30 Oktober 2026

Sturm der Zaliden

In dieser Woche erscheint der dritte Roman des »Chroniden«-Zyklus: Marie Erikson verfasste mit »Sturm der Zaliden« den zweiten Teil ihres Doppelbands, den ich richtig spannend fand. Die Autorin stellt Perry Rhodan und seine Begleiterinnen vor eine Reihe von Herausforderungen, die nur teilweise zu lösen sind – die Menschen geraten in einen Konflikt, der schon lange schwelt und in dem sie sich behaupten müssen.

Mir gefiel sehr gut, wie die Autorin unsere Helden schildert. Sie zeigt sie als durchsetzungsfähige Charaktere, die sich mal streiten, die ansonsten aber zusammenarbeiten, um sich gemeinsam gegen Bedrohungen zu stellen. Dabei verlieren sie ihre Ziele nicht aus den Augen – sie bilden ein richtig gutes Team.

Nachdem wir im vergangenen Zyklus vor allem gegen Ende eine Reihe von kosmischen Szenarien hatten, gibt es nun klassisches Science-Fiction-Abenteuer: Menschen von der Erde bewegen sich durch eine fremdartige Umgebung, sammeln Informationen und treffen dabei auf unterschiedliche Außerirdische.

Mir gefällt schon immer, dass PERRY RHODAN immer verschiedene Ebenen in sich vereint: Es gibt Romane voller kosmischer Höhenflüge, es gibt Begegnungen mit fremdartigen Lebewesen, und es gibt handfeste Abenteuer. Marie Erikson reiht sich hervorragend in diese Tradition ein, finde ich.

29 Oktober 2026

Erster Schritt zu den Clubnachrichten

Im April 1986 erschien der PERRY RHODAN-Roman »Das Barbarentor«, verfasst von H. G. Francis. Horst Hoffmann, der damalige PERRY RHODAN-Chefredakteur, stellte im Report – also in der redaktionellen Beilage im Mittelteil des Heftes – einen neuen Mitarbeiter der Serie vor. Das war ich, damals gerade mal 22 Jahre alt geworden und eigentlich freier Mitarbeiter bei der örtlichen Tageszeitung.

Ich sollte ab sofort die PERRY RHODAN-Clubnachrichten übernehmen, so wurde ich angekündigt, und »neu in Schwung bringen«. Was ich dabei alles genau machen sollte, war noch nicht klar definiert – vor allem dachte niemand daran, dass ich diese Aufgabe alles in allem gut 16 Jahre lang machen sollte.

Die neue Aufgabe war das Ergebnis eines Besuchs, den ich mit Armin Reichrath in der damaligen Verlagsgruppe Pabel-Moewig absolvierte. Wir wollten die Zusammenarbeit zwischen der Redaktion und unserer Zeitschrift SAGITTARIUS intensivieren.

Am Ende des Tages war ich freier Mitarbeiter der PERRY RHODAN-Redaktion sowie der Public-Relations-Abteilung des Verlags. Für deren Zeitschriften sollte ich Texte verfassen; man benötigte jemanden, der schnell Texte zu aktuellen Büchern schreiben konnte ...

28 Oktober 2026

Sandal Tolk und Exota Alpha

Ein Logbuch der Redaktion

Der »Schwarm«-Zyklus gehörte mit zu den ersten Bestandteilen der PERRY RHODAN-Serie, die ich in meiner Jugend kennenlernte. In jenem Sommer 1977 schmökerte ich im »Blues«-Zyklus, dann entdeckte ich die »Meister der Insel«-Geschichten und die »Schwarm«-Romane, alles nur in einzelnen Romanen, zwischen denen sich große Lücken auftaten.

Aber ich war jung und leicht zu begeistern; und so gab es in diesem Zyklus eine Figur, die mich besonders faszinierte. Das war Sandal Tolk, der selbst noch ein Jugendlicher war, aber im Gegensatz zu mir unglaubliche Abenteuer erlebte. Ich bin mir sicher, dass ich nicht der einzige PERRY RHODAN-Leser war, der sich mit diesem »Helden« identifizieren konnte.

Die Figur war eine, wie sie nur Hans Kneifel erfinden und beschreiben konnte: ein jugendlicher Kämpfer, angesiedelt an der Grenze zwischen Science Fiction und klassischem Abenteuer, aufbrausend und tapfer, manchmal übertrieben in seinen Handlungen und doch wichtig vor allem für den klassischen »Schwarm«-Zyklus, also die Romane mit den Bandnummer 500 bis 569.

Dort taucht Sandal Tolk bekanntlich zum ersten Mal auf. Sein Heimatplanet ist den Invasoren aus dem Schwarm zum Opfer gefallen, es gab zahlreiche Tote; auch seine Familie wurde von den Soldaten des Schwarms ermordet. Sandal Tolk schwört Rache und nimmt den Kampf auf: mit Pfeil und Bogen gegen Lebewesen, die Energiewaffen besitzen – und erstaunlicherweise bleibt Tolk immer siegreich.

In der Folge schließt er Freundschaft mit den Terranern, aber auch mit Atlan, dem erfahrenen Arkoniden, der ihn ein wenig unter seine Fittiche nimmt. Sandal Tolk reist über verschiedene Welten, lernt mehr über kosmische Zusammenhänge, behält aber seinen Hass bei. So ist er beispielsweise mit Pfeil und Bogen in einem Raumschiff unterwegs, wo er gegnerische Soldaten erbittert bekämpft.

Man täte Sandal Tolk und seinem Autor aber unrecht, würde man ihn auf die Rolle des Rächers reduzieren. Hans Kneifel verfolgte zu Beginn der 70er-Jahre anscheinend die Mission, mehr Kultur und andere Aspekte in die PERRY RHODAN-Serie zu bringen.

Auf einmal spielten Musik und Malerei eine Rolle, zitierten die Figuren Schriftsteller oder Künstler, gab es sarkastische oder gar zynische Sprüche und wurden vor allem auch emotionale Verwicklungen angedeutet. Über mehrere Romane hinweg schildert Kneifel – und das war damals weder von den Lesern noch vom Verlag geschätzt oder gewünscht –, wie Sandal Tolk sich in eine attraktive Terranerin verliebt und die beiden später ein Paar werden. Sogar in Heftromanen wandelte sich um diese Zeit die Art und Weise, wie Frauen dargestellt wurden, wenngleich sich der Autor noch nicht von den Klischees »von früher« lösen konnte.

