29 September 2016

Die Nummer 83 gelesen

Seit ich mit einigen Bekannten an der Gründung der PERRY RHODAN-FanZentrale beteiligt war, verfolge ich mit großem Interesse, wie sich die Zeitschrift »SOL« entwickelt. Trotz aller neuen Kommunikationsmöglichkeiten bevorzuge ich es immer noch, in einer Zeitschrift zu blättern, sie Seite für Seite durchzuschauen und mir dann eine Meinung zu bilden. Die aktuelle Ausgabe 83, die im September 2016 erschienen ist, bietet hierfür ausreichend Gelegenheit.

Lesenswert sind die Betrachtungen zu den aktuellen Romanen unserer Serien, wie immer interessant sind die Erinnerung von Inge Mahn, die diesmal aus dem Jahr 1976 berichtet. Das ausführliche Interview mit Roman Schleifer bringt viele Informationen über seine schriftstellerische und fannische Entwicklung. Angefangen und bisher nicht zu Ende gelesen habe ich die Kurzgeschichte »Das Skarg«, in der Atlan die Hauptrolle spielt – das wird noch nachgeholt!

Schon immer mag ich fannische Berichte. Die Geschichte der PERRY RHODAN-FanZentrale und der WetzKon sind kurzweilig zu lesen und zeigen, wie die Fan-Szene heute tickt. Und witzig finde ich die neue Reihe »Coming-of-Rhodan«, in der Christian Montillon als PERRY RHODAN-Autor und Andreas Schweitzer als einer der Herausgeber des PERRY RHODAN-Jahrbuches darüber erzählen, wie und wann sie zur Serie gekommen sind.

Ein schönes Heft. Wie immer eigentlich ...

28 September 2016

Zerbrochene Monde

Zu den stärksten Alien-Auftritten innerhalb unserer Serie PERRY RHODAN NEO zählte für mich das der Naats. Frank Borsch hat die altbekannten Figuren für die NEO-Serie stärker charakterisiert und ihnen eine Tiefe verliehen, die sie in den klassischen Heften der PERRY RHODAN-Serie nie hatten. Das wird mir wieder bewusst, wenn ich das Belegexemplar von »Zerbrochene Monde« durchblättere.

Das schöne Buch wurde uns dieser Tage von der Druckerei geliefert, es handelt sich um den neunten Band der Platin Edition. In dieser Edition werden jeweils vier NEO-Romane zu einem »dicken Klopper« zusammengefasst und als Hardcover-Band veröffentlicht. Dabei wird behutsam gegenüber dem Original geändert – das ist also nicht vergleichbar mit der Bearbeitung, die beispielsweise bei den PERRY RHODAN-Silberbänden zum Einsatz kommt.

In »Zerbrochene Monde« erzählen die Autoren von einem Krieg zwischen den Sternen. Das ist keine leichte Geschichte, und es wird klar, dass es bei einem Krieg selten irgendwelche »Helden« gibt. Die intensive Schilderung von Naats und Terranern zeichnet in dieser Phase der Serie PERRY RHODAN NEO aus. Schön, dass es das jetzt auch in Form eines Hardcover-Bandes gibt!

27 September 2016

Der verheerte Planet

Ganz unterschiedliche Einblicke gewährt Michael Marcus Thurner in seinem Roman »Der verheerte Planet«, der mit der Bandnummer 2877 am 7. Oktober 2016 erscheinen wird. Unter anderem macht er klar, dass die Kultur der Tiuphoren wesentlich vielseitiger ist, als man sich das bislang vorstellen konnte.

Klar: Auch eine Kultur, die auf Krieg basiert, benötigt eine Verwaltung, braucht vielleicht sogar Unterhaltung. Einige dieser Aspekte bringt der Autor in seinem Roman klar zum Ausdruck.

Darüber hinaus erfahren die Leser einiges über die Vergangenheit der Tiuphoren, was bislang nicht bekannt war. Die Schilderungen des Autors fand ich bedrückend, aber sie passen zum Geschehen, das er schildert. Als Leser bekommt man Action, einige gelöste Rätsel und einen emotionalen Konflikt – eine schöne Mixtur, wie ich finde.

