21 Juli 2017

Die NEO-Expokraten waren zu Besuch

Der heutige Freitag, 21. Juli, stand ganz im Zeichen von PERRY RHODAN NEO. Die beiden Autoren Rainer Schorm und Rüdiger Schäfer – seit der aktuellen Staffel steuern sie die Serienhandlung – waren zu Besuch. Es war die erste gemeinsame Besprechung der beiden Exposéautoren mit der Redaktion; von unserer Seite nahmen Bettina Lang und ich teil.

Zu diskutieren gab es viel, unter anderem sahen wir uns aktuelle Zahlen an. Welche Romane sind wie bei den Lesern angekommen, und lässt sich feststellen, welche Werbeaktion etwas eingebracht hat? Welche Romane fanden wir selbst gut, welche Ideen haben nicht optimal funktioniert?

Wir sind und wir waren nicht immer einer Meinung, aber das macht nichts. Die verschiedenen Meinungen wurden ausgetauscht, wir fanden sinnvolle Lösungen.

Die beiden Exposéautoren stellten die Handlung der nächsten Bände sowie ihre weiteren Pläne vor. Vor allem eine weibliche Figur, die in der laufenden Staffel wichtig wird, stand im Fokus der Planungen und Gespräche.

Zwischendurch gingen wir eine Pizza essen und Unmengen von Apfelschorle trinken. Alles in allem war's eine wichtige und auch erfolgreiche Besprechung. (Das Bild zeigt Rainer Schorm, links im Bild, und Rüdiger Schäfer.)

20 Juli 2017

Pakt gegen das Chaos

Ich erinnere mich noch gut daran, wie Robert Feldhoff die Laosoor konzipierte und sich zahlreiche Details zu diesem Volk ausdachte. Es ist jetzt gut zehn Jahre her, seit wir die entsprechenden Romane in deutscher Sprache herausgebracht haben. Sie erscheinen jetzt auch in den Niederlanden – unser Lizenzpartner Big Balloon veröffentlicht die PERRY RHODAN-Serie dort in Doppelbänden.

Publiziert wurde zuletzt der Doppelband 2406/2406, die Romane gehören zum Start des »Negasphäre«-Zyklus. In »Pact tegen de Chaos« und »De Kristal Annalen« spielen die Laosoor eine große Rolle, verfasst wurden die Romane von Horst Hoffmann und Wim Vandemaan. Es werden wichtige Informationen im Kampf gegen die Terminale Kolonne TRAITOR gesammelt ...

Unsere niederländischen Leser können jetzt auch diese große kosmische Geschichte lesen. Es liegt wohl nahe, dass ich mich darüber freue!

19 Juli 2017

Die kanonische PERRY RHODAN-Serie

Als ich »ganz normaler« PERRY RHODAN-Leser war, fand ich es seltsam, welche Widersprüche zwischen der eigentlichen PERRY RHODAN-Serie, den ATLAN-Heftromanen und den Taschenbüchern herrschten. Bei den Autoren schien es keine sehr gute Absprache zu gehen, das störte mich in meiner Lektüre. Später wusste ich, warum das so ist ... und noch später wurde ich PERRY RHODAN-Redakteur.

Seither ist es mein Ehrgeiz, die Serie einigermaßen »auf Linie« zu halten. Der von Fans sehr geliebte Begriff »kanonisch« trifft es gut: Die Serie und ihr Universum sollen ein geschlossenes Bild ergeben.

Abweichungen, die es früher gegeben hat, versuchten wir in der Folge bei neueren Texten zu »begradigen«. Mit Rainer Castor gab es ahrelang einen Autor,  der dieselbe Ansicht hatte, im Zweifelsfall aber strenger war als ich.

