29 September 2022

Autorenbesuch mit Pizza

Wenn Michael Marcus Thurner mit seinem Motorrad auf der Durchreise in Baden-Württemberg ist und es sich anbietet, schaut er auch gern bei uns im Verlag vorbei. Gelegentlich entstehend dabei größere Projekte; unter anderem entwickelten wir bei einem seiner Besucher die Grundzüge der Miniserie PERRY RHODAN-Wega. Als er am heutigen Donnerstag, 29. September 2022, in Rastatt anhielt, hatten wir keine ernsthafte Agenda.

Das schadete aber nicht. Der Autor und ich sahen uns gemeinsam Entwürfe an: für Aktionen im Marketing, beispielsweise ein Teppich, der auf einem Titelbild eines Thurner-Romans basiert, oder mögliche Produkte für den PERRY RHODAN-Shop. Wir unterhielten uns über den neuen Zyklus, der mit Band 3200 beginnt und in dem sich der Autor unter anderem um eine bestimmte Stadt kümmern soll.

Wir aßen gemeinsam Pizza, die wir uns liefern ließen. Das sah vielleicht nicht so vornehm aus, wie sich viele Leute die Treffen von Autoren und Redakteuren vorstellen, aber es schmeckte gut. Dabei unterhielten wir uns über die unterschiedlichsten Themen – und nach zweieinhalb Stunden etwa fuhr der Kollege weiter.

(Das Bild zeigt links Michael Marcus Thurner und rechts Klaus N. Frick. Fotografiert wurde von Janina Zimmer.)

28 September 2022

Phantastische Literatur im Sommer-Seminar

Ein Logbuch der Redaktion

Seit die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel in den 90er-Jahren damit anfing, Seminare anzubieten, die sich ausdrücklich an Leute richten, die Science Fiction und Fantasy schreiben, blieben die Themen meist offen: Es ging um den Roman oder die Kurzgeschichte, vielleicht auch den Anfang einer Geschichte oder konkret um das Schreiben von Dialogen.

In diesem Spätsommer 2022 gab es aber eine inhaltliche Einschränkung: »Macht und Geld« standen im Zentrum und wurden so auch auf dem Titel des Seminars genannt.

Der Hintergrund war: Wir wollten ein politisches Thema ausprobieren. Wie lässt sich in der phantastischen Literatur ein Thema unterbringen, das eher als verkopft gilt oder stark in unserem täglichen Leben verankert ist? Ist es überhaupt sinnvoll, sich in einem Science-Fiction- oder Fantasy-Roman zu viele Gedanken darüber zu machen, wie die Figuren handeln, ihr Geld verdienen oder schlichtweg arbeiten?

Kathrin Lange und ich wirkten bei diesem Seminar als Dozenten, Dr. Olaf Kutzmutz steuerte als Literarischer Leiter die Veranstaltung. Im Vorfeld war aus Texten der teilnehmenden Personen ein sogenannter Reader erstellt worden, den wir alle erhalten hatten und den ich in den Tagen vor dem Seminar gründlich durcharbeitete. Ich las die Texte, ich markierte Stellen, die mir gut und weniger gut gefielen, und ich machte weitergehende Notizen.

Die Geschichten waren sehr unterschiedlich: Science Fiction aus der fernen Zukunft, Fantasy in einem klassischen Umfeld, wie man es auch aus dem »Herrn der Ringe« kennt, Science Fiction aus einer ganz nahen Zukunft, in der man mit persönlichen CO2-Zertifikaten handelt – und so weiter. Wie spannend das alles war, merkte ich aber erst im Verlauf des Seminars.

Die Anreise erfolgte am Freitag, 2. September 2022. Mit Kathrin Lange und Olaf Kutzmutz saß ich in einem Café zusammen, wo wir – schön die Sonne genießend – den Verlauf des Seminars im Detail festlegten. Wir hatten vorher telefoniert und Mails ausgetauscht, nun ging es um die Feinheiten. Und gleich darauf ging das Seminar los.

An diesem Tag erzählte ich viel von meiner Arbeit. Im Werkstattgespräch, das sich an eine Vorstellungsrunde anschloss, zeigte ich auf, wie sich die Darstellung von Geld in der PERRY RHODAN-Serie geändert hatte. Früher hatte man sich über Geld nicht so viele Gedanken gemacht und war davon ausgegangen, dass das aktuelle System in der Zukunft weiter bestehen würde. Homer G. Adams und die General Cosmic Company waren letztlich nichts anderes als die Figuren eines Wirtschaftskrimis auf Basis von Aktiengesellschaften.

