30 Oktober 2026

Sturm der Zaliden

In dieser Woche erscheint der dritte Roman des »Chroniden«-Zyklus: Marie Erikson verfasste mit »Sturm der Zaliden« den zweiten Teil ihres Doppelbands, den ich richtig spannend fand. Die Autorin stellt Perry Rhodan und seine Begleiterinnen vor eine Reihe von Herausforderungen, die nur teilweise zu lösen sind – die Menschen geraten in einen Konflikt, der schon lange schwelt und in dem sie sich behaupten müssen.

Mir gefiel sehr gut, wie die Autorin unsere Helden schildert. Sie zeigt sie als durchsetzungsfähige Charaktere, die sich mal streiten, die ansonsten aber zusammenarbeiten, um sich gemeinsam gegen Bedrohungen zu stellen. Dabei verlieren sie ihre Ziele nicht aus den Augen – sie bilden ein richtig gutes Team.

Nachdem wir im vergangenen Zyklus vor allem gegen Ende eine Reihe von kosmischen Szenarien hatten, gibt es nun klassisches Science-Fiction-Abenteuer: Menschen von der Erde bewegen sich durch eine fremdartige Umgebung, sammeln Informationen und treffen dabei auf unterschiedliche Außerirdische.

Mir gefällt schon immer, dass PERRY RHODAN immer verschiedene Ebenen in sich vereint: Es gibt Romane voller kosmischer Höhenflüge, es gibt Begegnungen mit fremdartigen Lebewesen, und es gibt handfeste Abenteuer. Marie Erikson reiht sich hervorragend in diese Tradition ein, finde ich.

29 Oktober 2026

Erster Schritt zu den Clubnachrichten

Im April 1986 erschien der PERRY RHODAN-Roman »Das Barbarentor«, verfasst von H. G. Francis. Horst Hoffmann, der damalige PERRY RHODAN-Chefredakteur, stellte im Report – also in der redaktionellen Beilage im Mittelteil des Heftes – einen neuen Mitarbeiter der Serie vor. Das war ich, damals gerade mal 22 Jahre alt geworden und eigentlich freier Mitarbeiter bei der örtlichen Tageszeitung.

Ich sollte ab sofort die PERRY RHODAN-Clubnachrichten übernehmen, so wurde ich angekündigt, und »neu in Schwung bringen«. Was ich dabei alles genau machen sollte, war noch nicht klar definiert – vor allem dachte niemand daran, dass ich diese Aufgabe alles in allem gut 16 Jahre lang machen sollte.

Die neue Aufgabe war das Ergebnis eines Besuchs, den ich mit Armin Reichrath in der damaligen Verlagsgruppe Pabel-Moewig absolvierte. Wir wollten die Zusammenarbeit zwischen der Redaktion und unserer Zeitschrift SAGITTARIUS intensivieren.

Am Ende des Tages war ich freier Mitarbeiter der PERRY RHODAN-Redaktion sowie der Public-Relations-Abteilung des Verlags. Für deren Zeitschriften sollte ich Texte verfassen; man benötigte jemanden, der schnell Texte zu aktuellen Büchern schreiben konnte ...

28 Oktober 2026

Sandal Tolk und Exota Alpha

Ein Logbuch der Redaktion

Der »Schwarm«-Zyklus gehörte mit zu den ersten Bestandteilen der PERRY RHODAN-Serie, die ich in meiner Jugend kennenlernte. In jenem Sommer 1977 schmökerte ich im »Blues«-Zyklus, dann entdeckte ich die »Meister der Insel«-Geschichten und die »Schwarm«-Romane, alles nur in einzelnen Romanen, zwischen denen sich große Lücken auftaten.

Aber ich war jung und leicht zu begeistern; und so gab es in diesem Zyklus eine Figur, die mich besonders faszinierte. Das war Sandal Tolk, der selbst noch ein Jugendlicher war, aber im Gegensatz zu mir unglaubliche Abenteuer erlebte. Ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige PERRY RHODAN-Leser war, der sich mit diesem »Helden« identifizieren konnte.

Die Figur war eine, wie sie nur Hans Kneifel erfinden und beschreiben konnte: ein jugendlicher Kämpfer, angesiedelt an der Grenze zwischen Science Fiction und klassischem Abenteuer, aufbrausend und tapfer, manchmal übertrieben in seinen Handlungen und doch wichtig vor allem für den klassischen »Schwarm«-Zyklus, also die Romane mit den Bandnummer 500 bis 569.

Dort taucht Sandal Tolk bekanntlich zum ersten Mal auf. Sein Heimatplanet ist den Invasoren aus dem Schwarm zum Opfer gefallen, es gab zahlreiche Tote; auch seine Familie wurde von den Soldaten des Schwarms ermordet. Sandal Tolk schwört Rache und nimmt den Kampf auf: mit Pfeil und Bogen gegen Lebewesen, die Energiewaffen besitzen – und erstaunlicherweise bleibt Tolk immer siegreich.

In der Folge schließt er Freundschaft mit den Terranern, aber auch mit Atlan, dem erfahrenen Arkoniden, der ihn ein wenig unter seine Fittiche nimmt. Sandal Tolk reist über verschiedene Welten, lernt mehr über kosmische Zusammenhänge, behält aber seinen Hass bei. So ist er beispielsweise mit Pfeil und Bogen in einem Raumschiff unterwegs, wo er gegnerische Soldaten erbittert bekämpft.

Man täte Sandal Tolk und seinem Autor aber unrecht, würde man ihn auf die Rolle des Rächers reduzieren. Hans Kneifel verfolgte zu Beginn der 70er-Jahre anscheinend die Mission, mehr Kultur und andere Aspekte in die PERRY RHODAN-Serie zu bringen.

Auf einmal spielten Musik und Malerei eine Rolle, zitierten die Figuren Schriftsteller oder Künstler, gab es sarkastische oder gar zynische Sprüche und wurden vor allem auch emotionale Verwicklungen angedeutet. Über mehrere Romane hinweg schildert Kneifel – und das war damals weder von den Lesern noch vom Verlag geschätzt oder gewünscht –, wie Sandal Tolk sich in eine attraktive Terranerin verliebt und die beiden später ein Paar werden. Sogar in Heftromanen wandelte sich um diese Zeit die Art und Weise, wie Frauen dargestellt wurden, wenngleich sich der Autor noch nicht von den Klischees »von früher« lösen konnte.

Als ich die Romane in den 80er-Jahren ein zweites Mal las, fand ich sie nicht mehr so toll. Ich war älter geworden, hatte andere Science Fiction kennengelernt und empfand Sandal Tolk und seine Abenteuer auf einmal nicht mehr als zeitgemäß. Schaue ich mir die Geschichten heute an, mit dem Abstand mehrerer Jahrzehnte, kann ich gut nachvollziehen, warum sie mich anfangs faszinierten und später eher irritierten – mit Mitte zwanzig interessierten mich nun mal andere Dinge, und ich hatte einen anderen Blick auf die Realität und die Fiktion.

Hans Kneifel wollte übrigens nicht gleich von Sandal Tolk lassen, auch nicht nach dem Ende des »Schwarm«-Zyklus. Der junge Krieger hatte noch Auftritte im »Altmutanten«-Zyklus, bevor er aus der Heftromanserie verschwand und in den Planetenromanen auftauchte: in einem klassischen Doppelband, der ein typisches Abenteuer jener Zeit erzählt. Den las ich anfangs der 80er-Jahre ebenfalls, und ich erinnere mich daran, dass er mir viel Vergnügen bereitete.

»Kampf um Exota Alpha« wurde im November 1973 mit der Bandnummer 121 veröffentlicht, eineinhalb Jahre, nachdem der »Schwarm«-Zyklus in den Heftromanen zu Ende erzählt worden war. Direkt darauf kam »Der Herr von Exota Alpha« in den Handel – der Planetenroman mit der Bandnummer 122 lag im Dezember 1973 in den Zeitschriften- und Bahnhofsbuchhandlungen aus.

Beide Romane sind im Stil der damaligen Zeit verfasst. Als wir uns die Bände in der PERRY RHODAN-Redaktion anschauten, beschlossen wir, inhaltliche Aspekte, die uns heute veraltet vorkommen, in der klassischen Form zu lassen. Wir wollten bewusst nicht stark in den Text eingreifen. Geändert wurde die Rechtschreibung – diese haben wir aktualisiert. Der klassische Text soll in seiner damaligen Form präsentiert werden. Ich bin sicher, dass das bei manchen Leserinnen und Lesern nostalgische Gefühle auslösen wird …

Beide Romane setzen noch einmal Sandal Tolk in Szene, neben ihm aber auch eine Reihe weiterer Figuren, die im »Schwarm«-Zyklus eigentlich nur in Hans Kneifels Romanen eine Rolle spielten. Edmond Pontonac, der wagemutige Raumfahrer, ist ebenso mit von der Partie wie Joaquin Manuel Cascal, der spöttische Abenteurer, und natürlich Chelifer Argas, die in diesen Romanen bereits Sandal Tolks Frau geworden ist und ihrer eigenen Mission folgt. Bekannte Figuren wie Perry Rhodan und Atlan, Roi Danton und Reginald Bull haben ebenfalls Auftritte.

Die beiden »Exota Alpha«-Romane sind typische Science-Fiction-Abenteuer, wie sie nur Hans Kneifel schreiben konnte. Sie bieten eine Ergänzung zum »Schwarm«-Zyklus, stehen aber komplett für sich allein.

Ich las sie als junger Leser sehr gern, und ich bin mir sicher, dass sie heute einen gewissen Nostalgiefaktor aufweisen werden. Und wer Sandal Tolk noch nicht kannte, sollte zumindest einen Blick wagen: So sah die abenteuerliche Science Fiction der 70er-Jahre aus.

(Das Logbuch wurde im Oktober bereits auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.) 

23 Oktober 2026

Die Runen des Tartaros

In dieser Woche setzt ein Roman von Marie Erikson die Handlung um den unmöglichen Schacht fort, der sich auf der Erde geöffnet hat. Es ist – so viel sei verraten – der erste Teil eines Doppelbands, das Perry Rhodan und seine Begleiterinnen spannend in Szene setzt. Als ich »Die Runen des Tartaros« in Form des Manuskripts zum ersten Mal las, war ich von der Handlung sehr gefesselt, obwohl ich das Exposé bereits kannte.

Die Gegensätze zwischen der archaisch wirkenden Kultur, auf die Rhodan stößt, und der faszinierenden Technik, die über dem Niveau der Menschen zu stehen scheint, werden von der Autorin als großes Geheimnis präsentiert. Sie bleibt stets an der Seite ihrer Figuren, die unterschiedlichen Völkern entstammen, und schafft es so, auch ein interessantes Porträt des Tartaros zu liefern.

