14 September 2026

Die Rebellen von Wanderer

Vielleicht veröffentliche ich in zehn Jahren einen Artikel oder eine Kolumne in der Rubrik »Der Ex-Redakteur erinnert sich«, in der ich erzähle, wie der PERRY RHODAN-Roman dieser Woche entstanden ist. Stefan Pannor schrieb »Die Rebellen von Wanderer« in einer ziemlichen Rekordzeit und ohne Einarbeitungsfrist – das war eine schnelle Notfalloperation.

Warum das so war, möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen. Aber andeuten kann ich es ja: Stefan Pannor musste einspringen, weil es einen Engpass gab, den ich »nicht auf dem Zettel« hatte. Ich finde, er hat die Aufgabe sehr gut gelöst.

Der Roman erzählt von Wanderer, der Welt der Superintelligenz ES; so viel kann ich ja verraten. Dass sich ES nicht auf Wanderer aufhält, sondern sich im Solsystem verteilt hat, dürfte den regelmäßigen Lesern unserer Serie ebenfalls bekannt sein. Dennoch ist Wanderer eine Welt der Wunder und Geheimnisse, seit sie – oder eine der Inkarnationen – erstmals in unserer Serie erwähnt wurde.

In seinem ersten Roman für die PERRY RHODAN-Hauptserie erzählt der Autor von der Suche nach Wanderer und einigen seltsamen Begegnungen. Er zeigt, wie sich die Welt des Unsterblichen verändert hat und welche Konflikte es auf ihr gibt. Das dramatische Ende leitet dann direkt zur Schlussphase des laufenden »PEGASOS«-Zyklus über.

11 September 2026

Lügen und Legenden

Der PERRY RHODAN-Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen, besticht für mich schon durch sein Titelbild. Es stammt von Boris Vallejo und Julie Bell, eine gelungene Science-Fiction-Illustration von einem der großen Meister unserer Szene. Ich bin sehr froh, dass wir dieses starke Bild erhalten haben.

Den Roman mit dem Titel »Lügen und Legenden« verfasste Kai Hirdt; mit ihm schließen wir vorerst die Handlungsebene Malora ab. »Vorerst« heißt, dass nicht geplant ist, so schnell nach Malora zurückzukehren – aber ich kann nicht in die Zukunft schauen und weiß nicht, was die Autorinnen und Autoren in fünf oder zehn Jahren planen.

Der Autor stellt noch einmal die aktuellen Probleme der Portuu und der Leun zusammen, er zeigt die Krise des Sternwürfels und die Versuche der PHOENIX-Besatzung, größere Katastrophen zu vermeiden. Und er erzählt vom überraschenden Ausweg, der sich am Ende ergibt.

Ich fand, dass Kai Hirdt das Geschehen auf den verschiedenen Handlungsebenen sehr abwechslungsreich schilderte, wobei sich die Geschichte immer weiter zuspitzte. Ein konsequenter Abschluss für das große Epos um die kosmische Trasse und ihre tragische Geschichte …

10 September 2026

Die Nullfuge

Gleich mit dem zweiten Band der laufenden »Entropia«-Staffel bei PERRY RHODAN NEO setzen wir Gucky in Szene: Dirk Schulz gestaltete das Titelbild der aktuellen Ausgabe unserer Serie um den Mausbiber herum und gönnte ihm eine Prise Action. Gucky wirkt auf mich sehr entschlossen; das fand ich stark.

Den Roman selbst schrieb Stefan Pannor. »Die Nullfuge« spielt – so viel kann ich verraten – an der Grenze zu der kosmischen Region, die man bislang als Imperium von Arkon kannte, sprich, am Rand des Kugelsternhaufens M 13. Der Sternhaufen hat sich in eine sogenannte Negasphäre verwandelt, ohne dass unsere Helden genau wissen, was das bedeuten mag. Genau deshalb müssen sie nachschauen.

Der Autor stellt zwei Perspektiven auf das Geschehen vor: Auf der einen Seite sieht man Perry Rhodan und sei Team, die mehr über die Negasphäre herausfinden wollen und stattdessen viel über die sogenannte Nullfuge lernen. Auf der anderen Seite haben wir einen Außerirdischen mit dem schönen Namen K’ranzz, an dessen Schicksal wir teilhaben.

Beide Handlungsebenen hat Stefan Pannor sehr gut inszeniert. Weil ich Aliens mag, mochte ich die Handlungsebene mit K’ranzz lieber als die mit Perry Rhodan. Aber das sehen sicher einige Leser anders. Gut, wenn man unterschiedliche Perspektiven einnehmen kann …

09 September 2026

Online-Abend zum Geburtstag

Der gestrige Abend stand für mich im Zeichen des PERRY RHODAN-Online-Abends, der von der PERRY RHODAN-FanZentrale organisiert wurde. Vorbereitet und moderiert wurde die Veranstaltung, an der einige hundert Leserinnen und Leser teilnahmen, von Roman Schleifer.

Zuerst stellte er Leo Lukas im Interview vor. Der Autor berichtete von seiner Arbeit, schilderte seine Art zu schreiben und welche Figuren er schätzt. Natürlich ging es auch um Gucky und dessen angeblichen Tod, der vor Jahren die Fan-Szene bewegt hatte.

Danach kam Susan Schwartz, die schon seit den 90er-Jahren in unserem Team mitmacht, in all den Jahren aber auch viele andere Projekte betrieben hat. Sie erzählte von ihren Anfängen, ebenso von der aktuellen Situation und dass sie sich darauf freue, im kommenden Jahr vier Romane für unsere Serie schreiben zu können.

Als Roman Schleifer dann mich interviewte, ging es ebenfalls um meine Tätigkeit. Ich erzählte von der Arbeit mit früheren Autoren und der heutigen Arbeit an Texten. Themen wie eine mögliche Verfilmung wurden kurz angerissen, ebenso mögliche neue Projekte wie etwa ein Computerspiel.

Angesetzt war das Ende des Online-Abends auf 21 Uhr. So hatte ich das auch geplant, die Rechnung aber ohne Roman gemacht: Um 21 Uhr ging es nämlich mit Rüdiger Schäfer weiter. Das Interview mit ihm verpasste ich allerdings, weil dann die Familie bei mir Vorrang hatte.

Insgesamt fand ich die Veranstaltung wieder sehr gut. Ich hoffe, dass die Mixtur aus Unterhaltung und Information bei den Teilnehmenden positiv angekommen ist. Roman Schleifer als Moderator steuerte die Gespräche sehr professionell und mit viel Sachkenntnis – sehr schön!

08 September 2026

Die »Entropia«-Staffel kommt

Ein Logbuch der Redaktion

Ich gehöre zu den Leuten, die sehr gern Science Fiction lesen, vor allem in Form von Romanen und Kurzgeschichten. Ich mag ebenso Science-Fiction-Comics, bin aber kaum ein Fan der Kinofilme oder Fernsehserien mit phantastischem Charakter. Ausnahmen wie »Der Astronaut« oder Klassiker wie »2001« bestätigen die Regel. Ich will zu diesem Thema allerdings keine große Diskussion lostreten – das ist ja eine Sache des eigenen Geschmacks, und das wird jeder anders sehen.

Mir persönlich gefällt Science Fiction eben dann, wenn sich die Bilder in meinem eigenen Kopf bewegen. Das erreicht das Genre bei mir durch Geschichten und Romane am besten.

Dabei habe ich mich selten auf eine Richtung konzentriert, weil ich die Vielseitigkeit so schätze. Ich meine: Will ich eher wissenschaftlich orientierte Romane haben, greife ich zur Hard-SF, gern zu einem Werk von Gregory Benford. Ich mag aber nach wie vor Cyberpunk, ob das nun die Klassiker wie William Gibson oder John Shirley oder neuere Schreibende wie Aiki Mira sind. Und ich kann mir gerne einen Roman aus den Bereichen der Military SF oder der Dystopie zu Gemüte führen.