Seit einigen Jahren gehen wir in unserer Serie davon aus, dass es auf der Erde praktisch kein Geld mehr gibt. Alles, was die Menschen brauchen, wird von Robotern hergestellt, und eine Künstliche Intelligenz auf dem Mond steuert nicht nur das Wetter, sondern auch weite Teile der Verwaltung. Güter des täglichen Bedarfs kosten also nichts; niemand muss für seine Frühstücksbrötchen bezahlen. Doch wie kann man daraus eine spannende Handlung gestalten?

Von solchen Fragen gingen wir an diesem Wochenende öfter aus. Wir sprachen – verteilt auf die drei Tage – nacheinander alle Texte durch, die mit dem Reader eingereicht worden waren. Die Diskussionen waren durchaus kontrovers, aber man muss ja nicht immer und zu allen Themen die gleiche Meinung haben. Was mir gut gefiel: Alle waren freundlich und aufmerksam, und bei den Diskussionen ging es stets darum, einen besseren Weg für den Text zu finden.

Am Samstagmorgen hielt Kathrin Lange einen Vortrag zum Weltenbau. Ich schätze die Kollegin sehr für diese Vorträge, weil sie in diesen viele Fragen grundsätzlich beantwortet und den Autorinnen und Autoren stets wichtige Hinweise gibt. Wie kann man eine phantastische Welt konstruieren, wie geht man dabei vor, und welche Punkte hat man zu beachten? Davon leitete sie eine Methode ab, die einem helfen kann, phantastische Ideen zu erarbeiten – aus dieser Methode wiederum entwickelten wir eine Schreibaufgabe.

Die Autorinnen und Autoren mussten sich eine Geschichte ausdenken, die mit Geld zu tun hatte. Wir verlangten von ihnen zu dieser Idee einen Entwurf und die ersten Zeilen. Als die neuen Texte nach der Mittagspause vorgestellt wurde, fanden wir die Ergebnisse allesamt spannend: Die Welten waren vielseitig, die Ideen sowieso, und bei vielen Stoffen, die nach einer solchen Übung präsentiert wurden, kam als Rückmeldung ein »So ein Buch würde ich mir kaufen« ...

Letztlich bestand unser Seminar also aus einer großen Schreibübung, einem großen Vortrag, vielen kleineren Vorträgen – wie baut man korrekt Absätze? – sowie sehr vielen Diskussionen und Gesprächen über Texte und wie man sie schreibt oder mit ihnen arbeitet. Abends hörte das Seminar stets um halb zehn Uhr auf, aber wir saßen meist bei dem einen oder anderen Bier bis nach Mitternacht zusammen. Bei diesen Gesprächen ging's auch um das Persönliche, meist aber drehten sie sich doch um das Schreiben und die schriftstellerische Arbeit.

Am Sonntag endete das Seminar mit einer abschließenden Runde, in der Kritik geübt und Lob verteilt wurde. Ich hatte das Gefühl, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars mit positiven Empfindungen nach Hause fuhren. Als ich am frühen Nachmittag Wolfenbüttel verließ, hatte ich auf jeden Fall ein beschwingtes und gutes Gefühl.

(Dieses Logbuch der Redaktion wurde am 16. September 2022 erstmals auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Das hier ist also eine Nachveröffentlichung zu dokumentarischen Zwecken.)

27 September 2022

Payntec-Fieber

Nach wie vor sind Perry Rhodan und Roi Danton gemeinsam im Kugelsternhaufen Naupaum unterwegs. Beide stecken als körperlose Gehirne in den Körpern von fremden Wesen, an die sie sich erst langsam gewöhnen. Weil zumindest Rhodan eine Chance sieht, in die Milchstraße zurückkehren zu können, haben sich die beiden auf eine gefahrvolle Pilgerreise begeben.

Davon erzählt auch der kommende Roman unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Verfasst wurde er von Rainer Schorm, einem der zwei Exposéautoren der Serie. Die Handlung spielt diesmal nicht auf einem Planeten, sondern vor allem an Bord eines Raumschiffes, dessen Passagiere nicht ahnen, welche Risiken auf sie warten.

Dem Autor gelingt es, das Chaos und die Spannung an Bord zu schildern. Auch die Konflikte zwischen Jägern und Gejagten, zwischen Besatzungsmitgliedern und Passagieren, zwischen Wissenden und Unwissenden zeigt er deutlich – dabei entsteht eine dichte Handlung mit viel Action …

26 September 2022

Farbauds Plan

Die Pläne eines Quintarchen stehen im Zentrum eines Romans von Uwe Anton, der in dieser Woche in den Handel kommt. Und natürlich geht es auch um die Versuche der Terraner und ihrer Verbündeten, gegen diese Pläne aktiv zu werden.

