06 Juli 2026
Ein Ellmer-Doppelpack
Ich weiß aber, dass ihm die »Randgebiete« unserer Serie stets wichtig waren; da konnte er sich als Autor frei entfalten. Deshalb freute es mich, als wir bereits im Mai zwei klassische Planetenromane von ihm noch einmal neu auflegen konnten. Noch mehr freute es mich, dass das Interesse der Leserinnen und Leser groß genug war …
Wir brachten die beiden Planetenromane als E-Book in den Handel; die gedruckten Ausgaben kann man sich schließlich mit einiger Mühe noch im »Second-Hand«-Bereich besorgen. Wir fanden, dass die beiden Romane eine schöne Ergänzung zum »Cantaro«-Zyklus seien, der nun im Rahmen der PERRY RHODAN-Bücher veröffentlicht wird.
Den »Cantaro«-Zyklus fand ich, als er damals gestartet wurde, ziemlich großartig. Die Mixtur aus kosmischem Geheimnis und ziemlich viel Action sprach mich an; die Autoren schrieben zudem mit Feuereifer an den einzelnen Romanen. Der Ellmer-Doppelband bietet hierfür eine schöne Ergänzung, finde ich!
18 Dezember 2025
Weitere Schritte zum heutigen E-Book
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Obwohl die Verlagsbranche mit dem »Roket-e-Book« gescheitert war, wollten wir in der PERRY RHODAN-Redaktion das Thema noch nicht aufgeben. Vor allem Miriam Hofheinz und Frank Borsch, die neu zu uns gestoßen waren, forcierten in den Jahren 2001 bis 2005 neue Geschäfte in Sachen E-Books.
Miriam Hofheinz wurde immer mehr zur treibenden Kraft. Sie schloss sich dem Arbeitskreis Elektronisches Publizieren (AKEP) an und knüpfte zahlreiche neue Kontakte. Ohne dass es manche der großen Verlage mitbekamen, entwickelte sich eine Infrastruktur aus kleinen Anbietern, die an das Thema E-Book glaubten. Unter Miriams Ägide entwickelte sich im Verlauf weniger Jahre für uns ein Geschäftsmodell, das seinerzeit wohl als einzigartig einzustufen war.
»Es war ein logischer Schritt, die Serie dorthin zu bringen, wo sich die technikbegeisterte Zielgruppe befindet«, stellte Miriam Hofheinz 2011 in einem Interview fest. »Für jede Serie ist es von existentieller Bedeutung, Nachwuchs zu rekrutieren. Es ist kein Geheimnis, dass der klassische Heftroman als angestaubt gilt. Besonders bei jüngeren Lesern liegt er alles andere als im Trend. Um diese dennoch auf den tollen Inhalt von PERRY RHODAN aufmerksam zu machen, mussten wir uns schlicht den Bereich der zukunftsweisenden E-Books zunutze machen.«
Die sechste Auflage
Nach intensiver Planung, Marktanalyse und Abstimmung wurde schließlich die sogenannte sechste Auflage geboren. Der Begriff entstammte einer Idee von Frank Borsch. »Wir werden nie wieder eine sechste Auflage in gedruckter Form in den Zeitschriftenhandel bringen«, argumentierte er. »Aber in digitaler Form können wir das schaffen.«
Fünfmal wurden die ersten Romane bereits im Heftformat publiziert, und wir orientierten uns an den vorangegangenen Printauflagen: Wir fingen also noch einmal bei Null an – oder vielmehr bei Band eins. So erschien bei readersplanet am 5. Dezember 2005 »Unternehmen Stardust« als E-Book. Die Zielgruppe waren Menschen, die Lust darauf hatten, unsere Romane als PDF zu lesen.
In der Folge arbeiteten wir mit anderen Partnern zusammen, die E-Book-Produktion wuchs. Die ATLAN-Serie kam auf diese Weise neu heraus, andere Zyklen folgten. Ab 2007 boten wir mithilfe unserer Partner auch die aktuellen Romane wöchentlich in der digitalen Version an; sogar die PERRY RHODAN-Silberbände 1 bis 20 wurden als E-Books veröffentlicht.
Noch waren die Zahlen nicht berauschend. Die Auflagen bewegten sich anfangs im dreistelligen Bereich. Wir stellten aber fest, dass es immer mehr Menschen gab, die das Display ihrer Telefone nicht nur zum Spielen benutzten oder Geld für Klingeltöne ausgaben – das Nokia- oder das Sony-Handy entwickelten sich trotz aller Probleme zu Lesegeräten für digitale Romane.