(Das Titelbild von Dominic Beyeler finde ich richtig stark, wenngleich es den Schacht nicht maßstabsgetreu darstellt. So etwas akzeptiere ich jederzeit, wenn das Bild an sich stark aussieht - und das tut es.)

22 Oktober 2026

Exposérunde in Rastatt

Es ist sinnvoll, wenn sich – vor allem bei einem so umfangreichen Projekt wie PERRY RHODAN – Autoren und Redaktion zusammensetzen und miteinander über verschiedene Themen diskutieren. Am Dienstag, 20. Oktober 2026, trafen sich deshalb Ben Calvin Hary, unser Chefautor, sowie Christian Montillon mit Madlen Bihr und mir in den Räumen der PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt.

Ein Grund, warum wir das machten, war tatsächlich auch die Pressearbeit. Unter anderem kam ein Journalist des Südwestrundfunks vorbei, um uns zu interviewen. Wir wurden dabei von Leonhard Beyrle unterstützt, der in der Nähe von Rastatt wohnt und in der PERRY RHODAN-FanZentrale aktiv ist – das fand ich sehr nett von ihm.

Unsere eigentliche Arbeit ging so allerdings erst los, nachdem der Journalist das Haus verlassen. hatte. Wir sahen uns noch einmal den Abschluss des »PEGAOS«-Zyklus an und betrachteten die bisherige Arbeit am »Chroniden«-Zyklus. Vor allem aber sprachen wir über die konzeptionellen Ideen für die Romane ab Band 3450 – wenn wir im kommenden Herbst mit einem neuen Handlungsabschnitt beginnen wollen, ist es ja sinnvoll, schon jetzt erste Hinweise zu erarbeiten.

Es liegt nahe, dass ich an dieser Stelle nichts über die Inhalte unserer Besprechung schreiben werde. Wir warfen viele Ideen zusammen, wir diskutierten über redaktionelle Abläufe, und wir blickten auf das eine oder andere Lizenzprodukt.

Wieder einmal war die Besprechung viel zu schnell vorüber – beim nächsten Mal werden wir uns wohl wieder digital treffen ...

(Das Bild wurde von Sophia Roßnagel geschossen. Es zeigt – von links – Christian Montillon, Madlen Bihr, Ben Calvin Hary und Klaus N. Frick.) 

21 Oktober 2026

Berg der Schöpfung

Zu den großen Mythen der klassischen PERRY RHODAN-Serie gehört der Berg der Schöpfung. Ich weiß noch, wie eindrucksvoll ich die Szene damals fand, als ich den betreffenden Roman las. Grob vereinfacht ist das die zentrale Szene: Perry Rhodan könnte Aufschluss über das GESETZ und andere unglaubliche Geheimnisse des Kosmos erhalten, würde dabei aber sein Menschsein verlieren. Er entscheidet sich gegen das Wissen und für die Menschheit.

Das ist lang her – und bei PERRY RHODAN NEO gehen wir das Thema selbstverständlich anders an. Rüdiger Schäfer und Kai Hirdt, die beiden Exposéautoren, rühren aber wirklich an den Mysterien um das GESETZ, das in diesem Serienuniversum allerdings anders gelagert ist. Und natürlich ist das mit dem Berg der Schöpfung auch ein wenig anders ...

Rüdiger Schäfers Roman »Berg der Schöpfung« kommt in dieser Woche in den Handel. Es ist bereits der fünfte Band der laufenden »Entropia«-Staffel. Der Autor setzt Perry Rhodan selbst sowie seine Frau Thora ins Zentrum der Geschichte; sie werden auf einer fremden Welt mit einer uralten Wesenheit konfrontiert – gleichzeitig ringen Menschen um ihr Überlegen. 

Die Mixtur aus persönlichen Schicksalen und kosmischer Spannung hat mir bei der Lektüre des Manuskripts sehr gut gefallen. Der Autor kommt nicht nur mit der Figur der Arkonidin Thora sehr gut klar, sondern er schafft es immer wieder, auch Nebenfiguren einen großen Raum zu geben.  

20 Oktober 2026

Der »Chroniden«-Zyklus beginnt mysteriös

Ein Logbuch der Redaktion


In sechseinhalb Jahrzehnten wurden innerhalb der PERRY RHODAN-Serie mehrere Zyklen begonnen, also neue Handlungsabschnitte des großen Zukunftsepos. Die sogenannten Jubiläumsbände, also Romane, die eine »doppelte Null« in der Bandnummer haben, leiten meist in den Zyklus ein – und meist sorgen sie durch eine effektvolle Geschichte dafür, dass weitere Geschehnisse in Gang gesetzt werden.

»Die Straße nach Andromeda« stellt einen Haluter vor und endet damit, dass Perry Rhodan und seine Gefährten in eine fremde Galaxis geschleudert werden – damit beginnt der legendäre »MdI«-Zyklus. »Sie kamen aus dem Nichts« erzählt, wie der Schwarm die äußeren Regionen der Milchstraße erreicht – der »Schwarm«-Zyklus fängt mit einer Katastrophe an.

Spätere Jubiläumsbände wie »Laire« oder »Die Kaiserin von Therm« erzählten große kosmische Geschichten, sie sind gewissermaßen Ausnahmen. Die meisten Jubiläumsbände erzählen vom Aufbruch der Terraner in eine fremde Umgebung, oder sie zeigen, wie Unbekannte die Erde erreichen, wodurch sich einiges verändert.

Und nun beginnt der »Chroniden«-Zyklus – allerdings auf eine Weise, die wir so noch nie hatten. Auf der Erde öffnet sich ein Schacht, mitten im Indischen Ozean. Dieser Schacht ist so tief, dass es ihn eigentlich nicht geben dürfte. Aber durch sein Auftauchen werden Ereignisse ausgelöst, die für Perry Rhodan und seine Gefährten in einer riskanten Mission gipfeln.

Den ersten Band des neuen Zyklus verfasste Christian Montillon. Sein Roman mit der Bandnummer 3400 trägt den Titel »Der ewige Sturz« und macht klar, wie die Situation auf der Erde ist. Er kommt am 16. Oktober 2026 in den Handel – ein spannender Roman mit viel Action und einer Reihe von Geheimnissen, die wir nicht gleich auflösen werden.

Wie es im Schacht weitergeht, zeigt der Folgeband. Verfasst wurde er von Marie Erikson, und es ist der erste Teil eines Doppelbandes. In »Die Runen des Tartaros« schildert die Autorin die Expedition, an der sich Rhodan und seine Gefährten eher unfreiwillig beteiligen. Sie stellt diverse Aliens vor und macht klar, welche Konflikte im Schacht herrschen.

Ihr Roman mit der Bandnummer 3401 wird zum 23. Oktober 2026 veröffentlicht. Ich fand ihn richtig spannend: eine mitreißende Abenteuergeschichte, in der sich Rhodan und seine Gefährten in besonderer Weise bewähren müssen.

Bereits eine Woche später erscheint die Fortsetzung: »Sturm der Zaliden« spielt ebenfalls in den Tiefen des mysteriösen Schachts. Perry Rhodan und seine Gefährten bekommen weitere Informationen, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, um ihr Leben zu kämpfen. Um einen gefangenen Menschen zu befreien, verbündet sich Rhodan sogar mit Lebewesen, die ihm nicht unbedingt sympathisch sind.

Mir gefiel bei diesem Roman, der mit der Bandnummer 3402 ab dem 30. Oktober 2026 erhältlich sein wird, wie geschickt es Marie Erikson schafft, die unterschiedlichen Charaktere glaubhaft darzustellen. Nicht Perry Rhodan allein ist der »Held« ihres Doppelbandes, es sind vielmehr seine Gefährten, die über sich hinauswachsen müssen.

Danach übernimmt Ben Calvin Hary. Unser Chefautor stellt die »Rebellen des Tartaros« vor – so zumindest lautet der Titel seines Romans. Die Umgebung, durch die sich seine Figuren bewegen, ist häufig düster und vor allem gefährlich. Nur langsam erhalten die »Helden« seines Romans die entscheidenden Informationen, die klarmachen, welchen Sinn der Schacht hat – oder einmal gehabt hat.

Band 3403 wird am 6. November 2026 publiziert. Es ist übrigens der erste Teil eines Doppelbandes. Wie es aber im folgenden Band weitergeht, den ebenfalls Ben Calvin Hary verfasst hat, erzähle ich im nächsten oder übernächsten Logbuch – versprochen!

Mit den ersten vier Bänden des neuen Zyklus haben wir einen dynamischen Einstieg, wie ich finde. Die kosmischen Geheimnisse werden am Rand erwähnt, sie bilden nicht das Zentrum der Handlung. Es wird immerhin klar, dass es Zusammenhänge zwischen dem Schacht und der Menschheit gibt. Aber bis sie mehr erfahren, müssen die Menschen den Schacht gründlicher erforschen …

(Dieses Logbuch der Redaktion wurde Anfang Oktober auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.)

19 Oktober 2026

Der ewige Sturz

Jemand fragte mich dieser Tage, ob es nicht irgendwann langweilig werde, immer wieder neue Romane zu veröffentlichen. Ich war wegen dieser Frage zuerst verblüfft, schüttelte dann aber den Kopf: Da jeder Roman anders sei, so meinte ich, sei der Job nie langweilig. Vor allem die Jubiläumsbände unterschieden sich doch sehr.

Schaue ich mir den aktuellen Jubiläumsband an, kann ich meiner eigenen Aussage nur zustimmen. »Der ewige Sturz« von Christian Montillon ist bereits am Wochenende erschienen, mit ihm eröffnen wir den »Chroniden«-Zyklus. Und wir machen dabei etwas, das sonst sehr unüblich ist.

Ein Zyklus in unserer Serie beginnt entweder damit, dass ein Besucher auf der Erde landet und damit außergewöhnliche Ereignisse auslöse – oder dass Terraner unterwegs im All sind und dort auf neue Gegebenheiten treffen. (Ausnahmen bestätigen die Regel, ich weiß; dabei muss ich nur an »Aphilie« denken.)

Diesmal geht’s nicht in die Ferne, sondern in die Tiefe: Der unendlich wirkende Schacht, der sich auf einmal im Indischen Ozean auftut, erweist sich als ein Gebilde, das sich mancher Logik entzieht. Was dann genau geschieht, will ich an dieser Stelle nicht erzählen – das steht ja im Roman –, aber ich fand diesen anderen Ansatz sowohl spannend als auch interessant erzählt.

Mit Christian Montillons Roman setzen wir zu einem neuen Sprung über fünfzig Bände hinweg an. Der Zyklus gehört zum »Elysion«-Komplex, das ist klar, bietet aber eigene Schwerpunkte und steht für sich. Ich bin gespannt, wie das alles bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird.

