13 Dezember 2018

Kommunikationskonzept zu PR 2000

Wie die »Agentur für Kommunikationsentwicklung« genau hieß, die im November 1998 ganz kurz für den Pabel-Moewig Verlag zuständig war, ist heute nicht mehr so wichtig. Sie erhielt auf jeden Fall den Auftrag, ein »Kommunikationskonzept« für den anstehenden Jubiläumsband 2000 der PERRY RHODAN-Serie zu entwickeln. Unter dem Titel »Science Fiction schreibt Geschichte« legte sie ein umfangreiches Arbeitspapier vor.

Die Agentur konkretisierte die Aufgabenstellung, präsentierten die Kommunikationsziele und lieferte dann einen Vorschlag für eine Kampagne, die auf drei Ebenen laufen sollte. »Ebene A« betraf die »Neu-Abonnenten-Akquise«, wofür man unter anderem »Events« vorgesehen hatte. Unter Ebene B verstand die Agentur ein »Halten der Stammleser«, während man unter Ebene C dann »Information und Imagepflege« vorschlug.

In der Redaktion, die keine Sekunde lang in die Vorbereitungen eingebunden worden war, schlug man die Hände über dem Kopf zusammen, als manche der Vorschläge gelesen wurden. Es wäre sicher sinnvoll gewesen, vorher ein sogenanntes Briefing anzuberaumen. So wurde unterm Strich keine einzige Idee der Agentur verwirklicht.

12 Dezember 2018

Die Leiden des Androiden

»Wie können Lebewesen eigentlich überleben, deren Reaktionsmuster derart unlogisch ist?« Mit solchen Gedankengängen beschäftigt sich Seka Ow.

Er ist die Hauptperson im nächsten Roman, den Rainer Schorm für unsere Serie PERRY RHODAN NEO verfasst hat. In den Handel kommt der Roman in dieser Woche – dank seines eindrucksvollen Titelbildes sollte er im Zeitschriftenhandel sofort auffallen.

In dem Roman passiert viel, es kracht zudem einiges; das Cover deutet es ja an. Daneben erleben die Leser ein Wiedersehen mit einer Figur, die schon in den Anfängen von PERRY RHODAN NEO eine wichtige Rolle spielte und von der man schon lange nichts mehr hörte.

Der Autor hatte offenbar viel Freude daran, die Bestien in ihrem »sozialen Umfeld« zu zeigen. Mit dem Androiden, der seinem Roman den Titel verliehen hat, schafft es Rainer Schorm zudem, immer wieder eine Distanz in den Roman zu bringen und gleichzeitig ungewöhnliche Sichtweisen zu ermöglichen. Spannend!

11 Dezember 2018

Perry, Zemina und die anderen

Ein Logbuch der Redaktion

In diesen Tagen beschäftige ich mich oft mit dem PERRY RHODAN-Roman, der die unfassbare Nummer 3000 tragen wird. Unter anderem finde ich es spannend, welche Figuren die Autoren in diesem Band auftreten lassen – sowohl Christian Montillon als auch Wim Vandemaan entschieden sich beim Schreiben für eine kleine Gruppe eigenständiger Charaktere.

Es versteht sich von selbst, dass Perry Rhodan eine wichtige Rolle in diesem Roman einnimmt. Ich kann wohl schon ausplaudern, dass er den Roman einleitet und dass der Roman mit ihm endet. Der Terraner ist der Mann für die kosmischen Dimensionen und für das Abenteuer zwischen den Sternen, seit er im ersten PERRY RHODAN-Roman überhaupt aufgetaucht ist.

Das wird natürlich in einem neuen Handlungszyklus ebenfalls der Fall sein. Rhodan ist sowohl ein »kosmischer Mensch«, der im Verlauf seines langen Lebens viele Erfahrungen gesammelt hat, als auch ein Mann, der immer wieder bereit ist, sich selbst in Gefahr zu begeben, wenn das nötig ist. Wenn er sieht, was mit »seiner« Menschheit geschieht, kann er nicht tatenlos am Rand stehen bleiben.

Eine klare Rolle spielt auch Atlan – der Arkonide wird seit Jahrzehnten von vielen Lesern mehr gemocht als der Titelheld unserer Serie. Im Band 3000 unterscheiden sich Rhodan und Atlan in ihrem Urteil zur aktuellen Lage, sie sind nicht gerade einer Meinung. Das hat eine gewisse Tradition … Der Arkonide ist stets kritischer als Perry Rhodan, und im anstehenden Roman wird dies ebenfalls so sein.