Eine App von Textunes
Mit Band 2500 änderte sich einiges. »Projekt Saturn« von Frank Borsch ebnete für uns den Weg zu den sogenannten Apps. Die Firma Textunes bot eine App an, mit der man die Serie auf dem damals immer noch neuen iPhone lesen konnte. Wir veranstalteten zu diesem Zweck im Juli 2009 eine Pressekonferenz in Hamburg; die Presse stieg begeistert auf das Thema ein.
Kein Wunder: Mit dem neuartigen Telefon waren ganz andere Möglichkeiten verbunden. Es war nun einfacher, auch längere Texte zu lesen, während man unterwegs war – man brauchte kein Buch mit sich herumzuschleppen, sondern konnte sein iPhone nutzen, das man ohnehin in der Tasche hatte.
Unser Ziel damals war klar: Wir wollten so einer völlig neuen Leserschaft den Zugang zum Perryversum ermöglichen – der Zuspruch wurde schnell größer.
Parallel dazu hatten einige Firmen bereits Geräte entwickelt, die reine E-Book-Reader waren. Vor allem das Sony PRS 505 und der Amazon Kindle sorgten ab 2008 für Aufsehen. Wir blieben in dieser Phase noch ein wenig zurückhaltend. Die App für das iPhone ab 2009 war eine echte Neuerung, bei den reinen Lesegeräten wollten wir abwarten.
Die technische Entwicklung ging aber weiter. 2010 wurde das iPad vorgestellt, andere Tablets kamen ab 2011 in den Handel. Gefühlt jeden Monat drängten weitere E-Book-Reader auf den Markt, die sich in Sachen Technik und Lesekomfort gegenseitig zu überbieten versuchten. Wir schlossen mit immer mehr Partnern einzelne Verträge ab, mit denen wir den Vertrieb von E-Books steuern konnten. Für uns wurde es langsam unübersichtlich.
Der Sprung zu Bookwire
Im Sommer 2011 kam dann der entscheidende Umbruch: Wir entschlossen uns nach einer langen Diskussion, alles zu vereinheitlichen, und entschieden uns für die Firma Bookwire, die in Frankfurt angefangen hatte, E-Books zu vertreiben. Das Unternehmen war zu der Zeit noch recht klein, bot aber etwas an, das wir nicht mehr leisten konnten: Wir würden ein fertiges E-Book an sie liefern, und sie würden dafür sorgen, dass es alle Shops gleichzeitig erhielten.
Bookwire war nicht die einzige Firma, die zu der Zeit mit ähnlichen Konzepten auf sich aufmerksam machte. Wir prüften die einzelnen Angebote – hier engagierte sich vor allem Bettina Lang –, und wir kalkulierten. Heidrun Imo vom Marketing erstellte Excel-Tabellen, die wir mit der Geschäftsführung diskutierten.
Ein wichtiger Punkt war tatsächlich: Bei Bookwire arbeitete zu jener Zeit eine Frau, die wir sehr gut kannten und schätzten. Es war Miriam Hofheinz, die PERRY RHODAN im Jahr 2008 verlassen hatte und nun – quasi von anderer Seite her – wieder für uns aktiv wurde.
Der Rest ist gewissermaßen Geschichte. »Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, aber noch lange nicht am Ende der Fahnenstange angekommen«, lautete im Herbst 2011 mein Resümee in einem Interview. »Das Ziel ist, unseren Lesern in naher Zukunft jeden jemals verfassten PERRY RHODAN-Roman auch als E-Book zugänglich zu machen.«
(Dieser Text wurde bereits im Oktober 2025 auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Redaktion veröffentlicht. Hier wiederhole ich ihn aus dokumentarischen Gründen.)
04 Dezember 2025
Die ersten Schritte zum E-Book
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«
Bekanntlich legten Clark Darlton und Karl-Herbert Scheer den Grundstock für PERRY RHODAN. Beide Autoren hatten viel Phantasie, ihre eigenständigen Romane begeisterten die Science-Fiction-Fans der 50er- und 60er-Jahre, und mit PERRY RHODAN schufen sie einen Welterfolg, der bis heute anhält.
Die Zukunft konnten sie aber nicht vorhersagen – und sie konnten sich nicht vorstellen, dass man einmal ihre Romane auf digitalen Endgeräten lesen würde.
Längst ist es für viele Leserinnen und Leser eine Selbstverständlichkeit: Allwöchentlich gibt's die neueste PERRY RHODAN-Ausgabe als E-Book für die unterschiedlichsten Endgeräte. Bis das digitale Lesen aber in den Fokus der lesenden Öffentlichkeit gelangte, musste ein beschwerlicher Weg auf sich genommen werden ...
