11 Oktober 2015

Geheimstation unter dem Eis

Ich hinke ein bisschen hinterher, was die »Plejaden«-Hörspiele angeht; so kam ich beispielsweise erst in den vergangenen Tagen dazu, mich der sechsten Folge anzunehmen. Diese trägt den Titel »Geheimstation unter dem Eis« und bringt die Helden des Hörspiels auf einen Eisplaneten. Dort entwickelt sich eine actiongeladene Handlung, in der unter anderem Perry Rhodan selbst sowie seine Begleiterin Tasha Konta wichtige Rollen spielen.

Man kann mir gern vorwerfen, in diesem Punkt parteiisch zu sein – aber die »Plejaden«-Hörspiele empfinde ich als spannend und abwechslungsreich. Vor allem die Details verblüffen sogar mich, der ich die Geschichte sehr gut kenne: Wie im Sound-Design beispielsweise ein Helmfunk dargestellt oder die Kommunikation fürs Hörspiel umgesetzt wird – das ist ziemlich klasse gemacht, das finde ich echt spannend.

10 Oktober 2015

Was war und ist eigentlich MYTHOR?

Ein Logbuch der Redaktion

Wenn in diesen Tagen die komplette MYTHOR-Serie in Form von E-Books veröffentlicht wird, ist dies bereits ihre dritte »Inkarnation«. Ich las als junger Fantasy- und Science-Fiction-Fan damals die Romane mit großer Begeisterung, und ich war zu Beginn der Nuller-Jahre als Redakteur daran beteiligt, den ersten MYTHOR-Zyklus in Form von gebundenen BüMYTHOR Band 1 E-Book-Coverchern erneut zu veröffentlichen.

Bei MYTHOR handelte es sich nach DRAGON um den zweiten Versuch, eine Fantasy-Romanheftserie in Deutschland zu etablieren. Im April 1980 erschien der erste MYTHOR-Roman mit dem Titel »Der Sohn des Kometen«, geschrieben von dem in Fantasy-Kreisen gut bekannten Autoren Hugh Walker.

Beworben wurden die Romane unter anderem auf den Seiten von PERRY RHODAN, der größten Science-Fiction-Serie der Welt. Darüber hinaus wurde Werbung in »Terra Fantasy« gedruckt, der Taschenbuchreihe, in der Fantasy-Romane verschiedenster Autoren veröffentlicht wurden.

MYTHOR war zu diesem Zeitpunkt die einzige Serie aus dem deutschsprachigen Raum, die sich mit Fantasy im klassischen Sinn beschäftigte. Die Autoren fischten ihre Ideen aus dem Fundus, den es gab: Elemente aus Robert E. Howards »Conan der Barbar« tauchten ebenso auf wie solche aus J.R.R. Tolkiens »Herr der Ringe«. Es entwickelte sich ein grandioses Epos voller Schwert und Magie in einer detaillierten Fantasy-Welt mit zahlreichen Elementen.

Die Titelbilder waren nicht jedermanns Sache, sind es vor allem heutzutage nicht mehr. Zu MYTHOR Band 2 E-Book-CoverBeginn der 80er-Jahre glaubte man in den Verlagen, man müsste viele Frauen präsentieren, um Science Fiction und Fantasy erfolgreich verkaufen zu können. Also wurde auf MYTHOR viel nackte Haut gezeigt, gern im Konflikt zu fiesen Monstern und tapferen Männern.

Das schadete der Serie zumindest nicht. Meinen Eltern durfte ich die Romane damals nicht zeigen, sie hätten sie als kompletten Schund betrachtet. Aber ich las sie mit riesiger Begeisterung, vor allem die ersten fünfzig Hefte fand ich toll. Wie Mythor sich als junger Krieger durch die Länder der Nordhalbkugel schlug – das war großartig. Zwar kamen mir manche Ideen und Handlungsfolgen bekannt vor, aber das änderte nichts daran, dass mich die Handlung von Heft zu Heft packte.

Auch der zweite Zyklus, der den Helden auf die Südhalbkugel der Welt führte, wurde von mir mit Begeisterung gelesen. Hier gab es allerdings immer wieder Romane, die ich schwach fand, und so fieberte ich vor allem den Abenteuern entgegen, die auf der Nordhalbkugel spielten; diese waren actiongeladen und steckten voller düsterer Magie.

Als Leser hatte man es nicht leicht mit MYTHOR. Der Preis stieg, die Erscheinungsweise änderte sich, und die Zykluskonzeption war nicht immer nachvollziehbar – aber ich blieb dabMYTHOR Band 3 E-Book-Coverei. Die Romane in der Dämonenzone und im Schattenland zogen mich weiterhin in den Bann, die Geschichten machten mir Spaß.

