17 Januar 2013

STELLARIS-Hintergründe

Die grundsätzliche Idee zu den STELLARIS-Geschichten hatte Robert Feldhoff. Er fand es gut, wenn es in PERRY RHODAN auch abgeschlossene Kurzgeschichten gäbe, die zu einem bestimmten Thema gehören. In Zusammenarbeit mit Frank Borsch wurde ein Konzept entwickelt, das seit einigen Jahren läuft und zu vielen Kurzgeschichten geführt hat. Derzeit wird die STELLARIS-Reihe von Wim Vandemaan betreut.

Als Autoren werden sowohl Mitglieder des PERRY RHODAN-Autorenteams tätig als auch Autoren aus der Fan-Szene. Gelegentlich sind es auch Autoren von »außerhalb«. Aktuelles Beispiel: Miriam Pharo, die demnächst bei STELLARIS debütieren wird. Freie Autoren haben also sehr wohl eine Chance; die Anforderungen sind allerdings hoch.

Derzeit werden die STELLARIS-Geschichten auch vertont. Abonnenten der Silber-Edition bei Eins A Medien bekommen sie quasi als »Goodie«; wer sich für die STELLARIS-Hörbücher und ihren Bezug interessiert, sollte sich direkt an Eins A Medien wenden.

Geplant ist aber, dass wir irgendwann die STELLARIS-Geschichten weiter auswerten werden: Ich sehe die Geschichten sowohl als gedruckten Sammelband wie auch als E-Book oder gar als »haptische« Hörbuch-CD. Da ich in dieser Richtung aber noch keinen Druck verspüre, haben wir das Thema bislang nicht forciert.

16 Januar 2013

Expedition der besonderen Art

Ein Logbuch der Redaktion

Der aktuelle PERRY RHODAN-Zyklus läuft seit Band 2600, und jeder Leser hat wohl seinen ganz persönlichen Lieblingsschauplatz. Für manche dürfte das die Handlungsebene Terra sein: Die Erde und die anderen Planeten des Solsystems sind in diesen Romanen mitsamt der Sonne nicht mehr an ihrem üblichen Standort in der Milchstraße, sondern befinden sich in einem kleinen Universum, das eigentümlichen Gesetzen gehorcht.

Dort warten eine Reihe von Gefahren und Schwierigkeiten auf die Terraner, mit denen vorher niemand rechnen konnte. Unter anderem wurde die Sonne mit einer sogenannten Fimbul-Kruste überzogen, was dazu führt, dass kein Sonnenlicht mehr die Planeten erreicht und sich die Menschen mit technischen Mitteln behelfen müssen

Im Verlauf der Handlung, die in den vergangenen Romanen geschildert worden ist, konnten die Terraner ihren Aktionsraum erweitern; längst wissen sie mehr über den Kosmos, in dem sie sich aufhalten, und können gewissermaßen in die Offensive gehen. Eine solche Offensive schildern zwei besondere Romane: Sie stammen von Leo Lukas und Wim Vandemaan und waren die zwei Bände, mit denen ich mein Arbeitsjahr 2012 abschließen konnte

»Angriff der Nanokrieger« von Leo Lukas kommt am 8. Februar 2013 mit der Bandnummer 2686 in den Handel. In diesem Roman setzen die Terraner nicht nur massive Flottenverbände in Marsch, die sich in verschiedenen Sonnensystemen gegen ihre Gegner in Stellung bringen. Fast wichtiger ist ein geheimnisvoller Einsatz, der unter anderem von Toufec angeführt wird – der sogenannte Bund der Sternwürdigen setzt sich für die Menschheit ein, will direkt gegen die Sayporaner und ihre Macht antreten

Dank Ynirt, einem auf Menschen seltsam wirkenden Wesen, erhalten die Einsatzkräfte weitere Einblicke in das System der Sayporaner. Ynirt, Toufec und die anderen treffen aufeinander, sie reisen miteinander, und sie teilen zeitweise dasselbe Schicksal. Ich fand die von Leo Lukas erzählte Geschichte auf allen Handlungsebenen spannend und mitreißend, und ich denke, dass es anderen Lesern ebenso gehen wird.

