In den frühen 80er-Jahren war ich selbst Kunde bei der Firma Transgalaxis und bestellte dort allerlei Science-Fiction-Romane; seit ich PERRY RHODAN-Redakteur bin, arbeite ich mit Transgalaxis geschäftlich zusammen. Ich habe es in all den Jahren und Jahrzehnten aber nicht geschafft, Rolf Bingenheimer und seinen Versandhandel in Friedrichsdorf zu besuchen.
Heute war ich endlich einmal in der Stadt am Taunus, in Begleitung von Klaus Bollhöfener, der selbst zuletzt in den 90er-Jahren dort gewesen war. Ich war beeindruckt, all die Unmengen von Science Fiction und Fantasy zu sehen, ebenso die zahlreichen Ausstellungsstücke, darunter die einen Meter große Gucky-Plüschfigur.
Aber selbstverständlich ging es nicht nur ums Gucken, ich war tatsächlich da, weil es um die Arbeit ging. Die Gespräche waren interessant und informativ, wir sprachen einige mögliche Projekte an. Ob daraus jemals etwas wird, muss man – wie immer in solchen Fällen – abwarten.
07 Februar 2013
06 Februar 2013
Schriftwechsel und Genehmigung
Im Juni 1996 lief die PERRY RHODAN-FanZentrale langsam so, wie wir uns das bei der Gründung vorgestellt hatten: Klaus Bollhöfener als Vorsitzender hatte richtig losgelegt, die Mitgliederzahl stieg an, und alles sah positiv aus. Jetzt mussten wir aber einen offiziellen Weg finden, um den Schriftzug und andere Darstellungen zu genehmigen.
Wir sprachen das Thema miteinander durch, dann schrieben wir uns Briefe – diese kamen in die jeweiligen Ordner. »Sicherheitshalber«, so argumentierte ich damals, »damit nicht irgendwelche Rechtsanwälte gegen die FanZentrale vorgehen können.«
Klaus Bollhöfener schrieb am 22. Juni 1996 an mich, legte die Fotokopie eines Vereinslogos bei und bat um Genehmigung, das Logo benutzen zu dürfen. Man wollte es für Anzeigen und auf Infoblättern, auf den Mitgliedsausweisen oder als Motiv auf T-Shirts für Helfer einsetzen.
Am 26. Juni 1996 erfolgte die offizielle Genehmigung durch die PERRY RHODAN-Redaktion, also durch mich. »Für inkommerzielle Zwecke« durfte das Logo in klar definierten Zusammenhängen verwendet werden. Weitere Verwendungen seien im Einzelfall aber abzustimmen ...
Wir sprachen das Thema miteinander durch, dann schrieben wir uns Briefe – diese kamen in die jeweiligen Ordner. »Sicherheitshalber«, so argumentierte ich damals, »damit nicht irgendwelche Rechtsanwälte gegen die FanZentrale vorgehen können.«
Klaus Bollhöfener schrieb am 22. Juni 1996 an mich, legte die Fotokopie eines Vereinslogos bei und bat um Genehmigung, das Logo benutzen zu dürfen. Man wollte es für Anzeigen und auf Infoblättern, auf den Mitgliedsausweisen oder als Motiv auf T-Shirts für Helfer einsetzen.
Am 26. Juni 1996 erfolgte die offizielle Genehmigung durch die PERRY RHODAN-Redaktion, also durch mich. »Für inkommerzielle Zwecke« durfte das Logo in klar definierten Zusammenhängen verwendet werden. Weitere Verwendungen seien im Einzelfall aber abzustimmen ...
05 Februar 2013
Die goldenen Kartaunen
Medusa City, drei Sonnen am Himmel, ein faszinierendes Lichtermeer: Mit eindrucksvollen Bildern beginnt die STELLARIS-Kurzgeschichte »Die goldenen Kartaunen« von Wim Vandemaan, der ich dieser Tage als Hörbuch lauschte. Nicht zum ersten Mal zeigt der PERRY RHODAN-Autor seine Fähigkeit, mit wenigen Worten starke Bilder zu schaffen.
Eingelesen wurde das Hörbuch von Andreas Laurenz Maier, der die Geschichte um seltsame Außerirdische, metamorphe Gewehre und medusische Wälder klasse interpretiert. So ganz nebenbei bekomme ich als Leser und Hörer dabei eine Reihe schöner Facetten aus dem Perryversum vermittelt. Klasse!
Eingelesen wurde das Hörbuch von Andreas Laurenz Maier, der die Geschichte um seltsame Außerirdische, metamorphe Gewehre und medusische Wälder klasse interpretiert. So ganz nebenbei bekomme ich als Leser und Hörer dabei eine Reihe schöner Facetten aus dem Perryversum vermittelt. Klasse!
04 Februar 2013
Werbung für Staffel fünf
Es sind nur noch wenige Tage, bis die fünfte Staffel von PERRY RHODAN NEO offiziell anläuft. Bei mir kommen die Belegexemplare für die Werbung an, die wir für den Roman »Die Stardust-Verschwörung« und die folgenden Bände produziert haben.
Unter anderem gibt es eine schicke Leseprobe im freundlichen A6-Format, die selbstverständlich auch online zur Verfügung gestellt wird. Ergänzt wird die Leseprobe durch sehr schöne Plakate im Großformat, die in Bahnhofsbuchhandlungen und an Bahnhöfen hängen werden. Ich bin von der optischen Qualität sehr beeindruckt – diese Plakate sind echte Blickfänger.
Unter anderem gibt es eine schicke Leseprobe im freundlichen A6-Format, die selbstverständlich auch online zur Verfügung gestellt wird. Ergänzt wird die Leseprobe durch sehr schöne Plakate im Großformat, die in Bahnhofsbuchhandlungen und an Bahnhöfen hängen werden. Ich bin von der optischen Qualität sehr beeindruckt – diese Plakate sind echte Blickfänger.
03 Februar 2013
Zum Stand bei ATLAN
Aus der Serie »Ein Wort in eigener Sache« oder so ...
Ich bin kein Diplomat, und ich kann Diplomatendeutsch nicht leiden. Wenn ich bei öffentlichen Verlautbarungen nicht immer alles sage und schreibe, so hat es unter anderem den Grund, dass ich mich vorher mit anderen Menschen entsprechend abgestimmt habe. So auch bei ATLAN und dem jeweiligen Pausieren der Taschenbücher und der sogenannten Blaubände.
Unsere Partner von Ulisses haben sich teilweise dazu geäußert, hier kommt jetzt ein eher persönliches Statement von mir. Wirtschaftliche Details werde ich vernünftigerweise keine bringen, Vertragsinhalte nicht in aller Öffentlichkeit darstellen.
Ich bin ein großer ATLAN-Fan und erlaube mir den vorsichtigen Hinweis, dass ich mir den Hintern dafür aufgerissen habe, um erstens mal ATLAN in den 90er- und in den Nuller-Jahren als Heftroman wiederzubeleben, und zweitens ATLAN-Taschenbücher bei einem Lizenzpartner zu veröffentlichen. Den »Traversan«-Zyklus halte ich beispielsweise nach wie vor für eines der besten Projekte, das ich angehen durfte.
Dass es bei den ATLAN-Taschenbüchern zuletzt nicht besonders gut lief, hat unterschiedliche Gründe. Sie können inhaltlich aber nicht so fürchterlich schlecht gewesen sein: Immerhin laufen sie als Lizenzausgabe bei Bertelsmann im Hardcover und erreichen dort ganz ordentliche Verkaufszahlen. (Und das ohne nennenswerte Werbung.)
Dass wir und Ulisses nach dem »Polychora«-Zyklus pausieren, wurde im Sommer 2012 bereits besprochen, das ist richtig. Wir wollten gemeinsam an einem neuen Konzept arbeiten, wie die ATLAN-Taschenbücher sinnvoll weitergeführt werden können. Dieses Konzept gibt es schlicht und ergreifend noch nicht.
Bei den ATLAN-Blaubänden sieht es so aus, dass ATLAN-Buch 42 im Frühjahr 2013 noch bei Ulisses erscheinen wird. Wie es danach weitergeht, muss man sehen.
Ich möchte die Jugendabenteuer an ein vernünftiges Ende bringen – aber es ist wenig sinnvoll, eine Buchreihe zu veröffentlichen, die nicht besonders gut läuft. Um die Reihe zum Ende zu bringen, benötigen wir schlicht einen Partnerverlag, mit dem wir das hinbekommen; seit 2006 haben wir bekanntlich keinen »eigenen« Buchverlag mehr.
All diese Dinge benötigen Zeit: Man muss mit den aktuellen und den potentiellen Partnern reden, man muss mit den Autoren und Erben sprechen, man muss das ganze auch mit dem Controlling oder der Geschäftsführung verhandeln. Das dauert, und ich kann die Leser-Öffentlichkeit nicht über alle Schritte auf dem Laufenden halten.
Ich bin kein Diplomat, und ich kann Diplomatendeutsch nicht leiden. Wenn ich bei öffentlichen Verlautbarungen nicht immer alles sage und schreibe, so hat es unter anderem den Grund, dass ich mich vorher mit anderen Menschen entsprechend abgestimmt habe. So auch bei ATLAN und dem jeweiligen Pausieren der Taschenbücher und der sogenannten Blaubände.
Unsere Partner von Ulisses haben sich teilweise dazu geäußert, hier kommt jetzt ein eher persönliches Statement von mir. Wirtschaftliche Details werde ich vernünftigerweise keine bringen, Vertragsinhalte nicht in aller Öffentlichkeit darstellen.
Ich bin ein großer ATLAN-Fan und erlaube mir den vorsichtigen Hinweis, dass ich mir den Hintern dafür aufgerissen habe, um erstens mal ATLAN in den 90er- und in den Nuller-Jahren als Heftroman wiederzubeleben, und zweitens ATLAN-Taschenbücher bei einem Lizenzpartner zu veröffentlichen. Den »Traversan«-Zyklus halte ich beispielsweise nach wie vor für eines der besten Projekte, das ich angehen durfte.
Dass es bei den ATLAN-Taschenbüchern zuletzt nicht besonders gut lief, hat unterschiedliche Gründe. Sie können inhaltlich aber nicht so fürchterlich schlecht gewesen sein: Immerhin laufen sie als Lizenzausgabe bei Bertelsmann im Hardcover und erreichen dort ganz ordentliche Verkaufszahlen. (Und das ohne nennenswerte Werbung.)
Dass wir und Ulisses nach dem »Polychora«-Zyklus pausieren, wurde im Sommer 2012 bereits besprochen, das ist richtig. Wir wollten gemeinsam an einem neuen Konzept arbeiten, wie die ATLAN-Taschenbücher sinnvoll weitergeführt werden können. Dieses Konzept gibt es schlicht und ergreifend noch nicht.
Bei den ATLAN-Blaubänden sieht es so aus, dass ATLAN-Buch 42 im Frühjahr 2013 noch bei Ulisses erscheinen wird. Wie es danach weitergeht, muss man sehen.
Ich möchte die Jugendabenteuer an ein vernünftiges Ende bringen – aber es ist wenig sinnvoll, eine Buchreihe zu veröffentlichen, die nicht besonders gut läuft. Um die Reihe zum Ende zu bringen, benötigen wir schlicht einen Partnerverlag, mit dem wir das hinbekommen; seit 2006 haben wir bekanntlich keinen »eigenen« Buchverlag mehr.
All diese Dinge benötigen Zeit: Man muss mit den aktuellen und den potentiellen Partnern reden, man muss mit den Autoren und Erben sprechen, man muss das ganze auch mit dem Controlling oder der Geschäftsführung verhandeln. Das dauert, und ich kann die Leser-Öffentlichkeit nicht über alle Schritte auf dem Laufenden halten.
02 Februar 2013
Ahandaba am Ende
Ich habe im Verlauf der vergangenen Monate und Jahre immer mal wieder ein PERRY RHODAN-Hörspiel aus der »Sternenozean«-Serie im Auto gehört. Nicht deshalb, weil ich das müsste, sondern deshalb, weil ich die Hörspiele mag und weil ich mich daran erinnere, wieviel Energie wir damals in den Zyklus gesteckt haben.
Mit »Ahandaba« hörte ich dieser Tage die Folge 42, die zugleich die Serie abschließt. Noch einmal geht es um eine große Raumschlacht, die zwischen den kybernetisen Zivilisationen auf er einen sowie den Terranern und Motana auf der anderen Seite zwischen den Planeten des Solsystems tobt. Darüber hinaus gibt es einen sehr versöhnlichen Schluss für die gesamte Handlungsebene sowie einen Ausblick auf die Zukunft der Völker des Sternenozeans.
Wie immer haben die Kollegen bei STIL, die das Hörspiel produziert haben, mit den Geräuschen und der Musik sehr schön gearbeitet. Vor allem die Musik macht hier einen guten Eindruck: mal orchestral und melancholisch, mal wuchtig und rasant. Und als ich mit dem Hörspiel – es sind diesmal zwei CDs – durch war, hatte ich das Gefühl von Traurigkeit, weil dieses Hörspiel-Epos jetzt beendet ist.
Mit »Ahandaba« hörte ich dieser Tage die Folge 42, die zugleich die Serie abschließt. Noch einmal geht es um eine große Raumschlacht, die zwischen den kybernetisen Zivilisationen auf er einen sowie den Terranern und Motana auf der anderen Seite zwischen den Planeten des Solsystems tobt. Darüber hinaus gibt es einen sehr versöhnlichen Schluss für die gesamte Handlungsebene sowie einen Ausblick auf die Zukunft der Völker des Sternenozeans.
Wie immer haben die Kollegen bei STIL, die das Hörspiel produziert haben, mit den Geräuschen und der Musik sehr schön gearbeitet. Vor allem die Musik macht hier einen guten Eindruck: mal orchestral und melancholisch, mal wuchtig und rasant. Und als ich mit dem Hörspiel – es sind diesmal zwei CDs – durch war, hatte ich das Gefühl von Traurigkeit, weil dieses Hörspiel-Epos jetzt beendet ist.
01 Februar 2013
Zwei Michaels und ein Prophet
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Im Frühjahr 1980 hielt ich mich für einen ziemlich guten Science-Fiction-Autor: Meine ersten Kurzgeschichten waren in Fan-Zeitschriften erschienen und hatten relativ gute Kritiken erhalten. Die erste Ausgabe meines Fanzines SAGITTARIUS lag vor und war bei vielen Lesern ebenfalls gut angekommen, so gut sogar, dass ich bei der folgenden Nummer gleich einmal die Druckauflage verdoppeln musste. Meiner geplanten Karriere als Autor schien nichts mehr im Weg zu stehen.
Einer der Fans, mit denen ich zu jener Zeit eifrig korrespondierte, war Michael Adrian. Zwar war er etwas jünger als ich, aber er schien in Sachen Science Fiction viel weiter zu sein. Beiträge von ihm erschienen im PERRY RHODAN-Report, und es sah so aus, als sei er derjenige – und nicht ich! –, dem eine Karriere als Autor bevorstünde. Als einer der zwei Herausgeber des Fanzines »solis orbita« hatte er bereits den Kontakt zu vielen Profis aufgenommen, was dazu führte, dass Filmemacher und Schriftsteller von Rang und Namen neben Amateuren wie mir veröffentlicht wurden.