Was ich an PERR RHODAN schätze – neben diversen anderen Dingen natürlich –, ist die Tatsache, dass sich die Serie und ihr gesamter Kosmos nicht auf eine Strömung einengen lassen. Im Perryversum kann ich einen Roman mit Military-SF ebenso finden wie eine kosmische Vision oder eine Liebesgeschichte, ohne dass einer von beiden zu weit aus dem Serienkosmos hinausfallen würde.

Aber klar: Die Serie erzählt in einer epischen Art – die Romane folgen in Fortsetzungen aufeinander – vom Aufbruch der Menschheit in den Kosmos. Wer die Serie zur Space Opera rechnet, hat damit sicher nicht unrecht: Die Begegnung mit Außerirdischen und der Kontakt zu fremden Welten bilden Schwerpunkte vom ersten Band an, ebenso riesige Raumschiffe oder gigantische Entfernungen.

Das gilt ebenso für PERRY RHODAN NEO. Diese Serie greift seit 2011 die klassischen Elemente der PERRY RHODAN-Serie auf und verbindet sie mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und der »Schreibe« von heute. Beide Serien unterscheiden sich inhaltlich wie stilistisch voneinander, haben aber trotzdem sehr viel gemeinsam: Im All treffen die Menschen auf Freunde und Feinde, auf uralte Geheimnisse und faszinierende Sternenreiche.

Beide Serien haben einen »kosmischen Überbau«, wie wir das gern nennen. In den einzelnen Romanen spielt dieser kaum eine Rolle. Da geht es um Menschen und ihre Abenteuer oder Schicksale, um Reisen ins All oder Konflikte in fernen Sonnensystemen. Doch der Hintergrund ist wichtig und beeinflusst immer wieder die Ereignisse, die in den Romanen geschildert werden.

Das zeigt sich auch bei der nächsten Handlungsstaffel, die wir in PERRY RHODAN NEO präsentieren. Jeweils zehn Romane, die von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren verfasst werden, ergeben eine solche Staffel. Derzeit arbeitet das Team intensiv an der »Entropia«-Staffel, die auf der Erde beginnt, aber auch in weiter Ferne spielt.

Entwickelt wird die Handlung der zehn Romane von Rüdiger Schäfer und Kai Hirdt. Die beiden Schriftsteller konzipieren die Szenen und Datenblätter, womit sie die Grundlage für die Arbeit der Autorinnen und Autoren legen.

Das kosmische Thema, das »Entropia« bestimmt, klingt geheimnisvoll: Was ist, wenn die Naturgesetze nicht mehr gelten oder sie sich verändern? Wie gehen die Menschen damit um, dass sich auf einmal eine rasante Evolution auf der Erde zeigt? Und wieso scheinen die Regeln der Statistik nicht mehr zu gelten?

Dafür gibt es einen Grund, und über den werden wir in den kommenden Romanen mehr erfahren. Vor allem aber werden wir spannende Geschichten lesen: von Menschen, die auf der Erde mit neuen Situationen zu tun haben, von Perry Rhodan und seinen Gefährten, die eine weite Reise antreten müssen, von einem Sternhaufen, der als Negasphäre bezeichnet wird und von dem man nicht genau weiß, was sich in seinem Inneren abspielt.

Die »Entropia«-Staffel bietet packende Science-Fiction-Abenteuer vor einem faszinierenden kosmischen Hintergrund. Den Einstieg in die Staffel bildet ein Roman von Kai Hirdt, einem der beiden Exposéautoren.

»Evolution und Chaos« wirft einen Blick auf die Erde, die sich verändert: Seltsame Wesen tauchen auf, Menschen verhalten sich seltsam. Den fertigen Roman gibt’s ab dem 28. August 2026 – weitere Informationen folgen.

(Dieses Logbuch kam im August auf unserer Internet-Seite. Ich wiederhole es hier aus dokumentarischen Gründen.)

07 September 2026

Der geplante Anfang

Seit 1977 beschäftige ich mich mit der PERRY RHODAN-Serie, zuerst als Leser und Fan, dann als Redakteur. In dieser Zeit hatte ich den allerersten Roman unserer Serie, den legendären Roman mit dem Titel »Unternehmen Stardust« mehrfach in den Händen; ich las ihn sicher fünf- oder sechsmal in unterschiedlichen Phasen meines Lebens.

Aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass es ein Kapitel vor dem ersten Kapitel gegeben hätte, das dem Lektorat des Jahres 1961 zum Opfer fiel.

Dem Sammler Markus Rohrwild und unserem Redakteur Olaf Brill ist zu verdanken, dass sich nun jede Leserin und jeder Leser ein Bild von diesem ersten Kapitel machen können. Der aktuelle Roman mit der Bandnummer 3394 bietet diese Seiten – wir haben schlichtweg den Durchschlag des Manuskripts genommen und die ersten Seiten sehr sorgsam eingescannt.

Was schließt man heute daraus? Nach all den Jahrzehnten? Muss die Geschichte der PERRY RHODAN-Serie umgeschrieben werden?

Sicher nicht. »Unternehmen Stardust« ist ein spannender Roman, dessen erzählerische Wucht im Jahr 1961 die Leute begeistert hat. Es ist auch gut, dass man das ursprüngliche erste Kapitel strich, um direkt mit General Pounder und seinen Erläuterungen anzufangen – das ist direkter und macht klar, wer Perry Rhodan ist.

Spannend finde ich es trotzdem: Dieses Manuskript belegt, wie man schon der Frühzeit unserer Serie darum gerungen hat, die Romane so gut und so packend wie möglich zu machen. Ob die Streichung damals vom Redakteur oder vom Außenlektor veranlasst wurden, kann ich heute nicht sagen – dazu fehlen mir alle Unterlagen.

04 September 2026

Ein Tropfen Ewigkeit

Das aktuelle PERRY RHODAN-Buch ist da, zumindest auf meinem Schreibtisch und sicher schon im Buchhandel. Der Silberband mit dem Titel »Ein Tropfen Ewigkeit« ist der zweite Teil des »Cantaro«-Zyklus, der zu den Höhepunkten der PERRY RHODAN-Geschichte gehört. Erstmals erschienen die entsprechenden Heftromane in den 80er-Jahren und wurden damals von den Lesern richtiggehend abgefeiert – nun präsentieren wir sie in Form der Buchausgabe neu.

Ich weiß noch, dass ich das Szenario damals aufregend fand: Perry Rhodan und seine Gefährten sind neu in ihrer eigenen Heimat. Niemand hat mit ihnen gerechnet, man nimmt sie nicht ganz für voll. Selbst Gucky wird klargemacht, dass man bislang ganz gut ohne ihn klargekommen ist.

Das war eine ganz andere Ausgangslage für unsere Helden, und das wurde vom damaligen Autorenteam sehr intensiv geschildert. Der »Cantaro«-Zyklus hatte damals für mich als Leser die eine oder andere Schwäche; trotzdem fand ich ihn unterm Strich sehr spannend.

Er legte den Grundstock für die weiteren Zyklen, die danach kamen, für den Vorstoß an die Große Leere beispielsweise. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte …

03 September 2026

Action-Spiele in den frühen 80er-Jahren

Man muss ehrlich sein: In den frühesten Computerspielen, die in den 80er-Jahren veröffentlicht wurden, ging es vor allem ums »Ballern«. Man schoss auf Raumschiffe oder Asteroiden, lieferte sich bei »Ballerburg« allerlei Duelle und war froh, überhaupt am Computer spielen zu können. Es kann also nicht verwundern, dass auch die Marke PERRY RHODAN für Computerspiele eingesetzt wurde.

In den Heftromanen des Pabel-Moewig-Verlags erschienen beispielsweise im Jahr 1984 – hier ist eine Anzeige aus MYTHOR zu sehen – Anzeigen unter dem reißerischen Titel »Wahnsinn: Perry Rhodan's Video-Spiele!« Der Text inklusive des falschen Apostrophs richtete sich offensichtlich an Jugendliche männlichen Geschlechts.

Zum Angebot gehörten die Spiele »Cosmic Town«, »Laser Base« und »Fire Birds«. Beschreibungen, Titelbilder und Titel machten klar: Mit dem Inhalt der PERRY RHODAN-Serie, die damals eher »friedensbewegt« war, hatte das alles nichts zu tun.