Mit Ynirt, Toufec und den Sayporanern haben wir es auch im Folgeband zu tun, ein Roman mit ungewöhnlichem Titel. Wim Vandemaan verfasste »Alles gerettet auf ewig«, der ein merkwürdiges Duell schildert: Toufec dringt in ein geheimnisvolles Bauwerk ein, trifft dort auf seltsame Gegner und muss eine Mission erfüllen, die alles andere als einfach ist.

Ich gestehe, dass ich persönlich ein Fan von Wim Vandemaans Romanen bin, und Band 2687 belegt das wieder aufs beste. Der Roman ist abwechslungsreich, er bringt gelungene Stimmungsbilder, und er verblüfft zumindest mich durch außergewöhnliche Perspektiven. Das bereitete mir bei der Lektüre großen Spaß, und ich bin mir sicher, dass sich dieser Spaß auch auf die Leser übertragen wird.

Für alle Fans der Handlungsebene Terra sind die zwei Romane sicher ein Höhepunkt des Zyklus, aber auch alle anderen dürfen sich auf zwei gelungene Bände freuen. Im Februar 2013 sind sie da, und ich bin auf die Reaktionen der Leser gespannt ...

15 Januar 2013

Der neue ATLAN ist da!

»Ein Gefühl wie an Weihnachten« sei das am heutigen Tag. So sagte es zumindest Klaus Bollhöfener im Verlauf des Mittags an diesem Dienstag, 15. Januar 2013. Druckfrisch landeten die ersten Exemplare von »Raumschiff SOL in Not« auf meinem Schreibtisch.

Ich finde, der Roman sieht super aus: Der Umschlag ist wesentlich dicker als von anderen Taschenheften gewohnt, der höhere Umfang macht sich ebenfalls positiv bemerkbar. Das Titelbild von Arndt Drechsler knallt zudem richtig – jetzt muss ich den Roman nur noch lesen. Das wird eine schöne Lektüre am Wochenende!

14 Januar 2013

Dennis und die STELLARIS

Bereits im August 2010 erschien die Kurzgeschichte »Die Suche nach dem Glück« von Dennis Mathiak auf den Seiten von PERRY RHODAN-Band 2558; es handelt sich um die STELLARIS-Geschichte mit der Nummer 18. Mittlerweile habe ich mir die Audio-Version davon angehört, die von Axel Gottschick gelesen wird; wie immer sehr professionell und gut.

Die Geschichte selbst ist eigentlich ein klassisches Explorer-Abenteuer: Terranische Raumfahrer landen auf einem Planeten, der paradiesisch aussieht und doch seine Tücken aufweist. Es gibt eine ausgestorbene Stadt – die Stimmung dort bringt der Autor sehr gut rüber – und einige seltsame Tiere, und sehr schnell wird klar, dass auf dem Planeten etwas nicht stimmt.

Bis zum Ende der Geschichte bringt der Autor – damals noch ganz am Anfang seiner professionellen Laufbahn – einige ungewöhnliche Wendungen, vertändelt für meinen Geschmack am Anfang zu viel Zeit und spitzt nicht optimal zu. Bei der Hörbuch-Version habe ich mich dennoch gut unterhalten gefühlt; sehr schön!

13 Januar 2013

Expo-Schwapp eingetroffen

Gleich ein ganzer Packen von Vorab-Exposés landete heute in meinem E-Mail-Postfach: Vorab heißt in diesem Fall, dass die Handlungsvorgaben noch nicht fertig sind, dass vor allem die technischen Details fehlen, dass es sich also um grob strukturierte Handungsabläufe handelt. Gerade deshalb lese ich solche Vorab-Exposés so gern: Die Überraschung ist auch für mich sehr groß.

