21 Dezember 2021
Zoom-Konferenz mit Gast
In der laufenden Zyklusplanung ging es noch einmal um die Rolle der Galaktischen Kastellane und den Aufbau möglicher neuer Figuren. Wie sollen diese neuen Figuren platziert werden, und welche von ihnen werden in den nächsten Zyklus hinübergeschoben?
Der Zyklus ab Band 3200 wird nicht nur in der Milchstraße und deren naher kosmischer Umgebung spielen, sondern ebenso Fernreisen bieten. Deshalb ging es in unserem Gespräch auch um die möglichen Zeiten, die man für manche Flüge brauchen würde – und natürlich ging es in dieser Phase darum, die vielen Ideen zu bündeln, die schon auf dem Tisch liegen.
Ob und wie wir eine Autorenkonferenz im Jahr 2022 machen werden, stand ebenfalls zur Diskussion. Wegen der aktuellen Gesundheitslage ist es nicht zu verantworten, im Frühjahr eine Autorenkonferenz mit persönlichem Zusammentreffen zu machen. Womöglich wird es also wieder eine Zoom-Konferenz sein müssen ...
20 Dezember 2021
Der Preis des Entkommens
Ohne zu viel zu verraten: Die Handlung spielt vor allem in der kleinen Galaxis Cassiopeia, in der zuletzt ein Chaoporter gestrandet ist. Was dort Perry Rhodan und seine Begleiter alles machen und tun, hat Auswirkungen, die allerdings über den Rahmen von Cassiopeia hinausgehen.
Oliver Fröhlich treibt die aktuellen Ereignisse in der kleinen Galaxis voran, und er blendet in das Innere eines höchst geheimnisvollen Raumschiffs. In meinen Augen ist das ein sehr gelungener Abschluss einer Zyklushälfte …
19 Dezember 2021
Dialekte im Interkosmo
Man sieht ja in einem vergleichsweise kleinen Land wie Deutschland, wie sehr sich die Dialekte unterscheiden. Oftmals wechselt der Zungenschlag von Dorf zu Dorf.
Ich wohne in Karlsruhe – und die Leute, die dreißig Kilometer weiter nördlich wohnen, sprechen völlig anders als jene, die dreißig Kilometer weiter südlich wohnen. Im Norden wird der badische Dialekt zum Kurpfälzischen, im Süden kommt der alemannische Einschlag bereits zur Geltung. Gehe ich nach Westen und über den Rhein, stoße ich in der Pfalz auf andere Mundarten, und fahre ich den Berg hoch, lande ich bald im Schwäbischen.
Warum also soll es in der Zukunft des PERRY RHODAN-Universums nicht ein Interkosmo als »Hochsprache« geben, das zahlreiche Ausprägungen auf den unterschiedlichsten Welten hat? Die Menschen auf Plophos sprechen anders als die Bewohner von Ertrus, von Zalitern und Ekhoniden ganz zu schweigen. Und man kann davon ausgehen, dass es auf den jeweiligen Welten natürlich lokale Dialekte und Soziolekte hat.
Was heißt das für unsere Romane? Es gibt Interkosmo, und das verstehen eigentlich alle – zumindest die Bewohner der Liga Freier Galaktiker –, aber die lokalen Dialekte und Sprachformen unterscheiden sich so stark, dass sie wie eigenständige Sprachen wirken. Ob und wie das die Autorinnen und Autoren in den jeweiligen Romanen schildern, wird man dann sehen müssen …
17 Dezember 2021
Der Zeitraffer und der Mythos
Der »Zeitraffer« widmet sich nämlich in dieser Ausgabe dem »Mythos«-Zyklus. Die 388 Seiten fassen die einzelnen Romane des Zyklus von Band 3000 bis 3099 zusammen, dazu kommen Fußnoten und weiterführende Informationen. In diesem Buch – anders kann man es nicht nennen – stehen Dinge, die ich vergessen habe, und viele Details, die garantiert niemand in der Leserschaft »auf dem Schirm« hat.
Michael Thiesen und das Team des Science-Fiction-Club Universums (SFCU) verlegen diese Fan-Publikationsreihe schon seit vielen Jahren, die Anfänge dafür wurden in den 80er-Jahren gelegt. Mittlerweile sehen die schönen Paperbacks recht professionell aus und schmücken jedes Science-Fiction-Bücherregal. Das finde ich toll! Vor allem für Leser, die gerne Hintergründe mögen, ist die Reihe sehr empfehlenswert.
16 Dezember 2021
Der Unsterbliche und die Exposés
Spannend ist allerdings, dass rings um diesen Band eine Reihe von Redaktionsentscheidungen getroffen worden. Das Exposé wurde am 12. September 1961 an die Kollegen verschickt, und in ihm wies K. H. Scheer auf diese Entscheidungen hin. So hatte sich beispielsweise W. W. Shols nach seinem kurzen Gastspiel in der Serie dazu entschlossen, aus dem PERRY RHODAN-Team auszusteigen. Er hätte Band 18 schreiben sollen.