Wie sich die Spiele damals verkauften und welche Resonanz sie bei den Leserinnen und Lesern hatten, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Im Verlagsarchiv gibt es dazu keinerlei Unterlagen.

02 September 2026

Malora erwacht

In dieser Woche kommt der zweite Teil eines Doppelbandes in den Handel, den Michelle Stern verfasst hat: »Malora erwacht« erzählt von den aktuellen Ereignissen in der fernen Galaxis Malora, an denen unter anderem die Besatzung des kleinen Raumschiffs PHOENIX beteiligt ist. Es geht um die Trassenmacher, deren ungeheure Gefahr erneut zu erwachen droht ...

Das Titelbild von Dirk Schulz finde ich übrigens stark, auch wenn es nicht ganz dem Inhalt entspricht. Es kann in Malora praktisch keine Felsbrocken mehr geben, die im All treiben – so haben wir es in den Romanen ausgesagt. Die sind alle von den Trassenmachern aufgefressen worden. 

Aber das Bild ist auf diese Weise sehr eindrucksvoll: Man sieht links und im Zentrum die Flut der Trassenmacher, und rechts kann man einen kleinen Asteroiden sehen, der offensichtlich gerade von ihnen erfasst worden ist. Das Bild vermittelt so Spannung, finde zumindest ich, und zwar mehr als eine Darstellung, die hundertprozentig dem Inhalt des Romans entspricht. 

01 September 2026

Eine Zukunft für Malora?

Ein Logbuch der Redaktion 

Die PERRY RHODAN-Serie machte sich bekanntlich mit Band 200 auf zu fernen Galaxien: Der klassische »Meister der Insel«-Zyklus erzählte unter anderem vom Vorstoß der Terraner in die nahegelegene Sterneninsel Andromeda. Seither schilderten die einzelnen Zyklen unserer Serie immer wieder fremde Galaxien – nicht nur in unserem Universum, sondern auch in fremden Kosmen.

Aktuell spielt Malora eine wichtige Rolle. In dieser Sterneninsel und ihrer Umgebung sind Reginald Bull und das Team an Bord des PHOENIX unterwegs. Man ist der Spur einer kosmischen Trasse gefolgt, wobei man am Ende auf Malora getroffen ist. Mittlerweile wissen die Terraner auch mehr über die kosmischen Zusammenhänge, die weit in die Vergangenheit zurückreichen.

Wie es in Malora weitergeht, erzählt Susan Schwartz in ihrem kommenden Roman. Die Autorin hat für eine Weile pausiert und zeigt nun, was Reginald Bull und sein Team erleben. Ihr Roman trägt den Titel »Der Gefangene von Malora« und die Bandnummer 3392; im Handel ist er ab dem 21. August 2026.

Dabei wartet die Autorin mit einer handfesten Überraschung auf. Eigentlich gilt Malora als eine tote Galaxis, in der nichts mehr lebt, in der es nur Unmengen von Trassenmachern gibt. Doch auf einmal gibt es Signale, die auf Leben hindeuten. Was kann das sein? Reginald Bull persönlich geht auf eine Exkursion …

Wie es dann innerhalb von Malora weitergeht und auf welche Geheimnisse die Terraner stoßen, ist Thema für den ersten Teil eines Doppelbands, den Michelle Stern verfasst hat. »Doppeltes Spiel« hat die Bandnummer 3393 und wird am 28. August 2026 veröffentlicht.

Die Autorin bietet einen Blick in eine Galaxis, die als tot gilt, in der es aber doch so etwas wie einen Gegner gibt. Wie das mit den Trassenmachern und ihrer Vergangenheit zusammenhängt? Das müssen Bull und seine Gefährten noch herausfinden.

Im zweiten Teil ihres Doppelbandes verrät Michelle Stern mehr über die Hintergründe. Natürlich gibt es bei den Portuu, den Herren über die kosmische Trasse, unterschiedliche Ziele und Absichten, was die Zukunft von Malora angeht – die Besatzung des PHOENIX muss schauen, wie sie sich verhält.

Der Roman trägt den sehr klaren Titel »Malora erwacht«, der einen Teil des Inhalts verrät, und die Bandnummer 3394. Er erscheint am 4. September 2026.

Den Abschluss des Vierer-Blocks bildet ein Roman von Kai Hirdt. Der Autor zeigt in »Lügen und Legenden« nicht nur auf, wie es mit Malora weitergeht, sondern er schildert auch die Zukunft des Sternwürfels. Erneut muss sich dabei die Besatzung des PHOENIX bewähren.

Der Roman mit der Bandnummer 3395 wird am 11. September 2026 publiziert und zeigt das »Ende einer Ära«; so sagen wir es zumindest im Untertitel. Er bildet zudem den direkten Übergang zum Abschluss des »PEGASOS«-Zyklus.

Am Ende der vier Bände werden unsere Leserinnen und Leser mehr über den Sternwürfel und seine Bewohner wissen, aber auch über die Galaxis Malora und die Portuu. Und sie können darüber spekulieren, wie es mit Reginald Bull und dem PHOENIX weitergeht – ich will an dieser Stelle dazu natürlich noch nichts aussagen …

(Dieses Logbuch wurde im August auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich es aus dokumentarischen Gründen.) 

31 August 2026

Doppeltes Spiel

Das Titelbild des PERRY RHODAN-Romans, den wir in der vergangenen Woche veröffentlicht haben, finde ich richtig stark: Es zeigt Dr. Liam Barstow, die Ingenieurin, die unter anderem das Raumschiff PHOENIX konstruiert hat; sie steht inmitten eines Haufens zerstörter Trassenmacher – und sie wirkt auf mich richtig entschlossen.

Das Titelbild stammt von Dominic Beyeler, während den Roman Michelle Stern verfasste. »Doppeltes Spiel«, so der Titel des Romans, ist der erste Teil eines Doppelbands, in dem die Besatzung des PHOENIX eine wichtige Rolle spielt.

In erster Linie aber geht es um die zahlreichen Konflikte in der und um die Galaxis Malora, wo sich die Portuu sowie die Raumschiffe der Leun gegenüberstehen und wo die Trassenmacher nach wie vor eine mysteriöse Gefahr aus der Vergangenheit bilden. Der Roman bildet einen weiteren entscheidenden Schritt hin zum Höhepunkt der laufenden Handlungsebene um den PHOENIX …

28 August 2026

Der Gefangene von Malora

Wenn sich eine Autorin darauf versteht, die Figur des Reginald Bull zu beschreiben, so ist es Susan Schwartz. Seit sie vor mehr als dreißig Jahren mit ihrem ersten PERRY RHODAN-Roman den rothaarigen Terraner als Hauptfigur durch das Geschehen führte, hatte sie immer große Freude mit ihm. Das zeigt sich auch bei dem Roman »Der Gefangene von Malora«, der in meinem Urlaub in den Handel kam.

Die Autorin erzählt darin ein spezielles Abenteuer des Terraners, der bekanntlich mit Perry Rhodan zum Mond flog und dort auf die Arkoniden stieß. Diesmal kommt Bull aber mit einem großen Raumschiff und stößt auf einen Körper, der im All unterwegs ist und sehr klein wirkt.

Was bei der unheimlichen Begegnung geschieht und wie sie am Ende ausgeht, fand ich sehr unterhaltsam geschildert. Damit treibt die Autorin das Geschehen in der fernen Galaxis Malora weiter auf ihren Höhepunkt zu …

27 August 2026

Evolution und Chaos

Morgen erscheint er offiziell, seit heute kann man den Roman im E-Book-Shop sowie an vielen Verkaufsstellen erhalten: Band 390 von PERRY RHODAN NEO, der Start in die neue Staffel. Kai Hirdt schrieb »Evolution und Chaos«, mit dem wir in die »Entropia«-Staffel einsteigen. Zu diesem Band habe ich schon einiges geschrieben, weshalb ich auf den Inhalt nicht groß eingehen möchte – das haben wir an anderen Stellen oft genug getan.