26 September 2016

Fünf Jahre NEO – und noch mehr

Ein Logbuch der Redaktion

Im September 2016 ist es fünf Jahre her, seit der erste Roman von PERRY RHODAN NEO erschienen ist. Grund genug, einen subjektiven Rückblick auf die fünf Jahre zu verfassen. Streng genommen ließe sich sogar ein Rückblick auf zehn Jahre und mehr machen; schließlich gingen die Vorarbeiten für die Serie schon viel früher los.

Ein Science-Fiction-Buchhändler brachte mich auf die Idee. Er sprach mich irgendwann darauf an, wie es denn wäre, »den gesamten Anfang von PERRY RHODAN« neu zu erzählen. »Wie so ein Neustart bei den amerikanischen Comics«, das war seine Idee. Und er setzte noch einen drauf: »Wir machen daraus sechs Taschenbücher, die im Heyne-Verlag erscheinen, und als Autoren nehmen wir ausgewiesene Science-Fiction-Experten, die bisher keinerlei Berührung zur Serie hatten.«

NEO-Cover Band 1 von Dirk SchulzDie Idee mit den serienfremden Autoren fand ich nicht so gut, seinen grundsätzlichen Ansatz mochte ich aber sehr. Wir diskutierten das Thema im Verlag, ich sprach mit den Autoren; das Projekt ging durch verschiedene Zwischenstufen. Nicht nur einmal sah es so aus, als würde es scheitern. Ich sprach mit Heyne, ich sprach mit dem eigenen Verlagshaus – zwischendurch wurde der Moewig-Buchverlag in unserem Haus geschlossen ...

Langer Rede kurzer Sinn: Wenn ich davon ausgehe, dass die Vorarbeiten für PERRY RHODAN NEO mehr als fünf Jahre dauerten, hat das viel mit diesem Hin und Her zu tun. Anscheinend war die Idee nicht so leicht zu vermitteln, wie ich anfangs dachte. Letztlich einigten wir uns auf eines:  Wir wollten PERRY RHODAN NEO selbst machen.

Ich war dann auch damit einverstanden. »Das passt zum WeltCon 2011, und es passt zu fünfzig Jahren PERRY RHODAN.« Meine Argumentation war dann: Die neue Serie sollte unbedingt zum WeltCon erscheinen – das sei der ideale Start –, und ich wollte sie auch gleich mit dem neuen E-Book-Partner in allen digitalen Kanälen zugleich verbreiten.

Das fand der Zeitschriftenvertrieb anfangs ein wenig befremdlich, und wieder musste viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Letztlich einigten wir uns hausintern auf alle möglichen Eckpunkte, das Projekt konnte also starten.

Im Jahr 2011 herrschte bei uns Hochbetrieb: Wir wollten eine neue Romanserie in den Handel bringen, was viel Vorbereitungszeit mit sich brachte. Zugleich sollten wir einen WeltCon organisieren – mit denselben Menschen. Wir bauten unseren Internet-Auftritt zur selben Zeit komplett und und wechselten dabei zu einem neuen Partner. Und wir steuerten auf einen E-Book-Vertrieb zu, von dem wir ausgingen, dass er innerhalb kürzester Zeit alles verändern würde.

Zu allem Überfluss änderte sich in genau diesem Jahr auch grundsätzlich die Struktur der Buchhaltung – was zahlreiche neue Zuständigkeiten im Konzernsitz in Hamburg und unzählige Konferenzen mit sich brachte. Es war klar, dass dies mit der bisherigen Redaktion nicht zu stemmen war, weshalb wir eine Redakteurin einstellten, die sich um PERRY RHODAN NEO kümmern sollte.