Michael Adrian schlug mir irgendwann vor, einige meiner Kurzgeschichten an ihn zu senden. Es gäbe da einen Literaturagenten, einen gewissen Michael Nagula, der bei ihm in der Nähe wohne. Man habe sich schon getroffen, und man wolle enger zusammenarbeiten. Dieser Michael Nagula sei damit beauftragt worden, Kurzgeschichten für das boomende PERRY RHODAN-Magazin zu suchen. Und meine Texte seien dafür auch gut geeignet; ich sei schließlich jung und habe Talent.
Selbstverständlich war ich sehr geschmeichelt und reagierte rasch. Ich tat mich ein wenig schwer damit, die richtigen Kurzgeschichten auszuwählen, und nahm dann drei Texte in die engere Auswahl, die ich allesamt gut fand. Bei zweien war ich sehr provokant – so provokant zumindest, wie man ist, wenn man gerade mal 16 Jahre alt geworden ist. In der einen Geschichte ging es um Adolf Hitler, den es in ein seltsames Kontinuum verschlagen hat, in der anderen Geschichte empfängt Mohammed seine Prophezeiungen. Als junger Autor wollte ich gleich mit einigen echten Knallern auf mich aufmerksam machen.
Ich tippte die drei Geschichten noch einmal ordentlich ab – es gab ja keine Computer und vor allem keine bequemen Textprogramme –, ging in den örtlichen Supermarkt, wo es einen der wenigen Kopierautomaten der Stadt gab, und schickte die Kopien an Michael Adrian. Der gab sie bei einer seiner Begegnungen an Michael Nagula weiter. Ich hatte keine echte Vorstellung von der Arbeit eines Literaturagenten, obwohl zu der Zeit erstmals in Fanzines darüber berichtet wurde, und ich stellte mir Nagula als einen würdigen älteren Herrn vor. Damals war er übrigens Mitte zwanzig ...
Es dauerte nicht lang, und ich erhielt eine Antwort, wieder von Michael Adrian: Ich kommunizierte die ganze Zeit über mit dem einen Michael über den anderen. Man hatte eine meiner Kurzgeschichten für das PERRY RHODAN-Magazin akzeptiert. Meine Story über Mohammed sollte unter der Rubrik »junge Science Fiction« in der Oktober-Ausgabe des Magazins erscheinen, ausgerechnet in dem Heft, das zum PERRY RHODAN-WeltCon in den Handel kommen sollte.
Ich war unglaublich stolz! Es ging mir nicht einmal so sehr um das Honorar, was nicht schlecht war, sondern vor allem darum, dass ich im damals größten und wichtigsten Heft für Science Fiction veröffentlicht wurde. Wie es sich gehörte, erzählte ich das allen möglichen Leuten, darunter meinen Schulfreunden – zu der Zeit ging ich noch in die zehnte Klasse des Gymnasiums, hatte aber bereits eine Lehrstelle in Aussicht und würde die Schule zum Sommer verlassen.
Im Schulbus berichtete ich von meinem Triumph: »Ich habe eine Kurzgeschichte verkauft, über einen Agenten.« Unter dem Begriff »Agent« konnte sich zu dem Zeitpunkt kaum jemand etwas vorstellen; alle assoziierten einen Geheimagenten à la James Bond damit. Und recht schnell bekam ich ein Spottlied geträllert, die ganze Fahrt vom Kleinstadt-Gymnasium hinaus ins heimatliche Schwarzwalddorf: »Klaus hat einen Agenten, Klaus hat einen Agenten ...« Zähneknirschend ließ ich es über mich ergehen, schließlich wusste ich zu dem Zeitpunkt, dass ich meine Karriere als international erfolgreicher Schriftsteller eingeleitet hatte.
Zuvor aber wurde die Geschichte publiziert, und ich war noch stolzer als vorher. Das Honorar erhielt ich ebenfalls, ich investierte es sinnvoll in Science-Fiction-Taschenbücher und Musik-Kassetten. Das gedruckte Heft mit meiner Geschichte zeigte ich mehreren Leuten in meiner Kleinstadt, die das seltsamerweise nicht ganz so beeindruckend fanden wie ich selbst.
Und dann kam der PERRY RHODAN-WeltCon in Mannheim. Ich musste zum ersten Mal in meinem Leben tatsächlich einige Autogramme geben, weil das Heft mit meiner Geschichte ganz frisch im Handel war, und das war der Zeitpunkt, an dem ich endgültig glaubte, die Welt als Schriftsteller stünde mir offen.
Aber der PERRY RHODAN-WeltCon ist eine ganz andere Geschichte. Auf diese werde ich noch einmal genauer eingehen. Dort lernte ich auf jeden Fall Michael Adrian kennen, den ich seitdem nie wieder gesehen habe; zu einem Kennenlernen mit Michael Nagula kam es erst Jahre später. Und dass Nagula und ich einmal in den Nuller-Jahren bei PERRY RHODAN zusammenarbeiten sollten, hätten wir uns beide niemals vorstellen können ...
Im Frühjahr 1980 hielt ich mich für einen ziemlich guten Science-Fiction-Autor: Meine ersten Kurzgeschichten waren in Fan-Zeitschriften erschienen und hatten relativ gute Kritiken erhalten. Die erste Ausgabe meines Fanzines SAGITTARIUS lag vor und war bei vielen Lesern ebenfalls gut angekommen, so gut sogar, dass ich bei der folgenden Nummer gleich einmal die Druckauflage verdoppeln musste. Meiner geplanten Karriere als Autor schien nichts mehr im Weg zu stehen.
Einer der Fans, mit denen ich zu jener Zeit eifrig korrespondierte, war Michael Adrian. Zwar war er etwas jünger als ich, aber er schien in Sachen Science Fiction viel weiter zu sein. Beiträge von ihm erschienen im PERRY RHODAN-Report, und es sah so aus, als sei er derjenige – und nicht ich! –, dem eine Karriere als Autor bevorstünde. Als einer der zwei Herausgeber des Fanzines »solis orbita« hatte er bereits den Kontakt zu vielen Profis aufgenommen, was dazu führte, dass Filmemacher und Schriftsteller von Rang und Namen neben Amateuren wie mir veröffentlicht wurden.
Michael Adrian schlug mir irgendwann vor, einige meiner Kurzgeschichten an ihn zu senden. Es gäbe da einen Literaturagenten, einen gewissen Michael Nagula, der bei ihm in der Nähe wohne. Man habe sich schon getroffen, und man wolle enger zusammenarbeiten. Dieser Michael Nagula sei damit beauftragt worden, Kurzgeschichten für das boomende PERRY RHODAN-Magazin zu suchen. Und meine Texte seien dafür auch gut geeignet; ich sei schließlich jung und habe Talent.
Selbstverständlich war ich sehr geschmeichelt und reagierte rasch. Ich tat mich ein wenig schwer damit, die richtigen Kurzgeschichten auszuwählen, und nahm dann drei Texte in die engere Auswahl, die ich allesamt gut fand. Bei zweien war ich sehr provokant – so provokant zumindest, wie man ist, wenn man gerade mal 16 Jahre alt geworden ist. In der einen Geschichte ging es um Adolf Hitler, den es in ein seltsames Kontinuum verschlagen hat, in der anderen Geschichte empfängt Mohammed seine Prophezeiungen. Als junger Autor wollte ich gleich mit einigen echten Knallern auf mich aufmerksam machen.
