Folge nicht weiter beliefert werden; zum Ausgleich sollten beispielsweise einige Bahnhöfe »mehr Ware« erhalten. Das war kein ungewöhnliches Vorgehen des Vertriebes, und ich kam damit immer gut klar. Ich empfand es sogar als sinnvoll: Niemand hatte etwas davon, wenn Tausende von Heften in irgendwelchen Läden lagen und dann unverkauft weggeworfen wurden.

Wir fanden die Verkaufszahlen aber nicht schlecht, die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Es wurde gleich vereinbart, dass die Redaktion mit der Arbeit an einer zweiten Staffel anfangen solle. »Vielleicht kann man den Abonnenten der wöchentlichen PERRY RHODAN-Serie ein Abonnement an PERRY RHODAN-Action zu einem günstigen Preis anbieten?«, schlug ich vor. Zumindest wollte man das diskutieren.

Ich kündigte an, mit Edel – seit einem Jahr unser neuer Vertriebspartner bei den Büchern – über eine Lizenzausgabe in Form von Taschenbüchern zu sprechen. Aus den zwölf Heftromanen der ersten Staffel von PERRY RHODAN-Action könne man doch drei spannende Taschenbücher machen, überlegte ich laut. Von der Geschäftsleitung bekam ich grünes Licht für weitere Verhandlungen in dieser Frage.

Zufriedener waren wir mit den Ergebnissen von PERRY RHODAN-Extra. Der fünfte Band hatte sich seit seinem Erscheinen im November 2007 sehr gut verkauft, während für den sechsten Band, der im März 2008 in den Handel gekommen war, noch keine klare Angabe vorlag. Wir nahmen uns trotzdem vor, auch bei PR-Extra einen weiteren Roman anzugehen.

Erst nach all den »reinen« PERRY RHODAN-Themen konnten wir zu dem Punkt kommt, der mir an diesem Tag besonders wichtig war: Ich wollte eine neue Serie starten. Mein Argument: »Wir brauchen ein zweites Standbein im Handel, das sich in eine andere Richtung bewegt.« Ich präsentierte ein kurzes Konzept, in dem ich die Idee klarer formulierte. Mein Plan war, eine Fantasy-Serie zu veröffentlichen, die sich vorrangig an ein eher weibliches Publikum richten sollte.

Der Oberbegriff lautete schlicht »Romantic Fantasy«; in die exakten Details wollte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehen, auch wenn ich Konzepte hatte. Dieses aber sollte – so die Aussage im abschließenden Protokoll – »die Basis für ein Engagement in dieser Richtung« sein. Der durchaus ambitionierte Plan sah vor, noch im Sommer 2008 einen ersten Roman zu präsentieren.

Die Runde fand das Konzept gut. In weiteren Schritten sollte eine Kalkulation angefertigt werden; benötigt wurden erste Entwürfe für Titelbilder sowie eine allererste Textprobe. Das, so glaubte ich, würde schnell zu erledigen sein.

Weitere Themen der Besprechung waren das Computerspiel, das kurz zuvor von unseren Partnern von Braingame veröffentlicht worden war und gut anlief, sowie die aktuelle Entwicklung im Audio-Bereich: Mit Lübbe Audio und Eins A Medien hatten wir zwei sehr unterschiedliche Partner, die auch jeweils eine eigene Vertriebsstrategie pflegten.

Aber für PERRY RHODAN – so meine Sicht der Dinge – war es stets sehr wichtig, in verschiedenen Bereichen aktiv zu sein …

09 Juli 2019

Das Conbuch zu Osnabrück

Über die gelungenen PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück habe ich schon gelegentlich geschrieben. Am Wochenende kam ich endlich dazu, das Conbuch zu lesen, das alle Besucher kostenlos auf der Veranstaltung erhielten. Es ist wie ein Buch aufgemacht: farbiger Umschlag, professionelles Layout, farbige Innenseiten und 64 Seiten Umfang. Ein solches Werk schmückt jede Sammlung und sieht im Regal wirklich gut aus.

Wobei es sich auch inhaltlich sehen lassen kann. Unter anderem werden alle Ehrengäste der Veranstaltung mit Fotos und kurzen Texten vorgestellt, dazu kommen einige Artikel. Vor allem die Kurzgeschichten haben mir aber ausgesprochen gefallen.

So bietet Norbert Fiks mit »Rendezvous mit der Mondgöttin« eine parallele Schilderung der Mondlandung durch Perry Rhodan und seine Begleiter. In »Notfallprozeduren« gibt Christina Hacker einen schönen Blick auf die STELLARIS. Alexandra Trinley mit ihrem »Da haben wir den Salat« und Markus Regler mit »Zwischen den Zyklen« – sehr hübsch! – erzählen humoristische Geschichten.

Alles in allem ist das Conbuch sehr gelungen. Was mir auch gefällt: Man kann es noch beziehen. Es ist im Shop der PERRY RHODAN-FanZentrale als lieferbar verzeichnet. Wer ein gelungenes Fan-Produkt haben möchte, ist hier absolut richtig!

08 Juli 2019

Le Duel des Cosmocrates

Ein fast schon apokalyptisch anmutendes Titelbild, eine »groß gedachte« Aussage als Titel: Band 373 der französischen PERRY RHODAN-Ausgabe kam dieser Tage ins Haus, ich habe ihn mittlerweile gründlich geblättert. (Zum Lesen reichen meine Französischkenntnisse leider nicht aus.)

»Le Duel des Cosmocrates« spielt in der Zeit des Zyklus »Die Endlose Armada« und liefert kosmische Hintergründe zu den großen Fragen unserer Serie. Wie so oft erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Lektüre in den 80er-Jahre – als wir die betreffenden Romane unlängst als Silberbände neu veröffentlichten, keimten diese Erinnerungen ebenfalls in mir auf.

In dem Taschenbuch unserer französischen Kollegen sind zwei Romane von H. G. Ewers und ein Roman von Ernst Vlcek enthalten, alle drei Werke in der Bearbeitung durch Hubert Haensel, die dieser für die Buchausgabe vorgenommen hat. Um ein wenig Namedropping zu betreiben: In diesem Buch fallen Namen wie Vishna und Taurec nicht nur einmal – da geht's doch ziemlich zur Sache …

07 Juli 2019

Mein erster Con in Osnabrück

Ein Logbuch der Redaktion

Im Mai 2019 fanden die PERRY RHODAN-Tage Osnabrück zum dritten Mal statt, und ich war dabei. Insgesamt waren 150 Besucher im Haus der Jugend versammelt, dessen Räumlichkeiten für den Con zur Verfügung standen.

Ich reiste bereits am Freitag, 24. Mai, mit der Bahn an. Entgegen aller Gerüchte, die über die Bahn im Umlauf sind, waren meine Züge sauber und fuhren nahezu pünktlich; die Verspätung betrug trotz des Umsteigens keine drei Minuten.

