03 Dezember 2010

Seminar mit kleiner Gruppe

Ein Logbuch der Redaktion

Seit ich zum ersten Mal nach Wolfenbüttel fuhr, um dort ein Seminar für angehende Science-Fiction-Autoren zu bestreiten, sind sage und schreibe 15 Jahre vergangen. Im Frühsommer 1995 ging es zum ersten Mal in die kleine Stadt in Niedersachsen, wo ich an der Bundesakademie für kulturelle Bildung mein Debüt als Dozent gab.

Am Wochenende des 19. bis 21. November 2010 war es wieder so weit - diesmal ging es um die Science-Fiction-Kurzgeschichte, und als mein Kollege war der PERRY RHODAN-Autor Frank Borsch mit »an Bord«. Wir hatten uns im voraus per Mail und per Telefon über die Abläufe verständigt. Darüber hinaus brachten wir Aufgaben mit, die wir den Autoren stellen wollten.

Die Gruppe war diesmal recht klein: Aufgrund einiger Absagen hatten wir es nur mit neun Autorinnen und Autoren zu tun. Das stellte sich aber als ausreichend heraus. Für alle Texte stand uns richtig viel Zeit zur Verfügung, und wir konnten uns weitestgehend auf die Bedürfnisse der einzelnen Teilnehmer einstellen.

Interessant war diesmal, dass wir getrennte Örtlichkeiten benutzten. Während wir im Gästehaus der Akademie übernachteten und dort auch Frühstück sowie Abendessen einnahmen, lief das Seminar im Schloss ab. Das brachte jedesmal einen erfrischenden Spaziergang im kühlen Herbstwetter mit sich ... auch gut!

Wir starteten an diesem Freitag, 19. November, mit viel Optimismus in das Seminar, stellten uns vor, baten die Autoren um ihre Vorstellung und erzählten viel über die Arbeit von Schriftstellern und Redakteuren. Frank Borsch hielt einen kurzen Vortrag über die Entwicklung der SF-Kurzgeschichte, informierte dabei auch über die wichtigsten Autoren und ihre stilistischen Richtungen.

Nach dem Abendessen ging es bereits an die Textarbeit: Wir nahmen uns die Kurzgeschichten vor, die von den einzelnen Autoren eingeschickt worden waren, und diskutierten gemeinsam darüber. Auf eine Anregung von Frank Borsch hin sammelten wir erst einmal die positiven Meinungen zu den Geschichten, bevor es an die Textkritik ging.

Das lief sehr gut - wir gingen teilweise sehr detailliert an die Texte heran und zeigten auf, was gut und was weniger gut geschrieben war. Erst nach 22 Uhr beendeten wir für diesen Tag das Programm.

Es ging am nächsten Morgen mit dem Besprechen der Texte weiter. Damit wurden wir im Verlauf des Nachmittags fertig. Anhand eines »8-Punkte-Plans«, den der amerikanische Autor Kurt Vonnegut einmal erstellt hatte, präsentierte Frank Borsch danach eine Möglichkeit, wie man seine eigenen Kurzgeschichten besser machen kann. Eine ganz wichtige Lehre aus dem Vonnegut-Plan, die für die meisten Autoren zutraf: Beginne die Geschichte am spätest möglichen Zeitpunkt - das bringt nämlich entsprechend Spannung und Dynamik ins Geschehen.

Dann gab's die erste Schreibübung, ausgehend von einer banal klingenden Aufgabe: In einem Raumhafen existiert eine Gepäckausgabe, und in dieser gibt es ein Problem - die Autoren sollten aus diesen wenigen Angaben eine Szene erarbeiten und diese innerhalb einer Stunde schreiben.

Ich fand interessant, welche neuen Texte die Teilnehmer nach dieser Übung präsentierten. Manche hatten es trotz des Zeitdrucks geschafft, ganze Kurzgeschichten zu schreiben, andere brachten humoristische Einlagen, aber jeder lieferte eine Textprobe, die überraschend und auf ihre Weise gelungen war.

Am Samstag abend ging die offizielle Arbeit bis nach 22 Uhr; hinterher unterhielten wir uns in einer großen, gemütlichen Gruppe, und es war wohl nach drei Uhr, als die letzten endlich ins Bett kamen. Trotzdem saßen am Sonntag morgen wieder alle an ihren Arbeitsplätzen.

Wir stellten noch eine Aufgabe, diskutierten erneut die Texte durch, beantworteten zahlreiche Fragen - und dann war auch schon zwölf Uhr mittags. Die Teilnehmer lieferten in einer Abschlussrunde noch Lob und Tadel für die Dozenten sowie die Bundesakademie, und dann konnten wir das Seminar offiziell beenden.

Mir hatte es selbst wieder viel Spaß gemacht, den Teilnehmern hoffentlich ebenfalls. Und ich lasse mich gern davon überraschen, wie sich die einzelnen Autoren in den nächsten Jahren entwickeln werden ...

02 Dezember 2010

Durch Schnee nach Hamburg

Eine Dienstreise im tiefen Winter, in einem Großraumwagen der deutschen Bahn, hinter mir ein Dutzend fröhlich lachender und eifrig trinkender Damen, vor mir ein ständig telefonierender Herr: wie so oft. Immerhin habe ich gute Lektüre dabei, bisher gab's einen Teil von Marc A. Herrens aktuellem PERRY RHODAN-Manuskript.

In Hamburg geht's heute zu Edel, unserem Vertriebspartner bei den PERRY RHODAN-Silberbänden. Heute abend treffe ich mich mit Dennis Ehrhardt vom Zaubermond-Verlag, da geht es unter anderem um "Dorian Hunter".

01 Dezember 2010

Revidierte Satzfahne

Am letzten November-Tag kam die Mail von Heyne - also gestern. Anbei sei die revidierte Satzfahne des JUPITER-Paperbacks, also nach dem Einarbeiten aller Korrekturen. Ob ich da noch mal kurz drüberschauen könnte? Am ersten Dezember-Tag bräuchte man bereits meine Antwort - also heute.

Kein Problem, teilte ich per Mail mit. Sind ja nur 1008 Seiten, das mache ich locker. Da ich aber einige andere Dinge »nebenbei« zu erledigen hatte, kann ich mich jetzt ein wenig über meine lockere Ansicht ärgern; ein bisschen reingucken in die Seiten sollte ich schließlich doch, und das braucht eben Zeit.

30 November 2010

Kurt Mahr im Blick

Das habe ich ja schlau eingefädelt: Weil ich den Terminplan nicht richtig beachtet habe, muss ich jetzt das nächste PERRY RHODAN-Taschenheft durcharbeiten und soweit redigieren, wie es nötig ist. Es ist die Nummer zehn, und da sollte ich sorgfältig vorgehen.

Wobei es sich um einen Roman von Kurt Mahr handelt. Der Kollege schrieb ja stets sehr ordentlich, da dürfte ich beim Nochmal-Durchgucken nicht zu viel Arbeit haben ... Ich drück' mir jetzt selbst mal die Daumen.

29 November 2010

Invasion der Puppen

Als sehr junger Jugendlicher - man kann wohl auch Kind sagen - nahm ich zum ersten Mal die PERRY RHODAN-Hörspiele wahr. Gekauft und gehört habe ich sie damals nicht. Übers Wochenende war dann endlich mal »Invasion der Puppen« dran.

Mir kam's so vor, als sei dieses Hörspiel das schwächste der Europa-Klassiker aus den 70er Jahren. Vielleicht hat man das ursprüngliche PERRY RHODAN-Taschenbuch von William Voltz schlecht bearbeitet, vielleicht hat auch der Zahn der Zeit zu sehr an dem Thema gearbeitet - mir gefiel es nicht so gut. Aber den Charme der 70er Jahre strahlte es dennoch aus ...

28 November 2010

Daten checken

Ich gestehe es: Gelegentlich stöbere ich richtig gern die Datenblätter und Sammeldatenblätter durch, die Rainer Castor und Uwe Anton zusammenstellen und die für die Autoren von großer Bedeutung sind. Hier bekommen sie auf einem Haufen gewissermaßen die Daten serviert, die sie fürs Schreiben ihrer Romane benötigen.

Heute kann ich mich ein wenig mit der JULES VERNE beschäftigen. Die Technik und die Personen des Raumschiffes sind das Thema. Und ich stelle fest, wieviel ich schon wieder vergessen habe ...

27 November 2010

Packenweise gute Ideen

Der heutige Tag steht ganz im Zeichen der Lektüre. Wenn ich Zeit habe, sitze ich in einer Ecke und schmökere in den Exposés, die Uwe Anton geschickt hat; die Autoren haben sie auch bereits erhalten und sind schon an der Schreibarbeit.

Viele verblüffende Ideen, viele spannende Entwicklungen: Ich bin sehr daran interessiert, was die Kollegen daraus machen werden. Unter anderem gibt's Doppelbände von Leo Lukas und Frank Borsch, wenn alles gut geht.

26 November 2010

Moderatoren zu Besuch

Der heutige Tag steht im Zeichen des Galaktischen Forums; gemeint ist in diesem Fall das Diskussionsforum auf der PERRY RHODAN-Homepage. Für dieses Forum engagieren sich seit Jahren einige ehrenamtliche Moderatoren, ohne die wir dieses Forum nicht unterhalten könnten.

Heute sind sie zu uns in die Redaktion eingeladen. Leider können nicht alle kommen, aber wir werden mit den wenigen, die es schaffen, nach Rastatt zu fahren, sicher intensive Diskussionen führen. Das ist ein richtig wichtiger Termin für unsere weitere Öffentlichkeitsarbeit.

25 November 2010

Fünfter Grünband ist da

Zur Zeit fühle ich mich ja, wenn ich an ATLAN denke, ein bisschen wie an Weihnachten: Ständig bekomme ich neue »Geschenke« auf den Tisch. In diesem Fall ist es die Bertelsmann-Clubausgabe, die es »nur« für Abonnenten gibt und die erst seit diesem Jahr läuft.

Erschienen ist da nämlich bereits der zweite Band des Rudyn-Zyklus als Hardcover, immer schick mit grünem Einband. »Das Sphärenrad« stammt von Rüdiger Schäfer, und ich erinnere mich daran, dass ich den Roman richtig gern las. Vielleicht deshalb, weil ich die Figur der Trilith Okt richtig gelungen fand ...

24 November 2010

Im Zug nach Köln

Zwei Themen stehen bei der heutigen Dienstreise auf der Agenda - und ich schreibe diesen Text am mobilen Arbeitsplatz im Intercity Express zwischen Karlsruhe und Köln. (Ich liebe es, bahnzufahren und dabei die eine oder andere sinnvolle Tätigkeit auszuüben.) Einerseits geht es um die PERRY RHODAN-Serie, andererseits um die Dokumentation dazu.

Konkret: Ich treffe mich mit Uwe Anton, unserem Chefautor, um mit diesem über den aktuellen Stand der Handlung zu diskutieren. Band 2600 steht ja quasi schon vor der Tür ...

Und ich gehe zur Florianfilm GmbH, wo es um die geplante PERRY RHODAN-Dokumentation geht. Ich kann sie hoffentlich anschauen, darauf freue ich mich.

23 November 2010

Atlan aus Montillon-Sicht

Druckfrisch liegt das Taschenbuch auf meinem Schreibtisch. »Sternenfall der Goldenen« ist ein Roman aus der Reihe ATLAN-X, und er stammt von Christian Montillon; erschienen ist er bei Fantasy Productions, und das Buch sieht gut aus.

Zu allem Überfluss wurde es mir von meiner Kollegin Sabine Kropp sehr ernsthaft ans Herz gelegt. »Ein richtig guter Roman«, meinte sie. Na, da muss ich wohl die Lektüre in Angriff nehmen ...

22 November 2010

Visionärer Roman als Taschenheft

Ein Logbuch der Redaktion

Letzte Woche kam das neunte PERRY RHODAN-Taschenheft in den Handel, auf dessen Erscheinen ich mich schon im voraus freute. Mit leichter Verspätung gibt's jetzt ein Logbuch der Redaktion zum Thema und zum Taschenheft.

Dieses stammt von Wolfpeter Ritter alias Peter Terrid, dessen Tod im Jahr 1998 ein echter Schock für mich war. Ich hatte mit dem Schriftsteller gut zusammengearbeitet, wir hatten über viele Themen diskutiert, und ich war immer wieder überrascht, wie gut informiert er sich über aktuelle Themen zeigte.

Das belegt auch bei dem Roman »Die andere Seite des Todes«, der erstmals im Jahr 1991 als Taschenbuch erschien. Er war damals seiner Zeit weit voraus, nicht nur deshalb, weil Terrid aktuelle Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung einfließen ließ. Inhaltlich ging es nämlich nicht um kosmische Intrigen oder gar Raumschlachten, sondern um ein Eindringen in die »innere Welt«, um virtuelle Welten im weitesten Sinn.

Der Roman spielt im vierten Jahrtausend alter Zeitrechnung, also lange vor der Zeit der Kosmischen Hanse oder der Liga Freier Terraner. Ein wichtiger Haupthandlungsort ist der Planet Gladmar IV, der in der Nähe des galaktischen Zentrums zu finden ist. (Gladmar IV ist eine Erfindung von Peter Terrid und spielt ansonsten in der Serie so gut wie keine Rolle.) Dort hat der Großrechner BORIS eine neue Art der Zivilisation entwickelt.

Menschen geben ihre bisherige Existenz auf, sie versuchen auf die nächste Ebene der Evolution zu wechseln. Träume und Wünsche werden Wahrheit, und der Geist hat Macht über den Körper; sie tauchen ein in eine Welt, in der man als bloßes Bewusstsein existieren kann. Als dann in dieser virtuellen Welt ein Mord passiert, was eigentlich unmöglich ist, muss die interstellare Ermittlerin Samantha Dryton in einen Einsatz der besonderen Art gehen ...

Das Taschenbuch kam 1991 in den Buchhandel. Computer standen zu dieser Zeit in vielen Haushalten und Büros, waren aber noch lange nicht so allgegenwärtig wie 2010; erzählt man jungen Leuten heute von den Kapazitäten dieser Rechner, schütteln sie nur den Kopf. Vom Internet in seiner aktuellen Form konnten normale »User« wie ich nicht einmal träumen, das lag für uns alle in weiter Zukunft.

Autoren wie William Gibson (bekannt durch seinen Roman »Neuromancer) und andere hatten in den 80er Jahren und bereits früher an weltumspannende Netze gedacht und darüber geschrieben; als Science-Fiction-Fans waren Wolfpeter und ich mit dem Metier des sogenannten Cyperpunk bestens vertraut. Aber das war für uns romanhafte Vorstellung, keine Realität, und im »Mainstream« war das Thema noch nicht angekommen.

Peter Terrids Roman war visionär – er kam lange vor dem Kinoerfolgen von »Matrix« oder Diskussionen über »Second Life« und soziale Netzwerke. Aus der Sicht des Jahres 1991 warf er einen phantasievollen Blick auf eine weit entfernte, aber nicht unrealistische Zukunft. Das fand ich damals neu, auch deshalb, weil er das ganze mit einer Krimihandlung verband. Was passiert denn, wenn in einer virtuellen Welt ein Mord passiert, und wie kann man diesen eigentlich lösen?

