15 Oktober 2018

Angriff der Individual-Verformer

Während meiner Fahrten nach Frankfurt und zurück hatte ich nicht nur das Radio an – im CD-Player liefen auch Hörbuch- und Hörspiel-CDs. Unter anderem genoss ich »Der Angriff der Individual-Verformer«, ein klassisches Hörspiel nach den ersten PERRY RHODAN-Romanen. Ich muss gestehen, dass ich dieses Hörspiel noch nie gehört hatte, die Geschichte selbst hatte ich zuletzt wohl über 35 Jahren gelesen.

Wie immer war ich überrascht, an wie viele Details ich mich noch erinnerte. Allan D. Mercant als cooler Geheimdienstler, Perry Rhodan als überlegener Anführer, Thora als eiskalte Kommandantin, Ishi Matsu und Anne Sloane als schüchterne Mutantinnen – die Sprecher hatten anfangs der 80er-Jahre mit viel Elan die Figuren eines alten Heftromans aus dem Jahr 1961 übernommen. Die Geschichte kam mir ein wenig zu sprunghaft vor, als Autor hatte H. G. Francis offenbar zu viel raffen müssen.

Trotzdem gefiel mir dieses Hörspiel sehr gut. Es ist immer wieder ein Vergnügen, in die Frühzeit unserer Serie einzutauchen!

14 Oktober 2018

PERRY RHODAN in Dreieich

Der BuchmesseCon ist seit Jahren ein Ort, an dem sich die Fans der phantastischen Literatur treffen und bei dem die größte Science-Fiction-Serie der Welt nicht fehlen darf. In diesem Jahr reiste ich als Redakteur an, und im Prinzip gliederte sich mein Aufenthalt dort in zwei Teile: Zuerst führte ich viele Gespräche, dann saß ich auf einem Podium.

Zeitweise saß ich mit Michelle Stern auf einer Treppe und plauderte mit ihr über aktuelle Romane. Mit Andreas Eschbach stand ich eine Weile herum, wir sprachen über den März 2019 und gemeinsame Projekte. Mit vielen anderen Autorinnen und Autoren unterhielt ich mich; das war richtig klasse. Lesungen besuchte ich keine, obwohl ich das unbedingt vorhatte; irgendwie mangelte es immer an der Zeit.

Verena Themsen, Michelle Stern und ich saßen ab 19 Uhr beim PERRY RHODAN-Programmpunkt auf einer »Bühne« – genauer gesagt: hinter einer Tischreihe – und diskutierten mit den anwesenden Leserinnen und Lesern über unsere Serie. Wir stellten unsere aktuelle Arbeit vor, wir beantworteten Fragen. Es wurde kritisch gefragt, natürlich auch nach dem Film, es wurde auch viel gelacht. Alles in allem schien es den Besuchern viel Freude gemacht zu haben.

Aus Sicht des PERRY RHODAN-Redakteurs war es eine gelungene Veranstaltung. Mal schauen, wie und was wir 2019 machen – vielleicht bieten wir auch einmal eine Lesung an?

13 Oktober 2018

Verlagshopping am Freitag

Der Freitag auf der Buchmesse wurde noch einmal richtig anstrengend: Ich hatte eine Reihe von Terminen mit Verlagen und kam so noch in den Genuss des wunderbaren Sonnenscheins im Freien. Unter anderem besuchte ich den Stand des Hannibal-Verlages, wo ich die wunderbare »Flash Gordon«-Neuausgabe bestaunte – dort ging es aber um den aktuellen Stand der PERRY RHODAN-Chronik, bei der ich nach wie vor nicht sagen kann, wann sie erscheinen wird –, oder ich saß bei Droemer-Knaur, wo es um allgemeines Fachsimpeln und weitergehende Ideen ging.

Eine Messe ist für einen Redakteur nicht unbedingt der Ort, an dem er »Aufträge reinholt«. Früher wurde die Buchmesse dazu genutzt, dass die Buchverkäufer und die Buchhändler ihre Arbeit machten, dann war sie ein Hort für die Menschen, die Rechte und Lizenzen handeln  wollten – aber hier wird die hauptsächliche Arbeit ja bereits vor der Messe erledigt.

