12 Oktober 2022
Im Chaofaktenhort
Der Roman trägt den Titel »Im Chaofaktenhort«, was zugleich auch eine Andeutung auf die Gefahren ist, die Bull zu bändigen sucht. Der Autor zeigt den Raumfahrer in einer Situation, in der seine Menschlichkeit und sein Kampfgeist gefragt sind, sein wacher Instinkt und sein Beharren auf Eigenständigkeit.
»Ich bin niemandes Diener«, lässt der Autor seine Hauptfigur in einer Szene des Roman sagen. Selten wurde Reginald Bull in einem Satz klarer charakterisiert …
11 Oktober 2022
Teamtagung im Oktober
Am heutigen Tag sind die Räumlichkeiten der PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt verwaist: Wir sind alle nicht vor Ort, sondern treffen uns in einem Tagungshotel im Großraum Baden-Baden. Die aktuelle Halbjahres-Teamtagung steht vor der Tür – wir wollen das nächste halbe Jahr planen und auch einen Blick in die weitere Zukunft wagen.
Die Umwälzungen der jüngsten Zeit, die sich verändernde Situation im Zeitschriftenhandel, die wechselvolle Lage im Buchhandel – das alles färbt auf die PERRY RHODAN-Serie ab. Wie positionieren wir uns als Redaktion, wie stellen wir unser Marketing auf, wenn sich so viel ändert? Das sind grundlegende Fragen, die wir intensiv diskutieren werden.
Ich werde in den kommenden Tagen sicher etwas von der Teamtagung berichten. Aber im Augenblick freue ich mich vor allem darauf, mit den Kolleginnen und Kollegen intensiv die vielen Themen zu besprechen (und auch gut zu essen und zu trinken ...).
10 Oktober 2022
Im Land Catron
Der Roman wird bei den Lesern – das ist mir schon jetzt klar – für ein durchaus zwiespältiges Echo sorgen. Er ist spannend, die Abfolge der Szenen und Kapitel läuft unterhaltsam und rasant ab – da wird sicher niemand meckern. Aber über weite Teile hinweg »fühlt« sich das Ganze mehr nach Fantasy als nach Science Fiction an.
Selbstverständlich hat sich der Exposéautor bei diesem Roman einiges gedacht, und alle Elemente, die so sehr wie Fantasy wirken, entspringen einem technisch-wissenschaftlichen Hintergrund. Das dürfte am Ende des Romans dann nicht nur der Hauptfigur klar werden, sondern auch den Leserinnen und Lesern …
07 Oktober 2022
2022 fahren wir nach Frankfurt
Dieses Jahr ist einiges anders. Wir haben mit PERRY RHODAN keinen Messestand – zuletzt standen die hohen Kosten in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden Erfolg, aber das kann sich ändern –, und deshalb fahre ich ohne einen Stand. Ich besuche die Messe nur an einem Tag, am Freitag.
Derzeit plane ich meinen Aufenthalt auf der Messe. Mit mir fährt Janina Zimmer vom PERRY RHODAN-Marketing.
Ich vereinbare Termine, ich prüfe die Wege durch die Halle, und ich schaue zu, dass ich zwischen den Terminen immer ein wenig »Luft« habe. Alles andere muss man dann eh vor Ort sehen … Ich freue mich!
06 Oktober 2022
Ein Flyer für den WeltCon
So entstand im Januar und Februar ein erster Flyer, der als Leporello auf den Con aufmerksam machen sollte. Verteilt wurden sie unter anderem bei Fan-Veranstaltungen und auf der Buchmesse in Leipzig, zu der wir im März 2011 fuhren. Zielgruppe des Faltblatts waren also auch Menschen, die sich noch nicht entschieden hatten.
Wie sollten wir den WeltCon eigentlich bezeichnen? Welche werbende Aussage war sinnvoll? Wir entschlossen uns zu einem Dreiklang: »Ein Kongress. Eine Gala. Ein Event mit vielen Facetten.« Im Innern wurde grob ausgesagt, wann welche Schwerpunkte im Programm geplant waren; dazu wiesen wir auf den geplanten Stardust-Award hin.