Im Jahr 2010 ist es durchaus interessant, einen erneuten Blick auf den Roman zu werfen. Beim Durchschauen der redigierten Version tat ich das, und das machte Spaß. Spannend war er damals schon, und das ist er heute ebenso. Heutzutage weiß man als Leser mehr über Computer und Internet, und das macht den Roman zusätzlich lesenswert. Möglicherweise sind viele der Visionen in diesem Roman heute überholt – aber das ändert nichts daran, dass er sich nach wie vor gut lesen lässt.

Bei der Neuauflage konnte ich mich wieder einmal auf Rainer Nagel verlassen. Er hat das Werk sorgsam durchgeschaut und behutsam modernisiert, was in diesem Fall heißt, dass er stärker in das PERRY RHODAN-Universum eingebunden wurde. Zudem wurde der Roman auf »gemäßigte neue Rechtschreibung« umgestellt, was heute einfach sinnvoll ist.

»Die andere Seite des Todes« erschien am Freitag, 19. November 2010. Ich bin schon jetzt auf die Reaktionen der Leser auf das 160 Seiten starke Taschenheft gespannt ...

21 November 2010

Rückfahrt mit Texten

Das Seminar in Wolfenbüttel ist vorüber, und meine Tasche mit dem vielen Papier wurde noch schwerer. Da fällt die Auswahl für die Rückreise gar nicht leicht: Was lese ich unterwegs, oder was kann ich unterwegs schaffen?

Das aktuelle ATLAN-Manuskript? Das aktuelle ELFENZEIT-Exposé? Arbeitspapiere von Uwe Anton oder von Marc A. Herren? Oder lese ich einfach BRAND EINS und PANDORA, sprich Dinge außerhalb der PERRY RHODAN-Serie. Das sind ja mal wieder Luxusfragen ...

20 November 2010

Ideen in der Mühle

Wenn ich schon mit einem Autorenkollegen in Wolfenbüttel auf einem Seminar bin, nutze ich die Chance, mit ihm auch über PERRY RHODAN zu sprechen. Das war in den letzten Jahren mit Uwe Anton und Robert Feldhoff schon so; 1995 wurden die Grundzüge des Thoregon-Zyklus am Rande eines Autorenseminars besprochen.

Und es ist 2010 wieder so. Frank Borsch und ich diskutieren in den Pausen über PERRY RHODAN, wir reden über Ideen und Konzepte, und ich glaube, dass das eine oder andere Ergebnis unserer Gespräche sich auch 2011 in gedruckter Form wiederfinden wird.

19 November 2010

Dienstreise in den Norden

Heute saß ich schon wieder im Zug; dieses Mal ging es nach Wolfenbüttel, zum zweiten Mal in diesem Jahr. In der Bundesakademie für kulturelle Bildung finden parellel zwei Seminare für Autorinnnen und Autoren statt, und ich traf nach der Ankunft schon viele bekannte Gesichter.

Mit Frank Borsch zusammen bin ich der Dozent in einem Seminar für Science-Fiction-Kurzgeschichten. Parallel dazu gibt es ein Seminar für den historischen Roman, in dem Kathrin Lange und Titus Müller als Dozenten arbeiten. Anders gesagt: An diesem Wochenende sind alle Dozenten in Wolfenbüttel Menschen, die zumindest mal einen Roman bei PERRY RHODAN veröffentlicht haben oder als Redakteur bei der Serie tätig sind. Finde ich lustig.

18 November 2010

Club feiert Jubiläum

Ich erinnere mich noch einigermaßen gut an die Anfänge des SF-Clubs Universum. Der Club entstand aus der Fusion kleinerer Clubs im Saarland und unterschied sich in den frühen 80er Jahren kaum von anderen PERRY RHODAN-Vereinigungen.

Das ist heute anders - der SFCU, so die Kurzform, ist aus der Fan-Szene nicht mehr wegzudenken. Da passt es gut ins Bild, dass dieser Tage die Ausgabe fünfzig des Club-Fanzines »Exterra« erschienen ist, mit einem knallbuntem Umschlag übrigens. Gratulation an die Clubmitglieder - weiter so!

17 November 2010

Gratulation zu fünfzig Heften

Das finde ich stark: Dieser Tage erschien die Ausgabe 50 des Magazins »Mephisto« - ich gratulier auf diesem Weg den Kolleginnen und Kollegen, die seit mehreren Jahren dieses lesenswerte Magazin für Rollenspiele, Table-Top und Phantastik veröffentlichen. In dieser Zeit entwickelte es sich vom gut gemachten Fanzine zum noch besser gemachten Magazin.

Das Heft erscheint viermal im Jahr und bietet eine kunterbunte Mischung aus aktuellen News, umfassenden Spielbeiträgen, Werkstattberichten und Interviews mit Spieleherstellern und Kreativen. Meist geht es um Fantasy und Horror, gelegentlich kommt auch die Science Fiction zu ihrem »Recht«. Reine PERRY RHODAN-Beiträge sind naturgemäß sehr selten ...

Komplett lese ich »Mephisto« selten, aber ich blättere es immer interessiert und staunend durch. Die Nummer 50 ist ein schönes Jubiläum - ich freue mich mit Martin Ellermeier (der vor vielen Jahren auch auf »meinen« FreuCons war) und seiner Mannschaft.

16 November 2010

Conbuch geschmökert

Endlich hatte ich mal die Muße, das Conbuch zum »AustriaCon 2010« durchzuschmökern; den Con hatte ich ja nicht besucht, weil ich im voraus davon ausgegangen war, dass sich dort so viele Angehörige des Verlags und des Autorenteams tummeln würden, dass man mich nun wirklich nicht brauchen würde.

Das Buch ist ein richtiges Buch, 224 Seiten stark - und das wiederum ist auch stark. Es gibt haufenweise Artikel und Rückblicke, alles schön garniert mit Zeichnungen und Fotos, teilweise auch in Farbe. Ich habe das Buch mit einem riesigen Vergnügen durchgeschmökert und bereue mittlerweile schon, nicht in Wien gewesen zu sein.

Ob man das opulente Werk noch kaufen kann, weiß ich nicht - in meiner Sammlung bekommt es einen schönen Platz. (Ich weiß, es ist ein Buch und eigentlich kein Fanzine. Aber es ist eine Fan-Publikation, und dann passt es doch wieder.)

15 November 2010

Das neunte PERRY RHODAN-Taschenheft

Als Wolfpeter Ritter alias Peter Terrid im Dezember 1998 starb, war der Schock für die Leser groß: Der Autor hatte oft ungewöhnliche Romane vorgelegt, in denen seine schier unerschöpfliche Fantasie die Hauptfiguren in seltsame Abenteuer schickte. Heute noch sind viele seiner Romane bei den PERRY RHODAN-Lesern unvergessen.

Das gilt nicht nur für seine Heftromane, sondern in besonderem Maß auch für seine Taschenbücher. Im Jahr 1991 erschien sein PERRY RHODAN-Taschenbuch 339 unter dem Titel »Die andere Seite des Todes«; am 19. November 2010 kommt es als PERRY RHODAN-Taschenheft neu in den Handel. Der Titel wird beibehalten.

Für die Neuauflage wurde der Roman sorgsam durchgeschaut und behutsam modernisiert; zudem wurde der Roman auf »gemäßigte neue Rechtschreibung« umgestellt. Das Titelbild stammt wieder von Dirk Schulz.

Der Roman spielt im vierten Jahrtausend alter Zeitrechnung, genaue Daten werden nicht genannt: Mit Samantha Dryton, einer interstellaren Ermittlerin, schickt Peter Terrid eine besondere Heldin in einen Einsatz. Es geht um eine Welt, auf der ein Großrechner eine neue Art des Zusammenlebens propagiert. Menschen geben ihre Körperlichkeit auf und werden zu virtuellen Lebewesen ...

Als das Taschenbuch 1991 erschien, war es noch weit bis zu Kinoerfolgen wie »Matrix« oder Diskussionen über »Second Life«. Peter Terrids Roman war damals seiner Zeit weit voraus - und das liest sich im Jahr 2010 unter anderen Gesichtspunkten noch einmal spannend.

14 November 2010

Alaskas Irrungen

Meine Lieblingsfigur bei PERRY RHODAN war ganz zu Beginn der Mausbiber Gucky; da war ich 13 Jahre alt. Als pubertierender Jugendlicher fand ich Alaska Saedelaere besonders stark, und diese Figur mag ich bis heute.

Deshalb freue ich mich auch, dass die aktuelle Handlung mit dem sogenannten Maskenträger so gut ankommt; die Figur ist nach wie vor stark. Der Kollege Marc A. Herren setzt das alles ziemlich stark um, und nach den letzten zwei Exposés, die rausgegangen sind, rechne ich mit zwei faszinierenden Romanen. (Womit ich für den Kollegen die Messlatte unverschämterweise wieder hoch lege ...)

13 November 2010

Seltsame Amazon-Meldungen

Manchmal wundert man sich schon, was bei Amazon alles passiert. Bei dem Internet-Buchhändler vergibt irgend jemand recht selbständig Autorennamen und ähnliches. Und so entstehen auch seltsame PERRY RHODAN-Titel.

So wird für September 2011 das vierhundert Seiten starke Taschenbuch »Rosenkavaliers Kind« unter dem Autorennamen Perry Rhodan angeboten. Skurril aber wahr - und das ist nur einer von vielen falschen Titeln. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder schreien soll.

12 November 2010

Das neunte Taschenheft

Bereits nächste Woche erscheint der neunte PERRY RHODAN-Planetenroman; heute schrieb ich einigermaßen hektisch noch Homepage-Meldungen und ein Logbuch der Redaktion. Wegen der Buchmesse und meines Urlaubs ging das ein wenig unter, und jetzt musste ich rasch in die Tasten hauen.

Es ist ein Roman von Peter Terrid, streng genommen so was ähnliches wie ein Vorgriff auf die »Matrix«-Filme. Als »Die andere Seite des Todes« in den frühen 90er Jahren erstmals erschien, war das völlig neu. Heute ist es vielleicht veraltet - ich fand es sehr unterhaltsam zu lesen.

11 November 2010

Planet des Todes

Zuletzt war das Hörspiel »Planet des Todes« in meinem CD-Player. Ich weiß, das ist damals nur als Langspielplatte erschienen und auch nicht als CD erhältlich, aber eine Kopie für mich als Privatmenschen darf ja gezogen werden.

Das Hörspiel hat Spaß gemacht, die Handlung des Taschenbuches »Aufruhr in Terrania« von Hans Kneifel wurde spannend umgesetzt. Wobei der Science-Fiction-Aspekt schon bizarr war: Auf der einen Seite fliegen die Helden mit Raumschiffen durchs All, auf der anderen Seite werden Artikel in einer Redaktion noch mit klapperigen Schreibmaschinen verfasst ...

Daran merkt man, dass das Hörspiel sowie der zugrunde liegende Roman ganz schön alt sind. Und dass die Science Fiction tatsächlich keine »echte« Zukunftsliteratur ist, sondern immer »nur« von ihrer eigenen Zeit erzählt.

10 November 2010

Homepage-Diskussionen

Heute stand die PERRY RHODAN-Homepage im Zentrum einer langen Besprechung. Oliver Reiff von unseren Internet-Partnern Trilobit war im Haus; wir arbeiten ja seit Ende 1995 zusammen.

Es ging um die Perspektiven der Homepage, um die aktuelle Situation, selbstverständlich auch um aktuelle rechtliche Themen sowie um das Finanzielle. Insgesamt diskutierten wir rund drei Stunden lang, und danach wurde im »kleinsten Kreis« noch über Details gesprochen.

09 November 2010

Druckfrische Energiejäger

Aus dem Urlaub zurück und ein schönes Buch auf dem Schreibtisch; das mag ich. In diesem Fall ist es das PERRY RHODAN-Buch mit der Nummer 112 und dem Titel »Die Energiejäger«.

Es geht um die BASIS und – selbstverständlich – um Perry Rhodan selbst, der auf dem Weg zu den Kosmischen Burgen ist. Vor dreißig Jahren habe ich diese Geschichten mit riesiger Begeisterung gelesen; unter anderem gehörten sie zu meinem Einstieg bei PERRY RHODAN. Wenn ich das Buch durchblättere, freue ich mich bei fast jeder Seite. Starkes Gefühl.

08 November 2010

Schwerelose Züge und feige Terraner

Ein Logbuch der Redaktion

Während unsere Hörbuchpartner von Eins A Medien letzte Hand an den »Lemuria«-Zyklus legen, um aus den sechs PERRY RHODAN-Taschenbüchern insgesamt sechs Hörbuch-Boxen zu machen, komme ich mit dem Anhören der bereits erschienenen Hörbücher kaum nach. Dabei sind die klasse gemacht und bereiten mir so richtig Spaß.

Zuletzt lauschte ich dem dritten Hörbuch der »Andromeda«-Staffel - und war über Tage hinweg immer dann gefesselt, wenn ich bei einer Autofahrt den CD-Player einschaltete und der Stimme des Sprechers lauschte. Der Sprecher ist Josef Tratnik, dem erfahrenen PERRY RHODAN-Hörbuchfan seit Jahren vertraut, und die Vertonung betrifft den Roman »Der schwerelose Zug«, verfasst von Leo Lukas.

Das Hörbuch setzt die packende Handlung des Romans derart gut um, dass ich gefesselt lauschte und mich nur ungern unterbrechen ließ. Ich erinnerte mich gut an den Roman, vor allem an die Vorbereitungen im Jahr 2002 sowie an die vielen Diskussionen der Autoren untereinander - das ganze jetzt aber quasi noch einmal »aufs Ohr« zu bekommen, das hatte eine völlig andere Dimension. Denn die ganze Handlung des Taschenbuches, die ohnehin schon sehr spannend und zeitweise ganz schön vielschichtig ist, kommt als Hörbuch stärker zur Geltung.

Denn eigentlich sind es zwei Geschichten, die erzählt werden, wenngleich diese sich selbstverständlich ständig verbinden und verknüpfen. Einerseits geht es um Perry Rhodan selbst und die Mannschaft des kleinen Spürkreuzers JOURNEE, die in Andromeda quasi allein auf weiter Flur stehen. Die JOURNEE kam auf Rettungs- und Erkundungsmission in die Nachbargalaxis der Milchstraße und ist dort auf sich allein gestellt. Hilflos muss die Besatzung zuschauen, wie die Bedrohung durch die Brennenden Schiffe rasant zunimmt und deren Besatzungen einen Planeten nach dem anderen verwüsten.

