16 November 2021

Im ewigen Krieg

Atlan ist zurück in der laufenden Handlung unserer Serie; auch im nächsten Roman spielt er eine zentrale Rolle. Susan Schwartz schrieb »im ewigen Krieg«, dieser Roman erscheint in dieser Woche, und ja!, der Titel ist eine bewusste Anspielung auf einen Klassiker der Science Fiction. Allerdings gibt es inhaltlich keine weiteren Überschneidungen – das sage ich lieber gleich mal.

Die Autorin zeigt Atlan in einer Rolle, in der ich ihn immer mag: Er muss Entscheidungen fällen, er muss sich in einer kritischen Situation bewähren, und der muss dafür sorgen, dass den Leuten in seiner Begleitung nichts passiert. Ob er das hinbekommt und mit welchen Problemen sich der Arkonide herumschlagen muss, werde ich an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten …

15 November 2021

Achim Mehnert wäre 60 Jahre alt

Am gestrigen Sonntag, 14. November 2021, hätte ein Autor seinen sechzigsten Geburtstag feiern können, mit dem mich vor allem in jungen Jahren auch sehr vieles verband, das man als »persönlich« bezeichnen würde. Die Rede ist von Achim Mehnert – wir waren beide schon sehr früh in den 80er-Jahren Mitglieder im PERRY RHODAN-Briefclub Bullys Schreibtisch, trafen uns damals häufig bei Cons und verfassten Texte für Fan-Zeitschriften. Und wir besuchten uns häufig gegenseitig.

In den 90er-Jahren trennten sich unsere Wege etwas. Achim hatte eine Reihe unterschiedlicher Berufe, in denen er nie so richtig glücklich schien, und schrieb nebenbei Kurzgeschichten sowie Romane. Irgendwann war er als freier Schriftsteller aktiv, vor allem für verschiedene Serien, etwa für »Ren Dhark«. Ich wurde währenddessen Redakteur für die PERRY RHODAN-Serie.

Wir arbeiteten immer mal wieder zusammen. Achim schrieb für die PERRY RHODAN-Taschenbücher, für PERRY RHODAN-Action und ATLAN sowie diverse andere Serien, die wir veröffentlichten. Unser Verhältnis war nicht mehr so eng – es war »professionell«. Das war vielleicht ein Fehler. 

Als Achim im Jahr 2018 starb, war es wie ein Schock für mich. Dass er schon sechzig Jahre alt geworden wäre, ist traurig. Mit ihm ist der Science-Fiction-Szene ein Autor und ein Fan zugleich verloren gegangen.

13 November 2021

Mehrumfänge und Leserseiten

Immer mal wieder kommt es vor, dass ein Autor oder eine Autorin zu viel Text liefert. Für die Romane, die wir veröffentlichen, gibt es nämlich eine bestimmte Bandbreite, in der sich der Umfang des jeweiligen Werks bewegen soll. Und manchmal schafft es die Autorin oder der Autor nicht, ihren oder seinen Text selbst zu kürzen.

Da muss der Redakteur ran. Es ist für mich – um es persönlich zu machen – kein großes Problem, einen Roman einzukürzen. Entweder streicht man dezent, sprich, man immer mal wieder ein Wort oder einen Satzbestandteil raus. Wenn das gut gemacht wird, fällt es nicht aus. Manchmal habe ich in früheren Jahren szenenweise gekürzt; dabei fallen allerdings vor allem die schönen Szenen der Kürzung zum Ofer. (Warum das so ist, erzähle ich zu einer anderen Gelegenheit.)

Mittlerweile sehe ich das anders. Ist ein Roman sehr gut, ist er mir im Zweifelsfall wichtiger als das Glossar oder die Leserseite. Dann entscheide ich mich gegen das Kürzen und für den Roman, bin dann lieber dafür, dass die Leserseite entfällt. Die Geschichte ist letztlich wichtiger. Aber das ist die Ausnahme und soll auch die Ausnahme bleiben ...

11 November 2021

Das große Sommerfest 1996

Der PERRY RHODAN-Roboter rollte herum, der Hof zwischen den Verlagsgebäuden war festlich geschmückt. Im Sommer 1996 fand das Sommerfest der Verlagsgruppe Pabel-Moewig vor großer Kulisse statt. Es herrschte Volksfeststimmung, die Leute waren locker gekleidet – sogar die Chefredakteure machten die Krawatten vom Hals – und sprachen den Getränken und dem Essen eifrig zu.