Zu den weiteren bekannten Figuren, die in diesem Roman auftauchen, zählen Sichu Dorksteiger und der Mausbiber Gucky. Wie wichtig die Wissenschaftlerin und der Mausbiber für Perry Rhodan und seine weiteren Abenteuer sind, werden die Leser frühzeitig erfahren …

Spannend finde ich die neuen Figuren, die in diesem Roman erstmals erwähnt werden. Mit Zemina Paath taucht beispielsweise eine geheimnisvolle Person auf, die unsere Helden noch längere Zeit begleiten wird. Sie sieht exotisch aus, das kann ich schon mal verraten, und sie verfügt über einige Fähigkeiten und Machtmittel, die noch nicht erklärt werden – zumindest nicht komplett.

Von ihr erfahren Perry Rhodan und seine Begleiter gleich zu Beginn einige Dinge, die sie bislang nicht wissen können. Sie wird aber nicht alle ihre Geheimnisse ausplaudern.

Ebenfalls wichtig ist eine andere Frau: Giuna Linh sieht sich selbst als eine Terranerin, auch wenn sie noch nie den Boden der Erde betreten hat. Sie ist verzweifelt, und sie hat ein Ziel, das sie mit eiserner Härte verbindet. Dabei geht sie im Notfall auch ein Bündnis mit Leuten ein, deren Motive sie noch nicht so richtig durchschauen kann. Was sie erlebt und was sie tut, wirft ein klares Licht auf die Milchstraße und vor allem auf einen ganz bestimmten Schauplatz in der Galaxis.

Von fremden Völkern und neuen Machtstrukturen erfahren die Leser ebenfalls einiges in diesem Roman. Die Verhältnisse haben sich geändert, und die Besatzung der RAS TSCHUBAI muss sich erst einmal kundig machen. Wer sind beispielsweise die Cairaner, und welche Ziele verfolgen sie eigentlich? Welche Rolle spielen die Akonen neuerdings, und welche Mythen haben sich in der Milchstraße entwickelt?

Bei Gelegenheit werde ich zu diesen Dingen wohl noch ein wenig mehr erzählen ...

10 Dezember 2018

Eine Musical-Reise

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Es war eine Geschäftsreise, mit ich mehrere Dinge auf einmal zu erledigen hatte – in Hamburg wollte ich in der Zentrale des Bauer-Konzerns mit verschiedenen Menschen sprechen, unsere neuen Partner von Edel besser kennenlernen und mit H. G. Francis einen ganz speziellen Termin absolvieren. Als ich am Donnerstag, 13. Oktober 2007, in den Zug von Hamburg nach Karlsruhe stieg, war das Musical-Thema am wichtigsten für mich.

Unterwegs vertiefte ich mich gründlich in die Konzepte, die mir H. G. Francis  bereits geschickt hatte. Ich las mir zum wiederholten Mal seine Texte durch, führte mir die Grafiken vor Augen und rief mir die Musik in Erinnerung, die ich im Vorfeld gehört hatte. Als ich am Hauptbahnhof aus dem ICE kam, fühlte ich mich bestens vorbereitet.

Ich fuhr nicht zum Hotel, sondern ließ mich von H. G. abholen. Er war in Eile und drängte mich. »Schnell etwas essen, dann los!« Ich packte meinen kleinen Koffer in sein Auto.

Wir steuerten ein Hotel an in der Innenstadt, von dem der Autor wusste, dass die Küche »gut und flott« war. Wir suchten uns einen Tisch am Fenster, von dem aus man hinaus in den Nieselregen schauen konnte, und dort informierten wir uns gegenseitig über den aktuellen Stand der Dinge.

Ich erzählte ihm von meinen Plänen, eine neue Serie in den Handel zu bringen. »Die soll PERRY RHODAN-Action heißen«, erläuterte ich. Die Serie solle actionlastig werden, wie der Titel es versprach, mit kurzen Exposés für die Autoren und der Möglichkeit, die komplexe Technik der laufenden Erstauflage zu ignorieren.

Für H. G. Francis klang das spannend. Er sicherte zu, einen Roman für die neue Serie zu liefern. »Wenn’s sein muss, auch zwei«, meinte er. Allerdings sei er gerade dabei, an historischen Romanen zu arbeiten. Er berichtete von seinen Plänen, über Klaus Störtebeker zu schreiben, und seinen Recherchen in Hamburg und Lübeck. Historische Romane seien ein großes neues Thema für ihn.