Die Buchmesse wandelt sich, und für mich ist sie ein Ort, an dem ich viele Menschen aus anderen Verlagen und viele Autoren treffe, um mich mit ihnen auszutauschen. Das hat an den zwei Tagen in diesem Jahr 2018 wieder einmal sehr gut geklappt.

12 Oktober 2018

Guter Start in den zweiten Tag

Es mangelte an diesem Morgen nicht an gruseligen Meldungen: Weil ein ICE zwischen Köln und Frankfurt in Brand geraten war – zumindest zwei Wagen –, kam es zu einer Vollsperrung der extrem wichtigen Bahnlinie und auch der Autobahn. Viele Leute, die auf dem Weg zur Frankfurter Buchmesse waren, betraf es an diesem Freitag, 12. Oktober 2018. Sie kamen zu spät, wurden mit Bussen transportiert oder mussten Umwege in Kauf nehmen.

Ich hatte Glück. Die Straße zwischen Karlsruhe und Frankfurt war frei, die tiefstehende Sonne blendete zwar gelegentlich – aber das empfand ich als ein echtes Luxusproblem. Und weil ich im Auto fleißig PERRY RHODAN hörte, hatte ich während der Fahrt viel Vergnügen. (Wer sich anhört, wie Alaska Saedelaere und Fellmer Lloyd in Gefangenschaft geraten, stört sich nicht am Verkehr.)

Nachdem der erste Messetag mit vielen Gesprächen sehr positiv zu Ende gegangen war, sollte der Freitag auch gut verlaufen. Erste Termine mit Verlagskollegen bei Fischer Tor und Piper konnte ich hinter mich bringen; der Freitag wird sicher noch abwechslungsreich.

(Ach ja: Das Bild zeigt den Beifahrersitz in meinem Auto. Alles rhodanifiziert ...)

11 Oktober 2018

Begegnungen auf der Messe

Wenn der Redakteur keinen Stand hat, an dem er die Bücher und Publikationen der Serie präsentieren kann, für die er tätig ist, muss er eben andere Leute besuchen. So geht es mir am Donnerstag, 11. Oktober, während der Frankfurter Buchmesse: Ich treffe Autoren und Verlagskollegen, ich besuche andere Verlage, und ich bummle zwischendurch in den Hallen herum, wo ich mich durchaus mal inspirieren lasse.

Um ein Beispiel zu geben: Bernd Perplies traf ich am Stand des Mantikore-Verlages. Dort signierte er die Neuausgabe seines Romans »Tarean«, die super aussieht. Wir gingen hinaus ins Freie, wo wir in schönstem Sonnenschein darüber sprachen, ob und wie wir im nächsten Jahr zusammenarbeiten könnten. Es mangelt nicht an Ideen, man muss nur immer schauen, was sich zeitlich machen lässt.

Weitere Termine sind für mich als Redakteur interessant, weil ich mit Kollegen aus anderen Verlagen spreche. Dabei erfahre ich oft Dinge, die meinen Horizont erweitern und mir manchen Hintergrund vermitteln, der mir bisher unklar war. Auch deshalb ist eine Buchmesse so wichtig für mich ...

10 Oktober 2018

Kibb und andere Vlcek-Texte

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Als ich am frühen Morgen des Donnerstags, 3. März 1994, in mein Büro im Pabel-Moewig Verlag kam, ging es mir nicht sonderlich gut. Ich litt unter starkem Schnupfen; meine Allergie gegen die sogenannten Frühblüher brach in diesem Jahr erstmals richtig stark aus und wurde zunächst gar nicht als Allergie erkannt. Ich hatte leichte Kopfschmerzen und nieste ständig, die Nase lief, und die Augen tränten.

Sabine Bretzinger hatte wenig Mitleid mit mir. Sie wirkte frisch und ausgeruht, war auch schon deutlich vor mir in der Redaktion eingetroffen. »Ernst hat geliefert«, sagte sie und hielt mir einige bedruckte A4-Blätter entgegen. »Florian hat die Originale, das sind die Kopien.«

In der PERRY RHODAN-Redaktion setzten wir auf das Faxgerät; es hatte sich bewährt und ließ eine schnelle Kommunikation zu. Ernst Vlcek saß in der Nähe von Wien und schrieb die Exposés für die laufende Serie, dann schickte er sie per Fax nach Rastatt. Meist arbeitete er abends und bis spät in die Nacht, seine Faxe waren frühmorgens im Verlag.