Mir haben in diesem Roman die unterschiedlichen Charaktere gefallen, die der Autor durch die Geschichte scheucht. Wir haben eine Rangerin im Naturpark, die sich mit Echsen auskennt, und wir haben einen ehemaligen Raumfahrer, der an Kontrollwahn leidet und trotzdem versucht, immer das Richtige zu tun (oder gerade deshalb?). Und wir haben eine weitere Figur, die dem Leser und der Leserin sicher sehr unsympathisch sein wird – so ging es mir zumindest bei der Lektüre des Manuskripts.

Mit solchen Figuren gelingt es dem Autor immer wieder, spannende Szenen zu bringen, ohne auf Reginald Bull oder Perry Rhodan zurückgreifen zu müssen. Die spielen natürlich ebenfalls wichtige Rollen, und sie sind selbstverständlich in der Handlung vorhanden – weite Teile der Handlung aber schildert der Autor aus der Sicht von klar dargestellten Hauptfiguren. Damit vermittelt er zudem eine Ansicht der Erde in einer Zukunft, die gut ein halbes Jahrtausend von unserer Zeit entfernt ist und in der Raumschiffe sowie eine beeindruckende Technik aufgeboten werden können.

Mir hat »Evolution und Chaos« also aus unterschiedlichen Gründen gefallen. Dass Kai Hirdt damit auf originelle Weise die neue Handlungsstaffel beginnt, ist quasi das Tüpfelchen auf dem »i« – sehr schön!

11 August 2026

Zwei Wochen außer Haus

Damit sich niemand wundert: Dieser Blog existiert weiterhin, er pausiert nur für einige Zeit. Ich bin nicht im Büro und habe nicht vor, in meiner Abwesenheit zu bloggen. Bitte haben Sie / habt dafür Verständnis.

Auf und in diesem Blog geht es wohl erst am 26., vielleicht sogar erst am 27. August weiter. Das sind rund zwei Wochen …

Chronik des Zusammenbruchs

Der Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen, ist der Abschluss einer Roman-Trilogie innerhalb des derzeit laufenden »PEGASOS«-Zyklus: Ich meine »Chronik des Zusammenbruchs« von Oliver Fröhlich, in dem die aktuelle Situation im Solsystem beleuchtet und die aktuelle Krise der Menschheit geschildert wird.

Der Autor entwirft in einigen Szenen ein schönes Bild vom Alltagsleben in Terrania, der Hauptstadt der Erde. Wie verhält sich eine Autorin, und gibt es in dieser fernen Zukunft überhaupt noch Autorinnen? Aber natürlich ist das nur ein Element des Romans, der insgesamt eine tragische Geschichte erzählt.

Mir haben die Gegensätze sehr gut gefallen: Auf der einen Seite lernen wir sympathische Menschen kennen, auf der anderen Seite erhalten wir das dramatische Bild einer Menschheit, die vor dem Abgrund steht.

10 August 2026

Wenn Sterne bluten

Es ist fast schon zu einer guten Tradition bei PERRY RHODAN NEO geworden, dass der Abschlussband einer Staffel von einem Exposéautor verfasst wird. Bei der noch laufenden »Artefakte«-Staffel ist Rüdiger Schäfer der Schriftsteller, der die Fäden zusammenführt und das Geschehen um die geheimnisvollen Gebilde zu einem spannenden Ende gestaltet. Sein Roman trägt den Titel »Wenn Sterne bluten« und kommt in dieser Woche in den Handel.

Die Handlung spielt auf mehreren Schauplätzen und bringt eine Reihe von Figuren ins Geschehen, die bei unserer Serie immer wieder eine wichtige Rolle einnehmen. Mit Reginald Bull, Gucky, Perry Rhodan und Thora Rhodan di Zoltral präsentiert der Autor die wichtigsten Hauptpersonen dieser Staffel. Das schafft er in dramatischen Szenen und in teilweise trockenen Dialogen.

Mir gefiel der Roman sehr gut, ich mochte diesen Abschluss – aber ich mag generell Romane von Rüdiger Schäfer, der als Autor immer wieder beeindruckende Werke präsentieren kann …

06 August 2026

Abrechnung im Park

Immer wieder gab es Versuche, die PERRY RHODAN-Serie für eine neue Leserschicht in das Format eines Comics zu übertragen. Einer davon wurde im Jahr 2004 unternommen: »Abrechnung im Park« ist eine acht Seiten umfassende Geschichte, die von Bernd Kronsbein getextet wurde und zu der Dirk Schulz die Bilder beisteuerte.

Veröffentlicht wurde er als redaktionelle Beilage im PERRY RHODAN-Extra 1 sowie – mit winzigen Änderungen – als separates kleines Heft, das bei Veranstaltungen kostenlos verteilt wurde. Auch die Ausgabe 78 der Zeitschrift »Comixene« druckte den Comic ab.

»Abrechnung im Park« hatte übrigens nichts mit den geplanten Comic-Veröffentlichungen im Splitter-Verlag zu tun. Dieser wurde erst 2006 gegründet, zwei Jahre also nach diesem Experiment. »Abrechnung im Park« diente als »Teaser« für eine geplante Zusammenarbeit mit einem der großen Comic-Verlage, aus der leider aufgrund personeller Änderungen nichts wurde.

05 August 2026

Kultur im Perryversum

Hören die Menschen in der fernen Zukunft noch Musik – und wenn ja, wie klingt die denn? Lesen sie noch Bücher – und wenn ja, in welcher Form werden diese Romane dargeboten? Und wie sieht es mit Bildender Kunst, mit Theater und Tanz aus?

In früheren Jahrzehnten hat vor allem Hans Kneifel in seinen Romanen solche kulturellen Details eingebracht. Atlan Village entstand in seinen Beschreibungen; der Autor erzählte von Bars und Restaurants, von Künstlern und Komponisten. Mir gefiel das als Leser immer sehr gut, weil das die Welt der Zukunft ein wenig plastischer gestaltete.

Und heute? Mich freut es, wenn wir in einem Roman von Oliver Fröhlich erfahren, dass es immer noch Autorinnen gibt, die an Texten arbeiten. Mich freut, wenn ich in einem Roman von Wim Vandemaan von Kunstwerken an den Wänden eines Hauses lese. Es sind die Details, die einen Roman nicht entscheidend voranbringen, die aber die Figuren und ihre Umwelt charakterisieren.

Und mir ist klar, dass das nicht alle Leserinnen und Leser mögen. Kultur gehört zum Perryversum ebenso dazu wie Raumschiffe, Aliens, Roboter oder monströse Waffen – ich mag es, wenn unser Serienuniversum so abwechslungsreich aussieht. 

04 August 2026

Die Stunde der Deponentin

Als spannend und tragisch zugleich erweist sich das Szenario, das Leo Lukas in seinem Roman entwickelt, der in dieser Woche in den Handel kommt. »Die Stunde der Deponentin« ist alles andere als humorvoll, sondern besticht durch klare Charaktere und eine sich steigernde Bedrohungslage.

Mir hat vor allem imponiert, wie der Autor aus einer eigentlich unwichtig wirkenden Nebenfigur eine zentrale Figur für die Handlung macht. Sie erarbeitet Pläne mit allerlei Hintertürchen, die sie dann auch umsetzt. Was sie damit bezweckt, dürfte ihr selbst zwar klar sein – nicht aber das, was am Ende wirklich entstehen kann.

Der Leo-Lukas-Doppelband sowie der darauffolgende Roman von Oliver Fröhlich bilden in gewisser Weise eine Trilogie in unserer laufenden Handlung. Sie bringen die Geschehnisse im Solsystem zu einem kritischen Punkt – und in mancherlei Hinsicht darüber hinaus … eine konsequente Weiterentwicklung des Geschehens um die Superintelligenz ES.

03 August 2026

Autorenbesuch trotz Hitze

Die Meteorologen hatten für den Raum Karlsruhe und Rastatt erneut hohe Temperaturen von 36 und 37 Grad vorhergesagt. Das hielt Christian Montillon aber nicht davon ab, sein kühles Arbeitszimmer zu verlassen und in die überhitzte PERRY RHODAN-Redaktion nach Rastatt zu kommen.