Weil ich früh dran war, spazierte ich mit meinem Koffer quer durch die Innenstadt von Osnabrück zum »Romantik Hotel Walhalla«, wo man mich untergebracht hatte. Die Stadt gefiel mir: viele Straßencafés und Kneipen, in denen die Menschen sichtlich gut gelaunt aßen oder tranken, viele schöne Häuser mit altehrwürdigen Fassaden.

Am späten Nachmittag saß ich mit Dieter Schmidt zusammen, dem Lektor von PERRY RHODAN NEO; wir sprachen über aktuelle Manuskripte. Später setzten sich die Autoren Uwe Anton und Roman Schleifer zu uns, noch später brach ich zu einem privaten Besuch in die Stadt auf. Als ich gegen 23 Uhr zurückkam, konnte ich mich zu einer munteren Runde in der Hotelbar gesellen und dort das eine oder andere Glas Wein trinken.

Der Con begann am nächsten Tag sehr pünktlich, und die meisten Programmpunkte schienen zu der Zeitz u laufen, zu der sie angesetzt waren. Ich freute mich über die vielen Stände von Clubs und Fanzines sowie einigen Händlern, unterhielt mich mit anderen Besuchern und betrat dann den großen Saal gerade noch rechtzeitig.

Dort lief gerade der schöne »Con Opener«, den Raimund Peter produziert hatte. Der Film stellte die PERRY RHODAN-Serie in vielen bewegten Bildern dar; dazu kamen Einblendungen mit Video-Sequenzen. Der anschließende Beifall bewies, dass viele Besucher die Arbeit von Raimund zu würdigen wussten.

Mein erster Programmpunkt, zu dem ich auf die Bühne musste, hatte den Titel »Rede und Antwort«. Unter der kritischen Moderation von Roman Schleifer erzählte ich von meiner Arbeit und von den Themen, die uns in der PERRY RHODAN-Redaktion beschäftigen: es ging also weniger um Inhalte, als mehr um Abläufe und Strukturen.

Danach stand ich viel im Freien herum, genoss die angenehme Luft und unterhielt mich buchstäblich stundenlang mit anderen Con-Besuchern. Zu einer Lesung ging ich in einen der kleinen Räume, dann bekam ich auf der großen Bühne noch den Abschluss des Programmpunktes mit Andreas Brandhorst mit. Der Schriftsteller erwies sich als eloquent und sympathisch; das gefiel mir sehr gut.

Danach kam es zu einem kleinen, eher emotional geprägten Programmpunkt. Zusammen mit Klaus Bollhöfener, meinem Kollegen aus der Marketing-Abteilung, gratulierte ich Alfred Kelsner zu seinem siebzigsten Geburtstag. Unser Titelbildkünstler hatte ihn am Vortag gefeiert; wir überreichten ihm ein kleines Geschenk, ein Bild, das seine Kollegen gemeinsam für ihn gestaltet hatten.

Weiter ging es für mich mit »Schreiben für die Miniserien«, wo ich mit Autorenkollegen auf der Bühne diskutieren konnte. Danach ging es endlich zum Mittagessen, das sich allerdings damit in den frühen Abend verlegte. Mit Hermann Ritter und Uwe Anton ging ich zum Biergarten des Hotels; wir redeten beim Essen über alle möglichen Themen und tauschten Erinnerungen an gemeinsame Bekannte aus.

Pünktlich zu »Saturday Night Live« war ich wieder da. Unter der Moderation von Rüdiger Schäfer wurden verschiedene Gäste auf der Bühne von ihm befragt und sollten sich untereinander austauschen. Das war durchaus launig, ich gab einige Sprüche von mir; die Zuschauer klatschten freundlich. Danach war der Con an diesem Abend vorüber; ich ging noch mit einigen Autoren und Fans in einen Biergarten und kam erst spät ins Bett.

Nach dem Frühstück ging es gleich weiter: Mit Wim Vandemaan saß ich auf der Bühne des Con-Gebäudes, wo wir uns zu »Kurs 3000 und danach« befragen ließen. Dieser Programmpunkt ging direkt zu »Haben Exposéautoren Visionen?« über, bei dem ich kurzerhand sitzen blieb. Roman Schleifer führte souverän durch die Moderation, es gab kritische Fragen aus dem Publikum, und Wim Vandemaan antwortete immer sehr klar und ausführlich.

Wir erzählten von der aktuellen Arbeit an den Exposés, Wim zitierte aus alten Arbeiten aus den 60er-Jahren, ich berichtete davon, wie es in den 90er-Jahren mit Ernst Vlcek und Robert Feldhoff gelaufen war. Womöglich plauderten wir im Rahmen dieses Programmpunktes das eine oder andere Detail zur laufenden Handlung aus, aber wir bemühten uns, nicht zu viel zu verraten …

Danach war der Con für mich so gut wie zu Ende. Ich blieb noch zur Schlussrunde, applaudierte den Veranstaltern und Helfern, ging später zum Bahnhof und fuhr ohne weitere Probleme zurück nach Süddeutschland. Ein schöner Con war zu Ende, bei dem für mich praktisch alles gestimmt hatte. Sehr gelungen!

06 Juli 2019

Eine ferne Galaxis, eine tragische Geschichte

In diesen Tagen beschäftige ich mich viel mit Exposés, Datenblättern und Ideenpapieren, die für die weitere Handlung der PERRY RHODAN-Serie wichtig sind. Die Exposéautoren schicken Mails hin und her, die Redaktion ist immer wieder eingebunden. Es geht darum, die Handlung in einer fernen Galaxis zu entwickeln und so zu strukturieren, dass spannende Romane dabei entstehen.

Unsere Hauptfiguren werden auf neue Völker treffen, aber auch solche, von denen sie schon gehört haben. Sie werden neue technische Gerätschaften erkunden und hinter ein kosmisches Geheimnis kommen. Und ein Mann von der Erde wird eine zusätzliche Motivation erlangen, gewisse Einflüsse aus der Milchstraße fernzuhalten.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht in die Details gehen kann. Die PERRY RHODAN-Serie lebt davon, dass Themen über viele Romane hinweg aufgebaut werden und dass die Leser immer wieder überrascht werden. Das soll – so hoffe ich – mit den Romanen auch klappen, an denen wir derzeit in einer frühen Phase arbeiten.

05 Juli 2019

Eyshus Geschenk

Es ist ein phantastischer Blick in die Flora und Fauna einer fremden Welt, die Leo Lukas in seinem anstehenden Roman eröffnet. »Eyshus Geschenk« trägt die Bandnummer 3021 und erscheint am 12. Juli 2019; es geht mit den Ayees in Bereiche des dritten Planeten, die bisher unbekannt sind. Für Perry Rhodan und seine Gefährten eröffnen sich neue Antworten – aber auch neue Fragen.

Ganz nebenbei behandelt der Autor auch Verrat und Moral, ebenso ein geheimnisvolles Kleinod, bei dem noch keiner so richtig weiß, welchen Sinn es hat und wie man es nutzen kann. Mir hat die Abfolge von Action und Gesprächen gut gefallen; sie vermitteln das Bild einer fremden Welt, die doch mit unserer Erde sehr viel gemeinsam hat …

04 Juli 2019

Gefährlicher Pakt

Mit dem dritten Roman für die laufende Miniserie ist Dietmar Schmidt etwas gelungen, das mich als Leser und Redakteur gepackt hat: In »Gefährlicher Pakt« schrieb er den Band, der PERRY RHODAN-Mission SOL aufs engste mit der klassischen PERRY RHODAN-Serie verknüpft. Dabei erzählt er seine Handlung auf zwei Zeit- und Handlungsebenen, die ich gleichermaßen faszinierend fand.

