Der Dienstag, 26. Januar 2016, führte mich mal wieder nach Köln; dort hatte ich mehrere Termine. Unter anderem besuchte ich Kollegen bei Bastei-Lübbe, wo ich über allerlei allgemeine Themen fachsimpelte, aber auch über Gemeinsamkeiten aller Art plauderte. Konkreter wurde es im selben Gebäude, als ich mit Kollegen von Lübbe-Audio unter anderem über die »Sternenozean«-Hörspiele sprach.
Es schloss sich ein intensives Gespräch mit Hans Greis an. Der Geschäftsführer von Eins A Medien stellte seine aktuelle Planung für das Jahr 2016 an; wir schauten uns Verträge, Zahlen und Abrechnungen an. Und wir waren uns gemeinsam sicher, dass wir noch viele Jahre zusammenarbeiten wollen ...
26 Januar 2016
25 Januar 2016
Ein Ewers-Doppel am Start
Als ich mit der PERRY RHODAN-Lektüre begann, fand ich die Romane von H.G. Ewers toll. Ich schätzte die überschäumende Phantasie des Schriftstellers, und ich lachte über seine Romane mit Dalaimoc Rorvic und Tatcher a Hainu. Später änderte sich das, und ich mochte viele seiner Ideen nicht mehr so sehr.
Das ändert aber nichts an dem Einfluss, den der Autor auf die Entwicklung der PERRY RHODAN-Serie hatte. Vor allem in den Taschenbüchern konnte er sich immer wieder »austoben«. Das belegt der Doppelband 45/46 der Planetenromane, der dieser Tage auf meinem Schreibtisch landete.
Die Besatzung der LANCET legt eine Reise zurück, die buchstäblich an die Grenzen der Phantasie geht – und wer auf phantasievolle Science Fiction steht, wie man sie in den 60er-Jahren erfand, sollte sich diesen Doppelband nicht entgehen lassen. Ich find’s toll, dass wir die zwei Romane »Die Fischer des Universums« und »Ein Teil der Ewigkeit« in der schönen Gestaltung neu präsentieren können.
Das ändert aber nichts an dem Einfluss, den der Autor auf die Entwicklung der PERRY RHODAN-Serie hatte. Vor allem in den Taschenbüchern konnte er sich immer wieder »austoben«. Das belegt der Doppelband 45/46 der Planetenromane, der dieser Tage auf meinem Schreibtisch landete.Die Besatzung der LANCET legt eine Reise zurück, die buchstäblich an die Grenzen der Phantasie geht – und wer auf phantasievolle Science Fiction steht, wie man sie in den 60er-Jahren erfand, sollte sich diesen Doppelband nicht entgehen lassen. Ich find’s toll, dass wir die zwei Romane »Die Fischer des Universums« und »Ein Teil der Ewigkeit« in der schönen Gestaltung neu präsentieren können.
24 Januar 2016
Spaziergang im Rebland
Eine kleine Exposébesprechung hatten wir während unserer Teamtagung am Freitag abend, 22. Januar 2016: Mit Christian Montillon, einem der zwei Exposéautoren, spazierte ich vom Hotel aus durch das Dorf und ein wenig durch die Weinberge. Es war ziemlich frisch; der Nebel hatte sich übers Land gelegt. Eine Burg, die auf einem der nahen Hügel stand, leuchtete durch die Nacht – ansonsten war es reichlich dunkel.
Wir sprachen über aktuelle PERRY RHODAN-Romane und die Termin-Situation. Ich informierte ihn über den Stand der Dinge bei PERRY RHODAN NEO und PERRY RHODAN-Arkon. Und dann machten wir uns noch Gedanken über ein Projekt, das – wenn alles gut geht – im Sommer 2016 in die Veröffentlichungsphase gehen könnte ... Ein spannender Spaziergang also, und das nicht nur wegen des Schnees, der den Spaziergang zwischen den Weinreben hindurch ein wenig anstrengend gestaltete.
Wir sprachen über aktuelle PERRY RHODAN-Romane und die Termin-Situation. Ich informierte ihn über den Stand der Dinge bei PERRY RHODAN NEO und PERRY RHODAN-Arkon. Und dann machten wir uns noch Gedanken über ein Projekt, das – wenn alles gut geht – im Sommer 2016 in die Veröffentlichungsphase gehen könnte ... Ein spannender Spaziergang also, und das nicht nur wegen des Schnees, der den Spaziergang zwischen den Weinreben hindurch ein wenig anstrengend gestaltete.
23 Januar 2016
Protokolle und Notizen
Am Donnerstag saß ich in einer längeren Besprechung mit der Geschäftsführung und dem Vertrieb, am Freitag war ich auf der Teamtagung der PERRY RHODAN-Redaktion, und heute versuche ich, die vielen Notizen zumindest einigermaßen in eine vernünftige Ordnung zu bringen. Teilweise leiten sich aus den Notizen konkrete Arbeitsaufträge für mich oder für die Kollegen in der Abteilung ab, teilweise geht es mir schlichtweg darum, die Gedankengänge in kurzen Protokollen zu formulieren.
Wenn ich eines im Verlauf meines Arbeitslebens gelernt habe: Schreibt man nicht alles gleich »vernünftig« auf, verliert man die Gedanken recht schnell. Zumindest geht mir das so. Was ich verschriftlicht und fixiert habe, kann weiterbearbeitet werden. Und das hat in einigen der aktuellen Fälle schließlich klare Auswirkungen auf Romane sowie andere Projekte.
Wenn ich eines im Verlauf meines Arbeitslebens gelernt habe: Schreibt man nicht alles gleich »vernünftig« auf, verliert man die Gedanken recht schnell. Zumindest geht mir das so. Was ich verschriftlicht und fixiert habe, kann weiterbearbeitet werden. Und das hat in einigen der aktuellen Fälle schließlich klare Auswirkungen auf Romane sowie andere Projekte.
22 Januar 2016
Die Teamtagung beginnt
Der heutige Freitag, 22. Januar 2016, bringt leere Büros mit sich: Die Abteilung PERRY RHODAN verlässt den Verlag, um außerhalb ihre Teamtagung zu absolvieren. Wir ziehen uns in ein Hotel zurück, das gut zwei Dutzend Kilometer vom Verlag entfernt zwischen Weinreben und Schwarzwaldhängen steht – und dort wird gearbeitet.
Es geht unter anderem darum, das Jahr 2016 weiter zu planen: Welche Schwerpunkte legen wir, wie setzen wir unsere Ressourcen ein? Und wie wollen wir über den Tag hinaus arbeiten? Es wird nicht gerade ein Fünf-Jahres-Plan entworfen, aber wir versuchen, ein wenig in unsere Zukunft zu blicken.
Mit dabei ist ein Autor: Christian Montillon unterstützt uns hoffentlich mit Ideen und weitergehenden Vorschlägen. Ein »Blick von außen« kann schließlich nur hilfreich sein.
Es geht unter anderem darum, das Jahr 2016 weiter zu planen: Welche Schwerpunkte legen wir, wie setzen wir unsere Ressourcen ein? Und wie wollen wir über den Tag hinaus arbeiten? Es wird nicht gerade ein Fünf-Jahres-Plan entworfen, aber wir versuchen, ein wenig in unsere Zukunft zu blicken.
Mit dabei ist ein Autor: Christian Montillon unterstützt uns hoffentlich mit Ideen und weitergehenden Vorschlägen. Ein »Blick von außen« kann schließlich nur hilfreich sein.
21 Januar 2016
Rhodan und der Mondprofessor
Wie kritiklos die deutschsprachige Presse in den 60er-Jahren gegenüber Wernher von Braun war, belegt unter anderem ein Artikel, der am 13. Februar 1968 im Salzburger Volksblatt erschien. Unter dem Titel »P. Rhodan und der Mondprofessor« ging es darin um den »Raketenforscher und Monderoberer«, der sich in seiner Freizeit mit Science Fiction beschäftigte.