Kurzerhand hatte Clark Darlton diesen Roman übernommen. Und so wurde aus »Die Rebellen von Tuglan« nicht nur ein einfaches Planetenabenteuer, sondern der erste Auftritt des Mausbibers Gucky. Man darf gern darüber spekulieren, was Shols aus der Figur gemacht hätte.
Zwischendurch hatte man offensichtlich überlegt, dem Kollegen Kurt Mahr den Band 18 zu überlassen, aber dieser hatte schon die Bände 16 und 17 geschrieben und war kaum in der Lage, gleich noch einen Band zu verfassen. Im Zuge dieses Umbesetzens hatte Scheer übrigens bereits den Band 13 übernommen; den hätte nämlich ebenfalls eigentlich W. W. Shols schreiben können.
Scheer hatte also einiges an Stress hinter sich, als er endlich mit der Arbeit an »Der Unsterbliche« beginnen konnte. Es wurde trotzdem ein extrem wichtiger Roman ...
15 Dezember 2021
Virtuell an der LMU
Dabei ging es vor allem um die Geschichte der Serie, unsere Art des Zusammenarbeitens – wie funktioniert denn so ein Autorenteam? – und auch darum, wie sich das mit den E-Books im Verlauf der Jahre entwickelt hat. Ich gab viele Informationen und hoffe, die Leute damit nicht überfordert zu haben.
Wieder einmal sah ich das Problem bei so einer virtuellen Besprechung: Stehe ich in einem Raum und habe die Menschen direkt vor mir, bekomme ich schnell mit, ob ich sie langweile und ob sie gedanklich abschweifen – dann kann ich reagieren und lauter sprechen oder sonst etwas tun. Im virtuellen Raum sehe ich keine körperlichen Reaktionen; die meisten Studierenden waren auch für die Kamera nicht zu sehen.
Ich halte es für sehr wichtig, unsere Serie immer wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Buchwissenschaftlerinnen und Buchwissenschaftler – es waren praktisch nur Frauen – sind letztlich potenzielle Multiplikatoren. Und wenn sie mit einem positiven PERRY RHODAN-Gefühl in ihr weiteres Studium gehen, kann uns das ja nicht schaden.
13 Dezember 2021
Maskerade
Die Autorin blickt dabei in das Innere eines mysteriösen Raumschiffs, aber auch in das Innenleben einer faszinierenden Figur. Dabei blendet sie in die Vergangenheit unserer Serie und spielt mit unterschiedlichen Realitäten. Dabei entsteht ein vielschichtiger Roman, der mir gut gefallen hat, als ich das Manuskript zur Lektüre vor mir hatte.
12 Dezember 2021
Im Jahresendspurt
Ein solches Vorgehen ist nicht ungewöhnlich, und ähnlich findet man es in praktisch allen Berufsgruppen. Bei mir geht es heute vor allem darum, die drei Serien zu strukturieren, die mich in diesen Tagen beschäftigen: PERRY RHODAN steuert in die zweite Hälfte des »Chaotarchen«-Zyklus, bei PERRY RHODAN NEO steht die neue »Leticron«-Staffel an, und bei PERRY RHODAN-Atlantis sind noch sehr viele Grundlagen festzulegen.
Was immer wieder vergessen wird: Bei der Arbeit eines Redakteurs geht es häufig gar nicht so sehr darum, selbst Ideen zu entwickeln – dafür sind in unserem Fall die Autoren da –, sondern eine Struktur zu schaffen, die dafür sorgt, dass die Ideen der Kreativköpfe besonders gut platziert werden können ...
10 Dezember 2021
Atlan in der Karibik
Derzeit freue ich mich immer wieder aufs Neue über eine Fortsetzungsgeschichte, die in den Fanzines der »Intravenös«-Reihe veröffentlicht werden. Bei diesem Fanzine handelt es sich um eine Publikation des ATLAN-Clubs Deutschland.
Ganz aktuell erschien die Ausgabe 292. Einen großen Teil des Heftes nimmt die genannte Atlan-Geschichte ein: Susanne Modl erzählt »Ein karibisches Abenteuer«, diesmal ist es schon der vierte Teil. Atlan bewegt sich zwischen Seefahrern und Piraten, zwischen Sklavenhändlern und Soldaten, zwischen Franzosen und Spaniern; er macht Maske, er kämpft mit dem Degen, er segelt zwischen den Inseln.
Das ist sehr unterhaltsam geschrieben und wird richtig flott erzählt. Es gibt gelegentlich sogar Humor, unterm Strich ist es aber ein farbenprächtiges Abenteuer in der Zeit der Piraten und Banditen ... Respekt!
09 Dezember 2021
Die rumänische Lizenzausgabe
Der in Bukarest ansässige Verlag ProfiCon wollte PERRY RHODAN in Rumänien als Heftroman veröffentlichen und dazu auch die Original-Titelbilder nutzen. Geplant war eine Eins-zu-Eins-Publikation. Sicherheitshalber wollten die rumänischen Kollegen nur ein Heft pro Monat veröffentlichen.