Einerseits treibt der Autor die Geschichte um Perry Rhodan und die gestrandeten Menschen weiter. Andererseits erzählt er aber auch von der Vergangenheit und schildert die Mission der SOL von ihrem Start auf der Erde an. Dabei spart er nicht an menschlichen Dramen und Konflikten; vor allem Leser, die unser Universum sehr gut kennen, werden in diesen Szenen bekannte Figuren wieder treffen.

Als ich mit Kai Hirdt, dem Exposéautor, das Exposé für diesen Roman besprach, äußerte ich meine Ansicht, dass es sehr schwer werden würde, daraus einen guten Roman zu machen. Und jetzt muss ich sagen: Es ist Dietmar Schmidt in hervorragender Weise gelungen – sein Roman verbindet eine abenteuerliche Handlung mit emotionalen Szenen und einem kosmischen Hauch. Stark!

03 Juli 2019

Die Stunde des Orakels

Es ist ein Roman von Michelle Stern, er spielt auf einer rätselhaften Welt, und es gibt eine Reihe von Entwicklungen, die auf eine geheimnisvolle Wahrheit hindeuten. Was ich meine? Band 3020 der PERRY RHODAN-Serie trägt den Titel »Die Stunde des Orakels«, erzählt noch einmal von der Welt, die anstelle der Erde um die Sonne kreist, und gibt erste Hinweise darauf, was wirklich hinter dem Geheimnis der verschwundenen Erde steckt.

Selbstverständlich gibt es eine abenteuerliche Handlung, Perry Rhodan und seine Gefährten müssen sich in einer unbekannten Welt behaupten. Die Überraschung am Ende sollte dann nicht nur Rhodan verblüffen, sondern auch die Leser … Das müsste, so denke ich, eigentlich sehr weit reichende Spekulationen auslösen.

02 Juli 2019

Zwanzig Jahre Trilobit

Mit dem Satz »Könnt ihr eigentlich auch Internet?« sorgte ich im Herbst 1995 tatsächlich dafür, dass zwei junge Studenten eine Internet-Seite aufbauten. Diese ging im Februar 1996 online – es war die Geburtsstunde der PERRY RHODAN-Seite, die es auch heute noch gibt.

Drei Jahre später wurde aus dem Projekt der zwei Studenten eine »echte« Firma: Die Trilobit GmbH wurde gegründet.

Am Freitag, 28. Juni 2019, luden die beiden ehemaligen Studenten – die Trilobit-Geschäftsführer – bei tropischen Temperaturen in ihre Büroräume in Karlsruhe ein. Zu Besuch waren »Ehemalige« der Firma, aktuelle Kunden und Geschäftspartner,, aber ebenso einige »alte Bekannte«; deshalb wurde auch ich eingeladen.

Es war eine stimmungsvolle Feier mit lustigen sowie informativen Redebeiträgen, mit einigermaßen kühlen Getränken und gutem Essen. Ich unterhielt mich gut mit ehemaligen Kollegen und empfand die Veranstaltung als absolut positiv. Wir vereinbarten, uns in absehbarer Zeit mal zu einem Kaltgetränk zusammenzusetzen: gemeinsam in Erinnerungen schwelgen ...

01 Juli 2019

Lektorentreffen in Wiesbaden

Für die PERRY RHODAN-Serie sind an verschiedenen Stellen neben den Autorinnen und Autoren sowie den Zeichnern auch freie Mitarbeiter tätig, die den meisten Lesern kaum ein Begriff sind. Ohne sie würde aber manches nicht klappen.

In der vergangenen Woche setzten sich Sabine Kropp und Klaus N. Frick mit drei Kollegen zusammen, deren Tätigkeit für unsere Serie sich im weitesten Sinne als »Lektorat« zusammenfassen lassen. Bei tropischen Temperaturen sprachen wir in einem Café in Wiesbaden über unsere aktuelle Arbeit.

An der Runde nahmen Michael Thiesen (zweiter von links), Rainer Nagel (zweiter von rechts) und Alexander Huiskes (rechts im Bild) teil. Ich bin links im Bild zu sehen; das Foto schoss Sabine Kropp – sie ist deshalb auch nicht auf dem Foto.

Wer macht was? Alexander Huiskes redigiert jeden der wöchentlichen PERRY RHODAN-Romane; das wird auch so bleiben. Rainer Nagel redigiert immer wieder Sonderproduktionen, kümmerte sich zuletzt um die Planetenromane und wird bald neue Aufgaben übernehmen. Michael Thiesen liefert zu jedem Roman wertvolle Hintergrund-Informationen und hilft dabei, die Fehlerquellen zu reduzieren …

Was das Treffen brachte? Wir diskutierten über inhaltliche Dinge, wir besprachen die Planung für die weitere Zukunft, wir hatten aber auch viel Freude daran, einzelne Stilblüten zu nennen oder gemeinsam in Erinnerungen zu schwelgen. Schließlich kennt jeder von uns die PERRY RHODAN-Serie sehr gut – und wir stellten verwundert fest, wie unterschiedlich auch bei uns die Geschmäcker sind …

29 Juni 2019

Nicht direkt vertreten

Dieses Jahr ist PERRY RHODAN zum ersten Mal nicht offiziell auf dem LiteraturCamp in Heidelberg vertreten. Im vergangenen Jahr waren wir offizielle Sponsoren, in den Jahren zuvor gab es stets einen PERRY RHODAN-Programmpunkt.

Im Juni 2019 ist bei hochsommerlichen Temperaturen nur der Redakteur vor Ort – aus eigenem Interesse und auf eigene Kosten. Es lohnt sich ja immer, den eigenen Blickwinkel zu weiten.

Ich kann nur für mich als Redakteur sprechen. Bei einem LiteraturCamp treffe ich auf neue Autorinnen und Autoren, ich führe Gespräche mit Kollegen, ich höre mir Vorträge an. Und ich mache mir Notizen, bei denen man nicht weiß, ob irgendwie und irgendwas für unsere Serie dabei herauskommt ... Das ist stets spannend!

28 Juni 2019

Von Mr X, der Brücke und den Herreach

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Bei unserer PERRY RHODAN-Besprechung legten Ernst Vlcek und Robert Feldhoff als Exposéautoren sowie ich als Redakteur die Weichen für den »Thoregon«-Zyklus. Dabei konnten wir am 21. und 22. August 1995 fast keinen der späteren Begriffe klar fixieren. Wir hangelten uns an den Ideen entlang, die Robert geliefert hatte, versuchten aber die Konzepte zu berücksichtigen, die wir zuvor mit Dr. Florian F. Marzin entwickelt hatten.

