04 Dezember 2016

Zerfetzte oder zerstörte Zellen

Als Robert Feldhoff im Frühsommer 1997 die Galornen-Handlung im Rahmen des Tolkander-Zyklus entwickelte, telefonierten wir sehr oft; wir tauschten per Fax und per Telefon unsere Gedanken aus, und wir schaukelten uns richtig hoch. In meiner Erinnerung war das eine unglaublich produktive Zeit – vielleicht auch deshalb, weil Sabine Bretzinger, die damals noch nicht Kropp hieß, stets mit Rat und Tat mitmischte.

Einmal aber war sie nicht meiner Meinung. Hubert Haensel hatte ein spannendes Manuskript abgeliefert, von dem ich ziemlich angetan war. Es sollte als Band 1873 unserer Serie erscheinen. Es ging um Galornen und Zentrifaal, und nebenei spielten auch Gene eine wichtige Rolle.

Ich wollte dem Roman einen knalligen Titel geben: »Zerfetzte Zellen« sollt er heißen. Sabine warf sich fast weg vor Lachen: »Dreimal ›z‹, das ist ja fast schon lyrisch.« Es sei doch sicher ein Knaller, beharrte ich.

Letztlich setzte sie sich durch. Der Roman ging unter dem Titel »Zerstörte Zellen« in den Handel. Immerhin: Zwei von den drei »z« hatte ich durchbekommen ...

02 Dezember 2016

Technischer Abstrakt 1

Am 19. Oktober 1972 wurde an die PERRY RHODAN-Autoren sowie das Lektorat und die Redaktion der Serie ein spezieller Text verschickt: »Technischer Abstrakt Nr. 1«, verfasst von Kurt Mahr, der mit seinem bürgerlichen Namen – also Klaus Mahn – unterschrieb und auf neun Seiten grundlegende Dinge zur Serientechnik festlegte.

Der Abstrakt habe die »Aufgabe, Aspekte der irdischen Tchnologie des 35. Jahrhunderts, also zur Zeit des Perry Rhodan-Bandes 600, zu erläutern«, formulierte der Autor in einem kleinen Vorwort. Der Abstrakt habe nicht vor, »die Handlung der Serie in irgendeiner Weise zu beeinflussen«. Er wollte damit einen »technischen Hintergrund« erstellen, »dessen sich alle Autoren einheitlich bedienen können«.

Der Abstrakt lieferte Informationen zur »Energiegewinnung im 4. Jahrtausend« (es geht um Antimaterie), »Die komputerisierte Gesellschaft« (in der Tat mit »k« geschrieben) und »Öffentliche Verkehrsmittel des 35. Jahrhunderts« (ein pneumatischer Tunnelexpress als ideale Vorstellung). In der Tat dienten die grundlegenden Arbeiten des Autors den Kollegen mehrere Jahre lang als wissenschaftlich-technisches Fundament.

01 Dezember 2016

Die Ausgabe 84 der »SOL« ist eingetroffen

Als ziemlich »fannisch« erweist sich die aktuelle Ausgabe 84 der Zeitschrift »SOL«. Dabei handelt es sich um das Heft der PERRY RHODAN-FanZentrale, der größten Dachorganisation für PERRY RHODAN-Fans. In den vergangenen Jahren wurde das Magazin von André Boyens betreut – die Ausgabe 84 ist die letzte, die er herausgibt. (An dieser Stelle auch mal: Danke für das jahrelange Engagement!)

Grund für den Schwerpunkt war der AustriaCon, mit dem der Stammtisch Wien sein zwanzigjähriges Jubiläum feierte. Eine Reihe von Conberichten erinnern an die Veranstaltung, die bei den Besuchern sehr gut ankam. Darüber hinaus liefert das Heft ein Interview mit Oliver Fröhlich sowie Besprechungen aktueller Romane unserer Serien PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO.

Insgesamt ist auch diese »SOL«-Ausgabe wieder einmal gelungen; das Layout wirkt professionell, die Texte sind stets lesbar, und das Titelbild erinnert an die »klassische Zeit« der Serie. Die Mitglieder der FanZentrale erhalten das Heft automatisch geliefert, die anderen können es über die Website bestellen. (Wobei diese nicht immer so richtig aktuell ist ...)