Als ich die Romane in den 80er-Jahren ein zweites Mal las, fand ich sie nicht mehr so toll. Ich war älter geworden, hatte andere Science Fiction kennengelernt und empfand Sandal Tolk und seine Abenteuer auf einmal nicht mehr als zeitgemäß. Schaue ich mir die Geschichten heute an, mit dem Abstand mehrerer Jahrzehnte, kann ich gut nachvollziehen, warum sie mich anfangs faszinierten und später eher irritierten – mit Mitte zwanzig interessierten mich nun mal andere Dinge, und ich hatte einen anderen Blick auf die Realität und die Fiktion.

Hans Kneifel wollte übrigens nicht gleich von Sandal Tolk lassen, auch nicht nach dem Ende des »Schwarm«-Zyklus. Der junge Krieger hatte noch Auftritte im »Altmutanten«-Zyklus, bevor er aus der Heftromanserie verschwand und in den Planetenromanen auftauchte: in einem klassischen Doppelband, der ein typisches Abenteuer jener Zeit erzählt. Den las ich anfangs der 80er-Jahre ebenfalls, und ich erinnere mich daran, dass er mir viel Vergnügen bereitete.

»Kampf um Exota Alpha« wurde im November 1973 mit der Bandnummer 121 veröffentlicht, eineinhalb Jahre, nachdem der »Schwarm«-Zyklus in den Heftromanen zu Ende erzählt worden war. Direkt darauf kam »Der Herr von Exota Alpha« in den Handel – der Planetenroman mit der Bandnummer 122 lag im Dezember 1973 in den Zeitschriften- und Bahnhofsbuchhandlungen aus.

Beide Romane sind im Stil der damaligen Zeit verfasst. Als wir uns die Bände in der PERRY RHODAN-Redaktion anschauten, beschlossen wir, inhaltliche Aspekte, die uns heute veraltet vorkommen, in der klassischen Form zu lassen. Wir wollten bewusst nicht stark in den Text eingreifen. Geändert wurde die Rechtschreibung – diese haben wir aktualisiert. Der klassische Text soll in seiner damaligen Form präsentiert werden. Ich bin sicher, dass das bei manchen Leserinnen und Lesern nostalgische Gefühle auslösen wird …

Beide Romane setzen noch einmal Sandal Tolk in Szene, neben ihm aber auch eine Reihe weiterer Figuren, die im »Schwarm«-Zyklus eigentlich nur in Hans Kneifels Romanen eine Rolle spielten. Edmond Pontonac, der wagemutige Raumfahrer, ist ebenso mit von der Partie wie Joaquin Manuel Cascal, der spöttische Abenteurer, und natürlich Chelifer Argas, die in diesen Romanen bereits Sandal Tolks Frau geworden ist und ihrer eigenen Mission folgt. Bekannte Figuren wie Perry Rhodan und Atlan, Roi Danton und Reginald Bull haben ebenfalls Auftritte.

Die beiden »Exota Alpha«-Romane sind typische Science-Fiction-Abenteuer, wie sie nur Hans Kneifel schreiben konnte. Sie bieten eine Ergänzung zum »Schwarm«-Zyklus, stehen aber komplett für sich allein.

Ich las sie als junger Leser sehr gern, und ich bin mir sicher, dass sie heute einen gewissen Nostalgiefaktor aufweisen werden. Und wer Sandal Tolk noch nicht kannte, sollte zumindest einen Blick wagen: So sah die abenteuerliche Science Fiction der 70er-Jahre aus.

(Das Logbuch wurde im Oktober bereits auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.) 

23 Oktober 2026

Die Runen des Tartaros

In dieser Woche setzt ein Roman von Marie Erikson die Handlung um den unmöglichen Schacht fort, der sich auf der Erde geöffnet hat. Es ist – so viel sei verraten – der erste Teil eines Doppelbands, das Perry Rhodan und seine Begleiterinnen spannend in Szene setzt. Als ich »Die Runen des Tartaros« in Form des Manuskripts zum ersten Mal las, war ich von der Handlung sehr gefesselt, obwohl ich das Exposé bereits kannte.

Die Gegensätze zwischen der archaisch wirkenden Kultur, auf die Rhodan stößt, und der faszinierenden Technik, die über dem Niveau der Menschen zu stehen scheint, werden von der Autorin als großes Geheimnis präsentiert. Sie bleibt stets an der Seite ihrer Figuren, die unterschiedlichen Völkern entstammen, und schafft es so, auch ein interessantes Porträt des Tartaros zu liefern.

(Das Titelbild von Dominic Beyeler finde ich richtig stark, wenngleich es den Schacht nicht maßstabsgetreu darstellt. So etwas akzeptiere ich jederzeit, wenn das Bild an sich stark aussieht - und das tut es.)

22 Oktober 2026

Exposérunde in Rastatt

Es ist sinnvoll, wenn sich – vor allem bei einem so umfangreichen Projekt wie PERRY RHODAN – Autoren und Redaktion zusammensetzen und miteinander über verschiedene Themen diskutieren. Am Dienstag, 20. Oktober 2026, trafen sich deshalb Ben Calvin Hary, unser Chefautor, sowie Christian Montillon mit Madlen Bihr und mir in den Räumen der PERRY RHODAN-Redaktion in Rastatt.

Ein Grund, warum wir das machten, war tatsächlich auch die Pressearbeit. Unter anderem kam ein Journalist des Südwestrundfunks vorbei, um uns zu interviewen. Wir wurden dabei von Leonhard Beyrle unterstützt, der in der Nähe von Rastatt wohnt und in der PERRY RHODAN-FanZentrale aktiv ist – das fand ich sehr nett von ihm.

Unsere eigentliche Arbeit ging so allerdings erst los, nachdem der Journalist das Haus verlassen. hatte. Wir sahen uns noch einmal den Abschluss des »PEGAOS«-Zyklus an und betrachteten die bisherige Arbeit am »Chroniden«-Zyklus. Vor allem aber sprachen wir über die konzeptionellen Ideen für die Romane ab Band 3450 – wenn wir im kommenden Herbst mit einem neuen Handlungsabschnitt beginnen wollen, ist es ja sinnvoll, schon jetzt erste Hinweise zu erarbeiten.

Es liegt nahe, dass ich an dieser Stelle nichts über die Inhalte unserer Besprechung schreiben werde. Wir warfen viele Ideen zusammen, wir diskutierten über redaktionelle Abläufe, und wir blickten auf das eine oder andere Lizenzprodukt.