(Dieses Empfinden habe ich allerdings immer. Langweilig wird das allerdings auch nie.)

16 Oktober 2026

Interview mit dem Raketenheftleser

Seit einiger Zeit betreibt Jose Moser den Videoblog – meinetwegen auch Video-Podcast – mit dem schönen Titel »Raketenheftleser«. In diesem stellt er allerlei Autorinnen und Autoren vor, mit denen er teilweise sehr ausführliche Interviews führt.

Vor einigen Tagen war ich bei ihm zu Gast. Eigentlich hatten wir geplant, nur etwa eine halbe Stunde lang zu plaudern, aber dann wurde es doch eine volle Stunde. Josef Moser fragte mich allerlei Dinge, und ich beantwortete sie vom Büro aus.

Wenn man ins Plaudern gerät, werden manche Antworten halt länger als geplant. Ich erzählte von meiner Arbeit und vom kommenden PERRY RHODAN-Zyklus, verwies aber auch mal auf die Anfänge meiner Tätigkeit und darauf, dass sich bei kreativen Leuten immer wieder die Richtungen ändern können: Es geschah nicht nur einmal, dass ein Handlungsablauf geändert wurde, weil andere Ideen aufkamen oder sich die Autorinnen und Autoren lieber mit anderen Themen beschäftigten …

Ich mochte das Interview sehr. Und ich wünsche ihm möglichst viele Leute, die es anschauen und sich mit Kommentaren daran beteiligen.

15 Oktober 2026

Ein Monatsmeeting im Oktober

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich« 

Nachdem die Vorschläge der PERRY RHODAN-Redaktion im September so gut angekommen waren, ging ich am Mittwoch, 25. Oktober 2006, mit positiven Erwartungen in die Besprechung des Moewig-Buchverlags. Ich hatte einige Ausdrucke von Anzeigen und Entwürfen bei mir, ebenso einige Notizen, die ich mir auf der Buchmesse gemacht hatte.

An diesem Tag war PERRY RHODAN nur einer von vielen Punkten, die die Kolleginnen und Kollegen besprachen. Wie immer saßen Lektorat und Vertrieb, Marketing und Herstellung, Geschäftsführung und Buchhaltung an einem Tisch und diskutierten rege. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, unser Geschäftsführer sei »nicht ganz dabei«, aber das führte ich auf einen anstrengenden Tag zurück.

Vier Paperbacks im Frühjahr


Im allgemeinen Bereich der Konferenz wurden die aktuellen Sachbücher besprochen, die als Bildbände erscheinen sollten. Ebenso ging es um Kochbücher und Rätselbände, angedacht waren neue Titel im Bereich der »Phänomene« – das waren beispielsweise Bücher zu Themen wie Astrologie oder Esoterik – in der Diskussion. Ich hielt mich zurück und sagte dazu nie etwas; üblicherweise nahm ich an diesen Teilen der Besprechung sowieso nicht teil und wurde erst dazu gerufen, wenn es um PERRY RHODAN ging.

Das war aber nicht unwichtig, schließlich wollten wir im kommenden Jahr mit unseren Titeln richtig durchstarten. Als es um unsere Themen ging, wurde zudem Klaus Bollhöfener vom Marketing hinzugebeten. Es wäre unsinnig gewesen, hätte ich über das Marketing und die optische Gestaltung referiert, die ja seine Arbeitsbereiche waren.

Noch einmal diskutierten wir über die geplanten Paperbacks: Im März sollte es mit dem »Meister der Insel«-Zyklus losgehen. Klaus Bollhöfener stellte die Optik und Gestaltung der neuen Reihe vor, die auf Entwürfen von Dirk Schulz und dessen Agentur Animagic beruhten. In der Runde gab es keinerlei grundsätzlichen Einwände. Ich erwähnte allerdings, dass einige Außendienstkollegen des Buchvertriebs auf der Buchmesse durchaus Kritik an Details gehabt hatten – das fanden die anderen aber nicht so wichtig.

Vereinbart wurde, »nur die ersten vier Bücher sowie das Rückenbild« in den Katalog für das Frühjahrsprogramm zu packen und auch nur diese bei der Vertretertagung vorzustellen. Klaus erhielt den Auftrag, die Druckdaten für die Umschläge anfertigen zu lassen. Sabine Kropp sollte sich um die herstellerischen Details kümmern – von den Rückentexten bis hin zum neuen Impressum.

»BARDIOC« im Blick

Klaus Bollhöfener und ich erklärten die werblichen Argumente für den Herbst 2007; das Jubiläum bei den Silberbänden sollte im Vordergrund stehen. Klaus stellte vor allem die Optik und Gestaltung des Jubiläumsbandes 100 vor: Wir würden weiterhin den Sammlermarkt im Blick behalten und wollten keine grundsätzlichen Änderungen beim Cover vornehmen, den Innenteil aber vorsichtig »aufhübschen«.

Parallel zum Jubiläumsband 100 wollen wir einen »BARDIOC«-Band in besonderer Optik herausbringen; zu einem marktgängigen Höchstpreis von 19,90 Euro. Klaus und ich brauchten einige Zeit, bis alle im Raum verstanden hatten, was wir eigentlich planten; dann fanden sie es gut.

Klaus erhielt den Auftrag, die Optik weiterzuentwickeln, während sich Sabine Kropp um ergänzende Texte sowie den eigentlichen Inhalt kümmern sollte. Zudem sollte sie dafür sorgen, dass die Buchhaltung möglichst schnell alle Daten bekam, um das Buch vernünftig kalkulieren zu können.

Weitere Ideen

Ich stellte meine Überlegung vor, einen PERRY RHODAN-»Klopper« zu veröffentlichen. Dieser sollte parallel zum Start der »Meister der Insel«-Paperbacks erscheinen: »Wir nehmen sechs Taschenbücher, die mit dem Thema im Zusammenhang stehen, und packen die in ein Paperback«, schlug ich vor. »Das hat dann rund 900 Seiten; man spricht damit eine andere Zielgruppe an.« Ich berichtete von meinen Gesprächen mit den Kollegen aus dem Heyne-Verlag, die mir erzählt hatten, dass die »Klopper« – so nannte man diese dicken Bücher – ein anderes Publikum hätten als gewöhnliche Taschenbücher.

Begeisterung löste ich damit keine aus. »Das ist too much«, argumentierte unser Vertriebsleiter. »Das nimmt der Markt nicht auf.« Wir sollten für so ein dickes Buch aber ein weitergehendes Konzept und eine Kalkulation erstellen – das könnte im Verlauf des Jahres 2007 eventuell doch interessant werden.

Ich erwähnte darüber hinaus den anhaltenden Fantasy-Boom – Heyne, Bastei Lübbe, Piper, Klett-Cotta und andere auch veröffentlichten neue Fantasy-Romane – zu nutzen und klassische MYTHOR-Romane wie etwa den »Schattenland«-Zyklus als Taschenbuch neu aufzulegen. Das lehnte der Vertrieb ab, Fantasy sei kein interessantes Thema.

Klaus Bollhöfener und ich verließen in einer sehr guten Stimmung das Monatsmeeting des Buchverlags. Für uns sah es so aus, als könnten wir 2007 mit den PERRY RHODAN-Büchern noch einmal durchstarten und vor allem endlich neue Dinge angehen. (Spoiler: Wie sehr wir uns täuschten, sollten wir sechs Wochen später erfahren.)

(Dieser Text wurde bereits vor einigen Tagen auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.) 

14 Oktober 2026

1000 Romane am Stück

Fast schon zurückhaltend wird in diesen Tagen ein Jubiläum begangen, das ich schon ziemlich eindrucksvoll finde: Seit Band 2400 bringt unser Hörbuchpartner Eins A Medien die wöchentlichen PERRY RHODAN-Lesungen als Hörbücher in den Handel. Das heißt: Jede Woche wird ein Hörbuch veröffentlicht, jede Woche sitzt ein Sprecher vor dem Mikrofon, jede Woche arbeiten unterschiedliche Menschen daran, dass die Sprachqualität stimmt und die Datei hinterher vernünftig auf den Plattformen zu hören ist.

Ich finde das sehr beeindruckend. Die Kolleginnen und Kollegen von Eins A Medien machen da einen hervorragenden Job. 

Seit wir die Zusammenarbeit begonnen haben – es war zu Beginnd der Nuller-Jahre – sind natürlich weitaus mehr Hörbücher bei den Kölnern erschienen: Eins A Medien publiziert auch die Hörbücher zu den Silberbänden, zu den Miniserien und zu PERRY RHODAN NEO; dazu kommen ATLAN-Miniserien oder Taschenbuch-Staffeln.

Zuletzt haben wir uns im Rahmen der Buchmesse mit Eins A Medien getroffen. Es gibt neue Ideen und Vorschläge, und ich bin gespannt, wie diese sich umsetzen lassen. Es kommt noch einiges im Audiobereich auf uns zu! 

13 Oktober 2026

Exodus

Bei manchen Titeln unserer Romane ist es einfach, sie festzulegen; zumindest relativ: Man weiß schließlich, welche Figuren im Roman auftauchen, und man weiß auch, an welchem Schauplatz der Roman spielt – da lässt sich leicht etwas arrangieren. Sowohl für den Anfang als auch für das Ende eines Zyklus finde ich das allerdings nie so einfach.

Das merkte ich bei dem Roman, der in der vorigen Woche erschienen ist. »Exodus« von Oliver Fröhlich schließt den »PEGASOS«-Zyklus ab. Noch einmal müssen viele Handlungselemente aufgebaut und zu Ende gebracht werden, noch einmal spitzen sich die Dramen auf der Erde und auf der Kunstwelt namens Wanderer zu. Aber wie packt man das in einen Titel, der spannend sein soll, aber eigentlich nichts verraten darf?

Der Autor selbst kam auf den Titel. »Exodus« fasst zumindest einen Teil des Inhalts sehr gut und sehr klar zusammen. Das Drama im Inhalt wird angerissen, das Titelbild von Dirk Schulz bietet die entsprechende Ergänzung.

Ich finde: Der Titel passt.

Und ich habe mich bei der Lektüre des Manuskripts sehr gut unterhalten – vor allem bei jenen Szenen und Kapiteln, die nicht durch die Struktur des Exposés vorgegeben, sondern vom Autor komplett frei erarbeitet worden sind.

12 Oktober 2026

Kurz nach der Buchmesse 2026

In früheren Jahren schaffte ich es immer wieder, während der Frankfurter Buchmesse an meinen Computer zu gehen und mich irgendwie zu äußern. Meist schrieb ich pro Tag einen Text für den Redaktionsblog und einen Text für meinen privaten Blog. Als wir noch ein relevantes Forum hatten, schrieb ich zudem regelmäßig Zwischendurch-Informationen für die Foristas, die allerdings nur wenig Resonanz fanden.