Das ergibt folgende »Regeln«: Im Perryversum gilt, was in den veröffentlichten Romanen steht. Gibt es Widersprüche zwischen der wöchentlichen Heftromanserie oder den Silberbänden – ich sage nur »Schlacht im Twinsystem« ... –, gelten die Aussagen in den Heftromanen. Gibt es Widersprüche zwischen Taschenbüchern aus den 60er-Jahren und einer bearbeiteten Neuauflage, gilt die Neuauflage.

Und ein aktuelles E-Book betrachte ich als inhaltlich gleichwertig zu einem gedruckten Roman. Damit sollten entsprechende Fragen beantwortet werden ...

18 Juli 2017

Die geplante PERRY RHODAN-Box

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

In den Jahren nach der Jahrhundertwende wurde der Weltbild-Versand zu einem der größten Buchhändler im deutschsprachigen Raum. Von Augsburg aus erreichten die vierfarbigen Kataloge gut die Hälfte aller Haushalte. Man baute die Online-Versandmöglichkeiten auf, gründete eigene Läden und stieg stärker in das Geschäft mit Eigenproduktionen ein.

Nachdem die PERRY RHODAN-Redaktion ab Ende der 90er-Jahre gleich zwei Reihen mit Fantasy-Büchern – zuerst DRAGON, dann MYTHOR – bei Weltbild hatten platzieren können, folgte im Verlauf der Nullerjahre eine PERRY RHODAN-Buchreihe. In dieser wurden 26 Hardcover-Bände veröffentlicht, die jeweils zwei Planetenromane enthielten.

Danach herrschte lange Zeit eher »Funkstille«: Die jeweiligen Ansprechpartner bei Weltbild wechselten, beim Pabel-Moewig Verlag wurde das Buchgeschäft eingestellt. Erst am Ende der Nullerjahre schaffte ich es, wieder vernünftig wirkende Kontakte herzustellen.

»Wenn Weltbild so viele Menschen erreicht, muss PERRY RHODAN im Katalog enthalten sein«, argumentierte ich. Immerhin kamen unsere Partner von Eins A Medien ab und zu mit einer Silber Edition zum Zuge. Damit tauchte unsere Serie in Form von Hörbüchern im Katalog und im Online-Shop auf. Ich wollte aber auch gedruckte Romane anbieten.

Ich vereinbarte mit einer Dame, die bei Weltbild für den Wareneinkauf verantwortlich war, dass wir eine Sonderproduktion anfertigen würden. In einem schriftlichen Konzept formulierte ich meine Ideen für eine »PERRY RHODAN-Box«.

Ich wollte »zehn PERRY RHODAN-Taschenbücher mit einem Umfang von 128 Seiten« herstellen, die »zu einem sehr attraktiven Preis« an die Kunden verkauft werden sollten. »Die Box wird als Kundenproduktion vom Pabel-Moewig Verlag produziert und bei Weltbild angeliefert.« Ein solches Geschäftsmodell war üblich: Das Risiko war überschaubar, da Weltbild eine vorher festgelegte Menge kaufen würde.
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Meine »Zielgruppe« hatte ich klar im Sinn: »Angesprochen werden sollen durch die zehn Taschenbücher vor allem Menschen, die PERRY RHODAN vom Namen her kennen, vielleicht früher auch gelesen haben, zur aktuellen Heftromanserie aber nur wenig Bezug haben.« Ich überlegte mir eine Box, die ich mir als eine Art »Best of« der Serie vorstellte: spannende Romane, die mir selbst sehr gut gefallen hatten und die sicher auch andere Leute interessieren würden.

Selbstverständlich wollte ich bekannte Bestsellerautoren wie Andreas Eschbach und Gisbert Haefs dabei haben. Meine Vision ging allerdings darüber hinaus: Sollten wir es schaffen, eine Zehner-Box erfolgreich zu verkaufen, dachte ich an ein Folgekonzept. »Dann böte sich tatsächlich an, einen PERRY RHODAN-Zyklus in Form von Zehner-Boxen zu vermarkten, die aufeinander folgen.«

Ähnliche Boxen hatte der Pabel-Moewig-Verlag in den 90er-Jahren und danach immer wieder für Weltbild angefertigt. Vor allem waren Liebesromane, die der Verlag zuvor als Heftromane veröffentlicht hatte, neu in Form von Taschenbüchern angeboten worden. Warum sollte das mit PERRY RHODAN nicht auch funktionieren?