Wieder einmal war die Besprechung viel zu schnell vorüber – beim nächsten Mal werden wir uns wohl wieder digital treffen ...

(Das Bild wurde von Sophia Roßnagel geschossen. Es zeigt – von links – Christian Montillon, Madlen Bihr, Ben Calvin Hary und Klaus N. Frick.) 

21 Oktober 2026

Berg der Schöpfung

Zu den großen Mythen der klassischen PERRY RHODAN-Serie gehört der Berg der Schöpfung. Ich weiß noch, wie eindrucksvoll ich die Szene damals fand, als ich den betreffenden Roman las. Grob vereinfacht ist das die zentrale Szene: Perry Rhodan könnte Aufschluss über das GESETZ und andere unglaubliche Geheimnisse des Kosmos erhalten, würde dabei aber sein Menschsein verlieren. Er entscheidet sich gegen das Wissen und für die Menschheit.

Das ist lang her – und bei PERRY RHODAN NEO gehen wir das Thema selbstverständlich anders an. Rüdiger Schäfer und Kai Hirdt, die beiden Exposéautoren, rühren aber wirklich an den Mysterien um das GESETZ, das in diesem Serienuniversum allerdings anders gelagert ist. Und natürlich ist das mit dem Berg der Schöpfung auch ein wenig anders ...

Rüdiger Schäfers Roman »Berg der Schöpfung« kommt in dieser Woche in den Handel. Es ist bereits der fünfte Band der laufenden »Entropia«-Staffel. Der Autor setzt Perry Rhodan selbst sowie seine Frau Thora ins Zentrum der Geschichte; sie werden auf einer fremden Welt mit einer uralten Wesenheit konfrontiert – gleichzeitig ringen Menschen um ihr Überlegen. 

Die Mixtur aus persönlichen Schicksalen und kosmischer Spannung hat mir bei der Lektüre des Manuskripts sehr gut gefallen. Der Autor kommt nicht nur mit der Figur der Arkonidin Thora sehr gut klar, sondern er schafft es immer wieder, auch Nebenfiguren einen großen Raum zu geben.  

20 Oktober 2026

Der »Chroniden«-Zyklus beginnt mysteriös

Ein Logbuch der Redaktion


In sechseinhalb Jahrzehnten wurden innerhalb der PERRY RHODAN-Serie mehrere Zyklen begonnen, also neue Handlungsabschnitte des großen Zukunftsepos. Die sogenannten Jubiläumsbände, also Romane, die eine »doppelte Null« in der Bandnummer haben, leiten meist in den Zyklus ein – und meist sorgen sie durch eine effektvolle Geschichte dafür, dass weitere Geschehnisse in Gang gesetzt werden.

»Die Straße nach Andromeda« stellt einen Haluter vor und endet damit, dass Perry Rhodan und seine Gefährten in eine fremde Galaxis geschleudert werden – damit beginnt der legendäre »MdI«-Zyklus. »Sie kamen aus dem Nichts« erzählt, wie der Schwarm die äußeren Regionen der Milchstraße erreicht – der »Schwarm«-Zyklus fängt mit einer Katastrophe an.

Spätere Jubiläumsbände wie »Laire« oder »Die Kaiserin von Therm« erzählten große kosmische Geschichten, sie sind gewissermaßen Ausnahmen. Die meisten Jubiläumsbände erzählen vom Aufbruch der Terraner in eine fremde Umgebung, oder sie zeigen, wie Unbekannte die Erde erreichen, wodurch sich einiges verändert.

Und nun beginnt der »Chroniden«-Zyklus – allerdings auf eine Weise, die wir so noch nie hatten. Auf der Erde öffnet sich ein Schacht, mitten im Indischen Ozean. Dieser Schacht ist so tief, dass es ihn eigentlich nicht geben dürfte. Aber durch sein Auftauchen werden Ereignisse ausgelöst, die für Perry Rhodan und seine Gefährten in einer riskanten Mission gipfeln.

Den ersten Band des neuen Zyklus verfasste Christian Montillon. Sein Roman mit der Bandnummer 3400 trägt den Titel »Der ewige Sturz« und macht klar, wie die Situation auf der Erde ist. Er kommt am 16. Oktober 2026 in den Handel – ein spannender Roman mit viel Action und einer Reihe von Geheimnissen, die wir nicht gleich auflösen werden.

Wie es im Schacht weitergeht, zeigt der Folgeband. Verfasst wurde er von Marie Erikson, und es ist der erste Teil eines Doppelbandes. In »Die Runen des Tartaros« schildert die Autorin die Expedition, an der sich Rhodan und seine Gefährten eher unfreiwillig beteiligen. Sie stellt diverse Aliens vor und macht klar, welche Konflikte im Schacht herrschen.

Ihr Roman mit der Bandnummer 3401 wird zum 23. Oktober 2026 veröffentlicht. Ich fand ihn richtig spannend: eine mitreißende Abenteuergeschichte, in der sich Rhodan und seine Gefährten in besonderer Weise bewähren müssen.

Bereits eine Woche später erscheint die Fortsetzung: »Sturm der Zaliden« spielt ebenfalls in den Tiefen des mysteriösen Schachts. Perry Rhodan und seine Gefährten bekommen weitere Informationen, wenn sie nicht gerade damit beschäftigt sind, um ihr Leben zu kämpfen. Um einen gefangenen Menschen zu befreien, verbündet sich Rhodan sogar mit Lebewesen, die ihm nicht unbedingt sympathisch sind.

Mir gefiel bei diesem Roman, der mit der Bandnummer 3402 ab dem 30. Oktober 2026 erhältlich sein wird, wie geschickt es Marie Erikson schafft, die unterschiedlichen Charaktere glaubhaft darzustellen. Nicht Perry Rhodan allein ist der »Held« ihres Doppelbandes, es sind vielmehr seine Gefährten, die über sich hinauswachsen müssen.

Danach übernimmt Ben Calvin Hary. Unser Chefautor stellt die »Rebellen des Tartaros« vor – so zumindest lautet der Titel seines Romans. Die Umgebung, durch die sich seine Figuren bewegen, ist häufig düster und vor allem gefährlich. Nur langsam erhalten die »Helden« seines Romans die entscheidenden Informationen, die klarmachen, welchen Sinn der Schacht hat – oder einmal gehabt hat.