Es entwickelte sich eine eigene Fan-Szene rings um MYTHOR, aus der Spiele und Geschichten, Fanzines und Clubs entstanden. Viele Autoren und Grafiker, die heutzutage mit Fantasy erfolgreich sind, sammelten ihre erste Erfahrungen als MYTHOR-Fans.

Viel zu früh kam im Dezember 1985 das Ende für die Serie. Sie wurde nicht komplett abgeschlossen; erst später brachte die Zeitschrift »Magira« noch einen letzten Roman sowie Exposés und Datenblätter. Das fand ich traurig – aber um diese Zeit hatte die Fantasy-Literatur im deutschsprachigen Raum nicht den Stellenwert, den sie in den Nuller-Jahren erreichte.

Was bleibt, ist die Erinnerung an eine packende Fantasy-Serie, die anfangs der 80er-Jahre Maßstäbe setzte. Innenillustrationen und Landkarten machten die Welt von MYTHOR erst so richtig plastisch, die Autoren lebten sich teilweise in ihren Figuren und Handlungsorten richtig aus.

Das alles lässt sich jetzt wieder neu erleben und nachempfinden. MYTHOR ist wieder da, und ich würde mich sehr freuen, wenn die Serie wieder viele neue Freunde fände.

09 Oktober 2015

Kartografen der Unendlichkeit

Man gestatte mir, einen Moment lang stolz zu sein und innezuhalten ... Okay, reicht schon – aber ich freue mich gerade echt: Der neue PERRY RHODAN-Comic ist da, und was die Kollegen bei Cross Cult gezaubert haben, gefällt mir sehr gut. Ich habe das Heft eben durchgeblättert und bin von der Qualität sehr angetan.

Ein bisschen durfte ich ja mitwirken, die Hauptarbeit haben aber der Texter, der Grafiker und der Kolorist geleistet – jetzt sind die Marketing- und Vertriebskollegen dran. Und dann sehen wir weiter ... heute freue ich mich ja.

Dass nicht jeder Stammleser unserer Serie mit diesem Comic einverstanden sein würde, war mir im voraus klar. Aber da jeder Stammleser sowieso seinen »eigenen Perry im Kopf« hat, mussten wir dieses Wagnis bewusst eingehen. Marco Castiello hat in seinem eigenen Stil eine Reihe von gelungenen Interpretationen geliefert, und das hat mir sehr gut gefallen.

08 Oktober 2015

Roter oder blauer Stift?

Dieser Tage kam tatsächlich die Frage auf: Wie redigiert man denn heute? Immer noch auf Papier oder alles am Bildschirm? Und wenn ja ... wie genau?

Kurz erzählt: Ich lese Manuskripte immer noch »auf Papier«; das ist meine Art des Arbeitens. Dabei habe ich einen Schreibstift in der Hand und male während der Lektüre im Manuskript herum – weil ich »auf Papier« einfach mehr sehe.

Wenn ich dann am Bildschirm den Text redigiere, sehe ich andere Dinge. Beides zusammen sorgt dafür, dass die Zahl der »Redigierleichen« zumindest reduziert wird.

Mit welchem Stift ich arbeite? Mit blauer Farbe auf jeden Fall, nicht mit einem roten Stift. Rot wirkt aggressiver, bei Blau sieht es nicht nach einem Deutsch-Aufsatz aus, in dem ein Lehrer herumgemalt hat.

07 Oktober 2015

Legenden in Gedichtsform

Das ist mal ein ungewöhnlicher Ansatz. In ihrem PERRY RHODAN-Roman »Im Land der Technophagen«, der mit der Bandnummer 2829 in den Handel kommen wird, hatte Michelle Stern unter anderem die Aufgabe, einige Legenden zu schildern, Legenden, die für die Hauptfiguren des Romans nicht unbedeutend sind. Und sie wählte die Form eines Gedichtes … das hatten wir in einem PERRY RHODAN-Roman so noch nie.

Die Gedichte reimen sich, sie sind nicht gerade kurz – und sie sind handlungsrelevant. Sie haben zudem einen echten Sinn, weil sie von einer der Figuren vorgetragen werden. Darauf muss man erst einmal kommen! Ich fand das gut, die Autorin wählte einen anderen Zugang zu ihrem Roman. Dass das nicht jedem Leser gefallen kann, ist mir natürlich klar.

