17 Juni 2018

Gespräche mit Autoren und Bloggern

Am zweiten Tag des Literatur-Camps in Heidelberg stelle ich wieder einmal fest, dass es ganz schön anstrengend sein kann, wenn man den ganzen Tag über Literatur im Allgemeinen, Science Fiction im Besonderen und PERRY RHODAN im Ganzbesonderen redet. Unter anderem werde ich von Bloggerinnen und Bloggern angesprochen, die wissen wollen, wie wir eigentlich an der Serie arbeiten und welche Aufgaben es da gibt.

Autorinnen und Autoren interessieren sich für die »ganz normalen« Abläufe in einer Romanserie, auch dafür, wie man da einsteigen kann. Gelegentlich kann ich in solchen Gesprächen auch Robert Corvus zu Rate ziehen, der sich ebenfalls auf dem Camp aufhält und sich sichtlich amüsiert.

Schon jetzt kann ich sagen, dass die Veranstaltung sinnvoll war. Auch dass wir sie unterstützt haben, bewerte ich als sinnvoll. Ob es erfolgreich war, müssen wir später beurteilen.

16 Juni 2018

Mit PERRY RHODAN auf dem LitCamp18

An diesem Wochenende findet in Heidelberg zum dritten Mal das LitCamp statt; wir haben uns dieses Jahr entschieden, die Veranstaltung ein wenig zu unterstützen. Also tritt die PERRY RHODAN-Serie als offizieller Sponsor auf – unser Werbematerial liegt aus, Displays mit unserem Markennamen sind zu sehen, und wir sind auch »in Persona« vor Ort.

Als Redakteur bin ich in Heidelberg, um zu sehen, was es an neuen Trends und Autoren gibt. Philine-Marie Rühmann sucht neue Social-Media-Kontakte, und Madlen Bihr – beide im Bild zu sehen – interessiert sich generell für Literatur. Und ganz nebenbei »promoten« wir die Marke PERRY RHODAN.

Solche Veranstaltungen kann man durchaus mit einem Con oder einer anderen Fan-Veranstaltung vergleichen. Es geht um Literatur im Allgemeinen, und da zählt unsere Serie natürlich dazu. (In meinem Fall: Man lernt immer dazu.)

15 Juni 2018

Der InfoTransmitter lohnt sich

Ich möchte heute auf eine Publikation aus unserer Redaktion hinweisen, die – normalerweise zumindest – nicht gedruckt wird: Der PERRY RHODAN-InfoTransmitter ist unser Newsletter, der in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen an die Menschen verschickt wird, die ihn abonniert haben. Er kostet erfreulicherweise nichts.

Der InfoTransmitter ist eine Erfindung von Eckhard Schwettmann und existiert seit Anfang der Nuller-Jahre, wenn ich mich recht erinnere, mit Vorläufern in den 90er-Jahren. Im Verlauf der Jahre wurde er von verschiedenen Menschen betreut, die ihn jeweils prägten.

Über eine längere Zeit war Miriam Hofheinz vom PERRY RHODAN-Marketing für ihn verantwortlich, dann übernahm Christian Montillon. Ab 2014 übernahm Rainer Nagel den InfoTransmitter; seit Anfang 2018 ist Philine-Marie Rühmann aus unserer Abteilung dafür zuständig.

An der grundsätzlichen Ausrichtung hat sich wenig geändert: Der InfoTransmitter informiert über aktuelle Themen rings um PERRY RHODAN, stellt aktuelle Romane vor und liefert Links, über die man auf unsere Internet-Seite kommt – von dort aus gibt es dann weitergehende Texte und Bilder. Wer sich für de InfoTransmitter interessiert, gehe einfach auf die Startseite unseres Internet-Auftritts und scrolle dort weit genug nach unten ...

14 Juni 2018

Der Sternenring

Wer ist Florence Hornigold? Hätte man mich das vor einigen Wochen gefragt, hätte ich keine Antwort gewusst. Mir wäre maximal eingefallen: »Das ist eine unwichtige Nebenfigur aus der aktuellen Serienhandlung.« Spätestens aber, nachdem Christian Montillon das Manuskript von »Der Sternenring« abgeliefert hatte, war mir der Name ein Begriff.

