23 Oktober 2017

PERRY RHODAN und der Buchblog Award

Im Jahr 2017 wurde zum ersten Mal der Buchblog Award verliehen. Mit der Jury hatten wir von der PERRY RHODAN-Redaktion nichts zu tun, ich kann also nichts zu den Gewinnern sagen oder erzählen. Wir haben uns indirekt im Vorfeld beteiligt, in dem wir zur Teilnahme an dem Preis aufgerufen haben.

Zur Dokumentation kommt hier die offizielle Aussage, die ich auf der Internet-Seite des Preises getroffen habe. Ich stehe nach wie vor dazu, weil ich Blogs für wichtig halte – sie sind für mich eine direkte Fortsetzung der Fanzines, die leider heute nicht mehr so häufig sind wie in den 90er-Jahren und früher ...

»Für uns war der Kontakt zu den Lesern schon immer wichtig – die Autoren und die Redaktion stehen seit Jahr und Tag in einer direkten Verbindung zur Leserkritik. Dank der Buchblogs hat sich das noch intensiviert: Die Bloggerinnen und Blogger sind gut vernetzt, tauschen sich untereinander aus, kritisieren klar und sachkundig und liefern uns somit wertvolle Impulse für unsere Arbeit.

Die Medienwelt hat sich schlichtweg verändert: Was früher die zahlreichen Fan-Zeitschriften und kleine Literaturzeitschriften waren, wird heute von den Blogs abgedeckt. Dadurch ist das heutige Medienumfeld schneller und intensiver – was wir sehr spannend finden.«

22 Oktober 2017

Eigentlich Controlling ...

Was macht der Redakteur am Sonntag? Er sitzt am Computer, guckt in den Regen und schaut sich Zahlen an. Kein Witz: Es ist gut vier Wochen her, seit ich mit den Controllern aus der »obersten Etage« unseres Konzerns zusammengesessen bin. Wir diskutierten über Zahlen und legten die Planung für das Jahr 2018 fest.

Seither nehme ich mir vor, diese Beschlüsse zu verschriftlichen – damit ich hinterher auch noch weiß, was wir eigentlich besprochen haben und damit ich es meinen Kolleginnen und Kollegen in der Redaktion sagen kann. Es handelt sich hier ja nicht um Geheimwissenschaften, sondern um wichtige Informationen für unsere Jahresplanung.

Aber es gibt ja so viele Dinge, die wichtiger sind ... Immer ... Und Zahlen interessieren mich privat gar nicht. Ich lese lieber Manuskripte (aktuell: Kai Hirdt und Michael Marcus Thurner) und Ideenpapiere (aktuell: Andreas Eschbach). Aber ich fürchte, dass ich um die Controller-Zahlen nicht herumkommen werde ...

20 Oktober 2017

Das Paradies wird hundert

Ein Logbuch der Redaktion

Über meine Begeisterung für die Fan-Szene und ihre Aktivitäten schreibe ich seit vielen Jahren. Der Grund liegt auf der Hand: Ich selbst komme aus dem Fandom – wie die Szene eigentlich genannt wird – und habe dort viele Erfahrungen gesammelt. Bis heute mag ich Fanzines und Cons, Stammtische und Lesergeschichten.

Deshalb freue ich mich besonders, wenn ein Club sein Jubiläum feiern kann oder wenn ein Fanzine einen »runden Geburtstag« hat. Das aktuelle Beispiel ist im August 2017 erschienen; ich meine das Club-Fanzine »Paradise«. Gelesen habe ich das Werk während einer langen Zugfahrt. Allerdings schaffte ich nicht alles – das Fanzine umfasst unglaubliche 176 Seiten.

img_5044.jpgUnd weil ich das Fanzine las, schaute ich ein wenig in die Vergangenheit. Laut meiner Übersicht, die ich irgendwann vor vielen Jahren angefangen habe, meldete sich im Frühjahr 1993 ein junger Science-Fiction-Fan bei mir. Er hieß Thomas Straubhaar und kam aus Burgkirchen, er rief einen Club ins Leben und startete gleich mit drei Fanzines.

Den »Terranischen Club EdeN« – das »EdeN« steht für »Erben der Nacht« – stattete er mit einigen ungewöhnlichen Details aus: So sollten die Mitglieder untereinander vor allem über spezielle Namen kommunizieren. Man schrieb also nicht als »Klaus«, sondern beispielsweise als »Lemy Danger«; man nannte sich nach Figuren aus der PERRY RHODAN-Serie oder erfand gleich einen eigenen Begriff.