06 Oktober 2015

Straße der Transmitter

Es hat ja eine Weile gedauert – aber heute hielt ich endlich mein Belegexemplar von »Straße der Transmitter« in den Händen. Dabei handelt es sich um das fünfte Buch der Platin Edition, und das ist die Buchausgabe von PERRY RHODAN NEO. Damit haben wir eine schöne Hardcover-Reihe zu unserer »Parallelserie« zusammen bekommen, ich bin darauf sehr stolz.

Vor ziemlich genau vier Jahren erschien der erste Roman von PERRY RHODAN NEO; Ende September 2011 empfanden das alle als ein gewisses Risiko. Von Anfang an hatten wir die Serie auf ein paralleles Erscheinen von Print, E-Book und Hörbuch angelegt – ebenso war meine Planung stets gewesen, irgendwann aus jeweils vier Romanen ein schönes Hardcover machen zu können.

Mit Michelle Stern, Marc A. Herren und Hermann Ritter waren drei Autoren vertreten, die Frank Borsch als Exposéautor mit wertvollen Beiträgen unterstützten.  Von diesen vier Kollegen sind die Romane in diesem Buch – wobei ich das Titelbild von Dirk Schulz nach wie vor richtig stark finde!

05 Oktober 2015

Der STELLARIS-Tag

Der heutige Montag steht im Zeichen des Raumschiffes STELLARIS. Zumindest für mich – denn auf meinem Tisch befinden sich insgesamt drei Kurzgeschichten, in denen es um dieses Raumschiff und seine Besatzung geht. Die müssen »abgearbeitet« werden.

So muss ich heute die fünfzigste Kurzgeschichte der Reihe »satzfertig« machen, damit sie demnächst gedruckt werden kann. Darüber hinaus hat mir Wim Vandemaan zwei Kurzgeschichten von zwei unterschiedlichen Autoren geschickt, die er gut findet, die ich mir aber auch gerne ansehen möchten. Ich bin gespannt ...

04 Oktober 2015

Die PR-Storys im Blick

Im September sind die ersten zwei Ausgaben der neuen Reihe PERRY RHODAN-Storys erschienen. Ich finde das gut: Diese zwei E-Books fassen die Geschichten zusammen, die bisher nur in den PERRY RHODAN-Kompakts zu Band 2700 und Band 2800 enthalten sind. Damit greifen wir einen Leserwunsch auf.

Es gibt noch viele PERRY RHODAN-Kurzgeschichten, die vor allem in den 80er-Jahren publiziert worden sind. In den sogenannten Jubiläumsbänden oder auch im PERRY RHODAN-Magazin veröffentlichten verschiedene Autoren diese Texte, die seitdem so gut wie nie nachgedruckt worden sind. Es liegt nahe, diese Texte ebenfalls zusammenzustellen und neu in den Handel zu bringen.

Allerdings ist mir eines klar: Es gibt keinen »großen Markt« für Kurzgeschichten. Weder gedruckt noch als E-Book werden wir sie nicht in großen Stückzahlen verkaufen können. Aus diesem Grund werden wir eher vorsichtig agieren – und da bitte ich die Leser um Verständnis, die nach mehr Lesestoff in Form von Kurzgeschichten verlangen.

02 Oktober 2015

2015 dreiviertel

Noch ist es zu früh, auf das Jahr 2015 zurückzublicken. Dreiviertel des Jahres sind allerdings vorüber, und einige Projekte, die wir zu Beginn des Jahres geplant hatten, laufen in aller Ruhe an: Im Frühjahr haben wir bereits die Hörspiele gestartet – zusammen mit Zaubermond –, im Sommer sind die Planetenromane neu gekommen. Beide Zaubermond-Themen laufen schön weiter.

Das geheime September-Projekt waren die MYTHOR-Serie als E-Book gewesen; als Projekte im Oktober hatte ich stets die englischsprachige »Lemuria«-Ausgabe sowie den Start der neuen Comics betrachtet. Wie es bisher aussieht, laufen diese Projekte alle termingerecht und wie geplant an. Damit bin ich bislang sehr zufrieden ... Redaktion und Marketing haben offensichtlich bislang einiges ganz gut gemacht in diesem Jahr.

01 Oktober 2015

Müheloser Einstieg

Im Dezember 1980 kam der PERRY RHODAN-Roman mit dem Titel »Ein Computer spielt verrückt« und der Bandnummer 1008 in den Handel. Auf der zweiten Umschlagsseite – im Fachjargon als U2 bezeichnet – wurde eine Eigenanzeige des Verlags veröffentlicht, die noch einmal auf Band 1000 der Serie hinwies.