Zu dieser Zeit feierten die Buchverlage, der Zeitschriftenverlag und die Druckerei gemeinsam. Man war durch die gemeinsamen Abteilungen der Herstellung oder des Marketings noch miteinander verbunden, die einzelnen Bereiche hatten viel miteinander zu tun. Da die meisten Kolleginnen und Kollegen aus Rastatt und Umgebung stammten, traf man sich auch außerhalb der Firma; viele waren beispielsweise im örtlichen Karnevalsverein oder in Sportvereinen aktiv.

(Von wem das Foto stammt, ist leider nicht überliefert. Es tauchte im September 2021 beim Umzug auf und konnte vor der Vernichtung gerettet werden.)

10 November 2021

Meister der Spione

Na klar – der Titel dieses Romans ist doppeldeutig zu verstehen: Ruben Wickenhäuser schrieb »Meister der Spione«, und dieser Roman kommt in dieser Woche in den Handel. Es ist Band 265 unserer Serie PERRY RHODAN NEO, und er spielt in der Vergangenheit des Arkon-Imperiums.

Bekanntlich arbeiten wir bei NEO – so der Kurzname – immer wieder mit Motiven, die wir der klassischen PERRY RHODAN-Serie entnehmen. Die Autorinnen und Autoren haben eine große Freude daran, das entsprechend zu variieren, so auch in diesem Fall: Die Meister der Insel als Herren (und Herrinnen) von Andromeda verfügen über die Möglichkeit, über den Abgrund der Galaxien hinweg zu operieren. Und natürlich sind sie auch im Arkon-Imperium aktiv …

Ruben Wickenhäuser erzählt eine abwechslungsreiche Geschichte mit Geheimagenten und Zeitreisenden, mit Gefechten und Verstrickungen, mit einem Meister der Spione und einer Meisterin der Insel – und vor allem mit einem Schluss, der die Leserschaft hoffentlich überrascht.

09 November 2021

Paradies entführt!

Romane von Verena Themsen sind immer etwas Besonderes: Die Autorin versteht es wie kaum jemand sonst aus unserem Team, auch komplexe Sachverhalte in unterhaltsamer Weise zu servieren. In ihrem kommenden Roman, der in dieser Woche veröffentlicht wird, geht es unter anderem um den Transport einer Welt und die Probleme, die dabei entstehen können.

Verena Themsen erzählt aber auch von den Bewohnern eines Planeten und ihren Sorgen – und sie zeigt, welche Sorgen und Nöte ein gewisser Arkonide mit der Bürokratie hat oder dank der Begegnung mit einem besonders arroganten Angehörigen seines Sternenvolkes. »Paradies entführt!« hat mir wegen seiner abwechslungsreichen und durchaus kompakten Handlung sehr gut gefallen – ein Roman, in dem wirklich viel in Bewegung gerät …

08 November 2021

Atlantis auf dem Tisch

Am heutigen Tag beschäftige ich mich wieder einmal mit der kommenden Miniserie. Wie schon gelegentlich angedeutet, werden wir im März 2022 die Serie PERRY RHODAN-Atlantis veröffentlichen; geplant sind zwölf Romane, die nach Exposés von Ben Calvin Hary entstehen. Der Autor ist schon fleißig an der Arbeit und wirbelt mit Exposés und Datenblättern herum.

Es gibt einiges zu bedenken. Wie soll das Atlantis eigentlich aussehen, das wir in den zwölf Romanen schildern? Welche Informationen aus den klassischen PERRY RHODAN- und ATLAN-Romanen sind relevant, welche müssen wir ignorieren – weil sie sich widersprechen – und wie viele Neuerungen können wir einbauen? Bens Ideen sind durchdacht, und ich nicke meist beifällig, wenn ich seine Mails lese oder mit ihm telefoniere.

Und während wir am Inhalt arbeiten, wird bereits mit dem Marketing angefangen. Wir wollen natürlich wieder eine Edition anbieten – damit die Leserinnen und Leser die Romane mit der Post erhalten – und Aktionen im E-Book-Bereich starten. Ebenso soll es Hörbücher geben. Und welche Prämie machen wir eigentlich, wenn wir schon eine Edition anbieten?

