05 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 1

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Die Kolleginnen und Kollegen des Buchverlags saßen in den Nuller-Jahren einmal im Monat zu einer Konferenz zusammen: der Vertrieb und das Lektorat, das Marketing und die Herstellung, die Geschäftsführung und jemand aus der Buchhaltung. Besprochen wurden bei diesem Treffen – man nannte es schlicht das »Monatsmeeting« – die geplanten Bücher, die Verkaufszahlen oder auch der Buchmessestand.

Meist ging es dabei um das allgemeine Programm des Moewig-Buchverlags; ich wurde gelegentlich eingeladen, wenn es um PERRY RHODAN ging. Und meist hielten sich meine »Auftritte« in Grenzen. Am Mittwoch, 20. September 2006, war ich aber lange im Kreis der Kolleginnen und Kollegen – an diesem Tag bildete PERRY RHODAN einen Schwerpunkt.

Ich empfand die Diskussion als sehr konstruktiv. Vor allem die Kollegen aus dem Vertrieb, die sonst oft kritisch gegenüber unserer Serie waren, begrüßten die Ideen, die ich vortrug. Der Geschäftsführer fühlte sich an manchen Stellen überfordert, für ihn musste ich die Präsentation später wiederholen.

Der »Plophos«-Vierteiler

Aktuell waren zu dieser Zeit die Paperbacks des »Plophos«-Vierteilers im Handel. Wir hatten im September 2006 – also zum »kleinen« Serienjubiläum – die ersten zwei Bände veröffentlicht; die Folgebände waren für das Frühjahr 2007 geplant. Innerhalb kurzer Zeit hatten wir jeweils einige tausend Paperbacks verkauft, worauf der Vertrieb sehr stolz war.

»Man muss natürlich sehen, ob und wie sie im Handel abfließen«, sagte der Vertriebsleiter kritisch. »Aber die Bücher stehen in den Science-Fiction-Abteilungen der Buchhandlungen, das ist ein guter Start.«

Wir vereinbarten weitere Aktionen. Ich notierte mir einen Auftrag für Klaus Bollhöfener: »Faxversand an die Buchhändler anleiern.« Nach wie vor mochten es die Leute in den Buchgeschäften, von den Verlagen mit Werbung und Informationen über das Faxgerät versorgt zu werden.

Ich zeigte Ausdrucke der Anzeigen, die wir in den PERRY RHODAN-Heftromanen veröffentlichten. Das kam ebenfalls gut an.

Der »Schwarm«-Zyklus

Noch einmal wurde über den »Schwarm«-Zyklus diskutiert. Wir hatten im Frühling des Vorjahres damit begonnen, diesen klassischen Zyklus in Form von Paperbacks erneut zu veröffentlichen. Dabei hatten wir die Druckvorlagen der Silberbände genommen, diese ein wenig an ein größeres Format angepasst und die Bücher dann drucken lassen. Das hatte gut funktioniert. Zwar wussten wir nicht, ob wir damit neue Leser angesprochen hatten, aber die Zahlen für die einzelnen Bände waren sehr erfreulich. Wir hatten innerhalb eines Jahres auf diese Weise einige zehntausend PERRY RHODAN-Bücher mehr verkauft.

Dazu gab es allerdings kritische Einwände. Buchhändler hatten einzelne Titel remittiert, die sie nicht verkauft hatten; auf diese Weise hatten wir einen recht hohen Lagerbestand angehäuft, der sich nur schleppend verringerte.

»Aus genau diesem Grund müssen wir weitere PERRY RHODAN-Zyklen auf diese Weise vermarkten«, argumentierte ich. »Wenn die Leute sehen, dass es da immer mehr gibt, interessieren sie sich auch für die bisherigen Zyklen.«

Der Vertriebsleiter stimmte mir zu. »Wir sollten auf jeden Fall weitermachen«, sagte er. »Die Paperbacks sind für PERRY RHODAN eine Verkaufssäule zwischen den Heftromanen und den Büchern.«

Der Geschäftsführer und die Kollegin aus der Buchhaltung brachten die Autorenhonorare ins Spiel. Diese seien viel zu hoch; ich sollte mit den Autoren und den Erben verhandeln, um geringere Honorare zu erreichen. Es war nicht die erste Diskussion zu diesem Thema, und es würde – das war mir klar – auch nicht die letzte sein. Also versuchte ich, ruhig zu bleiben, und verwies auf gültige Verträge.

»Man kann nicht einfach einen gültigen Vertrag verändern«, blieb ich an dieser Stelle stur. Diese müssten wir erst kündigen, dann seien sie neu zu verhandeln. In dieser Zeit wäre keine weitere Produktion von PERRY RHODAN-Büchern mehr möglich. Dieses Argument schien zu überzeugen; wie immer an dieser Stelle.

(Dieser Text wurde bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Ich bringe ihn hier aus dokumentarischen Gründen noch einmal.)

Keine Kommentare: