26 Juni 2008

Zu Besuch auf dem ColoniaCon 18

Ein Logbuch der Redaktion

Der Besuch des ColoniaCons in der Domstadt Köln gehört für mich schon seit vielen Jahren zum »Jahresrhythmus«. Kein Wunder, dass ich auch am Samstag, 21. Juni, nach Köln fuhr – in diesem Jahr allerdings nur für einen »Tagesausflug« und nicht für das ganze Wochenende.

Rund 250 Besucher hatten sich im Jugendpark in Köln-Deutz eingefunden; in diesem schon traditionsreichen Gebäude fanden seit anfang der 80er Jahre praktisch alle ColoniaCons statt, und für mich war es zeitweise fast eine zweite Heimat. Vielen Besuchern schien es in diesem Jahr ähnlich zu gehen: Die meisten waren nicht zum ersten Mal hier und nutzten die Gelegenheit, sich mit alten Freunden und Bekannten zu treffen.

Für mich war ein wichtiger Punkt bei diesem Conbesuch, mit anwesenden Autoren zu sprechen, aber auch die neuesten Fan-Publikationen unter die Lupe zu nehmen. Sowohl der wunderschöne K.-H.-Scheer-Band des Terranischen Clubs Eden als auch das Con-Buch zum ColoniaCon zeigten, wie weit sich die Fan-Szene in den letzten Jahren entwickelt hat: Solche Publikationen können es mit professionellen Büchern aufnehmen und machen einen ausgesprochen guten Eindruck – sehr schön!

Ich unterhielt mich mit der französischen Delegation über die Situation von PERRY RHODAN in Frankreich, und ich diskutierte lang mit Uschi Zietsch über die weiteren Arbeiten an der »Elfenzeit«-Serie, an der wir derzeit gemeinsam arbeiten. Kollegen aus anderen Verlagen waren da, mit denen ich Informationen austauschte, und zwischendurch stand ich immerhin mal für zehn Minuten an der Theke, um eine Cola zu trinken und fachzusimpeln.

Der erste Programmpunkt, an dem ich teilnahm, sollte sich mit den »Randwelten« von PERRY RHODAN beschäftigen; ich war der Moderator. Mit Rainer Castor plauderte ich auf der Bühne über die weiteren Fortschritte bei der ATLAN-Buchreihe, in der jetzt der »Akonen-Zyklus« angebrochen ist. Achim Mehnert und der aus der Schweiz stammende Marc A. Herren sprachen über PERRY RHODAN-Action und den Spaß sowie die Schwierigkeit, mit der Figur Perry Rhodan selbst umzugehen. Und Werner Fuchs von Fantasy Productions berichtete über die aktuelle Entwicklung bei den ATLAN-Taschenbüchern.

Ein Programmpunkt, den ich als sehr intensiv empfand, war eine Ehrung für Ernst Vlcek. Der Wiener Autor, der eigentlich als Gast auf dem ColoniaCon sein wollte, war unlängst verstorben; der Programmpunkt, der ihn als Zentrum hatte, fand unter der Leitung von Uschi Zietsch trotzdem statt. Dabei wurde auch der abschließende Band seiner »Sternensaga« präsentiert, der im Fabylon-Verlag erscheint und das letzte Werk ist, das Ernst vor seinem Tod noch verfassen konnte.

Danach musste ich erneut auf die Bühne. Unter der Moderation von Rüdiger Schäfer sprachen Rainer Castor, Uwe Anton, Wim Vandemaan und ich über die aktuelle Situation bei der PERRY RHODAN-Serie. Wie es sich gehört, verrieten wir nur wenig über die künftige Handlung, auch wenn eine Reihe von Fans sehr gründlich daran arbeitete, uns mit ihren Fragen weitere Informationen zu entlocken. Mir gefiel das Frage-und-Antwort-Spiel, und ich hatte das Gefühl, dass die Fans ebenfalls ihren Spaß hatten.

Den Programmpunkt über die PERRY-Comics ließ ich sausen, weil ich mit Wim Vandemaan über den nächsten Taschenbuch-Zyklus »Das rote Imperium« sprach. Erst danach kamen wir wieder zum Congelände zurück, wo mittlerweile der gemütliche Teil begonnen hatte. Hinter dem Jugendpark war die Grillstelle eröffnet worden: Die Besucher saßen da, tranken Bier, aßen Würste und Steaks und unterhielten sich sehr angeregt.

Ein gelungener Ausgang für einen Con-Tag, wie ich fand, und so saß ich auch noch eine Weile herum und sprach unter anderem mit Kai Hirdt von der Alligator-Farm, der mir die aktuelle Situation bei den PERRY-Comics schilderte. Gegen 22 Uhr verließ ich den Con und machte mich auf den Heimweg – mir hat es mal wieder richtig gut gefallen.

24 Juni 2008

»Myth Of The Illochim« ist erschienen


Die englischsprachige Version des PERRY RHODAN-Computerspiels ist auf dem Markt


Bereits am 16. Mai 2008 kam die englischsprachige Version des Adventure-Games zur PERRY RHODAN-Serie auf den Markt. Unter dem Untertitel »Myth Of The Illochim« und dem übergreifenden Titel RHODAN (tatsächlich ohne Vorname ...) wird das Spiel somit auch Interessierten angeboten, die noch keinerlei PERRY RHODAN-Vorkenntnisse besitzen.

Über die englischsprachige Deep-Silver-Seite gibt es auch die Möglichkeit, das Spiel zu bestellen. Falls jemand mal ein Geschenk der besonderen Art sucht ...

Auf der Homepage, die von Braingame speziell für das Spiel eingerichtet wurde, gibt es seit längerem einen schicken englischsprachigen Bereich. Unter anderem ist hier eine sehr gelungene Zusammenfassung des Spiels in englischer Sprache zu finden.

Ein Blick auf Atlans Vergangenheit


Der zweite Sonderband der »Jahrmillionen-Chronik« ist erschienen

Die »Jahrmillionen-Chronik« ist eines der Projekte des SF-Clubs Universum, die schon seit Jahren verfolgt werden: In der »JMC«, so die Abkürzung, wird die Geschichte des PERRY RHODAN-Universums dargestellt – allerdings nicht in der Reihenfolge, in der die Romane erschienen sind, sondern in der Reihenfolge der Chronologie.

Verantwortlich für das ambitionierte Werk ist der PERRY RHODAN- und ATLAN-Experte Heiko Langhans, der seit Jahren an diesem Projekt arbeitet. Die »JMC« liefert so eine zyklenzusammehängende Übersicht über Ereignisse und Episoden aus dem Perryversum, wie man sie sonst nirgends finden kann. Heiko Langhans bezieht sich dabei auf die veröffentlichten Daten des Perryversums, wobei er sowohl Hefte und Taschenbücher berücksichtigt als auch teilweise Kurzgeschichten einarbeitet.

Mit dem Sonderband 2 liegt jetzt ein umfangreiches Werk vor, das sich mit der Vergangenheit des Kristallprinzen Atlan beschäftigt. Der Untertitel des Sonderbandes lautet »Larsaf III und Traversan«, und er umfasst den Zeitraum von 8020 v. Chr. bis zum 19. Juni 1971, also vom Tod des Tyrannen Orbanaschols III. bis zum Start der STARDUST.

Zitat aus der Club-Information:

»Behandelt wird in wesentlichen Abschnitten Atlans Leben und Wirken in sämtlichen Rückblenden und Nacherzählungen aus mittlerweile mehr als 3800 Texten. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf zwei Handlungsorten, nämlich dem Großen Imperium von Arkon einschließlich des eher unbedeutenden Rebellenplaneten Traversan sowie auf der verwüsteten Kolonie Larsaf III, auch als Erde oder Terra bekannt.

Es geht also um Atlans Abenteuer als Raumadmiral in Arkons Flotte, als Einsamer der Zeit auf der Erde und seine Erlebnisse auf Traversan im Jahr 5772 v. Chr. und danach.«

Hinzu kommen diverse Daten, etwa zu den arkonidischen Imperatoren oder zu historischen Persönlichkeiten der Erde. Alles in allem lesbar, informativ und unverzichtbar für den Fan, der sich intensiv mit der Serie auseinandersetzen mag.

Der Sonderband ist als Paperback mit 358 Seiten erschienen; die Klebebindung und das saubere Layout verleihen dem Werk einen professionellen Charakter. Der Sonderband kostet elf Euro und kann nur direkt beim SFC Universum erstanden werden.

13 Juni 2008

Am Vorabend der Finalen Schlacht

Ein Logbuch der Redaktion

Zeitreisen gab es in der PERRY RHODAN-Serie schon häufig, gleich bei den Romanen um das Galaktische Rätsel der Superintelligenz ES spielt die Zeit eine große Rolle. Eine so »weite« Reise durch die Zeit, wie sie Perry Rhodan und die Besatzung der JULES VERNE seit Band 2400 unternehmen, wurde von den Autoren aber noch nie geschildert: Rund zwanzig Millionen Jahre in der Vergangenheit werden die Menschen an Bord des Hantelraumschiffes zu Zeugen großer kosmischer Ereignisse, galaxienweiter Umwälzungen und zahlloser »kleiner« Tragödien.

Dies alles steuert auf einen Höhepunkt zu, bei dem zwei Schriftsteller zeigen, wie sich manche Wesen in einer angespannten Situation verhalten. Sowohl bei Michael Marcus Thurner als auch bei Horst Hoffmann steht Perry Rhodan selbst im Zentrum des Geschehens, in beiden Romanen geht es um die Vorbereitung einer riesigen Auseinandersetzung, vor deren Hintergrund sich persönliche Dramen abspielen.

