18 Juli 2019

Der unsichtbare Gegner

Aus der Serie »2000 Bände zurück«

Das Exposé sagt recht klar, was der Autor zu tun hat: »Ausgerechnet über das so ruhige Philosophen- und Künstlerviertel von Terrania, Garbus-Distrikt, bricht am Vormittag des 15. 10. ein unerwartetes Unheil herein«, formulierte William Voltz zu Band 1021. Dieser Roman wurde von H. G. Francis geschrieben. erschien 1981 und trug den Titel »Der unsichtbare Gegner«.

Der Autor solle, so das Exposé, »die beschauliche Ruhe einer Ausstellung schildern, wo in Schwebepavillons usw. experimentale Stücke der modernen Kunst gezeigt werden«. Und weiter: »Besonderes Interesse finden dabei paranormal beeinflusste Arbeiten, alte Stücke extraterrestrischer Kulturen und solche der bekanntesten terranischen Künstler.« Überall seien »Diskussionen, Auktionen usw. im Gang«.

Ohne zu spoilern: Der Exposéautor lieferte also dem Autor die Möglichkeit, einen Haluter durch dieses Museumsviertel poltern zu lassen. Der legendäre Elefant im Porzellanladen schien dagegen eine Winzigkeit zu sein.

Übrigens schrieb das Exposé dem Autor und Titelbildkünstler verbindlich die Kleidung vor: »Icho Tolot trägt eine Nachbildung seines ehemaligen roten Kampfanzuges«, so William Voltz. Trotzdem war das gesamte Exposé vergleichsweise dünn – der Autor erhielt dabei sehr viele Freiheiten.

15 Juli 2019

Bulls großes Spiel

Bei den PERRY RHODAN-Titelbildern machen wir extrem selten Experimente – meist veröffentlichen wir eben ein Titelbild, das zum Inhalt passt. Der Band mit der Nummer 3022, der am 19. Juli offiziell in den Handel kommt, bildet eine Ausnahme: Wir haben, weil sich die Mondlandung zum fünfzigsten Mal jährt, einen sogenannten Umleger produziert, der von Arndt Drechsler stammt und unser Titelbild eindeutig aufwertet.

Der Roman selbst trägt den Titel »Bulls großes Spiel« und stammt von Michael Marcus Thurner. Hier hat mir vor allem gefallen, wie der Autor es schafft, eine Atmosphäre zu erzeugen, wie man sie in klassischen Thrillern immer wieder erleben konnte: ein Spiel zwischen zwei Kontrahenten, das mit unterschiedlichen Mitteln ausgetragen wird und ein hohes Niveau erreicht …

14 Juli 2019

Besuch von Andreas Eschbach

Ein Logbuch der Redaktion

Den Schriftsteller Andreas Eschbach kenne ich schon lange, es sind mehr als zwanzig Jahre. Wir wirkten beide als Dozenten in der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel, wir sahen uns sehr oft auf Buchmessen, wir arbeiteten bei PERRY RHODAN-Romanen zusammen. Andreas saß bei uns daheim am Esszimmertisch, ich besuchte ihn spontan einmal in der Bretagne.

In all den Jahren hatten wir aber eines nicht geschafft: Nie war der Autor in den Räumlichkeiten des Pabel-Moewig Verlages, nie besuchte er die PERRY RHODAN-Redaktion. Und das nach all den Jahren der Lektüre und der Zusammenarbeit!

Das änderten wir am Dienstag, 2. Juli. Im Rahmen seiner Lesetour, die ihn zu Beginn des Juli 2019 durch mehrere Städte in Deutschland führte, war Andreas Eschbach am 1. Juli in Stuttgart und fuhr am 2. Juli von dort aus nach Mannheim. Rastatt, der Sitz unseres Verlages, lag gewissermaßen auf dem Weg, und so bot es sich an, dass er bei uns reinschaute.

Zusammen mit Klaus Bollhöfener aus unserem Marketing holte ich ihn am Bahnhof ab, wir gingen in eine Pizzeria, wo wir uns in den kleinen Biergarten setzten. Klaus und ich fragten den Autor ein wenig aus: wie er denn bisher mit den Reaktionen auf das Buch zufrieden sei, welche neuen Projekte er derzeit plane und wie es bei den bisherigen Veranstaltungen seiner Lesetour gefallen habe.

Im Verlauf unseres lockeren Gespräches kamen wir auch auf die Entstehung seines Buches zu sprechen. Andreas Eschbach erinnerte daran, dass die ursprüngliche Frage einmal in einem Seminar in Wolfenbüttel gestellt worden sei: Was macht Perry Rhodan eigentlich in seiner Freizeit?