Wir halten auf jeden Fall schon stramm Kurs auf Atlantis …

07 November 2021

Bezwinger der Zeit

Ein Logbuch der Redaktion

Wieder einmal habe ich ein Hörbuch in meinem CD-Player abgespielt, bei dem mir die Stimme von Josef Tratnik klassische PERRY RHODAN-Romane vorliest. In diesem Fall handelt es sich um »Bezwinger der Zeit«, die Umsetzung des PERRY RHODAN-Buches 30 in Form der Silber Edition. Das Anhören führte mich in die Zeit des »Meister der Insel«-Zyklus, den ich in meiner »frühen Zeit« zweimal gelesen hatte und immer noch gut in Erinnerung habe.

Das Hörbuch enthält eine Reihe von packenden Episoden, die Tratniks Stimme faszinierend wiedergibt. Am Anfang sind Perry Rhodan und seine Begleiter an Bord der CREST III noch in der Vergangenheit gestrandet; verzweifelt unternehmen die Terraner und ihre Freunde alles, um den Rückweg in ihre Gegenwart zu finden. Im weiteren Verlauf des Hörbuches gibt es Versuche der Meister der Insel, die Erde direkt anzugreifen, und am Ende taucht ein merkwürdiges Kugelgebilde auf – und zum Schluss wissen die Terraner mehr über die Verhältnisse in Andromeda.

Der Großteil der Romane, die als Grundlage für den Silberband und das Hörbuch bildeten, schrieb William Voltz; er war und ist mein Lieblingsautor für die frühe Zeit der Serie. Er prägt mit seinen Figuren den gesamten »MdI«-Zyklus, und das merkt man diesem Silberband auch an.

Wunderbar erzählt sind beispielsweise die Episoden mit den Alarern: Rhodan und einige Begleiter müssen sich in schmutzige, übelriechende Raumfahrer verwandeln, um in dieser Maskierung in einen geheimen Auftrag zu gehen. Das ist streckenweise vor allem deshalb witzig, weil man darin den Abscheu der 60er-Jahre-Autoren vor »ungewaschenen« Menschen mit langen Haaren und Knoblauchgeruch deutlich spüren kann.

Die Aktionen der Terraner lassen sich aber heute noch gut und gern lesen und anhören. Es sind Menschen mit Humor und einer Freude an Regelverletzungen. Man trinkt gern Whisky, man foppt sich gegenseitig, und die Scherze eines gewissen Mausbibers geben dem Ganzen eine zusätzliche Würze. Der Humor ist oftmals altmodisch – die 60er-Jahre liegen nun mal doch einige Zeit zurück –, vermag einen aber immer noch zum Schmunzeln bringen.

Skurril sind allerdings die Szenen, in denen es um die Währung im Solaren Imperium geht und in denen die Wirtschaftspolitik geschildert wird. Die Meister der Insel versuchen in dieser Phase der Romanhandlung, die Wirtschaft des Imperiums durch Falschgeld ins Wanken zu bringen. Wie die Terraner dagegen vorgehen, wie sie dafür sorgen, dass den Terranern das Geld nicht ausgeht – das ist aus heutiger Sicht recht veraltet und unglaubwürdig.

In der Mitte der 60er-Jahre, als die Romane konzipiert wurden, waren das Science-Fiction-Ideen. In den 80er-Jahren, als aus den Heftromanen die Silberbände entstanden, ließ man manche Ideen bewusst stehen, obwohl sie veraltet waren. In den 20er-Jahren des 21. Jahrhunderts wirken sie antiquiert.

Auch die Art und Weise, wie Perry Rhodan, Allan D. Mercant und Homer G. Adams über die Schwangerschaft von Rhodans Frau sprechen, mutet heute seltsam an. Wer in der Mitte der 60er-Jahre über solche Themen in einem Heftroman schrieb, ging allerdings ein gewisses Risiko ein: In Heftromanen durfte beispielsweise Sex praktisch nicht einmal angedeutet werden – und damit alles, was auch nur ansatzweise damit zusammenhing.