Das fand ich originell, das gab es in der Form noch nicht. Den neuen Club beobachtete ich also interessiert. Ich schrieb in den PERRY RHODAN-Clubnachrichten nicht nur einmal über die unterschiedlichen Projekte, und ich bekam mit, wie er seine Aktivitäten ausweitete.

Die Zeit war noch nicht reif für umfangreiche Online-Aktivitäten; die meisten Menschen hatten nicht einmal einen Internet-Anschluss. Also war das Veröffentlichen von Fanzines und anderen kleinauflagigen Heften durchaus üblich und die einzige Möglichkeit, ein Publikum zu erreichen.

Thomas Straubhaar war besonders rege, was seinen »Output« anging. Die erste Ausgabe von »Ritter der Nacht« kam im März 1993, die erste Ausgabe von »Paradream« folgte im April, und im Juli 1993 veröffentlichte er die erste Ausgabe von »Paradise«. In jener Zeit gab es eine wahre Welle an neuen und aktiven Clubs, aus denen Fanzines und weitere Aktivitäten hervorgingen.

Die meisten der neuen Clubs und Fanzines gingen rasch den Weg des Zeitlichen, der »TCE« und sein »Paradise« hielten durch. Bis heute ... Der Clubgründer ist längst nicht mehr an Bord. Recht früh übernahmen andere Fans das Ruder des Clubschiffes und hielten es seitdem auf Kurs; es gibt verschiedene Kontinuitäten, die erhalten geblieben sind – und das finde ich richtig gut.

Der Club veröffentlichte zahlreiche Hintergrundbände zu PERRY RHODAN, seine Mitglieder wirkten an Veranstaltungen mit und waren sonstwie aktiv. Sie schrieben Fan-Romane, bereicherten so die Fan-Szene mit ihren Aktivitäten. Und das »Paradise« bündelt das alles bis heute.

Die aktuelle Ausgabe zeigt das: Sie enthält zahlreiche Glückwünsche zum Jubiläum, ebenso Kurzgeschichten und Grafiken, Buchbesprechungen und allerlei Berichte, ein Sammelsurium an Themen, die durch die Begeisterung für Science Fiction und Fantasy zusammengehalten werden. Autoren wie Hubert Haensel oder Uwe Anton trugen ebenso Texte zu der Ausgabe bei wie zahlreiche Aktivisten aus der Fan-Szene.

Ich bin echt beeindruckt: Wenn ein Club-Fanzine seine Ausgabe 100 erreicht, ist das Grund genug, ein Jubiläum zu feiern. Ich hebe also mein – leider völlig fiktives – Glas mit leckerem Vurguzz auf ein außergewöhnliches Jubiläum!

19 Oktober 2017

Clark Darlton und der Schwarm

Dass das Thema des Schwarms in der PERRY RHODAN-Serie auch für die Autoren von großer Faszination war, liegt auf der Hand: Ein riesiger Sternenschwarm aus Tausenden von Welten, der hilft, die Intelligenz im Universum zu verbreiten – was für eine Idee! Vor allem Clark Darlton, der sich schon früh dafür interessiert hatte, wie sich die Kultur auf der Erde verbreitet hatte, schien Feuer gefangen zu haben.

Zumindest deutet das eine schriftliche Notiz an, die er am 2. Juli 1971 verfasste und in die Redaktion schickte. Er stellte seine Überlegungen zum Schwarm in den Raum, brachte bereits das Wort Superintelligenzen aufs Blatt und machte sich weitergehende Gedanken.

In seinem Konzept ging er davon aus, dass die »Heimlichen Herrscher« – der Begriff Cyno war zu diesem Zeitpunkt offenbar noch nicht bekannt – über Jahrtausende hinweg die Menschheit gefördert hatten: »Sie benötigen Hilfe, wenn es so weit ist.«

Clark Darlton blieb bei seinem Arbeitspapier, das sich auf die Autorenkonferenz vom 2. Juni 1971 bezog, übrigens sehr höflich und zurückhaltend: »Vielleicht ist dieser oder jener Satz zu gebrauchen und gibt eine Anregung.«

18 Oktober 2017

Kampf um Quinto-Center

Ich gestehe: Im Vorfeld haben wir um die Romane ganz schön gerungen, wir waren uns da anfangs nicht einig. Doch die Idee der Exposéautoren setzte sich durch – sie wollten, dass wir Quinto-Center zu einem wichtigen Schauplatz der laufenden PERRY RHODAN-Handlung machen.