Der Autor machte nämlich etwas, das ich immer wieder verblüffend finde: Er nahm eine Figur aus dem Exposé, die eigentlich keinen großen Stellenwert gehabt hätte, und erzählte den Roman zu einem großen Teil aus ihrer Perspektive. Das veränderte die Geschichte tatsächlich und machte sie – für meinen Geschmack auf jeden Fall – origineller und spannender.

Mit dieser Raumschiffkapitänin hat der Autor eine Figur auf den Plan geholt, von der wir bald wieder hören werden. Nach diesem Roman war nämlich klar, dass wir sie nicht »einfach so« in der Versenkung verschwinden lassen würden. Das alles ist für mich ein Beleg dafür, dass die Arbeit an einer Romanserie immer wieder Überraschungen mit sich bringt ...

13 Juni 2018

Arche der Schläfer

Als wir im Jahr 2011 die Serie PERRY RHODAN NEO starteten, hatten wir vor, die wichtigsten Themen aus der klassischen PERRY RHODAN-Serie zu nehmen und sie neu zu interpretieren. Es war also klar, dass wir bekannte Namen benutzen würden, dass wir aber ebenso komplett neue Geschichten erzählen mussten – eine Eins-zu-Eins-Nacherzählung der klassischen Serie hätten wir langweilig gefunden.

Der Roman dieser Woche ist ein schönes Beispiel dafür, wie bekannte Elemente mit neuen verknüpft werden. Madeleine Puljic schrieb »Arche der Schläfer«. Begriffe wie Impos oder Moloch tauchen in der klassischen Serie auf, die gesamte Geschichte um die mysteriöse Arche ist aber eine Neuerfindung der aktuellen Exposéautoren. Ich finde diese Vermengung sehr gelungen.

Das liegt auch an der Arbeit der Autorin. Madeleine Puljic ist es gelungen, die verschiedenen Facetten der Handlung – die auf mehreren Ebenen spielt – in den Griff zu bekommen. Figuren wie Perry Rhodan oder Icho Tolot tauchen ebenso auf wie Ambrose Escher, der in früheren Zeiten als Journalist gearbeitet hat. Spannend!

11 Juni 2018

Wie das digitale Denken begann

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Im Spätsommer 1995 hatte sich das Verhältnis zwischen der PERRY RHODAN-Redaktion und der neuen Verlagsleitung der Buchverlage nicht gerade optimal entwickelt. Im Buch- wie auch im Zeitschriftenbereich waren viele Kolleginnen und Kollegen entlassen worden, darunter der Chefredakteur der Heftromanserien. Der neue Verlagsleiter verfolgte einen Kurs, der einerseits Kostensenkungen enthielt, andererseits den Verlag in eine neue Zeit bringen sollte.

Das merkte ich, als ich im August 1995 zu einem Vier-Augen-Gespräch bestellt wurde. Nach einigem oberflächlichen Gerede kam Bernhard Maurer zur Sache. Wie ich mir denn die Zukunft vorstelle und ob ich glaubte, die PERRY RHODAN-Serie würde auch noch in zehn oder zwanzig Jahren existieren.

»PERRY RHODAN wird auf jeden Fall Band 2000 erreichen«, versicherte ich, völlig von der Arbeit der Autoren und der Begeisterung der Leser überzeugt. »Aber wie lange es noch Heftromane geben wird, weiß ich nicht.«

Seit Mitte der 80er-Jahre war das Heftromangeschäft im Rückzug. Verschiedene Verlage hatten aufgegeben, darunter der Zauberkreis-Verlag, der in Rastatt »auf der anderen Straßenseite« existiert hatte, keine 200 Meter von uns entfernt. Auch der Pabel-Moewig Verlag hatte in den 90er-Jahren zahlreiche Heftromanserien eingestellt. Es wurde gemunkelt, dass außer PERRY RHODAN und dem »Landser« – den niemand mochte, der aber wirtschaftlich erfolgreich war – nicht viel die aktuelle Kürzungswelle überstehen würde.

