15 September 2019

Ein Jubiläum für Andreas Eschbach

Heute feiert ein Autor einen »runden« Geburtstag, der seit vielen Jahren mit der PERRY RHODAN-Serie verbunden ist. Ich spreche von Andreas Eschbach, der heute vor 60 Jahren geboren worden ist. Als Jugendlicher las er mit großer Begeisterung die PERRY RHODAN-Romane, später schrieb er erfolgreiche Science-Fiction-Romane und Thriller, wurde ein Bestsellerautor.

Den Kontakt zu unserer Serie verlor er nicht; im Verlauf der Jahre steuerte er mehrere Gastromane bei und veröffentlichte zuletzt den imposanten Roman »Perry Rhodan – das größte Abenteuer«. Die Redaktion und das Autorenteam freuen sich stets, den Autor zu treffen oder mit ihm zusammenzuarbeiten.

Heute aber soll es um den Geburtstag gehen. Wir wünschen Andreas Eschbach alles Gute und weiterhin so viel Kreativität und Erfolg wie in den vergangenen Jahren. Auf die nächsten Jahrzehnte!

14 September 2019

Erster Neustart für den »Dämonenkiller«

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Weil ich mich jahrelang in der Fan-Szene bewegt hatte, waren mir die Namen der meisten Aktivisten bekannt. Deshalb war ich nicht sehr überrascht, als mir Dr. Florian F. Marzin, unser Chefredakteur, im Oktober 1993 ein Schreiben auf den Tisch legte. »Da hat uns ein Fan angeschrieben«, meinte er.

Sein klarer Auftrag: Ich sollte mich um das Thema kümmern und es möglichst schnell abschließen. Es gehe ja nicht um PERRY RHODAN, sondern um »so eine alte Gruselheftserie«.

Ich las den Absender auf dem Brief und wusste sofort Bescheid. Den Absender kannte ich nicht nur vom Namen her, wir hatten uns schon bei Fan-Veranstaltungen unterhalten. Uwe Schnabel war ein Fan aus Frankfurt, der vor allem im »Grusel«- oder Horror-Fandom aktiv war. Dort veranstaltete er Cons und veröffentlichte Fanzines.

In seinem Schreiben erkundigte er sich nach den Rechten für die Serie »Dämonenkiller«. Diese war erstmals in den 70er-Jahren in unserem Verlag erschienen, eine zweite Auflage war in den 80er-Jahren veröffentlicht worden. Beide Auflagen unterschieden sich inhaltlich teilweise, weil Romane gestrichen oder massiv geändert worden waren. Ich hatte die Serie nie gelesen, wusste aber, worum es sich handelte.

Vor allem war mir klar, wer die Exposés und die wichtigsten Romane für die Serie verfasst hatte: Ernst Vlcek, der im Herbst 1993 seit längerem für die PERRY RHODAN-Exposés tätig war. Ich kannte die Stärken des österreichischen Kollegen schon sehr gut und wusste, dass er vor allem mit seinen Ideen überzeugte, dass ihm nicht immer die Fakten wichtig waren, sondern die Geschichten, die er erzählen konnte. Deshalb war ich mir sicher, dass die Serie »Dämonenkiller« ihren guten Ruf zu Recht hatte.

»Im nächsten Jahr«, so schrieb Uwe Schnabel, würde diese Serie ihr »20jähriges eigenständiges Bestehen feiern«. Aus diesem Grund wolle er den sogenannten Baphomet-Zyklus in einer »kleinen limitierten Sammlerausgabe herausbringen«. Konkret wollte er 200 Exemplare pro Buch drucken – damit war in der Tat kein Geld zu verdienen, und das war ein Projekt für Sammler und Fans.

Seine Begründung war ebenfalls die eines wahren Fans: Der Zyklus war 1977 mit Band 143 abgebrochen worden, als die erste Auflage der Serie eingestellt wurde. Bei der Zweitauflage wurde nur die Nummer 130 veröffentlicht, der Rest des Baphomet-Zyklus harrte also einer vollständigen Veröffentlichung. Die Fans sollten die Chance bekommen, so Uwe Schnabel, »den damaligen Zyklus endlich einmal komplett zu bekommen«.

Er hatte bereits mit Ernst Vlcek gesprochen und von diesem seine Genehmigung erhalten. Der Verlag als Inhaber der Serienrechte sollte aber ebenfalls etwas dazu sagen. Ich fand die Idee gut; zu dieser Zeit ging ich nicht davon aus, dass man den »Dämonenkiller« jemals wieder in einer größeren Auflage veröffentlichen könnte. Meiner Ansicht war die Zeit der »Gruselhefte« vorüber; die aktuellen Horror-Leser bevorzugten Autoren wie Stephen King oder Peter Straub.

Sicherheitshalber sprach ich mit der Kollegin, die im Buchverlag für Rechte und Lizenzen zuständig war. Was hatten wir zu beachten, was war sinnvoll, wie sollte ich mich verhalten? Sie erläuterte mir die rechtliche Situation, auch was Serien- und Autorenrechte anging, fragte dann aber kritisch nach der Auflagenhöhe.

»Mit solchen Druckauflagen sollten Sie erst gar nicht arbeiten«, argumentierte sie, »so etwas lohnt sich nicht.« Für die Buchhaltung sei es ein großer Aufwand, kleine Lizenzzahlungen zu verbuchen; müsste sie einen Vertrag aufsetzen, wäre das für eine so niedrige Auflage ebenfalls nicht sinnvoll.

»Aber das ist doch ein schönes Thema für Fans«, versuchte ich meine Meinung zu vereidigen. »Damit kann man kein Geld verdienen – aber warum sollten wir das untersagen oder stoppen?« Zudem sei es für uns als Verlag doch interessant, durch diese »Kleinst-Lizenz« den Markennamen »Dämonenkiller« zu reaktivieren.

Nach mehreren Diskussionen und Gesprächen konnte ich am 20. Dezember 1993 meine Antwort formulieren. Obwohl ich Uwe Schnabel kannte, sprach ich ihn in meinem Schreiben mit »Sehr geehrter Herr Schnabel« an – es sollte schließlich ein »Schreiben für die Akten« sein. In diesem Schreiben genehmigte ich ihm sein Anliegen.

»Der Nachdruck des Baphomet-Zyklus ist bis zur Auflage von 200 Exemplaren honorarfrei«, räumte ich ein. Meine Einstellung war zu dieser Zeit: Es handelt sich um die Fan-Veröffentlichung einer Serie, die vom Markt verschwunden war – damit waren keine Gewinne zu erwirtschaften.

Also konnten wir auch ein wenig großzügiger sein als bei einem großen Lizenzpartner, der Bücher in einer Auflage von weit über 10.000 Exemplaren veröffentlichte. Zudem ersparte ich sowohl der Buchhaltung als auch der Lizenzabteilung weitere Arbeit, wenn wir schlichtweg auf ein Honorar verzichteten.

Wenn Uwe Schnabel allerdings eine höhere Auflage verlegen wollte, so schrieb ich, »wäre eine noch auszuhandelnde Lizenzgebühr fällig«. Ich erbat mir aber zwei Belegexemplare für die Redaktion.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste oder ahnte: Nur kurze Zeit später sollte der Zaubermond-Verlag damit beginnen, den »Dämonenkiller« neu zu veröffentlichen und später unter dem Markennamen »Dorian Hunter« zu neuen Höhen zu führen. Bei meiner Korrespondenz mit Uwe Schnabel konnte man damit noch nicht rechnen …

13 September 2019

Der BuchmesseCon kommt bald

Während an diesem Wochenende der BrühlCon seine Gäste empfängt, bereite ich mich ein wenig auf die Buchmesse in Frankfurt vor: Es müssen Termine fixiert werden, ich besuche diverse Verlage und treffe mich mit Autoren. Wie immer wird die Koordination in den Tagen und Wochen direkt vor der Buchmesse stets kniffliger.

