26 September 2018

Ein Rundschreiben zur Armada

Am 7. April 1982 verschickte die PERRY RHODAN-Redaktion ein Rundschreiben »an alle PR-Mitarbeiter«, das unter dem Titel »PERRY RHODAN-Extra« stand und von William Voltz verfasst worden war. Der Exposéautor verwies auf die aktuellen Exposés: »nach der Datenflut nun zwei reine Handlungsexposés zur allgemeinen Erholung«. Er forderte aber eindringlich dazu auf, unbedingt den Band 1100 in Manuskriptform zu lesen.

»Wegen des Atmosphärischen«, so Voltz, sollten die Autoren immer wieder »auf die Größe der Endlosen Armada« eingehen, ebenso auf »die ungeheure Motivation, die nötig ist, so was in Gang zu bringen und zu halten«. Ab Band 1104 sollten die Terraner alle Begriffe aus dem Bereich der Endlosen Armada kennen, die in Band 1100 das erste Mal fallen sollten. Sie sollten aber nichts über die genauen Ziele, die Reisezeit und den wirklichen Umfang wissen.

Terminprobleme schien es übrigens schon 1982 zu geben: »Wegen der Terminierung der Exposés«, formulierte es der Exposéautor, »erbitte ich demnächst wieder alle Urlaubsangaben und sonstigen Terminwünsche, damit wir nicht in eine Sackgasse geraten wie vergangenes Jahr.«

25 September 2018

Im Bann der Erkenntnis

Ein durchaus mysteriöses Titelmotiv von Swen Papenbrock bildet einen interessanten Rahmen für Verena Themsens PERRY RHODAN-Roman, der in der nächsten Woche in den Handel kommt. »Im Bann der Erkenntnis« trägt die Bandnummer 2981 und spielt – soviel kann ich bestimmt verraten – in einer kleinen Galaxis, die zur Lokalen Gruppe gehört. Dort treffen Menschen von der Erde auf das Volk der Shug.

Warum das so ist und welche Konsequenzen diese Begegnung hat, das will ich nicht erzählen. Das steht schließlich im Roman. Aber ich fand einige Begrifflichkeiten wie die Sickerforschungsgruppe oder das Prud-Stratum sehr hübsch – wenn sich Wissenschaftlerinnen unterhalten, kann das für manchen Außenstehenden knifflig klingen.

Ernsthaft: Der Roman bringt die Handlung weiter, und er bietet trotzdem genügend Planetenabenteuer-Charme. (Mir gefallen Geschichten, in denen neue Kulturen im All vorgestellt werden, seit ich zum ersten Mal Science Fiction gelesen habe.) Damit sollten unterschiedliche Lesergruppen auf ihre Kosten kommen.

22 September 2018

Lesenswerter Blog

Es gibt einen neuen Blog, der sich mit PERRY RHODAN beschäftigt. Unter dem Titel »Perry Rhodan Experience« setzt sich der Fan Mario Staas mit der größten Science-Fiction-Serie der Welt auseinander. Dabei folgt er dem Beispiel des »Heftehaufen«-Blogs, indem er die Serie von Band eins an liest und immer wieder kommentiert, was ihm bei den klassischen Romanen aufgefallen ist.

In seinem Text »In eigener Sache« erläutert er seine Vorgehensweise: Sie sei nicht literaturkritisch, sondern er sehe sie »als reine Tagebuch-Abart« und äußere damit seine spontane Meinung. Ich finde das spannend und werde da öfter reinschauen. Seit ich die genannten Romane gelesen habe, sind schließlich auch schon einige Jahrzehnte vergangen ...

(Ich weiß, richtiger wäre »das« Blog. Aber da sich in der deutschen Sprache mehrheitlich »der« Blog eingeführt hat und ich das Wort auch so benutze, habe ich es in diesem Blogbeitrag ebenso gehalten. Also bitte nicht wundern!)

21 September 2018

Ein Newsletter wird 25

Seit die PERRY RHODAN-FanZentrale ihren »PRFZ-Newsletter« eingerichtet hat, ist das Fanzine zu einem lohnenswerten Informationsblatt geworden. In der aktuellen Ausgabe 25, die von Alexandra Trinley zusammengestellt worden ist, entdeckte ich viele Dinge, die ich lesenswert fand und die ich trotz meines Berufs nicht wusste.

Den Schwerpunkt bildet das Interview mit den Autoren Gerhard Hubert und Michael Tinnefeld. Die beiden berichten darin von der Arbeit an ihrer Ausgabe der PERRY RHODAN-FanEdition, von ihren Geschichten und von weitergehenden Ambitionen.