Spannend verläuft ein Attentat der Meister. Die Welt Rumal wird vorgestellt, viele interessante Charaktere spielen auf der Erde eine Rolle. Mit einer sogenannten Fragmentwaffe soll ein Anschlag auf die Solar Hall geführt werden. Wie ein häufig betrunkener Ex-Agent und ein Matten-Willy gemeinsam ermitteln, ist eine packende Geschichte, wenngleich man gelegentlich Zweifel an der Logik der Gegner aus Andromeda haben könnte. Als ich diese Episoden hörte, war mir sofort klar, dass die Romane nur von William Voltz sein konnten.

Voltz war ein Autor, der auch in der Lage war, einen betrunkenen Raumfahrer glaubhaft darzustellen. Seine Helden waren oft Menschen, die eigentlich schon gescheitert waren, dann aber über sich hinauswuchsen. Die anderen Teile des Hörbuches stammen von K. H. Scheer, der ein geradezu klassisches Weltraum-Abenteuer schrieb, und von H. G. Ewers, in jener Zeit sicher einer der originellsten und kreativsten Köpfe der deutschsprachigen Science Fiction.

»Bezwinger der Zeit« bringt eine zentrale Phase des klassischen »MdI«-Zyklus in die heutige Zeit. Josef Tratnik liest die Romane mit intensiver Stimme, und man folgt ihm bereitwillig durch die Vergangenheit der Milchstraße und in die Weiten der Galaxis. Das macht mir auch heute noch richtig viel Spaß – ein starkes Hörbuch auf Basis von starken Romanen!

06 November 2021

Am Wendepunkt des Zyklus

In diesen Tagen beschäftige ich mich immer wieder mit dem Wendepunkt des laufenden »Chaotarchen«-Zyklus. Die entsprechenden Romane erscheinen zum Jahresende 2021, und derzeit sind wir mit den Inhalten ebenso beschäftigt wie mit dem »Drumherunm«. Beides sollte ja ein interessantes »Gesamtpaket« ergeben.

Mit Band 3149 schließen wir die erste Hälfte des Zyklus ab. Der Roman ist phantastisch und endet mit einem Knaller – finde zumindest ich. Wie der Autor das alles geschrieben und erzählt hat, das gefällt mir sehr gut.

Und Band 3150 ist die Eröffnung für die zweite Hälfte des Zyklus. Eine neue Figur wird eingeführt, die sicher nicht jedem Leser gefallen wird, die ich aber sehr faszinierend finde. Und der Mittelteil des Romans enthält einen speziellen redaktionellen Teil – die dafür ursprünglich geplante STELLARIS-Geschichte wurde um acht Bände geschoben ... Dazu werde ich demnächst auch eine offizielle Information veröffentlichen.

05 November 2021

Vosskons große Show

So langsam lichtet sich das Dunkel über der kleinen Galaxis Cassiopeia. Die Terraner an Bord der RAS TSCHUBAI erkennen immer deutlicher, welche Pläne die Truppen der Chaotarchen haben, und ihre Absichten, gegen diese Pläne etwas zu unternehmen, werden konkreter. Das zeigt sich auch im aktuellen Roman von Uwe Anton, der den aktuellen Cassiopeia-Handlungsblock abschließt.

»Vosskons größte Show« erscheint offiziell heute mit der Bandnummer 3142. Der Roman zeigt in erster Linie die Aktionen der Terraner und ihrer Verbündeten sowie ihrer chaotarchischen Gegenspieler in Cassiopeia. Der Autor legt allerdings großen Wert auf eine parallele Handlung.

In dieser geht es um die Existenz eines Volks von Außerirdischen. Die Khoesal sind intelligente Wesen auf einer Entwicklungsstufe, die man als »niedrig« bezeichnen könnte. Aber sie haben ebenso ein Recht auf ein glückliches Dasein – das Ringen darum ist gewissermaßen die zweite Ebene dieses Romans zwischen kosmischem Konflikt und moralischem Bewusstsein.

29 Oktober 2021

Die Kartanin kommen zurück

Wer genau von den Autoren auf die Idee kam, die Kartanin in die Handlung einzuführen, ist leider nicht mehr genau nachzuvollziehen. Basieren die Feliden noch auf einer Idee von William Voltz, oder sind sie eine neue Entwicklung von Thomas Ziegler, Kurt Mahr oder gar schon Ernst Vlcek? Vielleicht versuche ich das einmal zu recherchieren – im Moment ist die Entstehung und Entwicklung der Kartanin noch eines der vielen kleinen Geheimnisse der PERRY RHODAN-Serie.

