31 März 2020

Der transuniversale Keil

Man kann Leo Lukas sicher nicht vorwerfen, keine Ideen zu haben. Der österreichische Autor brilliert als Schriftsteller und Kabarettist, er steht auf der Bühne und tritt im Fernsehen auf, er kann musizieren und schreiben. Auch bei PERRY RHODAN hat er ein Herz für ungewöhnliche Geschichten. Das zeigt sich beispielsweise bei »Der transuniversale Keil«, seinen kommenden Roman. Mit der Bandnummer 3059 wird er diese Woche in den Handel kommen.

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, so viel kann ich bereits verraten. In der Handlungsgegenwart ist der Arkonide Atlan eine der wichtigen Figuren, in der Vergangenheitshandlung geht es um Figuren, über die man bislang nichts erfahren hat. Natürlich hängt beides zusammen, und die im Untertitel genannte »Parallelwelt« wird im weiteren Verlauf des Zyklus noch eine wichtige Rolle einehmen.

Mir persönlich haben Ideen wie die Totbotschafter am besten gefallen, aber das ist Geschmackssache. Andere Leser mögen das Universum der Schreibenden Engel faszinierend finden. Aber wie eingangs erwähnt: An Ideen mangelt es dem Autor ja nicht!

29 März 2020

BARILS Botschaft

Der kommende Roman von Madeleine Puljic erzählt die Geschichte von Perry Rhodan und der Besatzung der SOL weiter. »BARILS Botschaft« ist der zweite Band der Miniserie PERRY RHODAN-Mission SOL und kommt in wenigen Tagen in den Handel. Das Titelbild von Arndt Drechsler zeigt nicht Perry Rhodan selbst, wie jemand im Forum ironisch mutmaßte, sondern einen Außerirdischen, der in diesem Roman eine Rolle spielt.

Ohne viel spoilern zu wollen: Die Autorin erzählt in diesem Roman vor allem von den Rittern BARILS und der Struktur ihres Ordens. Die Superintelligenz BARIL wird offenbar religiös verehrt, es gibt zahlreiche Botschaften, die von ihren Anhängern verbreitet werden.

Was sich dahinter wirklich verbirgt, können die Menschen an Bord der SOL nicht wissen. Aber es wird immer klarer, dass sie mit ihrer neuen Mission in ein Wespennest gestochen haben …

27 März 2020

Nach zwei Wochen im Home Office

Die Coronavirus-Pandemie hat auch die PERRY RHODAN-Redaktion im Griff. Alle sind gesund, keiner ist krank oder in Quarantäne – aber seit zwei Wochen arbeiten wir zum größten Teil im Home Office. Das heißt: Praktisch jeder Kollege und jede Kollegin sitzt daheim. Wir telefonieren, wir mailen, wir sehen uns vielleicht zufällig, wenn jemand von uns im Büro ist, um etwas abzugeben oder abzuholen.

Es geht erstaunlich gut, wenngleich der Arbeitsaufwand für alle Dinge nun viel größer ist. Immerhin schaffen wir es, unsere Romane in die Produktion zu geben, so dass sie weiterhin erscheinen können. Derzeit veröffentlichen wir drei Serien, dazu kommen Bücher und Sonderproduktionen; das ist ein großer Aufwand manchmal.

Was mir am meisten fehlt: die Gespräche zwischendurch, dieses kurze Hineinblicken in ein anderes Büro, die Frage nach »wie geht es dir?«, aber eben auch der gemeinsame Gang in die Kantine oder die Mittwochsrunde, wie wir unsere Teambesprechung nennen. Das alles geht derzeit nicht. Aber wir sind sicher, diese Krise gemeinsam überstehen zu können.

26 März 2020

Thomas Ziegler und Atlan

Über viele Jahre hinweg bezeichneten die Exposéautoren bei PERRY RHODAN manche ihrer Rundschreiben als »PERRY RHODAN-Extra«. Damit informierten sie die Autorenkollegen über Änderungen in den Exposés oder wiesen auf wichtige Neuerungen hin. Am 24. Januar 1984 verschickte William Voltz ein solches Extra, auf das handschriftlich sogar ein »Wichtig für alle!« gekritzelt worden war.