Die andere Geschichte betrifft die der Terraner, die vom Botschaftsplaneten Chemtenz flüchten und deren Raumschiff TALLEYRAND von den Truppen des Gelben Meisters aufgebracht wird. Aldus Chamberlain, eigentlich Kulturattaché der terranischen Botschaft und zugleich als windiger Geheimagent tätig, sowie der Funker Dallapozza überleben als einzige die brutale Behandlung nach der Gefangennahme. Jeder wird auf eine besondere Weise zur »Waffe« gegen Perry Rhodan »ausgebildet« - und das wird von Leo Lukas auf derart durchtriebene Weise geschildert, dass man als Leser oder Zuhörer nicht weiß, ob man sich darüber gruseln oder dem Autor für die Ideenvielfalt gratulieren soll.

Gefühle sind in »Der schwerelose Zug« ein wichtiges Handlungselement. Während man sich als Leser vieles selbst zusammenreimen kann, werden Gefühlsäußerungen durch die Tratnik-Stimme klarer in den Vordergrund gespielt. Hass und Liebe, Streit und Versöhnung, Action und Verhandlungen - das alles wird unterschiedlich gewichtet und präsentiert, in einer meisterhaften Weise, die mich über neun Stunden hinweg faszinierte.

Ich fand schon im Roman stark, wie Leo Lukas als Autor die einzelnen Figuren miteinander agieren lässt. Das ist glaubhaft und wirkt im Hörbuch noch stärker. Die Beziehungskrise zwischen Tess Qumisha und Benjameen da Jacinta wird zu einem handlungstragenden Moment, ebenso der verliebte Emotionaut Zim November mit seiner Suche nach der Ärztin Raye Corona. Dasselbe gilt für den seltsamen Maahk, der sich an Bord aufhält, oder das Geistwesen Kiriaade, über das Rhodan und Co. endlich mehr erfahren.

Und natürlich passt wunderbar ins Geschehen, dass Perry Rhodan mit seiner unmittelbaren Vergangenheit konfrontiert wird. Der Terraner hörte in seiner Jugend auf der Erde nämlich auch Rock-Musik und bekam die Anfänge einer Band namens ZZ Top mit - das zumindest wird nach diesem Roman endlich klar ... Im ersten Augenblick mag das vielleicht seltsam klingen, im Roman und damit auch im Hörbuch passt das aber alles sehr gut zusammen.

Ich war auf jeden Fall völlig fasziniert und von dem Hörerlebnis begeistert. Jetzt stelle ich mich auf das nächste ein - und freue mich schon darauf!

Interview-Tour durch Prager Kneipen

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Als Robert Feldhoff und ich im Mai 1999 in Prag unterwegs waren, wurde unsere Geduld nicht nur einmal auf eine harte Probe gestellt. Viele unserer Gastgeber gaben sich redlich Mühe, den Aufenthalt so schön wie möglich für uns zu gestalten, mit anderen hatten wir allerdings mehr Probleme. Das merkten wir am Morgen des 7. Mai 1999; wir wollten nach dem Frühstück die kleine Pension verlassen, in der man uns einquartiert hatte. Wir wollten nicht »weitab vom Schuss« wohnen, sondern eher im Zentrum der Stadt.

Als uns die »Reiseleiterin«, wie wir die nette, aber manchmal ein wenig unbeholfene Dame nannten, abholte, äußerten wir den Wunsch, in ein Hotel in der Stadtmitte umziehen zu können. Im Nachhinein hoffe ich, dass wir den Wunsch trotz aller Sprachprobleme freundlich und höflich formulierten. Nach einigen Diskussionen klappte es auf wundersame Art und Weise, nachdem ich klargemacht hatte, dass die Kosten selbstverständlich die PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt tragen würde: Wir wurden mit dem Taxi zu einem Hotel gefahren, das komplett im Zentrum lag, in direkter Nähe zum Wenzelsplatz und anderen Sehenswürdigen.

Erleichtert ließen Robert und ich uns auf das folgende Programm ein. Wir spazierten durch die Innenstadt und kamen direkt zum Wenzelsplatz. Dort residierte der Verlag Zelezny, der in den späten 90er und frühen Nuller-Jahren die PERRY RHODAN-Romane in Tschechien verlegte. Der Verleger persönlich, ein grauhaariger, aber dynamisch wirkender Herr, nahm sich für uns Zeit. Wir saßen mit ihm in seinem Büro, wir guckten hinunter auf den Wenzelsplatz, und er erzählte von den großen Demonstrationen, die sich dort vor zehn Jahren versammelt hatten und durch deren friedlichen Widerstand die kommunistische Regierung abgelöst worden war.

Der Verlag wirkte zwiespältig auf uns. In den kleinen Büros, deren Ausstattung noch an die 70er Jahre erinnerte, saßen unterschiedliche Menschen. Während manche sehr phlegmatisch wirkten, sahen wir andererseits junge Leute, die voller Euphorie und Aufbruchgeist schienen. Insgesamt aber, so Herr Zelezny, hätte man das Problem, dass rings um den Wenzelsplatz längst die Mieten steigen und man diese als kleiner Verlag kaum mehr bezahlen könnte. Andererseits hänge man an dem schönen Büro und dem wunderbaren Ausblick.

Danach nahm uns Dr. Hlavicka unter seine Fittiche. Er war als Redakteur für die tschechische PERRY RHODAN-Ausgabe verantwortlich, und er übersetzte die meisten Romane. Ich kannte ihn von gelegentlichen Faxen her, die er nach Rastatt schickte und in denen er von mir Details erfragte. In jener Zeit, als Internet noch nicht allgemein verfügbar war, nutzten wir vor allem das Telefax für die schnelle Kommunikation.

Nie werde ich seine Frage nach einem Planeten vergessen. »Ist Stiftermann III nur ein Name, den ich nicht übersetzen soll, oder handelt es sich um einen Stifter und um einen Mann? In diesem müsste ich tschechische Begriffe finden.« Dr. Hlavicka sprach ein sehr gepflegtes Deutsch, wahrscheinlich war es grammatikalisch besser als das von süddeutschen Muttersprachlern wie mir, wobei sich in sein Deutsch die Betonung mischte, die man eigentlich nur noch aus alten Filmen kennt.

Er war ein vorzüglicher Kenner der deutschen und der tschechischen Kultur, verstand sich politisch als Antifaschist, und er zeigte uns Prag bei einem kleinen Stadtrundgang. Gemeinsam besuchten wir das jüdische Viertel, und der Übersetzer und Redakteur wusste zu fast jedem Gebäude eine alte und interessante Geschichte. Wenngleich ich das meiste doch rasch wieder vergaß, empfand ich den Rundgang als spannend und informativ zugleich.

Zum Mittagessen bei tschechischem Bier und tschechischen Spezialitäten trafen wir uns wieder mit dem Verleger. Wir saßen in einem Kellerlokal, das urtümlich eingerichtet war, mit wuchtigen Holztischen und schweren Balken, die sich durch das Gewölbe zogen. Herr Zelezny, der Verleger, hatte zwar eine Übersetzerin dabei, war aber die meiste Zeit in der Lage, sich mit uns in einem sehr guten Deutsch zu unterhalten. Angesichts meiner Tschechisch-Kenntnisse, die sich nach einem Tag Aufenthalt gerade mal auf ein »Guten Tag« beschränkten, war mir das schon ein wenig peinlich.

Im Gespräch selbst ging es um weitere Lizenzen. Der Verlag wollte expandieren, obwohl er massive Geldprobleme hatte. Zelezny interessierte sich beispielsweise ernsthaft dafür, die »Landser«-Romane, die ja ebenfalls beim Pabel-Moewig Verlag erscheinen, in die tschechische Sprache zu übersetzen. Ich war verblüfft. »Und das angesichts der gemeinsamen, nicht einfachen Geschichte?«

Zelezny lachte. Man müsste natürlich auswählen, welche Romane man nehme. Wenn's um den Partisanenkrieg gehe, sei das nichts für das tschechische Publikum. »Wenn der Feind aber die Russen sind, finden das unsere Leser sicher gut.« Tatsächlich äußerte er aber vor allem sein Interesse an den Seefahrer-Romanen; diese seien politisch neutral. (Ich brachte sein Anliegen nach meiner Rückkehr in Rastatt vor. Die Verlagsleitung fand das damals aber nicht interessant genug.)

Der Rest des Freitags verging mit Interviews. Unsere Reiseleiterin tauchte wieder auf und schleppte uns auf eine echte Presse-Tour. Robert Feldhoff gab Interviews für Tages- und Wochenzeitungen, aber auch der Redakteur eines Musik- und Szene-Magazins interessierte sich für PERRY RHODAN – dieses Interview führten wir im »stylisch« ausgestatteten Café eines schon etwas betagten Kinos.

Am frühen Abend schüttelten wir unsere Reiseleiterin ab und setzten uns in einer Altstadtkneipe zusammen. Wir legten bei Knödeln und anderen Spezialitäten einige Eckpunkte der Handlung fest, die für PERRY RHODAN-Band 2000 wichtig werden sollten – solche Gespräche mit Robert Feldhoff schätzte ich stets, weil ich oft das Gefühl hatte, mit ihm auf einer Wellenlänge zu sein.

Später stürzten wir uns ins Nachtleben, nachdem wir den Portier unseres Hotels befragt hatten. Wir landeten in einer Keller-Diskothek namens »Roxy«, in der es laut, lustig und trotzdem preiswert war, und amüsierten uns dort stundenlang. Aber das ist eine ganz andere Geschichte ...

06 November 2010

Swen Papenbrock wird fünfzig!

Logbuch zum 27. Oktober 2010

Am heutigen Mittwoch, 27. Oktober 2010, feiert Swen Papenbrock ein ganz besonderes, sehr privates Jubiläum: Der Zeichner und Illustrator wird fünfzig Jahre alt. Die PERRY RHODAN-Redaktion wünscht ihm an dieser Stelle alles Gute - und vor allem viel Glück und Gesundheit für die nächsten Jahre!

Und ich nutze die Chance, einige Zeilen über den zu Recht sehr beliebten Kollegen zu schreiben. Bevor ich diesen Text verfasse, habe ich mir erst einmal überlegt, seit wann ich Swen eigentlich kenne. Es ist in der Tat so, dass ich nicht mehr genau weiß, wann wir uns zum ersten Mal gesehen haben - sicher irgendwann in den 80er Jahren.

Swen Papenbrock gehörte nämlich - wie ich auch - zu jenen Fans, die über PERRY RHODAN an die Science Fiction herangeführt wurden und der Serie über alle Jahre hinweg treu geblieben sind. Nach eigenen Angaben wurde Swen schon anfangs der 70er Jahre auf die Serie aufmerksam, vor allem durch die beeindruckenden Titelbilder, die damals alle von Johnny Bruck stammten.

Neben PERRY RHODAN zählten Comics zu seinen frühen Einflüssen: Wie viele andere Jungs in den 70er Jahren liebte er das Magazin »Zack« und begeisterte sich für die teilweise herausragenden Comic-Geschichten, die darin veröffentlicht wurden. Kein Wunder, dass irgendwann die Science Fiction und die Comics zu zwei wesentlichen Eckpfeilern in Swens Leben wurden.

Irgendwann war er an der Gründung eines Clubs beteiligt - er hieß »Land der dunklen Schatten« oder so ähnlich -, dem irgendwann das eigene Fanzine folgte. Zusammen mit Erik Schreiber, der heute noch in der Fan-Szene aktiv ist, publizierte Swen das Fanzine »Dark Star«, das ich selbst in meiner Sammlung habe. In dieser Zeit muss mir der Zeichner aufgefallen sein, und womöglich haben wir uns in den 80er Jahren zum ersten Mal getroffen. Swen wohnte zeitweise in Stuttgart, und von meinem damaligen Heimatort war das nicht so weit entfernt.

Über Stuttgarter Fans kam er in Verbindung zur Agentur Uwe Luserke; dieser leistete ihm Starthilfe und verkaufte die ersten Papenbrock-Bilder. Und so kam im Verlauf der 80er Jahre eines zum anderen. Swen publizierte Titelbilder für Romanhefte und Comic-Zeitschriften; die berufliche Weiterbildung durch Ausbildung und Studium lief quasi parallel.

Mitte der 90er Jahre wurde unser Kontakt intensiver. Ich erinnere mich noch gut an Swens Besuch bei uns im Verlag, wo er die ersten Konzepte für die geplante Gucky-Büste präsentierte. Die Gucky-Büste bildete gewissermaßen den Startschuss für die seitdem anhaltende Zusammenarbeit; seit dem Start des »Thoregon«-Zyklus gehört er zur Riege der PERRY RHODAN-Stammzeichner.

Wunderbare Bilder entstanden in dieser Zeit: der Haluter Icho Tolot, der sich durchs Unterholz wühlt oder der fröhlich grinsende Mausbiber Gucky, aber auch viele Außerirdische, Terraner und Raumschiffe. Die aktuelle PERRY RHODAN-Serie wäre ohne die vielen Entwürfe und Bilder von Swen Papenbrock schon gar nicht mehr denkbar, und dafür bin ich sehr dankbar.

Fünfzig Jahre alt wird der Mann heute - das ist ein unglaubliches Jubiläum, das ich selbst kaum glauben kann. Seit fünfzehn Jahren arbeiten wir zusammen; das kommt mir eigentlich viel kürzer vor.

Aber das sind beides Zahlen, die belegen, wieviel »Luft nach oben« noch ist. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten Papenbrock-Bilder für PERRY RHODAN und auf weiterhin gute Zusammenarbeit. Und ich wünsche dem Zeichner an diesem Feier-Geburtstag auch einige ruhige und gemütliche Stunden im Kreis der Familie, mal ganz ohne Farbe und Pinsel oder Computer und Zeichenbrett.

Feier schön, Swen!

23 Oktober 2010

Bullys Schreibtisch

Ich erinnere mich daran, dass ich 1981 den PERRY RHODAN-Briefclub Bullys Schreibtisch bei dem großen Con in Stuttgart eher seltsam fand, kurze Zeit später dann doch eintrat. Fünf Jahre später löste ich die sogenannte Frick-Krise aus, an die sich gottseidank kaum noch einer erinnert.

Und heute habe ich die »Clubnachrichten« gelesen, die Nummer 388, die wesentlich dünner ist als früher. In den 80er Jahren gab es ausführliche Leserbriefschlachten, heute gibt es wenige Leserbriefe und einige Abdrucke meiner Logbücher von der PERRY RHODAN-Homepage. PERRY RHODAN-Clubs kommen einfach in die Jahre, wie mir scheint, und benötigen eben auch mal dringend eine Auffrischung ...

22 Oktober 2010

Das Galaktische Forum 2010

Ein Logbuch der Redaktion

Gewisse Traditionen muss man pflegen - und dazu zählt für die PERRY RHODAN-Redaktion das alljährlich veranstaltete Galaktische Forum. Darunter verstehen wir die stets während der Frankfurter Buchmesse stattfindende gemütliche Party, zu der wir unsere Lizenz- und Geschäftspartner sowie unsere freien Mitarbeiter einladen. Hinzu kommen Autoren und Übersetzer, Redakteure und Grafiker, die sich professionell mit Science Fiction und Fantasy beschäftigen.

