22 August 2017

Einsteins Tränen

Als der Roman »Einsteins Tränen« im Dezember 1983 erschien, wusste ich nicht, dass es der letzte Roman des Autors William Voltz sein würde. Ich las den PERRY RHODAN-Roman, wie ich zu jener Zeit alle Romane der Serie durchschmökerte: mit großem Interesse und wachsender Spannung, weil ich viele der Ideen des laufenden Zyklus sehr schätzte. Und die Voltz-Romane hatte ich sowieso immer gern gelesen.

Gestern kam der Silberband mit dem gleichnamigen Titel aus der Druckerei. Offiziell erscheint er im September, aber die Redaktion erhält stets Vorabexemplare.

Wenn ich es in die Hand nehme, erinnere ich mich gut an meine damalige Lektüre zurück, an meine Faszination für die Welt von PERRY RHODAN, die von den Autoren vermittelt wurde. Ich könnte mir vorstellen, dass die Romane, die im Grauen Korridor spielen, diese Faszination auch heute noch ausstrahlen.

Mit dem Silberband liegt ein Denkmal besonderer Art vor: William Voltz war der erste Bearbeiter der PERRY RHODAN-Buchausgabe, und ihm ist ihr Erfolg sicher mitzuverdanken. Dass jetzt ein Buch mit seinem letzten Roman erscheint, schließt in gewisser Weise einen Kreis. Das hat dann sogar etwas Tröstendes, finde ich.

21 August 2017

Atlans Rückkehr

Ich gestehe, dass ich mich ein wenig durch das Hörbuch von »Atlans Rückkehr« gequält habe. Ob das an der Stimme von Martin Bross lag, an die ich mich erst gewöhnen musste – ich bin nun mal ein Fan von Josef Tratnik, der für mich die PERRY RHODAN-Srie am besten ins Akustische überträgt –, oder eben daran, dass ein Teil dieses Hörbuches aus sogenannten Betschiden-Abenteuern besteht, weiß ich nicht. Eigentlich ist die Geschichte ja gut, aber ich hatte in den frühen 80er-Jahren schon meine Probleme mit den Original-Romanen.

Zur Handlung: Im Herzogtum von Krandhor spitzt sich die Lage zu; Revolutionen brodeln, und Atlan als Orakel wacht endlich auf. Die SOL soll zu ihrem letzten Flug antreten, alles verändert sich, und niemand ist so richtig klar, welche Pläne die Kosmokraten eigentlich haben. Immerhin liegt das Herzogtum im nicht genau definierten Limbus zwischen den Mächtigkeitsballungen von ES und Seth-Apophis.

Es taucht eine Vielzahl von Charakteren auf, die legendäre Gesil kommt in die Handlung, die Kranen und die Welt Chircool erhalten ihr letztes Gastspiel, und am Ende muss sich die SOL von einer Handvoll Urwaldbewohner retten lassen, die auf wundersame Weise mit Robotern, Antigravschächten und dergleichen umgehen können. Es passiert einiges, und ich habe mich auch gut unterhalten – aber ein Freund der Betschiden-Abenteuer wurde ich 2017 nicht mehr ...

18 August 2017

Besuch von der FanZentrale

Weil sie sowieso in der Gegend war, schlug Christina Hacker vor, uns in der Redaktion zu besuchen. Am Freitag, 18. August 2017, war es soweit: Wir trafen uns im Büro von Klaus Bollhöfener, gingen gemeinsam in die Kantine und saßen hinterher bei mir am Besprechungstisch noch einige Zeit zusammen.

Christina Hacker ist für die »SOL« verantwortlich, die Mitgliederzeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale (PRFZ). Sie stellt auch den »PRFZ-Newsletter« zusammen, der alle zwei Monate verschickt wird. Darüber hinaus hat sie bereits zwei Romane in der Fan-Edition veröffentlicht.

Bei ihrem Besuch ging es vor allem um die engere Zusammenarbeit zwischen der FanZentrale und der PERRY RHODAN-Redaktion. Sie hatte einige Ideen, die wir flott diskutierten – schauen wir mal, wie wir welche Fan-Wünsche erfüllen können ...