30 November 2016

Ein Bier und ein Hammer

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«

Der 8. September 2001 wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Es goss in Strömen, und wir feierten im Verlag mit einem »Tag der offenen Tür« das Jubiläum: PERRY RHODAN wurde 40 Jarhe alt. Hunderte von Fans waren zugegen und trotzdem dem schlechten Wetter, die Stimmung war gelöst und fröhlich.

Als am frühen Abend langsam alle verschwunden waren, ging es daran, sich erstens zu stärken und zweitens mit dem Aufräumen zu beginnen. Ich wusste offenbar nicht, was mir wichtiger war: das erste Bier des Tages oder das Werkzeug, um irgendwelche Arbeiten zu verrichten. Wieso ich auf dem Foto den Hammer so dilettantisch halte, weiß heute niemand mehr.

Der Tag war speziell. Trotz aller Arbeit hatten wir viel Spaß. Aber wir nahmen uns vor, das so schnell nicht zu wiederholen ...

29 November 2016

Autorenplanung für 2017

Bei einem Team aus kreativen Köpfen kann man als Redaktion nicht ohne Planung auskommen. In diesen Tagen beschäftigen wir uns deshalb damit, wer im Jahr 2017 welchen Roman schreiben wird. Die hauptsächliche Arbeit hat dabei Christian Montillon, der in den vergangenen Tagen und Wochen zahlreiche Mails gewechselt hat.

Nicht jede Autorin und nicht jeder Autor hat ununterbrochen und immer Zeit. Manchmal kommen private Verpflichtungen dazwischen, dann wieder winkt ein Auftrag, der den Kollegen oder die Kollegen aus der PERRY RHODAN-Serie hinausführt. Und nicht unbedingt jedes Thema ist für alle ideal geeignet.

Derzeit sieht es allerdings aus, als stünde die Planung fürs Jahr 2017 wasserdicht und erdbebensicher. Alle Kollegen haben zugesagt, sie stehen zu den Terminen zur Verfügung, für die wir die Romane benötigen. Jetzt muss nur noch alles klappen ...

28 November 2016

PERRY RHODAN in Tutzing

Ein Logbuch der Redaktion

Die Akademie für politische Bildung in Tutzing war mir seit Jahren ein Begriff. Nie wäre ich auf die Idee gekommen, sie einmal zu besuchen; die Strecke erschien mir zu weit. Als ich im Frühjahr 2016 eine Mail aus dieser Akademie erhielt, war ich erst einmal irritiert – was wollte denn diese Bildungseinrichtung von mir?

Autorenlesung: Uwe Anton las in Tutzing sowohl PERRY RHODAN- als auch allgemeine Science-Fiction-Texte vor. Bild: Dominik Kühl.Wie es sich schnell herausstellte, hatte die Akademie vor, Science Fiction als Thema anzubieten; es wurde ein Seminar geplant, das sich ausdrücklich an Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien und Beruflichen Schulen richtete. Mit Dr. Michael Schröder, dem Dozenten für Medien und Kommunikationspolitik, konnte ich mich schnell einigen. Als zweiten Dozenten aus unserem Team wurde Uwe Anton eingeladen.

Die Veranstaltung lief unter dem Titel »Science Fiction und Fantasy in der Literatur«; sie dauerte vom 19. bis 21. September 2016. Die Eröffnungsveranstaltung bekamen Uwe Anton und ich nicht mit, ebenso wenig die ersten Programmpunkte am Montagmittag, 19. September 2016, sowie am Dienstag im Verlauf des Tages. Dabei ging es vor allem um die Fantasy-Literatur in ihren verschiedenen Ausprägungen.

UwAnthologie: Bei seiner Lesung präsentierte Uwe Anton auch das Buch »Venus ist tot«, das im Fabylon-Verlag erschienen ist. Bild: Dominik Kühl.e Anton fuhr am Vormittag des Dienstag, 20. September, in Wuppertal los und war am frühen Nachmittag in Karlsruhe. Wir trafen uns – höchst konspirativ – auf dem Parkplatz eines »McDonald's«; Uwe stieg in mein Auto um, und gemeinsam fuhren wir los. Während der Fahrt über die Autobahn diskutierten der Autor und ich über die aktuellen PERRY RHODAN-Exposés sowie über die geplante nächste Miniserie.