Es bezog sich auf die PERRY RHODAN-Exposés der Romane 1201 bis 1209. Unter anderem ging es um die Rolle des Arkoniden Atlan, der in diesen Romanen als Ritter der Tiefe bezeichnet wurde, obwohl er es eigentlich gar nicht war. Das Extra stellte klar, dass er »de facto« ein solcher Ritter war, nicht aber »de jure«.

Wichtiger war eigentlich der zweite Teil des Rundschreibens. Weil diese Exposés von Thomas Ziegler stammten und von Voltz sogar selbst als »sehr kompliziert« bezeichnet wurden, bat er darum, dem neuen Exposéautor einige »Anfangsschwierigkeiten« zuzustehen. Unter anderem ergänzte Voltz das Extra mit Zieglers Telefonnummer und bat die Autoren, direkt mit ihm in Kontakt zu treten.

Im Nachhinein kann man ganz klar feststellen: Hier arbeitete ein Autor seinen Nachfolger ein.

25 März 2020

Für Galaktiker verboten!

Wenn Wim Vandemaan einen Roman schreibt, können die Leser sicher sein, dass sie eine besondere Geschichte erhalten. »Für Galaktiker verboten!« ist ein gutes Beispiel dafür. Der Roman kommt diese Woche in den Handel; das Titelbild ziert ein sehr klassisches Science-Fiction-Motiv von Alfred Kelsner, das im Original noch besser aussieht als im Druck.

Der Roman selbst erzählt von einer Quarantäne – allerdings nicht gegen einzelne Menschen, sondern gegen eine gesamte Galaxis. Warum das so ist und warum sich die Bewohner der Galaxis Andromeda gegen Besucher aus der Milchstraße schützen wollen, das will ich an dieser Stelle nicht ausplaudern – das macht der Autor im Roman ja in seiner eigentümlichen Weise selbst.

Das Bild, das mich bei der Lektüre des Romans am meisten fasziniert hat, ist übrigens das eines Eistänzers. In der Einsamkeit des Weltalls zieht er seine Kreise. Dieses Bild hat mich verblüfft und begeistert.

24 März 2020

Die Flucht nach Talanis in den Niederlanden

Als wir im Frühsommer 2010 die Romane um die Stardust-Menschheit veröffentlichten, hatten wir noch nicht den Gedanken, daraus später eine Miniserie zu machen. Ich fand die einzelnen Romane gut, mir machte die gesamte Handlungsebene sehr viel Freude, und die Autoren hatten sichtlich Spaß dabei, nach den Exposés von Uwe Anton eine Art neue Menschheit zu schildern.

Den Spaß können nun auch die Leser in den Niederlanden haben. Dort werden derzeit die Romane des »Stardust«-Zyklus veröffentlicht. Ganz frisch traf bei mir in der Redaktion der Doppelband 2534/2544 ein; das Titelbild zeigt »Flucht nch Talanis«, auf gut niederländisch dann also »Vlucht naar Talanis«.

Ich finde das Titelbild von Dirk Schulz immer noch stark. Ich erinnere mich an den Roman von Hubert Haensel nur positiv. Und dann hoffe ich, dass diese Empfindung von den Leserinnen und Lesern in unserem Nachbarland geteilt wird.

23 März 2020

Autorenkonferenz im März 2020

Ein Logbuch der Redaktion

Das PERRY RHODAN-Team trifft sich im Regelfall einmal pro Jahr, um über aktuelle Romane zu sprechen und Ideen für die nähere Zukunft zu entwickeln. Die diesjährige Autorenkonferenz wurde am 6. und 7. März 2020 in Rastatt veranstaltet; die Autoren übernachteten in einem Hotel in der Innenstadt, und deshalb konnten auch Kolleginnen aus unserer Abteilung daran teilnehmen.

Der Freitagabend, 6. März 2020, begann sehr gemütlich. Christian Montillon schaute kurz vor Feierabend bei mir in der Redaktion vorbei. Wir unterhielten uns über aktuelle Romane, über Comics und Verträge, über die Arbeit und alle anderen Themen.

Er ging, ich arbeitete noch ein wenig und schloss dann – buchstäblich! – den Verlag ab. Gegen 18.30 Uhr war ich unterwegs, pünktlich um 19 Uhr erreichte ich den Treffpunkt mit den Autoren.