05 Oktober 2022
Werbetexte zu »Fragmenten«
Einige Dinge sind leicht zu formulieren: Perry Rhodan und Atlan zählen zu den Hauptfiguren, und es geht mit einem Fernraumschiff in eine weit entfernte Galaxis, von der man schon lange nichts mehr gehört hat. Doch sobald ich damit anfange, die Ziele der Mission in eine werbliche Aussage zu packen, verrate ich sicher zu viel.
Es hilft leider nicht so viel, bei meinen früheren Texten nachzuschauen oder in der Zeit probeweise einige Hinweise zu holen, als beispielsweise William Voltz nicht nur die Exposés und die wichtigsten Romane verfasste, sondern auch die Grundlagen für die Werbung aufschrieb. Seit damals sind doch einige Jahre vergangen – und die Aufgabe, Werbetexte zu schreiben, die potenzielle Neuleser ansprechen und die Stammleser faszinierend, ist seitdem nicht einfacher geworden …
04 Oktober 2022
Addanc, der Taucher
Ein weiteres Detail wird im Roman dieser Woche gezeigt. Christian Montillon, einer der zwei Exposéautoren, verfasste »Addanc, der Taucher«, zu dem Dirk Schulz ein großartiges Titelbild lieferte. Aus der Sicht einer Terranerin wird ein unheimliches Lebewesen präsentiert, das große Macht und Herrschaftswillen mit sich bringt. Seine Intrigen sorgen nicht unbedingt für Beruhigung …
29 September 2022
Autorenbesuch mit Pizza
Wenn Michael Marcus Thurner mit seinem Motorrad auf der Durchreise in Baden-Württemberg ist und es sich anbietet, schaut er auch gern bei uns im Verlag vorbei. Gelegentlich entstehend dabei größere Projekte; unter anderem entwickelten wir bei einem seiner Besucher die Grundzüge der Miniserie PERRY RHODAN-Wega. Als er am heutigen Donnerstag, 29. September 2022, in Rastatt anhielt, hatten wir keine ernsthafte Agenda.
Das schadete aber nicht. Der Autor und ich sahen uns gemeinsam Entwürfe an: für Aktionen im Marketing, beispielsweise ein Teppich, der auf einem Titelbild eines Thurner-Romans basiert, oder mögliche Produkte für den PERRY RHODAN-Shop. Wir unterhielten uns über den neuen Zyklus, der mit Band 3200 beginnt und in dem sich der Autor unter anderem um eine bestimmte Stadt kümmern soll.
Wir aßen gemeinsam Pizza, die wir uns liefern ließen. Das sah vielleicht nicht so vornehm aus, wie sich viele Leute die Treffen von Autoren und Redakteuren vorstellen, aber es schmeckte gut. Dabei unterhielten wir uns über die unterschiedlichsten Themen – und nach zweieinhalb Stunden etwa fuhr der Kollege weiter.
(Das Bild zeigt links Michael Marcus Thurner und rechts Klaus N. Frick. Fotografiert wurde von Janina Zimmer.)
28 September 2022
Phantastische Literatur im Sommer-Seminar
Ein Logbuch der Redaktion
Seit die Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel in den 90er-Jahren damit anfing, Seminare anzubieten, die sich ausdrücklich an Leute richten, die Science Fiction und Fantasy schreiben, blieben die Themen meist offen: Es ging um den Roman oder die Kurzgeschichte, vielleicht auch den Anfang einer Geschichte oder konkret um das Schreiben von Dialogen.
In diesem Spätsommer 2022 gab es aber eine inhaltliche Einschränkung: »Macht und Geld« standen im Zentrum und wurden so auch auf dem Titel des Seminars genannt.
Der Hintergrund war: Wir wollten ein politisches Thema ausprobieren. Wie lässt sich in der phantastischen Literatur ein Thema unterbringen, das eher als verkopft gilt oder stark in unserem täglichen Leben verankert ist? Ist es überhaupt sinnvoll, sich in einem Science-Fiction- oder Fantasy-Roman zu viele Gedanken darüber zu machen, wie die Figuren handeln, ihr Geld verdienen oder schlichtweg arbeiten?
