25 März 2017

Leipzig mit Perry und Philine

Es ist die erste Buchmesse in Leipzig für Philine-Marie Rühmann, die uns seit dem Winter im PERRY RHODAN-Marketing unterstützt: Der Stand brodelt an diesem Samstag, 25. März 2017, zeitweise geradezu, und wir beide haben alle Hände voll zu tun. Autoren und Zeichner geben Autogramme, wir führen viele Fachgespräche, Robert Corvus dreht ein Video, und ich beantworte die zahlreichen Fragen von Lesern und potenziellen Lesern.

In diesem März 2017 scheint mir die Leipziger Buchmesse noch quirliger vorzukommen als sonst. Wir sind ununterbrochen in Aktion, nur unterbrochen von ganz kurzen Ruhepausen. Das macht Spaß, aber es schlaucht. Die Notizen werden immer umfangreicher, und wir versuchen, einige der Ideen, die »aufploppen«, gleich in die richtigen Bahnen zu lenken.

Ich liebe die Buchmesse in Leipzig. Ruhig ist es nicht, stressig ist es häufig – aber alle vereint die Freude an der Literatur oder eben, wie an unserem Stand, die Begeisterung an der Science Fiction. Das finde ich toll.

23 März 2017

Eckhards erste Tage

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der Montag, 3. Juni 1996, war ein besonderer Tag für die Entwicklung der PERRY RHODAN-Serie. Wie das oft bei solchen Tagen ist: Niemand merkte es gleich – die Weichenstellungen sollten schließlich erst später kommen. Aber der erste Arbeitstag von Eckhard Schwettmann leitete eine andere Darstellung unserer Serie »nach außen« ein, von der die Autoren und die Redaktion auch in späteren Jahren und Jahrzehnten profitierten.

Für mich selbst war der Tag nicht so locker und einfach. Sabine Bretzinger – damals noch nicht Sabine Kropp – und ich hatten in der vorigen Woche eine Aussendung an die Presse vorgenommen; wir verkündeten darin den Geburtstag der PERRY RHODAN-Serie. 35 Jahre – das klang nicht nach einem besonders runden Feiertag, trotzdem hatten wir es versucht.

Der Erfolg gab uns recht: An diesem Tag trafen die Rückläufe ein. Redakteure von Tageszeitungen aus der ganzen Republik riefen an, um von uns weitere Auskünfte über PERRY RHODAN zu erhalten. Briefe und Faxe mussten beantwortet werden, in manchen Fällen mussten wir auch schnell einen Adressaufkleber schreiben und eine aktuelle Sendung mit Heftromanen eintüten.

Obwohl wir mit den Presse-Themen sehr viel Arbeit hatten, die eigentlich nicht eingeplant war, waren wir ziemlich stolz darauf. Wir hatten »mit Bordmitteln« etwas geschafft, was eine Agentur – die unser neuer Verlagsleiter hatte engagieren wollen – nicht so einfach hinbekommen hätte. Im Sommer 1996, in dem die Lage im Verlag nach wie vor sehr angespannt war, zählten solche Erfolgsmeldungen doppelt, zumindest für uns selbst.

Eckhards erster Arbeitstag bestand erst einmal daraus, dass er ein ausführliches Gespräch mit der Verlagsleitung hatte. Die Redaktion war nicht dabei, als »die obere Etage« den PERRY RHODAN-Marketingmann auf seine neuen Aufgaben einschwor ... Und wir erfuhren nie, welche Geheimnisse Eckhard bei diesem Gespräch vermittelt bekam.

Den Rest des Montags verbrachte der neue Kollege damit, sein Büro einzurichten. Die Möbel standen teilweise schon bereit, andere mussten besorgt werden. Seine Assistentin Ute, die ihm ab dem ersten Tag zur Seite stehen sollte, half dabei; sie organisierte das Büromaterial und sorgte dafür, dass das Telefon und der Computer ebenfalls aufgestellt wurden.
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Eckhard und ich hatten nicht viel Zeit füreinander. Wir sprachen einige Male und tauschten Informationen aus; ich packte ihm einen Stapel mit Romanen und Arbeitspapieren auf den Tisch, und dann verschwand ich wieder in meinem Zimmer. Immerhin würde künftig nur eine dünne Wand zwischen uns sein, so dass einem schnellen Informationsaustausch nichts im Weg stehen würde. Wir gingen gemeinsam in die Kantine, und gelegentlich stellte er eine kurze Frage, auf die ich meist eine schnelle Antwort hatte.