Wir kamen gut voran und gönnten uns eine gemütliche Fahrt durch die Dörfer entlang des Starnberger Sees. Wir erreichten pünktlich die Akademie in Tutzing, wo wir eincheckten. Beim Abendessen lernten wir einige der Seminarteilnehmer kennen, dann ging es schon los: Im großen Saal der Akademie las Uwe Anton aus seinen Texten vor.

Der Autor wählte ein abwechslungsreiches Programm und begann mit eiPräsentation: Der PERRY RHODAN-Redakteur Klaus N. Frick stellte die Serie und ihr multimediales Umfeld vor. Bild: Dominik Kühl.nem Text aus dem »allgemeinen« Kurzgeschichtenband, der vor einigen Jahren unter dem Titel »Venus ist tot« im Fabylon-Verlag erschienen ist. Bei der Geschichte ging es um einen Überwachungsstaat – berührend fand ich, dass die Geschichte aus dem Jahr 1980 stammt.

Die anderen Texte bezogen sich auf PERRY RHODAN: eine Story aus dem Kurzgeschichtenband »Tempus Fugit«, zwei Seiten aus dem Roman »Der Hetork Tesser« sowie den Anfang aus dem Roman »Die neue Menschheit«, der als erste Folge der Miniserie PERRY RHODAN-Stardust erschienen ist. 

Es schloss sich eine Diskussion mit den Lehrerinnen und Lehrern an. Nach dem offiziellen Ende ging es mit Gesprächen im »kleinen Kreis« weiter; einige Lehrer stellten sich als ehemalige PERRY RHODAN-Leser heraus.

WIm Garten: Vor dem Hintergrund des Starnberger Sees zeigten Klaus N. Frick, der PERRY RHODDAN-Redakteur, und der PERRY RHODAN-Autor Uwe Anton einige Produkte aus der größten Science-Fiction-Serie der Welt. . Bild: Dominik Kühl.eiter ging es am Mittwochmorgen. Nach dem Frühstück eilten wir schon in den Vortragsraum. Zuerst musste Uwe Anton auf die Bühne; in einem Werkstattgespräch wurde er zu seiner Arbeit  befragt – vom Moderator und den anwesenden Lehrerinnen und Lehrern. Zwischendurch musste ich den Raum verlassen: Ich wurde interviewt.

Danach saß ich auf der Bühne: eineinhalb Stunden lang wurden mir Fragen zu den unterschiedlichsten Themen gestellt. Ich hatte das Gefühl, dass Uwe und ich sehr ausführlich über PERRY RHODAN und Science Fiction informieren konnten. Danach nahmen wir noch ein Mittagessen in der Akademie zu uns und verließen Tutzing.

Reden wir nicht über die Rückfahrt: Wir standen bei Stuttgart stundenlang im Stau. Bis wir in Karlsruhe ankamen, war es schon dunkel. Und Uwe musste dann noch nach Wuppertal fahren – das dauerte ebenfalls. Trotzdem betrachtete ich die Veranstaltung unterm Strich als sehr positiv und gelungen. Gerne mal wieder!

27 November 2016

Die nächste NEO-Staffel im Blick

Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Autoren und die Redaktion auf einer anderen Zeitebene befinden als die Leser der PERRY RHODAN-Serie. Wir müssen bei unseren Planungen einen gewissen Vorsprung einhalten, sonst kann die regelmäßige Publikation nicht gewährleistet werden.

So kann es wohl kaum verwundern, dass beispielsweise die Leser bei PERRY RHODAN NEO noch mit den Geschichten um die »Meister der Sonne« beschäftigt sind, während die Autoren und ich teilweise schon bei der nächsten Staffel weilen. Diese Staffel beginnt mit der Bandnummer 141 und wird bis zur Ausgabe 150 gehen.

Zumindest heute stecke ich in der Lektüre des Startbandes für diese Staffel. Dieser Roman setzt Perry Rhodan ins Zentrum der Geschichte, es gibt keine paralle Handlung mit anderen bekannten Figuren. Der Autor stellt den »NEO-Perry« als glaubhaften Helden dar und bringt ihn von einer heiklen Situation in die nächste. Ich finde das spannend!