In diesem Fall handelt es sich um top-aktuelle Exposés für die PERRY RHODAN-Erstauflage nach Band 2700. Die Romane, die nach diesen Exposés geschrieben werden, dürften irgendwann im Spätsommer erscheinen; wir sind also in diesem Fall sehr früh dran. Und wenn die Romane so gut werden wie die Vorab-Exposés, dann kommt richtig packende Lektüre auf uns alle zu!

12 Januar 2013

Betschiden und die Milchstraße

Hubert Haensel war wieder einmal – wie immer eigentlich – sehr fleißig: Ich habe als Wochenend-Lektüre unter anderem den Anfang des Silberbandes, an dem der Autor aktuell arbeitet. Er wird mit der Nummer 122 in diesem Jahr erscheinen; so viele Details zum Inhalt kann und will ich noch nicht verraten.

Das Interessante ist ja immer: Wenn der Autor sich in das Redigieren und Zusammenstellen eines solchen Bandes vertieft, ändern sich mitunter die Pläne, die er vorher geschmiedet hat. Es ist also durchaus möglich, dass der Inhalt des Bandes sich von dem Plan unterscheidet ... was für mich bedeutet, dass die Lektüre sehr wohl noch einmal spannend ist.

Wobei ich nicht das gesamte Buch vor mir habe. Hubert Haensel hat mir den Anfang geschickt, damit wir uns den Einstieg gemeinsam anschauen. Es ist auch eine Gewissensfrage: Fängt man ein PERRY RHODAN-Buch, das Heftromane nach Band 1000 enthält, mit der Handlung um die Betschiden an oder mit den Geschichten, die in der Milchstraße spielen?

11 Januar 2013

Duell in Terrania

Heute erscheint der Roman offiziell, seit gestern habe ich ihn überhaupt erst auf dem Schreibtisch liegen. Entweder wurde die Redaktion diesmal ein wenig später beliefert, oder aber die Druckerei hat superknapp gearbeitet. Auf jeden Fall ist jetzt »Duell in Terrania« jetzt da, als Band 22 der PERRY RHODAN-Planetenromane und der erste in der Reihe, den Konrad Schaef verfasst hat.

Den Band habe ich in den 90er-Jahren noch selbst zuerst veröffentlicht; umso mehr freut mich, dass wir ihn ein zweites Mal auf den Markt bringen können. Es handelt sich um einen klassischen Agenten-Roman, der in der Zukunft der Liga Freier Terraner spielt. Spannend!

Witzig fand ich, dass Rainer Nagel als Bearbeiter des Romans das »Vorwort« von einem gewissen Ryder Shephard schrieben ließ. Sein Beitrag trägt den hübschen Titel »Abriss der Ökonomie und Politik in der Milchstraße.

10 Januar 2013

Der Peroden Kongreß

Für den ersten PERRY RHODAN-Con, der in den USA stattfand, bin ich schlicht zu jung: Vom 2. bis 5. Januar 1976 trafen sich die Fans der Science-Fiction-Serie in Washington – mein Dasein als Leser begann eineinhalb Jahre später ... Aber ich wäre gern bei diesem ersten RhoCon dabei gewesen.

Deutsche Ehrengäste waren William Voltz und Clark Darlton; die für mich bekanntesten Amerikaner waren Forrest J. Ackerman, der Herausgeber der amerikanischen PERRY RHODAN-Ausgabe, und seine Frau Wendayne, die viele Romane ins Amerikanische übersetzte. Der Con selbst fand im Sheraton-Hotel statt und wurde auch in den PERRY RHODAN-Romanen hierzulande beworben.

Unter anderem fand sich auf der Leserkontaktseite des Bandes »Armee der Gespenster« (die Numer 145) in der dritten Auflage ein Hinweis auf eine Leserreise, die ein Fan aus Ubstadt-Weiher organisierte. Die Gemeinde liegt ganz in der Nähe von Karlsruhe, wo ich wohne ... und diesen Zusammenhang wusste ich lange Zeit auch nicht.