Band 3403 wird am 6. November 2026 publiziert. Es ist übrigens der erste Teil eines Doppelbandes. Wie es aber im folgenden Band weitergeht, den ebenfalls Ben Calvin Hary verfasst hat, erzähle ich im nächsten oder übernächsten Logbuch – versprochen!

Mit den ersten vier Bänden des neuen Zyklus haben wir einen dynamischen Einstieg, wie ich finde. Die kosmischen Geheimnisse werden am Rand erwähnt, sie bilden nicht das Zentrum der Handlung. Es wird immerhin klar, dass es Zusammenhänge zwischen dem Schacht und der Menschheit gibt. Aber bis sie mehr erfahren, müssen die Menschen den Schacht gründlicher erforschen …

(Dieses Logbuch der Redaktion wurde Anfang Oktober auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.)

19 Oktober 2026

Der ewige Sturz

Jemand fragte mich dieser Tage, ob es nicht irgendwann langweilig werde, immer wieder neue Romane zu veröffentlichen. Ich war wegen dieser Frage zuerst verblüfft, schüttelte dann aber den Kopf: Da jeder Roman anders sei, so meinte ich, sei der Job nie langweilig. Vor allem die Jubiläumsbände unterschieden sich doch sehr.

Schaue ich mir den aktuellen Jubiläumsband an, kann ich meiner eigenen Aussage nur zustimmen. »Der ewige Sturz« von Christian Montillon ist bereits am Wochenende erschienen, mit ihm eröffnen wir den »Chroniden«-Zyklus. Und wir machen dabei etwas, das sonst sehr unüblich ist.

Ein Zyklus in unserer Serie beginnt entweder damit, dass ein Besucher auf der Erde landet und damit außergewöhnliche Ereignisse auslöse – oder dass Terraner unterwegs im All sind und dort auf neue Gegebenheiten treffen. (Ausnahmen bestätigen die Regel, ich weiß; dabei muss ich nur an »Aphilie« denken.)

Diesmal geht’s nicht in die Ferne, sondern in die Tiefe: Der unendlich wirkende Schacht, der sich auf einmal im Indischen Ozean auftut, erweist sich als ein Gebilde, das sich mancher Logik entzieht. Was dann genau geschieht, will ich an dieser Stelle nicht erzählen – das steht ja im Roman –, aber ich fand diesen anderen Ansatz sowohl spannend als auch interessant erzählt.

Mit Christian Montillons Roman setzen wir zu einem neuen Sprung über fünfzig Bände hinweg an. Der Zyklus gehört zum »Elysion«-Komplex, das ist klar, bietet aber eigene Schwerpunkte und steht für sich. Ich bin gespannt, wie das alles bei den Leserinnen und Lesern ankommen wird.

(Dieses Empfinden habe ich allerdings immer. Langweilig wird das allerdings auch nie.)

16 Oktober 2026

Interview mit dem Raketenheftleser

Seit einiger Zeit betreibt Jose Moser den Videoblog – meinetwegen auch Video-Podcast – mit dem schönen Titel »Raketenheftleser«. In diesem stellt er allerlei Autorinnen und Autoren vor, mit denen er teilweise sehr ausführliche Interviews führt.

Vor einigen Tagen war ich bei ihm zu Gast. Eigentlich hatten wir geplant, nur etwa eine halbe Stunde lang zu plaudern, aber dann wurde es doch eine volle Stunde. Josef Moser fragte mich allerlei Dinge, und ich beantwortete sie vom Büro aus.

Wenn man ins Plaudern gerät, werden manche Antworten halt länger als geplant. Ich erzählte von meiner Arbeit und vom kommenden PERRY RHODAN-Zyklus, verwies aber auch mal auf die Anfänge meiner Tätigkeit und darauf, dass sich bei kreativen Leuten immer wieder die Richtungen ändern können: Es geschah nicht nur einmal, dass ein Handlungsablauf geändert wurde, weil andere Ideen aufkamen oder sich die Autorinnen und Autoren lieber mit anderen Themen beschäftigten …

Ich mochte das Interview sehr. Und ich wünsche ihm möglichst viele Leute, die es anschauen und sich mit Kommentaren daran beteiligen.

15 Oktober 2026

Ein Monatsmeeting im Oktober

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich« 

Nachdem die Vorschläge der PERRY RHODAN-Redaktion im September so gut angekommen waren, ging ich am Mittwoch, 25. Oktober 2006, mit positiven Erwartungen in die Besprechung des Moewig-Buchverlags. Ich hatte einige Ausdrucke von Anzeigen und Entwürfen bei mir, ebenso einige Notizen, die ich mir auf der Buchmesse gemacht hatte.

An diesem Tag war PERRY RHODAN nur einer von vielen Punkten, die die Kolleginnen und Kollegen besprachen. Wie immer saßen Lektorat und Vertrieb, Marketing und Herstellung, Geschäftsführung und Buchhaltung an einem Tisch und diskutierten rege. Gelegentlich hatte ich das Gefühl, unser Geschäftsführer sei »nicht ganz dabei«, aber das führte ich auf einen anstrengenden Tag zurück.

Vier Paperbacks im Frühjahr


Im allgemeinen Bereich der Konferenz wurden die aktuellen Sachbücher besprochen, die als Bildbände erscheinen sollten. Ebenso ging es um Kochbücher und Rätselbände, angedacht waren neue Titel im Bereich der »Phänomene« – das waren beispielsweise Bücher zu Themen wie Astrologie oder Esoterik – in der Diskussion. Ich hielt mich zurück und sagte dazu nie etwas; üblicherweise nahm ich an diesen Teilen der Besprechung sowieso nicht teil und wurde erst dazu gerufen, wenn es um PERRY RHODAN ging.

Das war aber nicht unwichtig, schließlich wollten wir im kommenden Jahr mit unseren Titeln richtig durchstarten. Als es um unsere Themen ging, wurde zudem Klaus Bollhöfener vom Marketing hinzugebeten. Es wäre unsinnig gewesen, hätte ich über das Marketing und die optische Gestaltung referiert, die ja seine Arbeitsbereiche waren.

Noch einmal diskutierten wir über die geplanten Paperbacks: Im März sollte es mit dem »Meister der Insel«-Zyklus losgehen. Klaus Bollhöfener stellte die Optik und Gestaltung der neuen Reihe vor, die auf Entwürfen von Dirk Schulz und dessen Agentur Animagic beruhten. In der Runde gab es keinerlei grundsätzlichen Einwände. Ich erwähnte allerdings, dass einige Außendienstkollegen des Buchvertriebs auf der Buchmesse durchaus Kritik an Details gehabt hatten – das fanden die anderen aber nicht so wichtig.