Ich erinnere mich noch gut an die Vorläufer. Bereits in den 80er-Jahren konnte man Romane lesen, die auf Diskette angeboten wurden. Diese Disketten musste man per Post bestellen, und wenn man das richtige Programm benutzte, ließen sich die Textdateien darauf lesen. In diesem Fall saß man vor dem heimischen Computer und blickte auf den flimmernden Bildschirm, auf dem die Schrift häufig noch in weiß auf schwarz oder gar grün auf schwarz zu sehen war.
Wann genau der Autor Wilfried A. Hary, der unter anderem für ATLAN schrieb, solche Disketten mit professionellem Ehrgeiz vertrieb, weiß ich leider nicht mehr genau. Waren es noch die 80er- oder waren es bereits die 90er-Jahre?
Hary nannte sein Produkt schlicht »Diskoman«, ein Kofferwort aus »Diskette« und »Roman«. Ich bekam einige dieser Diskomane in die Hände, las sie aber nie, weil mir das zu anstrengend war. Andere Leser fanden das aber schon damals toll.
Das Rocket-eBook
Anfangs wurde das Thema des digitalen Lesens von der Literatur-Szene belächelt und außerhalb dieser überhaupt nicht wahrgenommen. Sein erstes vorsichtiges Ausrufezeichen setzte das E-Book als Alternative zum gedruckten Buch auf der Frankfurter Buchmesse 1999.
Zwei Monate vor der – nicht ganz korrekten – Jahrtausendwende stellte die Firma NuvoMedia in den Frankfurter Messehallen den ersten kommerziellen E-Book-Reader der Welt vor: ein klobiges Plastikgehäuse mit dem futuristisch klingenden Namen »Rocket-eBook«. Dieses Wunder an Technik sollte mit einer unglaublichen Speicherkapazität von 16 Megabyte für beeindruckende 675 Mark die Buchbranche revolutionieren.
Das stellte sich schnell als ein utopisches Ziel heraus. Zwar gelang NuvoMedia in Kooperation mit dem Shop bol.de eine bemerkenswerte Markteinführung mit einem soliden Startsortiment von mehr als 500 deutschsprachigen Titeln, der große Erfolg aber blieb aus.
Eckhard Schwettmann als der Mann, der PERRY RHODAN damals in das Marketing-Zeitalter beförderte, erkannte die Chancen des neuen Mediums. Ich erinnere mich an die Euphorie, die er uns vermittelte, als wir das dicke Gerät in unseren Büros hatten und wir das erste E-Book lesen konnten. Es war recht aufwendig, PERRY RHODAN-Manuskripte für das neue System aufzubereiten – aber Eckhard steckte uns mit seiner Begeisterung an.
Bei PERRY RHODAN erkannte man alo früh die Zeichen der Zeit und das Potenzial der digitalen Medien. Getreu dem Motto »Es kommt nicht auf das Endgerät, sondern den Inhalt an«, warteten wir gar nicht erst darauf, dass die großen Buchverlage mit der ultimativen Lösung kommen, sondern nahmen das E-Book-Geschäft selbst in Angriff. Damit übernahm PERRY RHODAN schon 2000 eine Vorreiterrolle auf diesem Gebiet.
Zur deutschen Markteinführung des »Rocket-eBooks« waren bereits vier digitale Romane aus dem Perryversum im Download erhältlich: der erste Band der »Kosmos-Chroniken« sowie die in sich abgeschlossene »Arkon«-Trilogie von Rainer Castor. Die Trilogie hielt sich wochenlang auf Platz 1 der Verkaufsliste von bol.de.
Wir waren mit PERRY RHODAN also durchaus erfolgreich und erreichten gute Verkaufszahlen. Aber es reichte nicht aus: Die Kosten überstiegen den Nutzen. Trotzdem hielt Eckhard recht lange an dem Produkt und seiner Vermarktung fest. Es dauerte eine Weile, bis ich die Belieferung des »Rocket-eBook«-Marktes mit weiteren Dateien stoppen konnte.
Wir waren damit nicht die einzigen: Trotz aller aussichtsreicher Prognosen entpuppte sich das »Rocket-eBook« als Ladenhüter, sodass die Produktion im Verlauf des Jahres 2001 eingestellt wurde. In einem Interview räumte eine Pressesprecherin wenig später ein, den Markt »zu positiv eingeschätzt« zu haben. Es sei eben »noch kein Massenmarkt für dieses Medium« vorhanden.