Offensichtlich ist nie eines dieser Hefte erschienen, und was aus dem rumänischen Partner wurde, ist nicht bekannt. In der Folge erlosch der Verlag schlicht – weil die eine Seite nicht »geliefert« hatte …
07 Dezember 2021
Die Aloren
Dabei spielt ihr Roman nicht in der Zukunft, sondern in der Vergangenheit. Das mag seltsam klingen, ist aber so: Derzeit ist die Handlung von PERRY RHODAN NEO tief in der Vergangenheit angesiedelt.
Perry Rhodan und seine Gefährten sind mitten zwischen den Fronten des großen Krieges gestrandet, den Maahks und Arkoniden führen. Die Menschen wollen in ihre Gegenwart zurück und schauen nichts mehr, als dass sie versehentlich den Ablauf der Zeit verändern. Aber kann man sich aus allem heraushalten, wenn rings um einen herum eine Katastrophe nach der anderen zu beobachten ist?
06 Dezember 2021
Das Ende der Zweifler
Meine liebste Erzählperspektive in diesem Roman ist übrigens die eines »Bösewichts«. Der Autor geht tief in diese eigentlich negative Figur hinein und macht sie dadurch auf besondere Weise lebendig. Es ist eine andere Perspektive, und er hält sie bis zum konsequenten Ende durch …
05 Dezember 2021
Kontinent der Geheimnisse
Heute schreibe ich beispielsweise Texte für die geplante Leseprobe. Die werden wir nicht nur als eine Beilage zu den wöchentlichen PERRY RHODAN-Romanen veröffentlichen, die wird es darüber hinaus auch gedruckt geben. Geplant ist ein Heft im A6-Format, wie wir das in früheren Jahren ebenfalls getan haben. Es wird selbstverständlich ebenso eine digitale Leseprobe geben.
Aber zuerst müssen dafür die werblichen Texte stehen, mit denen ich mich heute beschäftigen. Es nutzen ja die tollsten Romane und die besten Titelbilder nicht, wenn niemand mitbekommt, dass es eine neue Serie geben wird ...
02 Dezember 2021
Die Pangalaktischen Statistiker
In einem packenden Doppelband präsentierte Arndt Ellmer im Oktober 2002 ein Volk ungewöhnlicher Fremdwesen und dessen Vorgeschichte. Der PERRY RHODAN-Roman mit der Bandnummer 2146 und dem Titel »Die Pangalaktischen Statistiker« lieferte den Abschluss für eine kosmische Geschichte, die viele tausend Jahre zusammenfasste. Das ist heute genau 1000 Romane her.
In seinem Exposé lieferte Robert Feldhoff damals eine knappe Beschreibung: »Die zehn Cynos um Kirrik und Kamattagira entwickeln sich zu den Pangalaktischen Statistikern von Wassermal.« Er ahnte aber bereits die Diskussionen, die es mit Lesern deshalb geben würde: »Allerdings sollte der Autor darauf achten, dass die Cynos nicht entzaubert werden, sondern dass Geheimnisse stehen bleiben«, schrieb Feldhoff in seinem »Hinweis«, den er vor das eigentliche Exposé platzierte.
Der Exposéautor wusste, dass das Thema zwar gut war, aber ein gewisses Risiko in sich barg. »Da die Geschichte des Doppelbandes viele Jahrtausende umfasst, muss eine dramaturgische Klammer gefunden werden, die Anfang und Ende miteinander verbindet«, schrieb er deshalb in einen zweiten Hinweis. Er verwies auf eine Liebesgeschichte, die im Exposé angelegt wurde und die zentral für den Doppelband sei.
01 Dezember 2021
Einer war immer dabei
Hintergrund für alles ist ein wunderbares Video, das Ben Calvin Hary auf unserem YouTube-Kanal veröffentlicht hat. In rund einer Minute stellt er die 60 Jahre vor, die unsere Serie schon hinter sich gebracht hat, wobei er wesentliche Ereignisse dieser Zeit in extrem kurzen Bildern raff. Das Fazit dabei ist: »Einer war dabei«.
Weil das Thema so gut ankam, beschlossen wir, daraus T-Shirt-Motive zu entwickeln. Ich finde, das ist eine tolle Idee der Marketing-Kolleginnen und unseres YouTube-Autorenkollegen – die kann man sich selbst schenken oder auch anderen Leuten aus Präsent unter den Weihnachtsbaum legen.
30 November 2021
Die Methanwelt
Der Roman ist ein typisches Beispiel dafür, wie vielfältig sich die PERRY RHODAN-Serie präsentiert. Wir haben eine Handlung, die ständig voranschreitet, jede Woche eine neue Geschichte, die weiter in die Zukunft reicht. Und gleichzeitig gibt es in der Serienhandlung immer wieder Blicke »nach hinten« oder »zur Seite«, wodurch andere Aspekte beleuchtet werden oder die Vergangenheit aus einem anderen Winkel gezeigt wird.