Dort fischte Sabine sie aus dem Faxgerät, machte eine Kopie für mich und brachte das Original zu Dr. Florian F. Marzin, unserem Chefredakteur, der seit gut einem Jahr in einem anderen Teil des Gebäudes saß. Die Vorgehensweise hatte sich in den vergangenen Jahren gut bewährt.

Ich jammerte ein wenig über meinen angeblichen Schnupfen und verschwieg, dass ich in der Nacht zuvor noch lange bei einem Konzert in Heidelberg gewesen war, von dem ich erst gegen zwei Uhr nach Hause gekommen war. Vielleicht kamen die Kopfschmerzen auch daher? Ich wusste es nicht, war aber der Ansicht, die Kollegin sollte das nichts angehen.

In einem raschen Querlesen verschaffte ich mir einen Überblick zu den Inhalten der Exposés. Bereits in diesem Stadium machte ich mir einige Notizen. Einige Dinge gefielen mir, mit anderen hatte ich Probleme. Wie immer würde ich die Exposés noch einmal sehr genau und gründlich lesen, damit ich Ernst anrufen und sie mit ihm durchsprechen konnte.

Kurz nach halb zehn kam Florian in unser Büro. Sabine hatte Kaffee aufgesetzt, unsere allmorgendliche Besprechung begann. Er hatte bereits die Exposés durchgelesen und seine Version mit zahlreichen Anmerkungen versehen. »Da hat sich Ernst ja wieder einiges geleistet«, polterte er, was in diesem Fall nicht so ernst gemeint war, wie es klang.

Die neuen Exposés beschäftigten sich mit dem Arresum, der »negativen« Seite des Universums. In seinen Arbeiten ging der Exposéautor nun von Annahmen aus, die der Chefredakteur nicht teilte. Offenbar waren die Absprachen, die die beiden getroffen hatten, als Florian zu Besuch in Österreich gewesen war, nicht so eindeutig gewesen, dass sich beide daran in gleicher Weise erinnern konnten.

Auch ich hatte einige Anmerkungen zu den Exposés, machte aber klar, dass ich sie erst noch genauer lesen musste. Florian ließ seine Kopien auf dem Tisch liegen. »Sag dem Ernst, dass er das gründlich überarbeiten muss, dann werden die Exposés was.« Ich nickte.

Während Florian ging und Sabine den Tisch abräumte, schaute ich die Post durch, die am Vormittag gekommen war. Es gab ein Dutzend Leserbriefe, die ich durchlas, bevor ich sie auf Sabines Platz legte. Die Kollegin würde sie ebenfalls durchschauen, dann würden wir die Briefe an Arndt Ellmer weiterleiten, der sie für die Leserkontaktseite einsetzen und vor allem beantworten würde.

Ich schnappte mir das Manuskript, das ich zu redigieren hatte. Es war von Ernst Vlcek, trug den Arbeitstitel »Kibb«, und es musste bald in die Setzerei. Gelesen hatte ich es schon, nun wollte ich an die Feinarbeit gehen. Bevor ich an die eigentliche Arbeit ging, schrieb ich einen Seite-drei-Text und ein Extrablatt mit dem Personenkasten – das hatte ich mir so angewöhnt.

Dann ging ich ans Redigieren: Mit einem dicken blauen Stift strich ich einzelne Wörter, die nicht stimmig waren, und mit einem dünnen blauen Stift machte ich die Korrekturen. Bei Ernsts Manuskripten musste ich vor allem auf sogenannte Austrianismen achten; der Autor setzte gelegentlich Formulierungen ein, die man außerhalb von Österreich allerhöchstens in Süddeutschland verstehen würde.

Ich hatte meine Schwierigkeiten mit dem Roman. Der Autor schrieb häufig seltsame Dialoge, blieb bei der Handlung oft distanziert und – für meinen Geschmack – unklar. Dazu kam eine Erzählweise, die ich sehr umständlich fand. Die Lebensgeschichte der geheimnisvollen Figur namens Moira, die eine gemeinsame Erfindung von Ernst Vlcek und Florian F. Marzin war, funktionierte für mich noch nicht.

Die Zusammenhänge mit dem Symbionten Kibb und dem mysteriösen Quidor wollte ich klarer formuliert haben. Wieder einmal stellte ich fest: Manche Dinge wurden einem als Lektor erst bewusst, wenn man ins Detail ging. Ich besprach mich mit Sabine – solche Details wollte ich nicht mit Florian diskutieren.