Die Leserreise schloss den Flug, einen Aufenthalt in New York mit Stadtrundfahrt, die weitere Reise nach Washington, den Conbesuch und anderes ein. Lustig fand ich die Überschrift, die wohl eins zu eins vom Reiseveranstalter stammte: »PROGRAMMVORSCHLAG FÜR AMERIKA-REISE zum Peroden Kongreß der Science Fiction Gesellschaft«. Da scheint wohl jemand etwas nicht richtig verstanden zu haben ...

09 Januar 2013

Feuerflieger auf dem Cover

Zwar habe ich mir die sogenannten Feuerflieger immer ein wenig anders vorgestellt, als ich in den 70er-Jahren die betreffenden Romane las – aber die japanische Umsetzung ist sehr schön geworden. Mit dem Kugelraumer im Hintergrund hat der mir unbekannte japanische Künstler ein gelungenes Motiv geschaffen.

Es ist im übrigen die PERRY RHODAN-Ausgabe mit der Hayakawa-Nummer 1840, und sie enthält die Romane »Im Bann des Neutronensterns« und »Paradies der Feuerflieger«. Damit kommen die Klassiker aus dem Jahr 1977 im Jahr 2012 in Fernost in den Handel – das ist eine ganz schön heftige Verzögerung.

08 Januar 2013

Das erste ATLAN-Cover

Seit heute liegen die ersten »Andrucke« für die Titelbilder vor,welche die neuen ATLAN-Taschenhefte zieren werden. Ich finde, sie sehen super aus: kein leichter, gut biegsamer Umschlag mehr wie bei den anderen Taschenheften (NEO oder Planetenromane), sondern ein richtig stabiler Umschlag. Es fühlt sich an, als hätten wir ein »richtiges« Taschenbuch gemacht.

Dazu der Schriftzug. Ich bin ja gespannt darauf, wie sich das auf dem gedruckten und fertig geklebten Heft macht, aber ... So ein Prägedruck auf einem Taschenheft, das ist schon eine tolle Sache, und ich hoffe, dass wir damit am Verkaufsstand im Zeitschriftenhandel entsprechend auffallen. Wir starten mit ATLAN unter Volldampf ins Jahr 2013, und das finde ich gut.

07 Januar 2013

Öffentlicher Suizid

Die Folge 14 der STELLARIS-Kurzgeschichtenreihe, die ich zuletzt als Audio-Version hörte, stammt von Frank Borsch und trägt den Titel »Lebe wohl«. Ich fand den Ausgangspunkt recht düster: Ein Passagier des Raumschiffes STELLARIS möchte Selbstmord begehen – und das zu allem Überfluss auch noch öffentlich. Ausgerechnet der wenig engagierte Steward des Schiffes soll ihn davon abhalten ...

Mir hat die STELLARIS-Geschichte gut gefallen; dank der Vorlesekünste von Tom Jacobs folgte ich ihr doppelt gespannt. Pointierte Dialoge und ein zwischen Witz und Tragik schwankender Handlungsablauf machen die Geschichte schön abwechslungsreich – sehr schön!

06 Januar 2013

ATLAN im Jahr 2013

In den vergangenen Wochen wurde ich immer wieder darauf angesprochen, wie es denn mit den ATLAN-Taschenbüchern weitergehen würde: Diese liefen einige Jahre lang bei unserem Partner Fantasy Productions und wurden danach bei unserem neuen Partner Ulisses veröffentlicht. Ich finde immer noch, dass die Taschenbücher klasse aussahen und auch inhaltlich immer wieder überzeugen konnten.

Leider sieht es derzeit so aus, als müssten die ATLAN-Taschenbücher pausieren. Zumindest für das Jahr 2013 haben wir keine weiteren Titel geplant; wir haben auch keine weiteren Exposés angefordert oder Romane in Auftrag gegeben.