In einem kurzen Beitrag erläutert Arndt Drechsler, wie er die Illustrationen für die Silberbände gestaltet. Und der preisgekrönte Kurzgeschichtenautor Uwe Hermann erzählt, wie er als PERRY RHODAN-Leser dazu gekommen ist, eigene Geschichten zu schreiben.

Insgesamt bildet das zehn Seiten umfassende Fanzine eine gelungene Lektüre. Mitglieder der FanZentrale erhalten es kostenlos. Weitere Informationen liefert die Internet-Seite des Vereins.

20 September 2018

Sonnensturm

Sander Pawliczek heißt der Raumfahrer, der auf dem Titelbild des aktuellen Romans von Susan Schwartz abgebildet ist. In Szene gesetzt hat ihn Dirk Schulz, und ich finde das Titelbild von »Sonnensturm« extrem eindrucksvoll. Wer mäkeln möchte, könnte einwenden, dass es nicht hundertprozentig den Beschreibungen im Roman entspricht; es gibt aber den Charakter des 183. Romans der Serie PERRY RHODAN NEO sehr gut wieder.

Der Raumfahrer – eigentlich ist er Kosmologe von Beruf – ist nur einer der Personen, deren Schicksale die Autorin in ihrem Roman beschreibt. Sie zeigt schlaglichtartig, was auf einigen Planeten im Sonnensystem passiert und wie sich die neuerliche Bedrohung für die Menschheit aufbaut.

Weil sie dabei immer dicht an den Figuren bleibt, schafft sie eine Reihe von spannenden Szenen, die mich bei der Lektüre des Manuskriptes fasziniert haben. Ich bin sicher, dass diese Geschichte auch viele Leser mitreißen wird.

19 September 2018

Teamtagung mit Kurs 3000

Nur noch wenige Monate, dann erscheint der PERRY RHODAN-Band mit der Nummer 3000. Um für diesen Jubiläumsband – wie bei einem Endspurt – entsprechend gerüstet zu sein, traf sich die PERRY RHODAN-Redaktion am heutigen Mittwoch, 19. September, bei strahlendem Spätsommerwetter in der »Pagodenburg« in Rastatt. Bei Kaffee und Brezeln, bei Säften und einem reichhaltigen Mittagessen wurden zahlreiche Themen besprochen.

Der Band 3000 und die damit zusammenhängenden Aktivitäten war nur eines der Themen. Darüber hinaus ging es um neue Taschenbücher und Hardcover-Ausgaben sowie andere anstehende Produkte.

Wir sprachen darüber, was im vergangenen halben Jahr gut gelaufen war – PERRY RHODAN-Olymp beispielsweise – und was uns nicht so gut gefallen hatte (Terminprobleme und Zeitdruck etwa), und wir machten uns Gedanken darüber, wie wir welche Dinge in den nächsten Monaten verbessern könnten. Die Diskussion war spannend und abwechslungsreich, die Ergebnisse werden wir noch »nachbereiten«.

Eine Teamtagung hat den Sinn, dass das Redaktionsteam sich einen Tag lang Gedanken über seine Arbeit macht und auch in die Zukunft blickt. Dabei ging's nicht nur einige Monate in die Zukunft, sondern bei mancher Überlegung bereits mehrere Jahre. (Für eine Science-Fiction-Serie gehört es sich, ein wenig in die Ferne zu blicken, sowohl zeitlich als auch räumlich ...)

Das Bild wurde im Hof der »Pagodenburg« aufgenommen. Es zeigt (von links): Bettina Lang, Klaus Bollhöfener, Klaus N. Frick, Madlen Bihr, Katrin Weil, Pio Battistig und Philine-Marie Rühmann.

17 September 2018

40 Jahre Silberbände

Ein Logbuch der Redaktion

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich meinen ersten PERRY RHODAN-Silberband kaufte. Es muss Ende der 70er-Jahre gewesen sein, und ich könnte Stein und Bein schwören, dass ich das 1979 tat – kurz nachdem der erste Silberband überhaupt erschienen war. Bei den allerersten Kunden war ich sicher nicht dabei, weil ich mir 1978 noch kein »dickes Buch« hätte leisten können und noch auf die Hefte schwor.

Mit »Die Dritte Macht« kam im September 1978 ein Buch auf den Markt, das die Buchbranche tatsächlich verändern und vor allem der PERRY RHODAN-Serie ein ganz anderes Gesicht verleihen sollte. Wer genau auf die Idee kam, lässt sich nicht mehr genau nachvollziehen – wahrscheinlich war es der kreative Kopf des Verlagsredakteurs Kurt Bernhardt.