Sie riet mir, dringend mit Ernst zu telefonieren. »Er hat heute nacht lang geschrieben, also ruf ihn nicht vor zwei Uhr an«, meinte sie. Und ich gelobte, mich daran zu halten. Nach wenigen Seiten legte ich erst einmal eine Pause bei meiner Redigierarbeit ein; mir war bewusst, dass »Kibb« eine harte Nummer werden würde. Mit Sabine ging ich dann erst einmal in die Kantine.

Am frühen Nachmittag brachte die Post noch einen aktuellen Roman, wieder ein Werk von Ernst Vlcek; diesen hatte er ausgedruckt und im Kuvert an uns geschickt. Weil wir einen der neuen Kopierer hatten, die Blätter automatisch einziehen konnten, ging es recht schnell, für Florian eine Kopie anzufertigen. Ich drückte sie ihm in die Hand, als er bei uns vorbeischaute.

»Da geht's um diesen Captain Bluecat«, brummte er. »Mal sehen, was Ernst daraus gemacht hat.« Ich war selbst sehr gespannt darauf, wie er die Beausoleils dargestellt hatte; immerhin waren diese Figuren eine echte Eigenerfindung des Exposéautors, und ich wusste, wieviel »Herzblut« er hineingesteckt hatte.

Nachdem ich die Exposés gründlich durchgearbeitet hatte, rief ich Ernst Vlcek an, und wir besprachen sie ausführlich. Er machte sich Notizen und stellte Rückfragen, dann verabschiedeten wir uns.

Ich blickte auf meinen Schreibtisch: Exposés von Ernst, ein zu redigierendes Manuskript von Ernst, ein noch zu lesendes Manuskript von Ernst. »Heute ist echt mein Vlcek-Tag«, murmelte ich und ging wieder an die Arbeit ...

09 Oktober 2018

Neue Taschenbücher für Tschechien

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Die Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Partnern hatte sich in der zweiten Hälfte der 90er-Jahre immer besser entwickelt. Zu den Heftromanen, die seit einiger Zeit liefen, kamen ab 1998 erste Taschenbücher, die sich offenbar gut verkauften. Dabei folgten die Kollegen in Prag der Neuauflage der Planetenromane, die 36 Bände umfasste und bei Heyne erschienen war. Es lag also nahe, die Lizenzgeschäfte mit den tschechischen Partnern auszuweiten.

Ich diskutierte unter anderem mit Eckhard Schwettmann, unserem Marketingleiter, über das Thema. Mein Argument war: »Wir liefern den tschechischen Partnern einige Konzepte für weitergehende Taschenbücher, und die können wir als Grundlage nehmen, wenn wir selbst an eine Neuauflage der Planetenromane gehen.« Zu dieser Zeit träumte ich davon, eine Art »Best-Of«-Reihe der klassischen Bände zu veröffentlichen – diese waren seit langem nicht mehr im Handel erhältlich, und ich war mir sicher, dass es dafür genügend Leser gäbe.

Doch zuerst ging es um die Partner im Nachbarland. »Da im tschechischen Markt offensichtlich Interesse an einer weiteren PERRY RHODAN-Taschenbuch-Reihe neben der bisherigen besteht, stellt die PERRY RHODAN-Redaktion die folgenden drei Konzepte vor«, schrieb ich in meinem Arbeitspapier.

Ich wollte kurze Serien auswählen, die man in klarer Weise abgrenzen konnte. So stellte ich mir eine Reihe von Weltraum-Krimis vor, ebenso eine Reihe mit Romanen, die den Arkoniden Atlan als Hauptperson haben sollten. In meinem Konzept war ich durchaus vollmundig: »Die Redaktion empfiehlt fürs erste je zehn Titel, wobei wir besonders beliebte Autoren bei den ersten Romanen bevorzugen sollten  – bei Bedarf kann jederzeit fortgesetzt werden.«

Ich empfahl eine behutsame Bearbeitung sowie ein Glossar von zwei Seiten. Schließlich konnte man davon ausgehen, dass »die tschechischen Leser mit vielen Begriffen der Taschenbücher nicht vertraut sein dürften (wenn diese beispielsweise im Jahr 3000 der PERRY RHODAN-Geschichte spielen).«