Band 2444 mit dem Titel »Vor der Finalen Schlacht« weist schon auf das Thema hin: In der Galaxis Tare-Scharm und in ihrem Umfeld rüsten sich die Völker zu einer Raumschlacht, wie sie der betreffende Sektor des Universums schon lange nicht mehr gesehen hat. Michael Marcus Thurner schildert in seinem Roman, wie eine Welt untergeht und sich eine »Flotte der Feiglinge« formiert.

In diesem Roman stellt der Autor darüber hinaus einen Gesandten der Superintelligenz ARCHETIM vor, und er zeigt die internen Konflikte eines kleinen Volkes. Die Menschen an Bord der JULES VERNE erhalten »ganz nebenbei« wichtige Hinweise auf ein kosmisches Geheimnis, das in der Vergangenheit vor zwanzig Millionen Jahren seinen Anfang nimmt und bis in die Handlungsgegenwart wirkt ...

Auch in Horst Hoffmanns PR-Roman »Geschöpf des Chaos« wird die bevorstehende Schlacht thematisiert; Schwerpunkt des Romans mit der Band-Nummer 2445 ist aber ein besonderes Lebewesen und sein persönlicher Werdegang. Mit einer Lebensgeschichte ist hier nicht unbedingt zu rechnen, eher mit einer Entwicklung innerhalb eines Romans. Auch Mondra Diamond erhält eine wichtige Rolle – die Lebensgefährtin Perry Rhodans greift zur Eigeninitiative ...

Soweit dieser kurze Ausblick. Mit den nächsten Bänden – so viel kann ich versprechen – spitzt sich die Lage in Tare-Scharm immer weiter zu, für Spannung ist meiner Ansicht nach reichlich gesorgt.

12 Juni 2008

Ein Blick auf die »alte« ATLAN-Serie

Ein Logbuch der Redaktion

Ich weiß noch, wie bestürzt ich im Januar 1988 war, als die klassische ATLAN-Heftromanserie eingestellt wurde. Rund zehn Jahre lang hatte ich die Abenteuer des Arkoniden verfolgt, war ich mit Atlan zusammen durch die Vergangenheit des Arkon-Imperiums, über den Dimensionsfahrstuhl Pthor und durch ferne Galaxien gezogen – und auf einmal war die Luft raus, stellte der Verlag die Serie ein. Erst Jahre später, als ich als Redakteur mitbekam, wie man in einem Zeitschriftenverlag kalkuliert und arbeitet, war mir klar, dass die Einstellung unumgänglich war: Die Verkaufszahlen hatten sich permanent nach unten bewegt, und in einer Phase, in der zahlreiche Heftromanserien eingestellt wurden, ließ sich auch ATLAN nicht mehr am Markt halten.

Das ist jetzt zwanzig Jahre her, und dem SFC Universum ist es zu verdanken, dass ich mich erneut mit der klassischen ATLAN-Serie beschäftigte. Der aktive Club hat nämlich zwei neue Bände in der »Zeitraffer«-Reihe aufgelegt, die sich mit den letzten Jahren der Serie auseinandersetzen: Sachkundig fasst Michael Thiesen die Romane zusammen und liefert ausgefeilte Inhaltsangaben, hinzu kommen Listen, Zeichnungen und detaillierte Übersichten. Da wird für mich tatsächlich noch einmal die Seriengeschichte lebendig.

Schaue ich mir beispielsweise den siebten »Zeitraffer« an, der die Romane 675 bis 750 präsentiert, kommt mir wieder die alte Begeisterung in den Sinn: Atlan ist in diesen Romanen allein im »Hexenkessel Alkordoom«, der Arkonide also wieder in einer fremden Welt, in der er ums Überleben kämpfen und vor allem nach einem Weg suchen muss, sich Informationen zu beschaffen. Er ist im Auftrag der Kosmokraten unterwegs, ohne diesen Auftrag so richtig zu kennen, und stellt fest, dass er einen mysteriösen Gegner namens EVOLO hat. Und dieser EVOLO soll ein Produkt der Chaosmächte sein, das sogar die Existenz der Kosmokraten bedrohen könnte ...

Für den Arkoniden der Romanserie mochte das vielleicht eine Nummer zu groß sein, mir gefiel es – vor allem deshalb, weil man davon im eigentlichen Roman nicht sehr viel merkte. Atlan schlägt sich mit Ganoven herum, wird gejagt und versteckt sich – und trifft irgendwann auf die sogenannten Celester. Diese entpuppen sich als Terraner-Abkömmlinge der besonderen Art, und Atlans neues Abenteuer kann beginnen.

Der siebte »ATLAN-Zeitraffer« ruft diese Geschehnisse noch einmal in Erinnerung – ein schöner Rückblick, der auch als Nachschlagewerk überzeugt. Es handelt sich übrigens um ein Paperback in sauberer Gestaltung; die 140 Seiten kosten 6,50 Euro.

Ähnliches gilt für den achten Band der »ATLAN-Zeitraffer«, der die ATLAN-Romane 751 bis 850 abdeckt. Nach wie vor spielt das unheimliche Wesen EVOLO eine wichtige Rolle in der Handlung, nach wie vor ist Atlan auf wenige Helfer in fremden Galaxien angewiesen. Mit den Hyptons tauchen zudem »alte Bekannte« aus der PERRY RHODAN-Serie auf, die zum Konzil der Sieben gehört haben.

Es gab in dieser ATLAN-Phase fantasievolle und spannende Romane, das Konzept war allerdings nicht für jeden Leser nachvollziehbar – auch ich warf vor Ende des Zyklus das Handtuch. Mit Band 850 wurde die »alte« ATLAN-Serie eingestellt, und es sollte ein Jahrzehnt dauern, bis neue ATLAN-Romane erschienen.

Ich finde es richtig klasse, dass ich jetzt mit Hilfe der »ATLAN-Zeitraffer« dieser Heftroman-Zeit gewissermaßen nachspüren kann, und kann das Engagement des SFC Universum nicht genug loben. Wer sich für den Arkoniden und seine Abenteuer interessiert, findet in den Bänden auf jeden Fall unglaublich viel Material.

Band 8 der »ATLAN-Zeitraffer« fasst mehr Romane zusammen und ist mit 244 Seiten deutlich dicker. Der Preis ist mit 7,50 Euro auch höher angesetzt. Beide Bände können auf der Homepage des SFC Universum bestellt werden – dort gibt es im übrigen weitere interessante Dinge für engagierte und interessierte PERRY RHODAN- und natürlich ATLAN-Leser ...

Mit Ernst Vlcek in Hamburg

Aus der Serie «Der Redakteur erinnert sich«

Exposé-Besprechungen in den neunziger Jahren brachten manchmal größere organisatorische Anstrengungen mit sich, weil viel zu reisen war: Ernst Vlcek wohnte in Brunn, einer Kleinstadt in der Nähe von Wien, und Robert Feldhoff wohnte in Oldenburg im nördlichen Niedersachsen. Die zwei Exposé-Autoren, die den Inhalt der PERRY RHODAN-Serie bestimmten, und die Redaktion trafen sich deshalb meist in Rastatt oder in Wien, um dort den weiteren Fortgang der Handlung zu bestimmen. Im Januar 1997 wollten wir eine Ausnahme von der Regel machen – und wir bestimmten Norddeutschland als die Region, in der wir uns treffen wollten.

Im Verlauf des 17. Januar 1997 fuhr ich mit der Bahn nach Hamburg, wo ich am frühen Abend eintraf. Am Bahnhof Altona holte mich Peter Altenburg alias Karl Nagel ab. Damals hatte er noch nicht den Plan, einen PERRY RHODAN-Comic zu publizieren; seine kleine Firma Alligator-Farm war damals auch eher ein sogenanntes Ego-Projekt.

Immerhin kannten wir uns zu der Zeit schon 17 Jahre, seit wir uns auf dem legendären PERRY RHODAN-WeltCon in Mannheim im November 1980 erstmals getroffen hatten. Peter gab ab 1980 das Fanzine »Fantastrips« heraus und vermittelte Zeichner wie Dirk Geiling und Udo Linke, die ja unter anderem für ATLAN tätig waren; ich publizierte ein Heft namens »Sagittarius«, und unsere Verkaufsstände während dieses Cons lagen nebeneinander. (Aber das ist eine ganz andere Geschichte ...)

Wie es zu jener Zeit schon Tradition war, gingen wir in die »Hollywood Canteen« auf der Ottenseer Hauptstraße (oder so – in der Fußgängerzone), wo wir bei Gerichten wie einem »Eddy Cochrane Burger« oder einem »Buddy Holly Sandwich«, 50er-Jahre-Musik, Foster’s Bier und Cola sowie seltsam gekleideten Bedienungen über alles mögliche diskutierten. Es ging lang, es war abwechslungsreich, und ich war noch sehr froh, dass ich mir nachts bei Peter die PERRY RHODAN-Homepage im Internet anschauen konnte: 1997 gab es praktisch keine Hotels mit Internet-Anschluss, und an Internet-Cafés war erst gar nicht zu denken.

Am nächsten Morgen traf ich mich dann mit Ernst Vlcek. Der Exposé-Autor aus Österreich war auch am Vortag eingetroffen und hatte lange mit H.G. Francis zusammengesessen. Gemeinsam bummelten wir durch die unterirdischen Gänge, die wie ein Labyrinth den Hauptbahnhof von Hamburg mit den Nebenstraßen verbinden.

In einem dieser Gänge kam es zu einer folgenschweren Begegnung, die Ernst Vlcek noch Jahre danach in Erstaunen versetzte: Ein nicht mehr ganz junger, vor allem nicht mehr sehr fit aussehender Mann hatte eine Spritze in der Hand und rammte sie einer Frau in die Arm-Vene. Mitten im Gang, zwischen all den Leuten stehend und ohne jegliche Irritation.