2026 schaffte ich das nicht, obwohl ich viele Termine hatte und es einiges zu berichten gäbe. (Vielleicht reiche ich ein Logbuch der Redaktion nach.) Ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen den einen oder anderen kleinen Messerückblick aus Sicht der Redaktion und des PERRY RHODAN-Teams schaffe.

Nur so viel: Sowohl die eigentliche Buchmesse als auch der BuchmesseCon haben mir sehr gut gefallen. Für PERRY RHODAN waren es gute und sinnvolle Veranstaltungen. Es gab viele positive Impulse für uns – und das freut mich immer.

07 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 2

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

So konnten wir recht schnell zur nächsten Position übergehen, dem Blick in die nahe Zukunft. Überraschend schnell wurde mein Vorschlag angenommen und entsprechend fixiert: Im Frühjahr 2007 sollte der »Meister der Insel«-Zyklus als Paperback-Ausgabe bei Moewig veröffentlicht werden. Die grundsätzliche Konzeption hatte überzeugt, die ersten Entwürfe für die Titelbilder ebenfalls.

Dirk Schulz hatte sich an den bisherigen Paperbacks orientiert, und wir fanden die Bilder allesamt gelungen. Aber es war klar, dass noch ein Feinschliff erfolgen sollte.

»Klaus Bollhöfener kann bereits mit der Gestaltung beginnen«, notierte ich mir. »Diese werden wir dann beim Außendienst-Meeting im November präsentieren.« Gemeint war die Tagung der Buchvertreter, die letztlich dafür sorgten, dass neue Bücher gut in den Buchhandlungen platziert wurden.

Unklar war noch die Taktung: Ich schlug vor, zwei Bände im Frühjahr zu veröffentlichen und immer dann, wenn ein neuer Silberband in den Handel kam, zwei neue Paperbacks als Ergänzung zu bringen. »Die Buchhandlungen erhalten ohnehin schon den Silberband«, argumentierte ich. »Da fällt es ihnen leicht, weitere PERRY RHODAN-Titel zu bringen.«

Der Vertrieb dachte laut darüber nach, sogar jeden Monat ein Buch zu publizieren. Die Lektoren waren skeptisch, ob das nicht zu viel sei. Und der Geschäftsführer plädierte für einen »Vorbehalt«: Wir müssten bereit sein, die Reihe notfalls einzustellen, wenn sie nicht gut laufe, und müssten dann eben die Prügel der Fans riskieren. Und die Kollegin aus der Buchhaltung wies nachdrücklich darauf hin, dass wir nur ein kleines Marketing-Budget für die gesamte Reihe hätten.

Die Silberbände

In der Folge ging es um die klassischen PERRY RHODAN-Silberbände. Der Vertrieb fand die Gestaltung zu »altmodisch« und wollte sie behutsam ändern. Ich wollte die Sammler allerdings nicht vergrätzen. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, das Thema in den Oktober und auf die Zeit nach der Buchmesse zu verschieben. Sabine Kropp, die für die Bücher verantwortlich war, und Klaus Bollhöfener vom Marketing sollten sich bis dahin über eine Neugestaltung weitere Gedanken machen.

Mein Thema war eher das Projekt einer PERRY RHODAN-Luxusausgabe: Ich wollte einen Hardcover-Band mit Schutzumschlag herausgeben; mein Vorschlag war, den anstehenden Jubiläumsband 100 als Test zu nehmen.

Der von mir geplante Preis von 19,90 Euro wurde von unserem Geschäftsführer als »viel zu niedrig« bezeichnet. Meine Argumentation, man müsste bei so einem Buch schon schauen, was vergleichbare Bücher im Handel kosten, wurde als »unnötiger Vergleich« vom Tisch gewischt. Ich bemerkte, dass ich an dieser Stelle noch eine Reihe von Diskussionen vor mir hatte.

Eventuell »Klopper«

Ich hatte für meine Präsentation einige PERRY RHODAN-Ausgaben am Tisch verteilt, die wir mit den Kollegen des Heyne-Verlags herausgebracht hatten. Der Vertriebsleiter war vor allem von der dicken »Odyssee«-Sammelausgabe begeistert. »So etwas könnten wir auch verkaufen, da ist der Preis super. Können wir nicht einfach so einen PERRY RHODAN-Zyklus in ein Buch packen?«

Ich argumentierte, dass das nicht so einfach sei, versprach aber, mir über diese Idee weitere Gedanken zu machen. Wir könnten ja sechs der klassischen PERRY RHODAN-Taschenbücher – etwa die Michael-Rhodan-Romane von Ernst Vlcek – in ein dickes Buch packen. Dann hätten wir den gewünschten »Klopper«, wie man in der Buchbranche solche Bände nannte. Von der Produktion her wäre so etwas gut zu machen.

Am Ende verließ ich das Monatsmeeting des Buchverlags wieder mit gemischten Gefühlen. Manche Kommentare hatten mich geärgert, das Ergebnis in Sachen »Meister der Insel« aber sehr gefreut. Wenn alles gut ging, so überlegte ich mir, würden wir in einem Jahr zwölf neue PERRY RHODAN-Paperbacks im Handel haben. Und dann könnte man weitersehen.

In Gedanken schmiedete ich bereits weitere Pläne, wie man PERRY RHODAN bis zum Jubiläum im Jahr 2011 weiter im Buchhandel entwickeln könnte. An Ideen mangelte es in der Redaktion und im Autorenteam schließlich nicht …

(Dieser Text erschien bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)

06 Oktober 2026

Sternendämmerung

Ein Roman, verfasst von zwei Autoren: In dieser Woche veröffentlichen wir »Sternendämmerung«, der von Thorsten Schweikard und Oliver Müller verfasst worden ist. Das wunderschöne Titelbild von Dirk Schulz greift eine Idee der beiden Autoren auf und spielt auf eine der allerersten Szenen des Romans an – ich finde es gut, dass wir ein ruhiges Motiv haben und keine Weltraum-Action zeigen.

Tatsächlich gibt es die Action in diesem Roman gleich in mehreren Kapiteln. Die Handlung spielt auf zwei Ebenen: Eine davon ist in den Tiefen der Milchstraße angesiedelt, die andere im Solsystem und seiner Umgebung. Gegnerische Raumschiffe greifen die Erde an, es kommt zu erbitterten Kämpfen. Auch an anderen Schauplätzen spitzt sich die Lage zu.

Die beiden Autoren arbeiteten bei ihrem Roman eng zusammen. Zwar hatte jeder seine eigene »Spielwiese«; ich fand allerdings, dass diese harmonisch zusammenwuchsen. Wüsste man es nicht, würde man nicht bemerken, dass zwei unterschiedliche Menschen an diesem Text arbeiteten – und das finde ich zusätzlich spannend ...

05 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 1

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Die Kolleginnen und Kollegen des Buchverlags saßen in den Nuller-Jahren einmal im Monat zu einer Konferenz zusammen: der Vertrieb und das Lektorat, das Marketing und die Herstellung, die Geschäftsführung und jemand aus der Buchhaltung. Besprochen wurden bei diesem Treffen – man nannte es schlicht das »Monatsmeeting« – die geplanten Bücher, die Verkaufszahlen oder auch der Buchmessestand.

Meist ging es dabei um das allgemeine Programm des Moewig-Buchverlags; ich wurde gelegentlich eingeladen, wenn es um PERRY RHODAN ging. Und meist hielten sich meine »Auftritte« in Grenzen. Am Mittwoch, 20. September 2006, war ich aber lange im Kreis der Kolleginnen und Kollegen – an diesem Tag bildete PERRY RHODAN einen Schwerpunkt.

Ich empfand die Diskussion als sehr konstruktiv. Vor allem die Kollegen aus dem Vertrieb, die sonst oft kritisch gegenüber unserer Serie waren, begrüßten die Ideen, die ich vortrug. Der Geschäftsführer fühlte sich an manchen Stellen überfordert, für ihn musste ich die Präsentation später wiederholen.

Der »Plophos«-Vierteiler

Aktuell waren zu dieser Zeit die Paperbacks des »Plophos«-Vierteilers im Handel. Wir hatten im September 2006 – also zum »kleinen« Serienjubiläum – die ersten zwei Bände veröffentlicht; die Folgebände waren für das Frühjahr 2007 geplant. Innerhalb kurzer Zeit hatten wir jeweils einige tausend Paperbacks verkauft, worauf der Vertrieb sehr stolz war.

»Man muss natürlich sehen, ob und wie sie im Handel abfließen«, sagte der Vertriebsleiter kritisch. »Aber die Bücher stehen in den Science-Fiction-Abteilungen der Buchhandlungen, das ist ein guter Start.«

Wir vereinbarten weitere Aktionen. Ich notierte mir einen Auftrag für Klaus Bollhöfener: »Faxversand an die Buchhändler anleiern.« Nach wie vor mochten es die Leute in den Buchgeschäften, von den Verlagen mit Werbung und Informationen über das Faxgerät versorgt zu werden.

Ich zeigte Ausdrucke der Anzeigen, die wir in den PERRY RHODAN-Heftromanen veröffentlichten. Das kam ebenfalls gut an.

Der »Schwarm«-Zyklus

Noch einmal wurde über den »Schwarm«-Zyklus diskutiert. Wir hatten im Frühling des Vorjahres damit begonnen, diesen klassischen Zyklus in Form von Paperbacks erneut zu veröffentlichen. Dabei hatten wir die Druckvorlagen der Silberbände genommen, diese ein wenig an ein größeres Format angepasst und die Bücher dann drucken lassen. Das hatte gut funktioniert. Zwar wussten wir nicht, ob wir damit neue Leser angesprochen hatten, aber die Zahlen für die einzelnen Bände waren sehr erfreulich. Wir hatten innerhalb eines Jahres auf diese Weise einige zehntausend PERRY RHODAN-Bücher mehr verkauft.

Dazu gab es allerdings kritische Einwände. Buchhändler hatten einzelne Titel remittiert, die sie nicht verkauft hatten; auf diese Weise hatten wir einen recht hohen Lagerbestand angehäuft, der sich nur schleppend verringerte.

»Aus genau diesem Grund müssen wir weitere PERRY RHODAN-Zyklen auf diese Weise vermarkten«, argumentierte ich. »Wenn die Leute sehen, dass es da immer mehr gibt, interessieren sie sich auch für die bisherigen Zyklen.«

Der Vertriebsleiter stimmte mir zu. »Wir sollten auf jeden Fall weitermachen«, sagte er. »Die Paperbacks sind für PERRY RHODAN eine Verkaufssäule zwischen den Heftromanen und den Büchern.«

Der Geschäftsführer und die Kollegin aus der Buchhaltung brachten die Autorenhonorare ins Spiel. Diese seien viel zu hoch; ich sollte mit den Autoren und den Erben verhandeln, um geringere Honorare zu erreichen. Es war nicht die erste Diskussion zu diesem Thema, und es würde – das war mir klar – auch nicht die letzte sein. Also versuchte ich, ruhig zu bleiben, und verwies auf gültige Verträge.