Eine Galaxis mit Hunderten von Milliarden Sonnen und ebensovielen Welten und Monden wird – geht man nach der Logik unserer Serie – im Verlauf von undenklichen Zeiten immer wieder Sternenreiche hervorgebracht haben, von denen man noch nie gehört hat. Und es ist nachvollziehbar, dass gelegentlich Spuren davon auftauchen. Das wird in »Die Methanwelt« unter anderem schön thematisiert …
29 November 2021
Kein nostalgischer Blick auf Traversan
Betrachtet man die PERRY RHODAN-Serie und den Serienkosmos über die Jahrzehnte hinweg, stellt man fest, dass es immer wieder Entwicklungen gibt, mit denen niemand so richtig rechnete. Eine davon ist das »Revival« des Heftromans – und stark dazu beigetragen hat sicher die ATLAN-Serie, bei dieser vor allem der »Traversan«-Kurzzyklus. Von den Erfahrungen, die in den späten 90er-Jahren mit »Traversan« gesammelt wurden, zehrten die Redaktion und das Autorenteam noch Jahrzehnte danach.
Dabei sah es in der ersten Hälfte der 90er-Jahre nicht besonders gut aus. Der Heftroman steckte in einer starken Krise, die sich schon in den 80er-Jahren abgezeichnet hatte. Einige Verlage gaben auf, zahlreiche Serien wurden eingestellt. Zu den Serien, die das Zeitliche segneten, zählte bereits in den 80er-Jahren die ATLAN-Serie. In den 90er-Jahren folgten bei PERRY RHODAN die Nachauflagen und die Taschenbücher. Die Verlagsunion Pabel-Moewig schien sich vom Heftroman zu verabschieden: Verschiedene Zeitschriften wurden gegründet, der Buchverlag stärker ausgebaut.
In diese Phase fiel die Entscheidung, mit ATLAN einen Neustart zu wagen. Dieser Neustart sollte nur zwölf Romane umfassen, und wir wollten uns an amerikanischen Comics orientieren: eine sogenannte Miniserie, die neben einer Hauptserie läuft. Die klare Auflage der Geschäftsleitung war, dass das Projekt »nebenbei« zu produzieren sei. Die Kosten sollten so niedrig wie möglich bleiben.
Im Nachhinein muss man klar sagen: Dass wir jede Woche einen Roman veröffentlichten, war sehr ambitioniert. Bei späteren Miniserien verlegten wir uns deshalb auf einen Erscheinungsrhythmus von zwei Wochen.
Bei »Traversan« kam alles wie eine Lawine auf meine Kollegin Sabine Kropp und mich zu: Romane, die übers Wochenende fertiggestellt werden mussten, Lektorate über Nacht und ein mörderischer Zeitdruck vom ersten bis zum letzten Tag. Aber danach waren wir stolz auf das, was wir geleistet hatten.
Die Miniserie bildete in vielerlei Hinsicht eine Premiere: Es war der erste Handlungsabschnitt des größten Science-Fiction-Universums der Welt, den Robert Feldhoff allein als Exposéautor gestaltete. Zu der Zeit arbeitete er bei PERRY RHODAN noch mit Ernst Vlcek zusammen, der gewissermaßen sein Mentor war. Darüber hinaus war es der erste Zyklus, für den Rainer Castor die Datenrecherche übernahm. Später sollte seine gründliche Arbeit für den gesamten PERRY RHODAN-Kosmos von größter Bedeutung sein.
Wir probierten bei »Traversan« vor allem alles Mögliche aus: neue Autoren wie Rainer Castor und Frank Borsch, bislang unbekannte Titelbildzeichner wie Andreas Adamus, frische Abläufe innerhalb der Redaktion, ganz andere Gestaltungsmuster – wir bauten die Layouts der Heftromanseiten in bislang unbekannter Weise – und vor allem eine neue Art von Geschichte.
Die zwölf Romane waren in sich abgeschlossen, sie boten aber einen Ausweg am Ende: eine Möglichkeit, weitere Geschichten mit Atlan in der spannenden Zeit des großen Arkon-Imperiums zu erzählen. Dies geschah durch den Roman »Fluchtpunkt Schemmenstern« von Frank Borsch.
Bei der Planung der zwölf Romane gingen wir ebenfalls andere Wege. Wir hatten die erste Besprechung zu dieser Serie in eine Pizzeria in Hamburg-Altona, wir setzten zum ersten Mal bewusst auf eine »Emotionalisierung« der Handlung – in dem wir die Liebesgeschichte von Anfang an festlegten –, und wir dachten gleich an eine Lizenzierung in Buchform oder in Form von Hörspielen.
Darüber hinaus wurde die Welt des Arkon-Imperiums zum ersten Mal so richtig plastisch dargestellt. Dazu zählten höfische Sitten und Gebräuche ebenso wie das Karaketta-Rennen mit seiner Action oder der Philosophie des Dagor. Viele der Grundlagen, die Rainer Castor vor allem erarbeitete, wurden in zahlreichen Romanen der folgenden Jahre und Jahrzehnte verarbeitet.