Ernst Vlcek blieb stehen und wollte seinen Augen nicht trauen. (Zu jener Zeit hatte Hamburg ein wesentlich heftigeres Drogenproblem als heutzutage – das nur mal als vorsichtiger Einwand.) »Das ist ja härter als auf dem Karlsplatz«, sagte er mehrmals fassungslos.

In der Folge schauten wir uns einige Straßen des Viertels St. Georg an, Ernst sah gleich noch mal einige Junkies, die in Hauseingängen saßen, und dann fuhren wir zur Reeperbahn. Mittags um ein Uhr beeindruckte die Vergnügungsmeile kaum, und die betrunkenen Männer wirkten auch wenig ansprechend. Schön war's dafür im Schanzenviertel (auch heute noch mein liebstes Hamburger Viertel), wo wir unter anderem durch Schallplattenläden tingelten.

Tatsächlich vertrödelten wir beide den Nachmittag – allerdings redeten wir die meiste Zeit über PERRY RHODAN, wenn wir nicht gerade Sightseeing betrieben. Als wir am späten Nachmittag zum Bahnhof zurückkamen, wurden wir Zeuge, wie sich ein Junkie mitten in der Station einen Schuss setzte; zwei Polizisten standen neben ihm und schauten zu.
Ernst Vlcek hatte danach eine feste Meinung über die Hanse-Stadt: »Ganz Hamburg ist ein Karlsplatz«, sagte er und schüttelte nur noch den Kopf.

Glücklicherweise ging es später an die ernsthafte Arbeit. Wir fuhren mit der Bahn nach Altona, wo wir in Peters Wohnung andächtig vor dem Fax-Gerät standen. Fax-Gerät?

Genau, es war die Zeit, bevor man überall Internet hatte, und Robert Feldhoff schickte uns per Fax sein Arbeitspapier für die bevorstehende Exposé-Besprechung. Die schätzungsweise zwanzig Seiten brauchten recht lange, und dann saßen Ernst und ich erst einmal auf Peters Sesseln und studierten Roberts Vorschläge. Die Laune des Expokraten, nach all den Junkies einigermaßen angeknackst, verbesserte sich zusehends.

Noch besser wurde sie bei einem Abendessen in der »Hollywood Canteen«, wo es Ernst ziemlich gut gefiel, bevor wir ins Abaton-Kino fuhren. Das Kino war zu jener Zeit der Ort des Hamburger PERRY RHODAN-Stammtisches, der an diesem Abend von den Fernsehleuten des Norddeutschen Rundfunks gefilmt werden sollte. Als wir eintrafen, saß der Autor H.G. Francis bereits fröhlich im Kreis der zahlreich erschienenen Fans. Im Scheinwerferlicht der Fernsehleute gab es eine Begrüßungsrunde und einige geschauspielerte Gespräche, dann verschwanden die Journalisten.

Der Abend gehörte dem PERRY RHODAN-Stammtisch. Ernst, Hans und ich diskutierten mit den Fans über alle möglichen Themen, über den aktuellen Zyklus ebenso wie die Leserkontaktseite, die Rolle der Frau in der PERRY RHODAN-Serie oder die geplante Alster-Rundfahrt der Hamburger Fans.

Es wurde ein langer Abend, obwohl wir am nächsten Tag ja eigentlich zur Exposé-Besprechung nach Oldenburg weiterfahren mussten, und Ernst hielt es am längsten aus: Während Peter und ich mit der Straßenbahn nach Altona unterwegs waren, blieb er bis halb drei Uhr. Einer der Stammtisch-Besucher fuhr ihn abschließend ins Hotel. Peter und ich gingen mit seiner Freundin noch ein Bier trinken.

In die »Hollywood Canteen« natürlich.

Start in die zweite Zwölfer-Staffel

Ein Logbuch der Redaktion

Es war eine recht kurzfristig anberaumte Besprechung, zu der sich Christian Montillon und ich am Montag abend, 2. Juni 2008, in Karlsruhe trafen: Die Vorbereitungszeit betrug nur wenige Tage. Aber die Zeit drängte tatsächlich – denn es ging uns darum, die Weichen für eine Fortsetzung von PERRY RHODAN-Action zu stellen.

Fortsetzung? Richtig gehört. Die zweite Staffel unserer neuen Heftromanserie PERRY RHODAN-Action kommt. Grund dafür sind die vielen positiven Mails und Leserbriefe sowie die hohe Zahl der Abonnements, die von einer großen Zuversicht sprechen. Dieses Vertrauen, das viele Leser in uns setzen, wollen wir dann natürlich erfüllen. Zwar können wir um die Zeit, in der unsere Besprechung stattfand, noch gar keine hundertprozentig exakten Zahlen betrachten, aber die Hochrechnung zeigen, dass der DEMETRIA-Zyklus gut genug ankam, um einen zweiten Zyklus zu planen und an die Verkaufsstellen zu bringen.

Christian und ich trafen uns im »Kaisergarten« in Karlsruhe. Dieser Biergarten hat schon eine gewisse Tradition: Hier wurden Taschenbuch-Zyklen besprochen, die bei Heyne publiziert wurden; hier gab es Gespräche zur ELFENZEIT, zu ATLAN und zu PERRY RHODAN. In der Tat sitzt man unter den wunderschönen Bäumen sehr schön – und anfangs ließen sich Christian und ich auch nicht vom drohenden Regen beeindrucken.

Wir hatten Packen von Papier dabei, wie es sich für eine solche Besprechung gehört. Zuerst ging's darum, die bisherigen Romane Revue passieren zu lassen. Zwar sind noch nicht alle gedruckt, die Manuskripte liegen aber praktisch alle vor. Wir sprachen darüber, was gut und was weniger gut gelaufen war.

Selbstverständlich nahmen wir auch die vorliegenden Mails und Leserbriefe, die Diskussionsbeiträge im »Galaktischen Forum« auf der PERRY RHODAN-Homepage und die Beiträge auf anderen Homepages als Grundlage für unser Gespräch. Leider liegen die Ergebnisse unserer Leserumfrage noch nicht vor, die in Band 7 veröffentlicht wird; diese Ergebnisse werden wir zu beachten versuchen. Wir wollten die Umfrage erst machen, nachdem die Hälfte des Zyklus vorbei ist und die Leser einen guten Eindruck gewonnen haben – aber um rechtzeitig die Romane für die zweite Staffel zu haben, mussten wir jetzt schnell handeln.

Christian hatte erste Überlegungen dabei, die er zusammen mit Alexander Huiskes – bei PERRY RHODAN-Action verantwortlich für die Datenrecherche – erarbeitet hatte. Diese nahmen wir ebenfalls als Grundlage für unsere Arbeit. Dass ich über die Ergebnisse an dieser Stelle noch nicht so viel erzählen kann, versteht sich wohl von selbst.

Tatsache ist, dass wir einen neuen Zyklus starten werden, in dem selbstverständlich Perry Rhodan wieder eine wesentliche Rolle spielen wird. Christian wollte unbedingt eine weibliche Mutantin in der Handlung haben – ich denke, das wird auch so sein. Und ich wollte als Ausgangspunkt für die Geschichte eine ganz bestimmte Welt haben, die zwar schon seit den frühen Romanen der PERRY RHODAN-Geschichte bekannt ist, über die man als Leser aber nicht so viel weiß – zumindest für einige Romane wird sie wohl eine Rolle spielen.

Um was es in der Handlung geht, wer den ersten Roman schreibt und wer die Titelbilder macht, werde ich beizeiten verkünden. Im Moment dürfte aber eines wichtig sein: Es geht weiter, und die Exposés für PERRY RHODAN-Action stammen auch künftig von Christian Montillon.

02 Juni 2008

Veränderungen in Hangay

Ein Logbuch der Redaktion

An gleich drei Schauplätzen wird derzeit die aktuelle PERRY RHODAN-Handlung vorangetrieben: Während Perry Rhodan in der Vergangenheit der Galaxis Tare-Scharm herauszufinden versucht, wie denn vor zwanzig Millionen Jahren eine sogenannte Retroversion stattfand, sind Atlan mit der RICHARD BURTON sowie die Besatzung der SOL in der Galaxis Hangay unterwegs – und Reginald Bull sorgt durch gezielte Störmanöver in der heimatlichen Milchstraße dafür, dass die Terminale Kolonne TRAITOR mit ständigen Nadelstichen in Atem gehalten wird.

In zwei Romanen beleuchten Arndt Ellmer und Christian Montillon in den nächsten Wochen das Geschehen in Hangay: Die Galaxis, von den Chaosmächten als Hort einer Negasphäre auserkoren, steht seit langem unter Kontrolle der Terminalen Kolonne. Nun gibt es seltsame Veränderungen des Kosmos, die sich immer stärker abzeichnen und allesamt dazu beitragen, die Sterneninsel irgendwann zu einem Raum zu machen, in dem »normales Leben« nicht mehr möglich ist.

Arndt Ellmers Roman »Stützpunkt im Chaos« greift auf diese Manipulationen der Raum-Zeit-Struktur zurück. In der gesamten Galaxis scheint sich der Hyperraum zu verändern, und die Menschen an Bord der RICHARD BURTON stehen den Phänomenen hilflos gegenüber. Proto-Chaotische Zellen, seltsame Traitank-Ansammlungen und Kolonnen-MASCHINEN bewegen die Gedanken der Besatzungsmitglieder.