Bernhard Maurer fragte nach: »Wie meinen Sie das denn? Werden die Leute nur noch unsere Bücher kaufen?«

Ich war überzeugt davon, dass eine Zukunft der PERRY RHODAN-Serie vor allem im Buchgeschäft liegen müsste. Wir sollten, so argumentierte ich, neue Buchreihen starten und die Serie stärker im Buchhandel verankern. Zudem sollten wir versuchen, ein neues PERRY RHODAN-Magazin in den Handel zu bringen.

Der Verlagsleiter fragte mich nach den Erfolgsaussichten für eine digitale Verwertung der Romane. »Werden die Leute irgendwann die Romane am Bildschirm lesen?«

Ich wusste, dass es sogenannte DFÜ-Stammtische gab, in denen über die moderne »Datenfernübertragung« diskutiert wurde, und ich hatte davon gehört, dass es bereits Romane gab, die über Disketten vertrieben wurden. Schon in den späten 80er-Jahren hatte Wilfried A. Hary, der ehemalige ATLAN-Autor, damit angefangen. Der Autor verlegte die sogenannten Diskomane – ein Begriff, den er begründet hatte –, bei denen er seine Romane auf Disketten spielte, die man daheim auf dem Computer lesen konnte.

Ich wusste, dass auch Fans in diese Richtung gingen. Weil ich seit 1986 die PERRY RHODAN-Clubnachrichten betreute, hatte ich einen guten Einblick in die Aktivitäten der Fans. Ich erzählte von den »Raumschiff Orion«-Romanen, die Fans schrieben, dann aber nicht druckten, sondern auf Disketten in Umlauf brachten.

Maurer wiederum erzählte von den Bemühungen der Technologie-Konzerne, das digitale Lesen zu kommerzialisieren. Seinen Informationen nach experimentierte beispielsweise Sony seit Jahren damit, eigene Lesegeräte zu entwickeln. Noch steckte der Vertrieb der Datenträger in den Kinderschuhen.

CD-ROMs waren der neueste Schrei. Mein alter Freund Carsten Scheibe verdiente sein Geld damit, dass er CD-ROMs zusammenstellte, auf denen Freeware-Programme und Bilder vertreten waren.
»Was also liegt näher, als unsere Romane auch auf solchen Datenträgern zu verkaufen?«, überlegte Maurer laut. Seine Vision, die er mir skizzierte, war noch unausgereift, aber er wollte die PERRY RHODAN-Serie insgesamt digitalisieren.

»Aber das geht nicht mit dem bisherigen Vertrag, den wir mit den Autoren geschlossen haben«, sagte er. Zuerst verstand ich ihn nicht, dann erklärte er es mir am Beispiel eines Bleistiftes, den er hochhielt. »Wenn ich Ihnen jetzt diesen Bleistift für eine Mark verkaufe, gehört er Ihnen, und Sie können damit machen, was Sie wollen.«

Das leuchtete komplett ein. Dann aber fügte er hinzu: »Wäre ich aber ein Autor, müssten Sie mir jedes Jahr ein wenig Geld dafür geben, dass Sie meinen Bleistift benutzen können.«

Ich verstand, in welche Richtung er gehen wollte, und verwies auf das Urheberrecht. Die Autoren seien die Urheber der Romane, und für ihr geistiges Eigentum müssten wir sie prozentual beteiligen.

»Wir müssen den Verlag und die Serie zukunftsfähig machen«, sagte er. »Das geht nicht mit den alten Verträgen.« Deshalb müsse man diese anpassen.

Mir war klar, dass er es anders sah als ich, und wir schieden wieder einmal nach einem langen Gespräch im Streit. Ich verstand, dass er einen visionären Weitblick hatte, der vieles von dem überstieg, was ich sonst in der Verlagswelt wahrnahm. Weil er aber vorher in der Konsumgüter-Industrie gearbeitet hatte, war seine Denkweise weit entfernt von der eines kreativen Autoren oder eines Redakteurs, der – wie ich – zumindest glaubte, kreativ mit den Autoren zusammenzuarbeiten …

10 Juni 2018

Trilogie-Vorarbeiten

Auf dem GarchingCon in Trudering haben Sabine Kropp und Klaus Bollhöfener darüber informiert, dass PERRY RHODAN im Jahr 2019 mit neuen Taschenbüchern aufwarten wird. Sie haben auch ausgesagt, dass eine Trilogie geplant ist. Und genau mit diesem Thema beschäftige ich mich heute.