Kathrin Lange und ich wirkten bei diesem Seminar als Dozenten, Dr. Olaf Kutzmutz steuerte als Literarischer Leiter die Veranstaltung. Im Vorfeld war aus Texten der teilnehmenden Personen ein sogenannter Reader erstellt worden, den wir alle erhalten hatten und den ich in den Tagen vor dem Seminar gründlich durcharbeitete. Ich las die Texte, ich markierte Stellen, die mir gut und weniger gut gefielen, und ich machte weitergehende Notizen.
Die Geschichten waren sehr unterschiedlich: Science Fiction aus der fernen Zukunft, Fantasy in einem klassischen Umfeld, wie man es auch aus dem »Herrn der Ringe« kennt, Science Fiction aus einer ganz nahen Zukunft, in der man mit persönlichen CO2-Zertifikaten handelt – und so weiter. Wie spannend das alles war, merkte ich aber erst im Verlauf des Seminars.
Die Anreise erfolgte am Freitag, 2. September 2022. Mit Kathrin Lange und Olaf Kutzmutz saß ich in einem Café zusammen, wo wir – schön die Sonne genießend – den Verlauf des Seminars im Detail festlegten. Wir hatten vorher telefoniert und Mails ausgetauscht, nun ging es um die Feinheiten. Und gleich darauf ging das Seminar los.
An diesem Tag erzählte ich viel von meiner Arbeit. Im Werkstattgespräch, das sich an eine Vorstellungsrunde anschloss, zeigte ich auf, wie sich die Darstellung von Geld in der PERRY RHODAN-Serie geändert hatte. Früher hatte man sich über Geld nicht so viele Gedanken gemacht und war davon ausgegangen, dass das aktuelle System in der Zukunft weiter bestehen würde. Homer G. Adams und die General Cosmic Company waren letztlich nichts anderes als die Figuren eines Wirtschaftskrimis auf Basis von Aktiengesellschaften.
Seit einigen Jahren gehen wir in unserer Serie davon aus, dass es auf der Erde praktisch kein Geld mehr gibt. Alles, was die Menschen brauchen, wird von Robotern hergestellt, und eine Künstliche Intelligenz auf dem Mond steuert nicht nur das Wetter, sondern auch weite Teile der Verwaltung. Güter des täglichen Bedarfs kosten also nichts; niemand muss für seine Frühstücksbrötchen bezahlen. Doch wie kann man daraus eine spannende Handlung gestalten?
Von solchen Fragen gingen wir an diesem Wochenende öfter aus. Wir sprachen – verteilt auf die drei Tage – nacheinander alle Texte durch, die mit dem Reader eingereicht worden waren. Die Diskussionen waren durchaus kontrovers, aber man muss ja nicht immer und zu allen Themen die gleiche Meinung haben. Was mir gut gefiel: Alle waren freundlich und aufmerksam, und bei den Diskussionen ging es stets darum, einen besseren Weg für den Text zu finden.
Am Samstagmorgen hielt Kathrin Lange einen Vortrag zum Weltenbau. Ich schätze die Kollegin sehr für diese Vorträge, weil sie in diesen viele Fragen grundsätzlich beantwortet und den Autorinnen und Autoren stets wichtige Hinweise gibt. Wie kann man eine phantastische Welt konstruieren, wie geht man dabei vor, und welche Punkte hat man zu beachten? Davon leitete sie eine Methode ab, die einem helfen kann, phantastische Ideen zu erarbeiten – aus dieser Methode wiederum entwickelten wir eine Schreibaufgabe.
Die Autorinnen und Autoren mussten sich eine Geschichte ausdenken, die mit Geld zu tun hatte. Wir verlangten von ihnen zu dieser Idee einen Entwurf und die ersten Zeilen. Als die neuen Texte nach der Mittagspause vorgestellt wurde, fanden wir die Ergebnisse allesamt spannend: Die Welten waren vielseitig, die Ideen sowieso, und bei vielen Stoffen, die nach einer solchen Übung präsentiert wurden, kam als Rückmeldung ein »So ein Buch würde ich mir kaufen« ...
