Ein Logbuch der Redaktion
Die letzten Tage hatte ich – wann immer ich zur Arbeit oder wieder nach Hause fuhr – keine Musik im CD-Player meines Autos, sondern ein Hörbuch. Es war die Novelle »Brüder«, geschrieben von Frank Borsch und gelesen von Josef Tratnik. Als exklusives Hörbuch liegt sie dem in Kürze erscheinenden PERRY RHODAN-Extra 6 bei; ich habe von Eins A Medien erfreulicherweise schon ein Vorab-Exemplar erhalten können.
Ich hörte die CD mittlerweile zweimal an, schwärmte den Kolleginnen und Kollegen davon vor und möchte diese Schwärmerei auch auf die Leser dieses Logbuches übertragen: Dieses Hörbuch empfinde ich nämlich als intensiv und spannend zugleich, als eine tragische Geschichte, die anscheinend auf einen unausweichlichen Höhepunkt zusteuert.
Frank Borsch leitet die Novelle entsprechend ein:
»Mein Name ist Iwan Goratschin.
Ich bin ein Ungeheuer. Genauer: die eine Hälfte eines Ungeheuers. Die andere Hälfte ist mein Bruder Iwanowitsch.
Mein Bruder und ich sind die einsamsten Menschen des Universums – und die glücklichsten, denn wir gehören zusammen. Wir sind unzertrennlich. Nur: Manchmal genügt das nicht. Manchmal ist das mehr, als wir ertragen können.«
Selbstverständlich möchte ich an dieser Stelle nicht mehr über den Inhalt der Novelle verraten, in der es um ein buchstäblich eisiges Geheimnis auf dem fernen Planeten Amur geht und in der Iwan Iwanowitsch Goratschin mit Erwartungen konfrontiert wird, die er nicht erfüllen kann.
Ich las Frank Borschs Manuskript mit großer Begeisterung und wusste, dass diese Novelle die klassische Figur des Mutanten Iwan Goratschin neu definieren würde. War er in früheren Heftromanen gelegentlich als ein großer Mann mit ebenso großen Komplexen und manchmal eher albernen Sprüchen geschildert worden, stellt ihn Frank Borsch als einen hochintelligenten Menschen vor, der mit der Tragik fertig werden muss, der tödlichste Mutant der Menschheit zu sein.
Und dann setzte Josef Tratnik diese Geschichte in eine Lesung um. Der Schauspieler, den PERRY RHODAN-Fans vor allem durch seine Interpretation der Silber-Edition bekannt, verleiht der tragischen Figur des Iwan Goratschin eine besondere Note: Er spricht Goratschin mit leichtem russischen Akzent, zumindest in einem Teil des Geschehens.
Die Ausdrucksstärke, die Josef Tratnik seiner Stimme verleiht, gibt der tragischen Geschichte des Doppelkopf-Mutanten einen zusätzlichen Charakter – und das hat mich sehr beeindruckt.
Respekt!
13 Februar 2008
11 Februar 2008
Wie PERRY RHODAN-Action begann ...
Ein Logbuch der Redaktion
Sommer 2007: Während einer Exposé-Besprechung spazierten Robert Feldhoff und ich am Rand von Bielefeld entlang. Die Sonne schien, und wir bummelten gemütlich einen Hang hinunter, einen Berg auf der anderen Seite wieder hoch, vorbei an Wiesen und einem kleinen Wald, an einem Gasthaus und an einer Gruppe von wartenden Radfahrern. Wir sprachen über die PERRY RHODAN-Serie, über unsere Vorlieben, über Autoren und ihre Romane, die wir mochten.
Im Verlauf des Gesprächs kamen wir auf die »klassische Zeit« der Serie. Beide hatten wir die Geschichten um die Dritte Macht und um das aufstrebende Solare Imperium mit großem Vergnügen gelesen, beide erinnerten wir uns gern wieder daran. Wir machten uns Gedanken darüber, wie man solche Geschichten in der heutigen Zeit noch einmal erzählen müsste: Das gesellschaftliche Bild hatte sich seit den 60er Jahren stark geändert, manches Handlungsschema würde im 21. Jahrhundert nicht mehr bei den Lesern ankommen, aber wir waren sicher, dass auch die aktuellen Leser der Faszination der PERRY RHODAN-Frühzeit erliegen würden.
Kaum waren wir an diesem Punkt angelangt, diskutierten wir bereits darüber, welche Story wir denn eigentlich schreiben wollten. Natürlich musste Perry Rhodan selbst die Hauptrolle spielen, selbstverständlich mussten Mutanten eine Rolle einnehmen – aber ebenso selbstverständlich durfte sich die Geschichte nicht darauf beschränken, quasi die alten Romane noch einmal zu erzählen. Also eben nicht einen erneuten Vorstoß der Menschheit nach Arkon, kein Aufgruss der Condos-Vasac-Romane aus der frühen ATLAN-Serie und so weiter ...
Während des Spaziergangs entwickelten wir einige grundlegende Ideen, vor allem struktureller Art, wie eine solche Miniserie – so weit waren wir bereits mit dem Gedanken – zu verlaufen hätte. »Man braucht eine völlig neue Gefahr für die Erde«, argumentierte Robert Feldhoff, »eine, die nicht in den ersten 150 Heften die ganze Zeit thematisiert wird.«
Wir überlegten uns bereits, wie denn eine solche Serie heißen müsste. PERRY RHODAN als Markenname sollte enthalten sein, aber was wäre die ideale Ergänzung? Zuerst dachten wir über PERRY RHODAN-classics nach, ließen das dann aber sein: Es hätte zu sehr nach einer Neuauflage der klassischen Heftromane geklungen. »Warum nicht PERRY RHODAN-Action?«, sagte ich irgendwann. »An Action soll's ja nicht mangeln.«
Zurück in den Räumen der Agentur Animagic redeten wir wieder über die aktuelle Handlung, diskutierten mit Dirk Schulz über Titelbild-Entwürfe und anderes und kamen erst abends wieder auf das Thema zu sprechen. Dirk ist ein erfahrener Werbe-Mann, für ihn war der Name PERRY RHODAN-Action absolut überzeugend: »Da weiß jeder gleich, was es gibt«, argumentierte er.
Robert Feldhoff setzte sich sofort nach seiner Rückkehr in Oldenburg hin und entwarf ein inhaltliches Konzept für eine zwölf Bände umfassende Mini-Serie, die er »Die Regenten der Energie« nannte. Ich dachte mir eine Reihe von Vertriebs- und Marketing-Argumenten aus, sammelte weitere Ideen der Kollegen aus der Abteilung ein und vereinbarte einen Termin mit der Geschäftsleitung.
Dieser Termin fand statt, ich präsentierte unser gemeinsames Konzept, und nach einiger Diskussion wurde der Vertrieb in Wiesbaden telefonisch hinzugeschaltet. Insgesamt fanden alle Beteiligten an der Gesprächsrunde die Überlegung zu PERRY RHODAN-Action sehr überzeugend, und ich bekam gewissermaßen »hellgrünes Licht«. Einiges an Arbeit war noch hineinzustecken, der Vertrieb sollte seine Erwartungen bekannt geben, man musste eine Kalkulation anfertigen ... was eben so zu tun ist, wenn eine neue Zeitschrift auf den Markt kommen soll.
Da von vorneherein klar gewesen war, dass Robert Feldhoff vielleicht das Grundkonzept und möglicherweise sogar auch den ersten Roman schreiben sollte, aber auf gar keinen Fall die Exposés der einzelnen Bände, überlegten wir kurz, wer als Exposé-Autor in Frage käme. Die Antwort hatten wir schnell parat: Christian Montillon, unser derzeit jüngster Autor, frisch an Ideen und – dank seiner Arbeit für andere Serien – als Action-Spezialist ausgewiesen. Christian stimmte nach kurzer Bedenkzeit zu.
Und so startete PERRY RHODAN-Action im Herbst 2007 in seine Vorbereitungsphase. Der Vertrieb war begeistert, die Geschäftsleitung ließ sich von allen Konzepten überzeugen, und nach der Planungsphase erhielten wir endgültiges »grünes Licht«.
In diesen Tagen sitze ich am ersten Band der Reihe, »Trafalgars Killer« von Robert Feldhoff, ein packendes Weltraumabenteuer zwischen Terra und Trafalgar, zwischen dem Solsystem und dem Demetria-Sternhaufen, und redigiere mit großer Begeisterung diesen Roman. Perry Rhodan spielt die Hauptrolle, Tako Kakuta und Tama Yokida tauchen gleich im ersten Roman auf, und es wird nicht an Action, Spannung und auch emotionalen Verwicklungen gespart. Mir macht das ganz großen Spaß, und ich bin sicher, dieser Spaß wird sich auch auf die Leser dieses Romans übertragen.
Am 4. April 2008 ist es soweit: Dann erscheint »Trafalgars Killer« als Heftroman, parallel dazu auch als E-Book und als Hörbuch zum Download. PERRY RHODAN-Action schreibt ein neues Kapitel in der Geschichte der größten Science-Fiction-Serie der Welt – und wir sind alle »live« dabei.
Sommer 2007: Während einer Exposé-Besprechung spazierten Robert Feldhoff und ich am Rand von Bielefeld entlang. Die Sonne schien, und wir bummelten gemütlich einen Hang hinunter, einen Berg auf der anderen Seite wieder hoch, vorbei an Wiesen und einem kleinen Wald, an einem Gasthaus und an einer Gruppe von wartenden Radfahrern. Wir sprachen über die PERRY RHODAN-Serie, über unsere Vorlieben, über Autoren und ihre Romane, die wir mochten.
Im Verlauf des Gesprächs kamen wir auf die »klassische Zeit« der Serie. Beide hatten wir die Geschichten um die Dritte Macht und um das aufstrebende Solare Imperium mit großem Vergnügen gelesen, beide erinnerten wir uns gern wieder daran. Wir machten uns Gedanken darüber, wie man solche Geschichten in der heutigen Zeit noch einmal erzählen müsste: Das gesellschaftliche Bild hatte sich seit den 60er Jahren stark geändert, manches Handlungsschema würde im 21. Jahrhundert nicht mehr bei den Lesern ankommen, aber wir waren sicher, dass auch die aktuellen Leser der Faszination der PERRY RHODAN-Frühzeit erliegen würden.
Kaum waren wir an diesem Punkt angelangt, diskutierten wir bereits darüber, welche Story wir denn eigentlich schreiben wollten. Natürlich musste Perry Rhodan selbst die Hauptrolle spielen, selbstverständlich mussten Mutanten eine Rolle einnehmen – aber ebenso selbstverständlich durfte sich die Geschichte nicht darauf beschränken, quasi die alten Romane noch einmal zu erzählen. Also eben nicht einen erneuten Vorstoß der Menschheit nach Arkon, kein Aufgruss der Condos-Vasac-Romane aus der frühen ATLAN-Serie und so weiter ...
Während des Spaziergangs entwickelten wir einige grundlegende Ideen, vor allem struktureller Art, wie eine solche Miniserie – so weit waren wir bereits mit dem Gedanken – zu verlaufen hätte. »Man braucht eine völlig neue Gefahr für die Erde«, argumentierte Robert Feldhoff, »eine, die nicht in den ersten 150 Heften die ganze Zeit thematisiert wird.«
Wir überlegten uns bereits, wie denn eine solche Serie heißen müsste. PERRY RHODAN als Markenname sollte enthalten sein, aber was wäre die ideale Ergänzung? Zuerst dachten wir über PERRY RHODAN-classics nach, ließen das dann aber sein: Es hätte zu sehr nach einer Neuauflage der klassischen Heftromane geklungen. »Warum nicht PERRY RHODAN-Action?«, sagte ich irgendwann. »An Action soll's ja nicht mangeln.«
Zurück in den Räumen der Agentur Animagic redeten wir wieder über die aktuelle Handlung, diskutierten mit Dirk Schulz über Titelbild-Entwürfe und anderes und kamen erst abends wieder auf das Thema zu sprechen. Dirk ist ein erfahrener Werbe-Mann, für ihn war der Name PERRY RHODAN-Action absolut überzeugend: »Da weiß jeder gleich, was es gibt«, argumentierte er.
Robert Feldhoff setzte sich sofort nach seiner Rückkehr in Oldenburg hin und entwarf ein inhaltliches Konzept für eine zwölf Bände umfassende Mini-Serie, die er »Die Regenten der Energie« nannte. Ich dachte mir eine Reihe von Vertriebs- und Marketing-Argumenten aus, sammelte weitere Ideen der Kollegen aus der Abteilung ein und vereinbarte einen Termin mit der Geschäftsleitung.
Dieser Termin fand statt, ich präsentierte unser gemeinsames Konzept, und nach einiger Diskussion wurde der Vertrieb in Wiesbaden telefonisch hinzugeschaltet. Insgesamt fanden alle Beteiligten an der Gesprächsrunde die Überlegung zu PERRY RHODAN-Action sehr überzeugend, und ich bekam gewissermaßen »hellgrünes Licht«. Einiges an Arbeit war noch hineinzustecken, der Vertrieb sollte seine Erwartungen bekannt geben, man musste eine Kalkulation anfertigen ... was eben so zu tun ist, wenn eine neue Zeitschrift auf den Markt kommen soll.
Da von vorneherein klar gewesen war, dass Robert Feldhoff vielleicht das Grundkonzept und möglicherweise sogar auch den ersten Roman schreiben sollte, aber auf gar keinen Fall die Exposés der einzelnen Bände, überlegten wir kurz, wer als Exposé-Autor in Frage käme. Die Antwort hatten wir schnell parat: Christian Montillon, unser derzeit jüngster Autor, frisch an Ideen und – dank seiner Arbeit für andere Serien – als Action-Spezialist ausgewiesen. Christian stimmte nach kurzer Bedenkzeit zu.
Und so startete PERRY RHODAN-Action im Herbst 2007 in seine Vorbereitungsphase. Der Vertrieb war begeistert, die Geschäftsleitung ließ sich von allen Konzepten überzeugen, und nach der Planungsphase erhielten wir endgültiges »grünes Licht«.
In diesen Tagen sitze ich am ersten Band der Reihe, »Trafalgars Killer« von Robert Feldhoff, ein packendes Weltraumabenteuer zwischen Terra und Trafalgar, zwischen dem Solsystem und dem Demetria-Sternhaufen, und redigiere mit großer Begeisterung diesen Roman. Perry Rhodan spielt die Hauptrolle, Tako Kakuta und Tama Yokida tauchen gleich im ersten Roman auf, und es wird nicht an Action, Spannung und auch emotionalen Verwicklungen gespart. Mir macht das ganz großen Spaß, und ich bin sicher, dieser Spaß wird sich auch auf die Leser dieses Romans übertragen.
Am 4. April 2008 ist es soweit: Dann erscheint »Trafalgars Killer« als Heftroman, parallel dazu auch als E-Book und als Hörbuch zum Download. PERRY RHODAN-Action schreibt ein neues Kapitel in der Geschichte der größten Science-Fiction-Serie der Welt – und wir sind alle »live« dabei.
06 Februar 2008
Wolfenbüttel im Februar
Ein Logbuch der Redaktion
Das diesjährige Science-Fiction-Seminar in Wolfenbüttel war in doppelter Hinsicht eine Premiere: Zum ersten Mal fand es im Februar statt – hatten wir wirklich noch nie –, und zum ersten Mal gab es für Science Fiction eine weibliche Dozentin. Als meine Partnerin wirkte am Wochenende des 1. bis 3. Februar 2008 Kathrin Lange. In den letzten Jahren hat sie in mehreren Disziplinen ihre Romane veröffentlicht: historische Romane und Jugendbücher, aber auch Science Fiction (bei PERRY RHODAN und ATLAN); Fantasy kommt demnächst hinzu.
Ich bin ein großer Fan der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel; dabei handelt es sich um eine öffentliche Einrichtung, in der Bildende Kunst und Theater, Musik und Literatur angeboten werden. Ebenso gibt es Lesungen und Vorträge, Tagungen und Seminare. Diesmal ging es zum wiederholten Mal um den Science-Fiction-Roman. Das Motto, das sich Dr. Olaf Kutzmutz, der literarische Leiter der Akademie, ausgedacht hatte, lautete mit feiner Ironie: »Unser tägliches Brot gib uns heute.«
Insgesamt 14 Autorinnen und Autoren hatten sich eingefunden. Manche von ihnen brachten Schreiberfahrung mit, hatten beispielsweise schon Romane publiziert oder in Zeitschriften eigene Kurzgeschichten veröffentlicht. Mit Dennis Mathiak und Marc Herren waren zudem zwei PERRY RHODAN-Fans anwesend, die ihre Erfahrungen mit der Fan-Serie »Thydery« gesammelt hatten.
Am Freitagabend begannen wir mit einer Vorstellungsrunde, der sich ein Redaktionsgespräch anschloss: Kathrin Lange und ich berichteten aus dem Alltag von Autoren und Redakteuren, stellten dar, wie ein Verlag funktioniert und wofür man eine vermittelnde Literaturagentur benötigen kann.
Danach wurden Texte besprochen, die von den Teilnehmern im Voraus eingeschickt worden waren: Es handelte sich um Auszüge aus Romanprojekten, an denen sie arbeiteten. Die inhaltliche Ausrichtung unterschied sich gewaltig. Von der klassischen Space Opera bis hin zu einer traumähnlichen Geschichte war sehr viel an »fantastischem« und vor allem fantasievollen Material vorhanden.
Am Samstagmorgen leitete Kathrin Lange den Tag mit einem längeren Referat ein, in dem sie darstellte, wie ihre Karriere verlaufen war, wie sie mit Agenturen und Verlagen zusammenarbeitet und so weiter. Darüber hinaus schilderte die Autorin, wie sie Schreibprobleme überwindet oder wie sie einen Roman bis ans Ende bringt. Obwohl ich sie schon lange kenne, erfuhr ich zum ersten Mal das Geheimnis des »roten Schals«, den sie für ihre Arbeit nutzt.
Später stellten wir eine Schreibaufgabe, die den Autoren helfen sollte, den »Kern« ihres Romans besser zu fassen; natürlich wurde darüber hinterher intensiv diskutiert. Und nach dem Mittagessen ging es erst wieder an die eingereichten Texte. Wir sprachen im Verlauf des Samstags tatsächlich alle Texte durch, wobei wir uns gegen Ende beeilen mussten, um alles zu schaffen – wie immer ist ein Wochenend-Seminar für die Vielzahl der Fragen, die sich stellen, viel zu kurz.