Ich tippte die drei Geschichten noch einmal ordentlich ab – es gab ja keine Computer und vor allem keine bequemen Textprogramme –, ging in den örtlichen Supermarkt, wo es einen der wenigen Kopierautomaten der Stadt gab, und schickte die Kopien an Michael Adrian. Der gab sie bei einer seiner Begegnungen an Michael Nagula weiter. Ich hatte keine echte Vorstellung von der Arbeit eines Literaturagenten, obwohl zu der Zeit erstmals in Fanzines darüber berichtet wurde, und ich stellte mir Nagula als einen würdigen älteren Herrn vor. Damals war er übrigens Mitte zwanzig ...
Es dauerte nicht lang, und ich erhielt eine Antwort, wieder von Michael Adrian: Ich kommunizierte die ganze Zeit über mit dem einen Michael über den anderen. Man hatte eine meiner Kurzgeschichten für das PERRY RHODAN-Magazin akzeptiert. Meine Story über Mohammed sollte unter der Rubrik »junge Science Fiction« in der Oktober-Ausgabe des Magazins erscheinen, ausgerechnet in dem Heft, das zum PERRY RHODAN-WeltCon in den Handel kommen sollte.
Ich war unglaublich stolz! Es ging mir nicht einmal so sehr um das Honorar, was nicht schlecht war, sondern vor allem darum, dass ich im damals größten und wichtigsten Heft für Science Fiction veröffentlicht wurde. Wie es sich gehörte, erzählte ich das allen möglichen Leuten, darunter meinen Schulfreunden – zu der Zeit ging ich noch in die zehnte Klasse des Gymnasiums, hatte aber bereits eine Lehrstelle in Aussicht und würde die Schule zum Sommer verlassen.
Im Schulbus berichtete ich von meinem Triumph: »Ich habe eine Kurzgeschichte verkauft, über einen Agenten.« Unter dem Begriff »Agent« konnte sich zu dem Zeitpunkt kaum jemand etwas vorstellen; alle assoziierten einen Geheimagenten à la James Bond damit. Und recht schnell bekam ich ein Spottlied geträllert, die ganze Fahrt vom Kleinstadt-Gymnasium hinaus ins heimatliche Schwarzwalddorf: »Klaus hat einen Agenten, Klaus hat einen Agenten ...« Zähneknirschend ließ ich es über mich ergehen, schließlich wusste ich zu dem Zeitpunkt, dass ich meine Karriere als international erfolgreicher Schriftsteller eingeleitet hatte.
Zuvor aber wurde die Geschichte publiziert, und ich war noch stolzer als vorher. Das Honorar erhielt ich ebenfalls, ich investierte es sinnvoll in Science-Fiction-Taschenbücher und Musik-Kassetten. Das gedruckte Heft mit meiner Geschichte zeigte ich mehreren Leuten in meiner Kleinstadt, die das seltsamerweise nicht ganz so beeindruckend fanden wie ich selbst.
Und dann kam der PERRY RHODAN-WeltCon in Mannheim. Ich musste zum ersten Mal in meinem Leben tatsächlich einige Autogramme geben, weil das Heft mit meiner Geschichte ganz frisch im Handel war, und das war der Zeitpunkt, an dem ich endgültig glaubte, die Welt als Schriftsteller stünde mir offen.
Aber der PERRY RHODAN-WeltCon ist eine ganz andere Geschichte. Auf diese werde ich noch einmal genauer eingehen. Dort lernte ich auf jeden Fall Michael Adrian kennen, den ich seitdem nie wieder gesehen habe; zu einem Kennenlernen mit Michael Nagula kam es erst Jahre später. Und dass Nagula und ich einmal in den Nuller-Jahren bei PERRY RHODAN zusammenarbeiten sollten, hätten wir uns beide niemals vorstellen können ...
31 Januar 2013
Redigier- und Lektüre-Tag
Die Tradition der sogenannten Redigiertage, die ich irgendwann Mitte der 90er-Jahre begonnen habe, setze ich auch 2013 fort. Am heutigen Tag bin ich daheim, sitze im »eigenen Büro«, schreibe Texte und lese Manuskripte – ich habe vor allem die Zeit und die Ruhe, mich intensiver mit den Texten zu beschäftigen.
Ein Roman gehört zur laufenden Erstauflage; in ihm geht es um QIN SHI und Perry Rhodan und einige andere Figuren. Die anderen zwei Romane gehören zu NEO: Während der eine in erster Linie auf der Erde spielt, behandelt der andere das Geschehen auf einem Planeten des Großen Imperiums.
30 Januar 2013
Stolzes Imperium
Die Druckerei hat ordentlich gearbeitet, das Belegexemplar liegt auf meinem Tisch: »Der Stolz des Imperiums« wird diese Woche offiziell ausgeliefert, und den Roman von Frank Borsch habe ich eben gründlich durchgeblättert. Er trägt die Nummer 36, und er schließt die vierte Staffel von PERRY RHODAN NEO ab.
Noch einmal geht es in diesem Roman um den großen Kampf im Tatlira-System, noch einmal stehen sich Naats und Topsider gegenüber, während die Terraner zwischen den Fronten ums Überleben ringen müssen. Perry Rhodan sucht in diesem Roman verzweifelt nach einer Lösung – und dann kommen nacheinander weitere Raumschiffe, deren Besatzungen alles verändern ...
Noch einmal geht es in diesem Roman um den großen Kampf im Tatlira-System, noch einmal stehen sich Naats und Topsider gegenüber, während die Terraner zwischen den Fronten ums Überleben ringen müssen. Perry Rhodan sucht in diesem Roman verzweifelt nach einer Lösung – und dann kommen nacheinander weitere Raumschiffe, deren Besatzungen alles verändern ...
29 Januar 2013
Wortwellen und ich im Interview
Sean O’Connell aus dem oberschwäbischen Weingarten betreibt den oder das Blog »Wortwellen«. Dort hat er seit langem eine Interview-Reihe, die unter dem Titel »Wohin dreht sich die Buchwelt 2013?« veröffentlicht wird. Dafür wurden im Verlauf des Jahres 2012 mehrere Menschen interviewt.
Auch mir schickte der Autor einige Fragen. Ich kam nur nicht dazu, sie gleich zu beantworten, weshalb ich ein echter Nachzügler bin. Mit Stand von Ende Januar 2013 gibt es von mir jetzt einige wenige Aussagen zum Thema 2013, persönliche Befindlichkeiten und PERRY RHODAN. Es ist ein sehr-sehr kurzes Interview, aber wer mag, wird sich hoffentlich ein wenig darüber amüsieren.
Auch mir schickte der Autor einige Fragen. Ich kam nur nicht dazu, sie gleich zu beantworten, weshalb ich ein echter Nachzügler bin. Mit Stand von Ende Januar 2013 gibt es von mir jetzt einige wenige Aussagen zum Thema 2013, persönliche Befindlichkeiten und PERRY RHODAN. Es ist ein sehr-sehr kurzes Interview, aber wer mag, wird sich hoffentlich ein wenig darüber amüsieren.
28 Januar 2013
Gucky im Einsatz
Bereits in der vergangenen Woche traf der Band »Kampf gegen die VAZIFAR« bei mir ein. Ja, schon klar: Das Buch erschien bereits im Mai 2012. Aber in diesem Fall handelt es sich schlicht um die Bertelsmann-Ausgabe, und diese erscheint mit einem gewissen Abstand zum »Original«.
Das Cover zeigt einen Gucky im Kampfeinsatz: mit Knarre in der Hand, mit angespanntem Gesichtsausdruck – da gefällt mir der Mausbiber richtig gut. Inhaltlich geht es ja vor allem um die Horden von Garbesch, genauer gesagt, den fiesen Amtranik, der quasi aus der Vergangenheit stammt ...