»Mit Band 1000 in die Perry-Rhodan-Serie einsteigen!«, forderte die Anzeige auf. Und sie wies darauf hin: »Ein besonderer Service für alle Science-fiction-Freunde, die noch keine Perry-Rhodan-Leser sind« ... Man habe die »einmalige Gelegenheit, ohne Schwierigkeiten« in die Handlung hineinzufinden. Versprochen wurde auch »ein müheloser Einstieg« ...

Interessant!

30 September 2015

GarchingCon 10 in einem Buch

Aus Termingründen konnte ich den diesjährigen GarchingCon nicht besuchen. Ich erhielt allerdings das Conbuch zugeschickt und las es im Verlauf der vergangenen Tage gründlich durch. Ganz ehrlich: Auch diejenigen, die nicht bei der gelungenen Fan-Veranstaltung waren, dürften an diesem 152 Seiten starken Buch ihre Freude haben.

Zusammengestellt wurde es von Ekkehardt Brux, und seine Mixtur aus Artikeln, Kurzgeschichten, Hintergrundberichten und Fotos ist sowohl unterhaltsam als auch informativ. Mir gefielen vor allem die Berichte von Angehörigen der PERRY RHODAN-Autoren; Töchter und Söhne und Ehefrauen plaudern dabei, wie es ist, sich den Ehemann und Vater mit einem Weltraumfahrer teilen zu müssen.

Gelungen sind die Übersichten zu den Autoren von PERRY RHODAN und PERRY RHODAN NEO, lesenswert die Berichte über Projekte außerhalb der Serie, die aber wohl ohne den Hintergrund des Perryversums kaum möglich wären; ich meine damit die »Elektron-Saga« und andere Texte.

Soweit ich weiß, sind noch Restexemplare des Conbuches erhalten. Eine Anfrage an die Veranstalter würde sich lohnen; Informationen dazu gibt es auf der Internet-Seite des GarchingCons.

29 September 2015

Traurig in Andernach

Der Dienstag, 29. September 2015, war ein sonniger Tag mit frühherbstlichen Qualitäten. Es ging ein frischer Wind, aber es war nicht kalt; die fallenden Blätter leuchteten in der Sonne, und eigentlich hätte ich den Tag genießen können.

Aber ich fuhr nach Andernach, wo ich dem verstorbenen Rainer Castor das letzte Geleit gab. In meinem Auto reiste Sabine Kropp mit, unterwegs luden wir die Autorin Verena Themsen ein. Ebenso vor Ort waren die Autorin Michelle Stern, der Autor Uwe Anton, der Perryversum-Spezialist Michael Thiesen, der »rasende Reporter« Robert Vogel, der Fan-Autor Kurt Kobler sowie Verwandte und Bekannte des Verstorbenen.

Eine Seelsorgerin hielt eine Predigt und sprach ein Gebet; ich sprach kurz über Rainers Werk als PERRY RHODAN-Autor. Nachdem wir bis ans Grab mitgegangen waren, saßen wir noch in einem Café zusammen, gedachten des Verstorbenen und unterhielten uns mit der Familie. Da gab dann ein wenig Trost, bevor wir die Rückreise antraten.

28 September 2015

Zaubermond zu Besuch

Ein arbeitssamer Tag: Dennis Ehrhardt vom Zaubermond-Verlag besuchte die PERRY RHODAN-Redaktion. Da wir mit dem kleinen, aber feinen Verlag mittlerweile bei mehreren Projekten zusammenarbeiten, bot es sich an, die einzelnen Bereiche gründlich anzuschauen und durchzusprechen.

Unter anderem schauten wir zum »Stand der Dinge« auf die PERRY RHODAN-Hörspiele. Die »Plejaden«-Staffel läuft, die Kritiken sind positiv – was kann man weiter verbessern? Ebenso diskutierten wir den Stand der PERRY RHODAN-Planetenromane. Derzeit ist die Nummer 49/50 schon in Planung – was müssen wir tun, damit die Serie noch besser »funktioniert«?

27 September 2015

Der SFCU präsentiert

Mit »Stand 09/2015« ist die aktuelle Version des Gesamtverzeichnisses »Publikationen Science Fiction Club Universum« erschienen; sie flatterte dieser Tage in mein Büro. Am Wochenende kam ich endlich dazu, mir das 20 Seiten umfassende Gesamtverzeichnis anzuschauen – es ist eine Fundgrube für interessierte PERRY RHODAN-Leser.

Der »Zeitraffer« als Zusammenfassung einzelner PERRY RHODAN-Zyklen sowie das PERRY RHODAN-Jahrbuch sind die wohl wichtigsten Publikationen des Clubs. Darüber hinaus wurden Hintergrund-Publikationen und Kurzgeschichtensammlungen veröffentlicht; das alles hat ein optisches wie inhaltliches Niveau, das sehr hoch ist.

