22 Januar 2017

Ein Club-Fanzine feiert sein Vierteltausend

Dieser Tage flatterte mir die aktuelle Ausgabe des Fanzines »Intravenös« ins Haus, heute kam ich endlich dazu, sie zu lesen. Dabei handelt es sich um die Januar-Ausgabe des Fanzines, das der ATLAN-Club Deutschland seit den 80er-Jahren veröffentlicht: konsequent altmodisch auf Papier und per Postversand. Mit der Jubelnummer 250 hat der Club zudem bewiesen, dass er noch lange nicht ausgereizt ist und seine Mitglieder genügend Aktivitäten entfachen.

Das sieht man schon mal am umlaufenden Farbtitelbild oder an den vielen Leserbriefen, die durchaus kontrovers sind. Buchbesprechungen oder Club-Interna gehören selbstverständlich zu so einem Heft dazu, ebenso allerlei Berichte; in diesem Fall geht es beispielsweise um die »Buch Berlin«, bei der es für Science-Fiction-Fans einiges zu sehen gab.

Die Kurzgeschichten behandeln teilweise »echte« Themen aus dem PERRY RHODAN-Universum – so spielt Reginald Bull mal eine wichtige Rolle, eine andere Story stellt Atlan und Rico gemeinsam vor –, sind aber auch im »Hier und Jetzt« angesiedelt. Eine schöne Mischung!

Ach ja: Gern gelesen habe ich die sehr irdischen Reisegeschichten: PERRY RHODAN NEO-Autor Rüdiger Schäfer war beispielsweise in Kalifornien und plaudert darüber. So etwa schmökere ich immer gern durch.

Das Heft ist 80 Seiten stark und macht echt Spaß. Wer sich dafür interessiert, sollte sich die Internet-Seite des Clubs anschauen – dort gibt es weitere Informationen über den ACD und wie man in diesem exklusiven Zirkel eigentlich Mitglied werden kann ...

21 Januar 2017

Hüter des Planeten

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Ich steckte geradezu in einem Afrika-Blues, als ich am Freitag, 8. Oktober 1993, mit der Arbeit am vierten Buch der ATLAN-Serie begann. Hans Kneifel hatte geliefert, während ich vier Wochen lang durch Südafrika gereist war, und jetzt lag der riesige Berg von Papier auf meinem Schreibtisch.

Eigentlich wollte ich in Erinnerungen schwelgen, wollte noch einmal meine Gedanken nach Süden richten. Aber die Arbeit wollte nicht warten: Es musste sein – ich hatte das Buch noch einmal durchzuzarbeiten.

»Hans hat das Manuskript ja eigentlich gründlich redigiert«, sagte mir Dr. Florian F. Marzin, der PERRY RHODAN-Chefredakteur. »An deiner Stelle würde ich aber noch mal drübergucken, bevor wir es in die Setzerei geben.«

Geplant war, dass das Buch im April 1994 erscheinen wollte. Wir waren gut in der Zeit, aber trödeln sollte ich nicht. Immerhin hatte ich jede Woche einen Heftroman zu redigieren, dazu kamen die Taschenbücher und diverse Sonderproduktionen. Damit ich nicht in Termindruck geriet, hatte ich mir angewöhnt, so weit wie möglich im Voraus zu arbeiten. Das ATLAN-Buch passte gut in die Reihe. Und dass man alle Texte noch einmal durcharbeiten musste, wusste ich nach dem ersten Jahr bei PERRY RHODAN schon sehr gut.

tl_files/comic/images/cover/atlanbuecher/AtlanHC04cover.jpgDer Autor selbst war durchaus selbstkritisch. »Wenn du Zeit hast, guck rein«, sagte er am Telefon, »und streich nötigenfalls das eine oder andere unnötige Adjektiv.« Wie er mir versicherte, hatte er intensiv mit einem jungen Autor aus dem Rheinland zusammengearbeitet. »Was der Castor alles in meinen Texten findet, ist sagenhaft.« Er meinte Rainer Castor, der zu dieser Zeit bereits im Hintergrund für Hans Kneifel wirkte.