Letztlich bestand unser Seminar also aus einer großen Schreibübung, einem großen Vortrag, vielen kleineren Vorträgen – wie baut man korrekt Absätze? – sowie sehr vielen Diskussionen und Gesprächen über Texte und wie man sie schreibt oder mit ihnen arbeitet. Abends hörte das Seminar stets um halb zehn Uhr auf, aber wir saßen meist bei dem einen oder anderen Bier bis nach Mitternacht zusammen. Bei diesen Gesprächen ging's auch um das Persönliche, meist aber drehten sie sich doch um das Schreiben und die schriftstellerische Arbeit.
Am Sonntag endete das Seminar mit einer abschließenden Runde, in der Kritik geübt und Lob verteilt wurde. Ich hatte das Gefühl, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars mit positiven Empfindungen nach Hause fuhren. Als ich am frühen Nachmittag Wolfenbüttel verließ, hatte ich auf jeden Fall ein beschwingtes und gutes Gefühl.
(Dieses Logbuch der Redaktion wurde am 16. September 2022 erstmals auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Das hier ist also eine Nachveröffentlichung zu dokumentarischen Zwecken.)
27 September 2022
Payntec-Fieber
Davon erzählt auch der kommende Roman unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Verfasst wurde er von Rainer Schorm, einem der zwei Exposéautoren der Serie. Die Handlung spielt diesmal nicht auf einem Planeten, sondern vor allem an Bord eines Raumschiffes, dessen Passagiere nicht ahnen, welche Risiken auf sie warten.
Dem Autor gelingt es, das Chaos und die Spannung an Bord zu schildern. Auch die Konflikte zwischen Jägern und Gejagten, zwischen Besatzungsmitgliedern und Passagieren, zwischen Wissenden und Unwissenden zeigt er deutlich – dabei entsteht eine dichte Handlung mit viel Action …
26 September 2022
Farbauds Plan
In »Farbauds Plan« erzählt der Autor von dem Hin und Her, das sich zwischen Farbaud und seinen Gegnern abspielt, von den Manövern des Raumschiffs LEUCHTKRAFT und den Tricks des Tefroders Vetris-Molaud. Das Hin und Her innerhalb der Geschichte hat mir bei der Lektüre sehr gefallen, und ich könnte mir gut vorstellen, dass es auch bei vielen Lesern ankommen wird.
Es geht auf den Abschluss des laufenden »Chaotarchen«-Zyklus zu. Die unterschiedlichen Gruppen stellen sich zu den entscheidenden Kämpfen und Auseinandersetzungen. Und noch weiß niemand, welche Opfer in der Milchstraße noch gefordert werden …
23 September 2022
Die Nummer 3200 rückt näher
ispielsweise eine Kalkulation angefertigt werden, für die braucht man Grundlagen – damit die Buchhaltung kalkulieren und die Druckerei irgendwann arbeiten kann.
Wegen eines Elementes auf dem Titelbild wurde ein wenig diskutiert und gemailt. Der zwölf Seiten umfassende Mittelteil stand in einer kurzen Diskussion im Zentrum. Und natürlich hat der Autor, der den Jubiläumsband schreibt, schon die eine oder andere Frage gestellt.
Zwischendurch blätterte ich in einem umfangreichen Datenblatt – ich blätterte rein digital …–, das wir mit dem Exposé für diesen Roman an die -Autorinnen und Autoren verschickt haben. Ich bin sehr gespannt darauf, wie viele Elemente des Datenblatts sich wie in den einzelnen Romane wiederfinden werden …
22 September 2022
Am Set mit Schauspielern
Es wurde eine Folge der Fernsehserie »Bloch« gedreht. Hauptdarsteller war Dieter Pfaff, der sich als freundlicher Schauspieler erwies, der zumindest uns gegenüber keinerlei Starallüren zeigte. Für uns war das alles sehr spannend; wir waren alle noch nie direkt bei Dreharbeiten dabei gewesen.