»Man kann nicht einfach einen gültigen Vertrag verändern«, blieb ich an dieser Stelle stur. Diese müssten wir erst kündigen, dann seien sie neu zu verhandeln. In dieser Zeit wäre keine weitere Produktion von PERRY RHODAN-Büchern mehr möglich. Dieses Argument schien zu überzeugen; wie immer an dieser Stelle.

(Dieser Text wurde bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Ich bringe ihn hier aus dokumentarischen Gründen noch einmal.)

02 Oktober 2026

Endspiel für das Solsystem?

Ein Logbuch der Redaktion


Wenn ich es vereinfacht sagen darf: Eigentlich hat der laufende PERRY RHODAN-Zyklus zwei Hauptlinien. In diesem Logbuch konzentriere ich mich auf eine davon …

Auf der einen Handlungsebene können die Leserinnen und Leser verfolgen, was mit Reginald Bull und der Besatzung des kleinen Raumschiffs PHOENIX in den Tiefen der Galaxis passiert. Die andere Handlungsebene wiederum erzählt von der Erde und ihren Bewohnern sowie den anderen Welten und Monden des bewohnten Sonnensystems, die vor neuen Herausforderungen stehen.

Diese waren nicht ohne … Zuerst bedrohten die mysteriösen Reproiden das Solsystem; hätte man sie nicht rechtzeitig gestoppt, wären wohl alle Himmelskörper buchstäblich gefressen und in neue technische Gebilde verwandelt worden. Dann übernahm NATHAN die Macht, das sogenannte Mondgehirn wurde zum Guten Geist der Erde, weil man nur ihm zutraute, der großen Gefahr wirklich Herr zu werden.

Zuletzt strömten die Inhalte der erkrankten Superintelligenz ES – um es grob zu vereinfachen – in das Solsystem und setzten sich gewissermaßen auf die Bewusstseine von Milliarden Menschen. Diese leiden seitdem unter einer extremen Schwächung ihrer Aufmerksamkeit, was dazu führt, dass auf der Erde sowie den anderen Welten und Monden die Wirtschaft und das soziale Leben zusammenbrechen.

Konkreter: Sie würden zusammenbrechen. Doch dank NATHAN und seinen zahlreichen Splittern kann das System aufrechterhalten werden. Milliarden von Menschen werden also versorgt und können ihr Leben weiterführen. Auf Dauer ist das allerdings keine Lösung …

Hier setzt die Handlung der kommenden vier Romane an. Sie spielen allesamt in der Milchstraße, wenngleich es Ausflüge zu anderen Galaxien gibt, und sie konzentrieren sich zu einem großen Teil auf das Solsystem.

Stefan Pannor, der sehr kurzfristig einspringen konnte – wofür ich sehr dankbar bin! –, präsentiert mit »Die Rebellen von Wanderer« einen ungewöhnlichen Blick auf die Welt, die jahrtausendelang als Heimat der Superintelligenz ES galt. Schon klar: Es gibt und gab verschiedene Versionen von Wanderer, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Sicher ist, dass bei Wanderer zur aktuellen Handlungszeit einiges anders ist, als man das bisher gewohnt war. Und es ist nicht so einfach, die Kunstwelt zu finden. Der Roman mit der Nummer 3396 liegt ab dem 18. September 2026 vor.

Die direkte Fortsetzung wird schon durch den Titel vermittelt: »Wanderer gegen ES« deutet an, dass es zu einer Konfrontation kommt, mit der niemand gerechnet hat. Olaf Brill schreibt von Verwicklungen und Konflikten, die alle überraschen und die zu einem verheerenden Chaos führen können.

Der Autor erzählt von einem speziellen Risikoeinsatz, und er zeigt, wie bedroht die Erde ist. Sein Roman trägt die Bandnummer 3397 und wird am 25. September 2026 veröffentlicht.

Fast wie ein Kabinettstück mutet danach »Upper West Garnaru Road« an. Wer sich mit unserer Serie auskennt, weiß, dass an dieser Adresse tatsächlich Perry Rhodans Haus zu finden ist. Das besucht der Raumfahrer eher selten – aber es ist seine Heimat, und es enthält Geheimnisse, die nicht jedem bekannt sind.

Welche Geheimnisse das sind und welche Besucher das Haus hat, das präsentiert Wim Vandemaan in seinem Roman, der mit zahlreichen ungewöhnlichen Details aufwartet. Er erscheint am 2. Oktober 2026 mit der Bandnummer 3398.

Den Abschluss des laufenden Zyklus bildet ein Roman von Oliver Fröhlich. In »Exodus« schildert der Autor die bedrohliche Situation auf der Erde und die entscheidenden Stunden im All sowie auf anderen Welten – Perry Rhodan spielt eine wichtige Rolle in diesem Ringen um das Schicksal der Menschheit und einer Superintelligenz.

Der Roman mit der Bandnummer 3399 wird am 9. Oktober 2026 veröffentlicht und hat eine gewisse Überlänge. Wir mussten ihn ein bisschen kleiner setzen, was die Leser der E-Books oder diejenigen, die lieber Hörbücher hören, nicht interessieren dürfte, und wir ließen das Glossar entfallen. Aber ich denke, das war richtig so: Der Roman enthält so viele packende Szenen, dass ich davon keine Zeile kürzen wollte.

Und damit wäre der »PEGASOS«-Zyklus abgeschlossen – der Fokus richtet sich nun auf den »Chroniden«-Zyklus. Seien wir gespannt!

(Dieses Logbuch kam Mitte September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)

01 Oktober 2026

Wie wir uns 2004 zeigten

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«


Im Oktober 2004 präsentierte sich der Moewig-Buchverlag auf der Frankfurter Buchmesse mit einem eindrucksvollen Stand, an dem die PERRY RHODAN-Serie entsprechend gewürdigt wurde. Fast eine Hälfte des Standes wurde von der größten Science-Fiction-Serie der Welt eingenommen, der eigentliche Stand bot Kochbücher und Astrologie, Rätselbände und Kalender, Esoterik und Gartenratgeber an.

Das Bild, bei dem leider nicht mehr bekannt ist, wer es aufgenommen hat – jemand aus dem Verlag? –. gibt einen Einblick in das Geschehen auf der Messe. Der PERRY RHODAN-Bereich ist vorne zu sehen. Am Besprechungstisch sitzen der Autor H. G. Francis (links im Bild) mit seiner Ehefrau, der sich mit Klaus N. Frick, dem PERRY RHODAN-Redakteur (rechts am Tisch) unterhält.

Im Hintergrund sieht man am Tresen des Buchverlags einige Kolleginnen und Kollegen aus der Herstellung und dem Vertrieb. Es war eine quirlige Messe, und die Verlagsangestellten traten alle sehr seriös auf: Die Herren trugen Anzug und Krawatte, die Frauen hatten üblicherweise eine weiße Bluse oder einen leichten weißen Pullover an.

30 September 2026

Upper West Garnaru Road

Zum Abschluss unseres noch laufenden »PEGASOS«-Zyklus präsentieren wir eines der besten Titelbilder des Jahres, zumindest meinem Geschmack nach: Ich finde die Szenerie, die Dirk Schulz für den Roman mit dem schönen Titel »Upper West Garnaru Road« entwickelt hat, wunderbar – sie greift die Ästhetik der klassischen Science Fiction aus den fünfziger Jahren auf und vermengt sie mit den Mitteln von heute.

Der Roman selbst stammt von Wim Vandemaan und kommt mir in weiten Teilen wie ein Kammerspiel vor: wenige Darsteller, kleine Räumlichkeiten. Der Titel deutet es ja schon an: Die Geschichte spielt zum größten Teil an der Adresse, die der Titel vorgibt, und in dem Haus, das in dieser Straße zu finden ist.

Ich weiß, dass Romane von Wim Vandemaan nicht allen Leserinnen und Lesern gefallen. Es gibt Fans für diese Art von Science Fiction, und es gibt Menschen, die damit nichts anfangen können – die Geschmäcker sind einfach verschieden. Mir hat in diesem Roman gefallen, mit wie vielen Details der Autor hier aufwartet und wie schön er so das PERRY RHODAN-Universum um wunderbare Farbtupfer bereichert.

29 September 2026

Wenn eine Serie ihren 65. Geburtstag feiert …

Ein Logbuch der Redaktion 

PERRY RHODAN begleitet mich nun schon seit langem: Als Kind hatte ich die ersten PERRY-Comics in den Händen, mit 13 Jahren fing ich an, die Serie regelmäßig zu lesen, als junger Mann wurde ich freier Mitarbeiter der Redaktion, und seit 1992 arbeite ich als Redakteur für die größte Science-Fiction-Serie der Welt.

Ich bin sehr stolz darauf, einen Teil zu diesem Generationenprojekt beigetragen zu haben. Dabei hätte ich 1977 ungläubig den Kopf geschüttelt, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich 15 Jahre später der Redakteur der Serie sein würde. Ähnlich ging es wohl auch in den 60er-Jahren manchen Leuten: Sie hätten nie geglaubt, dass die Serie im Jahr 2026 – das war damals fernste Science Fiction! – noch existieren würde.

Als 1961 die ersten Romane der brandneuen Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN veröffentlicht wurden, war der Zweite Weltkrieg gerade mal 16 Jahre vorüber. Das Wirtschaftswunder brachte Wohlstand in die Familien, während gleichzeitig die Angst vor einem neuen Krieg auf den Menschen lastete. In dieser Zeit musste eine »Weltraum-Serie«, die vom Kontakt der Menschen zu den Außerirdischen handelte, einerseits befremdlich und andererseits befreiend wirken.

Seither ist viel geschehen: Mehrere Generationen von Autorinnen und Autoren haben an der Serie mitgewirkt, sie wurde erweitert und an die neuen Medien angepasst, sie hat sich verändert und blieb sich trotzdem treu.

Der Erfolg, den PERRY RHODAN in all der Zeit erzielte – mal mehr, mal weniger –, hatte verschiedene Gründe. Ein wichtiger davon ist sicher, dass den Kreativen nie die Ideen ausgingen. Sicher haben nicht alle Ideen gleichermaßen überzeugt, aber an diesen Ideen konnte die Serie wachsen und reifen.