Der BuchmesseCon, der am Samstag dann in Dreieich bei Frankfurt veranstaltet, ist dann die Messe für die Kleinverlage und Fans. Da fühle ich mich stets sehr wohl, weil ich mich nach wie vor dafür interessiere, was in der Science Fiction und in der Fantasy los ist.

Aber natürlich werde ich als PERRY RHODAN-Redakteur nach Dreieich fahren. Für den offiziellen PERRY RHODAN-Programmpunkt gibt es schon einen Titel: »PERRY RHODAN NEO: Das Compariat«. Selbstverständlich werden der Exposéautor Rüdiger Schäfer, die Autorinnen Michelle Stern und Lucy Guth sowie ich auch über andere Themen sprechen ...

12 September 2019

Krise auf Evolux

Als Robert Feldhoff vor vielen Jahren zum ersten Mal die ferne Welt Evolux skizzierte und damit begann, Datenblätter und Exposés zu ihr zu verfassen, dachte ich nicht, dass wir irgendwann mehr über diesen Planeten erfahren würden. Doch Kai Hirdt und das Team von »Mission SOL« haben mich vom Gegenteil überzeugt: In den Romanen der aktuellen Miniserie erfahren die Leserinnen und Leser nämlich viele neue und spannende Dinge über die Welt, die als Kosmokratenwerft dient.

Ein gelungenes Beispiel hierfür ist der aktuelle Roman von Bernd Perplies, den ich heute »vorab« aus der Druckerei erhalten habe. »Krise auf Evolux« wartet mit einem knalligen Titelbild von Dirk Schulz auf, das einen Blick auf die Stadt Beliosa erlaubt. Inhaltlich bietet der Roman ebenfalls einen Blick auf die Stadt und ihre nähere Umgebung.

Die aktuellen Aktivitäten, die Perry Rhodan und seine neuen Gefährten auf Evolux entfaltet haben, bringen offenbar große Unruhen mit sich. Übrigens auch persönlicher Art: Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor sich in die neuen Figuren »eingefühlt« hat, die unsere aktuelle Miniserie »bevölkern«.

11 September 2019

Die Schwarze Ernte ist da

Das dritte Taschenbuch der »Dunkelwelten«-Trilogie liegt seit einigen Tagen offiziell vor. Es trägt den Titel »Schwarze Ernte« und wurde von Madeleine Puljic geschrieben.

Die drei Bücher sehen gut aus (auch wenn der Beschnitt in der Druckerei nicht optimal gelaufen ist), was an den gelungenen Titelbildern von Arndt Drechsler liegt, und inhaltlich gefallen sie mir ebenfalls. Aber natürlich bin ich parteiisch und von daher nicht gerade als objektiver Berichterstatter einzuschätzen …

Was mich freut, sind die bisherigen Reaktionen auf die drei Taschenbücher. Sie sind zumeist positiv, sowohl bei den direkten Leserreaktionen als auch in den Blogs und Foren. Den Leserinnen und Lesern gefällt offenbar, was die Autorin und die zwei Autoren geschrieben haben. Der thematische Zusammenhang der Romane fesselt, die »innere Handlung« trägt jeweils die eigentliche Geschichte des Romans.

Als ich selbst noch »normaler« Leser unserer Serie war, mochte ich die »Seitenthemen« immer besonders gern. Ich liebte Romane, in denen Nebenfiguren eine eigene Geschichte erleben konnten, und ich schätzte abgeschlossene Schauplätze. Das alles haben wir mit den drei Romanen der »Dunkelwelten«-Trilogie nun auch hinbekommen. Das finde ich jetzt richtig klasse!

10 September 2019

Operation Stiller Riese

Aus der Serie »Etwa 1000 Bände zurück«

Am 4. Februar 2000 verschickten wir ein Exposé an das PERRY RHODAN-Autorenteam, das zum Ausgangspunkt für einen packenden Vierteiler werden sollte. Robert Feldhoff hatte die Idee entwickelt, vier Bände um einen Konflikt zu veröffentlichen, die sich auch gut dazu eignen konnten, als eigenständiges Buch zu publizieren. Mit »Operation Stiller Riese« sollte der sogenannte Ertrus-Vierteiler beginnen.

Wobei der Exposéautor es nicht an warnenden Worten fehlen ließ: »Die vorliegende Viererstaffel beleuchtet intensiv das Volk der Ertruser und ihre Heimat Ertrus«, schrieb er. »Bislang dienten diese Leute in der PR-Serie vorwiegend als Gag-Lieferanten.« Er verwies auf die »Rinderviertelchen«, das »brüllende Lachen« und die Tatsache, dass »alle irgendwie den Nachnamen Kasom trugen«.

Das sollte diesmal ganz anders sein: »Das können wir nicht vier Bände lang machen«, argumentierte Robert Feldhoff. Er bat darum, die »üblichen 08/15-Ertruserscherze« wegzulassen. Ganz klar: »In diesen vier Bänden ereilt die Ertruser ein furchtbarer Schicksalsschlag«, so seine Aussage.

Der Exposéautor gab eine eindeutige Wegweisung für den Vierteiler, die mich schon bei der ersten Lektüre faszinierte: »Die großen Riesen stürzen tief, doch sie werden aufstehen und sich als wahrhaft aufrechte Menschen erweisen.«

09 September 2019

Der BrühlCon kommt

Als PERRY RHODAN-Redakteur besuche ich immer wieder gern einen Con oder einen Stammtisch, unterhalte mich mit Lesern unserer Serie oder diskutiere mit Menschen, die sich im Großen und Ganzen für Science Fiction interessieren. Leider schaffe ich es nur selten, zu allen Cons zu reisen, die mich reizen würden. Aus diesem Grund fahre ich am kommenden Wochenende nicht nach Brühl – obwohl dort zeitgleich der »seltenste PERRY RHODAN-Stammtisch und kleinste Con der Welt« veranstaltet werden, wie die Organisatoren selbstironisch schreiben.

Ich bin sicher, es wird ein schöner Con. Wenn sich bereits fast vier Dutzend Leute angemeldet haben, kann man allerdings kaum sagen, es sei ein »kleinster Con«; da gäbe es andere Veranstaltungen, auf die dieser Begriff zuträfe. Es kommen auf jeden Fall nicht nur viele Fans, sondern auch einige Autoren zum BrühlCon. Ein abwechslungsreiches Programm und vor allem viele unterhaltsame Gespräche sind hier auf jeden Fall garantiert.

Leider fehle ich. Aber ich werde das Wochenende sicher mit Manuskripten und Texten verbringen, die ähnliche Themen umfassen wie diejenigen, die in Brühl buchstäblich auf den Tisch kommen. Konkret: Ich wünsche allen Mitwirkenden schon jetzt viel Freude!

30 August 2019

Wir erzählten vom »All-Star-Projekt«

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Wir kamen langsam zum Ende, die entscheidenden Sätze waren gesagt worden. Auf der Bühne des Kongresszentrums Rosengarten in Mannheim erlaubte ich mir, ruhiger zu werden; die Spannung ließ nach. Die mehr als zweieinhalbtausend Leute im Saal folgten an diesem Samstag, 1. Oktober 2011, mit Interesse und Faszination dem, was Elke Rohwer und ich auf der Bühne vortrugen. Es war einer der Höhepunkte beim PERRY RHODAN-WeltCon 2011.

Ich versuchte, den Unterschied zwischen dem bisherigen PERRY RHODAN-Universum und der neuen Serie klarzustellen. Es handle sich um ein »paralleles Universum«. Ich nutzte einen »rhodanischen Vergleich«, wie ich es nannte: »Die Strangeness-Unterschiede zwischen beiden Universen sind da.«

Sicher sei eines: »Die beiden Universen werden sich nie vermischen. Der Reg aus PERRY RHODAN NEO wird nie mit dem Bully aus PERRY RHODAN zusammentreffen.« Erneut brandete Beifall im Saal auf. »Es gibt zwei Universen, zwei Perry Rhodans, zwei verschiedene Träume der Zukunft«, fügte ich hinzu. »Wer wie wir daran gewöhnt ist, die Existenz paralleler Universen zumindest anzunehmen, dürfte auch diese Aussage verstehen.« Dann trat ich einen Schritt zur Seite.

