21 Mai 2019

Der Feind in mir

In meinen Augen bilden sie ein klassisches Team: Wenn Reginald Bull und Perry Rhodan gemeinsam in einen Einsatz gehen, ist das eigentlich nichts Neues für die Leser.

Man darf allerdings nicht vergessen, dass sich die Freunde schon seit langem nicht mehr gesehen haben – wobei das auch relativ ist. Während für den einen rund fünfhundert Jahre vergingen, waren es für den anderen nur einige Wochen.

In ihrem Roman »Der Feind in mir«, der mit der Bandnummer 3014 demnächst erscheint, zeigt Michelle Stern das Zusammenspiel der beiden Freunde ebenso wie das ihrer Gegenspieler. Dabei handelt es sich um einen trickreichen Kampf mit viel Action und einigen Überraschungen. Dass nebenbei noch ein ungewöhnlicher Roboter eine immer wichtigere Rolle spielt, möchte ich nur kurz andeuten.

Das Titelbild stammt übrigens von Arndt Drechsler. Ich finde es sehr eindrucksvoll.

20 Mai 2019

Ein Prost auf einen geglückten Roman

Die Autorin Lucy Guth lernte ich bei einem Seminar in Wolfenbüttel persönlich kennen. Vorher nahm ich sie als Autorin für Serien wie »Maddrax« wahr und bekam mit, dass sie auch an anderen Texten arbeitete. Beim BuchmesseCon im Oktober 2018 unterhielten wir uns darüber, ob sie vielleicht einmal einen Beitrag für PERRY RHODAN NEO schreiben könnte – immerhin las sie die Serie sehr gern und war auf dem Laufenden. Danach ging eigentlich alles ganz flott ...

Wenn am 31. Mai 2019 der Roman »Mission auf Mimas« in den Handel kommt, den die Autorin zusammen mit Michelle Stern geschrieben hat, haben wir beide einen Grund zum Feiern. Mir hat die Gemeinschaftsarbeit der Autorinnen sehr gut gefallen, und ich hoffe, dass die Leser das auch so sehen.

Als wir uns unlängst in den Räumen der Bundesakademie in Wolfenbüttel trafen, lag es nahe, den bald kommenden Roman ein wenig zu feiern. Zu vorgerückter Stunde stießen wir mit Bier an. (Das Foto schoss übrigens Thomas Frick, der mit einer STELLARIS-Geschichte schon für das Perryversum tätig geworden ist …)

19 Mai 2019

Meine Welt der Fanzines wurde größer

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Nachdem ich die ersten Kontakte zu Fans geschlossen hatte, entwickelten sich im Frühjahr und Sommer 1979 in rasender Geschwindigkeit weitere Bekanntschaften. Mit der kleinen Kofferschreibmaschine, die mir meine Eltern geschenkt hatten, schrieb ich zahlreiche Adressen an, die ich in den PERRY RHODAN-Clubnachrichten oder auf den Seiten des PERRY RHODAN-Magazins ausfindig machte.

Ich war 15 Jahre alt und fand die Schule sowieso nicht spannend – also malträtierte ich in der Freizeit meine Schreibmaschine. Und weil viele der Personen, mit denen ich Kontakt aufnahm, rasch reagierten, hatte ich innerhalb kurzer Zeit eine Reihe von Brieffreundschaften.

Rasch fing ich damit an, die ersten Fanzines zu bestellen, also Fan-Magazine, die von den meist jungen Herausgebern hergestellt und vertrieben wurden. Vor allem wollte ich Möglichkeiten finden, meine eigenen Geschichten zu veröffentlichen. Seit ich die Idee entwickelt hatte, selbst ein Autor zu werden, brauchte ich – in meiner Wahrnehmung – jemanden, der meine Texte druckte.

Eines der ersten Hefte, das mir ins Haus geschickt wurde, hieß »solis orbita«. Seine Macher kamen aus Friedberg im Taunus, nördlich von Frankfurt gelegen, und kamen mir schon sehr erfahren vor – obwohl sie so alt waren wie ich oder ein wenig jünger. Ihr Fanzine war noch sehr amateurhaft, die Ambitionen von Michael und Ulrich dafür umso größer. Sie hatten, wie ich nach mehreren Briefen schon wusste, große Ziele mit ihrem Fanzine: Sie wollten prominente Autoren als Mitarbeiter gewinnen und schreckten auch nicht davor zurück, Lyrik zu veröffentlichen. (Es wurde das erste Fanzine, das Texte von mir publizierte.)