Aber wir wollten nicht aufgeben. Wir wussten, das war die Zukunft für PERRY RHODAN, auch wenn wir im Verlag dafür durchaus belächelt wurden …
(Dieser Text stand bereits im Oktober auf der Internet-Seite der PERRY RHODAN-Serie. Hier habe ich ihn zu dokumentarischen Zwecken noch einmal gebracht.)
25 September 2025
Der Terraner
Heute kann ich es gestehen: Ich war von dem Roman streckenweise enttäuscht. Großartig fand ich die erzählenden Passagen und die Graffiti, nicht so spannend fand ich den Rückblick auf die 999 Romane, die davor veröffentlicht worden waren. Ich hatte mehr »kosmische« Themen erwartet und weniger Rückblick.
Zur Ehrlichkeit gehört auch: In meinem Gedächtnis sind die Graffiti geblieben und die großartigen Szenen des Romans, in denen Rhodan sich allein durch Terrania bewegt und mitbekommt, wie sich die Gesellschaft verändert. Damit fing William Voltz meiner heutigen Ansicht nach den Zeitgeist ein; »Der Terraner« passte in die sich wandelnde Lage in Westdeutschland, in der soziale Bewegungen stärker wurden, während gleichzeitig erneut die Angst vor einem Atomkrieg wuchs.
Längst ist dieser klassische Heftroman auch im Hardcover-Format erhältlich. Das PERRY RHODAN-Buch mit der Nummer 119 und dem Titel »Der Terraner« liegt seit dem September 2012 vor; zusammengestellt wurde es von Hubert Haensel, redaktionell betreut von Sabine Kropp. Ich erinnere mich noch gut an die vielen Gespräche, die wir zu diesem Buch führten. Wie viel durfte oder musste Hubert streichen, wieviel sollte unterm Strich bleiben? Das Buch gibt’s auch als Hörbuch und als E-Book.
(Weil wir den Roman so gut finden und ich William Voltz immer noch für einen der wichtigsten Autoren unserer Serie halte, gibt’s die E-Book-Ausgabe derzeit in einer Preisaktion: bis zum 30. September zum halben Preis!)
09 Juli 2023
Preisaktion für die Aphilie
Dabei wollen wir nicht die Serienklassiker vergessen. Aus diesem Grund haben die Kolleginnen aus dem Marketing das PERRY RHODAN-Buch mit dem Titel »Aphilie« in eine Preisaktion eingebunden: Es gibt die E-Book-Version dieses Silberbandes zum halben Preis – und diese Aktion läuft in diesem Monat sowie in den ersten Augusttagen.
Ich habe einige der klassischen Romane noch einmal gelesen und in sie hineingeblättert, um mir wieder einen Eindruck zu verschaffen. Ganz klar: Es lohnt sich, diese Klassiker aus den 70er-Jahren noch einmal zu lesen. Zur Erinnerung an die »alten Zeiten« oder zur Vorbereitung auf die neue Staffel bei PERRY RHODAN NEO ...
26 Juli 2022
Besuch von Bookwire
Immer mal ist es wichtig, sich persönlich zu treffen. Wegen der Pandemie konnte das in den vergangenen zweieinhalb Jahren kaum vernünftig organisiert werden. Heute aber besuchten uns zwei Kollegen aus Frankfurt – vor allem kamen sie zu Katrin Weil und Janina Zimmer. Ich saß zeitweise auch dabei, aber die beiden Kolleginnen waren für die wichtigsten Teile der Besprechung zuständig.
Es ging um Zahlen: Welche E-Books haben sich wie verkauft, wie sieht die Statistik aus? Es ging um Pläne: Welche Aktionen können in nächster Zeit begonnen werden, wie lässt sich PERRY RHODAN in digitaler Form stärker den Kunden anbieten? Und es ging um Inhalte: Was könnte unsere Leserinnen und Leser noch interessieren, welche Themen wären nur für den digitalen Markt spannend?
18 März 2022
Wächter der Tiefsee
Wir haben sie exklusiv veröffentlicht. Exklusiv, das heißt in diesem Fall, man bekommt sie nur als E-Book, und dann auch nur, wenn man ein Abonnement unserer neuen Miniserie über den PERRY RHODAN-OnlineShop abschließt. Ob wir in absehbarer Zeit noch eine andere Veröffentlichung anbieten, kann ich bisher nicht sagen.