Der Autor war zu einem Termin verabredet: Unser Film-Team holte ihn vor die Kamera, um ihn zu interviewen. Bereitwillig gab Christian Montillon dann Auskünfte über seine Arbeit und seinen aktuellen Roman. Die Fragen stellte Adnan Turan. Das Video werden wir, nachdem es geschnitten worden ist, wohl im September auf YouTube und anderen Plattformen präsentieren.

Mit dem Autor besprach ich danach seinen aktuellen Roman und andere Themen. Wir gingen in ein nahegelegenes Restaurant, wo man im Freien sitzen und gut essen kann. Ein angenehmer Wind ging, und so konnten wir in aller Ruhe – sieht man vom Lärm der Bundesstraße ab, die direkt am Restaurant vorbeiführt – einige wichtige Themen besprechen. Manches Mal ist es einfach sinnvoll, sich persönlich zu treffen …

31 Juli 2026

Chroniden und Vorbereitungen

In dieser Woche ging es bei uns in der Redaktion und im Marketing mehrfach um den kommenden Zyklus unserer Serie. Bekanntlich heißt der neue Zyklus, der mit Band 3400 beginnen soll, »Chroniden-Zyklus«, und ich werde an dieser Stelle natürlich nicht verraten, um was es dabei geht. Der erste Roman kommt am 16. Oktober in den Handel, und bis dahin ist noch ein bisschen Zeit, wenngleich nicht zu viel …

Das umlaufende Titelbild steht, der Roman selbst ist im Haus, auch der vierfarbige Innenteil ist schon weit vorangeschritten. Wer den Roman schreibt und wie sein Titel ist, gebe ich demnächst offiziell bekannt – der Inhalt bietet die eine oder andere knallige Überraschung für die Leserinnen und Leser, denke ich.

Die Leseprobe, die wir zu diesem Band produzieren wollen, steht schon, was den Text angeht, und kann in Druck gehen. Wir haben einige Slogans für Anzeigen festgelegt; die Entwürfe dafür haben wir diese Woche mit einigen Änderungen auch weiterentwickelt. Das heißt, dass wir wesentliche Elemente für das Marketing vorbereitet haben.

Es sieht gut aus, finde ich. Da die meisten von uns im August irgendwann einige Tage frei haben, ist so eine Vorarbeit immer sinnvoll.

30 Juli 2026

Eröffnung in Saarbrücken

Für den PERRY RHODAN-WeltCon im September 1986 hatte sich die Abteilung Public Relations der Verlagsgruppe Pabel-Moewig einiges einfallen lassen. Man hatte nicht nur alle Autoren eingeladen, sondern mit Karl Dall auch einen echten »Stargast« und mit Sensus eine Band aus den Niederlanden. Dazu kamen eine speziell gebaute Bühne und reichlich Trockeneisnebel …

Als Moderatorin trat die Chefin der Public-Relations-Truppe selbst auf. Linda Ivanus-König hatte sich extra einen silbernen Anzug schneidern lassen, damit sie wie ein Astronaut aussah, und sich allerlei Glitzerzeugs in die Haare gemacht – was man sich eben vorstellte, wenn man im Jahr 1986 an Science Fiction dachte.

Ihr Gegenüber stand ein »Roboter«, ein ferngesteuertes Etwas, das allerlei Geräusche von sich gab und sich so verhielt, wie man sich eben einen Roboter vorstellte. In der Euphorie der Con-Eröffnung spielte das alles keine Rolle: Die Rede saß, die Besucherinnen und Besucher jubelten begeistert, alles klappte hervorragend.

Der WeltCon in der Saarlandhalle in Saarbrücken konnte beginnen; er lief tatsächlich reibungslos und mit praktisch keinem Problem. Sprach man später mit Fans darüber, blieb die Eröffnungsrede allerdings weniger in Erinnerung als andere Auftritte …

29 Juli 2026

Sechs Planetenromane von Robert Feldhoff

Ein Logbuch der Redaktion 

Mit unseren Partnern von Eins A Medien arbeiten wir schon seit mehr als zwanzig Jahren zusammen: Die Kolleginnen und Kollegen aus Köln vertonen jeden Roman, den wir publizieren. Seit Band 2400 heißt das: jede Woche ein Hörbuch. Dazu kommen die Audio-Ausgaben der PERRY RHODAN-Bücher, der Serie PERRY RHODAN NEO sowie der diversen Miniserien.

Ich freue mich immer, wenn ich mit den Kollegen von Eins A Medien spreche. Man spürt in den Gesprächen, mit welchem Herzblut und welchem Engagement sie bei der Sache sind und immer wieder nach neuen Möglichkeiten suchen, spannende Hörbücher zu veröffentlichen.

Dabei bewegt sich das Label nicht nur in PERRY RHODAN-Bahnen, sondern längst darüber hinaus. Mit dem »Warhammer«-Universum hat Eins A Medien beispielsweise einen eigenständigen Hörbuch-Kosmos für sich erschlossen. Das finde ich faszinierend, auch wenn ich selbst mich damit gar nicht auskenne.

Aber zurück zu PERRY RHODAN. Vor allem am Anfang war Josef Tratnik der zentrale Sprecher. Er las die Silber Edition in den ersten Jahren als einziger Sprecher ein. Seine Stimme begleitete die Hörerinnen und Hörer durch die Mondlandung, die Begegnung mit Arkoniden, Akonen und Blues, den Vorstoß nach Andromeda und in andere Galaxien, die Krise durch den Schwarm und das Konzil der Sieben. Für die neueren Hörbücher zeichneten jüngere Kollegen verantwortlich.

Seit einiger Zeit pausierte Josef Tratnik eigentlich und genoss seinen Ruhestand. Doch er wollte wieder etwas mit PERRY RHODAN vorlesen – und weil sowohl wir in der Redaktion als auch die Kollegen bei Eins A Medien das gut fanden, überlegten wir, welches Thema ihm wohl angemessen sein könnte.

Wir kamen auf einen »modernen Klassiker«, wie man das so schön nennt, und entwickelten die »Robert-Feldhoff-Edition«: sechs Romane des viel zu früh verstorbenen Schriftstellers, die Josef Tratnik einlesen und die Eins A Medien nacheinander veröffentlichen würde. Ich finde, dass das eine sehr gute Kombination ist.

Robert Feldhoff war sicher der PERRY RHODAN-Autor, der die Serie in den 90er-Jahren und in der ersten Hälfte der Nuller-Jahre am Stärksten prägte. Dank seiner Ideen wurde das »Perryversum« um neue Figuren und kosmische Konzepte erweitert, kamen neue Serien in den Handel – ATLAN konnte wiederbelebt werden, es gab Taschenbuch-Zyklen – und wurde unsere Marke in den »neuen Medien« stärker präsent.

Von ihm stammen zentrale Figuren und Konzepte der neueren Zeit: Voltago, der mysteriöse Roboter, die Kosmischen Fabriken und die Diener der Materie, die Brücke in die Unendlichkeit und die Koalition von Thoregon, die uralte Superintelligenz ARCHETIM und viele andere Themen mehr. Bis heute werden seine Ideen in unseren aktuellen Romanen verwendet, sie sind zu Grundlagen unserer Serie geworden.

Dabei geht gelegentlich unter, dass Robert Feldhoff zahlreiche spannende Romane schrieb, die den Serienkosmos eigenständig erweiterten und die man ohne Vorkenntnisse verstehen kann. Sie wurden im Rahmen der Planetenromane veröffentlicht und bieten stets abenteuerliche Science Fiction. Wer PERRY RHODAN noch nicht kennt, wird mit diesen Abenteuern gut in das Universum eingeführt – bekannte Figuren wie Perry Rhodan selbst treten kaum auf, meist konzentriert sich der Autor auf Figuren, die eher »am Rand« stehen, und zeigt ihre Schicksale.