Es gab weitere Hefte, die mir gut gefielen. Im Nachhinein muss man wohl aber sagen, dass »Carthago« eines der Fanzines war, die mich im Sommer 1979 am Stärksten beeinflussten. Ich bestellte mir die Doppelnummer 9/10, die hundert Seiten umfasste und die ich bestimmt zweimal durchlas. »Carthago« verstand sich als ein »Magazin für Phantastik (Science Fiction, Realismus, Gespenster, Fantasy, etwas Horror, Surrealismus, Utopie, Badeöl usw.)«, was ich schon mal lustig fand.

Das gesamte Heft wirkte auf mich sehr professionell: ein kartonierter Umschlag, superschön gedruckte Innenseiten. Inhaltlich war es wesentlich »erwachsener« und kritischer als die Hefte, die ich bislang kannte und die meist einen starken PERRY RHODAN-Bezug aufwiesen.

Staunend las ich manche Beiträge. Es gab durchaus anspruchsvolle Kurzgeschichten, etwa von Roland Rosenbauer, den ich schon als Autor von »Terra Astra«-Heftromanen kannte, oder von Manfred Borchard, der schon oft auf den Seiten der PERRY RHODAN-Romane veröffentlicht worden war. Andere Autoren kannte ich nicht – und ihre Geschichten lasen sich allesamt anders als das, was ich bisher in Heftromanen mitbekommen hatte.

Man war durchaus politisch in diesem Fanzine, nicht nur in Kurzgeschichten wie »Päpstliche Himmelfahrt« oder Gedichten wie »Ein sauberer Deutscher«, sondern vor allem in den Artikeln. Mit einem Artikel wie »Größenwahn und Misswirtschaft der Fanzines« konnte ich nicht viel anfangen, weil ich zu wenig Ahnung von der bisherigen Fan-Szene hatte. Aber auch dieser Artikel weitete meinen Horizont.

In der »Carthago«-Ausgabe las ich auch von vielen anderen Fanzines. In einer »Fantasy-Magazinschau« wurden alle aktuellen Fanzines besprochen, die sich mit Fantasy-Literatur beschäftigten. Nachdem ich erst kürzlich diese Spielart der phantastischen Literatur kennengelernt hatte, fand ich das besonders interessant. Man konnte in Heften wie »Fantasia« oder »Follow« also eigene Geschichten veröffentlichen, und man konnte fremde Kulturen »simulieren«. Was immer das im Detail heißen sollte – mich faszinierte es.

Ich nahm mir vor, in Kontakt zu dem Verein zu treten, der hinter dieser phantastischen Welt stand. Er nannte sich »Erster Deutscher Fantasy-Club«. Obwohl in derselben »Carthago«-Ausgabe auch ein Artikel veröffentlicht wurde, der den Titel »Fantasy – Faschismus auf Raten?« trug, wollte ich mich nicht davon abhalten lassen, mehr über Fantasy herauszufinden.

Weil es in diesem »Carthago«-Heft so viele Informationen gab, die ich herausschreiben konnte, betrachtete ich es bald als meinen »Schlüssel« zur eigentlichen Fan-Szene. Unter anderem las ich von einem Fanzine namens »Phalanx«, an dem Manfred Borchard beteiligt war – den Mann kannte ich nun sowohl von »Carthago« als auch von PERRY RHODAN her. Ich beschlosse, den Herausgeber anzuschreiben; das war ein gewisser Helmut Ehls. (Mit ihm sollte ich Jahrzehnte später bei PERRY RHODAN zusammenarbeiten.)

Vor allem aber faszinierte mich der Hinweis auf einen Club. Er nannte sich »Science Fiction Korrespondenz Ring«, kürzte sich selbst mit »SFKR« ab und beschrieb sich selbst als »der Verein für aktive Science-Fiction-Leser & -Fans«, Das interessierte mich; ich wollte schließlich selbst ein aktiver Fan werden. Mir gefiel, dass man sich offenbar »ehrgeizige Pläne« gesetzt hatte, wie es in der Anzeige hieß, und dass man alles bieten wollte, »was man von einem modernen und leistungsfähigen Club« erwartete. Was das wohl genau hieß? Ich beschloss, es herauszufinden, und schrieb einen Brief an die angegebene Adresse.

