14 Juni 2024

Falle für die Posmi

Aurelia Bina im Einsatz: Das Titelbild des kommenden Romans von PERRY RHODAN-Androiden zeigt die Posmi in einer dynamischen Pose, die mir sehr gut gefällt. Dirk Schulz setzte den Roboter, der – oder die – sich als weiblich versteht, hervorragend in Szene. Jeder Mensch, der das Bild sieht, erkennt die Gefahr, in der sich Aurelia Bina befindet, und versteht sofort, dass sie sich nicht mühelos durchsetzen kann. Ein spannendes Motiv, finde ich!

Der Roman an sich ist ebenfalls spannend: Lucy Guth schrieb »Fall für die Posmi«, den achten Band der Serie. Im Fokus ihres Romans steht natürlich Aurelia Bina, die Autorin beleuchtet aber auch das Schicksal einer Wissenschaftlerin, die seit Beginn der Miniserie dabei ist. Vor dem Hintergrund eines neuen Kriegs zwischen Robotern und Menschen sucht sie nach einer neuen Zukunft für sich …

13 Juni 2024

Nüchterne Vetriebszahlen

Ich blättere gelegentlich in der Zeitschrift »DNV« – die Abkürzung steht für »Der neue Vertrieb« –, die sich weniger an Redakteur richtet, sondern eher an die Menschen im Vertrieb. Die Themen sind aber immer wieder auch so, dass sie für mich als Redakteur höchst interessant sind. So wurde anfangs des Jahres sehr nüchtern über den Pressevertrieb informiert.

Im Jahr 2000 gab es in ganz Deutschland noch 118.513 Presseverkaufsstellen. Damit sind Stellen gemeint, wo man Zeitschriften und Zeitungen kaufen kann – dazu zählen ja unter anderem die gedruckten PERRY RHODAN-Romane.

Die Zahl stieg in der Folge sogar ein wenig an, um das Jahr 2009 waren es über 123.000 Verkaufsstellen. Danach rutschten die Zahlen aber ab. Derzeit gibt es noch 81.763 Verkaufsstellen, an denen man in Deutschland theoretisch unsere Romane kaufen kann. 

Theoretisch heißt: Es hat sich vieles verlagert. Immer mehr Zeitschriften werden in Supermärkten und Tankstellen verkauft, wo wir praktisch nicht vertreten sind.

Auch hierzu gibt es Statistiken: Im Jahr 2000 gab es 17.283 Presse-Fachgeschäfte – also die Läden, in denen Heftromane vorzugsweise gekauft werden –, heute sind es nur noch 9303. Zum Ausgleich: 2000 wurde nur in 983 Discounter-Märkten ein Angebot an Zeitschriften bereitgehalten, heute sind es 12.550 Discounter.

12 Juni 2024

Von der Milchstraße nach Kondor

Ein Logbuch der Redaktion

Seit vor bald einem Jahr die ersten Romane des derzeit laufenden »Fragmente«-Zyklus veröffentlicht wurden, haben die PERRY RHODAN-Leserinnen und -Leser eine Reihe faszinierender Schauplätze kennengelernt: Sie reisten durch die Galaxis Gruelfin mit ihrer Kultur, die von den Panjasen dominiert wird, sie blickten in die Vergangenheit dieser Sterneninsel, sie betrachteten Terrania City und lernten dort ein neues Volk kennen. Zuletzt erlebten sie mit Perry Rhodan, wie der Terraner und seine Begleiter in die Kondor-Galaxis reisen, um in dieser Sterneninsel nach einem Fragment von ES zu suchen …

An dieser kosmischen Region knüpfen die kommenden Romane unserer Serie an. Sie blicken auf Ereignisse in der heimischen Milchstraße und im Leerraum zwischen den Galaxien, sie verbinden kosmische Themen mit klassischer Abenteuer-Science-Fiction. Und sie bringen endlich jenes Lebewesen ins Spiel, das hinter vielen der aktuellen Entwicklungen steckt.

Mit »Die Frau aus dem Transmitter« führt Michael Marcus Thurner wieder in die Milchstraße und in die Liga Freier Galaktiker. Der Autor hat zuletzt mit seinen Romanen begeistert, die auf Terra spielten und vor allem die Hauptstadt der Erde in ein neues Licht rückten. Diesmal geht es ihm um eine ganz spezielle Person, die aus der Vergangenheit kommt und auf seltsame Weise in die Gegenwart geholt wird.