Einer seiner Lieblingsautoren sei Walter Ernsting alias Clark Darlton gewesen, berichtete die Tageszeitung unter der Rubrik »Prominentenstenogramm«. Und es habe sich »zwischen dem Eroberer unseres Erdtrabanten und dem Beherrscher der Andromedanebel« eine Freundschaft entwickelt.
Der Raketenforscher plauderte mit den Journalisten über die Pläne der Amerikaner, bald auf dem Mond zu landen. Unter anderem wolle man zwei Landefahrzeuge für die Astronauten auf den Mond schicken, das eine solle »wie ein Hotel, mit allem Komfort eingerichtet sein«. Davon träumte man im Februar 1968 noch.
Laut Zeitungsbericht beneidete der Ingenieur den Autor: »Sie tippen mit ihrer Schreibmaschine schon in anderen Sonnensystemen herum, und ich hab noch immer den Ärger mit dem Mond.«
Einer seiner Lieblingsautoren sei Walter Ernsting alias Clark Darlton gewesen, berichtete die Tageszeitung unter der Rubrik »Prominentenstenogramm«. Und es habe sich »zwischen dem Eroberer unseres Erdtrabanten und dem Beherrscher der Andromedanebel« eine Freundschaft entwickelt.
Der Raketenforscher plauderte mit den Journalisten über die Pläne der Amerikaner, bald auf dem Mond zu landen. Unter anderem wolle man zwei Landefahrzeuge für die Astronauten auf den Mond schicken, das eine solle »wie ein Hotel, mit allem Komfort eingerichtet sein«. Davon träumte man im Februar 1968 noch.
Laut Zeitungsbericht beneidete der Ingenieur den Autor: »Sie tippen mit ihrer Schreibmaschine schon in anderen Sonnensystemen herum, und ich hab noch immer den Ärger mit dem Mond.«
20 Januar 2016
Der Extraktor
»Etwas läuft grauenvoll schief« – ein solches Fazit für aktuelle Probleme findet sich im aktuellen PERRY RHODAN-Roman von Hubert Haensel. Unter dem Titel »Der Extraktor« wird er diese Woche erscheinen und einen Abschnitt auf der Handlungsebene Milchstraße abschließen.
Es ist der Band 2840 – für mich ein besonderer Roman. Vor genau 1200 Bänden habe ich meinen Dienst bei der größten Science-Fiction-Serie der Welt angetreten. Der erste Band, den ich redaktionell zu betreuen hatte, trug die Nummer 1640; es war »Griff nach Arkon« von H.G. Ewers. Aber das ist ein anderes Thema ...
Im aktuellen Roman geht's auch um einen Griff. Ich verrate so viel, und das Titelbild deutet ja darauf hin: Ein sogenannter Extraktor taucht auf, sieht aus wie ein übergroßer Suppenlöffel, und er greift nach einem Gebilde, das auf der Oberfläche eines Planeten herumsteht.
»Der Extraktor« war übrigens kein einfacher Roman für Hubert Haensel. Der Autor musste mit vielen Fakten jonglieren, hatte sehr viele Personen unterzubringen und musste bei alledem auch noch spannend und unterhaltsam schreiben. Gerade solche Romane, in denen viele Fakten zu vermitteln sind, schreiben sich nicht »von selbst«; der Autor muss sehr konzentriert arbeiten und immer wieder recherchieren.
Es ist der Band 2840 – für mich ein besonderer Roman. Vor genau 1200 Bänden habe ich meinen Dienst bei der größten Science-Fiction-Serie der Welt angetreten. Der erste Band, den ich redaktionell zu betreuen hatte, trug die Nummer 1640; es war »Griff nach Arkon« von H.G. Ewers. Aber das ist ein anderes Thema ...
Im aktuellen Roman geht's auch um einen Griff. Ich verrate so viel, und das Titelbild deutet ja darauf hin: Ein sogenannter Extraktor taucht auf, sieht aus wie ein übergroßer Suppenlöffel, und er greift nach einem Gebilde, das auf der Oberfläche eines Planeten herumsteht.
»Der Extraktor« war übrigens kein einfacher Roman für Hubert Haensel. Der Autor musste mit vielen Fakten jonglieren, hatte sehr viele Personen unterzubringen und musste bei alledem auch noch spannend und unterhaltsam schreiben. Gerade solche Romane, in denen viele Fakten zu vermitteln sind, schreiben sich nicht »von selbst«; der Autor muss sehr konzentriert arbeiten und immer wieder recherchieren.
19 Januar 2016
Der Impuls ist da!
Als ich heute die ersten Belegexemplare aus der Druckerei erhielt, freute ich mich richtig: Der erste Band von PERRY RHODAN-Arkon sieht richtig gut aus! »Der Impuls« stammt bekanntlich von Marc A. Herren und bildet den Start der Miniserie, die wir in diesem Januar 2016 ins Leben gerufen haben.

Es ist stets ein besonderes Gefühl für mich, wenn eine monatelange Vorarbeit zum Punkt der Veröffentlichung gekommen ist. Dann liegt der Roman vor einem, man blättert ihn andächtig durch, liest die eine oder andere Passage an – und freut sich halt.
Letztlich ist es nicht wichtig, was der Redakteur denkt und empfindet. Wichtiger sind die Reaktionen der Leserinnen und Leser. Bis hierzu die ersten eintreffen, muss ich sicher noch zwei Tage warten ... voller Spannung!

Es ist stets ein besonderes Gefühl für mich, wenn eine monatelange Vorarbeit zum Punkt der Veröffentlichung gekommen ist. Dann liegt der Roman vor einem, man blättert ihn andächtig durch, liest die eine oder andere Passage an – und freut sich halt.
Letztlich ist es nicht wichtig, was der Redakteur denkt und empfindet. Wichtiger sind die Reaktionen der Leserinnen und Leser. Bis hierzu die ersten eintreffen, muss ich sicher noch zwei Tage warten ... voller Spannung!
18 Januar 2016
Der zweite Versuch des Cortez-Zyklus
Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«
Im Frühjahr 1995 stand die PERRY RHODAN-Serie in einer Phase des inhaltlichen Umbruchs. Davon ahnten wir anfangs noch gar nichts. Die Autoren schrieben an den letzten Romanen des Hamamesch-Zyklus, der den Komplex um die »andere Seite des Universums« abschließen sollte. Gleichzeitig ging es bereits darum, die ersten Grundlagen für einen neuen PERRY RHODAN-Zyklus zu legen. Band 1800 sollte eine völlig neue Szenerie begründen, da waren sich alle einig.
Robert Feldhoff, der frisch in die Exposéarbeit einbezogen worden war, und Ernst Vlcek erarbeiteten Konzepte, während sich die Redaktion aus Dr. Florian F. Marzin und mir überlegte, welche Ideen man mit den Autoren umsetzen könnte. Nicht alles passte so richtig zusammen, weshalb manche unserer Besprechungen unbefriedigend verliefen. Vor allem unser Chefredakteur war mit den bisherigen Konzepten sehr unzufrieden.
Den »großen Wurf« sah ich im Frühjahr 1995 noch nicht. Es hatte einen ersten Entwurf für einen Zyklus gegeben, dem wir den Arbeitstitel »Cortez-Zyklus« verliehen hatten. Dieser hatte sich bereits wieder erledigt, wir arbeiteten an einem zweiten Entwurf. Er sollte allerdings auf dem ersten aufbauen.
Im Mai 1995 sah es endlich so aus, als hätten wir eine Richtung festgelegt, mit der die Autoren ebenso klarkommen konnten wie der Chefredakteur. Der Plan war, einen sogenannten Cortez-Zyklus zu starten, wobei »Cortez« nur ein Platzhalter war. Ich fand die Idee nicht so gelungen, war aber sicher, dass man sie gut umsetzen konnte.