Blicke ich heute auf die zwölf »Traversan«-Romane und den nachgeschobenen »Schemmenstern«-Einzelband, fällt mir auf, wie sehr sie in ihrer Zeit verhaftet sind. Es sind typische Heftromane mit schneller Action und flotten Dialogen, sie enthalten viele Ideen, wie sie in der Science Fiction üblich sind. Vor allem aber sind sie – so finde ich immer noch – packendes Lesefutter: abenteuerliche Science Fiction eben.
Umso mehr freue ich mich darüber, dass im Hirnkost-Verlag nun eine neue »Traversan«-Ausgabe erschienen ist. Ich bin sicher, Robert Feldhoff und Rainer Castor hätten sich darüber sehr gefreut!
28 November 2021
Die neue »SOL« überzeugt wieder
Ich habe in den vergangenen Tagen die Ausgabe 104 der Zeitschrift »SOL« gelesen und kann immer noch nicht genau sagen, was mir am besten gefallen hat. War es die schöne Kurzgeschichte »Verlorene Gefühle« von Michael Mühlener, in der Alaska Saedelaere eine wichtige Rolle spielt? Waren es die interessanten Einblicke in das aktuelle Geschehen in der PERRY RHODAN-FanZentrale, in der ich ja seit Gründung eines der vielen Mitglieder bin?
Selbstverständlich hat es sich für mich gelohnt, den Schwerpunkt dieser Ausgabe zu lesen. Mein Kollege Klaus Bollhöfener ist nach vielen Jahren bei PERRY RHODAN – wir arbeiteten immer nebeneinander, getrennt durch eine dünne Bürowand – in den Ruhestand gegangen, und in vielen Beiträgen wird an seine Arbeit erinnert.
Klaus organisierte nicht nur die vielen Marketing-Aktivitäten unserer Abteilung, sondern engagierte sich auch stark in der Fan-Szene, baute vor allem die FanZentrale auf und steuerte über Jahre hinweg die »SOL«. Die Beiträge über ihn sind abwechslungsreich und gelungen, ich habe sie alle sehr gelesen.
Darüber hinaus enthält das 68 Seiten starke und in professionellem Layout gestaltete Magazin haufenweise andere Beiträge. Aktuelle Romane werden kritisch besprochen, es gibt Rückblicke auf alte Planetenromane und einen Band der »Space Thriller«, die Architektur innerhalb unserer Serie wird gewürdigt, und ich kann mich in einem schönen Artikel mit der arkonidischen Sprache vertraut machen. Eine gelungene Mixtur, die von Christina Hacker wieder einmal mit sicherer Hand zusammengestellt worden ist.
Die »SOL« 104 gibt es wie immer bei der PERRY RHODAN-FanZentrale. Ein lohnenswertes Heft, an dem ich nichts zu meckern habe!
26 November 2021
Stillleben im November
Mittagessen gibt's heute erst später, zuerst muss die Arbeit erledigt werden. Die Zwänge, die Zwänge ...
25 November 2021
Presseaktion zum Geburtstag
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Eckhard Schwettmann stand in der Tür unseres Büros und strahlte uns an. »Die Presse steigt voll auf unser Thema ein, das ist großartig.« Er hielt einige Ausdrucke in der Hand, die er schwenkte, als seien es Trophäen.
Sabine Bretzinger und ich sahen uns verwirrt an. Wir verstanden nicht gleich, was er meinte. Der neue Kollege, der erst seit einigen Tagen im Verlag war und eine Marketing-Abteilung für PERRY RHODAN aufbauen sollte, war gern bereit, uns zu erläutern, was gerade ablief.
Wir schrieben den Juni 1996, PERRY RHODAN wurde schließlich 35 Jahre alt, und das Jubiläumsjahr lief bereits. Einen WeltCon, den wir vorgeschlagen hatten – etwa in Bad Godesberg –, hatte die »oberste Etage« bereits im Vorjahr abgelehnt; nun stand ein großes Fan-Treffen in Garching bei München bevor.
Eckhard zeigte uns den Artikel, den eine Tageszeitung über PERRY RHODAN gebracht hatte, und eine handschriftliche Notiz aus der Verlagsleitung. »Der Con in Garching wird schon in den Medien vermeldet«, sagte er stolz, »da läuft die Pressearbeit also gut.« Der Verlagsleiter sei sehr mit der bisherigen Arbeit zufrieden.
Sabine und ich waren immer noch verwirrt. Wie es sich herausstellte, hatte der Verlagsleiter die Information aus der Presse erhalten, sie allerdings nicht an uns weitergeleitet, sie dann aber so an Eckhard übermittelt, dass dieser glaubte, die »obere Etage« habe die Presse »im Griff«. Ich schaffte es, die gute Laune zu behalten – immerhin schien die Pressearbeit zu funktionieren, und das war positiv genug.