»Jeder Roman wird als separates Taschenbuch gestaltet«, schlug ich vor. »Das Cover und der Titel des ursprünglichen Romans werden übernommen, der jeweilige Rückentext wird neu verfasst und soll auch Serienfremden einen Einstieg ermöglichen.«

Für mich klang das schlüssig, aber ich wollte nicht nur einen Roman veröffentlichen. Ich wollte zudem einen Einstiegstext haben, »der auch dem PERRY RHODAN-Neuling – oder demjenigen, der seit vielen Jahren kein PERRY RHODAN mehr gelesen hat – die Hintergründe ganz kurz umreißt«. Dazu sollte eine Glossar-Seite als Nachschlagewerk dienen.

Bei der Bearbeitung blieb ich sehr vorsichtig. Selbstverständlich müsste man die Klassiker auf neue deutsche Rechtschreibung – in der gemäßigten Variante – umstellen. Inhaltlich bearbeiten wollte ich so gut wie nichts, höchstens Rechtschreibung- und Grammatikfehler entfernen.

Für mich klang das Konzept sehr schlüssig. Ich schlug Klassiker wie »Das Grauen« (1963, erschienen als Band 73) von William Voltz ebenso vor wie recht moderne Bände, etwa Robert Feldhoffs »Die Harmonie des Todes« (1987, erschienen als Band 1328). Verzichten wollte ich nicht auf Andreas Eschbach und seinen Band »Der Gesang der Stille« (1998, erschienen als Band 1935) oder Gisbert Haefs mit »Der eiserne Finger Gottes« (2005, erschienen als Band 2289).

Für alle Romane dachte ich mir einen sehr kurzen Text aus; hier ein Beispiel für Frank Böhmerts »Die Ratten von der JERSEY CITY« (2006, erschienen als Band 2341): »Nachdem ihr Raumschiff von der Terminalen Kolonne erobert worden ist, überleben nur zwei Terraner in den technischen Innereien des Raumschiffs. Zu zweit nehmen sie den Kampf gegen die Mörder auf – dabei sind sie sich selbst die größten Feinde ...«

Wir wollten ein Gesamtpaket liefern: Weltbild sollte fertig gedruckte Taschenbücher erhalten, in ersten Gesprächen legten wir eine Auflagenhöhe sowie die Preise fest. In einer ersten Kalkulation sah auch alles gut aus.

Am 18. Februar 2010 war das Konzept fertig; dann wurde es an Weltbild geschickt. Und während wir miteinander verhandelten, kam es innerhalb des Weltbild-Konzerns zu immer stärkeren Problemen; diese hatten schon 2009 angefangen, wirkten im gesamten Jahr 2010 fort und hielten auch in den Folgejahren an. Einige Kollegen, mit denen wir bisher zu tun gehabt hatten, verließen den Konzern, es änderte sich in kürzester Zeit unglaublich viel.

Und so wurde aus dem eigentlich schönen Konzept einer »Zehner-Box« leider nichts.

17 Juli 2017

Die Psi-Verheißung

Ich mag es, wenn ein Haluter auf dem Titelbild eines PERRY RHODAN-Romans zu sehen ist: Diese Wesen wirken einfach immer recht massiv und eindrucksvoll, da ist man sofort in der Science Fiction daheim. Das Titelbild von »Die Psi-Verheißung« stammt von Swen Papenbrock, es wirkt fast ein wenig zu ruhig.