Am fünften Mai verschickte Sabine Bretzinger ein drei Seiten umfassendes Arbeitspapier an die Autoren. Die nüchterne Überschrift: »Handlungsabriß für die Bände 1800 ff. wie in der Konferenz festgelegt«. Dabei wurden zwei Handlungsstränge fixiert, von denen einer als »Cortez«, der andere aber als »Rhodan und ZAT’s« bezeichnet wurde. »ZAT« war zu jener Zeit die Abkürzung für »Zellaktivatorträger«.
Nach dem Hamamesch-Zyklus sollte ein Zeitsprung von 30 bis 50 Jahren kommen. »Sämtliche Raumschiffe, die an der GL waren, sind verschrottet worden«, vermeldet das Arbeitspapier; mit »GL« war die Große Leere gemeint. Für die BASIS sollte aber »vielleicht eine bessere Lösung« gefunden werden. Während Dr. Marzin die BASIS unbedingt verschrotten wollte, schlugen die Autoren und ich stets vor, das Schiff »sinnvoll umzuwidmen«.
Laut Arbeitspapier sollten die Aktivatorträger sich »in einer Form von Gemeinschaft etabliert (Tafelrunde)« haben. Jeder Aktivatorträger solle ein eigenes Schiff haben, das rund 1000 Meter durchmessen solle.
Aus diesen Überlegungen entwickelte sich kurze Zeit später die Idee, dass die Aktivatorträger gewissermaßen einen eigenen Staat entwickeln könnten: ihre eigene Gemeinschaft auf der Welt Camelot, mit eigenem Großraumschiff und in Gegnerschaft zu einer Liga Freier Terraner, die wir in der Romanhandlung bewusst »großkotzig« schildern wollten.
Wichtiger erschienen im Arbeitspapier vom Mai 1995 aber die Geheimnisse auf Trokan, dem »neuen« Mars. Dieser sollte im neuen Zyklus eine tödliche Strahlung aussenden, die aber Aktivatorträgern nichts anhaben könnte. »Wie schon im vorherigen Zyklus ausgesagt, befinden sich nicht näher definierte Relikte auf Trokan«, formulierte das Papier weiter.
Atlan und Perry Rhodan sollten auf Trokan in ein Labyrinth geraten, »aus dem sie nicht mehr herausfinden«. Rhodan selbst sollte auf die »Brücke in die Unendlichkeit« treffen; dann komme er »in die Welten der Wahrscheinlichkeit«. Während alle Zellaktivatorträger in dem Labyrinth verloren gehen würden, sollte gleichzeitig ein Gegenspieler auftauchen, »der in der Lage ist, sich darin zielgerichtet zu bewegen«.
Ebenso sollte sich in diesem Labyrinth »der Schlüssel für die Existenz der Cortez« verbergen. Über dieses Gebilde solle zudem eine Anbindung an die Kosmologie der PERRY RHODAN-Serie erfolgen, ohne dass wir als Team »dabei in gefährliche Nähe der Kosmokraten und der ganzen anderen Sippschaft wie Materiequellen, Materiesenken, Moralischer Kode oder gar die Dritte Ultimate Frage geraten«.
Es wurde recht früh der Zusammenhang zwischen den Aktivatorträgern, ihrem persönlichen Schicksal, der kosmischen Bestimmung der Menschheit und den eigentlichen Cortez hergestellt. Bei den Cortez wurde festgelegt, dass sie in ihrer Entwicklung acht Stadien durchlaufen; nach Abschluss eines jeden Stadiums finde jeweils eine Verpuppung statt. »Wenn die Verpuppungsphase vorbei ist, treten die Cortez in eine neue, gänzlich verschiedene Daseinsform ein und haben auch keine Erinnerung an ihre vorherige Lebensform.«
Die unterschiedlichen Daseinsformen sollten sich untereinander bekriegen; gleichzeitig benötigten sie »bestimmte Biosphären«, und diese sollten am Ende »restlos ausgenutzt« sein. Dabei sollten Cortez verschiedene Raumschiffe benutzen, die jeweils Puppen auf den Welten absetzen sollten. Als eine Variante sagt das Exposé klar: »Die gesuchte Biosphäre ist mit der Erde identisch.« Eine Königin sollte sich zudem herausbilden, »deren Eiablage die gesamte Galaxis verwüsten würde«.
Soweit die Überlegungen zu den Cortez. Auch hier gilt: Zwar wurde sehr viel an den ersten Ideen geändert, ein Teil der Cortez-Ideen floss aber in die Konzeption der Tolkander ein, die in den PERRY RHODAN-Romanen 1800 bis 1875 handlungstragend waren. Von dem drei Seiten umfassenden Arbeitspapier blieb letztlich nur wenig übrig; vor allem Robert Feldhoff trieb bereits Wochen später seine Thoregon-Ideen voran.
Im Frühjahr 1995 stand die PERRY RHODAN-Serie in einer Phase des inhaltlichen Umbruchs. Davon ahnten wir anfangs noch gar nichts. Die Autoren schrieben an den letzten Romanen des Hamamesch-Zyklus, der den Komplex um die »andere Seite des Universums« abschließen sollte. Gleichzeitig ging es bereits darum, die ersten Grundlagen für einen neuen PERRY RHODAN-Zyklus zu legen. Band 1800 sollte eine völlig neue Szenerie begründen, da waren sich alle einig.
Robert Feldhoff, der frisch in die Exposéarbeit einbezogen worden war, und Ernst Vlcek erarbeiteten Konzepte, während sich die Redaktion aus Dr. Florian F. Marzin und mir überlegte, welche Ideen man mit den Autoren umsetzen könnte. Nicht alles passte so richtig zusammen, weshalb manche unserer Besprechungen unbefriedigend verliefen. Vor allem unser Chefredakteur war mit den bisherigen Konzepten sehr unzufrieden.
Den »großen Wurf« sah ich im Frühjahr 1995 noch nicht. Es hatte einen ersten Entwurf für einen Zyklus gegeben, dem wir den Arbeitstitel »Cortez-Zyklus« verliehen hatten. Dieser hatte sich bereits wieder erledigt, wir arbeiteten an einem zweiten Entwurf. Er sollte allerdings auf dem ersten aufbauen.
Im Mai 1995 sah es endlich so aus, als hätten wir eine Richtung festgelegt, mit der die Autoren ebenso klarkommen konnten wie der Chefredakteur. Der Plan war, einen sogenannten Cortez-Zyklus zu starten, wobei »Cortez« nur ein Platzhalter war. Ich fand die Idee nicht so gelungen, war aber sicher, dass man sie gut umsetzen konnte.
Am fünften Mai verschickte Sabine Bretzinger ein drei Seiten umfassendes Arbeitspapier an die Autoren. Die nüchterne Überschrift: »Handlungsabriß für die Bände 1800 ff. wie in der Konferenz festgelegt«. Dabei wurden zwei Handlungsstränge fixiert, von denen einer als »Cortez«, der andere aber als »Rhodan und ZAT’s« bezeichnet wurde. »ZAT« war zu jener Zeit die Abkürzung für »Zellaktivatorträger«.
Nach dem Hamamesch-Zyklus sollte ein Zeitsprung von 30 bis 50 Jahren kommen. »Sämtliche Raumschiffe, die an der GL waren, sind verschrottet worden«, vermeldet das Arbeitspapier; mit »GL« war die Große Leere gemeint. Für die BASIS sollte aber »vielleicht eine bessere Lösung« gefunden werden. Während Dr. Marzin die BASIS unbedingt verschrotten wollte, schlugen die Autoren und ich stets vor, das Schiff »sinnvoll umzuwidmen«.
Laut Arbeitspapier sollten die Aktivatorträger sich »in einer Form von Gemeinschaft etabliert (Tafelrunde)« haben. Jeder Aktivatorträger solle ein eigenes Schiff haben, das rund 1000 Meter durchmessen solle.