Vorher war PERRY RHODAN in erster Linie eine Heftromanserie gewesen; in den 70er-Jahren galt dieses Format pauschal als »Schundroman«, vor dem Deutschlehrer und andere wohlmeinende Menschen warnten. Es ging den Kritikern selten um den Inhalt, meist wurden alle Heftromane pauschal negativ beurteilt. Und dass es von PERRY RHODAN auch Taschenbücher, Comics und Hörspiele gab, nahmen viele Menschen nicht wahr.

Von daher muss man es im Nachhinein wirklich als absoluten Glücksgriff betrachten, dass sich die neue Idee so schnell durchsetzen ließ: Man nimmt zwischen fünf und zehn der klassischen Heftromane, lässt diese gründlich bearbeiten und macht daraus ein spannendes Buch, das dann über den Buchhandel vertrieben wird. Die Verlage Pabel und Moewig, die erst Jahre zuvor zusammengefügt worden waren, wechselten damals bewusst vom Zeitschriften- in den Buchhandelsvertrieb.

William Voltz, damals der beste PERRY RHODAN-Autor, stürzte sich mit Feuereifer in die Arbeit und stellte das erste PERRY RHODAN-Buch zusammen. Wie intensiv ihm seine Frau Inge half, wird in mehreren Berichten dokumentiert; vieles, was zu jener Zeit gemacht werden musste, war echte Handarbeit. Seiten mussten ausgeschnitten und aufgeklebt werden, dann wurde handschriftlich bearbeitet.

»Die Dritte Macht« wurde ein Erfolg, mit dem niemand rechnen konnte. Das Buch mit seinem silbernen Umschlag und seinem dreidimensional wirkenden Titelbild wurde vom Fleck weg ein Bestseller und war der Beginn der umfangreichsten Buchreihe Europas. Der Verlag startete damals ein wahres Feuerwerk an Silberbänden, nicht nur PERRY RHODAN wurde in diesem Format veröffentlicht.

Auch eine Reihe »allgemeiner« Science-Fiction-Romane kamen so in den Handel, dazu brachte Moewig Bildbände mit prächtigen Science-Fiction-Motiven heraus. Richtig erfolgreich wurde aber einzig und allein PERRY RHODAN.

Anfangs brachte der Verlag zwei Bücher im Jahr heraus, später wurden es drei, und seit über fünfzehn Jahren sind es vier Stück. Die ersten zwanzig Titel bearbeitete noch William Voltz, dann übernahm Horst Hoffmann für unglaubliche sechzig Bücher die Bearbeitung. Seitdem ist Hubert Haensel für den Inhalt der Silberbände verantwortlich. Als Redakteurin innerhalb des Verlages betreut seit vielen Jahren Sabine Kropp die Bücher.

Derzeit arbeiten der Bearbeiter und die Redaktion auf einen neuen wichtigen Zwischenschritt zu – der Band 150 rückt immer näher. Und nach wie vor finden die Bücher ihre Leser: Sie tauchen nach der Veröffentlichung sofort auf den Bestsellerlisten auf; die Fans warten jeweils sehnsüchtig auf den neuen Band. Und Buchhandlungen sind seit vielen Jahren fest auf die Silberbände abonniert – wenn es zu Verzögerungen in der Erscheinungsweise kommt, und seien es nur wenige Tage, gibt es gleich telefonische Anfragen im Verlag.

Wenn ich mir vergegenwärtige, wer die Bücher liest und kauft, sind es – lasse ich die vielen Gespräche Revue passieren – nicht unbedingt die aktuellen Leser der Erstauflage. Häufig handelt es sich um Ex-Leser, die mit Hilfe der Silberbände ihre Jugenderinnerungen auffrischen wollen. Früher zumindest waren viele Leser der Silberbände wiederum Jugendliche, die von ihren Eltern oder Großeltern eher ein »gutes Buch« als einen Packen Heftromane geschenkt bekamen.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei den Silberbänden: Wir versuchen immer wieder, fehlende Titel nachzudrucken – angesichts der hohen Titelzahl ist das eine enorme logistische Herausforderung, die zudem sehr kostspielig ist. »Die Dritte Macht« ist seit 1978 ununterbrochen auf dem Buchmarkt. Ständig hält unser Partner Edel, der seit 2007 die Vertriebslizenz übernommen hat, die meisten Titel zumindest mit einigen Exemplaren auf Lager.