Mit einer kleinen Mannschaft fliegt der Hyperphysiker Dr. Stunn Browne, einer der »Helden« des Romans los, um mehr über die neuen Gegebenheiten herauszufinden. Ein Offizier wird damit beauftragt, ihn zu begleiten: Leutnant Boba Chomper entpuppt sich als ungewöhnlicher Mann mit Fähigkeiten, die auch einen Physiker zum Staunen bringen können.

Der PERRY RHODAN-Roman 2442 zeigt eine Gruppe von Terranern in einem ganz besonderen Einsatz: Selten zuvor haben Terraner mehr über die Terminale Kolonne herausgefunden. Dass der Auftrag nicht ohne Probleme abläuft, ist fast schon zu erwarten.

Mit Christian Montillons PERRY RHODAN-Band 2443 wird das Geschehen in Hangay fortgesetzt: Der Titel »ESCHERS Plan« macht klar, dass die geheimnisvolle Parapositronik eine wichtige Rolle spielt. Und Dr. Laurence Savoire, der sogenannte Zyklop, wird mit einem Leiden konfrontiert, das ihn fürchterlich schockiert, ihm aber gleichzeitig einen anderen »Blick« auf die Realität ermöglicht.

Letztlich lebt der Roman auch davon, dass die RICHARD BURTON und die SOL gleichermaßen in Aktion gezeigt werden: Zwei Fernraumschiffe der Terraner operieren nämlich in der fernen Galaxis Hangay, eine unglaublich kleine Truppe angesichts der Übermacht der TRAITOR-Raumflotten. Mit ESCHER allerdings verfügen die Terraner, Mom'Serimer und sonstigen Verbündeten allerdings über ein Werkzeug, mit dem sicher niemand von der Gegenseite rechnen kann ...

20 Mai 2008

Gelungene Gucky-Comics

Ein Logbuch der Redaktion

Es hat lange gedauert, aber jetzt habe ich es endlich geschafft, das aktuelle PERRY-Comic-Heft der Alligator Farm zu lesen. Die Nummer 134 – oder auch Nummer 4 der neuen Reihe – hat mir von den bisher erschienenen Heften tatsächlich am besten gefallen. Und ich glaube, das liegt daran, dass die stilistische und inhaltliche Bandbreite bei den Geschichten meinem Comic-Geschmack am nächsten kam.

Mit den PERRY-Comics verbindet mich eine alte »Liebe«. Ich erinnere mich nur schemenhaft daran, aber es muss in den frühen 70er Jahren gewesen sein, dass in unserer Nachbarschaft ein Junge zu Besuch war, der Berge von Comics dabei hatte. Darunter waren unter anderem Hefte, in denen ich erstmals den legendären »Silver Surfer« zu Gesicht bekam, aber eben auch PERRY, »Unser Mann im All«. Ich habe viel vergessen, aber ich erinnere mich noch daran, dass ich die grellen Farben irgendwie sehr exotisch fand. Das war anders als andere Bildgeschichten, die im Freundeskreis konsumiert wurden ...

Aus diesem Grund freute ich mich schon vor Jahren, als Karl Nagel und die Alligator Farm auf die Idee kamen, PERRY neu zu machen: einen Comic ganz im Geist der alten Zeit, also konsequent auf die frühen 70er Jahre ausgerichtet. Folgerichtig übernahm man auch die alte Nummerierung, um die Anbindung an diese Zeit klarzustellen.

Das vierte Heft der neuen Reihe liegt nun vor, mit 68 Seiten ist es sehr umfangreich geworden. Auf den durchgehend farbigen Seiten gibt es eine Hauptgeschichte mit Perry Rhodan selbst in der Hauptrolle, die Fortsetzungsgeschichte also, dazu kommen kleinere Geschichten mit dem Doppelkopfmutanten Iwan Iwanowitsch Goratschin sowie dem Mausbiber Gucky. Unterschiedliche Zeichner und Texter sind für die Inhalte verantwortlich, so dass der Eindruck einer kunterbunten Comic-Anthologie entsteht.

In der Hauptgeschichte, die unter dem Titel »Waschtag« steht, geht es um eine fiese Drangwäsche des Haluters Icho Tolot: Der Haluter zerlegt einen halben Planeten ... Viel zu Bruch geht in der Geschichte »Goratschins Garten«, die den »Zünder« ins Zentrum der Geschichte stellt; bei diesen Comics zeigt sich der satirische Zug, den die Alligator Farm allen Comics ihres Heftes verleiht, besonders deutlich.

Die Gucky-Comics sind thematisch gemischt: Der Untergang des Planeten Tramp ist eine eigentlich tragische Geschichte, die Gucky aber als ernsthaften Helden zeigt; während »Gefangen im Pseudoraum« im Farbenrausch der 70er Jahre schwelgt oder »Gucky, Held des Tages« so aussieht wie viele andere Comics des bekannten Zeichners Stephan Hagenow: Hagenow ist begabt, seine Zeichnungen finden sich in zahlreichen Heften und Büchern, und ich freue mich, dass er auch etwas zu PERRY beisteuert, aber sein Gucky gefällt mir persönlich nicht so gut.

Wer damit nichts anfangen kann, wird mit klassischen Funny-Comics mit Gucky als Helden bedient; das war dann eher was für mich. Insgesamt eben eine bunte Mischung, die gar nicht jedem Leser gefallen will – eine richtige Entscheidung der Comic-Mannschaft aus Hamburg.

Neben den Comics sind auch eine sogenannte Star-Galerie, eine Risszeichnung sowie weitere redaktionelle Informationen enthalten. Alles unterhaltsam und schön präsentiert; damit entsteht ein Magazin-Charakter, den ich so schon lange nicht mehr gesehen habe. Die neue Mannschaft um Kai Hirdt, die jetzt das Ruder bei der Alligator Farm übernommen und mit dem NEMO-Award gleich auch einen Comic-Preis gewonnen hat, startet damit richtig gut durch – sehr schön!

Ich kann mein Lob nur wiederholen: Der PERRY-Comic macht Laune, er zeigt Facetten des Perryversums, die wir so bislang nicht kannten, und das Heft ist eine tolle Wundertüten-Packung voller Überraschungen. Mein Tipp für alle PR-Fans! Gibt's für 4,95 Euro in jedem Comic-Fachgeschäft oder eben im Versand.

16 Mai 2008

Mit Blick auf Band 2500

Ein Logbuch der Redaktion

Die diesjährige Autorenkonferenz des PERRY RHODAN-Teams stand unter dem Eindruck des derzeit noch laufenden Negasphäre-Zyklus: Am Montag, 12. Mai, und Dienstag, 13. Mai 2008, saßen die Team-Autoren in Rastatt zusammen, um die wesentlichen Pflöcke für den Zyklus einzuschlagen und grundlegende Weichen für den bevorstehenden neuen Zyklus ab Band 2500 zu stellen.

Am Montagabend trafen sich die Autoren zu einem lockeren Abendessen, das noch nicht zur offiziellen Konferenz gehörte, an dem aber alle teilnahmen. Außer den Autoren war auch ich – wie eigentlich immer in den letzten Jahren – an diesem Treffen dabei. Ebenfalls anwesend: Miriam Hofheinz, die diese Gelegenheit nutzen wollte, sich persönlich von den Autoren zu verabschieden. (Richtig: Unsere Mitstreiterin für Öffentlichkeitsarbeit und die Homepage, für die elektronischen Medien und die Hörbücher und Hörspiele verlässt uns demnächst, weil sie neue Herausforderungen antreten wird. Ausführliches Logbuch zu diesem Thema folgt.)

Bei leckerem badischen Spargel wurden bereits grundsätzliche Dinge angesprochen: In kunterbunter Reihenfolge diskutierten wir über den laufenden Zyklus, über Leserkritiken und Lob, über aktuelle Filme und Romane, über wissenschaftliche Neuerungen und die Entwicklungen im Internet. Spannend und unterhaltsam wie immer – man wird sehen, was von den Diskussionen in welcher Form in die aktuellen Romane einfließen wird.

Offiziell ging es am Dienstag, 13. Mai, vormittags los. In einem Konferenzraum des nahe gelegenen Hotels saßen Autoren und Verlagsmitarbeiter zusammen. Erstmals an der Konferenz dabei war der Autor Wim Vandemaan; die Kollegen Horst Hoffmann und Arndt Ellmer hatten aus gesundheitlichen und familiären Gründen absagen müssen.

Der Morgen gehörte in erster Linie dem Rückblick: Redaktion und Marketing stellten die Aktivitäten der letzten Monate vor; die Reaktionen der Leserschaft wurden ebenso diskutiert wie die Qualität von Titelbildern oder Romanen. Insgesamt war der Eindruck aber einheitlich: Den laufenden Negasphäre-Zyklus findet das Autorenteam richtig gut, und diese positive Stimmung überträgt sich auf die Mehrheit der Leser.

Nach dem Mittagessen machten wir mit der inhaltlichen Arbeit weiter: In zwei Arbeitsgruppen beschäftigten sich die Autoren mit einzelnen Aspekten der künftigen Handlung. Aus verständlichen Gründen möchte ich hier nicht ins Detail gehen. Nur so viel: Es gab eine Arbeitsgruppe, die sich eher mit einem kosmischen Thema auseinandersetzte, und eine Gruppe, die sich eher mit einem terranischen Thema beschäftigte.

Mit vielen allgemeinen Diskussionen endete der Konferenz-Tag, den ich als harmonisch und arbeitsintensiv einschätze. Beim gemeinsamen Abendessen und hinterher in der Hotelbar wurde zwar auch gefeiert, aber ebenso über Ideen und Romane gesprochen. Für Autoren ist der Tag nicht mit dem offiziellen Feierabend beendet, und das ließ sich hier wieder einmal sehr gut feststellen.