So hieß der geheimnisvolle Unbekannte, der über die Brücke in die Unendlichkeit in das Solsystem kommen sollte, bei unseren Besprechungen mal »Montechristo«, mal »Mr X«. Im Protokoll definierte ich »Mr X« als den »Dieb, von dem der Bohrkopf nach Trokan geschickt wird.« Er sollte sich regelmäßig häuten, und wir wollten, dass diese Häute ein wenig nachleben, »dadurch einen Teil seiner Persönlichkeit« tragen.

Hier legten wir schon einen wichtigen Teil der späteren Handlung um Alaska Saedelaere fest, auch wenn wir das noch nicht wussten: »Wer in die Häute reintritt oder sie berührt, wird von ihnen übernommen, nimmt daraufhin Teile des Charakters und der Eigenschaften von Mr X an«, notierte ich im Protokoll.

Wir definierten eine Reihe von Dingen, die wir im Verlauf der weiteren hundert Bände erst thematisieren wollten. So lagen uns zur Brücke in die Unendlichkeit weitere Ideen vor. Wir beschlossen, dass Perry Rhodan diese Brücke jahrelang gesucht habe, »unter anderem auf Khrat« – was wir später nie wieder aufgriffen –, dass wir das aber erst später erzählen wollten.

Ich notierte zudem etwas, das wir als »Heliotische Bahn« bezeichnet hatten: Rhodan sollte »nach der Handlung im Arsenal Hinweise auf ein Bauwerk« finden, »das in der Milchstraße errichtet werden soll«. Das sollte einen »wichtigen Hinweis für die Leser« legen, der aufgrund der Kultur und des Aussehens auf die Helioten oder Galornen verweisen würde. (Zu dieser Zeit gab es nur diese Begriffe; wir wussten weder über das Aussehen dieser Außerirdischen etwas, noch hatten wir konkrete Pläne zu der Rolle, die sie spielen sollten.)

Wir legten fest, wie das Volk hieß, das sich auf Trokan entwickelt. Zudem machten wir uns klar, dass es eine Psi-Fähigkeit haben würde. »Dann gibt es auf einmal im Sonnensystem zwei Zivilisationen«, freute sich Robert. »Das gibt Raum für mögliche Konfrontationen.« Was wäre, wenn sich die Herreach beispielsweise einmal einem gegnerischen Imperium anschließen würden? Wie würde sich in einem solchen Fall die Menschheit verhalten?

Das Protokoll blieb an weiteren Stellen sehr ungenau, sicher auch deshalb, weil die Herreach sowieso von Robert entwickelt wurden und er nach dieser Besprechung freie Hand hatte: »Wenn sie gemeinsam meditieren, können die H. eine Art Massen-Psi-Wall erzeugen, können viel anrichten (je mehr, desto besser).« Immerhin machten wir uns schon Gedanken zur weiteren Handlung, ohne zu diesem Zeitpunkt aber etwas von Goedda zu ahnen: »Gegen Zyklusende könnten sie so die große Invasion der Cortez stoppen.«

Einige handlungsrelevante Details besprachen wir bereits sehr früh; dabei ließen wir uns von einer klassischen Science-Fiction-Geschichte aus den fünfziger Jahren beeinflussen. Ganz eindeutig stand Isaac Asimovs Story »Nightfall« Pate für die Dämmerlicht-Idee: »Auf Trokan herrschte ewig lang Dämmerlicht, weil kein ›richtiges‹ Licht durchkam. Als der Planet langsamer wird, sehen die H. auf einmal die richtige Sonne und richtige Sterne …« Sie erleiden einen Schock, als sie das Licht erblicken, es gibt Chaos und Panik. Nach dem Schock tragen die Herreach dann alle Kutten, weil sie mit der neuen Welt nicht klarkommen.

Robert Feldhoff machte sich Gedanken über die Sonne und ihr Licht: Wenn sich Trokan so rasend schnell dreht, wie er es konzipiert hatte, dürfte ja nur ein Bruchteil des Sonnenlichts auf die Oberfläche des Planeten fallen. »Anstelle einer Sonne sehen die Herreach irgendwelches Dämmerlicht mit Lichtwirbeln am Himmel, mehr nicht«, notierte ich.

Roberts weitere Überlegung: Man müsste einen solchen Wirbel auch von außen wahrnehmen können, von Raumschiffen aus beispielsweise. Myles Kantor, so sein Gedankengang, könne einen solchen »Zeit-Raum-Wirbel pro Monat berechnen«, womit man beispielsweise Bilder von der Oberfläche des Planeten erhalte.

Wir kamen im Verlauf der Besprechung auch schon zu den Inhalten der Romane; vor allem Band 1800 sollte für uns sehr wichtig sein. Als Florian F. Marzin noch Chefredakteur gewesen war, hatten wir bereits definiert, dass in den Roman ein Risszeichnungsposter sollte. Darauf wiederum wollten wir die GILGAMESCH präsentieren, Rhodans neues Raumschiff ab Band 1800.

Dieses Schiff musste Robert Feldhoff im ersten Band des neuen Zyklus präsentieren. »Wichtig in dem Roman«, notierte ich darüber hinaus, »Hintergrund zur Milchstraße soll geliefert werden.« Dass der Autor dabei eigentlich einen komplett neuen Aufbau für die PERRY RHODAN-Serie zu liefern hatte, der vor allem für ein Jahrzehnt und länger gelten würde, war uns zu diesem Zeitpunkt nicht klar.

Wir entwickelten an diesen Tagen eine klare Chronologie für die kommende Handlung: die Entwicklung der Herreach in Band 1801, die ersten Kontakte zwischen Herreach und Menschen in Band 1802, weitere Hintergründe zur Situation in der Milchstraße. Wo aber sollte »Mr. X«, wie wir den geheimnisvollen Ursprung des gesamten Trokan-Konzeptes bisher nur nannten, zum ersten Mal auftauchen? Direkt auf Trokan, dem neuen Mars also, oder vielleicht sogar auf der Erde? Und wann genau wäre es sinnvoll, diese neue Figur in die Handlung zu bringen?

Ich war auf jeden Fall schon sehr schnell sehr zufrieden mit dem Verlauf unserer Exposébesprechung. Dabei hatten wir uns noch lange nicht mit allen Details der kommenden Handlung beschäftigt.

27 Juni 2019

Der NEO-Tekener

Als Leser mochte ich die Figur des Ronald Tekener sehr – diese Figur war einer der Gründe, warum ich in den frühen 80er-Jahren die Nachauflage der ATLAN-Heftromane las. Und als es darum ging, bei PERRY RHODAN NEO neue Figuren in die Handlung einzuführen, war uns allen schnell klar, dass wir Ronald Tekener als NEO-Figur haben wollten.

Allerdings eben nicht so, wie er vor vielen Jahren bei ATLAN eingeführt worden ist – immerhin unterscheidet sich das NEO-Universum in vielen Punkten von der klassischen PERRY RHODAN-Welt. Der aktuelle Roman unserer Serie trägt die Bandnummer 203 und wurde von Oliver Plaschka geschrieben; er zeigt das Schicksal von Jessica und Ronald Tekener.