Es mangelt übrigens nicht an Informationen zum Club im Allgemeinen: Wer macht was, und wie funktioniert er eigentlich? Vielleicht ermuntert es neue Mitglieder dazu, in den Verein einzutreten und ihn zu bereichern. Das wäre nicht schlecht. Informationen dazu finden sich auf der Internet-Seite.

26 September 2015

Keine schöne Aufgabe

Es ist nicht einfach, was ich an diesem Samstag tun muss: Da unser PERRY RHODAN-Autor und Kollege Rainer Castor gestorben ist, muss ich einen Nachruf verfassen, den wir auf der Leserseite der Romane sowie auf unserer Internet-Seite veröffentlichen werden. Ebenso mache ich mir Gedanken über eine kurze Rede, die ich bei der Trauerfeier halten werde.

Wenngleich es nicht das erste Mal ist, fallen mir solche Aufgaben stets sehr schwer. Als Redakteur bin ich mit den Autoren in einem engen Kontakt; man unterhält sich in fast zwanzig Jahren gelegentlich auch über private Themen und meint, die andere Person recht gut zu kennen. Während ich an meinen Formulierungen feile, versinke ich dann immer wieder in Gedanken ... traurig.

25 September 2015

Rainer Castor

Es ist über zwanzig Jahre her, seit ich mit Rainer Castor zum ersten Mal zusammenarbeitete. Es war eher indirekt: Er wirkte bei den ATLAN-Büchern mit, die Hans Kneifel auf Basis seiner »alten« Taschenbücher zusammenstellte – und ich redigierte sie noch einmal durch. Später wurde Rainer einer unserer Autoren, einer der wichtigsten dazu. Und gestern erfuhr ich, dass er verstorben ist.

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, es hat mich sehr getroffen. Weil in solchen Fällen bei uns in der Redaktion eine gewisse »Maschinerie« anläuft (Wer übernimmt den zu schreibenden Roman? Wer liefert den nächsten PERRY RHODAN-Kommentar? Woher kommt die nächste Risszeichnung?), ist erst einmal wenig Zeit, intensiver nachzudenken.

Sicher ist eins: Rainer Castor wird uns fehlen. Nicht nur fachlich – in dieser Richtung aber sehr stark. Aber ebenso menschlich: Rainer Castor war ein Original, ein Mensch, der sich nicht verbiegen ließ und seine Standpunkte klar vertrat.

Für die PERRY RHODAN-Serie ist sein Tod ein echter Verlust. Was er für seine Familie bedeutet, können wir uns nur vorstellen. Und ich denke traurig an unsere vielen Begegnungen, an das gemeinsame Lachen und Biertrinken, an das Streiten und Diskutieren ...

(Das Bild zeigt Rainer Castor, links auf dem Foto, im intensiven Gespräch mit den Autoren Christian Montillon und Wim Vandemaan – bei einer Konferenz in Rastatt.)

24 September 2015

Neue Taschenbuch-Autoren und Klassiker

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

In den frühen 90er-Jahren zählte die Arbeit an den PERRY RHODAN-Taschenbüchern zu einer wichtigen Tätigkeit des Redakteurs. Ich hatte dabei viel mit dem Heyne-Verlag und seiner Redaktion sowie Herstellung zu tun, ebenso aber mit den PERRY RHODAN-Autoren. Bei der letzten Folge meiner Kolumnenreihe schrieb ich genauer darüber – diesmal geht's mir um die »freien Autoren«.

Bei den Teamautoren, die ohnehin schon zum Stamm gehörten, konnte ich mich als Redakteur darauf verlassen, dass sie zum vereinbarten Termin den passenden Umfang und die erwünschte Qualität lieferten. Aber wie lief das im Sommer und Herbst 1995 beispielsweise mit Neulingen? Bekamen die zu dieser Zeit überhaupt eine Chance?

In der Tat suchte ich nach neuen Talenten. Autoren wie Götz Roderer (seinen Roman »Halo 1146« veröffentlichte ich 1994) und Rainer Castor (sein Roman »Für Arkons Ehre« kam im Frühjahr 1996 heraus) belegten deutlich, dass wir Neulinge durchaus eine Chance gaben – dann nämlich, wenn sie gut waren und ihr Manuskript in die Reihe passte.

Tatsächlich ging es mir zu diesem Zeitpunkt wie vielen anderen Verlagsleuten: Monat für Monat trafen Manuskripte in der Redaktion ein, die aus verschiedenen Gründen nicht geeignet waren. Wir prüften sie alle; meist schaute Sabine Bretzinger hinein, ebenso oft ich. Wir schauten alle Manuskripte an, wir versuchten stets, uns einen möglichst guten Überblick zu verschaffen.