In diesem Jahr können wir mit den Silberbänden schon den vierzigsten Geburtstag feiern. Damit hätte 1978 niemand gerechnet. Und ich glaube nicht, dass sich das 1988 oder 1998 jemand vorstellen konnte. PERRY RHODAN ist nicht nur die größte Science-Fiction-Serie der Welt, die Silberbände sind auch noch die längste zusammenhängende Buchserie der Welt – das sind zwei Superlative, auf die wir in der Redaktion sehr stolz sind.

Auf das nächste Jahrzehnt!

16 September 2018

Die Frage nach dem Erfolgsrezept

Während ich an den ersten Texten zum PERRY RHODAN-Band 3000 sitze – dieser erscheint zwar erst im Februar 2019, aber wir arbeiten zeitig gut vor –, überlege ich mir nicht zum ersten Mal die eine oder andere »Was wäre wenn ...?«-Frage. Als Science-Fiction-Fan kenne ich solche Fragen ja, die Autoren haben so etwas im Verlauf der Jahrzehnte oft genug gefragt. Deshalb versuche ich es ebenfalls ...

Was wäre gewesen, wenn Karl-Herbert Scheer die Serie allein konzipiert hätte? (Gestern war der Todestag von K. H. Scheer, da fällt mir der Autor am ehesten ein.) Wäre sie militärischer geworden, stärker in der nahen Zukunft verankert? Hätte es Figuren wie Gucky oder die Superintelligenz ES wirklich gegeben.?

Was wäre gewesen, wenn nur Clark Darlton die Serie konzipiert hätte? Hätte es in ihr das Solare Imperium gegeben, die vielen Konflikte und Raumschlachten? Oder wäre es eher ein Epos gewesen, in dem sich phantastische Ideen in rascher Folge abwechselten?

Und was wäre gewesen, wenn William Voltz nicht schon früh »zugearbeitet« und eigene Ideen in seinen Romanen entwickelt hätte? Vor allem: Was wäre gewesen, wenn nicht ab den 500er-Bänden eine »kosmische Dimension« in die Serie eingekehrt wäre?

Wir wissen es nicht, ich weiß es nicht. Aber ich glaube, dass PERRY RHODAN über Jahrzehnte hinweg so erfolgreich gewesen ist, weil es so unterschiedliche Menschen waren, die diese Serie schrieben. Einer oder eine allein hätte es nie geschafft, diese Serie so zu gestalten, wie sie es nun seit 1961 geworden ist. Und vielleicht ist das die Antwort auf alle Fragen nach unserem »Erfolgsrezept« ...

15 September 2018

Japanische Reaktionen

Immer wieder spannend finde ich die Titelbilder der japanischen PERRY RHODAN-Ausgabe. Erhalte ich die neuen Taschenbücher als Belegexemplare, blättere ich sie neugierig durch, vergleiche auch gelegentlich das Original von Johnny Bruck mit der neuen Interpretation aus Fernost – man sieht schon, dass es unterschiedliche Kulturkreise sind.

Ebenso spannend ist es allerdings für mich, wenn ich miterlebe, wie ein Titelbild in Japan ankommt. Das aktuelle Motiv zeigt offenbar die japanische Version von Perry Rhodan selbst; das Wesen im Hintergrund hat eine leichte Darth-Vader-Ästhetik. Und Hunderte von Twitter-Nutzern sehen das Bild, kommentieren es, teilen es, äußern ihre Zustimmung ...

In Deutschland ist Twitter ein Randphänomen, auch unter Science-Fiction-Fans. In Japan ist die Reaktion anders als hierzulande – und das beobachte ich als Redakteur mit großem Interesse. Auch wenn ich die Äußerungen der Twitter-Nutzer selbst mit dem Google-Übersetzer praktisch nie verstehe ...

14 September 2018

Ein Autor und ein Con bilden das Zentrum

Ein Logbuch der Redaktion

Die Zeitschrift »SOL« lese ich immer wieder gern, die aktuelle Ausgabe 91 ist dabei keine Ausnahme. Als Redakteur der PERRY RHODAN-Serie ist das Magazin der PERRY RHODAN-FanZentrale natürlich eine Pflichtlektüre für mich; wäre ich aber »nur« ein Leser unserer Serie, hätte ich die »SOL« sicher längst abonniert.

Das vorliegende Heft traf bereits am zu Beginn des August 2018 ein, aber ich brauchte doch einige Tage, um es komplett durchzulesen. Das Magazin ist hervorragend gemacht, es liefert umfangreiche Informationen und gelungene Unterhaltung rings um unsere Serie. Christina Hacker, die als Chefredakteurin wirkt, und ihr Team schaffen es immer wieder, eine gelungene Mischung zusammenzustellen. Die 64 Seiten sind professionell gestaltet.