Mit Romanen wie »Scitt, der Zwerg« und »Die Toleranz-Revolution« erzählte er Episoden, die frühere Zyklen ergänzen; mit »Die Ferrol-Dolche« und »Raumpiloten« lieferte er actionreiche Geschichten, die auf Planeten spielten, die jeder PERRY RHODAN-Leser kennt. Mir persönlich gefiel immer »Die Show der Sterne« ganz besonders, weil der Autor seine Hauptfigur dabei in einen Kosmos der Wunder stolpern lässt.

Die stärkte Geschichte in der Edition aus sechs Planetenroman-Hörbüchern ist sicher »Terra in Trance«; der Roman spielt gewissermaßen am Ende des »Cantaro«-Zyklus und ergänzt diesen hervorragend. (Er verrät allerdings den Schluss des Zyklus; so viel sei an dieser Stelle angemerkt.)

Auf die »Robert-Feldhoff-Edition« freue ich mich schon sehr. Ich möchte die sechs Hörbücher allesamt selbst hören – mit Josef Tratniks Stimme und Robert Feldhoffs Geschichten reise ich damit wieder ins Perryversum …

(Dieses Logbuch stand im Juli auch schon auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion. Hier wird es aus dokumentarischen Gründen wiederholt.) 

28 Juli 2026

Der letzte Mentalstabile

Wenn wir auf unseren Titelbildern ausdrucksstarke Porträts wichtiger Figuren haben, finde ich das genauso gut und ebenso ansprechend wie die Bilder faszinierender Raumschiffe oder den Blick in ein fiktives Weltall. Beim PERRY RHODAN-Roman, der diese Woche in den Handel kommt, sehen wir unter anderem Flint Cole, eine Figur, die schon seit längerem durch unsere Serie »geistert«. Das Porträt, das ihn zusammen mit einer Ferronin zeigt, stammt von Dominic Beyeler.

Den Roman dazu verfasste Leo Lukas, er trägt den Titel »Der letzte Mentalstabile«. Richtig gelesen!, es heißt nicht »Mentalstabilisierte«. Der Autor hat sich bei diesem Titel etwas gedacht, und er passt wunderbar zum Inhalt. Denn die Person, um die es geht, ist anscheinend die Einzige, die in der aktuellen Situation im Heimatsystem der Menschheit stabil bleibt.

Dem Autor gelingt ein packender Blick ins Innere einer Gesellschaft, der offensichtlich die Balance abhanden gekommen ist. Die Menschheit steht vor einer großen Bewährungsprobe, und wie es aussieht, weiß noch niemand, wie man sich ihr wirklich stellen kann …

27 Juli 2026

Der dunkle Imperator

Für den Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen, hat Dirk Schulz ein ausgesprochen düsteres Titelbild gestaltet. Der grimmig auf einen Roboter schauende Arkonide, den das Cover zeigt, passt wunderbar zum Titel: »Der dunkle Imperator« wurde von Lucy Guth geschrieben. Im Inhalt gibt es ebenfalls eine Reihe von düsteren Szenen.

Ich fand stark, wie die Autorin beispielsweise Thora beschreibt. Die Arkonidin muss sich einer Frau stellen, die sie sich vorher nicht einmal vorzustellen wagte. Und sie muss erneut nach Arkon, um sich in die Konflikte der Khasurn einzumischen. Nur so, glaubt sie, ist eine Katastrophe aufzuhalten, die sonst die Republik Arkon bedroht.

Bei diesem Roman handelt es sich um den vorletzten Teil der laufenden »Artefakte«-Staffel. In mancherlei Hinsicht legt die Autorin darin die Grundlagen für die kommende »Entropia«-Staffel, und das erzählt sie mit starken Bildern und eindrucksvollen Szenen.

24 Juli 2026

Romane, Anzeigen, Texte

In diesen Tagen beschäftigen wir uns intern immer wieder mit PERRY RHODAN NEO. Im August beginnt bei dieser Serie die nächste Handlungsstaffel, über deren Inhalt wir bisher noch nicht so viel verraten haben. Ich möchte das an dieser Stelle natürlich auch nicht tun.

Während derzeit die abschließenden Bände der »Artefakte«-Staffel veröffentlicht werden, arbeiten die Autorinnen und Autoren intensiv an der Staffel, die aus den Bänden 390 bis 399 besteht. In der Redaktion planen wir parallel das Marketing: Anzeigen werden erstellt, Videos vorbereitet, Texte geschrieben. Eine Leseprobe steht bereits, die Landingpage auf unserer Internet-Seite wird optimiert.

Bei unserer Werbung versuchen wir immer, unterschiedliche Gruppen mit Motiven und Texten anzusprechen, die sie interessieren: Es nutzt bei potenziellen Neulesern nicht viel, auf bekannte Begriffe aus der Vergangenheit der PERRY RHODAN-Serie zu setzen.

Bei Lesern, die unser Universum gut kennen oder früher unsere Serie gelesen haben, ist das naturgemäß anders. Sie kann man mit bestimmten Namen oder Bezeichnungen aufmerksam machen. Schauen wir mal, was wie »funktioniert«.

23 Juli 2026

Grundsatzdiskussionen im Vorfeld des WeltCons

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich« 

Zur letzten großen Besprechung vor dem großen PERRY RHODAN-WeltCon fanden sich Katrin Weil und ich im Konferenzraum der Geschäftsführung ein. Wir hatten an diesem 31. August 2011 eigentlich keine Zeit für ausführliche Gespräche, weil wir an vielen Themen gleichzeitig arbeiteten – aber die vielen Diskussionen brauchten ihre Zeit, und so dauerte die Konferenz sage und schreibe drei Stunden.

Vor allem der anstehende WeltCon wurde zum Thema für viele Diskussionen. Wir wussten kurz vor der Veranstaltung noch nicht, wie viele Besucher wir in Mannheim haben würden. Ich wurde gefragt, wieso wir es nicht geschafft hätten, externe Sponsoren anzusprechen; diese seien doch in der Lage gewesen, etwaige Defizite der Veranstaltung aufzufangen.

Ich verwies darauf, dass wir das versucht hätten, dass aber auch der Kollege aus dem Verlag, der sich mit dem Thema beschäftigt hatte, nichts erreicht hätte. Und als ich »auf dem letzten Drücker« im Sommer noch ein Konzept für Sponsoren geschrieben hätte, sei das schlicht zu spät gewesen. Der Unmut blieb allerdings.

Für Ärger sorgte auch die Zusammenarbeit mit der Firma, über die wir den Vorverkauf laufen ließen. Ich berichtete von Beschwerden der Besucher, die sich über die übersteigerten Gebühren der Firma einerseits und einen schlechten Service andererseits ärgerten. Ich wiederum hätte gern klare Zahlen gehabt – aber man sagte mir immer wieder, dass ich damit erst nach dem WeltCon rechnen könnte. In diesen Tagen war ich sehr oft sehr dünnhäutig, die Arbeitsbelastung war extrem hoch; bei dieser Besprechung war ich mehrfach kurz davor, richtig laut zu werden.

In Zusammenhang mit dem WeltCon und unserem Serienjubiläum wurde immerhin gelobt, dass unsere Pressearbeit gut gelaufen war. Wir hatten zahlreiche Interview-Anfragen, viele Journalisten riefen bei uns an und wollten mit Autorinnen und Autoren oder gelegentlich auch mit mir sprechen. Das kam alles »on top«, wie ich betonte. All diese Arbeiten mussten »nebenbei« erledigt werden.

Nicht zu vergessen der Dokumentarfilm »Unser Mann im All«, den die Firma Florianfilm verantwortete: Am 31. August 2011 sollte die Premiere erfolgen; zu diesem Zeitpunkt wussten wir allerdings noch nicht, wie sie gelaufen war. Am 1. September würde man in Hamburg die Kurzversion zeigen, die dann bei ARTE im Fernsehen laufen sollte. Inwiefern wir bei dieser Aufführung die Kolleginnen und Kollegen der Konzern-Kommunikation einbinden sollten, war noch nicht ganz klar.