Ein Autor leistete sogar noch eine zusätzliche »Überstunde«: Hubert Haensel saß im Verlagsbüro, unterstützt von Miriam Hofheinz, und beantwortete zahlreiche Fragen, die ihm im »Galaktischen Forum« auf der PERRY RHODAN-Homepage gestellt wurden.

Ein Sonnentag zum Abschiednehmen

Ein Logbuch der Redaktion

Es gibt Dienstreisen, die mag ich, und es gibt Dienstreisen, die würde ich am liebsten nicht unternehmen. Eine solche stand am Freitag, 9. Mai 2008, an: Es ging zur Trauerfeier für Ernst Vlcek nach Brunn in Österreich. Mit mir reiste Sabine Kropp, die als Redakteurin ebenfalls jahrelang mit dem unlängst Verstorbenen zusammengearbeitet hatte.

Per Bahn, per Flugzeug und per Taxi kamen wir in die Marktgemeinde Brunn südlich von Wien, wo ich Ernst Vlcek und seine Familie in den neunziger Jahren zweimal besucht hatte. In der Wohnung sprachen wir der Witwe des Verstorbenen persönlich unser Beileid aus. Dort trafen wir auf die Autorin Susan Schwartz und ihren Ehemann; die beiden Familien hatte in den letzten zehn Jahren eine enge persönliche Freunschaft verbunden.

Über einen verschlungenen Fußpfad kamen wir vom Trauerhaus zum Friedhof, wo wir auf weitere Bekannte trafen. Nicht nur Freunde des Verstorbenen aus Brunn und Wien, sondern auch viele Fans waren anwesend: alte Freunde aus den sechziger Jahren der Wiener Science-Fiction-Gruppe, Mitglieder der PERRY RHODAN-Stammtische München, Wien und Graz und viele mehr.

Mit Michael Marcus Thurner und Leo Lukas gaben die zwei Wiener PERRY RHODAN-Autoren ihrem verstorbenen Kollegen die Ehre; bei den Trauernden war auch Reinhard Habeck, der Schöpfer der »Rüsselmops«-Comics. Wie viele Menschen letztlich an der Trauerfeier teilnahmen, kann ich nicht sagen – es waren bestimmt mehr als hundert.

Umrahmt wurde die Feier durch Musik vom Band, die Ernst sicher gefallen hätte: eine Passage aus der Wagner-Oper »Tristan und Isolde« und ein Stück des Sängers Tom Waits. Michael Vlcek, der Sohn des Verstorbenen, würdigte Ernst Vlcek in einer sehr persönlichen Ansprache; unter anderem sagte er, dass sein Vater der einzige Mensch gewesen sei, der ihn »niemals enttäuscht« hätte. Danach sprach ich im Namen des Verlags einige Sätze, in denen ich die schriftstellerische Laufbahn Ernsts über vierzig Jahre hinweg würdigte.

Die Beisetzung der Urne fand nicht in der Halle, sondern im Freien statt. Ein guter alter Freund aus Brunn hielt eine kurze Rede, gefolgt von Wolfgang Zenker, der für den PERRY RHODAN-Stammtisch Wien sprach. Es war ein sonniger, warmer Tag, und als am Ende Dutzende von schneeweißen Ballons in den Himmel stiegen, gab das ein beeindruckendes Bild für den traurigen Anlass.

In einem »Heurigen« saßen wir anschließend zusammen. Wie so oft bei solchen Gelegenheiten, wurde des Toten gedacht; wir blickten zurück und erzählten uns Geschichten über Ernst.

Am Abend blickte ich zu Hause auf einen langen Tag voller Emotionen und Erinnerungen zurück. Ich hatte einen langjährigen Kollegen verabschiedet, der mir immer in guter Erinnerung bleiben wird. Und mit seinen Geschichten und Romanen wird er in den Gedanken der Fans weiterleben.

14 Mai 2008

WeltCon-Planungen fürs Jahr 1996

Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«

Eigentlich war alles ganz logisch: 1980 gab es für die Fans einen PERRY RHODAN-WeltCon, um den Band 1000 entsprechend zu zelebrieren, 1986 wurde das 25-jährige Jubiläum mit einem WeltCon feierlich begangen, und 1991 stieß man auf dreißig Jahre PERRY RHODAN an.

Was also lag näher, als auch 1996 eine große Veranstaltung auszurichten, um 35 Jahre PERRY RHODAN entsprechend an die Öffentlichkeit zu bringen? Ein WeltCon wäre für die Fans eine tolle Geschichte, über die sich alle freuen würden; zudem hatten die WeltCons immer eine schöne Presseresonanz zur Folge, und diese beflügelte stets die Serie.

Zumindest innerhalb der Redaktion und des Autorenteams war die Sachlage klar: Wir wollten einen WeltCon haben. In unseren Augen würde dieses Jubiläum bei den Fans und bei der Öffentlichkeit für großes Aufsehen sorgen. Doch wie sollten wir eine solche Veranstaltung, die immerhin Zigtausende von Mark kosten sollte, der damaligen Geschäftsleitung vermitteln?

Im Frühjahr und Sommer 1995 änderte sich viel; die neuen Verlagsleiter beäugten PERRY RHODAN sehr kritisch und wollten häufig nicht verstehen, warum wir manche Dinge »anders« machten als in den anderen Zeitschriften des Hauses. Die Leserinnen und Leser von Frauenzeitschriften, Kinderheften oder Rätselzeitschriften bekamen schließlich auch keinen »teuren« Con – warum also die PERRY RHODAN-Leser? Eine Frage, die mit »unsere Leser sind eben sehr treu und auch sehr aktiv« nur unzureichend zu beantworten war ...

Dr. Florian F. Marzin, unser Chefredakteur, begab sich in Klausur und erarbeitete ein erstes grundsätzliches Konzept, das er im Sommer 1995 der VPM-Geschäftsführung präsentierte. In diesem Konzept umriss er die Geschichte der WeltCons, informierte über das amerikanische Vorbild und die bisherigen PERRY RHODAN-Großveranstaltungen und stellte klar, dass man von mindestens 2500 Teilnehmern ausgehen müsse.

Er plädierte für einen Termin im Juni oder im September 1996, wobei er sich an den Terminen für die Sommerferien orientierte. Als Veranstaltungsorte fasste er Frankfurt und das Ruhrgebiet ins Auge, sogar Kassel und Hannover standen in einer weiterreichenden Konzeption zur Auswahl.

Als »abschreckendes« Argument stellte Marzin unter der Überschrift »Geld, Geld, Geld« einen Finanzplan auf. Dabei verwies er auf den WorldCon im Jahr 1991, bei dem er es geschafft hatte, den zur Verfügung stehenden Etat nicht völlig auszuschöpfen. Immerhin kalkulierte er für 1996 mit einem Eintrittspreis von höchstens vierzig Mark pro Besucher, was er als moderat empfand.

»Verteilt auf fünf Jahre«, so Marzin, war die geforderte End-Summe schließlich nicht so hoch, wie man sie vielleicht betrachten könnte. Dafür bekomme man schließlich »kaum eine Anzeige in einer größeren Zeitschrift, ganz zu schweigen von Plakat- oder Fernsehwerbung«. Das war zu jener Zeit ein häufig gehörtes Argument der Geschäftsleitung: Man müsse groß denken, »think big« hieß das Gebot der Stunde, das allerdings außerhalb der Besprechungsrunden kaum umgesetzt wurde. Man müsse Anzeigen in großen Zeitschriften schalten, um PERRY RHODAN außerhalb der Fan-Szene bekannt zu machen; dass diese Anzeigen Zigtausende von Mark kosteten, verhinderte dann allerdings eine Schaltung. Florian Marzins Argumentation konnte in diesem Zusammenhang nur als Kritik an der Verlagsleitung verstanden werden.

Sein erstes grundlegendes Konzept verfasste Dr. Marzin am 20. April 1995. Es enthielt unter anderem detaillierte Aufstellungen über die zu erwartenden Kosten, beispielsweise die Miete für das Kongresszentrum oder schlicht die Honorare für die anwesenden Autoren. Der Fernseh- und Radio-Moderator Frank Laufenberg, der 1991 als Ehrengast durch den Con geleitet hatte, wurde ebenso aufgelistet wie die Spedition oder die geplanten Anzeigen in der Zeitschrift »Wunderwelten«.

Intern wurde über das Konzept heftig diskutiert. Verlagsleitung, Geschäftsführung und das zu jener Zeit aufgebaute »Product Management« erwogen Pro und Contra des Marzin-Plans und forderten irgendwann Nachbesserungen und weitere Konzepte und Kalkulationen. Dieses zweite Konzept erstellte Dr. Marzin am 7. Mai 1995 – dabei plante er den Con allerdings schon fürs Jahr 1997, weil Vorbereitungen für 1996 bereits so gut wie unmöglich waren.

Nun schlug er den 13. und 14. September 1997 als Termin vor; als Örtlichkeit plante er mit dem Kongresszentrum in Düsseldorf. Warum sich Marzin ausgerechnet für Düsseldorf entschied, ist leider nicht mehr nachvollziehen. Möglicherweise war die räumliche Nähe zu Fantasy Productions in Erkrath der Grund; der Verlag arbeitete zu jener Zeit an einem großen PERRY RHODAN-Computerspiel, das demnächst erscheinen sollte.