Ich fand vor allem das Interview mit dem Autor Michael Marcus Thurner sehr spannend. Der in Wien lebende Schriftsteller, mit dem ich seit einigen Jahren zusammenarbeite, erzählt von seiner Laufbahn und von seiner Arbeitsweise. Im Interview geht es aber auch um private Dinge, um seine Erfahrungen mit anderen Verlagen oder die Schreibcamps, die er regelmäßig veranstaltet. Eine Reihe von teilweise sehr amüsanten Bildern rundet das gelungene Gespräch ab.

Für mich war auch die umfangreiche Berichterstattung zum GarchingCon 11 interessant. Ich hatte den Con nicht besuchen können, dafür aber waren einige hundert Fans anwesend. Viele Fotos und eine bunte Abfolge unterschiedlicher Berichte geben einen schönen Eindruck von einem gelungenen Con wieder. So kann sich jemand wie ich, der verhindert war, ebenfalls ein Bild von der Veranstaltung machen.

Was ich in dieser Ausgabe übrigens ebenfalls spannend fand: Es startet eine Fortsetzungsgeschichte der besonderen Art. Jörg Isenberg schrieb den Roman, der eindeutig mit Perry Rhodan zu tun hat, aber in einer Steampunk-Szenerie spielt. Ich fand den ersten Teil sehr interessant, eine originelle Sicht auf die Serie aus einer ganz anderen Warte heraus – man muss natürlich abwarten, wie sich die Serie weiterhin entwickelt.

Dazu kommen natürlich Themen, die zu jeder »SOL«-Ausgabe gehören. Die aktuellen Romane der Serien PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO werden vorgestellt und kritisch beleuchtet. Die Fan-Szene wird in interessanten Artikeln beleuchtet; so erfährt man mehr über die »Perrypedia« und die Möglichkeiten, an ihr mitzuarbeiten.

Schön ist auch ein lesenswerter Beitrag über New York. Rainer Nagel stellt die amerikanische Metropole vor, die in der PERRY RHODAN-Serie immer wieder eine Rolle spielte, vor allem in der frühen Phase der Serie. (Wer erinnert sich an die Roboter und ihren Kaiser, die sich in New York breitmachten?)

Insgesamt hat mich das abwechslungsreiche Heft sehr angesprochen. Die zahlreichen Illustrationen ergänzen die Texte in vorbildlicher Weise – als PERRY RHODAN-Leser werde ich hier hervorragend versorgt. Schön!

(Wer sich für diese »SOL« interessiert, sollte sich auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-FanZentrale informieren. Wer Mitglied in dieser Vereinigung ist, erhält das Heft sowieso. Alle anderen können es bestellen.)

13 September 2018

Das Despina-Mysterium

Ich finde ja selbst, dass der Titel des Romans ein wenig sperrig ist, bin aber der Ansicht, dass er trotzdem zu seinem geheimnisvollen Charakter passt. Und seien wir ehrlich: Mit seinem tollen Titelbild sorgt Dirk Schulz dafür, dass »Das Despina-Mysterium« am Kiosk und auch im E-Book-Shop ein echter Hingucker ist. Der Roman mit der Nummer 2979 kommt in der nächsten Woche in den Handel.

Sowohl der Autor als auch der Titelbildkünstler sorgten dafür, dass zwei wichtige Figuren unserer Serie gut in Szene gesetzt wurden. Der Arkonide Atlan und der Haluter Icho Tolot sind ein ungewöhnliches Gespann, das mit dem Planeten Neptun zudem eine faszinierende Szenerie als Schauplatz für ihr Abenteuer erhalten hat.

Übrigens erfahren die Leser in diesem Roman auch ein wenig darüber, was Haluter eigentlich in ihrer Freizeit machen. Diese Szenen fand ich bei der Lektüre des Manuskriptes teilweise sehr amüsant ...

12 September 2018

Die klassischen Mutanten gehört

Dieser Tage verspürte ich Lust, in einen echten PERRY RHODAN-Klassiker abzutauchen: Ich hörte »Mutanten«, das dritte der klassischen Hörspiele. Erstmals war es in den frühen 80er-Jahren erschienen, damals in Form einer Kassette, dann noch einmal Ende der 90er-Jahre und dann in Form einer CD.

Was sofort auffiel: Man erzählt Hörspiele heute tatsächlich anders, die Geschichte gefiel mir trotzdem sehr gut.