Tatsächlich war einiges anders gelaufen. Die Verlagsleitung hatte ursprünglich mit einer Gesellschaft für Öffentlichkeitsarbeit zusammenarbeiten wollen. Der »Deal«, den man ausgehandelt hatte, war allerdings nicht positiv für die Redaktion gewesen: Wir hätten den »Input liefern« müssen, sprich, die Texte hätte allesamt ich verfassen müssen, und dann hätten die Kollegen dieser Agentur meine Texte so lange umgeschrieben, bis sie ihnen gefallen hätten. Mit diesen Texten wären sie in der Folge an die Journalisten herangetreten.
»Das können wir doch auch selbst, und das schneller und besser«, hatten Sabine Bretzinger und ich argumentiert. Das Argument, dass wir auf diese Weise viel Geld sparen konnten, überzeugte offensichtlich am schnellsten. Die Zusammenarbeit mit der Agentur wurde damit geschoben, später geriet das Thema ohnehin in Vergessenheit.
Mir war das Recht: Einige der Ideen, die man in der Agentur entwickelt hatte, klangen vernünftig, andere wirkten auf mich vor allem teuer und übertrieben. So wollte man »Walking Acts« damit beauftragen, durch die Fußgängerzonen großer deutscher Städte zu ziehen: Damit waren Schauspieler gemeint, die sich als Serienfiguren verkleiden sollten, um dann das potenzielle Publikum mit Informationen zu versorgen.
»Verkleidet sich dann jemand als Gucky, und wer macht den Icho Tolot?«, hatte ich bei einer Besprechung gespottet, war aber nicht verstanden worden. Das Kostenargument hatte eher gezogen als mein Sarkasmus: Auf der einen Seite stand eine Agentur, deren Kosten sich im sechsstelligen D-Mark-Bereich bewegen würden, auf der anderen Seite zwei Verlagsangestellte, die ihre Arbeit notfalls in unbezahlten Überstunden erledigten.
Im Mai hatten Sabine und ich dann eben unsere Presseaktion organisiert. Wir hatten die Adressen von Zeitungen, Zeitschriften und Radiostationen in München ermittelt, teilweise mithilfe der Fans, die wir in München kannten, und denen dann ein Schreiben zugeschickt. Manche Adresse kannten wir noch aus dem Vorjahr – über den plötzlichen Tod von Johnny Bruck hatten damals viele Medien berichtet. Unser Schreiben hatte einen Brief und einen Text enthalten, mehr nicht, dazu das Angebot, weitere Informationen direkt von uns zu bekommen.
»Alles Weitere kann ja dann die Marketing-Abteilung übernehmen«, schlug Eckhard vor. Damit waren Sabine und ich einverstanden. Wir hatten den Stein ins Rollen gebracht, aber mir war sehr recht, wenn ich mich danach wieder um meine eigentliche Arbeit kümmern konnte: die Romane redigieren, mit den Autoren kommunizieren, Texte für das »Drumherum« schreiben.
Eckhard hatte weitergehende Pläne. »Wir sollten vor allem an das Lokalfernsehen herantreten«, argumentierte er. Zeitungen allein genügten nicht mehr; in den 90er-Jahren seien Fernsehsender als Multiplikatoren sinnvoller. Ich verwies auf den Sender TV München, der sich schon gemeldet hatte – damit hatten wir eine gute Grundlage.
Der neue Kollege erinnerte sich an seine vielen Bekannten. Diese saßen vor allem in Köln bei Funk und Fernsehen sowie bei den in diesen Jahren stark florierenden Stadtmagazinen. »Die kennen aber weitere Leute, auch in München«, versprach er. »Dann werden wir doch sehen, was sich machen lässt.«
Die Presseaktion sei gut angelaufen, lobte er uns, nun müsse man die bisherige Arbeit erweitern. Er wolle selbst nach Garching fahren und auf dem Con sowohl die Fans treffen als auch sehen, wie so eine Veranstaltung ablaufe. Wenn man PERRY RHODAN größer machen wolle, brauche man die Fan-Szene.
Den Ansatz wiederum fand ich gut. In den vergangenen Jahren hatte ich den Eindruck gewonnen, in den »oberen Etagen« halte man die Leser unserer Serie für ein lästiges Übel: Sie schrieben Briefe, die man beantworten musste, sie wollten regelmäßig mit sauber gedruckten Romanen beliefert werden, und sie waren kritisch. Damit kam eine Verlagsleitung, die ihren Schwerpunkt weniger bei Heftromanen und eher bei Frauen- und Rätselzeitschriften sah, nicht unbedingt klar.
Eckhard Schwettmann könnte, so hoffte ich, nicht nur eine Wende für PERRY RHODAN nach außen hin, sondern auch für die Kommunikation nach innen einleiten. Bei der weiteren Pressearbeit konnte er hierfür eine wertvolle Unterstützung leisten.