Ebenso wichtig ist aber, so denke ich, die ständige Rückkopplung, die PERRY RHODAN aus der Leserschaft erhielt. Schon in den 60er-Jahren trafen zahlreiche Leserbriefe in der Redaktion ein; in den 70er- und 80er-Jahren waren es vermehrt die Fanzines, in denen Artikel und Rezensionen veröffentlicht wurden. Seit den 90er-Jahren kamen Mails hinzu, dann Foreneinträge – und heute wird eben viel über Social Media kommuniziert.

All diese Rückmeldungen bewirken etwas. Heutzutage leiten wir Lob und Kritik an die Autorinnen und Autoren weiter, diese sind über Social Media mit der Leserschaft in Verbindung. Es gibt also ein ständiges Feedback aus Einzelmeinungen, die bei uns auf Resonanz stoßen. Naturgemäß fällt diese mal mehr, mal weniger intensiv aus.

Allein deshalb sind direkte Begegnungen mit Leserinnen und Lesern durch nichts zu ersetzen. Nicht alle Menschen, die Romane schreiben, haben ein Verlangen danach, sich mit ihrem Publikum zu treffen; das muss man respektieren. In unserem Team sind aber praktisch alle an dem Kontakt zu den Leserinnen und Lesern interessiert: Man versteht sich, man diskutiert miteinander, man redet auch einmal über private Themen.

Deshalb mag ich Cons, deshalb fuhr ich in all den Jahrzehnten gern zu Science-Fiction-Veranstaltungen. In Städten wie Köln oder Sinzig, Hamburg oder Garching besuchte ich PERRY RHODAN-Tage oder Cons. Auch in Braunschweig war ich zweimal zugegen, wenn im Jugendzentrum unsere Serie im Zentrum stand. Dabei führte ich immer zahlreiche Einzelgespräche, auch mit Menschen, die sonst keine Leserbriefe oder Social-Media-Kommentare schreiben.

In diesem Jahr klappt es aus verschiedenen Gründen nicht. Es ist meiner Ansicht nach auch nicht von zentraler Bedeutung, dass der Redakteur auf einem Con zugegen ist. Wichtiger sind die Autorinnen und Autoren, die letztlich die Serie gestalten und die einzelnen Romane verfassen. Ihre Arbeit ist das, was im Zeitschriftenhandel oder im E-Book-Shop zu haben ist – deshalb sind die kreativen Menschen, die hinter der Serie stehen, für PERRY RHODAN entscheidend.

Wenn in diesem September die Serie ihren 65. Geburtstag begeht, findet die offizielle Feier in Braunschweig statt. Die PERRY RHODAN-Tage werden für einen kreativen Austausch sorgen, da bin ich mir sicher. Meinungen und Ansichten treffen aufeinander, Menschen kommen in einen Dialog.

Ich kann mir gut vorstellen, wie sich das Jugendzentrum »Mühle« in Braunschweig anfühlen wird: Räume voller Menschen, Verkaufstische, auf denen es Fanzines und Bücher gibt, interessante Diskussionen mit Autorinnen und Autoren, ein Gedankenaustausch auf vielen Ebenen.

Das ist eine Veranstaltung, die dem Geburtstag unserer Serie würdig ist – ich freue mich sehr, dass die PERRY RHODAN-FanZentrale die Aufgabe übernommen hat, einen solchen Con auf die Beine zu stellen.

(Dieses Logbuch wurde bereits zu Beginn des September 2026 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)

28 September 2026

Uwe Anton feiert ein Jubiläum

Ein Logbuch der Redaktion 

Wann genau ich Uwe Anton kennenlernte, weiß ich nicht mehr genau. Es war sicher in den 80er-Jahren, ebenso sicher bei einem Con. Sein Name war mir natürlich schon lange zuvor ein Begriff: Der Autor und Übersetzer war bereits in den 70er-Jahren aktiv gewesen und hatte als junger Mann seine ersten Romane veröffentlicht.

Das waren sicher keine Meisterwerke, und Uwe Anton behauptete das später nie – aber wer mehrere Romane in den unterschiedlichsten Genres schreibt und publiziert, bevor er zwanzig Jahre alt ist, muss etwas können. Als ich selbst in diesem Alter war, konnte ich froh sein, eine halbwegs lesbare Kurzgeschichte zu Papier zu bringen.

Uwe veröffentlichte in den 70er-Jahren zahlreiche Fanzines, er betrieb einen Comic-Laden, er schrieb haufenweise Romane und übersetzte unzählige Science-Fiction-Romane, Krimis und Thriller. In den 80er-Jahren zählte er zu den bekanntesten Machern in der deutschsprachigen Science Fiction.

Bei verschiedenen Cons sprachen wir miteinander, und bei einem langen Spaziergang in Sinzig konkretisierten wir in den 90er-Jahren unsere weitere Zusammenarbeit. Seither ist Uwe Anton für PERRY RHODAN tätig, und in dieser Zeit bereicherte er unsere Serie durch zahlreiche Ideen und viele Romane. Wer die Details wissen möchte, kann in der Perrypediy mehr dazu erfahren – dort sind seine einzelnen Beiträge zu unserer Serie alle aufgelistet.

Was ich an Uwe in all der Zeit immer schätzte, war seine Vielseitigkeit. Er verstand sich auf den damals modernen Cyberpunk und die düstere Dystopie ebenso wie auf militärische Action oder exotische Aliens. Er strukturierte Miniserien für ATLAN und PERRY RHODAN, und er steuerte unsere Serie über 200 Bände lang durch eine kritische Zeit: Nach dem plötzlichen Tod Robert Feldhoffs musste Uwe mitten im Zyklus übernehmen.

Nicht vergessen möchte ich die jahrelange Zusammenarbeit, die Uwe und ich in Wolfenbüttel hatten. Über viele Jahre hinweg wirkten wir beide dort als Dozenten für die Kurzgeschichten-Werkstatt, was zwar immer viel Arbeit war, aber auch großen Spaß machte. Er kam immer mit ungewöhnlichen Ideen (»Lass uns mal was von Dean R. Koontz nehmen«), und brachte bei den Seminaren einen ganz anderen Blickwinkel ein als ich.

In all der Zeit führten wir viele Gespräche, nicht nur über PERRY RHODAN oder ATLAN, sondern über allerlei popkulturelle oder auch politische Themen. Uwe, der in den 80er-Jahren zahlreiche wichtige Comic-Übersetzungen erstellt hatte, kannte sich im Comic-Geschäft immer aus und hatte oft einen guten Tipp auf Lager. Bei Musik konnten wir uns nie einigen, bei Getränken ging unser Geschmack auch weit auseinander – aber man kann nicht alles haben.

Alles in allem bin ich sehr froh und glücklich darüber, Uwe schon so lange zu kennen und auch schon so lange mit ihm zusammenzuarbeiten. Dass er heute siebzig Jahre alt wird, kann ich mir kaum vorstellen – wo ist der fröhliche junge Mann mit dem rheinischen Singsang in der Sprache und dem Grinsen im Gesicht geblieben? (Schaue ich in den Spiegel, habe ich eine Ahnung …)

Aus diesem Grund nutze ich die Gelegenheit, ihm an dieser Stelle zu gratulieren: Alles Gute zum siebzigsten Geburtstag, lieber Uwe – auf weiterhin gute Zusammenarbeit!

(Dieses Logbuch erschien am 5. September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wiederhole ich es der Vollständigkeit halber.) 

25 September 2026

Die USA als ein wichtiger Schwerpunkt

Die »SOL« ist die Zeitschrift der PERRY RHODAN-FanZentrale und liefert in jeder Ausgabe lesenswerte Beiträge zur größten Science-Fiction-Serie der Welt. Zusammengestellt wird sie von Christina Hacker, die das Heft als Chefredakteurin steuert – und in der aktuellen Ausgabe 123 hat sie die amerikanische PERRY RHODAN-Ausgabe im Visier.

Der Artikel über Forrest J. Ackerman ist sehr informativ – ich hätte die eine oder andere Anekdote ergänzen können –, der Beitrag über PERRY RHODAN NEO ebenfalls. Spannend wäre natürlich ein Interview mit einem amerikanischen Fan oder einem der Übersetzer gewesen, aber das kann ja in einer späteren Ausgabe noch kommen.

Gut gefallen hat mir in dieser Ausgabe die Kurzgeschichte. In »Das tauranische Greenhorn« von Günther Kienle spielt unter anderem Ronald Tekener mit, der Smiler, eine der klassischen Figuren der PERRY RHODAN-Serie, die bei vielen Lesern immer noch sehr gut in Erinnerung ist. Die Geschichte ist temporeich und unterhaltsam zugleich – sehr klassisch!

Darüber hinaus bietet die »SOL« auf insgesamt 64 Seiten im A4-Format allerlei andere Themen: Rezensionen zu aktuellen Romanen unserer Serien, Interviews mit dem Risszeichner Bernard Stoessel, der Autorin Susan Schwartz und dem Autor Olaf Brill, ein Bericht vom diesjährigen ColoniaCon oder Artikel zu verschiedenen Aspekten der PERRY RHODAN-Serie.

Wie immer bekommt man als Leser viel geboten; ich fand jeden Text interessant und lesenswert. Mitglieder der FanZentrale erhalten das Heft ja im Rahmen ihres Mitgliedsbeitrags. Man kann es aber jederzeit auch über die PRFZ und ihren Shop bestellen.

24 September 2026

Wie ich zum CPU wurde

Es war ein ausgesprochen sympathischer Plan: Eckhard Schwettmann wollte den Moewig-Verlag stärker in die Richtung mit populärer Literatur bringen, als das bisher der Fall war. Damit sollte der Buchverlag ein Profil bekommen, das er zu dieser Zeit einfach nicht hatte. Vor allem in seiner Zeit als Verlagsleiter nahm er sich vor, den Verlag stärker zu professionalisieren.

Eines seiner Ziele war dabei, die klassischen Heftromanserien mit phantastischen Themen neu zu beleben. Er wollte mit TERRA ASTRA die eigenständigen Science-Fiction-Romane fördern, während er bei DRAGON und MYTHOR die klassischen Fantasy-Serien fortsetzen und ergänzen wollte.

Das gefiel mir alles sehr gut, und wir diskutierten mehrere Abende lang über die neuen Möglichkeiten, die sich boten. Dass die Kollegen im Vertrieb diese Ideen allesamt eher albern fanden, wusste ich nicht. Das erfuhr ich erst, nachdem Eckhard den Verlag verlassen hatte.

Eckhard Schwettmann rief die Reihe Moewig Fantastic ins Leben und gab mir einen neuen Titel. Künftig sollte ich als »Chefredakteur Phantastische Unterhaltung« auftreten, nicht nur als PERRY RHODAN-Chefredakteur. Mit dem neuen Titel war selbstverständlich keinerlei Gehaltserhöhung verbunden ...

