15 September 2019

Ein Jubiläum für Andreas Eschbach

Heute feiert ein Autor einen »runden« Geburtstag, der seit vielen Jahren mit der PERRY RHODAN-Serie verbunden ist. Ich spreche von Andreas Eschbach, der heute vor 60 Jahren geboren worden ist. Als Jugendlicher las er mit großer Begeisterung die PERRY RHODAN-Romane, später schrieb er erfolgreiche Science-Fiction-Romane und Thriller, wurde ein Bestsellerautor.

Den Kontakt zu unserer Serie verlor er nicht; im Verlauf der Jahre steuerte er mehrere Gastromane bei und veröffentlichte zuletzt den imposanten Roman »Perry Rhodan – das größte Abenteuer«. Die Redaktion und das Autorenteam freuen sich stets, den Autor zu treffen oder mit ihm zusammenzuarbeiten.

Heute aber soll es um den Geburtstag gehen. Wir wünschen Andreas Eschbach alles Gute und weiterhin so viel Kreativität und Erfolg wie in den vergangenen Jahren. Auf die nächsten Jahrzehnte!

14 September 2019

Erster Neustart für den »Dämonenkiller«

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Weil ich mich jahrelang in der Fan-Szene bewegt hatte, waren mir die Namen der meisten Aktivisten bekannt. Deshalb war ich nicht sehr überrascht, als mir Dr. Florian F. Marzin, unser Chefredakteur, im Oktober 1993 ein Schreiben auf den Tisch legte. »Da hat uns ein Fan angeschrieben«, meinte er.

Sein klarer Auftrag: Ich sollte mich um das Thema kümmern und es möglichst schnell abschließen. Es gehe ja nicht um PERRY RHODAN, sondern um »so eine alte Gruselheftserie«.

Ich las den Absender auf dem Brief und wusste sofort Bescheid. Den Absender kannte ich nicht nur vom Namen her, wir hatten uns schon bei Fan-Veranstaltungen unterhalten. Uwe Schnabel war ein Fan aus Frankfurt, der vor allem im »Grusel«- oder Horror-Fandom aktiv war. Dort veranstaltete er Cons und veröffentlichte Fanzines.

In seinem Schreiben erkundigte er sich nach den Rechten für die Serie »Dämonenkiller«. Diese war erstmals in den 70er-Jahren in unserem Verlag erschienen, eine zweite Auflage war in den 80er-Jahren veröffentlicht worden. Beide Auflagen unterschieden sich inhaltlich teilweise, weil Romane gestrichen oder massiv geändert worden waren. Ich hatte die Serie nie gelesen, wusste aber, worum es sich handelte.

Vor allem war mir klar, wer die Exposés und die wichtigsten Romane für die Serie verfasst hatte: Ernst Vlcek, der im Herbst 1993 seit längerem für die PERRY RHODAN-Exposés tätig war. Ich kannte die Stärken des österreichischen Kollegen schon sehr gut und wusste, dass er vor allem mit seinen Ideen überzeugte, dass ihm nicht immer die Fakten wichtig waren, sondern die Geschichten, die er erzählen konnte. Deshalb war ich mir sicher, dass die Serie »Dämonenkiller« ihren guten Ruf zu Recht hatte.

»Im nächsten Jahr«, so schrieb Uwe Schnabel, würde diese Serie ihr »20jähriges eigenständiges Bestehen feiern«. Aus diesem Grund wolle er den sogenannten Baphomet-Zyklus in einer »kleinen limitierten Sammlerausgabe herausbringen«. Konkret wollte er 200 Exemplare pro Buch drucken – damit war in der Tat kein Geld zu verdienen, und das war ein Projekt für Sammler und Fans.

Seine Begründung war ebenfalls die eines wahren Fans: Der Zyklus war 1977 mit Band 143 abgebrochen worden, als die erste Auflage der Serie eingestellt wurde. Bei der Zweitauflage wurde nur die Nummer 130 veröffentlicht, der Rest des Baphomet-Zyklus harrte also einer vollständigen Veröffentlichung. Die Fans sollten die Chance bekommen, so Uwe Schnabel, »den damaligen Zyklus endlich einmal komplett zu bekommen«.

Er hatte bereits mit Ernst Vlcek gesprochen und von diesem seine Genehmigung erhalten. Der Verlag als Inhaber der Serienrechte sollte aber ebenfalls etwas dazu sagen. Ich fand die Idee gut; zu dieser Zeit ging ich nicht davon aus, dass man den »Dämonenkiller« jemals wieder in einer größeren Auflage veröffentlichen könnte. Meiner Ansicht war die Zeit der »Gruselhefte« vorüber; die aktuellen Horror-Leser bevorzugten Autoren wie Stephen King oder Peter Straub.

Sicherheitshalber sprach ich mit der Kollegin, die im Buchverlag für Rechte und Lizenzen zuständig war. Was hatten wir zu beachten, was war sinnvoll, wie sollte ich mich verhalten? Sie erläuterte mir die rechtliche Situation, auch was Serien- und Autorenrechte anging, fragte dann aber kritisch nach der Auflagenhöhe.