Ich blätterte durch das Manuskript und schaute mir sehr genau an, was Hans alles geschickt hatte. Er hatte vor allem Taschenbücher verarbeitet, die Ende der 70er-Jahre erschienen waren und die ich damals sehr gern gelesen hatte. Ich war also sicher, mit dem Manuskript mehr Freude als Arbeit zu haben.

Darüber hinaus hatte Hans verschiedene Skizzenblätter beigefügt, die als Grundlage für Landkarten dienen sollten. Die wiederum wollten wir auf den Vor- und Nachsatzseiten des Buches veröffentlichen. Ich sah rasch, dass es nicht einfach für die Kollegen in der Setzerei werden würde, aus den Skizzen brauchbare Landkarten zu machen.

Dann nahm ich mir das eigentliche Manuskript vor. Hans hatte nach dem gleichen System gearbeitet wie zuvor auch; in welchen Phasen ihm Rainer Castor geholfen hatte, wusste ich nicht. Die Original-Taschenbücher wie »Kämpfer für den Pharao« oder »Das Goldland« waren Seite für Seite kopiert worden. Diese Kopien bildeten die Grundlage.

Hans hatte auf jeder Seite seine Notizen hinterlassen, in einer akkuraten, leicht verschnörkelten Handschrift. Er hatte unnötige Adjektive gestrichen, neue Halbsätze eingefügt und viele Begriffe modernisiert. Darüber hinaus hatte er Textpassagen neu geschrieben, die er ausgeschnitten und aufgeklebt hatte. Zwischen den einzelnen Kapiteln der ursprünglichen Romane wiederum hatte er neue Szenen und Kapitel angeordnet.

Was vor mir lag, war ein Berg von Kopien, Notizen und Einschüben, das völlig logisch wirkte, das auch sehr strukturiert aussah, aber die Setzerei vor eine große Arbeit stellen würde. »Die arme Frau, die das alles abtippen muss«, murmelte ich nicht nur einmal, während ich alles durchblätterte. Aber mir war klar, dass der Vorgang des Abschreibens dazu beitragen würde, dass viele Schreibfehler quasi automatisch verschwanden.

Danach erst würde die Datei, die auf diese Weise entstand, in die eigentliche Setzerei gehen. Ein Setzer würde die Seiten erstellen, diese würde er ausdrucken – dann gingen die Seiten in das Korrektorat. Wenn die Kollegen dort eine erste Korrektur erledigt hatten, würde man das Konvolut bei Sabine Bretzinger oder mir auf den Tisch packen, damit wir eine erste Durchsicht vornahmen.

Aber so weit waren wir nicht. Zuerst musste ich mir den Überblick verschaffen, ob überhaupt alles Material vorhanden war. Dann würde ich alles noch einmal – hektisch zumindest – lektorieren, um etwaige Fehler zu streichen und manche Passage auch zu verändern.

Vor allem die neuen Kapitel und Szenen mit dem Wissenschaftler Cyr Aescunnar waren neu geschrieben; darauf sollte ich achten. Hans Kneifel hatte die Rahmenhandlung um Atlan, der sich in einer persönlichen Krise an seine Vergangenheit erinnert, umfangreich gestaltet und praktisch eine zweite Handlungsebene entwickelt. Ich fand die Aescunnar-Szenen nicht so spannend und mochte lieber die Vergangenheitskapitel; mir leuchtete aber ein, dass Hans eine Rahmenhandlung benötigte.

Sie bildete die erzählerische Klammer um die jeweiligen Einzelabenteuer. Immerhin hatten die einzelnen Abenteuer nur wenig miteinander gemeinsam. Atlan schlägt sich mit Pharaonen herum und ärgert sich über seinen aufmüpfigen Roboter Rico; er muss gegen die merkwürdigen Ter-Quaden kämpfen, außeririschen Feinden, und in Babylon hat er es sogar mit Akonen zu tun.

