20 Januar 2026

Ich denke an H. G. Francis

Der Schriftsteller H. G. Francis könnte heute Geburtstag feiern; er wurde am 14. Januar 1936 geboren und wäre damit heute 90 Jahre alt. Leider verstarb er am 3. November 2011. Mit ihm verließ uns damals einer der Autoren der zweiten PERRY RHODAN-Generation, der für unsere Serie und ihr Umfeld viel geleistet hatte.

Ich lernte den Schriftsteller persönlich in den 80er-Jahren kennen; seit 1992 arbeiteten wir zusammen. In seinem Haus nahm ich an einem schönen Fan-Treffen teil, zu seinem sechzigsten Geburtstag wurde ich eingeladen. Wir waren nicht immer einer Meinung, auch nicht in politischen Fragen, aber man konnte mit ihm diskutieren und sogar streiten, ohne dass es zu längeren Konflikten führte. Er hörte anderen Leuten zu und respektierte ihre Meinungen, hatte aber auch keine Scheu, seine eigenen Ansichten zu äußern.

Er war eine Person, die stets auffiel, und das meine ich an dieser Stelle positiv: H. G. Francis hatte eine zupackende und zugleich freundliche Art. Er sprach mit allen Menschen auf Augenhöhe, ob das nun 15 Jahre alte Science-Fiction-Fans oder die Geschäftsführer von Verlagen und Filmgesellschaften waren.

Was ich an ihm sowieso schätzte, war seine quirlige Art. Seit den 80er-Jahren hatte er sich für eine Verfilmung unserer Serie engagiert und war in den Nuller-Jahren sehr unzufrieden mit den langsamen Fortschritten. In der Folge entwickelte er die Idee, PERRY RHODAN als ein Musical auf die Bühne zu bringen; er führte Gespräche mit wichtigen Produzenten und Komponisten, entwickelte Konzepte und machte sich Gedanken zur Handlung eines solchen Musicals.

Neben seiner Arbeit für unsere Serie schrieb er auch Hörspiele – er war zeitweise der beliebteste und meistveröffentlichte Hörspielautor im deutschsprachigen Raum – und Sachbücher, historische Romane und Artikel für Zeitschriften. Er war sehr gut vernetzt und brachte so auch immer wieder Einflüsse von außen in unsere Serienarbeit ein.

H. G. Francis verfasste Hunderte von Romanen für PERRY RHODAN und ATLAN, auch für die Taschenbücher, dazu kamen Kurzgeschichten. Vor allem die Figur des Haluters Icho Tolot schätzte er. Gelegentlich brachte er Zeitkritik ein, was sich unter anderem in teilweise verzerrten Darstellungen von Journalisten äußerte. Ebenso mochte er die Figur des Agenten Ronald Tekener, den er in seinen Romanen als knallharten Kämpfer schilderte.

Der Autor war fleißig und engagiert, an Ideen und Engagement mangelte es ihm nie. Über sein Leben und seine umfangreichen Arbeiten könnte man ein ganzes Buch schreiben. Ich belasse es bei diesem Text, mit dem ich an ihn erinnern möchte.

H. G. Francis war als Autor über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Stütze der PERRY RHODAN-Serie und ihres Umfelds. Wir verdanken ihm viel.

(Diesen Text veröffentlichte ich in der vergangenen Woche auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hiermit wird er auch hier dokumetiert.) 

19 Januar 2026

Ein heikler Handel

Bereits am vergangenen Wochenende erschien mit »Ein heikler Handel« der aktuelle Roman von Leo Lukas. Die bekannteste Figur des Romans ist Reginald Bull, den Dirk Schulz auch auf dem Cover darstellt. Bull ist mit dem PHOENIX unterwegs und immer noch auf der Suche nach dem Mausbiber Gucky, der in den Tiefen des Universums verschwunden ist.