»Mit solchen Druckauflagen sollten Sie erst gar nicht arbeiten«, argumentierte sie, »so etwas lohnt sich nicht.« Für die Buchhaltung sei es ein großer Aufwand, kleine Lizenzzahlungen zu verbuchen; müsste sie einen Vertrag aufsetzen, wäre das für eine so niedrige Auflage ebenfalls nicht sinnvoll.

»Aber das ist doch ein schönes Thema für Fans«, versuchte ich meine Meinung zu vereidigen. »Damit kann man kein Geld verdienen – aber warum sollten wir das untersagen oder stoppen?« Zudem sei es für uns als Verlag doch interessant, durch diese »Kleinst-Lizenz« den Markennamen »Dämonenkiller« zu reaktivieren.

Nach mehreren Diskussionen und Gesprächen konnte ich am 20. Dezember 1993 meine Antwort formulieren. Obwohl ich Uwe Schnabel kannte, sprach ich ihn in meinem Schreiben mit »Sehr geehrter Herr Schnabel« an – es sollte schließlich ein »Schreiben für die Akten« sein. In diesem Schreiben genehmigte ich ihm sein Anliegen.

»Der Nachdruck des Baphomet-Zyklus ist bis zur Auflage von 200 Exemplaren honorarfrei«, räumte ich ein. Meine Einstellung war zu dieser Zeit: Es handelt sich um die Fan-Veröffentlichung einer Serie, die vom Markt verschwunden war – damit waren keine Gewinne zu erwirtschaften.

Also konnten wir auch ein wenig großzügiger sein als bei einem großen Lizenzpartner, der Bücher in einer Auflage von weit über 10.000 Exemplaren veröffentlichte. Zudem ersparte ich sowohl der Buchhaltung als auch der Lizenzabteilung weitere Arbeit, wenn wir schlichtweg auf ein Honorar verzichteten.

Wenn Uwe Schnabel allerdings eine höhere Auflage verlegen wollte, so schrieb ich, »wäre eine noch auszuhandelnde Lizenzgebühr fällig«. Ich erbat mir aber zwei Belegexemplare für die Redaktion.

Was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wusste oder ahnte: Nur kurze Zeit später sollte der Zaubermond-Verlag damit beginnen, den »Dämonenkiller« neu zu veröffentlichen und später unter dem Markennamen »Dorian Hunter« zu neuen Höhen zu führen. Bei meiner Korrespondenz mit Uwe Schnabel konnte man damit noch nicht rechnen …

13 September 2019

Der BuchmesseCon kommt bald

Während an diesem Wochenende der BrühlCon seine Gäste empfängt, bereite ich mich ein wenig auf die Buchmesse in Frankfurt vor: Es müssen Termine fixiert werden, ich besuche diverse Verlage und treffe mich mit Autoren. Wie immer wird die Koordination in den Tagen und Wochen direkt vor der Buchmesse stets kniffliger.

Der BuchmesseCon, der am Samstag dann in Dreieich bei Frankfurt veranstaltet, ist dann die Messe für die Kleinverlage und Fans. Da fühle ich mich stets sehr wohl, weil ich mich nach wie vor dafür interessiere, was in der Science Fiction und in der Fantasy los ist.

Aber natürlich werde ich als PERRY RHODAN-Redakteur nach Dreieich fahren. Für den offiziellen PERRY RHODAN-Programmpunkt gibt es schon einen Titel: »PERRY RHODAN NEO: Das Compariat«. Selbstverständlich werden der Exposéautor Rüdiger Schäfer, die Autorinnen Michelle Stern und Lucy Guth sowie ich auch über andere Themen sprechen ...

12 September 2019

Krise auf Evolux

Als Robert Feldhoff vor vielen Jahren zum ersten Mal die ferne Welt Evolux skizzierte und damit begann, Datenblätter und Exposés zu ihr zu verfassen, dachte ich nicht, dass wir irgendwann mehr über diesen Planeten erfahren würden. Doch Kai Hirdt und das Team von »Mission SOL« haben mich vom Gegenteil überzeugt: In den Romanen der aktuellen Miniserie erfahren die Leserinnen und Leser nämlich viele neue und spannende Dinge über die Welt, die als Kosmokratenwerft dient.

Ein gelungenes Beispiel hierfür ist der aktuelle Roman von Bernd Perplies, den ich heute »vorab« aus der Druckerei erhalten habe. »Krise auf Evolux« wartet mit einem knalligen Titelbild von Dirk Schulz auf, das einen Blick auf die Stadt Beliosa erlaubt. Inhaltlich bietet der Roman ebenfalls einen Blick auf die Stadt und ihre nähere Umgebung.