Zum diesjährigen Branchen-Treff luden wir zum nunmehr dritten Mal in eine schöne Bar in der Frankfurter Innenstadt ein. Für die Raucher erfreulich: Im Innern durfte geraucht werden, dazu gab es Getränke und dezente Musik. Was nach einer bescheidenen Angelegenheit klingt, dürfte den rund 120 Besuchern viel Spaß gemacht haben.

Wir begannen um 20.30 Uhr mit dem Einlass, wobei die ersten Gäste schon vorher da waren, und um 21 Uhr hielt ich meine traditionelle Rede, die auch im Jahr 2010 wieder sehr kurz ausfiel. Heidrun Imo, die alles organisiert hatte, erhielt viel Applaus von den Besuchern, bekam davon aber nicht viel mit, weil sie um diese Zeit für den Empfang am Eingang verantwortlich war.

In meiner Rede gab ich einen Ausblick aufs bevorstehende Jahr 2011, in dem PERRY RHODAN bekanntlich fünfzig Jahre alt wird, und erzählte vom Stardust Award, vom PERRY RHODAN-WeltCon sowie von unserer Homepage, die einen Tag nach der Buchmesse auch pünktlich online ging. Dabei hatte ich das Gefühl, bei den Zuhörern großes Interesse gefunden zu haben ...

Danach ging die Party los, zeitweise war die Bar richtig gut gefüllt. PERRY RHODAN-Autoren wie Michael Marcus Thurner, Christian Montillon und Marc A. Herren mischten sich unter die Gäste, Verena Themsen ließ sich zu ihrem PERRY RHODAN-Extra 11 gratulieren, und PERRY RHODAN-Zeichner Dirk Schulz sprach mit Lizenzpartnern und Autoren.

Die Autoren Susan Schwartz und Michael Nagula unterhielten sich bestens, unsere ehemaligen Redaktionskollegen Miriam Hofheinz und Björn Berenz waren anwesend, und dazwischen sah ich Autoren wie Markus Heitz, Christoph Hardebusch, Thomas Finn oder Michael Peinkofer neben Lektoren von Verlagen wie Blanvalet, Heyne, Piper und Egmont/Lyx.

Offiziell endete die Party um ein Uhr, gegen zwei Uhr konnten die Mitarbeiter der PERRY RHODAN-Redaktion endlich die Räumlichkeiten verlassen. Im Hotel tranken wir ein letztes Bier, und gegen halb vier Uhr gingen alle ins Bett.

Wieder einmal hatten wir ein wunderschönes Galaktisches Forum hinter uns gebracht - unsere Bildergalerie kann dies sicher bestätigen.

21 Oktober 2010

Fahrt nach Bayern

Kurze Dienstreise nach München, der Grund dafür sind zwei Termine: Der eine Termin betrifft Heyne, es geht unter anderem um den JUPITER-Klopper und den weiteren Ablauf bei diesem Band sowie weitere Pläne für 2011.

Der andere Termin ist in der Universität, wo ich einen Vortrag über PERRY RHODAN hielt. Vor Buchwissenschaftlern und angehenden Verlagsmenschen - wie immer ist so was ja auch für mich interessant. Hoffentlich empfanden es die jungen Leute ebenso.

20 Oktober 2010

Bau am Riesenplaneten

Die Autoren haben alle geliefert, teilweise recht knapp, und Rainer Nagel hat bereits ein piekfeines Lektorat an mich geschickt. Jetzt ist der heutige Job noch, die gut 1,8 Millionen Anschläge des »Jupiter«-Paperbacks halbwegs gründlich durchzuarbeiten.

»Halbwegs« heißt: Ich schaue mir an, was Rainer getan hat, vergleiche es teilweise mit meinen Notizen, gehe dabei aber mit viel Tempo vor. Da die Original-Manuskripte allesamt sehr sauber verfasst waren, ist der Aufwand tatsächlich überschaubar. Wenn es nur nicht schlichtweg »so viel Holz« wäre ...

19 Oktober 2010

FanPro-Atlan zum zweiten

Gar nicht so einfach, die Geschichte der ATLAN-Serie zu erklären: Da gab es Heftromane in unterschiedlichen Zyklen und Produktionsepochen, da gab und gibt es Taschenbücher, und da gibt es die Hardcover. Die erschienen immer bei Moewig, zuerst innerhalb des Pabel-Moewig Verlages, dann über den Edel-Vertrieb.

Jetzt aber ist ATLAN komplett bei unserem Lizenzpartner Fantasy Productions angekommen, auch und gerade die Hardcover. Mir liegt das aktuelle Buch vor, die Nummer 37, die den Titel »Brennpunkt Vergangenheit« trägt. Es ist das zweite ATLAN-Hardcover, das unter der Ägide von Fantasy Productions in die Buchhandlungen kommt - finde ich gut!

18 Oktober 2010

Frankfurter Buchmesse 2010

Ein Logbuch der Redaktion

Wieder einmal besuchte ich eine Buchmesse in Frankfurt. Nach all den Jahren habe ich ein wenig den Überblick verloren, die wievielte es eigentlich für mich ist. Ich habe sicher schon über zwanzig Buchmessen in Frankfurt besucht, und es ist immer noch dasselbe für mich: Vorher bin ich fürchterlich nervös, und wenn ich auf der Messe bin, stellt sich irgendwann so ein Rhythmus ein, in dem ich dann tagelang mitschwebe. So war's auch in diesem Jahr.

Ich fuhr die ersten Tage morgens hin und abends heim: Die Strecke von Karlsruhe nach Frankfurt und zurück ist in eineinhalb Stunden zu schaffen, wenn es keinen Stau gibt. Meist brauchte ich hin zwei Stunden, und zurück ging es in eineinhalb. Angesichts der mörderischen Hotelpreise in Frankfurt, die an Messetagen in die Höhe schnellen, war das aber durchaus sinnvoll – zudem fuhr ich nicht allein, sondern hatte Heidrun Imo im Wagen.

Die Kollegin ist seit dem Frühjahr bei PERRY RHODAN, und es war ihre erste Buchmesse. Ich hatte übrigens das Gefühl, dass es ihr Spaß machte und dass sie sich von Tag zu Tag stärker an das Messegeschehen gewöhnte ...

Letztlich ist es immer dasselbe: Man geht morgens an seinen Messestand, packt seine Jacke und die Arbeitstasche weg und beginnt damit, die ersten Gespräche mit Besuchern und Standnachbarn zu führen. Spätestens nach einer Stunde folgen die ersten geschäftlichen Messegespräche, zwischendurch isst man Brötchen oder Kekse, trinkt zu viel Kaffee und atmet viel schlechte Luft. Wenn es irgendwann 18 Uhr ist, ist man verwundert, weil so ein Tag in rasendem Tempo an einem vorbeistürmt.

Der erste Tag war der Mittwoch, 6. Oktober, und ich begann ihn gleich damit, dass ich mit dem Heyne-Kollegen diskutierte. Wie soll es weitergehen, wie packen wir künftig PERRY RHODAN in das inhaltliche und vertriebliche Konzept des Verlages ein? Am selben Tag sprach ich noch mit Journalisten und Buchhändlern, die sich ebenfalls über unsere Serie informieren wollten.

Der folgende Tag war sehr dicht gepackt, was die Termine anging. Ich sprach mit Lizenzpartnern von Weltbild und Bertelsmann, diskutierte mit anderen Partnern über Hörbücher oder E-Books und traf mich mit dem einen oder anderen Kollegen von anderen Verlagen, etwa von Eichborn oder Lübbe. Wann hat man sonst die Gelegenheit, so viele Verlagskollegen an einem Ort anzutreffen, mit denen man fachsimpeln kann?

Freitags wird es üblicherweise eng, es kommen immer mehr Menschen auf die Messe, und die Gänge sind nicht mehr so leicht zu durchqueren. Ich verschwand diesmal früher, checkte endlich im Hotel ein und fuhr später mit Sabine Kropp und Bettina Lang wieder zurück in die Innenstadt. Das Galaktische Forum stand auf dem Programm, das Branchentreffen für Profis aus der Science-Fiction- und Fantasy-Szene, bei dem sich auch »Freunde des Hauses« und PERRY RHODAN-Lizenzpartner einfinden. (Dazu kommt noch ein separates Logbuch mit vielen Fotos.)

Da das Galaktische Forum lange ging und ich letztlich morgens um vier Uhr das Licht ausmachte, war ich am Samstag entsprechend müde. Es wurde trotzdem ein schöner Tag, an dem ich viele Fachgespräche führte und sogar die Halle 3.0 verlassen konnte; ich besuchte zwei andere Stände und ging mit einer Verlegerin ein Käsebrötchen essen. Kulinarisch hat die Buchmesse bekanntlich nicht so viel zu bieten ...

Am Abend dieses Samstags fuhren wir noch nach Dreieich, wo der BuchmesseCon über die Bühne ging. Dort traf ich wieder auf bekannte Gesichter, Autoren wie Zeichner, Verlagskollegen und Fans – es gab die üblichen vielen Kurzgespräche, die zu einer solchen Veranstaltung unweigerlich dazu gehören. Nach der Preisverleihung, wo PERRY RHODAN als »beste Serie 2009« ausgezeichnet wurde, fuhren wir noch einmal ins Hotel, wo wir uns das Essen der vorzüglichen ungarischen Küche schmecken ließen.

Danach wollte ich aber wirklich heim – eine schöne und zugleich anstrengende Messe hatte ich erfolgreich hinter mich gebracht. Bis zum nächsten Jahr dann ...

15 Oktober 2010

PERRY RHODAN gewann Deutschen Phantastik Preis 2010

Auf dem Buchmesse-Con in Dreieich bei Frankfurt wurde am Samstagabend, 9. Oktober 2010, der Deutsche Phantastik Preis verliehen. Moderiert wurde von Hermann Ritter, der von Dirk van den Boom unterstützt wurde.

Den Titel des besten deutschsprachigen Romans gewann »Gerechter Zorn - Die Legenden der Albae 1« von Markus Heitz, erschienen im Piper-Verlag, gefolgt von Kai Meyers Roman »Arkadien erwacht«.

Als bestes deutschsprachiges Romandebüt wurde »Fledermausland« von Oliver Dierssen ausgezeichnet, gefolgt von Victoria Schlederers »Des Teufels Maskerade«. Beide Romane sind bei Heyne veröffentlicht worden.

Als besten internationalen Roman zeichneten die Abstimmenden »Die Ritter der vierzig Inseln« von Sergej Lukianenko aus, erschienen bei Heyne, gefolgt von Timothy Carters »Dämonenhunger« (Droemer-Knaur).

Der beste Grafiker ist nach der Abstimmung der PERRY RHODAN-Coverkünstler Dirk Schulz. Auf Platz vier ist übrigens Arndt Drechsler mit seinen ATLAN-Titelbildern vertreten.

Zur besten Serie wurde erneut PERRY RHODAN gewählt – darüber freuen wir uns natürlich sehr! Vielen Dank an dieser Stelle all jenen, die dafür gestimmt haben. Im Namen des Autorenteams nahm Marc A. Herren den Preis entgegen.

Die weiteren Preise und Nominierungen sind auf der Homepage des Deutschen Phantastik Preises zu finden.

Doppelte Falle

Diese Woche haben wir den PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 2570 durchgeschleust, er ist bereits in der Setzerei und wird termingerecht erscheinen. Michael Marcus Thurner ist der Autor, und in seinem Roman setzt er in gewisser Weise ein Duell besonderer Art um.

Wie der Autor es schafft, sowohl Perry Rhodan als auch seinen Kontrahenten in Szene zu setzen, das hat mir gut gefallen. Die Auflösung setzt da einen passenden Höhepunkt, mit dem die Leser hoffentlich nicht gerechnet haben. Liest sich auf jeden Fall sehr spannend - mich hat das Manuskript klasse unterhalten.

14 Oktober 2010

Mit Robert in Prag

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Wer mit der Bundesbahn reist, vor allem ins Ausland, kann einiges erleben. Das merkten Robert Feldhoff und ich, als wir im Mai 1999 nach Prag fuhren, er aus Nord-, ich aus Süddeutschland. Die Dame am Schalter, bei der ich mich in Rastatt über mögliche Fahrtstrecken erkundigte, schlug allen Ernstes vor, über Regensburg zu fahren, um von dort aus einen Bummelzug über Cheb (ehemals Eger) nach Prag zu nehmen. Auf meinen Hinweis, dass es doch über Dresden sicher schneller ginge, sagte sie schnippisch: »Das ist aber ein Umweg.«

Tatsache ist, dass sowohl der Kollege aus Oldenburg als auch ich rund zehn Stunden benötigten und etwa zur selben Zeit am Hauptbahnhof der tschechischen Hauptstadt ankamen. Es war der Donnerstag, 6. Mai 1999, und das Bahnhofsgebäude wirkte im ersten Augenblick auf mich recht verwirrend. Aber wir hatten unsere Ankunftzeiten einigermaßen aufeinander abgestimmt, und es gab sogar ein Empfangskomitee: Eine junge Verlagsangestellte unseres Lizenzpartners sollte uns abholen und mit einem Taxi in die Pension fahren, in der man uns ein Zimmer reserviert hatte.

Aber was trieb uns im Mai 1999 nach Tschechien?

In der zweiten Hälfte der 90er Jahre kam PERRY RHODAN zum ersten Mal in der Tschechischen Republik heraus. Die Prager Kollegen übersetzten den »Thoregon«-Zyklus, was ganz gut anlief, und es gab sogar Fan-Clubs. Spätestens als Robert Feldhoffs Roman »Grüße vom Sternenbiest« in Tschechien erschien, war klar, dass wir mit den Kollegen im Nachbarland mehr machen mussten.

Der Vorschlag wurde uns per Fax vom Übersetzer übermittelt: Er schlug vor, eine Presse- und Fan-Reise nach Tschechien zu unternehmen, inklusive eines Conbesuches und vieler Interviews. Das klang gut, und das war der Grund, warum Robert Feldhoff und ich nach Prag reisten. Ich hatte das Land noch nie besucht, Robert ebensowenig, und so waren wir beide gespannt, was uns erwarten würde.

Tatsächlich klappte am Bahnhof alles: Die Verlagsangestellte, eine blonde Frau, die ein wenig Deutsch sprach, sammelte Robert und mich ein. Unser Gepäck wurde in ein Taxi verladen, und ohne große Diskussion wurden wir zum ersten offiziellen Termin geschleppt. Es war eine Buchhandlung in der Innenstadt, die sich auf Science Fiction und Comics spezialisiert hatte. Im Obergeschoss gab es einen Club-Raum der Science-Fiction-Fans, eine Art Kneipe mit entsprechender SF-Dekoration.

Als wir eintrafen, begrüßten uns über zwei Dutzend Fans; im Verlauf des Abends wurden es auch mehr. Robert und ich waren beide von der langen Fahrt ein wenig erschöpft, gleichzeitig hatten wir Hunger. Immerhin bekamen wir sofort ein leckeres tschechisches Bier hingestellt, wir erhielten einen Ehrenplatz, und dann hielt jemand eine Rede. Leider versagten hier die Übersetzungskünste, so dass wir beide nur sehr wenig verstanden. Aber es schien unterhaltsam zu sein, denn es wurde gelegentlich gelacht.