Für das Programm nannte Marzin tatsächlich Vorträge von Erich von Däniken, Johannes von Buttlar und Ernst Meckelburg. Angesichts seiner immer wieder geäußerten Abneigung gegen derlei »Nicht-Wissenschaft« ist allerdings anzunehmen, dass er diese Namen nur deshalb in den Programmentwurf aufnahm, damit die Herren in der Marketing- und Verlagsleitung etwas bekanntes vor die Augen bekamen. Im Nachhinein ist sein Frust über die andauernden Konferenzen in der Verlagsleitung nachzuvollziehen; er lässt sich auch in diesem Konzept nachvollziehen.

Bei der Finanzkalkulation ging Marzin in dieser zweiten Konzeption einen Schritt weiter: Der Preis für den Con wurde bereits mit 50 Mark beziffert, die Tageskarte sollte 30 Mark kosten. Seine Kalkulation erwartete ein erhebliches »Minus«, weil die Kosten für die Halle, die Technik, die Übernachtung von Autoren und Ehrengästen sowie vielerlei »Kleinkram« nicht von den zu erwartenden Eintrittsgeldern aufgewogen werden konnten.

Soweit das Konzept, soweit die Vorgeschichte zum geplanten WeltCon. Wenige Wochen später verließ Dr. Marzin das Haus, und dieses Konzept ging buchstäblich verloren. (Wieder einige Wochen später bekamen Sabine Bretzinger und ich den Auftrag, uns um einen WeltCon im Jahr 1996 Gedanken zu machen ... aber das ist eine ganz andere Geschichte ...) Was von dem Konzept bleibt, sind einige sehr klare Gedanken und Aufstellungen – und der Beleg dafür, dass interne Überlegungen nicht immer von Erfolg gekrönt sind.

Der TERRANOVA-Zyklus im »Zeitraffer«

Der SFC Universum veröffentlicht die zwanzigste Zykluszusammenfassung

Der SFC Universum ist nicht nur einer der ältesten SF-Clubs der Szene, sondern auch einer der aktivsten. Das zeigt sich unter anderem an der erfolgreichen Reihe »Zeitraffer«, in der ausgewählte PERRY RHODAN-Zyklen in Inhaltsangaben zusammengefasst werden. Mit der Ausgabe 20, die sich des TERRANOVA-Zyklus annimmt, feiert die Reihe sogar ein kleines Jubiläum.

Mit Robert Feldhoffs Roman »Vorboten des Chaos«, dem Band 2300 der PERRY RHODAN-Serie, startete im September 2005 der TERRANOVA-Zyklus. Über hundert Romane hinweg schilderte er die Übernahme der Milchstraße durch die Raumschiffe der Terminalen Kolonne TRAITOR und die Verteidigung der Erdbewohner, die sich hinter den TERRANOVA-Schirm zurückgezogen haben.

Der »Zeitraffer« 20 fasst diese hundert Romane auf insgesamt 280 Seiten zusammen. Hinzu kommen Schauplatz- und Galaxienkarten sowie Listen der Risszeichnungen; ergänzt wird jede Besprechung darüber hinaus durch Fußnoten, die das Nachschlagen und Stöbern erleichtern. Das ganze erscheint in Form eines professionell gestalteten und gebundenen Paperbacks, das acht Euro kostet. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des SFC Universum.

»Das Rote Imperium« ab Herbst 2008

Eine PERRY RHODAN-Trilogie im Taschenbuch-Format

Ab November 2008 wird die erfolgreiche Zusammenarbeit der PERRY RHODAN-Redaktion mit dem Heyne-Verlag in München fortgesetzt: Im Abstand von je zwei Monaten erscheinen die drei Taschenbücher des Kurz-Zyklus »Das Rote Imperium«. Die Romane entstehen nach einem Konzept von Wim Vandemaan, es fließen aber zahlreiche Ideen der beiden Kollegen Christian Montillon und Michael Marcus Thurner ein.

Als erster Roman erscheint im November 2008 das Taschenbuch »Die fossile Stadt«, verfasst von Michael Marcus Thurner. Ohne schon etwas über den Inhalt verraten zu wollen: Es geht tatsächlich um München, und Haupthandlungsträger ist unter anderem Perry Rhodan selbst.

Als zweiter Roman kommt im Februar 2009 das Taschenbuch »Requiem für Druufon« von Christian Montillon. Auch hier ein kleiner Hinweis zur Handlung: Es geht um die Galaxis Rotheim und ihre sehr unterschiedlichen Bewohner.

Den abschließenden Band, der im April 2009 herauskommen wird, schreibt Wim Vandemaan. In »Die Zukunftsbastion« spielt eine mysteriöse Einrichtung, das sogenannte GÄATRON, eine wichtige Rolle - und es kommt zu Verwerfungen innerhalb der Zeit.

Soweit zu der geplanten PERRY RHODAN-Trilogie. Derzeit schreiben die Autoren schon fleißig an den Romanen, die als Taschenbücher erscheinen werden. Man kann sie dann in jeder Buchhandlung erstehen oder jetzt schon über Versender wie amazon.de vorbestellen.

Ein Lob zum neuen »Exodus«

Ein Logbuch der Redaktion


Seit ich in den späten 70er Jahren das Fanzine »Exodus« kennenlernte, halte ich es für eines der besten seiner Zeit. Das galt für »damals«, und das gilt auch für heute, seit es das Fanzine wieder gibt: Vor einigen Jahren haben René Moreau und seine Mitstreiter das alte Projekt aus den 70er Jahren neu belebt.

So erweist sich auch die zweiundzwanzigste Ausgabe des Fanzines »Exodus« als anspruchsvolles Heft, das vor allem durch sein Layout und seine ausgefeilte Grafik begeistert. Der Untertitel »Science Fiction Stories & Phantastische Grafik« ist absolut zutreffend.

Laut eigenen Angaben versteht sich das Heft »in erster Linie als Plattform zur Erhaltung und Förderung der traditionellen Kurzgeschichte in der phantastischen Literatur, insbesondere der Science Fiction«. Man will hauptsächlich Erstveröffentlichungen vorstellen und nimmt dabei sowohl bekannte Autoren als auch Newcomer auf.

Das zeigt sich in der vorliegenden Ausgabe, die bereits Ende letzten Jahres erschienen ist. Eine meiner liebsten Geschichten ist »Das Mädchen von der Mondstraße«, verfasst von Johanna und Günter Braun, die schon in den 80er Jahren zu den bekanntesten Science-Fiction-Autoren der damaligen DDR zählten. Daneben finden sich Autoren wie Guido Seifert oder Helmut Hirsch, die mir bislang nichts sagten. Thomas Franke mit seinen skurrilen Miniaturen und Frank Neugebauer mit seinen Kürzest-Texten sind innerhalb der Szene zu Recht bekannt und beliebt.

Herausragend ist wie immer die Grafik, die laut Eigenangaben »einen besonders hohen Stellenwert« einnimmt. Jede Story wird exklusiv illustriert, hinzu kommt in der vorliegenden Ausgabe noch eine Galerie mit Werken des Künstlers Mario Moritz. Weitere Mitarbeiter sind unter anderem Lothar Bauer, im PERRY RHODAN-Fandom bekannt, oder Thomas Franke, der schon in den 70er Jahren für »Exodus« arbeitete.

Insgesamt also ein Magazin, das ich jedem SF-Leser nur ans Herz legen kann. Die Einzelausgabe kostet sechs Euro; es gibt auch Abonnements. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Zeitschrift.

07 Mai 2008

Auf der Reise nach Tschuschik

Ein Logbuch der Redaktion

Im Jahr 3586 christlicher Zeitrechnung beginnt für die Terraner eine neue Ära – und das nach einer Epoche voller Umwälzungen: Nachdem der Heimatplanet der Menschheit gleich mehrfach »versetzt« wurde, ist die Erde nun wieder zurück an ihrem Platz im Solsystem; nun wird sie neu besiedelt. Die terranische Regierung versucht in der nun befreiten Galaxis neue Strukturen zu errichten, die auf Demokratie und Menschlichkeit aufbauen.

Mit Band 102 der Silberband-Reihe, dem Roman »Aufbruch der BASIS«, steigt die Handlung der Serie endgültig ein in die kosmischen Ebenen. Der von Hubert Haensel sachkundig bearbeitete Silberband bereitet den Auftakt zu einer Reihe von Abenteuern, die unseren terranischen Helden zu einer neuen Sichtweise in das Universum verhelfen, zu einem Blick auf Superintelligenzen und Materiequellen, auf die Sieben Mächtigen und die Sporenschiffe ...

Dabei gibt es in diesem neuen PERRY RHODAN-Buch zwei Handlungsebenen, die sich stark unterscheiden und die mich beide faszinierten, als ich sie vor vielen Jahren als Heftromane las: Einmal wird nämlich der Flug der BASIS beleuchtet, der Aufbruch des gigantischen Raumschiffes in die ferne Galaxis Tschuschik. Auf der anderen Seite wird die Zivilisation der Wynger vorgestellt, das beherrschende Volk in Tschuschik.
Ich zitiere der Einfachheit halber den Anfang der Wynger-Handlung, die schon neugierig auf das folgende Geschehen macht:

»Die Bläser auf den Ecktürmen von Banschura hatten gerade den Beginn der dritten Windwende verkündet, als Koßjarta ihr Haus verließ und dem Beziehungsvogel auf der Stange neben dem Eingang Körner in den Napf warf. Sie ging den Hügel bis zur Passantenschneise hinab und wartete dort, dass das Transportband anhalten würde, damit sie aufspringen konnte.

Koßjarta war stämmig aber nicht dick, ihr silbernes Haar hatte sie zu einem Knoten im Nacken zusammengebunden, sodass sie strenger aussah als es ihrem Gemüt entsprach. Mit eineinhalb Metern Größe besaß sie den Durchschnittswuchs der Wynger. Koßjarta war eine ältere Frau und hatte schon sechsmal als Nährmutter gearbeitet. Sie gehörte dem Stamm der Lufken an, wie fast alle Wynger hier auf dem Planeten Kschur im Gurschin-System.

