13 November 2019

Die Frankfurter Buchmesse 2019

Ein Logbuch der Redaktion

Die Zahlen, die die Veranstalter nach dem langen Wochenende verkündeten, klangen sehr positiv, fast schon euphorisch: Nach diesenAngaben hatte man 9,2 Prozent mehr Besucher als im Vorjahr auf der 71. Frankfurter Buchmesse begrüßen können.

Auch an den Fachbesuchertagen waren mehr Leute da als sonst. (Wobei die Definition von Fachbesucher angesichts der Heerscharen von »Instagrammern« und Videobloggern mittlerweile etwas zweifelhaft wird.) Bei den Ausstellern gab es allerdings einen kleinen Rückgang; unter anderem fehlten viele Comic-Verlage.

Auch die PERRY RHODAN-Redaktion war nicht mit einem eigenen Messestand vor Ort; wie in den Jahren zuvor ebenfalls nicht. Der Grund kann an dieser Stelle genannt werden: Ein solcher Messestand ist zeit- und personalintensiv, von den Kosten ganz zu schweigen.

Im Prinzip wäre die halbe Redaktion für eine Woche in Frankfurt gebunden gewesen – wir sind aber dazu verpflichtet, unsere wöchentlichen Romanhefte und alle anderen Produkte zu veröffentlichen. Das geht stets vor, und in diesem Oktober 2019 waren wir zusätzlich dadurch geschwächt, dass einzelne Kolleginnen erkrankt waren.

Aus diesem Grund reiste ich allein nach Frankfurt: morgens hin, abends zurück. Von Karlsruhe nach Frankfurt lässt sich schließlich ganz ordentlich pendeln. Am Donnerstag, 17. Oktober, nahm ich die Bahn, was bei der Hinfahrt sehr gut, bei der Rückfahrt weniger gut klappte. Ich absolvierte eine Reihe von Terminen, besuchte Kollegen bei anderen Verlagen und führte durchaus ernsthafte Verhandlungen mit Menschen, die mehr mit unserer Serie machen wollen.

Wenn ich »Luft« hatte, zog ich mich zurück, schrieb gleich meine Messenotizen auf oder aß eine Kleinigkeit. Im Verlauf der Jahre hatte ich aus der Buchmesse eine Reihe von Erfahrungen gezogen. Eine besonders wichtige dabei: Wenn ich nicht dafür sorgte, während einer solchen Messe für Auszeiten zu sorgen und mich vernünftig zu ernähren, war die Wahrscheinlichkeit einfach hoch, im Anschluss an diese Tage zu erkranken.

Ich erledigte den Donnerstag mit all seinen Terminen zu meiner Zufriedenheit und fuhr abends wieder nach Karlsruhe zurück. Am Freitag nahm ich das Auto, fuhr morgens zum Parkhaus unweit der Messe, wo ich meinen Wagen abstellte, und ließ mich vom Pendelbus direkt zum Eingang an der Halle 3.0 fahren – dort, wo ich ohnehin einen Teil meiner Termine absolvierte.

Womit ich an diesem Tag allerdings nicht gerechnet hatte: Meine Stimme versagte. Es passierte zum ersten Mal in all den Jahren – ich konnte irgendwann kaum noch sprechen. Ich krächzte bei den meisten Gesprächen nur noch, ich musste oft husten und brachte manche Sätze nur mit Mühe heraus. Das sorgte dafür, dass der weitere Verlauf des Freitags recht anstrengend wurde.

Am Abend veranstalteten die Kolleginnen und Kollegen der Verlage Fischer TOR und Droemer Knaur das Galaktische Forum. Diese traditionsreiche Veranstaltung wurde vor über fünfzehn Jahren von der PERRY RHODAN-Redaktion ins Leben gerufen, seit einiger Zeit haben die genannten Verlage sie übernommen.

Im Prinzip handelt es sich um ein Branchentreffen der phantastischen Szene: Menschen, die schreiben und redigieren, verlegen und übersetzen, bloggen und malen – sie alle treffen sich einmal im Jahr während der Buchmesse zum Galaktischen Forum.

In diesem Jahr war zum ersten Mal das »25 hours«-Hotel in der Nähe des Bahnhofs der offizielle Ort des Forums. Wie viele Leute anwesend waren, bekam ich nicht mit. Weil die Musik recht laut war und ich mit meiner ruinierten Stimme echte Probleme hatte, mich zu verständigen, saß ich bald im Foyer des Hotels, wo ich mich mit Autorinnen und Autoren unterhielt. Gegen 23 Uhr machte ich mich auf den Heimweg, gegen ein Uhr hatte ich mein heimatliches Bett erreicht.