»Für mich ist NEO mein Universum«, sagte Elke Rohwer, die Redakteurin unseres Serienprojektes, »und ich freue mich über neue Romane, die von den heutigen Autoren geschrieben werden.« Sie bestätigte erneut, dass wir die Motive der klassischen Serie aufgreifen und in eine aktuelle Geschichte packen wollten, dass wir aber etwas Neues im Sinn hätten.

Mir war wichtig, noch etwas zu den Autoren und Künstlern zu sagen. Ich griff dabei auf eine Idee von Frank Borsch zurück, der stets gesagt hatte, wir sollten mit der neuen Serie ein »All-Star«-Projekt verwirklichen. »Wir haben uns dazu entschlossen, die Autoren in die erste Staffel zu nehmen und mitschreiben zu lassen, die seit Jahren für PERRY RHODAN stehen«, sagte ich.

Das stimmte hundertprozentig: Frank Borsch, Christian Montillon, Leo Lukas, Wim Vandemaan und Michael Marcus Thurner hatten zu diesem Zeitpunkt die ersten Romane verfasst, Arndt Ellmer und Hubert Haensel sollten nach dem WeltCon ihre Manuskripte liefern. Zumindest die ersten acht Romane – mehr hatten wir ohnehin noch nicht vorgesehen – wurden also »im Plan« produziert. Beim Titelbild setzten wir auf Dirk Schulz, ebenfalls aus der laufenden PERRY RHODAN-Serie bestens bekannt.

Elke Rohwer übernahm es, in die Zukunft zu blicken. »PERRY RHODAN NEO ist etwas neues, also darf auch das Autorenteam neue Akzente aufweisen«, kündigte sie an. Zwar konnte sie keine Namen nennen, weil wir diese zu dieser Zeit noch nicht wussten – aber sie sagte klar aus, dass wir weitere Autoren im Blick hätten.

Das Ende unseres gemeinsamen Programmpunktes näherte sich. Unter meinem Jackett schwitzte ich immer noch, die Anspannung war aber verschwunden. Ich trat wieder an das Mikrofon und erzählte von der ersten Ausgabe der neuen Serie. Diese sei an diesem Tag erschienen, die erste Ausgabe sei im Zeitschriftenhandel zu kaufen.

»Zum WeltCon haben wir aber noch darüber hinaus eine Sonderausgabe produziert, die es nur hier gibt«, kündigte ich an. Von der Seite der Bühne wurden mir Zeichen gegeben. Die Helfer standen bereit; alle warteten nur noch darauf, dass ich die entscheidenden Worte sagte. Ich verwies auf die Sonderausgabe zum WeltCon und auf die Innenillustrationen, die von Marie Sann angefertigt wurden.

Dieses Sonderheft sei das Geschenk des Verlags an die Leser: »für die Stammleser als Dank für langjährige Lesertreue, für die neuen Leser als Ermutigung, uns die nächsten Jahre mit Lob und Kritik zu begleiten«. Ich ließ einige Sekunden verstreichen, genoss in dieser Zeit geradezu die Ruhe im Saal. Wahrscheinlich hätte man die legendäre Stecknadel fallen hören.

Dann verneigte ich mich ein wenig, sagte ein »Dankeschön« an die Leser und – in diesem Fall – an das Publikum. Es wurde geklatscht, ich bat um Ruhe, dann erklärte ich den weiteren Ablauf. Ich sah von der Bühne aus, dass sich die Helfer so platziert hatten, dass an jedem Ausgang des großen Saales jemand stand.

Alle Besucher sollten kurz den Saal verlassen, so mein Wunsch. Noch während ich den Ablauf erklärte, entwickelte sich doch Unruhe. Viele Besucher standen auf, orientierten sich zu den Ausgängen, freuten sich offenbar schon darauf, den ersten Roman der neuen Serie in der Hand zu haben. Ich grinste, als ich verstand, dass niemand mehr an weiteren Worten von mir interessiert war. Gemeinsam mit Elke, die sich ohnehin schon an den Rand zurückgezogen hatte, verließ ich die Bühne.

Kurz blieb ich noch so hinter dem Vorhang stehen, dass ich den weiteren Ablauf beobachten konnte. Diszipliniert verließen die Con-Besucher den großen Saal. Am Ausgang erhielt jeder eine Ausgabe von »Sternenstaub«. Manche schlugen das Taschenbuch gleich auf, während sie durch die Tür gingen; das Interesse an der Serie war also vorhanden …

29 August 2019

Ein runder Geburtstag für Wim V.

Ich freue mich sehr, am heutigen Tag einem Menschen öffentlich zu gratulieren, der sich sehr um die PERRY RHODAN-Serie verdient gemacht hat. Damit meine ich natürlich Wim Vandemaan, der heute seinen sechzigsten Geburtstag feiern kann. Wir arbeiten seit vielen Jahren zusammen, und es macht immer wieder große Freude, mit ihm zu diskutieren oder auf einer Bühne zu sitzen.

Die erste Begegnung hatten wir in den 90er-Jahren. Hartmut Kasper war an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel tätig und hatte die Idee, auch PERRY RHODAN dort einzubinden. So kam es, dass es die ersten Seminare für Autorinnen und Autoren mit PERRY RHODAN-Beteiligung gab: mit mir und Robert Feldhoff, später auch mit Autoren wie H. G. Francis oder Redakteuren wie Wolfgang Jeschke.

Seit den Nuller-Jahren ist Hartmut Kasper unter seinem Pseudonym Wim Vandemaan für unsere Serien tätig. Er schrieb für ATLAN und für PERRY RHODAN NEO, begeisterte bei PERRY RHODAN mit ungewöhnlichen Ideen und starken Charakteren und ist seit Band 2700 einer von zwei Exposéautoren.

Der Autor sprüht vor Ideen, die er stets witzig und eloquent vorträgt. Ich wünsche ihm alles Gute zu seinem Geburtstag und viele weitere Jahre voller Kreativität und Energie. Auf weiterhin viele tolle Jahre mit PERRY RHODAN – und natürlich auch mit der Familie!

28 August 2019

Die Kristallgetreuen

Wenn man es genau nimmt, beginnt die PERRY RHODAN-Serie mit den Arkoniden: Erst durch den Kontakt zu den menschenähnlichen Außerirdischen gelingt es dem Raumfahrer Perry Rhodan letztlich, die Menschheit zu einigen. Kein Wunder, dass die Arkoniden in all den Jahrzehnten immer wieder für spannende Geschichten sorgten: Dieses Volk fasziniert die Autorinnen und Autoren, damit auch die Leser.

Diese Woche kommt der erste Teil eines Doppelbandes in den Handel, den Uwe Anton verfasst hat. »Die Kristallgetreuen« trägt die Bandnummer 3028 und erzählt von Atlan. Der Arkonide möchte, nachdem er endlich in der Cairanischen Epoche angekommen ist, seine alte Heimat besuchen. Dabei stellt er fest, wie viel sich im Kugelsternhaufen M 13 verändert hat und vor welche neuen Probleme er gestellt wird.

Eindrucksvoll finde ich übrigens  das Titelbild: So habe ich die arkonidischen Trichterbauten noch nie gesehen, so kann ich sie mir aber gut vorstellen. Dirk Schulz zeigt, wie fremdartig sogar Architektur aussehen kann, und wie faszinierend die Gebäude auf fremden Welten sein könnten.

27 August 2019

Gedanken an Robert Feldhoff

Ein Logbuch der Redaktion – am 17. August 2019 erstveröffentlicht

Am 17. August 2019 sind es zehn Jahre her, seit Robert Feldhoff gestorben ist – und die Erinnerung an einen prägenden Autor und sympathischen Menschen ist nach wie vor sehr präsent für mich. Ich will an dieser Stelle auf die biografischen Details verzichten, da sich diese an den unterschiedlichsten Stellen nachlesen lassen, sondern einige Dinge in Erinnerung rufen, die mir oft einfallen, wenn ich an ihn denke.