Vereinbart wurde, »nur die ersten vier Bücher sowie das Rückenbild« in den Katalog für das Frühjahrsprogramm zu packen und auch nur diese bei der Vertretertagung vorzustellen. Klaus erhielt den Auftrag, die Druckdaten für die Umschläge anfertigen zu lassen. Sabine Kropp sollte sich um die herstellerischen Details kümmern – von den Rückentexten bis hin zum neuen Impressum.

»BARDIOC« im Blick

Klaus Bollhöfener und ich erklärten die werblichen Argumente für den Herbst 2007; das Jubiläum bei den Silberbänden sollte im Vordergrund stehen. Klaus stellte vor allem die Optik und Gestaltung des Jubiläumsbandes 100 vor: Wir würden weiterhin den Sammlermarkt im Blick behalten und wollten keine grundsätzlichen Änderungen beim Cover vornehmen, den Innenteil aber vorsichtig »aufhübschen«.

Parallel zum Jubiläumsband 100 wollen wir einen »BARDIOC«-Band in besonderer Optik herausbringen; zu einem marktgängigen Höchstpreis von 19,90 Euro. Klaus und ich brauchten einige Zeit, bis alle im Raum verstanden hatten, was wir eigentlich planten; dann fanden sie es gut.

Klaus erhielt den Auftrag, die Optik weiterzuentwickeln, während sich Sabine Kropp um ergänzende Texte sowie den eigentlichen Inhalt kümmern sollte. Zudem sollte sie dafür sorgen, dass die Buchhaltung möglichst schnell alle Daten bekam, um das Buch vernünftig kalkulieren zu können.

Weitere Ideen

Ich stellte meine Überlegung vor, einen PERRY RHODAN-»Klopper« zu veröffentlichen. Dieser sollte parallel zum Start der »Meister der Insel«-Paperbacks erscheinen: »Wir nehmen sechs Taschenbücher, die mit dem Thema im Zusammenhang stehen, und packen die in ein Paperback«, schlug ich vor. »Das hat dann rund 900 Seiten; man spricht damit eine andere Zielgruppe an.« Ich berichtete von meinen Gesprächen mit den Kollegen aus dem Heyne-Verlag, die mir erzählt hatten, dass die »Klopper« – so nannte man diese dicken Bücher – ein anderes Publikum hätten als gewöhnliche Taschenbücher.

Begeisterung löste ich damit keine aus. »Das ist too much«, argumentierte unser Vertriebsleiter. »Das nimmt der Markt nicht auf.« Wir sollten für so ein dickes Buch aber ein weitergehendes Konzept und eine Kalkulation erstellen – das könnte im Verlauf des Jahres 2007 eventuell doch interessant werden.

Ich erwähnte darüber hinaus den anhaltenden Fantasy-Boom – Heyne, Bastei Lübbe, Piper, Klett-Cotta und andere auch veröffentlichten neue Fantasy-Romane – zu nutzen und klassische MYTHOR-Romane wie etwa den »Schattenland«-Zyklus als Taschenbuch neu aufzulegen. Das lehnte der Vertrieb ab, Fantasy sei kein interessantes Thema.

Klaus Bollhöfener und ich verließen in einer sehr guten Stimmung das Monatsmeeting des Buchverlags. Für uns sah es so aus, als könnten wir 2007 mit den PERRY RHODAN-Büchern noch einmal durchstarten und vor allem endlich neue Dinge angehen. (Spoiler: Wie sehr wir uns täuschten, sollten wir sechs Wochen später erfahren.)

(Dieser Text wurde bereits vor einigen Tagen auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.) 

14 Oktober 2026

1000 Romane am Stück

Fast schon zurückhaltend wird in diesen Tagen ein Jubiläum begangen, das ich schon ziemlich eindrucksvoll finde: Seit Band 2400 bringt unser Hörbuchpartner Eins A Medien die wöchentlichen PERRY RHODAN-Lesungen als Hörbücher in den Handel. Das heißt: Jede Woche wird ein Hörbuch veröffentlicht, jede Woche sitzt ein Sprecher vor dem Mikrofon, jede Woche arbeiten unterschiedliche Menschen daran, dass die Sprachqualität stimmt und die Datei hinterher vernünftig auf den Plattformen zu hören ist.

Ich finde das sehr beeindruckend. Die Kolleginnen und Kollegen von Eins A Medien machen da einen hervorragenden Job. 

Seit wir die Zusammenarbeit begonnen haben – es war zu Beginnd der Nuller-Jahre – sind natürlich weitaus mehr Hörbücher bei den Kölnern erschienen: Eins A Medien publiziert auch die Hörbücher zu den Silberbänden, zu den Miniserien und zu PERRY RHODAN NEO; dazu kommen ATLAN-Miniserien oder Taschenbuch-Staffeln.

Zuletzt haben wir uns im Rahmen der Buchmesse mit Eins A Medien getroffen. Es gibt neue Ideen und Vorschläge, und ich bin gespannt, wie diese sich umsetzen lassen. Es kommt noch einiges im Audiobereich auf uns zu! 

13 Oktober 2026

Exodus

Bei manchen Titeln unserer Romane ist es einfach, sie festzulegen; zumindest relativ: Man weiß schließlich, welche Figuren im Roman auftauchen, und man weiß auch, an welchem Schauplatz der Roman spielt – da lässt sich leicht etwas arrangieren. Sowohl für den Anfang als auch für das Ende eines Zyklus finde ich das allerdings nie so einfach.

Das merkte ich bei dem Roman, der in der vorigen Woche erschienen ist. »Exodus« von Oliver Fröhlich schließt den »PEGASOS«-Zyklus ab. Noch einmal müssen viele Handlungselemente aufgebaut und zu Ende gebracht werden, noch einmal spitzen sich die Dramen auf der Erde und auf der Kunstwelt namens Wanderer zu. Aber wie packt man das in einen Titel, der spannend sein soll, aber eigentlich nichts verraten darf?

Der Autor selbst kam auf den Titel. »Exodus« fasst zumindest einen Teil des Inhalts sehr gut und sehr klar zusammen. Das Drama im Inhalt wird angerissen, das Titelbild von Dirk Schulz bietet die entsprechende Ergänzung.