Natürlich wurde damals viel über die geplante Verfilmung der Serie gesprochen. Dieter Pfaff kommentierte trocken, dass eine solche Rolle nicht gerade ideal für ihn sei. »Wenn ich in so einer Rakete sitze und zum Mond fliegen will, hebt die nicht ab, sondern bohrt sich in die Erde.«
Damals herrschte eine gewisse Euphorie vor. Der geplante Drehtermin im Jahr 2002 hatte zwar nicht geklappt, aber noch sah alles recht gut aus, und wir freuten uns schon auf den Beginn der Arbeiten an der PERRY RHODAN-Serie.
(Das Bild zeigt von rechts: Marcus O. Rosenmüller, Dieter Pfaff und Klaus N. Frick.)
20 September 2022
Die letzten Tage von Pordypor
Das Titelbild zeigt einen Paramag in Aktion, im Roman selbst spielen sie eine wesentliche Rolle. Michelle Stern taucht in die Geschichte der Milchstraße ein, verbindet die Gegenwart unserer Serie mit ihrer Vergangenheit und erzählt ganz nebenbei von den Konflikten, die zwei Raumschiffkommandanten miteinander haben.
Reginald Bull ist die tragische Figur ihres Romans – wenn man das so darstellen möchte. Der Terraner muss sich beweisen, und er muss eine Entscheidung treffen, die ihm nicht unbedingt liegt. Das alles hat die Autorin hervorragend dargestellt, finde ich. (Und jetzt möchte ich gern mal wieder etwas von den Paramags lesen …)
19 September 2022
In Braunschweig auf der Bühne
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Immer wenn ich Hermann Ritter an diesem Tag sah, sprach er mich an. »Klaus, wir müssen dringend reden«, sagte er dann beispielsweise. »Wir haben an diesem Abend einen gemeinsamen Programmpunkt und den müssen wir doch vorbereiten.« Ich versprach, mich alsbald bei ihm zu melden, ließ ihn weiter an seinen geheimnisvollen Projekten arbeiten und wurde sofort in ein neues Gespräch verwickelt.
Es war der Samstag, 24. April 1999. In den Räumen des Jugendzentrums in Braunschweig fand der sogenannte ThoreCon statt, eine richtig schöne Fan-Veranstaltung. Gut 250 Fans waren anwesend, praktisch alle PERRY RHODAN-Autoren hatten sich eingefunden, und es herrschte eine unglaublich positive Stimmung.
Der Tag raste an mir vorüber. Hermann Ritter war irgendwann genervt, weil ich nie Zeit hatte. »Wenn wir nicht vorbereitet sind«, so sagte er halb drohend, halb lachend, »musst du am Abend alles machen, wozu ich dich verdonnere. Und keine Widerrede!«
»Kein Problem«, behauptete ich. »Wir gehen auf die Bühne, und ich bin zu allen Schandtaten bereit.«
Ich wusste nicht, was er vorhatte. Ich sah nur immer wieder, dass er sich Notizen machte, dass er irgendwelche Dinge bastelte und dass er in sich hineinlachte. Wir hatten versprochen, einen »bunten Abend« zu veranstalten, und wir hatten vorgehabt, diesen gemeinsam vorzubereiten.
Nun aber wurde es ein Abend, den Hermann allein organisierte – entsprechend witzig wurde es dann.
Es gibt eine Video-Kassette, die »Perrys Video Club« zu diesem Con veröffentlichte. Ich sah sie mir zuletzt vor gut zwanzig Jahren an. Das könnte ich noch einmal tun, um mir die Szenen in Erinnerung zu rufen.
Aber vielleicht ist das gar nicht nötig. Ich muss nur an diesen Con in Braunschweig denken, und mir fallen alle möglichen Szenen ein. Viele Gags waren albern, aber wir hatten an diesem Abend sehr viel Spaß – sieht man sich das im Video an, überträgt sich das vielleicht gar nicht.