Betrachtete man Hans Kneifels »Zeitabenteuer« am Stück – wie ich an diesem Tag –, kam einem die Erde wie ein Tummelplatz von Außerirdischen vor, die anscheinend nichts anderes zu tun hatten, als Menschen zu entführen. Mir war das oft zu viel. Ich mochte die Romane, in denen Atlan mithalf, den frühen Kulturen technische Hilfe zu leisten; wenn irgendwelche Akonen oder Ter-Quaden mitspielten, fand ich das übertrieben.

Die neue Bearbeitung durch Hans Kneifel wirkte beim ersten Durchbättern durchdacht und spannend. Der Berg Papier, der vor mir lag, konnte also weiter bearbeitet werden. An diesem Freitag würde ich das nicht mehr erledigen. Ich packte alle Unterlagen, festgeschnürt mit Gummis, in einen Ordner und steckte diesen in meine Tasche.

Das war eine Arbeit fürs Wochenende, nahm ich mir vor. Und ohne es zu bemerken, begründete ich damit eine Tradition: Meine Wochenenden würden ab diesem Tag nicht mehr mir selbst gehören, sondern immer öfter den Herren Atlan und Perry Rhodan ...

20 Januar 2017

Der Faktor Rhodan

Mit »Der Faktor Rhodan« startet die neue Handlungsstaffel bei PERRY RHODAN NEO; das habe ich schon einige Male an verschiedenen Stellen erwähnt. Michael Marcus Nummer verfasste den Roman mit der Bandnummer 141, der die »METEORA»-Staffel einleitet. Mit dabei ist Perry Rhodan als wichtigste und bekannteste Hauptfigur, darüber hinaus aber auch Jemir Conba, der als Charakter die Geschmäcker der Leser spalten dürfte.

Das hier schrieb ich in meinem Feedback an den Autor: »Der Kerl ist gerissen und widersprüchlich, streckenweise findet man ihn gemein, unterm Strich aber sympathisch. Ein Schlitzohr mit der Lizenz zum Massakrieren gewissermaßen.«

Nicht alles, was Jemir Conba tut, mag man als Leser; aber man leidet in gewisser Weise mit ihm mit. Damit hat der Autor erreicht, was er wollte: Er hat eine Figur geschaffen, die einen Leser nicht kalt lassen kann ...

(Wichtig: Das Bild hier zeigt den Autor beim Denken und Essen. Es zeigt nicht die Figur seines Romans ...)

19 Januar 2017

Josef Tratnik zum Siebzigsten

Es ist passiert und leider nicht mehr zu ändern: Ich habe vergessen, einem Mann zum »runden« Geburtstag zu gratulieren, der sich in den vergangenen Jahren sehr um die PERRY RHODAN-Serie und ihre Außenwirkung gekümmert hat. Die Rede ist von Josef Tratnik, der mehrere Dutzend PERRY RHODAN-Hörbücher eingelesen hat und vor allem der klassischen Serie seine Stimme verlieht.

Am 18. Januar 1947 wurde der Schauspieler und Sprecher in Münster geboren; am 18. Januar 2017 konnte er also seinen siebzigsten Geburtstag feiern. Der »gelernte« Schauspieler stand jahrelang auf den verschiedensten Bühnen, arbeitete zwischenurch auch als Deutschlehrer. Bekannt wurde er in den vergangenen Jahren vor allem als Sprecher; seine Stimme ist oft bei Reportagen im Fernsehen zu vernehmen.

Seit 2002 ist er für Eins A Medien tätig, wurde im Verlauf der Jahre längst zur Stimme von PERRY RHODAN. Die anderen Sprecher haben allesamt ihre Qualitäten, Josef Tratnik prägt aber die klassische Zeit der Serie und schafft damit seit 15 Jahren die Grundlage für den großen Erfolg der PERRY RHODAN-Hörbücher.

Eine grandiose Leistung, auf die wir sehr stolz sind. Deshalb auch nachträglich: Alles Gute zum siebzigsten Geburtstag!