Ich bekam am folgenden Tag mit, wie intensiv Eckhard telefonierte. Er informierte sich über die internen Strukturen im Verlag sowie im gesamten Konzern, dann teilte er seinen zahlreichen Medienpartnern in der ganzen Republik die Neuigkeiten über sein Aufgabengebiet mit. Ich hatte schon mitbekommen, wie viele Leute er kannte, und wenn er es schaffte, seine vielen Bekannten zu »rhodanifizieren«, wie wir es nannten, konnte das alles nur gut für PERRY RHODAN sein.

Das eigentliche Gespräch zwischen uns beiden war erst am Mittwoch. Wir nahmen uns viel Zeit. Eckhard hatte zwar schon viele Einblicke in unsere Tätigkeit erlangt, aber ich berichtete ihm trotzdem, wie wir arbeiteten: der Kontakt zu den Autoren, die Entstehung eines Romans, die Abwicklung innerhalb des Verlags, der Kontakt zu den Lesern. Er stellte viele Rückfragen, und er hatte bereits an dieser Stelle des Gespräches eine Reihe von Ideen, die er immer wieder äußerte.

»PERRY RHODAN ist eine Marke«, betonte er mehrfach, »und diesen Markencharakter müssen wir stärker nach vorne schieben.« Diese Marke sollte sich nicht nur in den Produkten manifestieren, sondern auch darüber hinaus. So hatte er sich bereits Gedanken über ein »Key-Visual« gemacht, über ein optisches Element, das künftig überall eingesetzt werden könnte.

Das Thema »Markenschutz«, das bislang auf der Ebene der Geschäftsleitung angesiedelt war, würde er künftig mit Vorrang behandeln. »Wir müssen unsere Marke nicht nur in Deutschland schützen, sondern auch in Gesamt-Europa sowie in den USA«, argumentierte er. Nur dann könnte man beispielsweise eine internationale Vermarktung der Serie anstreben.

Konkrete Ideen hatte er zur Musik. »Wenn wir heute junge Leute packen wollen, müssen wir das über die Musik versuchen.« Er kannte Musikproduzenten, die wiederum gute Kontakte zu Studios und Musiker hatten; mit diesen wollte er rasche Fortschritte machen. Wenn PERRY RHODAN eine Marke sein wolle, müssten wir sie stärker außerhalb der bisherigen Vertriebskanäle verankern: »nicht nur im Buch- und im Zeitschriftenhandel, sondern überall da, wo sich Leute für Science Fiction interessieren«. Dazu zählten für ihn im weitesten Sinne auch Techno-Clubs oder Fernsehsender wie Viva oder MTV, in denen Videos mit Science-Fiction-Charakter liefen.

Wir warfen viele Ideen hin und her. Manches von dem, was Eckhard sagte, kam mir zu übertrieben vor, zu weit entfernt von unseren bisherigen Romanen. Aber mir war selbst bewusst, dass wir einiges ändern mussten, wenn wir in dem Medienumfeld, das es für Science Fiction gab, weiterhin bestehen wollten.

Auf jeden Fall wurde an diesem Tag klar: Hier kam ein Marketingmann, der eine Vision von PERRY RHODAN hatte, die über das hinausging, was wir bisher getan hatten. Ob der Redaktion und den Autoren das alles gefallen würde, konnte man zu dieser Stunde noch nicht sagen ...

22 März 2017

Die Hand des Regenten

Das neue NEO-Buch ist heute als Belegexemplar in der Redaktion eingetroffen. Wie immer präsentiert sich die Platin Edition als eindrucksvolles Science-Fiction-Buch, das jedes Bücherregal schmücken dürfte. »Die Hand des Regenten«, so lautet der Titel des elften Bandes; die Illustration auf dem Cover stammt wieder von Dirk Schulz.