Wichtig ist ohnehin, dass es sie gibt und mit welcher Energie die neuen Außerirdischen in den 80er-Jahren in die Serie eingeführt werden. Es war anfangs sehr geheimnisvoll: unklare Angriffe auf Stationen und Einrichtungen der Kosmischen Hanse in Fornax, dann direkte Konfrontationen. Und bis unsere terranischen Helden erst einmal wussten, wer oder was dahintersteckte, verging einige Zeit.

Ich weiß noch sehr gut, wie ich das mit wachsender Begeisterung las. Anfangs kamen mir die Kartanin wie freche Räuber vor, vergleichbar mit den Terranern zu Beginn der PERRY RHODAN-Serie. Später wurden ihre Motive klarer, dann gab es die Beziehungen zur Mächtigkeitsballung der Superintelligenz ESTARTU, und so kam eins zum anderen …

Bis heute habe ich die Kartanin in einer sehr guten Erinnerung – und ich finde es stark, dass wir nun ihre frühen Geschichten in den PERRY RHODAN-Büchern verfolgen können.

Das liegt selbstverständlich an der Optik dieser Außerirdischen. Sie haben eine katzenartige Figur und auch katzenartige Gesichtszüge – das gefiel den damaligen Lesern sehr gut. Die Kartanin wurden sowohl optisch als auch von den Sitten und Gebräuchen her immer als Abkömmlinge von Katzen geschildert. In vielen Romanen ähnelten sie mehr den irdischen Katzen als etwaigen Außerirdischen – aber diese Erdbezogenheit änderte nichts an ihrer Beliebtheit.

Die Faszination für die Kartanin wuchs sicher, als die Leser erfuhren, was sich alles hinter ihnen versteckt. Sie haben eine reichhaltige Geschichte und sind – wie die Terraner – immer wieder in kosmische Geschehnisse verstrickt. Ich fand es faszinierend, wie sich diese Geschichte stückweise aufklärte. Es dauerte einige Zeit, bis klar war, wie die Aktionen der Kartanin in der kleinen Galaxis Fornax mit der Mächtigkeitsballung Estartu zusammenhingen.

Aber machen wir uns nichts vor: Dass sich die Kartanin bis heute großer Beliebtheit erfreuen, auch wenn sie derzeit keine Rolle in der Serienhandlung spielen, liegt an den Romanen, in denen sie vorgestellt wurden. Dao-Lin-H'ay als wichtigste Kartanin wurde innerhalb kurzer Zeit zu einer Figur, die viele Leser mochten: agil und gewitzt, faszinierend im Auftreten und in den Aktionen, voller Geheimnisse und Überraschungen.

Es gibt Gründe, warum die Kartanin als Volk irgendwann keine Rolle mehr spielten. Für die damaligen Autoren waren sie »auserzählt«, wie man das so schön nennt; man hätte das gesamte Volk neu definieren müssen. (Das kann ja immer noch geschehen. Derzeit haben wir in unserer aktuellen Planung die Kartanin nicht auf der Liste der wichtigen Themen.) Immerhin wurde Dao-Lin-H'ay als Aktivatorträgerin in die laufende Serie übernommen, spielte aber keine wichtige Rolle mehr. Sie trat vor allem an der Seite von Ronald Tekener auf.

Ich freue mich darüber, dass die Kartanin in den aktuellen Silberbänden eine so wichtige Rolle spielen. Noch einmal wird klar, wie gut sie mir in den 80er-Jahren gefallen haben, und ich bin sicher, dass es heutigen Lesern ähnlich ergehen wird. Die Kartanin waren klasse, und das sollen sie auch bleiben.

Was heißt das für die nähere Zukunft? Dass ich die Kartanin mag, habe ich in diesem Text einige Male geschrieben. Ich fände es gut, wenn wir sie wieder in der Handlung hätten – aber es wäre unsinnig, sie in einem Roman am Rand auftauchen zu lassen. Sinnvoll wäre es, den Kartanin eine neue handlungstragende Rolle zu geben.