Weiter ging es am Samstag, 19. Oktober. An diesem Tag fuhr ich allerdings nicht bis nach Frankfurt, sondern bog bei Dreieich von der Autobahn ab. In der Stadt, gut zwei Dutzend Kilometer südlich der Messestadt gelegen, findet seit vielen Jahren der BuchmesseCon statt. Über 800 Besucher hatten sich in den Räumlichkeiten des Bürgerhauses eingefunden; viele Verlage aus der Phantastik-Szene tummelten sich, und in mehreren Räumen gab es ununterbrochen ein Programm mit vielen Menschen, die schreiben, malen oder Phantastik einfach nur leben.

Ich mag den BuchmesseCon von Jahr zu Jahr mehr; die Science-Fiction- und Fantasy-Szene hat hier einen schönen »Hafen« gefunden. Es gab einen Programmpunkt zu PERRY RHODAN NEO, an dem ich teilnahm; ansonsten war ich damit beschäftigt, mit Autorinnen und Autoren zu sprechen. Leider versagte meine Stimme auch an diesem Tag sehr häufig, so dass es unterm Strich doch recht anstrengend war. Aber es war ein gelungener Ausklang für eine insgesamt gelungene Buchmesse.

12 November 2019

Der letzte Flug der KORRWAK

»Ein Notruf ist ein Notruf. Jemand ist in Not, und wir helfen. Das ist gut und richtig.« Diese Aussage trifft Mentro Kosum, der Emotionaut an Bord des Raumschiffes FANTASY. Dieser Gedankengang ist letztlich der Auslöser für einen Rettungseinsatz, der nicht ohne Risiko verläuft.

In einer unbekannten Region der Milchstraße treffen Menschen auf seltsame Außerirdische. Perry Rhodan und seine Gefährten tun das, was sie für selbstverständlich halten: Sie helfen anderen, die in Not geraten sind.

Erzählt wird das alles im anstehenden Roman der Serie PERRY RHODAN NEO. Rainer Schorm, einer der zwei Exposéautoren, verfasste »Der letzte Flug der KORRWAK«, der als Band 213 der Serie veröffentlicht wird. Er spielt im Randgebiet des Compariats, eines Sternenreiches, über das Perry Rhodan und seine Begleitern gern mehr erfahren würden ...

Der Autor sorgt in diesem Roman für reichlich »Drama«. Und er zeigt die realistisch anmutende Situation in einer fremden Umgebung des Weltalls – mit einer Gruppe ungewöhnlicher Raumfahrer als Helden. Spannend!

11 November 2019

Die Gelben Eroberer gehört

Ein Logbuch der Redaktion

Leider gelingt es nicht immer so, wie ich es gern hätte, aber … Ich liebe es geradezu, die sogenannte Silber Edition im Auto zu hören. Gemeint sind die Hörbuchversionen der PERRY RHODAN-Silberbände. Vor allem, wenn ich zu einer längeren Fahrt aufbreche, hat es sich bewährt, ein Hörbuch einzulegen, gern eines aus der klassischen Zeit und mit der Stimme von Josef Tratnik.

Zuletzt war »Die Gelben Eroberer« für mich eine gelungene Begleitung … Deshalb möchte ich mit diesem Logbuch ein wenig davon schwärmen.

Ich las den »Schwarm«-Zyklus irgendwann in den späten 70er-Jahren, was ziemlich lange her ist. Meine Freunde, von denen ich die Heftromane auslieh, hatten den Zyklus nicht komplett, aber es genügte, um mir einen Überblick zu verschaffen. Diese Heftromane waren im Jahr 1971 erschienen. Als ich sie zum ersten Mal in den Händen hielt, waren sie also noch recht aktuell.

Zu Beginn des Jahres 1980 kaufte ich mir die einzelnen Romane nach und las nicht nur diejenigen, die ich bislang nicht kannte, sondern auch – wie so oft in solchen Fällen – noch einmal alles von William Voltz, meinem Lieblingsautor in jener Zeit. Das ist ebenfalls ziemlich lange her.