Ich bekam eine neue Visitenkarte, ich erhielt Briefbögen, und Uwe Anton fand schnell eine spöttelnde Variante: Ab 2001 bezeichnete der Autor mich nur noch als den »CPU«. Klammheimlich fand ich selbst, dass ich den Spott verdient hatte. Und ebenso klammheimlich entsorgte ich Ende 2001 die Visitenkarten und die Briefbögen mit dem Titel. Der »CPU« war nach eineinhalb Jahren bereits Geschichte ...

23 September 2026

Wanderer gegen ES

Das Titelbild, das Simon Sänger für den PERRY RHODAN-Roman gemalt hat, der in dieser Woche in den Handel kommt, gefällt mir sehr gut: Es ist eher ruhig, hat aber trotzdem eine starke Spannung – sie entsteht durch die Gegensätze zwischen der Blume, den Häusern und der Stahlorchidee im Hintergrund.

Das Bild passt zudem wunderbar zu »Wanderer gegen ES«, der von Olaf Brill verfasst worden ist. Eine der Hauptfiguren ist Perry Rhodan, es geht aber auch um »ganz normale Menschen« und ihre Sicht der Dinge.

Die unterschiedlichen Handlungsebenen sortiert der Autor geschickt in schnell wechselnde Szenen. Damit entsteht ein vielseitiges Bild der Erde sowie des Kunstplaneten Wanderer.

Die Konfrontation von Menschen – oder meinetwegen Galaktikern – mit einer stur wirkenden Künstlichen Intelligenz setzt Olaf Brill gut in Szene. Und am Ende weiß Rhodan genau, was er zu tun hat. Oder glaubt er nur, es zu wissen?

22 September 2026

Lockruf aus M 33

Autoren und Redaktion diskutieren oft über die Titel, die wir für die Romane vergeben. Ist der Titel für potentielle Neuleser verständlich? Spricht er Stammleser an? Ist er voller Anspielungen? Oder kann er für sich stehen? Manchmal entstehen Titel, die ich toll finde, manche Titel müssen einfach nur »funktionieren«. Ich glaube aber, dass ein interessanter Titel sehr wohl auf einen Roman aufmerksam machen kann.

Bei »Lockruf aus M 33« stand ein Zitat dafür Pate, das nur jemand erkennen kann, der unseren Serienkosmos ein bisschen genauer kennt. Ich vermute, dass jüngere und »neuere« Leser den Titel dann einfach interessant finden. Aber klar ist das eine Anspielung auf »Lockruf aus M 3«: Das war ein Roman, der 1982 erschien und etwas Besonderes war. Nach über zehn Jahren meldete sich K. H. Scheer, einer der zwei Gründungsautoren von PERRY RHODAN, wieder als Autor in die Serie zurück.

(Ich fand den Roman damals großartig. Das war schon »anders« als die Werke der damaligen Kollegen .)

Zurück zu »Lockruf aus M 33«. Dieser Roman erscheint in dieser Woche im Rahmen unserer Serie PERRY RHODAN NEO und stammt von Dietmar Schmidt.

Wie das Titelbild schon andeutet, spielen eine Kartanin und eine Frau von der Erde wichtige Rollen; auf einer Welt voller Eis und Gefahren gibt es allerdings Bedrohungen, mit denen sich die Kartanin messen muss. Der Roman erzählt die weiteren Geschehnisse der laufenden »Entropia«-Staffel und spielt an mehreren Schauplätzen – das war abwechslungsreich und gefiel mir bei der Lektüre echt gut.

21 September 2026

Die Welten des Peter Terrid

Ein Logbuch der Redaktion

Im Verlauf der Jahrzehnte haben die unterschiedlichsten Autorinnen und Autoren die PERRY RHODAN-Serie geprägt. Der phantasievolle und eher technikferne Clark Darlton legte zusammen mit dem technisch orientierten und auf Action setzenden K. H. Scheer die Grundlagen; die bunten Abenteuer des Hans Kneifel, die manchmal verträumten Phantasien von H. G. Ewers und die häufig rasante Action bei H. G. Francis bildeten dazu gut ein Jahrzehnt später spannende Gegensätze.

In den 80er- und 90er-Jahren mochte ich vor allem den in Köln lebenden Schriftsteller Peter Terrid. Leider starb er viel zu früh – er hätte noch viele beeindruckende Romane schreiben können. Aber er legte in einer intensiven Schaffensperiode eine Reihe von packenden Werken vor, die sich heute noch mit Genuss lesen lassen.

Terrid hatte ständig neue Ideen parat und sprudelte geradezu von Einfällen. Das merkte man seinen Manuskripten an: Seine Charaktere waren oft originell, und die phantastischen Welten, die er schuf, waren bunt und voller abwechslungsreicher Details. Um die Kleinigkeiten der korrekten Grammatik und der sauberen Rechtschreibung kümmerte er sich nicht so gern, und das Einhalten von Terminen zählte nicht zu seinen Kernkompetenzen.

Wir arbeiteten gut zehn Jahre lang zusammen, er als Autor, ich als junger Redakteur. Ich hatte mit ihm schon bei »Kommissar X« zu tun: Bei dieser Reihe von Kriminalromanen brachte er ebenfalls Ideen ein, die stets im Rahmen dieses Krimi-Universums spielten, aber immer einen besonderen Blick auf die Stadt New York und ihre Unterwelt warfen. Ich durfte seine Romane lektorieren, fand sie stets spannend und sehr gut konzipiert, verzweifelte aber häufig an der Grammatik und an der Unzahl der Tippfehler. Die Ideen machten das wett, Arbeit hatte ich damit trotzdem.

Terrid las viel. Er schmökerte nicht nur Science-Fiction-Romane durch, sondern vertiefte sich auch in populärwissenschaftliche Zeitschriften und Bücher. In Telefonaten oder persönlichen Gesprächen fing er oft mit einem »ich habe da etwas gelesen« an, um dann zum eigentlichen Punkt zu kommen. Ob da nun ein historisches oder ein physikalisches Thema war: Terrid hatte häufig eine Idee, wie man eine neue Erkenntnis oder ein Detail aus der Vergangenheit in die PERRY RHODAN-Serie oder eben auch einen Kriminalroman integrieren konnte.

Dieser phantasievolle und ideenreiche Blick zeigt sich ebenso bei den zwei Romanen, die wir in diesen Tagen neu herausbringen: als einen E-Book-Doppelband, nicht in gedruckter Form. Beide wurden in den 90er-Jahren als Taschenbücher veröffentlicht, in beiden Fällen war ich als Redakteur zuständig.

Terrid reichte jeweils ein Exposé ein, in dem er die Handlung skizzierte. Um es vorsichtig anzudeuten: Wenn er mit dem Schreiben anfing, hielt er sich meist nicht mehr an die Details des Exposés, sondern ließ sich gern von den Ideen treiben, die ihm während der Arbeit kamen.

»Welt über den Wolken« ist hierfür ein schönes Beispiel. Der Roman erschien im Mai 1995 mit der Bandnummer 386. Weil wir damals mit den Kollegen im Heyne-Verlag zusammenarbeiteten, musste ich die Titelplanung lange Zeit vor der Publikation des Romans abgeben. Und als der Autor Monate später mit der Arbeit am eigentlichen Text begann, hatte er längst andere Bilder im Kopf – er änderte also einiges ab.

Die faszinierende Idee mit den schwebenden Städten der Welt Sycor blieb aber, ebenso die abenteuerliche Handlung und der moralische Schluss: Der Held muss sich am Ende überlegen, wie er sich entscheidet. Solche Dinge mochte Peter Terrid: Er wollte seine Leserinnen und Leser nicht unbedingt belehren, aber ihnen den einen oder anderen Hinweis geben, um auf eigene Gedanken zu kommen.

»Welt über den Wolken« spielt in einer nicht genau definierten Zukunft; anzunehmen ist aber, dass er in einer Zeit angesiedelt ist, in der es das Solare Imperium noch gibt, sich das Sternenreich der Menschen aber bereits auflöst. Für die eigentliche Geschichte ist dieser Hintergrund nicht wichtig; der Roman steht für sich allein.

Das gilt auch für »Gesänge aus der Unterwelt«. Er wurde im Juli 1996 veröffentlicht und trug die Jubiläumsnummer 400. Seine hauptsächliche Handlung platziert der Autor in der Epoche der Neuen Galaktischen Zeitrechnung, zu einer Zeit also, in der die Liga Freier Terraner zu einem blühenden Sternenreich herangewachsen ist.

Für die Geschichte ist dieser Hintergrund aber wieder nicht wichtig. Entscheidend sind die Ideen, die der Autor zum Ausdruck bringt. In diesem Fall ist es sein leicht phlegmatisch wirkender, unterm Strich aber genialer Detektiv, der den schönen Namen Orpheus Chambers trägt. Ohne zu viel über den Inhalt zu verraten: Der Name hat natürlich etwas mit dem Inhalt zu tun, es mangelt in diesem Roman nicht an literarischen Anspielungen.

Beide Romane belegen, wie sich bei Terrid eine gelungene Idee mit interessanten Figuren und einer klar zu verstehenden Mission verband. Die Leserinnen und Leser der 80er- und 90er-Jahre schätzten seine Art zu schreiben; bei Veranstaltungen war er oft von Menschen umlagert, die ihm und seinen Geschichten gern zuhörten.

Mit diesem Doppelband wollen wir einen Autor erneut in Erinnerung rufen, der die größte Science-Fiction-Serie der Welt immer wieder bereicherte. Es lohnt sich, die abgeschlossenen Planetenromane zu entdecken, die Peter Terrid verfasste!

(Dieses Logbuch stand bereits Anfang September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie und wird an dieser Stelle aus dokumentarischen Gründen wiederholt.) 

14 September 2026

Die Rebellen von Wanderer

Vielleicht veröffentliche ich in zehn Jahren einen Artikel oder eine Kolumne in der Rubrik »Der Ex-Redakteur erinnert sich«, in der ich erzähle, wie der PERRY RHODAN-Roman dieser Woche entstanden ist. Stefan Pannor schrieb »Die Rebellen von Wanderer« in einer ziemlichen Rekordzeit und ohne Einarbeitungsfrist – das war eine schnelle Notfalloperation.

Warum das so war, möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen. Aber andeuten kann ich es ja: Stefan Pannor musste einspringen, weil es einen Engpass gab, den ich »nicht auf dem Zettel« hatte. Ich finde, er hat die Aufgabe sehr gut gelöst.