Mir persönlich gefiel vor alem eine andere Figur in diesem Roman: Dabei handelt es sich um Driéposch, einen Kommerzwart, der sich für wirtschaftliche Interessen starkmacht und versucht, mit Handel möglichst viel Wohlstand anzuhäufen. Driéposch ist skrupellos und strebt nach oben; dabei sind ihm fast alle Mittel recht.

Das liest sich streckenweise ein wenig skurril, aber nie witzig; dem Kommerzwart ist das alles ja auch bitterernst. Die Figur wirkt auf ihre Art ja glaubhaft, und irgendwann fängt man fast an, sie zu mögen. Sie wurde vom Autor geschickt eingeführt und noch geschickter durch die Handlung gesteuert; das mochte ich sehr!

16 Januar 2026

In einer dunklen Zeit

Galbraith Deighton ist eine der Figuren aus der PERRY RHODAN-Serie, die selten im Zentrum standen und mit der das Autorenteam streckenweise nicht gut arbeiten konnte; so sah es zumindest für mich damals aus. Deshalb finde ich es spannend, dass im Rahmen der PERRY RHODAN-FanEdition ein Roman erschienen ist, der sich mit Deighton beschäftigt.

Ich meine damit »Der Eisenfürst«, ein Roman von Michael Mühlehner, der 2022 veröffentlicht wurde und den ich jetzt erst gelesen habe. Er spielt im Jahr 453 Neuer Galaktischer Zeit, in einer Zeit großer Umbrüche: Die Galaxis Hangay ist in unserem Universum materialisiert und ergänzt nun die Lokale Gruppe. Doch die Auswirkungen sind verheerend; Kriege erschüttern die Milchstraße, es gibt große Zerstörungen. (Wer es anders wissen möchte: Der Roman spielt zwischen den PERRY RHODAN-Romane 1399 und 1400, im Vorfeld des »Cantaro«-Zyklus.)

In dieser Zeit lässt der Autor seine spannende Geschichte spielen. Deighton ist die Hauptfigur, sein Gegner ist der Eisenfürst, ein fieser Pirat, der die Randgebiete der Milchstraße plündert. Mit Deighton reist seine Lebensgefährtin Salome, eine Sternnomadin mit vielen Geheimnissen ...

Der Roman ist unterhaltsam geschrieben; man merkt, dass Michael Mühlehner schon einige Romane bei kleineren Verlagen veröffentlicht hat. Man kann als Leser tief in eine Zeit eintauchen, die von unserer Serie nur »angerissen« wurde.

Unterm Strich ist »Der Eisenfürst« ein richtig gelungener Fan-Roman, den ich vor allem jenen Lesern empfehlen möchte, die Space Opera der klassischen Art mögen.

15 Januar 2026

Traumspuren

Mit dem Roman »Traumspuren« von Arndt Ellmer setzten wir im November 2006 wieder einmal Quinto-Center und die USO in Szene. Das Exposé erarbeitete Robert Feldhoff im Sommer, Arndt Ellmer als Autor lieferte den fertigen Roman termingerecht ab. Für das Titelbild war Alfred Kelsner verantwortlich, der die äußere Hülle von Quinto-Center zeigte, dazu eine Space-Jet, die offenbar durch eine Schleuse einflog.

Ich präsentiere hier aber ausnahmsweise einen Auszug aus dem Exposé. Genauer gesagt: das obere Drittel der ersten Seite. Das scheint mir eine gute Illustration zu sein; so etwas sieht man ja eher selten …

Was mir bei der Lektüre des Exposés auffällt und was ich vergessen hatte: Es ging unter anderem um die Algorrian, und es gab ein Datenblatt, das die Kinder der Algorrian auflistete. Vor allem aber enthält das Exposé die Kopie einer Rundmail, die ich am 14. Juni 2006 verschickt hatte. In dieser wies ich noch mal darauf hin, dass die Mehrzahl eines Algorrian nur mehrere Algorrian seien – es gebe also kein Mehrzahl-s.