»Rhodan zieht sicher nicht durch die Kneipen von Terrania«, meinte Andreas, er sei auch nicht die ganze Zeit auf der Suche nach einer neuen Lebensabschnittsbegleiterin. »Dafür sind ja schließlich andere Figuren da«, sagte er schmunzelnd.

So habe er sich immer wieder überlegt, was Rhodan in seiner Freizeit mache. Seine Antwort: Ein erfahrener Mensch wie Perry Rhodan würde es sicher genießen, sich zurückziehen zu können. »Also wird er lesen«, schlussfolgerte Andreas. Das passe seiner Ansicht nach zum Charakter unseres Serienhelden.

Und so ging er irgendwann daran, die Figur des »jungen« Perry zu charakterisieren. Was hat denn einen Jungen, der aus einer Kleinstadt in den USA stammt, dazu gebracht, zuerst zu einem Risikopiloten zu werden und dann die Menschheit zu einen? Welche Motive treiben ihn an, welche familiären Hintergründe gibt es eigentlich bei alledem?

Wir unterhielten uns über seine Recherche und über die Methoden, die er angewandt hatte, seinen Roman zu entwickeln. Einiges davon wusste ich schon, immerhin hatten wir während seiner Arbeit gelegentlich per Mail kommuniziert. Ich fand es trotzdem spannend, quasi zum Abschluss zu hören, welche Gedanken dem Autor durch den Kopf gegangen waren.

Das Gespräch setzten wir später bei mir im Büro fort. Klaus Bollhöfener und ich zeigten dem Autor die Büros unserer kleinen Abteilung; er freute sich, das legendäre Büchergefängnis im Keller zumindest von außen zu betrachten. Andreas Eschbach signierte einen Stapel Bücher, die wir später teilweise für Gewinnspiele zur Verfügung stellen werden.

Danach saßen wir an unserem Besprechungstisch, wo auch unser Geschäftsführer dazu stieß. Im weiteren Fachgespräch stellte Walter A. Fuchs weitere Fragen an den Autor; das war alles informativ und spannend.

Wir waren uns insgesamt einig darüber, dass dieser Roman das Potenzial zu einem Longseller hat. »Ein optimales Geschenk für einen Geburtstag oder für Weihnachten für jemanden, der früher einmal PERRY RHODAN gelesen hat oder sich generell für gute Bücher interessiert«, überlegte ich laut. »Und man kann das Buch immer jemandem in die Hand drücken, der wissen will, wer eigentlich dieser Perry Rhodan als Person ist.«

Ich fand, das war ein schönes Fazit für einen insgesamt sehr angenehmen Besuch, dem hoffentlich bald wieder einer folgen wird.

12 Juli 2019

Der Schaltmeister von Rumal

Eine der vielen guten Ideen der Exposéautoren bei der aktuellen Planung von PERRY RHODAN NEO war: »Wir stellen die Planeten der Solaren Union ein wenig genauer vor, wir erzählen von ihren Bewohnern, und wir zeigen, wie diese neuen Kolonien funktionieren.« So in etwa formulierten es Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm, als sie ihr Konzept für die Serie nach Band 200 vorstellten.

Der heute offiziell veröffentlichte NEO-Roman zeigt genauer, was die Kollegen gemeint haben. »Der Schaltmeister von Rumal« ist Band 204 der Serie, wurde von Rainer Schorm geschrieben und präsentiert die Welt Rumal. Die Leser erfahren mehr über die Flora und Fauna einer Welt, die zwar von Menschen besiedelt wird, aber immer noch ihre eigenen Regeln behält.

Natürlich gibt es auch eine spannende Handlung um den genannten Schaltmeister, um planetenweite Intrigen und einen Konflikt, der über die Dimensionen eines Sonnensystems hinausgeht. Mir haben aber vor allem die Einblicke gefallen, die der Autor »ganz nebenbei« vermittelt. Stark!

11 Juli 2019

Der WeltCon 1991 in der SF-Times

Ich finde es immer wieder spannend, in alten Science-Fiction-Heften zu blättern. Dieser Tage nahm ich die Ausgabe 9/91 der »Science Fiction Times« zur Hand. Das stets sehr kritische »Magazin für Science Fiction und Fantasy«, wie sich das Heft im Untertitel bezeichnete, hatte in dieser Ausgabe nicht nur PERRY RHODAN als ein Titelthema, sondern darüber hinaus eine Reihe von Mitarbeitern aus »unseren Kreisen«.