Versprechen kann ich nichts, denn derzeit stehen sie ja nicht auf unserer Agenda – aber da ich die feliden Außerirdischen mag, werde ich das Thema sicher einmal wieder diskutieren. Uns bleiben zudem die Roman-Klassiker, um die Kartanin in Aktion zu erleben …

28 Oktober 2021

»Kult-Hörspiel« für die »Tomorrow«

Man kann es sich kaum noch vorstellen, aber es gab ab den späten 90er-Jahren richtige Zeitschriften, die sich mit dem Internet beschäftigten. In gedruckten Artikeln wurde über Angebote informiert, die man dann im digitalen Umfeld anschauen oder nutzen konnte.

Eine populäre Zeitschrift war über lange Zeit »Tomorrow«, die mit einer hohen Auflage im Burda-Verlag veröffentlicht wurde. Mit ihr arbeitete das PERRY RHODAN-Marketing einige Male zusammen. Besonders schön gelang das im November 2006.

Dem Heft lag eine CD-ROM bei, auf der sich unter anderem das erste Hörspiel der »Sternenozean«-Serie befand. Im Heft selbst gab es einen großen Artikel über unsere Serie und die Hörspiele. Das Ganze wurde auf dem Titelbild mit Aussagen wie »Kult-Hörspiel« und »Weltgrößte Sci-Fi-Serie« angepriesen.

Ob die Aktion den Verkäufen der Hörspiele geholfen hat, lässt sich nicht nachvollziehen. Es hat sicher nicht geschadet, die Marke PERRY RHODAN bekannter zu machen.

26 Oktober 2021

Leticrons List

Mehrere Figuren, eine Reihe unterschiedlicher Perspektiven: Rüdiger Schäfer stellt in seinem kommenden Roman die aktuelle Welt von PERRY RHODAN NEO sehr eindrücklich vor. Der Exposéautor zeigt in »Leticrons List« den aktuellen Stand der Dinge im Solsystem, das von den Überschweren besetzt worden ist, und stellt dar, wie sich die Menschen – und ein ganz bestimmter Akone – in dieser aktuellen Situation verhalten.

Rüdiger Schäfers Roman steht in gewisser Weise außerhalb der Kontinuität der aktuellen Handlungsstaffel. Immerhin spielen die Bände derzeit in der Vergangenheit der Milchstraße, 10.000 Jahre vor unserer eigentlichen Handlungszeit. Arkoniden und Maahks führen Krieg, Perry Rhodan und die SOL lavieren sich zwischen den Fronten hindurch – aber »Leticrons List« spielt zu Beginn des 22. Jahrhunderts, also näher an unserer Realität.

Dem Kollegen gelingen packende Szenen, die zeigen, wie die Diktatur der Überschweren funktioniert. Leticron und seine Helfershelfer sind keine tumben Barbaren, und das macht dieser Roman klar.

25 Oktober 2021

Arynnen-Sinfonie

Michelle Stern ist sicher eine der Spezialistinnen für außerirdische Lebensformen schlechthin. Ihre Beschreibungen fremdartiger Kulturen faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Das gilt auch für ihren nächsten Roman, der in dieser Woche in den Handel kommt: »Arynnen-Sinfonie« trägt die Bandnummer 3141 und ein fast schon symbolisches Titelbild von Arndt Drechsler.

Die Autorin erzählt darin ein typisches Erkundungsabenteuer: Terranische Raumfahrer sind auf unbekanntem Terrain unterwegs, sammeln Informationen, geraten in Gefahr und treffen auf fremdartige Lebensräume. Das macht die Autorin in spannender und auch emotional packender Art und Weise; mir hat das wieder sehr gut gefallen.

Ich werde sicher nie ein Freund der Arynnen werden. Wie Michelle Stern sie darstellt, macht sie aber in gewisser Weise sehr lebendig.

24 Oktober 2021

Ein liebreizender Passagier

Bereits 2014 wurde die Kurzgeschichte »Ein liebreizender Passagier« im Rahmen der STELLARIS-Storys veröffentlicht. Autor war Roman Schleifer, die Reihe wurde damals von Wim Vandemaan betreut. Ich habe mir die Kurzgeschichte dieser Tage endlich als Hörbuch angehört – gesprochen von Renier Baaken. (Abonnenten der Silber Edition erhielten sie; bei mir ist sie quasi in der Silber Edition 58 enthalten.)

