19 Juni 2016

Atlantis zum zweiten?

Seit Jahren kommt immer wieder die Diskussion auf, ob die PERRY RHODAN-Redaktion – oder sonst jemand – den klassischen Atlantis-Zyklus noch einmal veröffentlichen könnte. Gemeint sind die ATLAN-Romane mit den Bandnummern 300 bis 499, die ich beispielsweise als jugendlicher Leser sehr gemocht hatte. Die Romane waren sehr farbenprächtig und abwechslungsreich, und mich störte damals nicht im geringsten, dass die Handlung manchmal ein wenig unlogisch war und die Sprünge zwischen den Romanen häufig auch durch viel eigene Fantasie nicht zu erklären waren.

Seien wir ehrlich: Das Interesse an diesen Romanen ist außerhalb der Fan-Szene nicht so groß, als dass ich davon ausgehen könnte, dass eine solche Neu-Veröffentlichung ein großer Erfolg würde. Wer die 200 Romane »eins zu eins« lesen möchte, hat über die E-Books eine vernünftige Alternative.

Für eine Bearbeitung in Form der Silberbände, die auch massives Umarbeiten mancher Handlungsfäden umfassen würde, sehe ich nicht die nötigen Käufer. Aus diesem Grund sehe ich derzeit nicht, dass der Atlantis-Zyklus in einer bearbeiteten Version »gedruckt« in den Handel kommen würde.

Kommentare:

dietmar mahlkuch hat gesagt…

Nach Band 299 kam meine erste Ernüchterung. Der Verlag wollte wohl auf den Fantasy Zug aufspringen und ist neben dem Topf gelandet. Als schon damals Sammler habe ich sie gekauft und gesammelt aber nach ca. 20 Bänden bin ich ausgestiegen. Später habe ich die Bände 490 bis 499 gelesen, harte Kost. Ich denke dass es wenige potenzielle neue Käufer geben wird.

Andreas Möhn hat gesagt…

Der verstorbene Werner Fleischer sah das bekanntlich ganz anders, und ich bin derselben meinung. Sieh dich doch mal in den Regalen der Buchhandlungen um: Die Leser lechzen nach mehr Fantasy! Und was wäre besser geeignet, diese bisher nicht erfassten Kreise für PR zu erschließen, als der Atlantis-Zyklus?

Enpunkt hat gesagt…

Ich kenne mich – so denke ich – ganz gut aus im Fantasy-Sektor. Der Atlantis-Zyklus ist dummerweise weder Fisch noch Fleisch: Für Fantasy-Leser ist er Science Fiction, für Science-Fiction-Leser ist er Fantasy. Es nützt da auch nichts, viel zu diskutieren – das ist ja so, das war auch 1981ff so.

Ich wüsste derzeit in ganz Deutschland keinen Verlag, der aus diesem Zyklus ein funktionsfähiges Geschäftsmodell entwickeln könnte. Das wusste übrigens auch Werner Fleischer nicht, der stets viele Ideen hatte, aber nicht unbedingt immer kalkulierte, wie man diese finanzieren sollte.

Razamon hat gesagt…

"Der Atlantis-Zyklus ist dummerweise weder Fisch noch Fleisch: Für Fantasy-Leser ist er Science Fiction, für Science-Fiction-Leser ist er Fantasy."

Tja, leider trifft das wohl den Nagel auf den Kopf.
Tatsächlich besitzt der "König von Atlantis" eher wenig Fantasy. Atlan ist sich permanent seiner eigentlichen Realität bewußt und versucht viele der fantasy-liken Phänomene auch eher wissenschaftlich zu interpretieren.
Ein wirkliches Fantasy-Feeling kommt im Zyklus eigentlich nie auf und im Fortgang der Ereignisse wird all dies ja auch noch wesentlich SF-betonter.