Der Anfang mit John Marshall – der Telepath greift quasi in einen Banküberfall ein – ist spannend; später taucht mit Tako Kakuta ein Teleporter auf. Perry Rhodan reist durch die Welt, er bekommt eine Hypnoschulung, und am Ende wird ein Angriff der Fantan-Leute abgewehrt. Im Original-Roman aus den 60er-Jahren steckt viel an Handlung, die für das Hörspiel drastisch zusammengefasst werden musste.

Die wesentlichen Teile wurden trotzdem eingearbeitet. So finden die dauernden Streitereien zwischen Rhodan und Thora ebenso ihren Platz wie die Pläne Crests, der sich eine gemeinsame Zukunft von Arkoniden und Menschen ausmalt. Für Action ist ebenfalls gesorgt.

Ich fand vor allem die Effekte hervorragend. Wenn sich jemand im Raumschiff bewegt oder sonst etwas tut, wird das immer deutlich mit Geräuschen unterlegt. Für das Raumgefecht oder den Angriff auf einen Tunnel werden spezielle Effekte eingesetzt, dazu kommen die Musik mit ihrer Mischung aus klassischen Streichern und elektronischen Elementen sowie die Stimmen der Sprecher, die allesamt ihr Handwerk verstehen. (Allein die Tatsache, dass Crest wie ein Österreicher klingt, verwirrt mich heute noch.)

Alles in allem ist »Mutanten« ein klassisches Hörspiel der besten Sorte. Gelangweilt habe ich mich keine Sekunde lang. Ich glaube, ich werde über meine Recherchen hinaus noch weitere der Klassiker anhören. (Und wen ich jetzt neugierig gemacht habe: Die Hörspiele kann man sich bei den einschlägigen Streaming-Plattformen legal anhören.)

10 September 2018

Der Spiegelteleporter

Seit es die PERRY RHODAN-Serie gibt, lebt sie unter anderem von ihren ungewöhnlichen Figuren. Ob es nun Menschen sind, die in Gefahren über sich hinauswachsen, oder Menschen, die besondere Gaben aufweisen – als Leser behält man sie lange Zeit im Gedächtnis. Ich weiß noch nicht, ob das bei der Hauptfigur des Romans »Der Spiegelteleporter« auch so sein wird, mag diese auf jeden Fall sehr.

Michelle Stern zeigt in diesem Roman, der die Nummer 2978 trägt und diese Woche in den Handel kommt, wie ein besonderer Mensch in einen besonderen Einsatz gehen muss. Kaleb Barasi hat eine Gabe, wie wir sie bislang nicht geschildert haben; die Autorin stellt sie glaubhaft und spannend vor. Ich habe die Geschichte in Manuskriptform sehr gern gelesen.

Was mir übrigens auch gefallen hat: Prolog und Epilog haben eine andere Perspektive. Diese ist geradezu warm, sie spiegelt Gefühle wieder. »Dein Vater ist unterwegs, dir die Sterne zurückzuholen« – das ist für mich ein großartiger Satz!

05 September 2018

Taschenbuch-Gedanken für 2019

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Derzeit beschäftigen sich einige Menschen damit, neue PERRY RHODAN-Taschenbücher auf den Weg zu bringen – auch in dieser Woche. Die Autoren schreiben bereits an den Manuskripten, ein Zeichner arbeitet an den Titelbildern, in unserem Partnerverlag werden Marketingüberlegungen entwickelt, und ich als Redakteur brüte über Texten, die ich bereits erhalten habe.

Es geht um Raumschiffe und fremde Welten, um Außerirdische und Terraner, um Verbindungen zur Vergangenheit unserer Serie und einige aktuelle Bezüge. Mich sprechen die Ideen und Konzepte an, und ich hoffe, dass die drei Romane auch gut ankommen werden.

Welche Taschenbücher von welchen Autoren es genau sind und wann diese in welchem Verlag erscheinen werden, gebe ich rechtzeitig bekannt. Das muss mit dem Partnerverlag besprochen werden. Aber es ist jetzt schon sicher, dass 2019 brandneue PERRY RHODAN-Lektüre auf unsere Leser zukommen wird ...

04 September 2018

Ende eines schönen WeltCons

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der WeltCon in Saarbrücken sollte am Sonntag, 7. September 1986, mit einem sogenannten Happening ausklingen. Die Fans konnten sich darunter nicht so viel vorstellen, und ich wusste auch nicht, woher dieser Begriff eigentlich kam. Den Abschluss eines großen Cons bezeichnete man bei internationalen Veranstaltungen dieser Art als »Closing Ceremony«. Wahrscheinlich wollte man in Saarbrücken einen anderen Weg einschlagen.