Der Autor schafft es, seine Hauptfiguren sehr glaubhaft durch eine Abfolge dramatischer Szenen zu schicken. Der NEO-Tekener wird den Lesern sehr nahegebracht; man sieht, dass er sich von dem klassischen Tekener unterscheidet und doch in vielen Punkten auch ähnlich handelt. Damit wird es in mancherlei Hinsicht auch zu einer Verneigung vor der Figur aus den 70er-Jahren. Cool!

26 Juni 2019

Schwarze Frucht liegt vor

In diesen Tagen kann man den Roman schon in den ersten Buchhandlungen sehen: »Schwarze Frucht« von Robert Corvus liegt mir als Belegexemplar vor, das mir von Bastei-Lübbe geschickt worden ist. Bastei-Lübbe ist bei der »Dunkelwelten«-Trilogie bekanntlich unser Lizenzpartner in Sachen Taschenbuch; mit »Schwarze Frucht« liegt der mittlere Teil der Trilogie vor.  (Als Taschenbuch, als E-Book und als Hörbuch.)

Wer sich für die Hintergründe interessiert, der findet womöglich sehr spannend, dass Robert Corvus das Konzept für die Trilogie lieferte. Sein Konzept für einen eigenständigen Roman fanden wir in der Redaktion so faszinierend, dass wir sagten, das sei doch ideal für ein größeres Projekt. Dieses Projekt wiederum schlug ich dann den Kolleginnen und Kollegen bei Bastei-Lübbe vor, die es in ihr Programm übernahmen.

»Schwarze Frucht« lässt sich lesen, ohne die anderen Bände der Trilogie zu kennen. Aber selbstverständlich erhöht es den Reiz der Lektüre, wenn man alle drei »Dunkelwelten«-Bände geht. In Robert Corvus' Roman geht's unter anderem um die Besatzung der KRUSENSTERN, die Arndt Drechsler ja schön auf dem Titelbild verewigt hat.

25 Juni 2019

Ein Science-Fiction-Autor als Romanfigur

Ich habe mit der Lektüre des wunderbaren Romans »Wo wir waren« begonnen. Dabei handelt es sich nicht um Science Fiction, aber diese Literatur spielt eine wichtige Rolle – und deshalb erwähne ich diesen Roman auch im Redaktionsblog. Der Autor ist Norbert Zähringer, und es ist seinem Roman anzumerken, dass der Autor mit PERRY RHODAN aufgewachsen ist.

Eine seiner Nebenfiguren ist nämlich ein lebenslustiger Science-Fiction-Autor namens Walther Bischoff, der eine Heftromanserie namens »Captain Ronin« schreibt. In dieser geht es um einen Astronauten, der auf dem Mond die Außerirdischen trifft und die zerstrittene Menschheit einigt, der dann mit riesigen Raumschiffen durch das All reist.

Dieser Autor namens Walther musste als Soldat in den Krieg ziehen, er geriet in russische Gefangenschaft. In den 60er-Jahren schreibt er viele Romane und ist bei den jungen Leuten beliebt.

Ganz klar: Auch wenn sich die reale Figur und die Romanfigur in vielen Details unterschieden, geht es in »Wo wir waren« doch irgendwie um Walter Ernsting alias Clark Darlton, unsere Serie und die Auswirkungen, die Science-Fiction-Romane auf junge Leute haben können. Sie träumen beispielsweise vom Mond, von der Freiheit, von eigenen Visionen.

Ich lese jetzt erst einmal gespannt weiter, was Norbert Zähringer geschrieben hat; die komplette Rezension folgt bald. Bisher bin ich sehr begeistert von diesem Blick auf die Mondlandung, auf die Gesellschaft der 60er- und 70er-Jahre und eine gewisse Science-Fiction-Serie. (Wie eine parallele Lektüre zu Andreas Eschbach und seinem »Perry Rhodan – das größte Abenteuer«.)

24 Juni 2019

Die Althanos-Verschwörung

Es sind nur noch wenige Tage, bis der zweite Band unserer aktuellen Miniserie PERRY RHODAN-Mission SOL erscheinen wird. Als Autor zeichnet Bernd Perplies verantwortlich, mit dem ich schon bei diversen Serien zusammenarbeiten konnte – ich habe mich sehr gefreut, dass es bei dieser Miniserie wieder geklappt hat.

Auf einer seiner Handlungsebenen hat der Autor die schwierige Aufgabe, die Figur Perry Rhodan durch die Handlung zu führen. Das ist nicht einfach, daran hatten schon viele Autoren durchaus zu knabbern. Kein Wunder: Rhodan ist die zentrale Figur unserer Serie – und viele Autoren haben schon mit dieser Figur gearbeitet. Was kann man da an originellen und neuen Sichtweisen herausarbeiten?

Der Autor zeigt sei eigenes Bild unseres Serienhelden; er führt ihn in ein Problem, aus dem er nicht so schnell herausfinden wird. Sein Rhodan ist dabei ein Tatmensch, der nicht so schnell aufgibt – das hast mir gut gefallen. (Dass ganz nebenbei eine Reihe von Informationen zum Hintergrund-Problem der Miniserie erwähnt werden, möchte ich an dieser Stelle nur kurz erwähnen …)

11 Juni 2019

Welt der fünf Augen

Es ist immer wieder spannend für mich, über verschiedene Stellen hinweg zu verfolgen, wie aus einer Idee des Exposés ein Roman und auch eine Illustration werden. Ein schönes Beispiel für mich ist das Titelbild des anstehenden Romans von Susan Schwartz ...

Auf dem Cover von »Welt der fünf Augen« zeigt Dirk Schulz zwei Angehörige eines geheimnisvollen Volkes – ich hatte sie mir anders vorgestellt, als ich das Exposé erstmals gelesen hatte. Aber eine Illustration prägt auch das Bild, das man als Leser im Kopf hat.

Mein eigener Eindruck wurde dadurch ebenso hinweggewischt wie durch den Roman von Susan Schwartz. Künftig werde ich die Außerirdischen, die die Welt der fünf Augen besiedeln, so im Gedächtnis haben, wie sie auf dem Cover zu sehen sind.

Und die Leser, die kein Exposé kennen? Die finden die Geschichte um die Ayees und ihre Begegnung mit Menschen hoffentlich spannend, und sie fiebern mit, wenn Rhodan und seine Begleiter über die Oberfläche eines fremden und zugleich bekannt wirkenden Planeten reisen ...

10 Juni 2019

»Federwelt« und PERRY RHODAN

Die Zeitschrift »Federwelt« bietet für Menschen, die gern schreiben oder sich generell für die Arbeit von Autorinnen und Autoren interessieren, immer wieder lohnenswerte Hefte. Science Fiction ist meist kein Thema in dem Blatt, das sich als »Zeitschrift für Autorinnen und Autoren« versteht.

Ausnahmen bestätigen die Regeln. Eine davon ist die aktuelle Ausgabe 136, weshalb ich sie an dieser Stelle erwähnen möchte.