Doch ist alles so, wie es scheint? Thurners Roman trägt die Bandnummer 3248 und erscheint am 17. November 2023. Seine Hauptpersonen sind nicht frei von Widersprüchen, um es vorsichtig anzudeuten, und auf die Leser warten einige echte Enthüllungen …

Die direkte Fortsetzung verfasste Hubert Haensel. »Der Tod ist nicht das Ende« spielt vor allem an Bord eines außergewöhnlichen Raumschiffs. Aurelia Bina tritt in Aktion, die Posmi kann sich als Mensch tarnen und ermittelt auf gefährlichem Terrain. Der Autor kennt sich im PERRY RHODAN-Universum hervorragend aus und hat über viele Jahre hinweg die Buchausgaben betreut.

Das merkt man auch diesem Roman an: Haensel zeigt die unterschiedlichsten Bereiche eines Schiffes nicht nur, sondern lässt sie vor den Augen seiner Leserinnen und Leser lebendig werden. Seine unterhaltsame Geschichte schließt die erste Hälfte des Zyklus mit einigen Überraschungen ab – in den Handel kommt der Band mit der Nummer 3249 am 24. November 2023.

Den Halbzeitroman für den laufenden Zyklus schrieb Christian Montillon, einer der beiden Exposéautoren. Montillon nimmt die Leser in »200 Millionen Lichtjahre« mit auf eine große Reise, die an Bord der RAS TSCHUBAI zurückgelegt werden soll. Dabei geht nicht alles glatt; es gibt Probleme an Bord, und jemand scheint den Flug zu sabotieren.

Wer dahinter steckt, wird in diesem Roman zumindest angedeutet. Seine Motive werden nicht klar, aber der Autor zeigt eindrucksvoll, wer der aktuelle Gegenspieler für die Terraner um Perry Rhodan eigentlich ist. Darüber hinaus stellt er unter anderem Icho Tolot ins Zentrum seiner Geschichte – der Haluter bricht zu einer speziellen Expedition auf. In den Handel kommt der Roman mit der Bandnummer 3250 übrigens am 1. Dezember 2023.

Eine Woche darauf, also am 8. Dezember 2023, geht es weiter mit »Das kosmische Gespinst«, für das erneut Christian Montillon verantwortlich zeichnet. Der Roman trägt die Bandnummer 3251 und erzählt, was mit der RAS TSCHUBAI und ihrem großen Flug geschieht. Icho Tolot und einige Besatzungsmitglieder des Schiffes stehen vor gefährlichen Herausforderungen, aber sie erfahren mehr über die Vergangenheit der fernen Galaxis Kondor – und das wiederum hat einiges mit der Milchstraße zu tun.

Spätestens danach haben die Leser weitere Informationen zu den Hintergründen des Konflikts, der dem »Fragmente«-Zyklus zugrundeliegt. Es gibt Zusammenhänge, die vorher nicht zu ahnen waren – und die Verbindungen erstrecken sich wieder einmal über Zeit und Raum. Damit eröffnen diese vier Romane den kosmischen Rahmen des laufenden Zyklus …

(Dieses Logbuch wurde bereits im November 2023 auf der PERRY RHODAN-Seite veröffentlicht. An dieser Stelle hier kommt es nur zur Dokumentation.)

11 Juni 2024

Die Berufene

Ich bin immer von den starken Motiven beeindruckt, die Dominic Beyeler liefert. Der Künstler schafft es stets, phantastische Figuren und Welten auf die Titelbilder unserer Romane zu zaubern. Ein schönes Beispiel erscheint in dieser Woche: Das Cover von »Die Berufene« zeigt Diva Wintersturm – wer genau das ist und welche Bedeutung diese Figur hat, verrät der Inhalt des Romans.

Verfasst wurde dieser von Susan Schwartz. Die Autorin schreibt in ihrem Roman die Abenteuer von Gucky weiter, der sich mit einem terranischen Kommando in der Galaxis Wolf-Lundmark-Melotte aufhält.