Die Autoren und ich kommunizieren seit Monaten zu diesem Thema – nicht vorrangig, aber immer »ein bisschen«. In diesen Tagen starten wir langsam in die heiße Phase; die Ideen liegen auf dem Tisch, die Konzepte sind klar, es geht an die Einzelheiten. Und ab dem Sommer diesen Jahres muss geschrieben werden.

Selbstverständlich verrate ich an dieser Stelle weder, in welchem Verlag diese Taschenbücher veröffentlicht wrden, noch erzähle ich etwas über die Inhalte. Das reichen wir nach, sobald wir einige Dinge klarer fixiert haben.

Derzeit knobeln wir noch an Exposés und Titelvorschlägen – sind also noch in einer frühen Schaffensphase. Aber es ist nur eine Frage der Zeit ...

09 Juni 2018

Der Mutaktor

Mit einem wehmütigen Blick schaue ich auf das Exemplar des zwölften Romans unserer Miniserie PERRY RHODAN-Olymp. »Der Mutaktor« schließt in wenigen Tagen eine zwölfteilige Serie ab, die uns in der Redaktion viel Freude bereitet hat; den Lesern zumeist ebenfalls, wenn ich mir die Reaktionen so anschaue.

Wir hatten diesmal nicht so viel Zeit, die Serie vorzubereiten, sondern gingen sie mit viel Elan und Engagement an.  Das hat der Serie nicht geschadet.

Susan Schwartz hat in ihren Exposés eine Reihe von faszinierenden Charakteren geschaffen und den Schauplatz Olymp mit ganz neuem Leben versorgt. Die Autorinnen und Autoren haben eigene Handlungslinien entworfen, die sie neben das Exposé stellten.

So entstand eine Serie, die wie ein harmonisches Ganzen wirkt. Ich finde, darauf können wir stolz sein.

08 Juni 2018

Ein Report für K.H.S.

Für mich ist die PERRY RHODAN-Serie – vor allem in ihren Anfängen – immer von zwei Strömungen geprägt gewesen: einerseits eine technisch-korrekte, manchmal militärisch ausgerichtete Linie, andererseits eine utopisch-phantastische, häufig sehr pazifistisch ausgerichtete Linie. In den frühen Jahren konnte man beide Linien auf die Gründungsautoren K. H. Scheer und Clark Darlton zurückführen, und ohne die Zusammenarbeit der beiden wäre die Serie in den 60er-Jahren nicht so erfolgreich gestartet.

Am 19. Juni 2018 würde K. H. Scheer neunzig Jahre alt werden. Aus diesem Grund hat meine Kollegin Madlen Bihr den PERRY RHODAN-Report 521 mit Beiträgen zu dem Gründungsautor gefüllt. Das fand ich richtig klasse – da bekommt man als Leser noch mal ganz neue Einblicke.

Johannes Rüster schreibt beispielsweise – durchaus subjektiv – über Scheer als Phantasten, Satiriker, Pazifisten und Feministen. Rainer Nagel spekuliert darüber, wie sich die Serie ohne den Scheer-Einfluss entwickelt hätte – sehr spannend! Und Hermann Urbanek berichtet darüber, was K. H. Scheer außerhalb der PERRY RHODAN-Serie publizierte.

Dieser PERRY RHODAN-Report ist in meinen Augen ein gelungenes Beispiel dafür, wie wir in unserer Serie mit der Vergangenheit umgehen: durchaus mal mit einem gewissen Augenzwinkern, aber immer mit dem größten Respekt vor den Leistungen der früheren Autoren. Wir stehen mit unserer Arbeit letztlich auf ihren Schultern ...

07 Juni 2018

Ein weißer Haluter

Am 13. April 1999 erschien der Roman »Ein weißer Haluter« mit der Bandnummer 1964, verfasst von Horst Hoffmann; das Exposé dazu schrieb Robert Feldhoff. Mit Blo Rakane erlebt eine neue wichtige Hauptfigur ihren ersten großen Auftritt; daneben spielen der Mausbiber Gucky, der Haluter Icho Tolot und die Psychologin Bré Tsinga wichtige Rollen.