In »Farbauds Plan« erzählt der Autor von dem Hin und Her, das sich zwischen Farbaud und seinen Gegnern abspielt, von den Manövern des Raumschiffs LEUCHTKRAFT und den Tricks des Tefroders Vetris-Molaud. Das Hin und Her innerhalb der Geschichte hat mir bei der Lektüre sehr gefallen, und ich könnte mir gut vorstellen, dass es auch bei vielen Lesern ankommen wird.

Es geht auf den Abschluss des laufenden »Chaotarchen«-Zyklus zu. Die unterschiedlichen Gruppen stellen sich zu den entscheidenden Kämpfen und Auseinandersetzungen. Und noch weiß niemand, welche Opfer in der Milchstraße noch gefordert werden …

23 September 2022

Die Nummer 3200 rückt näher

Der kommende PERRY RHODAN-Zyklus beschäftigte mich heute gleich mehrfach. Es ging darum, mehrere Eckpunkte festzulegen: Für die Sonderausstattung des Jubiläumsbandes 3200 muss be
ispielsweise eine Kalkulation angefertigt werden, für die braucht man Grundlagen – damit die Buchhaltung kalkulieren und die Druckerei irgendwann arbeiten kann.

Wegen eines Elementes auf dem Titelbild wurde ein wenig diskutiert und gemailt. Der zwölf Seiten umfassende Mittelteil stand in einer kurzen Diskussion im Zentrum. Und natürlich hat der Autor, der den Jubiläumsband schreibt, schon die eine oder andere Frage gestellt.

Zwischendurch blätterte ich in einem umfangreichen Datenblatt – ich blätterte rein digital …–, das wir mit dem Exposé für diesen Roman an die -Autorinnen und Autoren verschickt haben. Ich bin sehr gespannt darauf, wie viele Elemente des Datenblatts sich wie in den einzelnen Romane wiederfinden werden …

22 September 2022

Am Set mit Schauspielern

Es ist ziemlich genau zwanzig Jahre her: »Wenn wir eh bald mit den Dreharbeiten für den PERRY RHODAN-Film anfangen« so meinte Marcus O. Rosenmüller, »könnt ihr ja mal zusehen, wie es am Set für einen Spielfilm zugeht.« Und so standen wir am Freitag, 20. September 2002 vor dem Hauptfriedhof in Karlsruhe: Miriam Hofheinz vom PERRY RHODAN-Marketing, Sabine Kropp und ich von der PERRY RHODAN-Redaktion.

Es wurde eine Folge der Fernsehserie »Bloch« gedreht. Hauptdarsteller war Dieter Pfaff, der sich als freundlicher Schauspieler erwies, der zumindest uns gegenüber keinerlei Starallüren zeigte. Für uns war das alles sehr spannend; wir waren alle noch nie direkt bei Dreharbeiten dabei gewesen.

Natürlich wurde damals viel über die geplante Verfilmung der Serie gesprochen. Dieter Pfaff kommentierte trocken, dass eine solche Rolle nicht gerade ideal für ihn sei. »Wenn ich in so einer Rakete sitze und zum Mond fliegen will, hebt die nicht ab, sondern bohrt sich in die Erde.«

Damals herrschte eine gewisse Euphorie vor. Der geplante Drehtermin im Jahr 2002 hatte zwar nicht geklappt, aber noch sah alles recht gut aus, und wir freuten uns schon auf den Beginn der Arbeiten an der PERRY RHODAN-Serie.

(Das Bild zeigt von rechts: Marcus O. Rosenmüller, Dieter Pfaff und Klaus N. Frick.)

20 September 2022

Die letzten Tage von Pordypor

Ich mag die Paramags, seit ich anfing, die PERRY RHODAN-Serie zu lesen. Kein Wunder, der zweite der Romane, die ich in jenem Sommer 1977 las, hatte den Titel »Der Metapsychische Krieg«, stammte von Clark Darlton und setzte sowohl Gucky als auch die Paramags selbst in Szene. Dass in dieser Woche nun ein Roman erscheint, der einen Paramag auf dem Titelbild zeigt, freut mich also aus biografischen Gründen schon sehr …

Das Titelbild zeigt einen Paramag in Aktion, im Roman selbst spielen sie eine wesentliche Rolle. Michelle Stern taucht in die Geschichte der Milchstraße ein, verbindet die Gegenwart unserer Serie mit ihrer Vergangenheit und erzählt ganz nebenbei von den Konflikten, die zwei Raumschiffkommandanten miteinander haben.

Reginald Bull ist die tragische Figur ihres Romans – wenn man das so darstellen möchte. Der Terraner muss sich beweisen, und er muss eine Entscheidung treffen, die ihm nicht unbedingt liegt. Das alles hat die Autorin hervorragend dargestellt, finde ich. (Und jetzt möchte ich gern mal wieder etwas von den Paramags lesen …)