24 November 2021
Schach für Thora
Es geht um den Extrasinn und seine Geschichte. Woher kommt die Technik, mit der die Arkoniden ihre wichtigsten Persönlichkeiten mit einem Logiksektor ausstatten, und wer hat sie entwickelt? Die Vorgeschichte dazu erfährt Thora in diesem Roman – und mit ihr erfahren es auch die Leser.
»Tuales Träume« – das ist gewissermaßen die Handlung auf der parallelen Ebene. Der Autor schildert die jeweiligen Szenen intensiv und mitreißend. Mir wird das Arkon-Imperium damit nicht unbedingt sympathisch, aber die Geschichte selbst finde ich spannend.
23 November 2021
Volker Lechtenbrink ist tot
Für PERRY RHODAN war er ebenfalls aktiv. In der Hörspielversion des »Sternenozean«-Zyklus, die von den Kollegen bei Lübbe Audio veröffentlicht wurde, sprach er die Rolle des Perry Rhodan. Lechtenbrink machte das sehr gut, seine Stimme klang zwar ein wenig »älter«, als man sich das bei unserem terranischen Raumfahrer vorgestellt hat, aber es störte nicht.
Bei öffentlichen Veranstaltungen, die Lübbe Audio organisierte, lernte ich ihn in den Nullerjahren kennen. Wir unterhielten uns ein wenig, viel Zeit hatten wir nicht. Er war ein berühmter Schauspieler, der viele Erfahrungen auf Bühnen und vor Fernsehkameras gesammelt hatte, wirkte aber nicht im Geringsten arrogant oder abgehoben.
Mit der PERRY RHODAN-Serie ist sein Name auf jeden Fall für immer verbunden: ein Schauspieler, der als Hörspielsprecher einen großen Terraner verkörperte.
22 November 2021
UNGEZÄHLTE STERNE
Die Autorin ist sicher eine der Spezialisten für fremde Kulturen in unserem Team. Michelle Stern nimmt Atlan als Hauptperson und konfrontiert ihn mit einer anderen Zivilisation – da gibt es Missverständnisse und Konflikte, neue Freundschaften und alte Konflikte.
Ich las den Roman als Manuskript mit großer Spannung, obwohl ich das Exposé schon kannte; die Autorin ließ die Handlung konsequent auf den knalligen Abschluss zusteuern. Klar bin ich subjektiv, weil ich in die Entstehungsprozesse eingebunden bin, aber das fand ich schon ziemlich klasse!
21 November 2021
Die Fülle unserer Ungewissheit
Die Geschichte »Die Fülle unserer Ungewissheit« schrieb dann Wim Vandemaan auf Basis der Ewers-Fragmente. Aus diesem Grund taucht darin auch der Raumkapitän Guy Nelson auf, während gleichzeitig allerlei Raum-Zeit-Anomalien eine Rolle spielen. Die STELLARIS-Geschichte wurde 2015 veröffentlicht, sie ist im entsprechenden E-Book-Paket enthalten – ich habe sie dieser Tage als Hörbuch angehört, gelesen von Florian Seigerschmidt.
Es ist eine ungewöhnliche Geschichte: Die Dialoge sind teilweise sehr ironisch, die Ideen basieren auf phantastischen Überlegungen, und die Auflösung überrascht. Diese STELLARIS-Geschichte – die Nummer 46 unserer Reihe – belegt wunderbar, welche Möglichkeiten die Science Fiction im Allgemeinen, die PERRY RHODAN-Serie im Besonderen und die STELLARIS-Geschichten im speziellen bieten: Gedankenspiele, schräge Ideen, faszinierende Charaktere. Schön!
20 November 2021
Bevor Leticron kommt ...
Am Ende einer Staffel müssen wesentliche Handlungsfäden zusammengeführt werden, um Antworten auf die vielen offenen Fragen der Leser zu geben. Am Anfang einer neuen Staffel muss der Autor die neuen Zusammenhänge präsentieren und die Leser idealerweise in eine frische Handlung führen, die sich dann über zehn Bände hinweg erstreckt.
Beides sind herausfordernde Aufgaben für die Autoren. Sie müssen die Fakten parat haben und entsprechend präsentieren. Und »ganz nebenbei« soll der Roman ja unterhaltsam sein und die Leser über 160 Seiten hinweg faszinieren. Als Redakteur prüfe ich nun die Manuskripte, um dann mit den Autoren über sie zu kommunizieren. Das finde zumindest ich spannend ...
19 November 2021
Die Wega-Romane zum Anhören
Was mir persönlich immer gefällt, ist die zusätzliche Hörbuch-Version. Ich schaffe es nie, sie während der Produktion der Romane anzuhören – ich lese die Exposés und Mansukripte und kommuniziere viel mit den Autorinnen und Autoren. Deshalb freue ich mich sehr, wenn – wie in diesem Fall – hinterher eine CD-Box herauskommt, die alle zwölf Romane auf CDs enthält.
Die werde ich mir sicher nicht mehr in diesem Jahr anhören. Aber ich komme sicher irgendwann dazu, auf einer längeren Autofahrt etwa, mich ein weiteres Mal mit PERRY RHODAN-Wega zu beschäftigen. Darauf freue ich mich schon jetzt!