Worum geht’s? Atlan spielt eine Rolle – Perry Rhodan und Sichu Dorksteiger gehen auf einen Hinweis des Arkoniden hin auf eine spezielle Mission. Dabei stoßen sie im Meer unweit der Azoren auf allerlei merkwürdig Dinge, und in der alten Tiefseekuppel werden sie mit einem Problem konfrontiert, das sie gemeinsam bewältigen müssen.
Die Kurzgeschichte ist flott erzählt, spielt komplett im PERRY RHODAN-Universum, ist aber für sich gut verständlich. Sie spielt vor dem ersten Band der Miniserie, ist damit sozusagen der Nullroman …
08 Oktober 2021
Der 200-Tage-Mann
Der Autor erzählt von einem jungen Computerspezialisten aus Kalifornien. Er arbeitet daran, Computer zu entwickeln, und das ist in den frühen 70er-Jahren noch richtig revolutionär. Was aber ist, wenn auf einmal Positroniken existieren, die die Arbeit von bisherigen Computern schlichtweg überflüssig machen?
Ben Calvin Hary stellt einen Nerd ins Zentrum seines Kurzromans. Stephen Door ist kein Trottel, nur ein wenig weltfremd. Und als er die Chance erhält, etwas Neues zu entwickeln, lässt er sich diese Chance nicht entgehen. Der Autor hat mit seiner Figur einen originellen Charakter geschaffen, der für mich sowohl glaubhaft als auch zeitgenössisch war. Spannende Lektüre!
02 Oktober 2021
Des Menschen Pflicht
Verena Themsen stellt deshalb in ihrem Kurzroman zu der Reihe PERRY RHODAN-Galacto City einen junge Frau aus Japan ins Zentrum. Sie ist Journalistin, und sie möchte über Perry Rhodan und seine Dritte Macht berichten. Ist dieser amerikanische Raumfahrer ein Dieb und Verbrecher, oder ist er ein Visionär für die Menschheit? Doch sie hat auch eine »hidden agenda«, verfolgt also ihren eigenen, höchst privaten Plan, den sie verwirklichen möchte.
Die Autorin, die selbst schon in Japan gearbeitet hat, zeigt nicht nur gesellschaftliche Widersprüche, sondern auch den Aufbruchsgeist in Galacto City. Und sie bietet für ihre Hauptperson einen positiven Ausblick – sehr schön!
25 September 2021
Die »Kosmos-Chroniken« in neu
Einige Reihen und Einzeltitel fielen damit unter den Tisch. »Die machen wir, wenn wir dazu kommen«, nahmen wir uns vor. Für das Jahr 2021, in dem unsere Serie ihren sechzigsten Geburtstag feierte, wollten wir die zwei Bände der »Kosmos-Chroniken« als E-Book herausbringen.
Das ist im September gelungen. Sowohl »Reginald Bull« als auch »Alaska Saedelaere« liegen als E-Books vor, die Buchproduktion im Print-On-Demand-Verfahren folgt demnächst. Die beiden Romane von Hubert Haensel hatte ich bei ihrem Erscheinen als Redakteur begleitet; der Autor und ich hatten damals oft miteinander telefoniert und uns einmal persönlich getroffen.
Dass es die beiden Romane nun wieder gibt, freut mich sehr. Wir haben den Inhalt gelassen, ihn nur auf neue deutsche Rechtschreibung umgestellt. Bei den Titelbildern haben wir neue Motive gewählt, die eher für das Jahr 2021 sprechen.
24 September 2021
Endstation Venus
Alexander Huiskes, der die Exposés für die Reihe schrieb, hatte schon immer ein Faible für die Venus sowie ihre Flora und Fauna. Wir waren uns da im Verlauf der Jahre auch nicht immer einig … Aber er entwickelte ein kurzes Konzept für einen Kurzroman, der Galacto City, Paris und die Venus zusammenfassen sollte.
Susan Schwartz übernahm die Idee und entwickelte daraus ihren Kurzroman. Die Autorin erzählt von einer jungen Französin und ihrem Lebenstraum, der anfangs der 70er-Jahre noch sehr ungewöhnlich anmutet. Es ist eine Geschichte, wie sie für die Autorin typisch ist: nahe an der Hauptfigur, immer mitten im Geschehen.