Allerdings gab es Werke, bei denen ersparten wir uns rasch eine längere Lektüre. Ich formulierte es im Herbst 1995 in einem Artikel für den PERRY RHODAN-Report folgendermaßen: »Wer es als Autor schafft, auf der ersten Seite ein Sammelsurium an Rechtschreib-, Komma- und Grammatik-Fehler anzuhäufen, das ganze mit haarsträubenden Dialogen und einem saumäßigen Ausdruck zu garnieren, der kann sicher sein, dass die Redaktion sich die Tortur nicht antun wird, das Manuskript ernsthaft zu prüfen.«

Leider gab es immer wieder Manuskripte, die nicht sehr ansprechend waren. Alle anderen Manuskripte wurden aber eingehend betrachtet und – wenn möglich – sogar komplett gelesen.

Ließ der Autor – trotz einer Ablehnung – Talent erkennen, bekam er üblicherweise einen Brief,  in dem die Ablehnung  begründet wurde. Auf dieser Basis konnte er ja selbst weiterarbeiten; oft waren die eingereichten Manuskripte nicht schlecht, würden sich gut in einer Fanzine-Reihe machen, fanden aber keinen Platz innerhalb der PERRY RHODAN-Taschenbücher.

Gelegentlich kam es vor, dass ein Manuskript aus der Schreibmaschine eines unbekannten Schriftstellers dabei war, das aus der Masse herausragte und nach einer gründlichen Bearbeitung veröffentlicht werden konnte. Somit versuchten wir zu dieser Zeit, vor allem aktuelle Romane unserer Teamautoren zu veröffentlichen, aber immer wieder neuen Autoren eine Chance zu geben.

Darüber hinaus beschäftigten sich Sabine Bretzinger und ich zu dieser Zeit auch mit »alten« Taschenbüchern. Wir hatten sie als PERRY RHODAN-Klassiker bezeichnet, damit die Unterscheidung jedem Kunden klar wurde. Bei der Planung waren einige Änderungen nötig geworden, die sicher nicht allen Fans Spaß bereiteten, die wir aber für notwendig hielten.

So ließen wir neue Titelbilder schaffen. Den Heyne-Leuten war es in den 90er-Jahren sehr wichtig, die PERRY RHODAN-Taschenbücher in einer einheitlich wirkenden Gestaltung auf dem hart umkämpften Markt zu positionieren. Die Titelbilder machten in diesem Zusammenhang viel aus; man wollte bei  nachgedruckten wie neuen Romanen einen einheitlichen Stil und eine modernere Optik.

Ähnliches galt für die Titel, Untertitel und Klappentexte. Selbstverständlich änderten wir die Titel nicht; die Untertitel und die Klappentexte sollten sich jedoch der üblichen Heyne-Gestaltung annähern. Also verfasste ich komplett neue Klappentexte für die PERRY RHODAN-Klassiker, während die Untertitel zum Teil variiert wurden.

Für mich war es klar: Mit einer Zeile wie »ein utopisch-phantastischer Roman« lockte man im Jahr 1995 keinen »neuen Leser« mehr hinter dem Ofen vor – und teilweise waren die Untertitel für die Heyne-Leute einfach zu lang. Die Änderungen versuchte ich so kosmetisch wie möglich zu machen, letztlich wurde aber die klassische Ausgabe ein wenig aufgefrischt.

Ähnliches galt für den Inhalt. Stilistisch änderte ich so gut wie nichts; meine Arbeit bezog sich auf behutsame Korrekturen. Ich versuchte also nicht, irgendwelche Handlungsbögen zu ändern oder die Inhalte zu modernisieren; ich blieb extrem zurückhaltend.

Hans Kneifel redigierte seine klassischen Taschenbücher übrigens selbst nach. Der Autor, mit dem ich zu dieser Zeit auch wegen der ATLAN-Zeitabenteuer intensiv arbeitete, setzte sich hin, schaute seine alten Werke durch und nahm zahlreiche Änderungen vor.

Unser Ziel war, dass niemand etwas von den Lektoraten merkte, der die Romane »einfach so« las. Den Geist der klassischen PERRY RHODAN-Taschenbücher wollten wir auf jeden Fall erhalten. Dass bereits im Oktober 1996 der Schlussgong für die Heyne-Zusammenarbeit läuten sollte, war zu jener Zeit nicht absehbar, ebensowenig, dass es einige Jahre später bald weitergehen würde ...