Nicht nur, dass der PERRY RHODAN-Gastautor Andreas Eschbach auf dem Titelbild zu sehen ist, von ihm findet sich zudem ein interessanter Beitrag. »Die richtige Schreibmethode finden – aber wie?« behandelt unter anderem seine Arbeit an »Perry Rhodan – das größte Abenteuer«. Für Menschen, die wissen möchten, wie Romane entstehen, ist nicht nur dieser Text empfehlenswert.

09 Juni 2019

Brasilien startet durch

Ich bin immer wieder beeindruckt von den vielen Aktivitäten, die unsere Partner in Brasilien entfalten. Es wird mittlerweile eine schöne Bandbreite an PERRY RHODAN-Inhalten veröffentlicht, von denen ich natürlich immer hoffe, dass sie auch gelesen werden und auf Zustimmung stoßen.

Derzeit wird die PERRY RHODAN-Serie in Brasilien auf drei Ebenen publiziert. In der »alten Serie« ist man auf Höhe der Altmutanten angekommen, in der »mittleren Serie« – diese läuft schon am längsten – steuern die Leser auf das Ende der 900er-Bände zu. Was mich sehr freut, ist die Entscheidung, mit Band 1800 auch in den modernen »Thoregon«-Zyklus einzusteigen.

Solche Entwicklungen begeistern mich. Die PERRY RHODAN-Serie zeigt im Verlauf der Jahrzehnte ein wandelbares Gesicht. Für die Leser in Südamerika ist es spannender, die unterschiedlichen Abschnitte der Serie auf diese Weise kennenzulernen …

08 Juni 2019

Einige Worte zur Mission SOL

Ein Logbuch der Redaktion

Wir sind uns sehr bewusst, was es heißt, neue Geschichten um das Raumschiff SOL zu erzählen. Das gilt nicht nur für die Autoren, die nach den Exposés von Kai Hirdt neue Romane zum Thema schreiben, sondern auch für die Redaktion und das Marketing in Rastatt.

Ganz klar: Wenn es ein Raumschiff gibt, dessen Name und dessen Form die PERRY RHODAN-Leser schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten fasziniert, ist es die SOL. Das hantelförmige Raumschiff wurde von den Autoren in den 70er-Jahren erfunden, reiste durch die PERRY RHODAN- und die ATLAN-Serie sowie viele Taschenbücher und verlor während dieser Zeit nie von seiner Faszination.

Ich selbst denke vor allem an die Reise der SOL vom Mahlstrom der Sterne zur Milchstraße, inklusive des Zwischenstopps in Balayndagar (und ich vergesse nicht die Geschichten dazu, die in den neuen PERRY RHODAN-Comics erzählt worden sind). Natürlich erinnere ich mich ebenso gut an die SOL-Abenteuer der ATLAN-Serie und die vielen Romane, die während des »Thoregon«-Zyklus um die SOL erzählt wurden.

Seit einigen Jahren ist die SOL aus der Handlung unserer Science-Fiction-Serie verschwunden. Immer wieder haben Leser gefordert, wir sollten sie zurückholen. Wir wollten das Schiff aber nicht irgendwie »nebenbei« in die Handlung nehmen, sondern der SOL eine zentrale Rolle geben. Deshalb entschieden wir uns nach einigen Diskussionen, sie nicht sofort in die laufende PERRY RHODAN-Serie nach Band 3000 zu hieven, sondern eine eigene Serie zu veröffentlichen.

Wenn am 14. Juni 2019 mit »Das Raumschiffgrab« der erste Band der neuen Serie PERRY RHODAN-Mission SOL in den Handel kommt, wissen die Leser mehr. Insgesamt sollen zwölf Romane etwas über das legendäre Raumschiff und seine Mission erzählen.

Dabei werden die Autoren nicht alle offenen Fragen zur SOL beantworten, die sich die Leser sicher stellen. Aber sie werden mehr über die mysteriöse Mission verraten, zu der die SOL vor langer Zeit aufgebrochen ist. Welches Ziel hatte die Mission, was wollte die Besatzung erreichen? Und welche Rolle spielt dabei Michael Rhodan, der als Expeditionsleiter mit an Bord war?

An dieser Stelle kann ich selbstverständlich nicht viel ausplaudern. Die Leser werden einige bekannte Figuren aus der Seriengeschichte wiedertreffen, das liegt nahe. Trotzdem wird es ab Band eins neue Figuren geben, die hoffentlich bald die Sympathien der Leserschaft gewinnen werden.

Ähnliches gilt für die Schauplätze, die im Perryversum eine wichtige Rolle eingenommen haben: Die Galaxis Tare-Scharm, in der ein wichtiger Teil der Romane spielen wird, ist vor allem durch kosmische Geschichte bekannt geworden. Kosmokraten sowie Chaotarchen haben dort ihre Schlachten geschlagen, die Terraner haben in dieser Sterneninsel in früheren Jahren erste Bekanntschaften mit Bewohnern geschlossen. Ob und wie das eine Rolle spielen wird?

Eines steht fest: Die Mission der SOL ist eine Geschichte, die für sich stehen kann – zumindest in dieser Miniserie. In den zwölf Romanen wird eine abgeschlossene Handlung erzählt. Sie greift Elemente aus der Haupthandlung auf, wozu Personen ebenso gehören wie Schauplätze und kosmische Entwicklungen. Begriffe wie Kosmokraten und Chaotarchen werden ebenso auftauchen wie Verbindungen, die sich über Galaxien und Zeiten spannen.

Gleichzeitig ermöglichen die Autoren einen frischen und unverbrauchten Blick auf das größte Science-Fiction-Universum unseres Planeten. Die Miniserie erzählt von Menschen, die zum ersten Mal in ihrem Leben ein Raumschiff betreten, und von den Versuchen, eine schwierige Mission nach langer Zeit zu ihrem Ende zu führen.

Selbstverständlich servieren Kai Hirdt und seine Mitstreiter vor allem zwölf Science-Fiction-Romane voller Sense of Wonder. Darüber hinaus geht es aber auch um menschliche Themen: Perry Rhodan sucht schließlich nicht nur ein legendäres Raumschiff, sondern auch seinen seit langer Zeit verschollenen Sohn.

07 Juni 2019

Am Frühstückstisch in Weiterstadt

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Es war ein typischer »Morgen danach«. Müde Menschen schlurften durch eine Wohnung, in der sie in Schlafsäcken und auf Iso-Matten übernachtet hatten. Manche duschten, einige wollten weiterschlafen, andere waren schon richtig unternehmungslustig. Es war der Sonntag, 6. März 1994, und ich hielt mich in Weiterstadt auf.

In dieser Stadt, einige Kilometer nördlich von Darmstadt gelegen, wohnte zu dieser Zeit mein alter Freund Hermann Ritter mit seiner damaligen Freundin. Er hatte seinen Geburtstag gefeiert, zu diesem Anlass waren einige Dutzend Menschen nach Weiterstadt gekommen. Wir hatten abends lang »Party gemacht« und einiges an alkoholischen Getränken konsumiert. Die Besucher aus der Region waren heimgefahren, aber gut ein Dutzend Menschen hatte bei Hermann und seiner Freundin übernachtet.