Heute kommt »Endstation Venus« offiziell in den Handel. Damit sind drei der geplanten sechs E-Books erschienen. Und ich bin mit dem bisherigen Verlauf der Reihe sehr zufrieden …
18 September 2021
Die Friedensforscherin
Die Geschichte spielt wie alle Texte dieser Reihe zu Beginn der 70er-Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts. Für Menschen wie Olga Ilmenova ist der Zweite Weltkrieg noch immer in der Erinnerung präsent, für Menschen wie Betty Toufry stehen bereits die Kontakte zu Außerirdischen und persönliche Traumata im Vordergrund. Was die alte Frau aus Russland und die junge Bewohnerin von Galacto City gemeinsam haben, das zeigt Tanja Kinkel in ihrem Kurzroman.
Geschickt verbindet die Autorin die zwei unterschiedlichen Lebensläufe mit den Hinterlassenschaften von Aliens – das Ganze wird mit der Vision einer friedlich geeinten Erde verknüpft.
11 September 2021
Aufbruch in die Weiße Stadt
Gemeint ist Vince Tortino, ein eher negativer Charakter. Als Jugendlicher wurde er nur »Tin Can« genannt, und man kann ihn als einen Gegenspieler des jugendlichen Perry Rhodan ansehen. Kann sich jemand durch einen längeren Aufenthalt im Gefängnis verändern, oder ist es vielleicht die Liebe, die einen Charakter verändert?
Andreas Eschbach gibt einen Einblick in eine wachsende junge Stadt, der mir sehr gut gefallen hat. Man kann sich die Vision dieser Metropole richtig gut vorstellen, und unweigerlich stellt man sich die Frage, wie sich die Welt verändert hätte, wenn 1971 wirklich Perry Rhodan auf die Arkoniden getroffen wäre …
Ich finde das spannend. Und ich freue mich auf die sechs Kurzromane, die zu unserem 60-Jahres-Jubiläum passen!
04 September 2021
Schritte nach Galacto City
Alle sechs Romane sind im Verlag, alle Titelbilder stehen bereits. Wir lektorieren und produzieren, damit die Romane auch pünktlich erscheinen können. Mit Andreas Eschbach starten wir, dann kommt Tanja Kinkel ... und bei manchen dieser Romane ist der eine oder andere Handgriff noch wichtig; das muss natürlich nebenbei geschehen.
Ich finde, diese sechs Kurzromane von PERRY RHODAN-Galacto City passen gut zum sechzigsten Geburtstag unserer Serie. Sie sind eine schöne Ergänzung zu den vielen Aktivitäten zu unserem Jubiläum.
02 Mai 2021
Im J Novel Club
Weil wir keinen eigenen Messestand hatten, setzte ich mich mit den zwei Kollegen vom J Novel Club in einer Ecke im Zwischengeschoss der Halle drei zusammen. Diesen Bereich nutzte ich seit Jahren, um mich kurz zu erholen, meine Mails zu checken oder Notizen anzufertigen. Für ein Gespräch unter sechs Augen war der Platz ebenfalls sehr gut geeignet.
Danach gab es eine kleine Pause in unserem Kontakt, dann kam Corona … und dann übernahm von unserer Seite die Kollegin Sabin Kropp die weiteren Verhandlungen. Seit einigen Wochen erscheinen nun die ersten Romane von PERRY RHODAN NEO im J Novel Club, und nun muss man sehen, wie sie ankommen.
21 April 2021
Warum machen wir Preisaktionen?
Der Grund ist einleuchtend: Reduziert man für einen überschaubaren Zeitraum den Preis für ein B-Book, erzeugt man damit mehr Aufmerksamkeit. Eine solche Aktion spült den betreffenden Titel in den entsprechenden Hit-Listen der E-Book-Anbieter nach oben, womit ihn auch Menschen wahrnehmen, die sonst nicht unbedingt nach »Perry Rhodan« schauen würden. Bei einem entsprechenden Preis denkt sich mancher potenzielle Kunde eben, »da schlage ich zu«, kauft dann vielleicht das jeweilige Produkt, liest es und findet es hoffentlich gut.
Wir haben festgestellt, dass solche Aktionen durchaus erfolgreich sein können. Sie bringen nicht nur eine kurzfristige Aufmerksamkeit, sondern sorgen dafür, dass auch über längere Zeit danach potenzielle Leser auf unsere Romane aufmerksam werden. Also veranstalten wir solche Aktionen immer mal wieder – aber stets »punktuell« und sorgsam geplant.
02 Dezember 2020
E-Books im Visier
In den vergangenen Tagen habe ich mich wieder intensiv mit den Abrechnungen unserer E-Books beschäftigt. Abrechnungen heißt in diesem Fall: Von den Lizenzgeldern, die wir durch den Verkauf von E-Books, Hörbüchern oder Auslandsausgaben einnehmen, erhalten die Autorinnen und Autoren ihren Anteil. Das ist vertraglich geregelt.