18 Januar 2017

Der längste Tag der Erde

Folgendes schrieb ich an Rüdiger Schäfer, nachdem ich das Manuskript seines Romans »Der längste Tag der Erde« gelesen hatte: »Es ist ein wuchtiger Abschluss der laufenden Handlungsebene, und er wird bei den Lesern eine Reihe von Emotionen auslösen.«

Von dieser Meinung rücke ich auch jetzt nicht ab, wenn der Erscheinungstermin des Romans näher rückt. Die dramatischen Ereignisse und emotionalen Belastungen, die der Autor in diesem Roman – dem Band 140 von PERRY RHODAN NEU – den Lesern zumutet, werden allerdings nicht allen gefallen können.

Der Roman führt, wie der Titel schon nahelegt, verschiedene Handlungsfäden zu Ende und bringt sie zu einem abschließenden Höhepunkt. Dabei ist das Geschehen mal actiongeladen, mal melancholisch, sind die Hauptpersonen in unterschiedliche Konflikte verstrickt – alles in allem passiert sehr viel und das auf allen möglichen Ebenen. Der Autor, der sich mit diesem Exposé selbst eine schwere Aufgabe gestellt hat, konnte sie mit Bravour lösen.

Den Abschluss der Staffel »Meister der Sonne« schafft Rüdiger Schäfer mit diesem Band auf jeden Fall. Ganz nebenbei jubelt er den Lesern noch einen Cliffhanger unter, der sie auf die nächste Handlungstaffel vorbereitet und hoffentlich ausreichend neugierig macht ...

17 Januar 2017

ESCHER auf niederländisch

Als Robert Feldhoff daran ging, die Parapositronik ESCHER so zu konzipieren, dass sie in der PERRY RHODAN-Serie besonders effektvoll eingesetzt werden konnte, hatte er große Pläne. Leider konnten von diese einige nicht verwirklicht werden – aber ESCHER spielte beispielsweise im TERRANOVA-Zyklus eine wichtige Rolle. In der niederländischen Ausgabe unserer Serie konnten die Leser unlängst die betreffenden Romane lesen.

»Eschers Lijst« von Arndt Ellmer und »Het kwam uit de Zon« von Horst Hoffmann bilden den Doppelband 2379/2380, zu dem Dirk Schulz das eindrucksvolle Titelbild lieferte. Unsere niederländischen Leser nehmen damit an der packenden Endphase des Zyklus teil – der bekanntlich überleitet auf den »Negasphäre«-Zyklus.

Für mich sind die 200 Bände, in denen der Kampf der Menschen gegen die Terminale Kolonne TRAITOR erzählt wird, nach wie vor ein Höhepunkt der Seriengeschichte. Ich hoffe, dass unsere Leser im Nachbarland das ebenso empfinden.

16 Januar 2017

Ein Handbuch und ein Rundschreiben

Mit Datum vom 26. Juni 1996 verschickte die PERRY RHODAN-Redaktion ein Rundschreiben an das damalige Autorenteam; unterschrieben wurde es von Klaus N. Frick. »Lange haben wir's versprochen, endlich schicke ich es raus«, begann das Schreiben, das auf dem offiziellen Briefpapier der Verlagsunion Pabel Moewig KG versandt wurde.

Es ging um das »PERRY RHODAN-Handbuch«, eine interne Handreichung, die Peter Terrid bereits im April 1996 abgeliefert hatte. Der »Versuch über das Alltagsleben im Jahr 1300 NGZ« war nicht als Grundsatzpapier gedacht, sondern sollte als »Diskussionsgrundlage dienen«.

Die Autoren wurden ausdrücklich dazu eingeladen, sich in das Thema einzubringen: »Wenn ihr Ergänzungsvorschläge und Verbesserungswünsche habt, schickt diese bitte an die Redaktion; am besten Textausdruck und Diskette.«

Wichtig war der Redaktion vor allem eines, das war so mit den Exposéautoren abgesprochen: »Dieses PERRY RHODAN-Handbuch ist in der vorliegenden Form streng intern und als Exposé zu behandeln!!!«