Das ist genau tausend PERRY RHODAN-Bände her, und es ist spannend, sich heute anzuschauen, welche Elemente damals vom Exposé als neu betrachtet wurden. Robert Feldhoff baute stets aktuelle Themen ein, die einen Roman seiner Ansicht nach aufwerten könnten.

So geht es unter anderem um Mikromaschinen, die sich im Körper von Michael Rhodan befinden. Heute würde man sie als Nanogenten oder Nanomaschinen bezeichnen; damals waren solche Begrifflichkeiten noch nicht in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Die dezentralen Elemente, die laut Exposé »die Puzzlestücke eines Konditionierungs-Chips« bilden, sind sehr gefährlich und lassen sich nur unter größten Mühen entfernen.

Ein wichtiges Thema in diesem Roman ist, dass Haluter »beim Kristallimperium einen ausgedienten Flottentender« gekauft haben. Das Exposé legt Wert darauf, dass dafür ein »irrer, völlig überteuerter Preis« bezahlt worden ist. Die Haluter seien »kaum ins galaktische Währungssystem eingebunden«, weshalb sie große Schwierigkeiten haben sollten, den Tender zu bezahlen.

Der Exposéautor hatte damals die europäische Währungsunion vor Augen. Der Euro wurde bekanntlich erst 2002 eingeführt – es gibt also gewisse Parallelen zwischen der Milchstraße und der Europäischen Union.

06 Juni 2018

Späher im Dakkarraum

Seit Uwe Anton mit dem Roman »Der Sternenwanderer« – von dem er etwa die Hälfte schrieb – den Arkoniden Atlan zurück in die Handlung der PERRY RHODAN-Serie schreiben konnte, hat er offenbar eine besondere Freude an dem »alten Beuteterraner« gefunden. In dem Roman, der diese Woche erscheint, setzt er Atlan nämlich wieder in Szene, erneut an einem besonderen Ort.

Sein Roman trägt den Titel »Späher im Dakkarrum«, das Titelbild dazu stammt von Dirk Schulz und zeigt – ganz eindeutig – Atlan in einer eher unangenehmen Lage. Kein Wunder: Der ehemalige Kristallprinz stößt auf ein »Gebilde« und erfährt mehr über eine Wesenheit namens GESHOD.

Dabei spielt auch eine Reihe von ungewöhnlichen Charakteren eine wichtige Rolle ... Einige von ihnen werden die Leser in weiteren Romanen in Aktion erleben – das kann ich sicher ankündigen, ohne zuviel zu verraten.

05 Juni 2018

Ein Künstler wird umfassend präsentiert

Ein Logbuch der Redaktion

Seit den frühen 80er-Jahren ist Alfred Kelsner einer der Künstler, die das Gesicht der PERRY RHODAN-Serie prägten. Ein Buch über sein Leben und vor allem sein Werk erschien bereits 2013, es wurde von Eckhard Schwettmann im Marlon-Verlag veröffentlicht.

Ich gestehe, dass ich das Buch jahrelang in einem Stapel meines Büros liegen ließ – auch wegen des viel zu frühen Todes seines Herausgebers. In den vergangenen Wochen las ich es endlich komplett durch.

Angesichts des Geburtstages, den Alfred Kelsner heute feiern kann, wird es wohl Zeit, dass ich es ausführlicher vorstelle. Das Werk porträtiert einen Künstler, der mit seinem Stil für die klassische Science Fiction steht, aber gerade deshalb viele Fans hat. Ein Kelsner-Bild strahlt seinen ganz besonderen Reiz aus: die Unendlichkeit des Alls, die Vielschichtigkeit des Universums, dazu faszinierende Raumschiffe oder skurrile Außerirdische.

Ein Bild von Alfred Kelsner sieht – das muss man offen zugeben – im Original stets viel besser aus als in der gedruckten Version. Alfred malt seine Bilder komplett von Hand, viel wird auch mit der Spritzpistole erledigt. Auf die Unterstützung durch Computerprogramme verzichtet er komplett. Wer einmal die Gelegenheit hatte, ihm bei der Arbeit zuzusehen, wird das wohl nie vergessen.