Dieses Buch enthält  starke Romane: Marc A. Herren bringt mit »Zu den Sternen« den Raumhafen Baikonur zur Geltung; Oliver Plaschka steuert mit »Welt aus Seide« seinen ersten Beitrag zum Perryversum bei. Auch Rüdiger Schäfer platziert sich mit »Countdown für Siron« erstmals bei PERRY RHODAN NEO; kein Wunder, dass die ergänzende Kurzgeschichte von ihm stammt. Als vierter Autor ist Alexander Huiskes mit an Bord, der sich seit einiger Zeit leider eher NEO-rar macht.

Mir haben »damals« die einzelnen NEO-Romane der Autoren sehr gut gefallen, und ich finde sie in der Zusammenstellung wieder faszinierend. Der Vorstoß der Menschen in das riesige Arkon-Imperium und die Kontakte mit allerlei Aliens – so etwas liest sich immer wieder gut!

21 März 2017

Die FanZentrale feiert bald ihr Jubiläum

In diesem Jahr wird die wichtigste Vereinigung für PERRY RHODAN-Fans, die es im deutschsprachigen Raum gibt, immerhin auch schon zwanzig Jahre alt: Die PERRY RHODAN-FanZentrale feiert das Jubiläum im Rahmen eines Cons in Osnabrück – aber darum soll es mir heute gar nicht gehen. Ich habe nämlich angefangen, ein wenig in der Vergangenheit zu wühlen.

Im März 1997 präsentierte sich die FanZentrale – damals noch kein eingetragener Verein, aber schon existent – zweimal in der Öffentlichkeit. Am 8. und 9. März 1997 trat der Verein mit einem Stand bei den »SF-Tagen NRW« in Dortmund auf, was damals eine sehr schöne Veranstaltung war. Und am 22. März 1997 zeigte sich die PRFZ auf dem »kleinen« BuchmesseCon in Leipzig.

Bei beiden Veranstaltungen war ich dabei. Seit den Anfängen im Frühjahr 1994, als es erste Gespräche in Hermann Ritters Wohnung in Weiterstadt gegeben hatte, waren damals schon fast drei Jahre vergangen. Im Mai 1997 wurde der Verein dann offiziell ins Leben gerufen – eine Aktion, die ich bis heute gut finde ...

20 März 2017

Zum Stand der Dinge bei PR-Terminus

Ein Logbuch der Redaktion

Seit einigen Monaten feilen einige Autoren und die PERRY RHODAN-Redaktion an einer neuen  Miniserie, die im PERRY RHODAN-Universum spielt. Es wird Zeit, ein wenig darüber zu plaudern, was in den ersten Romanen geplant ist. Dass ich keine »echten Inhalte« verrate, überrascht hoffentlich nicht zu sehr.

Band eins von PERRY RHODAN- Terminus erscheint am 21. April 2017. Es ist nachvollziehbar, dass ein solcher Roman von dem Autor geschrieben werden muss, von dem auch die Exposés der Miniserie stammen. Uwe Anton verfasste den Roman »Zeitspringer«, in dem die wesentlichen Hauptfiguren vorgestellt werden.

Selbstverständlich spielt Perry Rhodan eine wichtige Rolle in diesem Roman; an seiner Seite treten unter anderem der Mausbiber Gucky und der Haluter Icho Tolot auf. Eine Reihe von weiteren bekannten Figuren taucht auf – über diese möchte ich an dieser Stelle noch nichts sagen.

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Wichtig sind vor allem zwei neue Hauptfiguren, die bislang keine Rolle im Perryversum spielten. Darren Zitarra und Juki Leann sind Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Man nennt sie »Zeitspringer«, und ihr Auftauchen auf der Erde löst eine Reihe von Aktionen aus, die Perry Rhodans Weltbild verändern könnten. Zudem bringen ihre Fähigkeiten auch Gefahren mit sich, die letztlich dazu führen könnten, dass die Erde und die Welten des Sonnensystems bedroht werden.

Band zwei der Miniserie wurde von Dennis Mathiak verfasst; er kommt am 5. Mai 2017 in den Handel. Der Autor hat in den vergangenen Jahren unter anderem für PERRY RHODAN NEO sowie diverse Miniserien geschrieben. Ich freute mich sehr, dass er die Zeit gefunden hatte, auch bei unserer aktuellen Miniserie mitzuarbeiten.

In »Flucht durch Terrania« zeigt der Autor die Hauptstadt der Erde aus einer ungewöhnlichen Perspektive – aus der von Menschen nämlich, die das System ablehnen, das auf der Erde herrscht. Sie hängen anderen Idealen an, sie bevorzugen andere Ziele, und das kollidiert mit der bekannten Welt.