Hermann hatte sich ein komplettes Programm ausgedacht, und weil ich nicht mitgearbeitet hatte, musste ich nun als sein Opfer herhalten. Unter anderem hatte ich beispielsweise Mondra Diamond zu spielen – und er war ein Eheberater, der mit ihr über Perry Rhodan sprach.
»Sie wissen schon, dass die vorherigen Frauen Ihres künftigen Ehemannes alle keinen natürlichen Tod gefunden haben?«, fragte er beispielsweise. Und ich tat alles, um nicht vor Lachen zu platzen und halbwegs passende Antworten zu geben.
Hermann Ritter zeigte, wie man einen PERRY RHODAN-Film ganz einfach produzieren könnte. Mit einigen Tricks wurde ich in einen Haluter verwandelt: Ich bekam ein drittes Auge auf die Stirn gemalt, und zwei zusätzliche Arme wurden aus Stoff an meine Seiten drapiert. Es sah unfassbar albern aus, die Leute im Saal fanden’s wohl witzig.
Das Quiz für angehende Autoren war hart. Götz Roderer wurde auf die Bühne gebeten; er hatte bislang ein PERRY RHODAN-Taschenbuch veröffentlicht und hatte gegen Hermann Ritter kaum etwas auszurichten. Der Moderator stellte dem Autor allerlei Fragen, auf die er keine Antwort wusste. Danach wurde ich gefragt, und ich wusste es auch nicht.
Es gab dann meist jemanden im Publikum, der beispielsweise wusste, wie der Brutplanet der Baramos hieß … Seither weiß ich es auch: Baykalob – diese Information hat sich in mein Gedächtnis gebrannt.
»Wie heißt der deutsche Hyperphysiker?«, war auch so eine Frage, die ich mir vorher nie gestellt hatte, die ich aber seitdem beantworten kann. Es war Dr. Eberhard Pralitz, er spielt im Cappins-Zyklus eine Rolle, und von ihm stammt der Pralitzsche Wandeltaster. Es war unfassbar, welche Fragen Hermann ausgegraben hatte, und es war ein großer Spaß für die Con-Besucher, den ratlosen Redakteur auf der Bühne zu erleben.
Im weiteren Verlauf des Programms setzten Hermann und ich uns Halbkugeln aus Styropor auf. Wir waren damit Tefroder, und er erklärte die »Duplos«. Spätestens als Hermann Ritter die »Duplos« ins johlende Publikum warf, kannte die Stimmung angesichts unserer Blödelei keine Grenzen mehr. Später zeigten wir auf der Bühne noch, wie man einen Unither als Staubsauger verwenden kann, und am Ende sangen wir noch ein Lied.
Man kann nicht behaupten, dass die eine Stunde des bunten Abends eine Sternstunde des anspruchsvollen Theaters war. Hermann Ritter und ich hatten viel Spaß dabei. Und das Publikum lachte so, dass es die meisten dort wohl auch mochten …
(Diese Redaktionserinnerung stand bereits am 6. September 2022 auf der PERRY RHODAN-Seite und wird hier an dieser Stelle zur Dokumentation wiederholt.)
16 September 2022
Ein großer Held wird sechzig
Ein Logbuch der Redaktion
Wann immer man Leser unserer Serie oder ehemalige Leser fragt, welche Figuren sie besonders schätzen und mögen, tauchen zwei Namen recht schnell auf: Die einen rufen »Gucky«, die anderen »Atlan«. Der Mausbiber ist bei vielen Menschen beliebt, weil sie mit seiner Figur eine tüchtige Prise Humor verbinden. Der Arkonide wiederum ist aufgrund seiner Erfahrung ein vielseitiger Protagonist, an die man als Leser auf verschiedene Weise »andocken« kann.
Seinen ersten Auftritt hatte Atlan bekanntlich im August 1962, als der Roman »Der Einsame der Zeit« erschien. Es war der fünfzigste Band der PERRY RHODAN-Serie, über deren Erfolg man im zweiten Erscheinungsjahr immer noch staunte. Sie hatte alle Hoffnungen der Autoren und des Verlages übertroffen, und Zigtausende von Lesern im deutschsprachigen Raum warteten Woche für Woche auf eine Fortsetzung.