Dabei gibt es im Roman genug spannende Dinge zu erleben. Zumindest für die Hauptfiguren des Werkes, das in dieser Woche in den Handel kommt und von Oliver Fröhlich verfasst worden ist, passiert ziemlich viel.

Ihre bisherige Existenz geht völlig in die Brüche, und sie müssen am Ende ein neues Leben beginnen. Der Satz »Ich fühlte mich wie benommen«, den der Ich-Erzähler des Romans äußert, passt gut dazu ...

16 Juli 2017

Reginald Bull und die fehlende Leserseite

Zu den Gesetzen, die es bei einer Heftromanproduktion gibt, zählt ganz eindeutig das der festgelegten Seitenzahl: Ein solcher Roman wird klar geplant, und er hat seine 64 oder 80 Seiten. Nicht mehr und nicht weniger, daran kann man nichts ändern. Als Redakteur sind mir die daraus folgenden Abläufe in Fleisch und Blut übergegangen.

Ist ein Roman zu kurz, kann man ihn verlängern – oder man sorgt mithilfe von Eigenanzeigen dafür, dass er »länger läuft«. Das merken die Leser normalerweise nicht. Ist ein Roman zu lang, kann man ihn kürzen. Das ist ein großer Aufwand, den üblicherweise der Autor selbst zu erledigen hat, häufig aber auch der Lektor übernimmt.

Ich erinnere mich sehr gut an Beispiele von Romanen, die ich kürzen musste. In solchen Fällen müssen häufig die »schönen Szenen« entfallen, weil diese eben die Handlung nicht vorantreiben, sondern dafür sorgen, dass »mehr Stimmung« herrscht. Deshalb kann man sie leicht streichen – der Leser bemerkt das nicht, aber ich fand das immer schade.

Bei Romanen wie Hubert Haensels »Reginald Bulls Rückkehr«, der schlichtweg viel zu lang war, hätte man auch einiges streichen können. Aber es hätte den Roman beschädigt, er wäre nicht so gut geworden.

Also entschlossen wir uns dazu, kurzerhand die Leserkontaktseite wegfallen zu lassen. Ich ging und gehe davon aus, dass die Leser lieber einen Romantext lesen wollen und ausnahmsweise auf Leserbriefe verzichten können. (Das wird demnächst wieder geschehen ...)

Damit sparen wir nicht die Leserseite ein; wir haben die wesentlichen Inhalte sowieso nur geschoben. Aber wir entschieden uns bewusst für ein »Mehr an Roman«, wofür ich um Verständnis bitte.

15 Juli 2017

Exposéarbeiten und Maildiskussionen

In dieser Woche habe ich es geschafft, keine Exposés der laufenden PERRY RHODAN-Serie zu verschicken. Dabei liegen zwei konkrete Exposés vor ...

Da sie aber für einen der zwei Exposéautoren sind, dieser also einen Doppelband übernehmen muss, ist es wohl nicht so schlimm, wenn sie erst mit Verspätung an die Kollegen rausgeschickt werden. Im Verlauf der Woche haben Christian Montillon und Wim Vandemaan, die zwei Exposéautoren, und ich vor allem verschiedene Mails zu unterschiedlichsten Detailfragen gewechselt.

So ging es nicht nur einmal um die Gäonen. Einige Details zu ihrer Kultur und zu ihrer Vergangenheit sind zu klären; dasselbe gilt für die Thoogondu.

Je länger wir an so einem Zyklus arbeiten, um so mehr Fragen treten auf – man kann nicht alles im voraus definieren. Romane entstehen immer in einem evolutionären Prozess, Fortsetzungsgeschichten wie PERRY RHODAN sowieso.

Wir machten uns Gedanken über Adam von Aures und tauschten Ideen zu technischen Entwicklungen aus, die in der Handlung eingesetzt werden können. Und natürlich war immer wieder ein Thema, welcher Autor denn welches Thema bearbeiten solle – schließlich müssen unterschiedlichste Termine berücksichtigt werden.