Aus diesen Überlegungen entwickelte sich kurze Zeit später die Idee, dass die Aktivatorträger gewissermaßen einen eigenen Staat entwickeln könnten: ihre eigene Gemeinschaft auf der Welt Camelot, mit eigenem Großraumschiff und in Gegnerschaft zu einer Liga Freier Terraner, die wir in der Romanhandlung bewusst »großkotzig« schildern wollten.
Wichtiger erschienen im Arbeitspapier vom Mai 1995 aber die Geheimnisse auf Trokan, dem »neuen« Mars. Dieser sollte im neuen Zyklus eine tödliche Strahlung aussenden, die aber Aktivatorträgern nichts anhaben könnte. »Wie schon im vorherigen Zyklus ausgesagt, befinden sich nicht näher definierte Relikte auf Trokan«, formulierte das Papier weiter.
Atlan und Perry Rhodan sollten auf Trokan in ein Labyrinth geraten, »aus dem sie nicht mehr herausfinden«. Rhodan selbst sollte auf die »Brücke in die Unendlichkeit« treffen; dann komme er »in die Welten der Wahrscheinlichkeit«. Während alle Zellaktivatorträger in dem Labyrinth verloren gehen würden, sollte gleichzeitig ein Gegenspieler auftauchen, »der in der Lage ist, sich darin zielgerichtet zu bewegen«.
Ebenso sollte sich in diesem Labyrinth »der Schlüssel für die Existenz der Cortez« verbergen. Über dieses Gebilde solle zudem eine Anbindung an die Kosmologie der PERRY RHODAN-Serie erfolgen, ohne dass wir als Team »dabei in gefährliche Nähe der Kosmokraten und der ganzen anderen Sippschaft wie Materiequellen, Materiesenken, Moralischer Kode oder gar die Dritte Ultimate Frage geraten«.
Es wurde recht früh der Zusammenhang zwischen den Aktivatorträgern, ihrem persönlichen Schicksal, der kosmischen Bestimmung der Menschheit und den eigentlichen Cortez hergestellt. Bei den Cortez wurde festgelegt, dass sie in ihrer Entwicklung acht Stadien durchlaufen; nach Abschluss eines jeden Stadiums finde jeweils eine Verpuppung statt. »Wenn die Verpuppungsphase vorbei ist, treten die Cortez in eine neue, gänzlich verschiedene Daseinsform ein und haben auch keine Erinnerung an ihre vorherige Lebensform.«
Die unterschiedlichen Daseinsformen sollten sich untereinander bekriegen; gleichzeitig benötigten sie »bestimmte Biosphären«, und diese sollten am Ende »restlos ausgenutzt« sein. Dabei sollten Cortez verschiedene Raumschiffe benutzen, die jeweils Puppen auf den Welten absetzen sollten. Als eine Variante sagt das Exposé klar: »Die gesuchte Biosphäre ist mit der Erde identisch.« Eine Königin sollte sich zudem herausbilden, »deren Eiablage die gesamte Galaxis verwüsten würde«.
Soweit die Überlegungen zu den Cortez. Auch hier gilt: Zwar wurde sehr viel an den ersten Ideen geändert, ein Teil der Cortez-Ideen floss aber in die Konzeption der Tolkander ein, die in den PERRY RHODAN-Romanen 1800 bis 1875 handlungstragend waren. Von dem drei Seiten umfassenden Arbeitspapier blieb letztlich nur wenig übrig; vor allem Robert Feldhoff trieb bereits Wochen später seine Thoregon-Ideen voran.
17 Januar 2016
Arkoniden in der Optik
An diesem Wochenende beschäftige ich mich mal wieder mit PERRY RHODAN-Arkon. Von Marc A. Herren, unserem Exposéautor, habe ich zwei Exposés erhalten, mit denen ich mich auseinandersetze: Das eine ist für einen erfahrenen Teamautor, das andere für eine Person, die ihren ersten offiziellen Beitrag für das PERRY RHODAN-Universum verfasst.
Darüber hinaus sollte ich heute dringend Texte für unsere Internet-Seite schreiben und mit der Arbeit an einem Pressetext beginnen. Letztlich muss die Werbung für die Serie, die wir bisher vor allem »innerhalb« unserer Leserkreise bestritten haben, jetzt stärker »nach außen« getragen werden. Mal schauen, ob ich dazu die entsprechende Kreativität aufbringen kann.
Darüber hinaus sollte ich heute dringend Texte für unsere Internet-Seite schreiben und mit der Arbeit an einem Pressetext beginnen. Letztlich muss die Werbung für die Serie, die wir bisher vor allem »innerhalb« unserer Leserkreise bestritten haben, jetzt stärker »nach außen« getragen werden. Mal schauen, ob ich dazu die entsprechende Kreativität aufbringen kann.
16 Januar 2016
Zu den Jenzeitigen
Derzeit wundern sich einige Leser – zumindest schrieben sie das – über den Titel des laufenden PERRY RHODAN-Zyklus. Die Handlung spiele, so sagen sie, doch gar nicht in den Jenzeitigen Landen, sondern in der Vergangenheit, in der Zukunft oder in der Handlungsgegenwart in der Milchstraße.
Das ist nicht falsch – das sind die Handlungsschauplätze. Gleichzeitig aber haben sie alle mit dem Thema des Zyklus zu tun: dem Vorstoß in die Jenzeitigen Lande und den daraus resultierenden Veränderungen in der Menschheitsgalaxis. Ein Zyklustitel muss meiner Ansicht nach das Thema eines Zyklus fassen, keine Inhaltsangabe liefern. Deshalb passt der aktuelle Titel »Die Jenzeiten Lande« ganz hervorragend.
(Ging es im Aphilie-Zyklus durchgehend um die Aphilie? Spielte der M87-Zyklus durchgehend in M87? Hatte der Chronofossilien-Zyklus nur mit diesen kosmischen Ereignissen zu tun?)
Das ist nicht falsch – das sind die Handlungsschauplätze. Gleichzeitig aber haben sie alle mit dem Thema des Zyklus zu tun: dem Vorstoß in die Jenzeitigen Lande und den daraus resultierenden Veränderungen in der Menschheitsgalaxis. Ein Zyklustitel muss meiner Ansicht nach das Thema eines Zyklus fassen, keine Inhaltsangabe liefern. Deshalb passt der aktuelle Titel »Die Jenzeiten Lande« ganz hervorragend.
(Ging es im Aphilie-Zyklus durchgehend um die Aphilie? Spielte der M87-Zyklus durchgehend in M87? Hatte der Chronofossilien-Zyklus nur mit diesen kosmischen Ereignissen zu tun?)
15 Januar 2016
Fischer des Leerraums
Dass immer wieder Fehler geschehen, die sich niemand so richtig erklären kann, belegte der Band 113 unserer Serie PERRY RHODAN NEO. Der Roman stammt von Rainer Schorm und trägt den Titel »Fischer des Leerraums«. So wurde der Titel von mir eingeplant, so habe ich ihn überall kommuniziert.
Trotzdem wurde er auf der Seite drei des Romans (auf dem »Innentitel« quasi) als »Die Fischer im Leerraum« vorbereitet. Und selbstverständlich merkte das in allen Phasen der Produktion niemand – weil niemand das Titelbild und die Seite drei zusammen sieht, die werden getrennt produziert und gedruckt.
Aber glücklicherweise dachte der Korrektor mit, er erinnerte sich richtig, und somit stimmen die Titel überein. So richtig erklären, warum das fast passiert ist, konnte mir aber kein Mensch. Wahrscheinlich war’s ein heimtückischer positronisch-biologischer Roboter ...
Trotzdem wurde er auf der Seite drei des Romans (auf dem »Innentitel« quasi) als »Die Fischer im Leerraum« vorbereitet. Und selbstverständlich merkte das in allen Phasen der Produktion niemand – weil niemand das Titelbild und die Seite drei zusammen sieht, die werden getrennt produziert und gedruckt.Aber glücklicherweise dachte der Korrektor mit, er erinnerte sich richtig, und somit stimmen die Titel überein. So richtig erklären, warum das fast passiert ist, konnte mir aber kein Mensch. Wahrscheinlich war’s ein heimtückischer positronisch-biologischer Roboter ...