Das ist nicht das »Aus« für die ATLAN-Taschenbücher, um es klar zu sagen. Wir müssen aber erst einmal schauen, wie wir die ATLAN-Reihe in sinnvoller Weise weiter betreiben können. Sobald es dazu neue Erkenntnisse gibt, werde ich selbstverständlich darüber informieren.

05 Januar 2013

2700 aus zwei Richtungen

Der Packen an PERRY RHODAN-Exposés, mit dem ich mich heute beschäftigen will und sollte, kann sich sehen lassen: drei Exposés für den noch laufenden Zyklus, die also auf Band 2700 zuarbeiten, und ein Exposé für den nächsten Zyklus, das also einen Roman ergeben wird, der nach Band 2700 kommen wird. Das verlangt ja glatt intellektuelle Dehnarbeiten im Hirn ...

Ernsthaft: Gerade das finde ich spannend. Zwar weiß ich, wie Uwe Anton den noch laufenden Neuroversum-Zyklus zu Ende bringen möchte, dennoch freue ich mich über die Wendungen, die er in der laufenden Planung einbringt. Und ebenso freue ich mich über die Ideen, die das neue Exposé-Duo aus Wim Vandemaan und Christian Montillon liefert.

Die Rhodan-Ideenschmiede läuft auf Hochtouren. Und das ist gut so!

04 Januar 2013

Der ACD-WeltCon kommt

Ein wunderbares Fanzine: der »Progress Report 1« zum ACD-WeltCon 2013! Auf 16 farbig gedruckten Seiten präsentieren Rüdiger Schäfer und Gero Grübler die ersten Informationen zu der Veranstaltung des Atlan-Clubs Deutschland, die – von mir aus gesehen – im Hohen Norden stattfinden wird. Aus dem Grund werde ich wohl auch nicht anreisen. Andererseits ...

Auf den 16 Seiten wird fannischer Blödsinn in Höchstform präsentiert. Das finde ich witzig und unterhaltsam und äußerst gelungen; da freut man sich auch als Nichtbesucher dieses Cons schon im voraus auf viele lustige Stunden. Soooo muss sich ein Con heutzutage präsentieren!

03 Januar 2013

Die Herren Polke, Richter und Rhodan

Stöbert man im Internet, findet man immer wieder hübsche Dinge. So gibt es beispielsweise einen Hinweis auf einen »Ausstellungskatalog der Galerie h« mit Sitz in Hannover; die dazu gehörige Ausstellung fand vom 1. bis 26. März 1966 statt. Enthalten waren Abbildungen zu Werken der berühmten Künstler Sigmar Polke und Gerhard Richter, die damals noch nicht ganz die weltbekannten Maler waren wie in späteren Jahrzehnten.

Der Ausstellungskatalog, der längst selbst zum sündhaft teuren Sammlerobjekt geworden ist, enthält angeblich einen »elfseitigen Science-Fiction-Text, der als Collage aus eigenen und fremden Fragmenten zusammengesetzt ist«; bei den fremden Fragmenten handelt es sich um PERRY RHODAN-Illustrationen von Johnne Bruck. Dazu kommen Abbildungen von zwei Gemälden sowie elf Fotografien der Künstler, auch aus ihrem privaten Umfeld.

Unter dem Titel »Perry Rhodan, Polke und Captain Richter« gab es in der Ausgabe 52.2008 der »Dresdener Kunstblätter« einen Beitrag von Simone Fleischer und Anja Nadine Werner. Leider konnte ich diesen Beitrag selbst noch nicht lesen – aber ich finde interessant, wie sehr sich PERRY RHODAN und »Außenwelt« im Lauf der Jahre immer wieder trafen.

02 Januar 2013

Schritte nach dem Schwarm

Aus der Rubrik »Der Redakteur erinnert sich«

Das Jahr 2005 war von den häufigen Meinungsverschiedenheiten zwischen der PERRY RHODAN-Redaktion und dem Moewig-Buchverlag bestimmt. Wir saßen auf dem selben Flur, teilweise Bürotür neben Bürotür, wir benutzten dieselbe Kaffeemaschine und gingen auf dieselbe Toilette.