Der Sprecher hielt zudem die tschechische Ausgabe von »Grüße vom Sternenbiest« hoch, so dass alle wussten, weshalb wir hier waren. Unsere Partner hatten das Cover-Motiv unserer Ausgabe übernommen und das Buch als schönes Paperback in den Handel gebracht. Ich fand, dass es gut aussah.
Nach der Rede musste Robert einige Exemplare signieren, bevor man ihn zu einem besonders heiklen Auftrag nötigte: Er sollte sich an der Decke der Fan-Kneipe verewigen. Man drückte ihm einen dicken Filzstift in die Finger, er stellte sich auf einen Stuhl und krakelte seine Unterschrift an die weiße Decke. Blitzlichter flackerten, Robert schrieb sorgfältig, und dann waren wir auch schon entlassen.

Unsere »Reiseleiterin«, wie wir die junge Frau mittlerweile nur noch nannten, hatte mittlerweile erneut ein Taxi organisiert. Zwar schob ich längst richtig Kohldampf, aber sie wollte uns zuerst in unsere Unterkunft bringen. Die Fahrt ging an der Moldau entlang, dann durch einige Seitenstraßen und eine Anhöhe hinauf. In einem Gebäude, das aussah wie ein Mehrfamilienhaus aus den fünfziger Jahren, war die Pension untergebracht.

Und erst als Robert Feldhoff und ich in dem Zimmer standen, das die Pensionswirtin und unsere Reiseleiterin präsentierten, war uns klar, dass man für uns beide nur ein Zimmer hatte. Man müsse Geld sparen, erklärte die Reiseleiterin, man habe als kleiner Verlag nicht so viel Geld, und deshalb habe man für uns beide ein Doppelzimmer gebucht. Wir hätten da sicher nichts dagegen, wir seien doch bestimmt nicht empfindlich.

In der Tat waren wir beide nicht empfindlich, aber es musste nicht sein. Nachdem ich erfahren hatte, dass das Zimmer für deutsche Verhältnisse recht preiswert war und die Pension ohnehin zur Hälfte leer stand, dauerte es nur noch eine weitere halbe Stunde, bis jeder von uns ein Zimmer hatte. Wir packten unser Gepäck in die Zimmer und logen unsere Reiseleiterin an; mittlerweile hatten wir keine Lust mehr auf die etwas umständlich agierende Dame. Angeblich seien wir müde, und der Hunger sei völlig verschwunden, und so würden wir uns einfach morgens wieder treffen.

Womöglich war sie ebenfalls froh, uns loszuwerden. Rasch verschwand sie wieder mit dem Taxi. Wir atmeten beide auf, checkten unsere Umgebung, radebrechten ein wenig mit der Pensionswirtin und zogen zu zweit los.

Es wurde ein sehr netter Abendspaziergang durch das nächtliche Prag. Wir fanden ein kleines Restaurant, wo man preisgünstig und lecker essen konnte, wir tranken gutes Bier, wir bummelten über die Karlsbrücke und durch stille Altstadtgassen, und wir redeten über allerlei Themen.

Unter anderem kamen wir auf den Golem, das mystische Wesen, das angeblich in Prag sein Unwesen getrieben hatte. Und prompt waren wir in einer spannenden Diskussion über untote Lebewesen, Klongeschöpfe, PERRY RHODAN-Ideen und anderes – wie so oft in diesen Tagen. So endete der erste Tag in Tschechien nach anstrengendem Anfang und holprigen Mittelteil doch mit einem interessanten Abend ...

13 Oktober 2010

Nachbearbeitung geht weiter

Immer noch liegen Berge von Unterlagen auf dem Tisch, die ich von der Buchmesse mitgebracht habe. Eigentlich sollten die alle schon »weggeschafft« sein, das tun die aber unverschämterweise nicht von selbst.

Gleichzeitig kommt eine Mail nach der anderen herein. Besonders beliebt: »Kannst du mich kurz zurückrufen?« Es ist immer dasselbe nach der Messe, Gejammer wäre also unnötig - aber bis das alles bewältigt ist, dürfte die nächste Woche schon angefangen haben. Und das ist gut so.

12 Oktober 2010

PERRY RHODAN verleiht den Stardust Award

Bekanntlich feiert PERRY RHODAN im Jahr 2011 sein fünfzigjähriges Jubiläum, gekrönt durch den WeltCon im September 2011. Um die Fans der Serie stärker einzubinden, veranstaltet die Redaktion den ersten PERRY RHODAN-Fanfilm-Wettbewerb - eine prominente Jury wird 2011 den Stardust Award verleihen.

Die Fans sind dazu aufgerufen, ihre eigenen Kurzfilme zu entwickeln, die maximal eine Viertelstunde lang sein und etwas mit PERRY RHODAN zu tun haben sollen. Ob die Filmfans einen Real- oder einen Animationsfilm drehen, bleibt ihnen überlassen.

»Ich weiß, dass unsere Leser begierig darauf sind, ihre Helden auf der Leinwand oder auf dem Bildschirm zu sehen«, erläutert Klaus N. Frick, der Chefredakteur der Serie. »Wir geben ihnen mit dem Wettbewerb eine Spielwiese und mit dem Stardust Award eine relevante Auszeichnung.«

Als Jury konnte der Pabel-Moewig Verlag drei prominente Filmschaffende verpflichten. Dabei handelt es sich um Volker Engel (VFX-Supervisor; erhielt 1997 den »Oscar« für die Spezialeffekte von »Independence Day«.), Oliver Scholl (Production Designer; unter anderem für die Filme »Independence Day«, »Godzilla« und »The Time Machine«) und Bruno Eyron (Schauspieler; unter anderem »Balko«, »SOKO Donau«, »Raumstation Unity«).

Eine Vorab-Jury, in der unter anderem der PERRY RHODAN-Autor Marc A. Herren und der Filmjournalist Robert Vogel tätig sind, sichtet alle eingehenden Wettbewerbsbeiträge. Die zehn besten Filme werden auf dem PERRY RHODAN-WeltCon im September 2011 gezeigt, die Jury wählt dann die Gewinner aus.

»Der Fanfilm-Wettbewerb sowie die Verleihung des Stardust Awards sind Höhepunkte auf der Jubiläumsveranstaltung«, verspricht Klaus Bollhöfener. Der Marketing-Mann ist innerhalb des Pabel-Moewig Verlages für die Organisation des PERRY RHODAN-WeltCons 2011 verantwortlich. »Ich bin sicher, dass wir einige sensationelle Filme zu Gesicht bekommen werden.«

Der Einsendeschluss für den Wettbewerb ist der 1. Juli 2011. Weitere Informationen finden sich auf der WeltCon-Homepage.

Eine Homepage für den WeltCon

Vom 30. September bis 2. Oktober 2011 wird sich das Congress Center Rosengarten in Mannheim in die Science-Fiction-Metropole Europas verwandeln: Dann feiern Tausende von PERRY RHODAN-Fans dort den PERRY RHODAN-WeltCon 2011.

Damit alle Informationen zum großen Fan-Ereignis gebündelt sind, gibt's jetzt auch eine spezielle Homepage dafür. Vorerst ist dort der aktuelle Stand der Dinge zu sehen - die Seite wird aber permanent ergänzt.

Alle wichtigen Neuigkeiten werden wir aber zusätzlich auf der PERRY RHODAN-Homepage veröffentlichen - und gelegentlich im PERRY RHODAN-Blog, also hier ...

11 Oktober 2010

Die SOL wird 60

Ein Logbuch der Redaktion

Es ist eigentlich eine kleine Sensation, und die wiederum ist Grund genug, dass ich sie an dieser Stelle vermelde: Die Ausgabe 60 der Zeitschrift SOL ist die vorerst letzte, die von Klaus Bollhöfener zusammengestellt wird. Damit legt Klaus, der vor gut fünfzehn Jahren zu den Gründungsmitgliedern der PERRY RHODAN-FanZentrale gehörte und in dessen Amtszeit ein starker Zuwachs an Mitgliedern zu verzeichnen war, einen respektablen Rekord vor: Fast alle Ausgaben der SOL hat er zusammengestellt, und die letzte Ausgabe – eben jene vorliegende Nummer 60 – zeigt noch einmal, wie gut und wie lesenswert dieses Fan-Magazin ist.

Wann die Ausgabe offiziell an die Mitglieder verschickt wird, weiß ich nicht. Da ich gewissermaßen an der Quelle sitze – im Nachbarzimmer des SOL-Machers nämlich –, bin ich in mancherlei Hinsicht privilegiert. So erhalte ich die SOL praktisch druckfrisch, am selben Tag wie Klaus Bollhöfener selbst. Die Nummer 60 ist 72 Seiten stark, mit einem farbigen Titelbild von Stefan Lechner ausgestattet und auf den Innenseiten professionell gestaltet.

Am besten fand ich in dieser Ausgabe die Interviews. So antwortet beispielsweise Arndt Ellmer ausführlich auf die durchaus kritischen Fragen von Rainer Stache. Arndt Ellmer, mittlerweile der dienstälteste Autor im PERRY RHODAN-Autorenteam, erzählt nicht nur von seiner Tätigkeit als Schriftsteller, sondern plaudert auch über sein Privatleben und äußert gesellschaftliche Standpunkte.

Das andere Interview führte der ATLAN-Autor Rüdiger Schäfer mit Werner Fuchs, dem Geschäftsführer von Fantasy Productions. Natürlich geht es um ATLAN – die Serie erscheint schließlich als Taschenbuch und Hardcover bei FanPro, wie der Verlag kurzerhand genannt wird. Aber ebenso werden die allgemeine Entwicklung der Science Fiction oder die privaten Interessen von Werner Fuchs beleuchtet.

Neben diesen lesenswerten Interviews gibt es auch einen Rückblick auf das erste Jahr, in dem Uwe Anton als Exposé-Autor wirkte, oder einen Bericht von den Dreharbeiten für die PERRY RHODAN-Dokumentation. Hierbei geben vor allem die vielen Fotos einen schönen Eindruck vom Geschehen in Essen – sehr interessant!

Ich persönlich mochte den großen Artikel über die MYTHOR-Serie, die ich als Jugendlicher schon gern gelesen habe, sowie die aktuellen Taschenbücher des »Schattenland«-Zyklus, an denen ich nicht unschuldig war. Das ist zwar nicht unbedingt hundertprozentig PERRY RHODAN, hängt aber mit der Serie zusammen; immerhin waren die Mitarbeiter damals wie heute bei beiden Serien größtenteils dieselben.

Wem das nicht genügt, der erfährt, was zwei PERRY RHODAN-Autoren auf einer riesigen Veranstaltung für »Star Trek«-Fans treiben oder wie man ein PERRY RHODAN-Kartonmodell zusammenbaut und was man dafür braucht: Geduld vor allem, aber auch ein bisschen handwerkliches Geschick sowie Werkzeug. Mir war danach endgültig klar, dass ich keiner der Menschen bin, die irgendwann selbstgebastelte Raumschiffe daheim stehen haben ...

Kritisch äußert sich »Der galaktische Beobachter«, also Dr. Rainer Stache, zu aktuellen Romanen der laufenden Heftromanserie. Als Redakteur finde ich das stets informativ, wenngleich ich die Meinung des Kritikers nicht immer teilen kann – aber das ist bei Kritiken wohl so ...

Da die SOL auch das Magazin der PERRY RHODAN-FanZentrale ist, informiert das Heft selbstverständlich über die aktuellen Stammtische oder berichtet über die Mitgliederversammlung, die im Sommer 2010 in Köln veranstaltet wurde. Lesergrafiken, ein Cartoon, eine Kurzgeschichte, Conberichte, das Völkerdatenblatt zu den Gaids und einige weitere Beiträge runden das gelungene Magazin ab.

Mitglieder der PRFZ, wie der Verein abgekürzt wird, erhalten das Heft im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrages. Wer kein Mitglied ist, kann es direkt über die PRFZ-Homepage bestellen. Ich empfehle aber die Mitgliedschaft, weil man so nie ein Heft verpassen kann. Vor allem angesichts der Qualität dieser Ausgabe wäre das echt schade!

10 Oktober 2010

Die nötigen Berichte

Die Buchmesse ist vorüber, und jetzt kommt die Zeit danach: Ich tippe die Besprechungen sowie ihre Ergebnisse zusammen, damit ich nichts vergesse, formuliere erste Mails und bereite eine hausinterne Besprechung vor, die auf Basis der Buchmesse nötig geworden ist. Das wird mich diesen Abend noch eine Weile beschäftigen.

Unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit der Messe. So sehr, dass ich mir heute glatt noch mal überlegt habe, noch einmal nach Frankfurt zu fahren, um mir die anderen Verlage anzuschauen. Ich konnte mich dann aber in letzter Minute einbremsen ...

09 Oktober 2010

Messetag der vierte

Der vierte Messetag, und der Messestand sieht langsam chaotisch aus. Viele Fans belagern uns immer wieder, Autoren und Zeichner sind da, alle Sitzgelegenheiten sind belegt. So soll es sein auf einer Buchmesse, wo es schließlich um Gespräche im weitesten Sinne geht, um Kommunikation mit und für Menschen.

Nicht mehr lange, dann geht es auf den BuchmesseCon. Das ist die Fanveranstaltung südlich von Frankfurt, wo wir uns heute abend noch mit anderen Autoren sowie vielen Lesern unterhalten werden. Bin gespannt!

Galaktisches Forum 2010

Wie in jedem Jahr, so war auch 2010 das Galaktische Forum am Buchmesse-Samstag ein schönes Ereignis. Schätzungsweise 120 Autoren, Zeichner, Verlagskollegen, Partner von Lizenzfirmen und andere Freunde des Hauses tummelten sich in den Räumlichkeiten der Bar, die wir dafür angemietet hatten.

Autoren aus dem PERRY RHODAN-Team wie Michael Marcus Thurner oder Christian Montillon, Marc A. Herren und Susan Schwartz, ATLAN-Autoren wie Michael H. Buchholz und Achim Mehnert, Titelbildzeichner Dirk Schulz sowie viele andere Zeichner-Kollegen, die bei anderen Verlagen tätig sind - es war wie immer eine illustre Mischung. Besonders lustig fand ich, dass auch der Mann den Weg zu uns fand, der vor vielen Jahren die Kultfigur "Bernd das Brot" erfunden hat - und ich habe mittlerweile glatt seinen Namen vergessen.

08 Oktober 2010

Zwischenpause

Kurz noch mal ins Hotel gefahren und dort endlich eingecheckt - endlich mal eine Stunde lang nichts reden ... Gleich gibt's eine Kleinigkeit zu futtern, kurze Zwischenbesprechung mit den Kolleginnen Lang und Kropp und dann wieder in die Innenstadt.

Das sogenannte Galaktische Forum steht an, die Veranstaltung für Profis aus der SF- und Fantasy-Szene, die wir seit einigen Jahren veranstalten. Ich muss noch meine große Rede vorbereiten, die selbstverständlich nicht länger als wenige Minuten dauern wird.