Wir setzten diesmal eine Mischung aus Text-Diskussion, Schreibarbeiten und Referaten ein, um das Seminar abwechslungsreich und interessant zu halten. An den Seminartagen endete die Diskussion auch nach dem Schluss des offiziellen Programms nicht; meist saßen Teilnehmer und Dozenten hinterher noch stundenlang bei Bier und Wein und anderen Getränken zusammen, sprachen über Literatur und Filme und vor allem darüber, wie man aus eigenen Ideen möglichst gute Geschichten entwickelt.
Letztlich geht es ja – abseits jeglicher Genre-Grenzen – immer wieder um dasselbe: Um eine Geschichte gut erzählen zu können, müssen Autoren in der Lage sein, Charaktere ausreichend zu beschreiben, ihnen gewissermaßen »Atem einzuhauchen«, und auch Szenen so zu schildern, dass man als Leser immer mit dabei ist. Unterm Strich ist es dann egal, ob Charaktere und Szenen im Science-Fiction-Umfeld spielen, in einer historischen Zeit oder in einer komplett erfundenen Fantasy-Landschaft.
Dabei lerne ich als Co-Dozent von den Teilnehmern ebenso etwas wie von den Dozenten; das ist immer wieder bereichernd. Und deshalb freue ich mich schon jetzt aufs nächste Seminar in Wolfenbüttel!
Das diesjährige Science-Fiction-Seminar in Wolfenbüttel war in doppelter Hinsicht eine Premiere: Zum ersten Mal fand es im Februar statt – hatten wir wirklich noch nie –, und zum ersten Mal gab es für Science Fiction eine weibliche Dozentin. Als meine Partnerin wirkte am Wochenende des 1. bis 3. Februar 2008 Kathrin Lange. In den letzten Jahren hat sie in mehreren Disziplinen ihre Romane veröffentlicht: historische Romane und Jugendbücher, aber auch Science Fiction (bei PERRY RHODAN und ATLAN); Fantasy kommt demnächst hinzu.
Ich bin ein großer Fan der Bundesakademie für kulturelle Bildung in Wolfenbüttel; dabei handelt es sich um eine öffentliche Einrichtung, in der Bildende Kunst und Theater, Musik und Literatur angeboten werden. Ebenso gibt es Lesungen und Vorträge, Tagungen und Seminare. Diesmal ging es zum wiederholten Mal um den Science-Fiction-Roman. Das Motto, das sich Dr. Olaf Kutzmutz, der literarische Leiter der Akademie, ausgedacht hatte, lautete mit feiner Ironie: »Unser tägliches Brot gib uns heute.«
Insgesamt 14 Autorinnen und Autoren hatten sich eingefunden. Manche von ihnen brachten Schreiberfahrung mit, hatten beispielsweise schon Romane publiziert oder in Zeitschriften eigene Kurzgeschichten veröffentlicht. Mit Dennis Mathiak und Marc Herren waren zudem zwei PERRY RHODAN-Fans anwesend, die ihre Erfahrungen mit der Fan-Serie »Thydery« gesammelt hatten.
Am Freitagabend begannen wir mit einer Vorstellungsrunde, der sich ein Redaktionsgespräch anschloss: Kathrin Lange und ich berichteten aus dem Alltag von Autoren und Redakteuren, stellten dar, wie ein Verlag funktioniert und wofür man eine vermittelnde Literaturagentur benötigen kann.
Danach wurden Texte besprochen, die von den Teilnehmern im Voraus eingeschickt worden waren: Es handelte sich um Auszüge aus Romanprojekten, an denen sie arbeiteten. Die inhaltliche Ausrichtung unterschied sich gewaltig. Von der klassischen Space Opera bis hin zu einer traumähnlichen Geschichte war sehr viel an »fantastischem« und vor allem fantasievollen Material vorhanden.
Am Samstagmorgen leitete Kathrin Lange den Tag mit einem längeren Referat ein, in dem sie darstellte, wie ihre Karriere verlaufen war, wie sie mit Agenturen und Verlagen zusammenarbeitet und so weiter. Darüber hinaus schilderte die Autorin, wie sie Schreibprobleme überwindet oder wie sie einen Roman bis ans Ende bringt. Obwohl ich sie schon lange kenne, erfuhr ich zum ersten Mal das Geheimnis des »roten Schals«, den sie für ihre Arbeit nutzt.
Später stellten wir eine Schreibaufgabe, die den Autoren helfen sollte, den »Kern« ihres Romans besser zu fassen; natürlich wurde darüber hinterher intensiv diskutiert. Und nach dem Mittagessen ging es erst wieder an die eingereichten Texte. Wir sprachen im Verlauf des Samstags tatsächlich alle Texte durch, wobei wir uns gegen Ende beeilen mussten, um alles zu schaffen – wie immer ist ein Wochenend-Seminar für die Vielzahl der Fragen, die sich stellen, viel zu kurz.
Wir setzten diesmal eine Mischung aus Text-Diskussion, Schreibarbeiten und Referaten ein, um das Seminar abwechslungsreich und interessant zu halten. An den Seminartagen endete die Diskussion auch nach dem Schluss des offiziellen Programms nicht; meist saßen Teilnehmer und Dozenten hinterher noch stundenlang bei Bier und Wein und anderen Getränken zusammen, sprachen über Literatur und Filme und vor allem darüber, wie man aus eigenen Ideen möglichst gute Geschichten entwickelt.
Letztlich geht es ja – abseits jeglicher Genre-Grenzen – immer wieder um dasselbe: Um eine Geschichte gut erzählen zu können, müssen Autoren in der Lage sein, Charaktere ausreichend zu beschreiben, ihnen gewissermaßen »Atem einzuhauchen«, und auch Szenen so zu schildern, dass man als Leser immer mit dabei ist. Unterm Strich ist es dann egal, ob Charaktere und Szenen im Science-Fiction-Umfeld spielen, in einer historischen Zeit oder in einer komplett erfundenen Fantasy-Landschaft.
Dabei lerne ich als Co-Dozent von den Teilnehmern ebenso etwas wie von den Dozenten; das ist immer wieder bereichernd. Und deshalb freue ich mich schon jetzt aufs nächste Seminar in Wolfenbüttel!
04 Februar 2008
Sphärische Musik – ein Trip durchs Universum
Ein Logbuch der Redaktion
Seit Tagen wundern sich Menschen, wenn sie mein Büro betreten: Aus den Lautsprechern an meinem Computer dringt Musik, die sehr »sphärisch« klingt, die ohne Gesang auskommt und die unweigerlich an bekannte Kinofilme erinnert. Man könnte meinen, ich höre den ganzen Tag diverse Soundtracks zu erfolgreichen Filmen.
Dabei handelt es sich um das neueste Musik-Werk zu PERRY RHODAN: Es ist die CD »X-Plorer - A Trip Through The Universe Of Perry Rhodan«, die sich zugleich als »erstes offizielles Konzeptalbum zu den beliebten Romanen« versteht. Diese Bezeichnung ist nachvollziehbar und überzeugend zugleich: Die Musik erinnert streckenweise wirklich an die großen Rock-Opern und Konzeptalben der 70er Jahre, als der Synthesizer noch neu war und man teilweise ausufernde Klangexperimente bevorzugte.
Bei dieser CD fiept es, da wabern gelegentlich lange Töne durch die Stücke – aber es klingt eben nicht nur nach den 70er Jahren. Ganz im Gegenteil greift die Produktion auch stilistische Ausprägungen der 90er Jahre auf, die man im weitesten Sinne als »Chillout« oder Electro-Pop zusammenfassen könnte. Man kann sich tatsächlich auf die Klänge einlassen und seine Sinne in die Ferne schweben lassen; genau dieser klassische Space-Rock-Instinkt wird angesprochen.
Wer unbedingt einen Vergleich haben möchte, denke vor allem an Vangelis und Jean-Michel Jarre – da gibt es sicher das höchste Maß an Übereinstimmung. Kein Wunder: Mitgewirkt hat unter anderem der in Paris lebende Musiker Michel Geiss, der jahrelang mit Jean-Michel Jarre zusammengearbeitet hat.
Übrigens bietet die CD auch in gedruckter Form einiges für den PERRY RHODAN-Interessierten: Das Booklet ist 24 Seiten stark und enthält wunderbare Grafiken von Johnny Bruck und Swen Papenbrock – das sieht stark aus!
Mich hat die CD überzeugt, weil sie eine sehr stimmungsvolle Art und Weise ist, das PERRY RHODAN-Universum in Klänge zu übertragen. Für Fans der größten SF-Serie der Welt sicher ein Tipp, der sich lohnt. Wer sich überzeugen möchte, kann auf der Homepage von Amazon.de übrigens Tonproben der Stücke genießen.
Seit Tagen wundern sich Menschen, wenn sie mein Büro betreten: Aus den Lautsprechern an meinem Computer dringt Musik, die sehr »sphärisch« klingt, die ohne Gesang auskommt und die unweigerlich an bekannte Kinofilme erinnert. Man könnte meinen, ich höre den ganzen Tag diverse Soundtracks zu erfolgreichen Filmen.
Dabei handelt es sich um das neueste Musik-Werk zu PERRY RHODAN: Es ist die CD »X-Plorer - A Trip Through The Universe Of Perry Rhodan«, die sich zugleich als »erstes offizielles Konzeptalbum zu den beliebten Romanen« versteht. Diese Bezeichnung ist nachvollziehbar und überzeugend zugleich: Die Musik erinnert streckenweise wirklich an die großen Rock-Opern und Konzeptalben der 70er Jahre, als der Synthesizer noch neu war und man teilweise ausufernde Klangexperimente bevorzugte.
Bei dieser CD fiept es, da wabern gelegentlich lange Töne durch die Stücke – aber es klingt eben nicht nur nach den 70er Jahren. Ganz im Gegenteil greift die Produktion auch stilistische Ausprägungen der 90er Jahre auf, die man im weitesten Sinne als »Chillout« oder Electro-Pop zusammenfassen könnte. Man kann sich tatsächlich auf die Klänge einlassen und seine Sinne in die Ferne schweben lassen; genau dieser klassische Space-Rock-Instinkt wird angesprochen.
Wer unbedingt einen Vergleich haben möchte, denke vor allem an Vangelis und Jean-Michel Jarre – da gibt es sicher das höchste Maß an Übereinstimmung. Kein Wunder: Mitgewirkt hat unter anderem der in Paris lebende Musiker Michel Geiss, der jahrelang mit Jean-Michel Jarre zusammengearbeitet hat.
Übrigens bietet die CD auch in gedruckter Form einiges für den PERRY RHODAN-Interessierten: Das Booklet ist 24 Seiten stark und enthält wunderbare Grafiken von Johnny Bruck und Swen Papenbrock – das sieht stark aus!
Mich hat die CD überzeugt, weil sie eine sehr stimmungsvolle Art und Weise ist, das PERRY RHODAN-Universum in Klänge zu übertragen. Für Fans der größten SF-Serie der Welt sicher ein Tipp, der sich lohnt. Wer sich überzeugen möchte, kann auf der Homepage von Amazon.de übrigens Tonproben der Stücke genießen.
31 Januar 2008
Die Ennoxstraße
Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«
Das Thema dieser Redakteurs-Erinnerung ist ein wenig schwierig, weil ich ins Jahr 1994 zurückblende und über die damalige Exposé-Arbeit plaudern möchte. Das ist möglicherweise kompliziert für jene Leser, die die damaligen Romane nicht gelesen (oder bereits vergessen?) haben. Zu viele Details zum Hintergrund würden aber noch weiter verwirren; ich empfehle im Zweifelsfall das Stöbern in der Zykluszusammenfassung auf der PR-Homepage.
Die ersten Romane des neuen Ayindi-Zyklus waren noch gar nicht erschienen, die Autoren kämpften sich durch die Exposés, die auf den Band 1700 folgten – doch es gab zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten inhaltlichen Probleme. Die bisher übliche Taktik, einen großen Handlungsbogen zu erdenken, sich aber um die Details nicht zu kümmern, schien nicht aufzugehen.
Das merkte vor allem einer – Robert Feldhoff. Der Autor war mit Band 1701 offiziell als Mitglied in die sogenannte Expo-Factory aufgenommen worden war. Robert, der mit dem Doppelband 1707 und 1708 zwei entscheidende Romane schreiben sollte, erkannte nach Durchsicht der Exposés, welche Probleme auf ihn zukamen.
Immerhin sollte er eine Reihe von grundsätzlichen Themen behandeln ...
Er sollte darstellen, in welcher Form die Ayindi die Angriffe der Abruse abwehrten – hierzu hatte sich bislang noch niemand grundsätzliche Gedanken gemacht –, und er sollte zeigen, wie die Terraner in die Raumschlacht eingreifen und ihre Aktion letztlich dazu führt, dass ein Splitter der Abruse ins Solsystem transferiert wird, um dort dann zur »Kristallisierung« des Mars zu führen. Und »ganz nebenbei« sollte er beschreiben, wie der Nakk Paunaro den Kyberklon Voltago wiederfindet ...
Alles miteinander schon sehr komplex, vor allem deshalb, weil damit der Brückenschlag zwischen der Milchstraßen- und der Arresum-Handlung hergestellt werden sollte. Ein doppelter Schlüsselroman also, der dadurch verkompliziert wurde, dass ich in einer Redaktionskonferenz mit einer komplett offenen Frage genervt hatte: Was zum Teufel hatten eigentlich die Ennox mit der ganzen Sache zu tun, außer der Tatsache, dass sie Perry Rhodan auf den Weg zur Großen Leere geschickt hatten?
Am 10. Februar 1994 schrieb Robert Feldhoff dann ein langes Fax an den damaligen Redakteur, also an mich. Damals kommunizierten wir vorzugsweise per Telefon oder per Fax; Robert schickte solche Faxe vor allem nachts gern los. In diesem drei Seiten umfassenden Fax formulierte er seine Idee einer sogenannten Ennoxstraße, die von mir in dieser Form am selben Tag noch abgelehnt wurde; sie erschien mir als noch komplizierter als das bisher schon schwierige Ideenkonstrukt.
Robert war unwohl bei den vielen ungelösten Fragen: »Jedenfalls liegt mir Mystery im Magen, zumal ich das Gefühl habe, diese Mystery-Schiene schlecht zu überblicken.« Damit meinte er den Ennox-Planeten Mystery, der ihm nicht so recht zu den Shuwashen zu passen schien, die laut unserer neuen Überlegung vor zwei Millionen Jahren auf dem Mars siedelten. Und er präzisierte: »Besser jetzt dieser kleine, aber immerhin logische Salto, als später. Am Zyklusende haben wir noch so viele schwere Sachen, daß ich dies hier gern abgeräumt wüßte.«
In seiner Konzeption sollte der Nakk Paunaro in einen Schacht auf dem Planeten Achtzehn steigen und dort eine Art Ennoxstraße finden. Mit Hilfe dieses Schachtes seien die Ertruserin Lyndara und ihre Begleiter – ein Handlungselement der Romane zwischen Band 1650 und 1699 – von der Großen Leere in die Milchstraße gelangt.
Bei der Erforschung dieser Ennoxtraße sollten Paunaro sowie der Wissenschaftler Myles Kantor in seiner Begleitung eine mysteriöse Energieblase finden. In dieser könnten »Ennox niemals stofflich existieren, sondern würden von hier aus als entstofflichter Energieimpuls direkt zum Ausgang der Blase weitergeleitet werden, zu einem Dimensionstor«. Dort wiederum stoßen Paunaro und Kantor auf die Leiche eines Lebewesens, das sich vor etwa 900.000 Jahren aufgemacht hatte, das Rätsel der Sampler-Planeten zu lösen.
Roberts Vorschlag: »In einem mitgeführten Datenspeicher (Raumanzug) finden Kantor und Paunaro jede Menge Angaben über das Sampler-Rätsel. So muß das unbekannte Wesen geglaubt haben, auf der anderen Seite, der Minus-Seite, warte eine ungeheure Belohnung. Und es wußte vermutlich auch, daß nur ein Vitalenergiespeicher/Zellaktivator es vor dem Tod drüben schützen könnte ...«
Mit Hilfe des Wesens und der Ennoxstraße – so Roberts Kalkül – ließen sich viele offene Fragen klären. Dank der »dimensionalen Verwindung« im Schacht hätten beispielsweise die Ertruser »ihre negative Strangeness erhalten und ihre geistige Verwirrung. Als sie auf Mystery herauskamen, wußten sie nur noch etwas von Macht und Blohnung und daß sie einen Aktivator brauchen ...«
Höhepunkt des Romans sollte sein, dass Paunaro dann doch das entscheidende finden sollte: »den Kyberklon Voltago, vielleicht unter einer Geröllhalde verborgen«. Das alles lässt sich heute kaum noch darstellen, ohne den kompletten Gesamtzyklus um das Große Galaktische Rätsel noch einmal Revue passieren zu lassen; immerhin beschäftigten sich 200 PERRY RHODAN-Romane mit diesem Thema.
Aber schon damals waren Robert Feldhoffs Überlegungen sehr komplex, arbeitete er anders mit der Stoff-Fülle des PERRY RHODAN-Kosmos als manche andere Kollegen. Deshalb passte auch das Ende seines Faxes: »Vom rein schriftstellerischen her traue ich mir zu, die Sache so zu bringen, daß sie im Roman gut kommt. Nur, wollen wir das? Besser wäre es ...«
Das war der Auftakt für ein langes Telefonat. Wie immer drängte die Zeit, wie immer mussten wir uns eine Möglichkeit ausdenken, die mit überschaubarem Aufwand zu schaffen war. Aus diesem Grund, so denke ich, wurde diese Überlegung Robert Feldhoffs nicht umgesetzt. Er schrieb seinen Roman nach Exposé zu Ende und definierte in diesem Doppelband sehr viel Grundsätzliches zum laufenden Zyklus – viele seiner Überlegungen kamen nicht zum Tragen, andere nutzten wir für spätere Ideen.
Das Thema dieser Redakteurs-Erinnerung ist ein wenig schwierig, weil ich ins Jahr 1994 zurückblende und über die damalige Exposé-Arbeit plaudern möchte. Das ist möglicherweise kompliziert für jene Leser, die die damaligen Romane nicht gelesen (oder bereits vergessen?) haben. Zu viele Details zum Hintergrund würden aber noch weiter verwirren; ich empfehle im Zweifelsfall das Stöbern in der Zykluszusammenfassung auf der PR-Homepage.