Als junger Verlagsangestellter war ich an diesem Nachmittag noch einmal in verschiedenen Räumlichkeiten unterwegs. Journalisten mussten informiert, Autoren zu ihren Programmpunkten geleitet werden. Wenn ich zwischendurch Luft hatte, plauderte ich mit Fans – viele davon kannte ich schließlich seit Jahren – und sorgte dafür, dass die »Backstage«-Räume langsam ausgeräumt wurden.

Leider konnte ich mit Oliver Scholl nur wenige Worte wechseln. Der Risszeichner hatte im Verlauf des Wochenendes ein Bild erstellt: mit feinen Spraydosen auf einer großen Wand. Immer wieder waren Besucher stehen geblieben, hatten ihm zugeschaut und mit ihm gesprochen. Bei mir hatte es nur zu einem »hallo« und unverbindlichem Geplänkel gereicht, weil ich ständig unterwegs gewesen war. Nun war der Zeichner am Ende, und bevor wir – wie geplant – richtig miteinander reden konnten, verlor ich ihn aus den Augen.

(Wir sahen uns danach einige Jahre lang nicht mehr. Oliver Scholl zog bekanntlich nach Kalifornien, arbeitete anfangs für einen gewissen Roland Emmerich und später für praktisch alle großen Produzenten in Hollywood. Wir trafen uns erst in den frühen Nullerjahren wieder.)

Als das Happening begann, stand ich im Saal, nicht hinter der Bühne. Neben mir stand eine junge Grafikerin, die viel für die optische Gestaltung des WeltCons getan hatte. So bekam ich die Fan-Perspektive mit und hatte nicht den »offiziellen« Blick auf das Geschehen.

Immerhin war der Saal voll, die meisten Besucher blieben bis zum Ende der Veranstaltung und reisten nicht früh ab. Weil viele ihr Gepäck mit sich führten, standen und lagen viele Taschen unter den Stühlen und entlang der Wände.

Noch einmal trat die holländische Band SENSUS auf. Der PERRY RHODAN-Song kam gut an, aber es gab erste Pfiffe, weil die Band für den Geschmack mancher Con-Besucher viel zu lange brauchte. Die Unmutsäußerungen in meiner Nähe waren eindeutig.

Vielleicht war der Witz für manche auch schon vorbei: Ich wusste, dass viele PERRY RHODAN-Leser auf »ganz normale« Rockmusik standen und sie mit der Synthesizer-Musik der Holländer nicht viel anfangen konnten. Beim ersten Auftritt hatte man den Sound toleriert, vor allem wohl, weil die Melodie »unseres« Liedes so gut ins Ohr ging – beim zweiten Mal hatte man keine Lust mehr darauf.

Danach wallte erneut Trockeneisnebel über die Bühne, bevor Linda Ivanus-König mit dem Mikrofon nach vorne trat, gekleidet in einen silberglänzenden Anzug, den sie extra für die Veranstaltung hatte herstellen lassen, bunte Farbsträhnen im Haar, »auf Science Fiction gestylt«. Sie begann ihre Rede mit »Dreizehn waren nicht da«. Angeblich hätten 4987 Fans den Con besucht, und es hätten nur dreizehn Personen gefehlt, um die 5000 voll zu machen.

Der Saal tobte vor Begeisterung. Ich war einigermaßen verwundert, weil ich die Zahl für deutlich zu hochgegriffen hielt. Wie viele Besucher in der Saarlandhalle waren, wusste ich nicht; mehr als 3000 Personen passten aber nicht auf die Stühle. Ich verdrängte die Zahl und schob sie auf »gutes Marketing«, während rings um mich applaudiert wurde.

Dann holte Linda Ivanus-König die Ehrengäste auf die Bühne. Für jeden Autor erklang noch einmal Applaus, ebenso bei Johnny Bruck und den Risszeichnern, bei den anderen Ehrengästen. Blumen wurden verteilt, Autoren umarmt, es war eine schöne Zeremonie. Sie holte die Helfer nach vorne, die Verlagsangestellten. Am Ende stand die Bühne voller Autoren und Helfer, umwabert vom Trockeneisnebel.

Nur einen Mitwirkenden vergaß die Veranstalterin – das war ich. Die ganze Zeit hatte ich mich darauf gefreut, auch auf die Bühne zu dürfen, um »meinen« Applaus in Empfang zu nehmen, aber diese Aufforderung kam nicht.

Ich stand zwischen den Fans, die von meiner Bestürzung nichts mitbekamen, und fühlte mich wie betäubt. Ich war 22 Jahre alt, las seit neun Jahren PERRY RHODAN und hatte mich für den WeltCon stark ins Zeug gelegt. Und jetzt wurde mir nicht einmal öffentlich dafür gedankt. Es kam mir vor, als hätte ich eine schallende Ohrfeige erhalten.