Neben einer tüchtigen Portion Action vermittelt der Roman vor allem einen Blick in ein Terrania, das ich in dieser Form so noch nie gesehen und »erlesen« habe. Dennis Mathiak fügt dem Bild der Erde einige neue Aspekte hinzu, und das gefiel mir bei der Lektüre sehr gut.

Als »gesetzt« hatte Uwe Anton bereits beim AustriaCon im Herbst 2016 den Autor Roman Schleifer bezeichnet. Die beiden hatten schon bei der Miniserie PERRY RHODAN-Stardust sehr gut zusammengearbeitet; da bot es sich an, diese Kooperation fortzusetzen. Sein Roman erscheint am 19. Mai 2017 unter dem Titel »Konfrontation auf Mimas«.

Wieder steht das Phänomen der Zeitspringer im Zentrum, auch der Begriff »Terminus« wird ein wenig klarer – vor allem wird Perry Rhodan und seinen Gefährten bewusst, in welcher Lage sich die Bewohner der Erde wirklich befinden. Man hat es mit einer Bedrohung zu tun, wie sie die Terraner bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gekannt haben.

(Da dieser Text erscheint, bevor die Leseprobe des ersten Romans zu lesen ist, bleibe ich absichtlich »schwammig«. Jegliche Andeutung zuviel könnte den Spaß an der Geschichte reduzieren, fürchte ich.)

Wie es danach mit der Handlung der Miniserie weitergeht? In den ersten vier Bänden stehen tatsächlich die Welten des Solsystems im Zentrum, dann aber wird die Handlung hinaus in die Milchstraße wechseln.

Ich bin sicher, dass Susan Schwartz – sie zählt zum Team von PERRY RHODAN-Terminus – beispielsweise eine große Freude daran haben wird, ihren Handlungsschauplatz zu »erforschen«.

Und diese Freude sollte sich dann auf die Leser übertragen ...

19 März 2017

Konferenz-Rundschreiben 1997

Nach der Autorenkonferenz im April 1997 verschickte die Redaktion ein Rundschreiben an alle Autoren; verfasst wurde es am 22. April. Wesentliche Schwerpunkte waren die Diskussion mit der Verlagsleitung – in der es vor allem um die Situation bei den PERRY RHODAN- und ATLAN-Büchern ging – der Bericht von Eckhard Schwettmann zum aktuellen Stand des Marketings und eine Zusammenfassung der Redaktion.

Es gab eine »allgemeine Autorenschelte«, vor allem aber um den Inhalt der Serie ab Band 1900: »DaGlausch ist die Galaxis, in die es Terrania-Süd verschlagen hat«, steht lakonisch in dem Rundschreiben. »Ernst Vlcek wird die Galaxis noch genauer definieren.«

Diskutiert wurden die »fünfdimensionalen Schockfronten« in dieser Sterneninsel, die als »eine quirlige Galaxis« bezeichnet wurde. Gesprochen wurde auch über den »Hooliganismus der Dscherro« sowie die Vorschau auf den Band 1999 ...


18 März 2017

Wenn ein Autor heimlich altert ...

Es gibt Menschen, die wollen ihr genaues Geburtsdatum nicht an das Licht der Öffentlichkeit zerren; das möchte ich zumindest halbwegs respektieren. Aber wenn jemand einen »runden« Geburtstag zu feiern hat, möchte ich darauf zumindest kurz hinweisen.

Die Rede ist von Oliver Fröhlich. Der PERRY RHODAN-Autor feierte dieser Tage – also definitiv nicht heute! – seinen fünfzigsten Geburtstag. Dazu gratuliere ich herzlich. Ich hoffe, er hat schön gefeiert.

In den vergangenen Jahren hat der Autor bei uns eine richtig steile Laufbahn hingelegt: von ATLAN zu PERRY RHODAN NEO, jetzt zur »richtigen« PERRY RHODAN-Serie. Dort hat er längst bewiesen, was er kann. Im vergangenen Herbst zeigte er bei PERRY RHODAN-Trivid zudem, dass er auch für Experimente zu haben ist. Das finde ich gut – und ich freue mich auf weitere viele Jahre der Zusammenarbeit.