14 Januar 2016
Heute wäre er 80 ...
Am heutigen Tag vor achtzig Jahren wurde ein Autor geboren, den ich als Mensch sehr schätzte und der sich um die PERRY RHODAN-Serie sehr verdient gemacht hat. Die Rede ist von H.G. Francis, an den ich mit diesem kleinen Text erinnern möchte.
Am 3. November 2011 trugen wir ihn zu Grabe, in dem kleinen Ort unweit von Hamburg, in dem er gelebt hatte. Es war ein trauriger, kalter Tag, kühl und ungemütlich, und ich kam zwei, drei Minuten zu spät (weil der Taxifahrer den Weg nicht gefunden hatte ...). Wenn ich an Hans denke, fallen mir allerdings so viele schöne Begegnungen ein, dass diese den traurigen Abschied überwiegen.
Ich lernte ihn in den 80er-Jahren kennen, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem PERRY RHODAN-WeltCon in Saarbrücken, und sah ihn anfangs der 90er-Jahre wieder, als ich Redakteur der PERRY RHODAN-Serie wurde. Danach arbeiteten wir jahrelang zusammen – Hans schrieb zahlreiche Romane und Hörspiele, und es gab auch Begegnungen außerhalb des Serienkosmos.
Nie vergessen werde ich die große Party, zu der ich anlässlich seines sechzigsten Geburtstags eingeladen war. Das Essen war lecker, die Stimmung war klasse, und ich musste Walzer tanzen – sehr zum Gaudium der Eheleute Franciskowsky.
Und ich erinnere mich an viele Autorenkonferenzen: Wie Ernst Vlcek, Robert Feldhoff und ich das »dickbauchige Raumschiff FRANCIS« ins All schicken wollten ... Wie Peter Griese, Ernst Vlcek und H.G. Francis gemeinsam im »Storchennest« alle Schnäpse des Hauses durchprobierten ... Wie H.G. Francis dem neuen Verlagsleiter großzügig das »Du« anbot ...
Selbstverständlich sind H.G. Francis und ich einige Male zusammengerasselt. Das bleibt nicht aus, wenn man so lange zusammenarbeitet. Aber wir vertrugen uns anschließend immer wieder. Und wer weiß, was aus seinen vielen Plänen und Ideen geworden wäre, hätte ihn nicht ein Schlaganfall niedergestreckt und lange Zeit ans Krankenbett gefesselt?
Ich vermisse ihn oft.
Am 3. November 2011 trugen wir ihn zu Grabe, in dem kleinen Ort unweit von Hamburg, in dem er gelebt hatte. Es war ein trauriger, kalter Tag, kühl und ungemütlich, und ich kam zwei, drei Minuten zu spät (weil der Taxifahrer den Weg nicht gefunden hatte ...). Wenn ich an Hans denke, fallen mir allerdings so viele schöne Begegnungen ein, dass diese den traurigen Abschied überwiegen.
Ich lernte ihn in den 80er-Jahren kennen, wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem PERRY RHODAN-WeltCon in Saarbrücken, und sah ihn anfangs der 90er-Jahre wieder, als ich Redakteur der PERRY RHODAN-Serie wurde. Danach arbeiteten wir jahrelang zusammen – Hans schrieb zahlreiche Romane und Hörspiele, und es gab auch Begegnungen außerhalb des Serienkosmos.Nie vergessen werde ich die große Party, zu der ich anlässlich seines sechzigsten Geburtstags eingeladen war. Das Essen war lecker, die Stimmung war klasse, und ich musste Walzer tanzen – sehr zum Gaudium der Eheleute Franciskowsky.
Und ich erinnere mich an viele Autorenkonferenzen: Wie Ernst Vlcek, Robert Feldhoff und ich das »dickbauchige Raumschiff FRANCIS« ins All schicken wollten ... Wie Peter Griese, Ernst Vlcek und H.G. Francis gemeinsam im »Storchennest« alle Schnäpse des Hauses durchprobierten ... Wie H.G. Francis dem neuen Verlagsleiter großzügig das »Du« anbot ...
Selbstverständlich sind H.G. Francis und ich einige Male zusammengerasselt. Das bleibt nicht aus, wenn man so lange zusammenarbeitet. Aber wir vertrugen uns anschließend immer wieder. Und wer weiß, was aus seinen vielen Plänen und Ideen geworden wäre, hätte ihn nicht ein Schlaganfall niedergestreckt und lange Zeit ans Krankenbett gefesselt?
Ich vermisse ihn oft.
13 Januar 2016
David Bowie und PERRY RHODAN
Der Tod des Rock- und Pop-Musikers David Bowie bewegte in den vergangenen Tagen sehr viele Menschen. Zeitungen brachten Doppelseiten über den Künstler, Radio und Fernsehen setzten auf Sondersendungen. Zwischen der PERRY RHODAN-Serie und David Bowie gab es eine Verbindung – zweimal wurden Filme mit ihm in der Hauptrolle zu wichtigen Elementen bei einem WeltCon.
Beim WeltCon 1980 in Mannheim wurde der Film »Der Mann, der vom Himmel fiel« gezeigt. Die seltsame Geschichte eines Außerirdischen, den es auf die Erde verschlägt, kam bei den PERRY RHODAN-Fans allerdings nicht gut an; ich erinnere mich noch gut daran, wie zahlreiche Zuschauer den Saal noch während der Vorstellung verließen.
Anders war es beim WeltCon 1986 in Saarbrücken. »Die Reise ins Labyrinth« war zwar keine Science Fiction, sondern waschechte Fantasy, kam aber sehr gut an. Dazu trug sicher bei, dass der Film in Saarbrücken zum ersten Mal überhaupt in Deutschland gezeigt wurde – in englischer Sprache zwar, aber immerhin vor der offiziellen Präsentation in deutscher Übersetzung.
Beim WeltCon 1980 in Mannheim wurde der Film »Der Mann, der vom Himmel fiel« gezeigt. Die seltsame Geschichte eines Außerirdischen, den es auf die Erde verschlägt, kam bei den PERRY RHODAN-Fans allerdings nicht gut an; ich erinnere mich noch gut daran, wie zahlreiche Zuschauer den Saal noch während der Vorstellung verließen.
Anders war es beim WeltCon 1986 in Saarbrücken. »Die Reise ins Labyrinth« war zwar keine Science Fiction, sondern waschechte Fantasy, kam aber sehr gut an. Dazu trug sicher bei, dass der Film in Saarbrücken zum ersten Mal überhaupt in Deutschland gezeigt wurde – in englischer Sprache zwar, aber immerhin vor der offiziellen Präsentation in deutscher Übersetzung.
12 Januar 2016
Kosmische Themen
Der heutige Tag steht unter dem Vorzeichen der »Jenzeitigen Lande« – nicht nur und ausschließlich, aber eben zu einem großen Teil. Ich beschäftige mich mit den Exposés und Romanen, die rings um den Band 2850 erscheinen. Die Ideen der Exposáutoren haben mich schon vorher begeistert, in der Feinarbeit wird's für meinen Geschmack noch viel besser.
Sagen wir es so: Der laufende Zyklus »Die Jenzeitigen Lande« hat eine Reihe von kosmischen Höhepunkten, die den PERRY RHODAN-Serienkosmos erweitern werden. Es gibt darüber hinaus Antworten auf die eine oder andere »offene« Frage, zudem werden weitere Verknüpfungen erstellt. An dieser Stelle kann ich dazu noch keine Details verraten – aber ich bin sicher, dass auf die Leser im Verlauf diesen Jahres einige »große Themen« zukommen werden.
