PERRY RHODAN-Redaktion
Diskretes und indiskretes aus der größten Science-Fiction-Serie der Welt
28 Januar 2026
Was niemand kommen sah
Mir gefiel vor allem eine Figur in diesem Roman: Es ist Tolmenur, eine Nargan, die zu den Sternen reisen möchte und die als erste ihres Volkes mit den Außerirdischen in Kontakt tritt. Marie Erikson stellt nicht nur Tolmenur und ihre Weltsicht dar, sondern zeigt anhand dieser Figur, wie die aktuelle Gesellschaftsform dieser Welt ist und sie sich verändert.
Mir gefallen Romane, in denen uns Lesern die Aliens gewissermaßen einen Spiegel vorhalten. Das gelingt Marie Erikson mit ihrem Doppelband sehr gut, finde ich.
27 Januar 2026
PERRY RHODAN verlässt die Plattform X
Ein Logbuch der Redaktion
Ich erinnere mich noch gut daran, wie Miriam Hofheinz in der Tür meines Büros stand und mich fragte, ob ich schon einmal von Twitter gehört hätte. Mir war das neu, also erläuterte mir die Marketing-Kollegin: Das sei eine ganz neue Plattform im Internet, und auf dieser könne man mit Kurznachrichten weltweit kommunizieren.
Ich solle mir das einmal anschauen; vielleicht könnte das etwas für PERRY RHODAN sein. »Damit wären wir wieder Trendsetter«, meinte sie und verwies darauf, dass wir 1996 mit unserem Internet-Auftritt ebenfalls sehr früh auf uns aufmerksam gemacht hätten. Sie zeigte mir zudem die Twitter-Map, die es parallel dazu gab.
In den folgenden Tagen beschäftigte ich mich viel mit Twitter und versuchte herauszufinden, wie man das neue Netzwerk benutzen konnte. Anfang 2007 gab es noch nicht so viel Social Media, und einen Anbieter für »Microblogs« fand ich spannend. Vor allem die Twitter-Map faszinierte mich: Wenn jemand in Südkorea, Indien oder Kanada etwas bei Twitter schrieb, blitzte es auf der Karte auf, und dann konnte man mit der Maus quasi hinfahren und schauen, was diese Person geschrieben hatte – so wenig war am Anfang eben auf Twitter los.
Im Mai 2007 meldete ich mich privat bei Twitter an und eröffnete auch einen PERRY RHODAN-Account bei diesem Netzwerk. Anfangs tat sich nicht viel, vor allem deshalb, weil Twitter noch so unglaublich neu war. Wir überlegten uns daher, wie wir das Netzwerk sonst nutzen konnten.
Es gab Firmen, die nutzten es für die interne Kommunikation: Wie wäre es, wenn wir Twitter als abgeschlossenes Netzwerk – das wäre problemlos möglich gewesen – für die Kommunikation mit dem Autorenteam nutzen würden, als ein Forum für Autorinnen und Autoren? Oder als Diskussionsgrundlage für die Abteilung PERRY RHODAN?
Von solchen Gedanken verabschiedeten wir uns bald, weil andere Arbeiten wichtiger waren. Und weil Miriam Hofheinz die PERRY RHODAN-Redaktion verließ und wir unser Marketing neu aufstellten ... Twitter dümpelte für uns ein wenig im Hintergrund dahin; wir nutzten es nicht richtig.
Bis Kai Hirdt mit einer spanenden Idee kam: Wie wäre es denn, wenn die Figur Perry Rhodan direkt twittern würde? Kai war damals noch keiner unserer Autoren, sondern arbeitete als Texter in einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit in Hamburg. Wir fanden das Projekt gut, er betrieb es mit viel Engagement und Begeisterung über ein Jahr lang – das kam gut an, und am Ende wurde die Agentur für dieses Engagement für die Marke PERRY RHODAN sogar mit einem Preis ausgezeichnet.