17 August 2017

Gratulation an Eins A Medien

Heute können wir und unsere Partner von Eins A Medien ein kleines Jubiläum feiern: Seit genau zehn Jahren gibt es die PERRY RHODAN-Serie als wöchentliches Hörbuch. Jeden Donnerstag kommt immer der neue Roman als Hörbuch heraus – das sind schon unglaublichee 522 Wochen.

Ich bin selbst baff, wenn ich mir die Zahlen vor Augen führe. Das ist eine verdammt lange Zeit, und es ist auch eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit.

Was haben wir in dieser Zeit alles gemeinsam durchlebt: den Kampf gegen die Terminale Kolonne, das Neuroversum und das Atopische Tribunal – eine Unmenge an phantastischen und spannenden Science-Fiction-Romanen, geschrieben von unterschiedlichsten Autoren und gelesen von verschiedenen Sprechern.

Als wir am Freitagmorgen, 10. August 2007, unsere Pressekonferenz in Köln veranstalteten, hatten wohl weder Hans Greis (links im Bild) von Eins A Medien noch ich konkrete Erwartungen, wie lange wir zusammenarbeiten würden. Immerhin gingen wir ein Risiko ein: Würde sich genügend Kunden für eine solche Hörbuchserie finden, die es in dieser Form bisher nirgends gab?

Ich bin sehr stolz darauf, dass Eins A Medien unsere Romane auf einem so hohen Niveau vertont. Das machen die Kollegen in Köln richtig gut. Darauf müssen wir bei nächster Gelegenheit anstoßen: ob mit Kölsch aus Köln oder einem Riesling aus Baden, das überlegen wir uns dann noch ...

16 August 2017

Die Nacht der 1000

»Und er schaltete um.« In dem PERRY RHODAN-Roman, der diese Woche erscheint, erweist sich die Titelfigur unserer Science-Fiction-Serie erneut als der »Sofortumschalter«, als den man ihn kennen sollte.

In Szene gesetzt wird er von Uwe Anton, der bei »Die Nacht der 1000« immer wieder aus seiner umfangreichen Kenntnis der PERRY RHODAN-Serie schöpfen konnte. Bei diesem Autor bemerkt man als Leser stets, wie gut er sich auskennt und dass er auch große Erfahrung mit dem Verfassen von Exposés hat.

Der Roman hat es ohnehin in sich, finde ich: Es gibt eine Konfettiparade – na ja, vielleicht kein Konfetti –, und es gibt eine Auseinandersetzung gesellschaftspolitischer Art; es geht ein wenig um die Medien in einer fernen Galaxis und um die Darstellung galaktohistorischer Geschichte. Darüber hinaus legt der Autor falsche Spuren und ... mehr sollte ich an dieser Stelle nicht erzählen.

Mir hat die Lektüre des Manuskripts viel Spaß bereitet. Ich bin sicher: Vor allem solche Leser, die PERRY RHODAN seit langem kennen, erhalten einen Blick auf »ihr« Terra aus einer anderen Warte.

15 August 2017

Der fünfte FreuCon im Blick

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im Frühjahr 1985 hatte ich das Gefühl, im Fandom – also in der Science-Fiction-Szene – einen richtig guten Ruf zu haben. Zwar war ich im wirklichen Leben ein ganz gewöhnlicher Wehrpflichtiger, der als »Schütze« in einer Bundeswehrkaserne seinen Dienst verrichtete, in der Fan-Szene fand ich mich aber ziemlich wichtig. Meine Kurzgeschichten und Artikel wurden regelmäßig in Fan-Zeitschriften veröffentlicht, mein eigenes Fanzine »Sagittarius« genoss einen guten Ruf.

Zudem hatte ich bereits viermal einen Con veranstaltet, also eine Veranstaltung für Science-Fiction-Fans. Der Begriff »Con« leitete sich von »Convention« ab; übersetzte man das auf deutsch, meinte man also einen »Kongress«. Das war natürlich eine hochtrabende Bezeichnung für die üblichen Cons, an denen einige Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene ein Wochenende lang in einem Jugendzentrum herumsaßen und über Science Fiction und artverwandte Themen sprachen.