Die Geschichte ist ziemlich turbulent. Es geht um Krankheiten an Bord des Raumschiffes STELLARIS, vor allem aber um einen Passagier, der alle nervt und mit dem sich die Besatzung auseinandersetzen muss. Ellendea Glaud, die Heldin der Geschichte, muss sich um all diese Probleme kümmern, findet für sich einen Weg für alles und setzt sich am Ende durch.

Roman Schleifer ist es mit der Geschichte gelungen, ein schönes Porträt der STELLARIS und ihrer Besatzung zu zeigen. Er verweist auf vergangene Geschehnisse und führt eine Reihe von bekannten Figuren auf. Wer gern als Leser oder Leserin an Bord der STELLARIS weilt – wie ich –, kommt mit der Story auch im Hörbuch auf seine Kosten.

22 Oktober 2021

Die »SOL« zum Jubiläum

Lesenswert ist die Zeitschrift »SOL« immer; die aktuelle Nummer 103 wartet mit einem »Hingucker« gleich auf der ersten Seite auf. Das Heft bietet ein Titelbild, in dem man sich verlieren könnte. Das Cover hat Christina Hacker erstellt, die Chefredakteurin der Zeitschrift: Sie hat das klassische Titelbild von Johnny Bruck genommen und quasi nachgebaut. 

Wenn man es sich genau ansieht, stellt man fest, dass es aus mehr als 3000 Titelbildern unserer Serie zusammengesetzt ist. Das finde ich bewundernswert – ein richtig starkes Motiv!

Es ist dem Jubiläum der PERRY RHODAN-Serie angemessen, die im Jahr 2021 immerhin sechzig Jahre alt geworden ist. Dieses Jubiläum bildet dann auch einen Schwerpunkt im Inhalt der »SOL«: Das Heft versammelt Reflexionen von Lesern zum Jubiläum, die noch einmal zeigen, wieviel die Serie manchen Menschen bedeutet.

Darüber hinaus weist das Magazin viele weitere lesenswerte Beiträge auf. Mir gefiel Stefan Wepils künstlerische Betrachtung der »Welten des Sternenrades« sehr; hervorzuheben ist auch das Interview mit Peter Dachgruber, der sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Unterstützer bei PERRY RHODAN NEO und den Miniserien entwickelt hat. Darüber hinaus gibt es Texte zu aktuellen Romanen, Vereinsinterna und eine Kurzgeschichte von mir.

68 Seiten in Farbe – die aktuelle »SOL« ist ein Magazin, das professionell wirkt, aber mit positiv-fannischem Engagement zusammengestellt wird. Das finde ich wieder einmal ziemlich großartig.

21 Oktober 2021

Gedankenfehler bei Band 500

Für mich ist es immer wieder lohnenswert, in alten Exposés und diversen Ordnern zu blättern. So verfasste K. H. Scheer am 7. Januar 1971 ein Rundschreiben an die Autoren der PERRY RHODAN-Serie sowie an die Redaktion im Verlag. Es ging um den »Schwarm«-Zyklus, und die Autoren sollten dieses Schreiben »ab 500 generell beachten«.

Scheer hatte in diesen Tagen die Arbeiten an dem Roman beendet, der unter dem Titel »Sie kamen aus dem Nichts« erscheinen sollte. Der Start in den neuen Zyklus war von großen Problemen begleitet: Scheer war erkrankt, und die Autorenkollegen Hans Kneifel und William Voltz hatten sich in einer echten Hauruck-Aktion darum gekümmert, dass überhaupt Exposés an das Team verschickt werden konnten.

Mit den Inhalten dieser Exposés schien Scheer nicht vollständig einverstanden gewesen zu sein. Kein Wunder: Die beiden hatten mit seinen Ideen gearbeitet, aber in der Eile des Schreibens nicht alles hundertprozentig durchdacht. (Was im übrigen bis heute einige der »Holperer« bei diesem Zyklus erklärt.) Scheer wies mit seinem Rundschreiben darauf hin, dass bei den Exposés 500 bis 511 ein »schwerer Gedankenfehler« begangen worden war.