In den Nuller-Jahren wurde Twitter zu einem wichtigen Medium für mich. Ich kommunizierte über die Plattform vor allem mit Autorinnen und Autoren, bekam viel Politik-Diskussionen mit und teilte die Inhalte unserer PERRY RHODAN-Serie. Auch unsere Marke war dort gut vertreten, immer mehr Fans fanden sich ein.
Einige waren bei Twitter so aktiv, dass sie sich sogar als »Twitterbande« bezeichneten. Ich würde behaupten, dass der BrühlCon ein direktes Ergebnis davon war. Für die Vernetzung kreativer Leute war Twitter vor allem in den Zehnerjahren ein wunderbares Netzwerk.
Das ist alles Geschichte, und es ist traurig, wie sich Twitter – das seit einigen Jahren nur noch X heißt – seitdem entwickelt hat. Was einmal ein Medium war, in dem sich viele kreative Köpfe austauschten, in dem diskutiert und gespottet wurde, in dem es viel zu entdecken gab, ist zu einer Seite verkommen, die immer stärker von Hass und Hetze dominiert wird.
Die Folgen sind einsichtig: Immer mehr Menschen ziehen sich von X zurück, immer mehr Institutionen haben aufgegeben. Wir haben uns die Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten angesehen und stellen fest: Für die Marke PERRY RHODAN ist X kein gutes Umfeld mehr; aus diesem Grund beenden wir unsere Präsenz auf dieser Seite. (Wir sind weiterhin bei Social Media aktiv: bei Facebook und Instagram, bei Bluesky und Youtube sowie seit einiger Zeit auch bei TikTok.)
Als Privatperson bleibe ich noch eine Weile bei Twitter und werde die PERRY RHODAN-Inhalte über meinen privaten Kanal teilen. Für PERRY RHODAN war's das aber ...
26 Januar 2026
Die MAGELLAN-Intrige
Der Autor hatte für seinen Roman sehr viel Personal zur Verfügung. Ich weiß selbst, dass das keine leichte Aufgabe ist: Wenn man viele Personen durch eine Handlung führen muss, hat man als Autor immer das Problem, sich in der jeweiligen Szene für die richtige Perspektive zu entscheiden. Vor allem, wenn es unter anderem darum geht, eine Thriller-Handlung zu schildern …
Gut gefiel mir in diesem Roman übrigens, wie der Autor mit der Figur Perry Rhodan umgeht. Unsere Hauptfigur wird von ihm als Tatmensch gezeigt, nicht als knallharter »Sofortumschalter«, aber eben doch als ein Mensch, der zu seinen Überzeugungen steht und sich entsprechend verhält.
23 Januar 2026
Den Tod vor Augen
»Den Tod vor Augen« erzählt von einer Expedition, die fast in einer Katastrophe endet, und blickt zurück auf eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sich in riskante Forschungen gestürzt haben, ohne die möglichen Folgen zu betrachten. Der Autor siedelt die Handlung auf zwei Zeitebenen an und schickt seine Figuren auf beiden Ebenen in gefährliche Situationen.
Viele der Figuren, die er aufbietet, sind nichtmenschlich; ihre Probleme, mit denen sie sich beschäftigen müssen, sind aber jederzeit verständlich. Damit schafft er einen Roman, der fast schon faustische Elemente hat: Man strebt nach einem höheren Ziel, das man nicht erreichen kann, und macht auf dem Weg zum Ziel allerlei falsch …
22 Januar 2026
Leseprobe für den Flammenstaub
Sabine Kropp betreute als Redakteurin die Miniserie und war auch für die Leseprobe, ihren Inhalt und ihre Produktion verantwortlich. Das Titelbild gestaltete Arndt Drechsler, und Sabine informierte die Leserinnen und Leser der Leseprobe in einem Vorwort über die Zusammenhänge. Für die Exposésteuerung zeichnete Michael Marcus Thurner verantwortlich – das war eine gute Zusammenarbeit!