Danach ging es an die Themen, die für unsere wöchentliche Produktion wichtig waren. Im Juli war mit »Das Thanatos-Programm« der aktuelle Jubiläumsband erschienen. Uwe Anton hatte damit den »Neuroversum«-Zyklus eingeleitet, für den er auch die Exposés verfasste. Der Band hatte sich deutlich besser als die vorherigen Romane verkauft, danach war die Auflage aber wieder ein wenig abgesackt, so dass wir wieder auf dem bisherigen Stand waren. Wie sich der Zyklus und seine Verkaufszahlen weiter entwickelte, mussten wir nun abwarten.

Bei den Planetenromanen waren die Auflagenzahlen nicht so begeisternd; die Verkäufe reduzierten sich von Roman zu Roman. Mein Argument war, dass viele der Stammleser diese Geschichten schon kannten; wir sollten deshalb neue Romane veröffentlichen. Das Thema wollten wir aber erst einmal schieben: »Wenn PERRY RHODAN NEO gut läuft, gibt das auch den Planetenromanen einen Schub«, hoffte unser Geschäftsführer.

Für die neue Serie rührten wir auf jeden Fall die Werbetrommel. Plakate für den Bahnhofsbuchhandel wurden gedruckt, in 15 Sekunden langer Kurzfilm für die Fernsehwerbung wurde vorbereitet. Im Zeitraum vom 29. September bis 1. Oktober 2011 wollten wir damit vor allem »eine männliche Zielgruppe« ansprechen. Wir hatten Thekenaufsteller produzieren lassen, die in den Fachgeschäften platziert werden sollten

Ein wichtiges Thema war zudem das PERRY RHODAN-Extra. Die zwölfte Ausgabe hatte sich sehr ordentlich verkauft, wenngleich wir nicht begeistert waren. Wir hofften auf die Ausgabe 13, für die wir eine spezielle Beilage vorgesehen hatten: Wir würden die Perrypedia beilegen – auf einer CD-ROM.

Das Online-Lexikon, das von PERRY RHODAN-Fans zusammengestellt wurde, wuchs seit einiger Zeit mit rasendem Tempo, und ich fand es gut. Aber nicht jeder Leser kannte es, und wir wollten es so allen Leserinnen und Lesern als Nachschlagewerk zur Verfügung stellen. Mit den Fans, die für die Perrypedia verantwortlich waren, hatten wir eine entsprechende Vereinbarung geschlossen.

»Das wird die teuerste Beilage, die wir bisher hatten«, wurde ich kritisiert. Aus diesem Grund sollte sich der Preis für das PERRY RHODAN-Extra auch erhöhen – er wurde auf 3,95 Euro festgelegt. Ich war dennoch optimistisch, dass die Kunden diesen Preis akzeptieren würden; das Heft hatte sich zuletzt bewährt, und ich mochte die Art der Zusammenstellung selbst sehr.

22 Juli 2026

Kein Fußball im Jahr 2026?

Die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist 2026 gelaufen; sie hat diesmal in der PERRY RHODAN-Serie allerdings keinen Widerhall gefunden. In früheren Jahren brachten die Autorinnen und Autoren immer mal wieder Anspielungen auf Vereine oder Spieler in den Romanen unter – oft so, dass es nur eingefleischte Fans merken konnten –, zweimal veröffentlichten wir sogar ausgesprochene Fußballromane.

In diesem Jahr hatten wir das nicht auf dem Zettel. Dass Fußball ein Thema im Perryversum ist, haben wir nun oft genug erzählt; das wollten wir nicht erneut erwähnen. Und bei vielen Menschen in unserem Umfeld war die Weltmeisterschaft in Nordamerika nicht sonderlich beliebt – ich habe sie beispielsweise nur am Rande mitbekommen, während ich in früheren Jahren viele Spiele anschaute.

Heißt das, dass das Thema Fußball für unsere Serie erledigt ist? Ich glaube nicht. Sport ist auch in der Zukunft, von der wir erzählen, ein Thema, und wir haben mehrfach ausgesagt, dass Fußball immer noch sehr populär ist. Es spricht also nichts dagegen, das Thema erneut zu bringen – 2026 bot sich dafür einfach keine sinnvolle Gelegenheit. 

21 Juli 2026

Durch die Zeitschleuse

Im Verlauf der Jahrhunderte und Jahrtausende sind die Menschen im PERRY RHODAN-Universum in die unterschiedlichsten Galaxien gereist. Sie trafen auf fremdartige Außerirdische und historische Zusammenhänge, die manchmal Jahrmillionen umspannten. Die Sterneninsel, die in all der Zeit am meisten faszinierte, ist und bleibt Andromeda.

Zumindest an den »Rand« dieser Galaxis – auch wenn eine Galaxis natürlich keinen »Rand« hat – führt der Roman, den wir in dieser Woche veröffentlichen. Kai Hirdt schrieb »Durch die Zeitschleuse«, und der Autor hatte anscheinend eine große Freude daran, die unterschiedlichsten Außerirdischen zu beschreiben.

Es spielen aber nicht nur Ghoublanen und Kollmanen mit. Eine Reihe bekannter Figuren aus der heimatlichen Milchstraße sind mit von der Partie. Unter anderem geht der Arkonide Atlan auf eine Mission, die – so viel kann ich wohl andeuten – ihm einiges abverlangen wird.

Es ist ein Roman, in dem allerlei trickreiche Gegenspieler aufeinandertreffen. Wie das Ganze ausgeht? Die Antwort auf diese Frage wird wohl mehr Zeit in Anspruch nehmen, als man sich derzeit vorstellen kann ... 

20 Juli 2026

Ein ungewöhnlicher Autor, ein schräger Raumkapitän

Ein Logbuch der Redaktion 

Ich weiß, dass es viele Leser unserer Serie gibt, denen es völlig egal ist, welcher Autor oder welche Autorin für welche Inhalte zuständig ist. Diese Menschen lesen die Romane, weil sie Freude daran haben, in »unser« Universum abzutauchen, aber sie wollen nicht mehr darüber wissen. Im Verlauf der Jahre traf ich immer wieder Menschen, die mir erzählten, wie sehr sie PERRY RHODAN schätzten, die aber von keinem der Beteiligten den Namen kannten.

Wer sich intensiver mit unserer Serie beschäftigt, wird schnell merken, welche Autorinnen und Autoren ihm eher gefallen. Sie alle schreiben unterschiedlich, sie alle haben Schwerpunkte, die nicht identisch sind.

Ich mag das, und ich halte das für einen großen Pluspunkt unserer Serie: Bei PERRY RHODAN bekommt man unterschiedlichste Stilrichtungen und eine große Bandbreite an inhaltlichen Schwerpunkten.

Denke ich darüber nach, welche Autoren welchen Einfluss auf die Serie hatten, fallen mie die üblichen Namen ein: K. H. Scheer und Clark Darlton natürlich, Kurt Mahr und William Voltz, später natürlich Ernst Vlcek oder Robert Feldhoff, und häufig wird auch Hans Kneifel genannt.

Ich möchte mit diesem Text auf einen Autor hinweisen, dessen Einfluss man nicht ignorieren kann: Die Rede ist von H. G. Ewers, der schräge Figuren und skurrile Handlungsideen in die Serie einbrachte.

Schon klar: Das kann man nicht pauschal sagen. Zwar zeichnete sich H. G. Ewers stets durch originelle Figuren aus, die außerhalb der Norm waren, aber er konnte auch »anders«. Wenn es sein musste, stellte er den ernsthaften Kapitän eines Raumschiffes ins Zentrum seiner Romane ebenso die kluge Wissenschaftlerin oder einen intelligenten Außerirdischen.

Das passte ein wenig zu seinem Lebenslauf, der von Umbrüchen und immer wieder neuen Zielen bestimmt war: Ewers erlebte die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs als Jugendlicher mit, er floh aus der DDR und wurde in Westdeutschland zum beliebten Science-Fiction-Autor. Er interessierte sich stets für »Randthemen« und begeisterte sich noch im hohen Alter für Forschung aller Art.