Dritter Tag ganz frisch

Freitag morgen, am eigenen Messestand - ich versuche, meine Mails zu checken, was so gut wie unmöglich ist. Ständig möchten Menschen "guten Tag" sagen, nette Menschen wohlgemerkt, und das ist dann durchaus ein bisschen anstrengend. Aber das gehört zur Buchmesse dazu, und ich mach's ja eigentlich gern.

Jetzt sitzt Hermann Ritter mit der bekannten Autorin Anne Haerle neben mir, und wir reden miteinander, während die beiden Bananen und Äpfel essen. Gerade eben sind auch die Fans aus Wien eingetroffen, und ich habe in wenigen Minuten den ersten echten Termin vor mir.

07 Oktober 2010

Zweiter Messetag im Frankfurter Chaos

Der zweite Messetag geht zu Ende, wir sind gut voran gekommen. Sehr schöne Einzel- und Gruppengespräche mit anderen Verlags- und Vertragspartnern, und wie immer muss man sehen, was man daraus machen kann ...

Auffallend viele Unterhaltungen kreisten um das Thema elektronische Medien, sprich E-Books, ein Thema, das sich wohl auch weiterhin durchziehen wird. Ich bin da sehr optimistisch, dass wir da auch weiterhin eine gute Rolle spielen werden.

06 Oktober 2010

Eher ruhig verlaufen

Der erste Messetag neigt sich seinem Ende zu, ich fühle mich bereits erschöpft und überlege mir, wie das in den nächsten drei Tagen noch werden soll. Dabei war heute nicht viel los, die Gänge zwischen den Ständen blieben eher leer.

Journalisten- und Lizenzgespräche wurden geführt, mit den Kollegen anderer Verlage getratscht und ansonsten mit Lesern diskutiert. Eher der normale Standard einer solchen Buchmesse, bei der man mittwochs noch eher Zeit für lockere Gespräche hat.

Buchmesse 2010 in Frankfurt

Der erste Morgen auf der Frankfurter Buchmesse und gleich die ersten Termine: Gerade eben unterhielt ich mich mit Sascha Mamczak vom Heyne-Verlag über das "Jupiter"-Paperback, das im Januar 2011 erscheinen wird. Die Herstellung bei Heyne ist schon richtig gespannt darauf, ie über tausend Seiten zu bewältigen.

Ansonsten ist bisher eher ruhige Stimmung. Kein Wunder, es ist der erste Tag, und die Besuchermassen erwartet unsereins erst am Wochenende. Aber ich treffe schon jetzt ständig Verlagskollegen, welche die Chance nutzen, durch die Gänge zu schlendern - viele interessante Gespräche zwischendurch.

05 Oktober 2010

Pressearbeit in der Pipeline

Die Buchmesse steht vor der Tür, morgen geht's für uns los. Wir werden da öffentlich einiges zum Thema PERRY RHODAN-WeltCon 2011 bekannt geben.

Und wir sind schon mal auf die Reaktionen der Besucher unseres Galaktischen Forums gespannt ... Das könnte für die eine oder andere Überraschung sorgen. Jetzt müssen aber erst noch die Pressetexte dazu fertig werden.

04 Oktober 2010

Vor der Messe

Noch zwei, nein, eineinhalb Tage bis zur Frankfurter Buchmesse. Wir planen noch mal alles durch.

Lustig: Es gibt allen Ernstes Leute, die heute wegen eines Termins anfragen - ich fühle mich seit Monaten ausgebucht und bin froh, wenn ich zwischendurch mal an die frische Luft komme ...

Ich weiß, dass wir uns Halle 3.0 und am Stand J 842 nicht langweilen werden. Über Besucher, die vorbeigucken und mal »hallo« sagen möchten, freuen wir uns trotzdem.

03 Oktober 2010

Die Messe in Gedanken

Telefonat mit einem Freund. »Wie?«, fragt er mich erstaunt. »Du bist in Karlsruhe? Ich dachte, du seist in Leipzig auf dieser Messe?«

»Buchmesse ist nächste Woche, und es ist die Herbstmesse in Frankfurt«, erläutere ich gedanklich. Wer in einem Verlag arbeitet, für den ist das stets eindeutig, nicht aber für »normale« Menschen. Immer wieder ein beruhigender Gedanke, dass Buchmessen für andere nicht so wichtig sind ...

02 Oktober 2010

Fachzeitschriften-Tage

Nachdem ich am Freitag mittag und frühen Abend wie ein Wilder geschrieben und getextet habe, ist der heutige Samstag ein vergleichsweise »normaler« Tag: Private Dinge wollen erledigt werden, geht wohl auch.

Wenn Luft dazwischen ist, lese ich Fachzeitschriften. Die neuen Ausgaben von »Buchmarkt« und »Buchreport« liegen da, von der aktuellen »phantastisch!« sowie der »Federwelt« ganz zu schweigen. Vor der Buchmesse sollte ich mich einigermaßen aufs Laufende geschehen bringen ...

01 Oktober 2010

Taschenheftereien

Letzte Handreichungen am neunten Taschenheft: Der Rückentext steht, das Cover von Dirk Schulz sieht stark aus, noch einmal den Korrekturlauf über das bearbeitete Manuskript laufen lassen - dann könnte ich heute noch die Finalversion in die Setzerei geben.

Noch nicht ganz sicher ist die Ankündigung fürs zehnte Taschenheft. Das soll im Januar erscheinen, einen genauen Termin habe ich noch nicht mal. Dann müssen wir wohl ins Blaue planen ...

30 September 2010

WeltCon-Texte

Die Zeit läuft schneller, denke ich manchmal. Nächste Woche sind wir auf der Buchmesse, und nach der Buchmesse muss die WeltCon-Homepage mit den wichtigsten Inhalten stehen. Ein erstes Homepage-Design gibt's ja schon.

Derzeit sind wir hektisch an den Textarbeiten, dazu müssen Bilder rausgesucht werden. Der Zeitplan ist eng, aber ich bin optimistisch, dass man ab 11. oder 12. Oktober 2010 mehr sehen wird ...

29 September 2010

Klassischer Terrid-Roman

Unter anderem steht heute die Arbeit am nächsten PERRY RHODAN-Taschenheft auf dem Plan. »Die andere Seite des Todes« ist ein schon klassischer Roman von Peter Terrid, der 1991 erstmals erschienen ist und den wir im Oktober neu veröffentlichen werden - wieder im Rahmen der PERRY RHODAN-Planetenromane.

In gewisser Weise nimmt der Roman heutige Diskussionen um virtuelle Realität oder »Second Life« völlig voraus. Da merkt man wieder, dass Peter Terrid in seinen Romanen immer top-aktuelle Entwicklungen aufgriff, die dann eben erst zwanzig Jahre später in den Grenzbereich der Realität rücken ...

28 September 2010

Akonen, Arkoniden und viel Vergangenheit

Ein Logbuch der Redaktion

Zu den faszinierenden Elementen im PERRY RHODAN-Universum gehört, dass die Serie nicht nur eine Reise in die ferne Zukunft beschreibt, sondern gleichzeitig immer weiter die Vergangenheit beleuchtet. So erfährt man beispielsweise recht früh, dass es auf der Erde vor 50.000 Jahren eine Erste Menschheit gab oder dass die Erde schon vor 200.000 Jahren von den Cappins besucht wurde – und andere Dinge mehr.

Viele Geheimnisse verlagerten die Serienmacher bereits in den 60er und 70er Jahren in die Schwesterserie ATLAN. Dort ging es beispielsweise in den sogenannten Jugendabenteuern der Heftromanserie um Atlans Abenteuer in der Vergangenheit des Arkon-Imperiums. Bei dieser Gelegenheit wurden nicht nur viele Geheimnisse um die Arkoniden immer wieder beleuchtet, sondern es ging ebenso um deren Vergangenheit.

Das im Oktober erscheinende ATLAN-Buch ist dafür ein schönes Beispiel. Da geht's unter anderem um die Akonen, die Vorfahren der Arkoniden, und die gemeinsame, teilweise leidvolle Vergangenheit der zwei humanoiden Völker.

Als ich die ATLAN-Romane erstmals las, fand ich das extrem faszinierend, und ich bin sicher, dass es Rainer Castor bei der ersten Lektüre in den 70er Jahren ebenso ging: Das war kosmische Geschichte, eine Mixtur aus römischer Historie und germanischer Sagenwelt, mit großen Helden und wuchtigen Dramen, alles in allem spannend, mysteriös und bis in die aktuelle Handlungszeit hineinwirkend.

Heutzutage ist Rainer Castor derjenige, der die ATLAN-Buchausgabe betreut. Und er hat sich mit großem Engagement auch um den Band 37 gekümmert, der unter dem Titel »Brennpunkt Vergangenheit« bei unserem Lizenzpartner Fantasy Productions auf den Markt kommen wird. Wie immer hat Rainer Castor die fünf Original-Romane sanft bearbeitet und sorgsam gekürzt, umgestellt, korrigiert und ergänzt. Das Ziel ist schließlich jeweils, »aus fünf Einzelheften einen geschlossenen Roman zu machen, der dennoch dem ursprünglichen Flair möglichst nahe kommen soll«.

Im vorliegenden Band sind folgende Romane enthalten: Band 238, »Das Erbe der Akonen«, von Harvey Patton; Band 240, »Sklaven aus der Retorte«, von Dirk Hess; Band 241, »Stab der Macht«, von Kurt Mahr sowie Band 242, »Brennpunkt Vergangenheit«, und Band 243, »Die Drachenwelt«, von H. G. Ewers. Diese sehr unterschiedlichen Autoren beleuchten eine wichtige Episode aus der Jugend des Arkoniden, die ein spannendes Licht auf die Vergangenheit seines Volkes werfen. Atlan erhält nämlich einen Einblick in die arkonidische Frühgeschichte.

Ich zitiere aus Rainer Castors Nachwort:

»Bedingt durch die Feindschaft zwischen akonischen Stammvätern und den Abtrünnigen, die sich schon im Großen Befreiungskrieg nur noch Arkoniden nannten – die Freien –, folgte der zweiten kriegerischen Auseinandersetzung, dem entscheidenden Zentrumskrieg, eine massive Geschichtsfälschung. Schon vorher wurde die pure Existenz der Akonen schlichtweg geleugnet, jedenfalls was eine wie auch immer geartete Verwandtschaft oder gar Abstammung betraf, doch mit dem Sieg forcierte sich diese Entwicklung noch.«

Unter anderem erfahren die Leser in diesem siebenunddreißigsten ATLAN-Hardcover, woher der Name Thantur-Lok für den Kugelsternhaufen M 13 stammt, in dem die Arkoniden siedeln. Die Romane schildern darüber hinaus auch die Herkunft vieler Sagen, darunter die um die Zwölf Heroen und ihre Taten.

Selbstverständlich gibt es in dem ATLAN-Buch nicht nur historische Daten; es gibt ebenso farbenprächtige Abenteuer auf fernen Planeten, lakonische Dialoge Atlans mit seinem Extrasinn, action-reiche Kämpfe und viele bizarre Außerirdische. ATLAN ist »das absolute Abenteuer«, so lautete ein Leitspruch der Serie, und Buch 37 zeigt wieder einmal, warum das so ist.

Ich bin froh und glücklich, dass wir mit Rainer Castor einen derart exakten Bearbeiter der ATLAN-Bücher haben, und bin sicher, dass auch dieser Band wieder seine Fans finden wird.

27 September 2010

Judith Fandrich und ihr »Zeiten«

Ich selbst habe das Werk noch nicht gelesen, aber die Homepage »sf-radio.de« feiert ihn geradezu ab. Als einen »der besten Romane im Rahmen der PERRY RHODAN-Fan-Edition« bezeichnet Thomas Harbach den Roman »Zeiten« der Autorin Judith Fandrich.

Ihr Roman ist der elfte im Rahmen der Fan-Edition und wurde von der PERRY RHODAN-FanZentrale veröffentlicht. Der Kritiker lobt an dem Roman, dass er »ein unterhaltsames, lesenswertes und intelligent aufgebautes Abenteuer« sei. Dann wird's Zeit, dass ich ihn aus dem Lesestapel nach oben hole ...

26 September 2010

Zusammenfassungstexte

In der abgelaufenen Woche war ich in – gefühlt – zwei Dutzend Meetings und Besprechungen. Zeitweise habe ich dabei viele Notizen erstellt und Schmierblätter mit Bemerkungen verunziert.

Damit nicht alles in Vergessenheit gerät, nutze ich dafür den wunderschönen Sonntag. Ich sitze am Schreibtisch, gucke in den Regen und notiere »2011 planen wir xx Euro für Zeitschriften-Abos« oder »2011 werden die Kosten für Werbedrucksachen folgendermaßen platziert«.

25 September 2010

Kostenstellenplanungswoche

Wenn ich auf die vergangene Woche zurückblicke, geschieht das mit einem erleichterten Blick: Sie ist nämlich jetzt vorüber, was heißt, dass die schlimmste Hektik für mich erst mal auch vorüber sein sollte.

Es ging viel um Planungen. Wie geht es im Jahr 2011 weiter, welche Gelder können wir en detail planen, was ist mit dem Marketing fürs kommende Jahr? Geplant und geordnet ist alles, jetzt muss man halt auch noch abwarten, was die Konzernleitung dazu sagt ...

24 September 2010

Sternenozean läuft weiter

Wie schon immer mal wieder in der Fan-Presse vermeldet wurde, hat unser Lizenzpartner Lübbe-Audio den Vertrieb der PERRY RHODAN-Hörspiele eingestellt. Die Reihe »Sternenozean« wird dennoch fortgesetzt, diesmal im Vertrieb von pop.de, immer noch produziert von STIL in Hamburg.

Ich habe jetzt die Flyers erhalten, die pop.de hergestellt hat und die wir unter anderem auf der Buchmesse unters Volk bringen werden. Sie zegen die sechs nächsten Hörspiel-Cover und machen auf die Inhalte neugierig. Schöne Fortsetzung!

23 September 2010

Schicke Lesezeichen

Jetzt kamen sie aus der Druckerei: die brandaktuellen PERRY RHODAN-Lesezeichen. Insgesamt sechs Stück sind es, sie sind auf hochwertigem Karton gedruckt worden und sehen stark aus.

Motive von Dirk Schulz, die als Titelbild für PERRY RHODAN-Extra genommen wurden, gibt es jetzt auf Lesezeichen-Format. Offiziell veröffentlicht werden sie erst im Oktober 2010 - ich hab' sie schon mal erhalten und überlege jetzt, ob ich sie sauber in die Sammlung legen oder aktiv benutzen soll ...

22 September 2010

Tamaran zum ersten

Ich liebe es, neue Belegexemplare zu erhalten. Und ich hasse es, wenn ich den Inhalt nicht kenne. Auf dem Tisch liegt seit gestern »Die Prophezeiung von Sais«, der neue Roman von Hans Kneifel, erschienen in der Reihe ATLAN-X.