Verfasst wurde der Roman von K. H. Scheer, der damals für die Steuerung der PERRY RHODAN-Serie verantwortlich war. Scheer führte mit Atlan eine besondere Figur ein, die er an die Seite Rhodans stellte. Atlan sollte von Anfang an nicht jemand sein, die sich Rhodan unterordnete, sondern eine Person, die ihm gleichwertig war und eigene Ansichten verfolgte. Scheer zeigte die beiden Helden zu Beginn zudem als Gegner, die sich erbittert bekämpfen.
Die Leser waren rasch begeistert: Atlan wurde von Scheer als »Paladin der Menschheit« präsentiert, als ein Mann, der die Geschichte der Erde über Jahrtausende hinweg begleitet und unterstützt hat.
Seit damals fasziniert die Figur die Leserinnen und Leser der größten Science-Fiction-Serie. Hunderte von Romanen sind erschienen, es gab eine eigene ATLAN-Heftromanserie und zahlreiche ATLAN-Taschenbücher – das alles kann man heute in Form von E-Books jederzeit nachlesen.
Der charismatische Arkonide spielt viele unterschiedliche Rollen: als erfahrener Kämpfer, als charmanter Frauenheld, als beeindruckender Staatsmann und als wagemutiger Abenteurer. Er war nie ein »Sidekick« von Perry Rhodan, nie ein Stichwortgeber für den Terraner. Atlan wurde stets als eigenständiger Held geschildert: Ob er nun Kristallprinz von Arkon war oder Kommandant der ATLANC auf der Fahrt in die Jenzeitigen Lande, ob er als Lordadmiral der USO oder als Gänger des Netzes aktiv war, ob er mit der SOL durch die Galaxien reiste oder als Orakel von Krandhor diente – er war immer Atlan, eine Figur mit Kanten, die im Zweifelsfall entschlossener als Perry Rhodan vorgehen konnte.
Woher kommt eigentlich die Beliebtheit für die Figur? Ist es nur das Aussehen?
Schon Johnny Bruck stellte Atlan sehr eindrucksvoll dar, als einen Mann mit langen weißen Haaren, der offensichtlich viele Geschmäcker ansprach. Die heutigen Künstler orientieren sich an den Bruckschen Vorlagen, auch wenn sie verständlicherweise eigene Schwerpunkte in der Darstellung wählen.
Das Aussehen allein ist es natürlich nicht. Es liegt an den Geschichten, die um den Arkoniden erzählt werden, und an der Art und Weise, wie sein Charakter dargestellt wird.
Atlan wurde immer wieder von unterschiedlichen Autoren geprägt: K. H. Scheer nahm ihn als erster unter seine Fittiche, zeigte ihn vor allem als erfahrenen Kämpfer – er platzierte Atlan mit seinem harten Vorgehen oft als Antagonisten zu Perry Rhodan, was sich unter anderem bei den Romanen des »Meister der Insel«-Zyklus zeigte.
Später wurde Atlan stärker von Hans Kneifel »adoptiert«, der den Arkoniden in den Zeitabenteuern vielseitiger darstellte: als einen Abenteurer, als einen Liebhaber schöner Frauen, als einen Erbauer von Städten und einen Förderer der Künste.
Diese Autoren schufen also die Grundlagen, auf die bis heute aufgebaut wird. Bei Atlan gelang, was bei anderen Serienfiguren nicht immer funktionierte: Der Arkonide blieb sich gewissermaßen treu, auch wenn er in unterschiedliche Rollen gesteckt wurde. Er blieb der charismatische Mann, der tapfere Kämpfer, der elegante Spötter und der attraktive Liebhaber.
In diesem Jahr wird er also sechzig Jahre alt. Wir feiern den Geburtstag im September, auch wenn der August ja eigentlich richtig wäre – aber unsere Serie hat nun einmal im September angefangen, und so haben wir die zwei Feiertage, die um gerade einmal zwei Wochen voneinander abweichen, praktisch zusammengelegt.