Die ersten Romane des neuen Ayindi-Zyklus waren noch gar nicht erschienen, die Autoren kämpften sich durch die Exposés, die auf den Band 1700 folgten – doch es gab zu diesem Zeitpunkt bereits die ersten inhaltlichen Probleme. Die bisher übliche Taktik, einen großen Handlungsbogen zu erdenken, sich aber um die Details nicht zu kümmern, schien nicht aufzugehen.
Das merkte vor allem einer – Robert Feldhoff. Der Autor war mit Band 1701 offiziell als Mitglied in die sogenannte Expo-Factory aufgenommen worden war. Robert, der mit dem Doppelband 1707 und 1708 zwei entscheidende Romane schreiben sollte, erkannte nach Durchsicht der Exposés, welche Probleme auf ihn zukamen.
Immerhin sollte er eine Reihe von grundsätzlichen Themen behandeln ...
Er sollte darstellen, in welcher Form die Ayindi die Angriffe der Abruse abwehrten – hierzu hatte sich bislang noch niemand grundsätzliche Gedanken gemacht –, und er sollte zeigen, wie die Terraner in die Raumschlacht eingreifen und ihre Aktion letztlich dazu führt, dass ein Splitter der Abruse ins Solsystem transferiert wird, um dort dann zur »Kristallisierung« des Mars zu führen. Und »ganz nebenbei« sollte er beschreiben, wie der Nakk Paunaro den Kyberklon Voltago wiederfindet ...
Alles miteinander schon sehr komplex, vor allem deshalb, weil damit der Brückenschlag zwischen der Milchstraßen- und der Arresum-Handlung hergestellt werden sollte. Ein doppelter Schlüsselroman also, der dadurch verkompliziert wurde, dass ich in einer Redaktionskonferenz mit einer komplett offenen Frage genervt hatte: Was zum Teufel hatten eigentlich die Ennox mit der ganzen Sache zu tun, außer der Tatsache, dass sie Perry Rhodan auf den Weg zur Großen Leere geschickt hatten?
Am 10. Februar 1994 schrieb Robert Feldhoff dann ein langes Fax an den damaligen Redakteur, also an mich. Damals kommunizierten wir vorzugsweise per Telefon oder per Fax; Robert schickte solche Faxe vor allem nachts gern los. In diesem drei Seiten umfassenden Fax formulierte er seine Idee einer sogenannten Ennoxstraße, die von mir in dieser Form am selben Tag noch abgelehnt wurde; sie erschien mir als noch komplizierter als das bisher schon schwierige Ideenkonstrukt.
Robert war unwohl bei den vielen ungelösten Fragen: »Jedenfalls liegt mir Mystery im Magen, zumal ich das Gefühl habe, diese Mystery-Schiene schlecht zu überblicken.« Damit meinte er den Ennox-Planeten Mystery, der ihm nicht so recht zu den Shuwashen zu passen schien, die laut unserer neuen Überlegung vor zwei Millionen Jahren auf dem Mars siedelten. Und er präzisierte: »Besser jetzt dieser kleine, aber immerhin logische Salto, als später. Am Zyklusende haben wir noch so viele schwere Sachen, daß ich dies hier gern abgeräumt wüßte.«
In seiner Konzeption sollte der Nakk Paunaro in einen Schacht auf dem Planeten Achtzehn steigen und dort eine Art Ennoxstraße finden. Mit Hilfe dieses Schachtes seien die Ertruserin Lyndara und ihre Begleiter – ein Handlungselement der Romane zwischen Band 1650 und 1699 – von der Großen Leere in die Milchstraße gelangt.
Bei der Erforschung dieser Ennoxtraße sollten Paunaro sowie der Wissenschaftler Myles Kantor in seiner Begleitung eine mysteriöse Energieblase finden. In dieser könnten »Ennox niemals stofflich existieren, sondern würden von hier aus als entstofflichter Energieimpuls direkt zum Ausgang der Blase weitergeleitet werden, zu einem Dimensionstor«. Dort wiederum stoßen Paunaro und Kantor auf die Leiche eines Lebewesens, das sich vor etwa 900.000 Jahren aufgemacht hatte, das Rätsel der Sampler-Planeten zu lösen.
Roberts Vorschlag: »In einem mitgeführten Datenspeicher (Raumanzug) finden Kantor und Paunaro jede Menge Angaben über das Sampler-Rätsel. So muß das unbekannte Wesen geglaubt haben, auf der anderen Seite, der Minus-Seite, warte eine ungeheure Belohnung. Und es wußte vermutlich auch, daß nur ein Vitalenergiespeicher/Zellaktivator es vor dem Tod drüben schützen könnte ...«
Mit Hilfe des Wesens und der Ennoxstraße – so Roberts Kalkül – ließen sich viele offene Fragen klären. Dank der »dimensionalen Verwindung« im Schacht hätten beispielsweise die Ertruser »ihre negative Strangeness erhalten und ihre geistige Verwirrung. Als sie auf Mystery herauskamen, wußten sie nur noch etwas von Macht und Blohnung und daß sie einen Aktivator brauchen ...«
Höhepunkt des Romans sollte sein, dass Paunaro dann doch das entscheidende finden sollte: »den Kyberklon Voltago, vielleicht unter einer Geröllhalde verborgen«. Das alles lässt sich heute kaum noch darstellen, ohne den kompletten Gesamtzyklus um das Große Galaktische Rätsel noch einmal Revue passieren zu lassen; immerhin beschäftigten sich 200 PERRY RHODAN-Romane mit diesem Thema.
Aber schon damals waren Robert Feldhoffs Überlegungen sehr komplex, arbeitete er anders mit der Stoff-Fülle des PERRY RHODAN-Kosmos als manche andere Kollegen. Deshalb passte auch das Ende seines Faxes: »Vom rein schriftstellerischen her traue ich mir zu, die Sache so zu bringen, daß sie im Roman gut kommt. Nur, wollen wir das? Besser wäre es ...«
Das war der Auftakt für ein langes Telefonat. Wie immer drängte die Zeit, wie immer mussten wir uns eine Möglichkeit ausdenken, die mit überschaubarem Aufwand zu schaffen war. Aus diesem Grund, so denke ich, wurde diese Überlegung Robert Feldhoffs nicht umgesetzt. Er schrieb seinen Roman nach Exposé zu Ende und definierte in diesem Doppelband sehr viel Grundsätzliches zum laufenden Zyklus – viele seiner Überlegungen kamen nicht zum Tragen, andere nutzten wir für spätere Ideen.
30 Januar 2008
Musik zur SF-Serie
Gestern habe ich endlich mein Logbuch der Redaktion zu der CD geschrieben, die seit Tagen in meinem CD-Fach im Computer liegt: »X-Plorer - A Trip Through The Universe of Perry Rhodan«. Wann das Logbuch erscheint, weiß ich noch nicht; es muss erst noch eingeplant werden.
Nur so viel: Die Musik auf der CD tut wirklich nicht weh, es ist sphärisches Gedudel, wie man es von Jean-Michel Jarre und anderen Helden der 70er Jahre her kennt. Für meinen Geschmack auf Dauer zu langweilig, aber ich kann auch mit der meisten Musik der Ära nicht mehr viel anfangen.
Manchen PR-Fans könnte das gut gefallen, denke ich. Ich würde mir ja glatt wünschen, dass die CD gut läuft.
Nur so viel: Die Musik auf der CD tut wirklich nicht weh, es ist sphärisches Gedudel, wie man es von Jean-Michel Jarre und anderen Helden der 70er Jahre her kennt. Für meinen Geschmack auf Dauer zu langweilig, aber ich kann auch mit der meisten Musik der Ära nicht mehr viel anfangen.
Manchen PR-Fans könnte das gut gefallen, denke ich. Ich würde mir ja glatt wünschen, dass die CD gut läuft.
Im Bann des Terminalen Herolds
Ein Logbuch der Redaktion
Mittlerweile haben die PERRY RHODAN-Leser ein wenig mehr über das geheimnisvolle INTAZO, seine Bewohner und seine neuen Besucher erfahren. Für Perry Rhodan und die Besatzungsmitglieder der JULES VERNE erweist sich der riesige Sammelplatz für die Truppen der Superintelligenz ARCHETIM als ein faszinierender Miniaturkosmos mit zahlreichen Überraschungen.
Immerhin haben es die Terraner hier mit einem Hyperkokon zu tun, vergleichbar mit anderen Erscheinungen dieser Art, auf die man in den letzten zweitausend Jahren gelegentlich gestoßen ist. Eine Länge von zweieinhalb Lichtjahren und ein Durchmesser von bis zu 0,8 Lichtjahren – das ist eine imposante Größe, die vor allem deshalb beeindruckt, weil das Gebilde ja komplett künstlich ist, keine irgendwie entstandene Laune der Natur.
In seinem PERRY RHODAN-Roman »Die Thermodyn-Zentrale«, der als Nummer 2424 erscheint, schildert Hubert Haensel mehr über die Hintergründe des seltsamen Raumes. Man erfährt einiges über die sogenannten Thermodyn-Ingenieure und auch darüber, wie die Struktur der ARCHETIM-Truppen aussieht.
Immerhin halten sich in dem rot schimmernden Gebilde Hunderttausende von Raumschiffen und viele Millionen von Wesen aus verschiedenen Galaxien auf, eine Streitmacht, mit der man buchstäblich eine Galaxis aus den Angeln heben könnte. Die Terraner sind hier nur Gäste – aber es scheint, dass sie mit ihrem Eintreffen im INTAZO verschiedene Entwicklungen anstoßen, die bisher niemand erwartet hat. Es scheint zudem, als ob ausgerechnet die Person Perry Rhodan selbst zum Auslöser für vieles werden könnte.
Im Folgeband setzt sich diese Tendenz fort; geschrieben wurde der 2425ste PERRY RHODAN-Roman von Michael Marcus Thurner, und er wird unter dem Titel »Zwei gegen INTAZO« erscheinen. Mit den »zwei« sind die beiden Wesen gemeint, die man schon fast als verschwunden »abgebucht« hat: ein gewisser Dualer Kapitän nämlich und ein Terminaler Herold.
Viel mehr kann und will ich an dieser Stelle dazu nun wirklich nicht schreiben, weil das zu viel verraten könnte. Nur so viel: Perry Rhodan hat es mit Gegnern zu tun, die ihm eigentlich völlig überlegen sind. Sie operieren aber in einem Raum, in dem sie die »Schwachen« sind – und dann wird die Sache wieder ganz anders ...
Spannendes gibt es also im INTAZO zu erfahren, geboten von zwei Autoren, die sichtlich Lust hatten, diese Romane zu schreiben. Lasst Euch überraschen!
Mittlerweile haben die PERRY RHODAN-Leser ein wenig mehr über das geheimnisvolle INTAZO, seine Bewohner und seine neuen Besucher erfahren. Für Perry Rhodan und die Besatzungsmitglieder der JULES VERNE erweist sich der riesige Sammelplatz für die Truppen der Superintelligenz ARCHETIM als ein faszinierender Miniaturkosmos mit zahlreichen Überraschungen.
Immerhin haben es die Terraner hier mit einem Hyperkokon zu tun, vergleichbar mit anderen Erscheinungen dieser Art, auf die man in den letzten zweitausend Jahren gelegentlich gestoßen ist. Eine Länge von zweieinhalb Lichtjahren und ein Durchmesser von bis zu 0,8 Lichtjahren – das ist eine imposante Größe, die vor allem deshalb beeindruckt, weil das Gebilde ja komplett künstlich ist, keine irgendwie entstandene Laune der Natur.
In seinem PERRY RHODAN-Roman »Die Thermodyn-Zentrale«, der als Nummer 2424 erscheint, schildert Hubert Haensel mehr über die Hintergründe des seltsamen Raumes. Man erfährt einiges über die sogenannten Thermodyn-Ingenieure und auch darüber, wie die Struktur der ARCHETIM-Truppen aussieht.
Immerhin halten sich in dem rot schimmernden Gebilde Hunderttausende von Raumschiffen und viele Millionen von Wesen aus verschiedenen Galaxien auf, eine Streitmacht, mit der man buchstäblich eine Galaxis aus den Angeln heben könnte. Die Terraner sind hier nur Gäste – aber es scheint, dass sie mit ihrem Eintreffen im INTAZO verschiedene Entwicklungen anstoßen, die bisher niemand erwartet hat. Es scheint zudem, als ob ausgerechnet die Person Perry Rhodan selbst zum Auslöser für vieles werden könnte.
Im Folgeband setzt sich diese Tendenz fort; geschrieben wurde der 2425ste PERRY RHODAN-Roman von Michael Marcus Thurner, und er wird unter dem Titel »Zwei gegen INTAZO« erscheinen. Mit den »zwei« sind die beiden Wesen gemeint, die man schon fast als verschwunden »abgebucht« hat: ein gewisser Dualer Kapitän nämlich und ein Terminaler Herold.
Viel mehr kann und will ich an dieser Stelle dazu nun wirklich nicht schreiben, weil das zu viel verraten könnte. Nur so viel: Perry Rhodan hat es mit Gegnern zu tun, die ihm eigentlich völlig überlegen sind. Sie operieren aber in einem Raum, in dem sie die »Schwachen« sind – und dann wird die Sache wieder ganz anders ...
Spannendes gibt es also im INTAZO zu erfahren, geboten von zwei Autoren, die sichtlich Lust hatten, diese Romane zu schreiben. Lasst Euch überraschen!
25 Januar 2008
Ein Versuch zur Aktualisierung
Bisher habe ich diesen Blog hier nur dazu benutzt, längere Texte zu veröffentlichen, die normalerweise auf der PERRY RHODAN-Homepage als Logbücher erschienen sind. War ganz gut, hatte auch keine große Relevanz - ich habe für den Blog bisher nicht die geringste Werbung betrieben.
Ich will das ein bisschen ändern, in dem ich künftig jeden Tag (oder fast jeden Tag) wirklich kurz was blogge, was neu in und bei PERRY RHODAN war. Schauen wir mal, wie das geht und welche Texte ich hinbekomme. Und dann schauen wir eben auch, wie das bei den potentiellen Lesern dieses Blogs ankommt.
Ich will das ein bisschen ändern, in dem ich künftig jeden Tag (oder fast jeden Tag) wirklich kurz was blogge, was neu in und bei PERRY RHODAN war. Schauen wir mal, wie das geht und welche Texte ich hinbekomme. Und dann schauen wir eben auch, wie das bei den potentiellen Lesern dieses Blogs ankommt.
22 Januar 2008
Klare Aussichten fürs Jahr 2008
Ein Logbuch der Redaktion
Seit einigen Jahren hat sich für die PERRY RHODAN-Redaktion die Teamtagung zu einem Startschuss ins neue Jahr entwickelt. So auch am vergangenen Wochenende, wo wir am Freitag und am Samstag in Klausur gingen und uns intensiv mit den kommenden Aktivitäten beschäftigten.
Los ging's am Freitag morgen, 18. Januar 2008. Ich holte Robert Feldhoff, unseren Chefautor, im Hotel ab, und dann fuhren wir nach Neuweier, einem Ortsteil von Baden-Baden. Neuweier liegt im Rebland, einer schönen Landschaft an den Hängen des Schwarzwalds; von unserem Tagungsraum im Hotel Rebenhof hatten wir einen herrlichen Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen im nahen Elsass.
Für die Aussicht hatten wir gar nicht so viel Zeit: Der Morgen gehörte der internen Besprechung. Einen Schwerpunkt bildete in diesem Fall unsere Reaktion auf personelle Änderungen.
Nachdem Frank Borsch im letzten Herbst aus dem Redaktionsteam ausgestiegen war, um sich stärker seiner Schriftstellerei widmen zu können, mussten wir seine bisherigen Tätigkeiten sinnvoll auf die einzelnen Kollegen aufteilen. Als Verstärkung hatten wir im Oktober 2007 mit Benjamin Golling einen Praktikanten erhalten, der sich längst als Stütze des Teams bewiesen hat und von allen Kollegen sehr gelobt wurde. Auf Basis dieser »Personalien« nahmen wir eine interne Verteilung verschiedener Aufgaben vor.
Nach der Mittagspause stieß Robert Feldhoff zur Besprechung; ich halte es für sinnvoll, wenn der Chefautor der PERRY RHODAN-Serie bei einer solchen Jahresplanung mitwirkt. Auf diese Weise finden die Kreativen, denen die Serie letztlich ihren Erfolg verdient, ihren Platz im Team – auch wenn es bei einer solchen Planung häufig um die Rahmenbedingungen geht, um das zu planende Marketing oder die erfolgenden Veranstaltungen.
Immerhin wird es 2008 mit PERRY RHODAN-Action sowie zwei Ausgaben von PERRY RHODAN-Extra inhaltliche Schwerpunkte geben, die entsprechend beworben, redaktionell begleitet und sonstwie gesteuert werden müssen. Vor allem an solchen Stellen erwies sich Robert Feldhoffs Sachverstand immer wieder als wichtig – er gab in der Besprechung stets Impulse, wo man vielleicht welche inhaltlichen Erwägungen nutzen könnte.
Weitere Schwerpunkte im Jahr 2008 sind das PERRY RHODAN-Computerspiel, das mit entsprechendem Marketing-Aufwand und viel Presserummel erscheinen wird, oder das bereits laufende PERRY RHODAN-Brettspiel. Mit Band 2450 wird es in der Erstauflage einen »kleinen« Jubiläumsband geben, die Hörbuch-Aktionen gehen weiter, und selbstverständlich arbeiten wir darüber hinaus an weiteren Taschenbuch- und Buch-Projekten.
Zu einer Teamtagung gehört nicht nur der Ausblick aufs neue, sondern auch ein Rückblick aufs vergangene Jahr. Unserer Ansicht nach gelangen uns einige Sachen richtig gut: So setzte sich beispielsweise der Hörbuch-Shop auf der Homepage durch, und die PERRY RHODAN-Serie bekam mit dem Start des neuen Zyklus »Negasphäre« einen hübschen Auflagenschub.
Die Punkte, die nicht so optimal verlaufen waren, diskutierten wir ebenfalls – allerdings vor allem unter dem Gesichtspunkt, wie man im jetzt beginnenden Jahr manchen Fehler vielleicht vermeiden könnte. Die Teamtagung hatte somit sehr wohl selbstkritische Züge.
Und natürlich hatten wir alle bei der Teamtagung auch viel Spaß. Das leckere Essen und der gute Wein trugen ebenso dazu bei wie ein kurzer Spaziergang durch die Weinberge.
Nach der Tagung bin ich sicher: Die PERRY RHODAN-Redaktion geht das Jahr 2008 mit viel Optimismus an.