Wichtig war mir zudem, und hier zitiere ich mein eigenes Rundschreiben, das im Exposé verarbeitet wurde: »Es gibt aber keine ›Fohlen‹ und keine ›Hufe‹ – schließlich sind es keine Tiere.« Das schien damals ein Problem gewesen zu sein, an das ich mich nicht mehr aktiv erinnere …

Der Autor machte aus dem Thema übrigens einen spannenden Thriller, in dem er unter anderem den Oxtorner Monkey ins Zentrum rückte. Das alles bettete er geschickt in den dramatischen Kampf der Terraner und ihrer galaktischen Verbündeten gegen die Terminale Kolonne TRAITOR ein; ich fand diese Phase unserer Serie damals sehr spannend.

14 Januar 2026

Zwischen Sternengrab und kosmischen Weiten

Ein Logbuch der Redaktion

Was mich an der Science Fiction im Allgemeinen und an der PERRY RHODAN-Serie im Besonderen schon immer fasziniert hat, ist die Vielseitigkeit. Die Science Fiction ermöglich mir als Leser, in die unterschiedlichsten Kosmen zu reisen. Ich kann über Aliens und fremde Welten staunen, ich kann andere Zeiten besuchen, und ich treffe auf die schrägsten Figuren – das mochte ich immer, und solche Geschichten lese ich heute noch gern.

Es freut mich stets, wenn wir in den aktuellen PERRY RHODAN-Romanen ebenfalls eine solche Bandbreite anbieten können. Unterschiedliche Autorinnen und Autoren schreiben allesamt in ihrem eigenen Stil, sie alle haben ihre spezielle Art, Figuren durch die Handlung zu führen – oder auch zu schubsen –, und man kann sie nicht alle über einen Kamm scheren.

Das ist für Leserinnen und Leser möglicherweise ungeschickt, die gern eine homogene Handlung mögen, bei der alles gleich abläuft, sollte aber diejenigen ansprechen, die Vielfalt mögen. Ich schätze es auf jeden Fall, abwechslungsreiche Romane zu lesen.

Die kommenden Bände, die uns im Januar erwarten, legen dafür ein gutes Zeugnis ab. Den Auftakt für den nächsten Vierer-Block macht Christian Montillon mit »Das Sternengrab«. Der Roman erscheint am 9. Januar 2026 und trägt die Bandnummer 3360. Er spielt in der heimischen Milchstraße – aber eigentlich doch nicht.

Der Autor erzählt mehr über die Situation bei den echsenartigen Topsidern, die inmitten eines kulturellen und politischen Umbruchs stehen. Und er zeigt, wie Perry Rhodan in einem seltsamen Raum auf einen noch seltsameren Topsider trifft, um mit diesem ernsthafte Verhandlungen über die Zukunft zu führen.

Der folgende Roman stammt von Leo Lukas und führt in eine fremde Galaxis, weit entfernt von der Milchstraße. Die Besatzung des PHOENIX steht im Zentrum des Geschehens: Sie trifft auf eine Kultur, mit der sie erst einmal ihre Probleme hat. Man treibt Handel, man benötigt Informationen, und man stellt fest, dass die Sitten und Gebräuche teilweise sehr zynische Züge annehmen.

Der Roman mit der Bandnummer 3361 ist ab dem 16. Januar 2026 erhältlich und trägt den Titel »Ein heikler Handel«. Reginald Bull und seine Gefährten müssen sich in kritischen Situationen bewähren …

Den direkten Anschluss dazu verfasste Oliver Fröhlich; sein Roman trägt den Titel »Den Tod vor Augen« und erzählt erneut von der Besatzung des PHOENIX und ihren Abenteuern. Es geht tatsächlich um Leben und Tod – die Terraner müssen sich mit einem Vorschlag arrangieren, den sie vielleicht für unmoralisch halten könnten.

In den Handel kommt Fröhlichs Roman am 23. Januar 2026. Mir gefiel bei der Lektüre des Manuskripts die humanistische Seite, bei der ich als Leser selbst überlegen kann, welche Position ich einnehmen würde – darüber hinaus gibt es aber eine Reihe von Alien-Geheimnissen zu entdecken.