Doch ich hatte oft das Gefühl, dass wir jeweils fremde Sprachen benutzten und in ganz anderen Universen unterwegs waren. Fast alles, was ich vorschlug, wurde bereits im frühesten Stadium abgelehnt; zum Ausgleich brachte man uns Vorschläge, die ich nur mit Kopfschütteln kommentieren konnte.

»Wir müssen etwas tun, damit wir PERRY RHODAN stärker in den Buchhandel bringen«, predigte ich immer wieder. Die PERRY RHODAN-Silberbände verkauften sich gut, die Auflagen gingen aber zurück. Um das auszugleichen, so meine Überlegung, mussten wir weitere Bücher publizieren, die in einer Buchhandlung modern und schön aussahen.

»Wir müssen Paperbacks machen«, argumentierte ich in jeder Besprechung, zu der ich geladen war. »Die sind preislich attraktiv und sprechen durch ihre Gestaltung auch junge Leser an, nicht nur die Sammler der Silberbände.«

»Dann muss man einfach die Silberbände gründlich modernisieren«, wurde mir entgegnet. »Man könnte das Silber weglassen, das ist eh so teuer, oder das altmodische Wackelbild, das auch einen Haufen Geld kostet.« Die Silberbände wurden als altmodisch empfunden, dem Vertrieb gefiel der »uncoole Kram« nicht, den man »nur noch an die Sammler« verkaufen könnte.

»Die Gestaltung ist aber für die Sammler wichtig«, war mein sturer Standpunkt. »Wir können eine eingeführte Produktform, die im Buchhandel absolut einmalig ist, doch nicht einfach ändern.« Darüber ließ ich nicht mit mir diskutieren.

Das grundsätzliche Problem war: Im Buchverlag gab es eine Reihe von Kollegen, die nie eine Buchhandlung betraten – oder zumindest nicht den Bereich, in dem Science Fiction oder Fantasy standen. Die vorherrschenden Kochbücher, Rätselbände oder Billig-Ratgeber hatten andere Einkäufer und wurden in separaten Bereichen einer Buchhandlung angeboten; zudem liefen diese Titel vor allem über Kaufhäuser und große Ketten.

Entschlossen setzte ich mich hin und formulierte nach eingehenden Gesprächen mit den Kollegen in der Abteilung PERRY RHODAN ein Thesenpapier. Der schlichte Titel lautete: »Weiter nach dem ›Schwarm‹?« Ich wollte fürs Jahr 2006 planen und dem Verlag eine Option für die nahe Zukunft präsentieren.

Der »Schwarm«-Zyklus war zu jener Zeit im Buchhandel angelaufen. Wir hatten die Silberband-Ausgaben dieses Zyklus genommen und sie als Paperbacks zu einem guten Preis erneut in den Handel gebracht. Der Buchverlag hatte uns leider nicht optimal unterstützt; die Information an den Buchhandel hatten beispielsweise wir von der Redaktion verschickt – auf unsere Kosten und während unserer Arbeitszeit. Trotz aller Widerstrebungen waren die Verkaufszahlen allerdings so, dass der Verlag sein Geld damit verdiente.

Meine Argumentation: »Im Frühjahr 2006 erscheinen die Bände 8 und 9. Da die Verkaufszahlen nicht schlecht sind, ist eine anschließende Paperback-Edition mit PERRY RHODAN-Produkten sinnvoll.« Ich stellte verschiedene Optionen vor.

Der Schwerpunkt war der »Plophos«-Zyklus. Dieser war bekanntlich nie in den PERRY RHODAN-Silberbänden erschienen. Zwischen den Büchern 20 und 21 wurden damals etwa 20 Heftromane ausgelassen, damit die Handlung schneller voranschreiten konnte. Wir hatten in einer Lizenzausgabe beim Bertelsmann-Club diese Hefte zu den »Plophos«-Büchern 1 bis 4 zusammengefasst. Diese vier Titel könnte man doch – so mein Kalkül – mit relativ geringem Aufwand als Paperbacks in den Buchhandel bringen.