Die Buchhaltung erstellt die Abrechnungen, ich schaue sie meist noch einmal durch und muss sie dann »freizeichnen«, sprich, ich erteile die Anweisung, dass die Honorare ausgeschüttet werden können. Teilweise sind die Summen, von denen wir sprechen, sehr klein, andere durchaus relevant. Ein ATLAN-Roman, der 1985 als Heft gedruckt wurde, ist heute als E-Book eben nicht so attraktiv wie ein aktueller Silberband.
Trotzdem hat sich das mit den E-Books im Verlauf der Jahre sehr gut entwickelt: für den Verlag, für die aktuellen Autorinnen und Autoren, aber auch für die Erben und die älteren Autoren. Diese schöne Entwicklung finde ich wichtig, sie sichert die Zukunft unserer Serie.
16 Mai 2020
E-Books in der Abrechnung
Ich bin selbstverständlich nicht die Person, die alles ausrechnet. Das könnte ich nicht, fürchte ich, und ich wäre vor allem nicht gründlich genug. Ich kann als Redakteur maximal die Grundlagen liefern und hinterher kontrollieren.
Also rechne ich nicht selbst ab. Das machen die Kolleginnen in der Buchhaltung – und die sitzt in unseren modernen Zeiten nicht im Verlag, sondern in einem Büro in Magdeburg. Die Kolleginnen dort rechnen alles genau aus, und sie schicken die Abrechnung dann an uns, wo sie von einer Kollegin aus der Abteilung – es ist Regina Focht – geprüft wird.
Wenn die Kollegin alles für gut befunden hat, gibt sie mir Bescheid. Wenn es zeitlich reicht, schaue ich mir die Abrechnung auch noch mal kurz an. Ich rechne nichts nach, ich scrolle mich durch die Abrechnung und schaue mehr oder weniger gründlich darauf. Manchmal fällt mir doch etwas auf, aber meist zeichne ich sie hinterher frei.
Da wir von fast 3100 PERRY RHODAN-Heftromanen, mehr als 900 ATLAN-Heftromanen, von 150 PERRY RHODAN-Silberbänden und fast 200 MYTHOR-Heftromanen sprechen, dazu die vielen Pakete und kleineren Dinge (Space Thriller oder STELLARIS), kommen sehr hohe Stückzahlen zusammen. Es sind Tausende von E-Books, die einmal im Halbjahr – in manchen Fällen auch nur einmal im Jahr – abgerechnet werden.
Das ist eine wichtige und sinnvolle Aufgabe. Ich bin immer sehr froh, dass die Kolleginnen das so gut machen und ich nur noch »drübergucken« muss. So kommen die Urheber der Romane und Titelbilder zu den ihnen zustehenden Honoraren.
28 Januar 2019
Verlorene Jahrhunderte in sechs Geschichten
Ein Logbuch der Redaktion Seit es die PERRY RHODAN-Serie gibt, zählt es zu den Traditionen, dass Romane, deren Bandnummern mit einer »99« aufhören, meist einen Zyklus abschließen, während Romane, deren Nummer eine »00« am Ende hat, einen neuen Zyklus einleiten. Seit dem Übergang zwischen den Romanen 99 und 100 ist das etabliert, und seither gibt es meist auch einen kleinen Zeitsprung, der den Übergang vom einen zum anderen Band markiert.
Solchen Traditionen fühlen wir uns selbstverständlich verpflichtet. Das sieht man beim Jubiläumsband mit der Nummer 3000. Mit »Mythos Erde«, den Wim Vandemaan und Christian Montillon geschrieben haben, eröffnen wir am 15. Februar 2019 eine neue Handlungsebene. Der Sprung zum »Mythos«-Zyklus umspannt einige Jahrhunderte.
Was aber geschieht in der Zeit, die zwischen Band 2999 und 3000 liegt? Selbstverständlich werden wir im Rahmen der wöchentlichen Heftromane einiges darüber erzählen; wir werden den Lesern sagen, welche Dinge passiert sind, wie sich die Milchstraße verändert hat. Das steht von Anfang an auf unserer Agenda, und wir wissen sehr genau, was in den Romanen zu stehen hat.