Wir sprachen über die Serie und die Autoren, über den aktuellen Stand der Dinge und die große weite Welt der Science Fiction. Erst danach kamen wir zu dem Punkt, weshalb wir uns eigentlich trafen: Der Autor arbeitete seit einigen Jahren intensiv daran, ein PERRY RHODAN-Musical auf die Beine zu stellen.

»Leider bin ich in jüngster Zeit nicht weitergekommen«, gestand er. Sein Partner, mit dem er bei diesem Projekt zusammenarbeite, habe sich zurückgezogen. Er wisse also nicht, wie es mit der Musik weitergehe.

Ich war verwirrt. Bisher waren H. G. Francis und sein Partner immer gemeinsam in Erscheinung getreten: Er als Autor verfasste das Konzept und schrieb die Liedtexte, sein Partner steuerte die Musik bei. Ich hatte einige Sequenzen gehört, die als »musikalische Leitlinie« dienen sollten; sie sollten das Gerüst des geplangen Musicals bilden.

H. G. Francis lieferte mir weitere Hintergründe und stellte mir seine Sicht der Dinge dar. »Wir müssen einen neuen Partner auf unsere Seite bringen«, argumentierte er. »Die Musik ist dann nachgeordnet.«

Wir aßen zu Ende, wir bezahlten, dann ging es weiter. In einem schönen Haus in einer schicken Gegend der Hamburger Innenstadt trafen wir auf einen Rechsanwalt, der darauf spezialisiert war, große Musikproduktionen zu steuern. Ich fand ihn recht sympathisch und hatte bald das Gefühl, er sei sehr kompetent. In seinem Büro hingen einige Gemälde von Udo Lindenberg – ich wusste zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass der Rockmusiker malte.

Unser Gesprächspartner erläuterte mir die Zusammenhänge. Er trete für Musiker und Produzenten als Bindeglied auf, sei an mehreren Musical-Produktionen als Rechtsbeistand beteiligt und wirke gewissermaßen wie ein Verlag. So kümmere er sich bei großen Produktionen um die Markenrechte und sichere bekannte Stars rechtlich ab. Unter anderem arbeite er intensiv mit Udo Lindenberg zusammen. Trotz aller Termine nahm er sich zwei Stunden Zeit für uns.

H. G. Francis und er kannten sich bereits. Ich stellte ihm die Marke PERRY RHODAN vor, zeigte die internationalen Verbindungen der Serie auf. Der Rechtsanwalt stellte viele Zwischenfragen, auch zu gesellschaftlichen und politischen Themen, wirkte aber stets sehr offen. Ich hatte Bücher und Heftromane mitgebracht, die ich ihm gab. Er hatte sich mit der Materie ein wenig beschäftigt und kannte PERRY RHODAN.

Dass es bislang so wenig Musik zu dem geplanten Musical gab, fand er schade. Immerhin verstand er, was H. G. Francis als Story entwickelt hatte. »Das ist nicht nur abgefahrene Science Fiction«, meinte er. Manche der spielerischen Elemente könnte auch der normale Musical-Besucher gut finden, vor allem, wenn sie schmissig präsentiert würden.

Trotzdem fand er unsere Serie »noch nicht so richtig sexy«, wie er offen zugab. Er bekomme jede Woche ein Konzept für ein neues Musical auf den Tisch – nicht nur er allein. Um ein solches Konzept umzusetzen, bräuchte man viel Zeit und Geld. Ob PERRY RHODAN dafür unbedingt tauglich sei, wüsste er nicht.

H. G. Francis argumentierte, dass der Musical-Besuch eine »Familienangelegenheit« sei, in der vor allem die Frauen den Ton angeben würden. »Meist geht der Mann eben mit, wenn die Frau sich ein Musical ausgesucht hat«, meinte er. »Bei einem PERRY RHODAN-Musical könnte auch mal der Mann sagen, ›komm, Schatz, wir gehen ins Musical‹, das könnte also eine andere Zielgruppe aufmerksam machen.«

Der Anwalt hörte sich alles an, er wirkte bis zum Ende unseres Gespräches aufgeschlossen, aber nicht begeistert. Wir vereinbarten, uns in einiger Zeit noch einmal zusammenzusetzen. Er würde unsere Unterlagen prüfen, H. G. Francis würde an der Story arbeiten. Als ich das Büro verließ und zum Auto spazierte, fühlte ich mich zwar nicht gerade euphorisch, hatte aber ein positives Gefühl …

07 Dezember 2018

Für NEO nach Frankfurt

Weil PERRY RHODAN NEO mit riesigen Schritten auf den Jubiläumsband 200 zugeht, ist es an der Zeit, mal wieder mit allen Autorinnen und Autoren an einen Tisch zu setzen. Das wird heute der Fall sein – wir treffen uns in Frankfurt, weil diese Stadt zentral liegt und sie für die meisten gut zu erreichen ist. In der Nähe des Hauptbahnhofs wurde ein kleiner Konferenzraum für uns reserviert.