23 September 2015

Ein Stern in der Dunkelheit

Vier Künstler, ein Altmeister: Johnny Bruck gestaltete über drei Jahrzehnte hinweg die Titelbilder der PERRY RHODAN-Serie, vor zwanzig Jahren verstarb er. Wir baten vier Titelbildkünstler der heutigen Zeit, sich in ihrem Motiv an Brucks Klassikern zu orientieren – und Swen Papenbrock hat das beispielsweise bei dem Roman »Ein Stern in der Dunkelheit« getan.

Der Roman trägt die Bandnummer 2824, stammt von Robert Corvus und erscheint in der nächsten Woche. Über den Inhalt möchte ich gar nichts ausplaudern; dass es um die KRUSENSTERN und ihre Besatzung geht, verrät der Untertitel ja bereits.

Wie der Künstler es schafft, den Inhalt in ein Motiv zu transportieren, das bewusst mit Brucks Klassikern spielt, finde ich sensationell. Das kann und wird nicht jedem gefallen, und ich bin gespannt darauf, ob die Zensurbehörden beim einen oder anderen E-Book-Partner mitspielen – für mich ist so ein Bild eine erfrischende Abwechslung und durchaus mal ein »Hingucker«.

22 September 2015

Auf dem Ringplaneten

Zu den klassischen Geschichten in der Science Fiction gehört – praktisch seit dem Anfang dieser Literaturgattung – die Begegnung mit Fremden auf einer fremden Welt. Von daher ist »Auf dem Ringplaneten« ein ganz typischer PERRY RHODAN. Er kommt diese Woche in den Handel, trägt die Bandnummer 2823 und stammt von Leo Lukas.

Ich fand an dem Manuskript schon gut, mit wie vielen phantastischen Elementen der Autor die sowieso schon phantastische Szenerie angereichert hat. Der Planet Andrabasch, um den es geht, ist schon ziemlich originell, widerspricht nicht gängigen Kosmologie-Modellen und wird vom Autor mit einer faszinierenden Zivilisation »bedeckt«.

Und wenn Atlan sowie einige junge Mitstreiter in eine Konfrontation mit dieser Zivilisation gehen, kann das nicht ohne Konflikte abgehen ... das Titelbild von Arndt Drechsler deutet das ein wenig an. Der Roman schließt einen Vierer-Block ab, bald aber werden wir wieder Romane im selben Szenario haben. Versprochen!

21 September 2015

Die Heyne-Taschenbücher im Jahr 1995

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

In den frühen 90er-Jahren zählte die Arbeit an den PERRY RHODAN-Taschenbüchern zu einer wichtigen Tätigkeit des Redakteurs. Ich hatte dabei viel mit dem Heyne-Verlag und seiner Redaktion sowie Herstellung zu tun, ebenso aber mit den PERRY RHODAN-Autoren. Bei den Taschenbüchern waren ganz andere Dinge zu beachten als bei den wöchentlichen Heftromanen.

Das begann beispielsweise im Jahr 1995 stets mit einem Anruf aus der Taschenbuch-Redaktion des Heyne-Verlages. Die Kollegin dort hatte von Science Fiction so gut wie keine Ahnung, was sie auch ehrlich zugab; unsere Taschenbücher erschienen nicht im regulären Science-Fiction-Programm, sondern waren als separate Reihe dem »allgemeinen Programm« zugeordnet worden.

Entsprechend vorsichtig war meist der Anruf: »Wir bräuchten wieder für die Verlagsvorschau sechs PERRY RHODAN-Titel. Wie weit sind Sie denn? Wann können Sie liefern?«

Meist kam der Anruf nicht aus heiterem Himmel, ich wusste also Bescheid und hatte in den Wochen zuvor bereits erste Vorarbeiten erledigt. Das lief alles quasi nebenbei.

Viele Taschenbücher entstanden in den regelmäßigen Telefonaten mit den Teamautoren, bei denen sich allerlei Ideen ergaben. Manchmal ließ ich aber »dezent durchblicken«, dass ich »ganz gern mal wieder« einen PERRY RHODAN-Roman von dem betreffenden Autoren hätte.

Wenn alles gut ging, hatte der betreffende Kollege – oder damals die eine Kollegin – irgendwann eine Idee und reichte dafür ein Exposé ein. Dabei gab es so gut wie keine Vorgaben. Das Taschenbuch sollte selbstverständlich im PERRY RHODAN-Universum spielen, musste sich aber nicht sklavisch an irgendwelche »Lücken« in der Handlung orientieren.