Im Spätsommer 1979 begann mein Zugang zum Fandom, wie man die organisierte Szene der Science-Fiction-Fans nannte. Ich verschickte viele Briefe, und ich bekam viele Antworten. Mit großen Augen sah ich, was es neben PERRY RHODAN und ATLAN noch alles gab. Vor allem faszinierte mich, welche Möglichkeiten sich für engagierte Fans eröffneten. Ich beschloss, in dieser Fan-Szene immer intensiver mitzumischen …

18 Mai 2019

Eine NEO-Sternenkarte

Ich denke, es war diese Woche eine Überraschung für die Abonnenten von PERRY RHODAN NEO: Sie alle erhielten im Rahmen ihres Abonnements eine Sternenkarte, die das nähere interstellare Umfeld der Erde zeigte, wie wir es in dieser Serie schildern.

Erstellt hatte die Karte Rainer Schorm, einer der zwei Exposéautoren der Serie. Sie zeigt die Lokale Blase mit einem Radius von 500 Lichtjahren, groß genug also für Hunderttausende von Sonnen und möglichen Planeten.

Zu den Welten, die auf dieser Sternenkarte zu sehen sind, zählen unter anderem Ertrus und Epsal, Siga und Olymp. Wer sich schon lange für PERRY RHODAN interessiert, für den haben diese Namen einen guten Klang. Für PERR RHODAN NEO gab es natürlich entsprechende Anpassungen, so dass ein Besuch auf diesen Welten sehr viele neue Eindrücke vermitteln dürfte.

(Das Bild wurde in meinem Büro auf dem Fußboden aufgenommen. Ich fotografierte den Entwurf, nicht das endgültige Motiv – weil dieser keine »Falzlinien« enthält.)

Bevor jetzt jemand fragt: Diese Version der Sternenkarte kann man nicht bei uns kaufen. Wir arbeiten aber derzeit daran, für unseren Shop eine Lösung zu erstellen, die das Motiv dieser Karte aufgreift. Ziel ist ein schöner Wandschmuck ...

17 Mai 2019

Mann aus Glas

Es ist nicht nur ein neuer Roman, es ist auch nicht nur der Start in eine neue Staffel – es ist der Aufbruch in eine neue Epoche. Ich meine damit den Band 200 der Serie PERRY RHODAN NEO, den Rüdiger Schäfer und Rainer Schorm gemeinsam verfasst haben. Am heutigen Freitag ist er offiziell erschienen, es ist der Start in die neue Staffel, die den schönen Namen »Die Solare Union« erhalten hat.

Die beiden Autoren haben sehr viele Grundlagen für die künftigen Romane erstellt. Sie haben sich nicht nur Gedanken über Kolonien und Welten gemacht, sondern auch über wirtschaftliche Zusammenhänge, biologische und genetische Überlegungen und strategisch-militärische Überlegungen.

Wenn sich die Menschheit im näheren Umfeld der sogenannten Lokalen Blase ausdehnt, vergrößert sich das »Spielfeld«. Das heißt, dass die Ziele größer werden können, auf jeden Fall aber auch die Bedrohungen.

In »Mann aus Glas« deuten die Autoren davon einiges an. Mit dem mysteriösen Besucher, der im Gebiet der Menschheit auftaucht, melden sich Besucher von »außerhalb«, die bisher niemand auf dem Plan hatte. Die größte Bedrohung scheint aber von einem besonders gefährlichen Menschen auszugehen … und alles andere steht in diesem Roman und seinen Folgebänden!

16 Mai 2019

Die Science-Fction-Welten des Andreas Brandhorst

Ein Logbuch der Redaktion

Dass Andreas Brandhorst einen PERRY RHODAN-Heftroman verfasste, schließt im Frühjahr 2019 in gewisser Weise einen großen Bogen. Der Autor fing in den 70er-Jahren mit Science-Fiction-Heftromanen an, damals noch als junger Mann, und wurde im Verlauf der vergangenen Jahre zu einem erfolgreichen Schriftsteller, der sich auf der Bestseller-Liste platzieren konnte. Grund genug, einige der wichtigen Abschnitte seiner Karriere zu betrachten.

Schon als junger Autor zeigte Andreas Brandhorst sein Talent. Seit den 70er-Jahren veröffentlichte er die ersten Heftromane, später schrieb er unter dem Pseudonym Andreas Weiler für die »Terranauten«. Dabei handelte es sich zu Beginn der 80er-Jahre um einen Versuch des Bastei-Verlages, eine Science-Fiction-Serie in den Handel zu bringen, die ganz anders ausgerichtet war als beispielsweise PERRY RHODAN. (Die Serie wird derzeit als E-Book erneut veröffentlicht.)

