Der Schriftsteller H. G. Francis könnte heute Geburtstag feiern; er wurde am 14. Januar 1936 geboren und wäre damit heute 90 Jahre alt. Leider verstarb er am 3. November 2011. Mit ihm verließ uns damals einer der Autoren der zweiten PERRY RHODAN-Generation, der für unsere Serie und ihr Umfeld viel geleistet hatte.
Ich lernte den Schriftsteller persönlich in den 80er-Jahren kennen; seit 1992 arbeiteten wir zusammen. In seinem Haus nahm ich an einem schönen Fan-Treffen teil, zu seinem sechzigsten Geburtstag wurde ich eingeladen. Wir waren nicht immer einer Meinung, auch nicht in politischen Fragen, aber man konnte mit ihm diskutieren und sogar streiten, ohne dass es zu längeren Konflikten führte. Er hörte anderen Leuten zu und respektierte ihre Meinungen, hatte aber auch keine Scheu, seine eigenen Ansichten zu äußern.
Er war eine Person, die stets auffiel, und das meine ich an dieser Stelle positiv: H. G. Francis hatte eine zupackende und zugleich freundliche Art. Er sprach mit allen Menschen auf Augenhöhe, ob das nun 15 Jahre alte Science-Fiction-Fans oder die Geschäftsführer von Verlagen und Filmgesellschaften waren.
Was ich an ihm sowieso schätzte, war seine quirlige Art. Seit den 80er-Jahren hatte er sich für eine Verfilmung unserer Serie engagiert und war in den Nuller-Jahren sehr unzufrieden mit den langsamen Fortschritten. In der Folge entwickelte er die Idee, PERRY RHODAN als ein Musical auf die Bühne zu bringen; er führte Gespräche mit wichtigen Produzenten und Komponisten, entwickelte Konzepte und machte sich Gedanken zur Handlung eines solchen Musicals.
Neben seiner Arbeit für unsere Serie schrieb er auch Hörspiele – er war zeitweise der beliebteste und meistveröffentlichte Hörspielautor im deutschsprachigen Raum – und Sachbücher, historische Romane und Artikel für Zeitschriften. Er war sehr gut vernetzt und brachte so auch immer wieder Einflüsse von außen in unsere Serienarbeit ein.
H. G. Francis verfasste Hunderte von Romanen für PERRY RHODAN und ATLAN, auch für die Taschenbücher, dazu kamen Kurzgeschichten. Vor allem die Figur des Haluters Icho Tolot schätzte er. Gelegentlich brachte er Zeitkritik ein, was sich unter anderem in teilweise verzerrten Darstellungen von Journalisten äußerte. Ebenso mochte er die Figur des Agenten Ronald Tekener, den er in seinen Romanen als knallharten Kämpfer schilderte.
Der Autor war fleißig und engagiert, an Ideen und Engagement mangelte es ihm nie. Über sein Leben und seine umfangreichen Arbeiten könnte man ein ganzes Buch schreiben. Ich belasse es bei diesem Text, mit dem ich an ihn erinnern möchte.
H. G. Francis war als Autor über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Stütze der PERRY RHODAN-Serie und ihres Umfelds. Wir verdanken ihm viel.
(Diesen Text veröffentlichte ich in der vergangenen Woche auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hiermit wird er auch hier dokumetiert.)

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