Mit Elke Rohwer, so der Name dieser Redakteurin, steuerten Frank Borsch als Exposéautor und ich als Chefredakteur in das Abenteuer einer neuen Serie. Mir war von Anfang an klar, dass ein Teil der bisherigen Leser diese neue Serie hassen würde, während andere völlig begeister6 sein würden. Entsprechend vorsichtig wollte ich planen.

»Wir planen nur acht Romane«, schlug ich vor. »Die geben wir vorher bekannt, und wenn die Serie ab Band eins schlecht läuft, stellen wir mit Band acht ein.« Ich plante wirklich sehr vorsichtig ... »Wenn die Serie gut läuft, merken wir das schnell und führen sie sofort weiter.« Gegenüber dem Vertrieb benutzte ich das Argument, mit einer »Exit-Strategie« möglichen Verlusten vorzubeugen.

Frank Borsch setzte einen weiteren Vorschlag darauf. »Wir schreiben die Serie mit den Autoren, die unsere Leser bereits kennen – wir nehmen noch keine neuen Autoren hinzu.« Sein Argument war, dass ein »All-Star-Team« dafür sorgen würde, dass unsere bisherigen Leser zumindest einen Blick wagen würden. »Wenn wir aber fortsetzen«, das argumentierte er sofort, »benötigen wir neue Autoren, die nur für PERRY RHODAN NEO schreiben.«

Und während wir den WeltCon vorbereiten, ein Con-Buch produzierten, die Buchhaltung umstellten, eine neue Internet-Seite bauten und in das große Abenteuer »E-Book-Massengeschäft« starteten, schrieben die Autoren an den ersten Romanen für PERRY RHODAN NEO. Sie trafen in der Redaktion ein, und ich war mit der Qualität sehr zufrieden.

»Das wird gut ankommen«, war ich auf einmal sicher. Dirk Schulz lieferte Titelbilder, von denen ich ausging, dass sie im Handel gut »funktionieren« würden – und auf einmal bekamen wir sogar einen Etat, um einen kleinen Werbefilm produzieren zu können. Dieser sollte im Fernsehen laufen, was eine absolute Premiere für die PERRY RHODAN-Serie bedeutete.

Die Zeit raste in diesem Sommer 2011. Ohne die tatkräftige Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen, die an allen Ecken und Enden halfen, wäre ich kläglich untergegangen. Aber auch so war die Belastung für alle extrem hoch, und so stolperten wir gestresst und übermüdet in den PERRY RHODAN-WeltCon 2011.

Dort lief dann erstaunlicherweise alles glatt – zumindest für die Besucher der Veranstaltung. Es gab wenige Verspätungen, die Programmpunkte wurden schön präsentiert, die freiwilligen Helfer retteten uns mehrfach aus heiklen Situationen, und Mike Hillenbrand wirkte in ruhiger Weise als Conferencier auf der Bühne.

Als ich mit Elke Rohwer dann auf die Bühne trat, um PERRY RHODAN NEO zu präsentieren, war der große Saal im Kongresszentrum Rosengarten überfüllt. Alle Sitzplätze waren belegt, viele Besucher standen an den Wänden. Gespannt lauschten sie unserem Vortrag, und als danach die Romane verteilt wurden – in diesem Fall eine illustriere Sonderproduktion –, war die Zustimmung sehr groß.

Viele Besucher lasen bereits an diesem Wochenende in den Roman »Sternenstaub« von Frank Borsch hinein. Das positive Echo hielt an. Und als ich nach dem Wochenende wieder in den Verlag kam und die ersten Mails von Lesern erhielt, ging ich davon aus, dass PERRY RHODAN NEO kein Flop werden würde.

Die Jahre danach vergingen wie im Flug; mittlerweile sind über 130 Romane von PERRY RHODAN NEO erschienen, dazu Kurzgeschichten und Buchausgaben. Meine vorsichtige Herangehensweise im September 2011 war wohl zu vorsichtig ... aber in jenem Herbst wurden die entscheidenden Grundlagen für den späteren Erfolg gelegt.