Ich finde: Der Titel passt.

Und ich habe mich bei der Lektüre des Manuskripts sehr gut unterhalten – vor allem bei jenen Szenen und Kapiteln, die nicht durch die Struktur des Exposés vorgegeben, sondern vom Autor komplett frei erarbeitet worden sind.

12 Oktober 2026

Kurz nach der Buchmesse 2026

In früheren Jahren schaffte ich es immer wieder, während der Frankfurter Buchmesse an meinen Computer zu gehen und mich irgendwie zu äußern. Meist schrieb ich pro Tag einen Text für den Redaktionsblog und einen Text für meinen privaten Blog. Als wir noch ein relevantes Forum hatten, schrieb ich zudem regelmäßig Zwischendurch-Informationen für die Foristas, die allerdings nur wenig Resonanz fanden.

2026 schaffte ich das nicht, obwohl ich viele Termine hatte und es einiges zu berichten gäbe. (Vielleicht reiche ich ein Logbuch der Redaktion nach.) Ich hoffe, dass ich in den kommenden Tagen den einen oder anderen kleinen Messerückblick aus Sicht der Redaktion und des PERRY RHODAN-Teams schaffe.

Nur so viel: Sowohl die eigentliche Buchmesse als auch der BuchmesseCon haben mir sehr gut gefallen. Für PERRY RHODAN waren es gute und sinnvolle Veranstaltungen. Es gab viele positive Impulse für uns – und das freut mich immer.

07 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 2

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

So konnten wir recht schnell zur nächsten Position übergehen, dem Blick in die nahe Zukunft. Überraschend schnell wurde mein Vorschlag angenommen und entsprechend fixiert: Im Frühjahr 2007 sollte der »Meister der Insel«-Zyklus als Paperback-Ausgabe bei Moewig veröffentlicht werden. Die grundsätzliche Konzeption hatte überzeugt, die ersten Entwürfe für die Titelbilder ebenfalls.

Dirk Schulz hatte sich an den bisherigen Paperbacks orientiert, und wir fanden die Bilder allesamt gelungen. Aber es war klar, dass noch ein Feinschliff erfolgen sollte.

»Klaus Bollhöfener kann bereits mit der Gestaltung beginnen«, notierte ich mir. »Diese werden wir dann beim Außendienst-Meeting im November präsentieren.« Gemeint war die Tagung der Buchvertreter, die letztlich dafür sorgten, dass neue Bücher gut in den Buchhandlungen platziert wurden.

Unklar war noch die Taktung: Ich schlug vor, zwei Bände im Frühjahr zu veröffentlichen und immer dann, wenn ein neuer Silberband in den Handel kam, zwei neue Paperbacks als Ergänzung zu bringen. »Die Buchhandlungen erhalten ohnehin schon den Silberband«, argumentierte ich. »Da fällt es ihnen leicht, weitere PERRY RHODAN-Titel zu bringen.«

Der Vertrieb dachte laut darüber nach, sogar jeden Monat ein Buch zu publizieren. Die Lektoren waren skeptisch, ob das nicht zu viel sei. Und der Geschäftsführer plädierte für einen »Vorbehalt«: Wir müssten bereit sein, die Reihe notfalls einzustellen, wenn sie nicht gut laufe, und müssten dann eben die Prügel der Fans riskieren. Und die Kollegin aus der Buchhaltung wies nachdrücklich darauf hin, dass wir nur ein kleines Marketing-Budget für die gesamte Reihe hätten.

Die Silberbände

In der Folge ging es um die klassischen PERRY RHODAN-Silberbände. Der Vertrieb fand die Gestaltung zu »altmodisch« und wollte sie behutsam ändern. Ich wollte die Sammler allerdings nicht vergrätzen. Nach kurzer Diskussion wurde beschlossen, das Thema in den Oktober und auf die Zeit nach der Buchmesse zu verschieben. Sabine Kropp, die für die Bücher verantwortlich war, und Klaus Bollhöfener vom Marketing sollten sich bis dahin über eine Neugestaltung weitere Gedanken machen.

Mein Thema war eher das Projekt einer PERRY RHODAN-Luxusausgabe: Ich wollte einen Hardcover-Band mit Schutzumschlag herausgeben; mein Vorschlag war, den anstehenden Jubiläumsband 100 als Test zu nehmen.

Der von mir geplante Preis von 19,90 Euro wurde von unserem Geschäftsführer als »viel zu niedrig« bezeichnet. Meine Argumentation, man müsste bei so einem Buch schon schauen, was vergleichbare Bücher im Handel kosten, wurde als »unnötiger Vergleich« vom Tisch gewischt. Ich bemerkte, dass ich an dieser Stelle noch eine Reihe von Diskussionen vor mir hatte.

Eventuell »Klopper«

Ich hatte für meine Präsentation einige PERRY RHODAN-Ausgaben am Tisch verteilt, die wir mit den Kollegen des Heyne-Verlags herausgebracht hatten. Der Vertriebsleiter war vor allem von der dicken »Odyssee«-Sammelausgabe begeistert. »So etwas könnten wir auch verkaufen, da ist der Preis super. Können wir nicht einfach so einen PERRY RHODAN-Zyklus in ein Buch packen?«

Ich argumentierte, dass das nicht so einfach sei, versprach aber, mir über diese Idee weitere Gedanken zu machen. Wir könnten ja sechs der klassischen PERRY RHODAN-Taschenbücher – etwa die Michael-Rhodan-Romane von Ernst Vlcek – in ein dickes Buch packen. Dann hätten wir den gewünschten »Klopper«, wie man in der Buchbranche solche Bände nannte. Von der Produktion her wäre so etwas gut zu machen.

Am Ende verließ ich das Monatsmeeting des Buchverlags wieder mit gemischten Gefühlen. Manche Kommentare hatten mich geärgert, das Ergebnis in Sachen »Meister der Insel« aber sehr gefreut. Wenn alles gut ging, so überlegte ich mir, würden wir in einem Jahr zwölf neue PERRY RHODAN-Paperbacks im Handel haben. Und dann könnte man weitersehen.