So ist es nun geschehen. Diese Woche erscheint »Kampf um Quinto-Center« von Verena Themsen; der Roman trägt die Bandnummer 2931 und wird von einem klassischen Titelbild von Alfred Kelsner geziert.

Bei diesem Roman stimmte für mich alles: Ich fand das Manuskript schon richtig spannend – obwohl ich durch die Lektüre des Exposés genau wusste, was passieren würde. Wie die Autorin die verschiedenen Figuren zeichnet, wie sie die Spannung aufbaut, wie sie Quinto-Center selbst in Szene setzt – das ist großes Kino. Zumindest für mich.

Allein schon die Begriffe: Türöffner ... Verdunkler ... Fremdenführer ...

17 Oktober 2017

Wie wird man eigentlich Teamautor?

Eine Frage, die mir tatsächlich im Verlauf des Wochenendes mehrfach gestellt wurde: Wie kann man PERRY RHODAN-Autor werden? Oder PERRY RHODAN-Autorin? Dass es dafür keine Standard-Antwort gibt, liegt hoffentlich auf der Hand – ich möchte dennoch einige Hinweise geben.

Wir schauen uns sehr genau an, was sich in der »Szene« tut: Wer veröffentlicht in Fan-Zeitschriften, wer schreibt eigene Romane, wer arbeitet für andere Verlage in vergleichbaren Serien? Gelegentlich sprechen wir jemanden an und fragen diese Person, ob sie Lust und Zeit hätte, für uns zu arbeiten. Aus einer solchen Frage wird manchmal etwas, manchmal aber auch nicht.

Das ist der eine Weg. Leo Lukas sagte einmal: »Bei PERRY RHODAN wird man berufen.« Man kann sich allerdings auch bewerben; das ist der andere Weg.

Hilfreich ist hierbei ein aussagekräftiges Manuskript, aus dem hervorgeht, was der Autor oder die Autorin eigentlich kann; Science Fiction wäre noch hilfreicher. Ein höfliches Anschreiben zählt irgendwie ebenfalls dazu. Wir schauen uns alle Manuskripte an, die bei uns eintreffen – leider dauert es manchmal, bis eine Antwort kommt. (Die aktuellen Manuskripte für die laufenden Serien gehen selbstverständlich vor.)

Grundsätzlich sieht es derzeit so aus, dass wir ein PERRY RHODAN-Autorenteam haben, ebenso ein Team für PERRY RHODAN NEO. Wir suchen nicht händeringend nach neuen Kolleginnen und Kollegen. Aber man weiß ja nie ...

16 Oktober 2017

Abgrund unter schwarzer Sonne

In den fünfeinhalb Jahrzehnten ihres Bestehens hatte die PERRY RHODAN-Serie immer wieder Phasen, die von den Lesern als »abgefahren« angesehen wurden. Eine davon spiegelt sich im Silberband 140 wieder. Dieser erscheint offiziell im November, aber ich erhielt heute schon mal ein Vorabexemplar aus der Druckerei.

In »Abgrund unter schwarzer Sonne« geht es weiter um die Endlose Armada. Verschiedene Gruppierungen versuchen, die Vorherrschaft über diese gigantische Ansammlung von Raumschiffen zu erringen. Dabei spielt der geheimnisvolle Loolandre – das Herz der riesigen Flotte – eine Rolle, ebenso aber auch Sato Ambush, ein geheimnisvoller Mann.

Ebenso eine wichtige Rolle in diesem Roman spielt Perry Rhodan: Die Jugend des Terraners wird erzählt. Man erfährt mehr über seine Familie und seine Herkunft.

Ich weiß noch gut, wie faszinierend ich das in den frühen 80er-Jahren fand. Und als ich heute in diesem Buch blätterte, fand ich das erneut faszinierend.

Es sind Ideen, die für die damalige PERRY RHODAN-Serie neu und ungewöhnlich waren. Was war ein Pararealist, was hatte die Jugend von Perry Rhodan mit alledem zu tun? Und was geschieht, wenn eine Clansmutter sterben sollte?