Viel wichtiger war mir, dass eine spannende Science-Fiction-Idee verwirklicht wurde. Der PERRY RHODAN-Redaktion war zu jener Zeit durchaus bewusst, wie gut und erfolgreich die amerikanische Konkurrenz war: Um neue Leser für PERRY RHODAN zu interessieren, reichte es nicht aus, für PERRY RHODAN-Fans allein zu schreiben. Die Handlung sollte ebenso für Leser »allgemeiner« Science Fiction nachvollziehbar und interessant sein.

Das eingegangene Exposé wurde zwischen Redaktion und Autor besprochen; eventuell äußerte ich besondere Wünsche. Oft kam es beispielsweise vor, dass zwei Autoren innerhalb kürzester Zeit eine sehr ähnliche Idee hatten oder ihre Handlung in einem sehr ähnlichen Umfeld ablaufen lassen wollten; das hatte ich zu koordinieren. Manche Autoren reichten gleich drei Exposés auf einmal ein und überließen mir die Auswahl des »besten« – wobei das in gewisser Weise eine Geschmacksache war.

Bereits nach »Annahme« des Exposés, was einem mündlichen Vertrag gleichkam, erhielt der Autor einen Termin, bis zu dem er zu liefern hatte. Ich entwarf zeitnah den Titel und Untertitel sowie einen Klappentext und sprach diese Details mit dem Autor ab. Letztlich musste der Autor in der Folge dann sowohl seinem eigenen Exposé als auch dem Klappentext folgen; dass dann die Handlung gelegentlich nicht mehr ganz so mit dem Klappentext übereinstimmte, ließ sich kaum vermeiden.

Kam dann der eingangs erwähnte Anruf aus München, wusste ich gleich Bescheid. Da all diese Vorarbeiten erledigt waren, war es für mich kein besonderer Aufwand, die Kollegin zu beliefern. Ich musste nur noch die Titel, Untertitel und Klappentexte zusammenstellen, ordentlich ausdrucken, in einen Briefumschlag stecken und an sie abschicken – dann waren die Texte zeitig genug in München. Meine Kollegin bei Heyne nutzte sie für die Vertreterkonferenz sowie die entsprechenden Prospekte des Verlages, und die eigentliche Produktion konnte dann dort weiterlaufen.

Nur ... damit war das eigentliche Taschenbuch noch lange nicht fertig. Ich informierte in dieser Phase meist schon Alfred Kelsner, den Illustrator der Titelbilder. Dieser bekam die Exposés zugeschickt und versuchte aufgrund dieser Vorgabe, seine Impressionen zu entwickeln; meist telefonierte er sogar ein- oder zweimal mit dem Autor, um eine möglichst hohe Übereinstimmung zu erzielen.

Auf die Spitze wurde dieses Prinzip in einem Fall getrieben, als sich der Autor besonders engagierte: Arndt Elmer rief tatsächlich in der Redaktion an und fragte, welche Farbe Alfred Kelsner für das Titelbild von »Das hohle Paradies« verwendet hat. Er sei gerade in der Endfassung für seinen Roman und wolle sich daran orientieren. Tatsächlich konnten sich so der Autor und der Grafiker mit der Redaktion absprechen – und wir hatten eine schöne Zusammenarbeit, die hoffentlich auch die Leser zufrieden stellte.

Irgendwann traf, sofern alles gut verlief, das fertige Manuskript des Autors im Verlag ein. Dort wurde es möglichst sofort gelesen. Ich telefonierte mit dem Autor, wir sprachen es gemeinsam durch. Üblicherweise wurde sehr schnell ein Vertrag verschickt, damit der Autor sein Geld bekommen konnte. Gelegentlich gab es größere Probleme; in diesen Fällen schickte ich das Manuskript zur Überarbeitung zurück– so etwas blieb aber die absolute Ausnahme.

In der Folge kam das Manuskript auf den großen Stapel (die Autoren lieferten leider nicht exakt in der Reihenfolge, in der die Romane später veröffentlicht wurden ...) und wurde bearbeitet, wenn es laut Heyne-Terminplan fällig war. Dabei achtete ich – wie bei den Heftromanen auch – auf stilistische und grammatikalische Sauberkeit, ebenso war mir wichtig, dass die Handlung stimmte.

Ich fand, dass Taschenbücher wesentlich einfacher zu bearbeiten waren als Heftromane: Bei dieser Tätigkeit musste ich nicht in den dickleibigen Ordnern mit den Exposés blättern oder vorherige Bände kritisch nachlesen. War ich mit der Bearbeitung fertig, schickte ich das Manuskript per Post an Heyne – dort waren dann die Kolleginnen in der Herstellung dran. Sie kümmerten sich um Satz, Druck und Bindung, bis hin zum Vertrieb des fertigen Produkts ...