Robert wirkte bei einer ersten Begegnung meist ruhig, oft sogar zurückhaltend. Er ging aber auch aus sich heraus, wenn er Lust auf eine Party hatte. Ich erlebte ihn oft konzentriert und nachdenklich – und sehr oft saß er am Tisch und überlegte sich neue Geschichten oder interessante Figuren für unsere Serie.

Für mich ist er eine der wichtigsten Autoren der Seriengeschichte. Das liegt nicht nur daran, dass er viele PERRY RHODAN-Romane schrieb und viele Jahre lang die Exposés verantwortete, sondern vor allem daran, welche Figuren er erfand und mit welchen Romanen er der Serie jeweils eine neue Richtung gab.

Robert Feldhoff schuf großartige Figuren, die dem Leser lange in Erinnerung blieben. Voltago, das seltsame Kunstwesen. Torr Samaho, der Diener der Materie. Salaam Sinh, der Meistersinger. Letoxx der Fälscher, ein Fiesling ersten Ranges. Eismer Störmengord, der Bebenforscher. Monkey, der eiskalte Oxtorner. Und natürlich Mondra Diamond, die ehemalige Zirkusartistin und Geheimagentin … ich könnte damit weitermachen und bin sicher, dass jedem Leser und jeder Leserin andere Namen einfallen würden.

Der Autor kannte sich in der PERRY RHODAN-Serie sehr gut aus, hatte sie bereits in seiner frühen Jugend gelesen und wusste, was viele Leser mochten. Also holte er Alaska Saedelaere in die Handlung zurück, schuf einen neuen Mythos um den Mann mit der Maske, verband diesen mit dem geheimnisvollen Raumschiff LEUCHTKRAFT und seiner Besatzung. Er schenkte dem Raumschiff SOL eine Reihe von neuen Sagen und sorgte dafür, dass einige Bestandteile der ES-Geschichte zwar aufgeklärt wurden, gleichzeitig aber neue Geheimnisse entstanden.

Seiner Planung entsprang das Ziel, die Welt Arkon und das alte Imperium der Arkoniden wieder handlungstragend zu machen. Er erweiterte den Kosmos der PERRY RHODAN-Serie um einige völlig neue Elemente, was die Hohen Mächte und ihre Pläne angeht.

Jubiläumsbände wie »Möbius« (Band 1700) oder »Thoregon« (Band 1900) prägten die Serie und legten wichtige Grundlagen für große Zyklen. Mit »Der Sternenbastard« (Band 2200) warf er bisher übliche Zyklusplanungen über den Haufen und schuf eine Reihe von Charakteren, die für viele Jahre in der Serie auftauchten.

Robert Feldhoffs Ideenreichtum reichte weit über die wöchentliche PERRY RHODAN-Serie hinaus. Mit »Grüße vom Sternenbiest« schrieb er den ersten Band der kurzlebigen Reihe »Space Thriller«. Sein fulminanter Roman »Admiral der Sterne« eröffnete den »Traversan«-Zyklus und bahnte damit der ATLAN-Serie den Weg zurück an die Kioske. »Trafalgars Killer« bildete den Auftaktband für die Serie PERRY RHODAN-Action. Darüber hinaus lieferte er Grundlagen für Computerspiele und Comics, entwickelte Marketing-Ideen mit und stand seinen Kollegen sowie der Redaktion stets mit Rat und Tat zur Seite.

Wenn ich mir die vielen Figuren und Roman vor Augen führe, wenn ich durch die Romane blättere, die er geschrieben hat, dann wird mir wieder einmal bewusst, welchen Autor unsere Serie durch seinen viel zu frühen Tod verloren hat. Robert Feldhoff sah sich oft als Handwerker, nicht als Künstler, als einen Autor, der vor allem eine gute Geschichte erzählen wollte. Aber meist sah er »über den Tag« hinaus und entwickelte Konzepte, die längere Zeiten überbrückten.

Er fehlt uns sehr. Ich werde heute oft an ihn denken.

26 August 2019

Einsatz auf Ertrus

Ein Mann mit vielen Narben im Gesicht, eine Szenerie, die eindeutig an Spielcasino erinnert: Mit seinem Titelbild gibt Dirk Schulz dem aktuellen Roman von Susan Schwartz bereits die Richtung vor. Wobei »Einsatz auf Ertrus« nicht nur auf der Schwerkraftwelt spielt, sondern auch auf der Erde. Veröffentlicht wurde der Roman bereits in der vergangenen Woche; ich möchte aber trotzdem auf ihn hinweisen.

Gemeint ist Band 207 unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Die Autorin präsentiert das Ertrus dieser Serie, das sich in einigen Punkten vom Ertrus der klassischen Serie unterscheidet, wenngleich viele Elemente identisch sind. Und sie erzählt von zwei ungewöhnlichen Geschwisterpaaren, die miteinander in einen Einsatz gehen – wenn sie sich nicht gerade streiten oder mit ihren eigenen Gefühlen im Unreinen sind.

Das ist das, was ich an NEO von Anfang an schätze: Die Autorinnen und Autoren greifen Schauplätze und Figuren aus der klassischen Serie auf und interpretieren sie mit heutigen Mitteln in ihrer eigenen Weise. Das NEO-Ertrus ist eine Schwerkraftwelt, aber es gibt klare Unterschiede zur klassischen Serie. Und Ronald Tekener, ein Spieler und Abenteurer, ist in beiden Serien sowohl ähnlich als auch unterschiedlich.

Wäre ich »nur« Leser, fände ich das spannend. Als Redakteur bin ich ja parteiiisch …


22 August 2019

Die ersten Skizzen zum »neuen« Perry

Im Spätsommer 1997 begann man im Verlag damit, Perry Rhodan als Figur neu zu designen. Erste Kontakte zum Renato Casaro hatte man im September 1997 geschlossen, und im Verlauf der folgenden Monate hatte man sich vertraglich geeinigt. Ab Dezember 1997 begann der Künstler damit, die Figur des Raumfahrers für sich zu erarbeiten.

Eine erste Skizze wurde am 18. Dezember 1997 in den Verlag geschickt. Sie zeigte Perry Rhodan in einem sehr körperbetonten Raumanzug; das Gesicht passte noch nicht ganz, aber da war sich der Künstler ohnehin nicht richtig sicher. Zudem feilte er an den Details, für die er weitere Hinweise aus der Redaktion benötigte.

Im Verlag war man sich aber sicher: Mit Renato Casaro hatte man den richtigen Künstler gefunden; das Design des Raumfahrers Perry Rhodan sollte damit gelingen.

21 August 2019

Eine Plastikblume im Gewehr

Als ich dieser Tage wieder dabei war, »Die Gelben Eroberer« anzuhören, die Silber Edition 58, gelesen von Josef Tratnik, fiel mir ein ausgesprochen schönes Zitat auf:

»Ich sah mich nach einem geeigneten Gegenstand um, den ich Dalaimoc in Ermangelung der Kaffeekanne über den Schädel hauen konnte. Mein Blick fiel auf den Maschinenkarabiner des Albinos; die Waffe lehnte am Bett; eine Plastikblume steckte in der Mündung.«

Mit Dalaimoc ist der Mutant Dalaimoc Rorvic gemeint, über dessen Fähigkeiten sich die Autoren anfangs nicht so richtig klar waren. Der Ich-Erzähler ist Tatcher a Hainu. Beide Figuren waren von William Voltz in die PERRY RHODAN-Serie eingeführt wurden, nach einem ersten Roman kümmerte sich vor allem H. G. Ewers um sie.