Die Grafikerin stieß mich an. »Hey, sie hat mich auch vergessen«, sagte sie und lachte. Ihr war es nicht wichtig, mir schon, aber ihre gute Laune steckte mich an, und ich kam in bessere Stimmung.

Den Rest des Happenings bekam ich nicht mehr mit, ich musste wieder arbeiten. Noch während die Gäste auf der Bühne ihren Schlussapplaus erhielten, verließen die Fans in Scharen die Halle. Vor der Tür standen bereits die Busse, die sie zum Bahnhof bringen würden – von dort ging ein Sonderzug nach Mannheim, und von Mannheim aus würden sich die bahnreisenden Besucher des WeltCons auf den Heimweg begeben.

Irgendwann war die Halle leer. Wir räumten auf, was wegzuräumen war; ich packte vor allem das Material aus dem Pressezentrum ein und stellte die Kisten auf irgendwelche Paletten. Arbeiter der Saarlandhalle machten sich daran, die Dekoration der Bühne abzubauen. Sie würden die künstliche Planetenlandschaft einfach einreißen und in den Müll werfen. Das fand ich schade, aber es war nicht zu ändern.

Zum gemeinsamen Abendessen fanden wir uns später im Restaurant der Saarlandhalle ein. Der Direktor der Halle hielt eine Rede, in der er sich für die hervorragende Zusammenarbeit bedankte. Linda Ivanus-König hielt ebenfalls eine Rede, in der sie sich vor allem bei ihm bedankte. Ich saß zwischen den Helfern, trank eine Apfelschorle nach der anderen und applaudierte brav.

Nach ihrer Ansprache kam Linda Ivanus-König zu mir und sprach mich an. Sie habe mich vergessen, es sei ihr sehr peinlich, aber sie habe mich nicht gesehen, und deshalb solle ich es ihr nicht übel nehmen, dass sie mich nicht auf die Bühne gerufen habe. Sie nahm mich in den Arm und drückte mich, und dann war ich doch zufrieden.

Der Rest des Abends verlief fröhlich. Ich unterhielt mich mit Fans und Autoren, wir ließen den WeltCon noch einmal Revue passieren. Und wir waren uns alle sicher: Zum 25 Jahren PERRY RHODAN hatten wir eine wunderbare Veranstaltung geschaffen.

03 September 2018

Die Kokon-Direktive

Die Autorin bringt manchmal Bilder, die ich eindrücklich finde: »Etwas Kaltes, Haariges schien mir unter der Kombination über den Rücken zu kriechen«, schreibt Michelle Stern in ihrem PERRY RHODAN-Roman, der in dieser Woche in den Handel kommt. Der Roman heißt »Die Kokon-Direktive« und trägt die Bandnummer 2977.

Unter anderem spielen Reginald Bull und Gucky mit, zwei Figuren also, die seit den frühesten Tagen unserer Serie immer wieder als Duo auftreten. Angesichts des ernsten Themas, das die Autorin in diesem Roman behandelt, kommt es aber nicht zu den früher so beliebten Streitereien zwischen den beiden. Dass es trotzdem mal gelegentlich einen Funken mit augenzwinkerndem Humor gibt, freut mich dann trotzdem ...

02 September 2018

Kämpfer für Garbesch

Die Garbeschianer beschäftigten die PERRY RHODAN-Leser vor genau 2000 Romanen. Der Roman »Kämpfer für Garbesch« von H. G. Ewers erschien am 6. Mai 1980 mit der Bandnummer 976 – und ich habe heute einmal in das Exposé geschaut. Wie sahen eigentlich die Grundlagen für diesen Roman aus?

Es liefert sehr viele Grundlagen zu den Garbeschianern, unter anderem wird bereits sehr klar in der Autoreninfomation – die nicht für den Inhalt des Romans bestimmt ist – ausgesagt: »Die Horden von Garbesch überfielen die Milchstraße im Auftrag der Superintelligenz Seth-Apophis, dem ärgsten Feind von ES, zu dessen Mächtigkeitsballung die Milchstraße gehört.«

Das Exposé schildert Hintergründe zu den Garbeschianern und gibt eine gute Grundlage für den eigentlichen Roman: Gezeigt werden der Planet Arpa Chai und seine Bewohner, die sogenannten Laboris – dass es sich dabei eigentlich um die Angehörigen der sogenannten Horden von Garbesch handelt, wurde den Lesern bei der Lektüre des betreffenden Romans früh klar.