25 März 2014

Post aus den 80er-Jahren

Eine Frage, die bei Facebook gestellt wurde, möchte ich doch gern so öffentlich wie möglich beantworten. Der Fragesteller bezog sich dabei auf den Tod von William Voltz im Jahr 1984 und das damalige Echo der Leser darauf; viele hatten damals schockiert reagiert, und es müssen zahlreiche Briefe im Verlag eingetroffen sei.

Er fragte, ob wir denn noch »Zugriff auf die Kondolenzschreiben/Briefe der Leser aus jener Zeit« hätten. Es sei doch interessant, in heutigen Zeiten zu lesen, wie die Leserschaft damals reagierte. Ich kann den Leser sogar verstehen, ein solches Interesse ist auf jeden Fall vorhanden.

Die Antwort ist einfach: Wir haben in der PERRY RHODAN-Redaktion keinerlei Briefe aus den frühen 80er-Jahren mehr »auf Lager«. Solche Briefe wurden eine gewisse Zeit aufbewahrt, dann aber vernichtet – ansonsten hätte man Dutzende von Ordnern mit abgehefteten Leserbriefen sinnvoll verwalten müssen.

Zudem bin ich mir sicher, auch ohne in Gesetzestexte geblickt zu haben, dass eine Veröffentlichung dieser alten Briefe gegen Datenschutzrechte verstoßen würde. Wer im Jahr 1984 einen Brief aus einer persönlichen Betroffenheit verfasste, möchte im Jahr 2014 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, dass sein Schreiben zum Objekt von Neugierde oder Forschung wird.

Kommentare:

Unknown hat gesagt…

Hmm, Irgendwie stellt sich bei mir daas gefuehl ein, dass wir dank Datenschutz bzw. das was man dafuer haelt, zu einer verlorenen Kultur werden. Praktisch alles was konkret ueber das Alltagsleben vergangener Kulturen wissen kommt aus alten Briefen - gaebe es nicht die riesigen Mengen an Tontafeln mit doch recht privatem Inhalt, dann wurden wir ueber die Sumerer weniger wissen als ueber die Neanderthaler - gleiches Gilt fuer die Aegypter und andere Kulturen.

Ich geb Dir recht, eine Ausbeutung fuer die Sensation ist nicht sinnvoll, aber umgekehrt bildet so eine Sammlung einen enormen Wert fuer die Wissenschaft - ich denke, das war auch das was den original Frager umtrieb.

Anonym hat gesagt…

Wie hat das denn eigentlich Walter Kemposki mit seinen Projekten gemacht in denen er aus Tagebüchern und Briefen von Verstorbenen zitierte!

Gerade ist aus einem Nachlaß und Archiv ein weiterer Band veröffentlicht worden!

Ich habe lange nicht mehr in dem Buch "Briefe an Rudi Dutschke" geblättert, ich glaube mich jedoch daran erinnern zu können, das hier keine vollständigen Namen und Adressen standen