Die Szene entstammt im Original dem PERRY RHODAN-Roman »Die Macht der Sieben«, den H. G. Ewers verfasste und der 1971 veröffentlicht wurde. In ihm stellt der Autor, der seine Erfahrungen mit dem Dritten Reich und der DDR gesammelt hatte, seine Meinung zum Blockdenken jener Zeit sehr klar dar: Der Planet Redmare wird von zwei Machtblocks beherrscht, die sich gegenüberstehen; ein finaler Krieg mit Atomwaffen steht bevor.

Die Blume in der Waffe verweist auf die Anti-Kriegs-Demonstrationen jener Jahre. Leider kann ich den Autor nicht mehr fragen – ich bin sicher, dass er diese winzige Bemerkung ganz bewusst platziert hat. (Auch dafür mag ich die alten PERRY RHODAN-Romane!)

20 August 2019

Der Psychofrost in der Redaktion

Es hat in der Tat seine Vorteile, in der Redaktion einer Science-Fiction-Serie zu arbeiten: Man bekommt manche Druckwerke einfach druckfrisch – im wahrsten Sinne des Wortes. So schickte in dieser Woche die Druckerei uns die aktuellen Belegexemplare des neuen PERRY RHODAN-Buches zu. Seither liegen drei Exemplare von »Psychofrost« in meinem Büro, eines davon nahm ich mir übers Wochenende mit.

Nein, ich las es nicht durch, aber ich blätterte darin. Es ist lange her, seit ich die entsprechenden Romane gelesen habe. Ich fand sie damals phantasievoll und spannend, nicht unbedingt immer wissenschaftlich durchdacht, aber stets unterhaltsam. Die zweite kosmische Phase der PERRY RHODAN-Serie – die erste hielt von Band 700 bis etwa 950 an, würde ich sagen – erreichte in den Heften, die jetzt die Basis für Silberbände bieten, ihren Höhepunkt.

Die Angriffe des Dekalogs der Elemente und die vielen phantastischen Ideen, die sich damit verbanden, finde ich immer noch richtig gut. Die Veränderungen in der Milchstraße finde ich heute skurril, etwa die plötzlich so munteren Posbis, aber ich erinnere mich daran, wie verwunderlich ich das damals mag.

Es sind viele starke Romane, die ein insgesamt gelungenes Gesamtkonzept ergeben. Für mich ist dann stets interessant, wenn ich sehe, wie Leser heute auf die klassischen Romane reagieren …

19 August 2019

Osnabrück bildet einen Schwerpunkt

Wie immer lese ich die Zeitschrift »SOL« mit großem Interesse. Da macht die Ausgabe 95, die im August zugestellt wurde, überhaupt keine Ausnahme. Das Magazin der PERRY RHODAN-FanZentrale präsentiert sich durchgehend in schickem Vierfarbdruck und ist 68 Seiten im A4-Format stark; das finde ich sehr stark. (Wenn ich bedenke, wie bescheiden das Magazin vor über zwanzig Jahren gestartet ist, hat sich schon sehr viel getan.)

Als zentrales Thema des Heftes haben sich die dritten PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück herausgestellt. Es gibt Con-Berichte sowie ausführliche Zusammenfassungen einzelner Programmpunkte. Ich war selbst baff, in diesem Heft zu lesen, was ich auf der Bühne alles ausgeplaudert hatte. Aber gut – dafür ist so ein Con ja auch da.

Das zweite zentrale Thema ist die aktuelle Miniserie. PERRY RHODAN-Mission SOL wird in mehreren Interviews vorgestellt. Ein Interview führte die Redaktion auch mit Klaus Bollhöfener und Katrin Weil vom PERRY RHODAN-Marketing; die beiden geben klare Auskünfte zu den kritischen Fragen. Eine schöne Mixtur ist dadurch entstanden.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Beiträge, die ich für lesenswert halte: kritische Rezensionen zu den einzelnen Romanen unserer Serie, Interna zur PERRY RHODAN-FanZentrale oder ein Artikel zum Städtebau in der Zukunft. Starkes Heft, eine tolle Leistung der Redaktion um Christina Hacker! (Man kann es direkt über die Internet-Seite der FanZentrale bestellen.)

16 August 2019

Zurück nach Arkon

Wie es sich wohl anfühlt, nach einigen hundert Jahren erst wieder in die Heimat zurückzukommen und diese völlig verändert vorzufinden? Für Atlan, eine der wichtigsten Figuren der PERRY RHODAN-Serie, sollte das keine völlig neue Empfindung sein. Immerhin hat der Arkonide zeitweise viele Jahrtausende auf der Erde verbracht …

Im anstehenden PERRY RHODAN-Roman von Hubert Haensel unternimmt Atlan einen neuen Versuch, zu seinem Heimatplaneten zu kommen. In »Zurück nach Arkon« vermittelt der Autor ein Bild des Kugelsternhaufens M 13, der von großen Konflikten geprägt ist. Auch Atlan, der sich eigentlich aus den meisten Kämpfen heraushalten möchte, kann sich manchen Entscheidungen nicht verweigern.

Hubert Haensel zeigt in seinem Roman einerseits eine Abfolge von Action-Szenen, lässt seinen Helden aber auch immer wieder innehalten und nachdenken. Damit erreicht er eine sehr abwechslungsreiche Handlung, die mir gut gefallen hat.

15 August 2019

Duell der Mutanten

Aus der Serie »3000 Romane zurück«

Im Oktober 1961 verschickte K. H. Scheer das Exposé für Band 26 der damals noch jungen PERRY RHODAN-Serie. Als Autor war Walter Ernsting angegeben, die Handlung sollte im August 1981 spielen. (Unter dem Titel »Duell der Mutanten« wurde der Roman im Frühjahr 1962 veröffentlicht.) Mit gerade einmal vier Seiten ist das Exposé sehr kurz, der Autor hatte also sehr viel Raum für eigene Ideen und Gedanken.

Der zweite Satz des Exposé macht klar, welches Thema ins Zentrum gestellt werden soll: »Der Overhead ist noch immer die Hauptperson, die nun auch auf die politischen Entschlüsse der führenden Staatsmänner überzugreifen droht.« Entsprechend viel Raum erhält der Mutant im Exposé; neben ihm werden wichtige Mutanten wie Tatjana Michalowna im Exposé genannt.

Als wichtige Hauptfigur wird Julian Tifflor eingeführt, »der junge, äußerst fähige Raumkadett«, wie ihn das Exposé nennt. Ziel dabei ist laut Exposé: »etwas für den jugendlichen Leser tun und einen ebenfalls jugendlichen Helden zusätzlich zu Rhodans Sagenfigur erschaffen«. Tifflor ist laut Exposé zwanzig Jahre alt, »ein mathematisches Genie trotz seiner Jugend« – das Exposé macht ihn zur eigentlichen Hauptfigur.

Tatsächlich hat das Exposé in der weiterreichenden Planung Scheers einen Schwerpunkt, der Scheer offensichtlich wichtig war: Die Gefahr durch den Overhead macht Rhodan klar, dass er »nun nicht mehr länger auf die Einheit verzichten würde«. Dass es also eine geeinte Menschheit gibt, wird in der Serie nicht durch die Angriffe von Außerirdischen legitimiert, sondern durch die Attacken eines menschlichen Mutanten …

14 August 2019

Das Orakel von Takess

Ich kenne Hermann Ritter seit den frühesten 80er-Jahren. Wir haben viel gemeinsam unternommen, waren auf vielen Cons, haben Fanzines veröffentlicht und Cons veranstaltet. Aber am meisten freue ich mich, wenn ich mit dem alten Freund gemeinsam an einem PERRY RHODAN-Projekt arbeiten kann.

Deshalb war ich sehr davon angetan, dass er die Zeit fand, an der Miniserie PERRY RHODAN-Mission SOL mitzuwirken. Sein Roman mit dem Titel »Das Orakel von Takess« erscheint als sechster Band der Serie, für den Dirk Schulz übrigens ein grandioses Titelbild spendiert hat – die Szene stammt sogar aus dem Roman und gibt einen schönen Blick auf eine interessante Figur.

Der Autor schenkt seinen Lesern nicht nur eine Reihe von neuen Erkenntnissen zu den aktuellen Entwicklungen, er spart auch nicht an zwischenmenschlichen Konflikten. So sind – um es vorsichtig anzudeuten – nicht alle Menschen immer einverstanden mit den Vorschlägen, die Perry Rhodan vorträgt, und mögen nicht unbedingt seine Art, Probleme anzugehen. Das fand ich spannend sowie sehr nachvollziehbar geschildert.

09 August 2019

Ein Arkonide steht im Zentrum

Ein Logbuch der Redaktion

Würde man unter PERRY RHODAN-Lesern eine Umfrage veranstalten, wer die beliebteste Figur ist, käme mit hoher Sicherheit der Name Atlan heraus. Der Arkonide ist seit seinem ersten Auftauchen im Band 50 der Serie eine Figur, die viele Leser mögen. Dazu haben viele packende Romane der Autorinnen und Autoren beigetragen.

In einigen Bänden der nächsten Zeit werden Atlan und seine Urheimat eine bedeutende Rolle spielen. Dieser Text soll darauf ein wenig neugierig machen, selbstverständlich ohne zu viel zu verraten. Für jene Leser, die das Imperium der Arkoniden und die alten Kulturen im Kugelsternhaufen in ihr Herz geschlossen haben, gibt es eine Reihe von neuen Enthüllungen.

Den Reigen eröffnet Michael Marcus Thurner mit seinem Roman »Atlan und die Kristallsklaven«. Wenn man möchte, handelt es sich dabei um ein klassisches Planetenabenteuer: Der Arkonide ist auf einer bislang unbekannten Welt unterwegs, auf der es ein spezielles Geheimnis gibt. Er muss zuerst herausfinden, welche Arbeiten die Planetarier haben, auf die er trifft, bevor er auf das eigentliche Geheimnis stößt.

Die Kultur, die der Autor schildert, hat es in sich; sie widerspricht in vielerlei Hinsicht dem, was man in Mitteleuropa als menschenrechtliche Standards betrachtet. Wie die Aliens dargestellt werden, das ist originell, wird aber sicher nicht auf allgemeine Begeisterung bei den Lesern stoßen … Der Roman trägt die Bandnummer 3026 und erscheint am 16. August 2019.

Vor dem selben Hintergrund und im Umfeld der gleichen Welt spielt auch der folgende Band. Hubert Haensel verfasste »Zurück nach Arkon«, der die Bandnummer 3027 trägt und ab dem 23. August 2019 im Handel sein wird. Der Autor hat im Verlauf seiner Serienarbeit immer wieder beeindruckende Blicke in die Welt der Arkoniden geworfen; diesmal erzählt er eine actionreiche Geschichte.

Atlan muss in eine Raumschlacht eingreifen, er wird in heftige Kämpfe verwickelt, und er versucht, jemanden zu retten. Dabei erfährt der Arkonide nicht nur einiges über die aktuelle Situation im Kugelsternhaufen M 13, sondern ebenso über die mysteriösen Ladhonen, über deren wirklichen Pläne niemand etwas zu wissen scheint.

Im direkten Anschluss veröffentlichen wir einen Doppelband von Uwe Anton, der ebenfalls in M 13 und im Umfeld des Kugelsternhaufens spielt. Der Roman »Die Kristallgetreuen« kommt am 30. August mit der Bandnummer 3028 heraus. Der Autor erzählt darin von Atlan, der sich in einem Gestrüpp von Intrigen zu verfangen droht.

Dabei erfahren die Leser mehr über die aktuelle Situation im ehemaligen Kristallimperium. Wie sieht es im Raum um das Arkonsystem herum aus, und wie verhalten sich die Baronien? Was ist aus Zalit geworden, jener Welt, die jahrtausendelang zum engsten Machtbereich um Arkon gehörte?

In der direkten Fortsetzung – Band 3029 am 6. September – schildert Uwe Anton, wie Atlan sich näher an das eigentliche Arkonsystem herantastet. Bekanntlich ist seine eigentliche Heimat seit langer Zeit vom Rest der Milchstraße abgeschottet. Doch ob das wirklich so ist oder ob es sich hier um Lügen oder Gerüchte handelt, weiß auch Atlan nicht. »Angriff der Signaten«, so der Titel des Romans, wirft auf jeden Fall einen Blick auf Arkon … wobei an dieser Stelle nicht mehr verraten werden kann.

08 August 2019

Eine CD-ROM, die nie erschien

Bei einem Projekt wie PERRY RHODAN, das es schon seit so vielen Jahrzehnten gibt, kann es nicht ausbleiben, dass Projekte angeschoben werden, au denen dann leider nichts wird. So fiel im April 1998 der Startschuss zu einer neuen CD-ROM, die den schönen Titel »Perry Rhodan – Terrania Institute Of Technology« tragen sollte.

Als Autor und Berater war Rainer Castor vorgesehen, der in diesem Jahr in eine immer wichtigere Rolle für PERRY RHODAN rutschte, um danach für lange Zeit unverzichtbar zu sein. Erscheinen sollte die fertige CD-ROM im Oktober 1999, Vertragspartner war die Firma MegaSystems.

Gezeigt werden sollte in Wort und Bild »fiktive Zukunfts-Technologie am Beispiel eines Raumschiffes«. Dieses solle »3D-technisch begehbar gemacht« werden, dazu »versehen mit fiktiven technischen Details und Erläuterungen im Stil einer fiktiven Vorlesung.«

Wie sich schnell herausstellte, waren die Schwierigkeiten, vor denen sich die Entwickler gestellt sahen, riesengroß, nicht nur rein technischer Natur. Es wurde viel diskutiert, es gab Treffen und Telefonate. Nach längerem Planen und vielen Diskussionen wurde Anfang 2001 dann beschlossen, das Projekt »ersatzlos« zu streichen.

07 August 2019

Atlan und die Kristallsklaven

Es ist eine bizarre Gesellschaft, die im kommenden PERRY RHODAN-Roman präsentiert wird. Für Trubarg und die anderen Bewohner seines Planeten ist es völlig normal, die eigenen Kinder zu verkaufe. Auch sie selbst müssen damit rechnen, Sklaven zu werden. Das alles empfinden sie als völlig normal.

In »Atlan und die Kristallsklaven«, so der Titel von Band 3026 unserer Serie, schildert Michael Marcus Thurner diese Gesellschaft, aber ebenso das Verhalten von Atlan und seinen Begleitern. Wie gehen sie mit einer solchen Situation um, und in welchem Verhältnis stehen beispielsweise die Cairaner und andere Raumfahrer zu einer Sklavenhaltergesellschaft?

Ich finde diese moralische Diskussion, die im Roman nur angedeutet wird, immer spannend. Wie würde man sich selbst verhalten, stieße man auf eine solche Gesellschaft? Und ist es realistisch, dass die Planetarier diese Sklavenhalterei als normal empfinden?

06 August 2019

Letzte Hoffnung Mimas

Bevor Arno Endler seinen ersten Roman veröffentlichte – den Science-Fiction-Thriller »PARACELSUS« –, wurde er vor allem als Autor von zahlreichen Kurzgeschichten bekannt. Dabei zeigte er immer wieder, wie pointiert und klar er erzählen konnte, wie gut er es verstand, seine Geschichten zuzuspitzen und seine Charaktere in allerlei Nöte zu bringen.

Vielleicht leitet sich dabei sein charakteristischer Stil ab, den er auch in seinen Romanen anwendet: Aus der Sicht vieler Personen schildert er ein Geschehen, viele einzelne Szenen formen dabei das »Große, Ganze«, jede Szene für sich fast so konzentriert wie eine Kurzgeschichte, in der Gesamtheit dann als Roman überzeugend.