Ohne zu sehr ins Detail zu gehen: Wann wer und wie »verdummte«, war offenbar nicht klar festgelegt worden. Es gab Abweichungen und Ausnahmen, und zu diesen entwickelten die Autoren teilweise neue Ausnahmen. Das konnte der aufs Detail gerichtete Exposéautor nicht durchgehen lassen …

20 Oktober 2021

Newsletter mit magischer Zahl

Wer sich ein wenig mit der Science Fiction auskennt, weiß, dass die Zahl 42 bei vielen Fans dieser Literaturgattung einen besonderen Ruf genießt. Das erwähnt die Redaktion des »PRFZ-Newsletters« in der aktuellen Ausgabe allerdings nicht; man unterlässt Anspielungen auf »Für Anhalter durch die Galaxis«. Die Ausgabe 42 des kostenlosen Informationsfanzines erschien dieser Tage und ist wieder einmal sehr lesenswert, auch wenn man die »spezielle« Nummer nicht würdigt.

Ein Schwerpunkt bildet das »60 Jahre PERRY RHODAN-Tribut«, das in diesen Tagen zu seinem Abschluss kommt. Zum sechzigsten Geburtstag der PERRY RHODAN-Serie gab es nämlich eine umfangreiche Fan-Aktion, die der Newsletter entsprechend präsentiert.

In einem ausführlichen Interview stellt Alexander Kaiser dar, wie er die Idee für das Projekt vorantrieb und wie sich seine Fan-Karriere bisher entwickelte. (Den einen oder anderen ironischen Seitenhieb auf mich muss ich einstecken ...) Mit »Die Passagiere« ist zudem eine Geschichte enthalten, die Marlene von Hagen verfasst hat. Die Fantasy-Autorin aus Österreich, die sich schon immer für Einhörner begeistern konnte, stellt die Einhörner aus dem PERRY RHODAN-Kosmos in einen neuen Zusammenhang – sehr schön!

(Der Newsletter umfasst diesmal zehn Seiten. Mitglieder der PERRY RHODAN-FanZentrale können ihn kostenfrei abonnieren. Er erscheint alle zwei Monate.)

19 Oktober 2021

Das Irrlicht von Valotio

Ein turbulentes Science-Fiction-Abenteuer, wie es eigentlich nur Susan Schwartz schreiben kann: Der PERRY RHODAN-Roman dieser Woche führt erneut in die Tiefen der kleinen Galaxis Cassiopeia und stellt eine neue Figur vor, die für das weitere Geschehen wichtig sein wird. Mit Vosskon, der einem bislang unbekannten Volk, sowie seinen Mitstreitern Od Hairac und Zuhaive Antann gibt es auf jeden Fall ein neues Figurentrio, das mir bei der Lektüre des Romans viel Freude bereitet hat.

»Das Irrlicht von Valotio« spielt vor dem Hintergrund dramatischer Veränderungen und einer sich anbahnenden Katastrophe. Dass es der Autorin gelungen ist, einen so leicht wirkenden Roman zu schreiben, fand ich stark.

18 Oktober 2021

Das Spiel des Lebens

Ich weiß noch gut, wie faszinierend ich die Vision der Virenschiffe fand, als ich zum ersten Mal davon las: Aus den Resten eines merkwürdigen Konglomerats, das um die Erde gekreist ist, formen sich Raumschiffe mit den unterschiedlichsten Formen. Sie laden die Menschen ein, mit ihnen in die Unendlichkeit zu reisen – und die sogenannten Vironauten beginnen mit ihrer Reise. Was für eine Vision, was für ein Traum!

Wie schnell das Ganze aber in einem Alptraum enden kann, erzählten die PERRY RHODAN-Autoren der 80er-Jahre nicht nur einmal. Derzeit werden diese klassischen Romane im Format der PERRY RHODAN-Bücher neu veröffentlicht. Im November erscheint der Silberband mit dem Titel »Das Spiel des Lebens«, und in ihm geht es um die Erlebnisse der Vironauten in den Galaxien der Mächtigkeitsballung Estartu.

Von diesem Buch liegen die ersten Exemplare bei uns in der Redaktion vor, quasi druckfrisch. Ich werde es wohl kaum schaffen, das Buch durchzulesen – aber ich werde es mit viel Vergnügen blättern, da bin ich mir schon jetzt sicher, und ich werde mich an mancher Stelle »festlesen«.