Als Jugendlicher habe ich die zugrunde liegenden Heftromane mit riesiger Begeisterung gelesen. Den Silberband schaute ich mir im vergangenen Jahr mit großem Interesse an. Und jetzt kommen auch die Bertelsmann-Kunden in den Genuss dieses Bandes – sehr schön!
Das Cover zeigt einen Gucky im Kampfeinsatz: mit Knarre in der Hand, mit angespanntem Gesichtsausdruck – da gefällt mir der Mausbiber richtig gut. Inhaltlich geht es ja vor allem um die Horden von Garbesch, genauer gesagt, den fiesen Amtranik, der quasi aus der Vergangenheit stammt ...
Als Jugendlicher habe ich die zugrunde liegenden Heftromane mit riesiger Begeisterung gelesen. Den Silberband schaute ich mir im vergangenen Jahr mit großem Interesse an. Und jetzt kommen auch die Bertelsmann-Kunden in den Genuss dieses Bandes – sehr schön!
27 Januar 2013
Die SOL 69 ist sehr bunt
Als ausgesprochen vielseitig und abwechslungsreich erweist sich die Ausgabe 69 der Zeitschrift SOL, die von der PERRY RHODAN-FanZentrale veröffentlicht worden ist. Ich habe das 52 A4-Seiten starke Heft mit großem Vergnügen gelesen; dass viele Seiten jetzt farbig gedruckt werden, finde ich ausgesprochen gut.Schön ist nicht nur die Optik, sondern auch der Inhalt: zwei Kurzgeschichten (einmal aus der BOOMERANG- und einmal aus der STELLARIS-Serie), ein Artikel über Hyperkristalle, der wie immer sehr kritische »Galaktische Beobachter« (der diesmal zu oft seine eigene Weltsicht durchschimmern lässt, was seine persönliche Objektivität massiv schmälert) und ein umfangreiches Interview mit Dr. Christian Peters.
Das Interview ist der lesenswerteste Beitrag, nicht nur wegen der farbigen Fotos: Wir erfahren mehr über die Science-Fiction-Ausstellung im »Haus der Geschichte« in Bonn. Dazu kommen weitere Beiträge, die allerlei Geschmacksrichtungen der Leser abdecken sollten – schöne Lektüre!
26 Januar 2013
Die volle NEO-Dröhnung
Die NEO-Autoren mögen mich. Zumindest haben sie mich so großzügig mit Manuskripten und Exposés versorgt, dass ich mir an diesem Wochenende keine Gedanken dazu machen muss, was ich eigentlich den lieben langen Tag über tun soll. Ernsthaft: Ich freue mich auf die Lektüre.
Von Frank Borsch kamen zwei Exposés mit vielen Datenblättern; ich mag es, in Exposés zu lesen und mir vorzustellen, wie hinterher die Romane aussehen könnten. Dazu habe ich einen halben Roman zu lesen (die zweite Hälfte kommt am Montag, nun ja), dazu einen kompletten Roman von einem Autor – und so viel kann ich spoilern ... –, der bei NEO noch nicht publiziert worden ist.
Von Frank Borsch kamen zwei Exposés mit vielen Datenblättern; ich mag es, in Exposés zu lesen und mir vorzustellen, wie hinterher die Romane aussehen könnten. Dazu habe ich einen halben Roman zu lesen (die zweite Hälfte kommt am Montag, nun ja), dazu einen kompletten Roman von einem Autor – und so viel kann ich spoilern ... –, der bei NEO noch nicht publiziert worden ist.
25 Januar 2013
Feuerwerk und junge Frau
Mein Gedächtnis ist nicht mehr so gut wie früher, glaube ich: Schaue ich mir heute einen PERRY RHODAN-Roman an, weiß ich häufig nicht mehr genau, um wen es sich auf dem Titelbild eigentlich handelt. So geht es mir logischerweise erst recht bei japanischen Ausgaben – unsere Kollegen bei Hayakawa gehen in punkto Optik bekanntlich andere Wege als wir.Die PERRY RHODAN-Ausgabe mit der Hayakawa-Nummer 1842 enthält die Romane »Das große Feuerwerk« und »BULLOCS Spuren« in japanischer Übersetzung; das Cover finde ich eigentlich gut, aber mir wird einfach nicht klar, wer die abgebildete Dame ist. Sie könnte Vania sein, das Konzept, das in diesem Roman eine wichtige Rolle spielt – wobei ich diese Information nicht aus meinem Gedächtnis gezogen, sondern schlichtweg in der Perrypedia nachgelesen habe.
24 Januar 2013
Zeit und Perry
Im Diskussionsforum auf unserer Homepage kam die Frage auf, warum die »verstreichende Zeit in den Zyklen« so anders verlaufe. Diese sei »seit Heft 2500 wesentlich kürzer als die Zeit, in der die Romane erscheinen«. So seien seit »Beginn des Neuroversum-Zyklus 84 Wochen vergangen, aber in der Serie vergingen nur drei Monate.«
Der Leser, der die Frage in den Raum stellte, verstand nicht, »warum es so gemacht wird«. Da er dasselbe bei PERRY RHODAN NEO festzustellen glaubte, vermutete er »eine gewisse Vorgabe an den jeweiligen Expokraten«. Dazu muss ich doch mal einiges klarstellen ...
Es gibt bei PERRY RHODAN kein Gesetz oder dergleichen, das von der Redaktion aufgestellt worden ist und das vorschreibt, in welchem Tempo die Handlung abzulaufen hat. Die Handlung wird vom Exposéautor oder – künftig – den zwei Exposéautoren festgelegt. Ich diskutiere sie mit den jeweiligen Autoren, aber ich käme nie auf die Idee, so sehr ins Detail zu gehen, um auf die Handlung dann Einfluss nehmen zu können.
Wie schnell die Handlung voranschreitet, ist allein Sache der Autoren. Dass die Zeit in den vergangenen zwei, drei Jahren vergleichsweise langsam verstrich, so dass die Unterschiede zwischen der Realzeit und der Serienhandlung sich verschieden entwickeln, hat dramaturgische Gründe: Weil die Handlung so besser funktionierte, hat sie der Exposéautor jeweils so festgelegt. Das gilt bei PERRY RHODAN und Uwe Anton ebenso wie bei PERRY RHODAN NEO und Frank Borsch.
Daraus kann ich aber nichts für die Zukunft ableiten. Es kann sein, dass sowohl in NEO als auch in der Erstauflage bald Zeitsprünge mitten im Zyklus auftreten; ich kann das aber weder versprechen noch garantieren. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig kompliziert oder nicht sofort kapierbar, aber: Wie schon eingangs geschrieben, es gibt bei PERRY RHODAN eben kein redaktionelles Gesetz zu dieser Frage.
Der Leser, der die Frage in den Raum stellte, verstand nicht, »warum es so gemacht wird«. Da er dasselbe bei PERRY RHODAN NEO festzustellen glaubte, vermutete er »eine gewisse Vorgabe an den jeweiligen Expokraten«. Dazu muss ich doch mal einiges klarstellen ...
Es gibt bei PERRY RHODAN kein Gesetz oder dergleichen, das von der Redaktion aufgestellt worden ist und das vorschreibt, in welchem Tempo die Handlung abzulaufen hat. Die Handlung wird vom Exposéautor oder – künftig – den zwei Exposéautoren festgelegt. Ich diskutiere sie mit den jeweiligen Autoren, aber ich käme nie auf die Idee, so sehr ins Detail zu gehen, um auf die Handlung dann Einfluss nehmen zu können.