Seit einigen Jahren hat sich für die PERRY RHODAN-Redaktion die Teamtagung zu einem Startschuss ins neue Jahr entwickelt. So auch am vergangenen Wochenende, wo wir am Freitag und am Samstag in Klausur gingen und uns intensiv mit den kommenden Aktivitäten beschäftigten.
Los ging's am Freitag morgen, 18. Januar 2008. Ich holte Robert Feldhoff, unseren Chefautor, im Hotel ab, und dann fuhren wir nach Neuweier, einem Ortsteil von Baden-Baden. Neuweier liegt im Rebland, einer schönen Landschaft an den Hängen des Schwarzwalds; von unserem Tagungsraum im Hotel Rebenhof hatten wir einen herrlichen Blick über die Rheinebene bis zu den Vogesen im nahen Elsass.
Für die Aussicht hatten wir gar nicht so viel Zeit: Der Morgen gehörte der internen Besprechung. Einen Schwerpunkt bildete in diesem Fall unsere Reaktion auf personelle Änderungen.
Nachdem Frank Borsch im letzten Herbst aus dem Redaktionsteam ausgestiegen war, um sich stärker seiner Schriftstellerei widmen zu können, mussten wir seine bisherigen Tätigkeiten sinnvoll auf die einzelnen Kollegen aufteilen. Als Verstärkung hatten wir im Oktober 2007 mit Benjamin Golling einen Praktikanten erhalten, der sich längst als Stütze des Teams bewiesen hat und von allen Kollegen sehr gelobt wurde. Auf Basis dieser »Personalien« nahmen wir eine interne Verteilung verschiedener Aufgaben vor.
Nach der Mittagspause stieß Robert Feldhoff zur Besprechung; ich halte es für sinnvoll, wenn der Chefautor der PERRY RHODAN-Serie bei einer solchen Jahresplanung mitwirkt. Auf diese Weise finden die Kreativen, denen die Serie letztlich ihren Erfolg verdient, ihren Platz im Team – auch wenn es bei einer solchen Planung häufig um die Rahmenbedingungen geht, um das zu planende Marketing oder die erfolgenden Veranstaltungen.
Immerhin wird es 2008 mit PERRY RHODAN-Action sowie zwei Ausgaben von PERRY RHODAN-Extra inhaltliche Schwerpunkte geben, die entsprechend beworben, redaktionell begleitet und sonstwie gesteuert werden müssen. Vor allem an solchen Stellen erwies sich Robert Feldhoffs Sachverstand immer wieder als wichtig – er gab in der Besprechung stets Impulse, wo man vielleicht welche inhaltlichen Erwägungen nutzen könnte.
Weitere Schwerpunkte im Jahr 2008 sind das PERRY RHODAN-Computerspiel, das mit entsprechendem Marketing-Aufwand und viel Presserummel erscheinen wird, oder das bereits laufende PERRY RHODAN-Brettspiel. Mit Band 2450 wird es in der Erstauflage einen »kleinen« Jubiläumsband geben, die Hörbuch-Aktionen gehen weiter, und selbstverständlich arbeiten wir darüber hinaus an weiteren Taschenbuch- und Buch-Projekten.
Zu einer Teamtagung gehört nicht nur der Ausblick aufs neue, sondern auch ein Rückblick aufs vergangene Jahr. Unserer Ansicht nach gelangen uns einige Sachen richtig gut: So setzte sich beispielsweise der Hörbuch-Shop auf der Homepage durch, und die PERRY RHODAN-Serie bekam mit dem Start des neuen Zyklus »Negasphäre« einen hübschen Auflagenschub.
Die Punkte, die nicht so optimal verlaufen waren, diskutierten wir ebenfalls – allerdings vor allem unter dem Gesichtspunkt, wie man im jetzt beginnenden Jahr manchen Fehler vielleicht vermeiden könnte. Die Teamtagung hatte somit sehr wohl selbstkritische Züge.
Und natürlich hatten wir alle bei der Teamtagung auch viel Spaß. Das leckere Essen und der gute Wein trugen ebenso dazu bei wie ein kurzer Spaziergang durch die Weinberge.
Nach der Tagung bin ich sicher: Die PERRY RHODAN-Redaktion geht das Jahr 2008 mit viel Optimismus an.
15 Januar 2008
Hinein ins geheimnisvolle INTAZO
Ein Logbuch der Redaktion
Zu Beginn des Jahres 2008 bekommen die PERRY RHODAN-Leser neuen Einblick in einen mysteriösen Raum – und in einen Teil der Vergangenheit, der sich den Helden der PERRY RHODAN-Serie bislang nicht erschlossen hat.
Perry Rhodan und die Besatzungsmitglieder stoßen nämlich in das INTAZO vor, einen Kosmos, der von einer mörderischen Hintergrundstrahlung erfüllt ist, dessen »Bewohner« sich aber in den Dienst der positiven Superintelligenz ARCHETIM gestellt haben. Vom INTAZO aus soll der entscheidende Schlag gegen die entstehende Negasphäre in Tare-Scharm geführt werden.
Erste Einblicke hierzu gibt bereits Arndt Ellmer, dessen Roman »Das verlöschende Volk« die sogenannten Gewissenswächter vorstellt, mit denen die Terraner in tiefer Vergangenheit konfrontiert werden. Diese seltsamen Wesen haben die Aufgabe, neue Besucher des INTAZOS zu prüfen und herauszufinden, ob sie nicht vielleicht Agenten der Chaotarchen sind. Erst nach dieser Prüfung dürfen die Terraner weiterfliegen.
Erreichen sie dann das INTAZO, über das ich an dieser Stelle nicht weiter plaudern möchte, treffen sie unter anderem auf »Berserker in Not«. So lautet der Titel von PERRY RHODAN-Band 2423, dem zweiten Teil des Arndt-Ellmer-Doppelbandes, der über die Expedition der JULES VERNE berichtet.
Die Terraner lernen die Bakosh'wish kennen, riesige Gliederfüßler mit einer Körperlänge von sieben Metern, aber auch die To s'amosa, die aus Krustentieren hervorgegangen sind. Und sie erfahren mehr über die Bedeutung anderer Völkerschaften wie der Sekundim oder der Lanterns. Darüber hinaus erhalten sie erste Informationen zum Entropischen Zyklon, der sich als eine der gefährlichsten »Waffen« der Chaotarchen entpuppt, ein wahres Massenmord-Instrument.
Dass es auch im INTAZO Bedrohungen gibt und wie diese sich gegenüber Perry Rhodan und seinen Gefährten auswirken, schildern die Autoren Hubert Haensel und Michael Marcus Thurner. Aber das ist, so denke ich, dann Thema für ein Logbuch in der nächsten oder übernächsten Woche.
Zu Beginn des Jahres 2008 bekommen die PERRY RHODAN-Leser neuen Einblick in einen mysteriösen Raum – und in einen Teil der Vergangenheit, der sich den Helden der PERRY RHODAN-Serie bislang nicht erschlossen hat.
Perry Rhodan und die Besatzungsmitglieder stoßen nämlich in das INTAZO vor, einen Kosmos, der von einer mörderischen Hintergrundstrahlung erfüllt ist, dessen »Bewohner« sich aber in den Dienst der positiven Superintelligenz ARCHETIM gestellt haben. Vom INTAZO aus soll der entscheidende Schlag gegen die entstehende Negasphäre in Tare-Scharm geführt werden.
Erste Einblicke hierzu gibt bereits Arndt Ellmer, dessen Roman »Das verlöschende Volk« die sogenannten Gewissenswächter vorstellt, mit denen die Terraner in tiefer Vergangenheit konfrontiert werden. Diese seltsamen Wesen haben die Aufgabe, neue Besucher des INTAZOS zu prüfen und herauszufinden, ob sie nicht vielleicht Agenten der Chaotarchen sind. Erst nach dieser Prüfung dürfen die Terraner weiterfliegen.
Erreichen sie dann das INTAZO, über das ich an dieser Stelle nicht weiter plaudern möchte, treffen sie unter anderem auf »Berserker in Not«. So lautet der Titel von PERRY RHODAN-Band 2423, dem zweiten Teil des Arndt-Ellmer-Doppelbandes, der über die Expedition der JULES VERNE berichtet.
Die Terraner lernen die Bakosh'wish kennen, riesige Gliederfüßler mit einer Körperlänge von sieben Metern, aber auch die To s'amosa, die aus Krustentieren hervorgegangen sind. Und sie erfahren mehr über die Bedeutung anderer Völkerschaften wie der Sekundim oder der Lanterns. Darüber hinaus erhalten sie erste Informationen zum Entropischen Zyklon, der sich als eine der gefährlichsten »Waffen« der Chaotarchen entpuppt, ein wahres Massenmord-Instrument.
Dass es auch im INTAZO Bedrohungen gibt und wie diese sich gegenüber Perry Rhodan und seinen Gefährten auswirken, schildern die Autoren Hubert Haensel und Michael Marcus Thurner. Aber das ist, so denke ich, dann Thema für ein Logbuch in der nächsten oder übernächsten Woche.
02 Januar 2008
Auf dem Weg zur Negasphäre
Ein Logbuch der Redaktion
Wer sich die Spannung auf die kommenden Romane nicht verderben möchte, sollte sich überlegen, ob er die folgenden Absätze liest: Ich verrate ein wenig über die nahe Zukunft des Perryversums ... Also Vorsicht!
Jetzt aber geht die PERRY RHODAN-Handlung erst einmal mit besonderem Schwung in der Vergangenheit der Milchstraße weiter: Perry Rhodan und seine Begleiter an Bord der JULES VERNE haben zuletzt in verschiedenen Abenteuern mehr über den Treck des Gesetzes herausgefunden. Sie wissen nun auch einiges über die Struktur der Milchstraße (damals Phariske-Erigon genannt), wie diese sich vor zwanzig Millionen Jahren präsentierte.
Jetzt geht es vor allem darum, den großen Sprung zu schaffen und jene Galaxis anzusteuern, in der eine Negasphäre entstehen soll. In Tare-Scharm wurde dies mit Hilfe einer sogenannten Retroversion verhindert – und das Ziel der Expedition ist bekanntlich, diese Retroversion zu beobachten. Nur mit Hilfe dieser Erkenntnisse, so glauben Rhodan und seine Begleiter, ist es in der Real-Gegenwart möglich, der ungeheuerlichen Bedrohung durch die Terminale Kolonne TRAITOR zu widerstehen.
Immerhin dürfen die Terraner nun nach Tare-Scharm reisen. Das hat ihnen die Generalin Kamuko erlaubt. Doch die Reise in die ferne Galaxis verläuft nicht ohne kleinere und größere Probleme. Dazu trägt Ketschua bei, ein junger Laosoor, den es in die JULES VERNE verschlagen hat. Im übrigen ist dies eines der Themen im PERRY RHODAN-Roman 2420, den Christian Montillon geschrieben hat und der den Titel »Ketschuas Mondflug« trägt.
Der jugendliche Ketschua, eigentlich ein angehender Meisterdieb aus der Akademie der Diebe, stellt fest, dass er in den Terranern – und vor allem in einem Ilt – seine Meister gefunden hat, was »klauen« angeht. Gucky wird sein Lehrherr in Sachen Teleportation, aber Mondra Diamond ist diejenige, die ihm mehr über Diebereien und andere geheimnisvolle Dinge verrät. In Christian Montillons Roman gibt es somit eine Reihe von Szenen, die in ihrer augenzwinkernden Art an die Zeit erinnern, in der Gucky noch ein junger, aufgeweckter Mausbiber war.
Eher kosmisch geht es im folgenden Band zu: Horst Hoffmann schrieb »Eledains Kinder«; sein Roman erscheint mit der Bandnummer 2421 und beschreibt eine Geschichte, die sich über Jahrmillionen hinweg zieht. Wieder einmal erfahren die Terraner mehr über kosmische Verwicklungen und Entwicklungen. Vor allem Leser, die sich für diese Art von Zusammenhängen interessieren, werden in diesem Roman auf ihre Kosten kommen.
Soweit dieser kleine Ausblick. Was es über das INTAZO zu berichten gibt, erzähle ich vielleicht in einem weiteren Logbuch ... aber erst in zwei Wochen ...
Wer sich die Spannung auf die kommenden Romane nicht verderben möchte, sollte sich überlegen, ob er die folgenden Absätze liest: Ich verrate ein wenig über die nahe Zukunft des Perryversums ... Also Vorsicht!
Jetzt aber geht die PERRY RHODAN-Handlung erst einmal mit besonderem Schwung in der Vergangenheit der Milchstraße weiter: Perry Rhodan und seine Begleiter an Bord der JULES VERNE haben zuletzt in verschiedenen Abenteuern mehr über den Treck des Gesetzes herausgefunden. Sie wissen nun auch einiges über die Struktur der Milchstraße (damals Phariske-Erigon genannt), wie diese sich vor zwanzig Millionen Jahren präsentierte.
Jetzt geht es vor allem darum, den großen Sprung zu schaffen und jene Galaxis anzusteuern, in der eine Negasphäre entstehen soll. In Tare-Scharm wurde dies mit Hilfe einer sogenannten Retroversion verhindert – und das Ziel der Expedition ist bekanntlich, diese Retroversion zu beobachten. Nur mit Hilfe dieser Erkenntnisse, so glauben Rhodan und seine Begleiter, ist es in der Real-Gegenwart möglich, der ungeheuerlichen Bedrohung durch die Terminale Kolonne TRAITOR zu widerstehen.
Immerhin dürfen die Terraner nun nach Tare-Scharm reisen. Das hat ihnen die Generalin Kamuko erlaubt. Doch die Reise in die ferne Galaxis verläuft nicht ohne kleinere und größere Probleme. Dazu trägt Ketschua bei, ein junger Laosoor, den es in die JULES VERNE verschlagen hat. Im übrigen ist dies eines der Themen im PERRY RHODAN-Roman 2420, den Christian Montillon geschrieben hat und der den Titel »Ketschuas Mondflug« trägt.
Der jugendliche Ketschua, eigentlich ein angehender Meisterdieb aus der Akademie der Diebe, stellt fest, dass er in den Terranern – und vor allem in einem Ilt – seine Meister gefunden hat, was »klauen« angeht. Gucky wird sein Lehrherr in Sachen Teleportation, aber Mondra Diamond ist diejenige, die ihm mehr über Diebereien und andere geheimnisvolle Dinge verrät. In Christian Montillons Roman gibt es somit eine Reihe von Szenen, die in ihrer augenzwinkernden Art an die Zeit erinnern, in der Gucky noch ein junger, aufgeweckter Mausbiber war.
Eher kosmisch geht es im folgenden Band zu: Horst Hoffmann schrieb »Eledains Kinder«; sein Roman erscheint mit der Bandnummer 2421 und beschreibt eine Geschichte, die sich über Jahrmillionen hinweg zieht. Wieder einmal erfahren die Terraner mehr über kosmische Verwicklungen und Entwicklungen. Vor allem Leser, die sich für diese Art von Zusammenhängen interessieren, werden in diesem Roman auf ihre Kosten kommen.
Soweit dieser kleine Ausblick. Was es über das INTAZO zu berichten gibt, erzähle ich vielleicht in einem weiteren Logbuch ... aber erst in zwei Wochen ...
05 Dezember 2007
Begegnungen mit der Anderswelt

Ein Logbuch der Redaktion
Auf der PERRY RHODAN-Homepage wurde es schon angedeutet und mit einer Meldung konkretisiert: Wir haben in den letzten Monaten einen Teil unserer Energie in das Entwickeln und Veröffentlichen einer Fantasy-Reihe gesteckt, die den Titel »Elfenzeit« trägt. Darüber berichte ich natürlich eher selten, weil's nichts mit PERRY RHODAN an sich zu tun hat – heute gibt es aber mal wieder einen Anlass, mehr zu erzählen.
Der Grund ist, dass das erste Buch jetzt in der ersten Test-Auslieferung ist, sprich, es wird bereits von den ersten Interessierten gelesen. Und da es bereits die erste Besprechung im Internet gibt, kann ich auch etwas dazu schreiben. Der Roman heißt »Der Hauch der Anderswelt«, er wurde von Susan Schwartz verfasst, und das Cover dazu gestaltete Dirk Schulz. Insofern gibt es genügend Bezüge zu PERRY RHODAN, das ist richtig – und wir sind allesamt sehr stolz auf das schöne Projekt.
Erste Überlegungen für »Elfenzeit« stellten wir im Frühjahr an, auf der Leipziger Buchmesse wurde es konkret, und im Frühsommer begannen wir mit der eigentlichen Arbeit. Susan Schwartz steckte sehr viel Arbeit in die Serienentwicklung – die Autorin vermengt in ihrem Konzept Elemente der Elfen-Mythologie sehr gelungen mit lebendigen Charakteren aus dem »Hier und Jetzt«. Der Schauplatz des ersten Romans ist Paris (und natürlich ist auch die Elfenwelt selbst ein Schauplatz): Das turbulente Geschehen auf den Straßen und Gassen der Stadt bildet einen tollen Auftakt für die Serie.
Die weiteren Manuskripte liegen schon vor, die Romane sind in der Setzerei oder schon im Druck. Band zwei wurde von Michael Marcus Thurner geschrieben, der Band wird unter dem Titel »Königin des Schattenlandes« veröffentlicht werden. Der Autor konnte sich hier von seiner fantastischen Seite zeigen; Handlungsschauplatz ist unter anderem eine geheimnisvolle Stadt in England, in der sich unheimliche Geschehnisse abspielen.
Das dritte Buch verfasste Verena Themsen (zu der Autorin werden wir beizeiten ein Porträt nachreichen). Es heißt »Der Quell der Nibelungen« und spielt unter anderem in der Region um Speyer – genau dort also, wo die Nibelungen vor 1500 Jahren angeblich gewirkt haben. Und den vierten Band der bislang auf vier Bände angelegten »Elfenzeit«-Reihe schrieb Susan Schwartz selbst; er heißt »Der Löwe von Venedig« und spielt in – na klar! – der geheimnisvollen Lagunenstadt in Italien. Alle Titelbilder gestaltete Dirk Schulz in der allgemein bekannten und beliebten Qualität.
Jetzt kommt garantiert die Frage: »Und wo kann ich die tollen Bücher kaufen?«
Dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen. Die vier Bücher erscheinen exklusiv im Bertelsmann-Buch-Club, vorerst zumindest (wir werden später natürlich versuchen, sie auch in einem anderen Buchverlag zu publizieren und in den normalen Buchhandel zu bringen). Sie gehen jetzt erst einmal in einen sogenannten Testlauf, sprich, niemand kann sie bestellen: Bertelsmann-Kunden erhalten diese Bücher im Rahmen des Testlaufs und können sich hinterher dazu äußern, ob sie die Titel bestellen möchten. Es ist im Prinzip eine Art Marktforschung auf sehr hohem Niveau.