25 September 2016

Kosmisches in Orpleyd

Schon immer, eigentlich seit den ersten zehn Romanen, wird die PERRY RHODAN-Serie von zwei grundlegenden Elementen beherrscht: einerseits von einer actiongeladenen Handlung, andererseits von einer phantastischen Handlung, die man gern auch als »kosmisch« umschreibt. Am heutigen Tag beschäftige ich mich mit zwei Exposés, die mir von Wim Vandemaan und Christian Montillon ins Haus geschickt wurden, die vor allem die kosmische Ebene der Serie enthalten.

Wer die Handlungsträger der Romane sind, kann ich noch nicht verraten; das würde zu viel »spoilern«. Sicher ist, dass es in Orpleyd eine Entwicklung gibt, die seit langem anhält und die von kosmischer Bedeutung ist. Das klassische Weltbild der PERRY RHODAN-Serie wird in diesen Romanen – oder noch: den betreffenden Exposés – wunderbar ergänzt und erweitert. Ich freue mich schon darauf, welche Romane die jeweiligen Autoren auf Basis dieser Vorlagen schreiben werden ...

23 September 2016

»Hüllen« gehört

Die Folge 32 der STELLARIS-Kurzgeschichtenreihe stammt von Dietmar Schmidt, sie erschien bereits vor über vier Jahren im gedruckten Heftroman – ich habe sie dieser Tage in der Hörbuchversion gehört, die von Renier Baaken eingesprochen wird. Seine Stimme ist sehr charakteristisch, sie fällt aus der Reihe anderer Hörbuchstimmen, aber das passt sehr gut zu dieser Geschichte, die aus der Perspektive eines Cheborparners erzählt wird, der als Detektiv an Bord des Raumschiffes STELLARIS ermittelt.

Die Geschichte ist vordergründig ein Krimi, sie enthält auch eine Reihe von Cyberpunk-Elementen. Darüber hinaus gibt es eine politisch-gesellschaftskritische Ebene, die mir bei der Lektüre gar nicht aufgefallen war: Es geht um kulturelle Unterschiede – so gibt es einen hochnäsigen Arkoniden und einen fremdartigen Milchstraßenbewohner – und um einen Konflikt, der eigentlich schon Jahrtausende zurückliegt. Dietmar Schmidt legt damit eine Geschichte vor, die einen »Subtext« liefert, über dem man auch noch ein wenig nachdenken kann ...

22 September 2016

MERLINS Todesspiel

Für mich ist PERRY RHODAN-Jupiter in mancherlei Hinsicht ein Experiment. Normalerweise werden Miniserien komplett neu geschrieben – diesmal machen wir eine Ausnahme: Aus einem dicken Paperback entstehen zwölf einzelne Heftromane. Dabei wird bekanntlich nicht eins zu eins übernommen, sondern sehr viel ergänzt, verändert und neu geschrieben.

Ein richtig gutes Beispiel dafür ist der siebte Band der Miniserie. »MERLINS Todesspiel« kommt am 30. September in den Handel; als Autoren werden Christian Montillon und Kai Hirdt genannt. Das heißt in diesem Fall, dass der Original-Text von Christian stammt, während Kai an sehr vielen Stellen ergänzt hat.

Ich bin überzeugt davon, dass ein Leser, der das nicht weiß, den Roman so wahrnimmt, als sei er aus einem Guss. Die Einschübe, die Kai beigesteuert hat, sind so fein dosiert, dass sie sich wunderbar in das Geschehen einfügen. Damit können die Leser die spannende Geschichte von Mondra Diamond lesen, aber ebenso die Erlebnisse von Chayton Rhodan verfolgen.

Seit gestern liegt der Roman auf meinem Schreibtisch. Die ungewöhnliche Illustration, die Arndt Drechsler für das Titelbild angefertigt hat, wird fast so, als sei sie aus einem Cyberpunk-Computerspiel. Aber tatsächlich: Sie entstammt einer Beschreibung aus dem Roman – der Künstler hat eine eigene Form für das vorgeschlagene Motiv gefunden.