Wie schnell die Handlung voranschreitet, ist allein Sache der Autoren. Dass die Zeit in den vergangenen zwei, drei Jahren vergleichsweise langsam verstrich, so dass die Unterschiede zwischen der Realzeit und der Serienhandlung sich verschieden entwickeln, hat dramaturgische Gründe: Weil die Handlung so besser funktionierte, hat sie der Exposéautor jeweils so festgelegt. Das gilt bei PERRY RHODAN und Uwe Anton ebenso wie bei PERRY RHODAN NEO und Frank Borsch.
Daraus kann ich aber nichts für die Zukunft ableiten. Es kann sein, dass sowohl in NEO als auch in der Erstauflage bald Zeitsprünge mitten im Zyklus auftreten; ich kann das aber weder versprechen noch garantieren. Das klingt jetzt vielleicht ein wenig kompliziert oder nicht sofort kapierbar, aber: Wie schon eingangs geschrieben, es gibt bei PERRY RHODAN eben kein redaktionelles Gesetz zu dieser Frage.
23 Januar 2013
Von Männern erzählt
Es war eine Gesprächsrunde mit den anderen Abteilungsleitern des Verlages. Eine Kollegin, mit der ich seit vielen Jahren zusammenarbeite, stellte sich irgendwann zu mir und sagte: »Mein Mann ist übrigens ein riesiger NEO-Fan.«
Das fand ich interessant, ich fragte nach. Wie es sich herausstellte, ist ihr Mann einer jener Leser, die ihren jeweiligen NEO-Roman auf dem E-Book-Reader lesen. »Er und noch zwei Kollegen holen sich jeden NEO, die sind komplett begeistert«, berichtete die Kollegin.
Alle hätten zuvor nichts mit PERRY RHODAN zu tun gehabt, vor allem ihr Mann hätte damit »nicht viel anfangen« können. Jetzt aber sei er mit Begeisterung dabei. Dass ich mich über diese Aussage freute, dürfte wohl nicht überraschen ...
22 Januar 2013
Verladen in der STELLARIS
Axel Gottschick ist der Sprecher der STELLARIS-Hörbuchversion mit dem schön-doppeldeutigen Titel »Verladen«. Sie erschien als Folge 17 der Kurzgeschichtenreihe, ursprünglich publiziert im PERRY RHODAN-Roman 2546, und stammt von Roman Schleifer. Und streng genommen handelt es sich um eine Kriminalkurzgeschichte.
Es geht um einen Schmuggler an Bord des Raumschiffs, um die Gesetze eines Planeten, der nicht zur Liga Freier Terraner gehört, und um die Schwierigkeiten, jemanden zu finden, der Positroniken austricksen kann – oder zumindest dazu in der Lage ist, andere Menschen dazu zu bringen ... Die Geschichte ist kniffelig, und beim Anhören musste ich mich ziemlich mich konzentrieren – aber es machte zum wiederholten Mal Spaß, auf der STELLARIS anzuheuern.
21 Januar 2013
Ich freue mich auf die ATLAN-Taschenhefte!
Ein Logbuch der RedaktionATLAN startet zu einem erneuten Abenteuer – diesmal nicht nur am Kiosk, sondern auch gleich als E-Book und Hörbuch. Da ich selbst einmal mit riesiger Begeisterung die ATLAN-Heftromane gelesen habe, ist die Neuveröffentlichung des SOL-Zyklus in Form von Taschenheften ein besonderes Vergnügen für mich.
Als die Romane im Frühjahr 1981 erstmals erschienen, war ich mit großer Begeisterung dabei. Fasziniert las ich »Die Solaner«, den fünfhundertsten Roman der ATLAN-Serie, der damals vom Exposéautor William Voltz verfasst wurde. Voltz war mein Lieblingsschriftsteller, zumindest in der deutschsprachigen Science Fiction, und ich mochte praktisch alles, was er verfasste. Er schaffte es, ungewöhnliche Figuren zu beschreiben und diese in immer wieder neue Schwierigkeiten zu schicken – auf diese Weise entwickelte er Abenteuer, die mich stärker packten als die der Kollegen im PERRY RHODAN-Team.
Bei »Die Solaner« ging es mir ähnlich. Atlans Geschichte fesselte mich: Der Arkonide kommt auf das Raumschiff SOL und muss langsam erkennen, wie sich in 200 Jahren die Situation an Bord verändert hat. In dem Schiff hat sich ein knallhartes Regime aus Unterdrückung und Ausgrenzung festgesetzt. Von der Mission weiß praktisch keiner mehr etwas. Gleichzeitig aber haben sich an Bord der SOL viele Außerirdische angesiedelt, während sich unter den Solanern allerlei Mutationen ausgebildet haben, so dass Atlan immer wieder positiv überrascht ist.
Wie er aber aus dem Sonnensystem herauskommen soll, in das es die SOL verschlagen hat und das sich als tödliche Falle entpuppt, das weiß Atlan noch nicht. Also muss er zuerst in dem Raumschiff die Verhältnisse ändern, um die Menschen an Bord zu retten – und um dann irgendwann seine Aufgabe zu erfüllen.
So entwickeln sich viele Geschichten, die sich abenteuerlich und bunt lesen. Autoren wie H.G. Ewers, Kurt Mahr oder Hans Kneifel, die ich seit Jahren von der PERRY RHODAN-Serie kannte, steuerten ihre farbenprächtigen Ideen bei, während junge Autoren wie Hubert Haensel, Falk-Ingo Klee, Horst Hoffmann, Arndt Ellmer oder Peter Terrid zeigten, wie gut sie schreiben konnten. Marianne Sydow war die einzige Frau, die für die ATLAN-Serie dieser Zeit schrieb; ihre Romane mochte ich ebenfalls sehr.
Ich erinnere mich noch gut an das Geheimnis um Hidden-X oder die merkwürdige Beziehung zu dem Metall Nickel; an Kämpfe an Bord der SOL und an Expeditionen auf die Oberfläche von Planeten, an Atlan und seinen Extrasinn oder auch an die bizarren Außerirdischen, mit denen die Solaner konfrontiert wurden. Zahlreiche fesselnde Romane zogen mich ihren Bann, und anfangs der 80er-Jahre las ich ATLAN tatsächlich lieber als PERRY RHODAN – »das absolute Abenteuer« setzte eher auf Action, während es in der Hauptserie sehr friedfertig zuging.
Und jetzt machen wir ATLAN neu, ausgerechnet die SOL-Abenteuer! Wie es zu der Entscheidung kam und welche Schritte wir auf dem Weg dahin zurücklegten, werde ich sicher irgendwann erzählen – nicht aber heute. Entscheidend ist in diesen Tagen, dass der erste Band gut ankommt, dass ihn die Leser gern kaufen und dass wir auf diese Methode die ATLAN-Serie erneut beleben.
Wenn der Arkonide noch einmal auf große Fahrt geht, ist das heutzutage aber nicht nur auf den Taschenheft-Roman allein beschränkt: Es gibt den Roman zeitgleich auch als Hörbuch und E-Book, wie das heute von unseren Lesern erwartet wird. Das finde ich klasse, von solchen Möglichkeiten träumten wir in den 80er-Jahren noch.
Ich bin ein wenig konservativ, was das angeht: Ich möchte mein ganz persönliches »ATLAN-Feeling« wieder haben. Und das heißt, dass ich die 176 Seiten in gedruckter Form in die Hand nehmen möchte.