Der anstehende Roman des Autors, den er für PERRY RHODAN NEO verfasst hat, geht in eine sehr ähnliche Richtung. In schnellen Sequenzen erzählt er seine Geschichte, die sich in weiten Teilen wie ein Medizin-Thriller liest. Arno Endler zeigt den Kampf von Medikern um das Überleben von Patienten in sehr realistischer und nachvollziehbarer Weise – das fand ich stark.

05 August 2019

Ich erinnere mich

Titelbilder sind Geschmackssache – und das Motiv des anstehenden Romans von Wim Vandemaan ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Swen Papenbrock zeigt Zemina Paath (oder eine/n andere/n Thesan?) vor exotischer Kulisse. Im Vorfeld gab es zu diesem Motiv die eine oder andere Diskussion, aber mir gefällt es: Es zeigt exotische Aliens, und damit ist es typisch für die phantastische Welt des PERRY RHODAN-Universums.

Inhaltlich zeigt der Roman mit dem Titel »Ich erinnere mich« ebenfalls eine große Bandbreite. Wim Vandemaan als Exposéautor gibt Einblicke in die Geschichte einer Kultur, sein Roman gibt Zeit und Raum sozusagen eine erzählerische Klammer. Es gibt wertvolle Informationen zur aktuellen Handlung im »Mythos«-Zyklus, die teilweise noch für spätere Bände sehr wichtig werden dürften.

02 August 2019

Strafkolonie der Ksuni

Ein knalliges Titelbild, ein spannender Roman: Mit »Strafkolonie der Ksuni« legt Olaf Brill seinen ersten Beitrag für unsere aktuelle Miniserie vor, und darin lässt es der Autor ganz schön krachen. Die Ksuni sind kräftige Kerle, die man sich tatsächlich in etwa so vorstellen muss wie den Typen auf dem Titelbild. Und wenn die einem Menschen eine verpassen, sieht der erst einmal nicht mehr so gesund aus.

Lockere Sprüche beiseite: In Band fünf von »Mission SOL« gibt es eine Reihe von Konfrontationen, nicht nur körperlicher Art. Perry Rhodan muss sich mit einem alten Bekannten auseinandersetzen und mit den neuen Besatzungsmitgliedern für sein Raumschiff; die Ksuni und ihre Konflikte lassen die Menschen nicht ungeschoren. Die Mixtur aus Action und sonstiger Konfrontation hat der Autor dabei sehr gut hinbekommen, finde ich.

01 August 2019

Gedanken zu 3050ff

Während sich die Leserinnen und Leser noch in der Anfangsphase des laufenden »Mythos«-Zyklus befinden, sind die Autorinnen und Autoren schon weiter. Die Romane, die derzeit entstehen, spielen unter anderen in einer fernen Galaxis oder in einer Region der Milchstraße, über die man schon lange nichts mehr gehört hat. Noch weiter sind aber längst die Exposéautoren mit ihren Ideen.

So habe ich ein umfangreiches Ideenpapier vorliegen, in dem es um Themen geht, die nach Band 3050 wichtig sein werden. Ich erzähle an dieser Stelle natürlich nicht, worum es dabei geht – das wäre nicht sinnvoll. Aber wir sind bereits an der Einzelbandplanung: Welche Schwerpunkte werden gebildet, wer kann welchen Roman vielleicht übernehmen?

30 Juli 2019

Der Geist von Hellgate

Denke ich an die Welt Hellgate und ihre Rolle, die sie in der Geschichte der PERRY RHODAN-Serie spielt, so fallen mir sofort Sätze wie »Das Wasser ist nass« ein. Offensichtlich ist diese Episode in Band 50 der Serie so einprägsam, dass ich sie nie vergessen konnte. Das finde ich spannend – es belegt, welchen Eindruck die frühen PERRY RHODAN-Romane bei mir teilweise hinterlassen haben.

In ihrem Roman, der den Titel »Der Geist von Hellgate« trägt, geht Verena Themsen ein wenig auf den Mythos ein, der sich um Hellgate gebildet hat. Vor allem aber erzählt sie von neuen Elementen für ein Raumschiff, das ein wenig in die Jahre gekommen ist, und von einem Gegner, der seine eigenen Motive hat, gegen Perry Rhodan und seine Gefährten zu sein …

27 Juli 2019

Der dreißigste Newsletter

Es ist ein Fanzine, das mittlerweile immer besser wird und mich jedesmal hervorragend unterhält und informiert: der PRFZ-Newsletter, also das Informationsblatt der PERRY RHODAN-FanZentrale. Dieser Tage erschien die Ausgabe 30, die kostenlos an die Abonnenten verschickt wurde. Auf zwölf Seiten gibt es lesenswerte Beiträge.

Am interessantesten fand ich das Interview mit Oliver Plaschka, der sich zu seinem aktuellen Roman für PERRY RHODAN NEO äußerte. Darüber hinaus gibt es Berichte zu aktuellen Romanen und einer Lesung; die sogenannten Spoileranten im Diskussionsforum auf unserer Internet-Seite werden gewürdigt. Dazu kommen Hintergründe zum Con-Buch der PERRY RHODAN-Tage Osnabrück oder zum Online-Magazin »Geisterspiegel«.

Das Beste an dem Newsletter ist: Wer Mitglied der FanZentrale ist, kann ihn jederzeit kostenfrei abonnieren. Und das ist natürlich nur einer der vielen Gründe, in dieser Fan-Vereinigung mitzumischen …

26 Juli 2019

Das Screen Entertainment Pack

Es gehörte zu den vielen Projekten, die Eckhard Schwettmann im Jahr 1998 nach vorne brachte: In Zusammenarbeit mit der Firma Mainscreen wurde unter anderem ein »Screen Entertainment Pack« produziert und vertrieben.

Am 24. April 1998 erteilte Eckhard Schwettmann eine schriftliche Freigabe an die Firma Mainscreen, in der er noch einmal einige Korrekturen bei der Umverpackung anmerkte. Er vermisste die »grafische Gestaltung der CD-ROM selbst«, die wenige Tage später als ausgedruckte Grafik präsentiert wurde. Hierfür erteilte Schwettmann am 28. April 1998 »die endgültige Freigabe«.

(Das Bild zeigt den Ausdruck, der uns für die Freigabe präsentiert wurde. Damals konnte man solche Datenmengen noch nicht per Mail verschicken; sie wurden auf teures Papier ausgedruckt, waren meist nicht »farbecht« und bildeten dennoch die Grundlage für Entscheidungen.)

24 Juli 2019

Der Geminga-Zwischenfall

Wenn ein Exposéautor zu »seiner« Serie einen Roman beisteuert, können sich die Leser üblicherweise darauf verlassen, dass sie etwas Gutes erhalten. So ist es auch bei Band 205 von PERRY RHODAN NEO: Der Roman mit dem schönen Titel »Der Geminga-Zwischenfall« stammt von Rüdiger Schäfer und kommt diese Woche in den Handel.

Neben der spannenden Handlung, in der es ganz schön hin und her geht – mal attackiert die eine Seite, mal wehrt sich die andere erfolgreich –, hat der Autor etwas Originelles gemacht: Jedes Kapitel hat eine Überschrift in Latein; das gibt es nicht gerade häufig bei einem Science-Fiction-Roman.

Dummerweise verstehe ich die Sprache nicht, kann also nicht sehen, was er da wirklich geschrieben hat. Aber ich bin sicher, der Autor hat sich viel dabei gedacht, und es ist alles in sich stimmig …

22 Juli 2019

Welt des ewigen Todes

Ich gestehe, dass ich sowohl den Titel als auch das Titelbildmotiv des nächsten Bandes unserer laufenden Miniserie großartig finde. Ben Calvin Hary schrieb »Welt des ewigen Todes« nach einem Exposé von Kai Hirdt, und Dirk Schulz zauberte dazu einen Algorrian, der düster und ein wenig bösartig zugleich aussieht. Rein inhaltlich passt das alles hervorragend zusammen.