Trotzdem bleiben viele »unerzählte« Geschichten. Früher hätten wir in dieser Epoche einige Taschenbücher angesiedelt, in denen Autorinnen und Autoren nach eigenen Ideen ihre Geschichten geschrieben hätten. Heute greift man zu moderneren Produktionsweisen …
Im Verlauf des Frühjahrs 2018 hatten wir bei einem Redaktionsgespräch die Idee, sechs abgeschlossene Kurzromane zu entwickeln. Wir wollten sie als E-Books veröffentlichen, eine Produktionsweise, die wir von der Redaktion aus direkt steuern können. Von Anfang an machten wir uns aber auch Gedanken darüber, wie wir die Romane hinterher in gedruckter Form in den Handel bringen würden. (Hierzu kommen im Verlauf des Jahres weitere Informationen.)
Die Kurzromane sollten von unterschiedlichen Autoren verfasst werden und in der Zeit vor dem Jubiläumsband spielen. In den »Verlorenen Jahrhunderten« also – warum man diese als »verloren« bezeichnen könnte, erzähle ich bei einer anderen Gelegenheit.
Ich unterhielt mich mit Christian Montillon darüber, der die Idee aufgriff und weiter entwickelte. Es folgte ein Konzept, das sich auf einen Nenner bringen lässt: sechs Kurzromane, sechs Schauplätze, sechs Hauptpersonen. Während Christian damit anfing, die ersten Exposés für diese Romane zu entwerfen, sprach ich mit möglichen Autoren. In gemeinsamer Arbeit stellten wir ein Team für dieses Projekt zusammen.
Christian Montillon schrieb schon die Exposés, trotzdem wollte er es sich nicht nehmen lassen, ebenfalls einen Kurzroman zu verfassen. »Die Figur liegt mir am Herzen«, argumentierte er, und so lag es nahe, dass sein Kurzroman den Titel »Florence« erhielt. Neben ihm wirken die PERRY RHODAN-Autoren Oliver Fröhlich und Michael Marcus Thurner sowie die PERRY RHODAN-Autorin Michelle Stern an dem Projekt mit.
Mit dabei ist auch Rüdiger Schäfer, bekannt als Exposéautor von PERRY RHODAN NEO, den wir schon lange zu einer direkten Mitarbeit auffordern wollten. Über Jahre hinweg hat er wertvolle Beiträge zum PERRY RHODAN-Kosmos geliefert, unter anderem Romane zur ATLAN-Taschenbuchreihe – es bot sich an, dass er ein wissenschaftliches Thema für sich aufgriff.
Für viele Leser ist vielleicht Thomas Rabenstein die Person, über die sie am wenigsten wissen. Der Autor, der mit PERRY RHODAN »aufgewachsen« ist, hat sich in den vergangenen Jahren als Selfpublisher ein eigenes Science-Fiction-Universum aufgebaut. Mit seiner Serie »Nebular« erreicht er regelmäßig Tausende von Lesern. Das fanden wir gut, hier waren sich Christian Montillon und ich sofort einig. Ich freue mich sehr, dass die Zusammenarbeit mit Thomas so gut geklappt hat.
Für die Titelbilder zeichnet Arndt Drechsler verantwortlich. Er wurde früh in die Planungen eingebunden; seine Titelbilder sollen die wesentlichen Figuren auf die E-Books zaubern. Wir sind mit den Ergebnissen bisher sehr zufrieden und hoffen, dass die Leser das auch so sehen.
Wir betrachten die sechs E-Books als ein Experiment. Wir wollen den Lesern der laufenden Serie einen zusätzlichen Anreiz geben, in die Welt »zwischen den Zyklen« einzutauchen und mehr über Figuren und Schauplätze zu erfahren, die sie bisher gemocht haben. Und wir wollen mit kurzen E-Books auch Leser ansprechen, die vielleicht noch nicht so viel von PERRY RHODAN wissen, mit einem Roman zum kleinen Preis aber in unser Universum eintauchen können.
03 Dezember 2018
Digitales Geheimprojekt
Aber: Derzeit arbeiten einige Autoren und ich, zwei Kolleginnen in der Redaktion und ein Zeichner an einem Geheimprojekt, das es im Januar teilweise schon zu lesen geben wird. »Erst im nächsten Jahr« klingt leider nicht mehr ganz so locker, wenn das nächste Jahr nur wenige Wochen entfernt ist.
Es ist ein Projekt, das aufs Engste mit Band 3000 verbunden ist, aber dennoch sehr viel Eigenständigkeit besitzt. Es wird nach Exposés geschrieben. Und ich rechne stündlich mit den ersten Texten, die ich lesen kann. Aber mehr kann und darf ich beim besten Willen noch nicht verraten ...

