Den Abschluss des Vierer-Blocks bildet ein Roman von Marie Erikson. Die Autorin erzählt von einer Zivilisation innerhalb der Milchstraße, von der man bislang noch nicht viel gehört hat. Ihre Angehörigen treten – ohne es zu wollen – in Kontakt zu fremden Lebewesen, die ihnen offensichtlich zu Hilfe eilen. Doch ist die Hilfe tatsächlich so hilfreich?

»Was niemand kommen sah«, so der Titel des Romans mit der Bandnummer 3363, erscheint am 30. Januar 2026. Ich fand die Alien-Perspektive stark: Die Autorin erzählt von einem Lebewesen, das nicht menschlich ist, dessen Sorgen und Nöte sich aber mir als Leser in jeder Szene sehr gut erschlossen.

Und das ist wieder ein Beleg dafür, wie faszinierend Science Fiction sein kann: Autorinnen und Autoren zeigen vielleicht Außerirdische und schildern deren Abenteuer oder deren Geschichte – aber letztlich spiegeln sie damit auch unsere Sicht auf die Welt oder das gesamte Universum. Die vier Bände laden somit zum Bummel auf fremde Welten und zu bislang unbekannten Zivilisationen ein … zum Staunen und zum Rätseln gleichermaßen!

(Dieses Logbuch der Redaktion wurde bereits im Dezember auf unserer Internet-Seite veröffentlicht. Hier erfolgt eine Wiederholung aus dokumentarischen Gründen.) 

13 Januar 2026

Requiem für eine Unsterbliche

Den Titel für seinen aktuellen Roman schlug der Autor selbst vor, weil er ihn sehr passend fand. Er überzeugte mich schnell; deshalb heißt Band 374 von PERRY RHODAN NEO auch »Requiem für eine Unsterbliche«. Verfasst wurde der Roman von Stefan Pannor, und mir gefielen bei seinem Manuskript vor allem die Rückblicke auf das Leben einer ganz bestimmten Serienfigur.

Um diese Szenen sauber schreiben zu können, musste der Autor viel recherchieren – man kann weder alles auswendig wissen noch alles in ein Exposé packen. Meiner Ansicht nach lohnte sich die Recherche: Bei der Lektüre des Manuskripts blickte ich tief ins Innere der Figur hinein und verstand ihre Beweggründe sehr gut.

Wie das alles mit dem Konzept der laufenden »Metamorph«-Staffel zusammenpasst, können einige Leserinnen und Leser sicher schon korrekt spekulieren. Die Hintergründe, die sich die beiden Exposéautoren ausgedacht haben, sind auf jeden Fall interessant – sie bauen damit auf der bisherigen Serienhistorie auf und erweitern sie in einigen Punkten.

12 Januar 2026

Das Sternengrab

Das Bild zeigt das Cover des PERRY RHODAN-Romans mit der Bandnummer 3360 und dem Titel »Das Sternengrab«, verfasst von Christian Montillon.
Mit dem PERRY RHODAN-Roman, den wir in der vergangenen Woche veröffentlichten, schlossen wir den aktuellen Handlungsblock um die Topsider und die politischen Umwälzungen im Sternenreich der echsenartigen Wesen ab. Christian Montillon verfasste »Das Sternengrab«, und in diesem Roman setzte er klassische Hauptfiguren wie Perry Rhodan, Atlan und Sichu Dorksteiger in Szene.

Rhodan erweist sich als Diplomat, Atlan ist der kluge Kommandant eines Raumschiffs, und Dorksteiger setzt ihren wissenschaftlich geschulten Verstand ein – die Figuren handeln also exakt so, wie es ihren Charakteren entspricht. Das wird dann von unterschiedlichen Topsidern gespiegelt.

Wie das alles mit den anderen Handlungsfäden des laufenden »PEGASOS«-Zyklus zusammenhängt? Der Autor liefert einige Hintergründe und bietet den Lesern ein bisschen Raum für weitere Spekulationen. So mag ich’s!