Wir sprechen über die allgemeine Situation bei unserer Serie. Wie hat sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt, und was kommt mit Band 200 auf die Autoren – und später auf die Leser – in punkto Arbeit zu? Wir werden natürlich auch über Inhalte diskutieren, beispielsweise die eine oder andere Idee in die Luft werfen. Ich bin sehr gespannt auf die Versammlung, denn einige der Teilnehmer kennen sich noch gar nicht.

Sicher wird es hinterher den einen oder anderen Bericht von der NEO-Konferenz geben. Es sind ja schließlich genügend Leute vor Ort, die gern schreiben …

06 Dezember 2018

Raumschlacht im Wega-Sektor

Dieser Tage hörte ich die fünfte Folge der mittlerweile klassischen PERRY RHODAN-Hörspiele an. Im CD-Player hatte ich nicht das »Original«, sondern die Version, die 1999 auf CD veröffentlicht worden war. Mir war also durchaus bewusst, dass die teilweise sehr hektische Musik nicht die ursprüngliche war, sondern für die CD-Publikation angepasst worden war. Aber das störte bei diesem Hörgenuss nicht.

Die Geschichte ist letztlich bekannt: Die Dritte Macht ist ein zwar kleiner, aber aufstrebender Staat, der an den ersten eigenen Raumschiffen baut. Als man erfährt, dass irgendwelche Unbekannten offenbar eine Invasion des Wegasystems eingeleitet haben, fliegen Perry Rhodan und seine Begleiter dahin. Eigentlich wollen sie sich nur ein bisschen orientieren – aber sie mischen sich in den Konflikt zwischen den echsenhaften Topsidern und den menschenähnlichen Ferronen ein.

Amüsant in Szene gesetzt ist am Anfang die Überraschung des amerikanischen Generals Pounder, ehemals der Vorgesetzte des Raumfahrers Perry Rhodan. Er staunt über die Entwicklung der Dritten Macht, er ist verblüfft von jeglichem technischen Fortschritt. Die offenkundige Naivität der Arkoniden, die Rhodan mit kühlem Wissen vor den Kopf stoßen muss, fand ich als Jungleser damals toll; als erwachsener Hörspielhörer fand ich das eher unglaubwürdig.

Trotz einiger Anachronismen hat mir diese klassische Geschichte wieder einmal großen Spaß gemacht. Die Hörspiele sind dem Stil der Zeit verhaftet, das ist klar. Heute würde man das Verhalten mancher Protagonisten anders bewerten, damals fand man das ganz normal. Die Geräusche werden gut eingesetzt – Geschützdonner wirkt im Weltraum immer wuchtig … –, die Sprecher sind hervorragend.

Ganz ehrlich: Ich freue mich schon darauf, meine Zeitreise in die Frühgeschichte der PERRY RHODAN-Hörspiele fortsetzen zu können.

04 Dezember 2018

Gucky tobt auf japanisch

Ziemlich wütend sieht er aus, der kleine Mausbiber – zumindest gehe ich davon aus, dass es sich um Gucky handelt. Auf dem Titelbild des japanischen PERRY RHODAN-Taschenbuches mit der Nummer 572 wirkt Gucky auf jeden Fall weder wie ein fröhliches Pelztier noch wie ein Spielzeug für terranische Kinder, sondern eher wie der selbsternannte »Überall-Zugleich-Töter« und »Retter des Universums«.

Inhaltlich passt das. Der Band enthält die Romane »Die Goon-Hölle« und »Operation Hornissenschwarm«, beide von H. G. Francis. In beiden geht es um die Endlose Armada und einen Einsatz, an dem unter anderem Gucky teilnimmt. Dabei bekommt er sicher genügend Gründe, sich ordentlich zu ärgern …

Leider kann ich nicht lesen, ob die Übersetzung gut ist. Meine Kenntnisse der japanischen Sprache sind leider gleich null. Aber dass Gucky zornig wirkt, erkenne ich auch so, wenn ich das Buch in den Händen halte.