Nachdem der Autor in den frühen 80er-Jahren eine Reihe von Science-Fiction-Romanen als Taschenbücher oder Hardcover-Bände veröffentlicht hatte, verlegte er sich aufs Übersetzen. Zu Beginn der Nuller-Jahre trat er wieder als Autor in Erscheinung.

Mit »Diamant« legte er den ersten Band der sogenannten Kantaki-Trilogie vor, dem rasch weitere Bände folgten. Der Autor präsentierte in diesen Romanen eine weit entfernte Zukunft, in der die Menschen zwar ein Sternenreich entwickelt haben, bei ihrer Technik aber auf sehr seltsame Außerirdische angewiesen sind. Fans und Kritiker zeigten sich von den zwei Kantaki-Trilogien begeistert. (Sie liegen mittlerweile in einer schönen Neuausgabe im Piper-Verlag vor, als Taschenbuch sowie als E-Book.)

Es folgte eine Reihe von eigenständigen Science-Fiction-Romanen, die in keinem inhaltlichen Zusammenhang standen. Mehrfach bekam der Autor den Deutschen Science-Fiction-Preis und den Kurd-Lasswitz-Preis. Unter anderem wurde »Das Schiff« damit ausgezeichnet, ein Roman, der ein komplettes Universum entwirft und dabei stets sehr spannend bleibt.

Das ist wohl auch das verbindende Element in den neuen Science-Fiction-Werken des Andreas Brandhorst: Der Autor zeigt nicht nur eine Geschichte, sondern er präsentiert meist einen ganzen Weltenentwurf. Manche Leser sind dadurch überfordert, die meisten aber schätzen diesen umfassenden Weltenbau, in den sich spannende Geschichten um verzweifelte Menschen, einsame Roboter und wagemutige Raumfahrer einbinden lassen.

Zuletzt wechselte Andreas Brandhorst in das Thriller-Genre – ohne dabei aber seine Herkunft zu verleugnen. So ist beispielsweise »Ewiges Leben«, sein aktueller Bestseller, ein spannender Roman um Genetik und große Pläne, den die meisten Leser als Thriller wahrnehmen werden. Die grundlegende Idee – eben die Suche nach der Unsterblichkeit – zählt eher zur Science Fiction.

Auch in »Das Erwachen« griff der Autor ein aktuelles Thema auf, das in der Wissenschaft ebenso eine Rolle spielt wie in populären Medien: Ab wann ist eine sogenannte Künstliche Intelligenz wirklich möglich, und wie werden solche Maschinen gegenüber den Menschen auftreten? In beiden Thrillern sparte der Autor nicht an kritischen Gedanken zu politischen Kräften und gesellschaftlichen Entwicklungen.

Andreas Brandhorst hat im Verlauf seiner Karriere als Schriftsteller die unterschiedlichsten Themen bearbeitet. In einem blieb er sich immer treu: Er ist ein Science-Fiction-Autor, der es meisterhaft versteht, fremde Welten und faszinierende Charaktere zu beschreiben – ob in unserer Zeit oder in einer fernen Zukunft. Wir können als Leser auf viele weitere Romane dieses Schriftstellers gespannt sein!

15 Mai 2019

Die Terranische Union im Büro

Ich gestehe offen und ehrlich, dass die Überraschung geglückt ist: Wenn sich Rainer Schorm und Rüdiger Schäfer zusammensetzen, brüten die beiden Exposéautoren üblicherweise neue Ideen für die Handlung von PERRY RHODAN NEO aus. Sie machen sich Gedanken zu Völkern und Welten, zu Figuren und Raumschiffen – das alles fassen sie später zusammen, und daraus entstehen die Exposés, die wiederum die Basis für Romane bilden. Im Regelfall erhalte ich hinterher ein schönes Konzept von den beiden, in dem sie ihre inhaltlichen Ideen zusammenfassen.

Ganz selten gibt es aber mehr, und in diesem Fall war dieses »Mehr« sehr verblüffend. Zur Terranischen Union gibt es nämlich bereits Merchandise-Produkte, die mir als Geschenk überreicht wurden. Was die Terranische Union genau ist und worin sich diese von der Solaren Union unterscheidet, will ich heute nicht erklären – ich freue mich lieber öffentlich über die gelungenen Überraschungen aus Leverkusen.

(Und wenn jetzt jemand fragt: Bisher kann man diese Dinge noch nirgends kaufen. Das könnte sich aber noch ändern, könnte ich mir vorstellen …)