Nach Abschluss der Marktforschung entscheidet der Buch-Club dann, ob er die Reihe fortsetzt, mit wie vielen Titeln und in welchem Rhythmus. Dann erst geht die »Elfenzeit«-Reihe in das reguläre Vertriebsprogramm des Clubs und kann als Buchreihe abonniert werden. Ich weiß, das klingt ein bisschen kompliziert, aber so ist die aktuelle Vorgehensweise, an der wir nichts ändern können. Wir halten euch auf jeden Fall auf dem Laufenden, was als nächstes alles passieren wird.
Und ich freue mich so lange eben allein darüber, dass die ersten Romane so gut sind und die Bücher dann auch noch so gut aussehen ...
03 Dezember 2007
Kosmische und menschliche Themen
Ein Logbuch der Redaktion
Um es klar zu sagen: Der folgende Text enthält einige »Spoiler«, sprich, es werden einige Dinge über die künftige Handlung verraten. Wer sich also keiner Überraschungen berauben will, möge sicherheitshalber einfach nicht weiterlesen. Selbstverständlich enthält dieses Logbuch keine großen Geheimnisse, aber es verrät einige Details.
Denn es geht unter anderem um die SOL. Genau ... das legendäre Hantelraumschiff der Menschheit, vor langer, langer Zeit erbaut im Mahlstrom der Sterne und unter der Herrschaft der Aphilie ... jenes Raumschiff, mit dem Perry Rhodan selbst gigantische Entfernungen zurücklegte, bis er in die Milchstraße zurückkehren konnte. Die SOL ist eine absolute Legende sowohl im Perryversum als auch »außerhalb« (gemeint sind Leser und Autoren); mit ihr verbinden sich unglaubliche Geschichten, die aufs engste mit der PERRY RHODAN- und auch der ATLAN-Serie verknüpft sind.
Kein Wunder, dass viele Leser gespannt darauf warten, wie es mit dem Hantelraumschiff weitergeht. Früher benutzte man oft den Begriff des Generationenraumschiffes – und dieser Begriff wird neuerdings wieder mit neuem Leben gefüllt. Denn neben den Menschen gibt es an Bord der SOL ein zahlenmäßig wesentlich größeres Volk: die kleinwüchsigen Mom'Serimer nämlich, deren Lebenszyklus viel schneller verläuft als der von Menschen und die deshalb einen ganz anderen Blick auf ihre Umwelt haben.
Das ist dann auch Thema des PERRY RHODAN-Romans »Mythos Scherbenstadt«, der als Band 2416 erscheint und von Christian Montillon geschrieben wurde. Wie der Titel schon andeutet, spielen die Mom'Serimer eine wichtige Rolle in diesem Roman: Ihr Lebensraum an Bord der SOL ist nämlich die sogenannte Scherbenstadt, die in den zertrümmerten Bereichen des Raumschiffes entstanden ist. Und von hier aus entwickeln einige Mom'Serimer ihre Aktivitäten, die nicht unbedingt in Einklang zu bringen sind mit den Plänen der Expeditionsleitung.
Darüber hinaus taucht in diesem Roman ein Entropischer Zyklon auf, zumindest am Rande, und eine Kartanin trifft eine folgenschwere Entscheidung ... Es geht im weitesten Sinne um menschliche Probleme – aber mehr verrate ich an dieser Stelle wirklich nicht. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Roman selbst zu lesen oder zu hören.
Mit dem folgenden Roman bleiben wir in der Handlungsebene, die ich im weitesten Sinne mit »Umfeld der Galaxis Hangay« beschreiben würde. Horst Hoffmann verfasste »Sklave der Maschinen«, und hierbei handelt es sich um einen wahrhaft kosmischen Roman. Die Geschichte, die der Autor in Band 2417 erzählt, spannt einen großen Bogen und taucht tief ein in die Historie des Perryversums; wer die PERRY RHODAN-Serie schon länger liest, wird auf jeden Fall ein »Aha«-Erlebnis haben.
Wobei es auch hier – neben den kosmischen Themen – um menschliche Aspekte geht. Ich meine »menschlich« hier im übertragenen Sinn, denn letztlich behandelt der Roman Themen wie Freiheit und Selbstverwirklichung. Und dass die Handlungsträger nicht unbedingt Bewohner des Planeten Erde sind, spricht ja nicht gegen das Adjektiv und seinen Gebrauch ...
Beide Romane gehören nicht unbedingt eng zusammen, man kann also nicht von einem Doppelband sprechen. Die Verbindung aus kosmischen und menschlichen Themen aber macht sie zu einem »Doppel« der besonderen Art ...
Um es klar zu sagen: Der folgende Text enthält einige »Spoiler«, sprich, es werden einige Dinge über die künftige Handlung verraten. Wer sich also keiner Überraschungen berauben will, möge sicherheitshalber einfach nicht weiterlesen. Selbstverständlich enthält dieses Logbuch keine großen Geheimnisse, aber es verrät einige Details.
Denn es geht unter anderem um die SOL. Genau ... das legendäre Hantelraumschiff der Menschheit, vor langer, langer Zeit erbaut im Mahlstrom der Sterne und unter der Herrschaft der Aphilie ... jenes Raumschiff, mit dem Perry Rhodan selbst gigantische Entfernungen zurücklegte, bis er in die Milchstraße zurückkehren konnte. Die SOL ist eine absolute Legende sowohl im Perryversum als auch »außerhalb« (gemeint sind Leser und Autoren); mit ihr verbinden sich unglaubliche Geschichten, die aufs engste mit der PERRY RHODAN- und auch der ATLAN-Serie verknüpft sind.
Kein Wunder, dass viele Leser gespannt darauf warten, wie es mit dem Hantelraumschiff weitergeht. Früher benutzte man oft den Begriff des Generationenraumschiffes – und dieser Begriff wird neuerdings wieder mit neuem Leben gefüllt. Denn neben den Menschen gibt es an Bord der SOL ein zahlenmäßig wesentlich größeres Volk: die kleinwüchsigen Mom'Serimer nämlich, deren Lebenszyklus viel schneller verläuft als der von Menschen und die deshalb einen ganz anderen Blick auf ihre Umwelt haben.
Das ist dann auch Thema des PERRY RHODAN-Romans »Mythos Scherbenstadt«, der als Band 2416 erscheint und von Christian Montillon geschrieben wurde. Wie der Titel schon andeutet, spielen die Mom'Serimer eine wichtige Rolle in diesem Roman: Ihr Lebensraum an Bord der SOL ist nämlich die sogenannte Scherbenstadt, die in den zertrümmerten Bereichen des Raumschiffes entstanden ist. Und von hier aus entwickeln einige Mom'Serimer ihre Aktivitäten, die nicht unbedingt in Einklang zu bringen sind mit den Plänen der Expeditionsleitung.
Darüber hinaus taucht in diesem Roman ein Entropischer Zyklon auf, zumindest am Rande, und eine Kartanin trifft eine folgenschwere Entscheidung ... Es geht im weitesten Sinne um menschliche Probleme – aber mehr verrate ich an dieser Stelle wirklich nicht. Es lohnt sich auf jeden Fall, den Roman selbst zu lesen oder zu hören.
Mit dem folgenden Roman bleiben wir in der Handlungsebene, die ich im weitesten Sinne mit »Umfeld der Galaxis Hangay« beschreiben würde. Horst Hoffmann verfasste »Sklave der Maschinen«, und hierbei handelt es sich um einen wahrhaft kosmischen Roman. Die Geschichte, die der Autor in Band 2417 erzählt, spannt einen großen Bogen und taucht tief ein in die Historie des Perryversums; wer die PERRY RHODAN-Serie schon länger liest, wird auf jeden Fall ein »Aha«-Erlebnis haben.
Wobei es auch hier – neben den kosmischen Themen – um menschliche Aspekte geht. Ich meine »menschlich« hier im übertragenen Sinn, denn letztlich behandelt der Roman Themen wie Freiheit und Selbstverwirklichung. Und dass die Handlungsträger nicht unbedingt Bewohner des Planeten Erde sind, spricht ja nicht gegen das Adjektiv und seinen Gebrauch ...
Beide Romane gehören nicht unbedingt eng zusammen, man kann also nicht von einem Doppelband sprechen. Die Verbindung aus kosmischen und menschlichen Themen aber macht sie zu einem »Doppel« der besonderen Art ...
Spannender Herbst 1979
Aus der Reihe »Der Redakteur erinnert sich«
Der Herbst 1979 schritt voran, und mein Leben schien von Woche zu Woche turbulenter zu werden. Während meine schulischen Leistungen beständig schlechter wurden und mich Kumpels aus der Schule dazu überreden wollten, mit ihnen einen Tanzkurs zu besuchen, tauchte ich immer mehr ins Fandom ein - also in die Gemeinschaft der Fans.
Anfangs wirkten einige Dinge in dieser »Szene« auf mich ein bisschen unheimlich und seltsam gewirkt. Doch dann wurde es von Woche zu Woche und von Brief zu Brief immer bunter und spannender; ich wurde ein richtiger Fandom-Fan.
Irgendwie schien sich mein Leben aufzuspalten. Der PERRY RHODAN-Club »Gys Voolbeerah« kam nicht so richtig voran, denn mein Club-Mitgründer Thomas und ich hatten immer weniger miteinander zu tun. Gleichzeitig baute ich meine Kontakte ins Fandom aus – und freundete mich intensiver mit anderen schrägen Vögeln aus der Schule an.
Immerhin besuchte mich der junge Mann aus der Nachbargemeinde, der sich auf die Kontaktanzeige unseres PERRY RHODAN-Clubs gemeldet hatte. Bei einem ersten Gespräch diskutierten wir stundenlang über PERRY RHODAN und »Ren Dhark« und andere Science Fiction, und ich stöberte in seinen Kisten mit doppelten Heftromanen.
Er arbeitete in einem »grafischen Betrieb« und würde gerne an dem geplanten Fanzine mitwirken, von dem ich gleich im ersten Brief erzählt hatte. Es mache ihm nichts aus, dass Thomas und ich so jung seien, und seine Geschichten würde er am liebsten unter dem Pseudonym »J.-B. Clemens« veröffentlichen. Zudem hatte er sich bereits Gedanken über ein Fanzine gemacht, einige Titel hatte er bereits aufgeschrieben.
Trotz aller Übereinstimmung traute ich mich nicht, ihm die Wahrheit zu sagen: Eigentlich gab es den gemeinsamen PERRY RHODAN-Club schon nicht mehr. Und der neue Bekannte würde nicht aktiv werden: Er war durch Beruf und Karate und Freundin so stark eingespannt, dass er nicht die Zeit dafür hatte. Er verkaufte mir zu Spottpreisen einige Dutzend Romanhefte, die er doppelt hatte. Meine Sammlung wuchs somit weiter an, sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Es war klar, dass ich bald ein zweites Regal in meinem Zimmer benötigte.
Der Kontakt zu meinen Schulfreunden Stefan und Gunter wurde intensiver. Stefan, dessen Vater sehr wohlhabend war, reiste im Sommer 1979 nach London und kam mit Singles und Langspielplatten zurück, haufenweise Musik, die wir vorher nur vom Radio her kannten. Die Stranglers begeisterten uns komplett, The Clash und U.K. Subs sowieso, die ersten Joy Division-Aufnahmen hörten wir im dunklen Zimmer, durch das die Töne geheimnisvoll waberten, und Ski Patrol mit »Agent Orange« wurde so lange und so laut gespielt, bis der Nachbar anrief und sich beschwerte.
Und während Stefan mit leuchtenden Augen von einer ganz neuen Musikrichtung berichtete, die man Ska nannte, erzählte ich von meiner immer weiter wachsenden Idee, ein eigenes Science-Fiction-Heft herauszugeben ...
Das fanden die beiden gut, wenngleich sie keinerlei Interesse daran hatten, in den PERRY RHODAN-Club einzutreten. Meine Versuche, Schulkameraden zu PERRY RHODAN-Serie zu bekehren, scheiterten in diesem Herbst 1979 mehrfach. Aber ein Fanzine publizieren ... das klang kreativ, das war wie die Schülerzeitung oder das »Info« des Jugendzentrums, an dem wir gelegentlich mitwirkten.
Immerhin wurde mein Kontakt zu den »Theren«-Leuten immer besser. Nachdem ich bereits mit Peter Börnsen allerlei Briefe tauschte, schaltete sich jetzt der »große Bruder« ein: Gerhard Börnsen, der unter dem Pseudonym Luc Shavelli Geschichten und Gedichten schrieb sowie Zeichnungen und Collagen anfertigte, kannte sich richtig gut in der Szene und ihrem Umfeld aus. Seine Bilder konnte er sogar schon in Galerien ausstellen; mir gefielen sie aber nicht sonderlich. Seine Raumschiff-Zeichnungen empfand ich als zu krakelig, aber ich sagte nichts – selbstverständlich war ich viel zu stolz darauf, eine solche Berühmtheit in meinem Freundeskreis zu haben.
Aufgrund einiger Anzeigen und Berichte in »Theren« bestellte ich andere Fanzines: »Topsid« beispielsweise, ein ganz tolles PERRY RHODAN-Heft aus dem Großraum Nürnberg, dem sogar ein von Fans gestaltetes Kartenspiel beilag. Oder »Carthago« aus Norddeutschland, ein eher »linkes« Blatt, in dem staatskritische Artikel zu finden waren, in dem Fantasy-Literatur als »faschistoid« dargestellt und PERRY RHODAN massiv kritisiert wurde. Mein Weltbild geriet gelegentlich ins Wanken ...
»Carthago« wurde tatsächlich mein richtiger Einstieg: Ich bestellte an einem langem Wochenende alle möglichen Fanzines, mit zittrigen Fingern und gierigem Blick. Nicht einmal vor »Exodus« schreckte ich zurück, und das lud mit Sprüchen wie »Wir wissen, dass die Gesellschaft der Zukunft nicht die heutige sein kann« zu Staats- und Zukunftskritik gleichermaßen ein. Dort schrieben Autoren wie Rainer Zubeil unglaublich kritische Geschichten; es gab einen Text, der von einem Strafgefangenen geschrieben worden war und über Gefängnisse informierte, und man veröffentlichte darüber hinaus politische Texte, die mich verunsicherten und zugleich begeisterten.
Völlig fasziniert und gleichzeitig eingeschüchtert war ich von »Phalanx«, das die Fans Helmut Ehls und Manfred Borchard aus Freiburg publizierten: Das grafische Niveau war unglaublich hoch, die Geschichten waren meist sehr literarisch, und die Gedichte verstand ich teilweise nicht. Aber mein Traum war, entweder selbst einmal so ein tolles Heft zu publizieren oder eben in »Phalanx« veröffentlicht zu werden.
Und natürlich bestellte ich mir auch die verschiedensten Fantasy-Hefte wie »Fantasia« oder »Magira«, trat mit anderen Clubs in Verbindung und forderte überall Informationen an. Der Herbst 1979 wurde immer spannender, ich vernachlässigte die Schule, meldete mich irgendwann zur Tanzschule an, interessierte mich immer stärker für Mädchen – und ich fand vor allem das Fandom viel ideenreicher als das dröge Leben im Schwarzwalddorf und in der Kleinstadt.
Der Herbst 1979 schritt voran, und mein Leben schien von Woche zu Woche turbulenter zu werden. Während meine schulischen Leistungen beständig schlechter wurden und mich Kumpels aus der Schule dazu überreden wollten, mit ihnen einen Tanzkurs zu besuchen, tauchte ich immer mehr ins Fandom ein - also in die Gemeinschaft der Fans.
Anfangs wirkten einige Dinge in dieser »Szene« auf mich ein bisschen unheimlich und seltsam gewirkt. Doch dann wurde es von Woche zu Woche und von Brief zu Brief immer bunter und spannender; ich wurde ein richtiger Fandom-Fan.
Irgendwie schien sich mein Leben aufzuspalten. Der PERRY RHODAN-Club »Gys Voolbeerah« kam nicht so richtig voran, denn mein Club-Mitgründer Thomas und ich hatten immer weniger miteinander zu tun. Gleichzeitig baute ich meine Kontakte ins Fandom aus – und freundete mich intensiver mit anderen schrägen Vögeln aus der Schule an.
Immerhin besuchte mich der junge Mann aus der Nachbargemeinde, der sich auf die Kontaktanzeige unseres PERRY RHODAN-Clubs gemeldet hatte. Bei einem ersten Gespräch diskutierten wir stundenlang über PERRY RHODAN und »Ren Dhark« und andere Science Fiction, und ich stöberte in seinen Kisten mit doppelten Heftromanen.
Er arbeitete in einem »grafischen Betrieb« und würde gerne an dem geplanten Fanzine mitwirken, von dem ich gleich im ersten Brief erzählt hatte. Es mache ihm nichts aus, dass Thomas und ich so jung seien, und seine Geschichten würde er am liebsten unter dem Pseudonym »J.-B. Clemens« veröffentlichen. Zudem hatte er sich bereits Gedanken über ein Fanzine gemacht, einige Titel hatte er bereits aufgeschrieben.
Trotz aller Übereinstimmung traute ich mich nicht, ihm die Wahrheit zu sagen: Eigentlich gab es den gemeinsamen PERRY RHODAN-Club schon nicht mehr. Und der neue Bekannte würde nicht aktiv werden: Er war durch Beruf und Karate und Freundin so stark eingespannt, dass er nicht die Zeit dafür hatte. Er verkaufte mir zu Spottpreisen einige Dutzend Romanhefte, die er doppelt hatte. Meine Sammlung wuchs somit weiter an, sehr zum Leidwesen meiner Eltern. Es war klar, dass ich bald ein zweites Regal in meinem Zimmer benötigte.
Der Kontakt zu meinen Schulfreunden Stefan und Gunter wurde intensiver. Stefan, dessen Vater sehr wohlhabend war, reiste im Sommer 1979 nach London und kam mit Singles und Langspielplatten zurück, haufenweise Musik, die wir vorher nur vom Radio her kannten. Die Stranglers begeisterten uns komplett, The Clash und U.K. Subs sowieso, die ersten Joy Division-Aufnahmen hörten wir im dunklen Zimmer, durch das die Töne geheimnisvoll waberten, und Ski Patrol mit »Agent Orange« wurde so lange und so laut gespielt, bis der Nachbar anrief und sich beschwerte.