Sagen wir es so: Der laufende Zyklus »Die Jenzeitigen Lande« hat eine Reihe von kosmischen Höhepunkten, die den PERRY RHODAN-Serienkosmos erweitern werden. Es gibt darüber hinaus Antworten auf die eine oder andere »offene« Frage, zudem werden weitere Verknüpfungen erstellt. An dieser Stelle kann ich dazu noch keine Details verraten – aber ich bin sicher, dass auf die Leser im Verlauf diesen Jahres einige »große Themen« zukommen werden.
11 Januar 2016
Das Team von 1998
Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte« ...
Zum neuen Jahr nahm ich mir – wie in jedem Jahr – mal wieder vor, alte Ordner durchzuschauen und ein wenig »auszumisten«, vor allem also Dinge wegzuwerfen, die man garantiert nie wieder benötigt. Dabei schaue ich mir gelegentlich Datei-Ordner durch, checke Fotos und Papierausdrucke. Leider schwindet der Elan recht schnell wieder, weil der tägliche Termindruck dafür sorgt, dass stets die tagesaktuellen Dinge zuerst bearbeitet werden müssen.
Heute hatte ich aber Fotos aus dem Jahr 1998 – oder war's doch schon 1999? – in den Händen, die mich ein wenig wehmütig stimmten. Sie wurden im offiziellen Foto-Atelier des Verlags aufgenommen, das es damals noch gab, und sie zeigen die aktuelle PERRY RHODAN-»Mannschaft« dieser Tage.
Hinten links erkennt man auf dem Foto mich: damals mit sehr kurzen Haaren und einem »War spät gestern«-T-Shirt. Der Mann neben mir ist Eckhard Schwettmann, damals unser Marketingleiter. (Leider ist er mittlerweile verstorben; das macht mich immer noch traurig.)
Unten sitzen (von links im Bild) Ute Gerlach, die mehrere Jahre im PERRY RHODAN-Marketing tätig war, Klaus Bollhöfener (immer noch PERRY RHODAN-Marketing) und Sabine Kropp (immer noch PERRY RHODAN-Redaktion). Wir sind umgeben von allerlei PERRY RHODAN-Artikeln, die wir zu der Zeit im Handel hatten: Kassetten-Hörspiele, Modellbausätze, Plüschfiguren. Von E-Books, interaktiven Smartphone-Spielen oder einem neuen Comic konnten wir damals nur träumen. So verändern sich die Zeiten ...
Zum neuen Jahr nahm ich mir – wie in jedem Jahr – mal wieder vor, alte Ordner durchzuschauen und ein wenig »auszumisten«, vor allem also Dinge wegzuwerfen, die man garantiert nie wieder benötigt. Dabei schaue ich mir gelegentlich Datei-Ordner durch, checke Fotos und Papierausdrucke. Leider schwindet der Elan recht schnell wieder, weil der tägliche Termindruck dafür sorgt, dass stets die tagesaktuellen Dinge zuerst bearbeitet werden müssen.
Heute hatte ich aber Fotos aus dem Jahr 1998 – oder war's doch schon 1999? – in den Händen, die mich ein wenig wehmütig stimmten. Sie wurden im offiziellen Foto-Atelier des Verlags aufgenommen, das es damals noch gab, und sie zeigen die aktuelle PERRY RHODAN-»Mannschaft« dieser Tage.
Hinten links erkennt man auf dem Foto mich: damals mit sehr kurzen Haaren und einem »War spät gestern«-T-Shirt. Der Mann neben mir ist Eckhard Schwettmann, damals unser Marketingleiter. (Leider ist er mittlerweile verstorben; das macht mich immer noch traurig.)
Unten sitzen (von links im Bild) Ute Gerlach, die mehrere Jahre im PERRY RHODAN-Marketing tätig war, Klaus Bollhöfener (immer noch PERRY RHODAN-Marketing) und Sabine Kropp (immer noch PERRY RHODAN-Redaktion). Wir sind umgeben von allerlei PERRY RHODAN-Artikeln, die wir zu der Zeit im Handel hatten: Kassetten-Hörspiele, Modellbausätze, Plüschfiguren. Von E-Books, interaktiven Smartphone-Spielen oder einem neuen Comic konnten wir damals nur träumen. So verändern sich die Zeiten ...
30 Dezember 2015
Jahresarbeitsende 2015
Der Plan war einfach: »Es ist der letzte Arbeitstag im Jahr 2015, und den werden wir in der PERRY RHODAN-Redaktion ganz geruhsam verbringen.« Aber Pustekuchen – der Mittwoch, 30. Dezember, erwies sich als durchaus arbeitssam, und das auf allen möglichen Ebenen.
Bei der laufenden Erstauflage beschäftigte ich mich mit einem Exposé und insgesamt vier Romanen: Anmerkungen mussten geschrieben werden, Autoren musste ich informieren, die Außenlektoren benötigten dringend »Futter«, und das Korrektorat wollte diverse Informationen zu irgendwelchen Schreibweisen.
Ähnlich sah es bei PERRY RHODAN NEO aus: Ich las ein Manuskript zu Ende, wir gaben ein Manuskript in die Setzerei, ich wechselte Mails wegen der aktuellen Exposés mit den Exposéautoren und stellte am Ende des Tages wieder einmal fest, was ich alles vergessen hatte.
Darüber hinaus beschäftigte ich mich in wenig mit PERRY RHODAN-Arkon (ein neues Manuskript ging an den Außenlektor, eine Autorenbiografie wurde fertig) sowie dem aktuellen Silberband (ich guckte mal ganz neugierig in den Anfang hinein). Und nebenbei liefen noch einige andere Kleinigkeiten ab.
Nein, langweilig wurde es an diesem letzten Mittwoch des Jahres 2015 wirklich nicht ... Und so freue ich mich auf ein arbeitsreiches und spannendes 2016!
Bei der laufenden Erstauflage beschäftigte ich mich mit einem Exposé und insgesamt vier Romanen: Anmerkungen mussten geschrieben werden, Autoren musste ich informieren, die Außenlektoren benötigten dringend »Futter«, und das Korrektorat wollte diverse Informationen zu irgendwelchen Schreibweisen.
Ähnlich sah es bei PERRY RHODAN NEO aus: Ich las ein Manuskript zu Ende, wir gaben ein Manuskript in die Setzerei, ich wechselte Mails wegen der aktuellen Exposés mit den Exposéautoren und stellte am Ende des Tages wieder einmal fest, was ich alles vergessen hatte.
Darüber hinaus beschäftigte ich mich in wenig mit PERRY RHODAN-Arkon (ein neues Manuskript ging an den Außenlektor, eine Autorenbiografie wurde fertig) sowie dem aktuellen Silberband (ich guckte mal ganz neugierig in den Anfang hinein). Und nebenbei liefen noch einige andere Kleinigkeiten ab.
Nein, langweilig wurde es an diesem letzten Mittwoch des Jahres 2015 wirklich nicht ... Und so freue ich mich auf ein arbeitsreiches und spannendes 2016!
29 Dezember 2015
Leticrons Säule
Wie parallel manche Gedanken verlaufen ... Als ich das Vorab-Exposé für den PERRY RHODAN-Roman 2838 erhielt, war ich baff. Der Überschweren-Herrscher Leticron hatte mich schon immer fasziniert, und ich hatte im Sommer 2015 ein wenig über ihn recherchiert. Vielleicht bot sich eine Möglichkeit, ihn und seine Vermächtnisse in irgendeiner Art und Weise wieder in die Handlung zu bringen?
Mit Wim Vandemaan und Christian Montillon hatte ich das nicht besprochen. Aber der Roman »Leticrons Säule« greift genau das Thema auf, mit dem ich mich gedanklich beschäftigt hatte – das fand ich sehr faszinierend. Allerdings ist klar, dass die beiden Exposéautoren andere Überlegungen hatten als ich.