Die aktuellen Aktivitäten, die Perry Rhodan und seine neuen Gefährten auf Evolux entfaltet haben, bringen offenbar große Unruhen mit sich. Übrigens auch persönlicher Art: Mir hat sehr gut gefallen, wie der Autor sich in die neuen Figuren »eingefühlt« hat, die unsere aktuelle Miniserie »bevölkern«.

11 September 2019

Die Schwarze Ernte ist da

Das dritte Taschenbuch der »Dunkelwelten«-Trilogie liegt seit einigen Tagen offiziell vor. Es trägt den Titel »Schwarze Ernte« und wurde von Madeleine Puljic geschrieben.

Die drei Bücher sehen gut aus (auch wenn der Beschnitt in der Druckerei nicht optimal gelaufen ist), was an den gelungenen Titelbildern von Arndt Drechsler liegt, und inhaltlich gefallen sie mir ebenfalls. Aber natürlich bin ich parteiisch und von daher nicht gerade als objektiver Berichterstatter einzuschätzen …

Was mich freut, sind die bisherigen Reaktionen auf die drei Taschenbücher. Sie sind zumeist positiv, sowohl bei den direkten Leserreaktionen als auch in den Blogs und Foren. Den Leserinnen und Lesern gefällt offenbar, was die Autorin und die zwei Autoren geschrieben haben. Der thematische Zusammenhang der Romane fesselt, die »innere Handlung« trägt jeweils die eigentliche Geschichte des Romans.

Als ich selbst noch »normaler« Leser unserer Serie war, mochte ich die »Seitenthemen« immer besonders gern. Ich liebte Romane, in denen Nebenfiguren eine eigene Geschichte erleben konnten, und ich schätzte abgeschlossene Schauplätze. Das alles haben wir mit den drei Romanen der »Dunkelwelten«-Trilogie nun auch hinbekommen. Das finde ich jetzt richtig klasse!

10 September 2019

Operation Stiller Riese

Aus der Serie »Etwa 1000 Bände zurück«

Am 4. Februar 2000 verschickten wir ein Exposé an das PERRY RHODAN-Autorenteam, das zum Ausgangspunkt für einen packenden Vierteiler werden sollte. Robert Feldhoff hatte die Idee entwickelt, vier Bände um einen Konflikt zu veröffentlichen, die sich auch gut dazu eignen konnten, als eigenständiges Buch zu publizieren. Mit »Operation Stiller Riese« sollte der sogenannte Ertrus-Vierteiler beginnen.

Wobei der Exposéautor es nicht an warnenden Worten fehlen ließ: »Die vorliegende Viererstaffel beleuchtet intensiv das Volk der Ertruser und ihre Heimat Ertrus«, schrieb er. »Bislang dienten diese Leute in der PR-Serie vorwiegend als Gag-Lieferanten.« Er verwies auf die »Rinderviertelchen«, das »brüllende Lachen« und die Tatsache, dass »alle irgendwie den Nachnamen Kasom trugen«.

Das sollte diesmal ganz anders sein: »Das können wir nicht vier Bände lang machen«, argumentierte Robert Feldhoff. Er bat darum, die »üblichen 08/15-Ertruserscherze« wegzulassen. Ganz klar: »In diesen vier Bänden ereilt die Ertruser ein furchtbarer Schicksalsschlag«, so seine Aussage.

Der Exposéautor gab eine eindeutige Wegweisung für den Vierteiler, die mich schon bei der ersten Lektüre faszinierte: »Die großen Riesen stürzen tief, doch sie werden aufstehen und sich als wahrhaft aufrechte Menschen erweisen.«

09 September 2019

Der BrühlCon kommt

Als PERRY RHODAN-Redakteur besuche ich immer wieder gern einen Con oder einen Stammtisch, unterhalte mich mit Lesern unserer Serie oder diskutiere mit Menschen, die sich im Großen und Ganzen für Science Fiction interessieren. Leider schaffe ich es nur selten, zu allen Cons zu reisen, die mich reizen würden. Aus diesem Grund fahre ich am kommenden Wochenende nicht nach Brühl – obwohl dort zeitgleich der »seltenste PERRY RHODAN-Stammtisch und kleinste Con der Welt« veranstaltet werden, wie die Organisatoren selbstironisch schreiben.

Ich bin sicher, es wird ein schöner Con. Wenn sich bereits fast vier Dutzend Leute angemeldet haben, kann man allerdings kaum sagen, es sei ein »kleinster Con«; da gäbe es andere Veranstaltungen, auf die dieser Begriff zuträfe. Es kommen auf jeden Fall nicht nur viele Fans, sondern auch einige Autoren zum BrühlCon. Ein abwechslungsreiches Programm und vor allem viele unterhaltsame Gespräche sind hier auf jeden Fall garantiert.

Leider fehle ich. Aber ich werde das Wochenende sicher mit Manuskripten und Texten verbringen, die ähnliche Themen umfassen wie diejenigen, die in Brühl buchstäblich auf den Tisch kommen. Konkret: Ich wünsche allen Mitwirkenden schon jetzt viel Freude!