Und während Stefan mit leuchtenden Augen von einer ganz neuen Musikrichtung berichtete, die man Ska nannte, erzählte ich von meiner immer weiter wachsenden Idee, ein eigenes Science-Fiction-Heft herauszugeben ...
Das fanden die beiden gut, wenngleich sie keinerlei Interesse daran hatten, in den PERRY RHODAN-Club einzutreten. Meine Versuche, Schulkameraden zu PERRY RHODAN-Serie zu bekehren, scheiterten in diesem Herbst 1979 mehrfach. Aber ein Fanzine publizieren ... das klang kreativ, das war wie die Schülerzeitung oder das »Info« des Jugendzentrums, an dem wir gelegentlich mitwirkten.
Immerhin wurde mein Kontakt zu den »Theren«-Leuten immer besser. Nachdem ich bereits mit Peter Börnsen allerlei Briefe tauschte, schaltete sich jetzt der »große Bruder« ein: Gerhard Börnsen, der unter dem Pseudonym Luc Shavelli Geschichten und Gedichten schrieb sowie Zeichnungen und Collagen anfertigte, kannte sich richtig gut in der Szene und ihrem Umfeld aus. Seine Bilder konnte er sogar schon in Galerien ausstellen; mir gefielen sie aber nicht sonderlich. Seine Raumschiff-Zeichnungen empfand ich als zu krakelig, aber ich sagte nichts – selbstverständlich war ich viel zu stolz darauf, eine solche Berühmtheit in meinem Freundeskreis zu haben.
Aufgrund einiger Anzeigen und Berichte in »Theren« bestellte ich andere Fanzines: »Topsid« beispielsweise, ein ganz tolles PERRY RHODAN-Heft aus dem Großraum Nürnberg, dem sogar ein von Fans gestaltetes Kartenspiel beilag. Oder »Carthago« aus Norddeutschland, ein eher »linkes« Blatt, in dem staatskritische Artikel zu finden waren, in dem Fantasy-Literatur als »faschistoid« dargestellt und PERRY RHODAN massiv kritisiert wurde. Mein Weltbild geriet gelegentlich ins Wanken ...
»Carthago« wurde tatsächlich mein richtiger Einstieg: Ich bestellte an einem langem Wochenende alle möglichen Fanzines, mit zittrigen Fingern und gierigem Blick. Nicht einmal vor »Exodus« schreckte ich zurück, und das lud mit Sprüchen wie »Wir wissen, dass die Gesellschaft der Zukunft nicht die heutige sein kann« zu Staats- und Zukunftskritik gleichermaßen ein. Dort schrieben Autoren wie Rainer Zubeil unglaublich kritische Geschichten; es gab einen Text, der von einem Strafgefangenen geschrieben worden war und über Gefängnisse informierte, und man veröffentlichte darüber hinaus politische Texte, die mich verunsicherten und zugleich begeisterten.
Völlig fasziniert und gleichzeitig eingeschüchtert war ich von »Phalanx«, das die Fans Helmut Ehls und Manfred Borchard aus Freiburg publizierten: Das grafische Niveau war unglaublich hoch, die Geschichten waren meist sehr literarisch, und die Gedichte verstand ich teilweise nicht. Aber mein Traum war, entweder selbst einmal so ein tolles Heft zu publizieren oder eben in »Phalanx« veröffentlicht zu werden.
Und natürlich bestellte ich mir auch die verschiedensten Fantasy-Hefte wie »Fantasia« oder »Magira«, trat mit anderen Clubs in Verbindung und forderte überall Informationen an. Der Herbst 1979 wurde immer spannender, ich vernachlässigte die Schule, meldete mich irgendwann zur Tanzschule an, interessierte mich immer stärker für Mädchen – und ich fand vor allem das Fandom viel ideenreicher als das dröge Leben im Schwarzwalddorf und in der Kleinstadt.
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Ein Logbuch der Redaktion
Wahrscheinlich sind die meisten PERRY RHODAN-Leser extrem gespannt darauf, wie es mit Michael Rhodan alias Roi Danton weitergeht. Der ältere der beiden Söhne Perry Rhodans, von dem einige Zeit lang alle Welt glaubte, eine seiner Körperhälften sei in einen Dualen Kapitän integriert worden, hat sich als lebend entpuppt.
Wobei »lebend« angesichts der Umstände, in denen Danton seit Monaten vegetieren muss, nicht unbedingt der zutreffende Ausdruck sein dürfte: Als Gefangener in einer Skapalm-Bark und als Experimentierwesen in einem Genetischen Magazin ist der Aktivatorträger zum Spielball der Kolonnen-Anatomen geworden, zu einem Wesen, das für die Langzeitplanung der Terminalen Kolonne TRAITOR von großer Bedeutung sein kann.
Doch jetzt scheinen seine Befreiung und die Rückkehr zum eigenen Willen möglich sein. Zumindest deuteten das die Ereignisse der letzten Zeit an. Die PERRY RHODAN-Romane in den nächsten zwei Wochen verraten ein wenig mehr über die Geschehnisse, die sich in der Skapalm-Bark abspielen und bei denen Roi Danton eine Chance bekommt, über sein Leben frei zu bestimmen.
Das zeigt sich bereits in Band 2414, den Michael Marcus Thurner geschrieben hat und der unter dem Titel »Die Bestie Ganymed« erscheint. Woher die angebliche Bestie den seltsamen Namen erhält und was Reginald Bull damit zu tun hat, erfährt man erst, wenn man den Roman liest (oder hört ...); und was der Mensch und das sogenannte Monster gemeinsam haben, erweist sich ebenfalls erst im Geschehen des Romans. Zu den Inhalten kann ich nur wenig andeuten, ohne zu viel zu verraten; nur das hier: Es zeigt sich, zu welch ungeheurer Willensanstrengung sich manche Menschen in Notlagen zwingen können ...
Richtig viel Action gibt es dann im Folgeband, der von Hubert Haensel verfasst wurde. Unter dem Titel »Armee der Mikro-Bestien« geht es ziemlich heftig zur Sache, und der Autor spart nicht an Dramatik. Zentrales Element dieses Romans ist ein Befreiungskampf, einer, bei dem unterdrückte Wesen für das Letzte kämpfen, das ihnen bleibt: der eigene Wille und die Freiheit ...
Ich persönlich empfinde die zwei Romane gerade in »humanitärer« und gesellschaftskritischer Hinsicht als sehr interessant. Beide Autoren stellen – gut verpackt in mitreißende Unterhaltung – die Frage, inwiefern künstlich erzeugtes Leben dieselben Rechte haben kann wie »echtes« Leben.
Welche Kriterien machen ein intelligentes Wesen aus, und worin besteht die persönliche Moral? Und ist ein Wesen, das künstlich erzeugt wurde und innerhalb eines grauenvollen Gefängnisses aufwuchs, überhaupt in der Lage, den Anforderungen menschlicher Moralbegriffe zu folgen?
Auch wenn das nicht das vorrangige Thema der Romane ist, finde ich solche Fragen stets spannend. Gute Science Fiction erweist sich dann als faszinierend, wenn sie solche Fragen stellt – und wenn die Autoren den Lesern die Antworten auf die gestellten Fragenn überlassen ...
Wahrscheinlich sind die meisten PERRY RHODAN-Leser extrem gespannt darauf, wie es mit Michael Rhodan alias Roi Danton weitergeht. Der ältere der beiden Söhne Perry Rhodans, von dem einige Zeit lang alle Welt glaubte, eine seiner Körperhälften sei in einen Dualen Kapitän integriert worden, hat sich als lebend entpuppt.
Wobei »lebend« angesichts der Umstände, in denen Danton seit Monaten vegetieren muss, nicht unbedingt der zutreffende Ausdruck sein dürfte: Als Gefangener in einer Skapalm-Bark und als Experimentierwesen in einem Genetischen Magazin ist der Aktivatorträger zum Spielball der Kolonnen-Anatomen geworden, zu einem Wesen, das für die Langzeitplanung der Terminalen Kolonne TRAITOR von großer Bedeutung sein kann.
Doch jetzt scheinen seine Befreiung und die Rückkehr zum eigenen Willen möglich sein. Zumindest deuteten das die Ereignisse der letzten Zeit an. Die PERRY RHODAN-Romane in den nächsten zwei Wochen verraten ein wenig mehr über die Geschehnisse, die sich in der Skapalm-Bark abspielen und bei denen Roi Danton eine Chance bekommt, über sein Leben frei zu bestimmen.
Das zeigt sich bereits in Band 2414, den Michael Marcus Thurner geschrieben hat und der unter dem Titel »Die Bestie Ganymed« erscheint. Woher die angebliche Bestie den seltsamen Namen erhält und was Reginald Bull damit zu tun hat, erfährt man erst, wenn man den Roman liest (oder hört ...); und was der Mensch und das sogenannte Monster gemeinsam haben, erweist sich ebenfalls erst im Geschehen des Romans. Zu den Inhalten kann ich nur wenig andeuten, ohne zu viel zu verraten; nur das hier: Es zeigt sich, zu welch ungeheurer Willensanstrengung sich manche Menschen in Notlagen zwingen können ...
Richtig viel Action gibt es dann im Folgeband, der von Hubert Haensel verfasst wurde. Unter dem Titel »Armee der Mikro-Bestien« geht es ziemlich heftig zur Sache, und der Autor spart nicht an Dramatik. Zentrales Element dieses Romans ist ein Befreiungskampf, einer, bei dem unterdrückte Wesen für das Letzte kämpfen, das ihnen bleibt: der eigene Wille und die Freiheit ...
Ich persönlich empfinde die zwei Romane gerade in »humanitärer« und gesellschaftskritischer Hinsicht als sehr interessant. Beide Autoren stellen – gut verpackt in mitreißende Unterhaltung – die Frage, inwiefern künstlich erzeugtes Leben dieselben Rechte haben kann wie »echtes« Leben.
Welche Kriterien machen ein intelligentes Wesen aus, und worin besteht die persönliche Moral? Und ist ein Wesen, das künstlich erzeugt wurde und innerhalb eines grauenvollen Gefängnisses aufwuchs, überhaupt in der Lage, den Anforderungen menschlicher Moralbegriffe zu folgen?
Auch wenn das nicht das vorrangige Thema der Romane ist, finde ich solche Fragen stets spannend. Gute Science Fiction erweist sich dann als faszinierend, wenn sie solche Fragen stellt – und wenn die Autoren den Lesern die Antworten auf die gestellten Fragenn überlassen ...
05 November 2007
Literatur-Festival mit Schreibseminar
Ein Logbuch der Redaktion
Das LesArt-Festival in Dortmund ist eine Literatur-Veranstaltung, die sich buchstäblich über Wochen hinwegzieht: In dieser Zeit gibt es verschiedene Lesungen, Workshops und Vorträge, die sich mit Literatur beschäftigen. Und die Zeitschrift »Unicum« veranstaltet ein Seminar für junge Autorinnen und Autoren.
Nachdem ich bereits 2006 an diesem Seminar als Dozent teilnehmen durfte, wurde ich in diesem Oktober 2007 erneut als Dozent »verpflichtet«. Mit mir war Kathrin Lange tätig, die historische Romane und Kinderbücher veröffentlicht; unter ihrem Pseudonym Cathrin Hartmann verfasste sie zudem einen ATLAN-Heftroman sowie ein PERRY RHODAN-Taschenbuch. Auch Hartmut Kasper war erneut als Dozent dabei – unter seinem Pseudonym Wim Vandemaan arbeitet er seit einiger Zeit im PERRY RHODAN-Autorenteam mit.
Unter der Leitung von Claudia E. Kraszkiewicz begleiteten wir insgesamt 16 Autorinnen und Autoren durch das Wochenende. Die Teilnehmer hatten im Vorfeld eine Geschichte eingereicht, die sich im weitesten Sinn mit dem Thema »Reisen« beschäftigte; diese Geschichten besprachen wir gleich zu Beginn.
Nicht zum ersten Mal bei einem Schreibseminar überraschte die Bandbreite der Texte: humoristische Gegenwartsgeschichten, fantastische Kurzgeschichten, aber auch Traumsequenzen und extrem verdichtete Prosa. Meist sagte zuerst einer von uns Dozenten etwas zur Geschichte, dann wurde sie diskutiert. Das heißt in diesem Fall, dass auch konkrete Hinweise dazu gegeben wurden, was man verändern könnte, um den Text besser zu machen.
Bereits am Freitag abend beantworten die Dozenten darüber hinaus Fragen zum Literaturbetrieb. Vor allem Kathrin Lange konnte einiges aus ihrem Erfahrungsschatz als Autorin weitergeben, während ich gelegentlich die »Innensicht« einer Redaktion verdeutlichte. Es ging recht lang; die meisten Autorinnen und Autoren diskutierten noch nach Mitternacht weiter. Die Eigendynamik eines Seminars – es bilden sich Freundschaften und Cliquen – erwies sich auch hier wieder.
Am Samstag morgen, 27. Oktober, ging die intensive Textarbeit weiter; bis zum Mittagessen besprachen wir alle Texte. Dann stellte Kathrin Lange eine Aufgabe, nach der neue Texte geschrieben werden mussten. Drei dieser Texte wurden beispielhaft im Plenum besprochen, bevor die Arbeit »vertieft« werden sollte. Dabei erhielten die Autoren die Terminvorgabe, ihren Text bis zum Morgen fertig zu stellen.
Der Abend gehörte nämlich einer öffentlichen Lesung im Theater »Fletch Bizzel«. Das Programm bestand aus drei Teilen: Zuerst präsentierte Grobilyn Marlowe als Moderator, der nebenbei Zaubertricks aufführte, die Teilnehmer eines Slam-Poetry-Workshops. Dabei traten ein 15 Jahre alter Jung-Autor, eine 17jährige Autorin, ein Dichter mit Gitarre (sein Lied hieß »Pommesbuden-Girl«) und der Autor Thorsten Sträter auf, die ihre Texte zum Besten gaben.
Anschließend präsentierte der in Freiburg lebende Schriftsteller Dietmar Dath (ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift »Spex«, später Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) Auszüge aus seinen Büchern »Waffenwetter« und »Dirac«. Die sprachlich beeindruckenden Texte, deren Wortwitz begeisterten, rissen das Publikum sogar zu Szenen-Applaus hin.
Den Abschluss bildete Hartmut Kasper, der sein neues Buch präsentierte: »Drei-Männer-Eck« hat mit PERRY RHODAN nichts zu tun, ist stattdessen ein grotesker Ruhrgebiets-Roman mit teilweise haarsträubenden Szenen. Kein Witz: Ich habe noch nie bei einer Lesung so viel gelacht. Kein Wunder, dass der Autor sogar genötigt wurde, eine Zugabe zu geben.
Obwohl wir an diesem Samstag abend doch recht lange zusammensaßen, ging es am Sonntag morgen, 28. Oktober, für die Autorinnen und Autoren früh ans »Eingemachte«: Sie mussten ihre Texte, die sie am Vortag neu geschrieben hatten, auf der Bühne zum Besten geben. Dazu gingen wir ins »Domicil«, ein ehemaliges Kino, das zu einer Jazz-Bühne umfunktioniert worden ist.
Der professionelle Rahmen bereitete mancher und manchem Vorab-Ängste – wozu kein Grund bestand. Praktisch alle Texte, die auf der Bühne vorgetragen wurden, erwiesen sich als pointiert und überzeugend; der Applaus der anderen Seminarteilnehmer tat allen sichtlich gut. Natürlich wurden nach den Lesungen erneut kurze Kommentare zu den Geschichten abgegeben, Feedback ist für Autoren schließlich sehr wichtig.
Am Nachmittag endete das Seminar, und ich fuhr nach Hause: wieder mal voller neuer Eindrücke, denn letztlich profitiert auch ein Dozent von einem solchen Seminar.
Das LesArt-Festival in Dortmund ist eine Literatur-Veranstaltung, die sich buchstäblich über Wochen hinwegzieht: In dieser Zeit gibt es verschiedene Lesungen, Workshops und Vorträge, die sich mit Literatur beschäftigen. Und die Zeitschrift »Unicum« veranstaltet ein Seminar für junge Autorinnen und Autoren.
Nachdem ich bereits 2006 an diesem Seminar als Dozent teilnehmen durfte, wurde ich in diesem Oktober 2007 erneut als Dozent »verpflichtet«. Mit mir war Kathrin Lange tätig, die historische Romane und Kinderbücher veröffentlicht; unter ihrem Pseudonym Cathrin Hartmann verfasste sie zudem einen ATLAN-Heftroman sowie ein PERRY RHODAN-Taschenbuch. Auch Hartmut Kasper war erneut als Dozent dabei – unter seinem Pseudonym Wim Vandemaan arbeitet er seit einiger Zeit im PERRY RHODAN-Autorenteam mit.
Unter der Leitung von Claudia E. Kraszkiewicz begleiteten wir insgesamt 16 Autorinnen und Autoren durch das Wochenende. Die Teilnehmer hatten im Vorfeld eine Geschichte eingereicht, die sich im weitesten Sinn mit dem Thema »Reisen« beschäftigte; diese Geschichten besprachen wir gleich zu Beginn.
Nicht zum ersten Mal bei einem Schreibseminar überraschte die Bandbreite der Texte: humoristische Gegenwartsgeschichten, fantastische Kurzgeschichten, aber auch Traumsequenzen und extrem verdichtete Prosa. Meist sagte zuerst einer von uns Dozenten etwas zur Geschichte, dann wurde sie diskutiert. Das heißt in diesem Fall, dass auch konkrete Hinweise dazu gegeben wurden, was man verändern könnte, um den Text besser zu machen.
Bereits am Freitag abend beantworten die Dozenten darüber hinaus Fragen zum Literaturbetrieb. Vor allem Kathrin Lange konnte einiges aus ihrem Erfahrungsschatz als Autorin weitergeben, während ich gelegentlich die »Innensicht« einer Redaktion verdeutlichte. Es ging recht lang; die meisten Autorinnen und Autoren diskutierten noch nach Mitternacht weiter. Die Eigendynamik eines Seminars – es bilden sich Freundschaften und Cliquen – erwies sich auch hier wieder.
Am Samstag morgen, 27. Oktober, ging die intensive Textarbeit weiter; bis zum Mittagessen besprachen wir alle Texte. Dann stellte Kathrin Lange eine Aufgabe, nach der neue Texte geschrieben werden mussten. Drei dieser Texte wurden beispielhaft im Plenum besprochen, bevor die Arbeit »vertieft« werden sollte. Dabei erhielten die Autoren die Terminvorgabe, ihren Text bis zum Morgen fertig zu stellen.