In Gedanken schmiedete ich bereits weitere Pläne, wie man PERRY RHODAN bis zum Jubiläum im Jahr 2011 weiter im Buchhandel entwickeln könnte. An Ideen mangelte es in der Redaktion und im Autorenteam schließlich nicht …

(Dieser Text erschien bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)

06 Oktober 2026

Sternendämmerung

Ein Roman, verfasst von zwei Autoren: In dieser Woche veröffentlichen wir »Sternendämmerung«, der von Thorsten Schweikard und Oliver Müller verfasst worden ist. Das wunderschöne Titelbild von Dirk Schulz greift eine Idee der beiden Autoren auf und spielt auf eine der allerersten Szenen des Romans an – ich finde es gut, dass wir ein ruhiges Motiv haben und keine Weltraum-Action zeigen.

Tatsächlich gibt es die Action in diesem Roman gleich in mehreren Kapiteln. Die Handlung spielt auf zwei Ebenen: Eine davon ist in den Tiefen der Milchstraße angesiedelt, die andere im Solsystem und seiner Umgebung. Gegnerische Raumschiffe greifen die Erde an, es kommt zu erbitterten Kämpfen. Auch an anderen Schauplätzen spitzt sich die Lage zu.

Die beiden Autoren arbeiteten bei ihrem Roman eng zusammen. Zwar hatte jeder seine eigene »Spielwiese«; ich fand allerdings, dass diese harmonisch zusammenwuchsen. Wüsste man es nicht, würde man nicht bemerken, dass zwei unterschiedliche Menschen an diesem Text arbeiteten – und das finde ich zusätzlich spannend ...

05 Oktober 2026

Große Buchpläne für das Jahr 2007 – Teil 1

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Die Kolleginnen und Kollegen des Buchverlags saßen in den Nuller-Jahren einmal im Monat zu einer Konferenz zusammen: der Vertrieb und das Lektorat, das Marketing und die Herstellung, die Geschäftsführung und jemand aus der Buchhaltung. Besprochen wurden bei diesem Treffen – man nannte es schlicht das »Monatsmeeting« – die geplanten Bücher, die Verkaufszahlen oder auch der Buchmessestand.

Meist ging es dabei um das allgemeine Programm des Moewig-Buchverlags; ich wurde gelegentlich eingeladen, wenn es um PERRY RHODAN ging. Und meist hielten sich meine »Auftritte« in Grenzen. Am Mittwoch, 20. September 2006, war ich aber lange im Kreis der Kolleginnen und Kollegen – an diesem Tag bildete PERRY RHODAN einen Schwerpunkt.

Ich empfand die Diskussion als sehr konstruktiv. Vor allem die Kollegen aus dem Vertrieb, die sonst oft kritisch gegenüber unserer Serie waren, begrüßten die Ideen, die ich vortrug. Der Geschäftsführer fühlte sich an manchen Stellen überfordert, für ihn musste ich die Präsentation später wiederholen.

Der »Plophos«-Vierteiler

Aktuell waren zu dieser Zeit die Paperbacks des »Plophos«-Vierteilers im Handel. Wir hatten im September 2006 – also zum »kleinen« Serienjubiläum – die ersten zwei Bände veröffentlicht; die Folgebände waren für das Frühjahr 2007 geplant. Innerhalb kurzer Zeit hatten wir jeweils einige tausend Paperbacks verkauft, worauf der Vertrieb sehr stolz war.

»Man muss natürlich sehen, ob und wie sie im Handel abfließen«, sagte der Vertriebsleiter kritisch. »Aber die Bücher stehen in den Science-Fiction-Abteilungen der Buchhandlungen, das ist ein guter Start.«

Wir vereinbarten weitere Aktionen. Ich notierte mir einen Auftrag für Klaus Bollhöfener: »Faxversand an die Buchhändler anleiern.« Nach wie vor mochten es die Leute in den Buchgeschäften, von den Verlagen mit Werbung und Informationen über das Faxgerät versorgt zu werden.

Ich zeigte Ausdrucke der Anzeigen, die wir in den PERRY RHODAN-Heftromanen veröffentlichten. Das kam ebenfalls gut an.

Der »Schwarm«-Zyklus

Noch einmal wurde über den »Schwarm«-Zyklus diskutiert. Wir hatten im Frühling des Vorjahres damit begonnen, diesen klassischen Zyklus in Form von Paperbacks erneut zu veröffentlichen. Dabei hatten wir die Druckvorlagen der Silberbände genommen, diese ein wenig an ein größeres Format angepasst und die Bücher dann drucken lassen. Das hatte gut funktioniert. Zwar wussten wir nicht, ob wir damit neue Leser angesprochen hatten, aber die Zahlen für die einzelnen Bände waren sehr erfreulich. Wir hatten innerhalb eines Jahres auf diese Weise einige zehntausend PERRY RHODAN-Bücher mehr verkauft.

Dazu gab es allerdings kritische Einwände. Buchhändler hatten einzelne Titel remittiert, die sie nicht verkauft hatten; auf diese Weise hatten wir einen recht hohen Lagerbestand angehäuft, der sich nur schleppend verringerte.

»Aus genau diesem Grund müssen wir weitere PERRY RHODAN-Zyklen auf diese Weise vermarkten«, argumentierte ich. »Wenn die Leute sehen, dass es da immer mehr gibt, interessieren sie sich auch für die bisherigen Zyklen.«

Der Vertriebsleiter stimmte mir zu. »Wir sollten auf jeden Fall weitermachen«, sagte er. »Die Paperbacks sind für PERRY RHODAN eine Verkaufssäule zwischen den Heftromanen und den Büchern.«

Der Geschäftsführer und die Kollegin aus der Buchhaltung brachten die Autorenhonorare ins Spiel. Diese seien viel zu hoch; ich sollte mit den Autoren und den Erben verhandeln, um geringere Honorare zu erreichen. Es war nicht die erste Diskussion zu diesem Thema, und es würde – das war mir klar – auch nicht die letzte sein. Also versuchte ich, ruhig zu bleiben, und verwies auf gültige Verträge.

»Man kann nicht einfach einen gültigen Vertrag verändern«, blieb ich an dieser Stelle stur. Diese müssten wir erst kündigen, dann seien sie neu zu verhandeln. In dieser Zeit wäre keine weitere Produktion von PERRY RHODAN-Büchern mehr möglich. Dieses Argument schien zu überzeugen; wie immer an dieser Stelle.

(Dieser Text wurde bereits im September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Ich bringe ihn hier aus dokumentarischen Gründen noch einmal.)

02 Oktober 2026

Endspiel für das Solsystem?