Es ist der erste Band des Tamaran-Zyklus, ein schickes Taschenbuch. Und natürlich würde ich es gern lesen, immerhin bin ich mit dem Thema durch die vorherigen Gespräche gut vertraut. Zudem klingt der Anfang sehr spannend ... mal schauen, wann das klappt. Solange erfreue ich mich an der gelungenen Gestaltung.

21 September 2010

Seminar zur Science-Fiction-Kurzgeschichte

Als Dozenten sind PERRY RHODAN-Autor Frank Borsch und PR-Redakteur Klaus N. Frick tätig

Vom 19. zum 21. November 2010 läuft an der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel ein Seminar für Science-Fiction-Autoren. Unter dem Titel »Eine Welt in tausend Worten - die Science-Fiction-Kurzgeschichte« richtet es sich auch an Anfänger, vor allem aber an Autoren, die die kurze Form bevorzugen.

Zitat aus der Ausschreibung:

»Die Kurzgeschichte ist innerhalb der Science Fiction als literarische Sprintstrecke seit vielen Jahrzehnten besonders beliebt, zumal sich in ihr die Ideen eines talentierten Autors besonders kompakt darstellen lassen. Sciencefiction-Kurzgeschichten fordern allerdings Leser wie Autoren besonders heraus, denn auf wenigen Seiten muss ein ganzes »Universum« geschaffen werden. Die Masse der Leser greift in den letzten Jahren vermehrt zu Endlos-Epen und ausufernden Romanreihen, die mit begrenztem Gespür für erzählerische Ökonomie ihre Geschichten auf einem überschaubaren literarischen Niveau entwickeln. Mit viel größerer Disziplin müssen da Autorinnen und Autoren arbeiten, die eine stimmige wie spannungsreiche Welt in nicht mehr als tausend Worten entwerfen möchten.

Die Möglichkeiten der Science-Fiction-Kurzgeschichte sind inhaltlich wie stilistisch noch lange nicht ausgereizt. Dieses Seminar bietet den Teilnehmern eine Chance, diese literarische Gattung kennen zu lernen, eigene Ideen zur Diskussion zu stellen, über ihre Texte zu sprechen und über weitere Wege der kurzen Form zu diskutieren. Ziel des Seminars ist darüber hinaus, die Kritikfähigkeit für eigene wie für fremde Texte zu schärfen - nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt, wie professionell arbeitende Autoren und Redakteure solche Texte beurteilen.«

Als Dozenten des Seminars wirken der PERRY RHODAN-Autor Frank Borsch aus Freiburg sowie Klaus N. Frick, PERRY RHODAN-Chefredakteur aus Karlsruhe. Das Seminar kostet 170 Euro - enthalten sind darin auch die Kosten für Übernachtung sowie die Vollpension. Hinzu kommen fünf Euro für einen Reader, den die Teilnehmer im voraus erhalten.

Anmeldeschluss ist der 19. Oktober 2010 - weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Bundesakademie.

20 September 2010

Ein Doppelband von Susan Schwartz

Ein Logbuch der Redaktion

Es sind nur noch wenige Tage, bis sich Susan Schwartz eindrucksvoll als PERRY RHODAN-Autorin zurückmeldet: Sie verfasste den Roman »Die Tryonische Allianz«, der als Band 2562 am 24. September 2010 erscheint und der eine ungewöhnliche Hauptfigur ins Zentrum des Geschehens rückt. Dabei handelt es sich um den ersten Teil eines Doppelbandes – bereits in der Folgewoche kommt der zweite Roman der Autorin.

Es ist schon einige Jahre her, seit Susan Schwartz das PERRY RHODAN-Autorenteam verlassen hat. In all der Zeit blieb sie der größten Science-Fiction-Serie der Welt freundschaftlich erhalten. Unter anderem war sie für die zwanzig Bände umfassende Fantasy-Serie ELFENZEIT verantwortlich, die wir in gemeinsamer Arbeit herausgebracht haben und die noch immer sehr gut läuft. (Man kann nach wie vor bei der Nummer eins einsteigen und bekommt als Abonnent dann monatlich ein Buch zugeschickt ...)

Immer wieder sprachen wir über die Möglichkeit eines Gastbeitrages zu PERRY RHODAN. Bereits im November 2007 veröffentlichte Susan Schwartz einen neuen Roman innerhalb des Perryversums: »Das Wasser von Aar« erschien als Band 2412 und führte die Geschichte eines exotischen Alien-Volkes fort.

Robert Feldhoff, zu jener Zeit noch für die Exposés verantwortlich, hatte ihr eine Handlung als Ausgangspunkt gegeben, bei der die Autorin kaum »nein« sagen konnte: Immerhin hatte sie in ihren Romanen die fremdartigen Aarus erstmals in der PERRY RHODAN-Serie vorgestellt, und in Band 2412 ging es darum, ihre weitere Geschichte zu beschreiben.

Seit Uwe Anton im Sommer 2009 die Exposé-Arbeit bei PERRY RHODAN übernommen hatte, waren die beiden Autoren im Dialog. Es ging unter anderem darum, für Susan Schwartz wieder eine schöne Möglichkeit zu eröffnen, einen Roman zu verfassen. Dieser sollte ihren Stärken entgegenkommen und – ganz wichtig! – auch in die Terminplanung passen.

Uwe Anton entwickelte zwei Exposés, die Hintergründe zum System der geheimnisvollen Frequenz-Monarchie lieferten, und Susan Schwartz ging begeistert darauf ein. Sie erarbeitete sich die Hintergründe der aktuellen Romanhandlung, machte die Figur der Sichu Dorksteiger für sich plastisch – und dann schrieb sie den Doppelband, der in den nächsten zwei Wochen erscheinen wird.

Zur Handlung: Sichu Dorksteiger gehört zum Volk der Ator; sie wächst auf dem Planeten Ganroj in der fernen Galaxis Anthuresta auf. Da sie eine behütete Kindheit und Jugend erlebt, nimmt sie die Herrschaft der Frequenz-Monarchie so gut wie nicht wahr. Doch das ändert sich recht schnell, als ein Vatrox auftaucht und sie mitnimmt – sie soll wertvolle Arbeiten für die Herrscher der Galaxis leisten ...

Anhand der ungewöhnlichen Frauenfigur stellt Susan Schwarz dar, wie das Herrschaftssystem der Frequenz-Monarchie funktioniert, welche Mittel die Vatrox einsetzen und wie sie gegen aufrührerische Völker vorgehen. Das zeigt sich im ersten Teil des Doppelbandes und setzt sich im zweiten Teil fort: Band 2563 trägt den Titel »Im Zentrum des Feuerauges«, kommt am 1. Oktober 2010 in den Handel, und ergänzt die bisherigen Geschehnisse in spannender Weise. Unter anderem sieht Sichu Dorksteiger das von Menschen besiedelte Stardust-System – allerdings von außen und mit den Augen der Frequenz-Monarchie ...

Ich will an dieser Stelle nicht zu viel verraten, das wäre unfair. Aber ich habe mich bei der Lektüre der zwei Romane bestens unterhalten und bin sicher, dass auch die PERRY RHODAN-Leser diese gute Unterhaltung schätzen werden. Es ist ein sehr gelungener Doppelband geworden, der Spannung und Action ebenso bringt wie emotionale Verwicklungen und wissenschaftliche Überlegungen ...

Fest einsteigen ins Autorenteam wird Susan Schwartz dennoch nicht mehr. Sie sieht sich als »Stammgastautorin« und möchte diesen Status gern behalten. Solange die Ergebnisse der gelegentlichen Besuche innerhalb unserer Science-Fiction-Serie so gelungen ausfallen, soll mir das absolut recht sein ...

19 September 2010

Erbe der Cappins

Es hat Vorteile, der PERRY RHODAN-Redakteur zu sein: Meist kann ich mir die aktuellen Hörbücher zuerst anhören und die aktuellen Romane zuerst angucken. In diesem Fall war's »Erbe der Cappins« von Achim Mehnert.

Das Hörbuch ist die CD-Beilage zum PERRY RHODAN-Extra 11, das demnächst erscheint. Gelesen hat es Sebastian Rüger, und inhaltlich geht's um Alaska Saedelaere, sein Cappinfragment, zwei Archäologen, Gucky und Perry Rhodan. Mir hat's gefallen!

18 September 2010

Zwei Cons und ein Heimbüro

An diesem Wochenende ist für Science-Fiction-Fans im deutschsprachigen Raum einiges geboten. In Leipzig geht der ElsterCon über die Bühne, eine eher literarische Veranstaltung, die ich in den 90er Jahren auch zweimal besucht hatte. Und in Wien ist der AustriaCon, der sich vor allem an PERRY RHODAN-Leser richtet.

Ich bleibe daheim. Mir fehlte es tatsächlich am Ehrgeiz, in Sachen Science Fiction durch die Lande zu fahren. Das wäre letztlich keine Freizeit, sondern Arbeit - und das habe ich unter der Woche eh schon genug. Zudem macht es auch mal Spaß, in aller Gemütsruhe die vielen Conberichte zu lesen, ohne dabeisein zu müssen ...

17 September 2010

Fan-Romane und neue Fan-Serien

Ein Logbuch der Redaktion

Die Fan-Szene, die sich seit den fünfziger Jahren rings um die Science Fiction gebildet hat, erwies sich über Jahrzehnte hinweg als eine Art Biotop, aus dem ständig neue Autoren und Künstler sprossen. In den Vereinigten Staaten oder in Großbritannien entwickelte sich eine entsprechende Szene schon vor dem Zweiten Weltkrieg, in Deutschland ging es in der Nachkriegszeit los. Das Fandom – so der offizielle Begriff für die Fan-Szene – brachte immer wieder neue Köpfe hervor, welche die Szene in den darauf folgenden Jahren prägten.

Das war in den 50er und 60er Jahren schon so, als William Voltz und Ernst Vlcek ihre literarischen Gehversuche in hektographierten Heften unternahmen. Und das nahm in den 70er Jahren seine Fortsetzung, als Horst Hoffmann oder Uwe Anton ihre ersten Fan-Geschichten publizierten. Bis heute hat sich daran wenig geändert: Marc A. Herren, der neueste Zugang zum PERRY RHODAN-Autorenteam, sammelte beispielsweise seine Schreiberfahrung in einer Serie von Fanromanen.

Das ist ein Grund dafür, warum ich mir Geschichten und Romane von Fans immer wieder gern anschaue. Man weiß ja nie, ob sich darin nicht ein neues Talent verbirgt ... Das tat ich am Wochenende, und zwei der neuen Hefte stelle ich heute vor.

Mit »Raumschiff Poseidon« startet eine »Weltraumabenteuer-Reihe«, die nichts mit dem PERRY RHODAN-Universum zu tun hat, aber aus »unserer Szene« kommt: Die Romane erscheinen im PERRY RHODAN-Briefclub Bullys Schreibtisch; sie sollen in lockerer Folge entstehen und sind für Clubmitglieder kostenlos. Alle anderen können sie selbstverständlich abonnieren; ein einzelnes Heft kostet 3,50 Euro.

Die Handlung spielt im Jahr 3500, und sie erinnerte mich stark an klassische Science Fiction, fast wie »Captain Future«: Das liest sich alles zwar sehr bunt, irritierte mich aber bei der Lektüre des ersten Romans, der mit dem Titel »Projekt RX 3« erschienen ist. Einerseits spielt die Handlung in den Tiefen der Galaxis, andererseits gibt es Probleme auf dem Mars – und für eine Reihe von Zusammenhängen fehlen mir wichtige Informationen.

Wahrscheinlich wird sich mit den folgenden Bänden einiges klarer herauskristallisieren. Der Anfang ist gemacht, und die weitere Handlung um das »Raumschiff Poseidon« kann sich in unterschiedlichste Richtungen entwickeln. Schauen wir mal ...

Komplett im PERRY RHODAN-Universum verankert und deshalb wohl interessanter für die Leser dieses Logbuches ist »Geheimoperation ONAGER«, das Projekt des Terranischen Clubs Eden (TCE), das es mittlerweile auch als Hörbuch gibt und das mit einem schönen Film auf DVD ausgeliefert wird. Ich habe nur den Roman gelesen und fand den streckenweise sehr gelungen: Er spielt in der Zeit, in der die Terminale Kolonne TRAITOR den TERRANOVA-Schirm attackiert, den die Terraner um ihr Solsystem errichtet haben.

Autor des Romans ist Norbert Mertens, seit vielen Jahren in der Fan-Szene aktiv, und er bezieht sich auf eine Idee von Kurt Kobler, ebenfalls seit Jahren an vielen Projekten beteiligt. Wer Lust hat, eine Geschichte zu lesen, die parallel zur allgemein bekannten PERRY RHODAN-Historie spielt, ist hier bestens beraten. Die USO ist im Einsatz, es wird ins Innere der Terminalen Kolonne geblendet, es gibt Intrigen bei den Traitoristas und eine Meuterei bei den Terranern, und dazu kommen haufenweise technische Gimmicks.

Selbstverständlich handelt es sich bei »Geheimoperation ONAGER« um einen Amateurroman, aber um einen, der Spaß macht und der vor allem PERRY RHODAN-Fans interessieren könnte. Zudem gibt es Anspielungen auf PERRY RHODAN-Autoren oder Vertreter der Fan-Szene. Man kann den Roman übrigens direkt über die Homepage des Clubs bestellen, er kostet 6,50 Euro.

Ich will an dieser Stelle nicht in unangebrachtes Lobhudeln ausbrechen: Beiden Romanen merkt man deutlich an, dass die Autoren viel Spaß daran hatten, sie zu schreiben und ihre eigenen Ideen und Gedanken voranzutreiben. Der professionelle Ehrgeiz stand nicht im Vordergrund – aber das ist in diesem Fall eher zweitrangig.

Ich finde beidesmal das Engagement super und würde mich freuen, wenn die Projekte fortgesetzt würden. Auf gutes Gelingen!

16 September 2010

Lesetag, nicht Redigiertag

Für den heutigen Donnerstag habe ich in den Terminplan den Begriff »Redigiertag« eingetragen. Sprich, ich arbeite zu Hause. Nur redigiere ich eher wenig und lese vor allem Manuskripte.

Vier PERRY RHODAN-Exposés, ein PERRY RHODAN-Heftroman, ein großer Teil des JUPITER-Paperbacks und ein unaufgefordertes Manuskript sollten heute durchgearbeitet werden. Wenn ich dann noch Hirn frei habe, schreibe ich einige Texte und redigiere auch etwas: aber eben nicht PERRY RHODAN, sondern ein mögliches neues Projekt ...

15 September 2010

Schicksalsfragen und ein Romananfang

Ein Logbuch der Redaktion

Es gibt Anfänge zu Romanen, die packen mich – und das, ohne dass sie vordergründig spannend sind. Sie packen mich deshalb, weil sie erzählerisch so viel vermitteln, dass ich sofort in der Handlung »drin« bin, ohne jegliche Chance, wieder aus der Handlung auszusteigen. Ich muss dann wissen, wie es weitergeht, weil mich das Bild einfängt, dass der Autor mir vor die Augen hält.