Der Abend gehörte nämlich einer öffentlichen Lesung im Theater »Fletch Bizzel«. Das Programm bestand aus drei Teilen: Zuerst präsentierte Grobilyn Marlowe als Moderator, der nebenbei Zaubertricks aufführte, die Teilnehmer eines Slam-Poetry-Workshops. Dabei traten ein 15 Jahre alter Jung-Autor, eine 17jährige Autorin, ein Dichter mit Gitarre (sein Lied hieß »Pommesbuden-Girl«) und der Autor Thorsten Sträter auf, die ihre Texte zum Besten gaben.
Anschließend präsentierte der in Freiburg lebende Schriftsteller Dietmar Dath (ehemaliger Chefredakteur der Zeitschrift »Spex«, später Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) Auszüge aus seinen Büchern »Waffenwetter« und »Dirac«. Die sprachlich beeindruckenden Texte, deren Wortwitz begeisterten, rissen das Publikum sogar zu Szenen-Applaus hin.
Den Abschluss bildete Hartmut Kasper, der sein neues Buch präsentierte: »Drei-Männer-Eck« hat mit PERRY RHODAN nichts zu tun, ist stattdessen ein grotesker Ruhrgebiets-Roman mit teilweise haarsträubenden Szenen. Kein Witz: Ich habe noch nie bei einer Lesung so viel gelacht. Kein Wunder, dass der Autor sogar genötigt wurde, eine Zugabe zu geben.
Obwohl wir an diesem Samstag abend doch recht lange zusammensaßen, ging es am Sonntag morgen, 28. Oktober, für die Autorinnen und Autoren früh ans »Eingemachte«: Sie mussten ihre Texte, die sie am Vortag neu geschrieben hatten, auf der Bühne zum Besten geben. Dazu gingen wir ins »Domicil«, ein ehemaliges Kino, das zu einer Jazz-Bühne umfunktioniert worden ist.
Der professionelle Rahmen bereitete mancher und manchem Vorab-Ängste – wozu kein Grund bestand. Praktisch alle Texte, die auf der Bühne vorgetragen wurden, erwiesen sich als pointiert und überzeugend; der Applaus der anderen Seminarteilnehmer tat allen sichtlich gut. Natürlich wurden nach den Lesungen erneut kurze Kommentare zu den Geschichten abgegeben, Feedback ist für Autoren schließlich sehr wichtig.
Am Nachmittag endete das Seminar, und ich fuhr nach Hause: wieder mal voller neuer Eindrücke, denn letztlich profitiert auch ein Dozent von einem solchen Seminar.
Wasserspiele und Gen-Intrigen
Ein Logbuch der Redaktion
Nach Romanen in der Vergangenheit und in der Galaxis Hangay warten viele PERRY RHODAN-Leser sicher gespannt auf weitere Abenteuer, die in der Milchstraße spielen – und zur aktuellen Handlungszeit. Diese Leser können sich auf die nächsten Romane freuen, finde ich: Es geht gleich mit einem echten Kracher los!
Susan Schwartz kehrt für einen Gastroman zurück zur PERRY RHODAN-Serie, und in diesem Roman beleuchtet sie ein fremdes Volk, von dem die Leser schon seit langem nichts mehr gehört haben. In ihrem Roman »Das Wasser von Aar« geht es, wie der Titel schon andeutet, um die Aarus, die für einen Terraner wie Haie oder andere Fische aussehen, beeindruckend gefährlich wirken und in Wirklichkeit geschickte Techniker sind.
In ihrem Roman, der mit der Bandnummer 2412 auf den Markt kommen wird, schildert Susan Schwartz eine Reihe von Begegnungen der besonderen Art: Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich schon andeuten, dass Bostich I. ebenso eine Rolle in diesem Roman spielen wird wie Reginald Bull – der arkonidische Imperator und der terranische Residenz-Minister für Verteidigung treffen also erneut aufeinander. Mit im Geschehen sind darüber hinaus der Ara Zheobitt und die Kosmopsychologin Bré Tsinga, die zuletzt in dem Roman »Quinto-Center« (erschienen als letzter Band der PERRY RHODAN-Autorenbibliothek) zusammen aufgetreten sind.
Ich bin sicher, dass dieses Wiedersehen mit »alten Freunden« - sowohl die Autorin als auch die wichtigsten Hauptpersonen zähle ich dazu – diesen Roman für die meisten Leser zu einem großen Vergnügen machen wird. Darüber hinaus gibt's eine spannende Handlung, in der es unter anderem um eine interessante Nachricht geht ...
Der Folgeband verspricht ebenfalls ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Ich mag seinen Namen noch nicht nennen, bin mir aber sicher, dass ihn die meisten Leser dieser Zeilen spielend erraten werden. Immerhin spielt Band 2413, der von Arndt Ellmer verfasst wurde, an einem Ort, in dem Kolonnen-Anatome das Sagen haben und ihren Experimenten nachgehen.
Der Roman trägt den Titel »Das Genetische Magazin«, und in genau diesem Genetischen Magazin spielt der größte Teil des Romans. Hauptpersonen sind zwei Kolonnen-Anatome, die sich für die Geheimnisse der Mikro-Bestien interessieren und seit Jahren mit diesen Lebewesen experimentieren. Aufgrund eines unerwarteten Faktors verändern sich ihre Arbeiten und vor allem auch ihr Verhältnis zueinander: In einem intrigenreichen Kampf um Leben und Tod steuern sie auf ihr persönliches Verhängnis zu ...
Soweit der Ausblick auf zwei PERRY RHODAN-Romane in nächster Zeit. Als ich Robert Feldhoffs Exposés las, die die Grundlage für die Romane bildeten, war ich von den Ideen sehr fasziniert. Ich bin mir sicher, dass die meisten Leser dieser Zeilen auch von den veröffentlichten Romanen fasziniert sein werden.
Immerhin gibt es mehrfache Wiedersehen ...
Nach Romanen in der Vergangenheit und in der Galaxis Hangay warten viele PERRY RHODAN-Leser sicher gespannt auf weitere Abenteuer, die in der Milchstraße spielen – und zur aktuellen Handlungszeit. Diese Leser können sich auf die nächsten Romane freuen, finde ich: Es geht gleich mit einem echten Kracher los!
Susan Schwartz kehrt für einen Gastroman zurück zur PERRY RHODAN-Serie, und in diesem Roman beleuchtet sie ein fremdes Volk, von dem die Leser schon seit langem nichts mehr gehört haben. In ihrem Roman »Das Wasser von Aar« geht es, wie der Titel schon andeutet, um die Aarus, die für einen Terraner wie Haie oder andere Fische aussehen, beeindruckend gefährlich wirken und in Wirklichkeit geschickte Techniker sind.
In ihrem Roman, der mit der Bandnummer 2412 auf den Markt kommen wird, schildert Susan Schwartz eine Reihe von Begegnungen der besonderen Art: Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich schon andeuten, dass Bostich I. ebenso eine Rolle in diesem Roman spielen wird wie Reginald Bull – der arkonidische Imperator und der terranische Residenz-Minister für Verteidigung treffen also erneut aufeinander. Mit im Geschehen sind darüber hinaus der Ara Zheobitt und die Kosmopsychologin Bré Tsinga, die zuletzt in dem Roman »Quinto-Center« (erschienen als letzter Band der PERRY RHODAN-Autorenbibliothek) zusammen aufgetreten sind.
Ich bin sicher, dass dieses Wiedersehen mit »alten Freunden« - sowohl die Autorin als auch die wichtigsten Hauptpersonen zähle ich dazu – diesen Roman für die meisten Leser zu einem großen Vergnügen machen wird. Darüber hinaus gibt's eine spannende Handlung, in der es unter anderem um eine interessante Nachricht geht ...
Der Folgeband verspricht ebenfalls ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Ich mag seinen Namen noch nicht nennen, bin mir aber sicher, dass ihn die meisten Leser dieser Zeilen spielend erraten werden. Immerhin spielt Band 2413, der von Arndt Ellmer verfasst wurde, an einem Ort, in dem Kolonnen-Anatome das Sagen haben und ihren Experimenten nachgehen.
Der Roman trägt den Titel »Das Genetische Magazin«, und in genau diesem Genetischen Magazin spielt der größte Teil des Romans. Hauptpersonen sind zwei Kolonnen-Anatome, die sich für die Geheimnisse der Mikro-Bestien interessieren und seit Jahren mit diesen Lebewesen experimentieren. Aufgrund eines unerwarteten Faktors verändern sich ihre Arbeiten und vor allem auch ihr Verhältnis zueinander: In einem intrigenreichen Kampf um Leben und Tod steuern sie auf ihr persönliches Verhängnis zu ...
Soweit der Ausblick auf zwei PERRY RHODAN-Romane in nächster Zeit. Als ich Robert Feldhoffs Exposés las, die die Grundlage für die Romane bildeten, war ich von den Ideen sehr fasziniert. Ich bin mir sicher, dass die meisten Leser dieser Zeilen auch von den veröffentlichten Romanen fasziniert sein werden.
Immerhin gibt es mehrfache Wiedersehen ...
29 Oktober 2007
Als die vierte Auflage begann ...
Aus der Serie »Der Redakteur erinnert sich«:
Kommt man in die Jahre, wird die Erinnerung an die frühe Jugend prägender und intensiver. Da geht es mir nicht anders als vielen anderen Menschen. So erinnere ich mich noch unglaublich gut an den Sommer 1977, an eine Zeit, in der alles noch beschwingt und einfach schien, in der mir die Welt offenstand und ich mit offenen Augen träumte – von Raumschiffen und Aliens, vom Mausbiber Gucky und der großen terranischen Expedition nach Andromeda.
Im Sommer 1977 entdeckte ich PERRY RHODAN für mich, und ich weiß noch sehr genau, wie sich das »anfühlte«. Und ich freute mich darauf, dass bald die vierte Auflage starten würde, damit ich von Anfang an mitlesen konnte.
Dabei fand ich PERRY RHODAN anfangs überhaupt nicht ansprechend. Im Frühjahr 1977 hatte ich angefangen, in Heftromane hineinzuschnuppern, wahrscheinlich deshalb, weil ich die öffentliche Bücherei in dem Schwarzwalddorf, aus dem ich stammte, bereits »durchgelesen« hatte und nach neuen Herausforderungen lechzte.
Die Western-Serie »Lassiter« sprach mich nicht an, auch wenn ich mit den Schulkameraden auf die Suche nach den damals noch sehr harmlosen Sex-Szenen in den Romanen ging - mit heißen Ohren, versteht sich. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Vergnügen, das ich hatte, als Lassiter, der Held der Serie, einem Agenten von Well's Fargo, den er gefangen genommen hatte, die Hosen herunter zog und auf den blanken Hintern die Buchstaben »W« und »F« malte: auf jede Po-Backe einen Buchstaben und das in schwarzer Farbe. An solche Details erinnere ich mich 30 Jahre danach tatsächlich, der Rest ist grau oder verschwunden ...
Selbstverständlich las ich einige »Landser«-Hefte, nicht zuletzt deshalb, weil ich mehr wissen wollte über die Kriegserfahrungen meines Vaters, von denen er nie sprach. Doch die Abenteuer deutscher Soldaten an der Ostfront, die sich allein oder in kleinen Gruppen gegen angreifende Soldaten durchsetzen mussten, begeisterten mich nicht.
Und PERRY RHODAN? Ich saß im Schulbus oft hinter Thomas, einem Schüler, der auf dasselbe Gymnasium wie ich ging, aber eine Klasse höher. Einmal las Thomas einen PERRY RHODAN-Roman. Auf dem Cover war ein Kelosker zu sehen, es ging um den Kampf der Terraner gegen die Laren und Überschweren, und ich verkündete im Brustton der Überzeugung, »so einen Quatsch« nie lesen zu wollen. Ich war gerade mal 13 Jahre alt und fand mich sehr erwachsen.
Bis der Sommer kam ...
Mit zwei Brüdern, die im selben Dorf wohnten und mit deren Eltern meine Eltern sehr gut befreundet waren, wollte ich einige Tage zelten gehen. Die Eltern der Brüder verfrachteten uns mit ihrem großen Auto auf einen Campingplatz im Schwarzwald. Ich weiß nicht mal, wo genau der Platz lag und zu welcher Gemeinde er gehörte, aber ich habe noch sehr gut das Zelt im Gedächtnis, die anderen Zelte voller Jugendlicher in der »Nachbarschaft« und vor allem den Bach, auf dem wir mit einem Schlauchboot herumpaddelten.
Dummerweise hatte ich genau ein einziges Buch dabei, das am zweiten Tag »aus« war. Es war ein »erwachsener« Roman, einer von Will Berthold, und es gab viele Sex-Szenen, die für einen Jugendlichen am Anfang der Pubertät selbstverständlich sehr beeindruckend waren. Aber beim zweiten Versuch lasen sie sich nicht mehr so spannend wie beim ersten Mal – und dann blieb mir nichts anderes übrig, als mir die PERRY RHODAN-Hefte anzuschauen, die im Gepäck der zwei Brüder lagen.
Die waren nämlich eifrige PERRY RHODAN-Leser, nicht zuletzt dank ihres schon 18 Jahre alten Bruders, und besaßen einige hundert Romane. Mein erster Roman war »Feind aus fremder Galaxis«, Heftroman 229 aus dem Zyklus »Meister der Insel«, und ich verstand praktisch nichts. Immerhin ging es um einen kleinen Mausbiber, der sehr frech war, und um einen merkwürdigen Außerirdischen namens Grek-1. Perry Rhodan tauchte am Rand auf, aber er spielte nicht die Hauptrolle. Das war sehr unterhaltsam, wenngleich ich viele Anspielungen nicht verstand.
Am gleichen Abend griff ich zum zweiten Roman; instinktiv hatte ich kapiert, dass man zuerst mit den niedrigeren Nummern anfing, um sich dann zu den höheren Nummern voranzuarbeiten. Es war »Der Metaphysische Krieg«, Band 593 aus dem Zyklus »Die Altmutanten«, und mein Verständnis wuchs nicht unbedingt. Immerhin spielte auch hier der Mausbiber mit, das war eine Erleichterung.
Ich fragte meine Kumpels, was denn ein Haluter sei und wie so einer aussehe. Die beiden Brüder, die sich als sehr lockere Leser erwiesen, wussten das nicht genau und konnten es mir nicht erklären. Also schnappte ich mir den nächsten Roman, weil ich dachte, dann mehr zu verstehen. »Der Mann von Barkon«, Band 827 und mitten im »Bardioc«-Zyklus ... das war richtig starker Tobak, obwohl ich die Tragik des einsamen Barkoniden gut verstand. Nur ... so richtig den Durchblick hatte ich damit nicht erlangt.
Das war mein Einstieg ins Perryversum. Kaum waren wir zurück im Heimatdorf, marschierte ich zum großen Bruder der zwei Brüder, und dieser gab mir einen kurzen Einblick in die Serie. »Du musst die Zyklen lesen«, sagte er, und dann drückte er mir rund 25 Romane des »Blues«-Zyklus in die Finger.
Ab diesem Tag war ich Fan. Ich las im Sommer 1977 zeitweise zehn PERRY RHODAN-Heftromane pro Tag, und ich fuhr ständig mit dem Rad von der einen Seite des Dorfes zur anderen und wieder zurück, um Nachschub für meinen Lesehunger zu besorgen. Ich träumte nachts von Raumschiffen und hungerte nach weiteren Lese-Abenteuern.
Und als ich erfuhr, dass im Oktober endlich-endlich die vierte Auflage starten würde, freute ich mich riesig. Endlich würde ich mitfiebern können, endlich würde ich die Abenteuer Perry Rhodans von Anfang an verfolgen: die Mondlandung, die Begegnung mit den Springern, Topsidern und Ferronen, die Suche nach dem Ewigen Leben und der Vorstoß nach Arkon. Ich wartete auf den 12. Oktober 1977, ich hatte mir den Tag im Kalender rot angestrichen – und ab diesem Tag war ich ein regelmäßiger PERRY RHODAN-Käufer.
Ich hab's nie bereut.
Kommt man in die Jahre, wird die Erinnerung an die frühe Jugend prägender und intensiver. Da geht es mir nicht anders als vielen anderen Menschen. So erinnere ich mich noch unglaublich gut an den Sommer 1977, an eine Zeit, in der alles noch beschwingt und einfach schien, in der mir die Welt offenstand und ich mit offenen Augen träumte – von Raumschiffen und Aliens, vom Mausbiber Gucky und der großen terranischen Expedition nach Andromeda.
Im Sommer 1977 entdeckte ich PERRY RHODAN für mich, und ich weiß noch sehr genau, wie sich das »anfühlte«. Und ich freute mich darauf, dass bald die vierte Auflage starten würde, damit ich von Anfang an mitlesen konnte.
Dabei fand ich PERRY RHODAN anfangs überhaupt nicht ansprechend. Im Frühjahr 1977 hatte ich angefangen, in Heftromane hineinzuschnuppern, wahrscheinlich deshalb, weil ich die öffentliche Bücherei in dem Schwarzwalddorf, aus dem ich stammte, bereits »durchgelesen« hatte und nach neuen Herausforderungen lechzte.
Die Western-Serie »Lassiter« sprach mich nicht an, auch wenn ich mit den Schulkameraden auf die Suche nach den damals noch sehr harmlosen Sex-Szenen in den Romanen ging - mit heißen Ohren, versteht sich. Ich erinnere mich noch sehr gut an das Vergnügen, das ich hatte, als Lassiter, der Held der Serie, einem Agenten von Well's Fargo, den er gefangen genommen hatte, die Hosen herunter zog und auf den blanken Hintern die Buchstaben »W« und »F« malte: auf jede Po-Backe einen Buchstaben und das in schwarzer Farbe. An solche Details erinnere ich mich 30 Jahre danach tatsächlich, der Rest ist grau oder verschwunden ...
Selbstverständlich las ich einige »Landser«-Hefte, nicht zuletzt deshalb, weil ich mehr wissen wollte über die Kriegserfahrungen meines Vaters, von denen er nie sprach. Doch die Abenteuer deutscher Soldaten an der Ostfront, die sich allein oder in kleinen Gruppen gegen angreifende Soldaten durchsetzen mussten, begeisterten mich nicht.
Und PERRY RHODAN? Ich saß im Schulbus oft hinter Thomas, einem Schüler, der auf dasselbe Gymnasium wie ich ging, aber eine Klasse höher. Einmal las Thomas einen PERRY RHODAN-Roman. Auf dem Cover war ein Kelosker zu sehen, es ging um den Kampf der Terraner gegen die Laren und Überschweren, und ich verkündete im Brustton der Überzeugung, »so einen Quatsch« nie lesen zu wollen. Ich war gerade mal 13 Jahre alt und fand mich sehr erwachsen.
