Ein Logbuch der Redaktion
PERRY RHODAN begleitet mich nun schon seit langem: Als Kind hatte ich die ersten PERRY-Comics in den Händen, mit 13 Jahren fing ich an, die Serie regelmäßig zu lesen, als junger Mann wurde ich freier Mitarbeiter der Redaktion, und seit 1992 arbeite ich als Redakteur für die größte Science-Fiction-Serie der Welt.
Ich bin sehr stolz darauf, einen Teil zu diesem Generationenprojekt beigetragen zu haben. Dabei hätte ich 1977 ungläubig den Kopf geschüttelt, wenn mir jemand gesagt hätte, dass ich 15 Jahre später der Redakteur der Serie sein würde. Ähnlich ging es wohl auch in den 60er-Jahren manchen Leuten: Sie hätten nie geglaubt, dass die Serie im Jahr 2026 – das war damals fernste Science Fiction! – noch existieren würde.
Als 1961 die ersten Romane der brandneuen Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN veröffentlicht wurden, war der Zweite Weltkrieg gerade mal 16 Jahre vorüber. Das Wirtschaftswunder brachte Wohlstand in die Familien, während gleichzeitig die Angst vor einem neuen Krieg auf den Menschen lastete. In dieser Zeit musste eine »Weltraum-Serie«, die vom Kontakt der Menschen zu den Außerirdischen handelte, einerseits befremdlich und andererseits befreiend wirken.
Seither ist viel geschehen: Mehrere Generationen von Autorinnen und Autoren haben an der Serie mitgewirkt, sie wurde erweitert und an die neuen Medien angepasst, sie hat sich verändert und blieb sich trotzdem treu.
Der Erfolg, den PERRY RHODAN in all der Zeit erzielte – mal mehr, mal weniger –, hatte verschiedene Gründe. Ein wichtiger davon ist sicher, dass den Kreativen nie die Ideen ausgingen. Sicher haben nicht alle Ideen gleichermaßen überzeugt, aber an diesen Ideen konnte die Serie wachsen und reifen.
Ebenso wichtig ist aber, so denke ich, die ständige Rückkopplung, die PERRY RHODAN aus der Leserschaft erhielt. Schon in den 60er-Jahren trafen zahlreiche Leserbriefe in der Redaktion ein; in den 70er- und 80er-Jahren waren es vermehrt die Fanzines, in denen Artikel und Rezensionen veröffentlicht wurden. Seit den 90er-Jahren kamen Mails hinzu, dann Foreneinträge – und heute wird eben viel über Social Media kommuniziert.
All diese Rückmeldungen bewirken etwas. Heutzutage leiten wir Lob und Kritik an die Autorinnen und Autoren weiter, diese sind über Social Media mit der Leserschaft in Verbindung. Es gibt also ein ständiges Feedback aus Einzelmeinungen, die bei uns auf Resonanz stoßen. Naturgemäß fällt diese mal mehr, mal weniger intensiv aus.
Allein deshalb sind direkte Begegnungen mit Leserinnen und Lesern durch nichts zu ersetzen. Nicht alle Menschen, die Romane schreiben, haben ein Verlangen danach, sich mit ihrem Publikum zu treffen; das muss man respektieren. In unserem Team sind aber praktisch alle an dem Kontakt zu den Leserinnen und Lesern interessiert: Man versteht sich, man diskutiert miteinander, man redet auch einmal über private Themen.
Deshalb mag ich Cons, deshalb fuhr ich in all den Jahrzehnten gern zu Science-Fiction-Veranstaltungen. In Städten wie Köln oder Sinzig, Hamburg oder Garching besuchte ich PERRY RHODAN-Tage oder Cons. Auch in Braunschweig war ich zweimal zugegen, wenn im Jugendzentrum unsere Serie im Zentrum stand. Dabei führte ich immer zahlreiche Einzelgespräche, auch mit Menschen, die sonst keine Leserbriefe oder Social-Media-Kommentare schreiben.
In diesem Jahr klappt es aus verschiedenen Gründen nicht. Es ist meiner Ansicht nach auch nicht von zentraler Bedeutung, dass der Redakteur auf einem Con zugegen ist. Wichtiger sind die Autorinnen und Autoren, die letztlich die Serie gestalten und die einzelnen Romane verfassen. Ihre Arbeit ist das, was im Zeitschriftenhandel oder im E-Book-Shop zu haben ist – deshalb sind die kreativen Menschen, die hinter der Serie stehen, für PERRY RHODAN entscheidend.
Wenn in diesem September die Serie ihren 65. Geburtstag begeht, findet die offizielle Feier in Braunschweig statt. Die PERRY RHODAN-Tage werden für einen kreativen Austausch sorgen, da bin ich mir sicher. Meinungen und Ansichten treffen aufeinander, Menschen kommen in einen Dialog.
Ich kann mir gut vorstellen, wie sich das Jugendzentrum »Mühle« in Braunschweig anfühlen wird: Räume voller Menschen, Verkaufstische, auf denen es Fanzines und Bücher gibt, interessante Diskussionen mit Autorinnen und Autoren, ein Gedankenaustausch auf vielen Ebenen.
Das ist eine Veranstaltung, die dem Geburtstag unserer Serie würdig ist – ich freue mich sehr, dass die PERRY RHODAN-FanZentrale die Aufgabe übernommen hat, einen solchen Con auf die Beine zu stellen.
(Dieses Logbuch wurde bereits zu Beginn des September 2026 auf der Internet-Seite von PERRY RHODAN veröffentlicht. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.)

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