Und Leo Lukas machte in seinem Roman sowieso sein »eigenes Ding« aus dem Exposé. Das eindrucksvolle Titelbild von Dirk Schulz passt meiner Ansicht nach hervorragend dazu; die »dys-chrone Drift« lässt sich kaum mit einem konventionellen Raumschiff-Titelbild illustrieren. (Ach ja: Der Roman kommt am 8. Januar 2016. Ich fand ihn cool.)
Mit Wim Vandemaan und Christian Montillon hatte ich das nicht besprochen. Aber der Roman »Leticrons Säule« greift genau das Thema auf, mit dem ich mich gedanklich beschäftigt hatte – das fand ich sehr faszinierend. Allerdings ist klar, dass die beiden Exposéautoren andere Überlegungen hatten als ich.Und Leo Lukas machte in seinem Roman sowieso sein »eigenes Ding« aus dem Exposé. Das eindrucksvolle Titelbild von Dirk Schulz passt meiner Ansicht nach hervorragend dazu; die »dys-chrone Drift« lässt sich kaum mit einem konventionellen Raumschiff-Titelbild illustrieren. (Ach ja: Der Roman kommt am 8. Januar 2016. Ich fand ihn cool.)
28 Dezember 2015
»Lemuria«-Planung in Karlsruhe
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Der Donnerstag, 19. August 2004, war sehr warm und sehr sonnig; ideal eigentlich, um an einem Baggersee die Hitze des Tages zu genießen. Ausgerechnet an diesem Tag wollte ich mit den Kollegen einige wichtige Details zum »Lemuria«-Zyklus besprechen. Aber es passte einiges sehr gut zusammen ...
Den
Termin legte im Prinzip Oliver Scholl fest. Er rief mich bereits im
Juli an, direkt aus Los Angeles. »Ich komme im August nach Deutschland«,
kündigte er an, »mal wieder meine Eltern besuchen. Und da würde ich
mich gerne mit der Redaktion treffen.« Der Grafiker und
Production-Designer wohnte zu diesem Zeitpunkt bereits in Kalifornien,
wo er für die Filmindustrie tätig war, unter anderem für den Regisseur
Roland Emmerich.
Bei PERRY RHODAN hatte in den 80er-Jahren seine Karriere begonnen; als junger Mann hatte er seine ersten Risszeichnungen angefertigt. Später hatte er die Bekanntschaft mit Roland Emmerich gemacht und war über die Zusammenarbeit mit diesem in die Film-Metropole Los Angeles umgezogen.
Die Zusammenarbeit mit PERRY RHODAN hatte Oliver Scholl erst kurz zuvor wieder aufgenommen. Er hatte die wunderschönen Titelbilder für die Taschenbücher des »Andromeda«- und »Odyssee«-Zyklus gestaltet. Den Kontakt hatte niemand von der PERRY RHODAN-Redaktion hergestellt, sondern Sascha Mamczak, der verantwortliche Science-Fiction-Lektor im Wilhelm Heyne Verlag.
Da Mamczak am Donnerstag, 19. August 2004, gewissermaßen auf der Durchreise war und an Karlsruhe vorbeifuhr, beschlossen wir, ein »Lemuria«-Treffen zu veranstalten. Oliver Scholl wohnte während seines Deutschland-Aufenthalts bei seinen Eltern in der Nähe von Stuttgart; von dort aus hatte er es nicht weit bis in meine Heimatstadt. Auch Frank Borsch, der in Freiburg wohnte, konnte es terminlich einrichten: Er betreute als PERRY RHODAN-Redakteur zu dieser Zeit unter anderem unsere Taschenbücher bei Heyne.
De
r
»Kaisergarten« in Karlsruhe bot sich für die Besprechung an. Wir saßen
in dem schönen Biergarten, genossen das Wetter und die kühlen Getränke.
Nach dem Austausch von allerlei persönlichen Informationen diskutierten
wir über die bisher gelaufenen zwei PERRY RHODAN-Zyklen, die bei Heyne
erschienen waren.
Der »Andromeda«-Zyklus hatte sich sehr gut verkauft, von den meisten Taschenbüchern hatte man Nachdrucke anfertigen müssen. Auch die sechs Bände des »Odyssee«-Zyklus waren im Handel »gut gelaufen«, wie es die Buchhändler nannten. Beide Zyklen waren von Robert Feldhoff konzipiert worden.
Jetzt stand der »Lemuria«-Zyklus vor der Tür. Verantwortlich hierfür war Hubert Haensel als Exposéautor, während Frank Borsch als Redakteur die Abläufe steuerte. Der erste Roman sollte schon im November 2004 erscheinen, er war von Frank verfasst worden.
Zuerst brachten wir uns auf den aktuellen Stand der Dinge. Frank Borsch berichtete über die laufende Arbeit an dem Zyklus, über die Zusammenarbeit mit dem Exposéautor Hubert Haensel und die Romane, die bereits vorlagen oder noch in Arbeit waren.
Besonders angetan zeigte er sich von der »absolut professionellen« Leistung Andreas Brandhorst. Der Autor, der damals in Südtirol wohnte, hatte sich für seinen Roman erst in den PERRY RHODAN-Kosmos einarbeiten müssen. Das hatte er engagiert und intensiv betrieben; sein Manuskript hatten wir sehr gern gelesen.
Sascha Mamczak informierte uns über die Situation im Heyne-Verlag. In den Nuller-Jahren war der Verlag nicht nur einmal verkauft worden. Ab 2004 gehörte er zur Verlagsgruppe Random House und damit zum Bertelsmann-Konzern. Für uns erfreulich: In dem von Sascha verantworteten Science-Fiction-Programm wird PERRY RHODAN weiterhin »ein wichtiger Eckpfeiler« sein. Der Handel sei mit den Verkaufszahlen zufrieden gewesen, man freue sich über weitere PERRY RHODAN-Themen.
Aber man wolle auch mal variieren. »Warum immer sechs Taschenbücher in einem halben Jahr?«, argumentierte der Science-Fiction-Lektor. »Wir könnten doch auch mal vier Taschenbücher machen oder drei Paperbacks oder sonst was in der Richtung.«
Oliver Scholl hatte eine Reihe großformatiger Ausdrucke dabei, die seine Titelbilder für den »Lemuria«-Zyklus in beeindruckender Qualität zeigten. Auf dem Fotopapier wirkten die Bilder fast plastisch. Ich war gespannt darauf, wie sie auf dem gedruckten Taschenbuch aussehen würden. Für Frank hatte der Künstler einen handsignierten Druck dabei, der das erste Buch – »Die Sternenarche« – als Titelbild schmücken sollte.
Darüber hinaus präsentierte Oliver weitere Bilder und erzählte über die Arbeit in der Film-Industrie von Hollywood. Von diesem Geschäftsfeld wussten wir Verlagsleute praktisch nichts, deshalb fanden wir seine Geschichten sehr spannend.
Wir sprachen über Marketing-Möglichkeiten der neuen Taschenbücher, über die Pläne für das kommende Jahr und aktuelle Entwicklungen in der Science-Fiction-Branche. Zeitweise gerieten wir richtiggehend ins Fachsimpeln, kamen dann aber schnell wieder auf das eigentliche Thema zurück. Nach einem Spaziergang durch die Weststadt verabschieden wir uns voneinander.
Oliver Scholl hatte dann eine letzte Botschaft an mich. »Ihr müsst die Romane auch in englischer Sprache herausbringen«, sagte er. »Das ist ein Thema, das interessiert nicht nur die amerikanischen PERRY RHODAN-Fans; damit könnt ihr viele weitere Leser erreichen.« Dass es bis in den Herbst 2015 dauern sollte, bis sein Wunsch erfüllt wurde, hätte ich damals nicht geglaubt ...
Der Donnerstag, 19. August 2004, war sehr warm und sehr sonnig; ideal eigentlich, um an einem Baggersee die Hitze des Tages zu genießen. Ausgerechnet an diesem Tag wollte ich mit den Kollegen einige wichtige Details zum »Lemuria«-Zyklus besprechen. Aber es passte einiges sehr gut zusammen ...