Im Jahr 1997 war ich bereits PERRY RHODAN-Redakteur. Im Programm des Moewig-Buchverlages veröffentlichten wir den Silberband mit dem Titel »Die Gelben Eroberer«, und damals blätterte ich das Manuskript nur durch. Ich war mir sicher, dass Horst Hoffmann bei der Bearbeitung gründlich und korrekt vorgegangen war, und überprüfte zu dieser Zeit nur einige Eckpunkte der 400 Seiten. Man kann also nicht sagen, dass ich die Details des »Schwarm«-Zyklus noch gut im Gedächtnis hatte …

Umso überraschter war ich, als ich beim Anhören der Silber Edition merkte, wieviel ich noch wusste. Unter anderem erinnerte ich mich teilweise bis ins Detail an manches Abenteuer von Sandal Tolk. Damit ist ein junger Barbar gemeint, der sich Perry Rhodan und seinen Gefährten angeschlossen hat, den es in den Schwarm verschlägt, der dort mit Pfeil und Bogen buchstäblich Hunderte von Schwarmsoldaten tötet und am Ende mit wichtigen Informationen zurück in die Milchstraße kommt.

Ich erinnerte mich in Bruchstücken auch an den Planeten der Amazonen, und ich fand die Abenteuer von Dalaimoc Rorvic und Tatcher a Hainu immer sehr unterhaltsam. Beim Anhören der Silber Edition 58 wurde mir erneut klar, dass die Autoren der Originalromane damals wirklich nicht im Detail wussten, wie der Schwarm und seine Bewohner »funktionierten«, dass sie aber im Verlauf des Zyklus immer mehr Struktur in die Geschichte bekamen.

Als Leser – oder Hörer – erfährt man mehr zum Schwarm und seinen Bewohnern. Es wird langsam klar, dass manche Dinge zusammenhängen; vieles bleibt aber noch offen. »Die Gelben Eroberer« bilden in mancherlei Hinsicht einen Übergang: von der frühen Phase des Zyklus, in der die Autoren dem Boden für die eigentliche Geschichte bereiteten, zu der Phase des Zyklus, in der die kosmischen Geheimnisse in kleinen Stücken bekannt werden.

Als Autoren waren damals H. G. Ewers, Hans Kneifel, Ernst Vlcek und William Voltz tätig, allesamt im Jahr 1971 noch recht jung. Häufig kümmerten sie sich nicht um die technischen Details und konzentrierten sich stärker auf ungewöhnliche Charaktere und spannende Szenen. Als ich mir ihre Geschichten mit dem großen Abstand zu meiner Zeit als Erstleser nun zu Gemüte führte, stellte ich fest, wie viel mir davon noch gefiel. (Klar fand ich einige Episoden diesmal nicht mehr so toll wie 1979. Aber alles andere hätte mich überrascht.)

»Die Gelben Eroberer« sind ein wunderbares Hörbuch, das einen Hörer hineinwirft in die klassische Zeit der PERRY RHODAN-Serie. Und mit Josef Tratnik als Sprecher lässt man sich auch gern in die Zeit des Solaren Imperiums entführen … ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

10 November 2019

Fragen nach den Exposés

Zu den großen Mysterien der PERRY RHODAN-Serie zählen die Exposés: Was steht in ihnen, woran orientieren sich die Autoren? Ich gestehe, dass ich die Exposés aus verschiedenen Gründen unter Verschluss halte. Ganz wesentlich dabei: Letztlich zählt der veröffentlichte Roman, nicht das Exposé. Und zwischen dem Exposé und dem Roman liegen immer große Unterschiede, das liegt inder Natur der Sache.

Immerhin besitzen wir im Verlag alle Exposés der PERRY RHODAN- und der ATLAN-Serie, nicht unbedingt als Original, aber in Form von Kopien. Die neueren Exposés wurden nicht mehr ausgedruckt, sie liegen nur noch als Daten vor. Alles in allem füllen Exposés und Datenblätter in meinem Büro hinter meinem Schreibtisch und in einem anderen Büro mehrere Regalmeter.

Ab und zu geben wir Inhalte oder gar ganze Faksimiles an die Öffentlichkeit – zuletzt gab es 2001  das Exposé des allerersten Romans als Geschenk zum vierzigsten Jubiläum der Serie. Weitere Faksimiles oder gar Mini-E-Books betrachte ich derzeit noch als Zukunftsmusik – aber wer weiß?

09 November 2019

Was ist mit den »Kosmos-Chroniken«?

Die »Kosmos-Chroniken« stehen neuerdings wieder öfter in der Diskussion. Kein Wunder: Es ist schon viele Jahre her, seit sie erschienen sind, und die zwei Romane von Hubert Haensel haben vielen Lesern gut gefallen. Nach »Reginald Bull«, dem ersten Band vom Mai 2000, und »Alaska Saedelaere«, dem zweiten Band vom Oktober 2002, gab es lange Zeit keinen Nachschub mehr.

Seien wir realistisch: Es ist nicht damit zu rechnen, dass Hubert Haensel einen dritten oder gar vierten Band schreibt. Wobei ein dritter Band mit »Julian Tifflor« und ein vierter Band mit »Mondra Diamond« – um zwei Beispiele zu nennen – sicher ihre Reize hätten. Das Thema ist bei uns derzeit nicht auf den vordersten Plätzen der Agenda, das muss man leider auch realistisch sehen.

Anders sieht es bei den E-Books aus. Dass wir diese noch nicht veröffentlicht haben, liegt an keinem speziellen Grund: Die beiden Bücher rutschten einfach auf der Agenda immer wieder nach hinten. Ich verspreche: Im Jahr 2020 nehmen wir uns die vor. (Genaueres traue ich mir allerdings noch nicht zu, an dieser Stelle zu sagen.)

08 November 2019

Die Kanzlei unter dem Eis

Romane von Wim Vandemaan sind immer etwas Besonderes – das wissen die PERRY RHODAN-Leser, und sie stellen sich entsprechend darauf ein. Das wird bei »Die Kanzlei unter dem Eis« nicht anders sein, der nächste Woche in den Handel kommen wird. Schon das Titelbild finde ich ungewöhnlich: Dirk Schulz hat dabei eine Idee von Wim Vandemaan in starker Weise umgesetzt.

Der Roman weist unterschiedliche Handlungsebenen auf, die Details möchte ich an dieser Stelle nicht nennen. Was besonders auffällt: Der Autor setzt eine Raumschlacht in Szene, in der viele Raumschiffe aufeinander treffen, in der erbittert gekämpft wird. Wim Vandemaan liefert dabei seine eigenen Akzente, und er zeigt, wie ein solcher Kampf zwischen den Planeten eines Sonnensystems wirklich verlaufen könnte.

»Die Kanzlei unter dem Eis« ist ein ungewöhnlicher Roman. Und damit ist er doch wieder typisch für die Werke des Exposéautors …

07 November 2019

Zum Stand der PR-Storys

Seit wir damit angefangen haben, die PERRY RHODAN-Serie in digitaler Form zu veröffentlichen, gibt es eine Liste von Texten, die wir »abarbeiten« wollen. Die wesentlichen Elemente der Serie liegen bereits als E-Books vor (jeder Heftroman, jeder ATLAN-Roman, die Silberbände), es gibt aber noch viele Dinge, zu denen wir bislang nicht gekommen sind.

Für mich zählen die Kurzgeschichten schon immer dazu. Die PERRY RHODAN-Autoren haben in den sogenannten Jubiläumsbänden und auch an anderer Stelle immer wieder Kurzgeschichten und Erzählungen veröffentlicht, die zum Kanon der PERRY RHODAN-Serie gehören. Also wäre es für mich auch folgerichtig, diese zu veröffentlichen.

Um es ehrlich zu sagen: Es gibt seit gut drei Jahren einen Veröffentlichungsplan. Wir haben aufgelistet, von welchen Autoren es welche Geschichten gibt, und wir haben festgehalten, welche Bände mit welchen Inhalten es geben müsste. Darüber hinaus haben wir aufgestellt, welche Texte zu welchem E-Book zu schreiben wären.

Wir haben es aber nicht geschafft, rein zeitlich nicht. Man muss klar sagen: So ein Projekt ist »nice to have«, wie man neudeutsch sagt – aber nicht mehr. Wir haben zuletzt gesehen, wie sich »Randprodukte« wie die Planetenromane und dergleichen verkauft haben; auch die bisherigen PERRY RHODAN-Storys waren keinen echten Renner.

Eine Reihe mit den Kurzgeschichten der PERRY RHODAN-Autoren müsste mit einem gewissen Aufwand produziert und veröffentlicht werden, den derzeit von uns keiner leisten kann. Spätestens dann, wenn ich eine seriöse Kalkulation über die Kosten sowie die zu erwartenden Einnahmen erstelle, wird so ein Projekt ohnehin knifflig.

Und das ist der Grund, warum diese Reihe (für die es schon Titelbildentwürfe und dergleichen gibt) bislang nicht gestartet worden ist. In meinem Hinterkopf habe ich sie aufs Frühjahr 2021 geschoben – vielleicht passt sie ins Jubiläumsjahr unserer Serie ...