Ich versuchte, so zu argumentieren, dass es auch Vertriebsleute verstehen würden: »Diese Bücher kamen nie auf den ›freien Markt‹, sind somit für den PERRY RHODAN-Fan sehr spannend.« Gegenüber dem Buchhandel könnte man die Bücher als »neu« anbieten, man könnte sie zu den Silberbänden stellen, aber in einer frischeren Optik.

Mein Plan: »Es erscheinen insgesamt vier Bände: zwei im September 2006, zwei im November 2006.« Allerdings sei auch etwas anderes möglich: »Wir machen daraus dicke Paperbacks, die zu einem höheren Preis angeboten werden«, schlug ich vor. Andere Verlage erhielten zu der Zeit mit umfangreichen Paperbacks gute Erfolge. »Dann wären es zwei Bände à 800 Seiten, einer im September, einer im November«, argumentierte ich.

Wenn »Plophos« nichts sei, so schlug ich weiter vor, könnte man doch andere Zyklen als Paperbacks veröffentlichen: »Der definitiv interessanteste PERRY RHODAN-Zyklus sind die ›Meister der Insel‹, kurz ›MdI‹. Die Silberbände 21 bis 32 ergeben zwölf Paperbacks.«

Aus diesen zwölf Titeln könnte man auch sechs dicke Paperbacks machen; es wäre alles kein Problem. Sogar den »Sternenozean«-Zyklus hielt ich für umsetzbar: Das wäre neues Material, das bereits vorliege, es gebe zudem eine Hörspiel-Edition, die parallel laufe.

Mein Papier wurde am 11. Oktober 2005 verteilt und im Rahmen der Buchmesse mit den Buchvertretern diskutiert. Die Gespräche verliefen mal gut, vor allem, wenn ich mit den Vertretern direkt in Kontakt trat, und mal schlecht – immer dann, wenn ich jemandem erklären musste, was ich denn mit Paperbacks genau meinte.

Später wurde das »Plophos«-Konzept umgesetzt, aber es wurde eine sehr schwere Geburt. Und die letzten Titel erschienen in einer Zeit, in der unser Buchverlag geschlossen wurde – das aber ist dann wieder eine ganz andere Geschichte ...

30 Dezember 2012

NEO-Expo im Blick

Der heutige Sonntag erbrachte wieder einmal eine schöne, inhaltlich sehr willkommene Lektüre: Ich widmete mich einem Exposé für PERRY RHODAN NEO, das einen wichtigen Roman für die fünfte Staffel unserer Serie ergeben wird. Es geht in diesem Exposé schon mit kräftigen Schritten auf das Ende der Staffel zu ...

Verfasst hat das Exposé natürlich wieder Frank Borsch; als Autor haben wir einen Kollegen ausgesucht, der bisher noch nie für PERRY RHODAN geschrieben hat, die Serie aber seit vielen Jahren sehr gut kennt. Da er einen exotischen Schauplatz erhält, auf dem er unsere Helden gut in Szene setzen kann, verspreche ich mir schon jetzt einen spannenden, abwechslungsreichen Roman.

28 Dezember 2012

Jesco von Puttkamer ist verstorben

Am heutigen Tag geht es durch die Medien: Der Raumfahrt-Ingenieur und Science-Fiction-Autor Jesco von Puttkamer ist am 27. Dezember 2012 verstorben. In gewisser Weise ist er seit ihren Anfängen mit der PERRY RHODAN-Serie verbunden.

Puttkamer wurde 1933 in Leipzig geboren, kam in den fünfziger Jahren mit der Science Fiction in Kontakt und gehörte zu den Fan-Freunden von Walter Ernsting alias Clark Darlton. Sein Name findet sich in zahlreichen Fanzines dieser Zeit, unter anderem in Heften wie dem »Munich Round Up« aus München. Aus den Fan-Streitereien jener Tage hielt er sich größtenteils heraus.