Am stärksten favorisierte ich eine Reihe mit »ATLAN-Abenteuern«, wie ich sie nannte – die Wiederbelebung der Marke ATLAN stand bei mir in den 90er-Jahren stets im Fokus. Den Partnern versuchte ich die Reihe so zu erklären: »Bei diesen Romanen ist jeweils Atlan eine der Hauptpersonen; nach wie vor ist er eine der beliebtesten Figuren. Die Romane spielen jeweils in der ›klassischen‹ PERRY RHODAN-Zeit und bieten klassische Weltraum-Abenteuer.«

Als die ersten Titel nannte ich »Die Macht der Träumer« von William Voltz (der Planetenroman-Band 37 spielt im Jahr 2361), »Bomben auf Karson« von Kurt Mahr (Band 39 der Planetenromane, der das Jahr 2400 beleuchtet) und »Aufruhr in Terrania« von Hans Kneifel, der im Original als Band 51 erschienen war und im Jahr 2436 spielt. Ich suchte bewusst Kriminalromane mit Science-Fiction-Anstrich heraus, die aber schöne Ideen vermittelten und hundertprozentig im PERRY RHODAN-Universum spielten.

Weitere Bände in meinem Konzept stammten von Autoren wie H. G. Ewers oder Peter Terrid. Ich nahm nur Romane, die in der klassischen Zeit des Solaren Imperiums spielten. Bei den Atlan-Abenteuern sah ich es dann nicht mehr so »eng«.

Natürlich setzte ich mit »Planet unter Quarantäne« von Ernst Vlcek (der Plantenroman 46 spielt im Jahr 239) oder »Die Träumer von Naphoora« von Peter Terrid (der Roman spielt im Jahr 2115, es ist Band 230 der Planetenromane) vor allem auf Geschichten aus der klassischen Zeit. Ich hatte aber auch Peter Grieses »Der lange Weg der SOL« auf der Liste, der im Jahr 3808 angesiedelt ist und dem Planetenroman 294 entspricht. Ebenso waren aktuelle Werke von Rainer Castor in dieser Liste.

Als jemand, der sich selbst als Fan des »Meister der Insel«-Zyklus bezeichnen würde, mochte ich schon immer jene Taschenbücher, die mit dem Mythos Andromeda  zu tun hatten. Also suchte ich den tschechischen Kollegen zehn Romane heraus, die sich mit dem »beliebtesten Epos der PERRY RHODAN-Geschichte« – so nannte ich es im Konzept – beschäftigten. Weiter schrieb ich: »Die Romane spielen entweder in der Galaxis Andromeda, oder es geht um die Auswirkungen des Andromeda-Krieges in den Jahren 2400 bis 2406.«

Zu den Titeln, die ich auswählte, zählen Klassiker von Hans Kneifel wie »Höllentanz der Marionetten« (Band 47, spielt im Jahr 2405) oder H. G. Ewers mit seinem »Herr über die Toten« (Band 40, er spielt im Jahr 2403). Gleich drei Bände von Peter Terrid und einer von Horst Hoffman zeigten deutlich, dass auch die »jüngeren« Autoren sehr stark von den »MdI«-Geschichten beeinflusst waren.

Ich überlegte längst darüber hinaus. »Möglich wären noch weitere Reihen«, schrieb ich – und so argumentierte ich es intern. Man könnte, so glaubte ich, Explorer-Romane veröffentlichen, aber ebenso Reihen mit Kolonisten-Abenteuern oder Mutanten-Geschichten. Am 15. Dezember 1998 schickte ich ein kurz gefasstes Konzept nach Prag, das die ersten drei Reihenkonzepte präsentierte.

Letztlich war die Konzeptarbeit »für die Katz«, wie man so schön sagt. Die Taschenbücher, die unsere Kollegen in Prag engagiert gestartet hatten, kamen nicht gut genug bei den Lesern an. Also wollten sie sich auf die Heftromane beschränken und erst einmal nichts weiter ausbauen – und damit waren all meine Reihenkonzepte unnötig.

Als ich recht frustriert darauf reagierte, tröstete mich Eckhard Schwettmann: »Wer weiß, wann wir mal wieder an die Planetenromane gehen. Da können wir solche Reihenüberlegungen doch immer gut brauchen.«