Für den 14. April 1985 hatte ich wieder einen Con angesetzt, erneut im Jugendzentrum »Murgtäler Hof« in Freudenstadt. (Das Bild zeigt das JuZ in den 80er-Jahren.) Ich orientierte mich an den Namen bekannterer Fan-Veranstaltungen, die in Berlin eben »BärCon« oder in Stuttgart dann »StuCon« genannt wurden; in den USA hießen sie in Philadelphia logischerweise »PhilCon« und in Chicago »ChiCon«. Aus Freudenstadt wurde also »Freu«« – daraus entstand der Name »FreuCon«.

In dem Jugendzentrum ging ich seit den späten 70er-Jahren ein und aus, und seit 1981 organisierte ich dort einmal im Jahr die Science-Fiction-Treffen. Mir war bewusst, dass ich es nicht schaffen würde, einen »vernünftigen« Con auf die Beine zu stellen, ein Con mit Programm und Ehrengästen und einem geregelten Ablauf.

Zudem waren die Räumlichkeiten im Jugendzentrum begrenzt: Mehr als sechzig Besucher würden den Ablauf zu sehr durcheinander bringen – mir stand letztlich nur ein einziger Raum zur Verfügung, der zudem durch geplante Baustellen in den Nebenräumen eingeschränkt sein würde.

tl_files/comic/images/news/erinnerungen/JuZ_FDS.jpgMir war zu diesem Zeitpunkt einigermaßen klar, warum der FreuCon bei einer gewissen Klientel beliebt war: Es handelte sich um einen fannischen Con, wie man das damals nannte, einen Con also, bei dem die Kommunikation der Fans untereinander wichtig war. Nur deshalb reisten Besucher aus der halben Bundesrepublik in die Kleinstadt im Schwarzwald; ein mögliches Programm interessierte die wenigsten.

Also verfasste ich in diesem Frühjahr 1985 ein sogenanntes Egozine, eine Fan-Zeitschrift also, die ein Mensch allein machte, um seinem Ego zu genügen. Ich nannte es – nach der Eichelberg-Kaserne, in der ich meine Tage fristete – »Der Ge-Eichelte Bote«, was ich sehr witzig fand, und schrieb darin unter anderem über den geplanten Con.

»FreuCons sind eigentlich immer für die Leute interessant, die selbst kreativ sind, einen Hang zum Chaos verspüren und auch so gut drauf sind«, verkündete ich selbstbewusst. Ich hätte auch formulieren können, dass ich nur Leute wünschte, die in der Lage waren, sich mit sich selbst und anderen zu beschäftigen, und die kein Programm benötigten.

Ähnlich selbstbewusst formulierte ich weiter: »Vollidioten und Berts haben sich auf FreuCons im Regelfall nie wohlgefühlt, auch wenn sie zeitweise in großer Anzahl vorhanden waren.« Im Nachhinein betrachtet: So richtig klug war es sicher nicht, einen Teil der bisherigen Besucher auf diese Weise zu beschimpfen ...

»Allerdings gab's auch durchaus fähige Leute, die zu den FreuCons kamen und enttäuscht wieder von dannen zogen, weil sie sich einfach zu viel von der ganzen Veranstaltung versprochen haben«, ruderte ich gleich im nächsten Satz zurück. Ich wollte tatsächlich das potenzielle Publikum warnen: »Wer gern wissenschaftliche Vorträge hört oder sich mit Schriftstellern unterhält, ist natürlich auf einem FreuCon fehl am Platz.«

Weil ich nicht zu viele Besucher und weil ich nur bestimmte Leute ansprechen wollte, gab ich bekannt, dass man zum Con eingeladen werden musste. Ich verwies auf ein »Anforderungsformular« für eine Einladung, das man bei mir erhalten könne, wenn man nicht sowieso schon eine Einladung erhalten habe. Dass ich das Formular irgendwie ausarbeiten musste, war mir zu dem Zeitpunkt nicht klar, als ich »Der Ge-Eichelte Bote« schrieb und in der Kaserne vervielfältigte.