Der aktuelle PERRY RHODAN-Silberband ist hierfür ein tolles Beispiel. Und bevor ich darüber länger schwärme, zitiere ich an dieser Stelle einfach mal die ersten Absätze des neuen Buches:

»Im Morgenlicht warfen die grotesken Gebäude lange Schatten. Sie bestanden aus riesigen Knochen und waren mit billigem Plastikmaterial ausgegossen. Zwischen diesen Bauten erhoben sich Vergnügungsstätten, Bars und kleine Läden aus armiertem Beton.
Eine Wolke schaler Gerüche hing in der Luft. Der Wind trug Staub, Sand und Knochenmehl aus dem nahen Cañon heran. Zwei Reinigungsroboter kämpften mit kräftigen Saugstrahlen und rotierenden Bürsten gegen den Dreck an. Von irgendwoher dröhnte schrille Musik.

Einst waren die fossilen Knochentäler nahe der Stadt touristische Sensationen gewesen, heute kümmerte sich kaum jemand darum. Während der Lareninvasion waren die Metropole Krockock und der nahe Raumhafen zerstört worden. Eine Schwarzmarkt-Siedlung fristete nun ihr Dasein auf den Trümmern einstiger Größe – darüber hinaus war nichts geblieben. Selbst die Archäologen mieden den Planeten Chloreon; niemand interessierte sich mehr für die gigantischen Knochenlager in den Cañons.

Dröhnend jagte eine alte Space-Jet über die Siedlung hinweg. Der Diskus landete in dem einigermaßen wiederhergestellten Bereich des Raumhafens.«

Soweit dieser Anfang. Man spürt richtig die Atmosphäre des Planeten, hat ein Gefühl dafür, wie heruntergekommen das alles ist, wie niedergeschlagen die Menschen auf einem Planeten ohne große Hoffnung sein müssen. So zumindest sind meine Empfindungen, wenn ich den Anfang zum Silberband 111 lese, der dieser Tage unter dem Titel »Geburt einer Dunkelwolke« erschienen ist.

Wieder hat Hubert Haensel das PERRY RHODAN-Buch zusammengestellt, und erneut ist es dem Autor gelungen, aus unterschiedlichen Romanen ein gemeinsames Werk zu formen, das seinen ganz eigenen Reiz ausstrahlt. Einen absoluten Schwerpunkt bildete allerdings Ernst Vlcek, der damals vier Romane hintereinander veröffentlichte – nach wie vor ein absoluter Rekord.

Von Hans Kneifel stammt »Reigen der Paratender« (Band 927), von Marianne Sydow kommt »Beherrscher der Tiere« (Band 949). Gleich vier Romane steuerte Ernst Vlcek diesem Silberband bei; dabei handelt es sich um »Das Rätsel von Lakikrath« (Band 939), »Geburt einer Dunkelwolke« (Band 940), »Pakt der Paratender« (Band 941) und »Der Margor-Schwall« (942). Mit den zwei Romanen »Testfall Olymp« (Band 950) sowie »Ultimatum der Orbiter« (Band 951) ist auch H. G. Ewers vertreten.

Die wohl wichtigste Figur des Buches ist der Mutant Boyt Margor. Die Leser erfahren von dem Gäa-Mutanten, den bisher alle nur als Bösewicht kannten, dass seine Bestimmung eigentlich schon lange Zeit vor seiner Geburt feststand. Margor, der anscheinend unaufhaltsam nach Macht strebt und dem jedes Mittel recht ist, um seinen Herrschaftsanspruch auszudehnen und zu zementieren, ist im Grunde also nichts anderes als ein Gefangener seines Schicksals.

Somit wird der vorliegende Silberband zu einem »Buch der Schicksale«, wie es Hubert Haensel in seinem Vorwort nennt. Es geht immer wieder um ignorante Menschen und ihr Verhalten, das sich negativ auswirken kann – nicht nur auf sie selbst, sondern auch auf ihre Umgebung. Das las sich 1979 schon sehr spannend, als die Romane erstmals in Form von Heften in den Handel kamen, und das ist auch im Jahr 2010 noch überzeugend, wenn wir jetzt den Silberband 111 lesen.

Eine packende Lektüre, die einen immer wieder in ihren Bann ziehen kann. Sehr schön!

14 September 2010

Aufruhr in Terrania

Dankenswerterweise hat mir Rainer Schorm die alten PERRY RHODAN-Vinylscheiben aus den 70er Jahren kopiert, jetzt habe ich sie als CD-Hörspiele und kann sie während des Autofahrens hören. In den letzten Tagen war's »Aufruhr in Terrania« nach einem Roman von Hans Kneifel.

Das hat schon was: Klappernde Schreibmaschinen, ein Cognac mit Kaffee als Frühstück, rotzig sprechende Gangster und haufenweise andere 70er-Jahre-Details - das Hörspiel ist der Beweis dafür, dass Science Fiction mehr über die Gegenwart als über die Zukunft aussagt. Spannend gemacht war's trotzdem, Geräusche und Sprecher sind klasse.

13 September 2010

Bewegte Bilder

Vorschlag eines Lesers in unserem Diskussionsforum auf der Homepage: »Wie wärs denn mal mit nem neuen Spielfilm? Der alte zum ersten Band ist... nicht auf dem neuesten Stand der Technik!«

Ich heuchle öffentlich Begeisterung: »Die Idee ist spitze. Gut, dass Du sie aufbringst. Wir wären da nie drauf gekommen!«

Dann aber doch meine vernünftige Antwort, der Leser kann ja nichts dafür. »Ernsthaft: 2001 wurden die PERRY RHODAN-Verfilmungsrechte an die Firma Casascania GmbH vergeben; seither sind die Kollegen dort dabei, einen PERRY RHODAN-Kinofilm vorzubereiten. Das kann durchaus noch dauern - bis die »Titanic« verfilmt wurde, vergingen anno dazumal auch viele Jahre. Aus diesem Grund bin ich sehr froh, dass demnächst ein Dokumentationsfilm in die Kinos kommt. PERRY RHODAN in bewegten Bildern - das ist auf jeden Fall viel wert.«

11 September 2010

Nur Fachzeitschriften

Dieses Wochenende verspricht das faulste seit Monaten zu werden: Ich habe kein einziges PERRY RHODAN-Manuskript als Lektüre nach Hause mitgebracht, und das beruhigt mich nicht gerade - das heißt ja, dass die Autoren entweder pünktlich liefern oder alle Termine knallen lassen ...

Ganz ohne Fachlektüre geht's nicht. Ich kann den Buchreport lesen, und zwei ungelesene Ausgabe des Börsenblatts liegen auch noch auf dem Stapel. Und der Fandom Observer ist ebenfalls noch nicht gelesen. So faul bin ich dann doch nicht.

10 September 2010

Kein Telefon

»Man erreicht dich so schlecht am Telefon« - eine Klage, die ich gelegentlich vernehme. Und sie ist auch berechtigt: Ich bringe es fertig, das Telefon ununterbrochen klingeln zu lassen, ohne ranzugehen.

Jeden Tag bekomme ich zwischen zehn und zwölf Notizen: »Bitte rückrufen« - da steht dann meist noch ein Name dahinter und eine Nummer. Da ich zwischendurch auch noch das eine oder andere Telefonat von mir aus führe, kommt folgendes Ergebnis raus: Abends habe ich noch acht bis zehn von diesen Telefon-Zetteln.

Die werfe ich dann weg. Anders geht es nicht. Und wen's dabei erwischt, der möge es nicht persönlich nehmen. Vor die Wahl gestellt, jeden Anruf entgegenzunehmen oder meine Romane in die Setzerei zu geben, zögere ich nicht vor der Entscheidung zurück ...

09 September 2010

Ein freundlicher Anruf aus Hannover

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Der 16. April 1996 war ein Dienstag; die Woche hatte also noch nicht angefangen, chaotisch zu werden. In diesem Frühjahr 1996 kam das öfter war. Jetzt aber klingelte das Telefon, ich war guter Dinge und nahm den Hörer vor. Am Apparat war ein gewisser Peter Schlenter, ein sehr freundlich klingender Herr, dessen Namen ich noch nie gehört hatte. Er sagte, er sei aus Hannover, und er wolle mit mir über ein geschäftliches Thema sprechen, das mich vielleicht interessieren könne.

Der freundliche Herr Schlenter stellte sich als PERRY RHODAN-Fan vor, der zugleich in der Musikbranche tätig sei. Er habe eine wagemutige Idee, und er fragte sich, ob man auf dieser Basis nicht zusammenarbeiten könne. Bevor er mir aber diese Idee genauer skizzieren konnte, plauderten wir über dies und jenes.

Wir stellten fest, dass wir gemeinsame Bekannte in Hannover hatten, dass wir uns beide für Musik interessierten und dass ich teilweise Veranstaltungsorte in seiner Heimatstadt besucht hatte, die er ebenfalls sehr gut kannte. So entwickelte sich sehr schnell ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Gespräch. Wir blieben aber beim »Sie«, der freundliche Herr Schlenter, und ich; ab welchem Termin wir zum »Du« wechselten, ist mir leider nicht mehr in Erinnerung.

Nach einigem Geplänkel kamen wir zum Kern der Sache. Schlenter erzählte mir, er sei unter anderem für einen gewissen Christopher Franke tätig. Mir sagte das leider nichts, was daher kam, dass ich mich nicht so sehr mit amerikanischen Fernsehserien beschäftigte. Sonst hätte ich den Namen sicher bereits im Abspann von Serien wie »Babylon 5« gesehen.

Schlenter erzählte mir, dass der Mann in den 70er Jahren bei der Band Tangerine Dream gespielt hatte. Mit dieser Auskunft konnte ich eher etwas anfangen: Ich war nie ein Fan dieser Band, aber ich kannte sie selbstverständlich, und ich wusste, dass Tangerine Dream mit ihrer Mischung aus »Kraut-Rock« und »Space-Rock« in den 70er Jahren eine gewisse Popularität im In- und Ausland errungen hatte.

Seit Jahren sei Christopher Franke, so erläuterte mir Schlenter, nun aber in Hollywood ein erfolgreicher Komponist für Kino- und Fernsehfilme, dessen CD-Produktionen weltweit zu kaufen waren. Für diesen Komponisten und dessen kleine Plattenfirma Sonic Images sei Schlenter der Vertreter für den deutschsprachigen Markt. Christopher Franke wolle eine »Hommage an PERRY RHODAN« komponieren.

Das alles hörte sich jetzt sehr interessant an. Was ich sofort gut fand: Schlenter hatte vorher recherchiert. Er wusste nicht nur bestens darüber Bescheid, wer im Verlag für welche Aufgaben zuständig war, sondern er wusste ebenso, welche PERRY RHODAN-Rechte vergeben waren.

Zu jener Zeit lagen die Filmrechte für eine PERRY RHODAN-Verfilmung bei der Firma des bekannten Produzenten Bernd Eichinger. Mit diesem sei Christopher Franke persönlich bekannt, und von ihm wisse er, dass man am Thema PERRY RHODAN arbeite.

Frankes Fernziel war, für den großen PERRY RHODAN-Kinofilm den Soundtrack zu komponieren, eine opulente Filmmusik, wie er sie schon für anderen Produktionen geliefert hatte. Jetzt gehe es ihm aber vor allem darum, einen Einstieg in das Thema zu finden. Die Serie werde doch in diesem Jahr 1996 immerhin 35 Jahre alt, und da böte sich doch diese offizielle »Hommage« an. Er dachte gewissermaßen an eine Sammlung von Stücken, die einzelne Episoden der Serie in ein neues musikalisches Umfeld stellen würde. Man könnte sogar so etwas wie eine »Weltraumoper« publizieren, denn das würde zu PERRY RHODAN als einer großen Space-Opera gut passen.

Der freundliche Herr Schlenter und ich unterhielten uns lange und ausführlich. Danach setzte ich mich an meinen Computer und schrieb eine Gesprächsnotiz, die ich mit einem alten Nadeldrucker aufs Papier brachte. Diese Notiz ging an die Verlagsleitung, die sich mit solchen Lizenzen beschäftigte. (Zu jener Zeit war es undenkbar, dass jemand aus der Redaktion sich selbständig mit Lizenzpartnern unterhielt oder gar Verträge vorbereitete.)

Dort blieb sie in der Folge einige Wochen, weil sich niemand so richtig zuständig fühlte, während Peter Schlenter und ich gelegentlich telefonierten. Dabei kam irgendwann das »Du«, wir unterhielten uns auch über private Dinge, und der Kontakt wurde ein wenig enger. Aus dem Projekt wurde aber nichts, und so vergingen die Wochen. Dann wurde Eckhard Schwettmann eingestellt und baute die Marketing-Abteilung für PERRY RHODAN auf ...

Es dauerte dennoch einige Monate, bis dann im November 1996 die CD »Pax Terra« in den Handel kam, praktischerweise pünktlich zum Weihnachtsgeschäft. Sie wurde ein kleiner Erfolg, gefiel vor allem vielen PERRY RHODAN-Fans und trug dazu bei, dass »Pax Terra« für Jahre das musikalische Bild der Serie prägte. Aber den Anfang vergaß ich nie – jenes Telefonat mit dem freundlichen Herrn Schlenter aus Hannover ...

08 September 2010

Psi-Kämpferin in Grün

Seit einiger Zeit erscheint ATLAN auch in einer Testausgabe bei »Der Club«, also bei Bertelsmann. So richtig offiziell ist das ganze bislang nicht, angesprochen werden vor allem die Kunden, die eh schon die PERRY RHODAN-Buchreihe abonniert haben.

Jetzt aber ist bereits das vierte der neuen ATLAN-Bücher da: In grünem Umschlag präsentiert sich »Die Psi-Kämpferin«, ein Roman von Achim Mehnert. Der Roman erschien als erster Band des Rudyn-Zyklus bei Fantasy Productions - das ist auch schon wieder drei Jahre her.

07 September 2010

Verena Themsen und ihr »Galaktisches Garrabo«

Zum ersten Mal wird eine Ausgabe der Reihe PERRY RHODAN-Extra von einer Autorin verfasst: Verena Themsen schrieb den Roman »Galaktisches Garrabo«, in dem Perry Rhodan sowie der arkonidische Imperator Bostich I. sehr wichtige Hauptrollen spielen. Heute nachmittag gab ich den Roman in die Setzerei.

Der Roman erscheint am Freitag, 15. Oktober 2010, als elfte Ausgabe der Reihe: Wie immer ist es ein Sonderheft, das mit einer Hörbuch-CD sowie weiteren interessanten Beilagen ausgeliefert wird, eingeschweißt in eine dünne Hülle aus Kunststoff.

06 September 2010

In der Jupiter-Station

Geistig bin ich heute den halben Tag in der Jupiter-Atmosphäre unterwegs: Die Autoren für das JUPITER-Paperback haben mich fleißig mit Material versorgt.

Das muss jetzt gelesen und mit Feedback versorgt werden. Und der Kollege Rainer Nagel, der den Tausend-Seiten-Schmöker durcharbeiten muss, braucht auch Nachschub. Das wird mich heute noch eine Weile beschäftigen ...