18 November 2021
Die Tage der Gitterboxen
Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«
Im September 2021 sahen die Flure im unteren Stock des Verlagsgebäudes aus wie eine Mischung aus Kartonlager und Gitterboxen. In den Gitterboxen entsorgten wir Dinge, die wir nicht mitnehmen konnten – der Umzug stand direkt bevor, und wir wussten, dass wir in deutlich kleineren Büros arbeiten würden, zu denen viel weniger Lagerflächen kamen.
Wir entsorgten alte Ordner mitsamt ihrem Inhalt und Stapel von Fachzeitschriften. Wir warfen Dinge weg, die zwar interessant oder auch schön waren, für die wir aber keinen Platz mehr finden würden. Die alte Kaffeemaschine kam in eine Box, ebenso Stehsammler für Zeitschriften oder mehrere Jahrgänge der »bild der wissenschaft«.
Wir warfen auch Dinge weg, die nichts mit PERRY RHODAN zu tun hatten, die wir aber immer aufgehoben hatten, weil sie quasi »neben« unserer Arbeit standen: zu Serien und Reihen wie »Seewölfe« und »Kommissar X« beispielsweise. Das war nicht immer einfach, aber wir standen unter Zeitdruck.
Und jetzt sind die Flure leer, und in den Büros blieb nur der Staub zurück ...
17 November 2021
Kurzer Besuch aus Frankreich
Wir saßen im neuen Besprechungsraum zusammen, den die Kolleginnen erst unlängst eingerichtet hatten. Vor dem schönen Hintergrund unserer Vitrinen machte der Besuch gleich doppelt Spaß; als Gastgeschenke brachten die Fans aus Frankreich nicht nur eine wunderbare Geschenkpackung mit Schokolade mit, sondern auch ein schönes Modell der BASIS. Das werde ich bei Gelegenheit genauer zeigen.
Bei unserem Gespräch ging es um allgemeine Dinge, natürlich auch um die gesundheitliche Situation in beiden Ländern. Wir diskutierten über die Fan-Szene in Deutschland und Frankreich, mögliche Wege für PERRY RHODAN in Frankreich und gemeinsame Aktivitäten. (Das Foto schoss Janina Zimmer. Am Termin nahm auch Sabine Kropp teil.)
16 November 2021
Im ewigen Krieg
Die Autorin zeigt Atlan in einer Rolle, in der ich ihn immer mag: Er muss Entscheidungen fällen, er muss sich in einer kritischen Situation bewähren, und der muss dafür sorgen, dass den Leuten in seiner Begleitung nichts passiert. Ob er das hinbekommt und mit welchen Problemen sich der Arkonide herumschlagen muss, werde ich an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten …
15 November 2021
Achim Mehnert wäre 60 Jahre alt
In den 90er-Jahren trennten sich unsere Wege etwas. Achim hatte eine Reihe unterschiedlicher Berufe, in denen er nie so richtig glücklich schien, und schrieb nebenbei Kurzgeschichten sowie Romane. Irgendwann war er als freier Schriftsteller aktiv, vor allem für verschiedene Serien, etwa für »Ren Dhark«. Ich wurde währenddessen Redakteur für die PERRY RHODAN-Serie.
Wir arbeiteten immer mal wieder zusammen. Achim schrieb für die PERRY RHODAN-Taschenbücher, für PERRY RHODAN-Action und ATLAN sowie diverse andere Serien, die wir veröffentlichten. Unser Verhältnis war nicht mehr so eng – es war »professionell«. Das war vielleicht ein Fehler.
Als Achim im Jahr 2018 starb, war es wie ein Schock für mich. Dass er schon sechzig Jahre alt geworden wäre, ist traurig. Mit ihm ist der Science-Fiction-Szene ein Autor und ein Fan zugleich verloren gegangen.
13 November 2021
Mehrumfänge und Leserseiten
Da muss der Redakteur ran. Es ist für mich – um es persönlich zu machen – kein großes Problem, einen Roman einzukürzen. Entweder streicht man dezent, sprich, man immer mal wieder ein Wort oder einen Satzbestandteil raus. Wenn das gut gemacht wird, fällt es nicht aus. Manchmal habe ich in früheren Jahren szenenweise gekürzt; dabei fallen allerdings vor allem die schönen Szenen der Kürzung zum Ofer. (Warum das so ist, erzähle ich zu einer anderen Gelegenheit.)
Mittlerweile sehe ich das anders. Ist ein Roman sehr gut, ist er mir im Zweifelsfall wichtiger als das Glossar oder die Leserseite. Dann entscheide ich mich gegen das Kürzen und für den Roman, bin dann lieber dafür, dass die Leserseite entfällt. Die Geschichte ist letztlich wichtiger. Aber das ist die Ausnahme und soll auch die Ausnahme bleiben ...


