Um es klar zu sagen: Das erste ATLAN-Taschenheft liegt seit dem 18. Januar 2013 vor und ich werde es lesen – nicht in Form eines Manuskripts, sondern in Form des gedruckten Romans. Mal schauen, ob sich bei mir das Feuer wieder einstellt, das mich 1981/82 jede Woche mit großer Spannung in den Bahnhofsbuchhandel meiner Heimatstadt trieb.
19 Januar 2013
ATLAN-Titelplanung
Sage keiner, wir seien nicht optimistisch. Das erste ATLAN-Taschenheft war noch nicht offiziell im Handel, als Sabine Kropp bereits die Titelplanung für das gesamte Jahr 2013 auf dem Tisch hatte. Rüdiger Schäfer hatte die ersten zwanzig, dreißig Bände des SOL-Zyklus geprüft und diese Planung für die neue Serie vorgelegt.
Gemeinsam schauten sich die ATLAN-Redakteurin und ich im Verlauf der vergangenen Woche die Liste an. Rein inhaltlich gab es keinerlei Widerspruch: Rüdiger hatte klar begründet, welche Titel er wie und in welcher Reihenfolge bringen wollte; das fand ich sehr interessant und gleichzeitig nachvollziehbar.
Wir stimmten allem zu, was er vorgeschlagen hatte, überlegten uns nur bei manchen Bänden einen packenderen Titel. Aber das Jahr 2013 hat in Sachen ATLAN jetzt einen sehr klaren Kurs vorzuweisen ... dank Rüdiger Schäfer!
Gemeinsam schauten sich die ATLAN-Redakteurin und ich im Verlauf der vergangenen Woche die Liste an. Rein inhaltlich gab es keinerlei Widerspruch: Rüdiger hatte klar begründet, welche Titel er wie und in welcher Reihenfolge bringen wollte; das fand ich sehr interessant und gleichzeitig nachvollziehbar.
Wir stimmten allem zu, was er vorgeschlagen hatte, überlegten uns nur bei manchen Bänden einen packenderen Titel. Aber das Jahr 2013 hat in Sachen ATLAN jetzt einen sehr klaren Kurs vorzuweisen ... dank Rüdiger Schäfer!
18 Januar 2013
Wie die Solare Residenz entstand ...
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«:
Bei der PERRY RHODAN-Konferenz am 7. und 8. Februar 1999 wurden grundlegende Weichen für die Zukunft der Serie gestellt: Mit den Exposéautoren Ernst Vlcek und Robert Feldhoff besprach ich die Romane, die nach dem Jubiläumsband 2000 kommen sollten.
Vor allem am Montag, 8. Februar, wurden viele Ideen entwickelt; das lag womöglich an den wechselnden Lokalitäten, die wir in der Innenstadt von Karlsruhe wählten. Im Frühstückssaal des Hotels, in dem die Autoren untergebracht waren, fixierten wir endgültig, wer den Band 2000 schreiben sollte. Ernst Vlcek und Robert Feldhoff sollten diesen außergewöhnlichen Jubiläumsroman zusammen verfassen, jeder mit einer eigenständigen Handlungsebene.
»Wir machen's generationenmäßig«, schlug Ernst Vlcek mit dem ihm eigenen Humor vor. »Ich übernehm' die Vergangenheit, und Robert greift in die Zukunft.« Das fanden wir alle gut, und so wurde es letztlich umgesetzt.
Wobei sich unsere Ideen zur Zukunftshandlung noch eher bescheiden lasen: »Robert wird in diesem Roman die zwanzig Jahre beschreiben, die zwischendurch vergangen sind«, verrät das Protokoll von damals. »Bei einer Zeremonie in der Solaren Residenz« solle ES einen Zellaktivator verleihen, dieser solle an Monkey gehen, und dabei solle die Superintelligenz – vertreten durch einen Boten – die Geschichte ihrer geheimnisvollen Vergangenheit enthüllen.
Ernst Vlcek sollte die Geschichte eines uralten Volkes erzählen, das vor vielen Jahren »mit Mann und Maus vernichtet« worden war; aus den Überlebenden habe sich irgendwann die Superintelligenz ES entwickelt. Die junge Wesenheit habe sich zuerst in die Galaxis Fornax geflüchtet, dann aber in die Milchstraße, wo sie »organische Helfer« gesucht habe. Diese erwiesen sich als eine »Gruppe von Primaten, die in einem Sonnensystem wohnten, das aus einer gelben Sonne und zehn Planeten bestand« – bei dieser Besprechung legten wir also die Zusammenhänge zwischen ES und der Menschheit fest.
Auf eine Idee von Ernst Vlcek, der schon immer die ESTARTU-Romane gemocht hatte, ging darüber hinaus der Zusammenhang zu der Superintelligenz ESTARTU zurück. Nach Ernsts Überlegung handle es sich dabei um »eine Art Schwester, die von der Ur-Galaxis in eine andere Galaxis flieht, um dort eine neue Existenz beginnen zu können«.
Wie sollten wir die neue Handlungsebene starten? Der Band 1000 hatte vor zwanzig Jahren eher ruhig angefangen, wir wollten alle mehr Action haben.
»Das wird eine starke Szene!«, freute sich Ernst Vlcek schon im Voraus, als wir festlegten, wie wir Band 2000 beginnen lassen wollten. Das Protokoll äußert sich hierzu sehr eindeutig. »Erste Szene der Vergangenheits-Handlung sollte sein: Eine dunkelgrüne Echse killt den letzten der ES-Urrasse. Das ist die Geburtsstunde von ES.«
Nach dem Mittagessen, das wir in einer nahe gelegenen Pizzeria einnahmen und das eher einem Imbiss ähnelte, wechselten wir den Konferenz-Ort. Wir gingen in meine Wohnung. Was ich nicht berücksichtigt hatte, war die Tatsache, dass Ernst Vlcek ein starker Raucher war und sich auch durch Bitten und Betteln nicht davon abhalten ließ, eine Zigarette nach der anderen zu konsumieren ... Immerhin durfte ich zwischendurch trotz der niedrigen Außentemperatur ein wenig lüften – den Geruch nach Tabakrauch bekam ich aber für gut zwei Wochen nicht aus dem Wohnzimmer.
In der Wohnung konnten wir auch Musik hören und Comics durchstöbern. Ernst ließ sich Bands wie MASSIVE ATTACK vorspielen (nach der eher krachigen Musik am Vorabend sicher eine Erholung), während Robert sich über obskure Comics amüsierte. Gearbeitet wurde dennoch – und zwar erneut am laufenden Zyklus. Wir durften schließlich nicht nur über die ferne Zukunft sprechen, sondern mussten auch ans Aktuelle denken.
Wie sich die Beziehung zwischen Mondra Diamond und Perry Rhodan entwickeln sollte, war ebenso ein Thema der Runde wie die Beziehung der beiden zu ihrem Sohn Delorian. »Kommen Delorian und Roi Danton überhaupt miteinander aus?«, fragte Ernst beispielsweise, der bereits im »wirklichen Leben« seine Erfahrung mit zwei Söhnen gesammelt hatte. Und Robert überlegte sich, ob Perry Rhodan seinen jüngsten Sohn »überhaupt jemals sehen« sollte ...
Darüber hinaus legten wir fest, was die Solare Residenz eigentlich sein solle: In der ursprünglichen Form handelte sich schlicht um eine »Plattform mit etwa 250 Metern Durchmesser«, die tausend Meter hoch sein und in einer Höhe von vielleicht einem Kilometer über dem alten HQ-Hanse schweben sollte. »Es gibt einige runde Terrassen rings um das Bauwerk, auf denen Space-Jets landen können«, ergänzte die Beschreibung, aus der letztlich später die Form der »Stahlorchidee« werden sollte.