Natürlich lebten auf Kschur auch Angehörige anderer Stämme, vor allem Mitglieder der diplomatischen Vertretungen und Spezialisten, aber sie hatten wenig Kontakt zu den Einheimischen. Nur im Torgnisch-System, dem kulturellen und religiösen Zentrum der mächtigen Zivilisation, lebten Wynger aller Stämme bunt zusammengewürfelt auf den Monden des Riesenplaneten Välgerspäre.«

Die menschenähnlichen Wynger und ihre Beziehungen zu dem mysteriösen Alles-RAD sind ein zentrales Thema des Romans, ebenso deren Begegnungen mit den Terranern. Ein junger Wynger namens Plondfair – in einem wunderbaren Doppelband eingeführt durch William Voltz – wird zur Symbolfigur, dessen Zweifel über die herrschenden Dogmen seines Volkes ebenso interessant geschildert werden wie die Kontakte zu den Menschen von der Erde.

Die Romane »Aufbruch der BASIS« und »Die Tage des Ungeheuers« von Kurt Mahr bilden den Anfang des Buches: Sie schildern die letzten Tage des riesigen Raumschiffes im Orbit um die Erde, den Flug hinaus aus der Milchstraße und dann den Sprung über die intergalaktischen Abgründe und Dutzende von Lichtjahrmillionen hinweg.

Mit »Plondfair, der Berufene« und »Zentrum der Lüge« präsentiert William Voltz zwei Romane, die in beeindruckender Weise die Kultur der Wynger und den Riesenplaneten Välgerspäre. Weitere Romane in diesem Buch sind »Die Schattenwelt« von Hans Kneifel, der Doppelband »Die Manipulierten« und »Die Gravo-Hölle« von H. G. Francis sowie »Der Psionen-Strahler« von Marianne Sydow.

Mir haben die einzelnen Hefte damals sehr viel Freude bereitet, und ich habe das Manuskript des einhundertzweiten PERRY RHODAN-Silberbandes unlängst mit viel Spaß erneut gelesen. Ich bin sicher, dass Leser von heute, die das Buch in den Händen halten, die gleiche oder zumindest eine vergleichbare Faszination verspüren werden ...

06 Mai 2008

Hinein in ein neues Sonnensystem

Ein Logbuch der Redaktion

Nach Lektüre des Uwe-Anton-Doppelbandes wissen die PERRY RHODAN-Leser nun, welche unglaubliche Nachricht der Bote der Superintelligenz ES übermittelte und welche Konsequenzen die Handlungsträger daraus ziehen können. Der nächste Doppelband, verfasst von Hubert Haensel, setzt diese Handlung fort und berichtet weiter über Reginald Bull und Homer G. Adams sowie zahlreiche »einfache« Terraner.

Die Teletrans-Weiche eröffnet tatsächlich der Menschheit den Weg in ein fremdes Sonnensystem – man nennt es mittlerweile das Stardust-System und betrachtet es als ein neues Paradies. Was mit einer Botschaft Lotho Keraetes begann, ist für Millionen Menschen auf der Erde nun eine Verheißung von Freiheit und Glückseligkeit, ein Blick in eine bessere Zukunft ohne Angst vor dem Untergang.

In seinem Roman »Das Stardust-System«, der als Band 2438 der PERRY RHODAN-Serie erscheint, stellt Hubert Haensel einen bisher unbekannten Terraner ins Zentrum des Geschehens: Es ist Timber F. Whistler, ein Erbe der uralten Dynastie von Roboterbauern, die seit Jahren die Geschichte der Menschheit prägen. Whistler sieht im Stardust-System und den sich dort eröffnenden Möglichkeiten die entscheidende Chance, seinem Leben einen »Kick« zu geben und es positiv zu verändern. Und so wird der energische Unternehmer zu einem der entscheidenden Protagonisten beim Vorstoß in eine unbekannte Region des Universums ...

Die »neuen« Pioniere, die durch die Teletrans-Weiche gehen, sind zwar nicht nackt und wehrlos, trotzdem müssen sie vieles komplett neu aufbauen. Menschen wie Whistler sind diejenigen, die Entwicklungen vorantreiben oder diese erst auslösen – und das schildert Hubert Haensel in seinem packenden Roman absolut glaubhaft.

Auch im zweiten Teil seines Doppelbandes, dem Band 2439 unter dem Titel »Menschen für Stardust«, schreibt er die Geschichte Timber F. Whistlers weiter. Er schildert die Begegnungen mit den Howanetzen und zeigt weitere Facetten des Stardust-Systems, die den Terranern bisher nicht bekannt waren – und er beschreibt die ersten Tage und Woche einer neuen menschlichen Kolonie.

Ich hatte bei der Lektüre der Manuskripte nicht nur einmal das Gefühl, dass sich der Autor sehr stark mit dieser Hauptfigur identifizierte. Hubert Haensel erzählt von unternehmerischem und kaufmännischem Geschick – hier bricht wohl der gelernte Bankkaufmann durch – und macht klar, dass es auch in einer »neuen Welt« so etwas wie einen Wirtschaftskreislauf geben muss.

Sein Doppelband, der nur wenige Handlungs-Wochen überspannt, wirft ein interessantes Licht auf ein Sonnensystem, das der PERRY RHODAN-Leser noch nicht kannte. Ich erlaube mir den vorsichtig »gespoilerten« Hinweis, dass man davon sicher mal wieder hören wird ...

05 Mai 2008

Ein »blauer« Hermann

Ein Logbuch der Redaktion

Vielen PERRY RHODAN-Lesern ist Hermann Ritter bekannt als der Mann, der seit einigen Jahren die Clubnachrichten zusammenstellt. Anderen ist er bekannt als Kolumnist für die PERRY RHODAN-Homepage, und wieder andere wissen, dass er Gründungsmitglied der PERRY RHODAN-FanZentrale war und in dieser zudem lange Jahre als Vorstandsmitglied aktiv mitwirkte.

Dass er sich schriftstellerisch betätigt, wissen viele PERRY RHODAN-Leser nicht. Das sollte sich ändern, wenn demnächst seine Kurzgeschichte »Blau in blau« im Rahmen der STELLARIS-Reihe erscheinen wird.

Konkret: Diese Geschichte kommt als fünfte in der Reihe heraus und wird im Roman 2438 veröffentlicht. Wer also endlich mal eine PERRY RHODAN-Geschichte von Hermann Ritter lesen will, muss sich bis zum 9. Mai 2008 gedulden.

Ich kenne Hermann Ritters Werke schon länger. Ich habe Fantasy-Novellen von ihm gelesen, sachkundige Artikel zu historischen und esoterischen Themen, augenzwinkernde Kolumnen und bissige Satiren, sogar Gedichte und Lieder. Bisher habe ich es leider nicht geschafft, seinen »Battletech«-Roman durchzuschmökern, den er zusammen mit Erik Schreiber verfasst hat – aber das sollte ich irgendwann einfach mal tun.

Und jetzt PERRY RHODAN, genauer gesagt STELLARIS. Wie es immer so schön im Vorwort der Reihe heißt: »Alle acht Wochen wollen wir etwas von den Flügen der STELLARIS, aus dem Leben ihrer Besatzung und ihrer Reisegäste erzählen.«

Bisherige Geschichten stammten von Michael Marcus Thurner, Andreas Findig, Christian Montillon und Wim Vandemaan – sie alle stellten den Frachter der Minerva-Klasse und seine Besatzungsmitglieder ins Zentrum des Geschehens.

Ein besonderes Besatzungsmitglied hat sich auch Hermann Ritter ausgesucht. Sein Held mag Musik, genauer gesagt die Richtungen Jazz und Blues. Und er wird mehr oder weniger unfreiwillig zu einem Detektiv ... obwohl er eigentlich nur ein Konzert geben möchte.

Die Story »Blau in blau« ist eigentlich eine Kriminal-Kurzgeschichte, und mich hat sie sehr erheitert – sie ist nämlich nicht unbedingt ernsthaft, sondern kommt mit einem gewissen Augenzwinkern daher. »Ein typischer Ritter«, würden jetzt manche sagen, und damit haben sie nicht unrecht.

Mir hat die Geschichte auf jeden Fall viel Spaß bereitet, und ich würde mich freuen, wenn sich dieser Spaß auf die PERRY RHODAN-Leser übertragen könnte.

21 April 2008

Ein Blick in »solis orbita«

Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«

Im Nachhinein fällt es mir selbstverständlich schwer, mich in den Jugendlichen hineinzuversetzen, der ich im Oktober 1979 war. Ich hielt in jenem Monat das erste Heft in den Händen, in dem Texte von mir veröffentlicht wurden: Es war die Ausgabe 2 von »solis orbita«. Aus der Wahrnehmung von damals gab es allerdings haufenweise Gründe, stolz auf das Erreichte zu sein.

Ich war 15 Jahre alt, und ich fand mich im Impressum in einer Reihe mit Menschen wieder, deren Arbeit ich bewunderte: der Filmemacher Rainer Erler, der damals sehr bekannte Fan-Autor Manfred Borchard und die Jung-Profis Falk-Ingo Klee und Michael Nagula. Kein Wunder, dass ich glaubte, nun für eine Laufbahn als berühmter Schriftsteller bestens gerüstet zu sein. »solis orbita« wurde in meinen Augen zu einem richtigen Magazin, zu einem Heft, das zwar nur aus schwarzweiß gedruckten Seiten bestand und keine Farbe aufwies, das aber prominente Inhalte bot.