Immerhin machte ich mir schon Gedanken über den Ablauf der Veranstaltung. Weil ich dachte, für einen normalen Science-Fiction-Con weder die Zeit noch die Nerven zu haben, plante ich Programmpunkte, die sehr unüblich waren. Unter anderem wollte ich eine Führung durch den Wald anbieten, um den Besuchern zu zeigen – man schrieb 1985! –, »wie schlimm und ausgedehnt das Waldsterben wirklich ist!« Immerhin sei das Waldsterben »schon keine SF mehr«.

Darüber hinaus hatte ich vor, mit den Con-Besuchern einen Maler zu besuchen, der in Freudenstadt wohnte und arbeitete und dessen Bilder mit phantastischen Motiven spielten. Als weitere Programmpunkte betrachtete ich einen »Kurz-Spontan-Dungeon«, der »in der Nacht gegen zwei Uhr« beginnen solle – gemeint war offenbar ein Rollenspiel –, sowie einen »Freak-Special-Program-Punkt, kurz FSPP«, was immer ich auch damit meinte.

Um es vorwegzunehmen: Von all diesen geplanten Dingen wurde nichts umgesetzt. Ich hatte kein glückliches Händchen, was die Organisation von Veranstaltungen anging, vor allem, weil ich immer dachte, alles allein machen zu müssen. Aber immerhin bekam ich es in der Kaserne hin, etwas vorzubereiten und damit etwas zu tun, das über das dröge Einerlei des Feierabend-Saufens hinausging ...

14 August 2017

Romanlängen und Leserseiten

Das Thema scheint die Leser zu packen: Warum sind bei den PERRY RHODAN-Romanen mit den Bandnummern 2917, 2919 und 2921 jeweils die Leserkontaktseiten entfallen? Ich hatte mehrfach dazu geschrieben, das habe an den Umfängen gelegen: Wenn ein Roman einen zu großen Umfang habe, sei ich eher bereit, bei der Leserseite zu kürzen als beim Inhalt. Allerdings wurde mir das nicht immer geglaubt ... deshalb hier und heute einmal wieder der Versuch einer Aufklärung.

Des Rätsels Lösung ist eigentlich ganz einfach, man muss es aber wissen: Bände mit geraden Bandnummern haben jeweils eine zwölf Seiten umfassende Beilage, den PR-Report, das PR-Journal oder die STELLARIS-Geschichte.

Um diese zwölf Seiten veröffentlichen zu können, drucken wir einen sogenannten Bogen mehr – dieser umfasst 16 Seiten. Das heißt: Ein Band mit gerader Bandnummer hat damit vier Seiten mehr Raum für einen Roman.

Bände mit ungeraden Bandnummer wiederum umfassen nur 64 Seiten – davon werden aber im Regelfall drei bis vier Seiten für die Risszeichnung oder die Clubnachrichten verwendet. Das heißt: Ein Band mit ungerader Bandnummer hat drei bis vier Seiten weniger Umfang, den man für den Roman verwenden kann.

Noch mal anders gesagt: Bände mit ungerader Nummer sind sieben bis acht Seiten »kürzer« als Bände mit gerader Bandnummer. Band 2917 hatte mehr als zehn Prozent mehr Text-Umfang als Band 2918; dummerweise standen uns aber sieben Seiten weniger zur Verfügung.

Da kann man zwar »eng setzen«, aber das geht nicht unbeschränkt. Aus diesem Grund musste ich kürzen – und ich entschied mich fürs Kürzen der Leserseite.

Noch einmal weise ich darauf hin: Wir wollen die Leserkontaktseite auf gar keinen Fall einstellen. Niemand in der Redaktion hat das vor, kein Autor möchte das – das wäre ein großer Fehler. Dass wir uns Gedanken darüber machen, wie die Leserseite in naher Zukunft aussehen könnte, steht auf einem anderen Blatt.