In der Hotelgaststätte herrschte schon einiger Betrieb. Viele Tische waren mit dem »normalen Publikum« belegt, eine lange Tafel war für die PERRY RHODAN-Autorinnen und Autoren aufgestellt. Ich setzte mich zu Susan Schwartz, Michelle Stern und Hubert Haensel an ein Tischende, nacheinander gesellten sich die anderen zu uns. Aus der PERRY RHODAN-Redaktion kamen Regina Focht und Janina Zimmer an diesem Abend noch dazu.

Es wurde ein sehr netter Abend, bei dem weniger über die Arbeit und eher über persönliche Dinge gesprochen wurde. Autoren zeigten sich auf den Smartphones die Fotos ihrer Töchter und Enkel, es wurde gescherzt und gelacht. Mit Christian Montillon und Ben Calvin Hary – er nahm als »Beobachter« und YouTuber an der Konferenz teil – unternahm ich später einen Spaziergang durch Rastatt, in dessen Verlauf wir umfangreiches Film-Equipment von Bens Auto ins Hotel brachten. Und gegen 23 Uhr machte ich mich langsam auf den Heimweg.

Der eigentliche Konferenztag begann am Samstagmorgen, 7. März 2020. Sabine Kropp, die PERRY RHODAN-Redakteurin, nahm diesmal teil. Leider konnte Oliver Fröhlich nicht kommen, dafür war Arndt Ellmer am Start. Und Ben Calvin Hary filmte eifrig, diskutierte später aber mit, als es an die Inhalte ging.

Der Morgen gehörte den Informationen und Berichten. Sabine und ich erzählten vom Jahr 2019, das für PERRY RHODAN sehr erfolgreich verlaufen war. Die Aktionen rund um Band 3000 hatten zu einer Auflagensteigerung geführt, die uns über das Jahr hinweg getragen hatte; viele andere Projekte hatten wir ebenfalls erfolgreich verwirklichen können. Wir informierten zudem über die aktuelle Situation im Verlag und die geplanten Marketing-Aktivitäten.

Mit einem kurzen Referat von Wim Vandemaan stiegen wir später in die inhaltliche Diskussion ein. »Wir sind realistisch, in dem wir Dinge erzählen, die unwirklich sind«, meinte der Exposéautor. Kein Autor, kein Historiker könne die Zukunft voraussagen. Mit der PERRY RHODAN-Serie würden wir aber versuchen, eine weit entfernte Zukunft so glaubhaft zu schildern, dass sie spannend zu lesen sei.

Die Exposéautoren stellten ihre Planung bis zum Band 3099 vor, ebenso gaben sie einen Ausblick auf die Romane nach Band 3100. Der Jubiläumsband wird im Januar 2021 erscheinen, er bildet den Start in das Jubiläumsjahr.

In der Folge diskutierten wir über den Zeitsprung zwischen den Bänden 3099 und 3100 sowie viele damit zusammenhängende Themen. Wie geht es beispielsweise mit dem Projekt von San weiter, was machen eigentlich die Haluter, und wie verhalten sich die vielen neuen Völker, die es in der Milchstraße gibt?

Den umfangreichen Diskussionen folgte am späten Nachmittag ein eher theoretischer Programmpunkt. An der Art, wie die Autorinnen und Autoren darüber diskutierten, bemerkte ich, dass es sie faszinierte. Christian Montillon hatte einen Fragebogen an die Kollegen verschickt.

Nacheinander stellte er uns die Ergebnisse vor. Die Frage »Was ist PERRY RHODAN für dich?« beispielsweise wurde durchaus unterschiedlich beantwortet. Es schloss sich eine Diskussion an, denn natürlich ging es darum: Wie bewerten wir intern die Serie, für welche Werte steht unsere Hauptfigur? Es ging also um das »Innere« unserer Serie, um unser Verhältnis zu ihren Elementen.

Dass ich an dieser Stelle nicht zu viel verraten möchte, liegt hoffentlich nahe: Die Autorinnen und Autoren machten sich in spannender Weise intensive Gedanken über ihre Rolle und ihr Verhältnis zu der Serie und ihren Figuren. Im Nachhinein war dieser »Programmpunkt« ein ganz wesentlicher Punkt unserer diesjährigen Autorenkonferenz.

Nach vielen Diskussionen gingen wir auch an diesem Samstag zu einem gemütlichen Beisammensein über. Bei einem guten Abendessen und vielen Getränken saßen wir noch lange zusammen. Kurz vor Mitternacht begab ich mich auf den Heimweg, während einige Autoren noch eine Weile sitzen blieben. Eine schöne Konferenz!