Uns kam es zu diesem Stand vor allem darauf an, wie man eine packende Handlung dazu schreiben konnte. So stellte sich Robert bereits vor, wie faszinierend ein Antigravlift »vom HQ-Hanse bis hoch zur Solaren Residenz« sein könnte. »Durch diesen durchsichtigen Antigravlift können sich mutige Menschen rund 1000 Meter hoch tragen lassen; das ist was für Mutige, die die Solare Residenz besichtigen wollen.«
Festgelegt wurden einige Begrifflichkeiten wie das »holografische Museum, das terranische und galaktische Geschichte zeigt« oder »das Restaurant Marco Polo«, das drehbar sein sollte. Wir definierten den Fusionsantrieb, weil wir schon wussten, dass die Solare Residenz einmal fliehen sollte, und wir vergaben einen Namen für den Computer: Er sollte LAOTSE heißen.
Die Solare Residenz sollte ein weiterer Baustein für eine möglichst vielfältige und abwechslungsreiche Romanhandlung nach Band 2000 sein ... Wir waren sicher, dass ein spannender Zyklus auf uns zukommen würde.
Bei der PERRY RHODAN-Konferenz am 7. und 8. Februar 1999 wurden grundlegende Weichen für die Zukunft der Serie gestellt: Mit den Exposéautoren Ernst Vlcek und Robert Feldhoff besprach ich die Romane, die nach dem Jubiläumsband 2000 kommen sollten.
Vor allem am Montag, 8. Februar, wurden viele Ideen entwickelt; das lag womöglich an den wechselnden Lokalitäten, die wir in der Innenstadt von Karlsruhe wählten. Im Frühstückssaal des Hotels, in dem die Autoren untergebracht waren, fixierten wir endgültig, wer den Band 2000 schreiben sollte. Ernst Vlcek und Robert Feldhoff sollten diesen außergewöhnlichen Jubiläumsroman zusammen verfassen, jeder mit einer eigenständigen Handlungsebene.
»Wir machen's generationenmäßig«, schlug Ernst Vlcek mit dem ihm eigenen Humor vor. »Ich übernehm' die Vergangenheit, und Robert greift in die Zukunft.« Das fanden wir alle gut, und so wurde es letztlich umgesetzt.
Wobei sich unsere Ideen zur Zukunftshandlung noch eher bescheiden lasen: »Robert wird in diesem Roman die zwanzig Jahre beschreiben, die zwischendurch vergangen sind«, verrät das Protokoll von damals. »Bei einer Zeremonie in der Solaren Residenz« solle ES einen Zellaktivator verleihen, dieser solle an Monkey gehen, und dabei solle die Superintelligenz – vertreten durch einen Boten – die Geschichte ihrer geheimnisvollen Vergangenheit enthüllen.
Ernst Vlcek sollte die Geschichte eines uralten Volkes erzählen, das vor vielen Jahren »mit Mann und Maus vernichtet« worden war; aus den Überlebenden habe sich irgendwann die Superintelligenz ES entwickelt. Die junge Wesenheit habe sich zuerst in die Galaxis Fornax geflüchtet, dann aber in die Milchstraße, wo sie »organische Helfer« gesucht habe. Diese erwiesen sich als eine »Gruppe von Primaten, die in einem Sonnensystem wohnten, das aus einer gelben Sonne und zehn Planeten bestand« – bei dieser Besprechung legten wir also die Zusammenhänge zwischen ES und der Menschheit fest.
Auf eine Idee von Ernst Vlcek, der schon immer die ESTARTU-Romane gemocht hatte, ging darüber hinaus der Zusammenhang zu der Superintelligenz ESTARTU zurück. Nach Ernsts Überlegung handle es sich dabei um »eine Art Schwester, die von der Ur-Galaxis in eine andere Galaxis flieht, um dort eine neue Existenz beginnen zu können«.
Wie sollten wir die neue Handlungsebene starten? Der Band 1000 hatte vor zwanzig Jahren eher ruhig angefangen, wir wollten alle mehr Action haben.
»Das wird eine starke Szene!«, freute sich Ernst Vlcek schon im Voraus, als wir festlegten, wie wir Band 2000 beginnen lassen wollten. Das Protokoll äußert sich hierzu sehr eindeutig. »Erste Szene der Vergangenheits-Handlung sollte sein: Eine dunkelgrüne Echse killt den letzten der ES-Urrasse. Das ist die Geburtsstunde von ES.«
Nach dem Mittagessen, das wir in einer nahe gelegenen Pizzeria einnahmen und das eher einem Imbiss ähnelte, wechselten wir den Konferenz-Ort. Wir gingen in meine Wohnung. Was ich nicht berücksichtigt hatte, war die Tatsache, dass Ernst Vlcek ein starker Raucher war und sich auch durch Bitten und Betteln nicht davon abhalten ließ, eine Zigarette nach der anderen zu konsumieren ... Immerhin durfte ich zwischendurch trotz der niedrigen Außentemperatur ein wenig lüften – den Geruch nach Tabakrauch bekam ich aber für gut zwei Wochen nicht aus dem Wohnzimmer.
In der Wohnung konnten wir auch Musik hören und Comics durchstöbern. Ernst ließ sich Bands wie MASSIVE ATTACK vorspielen (nach der eher krachigen Musik am Vorabend sicher eine Erholung), während Robert sich über obskure Comics amüsierte. Gearbeitet wurde dennoch – und zwar erneut am laufenden Zyklus. Wir durften schließlich nicht nur über die ferne Zukunft sprechen, sondern mussten auch ans Aktuelle denken.
Wie sich die Beziehung zwischen Mondra Diamond und Perry Rhodan entwickeln sollte, war ebenso ein Thema der Runde wie die Beziehung der beiden zu ihrem Sohn Delorian. »Kommen Delorian und Roi Danton überhaupt miteinander aus?«, fragte Ernst beispielsweise, der bereits im »wirklichen Leben« seine Erfahrung mit zwei Söhnen gesammelt hatte. Und Robert überlegte sich, ob Perry Rhodan seinen jüngsten Sohn »überhaupt jemals sehen« sollte ...
Darüber hinaus legten wir fest, was die Solare Residenz eigentlich sein solle: In der ursprünglichen Form handelte sich schlicht um eine »Plattform mit etwa 250 Metern Durchmesser«, die tausend Meter hoch sein und in einer Höhe von vielleicht einem Kilometer über dem alten HQ-Hanse schweben sollte. »Es gibt einige runde Terrassen rings um das Bauwerk, auf denen Space-Jets landen können«, ergänzte die Beschreibung, aus der letztlich später die Form der »Stahlorchidee« werden sollte.
Uns kam es zu diesem Stand vor allem darauf an, wie man eine packende Handlung dazu schreiben konnte. So stellte sich Robert bereits vor, wie faszinierend ein Antigravlift »vom HQ-Hanse bis hoch zur Solaren Residenz« sein könnte. »Durch diesen durchsichtigen Antigravlift können sich mutige Menschen rund 1000 Meter hoch tragen lassen; das ist was für Mutige, die die Solare Residenz besichtigen wollen.«
Festgelegt wurden einige Begrifflichkeiten wie das »holografische Museum, das terranische und galaktische Geschichte zeigt« oder »das Restaurant Marco Polo«, das drehbar sein sollte. Wir definierten den Fusionsantrieb, weil wir schon wussten, dass die Solare Residenz einmal fliehen sollte, und wir vergaben einen Namen für den Computer: Er sollte LAOTSE heißen.
Die Solare Residenz sollte ein weiterer Baustein für eine möglichst vielfältige und abwechslungsreiche Romanhandlung nach Band 2000 sein ... Wir waren sicher, dass ein spannender Zyklus auf uns zukommen würde.
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