Gucky ist damit Expeditionsleiter. Das passt vielleicht nicht ganz zu seinem Image als immer fröhlicher Mausbiber – aber der Kerl ist schließlich auch schon einige tausend Jahre alt und hat unglaublich viele Erfahrungen gesammelt. Die Autorin zeigt in diesem Roman unter anderem, dass sich Spieltrieb und Erfahrung nicht ausschließen müssen …

10 Juni 2024

Spezielle Begrifflichkeiten

Es bleibt wohl nicht aus, dass sich in der internen Kommunikation eines Projekts wie PERRY RHODAN allerlei Begrifflichkeiten einschleichen, die ein Außenstehender nicht verstehen wird. Manche dieser Begriffe verändern im Lauf der Zeit ihre Bedeutung, andere bleiben erhalten, und manche verschwinden wieder.

Ich erinnere mich an viele Gespräche mit Robert Feldhoff in den 90er- und Nuller-Jahren, in denen wir davon sprachen, Themen zu »rhodanifizieren«. Wir meinten damit: Es gab eine Idee, die wir gut fanden und bei der wir uns überlegten, wie sie in unsere Serie passen würden. Das früheste Beispiel, das mir einfällt: die Nonggo und die Chips, die sie im Gehirn haben. Robert und ich nahmen damals die neuen Möglichkeiten des Internets und verlagerten sie in unser Universum – wir »rhodanifizierten« sie also.

In den Nuller- und Zehner-Jahren brachte vor allem Wim Vandemaan den Begriff »rhodanesk« ein. 2014 diskutierten wir über das Higgs-Feld, als es darum ging, wissenschaftliche Grundlagen für die Technik der Atopischen Richter zu definieren. Am 31. Oktober 2014 schrieb Wim in einer Mail an Rainer Castor, Christian Montillon und mich: »Da rechne ich der rhodaneskeren Lösung bessere Chancen aus.« Gemeint war: Wir sollten auf eine Idee setzen, die hundertprozentig in den Serienkosmos passte.

Ich benutze seit den Nuller-Jahren den Begriff »rhodanisch«, wenn es darum geht, Begriffe und Bezeichnungen serienkonform zu halten. Das Wort »beamen« beispielsweise ist nicht »rhodanisch« und sollte in unseren Romanen nicht auftauchen. Der Linearraum ist ein Gebilde, das innerhalb unseres Serienkosmos funktioniert – es muss dann immer »rhodanisch« dargestellt werden.

Und so weiter …

07 Juni 2024

Warum wir die Preise anheben müssen

In den frühen 90er-Jahren wohnte ich in einer beschaulichen Kleinstadt im Schwarzwald, die vor allem durch ihren großen Marktplatz bekannt geworden ist. Wenn meine damalige Freundin und ich uns etwas gönnen wollten – wir hatten zu der Zeit beide nur wenig Geld –, gingen wir ein paar Schritte zu einem gutbürgerlichen Gasthaus direkt am Marktplatz. Es war eines der Gasthäuser, in denen die »alten Männer« an ihrem Stammtisch am Eingang saßen und alles kommentierten, was ihnen so einfiel – also auch junge Paare, die zum Abendessen kamen …

Wir ignorierten die Sprüche gekonnt und aßen jeder eine Salatplatte mit Schinkenstreifen und Brot – das sättigte und schmeckte sehr gut –, die fünf Mark kostete. Dazu tranken wir insgesamt drei Bier, jedes davon kostet 2,50 Mark. Wenn wir noch Hunger hatten, bestellten wir einfach ein »Brotkörble« und bekamen einen Korb mit Brot, der nicht extra berechnet wurde. Alles in allem gaben wir also für ein Abendessen inklusive Trinkgeld keine zwanzig Mark aus.

Das ist mehr als dreißig Jahre her. Wenn ich heute in Karlsruhe in ein gutbürgerliches Gasthaus gehe, um dort eine Kleinigkeit zu essen und etwas zu trinken, komme ich bei zwei Personen locker auf vierzig Euro. Was ich damit sagen will: Die Dinge sind teurer geworden, und sie werden stets teurer.

Es wäre eine Illusion, würden wir davon ausgehen, dass die Preise bei gedruckten Büchern und Heftromanen stabil bleiben könnten – das gleiche gilt ebenso für E-Books und andere Dinge, die es nur in digitaler Form gibt. Um den Bogen zu unserer Serie zu schließen: Mir ist völlig klar, dass es nicht für Begeisterung sorgt, wenn die Preise für PERRY RHODAN-Heftromane und -Büchern steigen. Aber es lässt sich leider nicht vermeiden.