Den großen Artikel über den WeltCon verfasste Uwe Anton, der 1991 sicher nicht wusste, dass er einmal Exposéautor von PERRY RHODAN sein würde. Er schloss seinen Artikel mit einer prophetischen Aussage: »Auf Wiedersehen im Jahr 2001 zum vierzigjährigen Jubiläum.«

Ein schöner Artikel über die »Prähistorie der achtziger Jahre« stammte von Bernhard Kempen, der mittlerweile einige Werke zum PERRY RHODAN-Universum beigesteuert hat. Bei den Rezensenten wiederum war Dr. Florian F. Marzin vertreten, der im Jahr 1991 als Chefredakteur die PERRY RHODAN-Serie leitete.

Mit dem Abstand von fast drei Jahrzehnten stelle ich fest: Dass sich die »SF-Times« und die PERRY RHODAN-Serie einmal nicht besonders »grün« waren, lässt sich an dieser Ausgabe kaum festmachen. Zumindest im September 1991 schienen sich die Redaktion und ihre Mitarbeiter durchaus zu mögen ...

10 Juli 2019

Nach dem Start von PERRY RHODAN-Action

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Zur monatlichen PERRY RHODAN-Konferenz am 6. Mai 2008 kam ich mit großen Erwartungen. Am 4. April hatten wir mit »Trafalgars Killer« von Robert Feldhoff den ersten Band einer neuen Serie veröffentlicht, in die wir große Hoffnung setzten. PERRY RHODAN-Action war unser Versuch, in den längst totgeglaubten Markt der Heftromane noch einmal neue Bewegung zu bringne; darüber hinaus hatte ich einige Vorstöße unternommen, weitere Serien zu veröffentlichen.

Die Besprechung fand im Konferenzzimmer der Geschäftsführung statt; wie immer nahmen neben dem Geschäftsführer auch weitere Kollegen aus anderen Abteilungen daran teil. Traditionell begannen wir mit der aktuellen Situation bei der laufenden Erstauflage: Die Auflage war zuletzt gestiegen, sie bewegte sich zu dieser Zeit über dem Vorjahr. »Der aktuelle Zyklus kommt an«, freute ich mich.

Verwirrend fand ich, dass es gelegentlich einzelne »Ausreißer nach oben« gab. Einige wenige Hefte hatten sich deutlich besser verkauft als die anderen. Es lag weder am Inhalt – sie waren nicht auffallend stark gelobt worden –, noch am Autor. Ich fand unterm Strich erfreulich, dass es immer wieder Überraschungen dieser Art gab, erklären konnte ich mir das Phänomen nicht.

Als die Kollegin aus dem Vertrieb die ersten Zahlen zu PERRY RHODAN-Action verteilte, war ich ebenfalls positiv gestimmt, wenngleich nicht euphorisiert. Die Werbung im Vorfeld hatte guten Anklang gefunden, wir hatten bereits eine vierstellige Zahl an Abonnenten gewinnen können. Im Zeitschriftenhandel waren die Zahlen gut, wenngleich nicht ganz so, wie wir es geplant hatten.

»Es ist nur eine Verkaufsprognose«, beruhigte mich die Kollegin aus dem Vertrieb. Das könne sich noch ändern. Aber aus Erfahrung wisse sie, dass solche Prognosen meist der Wirklichkeit entsprachen.

Wir diskutierten über das Titelbild. Es zeigte Perry Rhodan in einer eindeutigen »Action-Situation«; Dirk Schulz hatte genau das geliefert, was wir gewollt hatten. Auch inhaltlich entsprach der Roman dem gewünschten Ziel: Robert Feldhoff hatte einen spannenden Band mit viel Action geschrieben. Trotzdem hatten wir uns mehr von dem Heft versprochen.

Wir reduzierten in der Folge die Druck- und die Vertriebsauflage. Verkaufsstellen, an denen kein Heft verkauft worden war, würden in der Folge nicht weiter beliefert werden; zum Ausgleich sollten beispielsweise einige Bahnhöfe »mehr Ware« erhalten. Das war kein ungewöhnliches Vorgehen des Vertriebes, und ich kam damit immer gut klar. Ich empfand es sogar als sinnvoll: Niemand hatte etwas davon, wenn Tausende von Heften in irgendwelchen Läden lagen und dann unverkauft weggeworfen wurden.