Ich zumindest wusste, dass ich am Morgen noch nicht »fahrfähig« war. Gut wäre es, so meine Überlegung, in aller Ruhe zu frühstücken und einige Tassen Kaffee zu trinken, und ich sollte vor allem ausnüchtern. Vorher durfte ich nicht mit dem Auto auf die Straße. Also duschte ich schnell, um das Badezimmer nicht über Gebühr zu belegen, und sah zu, dass ich in der Küche einen Platz fand.

Ich goss mir Kaffee in die Tasse, nahm mir einen Teller und ein Messer; damit platzierte ich mich so an den Tisch, dass ich in der Ecke saß. Die Dachschräge verlief über meine rechte Schulter und knapp über meinen Kopf. Aber das war mir egal – ich nahm mir eisern vor, mich von diesem Platz nicht vertreiben zu lassen. Dass ich an diesem Platz auch eingeengt sein würde, bedachte ich zu diesem Zeitpunkt nicht.

Langsam sammelten sich die anderen Übernachtungsgäste am Tisch; manche lehnten mit der Kaffeetasse am Schrank oder im Türrahmen. Hermann Ritter erwies sich als hervorragender Gastgeber, der unerschöpfliche Mengen an Brötchen, Käse, Marmelade und dergleichen auf den Tisch zauberte.

Nach einiger Zeit kristallisierte sich eine Gesprächsgruppe heraus, bestehend aus Science-Fiction-Fans, die sich schon lange kannten. Mit Hermann Ritter hatte ich unter anderem mehrere Cons in Freudenstadt organisiert, mit Günther Freunek jahrelang Fanzines gemacht. Martin Kempf publizierte den »Fandom Observer«, Manfred Müller arbeitete bei verschiedenen Fanzines mit. Wir alle waren an dem Projekt »FreuCon '92« beteiligt gewesen, aus dem vor zwei Jahren unversehens das bislang größte unabhängige Fan-Treffen in Deutschland geworden war.

Und nun sprachen wir über die Zukunft der Fan-Szene, die uns aus unterschiedlichen Gründen beschäftigte. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt seit eineinhalb Jahren in der PERRY RHODAN-Redaktion, hatte aus dieser Perspektive viel mit Lesern zu tun. »Immer wieder rufen Journalisten an, die sich nach Fans in ihrer Region erkundigen, die sie interviewen wollen«, erzählte ich. »Da wäre es hilfreich, wenn man eine vernünftige Adressenliste hätte, mit der man arbeiten könnte.«

Ein anderes Thema in der Runde war, dass die Post wieder einmal die Gebühren für Büchersendungen erhöht hatte. »Wenn die Büchersendungen noch teurer werden, haben viele Clubs und Fanzine-Macher ein Problem«, wurde argumentiert.

Recht schnell kamen wir zu einem Ziel, das noch nicht konkret formuliert wurde: Eigentlich bräuchte man so etwas wie eine Dienstleistungszentrale für Science-Fiction-Fans, über die man beispielsweise viele Fanzines abonnieren könnte. Man bekäme dann die Fanzines von verschiedenen Clubs und Herausgebern auf einmal geschickt, das würde Porto sparen.

Das fand vor allem Martin Kempf gut. Er hatte ab 1988 für mehrere Jahre mit dem »Fanzine Konsumenten Kreis« ein ähnliches Konzept angeboten. Es gab seiner Ansicht nach das Bedürfnis einer eher kleinen Gruppe von Science-Fiction-Fans, die sich über zusätzliche Fanzine-Lektüre freuen würde.

Das Problem war: Die deutschsprachige Fan-Szene war völlig zersplittert, viele kleine Organisationen oder Einzelkämpfer arbeiteten praktisch nicht zusammen. Zuletzt hatten beim FreuCon unterschiedliche Gruppen intensiv mitgewirkt.

Es half alles nichts: Ohne die PERRY RHODAN-Fans wäre eine solche Dienstleistungszentrale nicht zu schaffen – sie arbeiteten in vielen kleinen Clubs und in verschiedenen Projekten nebeneinander her. In der Folge diskutierten wir ausgiebig darüber, ob und wie man vielleicht einen PERRY RHODAN-Dachverband gründen könnte. Frühere Gründungen waren allesamt gescheitert, aus den unterschiedlichsten Gründen.

Aber die Vision fand ich toll: »Man könnte man mit einer sogenannten FanZentrale vielleicht ausgleichen, was ein großer Verlag nicht leisten kann.« Ich dachte an kleinauflagige Produkte, vielleicht neue ATLAN-Romane, die man mithilfe einer FanZentrale den PERRY RHODAN-Lesern anbieten konnte. Ich hätte es leichter, Autorinnen und Autoren etwa mit Fan-Romanen auszuprobieren – diese Möglichkeit gab es nicht mehr, seit Serien wie TERRA ASTRA oder ATLAN nicht mehr existierten.

»Schön wäre auch ein Magazin«, überlegte ich laut, »vielleicht ein Nachfolgeprojekt für das PERRY RHODAN-Magazin.«

Aber auch dieses Magazin sollte eher dem Dienstleistungsgedanken entsprechen. »Man braucht kein weiteres kritisches Fanzine«, argumentierte Hermann Ritter. Es gäbe schließlich das »Zykluszine« und die »PERRY RHODAN-Perspektive«. Was fehle, sei doch ein journalistisches Heft, das Hintergründe zur Serie und zur Science Fiction im Allgemeinen liefere.

Wir waren uns einig, zumindest in manchen Punkten. Eine FanZentrale – das wäre eine tolle Idee. Wenn man genügend Fans dafür begeistern könne, sei rasch eine »kritische Masse« erreicht, die ein Eigenleben entwickeln würde. Wir berauschten uns geradezu an unseren Ideen, ich notierte irgendwann alles, was gesagt wurde, saß in meiner Ecke, wo mich alle mit ihren Vorschlägen überhäuften, und trank sehr viel Kaffee.

Erst am späten Nachmittag fuhr ich heim. Aus den umfangreichen Notizen wollte ich ein Konzept formen. Wir hatten vereinbart, die Diskussion weiterzuführen, diesmal nicht am Küchentisch in Weiterstadt, sondern öffentlich. Und deshalb sollte ich das Konzept bei Cons im Sommer 1994 vorstellen, beim BiFiCon und beim ColoniaCon.

Ich war durchaus optimistisch, dass aus der Idee einer »Dienstleistungszentrale für Fans« noch etwas werden könnte ...

06 Juni 2019

Alfred Kelsner wird 70

Ein Logbuch der Redaktion (zur Dokumentation nachgereicht; vom 24. Mai 2019)

Er wirkt still, er ist bescheiden und zurückhaltend – und doch tragen seine Bilder seit bald vierzig Jahren dazu bei, die PERRY RHODAN-Serie zu visualisieren, ihr die spezielle Optik zu verleihen, die nicht nur ihre Fans fasziniert. Wenn Alfred Kelsner am 24. Mai 2019 seinen siebzigsten Geburtstag feiern kann, ist das Grund genug, auf die Arbeit dieses Künstlers zu blicken.