Das schlug sich in seinen Figuren nieder, die immer wieder aus dem Rahmen fielen. Diese mussten nicht unbedingt witzig sein; es genügte, wenn sie einer Agenda folgten, die außergewöhnlich war. Mit dem Intergalactic Peace Corps (IPC) schuf er beispielsweise eine Organisation, die er in mehreren Romanen zum Einsatz brachte und deren Angehörige sich darum kümmerten, für Frieden zu sorgen und diplomatische Zwischenfälle zu lösen.

Im Gedächtnis blieben den Leserinnen und Leser der PERRY RHODAN- und ATLAN-Serie vor allem aber jene Figuren, die sich skurril verhielten. Spricht man mit Menschen, die in früheren Jahrzehnten ihren ersten Kontakt zum Perryversum hatten, kommen ihnen unweigerlich Dalaimoc Rorvic und Tactcher a Hainu in den Sinn: Der tibetische Mutant bildete mit dem kleinwüchsigen Marsianer ein Duo, das stets für Situationskomik und ungewöhnliche Handlungen sorgte.

Eine ähnliche Figur ist der Raumfahrer Guy Nelson. Er hatte nur wenige Auftritte im Rahmen der PERRY RHODAN-Serie und trat vor allem in den PERRY RHODAN-Taschenbüchern auf. Diese erschienen alle vier Wochen und boten den Autorinnen und Autoren von den 60er- bis in die 90er-Jahre einen riesigen Freiraum. Hier konnten sie ihren eigenen Ideen folgen und Romane veröffentlichen, die sich nicht ins enge Serienkorsett pressen ließen.

Vor allem H. G. Ewers nutzte das sehr gern aus, und sein Guy Nelson ist dafür ein schönes Beispiel. Nelson trinkt in den Romanen zeitweise ungeheure Mengen an alkoholischen Getränken, klopft einen lockeren Spruch nach dem anderen und hat ganz eindeutig seine Probleme mit Disziplin oder den Regeln der staatlichen Gesellschaftsordnung.

Als Gesprächspartner stellte ihm der Autor zwei wichtige Figuren zur Seite: seine kluge Schwester Mabel und seinen altersschwachen Roboter George. Die zwei Menschen und das Maschinenwesen bevölkern das Raumschiff HER BRITANNIC MAJEST, mit dem sie in allerlei Science-Fiction-Abenteuer geraten.

Ich kann heute nicht behaupten, dass ich alle Romane mit Guy Nelson mochte. Vor allem die ersten Geschichten fand ich höchst unterhaltsam, später lief sich die Serie innerhalb der Taschenbuchreihe ein wenig tot. Aber vor allem die Anfänge sind witzig und zeigen H. G. Ewers als einen Autor mit ungewöhnlichen Ideen.

Aus diesem Grund bringen wir auch zwei dieser klassischen Geschichten neu in den Handel: als E-Book-Doppelband im Rahmen der »neuen« Planetenromane. Dabei greifen wir weit in die Vergangenheit: »Raumkapitän Nelson« wurde erstmals im Jahr 1965 als Band 19 der Planetenromane im Format eines Taschenbuchs veröffentlicht. »Der Schlüssel zur anderen Welt« erschien ursprünglich im Jahr 1966 als Band 30 der Reihe.

Beide Bände konnte ich übrigens als junger Redakteur in der Mitte der 90er-Jahre nachdrucken – damals brachten wir die Taschenbücher in Lizenz im Heyne-Verlag heraus, wobei wir sowohl Klassiker als auch neue Romane veröffentlichten. Aber das ist ja schon dreißig Jahre her …

Beide Bände spielen zu Beginn des 25. Jahrhunderts, in einer Zeit also, in der die Menschheit vor einer ungeheuren Bedrohung steht: Der Konflikt mit den Meistern der Inseln aus der Galaxis Andromeda erschüttert die Welten von zwei Sterneninseln. Die Nelson-Abenteuer greifen Elemente des großen Konflikts auf, werden von ihm ansonsten aber nur am Rande beeinflusst. Beide Romane sind nicht wichtig für die Serienhistorie und ihre entscheidenden Zyklen, ergänzen sie aber durch farbenprächtige Abenteuer.

Die größte Science-Fiction-Serie der Welt hatte während ihrer gesamten Existenz die unterschiedlichsten Facetten. Es gab Autoren, die sie auf ihre Weise immer wieder prägten. Es gibt keinen Zweifel daran, dass H. G. Ewers einer dieser Autoren war – und sein Guy Nelson ist eine Figur, die den Leserinnen und Lesern im Gedächtnis bleibt.

17 Juli 2026

Raumkapitän Nelson als Hörspiel

Weil wir in diesen Tagen zwei klassische Taschenbücher von H. G. Ewers, in denen der Raumfahrer Guy Nelson als Hauptfigur eine Rolle spielten, neu als E-Book in den Handel brachten, wollte ich endlich einmal wissen, wie sich Nelson im Hörspiel anhörte. Also suchte ich mir das Hörspiel mit dem Titel »Raumkapitän Nelson« beim Streaming-Anbieter meiner Wahl heraus und hörte es im Verlauf von zwei, drei Autofahrten durch.

»Raumkapitän Nelson« erschien bereits Anfang 2003 bei unserem damals noch neuen Partner Eins A Medien; als Erzähler wurde bereits Josef Tratnik eingesetzt, während die anderen Figuren von anderen Sprechern übernommen wurden. Die Geräusche werden gut eingesetzt, die Sprecher verstehen eindeutig ihr Geschäft.

Man merkt der Geschichte an, dass sie schon recht betagt ist und 1965 erstmals veröffentlicht wurde, damals nach einer eigenen Idee von H. G. Ewers und nicht nach einem Exposé von K. H. Scheer. Ewers schrieb seinen Roman offensichtlich »frei drauf los«.

Sein Kapitän Guy Nelson ist ein skurriler Raumfahrer, der ständig nur an Whisky denkt, sein Roboter George erfindet allerlei Gedichte, seine Schwester Mabel ist streng, aber kompetent. Dazu kommen zwei Kinder, die in der Handlung als Stichwortgeber funktionieren und deren Bedeutung am Ende eher notdürftig aufgeklärt wird.

Und die Handlung? Die stolpert ein bisschen durch die Gegend. Es geht um Springer, mit denen man Handel treibt, und es geht um die Welt Opposite – die taucht aber erst am Ende auf. Für Stammleser unserer Serie ist diese Welt der Ausgangspunkt für den »Meister der Insel«-Zyklus, und damit wird dieses Abenteuer in den Serienkosmos eingebunden.

Das Hörspiel hörte ich mir mit einem Schmunzeln im Gesicht an. Man merkt, dass die Geschichte für Jugendliche geschrieben wurde. Diesen Ansatz vermittelt das Hörspiel ebenfalls: Es ist bunt und abwechslungsreich, und über die Logik der Handlung sollte man nicht zu viel nachdenken.

Für mich war's ein nostalgischer Ausflug in die Frühzeit der PERRY RHODAN-Geschichte – sehr schön!

16 Juli 2026

Farbig für die Infoline

Kaum war Eckhard Schwettmann im Juni 1996 als Marketingleiter bei PERRY RHODAN an Bord, setzte er innerhalb weniger Tage und Wochen die Erfahrungen um, die er in anderen Bereichen gesammelt hatte. Er hatte zuvor in der Musik-Branche gearbeitet, und er kannte sich mit Fußball aus – in beiden Bereichen hatte man im Marketing mit sogenannten Infolines gute Erfahrungen gesammelt.

Und so wurde auch eine PERRY RHODAN-Infoline gestartet: Wer die dort angegebene Nummer anrief, erhielt aktuelle Informationen zur Serie und ihrem Umfeld. Der Anruf war kostenpflichtig, und die Erlöse teilten sich der Verlag und der Telefonanbieter.

Anfangs schrieb Schwettmann die Texte selbst, später übernahm das Klaus Bollhöfener. Die Redaktion lieferte gelegentlich Beiträge hinzu.

Anzeigen wurden in den eigenen Romanheften geschaltet, also in Schwarzweiß, aber auch in Farbe. Die hier gezeigte Anzeige wurde für die Zeitschrift »Oxmox« produziert, das in Hamburg erscheinende Kultur- und Veranstaltungsmagazin.