All diese Aspekte skizziert das Buch mit vielen detaillierten Schilderungen. Damit macht es noch einmal klar, welchen Einfluss Alfred Kelsner auf die PERRY RHODAN-Serie hatte. Jahrelang gestaltete er die Titelbilder der Planetenromane, in den 90er-Jahren war er auch für die Cover der Neuauflage im Heyne-Verlag verantwortlich. Nach 1995 stieg er in das Team der PERRY RHODAN-Titelbildzeichner ein und prägte somit einen weiteren Teil des größten Science-Fiction-Kosmos der Welt.

Der Bildband »PERRY RHODAN-Illustrator Alfred Kelsner« zeigt all diese Illustrationen. In vielen Anekdoten erzählt der Künstler von seinen Bildern, hinzu kommt ein umfangreiches Interview mit ihm. Autorinnen und Autoren äußern sich zu seiner Kunst und wie sie von ihr beeinflusst worden sind.

»Besonders der tiefere Gedanke, die Ursprungsfrage, der kosmische Hintergrund und die Hochtechnologie interessieren mich«, äußert sich Alfred Kelsner im Buch über seine Faszination für die PERRY RHODAN-Serie.

Entstanden ist ein großformatiges Hardcover-Buch, das auf seinen 288 Seiten rund 1500 Abbildungen enthält, viele von ihnen farbig. Zum Preis von 39,95 Euro und mithilfe der ISBN  978-3-943172-39-3 kann man es nach wie vor in jeder Buchhandlung bestellen. Internet-Versandhändler wie der PERRY RHODAN-Shop können es ebenfalls liefern.

04 Juni 2018

Ein WeltCon-Tag in Saarbrücken

Der Samstag, 6. September 1986, begann mit einer echten Show, zumindest für die Tausende von PERRY RHODAN-Fans, die zu diesem Ereignis nach Saarbrücken gefahren waren. Linda Ivanus, die Chefin der Abteilung Public Relations der Verlagsgruppe Pabel-Moewig, betrat die Bühne und begrüßte die Con-Besucher. Als Co-Moderator hatte sie Clark Darlton mitgebracht – der PERRY RHODAN-Autor war immer ein Garant für hervorragende Stimmung.

Die beiden leiteten in das eigentliche Programm ein. Sie holten die Autoren und Con-Teilnehmer auf die Bühne, immer wieder dröhnte lauter Beifall durch die Halle. Trockeneisnebel wallten ständig über die Bühne, deren Aufbauten ihr tatsächlich das Aussehen eines fremden Planeten verliehen. Begrüßt wurden Fan-Delegationen aus Japan und Italien, als Großbritannien und Frankreich, den Niederlanden und Belgien.

Direkt danach kam ein Vortrag, auf den die meisten Besucher wohl schon lange gewartet hatten. Kurt Mahr und Ernst Vlcek, die beiden Exposéautoren der PERRY RHODAN-Serie, stellten die nahe und ferne Zukunft der Serie vor. Im Saal herrschte gespannte Stille, während die beiden Autoren ihre kosmische Vision verkündeten.

Sie erzählten vom Moralischen Kode, der das Universum durchzieht, von der kosmischen Evolution, von Superintelligenzen und Materiequellen, von Kosmischen Nukleotiden und gigantischen Zusammenhängen über Raum und Zeit hinweg. Da beide Autoren ein spezielles Deutsch sprachen – Kurt Mahr hatte einen amerikanischen Einschlag entwickelt, bei Ernst Vlcek klang immer Österreichisch mit –, entwickelte der Vortrag einen gewissen Sog, der die Zuschauer eineinhalb Stunden lang fesselte.

Obwohl der Vortrag gut eineinhalb Stunden dauerte, verließ niemand den Saal. Von meinem Platz hinter der Bühne aus hörte ich ebenfalls gespannt zu. Auch wenn ich zu dieser Zeit im Verlag arbeitete, hatte ich keine Kenntnis von den Konzepten der Autoren. Mein Job war der eines Public-Relations-Assistenten – so stand es im Arbeitsvertrag –, der mit der eigentlichen Arbeit des Lektorats und der Redaktion nichts zu tun hatte.