Deshalb möchte ich an dieser Stelle etwas zu den Hintergründen sagen. Die genauen Zahlen und Daten stehen in der offiziellen Meldung mit ihren nüchternen Aussagen. Sie werden ab Juli bei unseren Heftromanen und Büchern gelten.

Die Kosten steigen an allen Ecken und Enden, Buch- und Zeitschriftenverlage sind davon nicht ausgenommen. Teilweise kommen bei uns jetzt Preissteigerungen an, die eigentlich aus dem Jahr 2022 stammen. Wir bemerken beispielsweise, wie die Kosten – ganz banal – für den Transport erhöht worden sind und auf unsere Romane »umgelegt« werden. Unsere Romane werden schließlich mit LKWs von der Druckerei an die Auslieferung geschickt und von dort aus verteilt.

Das sind keine redaktionellen Kosten, aber sie landen auf kleinen Umwegen auf unserer Kostenstelle.

Wir müssen übrigens einer Tatsache ins Auge sehen: Es ist wenig sinnvoll, die digitalen und die gedruckten Produkte getrennt zu betrachten. Klar fallen beim E-Book keine Druckkosten an, für sie wird auch kein Fahrer bezahlt, der die Ware zu den Grossisten bringt. Aber es gibt bei E-Books andere Kosten und Gebühren …

Und letztlich muss ich beides zusammendenken. Ich kann nicht alle Kosten auf die gedruckten Romane buchen und so tun, als ob die E-Books davon freibleiben – beides gehört zusammen.

Ich bin kein Buchhalter, sondern Redakteur. Meine wirtschaftlichen Kenntnisse beschränken sich auf das, was ich vor vielen Jahren in der Schule gelernt und seither durch die Lektüre von Büchern und Zeitschriften im Gedächtnis gehalten habe. Mein Ziel ist, die PERRY RHODAN-Serie erfolgreich in die Zukunft zu führen. Das wiederum geht nur, wenn sie wirtschaftlich erfolgreich ist.

Redaktion, Vertrieb und Verlagsleitung haben sich die Kostenentwicklung der vergangenen Jahre angesehen, und sie ist eindeutig: Wir müssen die Preise anpassen. Das geschieht in den nächsten Wochen an verschiedenen Stellen – bei gedruckten wie digitalen Produkten –, und es ist unumgänglich.

Ich weiß nicht, ob es das eingangs erwähnte Gasthaus überhaupt noch gibt. Falls ja, wird eine »Halbe« Bier sicher keine 2,50 Mark kosten – heute bekommt üblicherweise 0,4 und nicht mehr 0,5 Liter Bier … –, sicher auch keine 2,50 Euro, von der Salatplatte mit Schinken ganz zu schweigen. Und kostenloses Brot gibt es garantiert keines mehr.

(Dieses Logbuch wurde schon am 5. Juni 2024 auf der PERRY RHODAN-Seite veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.)

06 Juni 2024

Griff nach Arkon

In diesen Tagen haben wir in der Redaktion die Arbeiten an dem PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 3280 abgeschlossen. Dieser Roman wird also demnächst gedruckt und veröffentlicht. Er wird ebenso eingelesen und als Hörbuch veröffentlicht oder eben zu einem E-Book umgewandelt und als solches veröffentlicht.

Die Nummer 3280 Nummer hat für mich eine besondere Bedeutung. Ich hätte sie mir früher nie vorstellen können.

Wenn ich mich nicht irre, hatte der PERRY RHODAN-Roman, mit dem ich meine ersten Gehversuche als Redakteur und Lektor übernahm, die Bandnummer 1640. Der Roman trug den Titel »Griff nach Arkon« und erschien am 28. Januar 1993; redigiert wurde er von mir im November 1992. Ich ging damals nicht davon aus, dass ich diese Arbeit so lange machen würde …

An Details erinnere ich mich übrigens kaum noch. Ich weiß aber von der Oxtornerin, die wir damals extra für den Autor schufen. »Wenn H. G. Ewers wieder für uns schreibt, sollte er einen Oxtorner als Figur erhalten«, war das eine Argument gewessen, ergänzt durch, »aber dann bekommt er dieses Mal eine Oxtornerin.« Es klappte ja auch; zumindest daran erinnere ich mich nach all der Zeit noch.