Wir fanden die Verkaufszahlen aber nicht schlecht, die Enttäuschung hielt sich in Grenzen. Es wurde gleich vereinbart, dass die Redaktion mit der Arbeit an einer zweiten Staffel anfangen solle. »Vielleicht kann man den Abonnenten der wöchentlichen PERRY RHODAN-Serie ein Abonnement an PERRY RHODAN-Action zu einem günstigen Preis anbieten?«, schlug ich vor. Zumindest wollte man das diskutieren.

Ich kündigte an, mit Edel – seit einem Jahr unser neuer Vertriebspartner bei den Büchern – über eine Lizenzausgabe in Form von Taschenbüchern zu sprechen. Aus den zwölf Heftromanen der ersten Staffel von PERRY RHODAN-Action könne man doch drei spannende Taschenbücher machen, überlegte ich laut. Von der Geschäftsleitung bekam ich grünes Licht für weitere Verhandlungen in dieser Frage.

Zufriedener waren wir mit den Ergebnissen von PERRY RHODAN-Extra. Der fünfte Band hatte sich seit seinem Erscheinen im November 2007 sehr gut verkauft, während für den sechsten Band, der im März 2008 in den Handel gekommen war, noch keine klare Angabe vorlag. Wir nahmen uns trotzdem vor, auch bei PR-Extra einen weiteren Roman anzugehen.

Erst nach all den »reinen« PERRY RHODAN-Themen konnten wir zu dem Punkt kommt, der mir an diesem Tag besonders wichtig war: Ich wollte eine neue Serie starten. Mein Argument: »Wir brauchen ein zweites Standbein im Handel, das sich in eine andere Richtung bewegt.« Ich präsentierte ein kurzes Konzept, in dem ich die Idee klarer formulierte. Mein Plan war, eine Fantasy-Serie zu veröffentlichen, die sich vorrangig an ein eher weibliches Publikum richten sollte.

Der Oberbegriff lautete schlicht »Romantic Fantasy«; in die exakten Details wollte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehen, auch wenn ich Konzepte hatte. Dieses aber sollte – so die Aussage im abschließenden Protokoll – »die Basis für ein Engagement in dieser Richtung« sein. Der durchaus ambitionierte Plan sah vor, noch im Sommer 2008 einen ersten Roman zu präsentieren.

Die Runde fand das Konzept gut. In weiteren Schritten sollte eine Kalkulation angefertigt werden; benötigt wurden erste Entwürfe für Titelbilder sowie eine allererste Textprobe. Das, so glaubte ich, würde schnell zu erledigen sein.

Weitere Themen der Besprechung waren das Computerspiel, das kurz zuvor von unseren Partnern von Braingame veröffentlicht worden war und gut anlief, sowie die aktuelle Entwicklung im Audio-Bereich: Mit Lübbe Audio und Eins A Medien hatten wir zwei sehr unterschiedliche Partner, die auch jeweils eine eigene Vertriebsstrategie pflegten.

Aber für PERRY RHODAN – so meine Sicht der Dinge – war es stets sehr wichtig, in verschiedenen Bereichen aktiv zu sein …

09 Juli 2019

Das Conbuch zu Osnabrück

Über die gelungenen PERRY RHODAN-Tage in Osnabrück habe ich schon gelegentlich geschrieben. Am Wochenende kam ich endlich dazu, das Conbuch zu lesen, das alle Besucher kostenlos auf der Veranstaltung erhielten. Es ist wie ein Buch aufgemacht: farbiger Umschlag, professionelles Layout, farbige Innenseiten und 64 Seiten Umfang. Ein solches Werk schmückt jede Sammlung und sieht im Regal wirklich gut aus.

Wobei es sich auch inhaltlich sehen lassen kann. Unter anderem werden alle Ehrengäste der Veranstaltung mit Fotos und kurzen Texten vorgestellt, dazu kommen einige Artikel. Vor allem die Kurzgeschichten haben mir aber ausgesprochen gefallen.

So bietet Norbert Fiks mit »Rendezvous mit der Mondgöttin« eine parallele Schilderung der Mondlandung durch Perry Rhodan und seine Begleiter. In »Notfallprozeduren« gibt Christina Hacker einen schönen Blick auf die STELLARIS. Alexandra Trinley mit ihrem »Da haben wir den Salat« und Markus Regler mit »Zwischen den Zyklen« – sehr hübsch! – erzählen humoristische Geschichten.

Alles in allem ist das Conbuch sehr gelungen. Was mir auch gefällt: Man kann es noch beziehen. Es ist im Shop der PERRY RHODAN-FanZentrale als lieferbar verzeichnet. Wer ein gelungenes Fan-Produkt haben möchte, ist hier absolut richtig!