Danach wurde die Autogrammstunde vorbereitet, und ich nutzte die Chance, mich ein wenig umzusehen. Die Autoren setzten sich in einer Reihe hin, die Fans stellten sich in einer endlos erscheinenden Schlange an. Mein Auftrag lautete, mich danach um das Ehepaar Scheer zu kümmern. Das würde also danach kommen – während der Autogrammstunde hatte ich nichts zu tun.

Im Eingangsbereich hatte der Ansturm längst nachgelassen. Ich schaute mir an, was es eigentlich als »Space Package« gab. Schließlich hatte ich in den Werbetexten, die ich geschrieben hatte, immer wieder auf das tolle Paket hingewiesen, das es geben würde. Tatsächlich enthielt es außer einem Infoblatt zum Programm vor allem Werbung. Das enttäuschte sogar mich. An diesem Tag nahm ich mir vor: Falls ich jemals in die Lage geraten würde, selbst einen großen Con zu organisieren, würde es auf jeden Fall ein schönes Buch oder zumindest eine Zeitschrift geben.

Beim Verkaufsstand des »Ex-Press-Versands« traf ich auf Armin Reichrath. Mit ihm und einigen anderen Bekannten gab ich in diesen Jahren die Zeitschrift »Sagittarius« heraus. Unser Heft war das einzige Science-Fiction-Heft, das man auf diesem Con kaufen konnte – angesichts der Tatsache, dass es sowieso nur einen einzigen Verkaufsstand gab, hatten wir so einen riesigen Vorteil gegenüber anderen Kleinverlagen und Magazinmachern.

Armin war trotzdem sauer. »Die haben das aktuelle Heft aus dem Verkauf genommen«, berichtete er, »wegen Verunglimpfung religiöser Gefühle.« Zuerst lachte ich, dann verstand ich. Die aktuelle Ausgabe elf unseres Heftes hatte als Thema »Religion« auf dem Titel stehen. Entsprechend kritisch gingen die Kurzgeschichten und Artikel unter anderem mit der christlichen Religion um. Der streng gläubige Geschäftsführer des Versands hatte in dieser Hinsicht keinerlei Spaß verstanden und diese Ausgabe vom Stand verbannt.

Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Es nutzte aber nichts, sich zu sehr darüber zu ärgern. Aber da sich in diesen Augenblicken ohnehin mein Beruf mit meinen privaten Interessen vermischte, konnte ich gleich »Nägel mit Köpfen« machen. Ich beschloss, die parallel verlaufende Science-Fiction-Börse zu besuchen.

Eigentlich war ich sowieso schuld daran. Als ich erfahren hatte, dass es während des WeltCons keine Verkaufsbörse geben würde – unter anderem aus Platzgründen –, hatte ich Walter Arweiler angesprochen. Der Science-Fiction-Fan wohnte in Saarbrücken, er war oft auf Flohmärkten unterwegs, wir arbeiteten an »Sagittarius« zusammen, und ich wusste, dass er geschäftstüchtig war. Ich informierte ihn über die mangelnde Verkaufsfläche in der Halle, und er meinte, da könne er »etwas machen«.

Auf dem Weg von der Saarlandhalle zur Verkaufsbörse kamen mir PERRY RHODAN-Fans entgegen, die Plastiktüten mit Heftromanen trugen. Sie hatten sich bereits mit Lesestoff versorgt. Vor der Halle hatte Walter schon am frühen Morgen seine Flugblätter verteilt und die Fans zu Dutzenden zu »seiner« Verkaufsbörse gelockt.

Einige hundert Meter war ich schon am Ziel. In einem öffentlichen Gebäude hatten sich mehrere Händler versammelt. Bananenkisten, in denen Heftromane und Taschenbücher auf Käufer warteten, stapelten sich bis fast zur Decke. Es war ein Paradies für PERRY RHODAN-Leser, die in diesem Raum für »kleines Geld« ihre Sammlungen vervollständigen konnten.

Mit breitem Grinsen sah ich zu, wie Berge von Heftromanen und Taschenbüchern den Besitzer wechselten. Walter Arweiler strahlte vor Begeisterung, und auch die Fans freuten sich, auf diese Weise ihre Schnäppchen machen zu können.

Leider konnte ich nicht lange bleiben. Ich wusste, dass Karl-Herbert Scheer auf mich wartete ...