Seine Science-Fiction-Romane erregten kein größeres Aufsehen. Zum Umfeld der PERRY RHODAN-Serie zählte er jedoch jahrzehntelang über das PERRY RHODAN-Magazin – er lieferte einige Beiträge – und seine wissenschaftlich-technische Arbeit für die NASA.

27 Dezember 2012

Jahrbuch 2011 gelesen


So spät habe ich wahrscheinlich noch nie über ein PERRY RHODAN-Jahrbuch geschrieben ... Erst am Wochenende vor Weihnachten habe ich endlich die Lektüre des Jahrbuches fürs Jahr 2011 beendet. Meine ein wenig faule Ausrede: Das Jahrbuch kam auch heuer so spät, dass ich ewig dazu benötigte, um mir den Inhalt zu Genüge zu führen.

Es handelt sich um eine Fan-Publikation, die ich als Pflichtlektüre bezeichnen möchte. Ein Jahrbuch zu 2011 kann man auch zu Beginn des Jahres 2013 lesen, nicht zuletzt auch deshalb, weil viele Informationen (die Inhaltsangaben der von uns publizierten Romane) sowieso bleiben und sich nicht grundsätzlich ändern.

Frank Zeiger und Andreas Schweitzer, die Herausgeber des Jahrbuches, blicken mit ihren Mitstreitern zurück auf ein Jahr, das es in sich hatte: Die PERRY RHODAN-Serie wurde fünfzig Jahre alt, der PERRY RHODAN-WeltCon 2011 wurde in Mannheim gefeiert, die neue Serie PERRY RHODAN NEO erblickte das Licht der Welt. Auf 488 Seiten liefern die Aktivisten des Science-Fiction-Clubs Universum (SFCU) eine gelungene Zusammenstellung.

Gut finde ich, dass neben den vielen Informationen, Artikeln und Interviews zu allen möglichen Themen auch Raum für kritische Äußerungen blieb. Es ist kein Buch, das unsere Arbeit kritiklos bejubelt, sondern es spießt Dinge auf, die in den Augen der Schreiber nicht so gut gelaufen sind. Die Kritik wird nachvollziehbar und korrekt formuliert, auch das finde ich gut.

Alles in allem handelt es sich beim Jahrbuch fürs Jahr 2011 um ein Lese-Buch, also ein Buch, das man nicht am Stück liest, sondern interessiert durchblättert, um sich dann immer mal wieder einen Artikel zu Gemüte zu führen. Dann stellt man es sowieso ins Regal, um es stets dann, wenn es nötig ist, bewusst hervorzuziehen und einzelne Kapitel oder Kurzbeiträge zu lesen.

Hiermit und an dieser Stelle empfehle ich dieses von Fans erstellte Buch ausdrücklich: Auch wenn Weihnachten schon rum ist, sollte ein interessierter PERRY RHODAN-Leser einen Blick in das Buch werfen.

Direkt zu bestellen ist das Buch über diesen Link hier.

21 Dezember 2012

Der Silbermann ist da

Marc A. Herren jetzt auch im Hardcover: Dieser Tage kam im Zuge der aktuellen Bertelsmann-Belege das Buch »Der Silbermann« auf meinen Schreibtisch. Dabei handelt es sich um den ATLAN-Taschenbuchroman, den Marc A. Herren für den »Monolith«-Zyklus geschrieben hat.

Der Roman kam ursprünglich als Taschenbuch bei unserem Partner Fantasy Productions – das sah ziemlich cool aus. Nicht jedermanns Geschmack ist der grüne Umschlag, den Bertelsmann unseren ATLAN-Büchern verpasst hat. Aber das hat was – und das Titelbild von Arndt Drechsler kommt in dieser Optik sehr gut zur Geltung.