Sechzig Jahre Atlan also … ich finde, er hat sich gut gehalten, unser Arkonide. Und so erhebe ich mein Glas auf ihn und freue mich auf weitere Abenteuer mit ihm!
(Dieses Logbuch wurde am 2. September 2022 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht und wird hier zu dokumentarischen Zwecken wiederholt.)
15 September 2022
Gedanken zu K. H. Scheer
Interessant finde ich, dass Scheers erster Science-Fiction-Roman vor 70 Jahren vollends veröffentlicht wurde. Dieses Werk hieß »Piraten zwischen Erde und Mars« und wurde in Fortsetzungen in der Wochenzeitung »Das grüne Blatt« veröffentlicht. (Der Terranische Club Eden hat diesen Roman vor einigen Jahren nachgedruckt – immer noch interessant und lesenswert.) Scheer war damals ein junger Mann, gerade mal anfangs der zwanzig, und er schickte sich an, der beliebteste Science-Fiction-Autor im deutschsprachigen Raum zu werden.
Heute kann man sich die Situation der fünfziger Jahre kaum noch vorstellen. Scheer schuf eine eigenständige Science Fiction, seine Vorbilder waren dabei die deutschsprachigen Autoren utopischer Romane, die zwischen den Weltkriegen veröffentlicht wurden. Erst später konnte er sich bei englischsprachigen Vorbildern »bedienen«. Wenn man sich die frühen Romane des Schriftstellers ansieht, die sich meist immer noch gut lesen lassen, kann man feststellen, wie er Ideen immer wieder neu aufgriff – um sie später teilweise bei PERRY RHODAN zu verwenden.
Scheer war ein Autor, der es verstand, eine technisch-wissenschaftliche Zukunft zu beschreiben, so dass sie von den Lesern sofort verstanden wurde. Man nahm diese Zukunft als glaubhaft an, man folgte bereitwillig den Abenteuern zwischen den Planeten, die Scheer schilderte.
Als er heute vor 31 Jahren starb, war es ein Schock für viele PERRY RHODAN-Leser. Bis heute wissen wir, dass wir von ihm und seiner Arbeit profitieren – die zehn Jahre vor dem Start der PERRY RHODAN-Serie begonnen hatte …
14 September 2022
Lockruf der schwarzen Lohe
Exotische Aliens treten auf, seltsame Raumschiffe werden in Konflikte verwickelt, eine Quintarchin muss sich bewähren: In diesem Roman geschieht viel, er ist abwechslungsreich und vielschichtig. Ich denke, er wird auch bei den meisten Lesern ankommen.
13 September 2022
Blume des Raytschats
Die Autorin erzählt von den Machenschaften im Zentrum der Macht. Mit der Macht wiederum ist der Kugelsternhaufen Naupaum gemeint, in dem es Tausende von Welten gibt, die allesamt dicht bevölkert sind. Auf der Zentralwelt gibt es offensichtlich allerlei Intrigen und Konflikte, die sie mit einem großen Gespür für die Details zeigt und beschreibt.
(Wer übrigens einwendet, dass das Titelbild eine sehr menschlich anmutende Yaanztronerin zeigt, hat nicht unrecht. Aber mir ist in einem solchen Fall wichtiger, dass das Motiv am Kiosk und im E-Book-Shop ein »Hingucker« ist und möglichst viele Leser fasziniert. Optik steht für mich über Exaktheit.)
12 September 2022
Atlantis für 2023
Derzeit steckt vor allem Ben Calvin Hary tief in der Arbeit. Der Autor schrieb die Exposés für PERRY RHODAN-Atlantis, und es ist keine Überraschung, dass er auch die zweite Staffel steuern wird. Mir liegen haufenweise Datenblätter und Exposés, Ideen und Konzepte vor. Das ist alles faszinierend und liest sich schon in dieser Form sehr spannend. Ich freue mich bereits auf den März 2023, wenn der erste Band der neuen Miniserie erscheinen wird.

