Bei der Leseprobe hatten wir uns damals für das Format eines Heftromans entschieden. Sie sollte bewusst so aussehen wie das fertige Produkt. Und weil wir sie in unserer hauseigenen Druckerei produzieren ließen, stimmten auch das Papier und die Schrift mit dem »richtigen« Roman überein.
21 Januar 2026
Bei den Buchwissenschaftlerinnen
Was ich zum Thema des seriellen Erzählens sagte, hatte ich mir noch im Zug ausgedacht. Die etwa drei Dutzend Leute, von denen nur einer männlich war, hörten brav zu, stellten am Ende einige Fragen und applaudierten abschließend.
Unter anderem wurde ich gefragt, wie man denn in eine so umfangreiche Serie einsteigen könnte. Oder warum es keinen Film gäbe …
20 Januar 2026
Ich denke an H. G. Francis
Ich lernte den Schriftsteller persönlich in den 80er-Jahren kennen; seit 1992 arbeiteten wir zusammen. In seinem Haus nahm ich an einem schönen Fan-Treffen teil, zu seinem sechzigsten Geburtstag wurde ich eingeladen. Wir waren nicht immer einer Meinung, auch nicht in politischen Fragen, aber man konnte mit ihm diskutieren und sogar streiten, ohne dass es zu längeren Konflikten führte. Er hörte anderen Leuten zu und respektierte ihre Meinungen, hatte aber auch keine Scheu, seine eigenen Ansichten zu äußern.
Er war eine Person, die stets auffiel, und das meine ich an dieser Stelle positiv: H. G. Francis hatte eine zupackende und zugleich freundliche Art. Er sprach mit allen Menschen auf Augenhöhe, ob das nun 15 Jahre alte Science-Fiction-Fans oder die Geschäftsführer von Verlagen und Filmgesellschaften waren.
Was ich an ihm sowieso schätzte, war seine quirlige Art. Seit den 80er-Jahren hatte er sich für eine Verfilmung unserer Serie engagiert und war in den Nuller-Jahren sehr unzufrieden mit den langsamen Fortschritten. In der Folge entwickelte er die Idee, PERRY RHODAN als ein Musical auf die Bühne zu bringen; er führte Gespräche mit wichtigen Produzenten und Komponisten, entwickelte Konzepte und machte sich Gedanken zur Handlung eines solchen Musicals.
Neben seiner Arbeit für unsere Serie schrieb er auch Hörspiele – er war zeitweise der beliebteste und meistveröffentlichte Hörspielautor im deutschsprachigen Raum – und Sachbücher, historische Romane und Artikel für Zeitschriften. Er war sehr gut vernetzt und brachte so auch immer wieder Einflüsse von außen in unsere Serienarbeit ein.
H. G. Francis verfasste Hunderte von Romanen für PERRY RHODAN und ATLAN, auch für die Taschenbücher, dazu kamen Kurzgeschichten. Vor allem die Figur des Haluters Icho Tolot schätzte er. Gelegentlich brachte er Zeitkritik ein, was sich unter anderem in teilweise verzerrten Darstellungen von Journalisten äußerte. Ebenso mochte er die Figur des Agenten Ronald Tekener, den er in seinen Romanen als knallharten Kämpfer schilderte.
Der Autor war fleißig und engagiert, an Ideen und Engagement mangelte es ihm nie. Über sein Leben und seine umfangreichen Arbeiten könnte man ein ganzes Buch schreiben. Ich belasse es bei diesem Text, mit dem ich an ihn erinnern möchte.
H. G. Francis war als Autor über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Stütze der PERRY RHODAN-Serie und ihres Umfelds. Wir verdanken ihm viel.
(Diesen Text veröffentlichte ich in der vergangenen Woche auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hiermit wird er auch hier dokumetiert.)