Den
Termin legte im Prinzip Oliver Scholl fest. Er rief mich bereits im
Juli an, direkt aus Los Angeles. »Ich komme im August nach Deutschland«,
kündigte er an, »mal wieder meine Eltern besuchen. Und da würde ich
mich gerne mit der Redaktion treffen.« Der Grafiker und
Production-Designer wohnte zu diesem Zeitpunkt bereits in Kalifornien,
wo er für die Filmindustrie tätig war, unter anderem für den Regisseur
Roland Emmerich.Bei PERRY RHODAN hatte in den 80er-Jahren seine Karriere begonnen; als junger Mann hatte er seine ersten Risszeichnungen angefertigt. Später hatte er die Bekanntschaft mit Roland Emmerich gemacht und war über die Zusammenarbeit mit diesem in die Film-Metropole Los Angeles umgezogen.
Die Zusammenarbeit mit PERRY RHODAN hatte Oliver Scholl erst kurz zuvor wieder aufgenommen. Er hatte die wunderschönen Titelbilder für die Taschenbücher des »Andromeda«- und »Odyssee«-Zyklus gestaltet. Den Kontakt hatte niemand von der PERRY RHODAN-Redaktion hergestellt, sondern Sascha Mamczak, der verantwortliche Science-Fiction-Lektor im Wilhelm Heyne Verlag.
Da Mamczak am Donnerstag, 19. August 2004, gewissermaßen auf der Durchreise war und an Karlsruhe vorbeifuhr, beschlossen wir, ein »Lemuria«-Treffen zu veranstalten. Oliver Scholl wohnte während seines Deutschland-Aufenthalts bei seinen Eltern in der Nähe von Stuttgart; von dort aus hatte er es nicht weit bis in meine Heimatstadt. Auch Frank Borsch, der in Freiburg wohnte, konnte es terminlich einrichten: Er betreute als PERRY RHODAN-Redakteur zu dieser Zeit unter anderem unsere Taschenbücher bei Heyne.
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»Kaisergarten« in Karlsruhe bot sich für die Besprechung an. Wir saßen
in dem schönen Biergarten, genossen das Wetter und die kühlen Getränke.
Nach dem Austausch von allerlei persönlichen Informationen diskutierten
wir über die bisher gelaufenen zwei PERRY RHODAN-Zyklen, die bei Heyne
erschienen waren.Der »Andromeda«-Zyklus hatte sich sehr gut verkauft, von den meisten Taschenbüchern hatte man Nachdrucke anfertigen müssen. Auch die sechs Bände des »Odyssee«-Zyklus waren im Handel »gut gelaufen«, wie es die Buchhändler nannten. Beide Zyklen waren von Robert Feldhoff konzipiert worden.
Jetzt stand der »Lemuria«-Zyklus vor der Tür. Verantwortlich hierfür war Hubert Haensel als Exposéautor, während Frank Borsch als Redakteur die Abläufe steuerte. Der erste Roman sollte schon im November 2004 erscheinen, er war von Frank verfasst worden.
Zuerst brachten wir uns auf den aktuellen Stand der Dinge. Frank Borsch berichtete über die laufende Arbeit an dem Zyklus, über die Zusammenarbeit mit dem Exposéautor Hubert Haensel und die Romane, die bereits vorlagen oder noch in Arbeit waren.
Besonders angetan zeigte er sich von der »absolut professionellen« Leistung Andreas Brandhorst. Der Autor, der damals in Südtirol wohnte, hatte sich für seinen Roman erst in den PERRY RHODAN-Kosmos einarbeiten müssen. Das hatte er engagiert und intensiv betrieben; sein Manuskript hatten wir sehr gern gelesen.
Sascha Mamczak informierte uns über die Situation im Heyne-Verlag. In den Nuller-Jahren war der Verlag nicht nur einmal verkauft worden. Ab 2004 gehörte er zur Verlagsgruppe Random House und damit zum Bertelsmann-Konzern. Für uns erfreulich: In dem von Sascha verantworteten Science-Fiction-Programm wird PERRY RHODAN weiterhin »ein wichtiger Eckpfeiler« sein. Der Handel sei mit den Verkaufszahlen zufrieden gewesen, man freue sich über weitere PERRY RHODAN-Themen.
Aber man wolle auch mal variieren. »Warum immer sechs Taschenbücher in einem halben Jahr?«, argumentierte der Science-Fiction-Lektor. »Wir könnten doch auch mal vier Taschenbücher machen oder drei Paperbacks oder sonst was in der Richtung.«
Oliver Scholl hatte eine Reihe großformatiger Ausdrucke dabei, die seine Titelbilder für den »Lemuria«-Zyklus in beeindruckender Qualität zeigten. Auf dem Fotopapier wirkten die Bilder fast plastisch. Ich war gespannt darauf, wie sie auf dem gedruckten Taschenbuch aussehen würden. Für Frank hatte der Künstler einen handsignierten Druck dabei, der das erste Buch – »Die Sternenarche« – als Titelbild schmücken sollte.
Darüber hinaus präsentierte Oliver weitere Bilder und erzählte über die Arbeit in der Film-Industrie von Hollywood. Von diesem Geschäftsfeld wussten wir Verlagsleute praktisch nichts, deshalb fanden wir seine Geschichten sehr spannend.
Wir sprachen über Marketing-Möglichkeiten der neuen Taschenbücher, über die Pläne für das kommende Jahr und aktuelle Entwicklungen in der Science-Fiction-Branche. Zeitweise gerieten wir richtiggehend ins Fachsimpeln, kamen dann aber schnell wieder auf das eigentliche Thema zurück. Nach einem Spaziergang durch die Weststadt verabschieden wir uns voneinander.
Oliver Scholl hatte dann eine letzte Botschaft an mich. »Ihr müsst die Romane auch in englischer Sprache herausbringen«, sagte er. »Das ist ein Thema, das interessiert nicht nur die amerikanischen PERRY RHODAN-Fans; damit könnt ihr viele weitere Leser erreichen.« Dass es bis in den Herbst 2015 dauern sollte, bis sein Wunsch erfüllt wurde, hätte ich damals nicht geglaubt ...
24 Dezember 2015
Weihnachten im Team
Wie sich die weihnachtlichen Tage für die Autoren und die Redaktionsmitglieder anfühlen, kann ich nicht pauschal sagen. Sicher werden die meisten diese Zeit bei ihren Familien verbringen. Sicher werden aber viele an den Feiertagen auch arbeiten – das ist so bei den Freiberuflern, das ist aber auch so bei Redakteuren im Termindruck.
Die Exposéautoren brüten über neuen Exposés, Romane werden überarbeitet oder zu Ende geschrieben, neue Ideen werden ausgeheckt. Und die Leser? Die freuen sich hoffentlich über die Feiertage, wenn sie in aller Muße in die Welt von PERRY RHODAN eintauchen können.
Da wünsche ich auch an dieser Stelle allen einige schöne Lesestunden! Oder Hörstunden. Oder Spielstunden. Ganz egal, wie man PERRY RHODAN »konsumiert« – die größte Science-Fiction-Serie der Welt darf an Weihnachten nicht fehlen.
Die Exposéautoren brüten über neuen Exposés, Romane werden überarbeitet oder zu Ende geschrieben, neue Ideen werden ausgeheckt. Und die Leser? Die freuen sich hoffentlich über die Feiertage, wenn sie in aller Muße in die Welt von PERRY RHODAN eintauchen können.
Da wünsche ich auch an dieser Stelle allen einige schöne Lesestunden! Oder Hörstunden. Oder Spielstunden. Ganz egal, wie man PERRY RHODAN »konsumiert« – die größte Science-Fiction-Serie der Welt darf an Weihnachten nicht fehlen.
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