Der Roman erzählt von Wanderer, der Welt der Superintelligenz ES; so viel kann ich ja verraten. Dass sich ES nicht auf Wanderer aufhält, sondern sich im Solsystem verteilt hat, dürfte den regelmäßigen Lesern unserer Serie ebenfalls bekannt sein. Dennoch ist Wanderer eine Welt der Wunder und Geheimnisse, seit sie – oder eine der Inkarnationen – erstmals in unserer Serie erwähnt wurde.

In seinem ersten Roman für die PERRY RHODAN-Hauptserie erzählt der Autor von der Suche nach Wanderer und einigen seltsamen Begegnungen. Er zeigt, wie sich die Welt des Unsterblichen verändert hat und welche Konflikte es auf ihr gibt. Das dramatische Ende leitet dann direkt zur Schlussphase des laufenden »PEGASOS«-Zyklus über.

11 September 2026

Lügen und Legenden

Der PERRY RHODAN-Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen, besticht für mich schon durch sein Titelbild. Es stammt von Boris Vallejo und Julie Bell, eine gelungene Science-Fiction-Illustration von einem der großen Meister unserer Szene. Ich bin sehr froh, dass wir dieses starke Bild erhalten haben.

Den Roman mit dem Titel »Lügen und Legenden« verfasste Kai Hirdt; mit ihm schließen wir vorerst die Handlungsebene Malora ab. »Vorerst« heißt, dass nicht geplant ist, so schnell nach Malora zurückzukehren – aber ich kann nicht in die Zukunft schauen und weiß nicht, was die Autorinnen und Autoren in fünf oder zehn Jahren planen.

Der Autor stellt noch einmal die aktuellen Probleme der Portuu und der Leun zusammen, er zeigt die Krise des Sternwürfels und die Versuche der PHOENIX-Besatzung, größere Katastrophen zu vermeiden. Und er erzählt vom überraschenden Ausweg, der sich am Ende ergibt.

Ich fand, dass Kai Hirdt das Geschehen auf den verschiedenen Handlungsebenen sehr abwechslungsreich schilderte, wobei sich die Geschichte immer weiter zuspitzte. Ein konsequenter Abschluss für das große Epos um die kosmische Trasse und ihre tragische Geschichte …

10 September 2026

Die Nullfuge

Gleich mit dem zweiten Band der laufenden »Entropia«-Staffel bei PERRY RHODAN NEO setzen wir Gucky in Szene: Dirk Schulz gestaltete das Titelbild der aktuellen Ausgabe unserer Serie um den Mausbiber herum und gönnte ihm eine Prise Action. Gucky wirkt auf mich sehr entschlossen; das fand ich stark.

Den Roman selbst schrieb Stefan Pannor. »Die Nullfuge« spielt – so viel kann ich verraten – an der Grenze zu der kosmischen Region, die man bislang als Imperium von Arkon kannte, sprich, am Rand des Kugelsternhaufens M 13. Der Sternhaufen hat sich in eine sogenannte Negasphäre verwandelt, ohne dass unsere Helden genau wissen, was das bedeuten mag. Genau deshalb müssen sie nachschauen.

Der Autor stellt zwei Perspektiven auf das Geschehen vor: Auf der einen Seite sieht man Perry Rhodan und sei Team, die mehr über die Negasphäre herausfinden wollen und stattdessen viel über die sogenannte Nullfuge lernen. Auf der anderen Seite haben wir einen Außerirdischen mit dem schönen Namen K’ranzz, an dessen Schicksal wir teilhaben.

Beide Handlungsebenen hat Stefan Pannor sehr gut inszeniert. Weil ich Aliens mag, mochte ich die Handlungsebene mit K’ranzz lieber als die mit Perry Rhodan. Aber das sehen sicher einige Leser anders. Gut, wenn man unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann …

09 September 2026

Online-Abend zum Geburtstag

Der gestrige Abend stand für mich im Zeichen des PERRY RHODAN-Online-Abends, der von der PERRY RHODAN-FanZentrale organisiert wurde. Vorbereitet und moderiert wurde die Veranstaltung, an der einige hundert Leserinnen und Leser teilnahmen, von Roman Schleifer.

Zuerst stellte er Leo Lukas im Interview vor. Der Autor berichtete von seiner Arbeit, schilderte seine Art zu schreiben und welche Figuren er schätzt. Natürlich ging es auch um Gucky und dessen angeblichen Tod, der vor Jahren die Fan-Szene bewegt hatte.

Danach kam Susan Schwartz, die schon seit den 90er-Jahren in unserem Team mitmacht, in all den Jahren aber auch viele andere Projekte betrieben hat. Sie erzählte von ihren Anfängen, ebenso von der aktuellen Situation und dass sie sich darauf freue, im kommenden Jahr vier Romane für unsere Serie schreiben zu können.

Als Roman Schleifer dann mich interviewte, ging es ebenfalls um meine Tätigkeit. Ich erzählte von der Arbeit mit früheren Autoren und der heutigen Arbeit an Texten. Themen wie eine mögliche Verfilmung wurden kurz angerissen, ebenso mögliche neue Projekte wie etwa ein Computerspiel.

Angesetzt war das Ende des Online-Abends auf 21 Uhr. So hatte ich das auch geplant, die Rechnung aber ohne Roman gemacht: Um 21 Uhr ging es nämlich mit Rüdiger Schäfer weiter. Das Interview mit ihm verpasste ich allerdings, weil dann die Familie bei mir Vorrang hatte.

Insgesamt fand ich die Veranstaltung wieder sehr gut. Ich hoffe, dass die Mixtur aus Unterhaltung und Information bei den Teilnehmenden positiv angekommen ist. Roman Schleifer als Moderator steuerte die Gespräche sehr professionell und mit viel Sachkenntnis – sehr schön!

08 September 2026

Die »Entropia«-Staffel kommt

Ein Logbuch der Redaktion

Ich gehöre zu den Leuten, die sehr gern Science Fiction lesen, vor allem in Form von Romanen und Kurzgeschichten. Ich mag ebenso Science-Fiction-Comics, bin aber kaum ein Fan der Kinofilme oder Fernsehserien mit phantastischem Charakter. Ausnahmen wie »Der Astronaut« oder Klassiker wie »2001« bestätigen die Regel. Ich will zu diesem Thema allerdings keine große Diskussion lostreten – das ist ja eine Sache des eigenen Geschmacks, und das wird jeder anders sehen.

Mir persönlich gefällt Science Fiction eben dann, wenn sich die Bilder in meinem eigenen Kopf bewegen. Das erreicht das Genre bei mir durch Geschichten und Romane am besten.

Dabei habe ich mich selten auf eine Richtung konzentriert, weil ich die Vielseitigkeit so schätze. Ich meine: Will ich eher wissenschaftlich orientierte Romane haben, greife ich zur Hard-SF, gern zu einem Werk von Gregory Benford. Ich mag aber nach wie vor Cyberpunk, ob das nun die Klassiker wie William Gibson oder John Shirley oder neuere Schreibende wie Aiki Mira sind. Und ich kann mir gerne einen Roman aus den Bereichen der Military SF oder der Dystopie zu Gemüte führen.

Was ich an PERR RHODAN schätze – neben diversen anderen Dingen natürlich –, ist die Tatsache, dass sich die Serie und ihr gesamter Kosmos nicht auf eine Strömung einengen lassen. Im Perryversum kann ich einen Roman mit Military-SF ebenso finden wie eine kosmische Vision oder eine Liebesgeschichte, ohne dass einer von beiden zu weit aus dem Serienkosmos hinausfallen würde.

Aber klar: Die Serie erzählt in einer epischen Art – die Romane folgen in Fortsetzungen aufeinander – vom Aufbruch der Menschheit in den Kosmos. Wer die Serie zur Space Opera rechnet, hat damit sicher nicht unrecht: Die Begegnung mit Außerirdischen und der Kontakt zu fremden Welten bilden Schwerpunkte vom ersten Band an, ebenso riesige Raumschiffe oder gigantische Entfernungen.

Das gilt ebenso für PERRY RHODAN NEO. Diese Serie greift seit 2011 die klassischen Elemente der PERRY RHODAN-Serie auf und verbindet sie mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der »Schreibe« von heute. Beide Serien unterscheiden sich inhaltlich wie stilistisch voneinander, haben aber trotzdem sehr viel gemeinsam: Im All treffen die Menschen auf Freunde und Feinde, auf uralte Geheimnisse und faszinierende Sternenreiche.

Beide Serien haben einen »kosmischen Überbau«, wie wir das gern nennen. In den einzelnen Romanen spielt dieser kaum eine Rolle. Da geht es um Menschen und ihre Abenteuer oder Schicksale, um Reisen ins All oder Konflikte in fernen Sonnensystemen. Doch der Hintergrund ist wichtig und beeinflusst immer wieder die Ereignisse, die in den Romanen geschildert werden.

Das zeigt sich auch bei der nächsten Handlungsstaffel, die wir in PERRY RHODAN NEO präsentieren. Jeweils zehn Romane, die von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren verfasst werden, ergeben eine solche Staffel. Derzeit arbeitet das Team intensiv an der »Entropia«-Staffel, die auf der Erde beginnt, aber auch in weiter Ferne spielt.

Entwickelt wird die Handlung der zehn Romane von Rüdiger Schäfer und Kai Hirdt. Die beiden Schriftsteller konzipieren die Szenen und Datenblätter, womit sie die Grundlage für die Arbeit der Autorinnen und Autoren legen.

Das kosmische Thema, das »Entropia« bestimmt, klingt geheimnisvoll: Was ist, wenn die Naturgesetze nicht mehr gelten oder sie sich verändern? Wie gehen die Menschen damit um, dass sich auf einmal eine rasante Evolution auf der Erde zeigt? Und wieso scheinen die Regeln der Statistik nicht mehr zu gelten?

Dafür gibt es einen Grund, und über den werden wir in den kommenden Romanen mehr erfahren. Vor allem aber werden wir spannende Geschichten lesen: von Menschen, die auf der Erde mit neuen Situationen zu tun haben, von Perry Rhodan und seinen Gefährten, die eine weite Reise antreten müssen, von einem Sternhaufen, der als Negasphäre bezeichnet wird und von dem man nicht genau weiß, was sich in seinem Inneren abspielt.

Die »Entropia«-Staffel bietet packende Science-Fiction-Abenteuer vor einem faszinierenden kosmischen Hintergrund. Den Einstieg in die Staffel bildet ein Roman von Kai Hirdt, einem der beiden Exposéautoren.

»Evolution und Chaos« wirft einen Blick auf die Erde, die sich verändert: Seltsame Wesen tauchen auf, Menschen verhalten sich seltsam. Den fertigen Roman gibt’s ab dem 28. August 2026 – weitere Informationen folgen.

(Dieses Logbuch kam im August auf unserer Internet-Seite. Ich wiederhole es hier aus dokumentarischen Gründen.)