Als Kai Hirdt zum ersten Mal die Idee für diesen Roman brachte, war ich verblüfft. Aber dann fand ich sie gut: Wenn es eine Welt des ewigen Lebens gibt, könnte es ja ebenso eine Welt des ewigen Todes geben. (Was der Hintergrund für diesen Begriff ist, werde ich an dieser Stelle noch nicht ausplaudern.)

Wie der Exposéautor und die Autoren der Miniserie bisher mit den schon klassischen Serienbegriffen hantieren, das gefällt mir ohnehin sehr gut. Kosmokraten und Chaotarchen treten nicht »in persona« auf, aber ihre Taten oder die Taten ihrer Helfershelfer haben ihre Auswirkungen auf einzelne Lebewesen ... das fasziniert auch beim vierten Band der Serie sehr.

18 Juli 2019

Der unsichtbare Gegner

Aus der Serie »2000 Bände zurück«

Das Exposé sagt recht klar, was der Autor zu tun hat: »Ausgerechnet über das so ruhige Philosophen- und Künstlerviertel von Terrania, Garbus-Distrikt, bricht am Vormittag des 15. 10. ein unerwartetes Unheil herein«, formulierte William Voltz zu Band 1021. Dieser Roman wurde von H. G. Francis geschrieben. erschien 1981 und trug den Titel »Der unsichtbare Gegner«.

Der Autor solle, so das Exposé, »die beschauliche Ruhe einer Ausstellung schildern, wo in Schwebepavillons usw. experimentale Stücke der modernen Kunst gezeigt werden«. Und weiter: »Besonderes Interesse finden dabei paranormal beeinflusste Arbeiten, alte Stücke extraterrestrischer Kulturen und solche der bekanntesten terranischen Künstler.« Überall seien »Diskussionen, Auktionen usw. im Gang«.

Ohne zu spoilern: Der Exposéautor lieferte also dem Autor die Möglichkeit, einen Haluter durch dieses Museumsviertel poltern zu lassen. Der legendäre Elefant im Porzellanladen schien dagegen eine Winzigkeit zu sein.

Übrigens schrieb das Exposé dem Autor und Titelbildkünstler verbindlich die Kleidung vor: »Icho Tolot trägt eine Nachbildung seines ehemaligen roten Kampfanzuges«, so William Voltz. Trotzdem war das gesamte Exposé vergleichsweise dünn – der Autor erhielt dabei sehr viele Freiheiten.

15 Juli 2019

Bulls großes Spiel

Bei den PERRY RHODAN-Titelbildern machen wir extrem selten Experimente – meist veröffentlichen wir eben ein Titelbild, das zum Inhalt passt. Der Band mit der Nummer 3022, der am 19. Juli offiziell in den Handel kommt, bildet eine Ausnahme: Wir haben, weil sich die Mondlandung zum fünfzigsten Mal jährt, einen sogenannten Umleger produziert, der von Arndt Drechsler stammt und unser Titelbild eindeutig aufwertet.

Der Roman selbst trägt den Titel »Bulls großes Spiel« und stammt von Michael Marcus Thurner. Hier hat mir vor allem gefallen, wie der Autor es schafft, eine Atmosphäre zu erzeugen, wie man sie in klassischen Thrillern immer wieder erleben konnte: ein Spiel zwischen zwei Kontrahenten, das mit unterschiedlichen Mitteln ausgetragen wird und ein hohes Niveau erreicht …

14 Juli 2019

Besuch von Andreas Eschbach

Ein Logbuch der Redaktion

Den Schriftsteller Andreas Eschbach kenne ich schon lange, es sind mehr als zwanzig Jahre. Wir wirkten beide als Dozenten in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, wir sahen uns sehr oft auf Buchmessen, wir arbeiteten bei PERRY RHODAN-Romanen zusammen. Andreas saß bei uns daheim am Esszimmertisch, ich besuchte ihn spontan einmal in der Bretagne.

In all den Jahren hatten wir aber eines nicht geschafft: Nie war der Autor in den Räumlichkeiten des Pabel-Moewig Verlages, nie besuchte er die PERRY RHODAN-Redaktion. Und das nach all den Jahren der Lektüre und der Zusammenarbeit!

Das änderten wir am Dienstag, 2. Juli. Im Rahmen seiner Lesetour, die ihn zu Beginn des Juli 2019 durch mehrere Städte in Deutschland führte, war Andreas Eschbach am 1. Juli in Stuttgart und fuhr am 2. Juli von dort aus nach Mannheim. Rastatt, der Sitz unseres Verlages, lag gewissermaßen auf dem Weg, und so bot es sich an, dass er bei uns reinschaute.

Zusammen mit Klaus Bollhöfener aus unserem Marketing holte ich ihn am Bahnhof ab, wir gingen in eine Pizzeria, wo wir uns in den kleinen Biergarten setzten. Klaus und ich fragten den Autor ein wenig aus: wie er denn bisher mit den Reaktionen auf das Buch zufrieden sei, welche neuen Projekte er derzeit plane und wie es bei den bisherigen Veranstaltungen seiner Lesetour gefallen habe.

Im Verlauf unseres lockeren Gespräches kamen wir auch auf die Entstehung seines Buches zu sprechen. Andreas Eschbach erinnerte daran, dass die ursprüngliche Frage einmal in einem Seminar in Wolfenbüttel gestellt worden sei: Was macht Perry Rhodan eigentlich in seiner Freizeit?

»Rhodan zieht sicher nicht durch die Kneipen von Terrania«, meinte Andreas, er sei auch nicht die ganze Zeit auf der Suche nach einer neuen Lebensabschnittsbegleiterin. »Dafür sind ja schließlich andere Figuren da«, sagte er schmunzelnd.

So habe er sich immer wieder überlegt, was Rhodan in seiner Freizeit mache. Seine Antwort: Ein erfahrener Mensch wie Perry Rhodan würde es sicher genießen, sich zurückziehen zu können. »Also wird er lesen«, schlussfolgerte Andreas. Das passe seiner Ansicht nach zum Charakter unseres Serienhelden.

Und so ging er irgendwann daran, die Figur des »jungen« Perry zu charakterisieren. Was hat denn einen Jungen, der aus einer Kleinstadt in den USA stammt, dazu gebracht, zuerst zu einem Risikopiloten zu werden und dann die Menschheit zu einen? Welche Motive treiben ihn an, welche familiären Hintergründe gibt es eigentlich bei alledem?

Wir unterhielten uns über seine Recherche und über die Methoden, die er angewandt hatte, seinen Roman zu entwickeln. Einiges davon wusste ich schon, immerhin hatten wir während seiner Arbeit gelegentlich per Mail kommuniziert. Ich fand es trotzdem spannend, quasi zum Abschluss zu hören, welche Gedanken dem Autor durch den Kopf gegangen waren.

Das Gespräch setzten wir später bei mir im Büro fort. Klaus Bollhöfener und ich zeigten dem Autor die Büros unserer kleinen Abteilung; er freute sich, das legendäre Büchergefängnis im Keller zumindest von außen zu betrachten. Andreas Eschbach signierte einen Stapel Bücher, die wir später teilweise für Gewinnspiele zur Verfügung stellen werden.

Danach saßen wir an unserem Besprechungstisch, wo auch unser Geschäftsführer dazu stieß. Im weiteren Fachgespräch stellte Walter A. Fuchs weitere Fragen an den Autor; das war alles informativ und spannend.

Wir waren uns insgesamt einig darüber, dass dieser Roman das Potenzial zu einem Longseller hat. »Ein optimales Geschenk für einen Geburtstag oder für Weihnachten für jemanden, der früher einmal PERRY RHODAN gelesen hat oder sich generell für gute Bücher interessiert«, überlegte ich laut. »Und man kann das Buch immer jemandem in die Hand drücken, der wissen will, wer eigentlich dieser Perry Rhodan als Person ist.«

Ich fand, das war ein schönes Fazit für einen insgesamt sehr angenehmen Besuch, dem hoffentlich bald wieder einer folgen wird.