Wir kennen uns nicht besonders gut, Alfred und ich. Im Verlauf der Jahre sahen wir uns einige Male, wir haben ein paar Mal telefoniert. Die meisten Kontakte zwischen den Künstlern und der Redaktion laufen nicht über mich, so dass wir wenig miteinander zu tun haben. Man mag es mir nachsehen, wenn ich deshalb nicht viel über seine Person sagen kann.

Dafür faszinieren mich seine Bilder seit Jahrzehnten. Alfred Kelsner ist ein Meister in der Darstellung von Sternen und Planeten, von Raumschiffen und kosmischen Weiten; seine Bilder regen dazu an, sich buchstäblich in die Unendlichkeit zu träumen, hin zu stellaren Nebeln und Galaxien, zu Asteroidengürteln und Mondoberflächen.

Als Illustrator bei der Fantasy-Heftromanserie MYTHOR nahm ich ihn anfangs nicht intensiv wahr. Seinen Bildband »Zeitsplitter«, der ihn bekannt machte, fand ich aber schon sehr ansprechend.

In den 80er-Jahren war er für mich vor allem der Illustrator, der den Planetenromane mit seinen Titelbildern ein Gesicht gab. Sogar im vergleichsweise kleinen Format eines solchen Taschenbuches schaffte es der Künstler, mit einer gelungenen Farbgebung und klaren Konturen das All buchstäblich lebendig zu machen.

Seit 1992 arbeiteten wir zusammen. Alfred gestaltete die Titelbilder der PERRY RHODAN-Taschenbücher, die ich als Redakteur betreute. Mehrere Jahre lang lieferte er seine Bilder direkt an den Heyne-Verlag, der damals die Romane veröffentlichte, während ich die Manuskripte redigierte und ebenfalls in die Heyne-Redaktion schickte.

Als im Herbst 1995 Johnny Bruck überraschend an den Folgen eines Unfalls starb, war es für uns in der Redaktion klar, dass wir mit einem Team weitermachen würden. Und es war ebenso sicher, dass einer der Mitglieder in diesem Team Alfred Kelsner sein sollte – durch seine jahrelange Arbeit hatte er sich als wichtige Stütze unserer Arbeit erwiesen. Seit 1996 lieferte er zahlreiche Bilder für die wöchentliche PERRY RHODAN-Serie, zahlreiche Darstellungen etwa für Merchandise-Produkte darüber hinaus.

Beeindruckend fand ich stets, wenn Alfred sich auf die klassischen Motive einließ: Wenn er die SOL zeigte, die beispielsweise über einem Planeten oder vor dem Hintergrund einer Galaxis durch das All schwebt, war das immer stark. Gasnebel in der Tiefe des Universums, zerklüftete Oberflächen von Monden, Raumschiffe im Nichts – all diese Motive stammen von Alfred Kelsner und prägen seit Jahren unsere Serie.

An seinem siebzigsten Geburtstag blicke ich auf sein umfangreiches Werk zurück und bin sehr von der Fülle an Bildwelten angetan, die er in all dieser Zeit gestaltet hat. Ich wünsche ihm alles Gute zu seinem Geburtstag und hoffe auf weitere schöne Bilder in den nächsten Jahren und Jahrzehnten.

Herzlichen Glückwunsch, Alfred!

05 Juni 2019

Terra Incognita

Es ist eine aufregende Welt, die Perry Rhodan und seine Gefährten durchqueren: Der dritte Planet der gelben Sonne, unter deren Licht sich die Menschheit entwickelt hat, wirkt so ganz anders als die Welt, auf der Rhodan geboren und aufgewachsen ist. Doch was ist der dritte Planet, der um die Sonne kreist, nun wirklich? Ist es die Erde, die niemand mehr wieder erkennt, oder eine ganz eigene Welt?

In ihrem Roman »Terra Incognita« liefert Susan Schwartz einen bunten Einblick in eine Welt, die offenbar die Stelle im solaren Gefüge eingenommen hat, wo sich zuvor die Erde befunden hat. Nach dem sogenannten Raptus hat sich nicht nur das Solsystem verändert, sondern es sind auch größere Teile der Menschheitsgalaxis anders, als Rhodan sie in Erinnerung hat.

Das Spiel mit den unterschiedlichen Erwartungen hat mir gut gefallen, der Kampf mit den abwechselnden Gefahren ebenfalls. Die Leser erhalten eine große Abenteuergeschichte, die – ganz nebenbei – auch noch einige neue Informationen vermittelt.

(Das Cover stammt übrigens von Dirk Schulz. Was es darstellt, sage ich an dieser Stelle noch nicht.)

04 Juni 2019

Ein runder Geburtstag für Ralph Voltz

Es ist schon einige Jahre her, seit ich ihn zum letzten Mal gesehen habe – aber ich erinnere mich gern und oft an gute und positive Begegnungen mit ihm: Heute feiert Ralph Voltz seinen fünfzigsten Geburtstag, und ich wünsche ihm auf diese Weise alles Gute an diesem hoffentlich schönen Tag.

Geboren wurde er am 4. Juni 1969 in Südhessen als Sohn von Inge und William Voltz. Schon in den 80er-Jahren siedelte er in die USA um, wo er später studierte und heiratete, wo er auch heute noch lebt.

Von 1995 bis 2004 arbeitete er als einer von mehreren Illustratoren für die PERRY RHODAN-Serie. Von ihm stammen viele Illustrationen, er prägte unter anderem die »Thoregon«-Epoche mit. Seine Grafiken waren oft eigenwillig, hatten ihren ganz eigenen Stil. Mittlerweile arbeitet er für verschiedene andere Verlage.

Alles Gute, lieber Ralph!

02 Juni 2019

In den Augen des Riesen

»Schön, dich hier zu haben«, sagt Reginald Bull auf Seite 27 in der gedruckten Ausgabe des anstehenden PERRY RHODAN-Romans von Michael Marcus Thurner. Dieser Roman trägt den Titel »In den Augen des Riesen«, hat die Bandnummer 3016 und kommt am 7. Juni 2019 in den Handel.

Die Leser erfahren darüber mehr über das Verhältnis der alten Freunde Reginald Bull und Perry Rhodan, sie erfahren auch, welche Rolle der Haluter Icho Tolot in der »neuen« Liga spielt.
Darüber hinaus erzählt der Roman aber auch vom Versuch eines Attentats, von Organoiden und vom Leben auf der Welt Rudyn, dem Zentrum der Liga Freier Galaktiker.

Das würzt der Autor mit schönen Einblicken in das tägliche Leben der »Terraner von heute«, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. (Schon in früheren Jahrzehnten mochte ich es, wenn die Autoren mir das Leben im Perryversum nahebrachten.)

Das dynamische Titelbild stammt übrigens von Dirk Schulz. Und wer wissen will, worum es in unserer nächsten Miniserie geht, sollte unbedingt die Leseprobe zu »Mission SOL« im Mittelteil des Romans lesen.