Und dann die Leserseite: Zuerst kam der Regisseur Rainer Erler, es folgte der PERRY RHODAN-Autor Peter Griese, dann kam ich – in dieser Gesellschaft fühlte ich mich selbstverständlich sehr wohl, und ich war unglaublich stolz auf diesen Abdruck. Schaue ich mir den Leserbrief mit heutigen Augen an, wird mir allerdings ein wenig schummerig: Mit dem Schreiben an die Redaktion wollte ich ganz eindeutig klarstellen, welch SF-Experte ich sei; der Ton des Briefes ist sehr »selbstüberzeugt«. So werden die Buchbesprechungen in der vorherigen Ausgabe gelobt und dieses Lob mit der Aussage verbunden, dass ich die Romane ja schließlich auch gelesen hätte ... nun ja.

Immerhin war ich in der zweiten Ausgabe gleich mit zwei Besprechungen aktueller Fantasy-Romane vertreten. Zu recht schrieb ich nur negatives über den miserablen Fantasy-Roman »Kampf im Labyrinth«, verband das aber mit einer recht übertriebenen Attacke auf Hubert Straßl alias Hugh Walker, den Herausgeber des Buches. Während andere Fans in diesen Tagen sich einen Namen dadurch verschafften, nur kritisches zu PERRY RHODAN zu schreiben, suchte ich mir im absolut sympathischen Herausgeber der TERRA FANTASY ein »Opfer«, an dem ich mich reiben konnte. Immerhin lobte ich den Roman »Vazkor« von Tanith Lee euphorisch; ein Lob, dem ich mich heute noch anschließen kann.

Und es gab eine Kurzgeschichte von mir, die erste überhaupt, soweit ich mich erinnere, die tatsächlich publiziert worden ist. Unter dem Titel »Der Sprung« ging's um eine Zeitreise, die ein unfreiwilliges Ende finden würde. Zur Erheiterung heutiger Leser zitiere ich den Anfang des Textes.

»Zufrieden betrachtete Ake Ekman die Maschine, mit der er den distanzlosen Schritt durch die Zeit in das Jahr 1478 vor Christi Geburt unternehmen wollte. Sie war die Krönung seiner zehnjährigen Arbeit mit der Zeit und den damit verbundenen Gesetzen. Wenn alles klappte, würde er mitsamt seiner Zeitmaschine das Jahr 1996 verlassen und im Jahr 1478 v. Chr. Wieder materialisieren. Er hatte in die Maschine eine Art Affinität zur Erde eingebaut, so daß er, wo auch immer die Erde sich befand, auf ihr wieder auftauchen würde, da sie sich vor 3474 Jahren an einer anderen Stelle des Sonnensystems und der Galaxis befunden hatte und er keine Lust hatte, im Leerraum zu landen.«

Zu oft hatte ich mich als Leser von Zeitreisegeschichten über manche Unlogik geärgert. Unter anderem hatte ich mir stets eine Frage gestellt: Wie sollte denn bitteschön ein Sprung durch die Zeit gelingen, wenn man hinterher irgendwo im Leerraum herauskommen würde? Das hatten meiner Ansicht nach die Autoren nie bedacht – ich aber, der die Kurzgeschichte während langweiliger Schulstunden geschrieben hatte, war genau auf diese Überlegung gekommen. Und ich bildete mir etwas darauf ein, diesen Gedankengang eingearbeitet zu haben.

Dass ich den Beginn der Zeitreise aufs Jahr 1996 festgelegt hatte, mag heute witzig klingen: Für den 15 Jahre alten Schüler lag das immerhin 17 Jahre in der Zukunft und damit richtig weit von seiner eigenen Zeit entfernt.

Selbstverständlich ist es nicht fair, wenn ich aus heutiger Sicht zu kritisch über den Jugendlichen von damals schreibe. Durch die fannischen Aktivitäten hatte sich mir – wie schon an anderer Stelle geschildert – eine neue Welt eröffnet, und in den ersten Kontakten zu Fans hatte sich herausgestellt, dass diese meine Texte mochten. Das war mehr an Lob und Zuspruch, als ich zu jener Zeit von Lehrern oder Familienangehörigen erhielt: Wer schrieb, machte sich anscheinend verdächtig, denn das war ja eher etwas seltsames, das kritisch beäugt wurde.

Wer dann aber ausgerechnet Heftromane las, setzte sich weiterer Kritik aus. Heftromane galten pauschal als »Schund«, von den Lehrern wurden sie abgelehnt, und selbst Menschen, die nie etwas lasen, schlossen sich diesem Urteil gern an. Wer Heftromane oder generell »Schund« las, wozu Science Fiction oftmals pauschal galt (»so g'sponnens Zeugs« als Kritik an Geschichten, die erfunden waren), bekam das eine oder andere gesellschaftliche Defizit attestiert. Um dieses ein wenig auszugleichen, musste man als engagierter Jung-Fan auf »anspruchsvolle« Science Fiction pochen; zumindest glaubte ich dies in jenen Tagen, in denen ich meine ersten Gehversuche in der Szene unternahm.

»solis orbita« gab mir auf jeden Fall Mut. Ich hatte etwas in den Händen, für das ich mich nicht schämen musste und das »blieb«, keine Klassenarbeit im Fach Deutsch, die irgendwann in den Müll flog, keine Raumschiff-Zeichnungen in Schulheften, die von den Lehrern konfisziert wurden. Es war mein Einstieg ins Fandom, in die Gemeinschaft der SF-Fans, und ich wollte jetzt mehr.

Ich schrieb nacheinander viele der Menschen an, deren Adressen im Fanzine standen. Zu einigen trat ich aus purer Neugier in Kontakt, und bei der Interessenvereinigung Science Fiction (IVSF), die auf einer Seite präsentiert wurde, wollte ich rasch Mitglied werden. Ich traute mich nicht, Karl-Herbert Scheer zu kontaktieren, obwohl dessen Adresse auf der Rückseite des Heftes zu finden war; das erschien mir als zu hochgegriffen.

Aber ich beschloss, nachdem ich »solis orbita« mehrfach durchgeblättert und -gelesen hatte, selbst ein Fanzine zu veröffentlichen. Ich wollte mein eigenes Heft: literarisch und journalistisch, inhaltlich und grafisch auf höchstem Niveau. Wie man das anstellen sollte, wusste ich in jenem Oktober 1979 noch nicht, aber ich ging bald darauf mit Feuereifer an die Arbeit.

Wenn man so will, war die Veröffentlichung meiner ersten Texte in »solis orbita« also der Startschuss zu meinem Weg in die PERRY RHODAN-Redaktion ...

Unverhoffter Besuch auf der Erde

Ein Logbuch der Redaktion

Erfahrene PERRY RHODAN-Leser wissen es längst: Wenn die Superintelligenz ES ins Spiel kommt oder ihren Boten Lotho Keraete schickt, geschieht irgend etwas von größerer kosmischer Bedeutung, mit dem die Terraner vorher nicht rechnen konnten. Das ist auch nicht anders in jenen Tagen, in denen sich die Bewohner der solaren Planeten hinter dem TERRANOVA-Schirm verbarrikadieren und die Terminale Kolonne TRAITOR immer mal wieder einen Angriff auf den Schirm fliegt.

Auch wenn die Terraner optimistisch sind oder zumindest so tun, als ob sie es wären, liegen die Nerven von Milliarden Menschen längst blank. In genau dieser Situation taucht Lotho Keraete auf der Erde auf, spaziert durch die Solare Residenz und die Stadt Terrania City und verkündet eine Botschaft, die alle bisherigen Pläne zur Makulatur werden lässt.

Womit wir zur aktuellen Romanhandlung kommen ... Ich will nie zuviel verraten, muss aber hier ein wenig plaudern, damit es nicht völlig aussagelos bleibt. Wer sich nicht die Spannung nehmen lassen möchte, sollte also hier lieber mit der Lektüre aufhören.

Denn im PERRY RHODAN-Roman 2436, den Uwe Anton verfasst hat, geht es um nichts anderes als um »Die Teletrans-Weiche« und einen möglichen Ausweg für die Menschheit. Wer nämlich möchte, dem eröffnet ES tatsächlich einen Weg zu einer sicheren Stätte. Es gibt somit eine Fluchtmöglichkeit für die Menschheit, die anscheinend stärker von der Vernichtung bedroht ist als jemals zuvor in ihrer jüngeren Geschichte.

Damit eröffnet Uwe Antons Roman ein Geschehen, das uns auch in weiteren Romanen beschäftigen wird: der Blick in einen sehr fernen Kosmos. Das Angebot von ES, von dem weder Homer G. Adams noch Reginald Bull genau wissen, wie sie es zu bewerten haben, ist faszinierend und irritierend zugleich. Es winken Freiheit und Sicherheit gleichermaßen.

Aus diesem Grund führt der in Wuppertal lebende Schriftsteller das Geschehen im Folgeband weiter: »Die immaterielle Stadt« kommt als Band 2437 der PERRY RHODAN-Serie an die Kioske – und die Leser erfahren darin mehr über die Geheimnisse, die ES auf der anderen Seite der Teletrans-Weiche für »seine« Menschheit bereit hält.

Ich finde die Idee immer noch faszinierend, die Robert Feldhoff mit den Exposés und Uwe Anton mit seinen Romanen hier ausbreitet. Was wäre, wenn sich all dies wirklich als eine Chance für die Terraner herausstellen würde? Und was wartet wirklich in jenem fremden Raum auf die auswandernden Menschen?

Ein spannendes Thema, das dieser ungewöhnliche Doppelband auf interessante Art und Weise anschneidet. Lasst euch überraschen!