Bis der Sommer kam ...
Mit zwei Brüdern, die im selben Dorf wohnten und mit deren Eltern meine Eltern sehr gut befreundet waren, wollte ich einige Tage zelten gehen. Die Eltern der Brüder verfrachteten uns mit ihrem großen Auto auf einen Campingplatz im Schwarzwald. Ich weiß nicht mal, wo genau der Platz lag und zu welcher Gemeinde er gehörte, aber ich habe noch sehr gut das Zelt im Gedächtnis, die anderen Zelte voller Jugendlicher in der »Nachbarschaft« und vor allem den Bach, auf dem wir mit einem Schlauchboot herumpaddelten.
Dummerweise hatte ich genau ein einziges Buch dabei, das am zweiten Tag »aus« war. Es war ein »erwachsener« Roman, einer von Will Berthold, und es gab viele Sex-Szenen, die für einen Jugendlichen am Anfang der Pubertät selbstverständlich sehr beeindruckend waren. Aber beim zweiten Versuch lasen sie sich nicht mehr so spannend wie beim ersten Mal – und dann blieb mir nichts anderes übrig, als mir die PERRY RHODAN-Hefte anzuschauen, die im Gepäck der zwei Brüder lagen.
Die waren nämlich eifrige PERRY RHODAN-Leser, nicht zuletzt dank ihres schon 18 Jahre alten Bruders, und besaßen einige hundert Romane. Mein erster Roman war »Feind aus fremder Galaxis«, Heftroman 229 aus dem Zyklus »Meister der Insel«, und ich verstand praktisch nichts. Immerhin ging es um einen kleinen Mausbiber, der sehr frech war, und um einen merkwürdigen Außerirdischen namens Grek-1. Perry Rhodan tauchte am Rand auf, aber er spielte nicht die Hauptrolle. Das war sehr unterhaltsam, wenngleich ich viele Anspielungen nicht verstand.
Am gleichen Abend griff ich zum zweiten Roman; instinktiv hatte ich kapiert, dass man zuerst mit den niedrigeren Nummern anfing, um sich dann zu den höheren Nummern voranzuarbeiten. Es war »Der Metaphysische Krieg«, Band 593 aus dem Zyklus »Die Altmutanten«, und mein Verständnis wuchs nicht unbedingt. Immerhin spielte auch hier der Mausbiber mit, das war eine Erleichterung.
Ich fragte meine Kumpels, was denn ein Haluter sei und wie so einer aussehe. Die beiden Brüder, die sich als sehr lockere Leser erwiesen, wussten das nicht genau und konnten es mir nicht erklären. Also schnappte ich mir den nächsten Roman, weil ich dachte, dann mehr zu verstehen. »Der Mann von Barkon«, Band 827 und mitten im »Bardioc«-Zyklus ... das war richtig starker Tobak, obwohl ich die Tragik des einsamen Barkoniden gut verstand. Nur ... so richtig den Durchblick hatte ich damit nicht erlangt.
Das war mein Einstieg ins Perryversum. Kaum waren wir zurück im Heimatdorf, marschierte ich zum großen Bruder der zwei Brüder, und dieser gab mir einen kurzen Einblick in die Serie. »Du musst die Zyklen lesen«, sagte er, und dann drückte er mir rund 25 Romane des »Blues«-Zyklus in die Finger.
Ab diesem Tag war ich Fan. Ich las im Sommer 1977 zeitweise zehn PERRY RHODAN-Heftromane pro Tag, und ich fuhr ständig mit dem Rad von der einen Seite des Dorfes zur anderen und wieder zurück, um Nachschub für meinen Lesehunger zu besorgen. Ich träumte nachts von Raumschiffen und hungerte nach weiteren Lese-Abenteuern.
Und als ich erfuhr, dass im Oktober endlich-endlich die vierte Auflage starten würde, freute ich mich riesig. Endlich würde ich mitfiebern können, endlich würde ich die Abenteuer Perry Rhodans von Anfang an verfolgen: die Mondlandung, die Begegnung mit den Springern, Topsidern und Ferronen, die Suche nach dem Ewigen Leben und der Vorstoß nach Arkon. Ich wartete auf den 12. Oktober 1977, ich hatte mir den Tag im Kalender rot angestrichen – und ab diesem Tag war ich ein regelmäßiger PERRY RHODAN-Käufer.
Ich hab's nie bereut.
23 Oktober 2007
Kontaktwälder und Piraten
Ein Logbuch der Redaktion
Seit in der Handlung der PERRY RHODAN-Serie bekannt geworden ist, dass sich die Galaxis Hangay in eine Negasphäre verwandeln wird, wissen die Verantwortlichen auf Terra, dass dies die größtmögliche Gefahr für die Menschheit ist. Und seit die PERRY RHODAN-Autoren im Rahmen der Handlung um die Pangalaktischen Statistiker dieses Thema erstmals erwähnten, wissen die PERRY RHODAN-Leser, dass in Hangay irgendetwas Gefährliches entsteht.
In der Tat: Es wird Zeit, dass die aktuelle Handlung der Romanhefte endlich in die geheimnisvolle Galaxis umblendet und die Leser mehr über den Schauplatz erfahren, von dem die Bedrohung ausgeht. In den zwei nächsten PERRY RHODAN-Romanen beleuchten Horst Hoffmann und Leo Lukas zumindest Randgebiete der Sterneninsel, dazu präsentieren sie alte Bekannte und neue Fremde.
Horst Hoffmanns Roman, der am 26. Oktober 2007 mit der Bandnummer 2410 erscheint, stellt unter anderem Atlan, den alten Arkoniden, ins Zentrum des Geschehens. Der ehemalige Kristallprinz hat eine Begegnung, die ihn nicht ohne Grund an »alte Geschichten« erinnert. Dass Band 2410 den Titel »Der Kontaktwald« trägt, wird vielleicht den einen oder anderen Leser auf die richtige Spur locken ...
Tatsache ist, dass sich in diesem Roman Verbündete finden, die gemeinsam mit den Terranern und Halutern des KombiTrans-Geschwaders gegen die Übermacht der Terminalen Kolonne TRAITOR antreten möchten. Und es stellt sich nicht zum ersten Mal heraus, dass es nicht so einfach ist, Verbündete in einem solchen Kampf zu finden ...
Die Hangay-Handlung setzt sich auch im Folgeband mit der Nummer 2411 fort. Leo Lukas führt mit dem Roman »Schwinge-von-Raffat«, der am 2. November erscheint, an einen ganz speziellen Schauplatz im Orbit um eine Sonne. Dort haben sich ausgerechnet Weltraumpiraten eingenistet, mit denen Atlan in Kontakt treten muss. Zu allem Überfluss handelt es sich um Weltraumpiraten, deren Angehöriger aus einem Dutzend von Hangay-Völkern stammen und nach Jahren der Isolation einige seltsame Gebräuche entwickelt haben.
Auffallend an dem Roman ist übrigens der Erzähler: Dieser Hangay-Bewohner mit ausgeprägtem Hang zum Reden und Intrigieren liebt nämlich nicht gerade die Wahrheit und hat seine ganz eigene Sicht auf die Ereignisse in »Schwinge-von-Raffat«. Ich habe mich bei den betreffenden Szenen köstlich amüsiert und bin mir sicher, dass die literarische Figur auch andere PERRY RHODAN-Leser begeistern wird.
(Ich deute vorsichtig an und verrate hoffentlich an dieser Stelle nicht zu viel: Die Hörbuch-Fassung dieses Romans wurde von zwei Sprechern eingelesen. Einer der zwei Sprecher ist Leo Lukas höchstpersönlich. Der Wiener Autor ist für die Passagen verantwortlich, die aus Sicht des Erzählers geschildert werden ... Im Audio-Format wird das zu einem besonderen Genuss! Weitere Informationen folgen.)
Soviel zu den nächsten zwei Romanen. Die Leser-Sicht auf Hangay wird sich dadurch auf jeden Fall verändern – die Überraschung am Ende sollte auch klappen ...
Seit in der Handlung der PERRY RHODAN-Serie bekannt geworden ist, dass sich die Galaxis Hangay in eine Negasphäre verwandeln wird, wissen die Verantwortlichen auf Terra, dass dies die größtmögliche Gefahr für die Menschheit ist. Und seit die PERRY RHODAN-Autoren im Rahmen der Handlung um die Pangalaktischen Statistiker dieses Thema erstmals erwähnten, wissen die PERRY RHODAN-Leser, dass in Hangay irgendetwas Gefährliches entsteht.
In der Tat: Es wird Zeit, dass die aktuelle Handlung der Romanhefte endlich in die geheimnisvolle Galaxis umblendet und die Leser mehr über den Schauplatz erfahren, von dem die Bedrohung ausgeht. In den zwei nächsten PERRY RHODAN-Romanen beleuchten Horst Hoffmann und Leo Lukas zumindest Randgebiete der Sterneninsel, dazu präsentieren sie alte Bekannte und neue Fremde.
Horst Hoffmanns Roman, der am 26. Oktober 2007 mit der Bandnummer 2410 erscheint, stellt unter anderem Atlan, den alten Arkoniden, ins Zentrum des Geschehens. Der ehemalige Kristallprinz hat eine Begegnung, die ihn nicht ohne Grund an »alte Geschichten« erinnert. Dass Band 2410 den Titel »Der Kontaktwald« trägt, wird vielleicht den einen oder anderen Leser auf die richtige Spur locken ...
Tatsache ist, dass sich in diesem Roman Verbündete finden, die gemeinsam mit den Terranern und Halutern des KombiTrans-Geschwaders gegen die Übermacht der Terminalen Kolonne TRAITOR antreten möchten. Und es stellt sich nicht zum ersten Mal heraus, dass es nicht so einfach ist, Verbündete in einem solchen Kampf zu finden ...
Die Hangay-Handlung setzt sich auch im Folgeband mit der Nummer 2411 fort. Leo Lukas führt mit dem Roman »Schwinge-von-Raffat«, der am 2. November erscheint, an einen ganz speziellen Schauplatz im Orbit um eine Sonne. Dort haben sich ausgerechnet Weltraumpiraten eingenistet, mit denen Atlan in Kontakt treten muss. Zu allem Überfluss handelt es sich um Weltraumpiraten, deren Angehöriger aus einem Dutzend von Hangay-Völkern stammen und nach Jahren der Isolation einige seltsame Gebräuche entwickelt haben.
Auffallend an dem Roman ist übrigens der Erzähler: Dieser Hangay-Bewohner mit ausgeprägtem Hang zum Reden und Intrigieren liebt nämlich nicht gerade die Wahrheit und hat seine ganz eigene Sicht auf die Ereignisse in »Schwinge-von-Raffat«. Ich habe mich bei den betreffenden Szenen köstlich amüsiert und bin mir sicher, dass die literarische Figur auch andere PERRY RHODAN-Leser begeistern wird.
(Ich deute vorsichtig an und verrate hoffentlich an dieser Stelle nicht zu viel: Die Hörbuch-Fassung dieses Romans wurde von zwei Sprechern eingelesen. Einer der zwei Sprecher ist Leo Lukas höchstpersönlich. Der Wiener Autor ist für die Passagen verantwortlich, die aus Sicht des Erzählers geschildert werden ... Im Audio-Format wird das zu einem besonderen Genuss! Weitere Informationen folgen.)
Soviel zu den nächsten zwei Romanen. Die Leser-Sicht auf Hangay wird sich dadurch auf jeden Fall verändern – die Überraschung am Ende sollte auch klappen ...
16 Oktober 2007
Eine spannende Frankfurter Buchmesse 2007

Ein Logbuch der Redaktion
Es war schätzungsweise meine fünfzehnte Buchmesse, die mich im Auftrag der PERRY RHODAN-Redaktion nach Frankfurt führte: In der letzten Woche öffneten die Messehallen in Frankfurt wieder einmal ihre Pforten für die Besucher, die buchstäblich zu Hunderttausenden strömten, um sich über neue Bücher und Autoren, Verlage und Illustratoren zu informieren.
Die Messe hatte diesmal ein zusätzliches Wetterglück: Strahlender Sonnenschein verwöhnte die Besucher, so dass die Freiflächen des Messegeländes zum Spazierengehen und Lesen ebenso einluden wie zum Diskutieren und Flanieren. Und wer wollte, konnte die farbenfrohen Vorführungen von katalanischen Künstlern zusehen, die das Gastland der Messe – Katalonien war's 2007 – präsentierten.
PERRY RHODAN wurde diesmal anderes ins Interesse gerückt als in früheren Jahren. Damit war zu rechnen gewesen, nachdem am 1. Dezember 2006 der Moewig-Buchverlag geschlossen worden war, bevor er am 15. Februar 2007 in den Besitz der Edel AG übergegangen war. Die PERRY RHODAN-Bücher, bisher ein Standbein des Moewig-Buchverlages, sind seit diesem Termin »nur noch« ein Vertriebsprodukt für die Edel AG – insofern ist es nicht verwunderlich, dass Edel unsere Bücher nicht in dem breiten Maße auf der Messe inszenierte, wie wir es bisher selbst getan hatten.
Immerhin: Als Miriam Hofheinz (PERRY RHODAN-Lizenzen und -Presse) und ich am Mittwoch, 10. Oktober 2007, erstmals auf die Messe kamen, steuerten wir sofort den Edel-Stand an, der uns durch die überschaubare Struktur sowie die großen Glasaufsteller sehr gut gefiel. Einige PERRY RHODAN-Bücher waren am Stand zu sehen, sogar der neue Edel-Band »BARDIOC« (die Hardcover-Version des Buches 100) stand zwischen den Sachbüchern und Ratgebern, die ansonsten das Programm von Moewig/Edel bestimmten.
Der Mittwoch und Donnerstag gehört traditionell den Gesprächen mit den Lizenzpartnern. Ich unterhielt mich mit Kollegen, unter anderem von Weltbild und Bertelsmann, Heyne, Lübbe, Fantasy Productions und Area; gemeinsam loteten wir aus, inwiefern wir gemeinsam die Marke PERRY RHODAN in den verschiedenen Bereichen weiter ausbauen können. Viele Gespräche stimmten mich sehr optimistisch, dass wir auch künftig schöne neue Bücher anbieten können; mit einigen Partnern konnten zudem neue Konzepte entwickelt werden.
Natürlich gab's auch Autorengespräche, ich besuchte den Stand des Splitter-Verlages, wo die PERRY RHODAN-Comics mit einer schicken Leseprobe zu sehen waren, oder ich bewunderte die schöne Präsentation des ersten ARA-TOXIN-Taschenbuches am Stand des Heyne-Verlages. Zwischendurch nutzte ich Pausen, um meine Mails im Internet-Café zu checken oder mal einen kurzen Bummel zwischen den Messeständen anderer Verlage zu unternehmen; hier lernt man ja nie aus.
Der Freitag markiert traditionell den Übergang: Es kommen weniger Fachbesucher, statt dessen erscheinen langsam die »normalen« Besucher. Und die PERRY RHODAN-Redaktion veranstaltet traditionell ihr Galaktisches Forum. Das hieß für uns: Die Termine mussten enger gesetzt sein, und wir erhielten Verstärkung. Klaus Bollhöfener unterstützte uns beim Standdienst (und hielt bis Sonntagabend die Stellung), Chefautor Robert Feldhoff kam im Lauf des Tages ebenfalls nach Frankfurt.
Abends dann die PERRY-Party, wie sie im Branchenjargon schon heißt, in einer neuen Lokalität für uns: Das »Euro-Deli« in Frankfurts Innenstadt wurde zum Treffpunkt für SF-Autoren und Fantasy-Schreiber, für Übersetzer und Agenten, für Lizenzpartner und Freunde, für Journalisten und Filmleute. Autoren wie Kai Meyer (der sich lange mit Robert Feldhoff unterhielt) und Christoph Hardebusch (»Trolle«) waren zugegen, Thomas Finn (»Funke des Chronos«) und André Wiesler tummelten sich in den Räumen, dazu Lektoren von Randomhouse und Piper, Egmont und Droemer Knaur.
Und nicht zu vergessen die PERRY RHODAN-Autoren Michael Nagula, Christian Montillon und Frank Borsch sowie PERRY RHODAN-Zeichner Dirk Schulz – ich hoffe, ich habe niemanden aus unserem Team vergessen. Hinzu kamen viele andere Besucher; insgesamt dürften es an die hundert Personen gewesen sein, die allerdings nie gleichzeitig anwesend waren, sondern fleißig »fluktuierten«.
Mein letzter Messe-Tag kam am Samstag, 14. Oktober 2007; an diesem Tag hielt ich mich vor allem am Stand der Firma Buch Bücher DD AG auf, die in der sogenannten Technik-Halle alles auf PERRY RHODAN ausgerichtet hatten. An einer speziell aufgebauten Druckmaschine konnten die Messebesucher sehen, wie ein kompletter Roman gedruckt wurde: »Zielzeit« von Robert Feldhoff in einer wunderschönen Taschenbuch-Version. Wer sich von den PERRY RHODAN-Lesern rechtzeitig registriert hatte, bekam den Roman in einer personalisierten Version, mit eingedrucktem Namen auf der ersten Innenseite und auf dem Lesezeichen.
Eine wunderbare Aktion dieser Firma, über die ich mich als »alter« PERRY RHODAN-Leser selbst sehr freute. Ich bin jetzt stolzer Besitzer eines PERRY RHODAN-Taschenbuches von Robert Feldhoff, das die Nummer 434 von 999 trägt und in dem mein Name gedruckt worden ist – das sieht klasse aus und macht sich gut im Bücherregal.
Die Fans, die vorbeikamen, äußerten sich ebenfalls positiv über diese Aktion. Mit einigen diskutierte ich ausgiebig über die aktuelle PERRY RHODAN-Handlung, über Fan-Aktivitäten oder die mögliche Zukunft weiterer spezialisierter Taschenbücher dieser Art. Robert Feldhoff und Dirk Schulz signierten »ihr« Taschenbuch für die Fans, und gegen 17.30 Uhr gab's bei der Buch Bücher DD AG sogar noch frisch gezapftes Bier.
Ich gestehe, dass ich trotzdem heilfroh war, als ich gegen 17.30 Uhr endlich dem Messetrubel entfliehen konnte und die Heimfahrt über die Autobahn antrat. Wir werden sehen, wie wir uns 2008 präsentieren können ...
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