Ein Logbuch der Redaktion


Wenn ich es vereinfacht sagen darf: Eigentlich hat der laufende PERRY RHODAN-Zyklus zwei Hauptlinien. In diesem Logbuch konzentriere ich mich auf eine davon …

Auf der einen Handlungsebene können die Leserinnen und Leser verfolgen, was mit Reginald Bull und der Besatzung des kleinen Raumschiffs PHOENIX in den Tiefen der Galaxis passiert. Die andere Handlungsebene wiederum erzählt von der Erde und ihren Bewohnern sowie den anderen Welten und Monden des bewohnten Sonnensystems, die vor neuen Herausforderungen stehen.

Diese waren nicht ohne … Zuerst bedrohten die mysteriösen Reproiden das Solsystem; hätte man sie nicht rechtzeitig gestoppt, wären wohl alle Himmelskörper buchstäblich gefressen und in neue technische Gebilde verwandelt worden. Dann übernahm NATHAN die Macht, das sogenannte Mondgehirn wurde zum Guten Geist der Erde, weil man nur ihm zutraute, der großen Gefahr wirklich Herr zu werden.

Zuletzt strömten die Inhalte der erkrankten Superintelligenz ES – um es grob zu vereinfachen – in das Solsystem und setzten sich gewissermaßen auf die Bewusstseine von Milliarden Menschen. Diese leiden seitdem unter einer extremen Schwächung ihrer Aufmerksamkeit, was dazu führt, dass auf der Erde sowie den anderen Welten und Monden die Wirtschaft und das soziale Leben zusammenbrechen.

Konkreter: Sie würden zusammenbrechen. Doch dank NATHAN und seinen zahlreichen Splittern kann das System aufrechterhalten werden. Milliarden von Menschen werden also versorgt und können ihr Leben weiterführen. Auf Dauer ist das allerdings keine Lösung …

Hier setzt die Handlung der kommenden vier Romane an. Sie spielen allesamt in der Milchstraße, wenngleich es Ausflüge zu anderen Galaxien gibt, und sie konzentrieren sich zu einem großen Teil auf das Solsystem.

Stefan Pannor, der sehr kurzfristig einspringen konnte – wofür ich sehr dankbar bin! –, präsentiert mit »Die Rebellen von Wanderer« einen ungewöhnlichen Blick auf die Welt, die jahrtausendelang als Heimat der Superintelligenz ES galt. Schon klar: Es gibt und gab verschiedene Versionen von Wanderer, aber das würde an dieser Stelle zu weit führen.

Sicher ist, dass bei Wanderer zur aktuellen Handlungszeit einiges anders ist, als man das bisher gewohnt war. Und es ist nicht so einfach, die Kunstwelt zu finden. Der Roman mit der Nummer 3396 liegt ab dem 18. September 2026 vor.

Die direkte Fortsetzung wird schon durch den Titel vermittelt: »Wanderer gegen ES« deutet an, dass es zu einer Konfrontation kommt, mit der niemand gerechnet hat. Olaf Brill schreibt von Verwicklungen und Konflikten, die alle überraschen und die zu einem verheerenden Chaos führen können.

Der Autor erzählt von einem speziellen Risikoeinsatz, und er zeigt, wie bedroht die Erde ist. Sein Roman trägt die Bandnummer 3397 und wird am 25. September 2026 veröffentlicht.

Fast wie ein Kabinettstück mutet danach »Upper West Garnaru Road« an. Wer sich mit unserer Serie auskennt, weiß, dass an dieser Adresse tatsächlich Perry Rhodans Haus zu finden ist. Das besucht der Raumfahrer eher selten – aber es ist seine Heimat, und es enthält Geheimnisse, die nicht jedem bekannt sind.

Welche Geheimnisse das sind und welche Besucher das Haus hat, das präsentiert Wim Vandemaan in seinem Roman, der mit zahlreichen ungewöhnlichen Details aufwartet. Er erscheint am 2. Oktober 2026 mit der Bandnummer 3398.

Den Abschluss des laufenden Zyklus bildet ein Roman von Oliver Fröhlich. In »Exodus« schildert der Autor die bedrohliche Situation auf der Erde und die entscheidenden Stunden im All sowie auf anderen Welten – Perry Rhodan spielt eine wichtige Rolle in diesem Ringen um das Schicksal der Menschheit und einer Superintelligenz.

Der Roman mit der Bandnummer 3399 wird am 9. Oktober 2026 veröffentlicht und hat eine gewisse Überlänge. Wir mussten ihn ein bisschen kleiner setzen, was die Leser der E-Books oder diejenigen, die lieber Hörbücher hören, nicht interessieren dürfte, und wir ließen das Glossar entfallen. Aber ich denke, das war richtig so: Der Roman enthält so viele packende Szenen, dass ich davon keine Zeile kürzen wollte.

Und damit wäre der »PEGASOS«-Zyklus abgeschlossen – der Fokus richtet sich nun auf den »Chroniden«-Zyklus. Seien wir gespannt!

(Dieses Logbuch kam Mitte September auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)

01 Oktober 2026

Wie wir uns 2004 zeigten

Aus der Serie »Ein Bild und seine Geschichte«


Im Oktober 2004 präsentierte sich der Moewig-Buchverlag auf der Frankfurter Buchmesse mit einem eindrucksvollen Stand, an dem die PERRY RHODAN-Serie entsprechend gewürdigt wurde. Fast eine Hälfte des Standes wurde von der größten Science-Fiction-Serie der Welt eingenommen, der eigentliche Stand bot Kochbücher und Astrologie, Rätselbände und Kalender, Esoterik und Gartenratgeber an.

Das Bild, bei dem leider nicht mehr bekannt ist, wer es aufgenommen hat – jemand aus dem Verlag? –. gibt einen Einblick in das Geschehen auf der Messe. Der PERRY RHODAN-Bereich ist vorne zu sehen. Am Besprechungstisch sitzen der Autor H. G. Francis (links im Bild) mit seiner Ehefrau, der sich mit Klaus N. Frick, dem PERRY RHODAN-Redakteur (rechts am Tisch) unterhält.

Im Hintergrund sieht man am Tresen des Buchverlags einige Kolleginnen und Kollegen aus der Herstellung und dem Vertrieb. Es war eine quirlige Messe, und die Verlagsangestellten traten alle sehr seriös auf: Die Herren trugen Anzug und Krawatte, die Frauen hatten üblicherweise eine weiße Bluse oder einen leichten weißen Pullover an.